Nr. 242. Pr»numeral<«n«plei«: Im «omptoil ganzj. fi. 11, halbj. fi. 5 8«. yüi die Znfttlluna «n» H»u« halbj, 50 lr. Mit der Post ganzl st. 15, halbj. fi. ? bv. Montag, 22. Oktober. Insertionsglbür: F«l llelne Inf«at« »t» ,u /^ der l. k. Staatsanlualtschaft crlannt. dass I. der In-sckril. '" b" in Budapest erscheinenden periodischen Druck' h^lt »Radical". Organ der Socialisten Ungarns, vom I.Otto. Di ^' ^r lj enthaltenen ersien Artikels mit der Aufschrift A Bestie ist Io3!" das Vergehen nach den §§ 300 und 305 !w«'. ' ^ der Inhalt des in derselben Druckschrift enthaltenen '"k'ttn Artikels mit der Aufschrift „An die Laterne!" das Ver« inn . ""ch s 305 St. G.; HI. der Inhalt des in derselben ^. Atmen fünften Artikels mit der Ausschrift „Socialpolitische ^"Miau" in der Stelle von „Oesterreich. Am 11. August "urve bis „Staatsretterbande abermals blamiert" das Ver-M" "ach § 300 St. G.; IV. der Inhalt des in derselben Aua,chrift enthaltenen Gedichtes mit der Ausschrist „Arbeiter-^encn II" das Verbrechen des Hochvcrrathes nach 8 58 lit. b «n° « St. G. begründe, und es hat nach § 493 St. P. O. das polder Weiterverbreitung dieser Druckschrift ausgesprochen. Nichtamtlicher Theil. ^ Laibach, 21. Oktober. Unser Landtag ist gestern geschlossen worden, ohne im geringsten den Erwartungen der oppositions-l«n Blätter und namentlich jenen der «Neuen sreien Vresse" entsprochen zu haben. Halte doch nach dem Wunsche der Opposition der "lainer Landtag mit seiner jetzigen slovenischen Ma-loritiU in erster Linie den Beweis liefern sollen, wie ^"sällig das Programm der jetzigen Regierung sei, ^s'chdieVersöhnungderösterreichischen ^ller zur Aufgabe gemacht hat. Statt dessen ^ dieser Landtag bewiesen, dass der Versöhnung«, ^danke der Regierung seine volle Berechtigung hat ""b dass Slovenen und Deutsche auch im Landtage sich mit einander recht gut vertragen können; denn — trotz Wahlverification, Landtagswahlreform und Erörterung der Frage inbetreff der Unterweisung der Schuljugend in der zweiten Landessprache — hat es seit 22 Jahren, seitdem nämlich die constitutionelle Aera besteht, in Krain noch nie eine so ruhige Landtagssession gegeben, wie es die heurige gewesen. Der Landtag hat den Feinden des Friedens eine Enttäuschung nach der anderen, den Freunden desfelben eine angenehme Ueberraschung nach der anderen bereitet. DieUnversöhulichen im Landtage fühlten sich bald isoliert und begriffen, dass ihnen der Boden unter den Füßen schwindet. Die Slovenen haben bei ihrer Majorität, die ihnen unter jedem Gesichtspunkte gebürt. gezeigt, dass sie — trotz gegen« theiliger Insinuationen von gewissen Seiten — gegen die Deutschen gerecht sein können und sein wollen; die Deutschen, dies merkend, näherten sich ihren Colle« gen mit Vertrauen und gaben — trotz der ihnen von Seite der oppositionellen Elemente gemachten bitteren Vorwürfe — in nicht misszuverstehender Weise zu erkennen, dass sie mit diesen Elementen nichts gemein haben wollen. Die Slovenen haben durch ihre gemäßigte Hal-tung nur ihre Stellung befestigt, sie sind ein Factor im Staate geworden, mit welchem jede Regierung wird rechnen müssen. So hat denn die neue Landtagsperiode, wie der Herr Landespräsident in seiner Eröffnungsrede im Juli ausgesprochen hatte, wirklich unter günstigen Auspicien begonnen. Die Herren Abgeordneten haben ihre hohe Aufgabe richtig erfafst, die Bevölkerung ist ihnen zum Danke verpflichtet und bringt ihnen in der weitaus überwiegenden Mehrheit ihre warmen Sympathien entgegen. Der Same der Versöhnung ist in Krain auf fruchtbaren Boden gefallen. N pur 8i muovs! Wien, 20. Oktober. (Orig.