Nr. 143. Samstag am 24. Juni 1863 Die „?llibacl,cr ^cituna" erschcinl. mil .luSnahinc der -rs^^^N Inserlionsgebllhr für eine Garmond - SpaltenM Sonn- und Feiertage, täglich, und lostet sammt den ^^^«N^ß ' °^ ^" ^°"^ dcrselben. ist fiir Imalige Einschal- Vcilllnen im Comptoir MNzMrlss , l fl.. halv- i!l^^^^^M^ ""^ ^ ^' ^ ^°"^ ^ ^' ^ ^""'^'" ^'"' ^' "^ jiillrlg 5 fl. 50 lr.. mit SrtN^anl» im Comptoir ^WMH'«WM^«^ ^" ^^" Grblihrrn ist noch dcr Insertions - Stnnpcl ganz! 12 fl . halbj. « st. Mr dir Zuslclliiua, i,i'» ^WWHIWW^^Wls ^ ^^ ^ ^ ""^ iedesmllligt Einschaltung hinzu zu Hau«'sind haidt. 5N lr. mchr zu cntrichtrii. Mi, ^«MDM^VMVM rechnen. Inserate bis 10 Zeilen losten 1st. 90 k. der Post portofrei llltNZj.. N'lter Kreuzband und gc- ^»Ä^W^^W^ ^^ ^ ^°^' ^ ^' ^^ ^' ^ ^ ^ ""^ ^ ^' ^ drustcr Adresse 15 fi.. halbj. ? fl. 50 tr. "^«^^^W^^ ^ ^°^ ^'^ Inbegriff des IusertionsftnnpelS). Amtlicher Theis. Sc. k. k. Apostolische Majestät haben mit Aller-höchster Entschließung von: 9. Juni d. I. bis znr gesetzmäßigen Bcsctzuug dcr Kroueuhüterstellc der hei» ligcu uugarischcu Krone den Kämmerer uud Septcmvir Autoil Aal on ?ty!lry znm ungarischen Kroilhülcr allcrgnädigst zu crncnucn geruht. DaS Ilistizministcrium hat den Vorsteher des Lembcrgcr städtischen GluudbuchSamtcö Peter Iauo w-czyt zum Registrator bei der galizischcu Laudtafcl in Lemberg und den Laudtafcl-Ingrossistcn Kasimir Ziembicli zum Vorsteher des städtischen Grund-duchsamtcs iu Lembcrg ernannt. AlchtllUlllicher Cheil^ Vaibach, 23. Inui. Wenn cS einem Mitglicde des Abgeordnetenhauses einmal gelungen ist, einen oder mehrere Minister oder gar daö ganze Ministerium recht tüchtig zu „verreißen", oder wenn eine recht heftige Debatte stallgchmdcu hat, dcr danu eine autimiuistcrielle Ab-stimmung gcsolat ist, da regt cö sich crst gchcimnisi. uoll >!>,d l>.isc in den TasscSlillillcvil, dann wird cS lauter, und ciu Blalt lniugl cincu Arlilcl, iu wclchciu cö ciuc Parallele zieht zwischcu ciucm dcr Nciuistcr uud einem hervorragenden Abgcorductcu, und endlich fliegt uud flattert, erst schüchtern danu dreister, ein <5nllciu durch die Luft, das betitelt ist: Minister, trisiö! Wir lesen iu dcr „N. ssr. Pr." Folgendes: Seit zwei Tagcu ist in parlamcnlarischcn wie iu finanziellen ssrciscn das Ocrncht von dem uumitlelbar bevorstehenden Mcllliltc dcö FinauzmiuistcrS v. Plcucr verbreitet. Hcute gesellt sich dazu das weitere Gc-rilcht, daß auch der StaatSministcr v. Schmerling im Begriffe stehe, scinc Demission einzureichen; ja man will ogar wissen — und diese Version findet weniger in parlamentarischen als in finanziellen Kreisen Ver-bicitllna — daß Herr u. Schmerling sowohl als Herr v Plcncr ihre Demission thalsächlich bereits cingc« reicht hätten, daß Sc. Majestät dcr ttaiscr dieselbe jedoch nicht angcuommcu habe. Wir verzeichnen diese Gerüchte, ohuc sie vorläufig zu verbürgen. DaS ttmiglichc Rcjlript znr Eiubcrufung des im-aarischcn Landtages soll nnn bestimmt am 2. Juli ftublizirt werden. DaSsclbc liegt zur Veröffentlichung l,crcit nud wird, wie die „O.-D. P." mittheilt, nur aus dcr Rücksicht zurückbehalten, weil es uicht augc-mcsscu scheint, die Kuudinachuug stallsindcu zu lassen, währcud der Auönahmczustand noch dauert. Da lctz. lerer bctanntlich am 1. Inli aufhört, so soll Tags darauf die Laudtagscinberufuug zur Publitatlou lom' mcu. Dcr Zusammcnlrilt dcö ^audtagS wird, wie wir hören, ans den 2.'). Oktober ausgeschrieben. 18. Sitzung des Herrenhauses vom 21. Juni. (Schluß.) Nach Wiederaufnahme dcr Sitzung wird die Abstimmung vorgenommen. Artikel IX wird mit 32 gcgcn 2l) Stimmen abgelehnt. Die Spcziaidcbattc wird fortgesetzt. Artikel 1 wird ohne Debatte angenommen. cks ?ll'titcl U (Garantiesumme ),050.000 fl.) vcantragl Fiirst Iablouowski, die Abstimmung dcr Ziffer zu sislircu, solaugc nicht dic übrigcu Artikel beschlossen sind, da bekanntlich die Höhe dcr Ziffer von den Äanbcstimmuugcn abhängt. (Uittcrstiitzt.) Graf Thun empfiehlt ebenfalls die Sistirung, da sonst dic weiteren Berathungen ganz überflüssig wären. Dcr Antrag Iablonowöli wird angenommen. , Die Artikel III, IV, V, VI werden ohne De-balle angenommen. Artikel VII enthält eine Ncihc von Bestimmungen, wclchc in die Konzessionsurkunde anfzunchmcn ist. Sie kommen einzeln zur Abstimmung uud ciuc Debatte ergibt sich nur bei Punkt 2. Fürst I adlonow ski wcndct sich gcgcn die bci diesem Pnntt von dem Abgeordnetenhaus uorge» nommcucu Acndcruugcn, wclchc er als wenig vorlhcil-haft für das Uutcrnchmcn bezeichnet. Redner spricht sich gcgcn dic Auwenduug eines leichteren Schienen-ystcms als das dcS ^pfundigen aus. Die Erfah-ruug lehre, daß eher ein fchwcrcrcö als ciu leichteres System angewendet werden solle; denn bloß den schwereren Schienen habe man es zu danken, daß so wenig Entgleisungen vorkommen. UcbrigenS sei zu bedenken, daß in den Nachbarstaaten das 21 pfundige System bestehe und daß daher dic Betriebsmittel, wclchc anf dieses berechnet sind, auf die ucuc Bahn nicht übergehen konnten. Er beantragt dic Weglas-snng dcS Satzes, welcher die Gestattung des lcich< leren SchicncnsystcmS enthält. Anch gegen die Herstellung der Ärüäcu übcr die MaroS und dcu Strcll-flliß auS Holz lvendet sich Ncducr, indem er auf die sich bci Ncloilsiluirimg und soitwlil)lcl,dcl' Ncparalul solcher hölzerner Briickcu vermsachleu größcrcu Auö-lagcn hinweist. Redner wünscht iu