-Corr.) ..Pester Lloyd" schließt die Artikelreihe, in welcher er unter dem Titel „Fictionen und Illusionen" unsere parlamentarische Situation und unsere Partei-» Verhältnisse beleuchtete. Er hat statistisch nachgewiesen, dass die Vereinigte Linke kaum mehr als den vierten Theil der österreichischen Völker repräsentiert. Er wirft nun die Frage auf, ob diefe Partei etwa durch Neuwahlen wieder zur Majorität gelangen könnte, und beantwortet dieselbe mit einem entschiedenen „Nein!" Nach seinen detaillierten Aufstellungen würde ein Ministerium der „Vereinigten Linken" felbst im günstigsten Falle nur 159 Anhänger im Abgeordneten-Hause zählen, welchen die Autonomisten mit 168, der Coronini-Club mit 20 Stimmen gegenüberstünden. Auf letzteren könnte aber die Vereinigte Linke, wie der Verfasser „auf Grund guter Informationen" mit voller Bestimmtheit erklärt, absolut nicht zählen, da Graf Coronini und seine Anhänger die nationale Politik der Linken auf das entschiedenste perhorrescieren. „Ein Ministerium der Rechten ist schwer möglich, ein Ministerium der Vereinigten Linken ganz unmöglich" — fährt der Verfasser fort — und wenn die Vereinigte Linke bald in Budapest, bald in Berlin Hilfe und Rettung fucht, so wiegt sie sich auch damit in eitlen Illusionen. Das Cabinet Taaffe, wie die Reichsraths-Majorilat, welche ihm anhängt, wünscht die Freundschaft der maßgebenden Kreise Ungarns aufrichtig; ist weit entfernt, nach berühmten Mustern Conflicte zu suchen, und würde jeden solchen Conflict als Calamität betrachten. Welches Interesse sollte an« dererseits auch Ungarn daran haben, dem Panslavis-mus, der heute in Oesterreich keine Anhänger mehr zählt, neue Recruten zu werben? Was aber Berlin anbelangt, so wird man sich wohl vergebens anstrengen, auch nur ein Symptom deS Gesinnungswechsels der dortigen maßgebenden Kreise zu erspähen. — „Die innere Politik Oesterreichs wird in Oesterreich gemacht, und diese mnere Politik wird von dem deutschen Bundesgenossen nach wie vor nicht nur nicht perhorresciert, sondern, als im Geiste der austro-deutschen Allianz gelegen, sympathisch begrüßt." In der Opposition liebt man es indessen, Oesterreich als das Reich der Unwahrscheinlichkeit zu be- Jeuilleton. Hart am Uande. Roman »us dem Thüringischen von F. Klinck. (l i. Fortsetzung.) Nnck s^"'" ^ ^^ stiller sein können, so war es hier tllaz "' ""b es war ihm, als dürfe er diese Sonn-Wel^u^ nicht unterbrechen. Der weiße Sand, mit en ^er HauKflur bestreut war, knisterte unter ei.?' Fitß'n. So schritt er behutsam vorwärts und w I^ die Thür des Wohnzimmers, in welchem Else ,l" Fenster saß. Mitten in der Thür befand sich ein Nack ^ °^e2 Fenster mit einem bunten Vorhang w°?. ber Innenseite. Dieser Vorhang hatte sich ein lenp« ^schoben, und so konnte Kurt von Esslmgen Au„ übliche Bild beobachten, welches Else in diesem niblick unbewusst bot. bovv l gerade, weil es unbewusst geschah, war es Eom! ^zückend. Sie war die verkörperte heilige latn U^uHk- und dem jungen Mann wurde es selt-!iiut/^ Herz. Er hatte keinen Augenblick zu ver-Gedn,' ""b doch dachte er nicht daran, sich von den Und l?" loszureißen, die ihn bestürmten. Wie fade NeM. "schien ihm das Leben, welches er seither i.hln i <' Nicht eine Stunde der Vergangenheit war geaen ^ Erinnerns wert. Was hätte er darum lön„, ",' wenn er sie jetzt hätte ungeschehen machen itn 5» .'. Er hatte einen Theil seines reichen Erbes tha» M'"" verschleudert. Wenn er es nicht go diese« m). ""le er jetzt als ein reicher Mann vor z»t »nach ^" hintreten und sie bitten, ihn glücklich Mit d?/^A"H schwand dahin. Er war gekommen zu m^ '^l' den Qualen seines Herzens ein Ende "yen; nun dachte er daran, sich wieder un« bemerkt zu entfernen. Da wurde die Thür geöffnet und Elfe erfchien auf der Schwelle. Ein leifer Ausruf der Ueberraschung entschlüpfte ihren Lippen, indem sie den Mann so unerwartet vor sich sah, an den sie noch soeben mit sehr gemischten Empfindungen gedacht hatte. „Herr Baron!" stammelte sie verwirrt. Muthi-ger fügte sie hinzu: „Wie Sie mich erschreckt haben!" «Es thnt mir leid, mein Fräulein, wenn mein Anblick Sie erschreckt", sagte Kurt mit einem an ihm fremden Ernst. „Sie suchen meinen Vater? Es thut mir leid, dass Sie ihn nicht zu Hause finden. Er ist in der Kirche. Wollen Sie eintreten?" Sie halte bereits ihre Unbefangenheit wieder gewonnen, und das reizte ihn fast. War er denn ein Knabe? Durfte er sich die Unbefangenheit dieses Mädchens gefallen lassen? „Wenn Sie erlauben, Fräulein Brand?" Er war schon eingetreten, und nun dachte Elfe, dass es besser gewesen wäre, wenn sie ihn sogleich abgewiesen und nicht zum Eintreten aufgefordert hätte. Nun aber wollte sie nicht zurück. Sie vertrat hier im Hause die Stelle der Hausfrau, und als solche fühlte sie sich berechtigt, auch diesen Gast zu empfangen, wenn es auch eine peinliche Situation für sie war, mit ihm allein zu sein, denn ehe der Vater zurück-kehrte, konnten nahezu zwei Stunden vergehen. Sie begann ein Gespräch anzuknüpfen, aber der Baron zeigte sich so besonders schweigsam, dass es Else's eifrigen Bemühungen nicht gelang, die Unterhaltung im Gang zu erhalten. Bald trat eine Stockung über die andere ein. und Else gerieth dadurch in eine qualvolle Verlegenheit. Wie sehnte sie fremde Einmischung herbei! Aber ihr kam niemand zuHilfe. So hatte sie endlich ihren Platz am Fenster eingenommen und schaute, in Sinnen verloren, hinaus, während Kurt von Esslingen seitwärts in einem Sessel saß und kein Auge von ihr abwendete. Darüber war wohl eine Viertelstunde vergangen. Da stand Kurt plötzlich auf und trat an Else heran. „Fräulein Brand, wollen Sie mir eine Frage beantworten?" fragte er ernst. Elfe wurde glutroth, und sie zitterte ein wenig, versuchte aber doch, ihre Unbefangenheit zu behaupten. „Weshalb nicht?" fragte sie zurück. «Ist meine Gegenwart Ihnen unangenehm?" „Nein, nicht im mindesten", entgegnete sie ruhig. „Aber, Sie weichen mir aus." Nun entgegnete sie nichts, aber die Rothe ihrer Wangen verdunkelte sich nur noch mehr. „Somit ist meine Gegenwart Ihnen auch lästig", fuhr Kurt fort. «Sagen Sie mir, dass ich gehen soll, und wir haben uns zum letztenmale gesehen." Else erschrak vor der Leidenschaft, die sich in Wort und Blick dieses Mannes aussprach. „Elfe, ich kann es nicht mehr allein tragen", fuhr er mit vibrierender Stimme fort, „Sie müssen mich anhören, wenn Sie mich auch nicht ganz verstehen. Sie, so ruhig und klar. haben vielleicht nicht einmal eine Ahnung von einer Liebe auf den ersten Älick." Else war jetzt ganz bleich geworden, sie sprang auf. „Herr Varon!" ^ „Ja. Sie sollen mich anhören. Fräulein Brand, mag es Ihnen auch nicht männlich erscheinen, wenn ich von dem Recht des Stärkeren Gebrauch mache", sprach er finster. „Es kommt auch für Sie noch eine Heit in der Sie das Gefühl begreifen lernen, das mich in diefem Augenblick vielleicht zu einer Unbefon-nenheit hinreiht, die — ich verhehle es mir nicht — mich mein Lebensglück kosten kaun. Ich liebe Sie, Schwarz-Else. so wahr und aufrichtig, wie nur je ein Mädchen geliebt worden ist, und wenn Sie die Meine werden wollen, fo will ich allezeit Sie so glücklich zu machen versuchen, wie Sie es verdienen." (Fortsetzung solgt.) Laibacher Zeitung Nr. 242 2072 22. Oktober 1883.