diesen beiden Puullcu die Regierungsvorlage herzustellen nnd beantragt die Wcglassung dcr von dcm Abgcorductcnhausc gemachten Zusätze. (Dic Anträge werden sehr zahlreich unterstützt.) Graf Leo Thun: Er könne sich zwar nicht mit seinem Vorredner in Hinsicht auf Sachkcnntniß messen, aber er ltmuc doch nicht umhin, vor der Annahme dcr Anträge desselben zn warnen. Eisenbahnen seien für Oesterreich sehr nothwendig und die Verhältnisse verlangen, daß man alle Modalitäten in's Auge fasfe, welche billigere Herstellungen möglich machen. Voraussichtlich werde lange Jahre dcr Verkehr auf dieser Bahn ciu geringer sein und dics ermögliche die Zu» lassung leichterer Schienen nnd Betriebsmittel. Dieselben Rücksichten sprechen auch für die provisorische Herstellung dcr erwähnten Brücken aus Holz. Fcldmarschall Hcß: Für eine Bahn, welche den Zweck hat, Zeltbahn zu werden, sei ein leichteres li ciuc solche Prohibition uicht gcgcn dcu österreichisch-preußischen Handelsvertrag verflösse. Scltionschcf Freiherr v. Kalchbera. verneint dies. Berichterstatter verzichtet auf das Wort. Bei dcr Abstimmung wird die erste Alinea dcS PnnltcS 3 angenommen, die zweite Alinea, wclchc die erwähnte Verpflichtung enthält, wird abgelehnt. Präsident schließt wegen vorgerückter Zeit die Sitzung. 19. Sitzung >es Herrenhauses vom 22. Juni. Auf der Ministerbanl: Schmerling, Mecs'iry. Lasser, SekliouSchcf Kalchbcrg, Mimstcrialrath Gobbi »(Finanzministerium), Ministcrialratl) Schmidt (Handelsministerium.) Nach Vorlesung dcs Protokolls und Mittheilung dcr Einlaufe gelangt die Regierungsvorlage, betreffend die Darlegung der Gründe und Erfolge dcr Vcrord-uuug übcr die Einsetzung dcr Priscngcrichtc zur ersten Lesung. Dieselbe wird dcr Kommission übcr die Per-maucuz dcS Stcucrrrformauöschusscö zugewiesen. Ferner ist an daö Herrenhaus das in dcr gestrigen Sitzung dcS AbgcordnclcuhauscS beschlossene Gcsctz, betreffend eine Kreditopcralion von U> Mill, znr verfassungsmäßigen Behandlung gelangt. (Wird dcr ständigen Finanztommifsion zugewiesen.) Es wird zur Fortsetzung der Spczialdeballc dcS GcsctzeS liber die sicbcnbürgischc Eisenbahn geschritten. Berichterstatter Freiherr v. Rosen feld. Die Punkte 4 bis mcl. 9 dcS Art. VN werden ohnc Debatte angenommen. Zu Punkt 10, welcher von dcr Hcrabmindernng dcr Tanfc nntcr die Maximalhöhc handelt, ergreift Fürst Inblonowsti das Wort. Er befür-wortct auch da daö Zurückgehen auf die Regierungsvorlage und wcndct sich zunächst gcgcn den Beschluß dc(< Abgeordnetenhauses, daß die Tarife „ohnc Untrr-schied dcr Bahnstrecken" sollen herabgesetzt werden können. Ebenso bekämpft Redner den Beschluß des Abgeordnetenhauses, daß Herabsetzung dcr Frachtpreise und andere Begünstigungen nur mit Genehmigung dcr Staatsverwaltung gewährt werden sollen. Dic. 552 Regierungsvorlage sei auch da vorzuziehen. Sie no» mirt dieß nur, so lange ein Staatszuschuß zu Herab« setzungcn der Tarife nothwendig sein soll. Redner ist auch mit der Alinea nicht einverstanden, daß, wenn spätcrc Gesetze dic Tarife regeln sollten, diese anch anf diese Bahn Anwendung finden sollen. Er stellt in dieser Beziehung lciucu Antrag, hofft aber, das Haus werde durch die Ablehnung dieser Alinea seiner Meiunng bcitrctcn. (Die Anträge werden unterstützt.) Graf Lco Thun unterstützt das erste Amen-dement des Fürsten Iablonowsti um so mehr, als jene schlecht tcxtirt sei, dcnu der Ausdruck „ohne Unterschied der Bahnstrecken" lasse die Deutung zu, daß auch für ciuzclnc Theile der Bahn Begünstigungen gewährt werden können, während selbst nach den In» tcntioncn des Abgeordnetenhauses diese nur auf die ganze Strecke Anwendung finden solle. Der zweiten Alinea könne er nicht seine Zustimmung geben und empfehle die Tcxtirnng dcS Abgeordnetenhauses. Scktionschef Freiherr v. Kalchbcrg: Die Regierung habe den Anträgen dcS Abgeordnetenhauses ihre Zustimmung gegeben, weil eS im allgemeinen Interesse liegt, niedrigere Tarife zu haben und weil daS Abgeordnetenhaus wünschte, die Regierung solle cincn größeren Einfluß auf die Regelung der Tarife > haben. Daß die Regicruug die Herabsetzung der Tarife wünsche, habe sie durch die Einsetzung der Enquütekommission bewiesen, obzwar sie sich nicht vcr-hchlcn kann, da sie da vertragsmäßigen Rechten gc-gcnübcrstchc und nicht willkührlich eingreifen könne. Was die letzte Alinea betrifft, betreffs der Anwendung späterer Gesetze übcr Tarife auf dic sicbcnbürgischc Bahn, so verkenne er nicht, daß dieß eine scharf zugespitzte Bestimmung sei. Sollte daS Haus diese Alinea ablehnen, dann müsse er bitten, die betreffende Alinea der Regierungsvorlage aufzunehmen, dahin lautend: Eine entsprechende Herabsetzung der Tarifs» preise steht der Staatsverwaltuug jedenfalls zn, wenn der Reinertrag 2,500.000 ft. überschreitet. (Schluß folgt.) 81. Sitzung des Abgeordnetenhauses vom 21. Juni. (Schluß.) Nächster Gegenstand der Tagesordnung ist der Ausschußbcricht übcr den Antrag Ricse-Sta'llbnrg, bo treffend die Ansdehnung der Befreiung von der Haus« zinsstcuer. Berichterstatter Abg. Niehl verliest den Bericht, welcher eine weitere Ausdehnung der Steuerfreiheit für Neu-, Zn< und Umbauten empfiehlt. In der Generaldebatte ergreift das Wort Abg. Daubck: Er liefert den ziffermäßigen Nachweis, daß in vielen Städten die Popnlation gc< stiegen ist, daß aber die Bauobjekte sich uicht im gleichen Maße vermehrt haben. Um die Baulust auzu« regen, sei dic Ausdehnung der Steuerbefreiung wün-schcnswcrth. In dieser Richtung ist er also für den Ausschußantrag, Er beantragt jedoch anch, das HauS wolle den Wunsch auSsprechcu: „Die Regierung möge bei jenen Städten, welche in strategischer Beziehung nicht von Wichtigkeit sind, dic allenfalls noch beste« hcndc Bcstimmnng als Festung aufheben. Abg. (iupr empfiehlt ebenfalls den AuSschnßan-trag, für welche er volkSwirthfchaftliche und humanitäre Gründe anführt. > Finanzministcr v. Plener will nicht in merits rischcr Beziehung sprechen, sondern lediglich dic formelle Seite der Frage bcrührcu. Der Gegenstand, um den es sich hier handelt, gehöre mit in den Ressort dcS Stcucrreformausschusscs. Da dic Permanenz dieses Ausschusses vom Hause beschlossen wurde, so sci eine wesentliche Förderuug seiner Arbeiten zu gewärtigen uud eS sci also zu hoffen, daß die Steuerreform in der nächsten Session deö Rcichöralhcs abgeschlossen werden dürfte. Ist aber das Stcucrrcformgcsctz einmal beschlossen, so werde dic weitere Durchführung hinsichtlich dcr Gcbäudcstcuer uicht mit ciucm langen Zeitverluste verbunden sein und cs erscheine daher uicht nöthig, inzwischen provisorisch cm Gesetz zu erlassen. Es dürfte dem Hause genügen, seine Ansicht übcr das Maß dcr zu gewährenden Steuerbefreiungen auszu-sprcchcn, von welcher Ansicht dann der Steuerreform-ausschuß gewiß dic cutsprcchcudc Kenntniß nehmen würde. Berichterstatter Abg. Richl verkennt nicht, daß der Gegenstand mit iu den Ressort des Steuerreform-Ausschusses gehöre, glaubt aber, daß die Zukunft uugewiß und daß nicht mit voller Sicherheit zu berechnen ist, wenn daS Werk der Steuerreform zum Abschlüsse kommen dürfte. Es wäre daher doch gut, das Sichere zu ergreifen und einem von allen Selten anerkannten Bedürfnisse sofort abzuhelfen. Die Spczialdcbatte wird eröffnet. Zu §. 1 (Ausdehuuug dcr zeitlichen Befreiung von dcr HausziuS» uud Haustlasscnstcucr bei Neubauten auf 15 und bei Um- uud Zubauten auf 12 Jahre) beantragt Abg. Tinti, die Steuerfreiheit bei Neubauten auf 10 und bei Um« und Zubauten auf 6 Jahre zu gewähren. (Wird uutcrslützt.) Abg. Herbst spricht sich gegen den Antrag Tinli aus und erklärt sich zugleich gcgeu die vom Finanz» minister vorgebrachten Anschauungen. Mit dcr Per-maucuzellläruug dcü Slcucrrrcform - Ausschusses sci die Steuerreform noch uicht erledigt, nachdem man dem Hcrreuhausc nicht zumutheu könne, in einer Session etwa das zu erledigen, was dem Abgeord-netenhause auch uicht möglich war. Dem Antrag Tinti gegenüber weist Redner auf dic traurigen Vcr-hältuisse, in deucu sich die BollSwirlhschast gegeu» wartig befindet, hin, »nd befürwortet im Interesse der Gleichheit vor dem Gesetze die Annahme der Aus-schllßanlräge. Aba. Pan kratz spricht sich gcgcn dcn Antrag Tinti auS. Abg. Tinti replizirt gegen dic Ausführungen Herbst's. Abg. Riese-Stall bürg bittet den Finanz-miuister, die Verhältnisse, in denen mau sich gegenwärtig befinde, vollkommen zn würdigen und dahin zu Wirten, daß für dcn Fall dcr Annahme dcS Ge-sctzcS in beiden Häusern die Sanktion der Krone demselben uicht mangle. Nach dem Schlußworte des Berichterstatters wird §. 1 nach dein AuSschußantragc angenommen, der Antrag Tinti bleibt in der Minorität. Bei §. 2 (Diese Vefreiimg hat nur für jene Gebünde Geltung, welche vom Tage der Kundmachung deS gegenwärtigen Gesetzes bis Ende 1867 planmäßig vollendet und benutzbar gemacht werden) beantragt Abg. To man dic Wcglassung des WorteS „planmäßig", iudem cr dasselbe für überflüssig erachte. (Wird uutcrstützt). Abg. Dcmcl spricht sich gegen dcn Antrag Toman ans. Planmäßig heiße nichts Anderes, als unter Beobachtung dcr Vorschriften dcr Aaugefetzc. Nach dem Schlußworte des Berichterstatters wird 8. 2 nach dem Ausschußantragc angenommen. Dcr Antrag Toman fällt. §. Z (Die durch Bauführuugcn oder für bestimmte Objcttc bereits crworbcucu, sowic dic durch a. h. Entschließungen für die Festungen Thcrcsicnstadt nud Ioscfstadt, für Dalmaticu, für Pest, für Ausicd-luugcn in Ungarn mit dcr serbischen Woiwodschaft und dem Tcmescr Äanatc, für Kroatien, Slavonien und Siebenbürgen, endlich für Wien sammt Vorstadt tcn gewährten Steuerbefreiungen werden durch daS gegenwärtige Gcsctz uicht berührt) bcautragt Abg. Danbcl dcn Zusatz: „uud hat sich nicht auf die betreffenden Landes- dann Kommunalbeiträge, die auf Grundlage der allerh. Eutschließung vom 10. Februar 1835 zu bestehen haben, auszudehnen." §. !i sammt Zusatz Daubct wird augeuommcn, ebenso tz. 4 Vollzugsllauscl, und übcr Antrag dcS Berichterstatters wird daS Gcsctz sogleich anch in dritter Lesung zum Beschlusse erhoben. Dritter Gegenstand dcr Tagesordnung: Bericht deS FiuauzauSschusscS über dcn Gesetzentwurf, betreffend die Tilgung dcr Bankschuld und die Bedeckung dcr StaatSerfordcrnissc in dcn Jahren 180:') und 1860. Berichterstatter Abg. Herbst bespricht dcn Gegenstand an der Hand dcS gedruckt vorliegenden Be-richtcS, welchen cr in einigen Puultcn tommcntirt nud vervollständigt. Dcr Ausschuß beantragt: DaS h. HauS wolle: I. den angeschlossenen Gcsetzcntwnrf annehmen; II. beschließen, cs sci in eine weitere Krcditbcwilliguug insolangc nicht einzugehen, als nicht die Fiuauzacsetze für 1805 und 1800 in verfassungsmäßiger Wcise zll Staude gckommcn sind; III. dem Finanzausschüsse für 1800 auftragen, daß cr mittlerweile die Regierungsvorlage