^ zeichnen und zu betonen, dass die cisleithanischen Ministerien nicht im Parlamente gestürzt werden. Der Verfasser der Artikel tritt dem mit der sehr richtigen Bemerkung entgegen: Man kann Ansichten solcher Art nicht scharf genug zurückweisen, denn sie invol-vieren eine Beleidigung jener maßgebenden Kreise, deren streng constitutionelle Gesinnung über allen Zweifel erhaben ist und vielen bürgerlichen Liberalen und Demokraten zum Muster dienen könnte." Zur Lage. Das „Fremdenblatt" kommt neuerlich auf die Wahlreform-Debatte im krainischen Land« tage zurück und sagt: „Während einige Organe der deutsch-liberalen Opposition die deutsche Minorität des Kramer Landtages wegen ihrer Theilnahme an der Wahlreform-Debatte mit den heftigsten Vorwürfen ver« folgen und sie des Abfallcs von der Verfassungspartei beschuldigen, constalieren andere Blätter derselben Richtung, dass die Kramer Landtags-Wahlreform die Position der Deutschen durchaus nicht beeinträchtigen werde. Sie sei für die Vertretung der Deutfchen im Laibacher Landtage ganz irrelevant. Die Ausdehnung des Wahlrechtes auf die Fünf-Gulden-Männer werde zwar die slovenischen Wähler in den Landgemeinden und Märkten vermehren, aber in diesen Wahlkreisen hätten die Slovenen ohnehin die Majorität. Dagegen fei die Majorität der Deutschen im Großgrundbesitze gesichert. Wie man sieht, handelte die Minorität in Laibach in deutschem Interesse, das sie jedenfalls höher stellte als einen Eclat, dessen Consequenz und dessen Zweckmäßigkeit noch sehr fraglich wäre. Unsere Vermuthung , dass die Deutschen Krams jedenfalls ihr Interesse besser würdigen und verstehen können als Rathgeber, welche vielleicht noch nie einen Einblick in die Krainer Verhältnisse genommen haben, gewinnt dadurch an Berechtigung. Ja diejenigen, welche sich bei jedem Anlasse den Anschein geben, als würden sie allein zur Wahrung deutscher Interessen befähigt fein, sind die Resultate ihrer Thätigkeit in dieser Richtung bisher schuldig geblieben." Die „Norddeutsche allgemeine Zeitung" bespricht in einem Wiener Briefe die dies« jährige Session der österreichischen Landtage und tadelt entschieden die Haltung, welche die deutschliberale Partei in der Wahlreform-Frage, insbesondere aber in Bezug auf die Ertheilung des Wahlrechtes an die sogenannten Fünf-Gulden <-Männer eingenommen hat. Damit habe jene Partei, welche das „Volt" beständig im Munde führe, diesem Volke deutlich gezeigt, was es von all den schönen Versicherungen derselben zu halten habe, indem sie allerorten mit den verschiedensten Mitteln gegen die Herabsetzung des Wahlcensus ankämpfte, welche ja doch nur dem „Volke" zugute gekommen wäre. — Auch die „Neue Preußifche Zeitung" beschäftigt sich in einem Wiener Briefe mit der diesjährigen Landtagssession und bemerkt: „Im allgemeinen hat die Landtagssession diesmal einen günstigen und auch relativ ruhigen Verlauf genommen. Es sind zahlreiche wirtschaftliche Angelegenheiten erledigt worden, und was die Verwirklichung der Ver-söhnuna.s-Ideen betrifft, haben sich überall günstigere Dispositionen gezeigt." Die „Kölnische Zeitung" schreibt: „Im Laufe dieser Woche werden die noch tagenden Land« tage von Galizien, Mähren und Krain geschlossen werden, und findet mit dieser Schließung die dies« jährige Landtagsperiode ihr Ende. Im großen und ganzen ist dieselbe ruhiger verlaufen, als man ursprünglich erwarten konnte. Insbesondere ist es in den Landtagen von Böhmen und Krain nicht zu den stürmischen Auftritten gekommen, die man nach der Art der Zusammensetzung