ciucr eingehenden Berathung unterziehe, sich jedoch dabei nicht auf die materielle Prüfnng dcr einzelnen Posten beschränke, sondern vielmehr a"ch diejenigen Garantien ermittle und formulire, welche nothwendig uud geeignet sind, die Wiederkehr sol^ Vorkommnisse, wic sie in dcn Jahren 1863, ^"^ und 1805 stattfanden, unmöglich, sowie die Grund' satzc dcr Verfassunn, daß Staatsschulden nur NÜt vorgängigcr Zustimmung dcs Ncichsrathrs lontrahirt werden dürfen uud daß dic Staatsschuld nntcr dic Kontrole des ReichSralhes gestellt ist, znr Wahrheit zu machen, endlich zu bewirten, daß die VcrwcndlMS dcr nur für bestimmte Zwecke bewilligten Kredite fur andere als diejenigen Zwcckc, für welche sie bewilligt wurdcn, verhindert werde. Iu dcr Generaldebatte ergreift zuerst Abg. Tasche l, gegen die AuSschußauträgc, das Wort. Gc ist gcgcn die Bewilligung dcS Kredits uud stellt den Antrag, daS Haus wolle in die angetragenen Kredit-bewillignngen nicht eingehen, den Finanzansschuß aber beauftragen, den Bericht über die Regierungsvorlage, betreffend die Tilgung der Bankschuld und die Bedeckung des StaalSerfordernisseS in den Jahren l.865 und I860 des Ehestens zu erstatten, hierin sämmtliche Bedingungen und Garantien anzugeben, unter welchen die Kreditbewilligung ellheilt werden könnte Feuilleton. Aus der Nefidenz. Im Juni. D.U. „Ist das ein April dieser Juni", sagen die Wiener. Eine Tcmperatnr von selten mehr als 10 Grade Wärme, dabei fortwährend heulende Stürme und dicht fallender Regen. Selbst die spärlichen Sou-nenblicke sind nur ein mattes Lächeln unter Thränen. Wahre Reminiscenzen aus dem Jahre dcs mctcoro« logischen Unheils 1804. Für dcn Wiener hat dieß AllcS nur cine Lichtseite, und dieß zwar eine ökono» mische. Er kann sich sclbst die so geringen AnSlagen eineS VcrgnügnngszugeS gauz und gar ersparen. Wozu auch in die Ferne schweifen, sieh', daS Gute liegt so nah'. Die erquickende Frische der Nlpenregionen und das berühmte Salzbnrger „Schnürl'n", alle diese touristischen Magnete finden sich augenbli^llich hier so gut wic irgendwo. Was Wunder, wenn unter diesen Umständen ber Andrang bei dem Armen-Departement des hiesigen Ma-yistrates dieser Tage ein ungewöhnlich starker war. Nun, das Armen-Departement kann im Augen» blicke sicher sein, daß scine milden Gaben nicht an frivole Landparthicn verschwendet werden. Erfahrung macht ja klug. Unsere armen Vcrgnüguugszüglcr la» men zwar nicht aus dem Regen in die Tranfe, wohl aber in den Tchucc, was fast noch unangenehmer scin soll. Eine Alpcnparthic von heuer läßt zwar vielleicht >dcn Regenschirm, in keinem Falle aber den Paletot entbehrlich erscheinen. Jedenfalls hatten diese Volou« türe der Sommerlampagne das für sich, daß sie nnS bei ihrer Rückkehr vollkommen disponirt fanden, ihre wunderbaren Berichte von dcn „Winlermährchen" am Semmcring und auf dem Schneebcrgc ganz buchstäblich zu nchmcn. Nach dicscn Äerichtcn erscheint cS nnr natürlich, daß dcr „Wiener Vcrgnüguugszug", den daS Thaliathcater allabendlich vom Stapel laufen läßt, viel mehr Thcilnchmcr findet, als die dcr Süd- und Westbahn. Unter dicscn Auspizien muß cs geradezu als eiu geologisches Kuriosum angesehen werden, wenn cin hiesiges Journal hentc meldet: cin Theil von Wien „fühle den Boden unter sich wanken". Allerdings sollte unter diesem Theile Wien's nur die Stranch-gassc nnd unter der Strauchgassc bloß dic Börse verstanden werden. Aber auch dort ist dic Temperatur keine so hohe, wie sie das vulkanische Phänomen eiucS Erdbebens zu veranlassen oder zu begleiten pflegt. Im Gegentheile herrscht auch dort momentan jene ssühlc, welche die Signatur dieses Juni genannt werden darf. Die Strauchgasse zeigt sich im Ganzen überraschend fest und unempfindlich gegen die in dcr Rcnngasse — dem Sitze des FinanzanSschusscS — und in dcn verschiedenen ZeitungS-Redaktionen gc-hcimnißvoll waltenden Nalurkläfte. Sclbst dic Donner des „finanziellen Solfcrino", welche auS dcn Räumen dcs ehemaligen Zeughauses clwas unbedacht erschollcu, blicbcu wirkungslos. Vielleicht, daß jcne etwas unvorsichtigen Kanoniere dcs „finanziellen Mis- sunde" sich dieß für die Zukunft zur Lehre scin lassen uud ihre Munition cin wenig schonen. Doch ttöslcn wir unS, ans Regen folgt Sonnenschein. Folgte doch anch auf die niederschlagenden Schauer der neulich gemeldeten Mittheilungen deS Herrn Rectors Hyrll, welche fast alle unscrc schönsten Hoffnungen anf cine würdevolle Jubelfeier del Wicncr Universität hinwcgznschwcmmcn drohten, dec milde Sonnenschein cincs erneuerten nnd crwcilcrtcll Programms für das Wicgcufcst uuscrcr :Umli. m^wr. Noch in dcr eilflen Stunde habcn dic Studenten ihl Eomitu gewählt, noch in dcr cilftcu Stunde sind dt' reu Dclcgn'te dem Kousistorial'Ec>mitö beigctrctcn, noch in dcr cilftcn Stnnde wurde dcr projcltirte Fackelzug wieder aufgenommen und dcr akademische Gesangverein hat seine Mitwirlnng bereitwillig zugesagt. Anch dic augemeldeten Deputationen auswärtiger Universitäten werden nun doch hier eintreffen, und der Konsislorial-Diplomatie soll cS gelungen scin, die internationalen Aezichnngen zwischen der Wiener und dcr O^zcr Universität wieder so freundlich wic vordem z" acstal-ten. Dieser Ausgleich zwischen dcn dieß- »"'d trans-mnranischcn Differenzen wird einer dcr meist harmonischen Nachklänge dieser Jubelfeier sein. Für dic weiteren Kreise wird wohl dcr gros;c EommcrS dcr Studenten den Mittelpunkt dcr Univer-silätSfcicr bilden. Da zu diesem Eommcrs laut Pr^ gramm „jedem Wicncr und jcdcr Wienerin dcr Z"-tritt gestattet scin soll, so ist'derselbe fast nur ,» 0^ „Neuen Wclt" zu ermöglichen. Dort hatte seiner Z^ auch das Fcst zn Ehren Fichtc'ö Statt. Wer s«? 