der beiden Vertrelungskörper hätte erwarten müssen." Das Blatt skizziert nun den Verlauf der Wahlreform-Verhandlungen in den beiden Landtagen und fährt dann fort: „So sieht es in der diesseitigen Neichshälfte verhältnismäßig still aus, und ist der Sommer nicht gerade ungünstig für das Ministerium Taaffe verlaufen. Dasselbe sieht auch der kommenden Reichsrathssession ziemlich ruhig entgegen, zumal seine Mehrheit durch einzelne stattgehabte Nachwahlen noch verstärkt und gekräftigt ist." Aus Budapest, 19. Oktober, wird gemeldet: Das vom Finanzausschüsse des Abgeordnetenhauses zur Berathung des Gesehentwurfes über die Steuer« zuschlage eingesetzte Subcomile beschloss, beim Finanzausschüsse zu beantragen, der auf die Einkommensteuer IV. Classe, die Vergwerksteuer und die Ca« Pitalzinsen-Steuer zu legende Steuerzuschlag solle im Sinne des Gesetzentwurfes unverändert beibehalten, die Einkommensteuer der die Steuerfreiheit genießenden Häuser aber auf 20 Procent gegenüber der für andere Häuser beantragten 40procentigen Steuer festgesetzt werden. Die vom Snbcomitc beantragten Reductionen belaufen sich auf über 300000 fl. Das Subcomitc wird sein Elaborat morgen dem Finanzausschüsse vorlegen. Der „Pester Lloyd" sieht sich veranlasst, nochmals auf das bestimmteste den Gerüchten entgegenzutreten, als feien in den occupier ten Ländern oder an deren Grenzen neuerlich Insurgenten aufgetaucht. Er schreibt: „Gestützt auf die allerauthentische-sten Informationen, können wir die positive Versiche« rung ertheilen, dass im ganzen occupierten Gebiete derzeit auch nicht ein einziger Insurgent existiert, ja dass selbst gewöhnliche Räubereien nur überaus selten vorkommen. Bei der Necrutierung wird das ausgeworfene Contingent überall mit Leichtigkeit gedeckt, ja es melden sich an vielen Orten auch noch Leute über die vorgeschriebene Zahl hinaus, und alles dies geschieht in größter Ordnung, ohne die geringste Pression, ja es sind hievon nicht einmal jme Flüchtlinge auszuneh-men, welche im vergangenen Sommer aus Montenegro zurückgekehrt sind, deun auch diese erscheinen bereitwilligst vor den Recrutierungscommissionen." Von den Landtagen. Der Bericht des volkswirtschaftlichen Ausschusses des mährischen Landtages über den Antrag der Abgeordneten Proskowetz und Genossen, betreffend die Errichtung von Arbeitercolonien behufs Verminderung und völliger Hintanhaltung des Vagabundenthums sowie des professionsmäßigen Bettelunfuges, schließt mit folgendem Antrage: „Der hohe Landtag wolle beschließen : Der Landcsausschuss wird beauftragt, behufs Verminderung und Hintanhaltung der stets zunehmenden und gefährlichen Vagabondage sowie des professionsmäßigen Vettelunfuges als drückende Landplagen die Einrichtungen der Nrbeitercolonie Wilhelms« dorf bei Bielefeld in Preußen (Westphalen) sowie auch die sonstigen analogen Einrichtungen in Deutschland, Holland, ferner die Natural-Verpflegsstationen und dergleichen wohlthätige Anstalten auf ihre Anwend« barkeit in Mähren zu studieren und darüber schon dem nächsten Landtage zu berichten." Eine voM Hintanhaltung der Vagabondage verbürgen diese M-beitercolonien nach Ansicht des volkswirtschaftlichen Ausschusses wohl nicht, derselbe spricht vielmehr seine Ueberzeugung dahin aus, dass dem Vagabnndetithunl nur durch den Bestand von bestens organisierten Zwangs arbeitshäusern vollständig abgeholfen werden könne. Vom Ausland. In Berlin haben die Stadtverordnete«' Wahlen begonnen, und zwar hat der dritte Wah^ körper, welcher die circa 166 000 weniger als M Mark an Steuer bezahlenden Wähler umfasst, M 42 Stadtverordneten gewählt. Im