553 und durch Einsichtnahme in die Vcrhandlungsaktcn sich die Ueberzeugung zu verschaffen, ob bezüglich dcS unterbliebenen Verlaufes der für das Jahr 1864 zum Verlaufe bcstimuücu Staatsgüter der Finanzvcrwal-lung nicht ciu Verschulden zur Last falle. (Der Antrag wird unterstützt.) Abg. Kins kl) (Eugen): Die vom Hause in der Adrcßdcbattc von der Regierung verlangte Umkehr sei bisher nicht cingclrctcn, sondern im Gegentheile sei durch dcu bisher von dcr Regierung ciugcschlagc-mn Weg die Lage noch schwieriger geworden. Das letzte Mittel, um d!csc Umkehr zu erzwingen, sei die Verweigerung dcr »öthigcu Gelder. Redner glaubt annehmen zu lönncn, daß noch Kassabestäudc'znr Dcctuug des Juli. Coupons da seien. Die Anträge dcS Finanzausschusses müsse er als wcrthloS bczcichucn, denn das bloße Znstande-lommcn der Budgets für 1805 uud 1800 werde weder den Staatslrcdit noch die Finanzen heilen. — Redner findet die vom Finanzausschüsse verlangten Garantien nicht für genügend, er werde deßhalb für den Antrag Tasche! stimmen. Abg. Schindler (gegen) glaubt, man dNrfe die Schuld an der gegenwärtigen Situation nicht ein« zig und allem auf dcu Fiuauzministcr wälzen, denn ce fei nicht glaublich, daß der Finanzminister den: gcsammtcn Ministerium dicFiuauzlagc verborge« habe. Die Besserung dcS gegeuwärligeu Zustandes liege uur im „Bcsscrmachcu", könne dieß die Rcgicrnug nicht, so habe das HauS ciuc Garantie für ciu Bcsscrwcr-den nur dann, wenn jcuc Mäuucr, welche bisher die Zügel der Regierung führten, abtreten. Er habe heute uur gcsprochcu, um die Solidarität dcr Verantwortlichkeit dcr Regierung zu lonstatircn. Nicht bloß ciuc ungünstige Finauzgcbuhruug trage zur gegenwärtigen Situatiou bei, anch die auswärtige Po< lilit habe uichls für die Bcsscruug der Finanzlage gethan. Dasselbe gclle uo» dcr Aufstelluug und dem Nahmen des Kriegshccrcs, eben dasselbe vou einer den Erfordernissen dcr Zeit noch immer nicht entsprechenden Admiuistratiou. Redner tadelt, daß die Regierung so wichtige Vorlagen in einem Momente einbringe, wo der Schluß dcr Session bevorstcheud sei, bemerkt aber, alles Dräugcu werde nichts nützen, denn der Reichs-rath sei nicht gewillt, dcr Thätigkeit von Landtagen zuliebe, die sich bisher außerhalb des VcrfassuugS. lebeuS gehalten habcu, in einer so wichtigen Periode seine Thätigkeit zu unterbrechen. Er stimme gegen die Bclvilliguna von 1A Millionen. Fmcmzmmlstcr von Plcncr will nicht in 3lb« rede stcllru, dnß die Ziffern, wclchc die Eiubriii>in»g dcr Regierungsvorlage genannt wurden, bci obcrflnch» licher Betrachtung überraschend und ungünstig crschci» neu müssen, cr bittet abcr das Haus, sciu Urtheil erst dauu zu schöpfen, wenn es sich die Sache näher betrachtet habcn wird. Der überraschende und nn-aüustige Eindruck sci vorwaltend bci denjenigen gewesen wclchc die Ziffern gruftpirtcn. — Dcr Minister bespricht nun die einzelnen Theile der gestellten Kre-ditfordcrnna und darunter namentlich die Post von 7 Millionen welche auS ciuem Mchranfwande im Jahre 1802 herrührt. Allerdings habe er feiner Zeit gesagt, daß sie für eine Kreditfordcruug nicht in Anspruch genommen wird, daß die Zahlung aus den vorhan-dcncn Kassamittelu geschieht. Diese Kassanuttcl abcr wnrden, wie es sich von selbst versteht, sowohl durch Krcditopcratioucu als auch durch Staatseinnahmen geschaffen. Die Regierung gedachte, diese 7 Millionen aus dcn laufcudcn Eiunahmcu, wenn die Verhältnisse dcr Einnahmen sich güustigcr gestaltet hätleu, zu occkcu. ^Ilull seien abcr dic folgenden Jahre nicht günstiger gewescu und cs mußte fomit cinc Nachtragöfordcruug vor das HauS gebracht werden. Ucbcrraschend solle es auch auf ein Mitglied dcr Staatsfchuldcnkontrolc-lommisfion gewirkt habcn, daß von dcn für Eiuzic-hnng von Hypothctarschcincn bewilligten 20 Millionen nur 3,800.000 fl. zu diesem Zwcckc verwendet wur. dcn. Dcr Mimstcr tauu uicht" bcgrcifcn, wic dicsc Thatsache so übcrraschcud wirtcu sollte, da doch die Koutrolctommission täglich Einsicht nehmen louutc und die Mitglieder genau wisse» mußten, daß nicht 20 Millionen, sondern uur in ruuder Ziffer 4 Mil» lioucn eiugczahlt wurden. Die Thatsache war auch in weiteren Kreise» bekannt. Daß ciu Theil dcr Mittel zu audercu Zwecken vcrweudct wurde, als die Be-willigung lautete, fiudc seine Ursache einfach in dem Zurückbleiben der Einnahmen, sci aber nicht ein Verschulden dcr Regierung. Diese stelle cinc Wahrschcin-lichleitsrechlmug auf; sic müsse cs beklagen, daß Ereignisse eintraten, welche eine andcrc Gestaltung dcr Dinge bewirkten, abcr dic Schuld dicscr Ereignisse licgc nicht an dcr Regierung. Die Forderung, wclchc die Regierung hinsichtlich dcr Bankschuld stellt, sci wesentlich blos darauf gegründet, daß zur Vcrwcr-thuug dcr Baukgütcr ciue folchc Operation ciulreten tanu, wclchc in dcu bisherigen Bcstimmuugcu deö Vauiübcrciulommcuö noch nicht ihre Grundlage fand. Dic Regierung war ängstlich darauf bedacht, nicht gcgcn dcn Wortlaut des Bantübcrcintommcns zu fch. lcn. Immcrhiu töune mau dcr Rcgicruug aus eiucr Fordcruug für Zahluugcn an die Nationalbank