ganzen haben iiber 00000 Wähler an der Wahl theilgenommen, die Fo^ schrittsvartei hat wohl die meisten Mandate errungen, trotzdem ist ihr Sieg kein so unbestrittener, als von vielen ihrer Gesinnungsgenossen erwartet wurde. T^ Auslösung der bisherigen Stadtvertretung war durch eine königliche Verordnung vom 23. April d. I. vel-fügt worden, tritt jedoch erst mit Neujahr in W'^ samkeit. Der Zweck der Auflösung war eine ne^ Eintheilung der infolge des Anwachsens der HaUp^ stadt sehr ungleich gewordenen 36 Wahlbezirke. NaH' dem diese Nelleinth^ilung inzwischen durch den Mag^ strat Berlins nach dm Vorschriften der Städte-Ordnung bewirkt worden ist und die Bestätigung der Aufsicht^ behörde gefunden hat, wird nunmehr die GesalN«"-' wähl auf Grund der neuen Eintheilung vorgenommen» „Die Staatsregierung — sagt die „Prov. Corr." "" sieht dem Ausfalle der städtischen Wahlen insofern mit Theilnahme entgegen, als sie auf eine Vertretung der Hauptstadt, welche der Bedeutung der zu pflege'.'' den Angelegenheiten entspricht, Wert legen muss. AN weitergehendes Interesse liegt nicht vor. Die Staats regierung ist nicht darauf ausgegangen, eine alidel' zusammengesetzte Mehrheit der Stadlverordneten-Ve^ sammlung herbeizuführen, sie beabsichtigte lediglich uno allein, der Stadtverordneten-Versammlung die N<^ einer wirklichen Vertretung der städtischen Einwohne^ schaft wieder zu verschaffen, welche ihr nach und naH verloren gegangen war." Aus Madrid wird gemeldet, dass der M'S am 16. d. M. dem Marfchall Serrano eine zweist""' dige Audienz gewährte. An demfelben Tage fand " Madrid eine Versammlung des FreihändlervereM statt, welche beschloss, die Durchführung der Zollref^"' zu verlangen, und einen Ausschuss ernannte, welch" sich mit dem Handelsminister, der selbst Freihändler ist, in Verbindung zu setzen hat. Die in Constantino pel beglaubigten "^ schafter werden nach einer Meldung von dort '" kurzem zu einer Sitzung zusammentreten, um festig stellen, welchen Antheil der türkischen Staatsschuld Or>e chenland und die Balkanstaaten zu übernehmen hab^' Der Conseil des russischen Ministeriums V^ Innern ist in letzter Zeit vergrößert worden u>> zählt gegenwärtig 15 Mitglieder, daruuter 12 ge^Ä Räthe. Außerdem sind dem Ministerium noch 1? ^ nerale, geh. Räthe :c. attachiert. — Die russische ^ gierung hat nach einem St. Petersburger Telegrams in England eine Probebestellnng von Geschühmatew in der Höhe von 150000 Nubel gemacht. Wenn t". selbe befriedigend ausfällt, foll eine Bestellung !" 15 Millionen Rubel mit vierteljähriger Lieferfrist ^ folgen. Elektrische Bahn Mödling-Btühl. Die erste elektrische Eisenbahn, welche einem größeren Verkehrsbedürfnisse dienen soll und die als per-manentes Verkehrsmittel in unser Eisenbahnnetz eintritt, wird inbälde dem Verkehre übergeben. Heute wird die elektrische Eisenbahn, welche von Mooting in die Brühl. vorläufig bis zu den „Raben", führt, in der Theilstrecke Müdlina-Klausen eröfsnel. Am 18. d. nachmittags fand eine Probefahrt auf dieser 17 Kilometer langen Theilstrecke statt. Um 2 Uhr 50 Minuten nachmittags gieng vom Südbahlchof ein Se-parat-Train ab, welcher die an der Probefahrt theil-nehmenden Gäste nach Mödling brachte. Es waren bei der Probefahrt anwefend: Vom Verwaltungsrathe der Südbahn Präsident Baron Hopfen, dann Baron Albert Rothschild, Ritter Wiener v. Welten. Baron Meys-buq. Baron Gagern, Graf FesteticS; von der Leitung der Südbahn General-Director Schüler, General-Secretär Hofrath von Schreiner, Baudirector Pren-nincjer, commerzieller Director Pakeny. Verkehrs-director Pfeifer, Ober°Inspector