tcincn Vorwurf machen uud dic Zahlungen an die National-bank fcicu ciu wesentlicher Faktor für die Berechnung der jetzt in Anspruch gcuommcucu Summc. Er wolle dem Hausc aus scincu Beschlüssen bezüglich dcr Bank-acte leinen Vorwurf macheu, deuu cr selbst habe ja die Herstellung dcr Valuta als daS vor allen Din-gen Anzustrebende betrachtet, Faktum sci cs aber denn doch immer, daß bereits 03 Millionen an die Ban! entrichtet wurde» uud noch 78 Millionen rcstiren. Dem Vorwürfe, warum die Vorlage fo spät erfolgte, hält der Minister die Bemerkung cntgcgen, daß das Ministerium den Abschluß dcS FinanzgcsctzcS für 1805 und 1800 abwarten wollte — dcuu wäre cs früher mit cincr Krcdilsordcrung gekommen, fo hätte man glauben können, cs sci ihn, nur um dic Gcnchmiauna dcS Krcdllö zn thuu. Dcr Mmistcr will bei dcr hcrrichcndcn Stimmung dic ursprüngliche Krcditfor-dcruug dcr Ncgicrung nicht in ihrer gcsammtcu Hohe aufrechterhalten, bespricht jedoch das Detail der Po« stcn, wclchc jedenfalls nothwendig sind nnd macht darauf aufmerksam, daß die KasscnvertMnissc des Staa» tcs sich nicht in jedem Monate dcS Jahres in gleichem Stande befinden, da die Abgaben jc nach Verschiedenheit der Jahreszeit in verschieden reichlichem Maße einstießen. UcbrigenS schenc er eine Verant-wortuug rücksichllich feines Vorganges bei dem Ver-laufe der Staatsgüter durchaus uicht, müsse abcr be-merlen, daß dic Jahre 1863 und 1804 dem Verlaufe von Grundstücken nicht nur rücksichtlich der Staats-verwaltuug, sondern auch bei Privatbesitzern höchst ungünstig waren. Die Generaldebatte wird geschlossen. Antrag deS Abg. Tasche! würde abgelehnt und nach kurzer Spezialdcbatte und dem Schlußworte deS Berichterstatters werden die Anträge deS Finanzaus« schusscs angenommen. Nächste Sitzung morgen. Oesterreich. Wien, 21. Juni. Die Budgetkommission deS Herrenhauses bcautragtc, wie dem „P. L." gemeldet wird, für 1805 die Bewilligung der Tolalausgabe von 528,773.159 fl., demnach um 0,087.299 fl. mehr als das Abgeordnetenhaus, und zwar beim Armcebudget um 4,785.000 fl., bei der Kriegsmarine um 079.906 ft. mehr. Prass, 22. Juni. Sc. Majestät dcr König uon Preußen ist gestern nach 9 Uhr Abends in Karlsbad eingetroffen. _____ Msland. Verlin, 21. Juni. Dic „Prov'Eors." schreibt: Die Wirksamkeit des Landtages war geradezu verderblich. Dcr Landtag ist immer mehr eine Quelle von Ge» fahren für die öffentliche Wohlfahrt geworden. Die Rcgicruug wird sich der schweren Verpflichtung nicht entziehen können, jcnen Gefahren wirtsam vorzubeugen. Man darf aunchmcn, die Erklärung des Ministers Äodclschwing im Hcrrenhausc habe dcu Weg vorge» zeichnet, welchen die Staatsregicruug in der Angelegen« hcit dcS Staatshanshaltsetats gehen wird. Ueber die Ausführung der augclüudigtcn Maßrcgclu dürften wcitcrc Bcrathuugeu uud Entschließungen des Staats» Ministeriums bald crfolgcu. Die preußische Rcgicruug, sagt die „Prov.-Eorr.", ist auf dic baldmöglichstc Erledigung dcr Vorbereitung zur Eiubcrusung dcr Stände in dcn Herzogthümern bedacht. Dcr Herzog vou Augustcuburg, desscu Aufenthalt in Kiel während dcr Verhandlungen der Stände unzulässig erscheint, hindere dcn Zusammentritt der Stände. ES sci anzunehmen, dic österreichische Regierung werde in dcr Folge einer weiteren Erörterung dic Hand bieten uud das letzte Hinderniß zur Einberufung der Stände beseitigen helfen. Lokal- und ProvinM-Nachrichlen. Laibach, 24. Juni. Wegen der offenen Abnahme des Handelsverkehrs und zur Schonung der Finanzen ist schon vor cmincr Zeit die Auflösnng deS hiesigen l. k. Haupt-zoll- und GcfällcnobcramteS ausgesprochen und zum Theil bereits vollzogen wordcu, mmmchr aber wird sie, und zwar mit I. August d. I. iu dcr Art gimz-lich ausgeführt werden, daß die Finanzbczirlskasse die LandcShauptlassc, daS Slempelmarlengeschäft zum Theil das Tuba!- und Slempelmayazins- und das l. l. Sleueramt zu übernehmen, baS Zollamt aber in dem, außer dem Gtadtbcreiche liegenden Bahnhöfe zn amtiren haben wird, während daS Finanzoircllions« Oelonomat im Hauptzollamte verbleibt, wohin das l. l. Stcueramt übersiedeln wird. — Gestern wurde in der Easinorestauration ein Faß Wein über die Stiege in den Keller geschafft, wobei durch das Zerreißen eines Seiles oaS Faß ins Rollen kam uud einem Arbeiter den Schcnlcl zerquetschte, fo daß der Schwerverletzte sofort ins Spital geschafft werden mußte. — Die Vcrsammluug der Laibachcr Turner zu dem Nachmittagsausflugc fiudet morgen Nachmittags um 2 Uhr auf dem Sommcrturnplatze Statt. lSchlußvclhlllldliingen beim k. k. Landesgerichte.) In der nächsten Woche finden bci dem hiesigen l. t. LaudcSgcrichtc folgende Schlnßvcrhandluugcn Statt: Am 28. Juni: 1. Valentin Kotalj unk Ferdinand Gor«c — wcgcu Todlschlag; 2. Gcorg Venedig — wegen Diebstahl. Am 30. Iuui: I. Fortunat Dol« lcnc — wegen schwerer körperlicher Beschädigung; 55. Kasper /cllar — wegen schwerer körperlicher Bcschä« digung; 3. Viuzenz Dobcrlct uud Franz (^cplenit — wegen Diebstahl. Wiener Nachrichten. Wien, 23. Juni. Ihre Majestät die Kaiserin Karvlina Auausta "bcn durch den Herrn Obersten und Kommandan n ^en . Ä'ls ^°n er 2. Infanterie-Regimen s Grafen v Welserlchennb dem l. l. Militär-Grenz. Komnum.tatSmag.strate zu Pelerwardein einen Betrag von 400 fl. zur Verlheilung unter die durch Feuer verunglncktcn 4? Familien der Vorstadt Ludwigsthal übergeben zu lassen geruht. " "" der ..Debatte" wurde über Auftrag dcr l. k. Staalsauwal schast mit ^w°9bclegt. Gleichzci.ig fand in der D ck« des Blattes c.uc Durchsuchung Statt, wobei das Ma nustr.pt des bcanstandttcn Aufsatzes aufgefunden wurde. noch wenn auch nur dunkel, der Reden erinnert, welche damals daselbst gehalten wurden, dcr wird sich sicker auch uoch dcö syrenenhaften Zauber» erinnern, welchen die „Neue Well" auf die Festredner übte. Itciucr derselben vermochte seinen Vortrag oder Toast :u begiuncu uud leiiicr vermochte ihn zn enden, ohne sich und seine Zuhörer einer Anspielung odcr Parallele zwischen der „Allen" uud „Ncucu Wclt" zum Opfer fallcu zu mache». Diese Allufionc» ware» gc-radczu epidemisch. Dcr Himmel bewahre uuS dieß. mal vor cincr ähnlichen Epidemic lahmer Wortspiele. Vorläufig bewahre abcr dcr Himmel dcn ganzen Eom< mcrS vor einem ähnlichen Unwetter, wic daS, mit dcm cr gestern das erste große VollS'Eonccrt heimsuchte. ES wurde total verregnet. Einstweilen, bis die gelehrten Kreise berufen sein werden, die Wiener Gastfreundschaft zu vertreten, übcrahm die Kunst dicsc Mission. Unsere Theater sind geradezu dramatische Gasthäuser. Dic Logen, zumeist bevölkert von jenen Sommerparteien dcS Hauscö, dcrcn Abonnement vicl weuigcr der Kasse des Theaters, als dcr Rubrik „Unocrhofflc Ei», nahmen" in dcm Budget der Habitues zu Gute tommt, daö Parterre s zumeist besetzt von Gestalte», deren ganze Erscheinungsweise dcu Bqcbcckcr und Murray vollkommen überflüssig macht, um sic als Milie Ncjscl'dc zu charc,ktcr!sirc>,, dics ist das Bild, wclchcS dcr Zuschaucrraum nnscrcr Theater im Augenblicke biclct. Abcr auch auf dci» Zettel finden wir meist Namen, dic uns uicht vicl weniger fremd sind, als die Physiognomien und Trachten im Amphitheater. Es ist eben nur jenen naiven Reisenden eines Som-merpartcncS gestattet zu glauben, dcr Besuch unserer Schauspielhäuser im Sommer gestatte odcr berechtige zu einem Urtheile über dieselbe» überhaupt. Dcu Rcigeu dcr Gastspiele eröffnete diesmal daS Hofburg-theater mit Herr» Marr uud Frl. Schucebergcr, daS Karlthcatcr mit Hcrru Rcichcnbach uud Weihrauch. Die kaiserliche Opcr wird mit einer reichen Suite vou Dclmtö folgcu. Unter dcu cbcu genannten Künstlern sind uur Frl. Schnccbcrgcr aus Hamburg uud Herr Ncichcn-bach aus Bcrliu dcm Wicncr Publikum ucue Er-schcinuuge». Herr Marr, dieser dramatische AhaS-vcruS von Ehedem, dcr erste deutsche Schauspieler, wclchcr eö wagte ciue Pariser Bühue im Idiome dicscr Nation als Gast zu betrete», so wie Herr Weihrauch, dieses Prototyp deS Acrliucr Komikers qu^nä Mirw, sind für den Wicncr Habitue uur mehr odcr minder schätzcnswcrthe Reminiscenzen seiner dramatischen Vergangenheit. Leider ist diese Vergangenheit schon eine ziemlich fern gerückte und die Sterne Marr und Weihrauch ware» fclbst damals kciuc Eonncn, welche ihr Publikum sehr zu erwärmen gewußt hätteu. Zu-dcm gjug djc Hcit an dicscn Künstler» kciucSwcgö spurlos vorüber. Si: bcrcitctc ciucn ziemlich dichten Schleier über ihr Naturell, wodurch sic damals allein noch einigermaßen wirkte», ihrc Kunst vermochte abcr nicht diesen Schleier zu zerreiße». So ^scheinen ftc dc»u hculc ziemlich abgeblaßt, am lhcalralifchc» Horizonte, 554 Veranlassung zu diesen Maßregeln hat der Leitartikel des Blattes geboten. — Das „Neue Frcmdenblatt" wurde wegen des darin enthaltenen Artikels: „Ein neuer Staatsmini. stcr" prcßpolizcilich mit Beschlag belegt; zugleich fand in der Druckerei von Löwcnthal eine Hausdurchsuchung Statt, um das Manuskript des Artikels zu finden; dasselbe wurde jedoch nicht mehr vorgefunden. — Vorgestern hat Direktor Fürst einen zehnjährigen Pachtvertrag mit dem Direktor des Ioscf-städtcr-Theaters abgeschlossen und ist der Kontrakt bereits unterzeichnet. Herr Fürst läßt daS Iosefstädtcr« Theater vollständig rcuovircn und wird dasselbe im September eröffucu. Vermischte Nachrichten. Nach langen Verhandlungen ist der Prozeß, den die Gräfin Civry gegen den im Auslande lebenden Herzog von Brannschwcig angestrengt hatte (Siehe „Blätter aus Krain" Nr. 22) zu Ende gegangen. Die Gräfin, welche, als natürliche Tochter des Herzogs, vcn diesem eine Iahresrente von 35.000 Fr. verlangte, wurde abgewiesen, und zwar hauptsächlich aus dem Grunde, weil ihr, die durch Heirat Französin geworden ist, die Nachsuchung der Vaterschaft nicht gestattet ist, und ferner, daß der Herzog für ihre Alimentation während ihrer Jugend und so lauge, bis sic sich freiwillig seiner Obhut entzogen, reichlich gesorgt habe. Neueste Nachrichten und Telegramme. Frankfurt, 22. Juni. Die Bundcsucrsamm-lnng beschloß mit allen gegen 4 Stimmen (Baicrn, Württemberg, Kurhcsscn, Oldenburg, welche sich das Protokoll offcu halten) die Einberufung einer Kommission wegen Einführung gleichen Maßes und Gewichtes auf dcu 20. Juli nach Frankfurt. Stuttgart, 21. Iuui. Dic Abgeordneten-Kammer hat in ihrer hcntigcn Abcndsitzung dic Staats-ucrträgc mit Baden und Prcnßcn wegen der Eiscn-bahnanschlüssc einstimmig genehmigt. Paris, 22. Juni. Ein Telegramm ans Madrid meldet, daS Programm O'DonnellS sei ein sehr liberales. Vrussel, 21. Juni. Dic Nepräscntantcn-Kam-mer hat den preußischen Handelsvertrag mit tt5 gegen 10 Stinuncu angenommen; 3 Abgeordnete cut< hielten sich der Abstimmung. Der General-Prokura« tor verlangt die Ermächtigung zur Vcrfolguug der am Ehazal'schcn Dncll Bctheiligtcn. Dic Angelegenheit