Dommenego Ober-Inspector Mannheimer, lais. Rath E. Durst, Director Prrtzner, Maschinendirector Göbel. Ober-Inspector Schmidt. Ingenieur Kahl. Von der Regierung Hofrath Wittek und landesfürstlicher Commlssär Werba. Nachdem die Gesellschaft in Mödling angelangt war, wurde der Waggon der elektrischen Bahn bestiegen, um zum Maschinenhaus zu fahren, wo die Dynamomaschine (System Siemens»HalLke) in vollem Aenieb war. D«r Elektotechniker der Süddahn, Dr. HoUnar. demunst»iette das System in allen feinen Details. Bei der Mödlinger elektrischen Bahn wurde eine oberirdische Leitung für den elektrischen St,um hergestellt. An hohen Säulen sind zwei Kupfer-drahte und zwei Metallröhren, welch' letztere ausgehöhlt sind. Der eine Kuftferdraht und das eine Rohr leiten den elektrischen Strom von der Dynamomaschine weg und das in dem Rohre laufende Coutact-schiffchen vermittelt hem Strom durch einen Draht den Weg in den Waggon, wo der elektrische Strom auf eine Secundär-Tynamomaschine einwirkt, welche sich unter dem Waggonkörper neben den Rädern befindet; hier wirkt die elektrische Kraft durch ein Zahnrad auf die lausende Achse. Die Rückleitunq des elektrischen Stroms wird durch den zweiten Draht und das zweite Metallrohr besorgt, und überdies wird, um den Widerstand zu verringern, auch der Schienenstrang zur Rückleitung verwendet. Die Dynamomaschine kann bei höchster Kraft-ausnützulig bis zu einer Leistungsfähigkeit von 40 Pferdekräften gebracht werden, doch sind dazu 800 Touren in der Minute erforderlich. Gestern arbeitete die Ma« schine nur mit 360 Tomen. Nach der Besichtigung des Maschilienhauses wurde die Probefahrt angetreten. Dieselbe ist glänzend gelungen. Mit einer Ge« schwindigkeit von beiläufig 20 Kilometer in der Stunde legte der Waggon die Strecke bis zur Klause in einigen Minuten zurück. In der Feldgasse, in welcher der Waggon wie eine elektrische Tramway auf der Fahrstraße läuft, standen zahlreiche Menschengruppen, welche den dahuibrausenden Waggon anstaunten. In der Klausen angelangt, wurden die Functio-nare der Südbahn vom Mödlinger Bürgermeister Nohammer mit einer Ansprache begrüßt in wel^ der Südbahn der Dank der Stadt Mödlmg ausgedr"" wurde. Präsident Hopfen erwiderte kurz diese >" spräche und übergab dem Bürgermeister 250 st- ' ^ die Stadtarmen. Hierauf machte die ganze Gesellig einen Spaziergang bis zu den „Raben", um die S^/ zu besichtigen. Dieselbe ist im Unterbau schon vA' det und führt am Flusse hin. Sie ist sehr M'^ gewählt und gestattet einen schönen Ausblick aus ^ wildromantische Gegend. In der jetzt eröffneten T^ strecke führt die Trace durch einen Einschnitt, ^, welchen zwei Brücken angebracht wurden, weM pflanzt werden sollen. _.^l, In animierter Stimmung begaben sich "!^ /.al-nehmer der Probefahrt in den Curfalon, wo Gene director Schüler bei einem kleinen Imbifs die H",salmachte. Es fehlte dabei nicht an Toasten. ^Nd-director Schüler sprach auf das Wohl der Stadt F^ ling, ließ den Bürgermeister und alle anwesenden "^, hochleben. Bürgermeister Nohammer dankte der M bahn und leerte sein Glas auf den General^^ Schüler, Baudireclor Prenninger widmete seü'^^isse^ spruch dem Fortschritte in der Technik und der A^ schaft, welche soeben mit der Eröffnung der elel >^, Bahn einen fo großen Triumph gefeiert have»- ^, meinderath Rziha theilte mit, dass die Gemewoe -" ,. ling den Generaldirector Schüler soeben ?""' 