wurde einer fünfglicdcrigcn Kommission überwiesen; dic Ducllzcugcu werden nicht verfolgt werden. London, 22. Juni. (N. Fr. Pr.) Der Wa. shingtoner Korrespondent des „Ncw-?)orl Herald" versichert, die nordamerikanische Regierung werde ihre an England gerichtete Entschäoignngs'Fordcrung, so< wie die au Kaiser Napoleon crgangcnc Notifikation, feine Truppcu zurückzuzichcu und dem Volle von Mexiko die Entscheidung zu überlassen, ob cö monar- chisch odcr republikanisch regiert werden will, aufrecht« erhalten. Petersburg, 22. Juni. Ein Dekret dcS Kaisers verordnet die Ansgabc vier neuer Serien von Schatzschcinen zn dem Betrage von 12 Millionen Rubeln zur Deckung dcs für 18(i5 vorgesehenen Defizits. (Eingesendet.) Vielseitige Nachrichten sprechen von mehreren Eholcrafallcn, welche sich in Alcxandrien, Mcssiua, Ancona nnd im südlichen Frankreich, wohin sie von afrikanischen Schiffen importirt worden, ergeben haben, nnd sind deßhalb von der l. l. Zcntralsccbchürdc in Trieft bereits Maßregeln gegen das Eindringen dieser Seuche, vou welcher auch unser Land wiederholt heimgesucht wurde, getroffen worden. Wir wollcu hoffen, daß wir vou dicfcm Uebel verschont bleiben, anö Sanitätsrücksichtcn aber ist es jedenfalls und jetzt mehr als je geboten, auf dic größte Reinlichkeit in den Häusern nnd Wohnuua.cn zu sehen, und von Seite der Lokal-Behörde auf die strengste Befolgung dcr Rcinlichtcitsvorschriflen, allenfalls auch mit Zwangsmitteln hinzuwirken, denn dic Erfahrung hat es gelehrt, daß die Eholcra nnd die epidemischen Krank« hcitcn überhaupt in schmutzigen Güssen nnd Häusern die größten Verheerungen angerichtet haben. Eiucr, dcm der Gcsnndhcitozustattl' dcr Stadt am Herze» liegt. Verantwortlicher Redakteur: Ignaz v. Kleinmayr. Druck und Verlag von Ignaz v. Kleinmayr s5 Fedor Vamberg in Laibach. Zur Ver- stiindiW«! Unterfertigter beehrt sich anzuzeigen, daß cr dic (561161'31-^Mltui' dcr berühmten Näh Maschinen-Fabriken > des Hcrru I «««ÜG Zt«d>ll«BlU«K« in Wien nnd dcr ! Herren <«» «VVSR H ItttOl^V»' in Boston „no New' Aork (Amerika) einzig nnd allein ! wohnhaft: alten Markt Nr. 4^, ^ übertragen have, woselbst alle Leistungsfähigkeiten der verschiedenen Kon- ! struktioncn sowohl für Gewerbetreibende als auch für dcu Familicngebrauch ! gründlich gezeigt werden. ! Jascf Heim, (<2c^ :cutcndcn Vortheilen Eingang und Vcisall gefunden. '"^" Zeugniß. Durch den eigenen Gcbranch dcs Anatherin.Mnndwassers "') vom prakt. Zahnarzte Herrn I. G. Popp, Stadt, Äogucrgassc 9ir. 2, habc ich mich von dcr vortrefflichen Wirkung auf daS Zahnfleisch und dic Zähnc nbcr^ zeugt, dahcr ich mich veranlaßt fühle, um dcr leidenden Menschheit zn dienen, dicscö Mnndwasscr Jedermann bcstcuS anzncmpfchlcn. Wien. Landgraf zu !siirftenberg m. /).^ t. l. Gcncral dcr Kavallerie ic. :c. Zu liab.n: In Laibach bei Nnt. Kri«ver — Ioh. Kraschovitz — .ss a r l Grill „5>lm b'hiiieftn" Petri <" io H Pirlcr und ^traschowitz'6 ?l?itwe; in .ssrainl'urH bci L Kri « ver ; >„ Alriburg l'ci H e r l' st , Apotheker; in WaraSdin l'ci Halter, ?!poll,.lcr; in N.nstadtl t>ci D. Ni^zoli, Npotliefcr ; in W»llscld l'li ssri cd, Vömcheö , Npothcssr; in Et.m bei Iahn. Npothcfcr; in Tliest Haul'tdcpot bci S c t r a v c, l l o, dann l'.i N o ,, c ^1, ^anctti. Xisouich u»b R o n d o l i n i, '-'lpothelcr, I. Weißtnfcld, Lli!l Maschinen oder Instrumenten, nuregclmäsjia. stehende Zähne. Ordiuirt täglich von ß liiü 1 llhr und uon !! diö t! Uhr. praktischem ,llal,u - und Vhrenarzt, Doktor der Medizin nnd Chirurgie und graduirter Zahna>';t, Mitglied dcü Doktoren-Collegium« der medizinischcil ^"l!lll"< und dcr s. l. geologischen Neichsanstnll zn Wien nnd dri» ""> i.I Il'.li—I) c>uel< der Aerzte in Sleiermarl. U^T-Wohut: Gra;, .^erre»ssasse Nr. «0l, '- ^^ck. ^,7" Daselbst st.lie», auch l»adeävztliche Hlonsultatiotten und Brochure» iiber .^tvaftina-Nc»d ^» Oiel'vte. (87!)-li) «lMnercll-wiljser. o-haller, (Hiesllnibler, t^leichenbersser-(^onstautiuö lIuelle, Waller-Jod, .^lallsner Stahl, Marieubader Krcuzbrnnuen, Püllnaer Vitter, Noitscher, lLaidschitzer imo Telterser, sind bcim Geferliglcu vou suschcl ^iillni!,-! aügclali^l. Spe;erci-, Material- k Fnrbwaaren-Handlung Vtarien-Platz Nr. 4.5. ^ Auch ist daselbst zu haben: Anathcrin-Mllndlvllsser. (li'li-.'y Brückenwage, neu, sehr genau. billig zu verkaufen. Anfrage im <5af5 Pölzl, Klagenfurter Strasse Als Pramte erliegen bei Friedrich Vizhizh iu Adclöberg I tttt fl.. sage: ltzil» »lindert (^«ilde» öst. Lt>. slir Deujcuigeu, welcher ihin grundhällig nachweist, warum die, lebensgefährliche, die öffentliche Kommunikation sM-endc ^>teichöstrassc ülicr den Berg Redrrnica zwischen Präwald nnd Wippach ungeachtet dcr vielseitigen techmschcn Vcnmssuugcn noch nicht umgelegt ist. Unsranlirtc Äricfe werden uicht augc-nommcn. (!»„, aus jmrr Strasse bereits (1255—2) zweimal Verliuglllclter, (1260-l) ^^^^ ie in dcr Tirnau-Vorstadt s^)^ ^^um Gradaschza-Bachc qc- ^ M Hlcgcnc, zn cincr industriellen V^^ V Untcruchmnua. desondcrö gc- ^W^^X ciguctc Schupfe ist auö freier Haud zu vcrtaufcu. Nahcrc AliSinuft lvird in Untcrschischka Hans-Nr. 79 ertheilt. !Miick! zn finden. CrcM-Premtsscll ü » fl. .'i« tl. nnd 5« tr. StcN'pcl, zur Ziehung am 1. Juli 48^, gaupttrOr ^5)0.000 st.. Mi! dir U,„!>Ichn!> « »»s,li«>,d!,»,!,«> >"" uerlailft Hiezu cin Bogen Amts- uud IutelligeuMtt, dan» 3ir. 25 dcr „Blätter aus Krain."