7f da? bürger ernannt habe, und er leerte sein Glas ""> Wühl des jüngsten Ehrenbürgers. , , ver> Es war 6 Uhr, als die Gäste den C'"'"^^iB ließen, um mit der elektrischen Bahn 5" ". Mooting zurückzufahren. (N " ___^ibacher Zeitnng Nr. 242 2073 22. Oktober 1883. Tagesneuigkeiten. c. ^ (Erüffnungsfahrt.) Am 18. d. M. hat 'k ^röffnungsfahrt der Dampf.Tramway von Hie. k "« "ach Perchtoldsdorf im Beisein Sr. Excellenz r» Verrn Handelsministers Freiherr« v. Pino, des ^ "" Präsidenten der Direction für den Staatseisen» "Mbetrieb Sectionschef v. Czedik, des Herrn Statt« sUlterelrathes bitter v. Kronenfels, der technischen oerbeamten der im Staatsbetriebe stehenden Eiscn-lom^"' ^^ Unternehmers Commerzienrathes Krauß ! wie der Bürgermeister der berührten Ortschaften statt° »rwiden. In Perchtoldsdoif wurde der Zug von der en,e,ndevertretung feierlich empfangen, man bekränzte . Emotive, ein weißgekleidetes Mädchen überreichte ^ Herrn Handelsminister ein Bouquet, und der Bür< ^Meister von Perchtoldsdorf hielt eine Anrede an 2^' ^lcellenz Freiherrn von Pino, in welcher er seinen diel '"' ^"""" b" Ortschaft dafür aussprach, dass er enlk ^'^ bisher der directen Verbindung mit Wien 'tnehrte. mit Wien verbunden habe. Der Herr Han-sein 3^" Freiherr v. Pino dankte herzlich und sprach lM l "ok darüber ans. dass die Gemeinde ein so Wes Interesse für die neue Bahn zeige; die Dampf, m "wlvay sei eine nothwendige Ergänzung der anderen ""lelMmittel. sie habe sich bei der Probefahrt glän-d» .^ährt. und er hoffe, die Gemeinden werden auS ^ b'recten Verbindung mit Wien den erwünschten Vor» sAl i'ehen. Äeim Diner, das in Kollers Gasthause nel> blachie Commerzienrath Krauß, der Unter- er der neuen Bahn, einen mit Begeisterung auf« urlwtnlnenen Toast auf Se. Majestät den Kaiser aus. h "auf Se. Excellenz der Herr Hanbelsminister Freiherr ^ 'lit no das Wort nahm. Er drückte seine Befrie-»UUng darüber aus, dass die erste Dampf.Tramway in hoff "^ ^"^ '^" eingeführt und eröffnet wurde. Er ^lst, das Beispiel werde nicht nur in der Umgebung 'tns, sondern auch in anderen Theilen Oesterreichs "Hahmung finden. Der Herr Minister trank schließlich ls das Gedeihen der Unternehmung. Commerzienrath c"""b dankte schließlich dem Minister fowie den betref. ^noen Behörden für die fördernde Unterstützung des "n ernehmenS. Nach Neendiguna. des Diners wurde um " Uhr die Rückfahrt nach Hiehing angetreten. — (Ueber die internationale elek« lllfche Ausstellung !n Wien) lässt sich das ..Journal des Debats" aus Wien schreiben: „Die elektrische Ausstellung erfreut sich fortwährend eines «lfolges, welcher schon am ersten Tage hervortrat und '"'her keinen Augenblick vermisst wurde. Sie ist. Dank " Fürsorge der Veranstalter, welche das Interesse ."lau niemals erlahmen ließen, in kurzer Zeit ein Nn- ^thungzpunkt geworden, zu welchem sich das Publicum " Wahrem Eifer drängt. Diese Fachausstellung, welche °" den ersten Anblick nur für Gelehrte und Fach« ?"nner ein wirkliches Interesse haben zu können scheint, Ut sich im vollsten Sinne des WorteS eine wahre ^pularität errungen." ick ,^ (Attentat auf eine n Arzt.) Aus Graz ^">bt man der „N, fr, Pr." unterm 18. d. M.: Als yl Sanitätsrath Dr. Ehmer in dieser Woche das ^"des.Irrenhaus am Feldhofe einer Amtshandlung gen besuchte, war er genöthigt, auch die von den bös» ^. 'gen Irren bewohnten Räume zu besuchen. Ein Pfleg« lll<^' ^" ^' Ehmer wiederholt gerichtsärztlich zu unter« ben^ ^"k' stürzte bei dessen Anblick sofort wuthschnau-lH auf Pr. Ehmer los und schlug ihn mit einem Uweren Schemel wiederholt auf den Kopf. Der Irre rer n^." ^t erschlagen, wenn sich nicht sofort meh< h^. härter dazwifchengestürzt und den Attentäter ge< ^ .'2t häiten. Dr, Ehmer erlitt mehrere Contusionen, ledoch glücklicherweise nicht lebensgefährlich sind. find «^ (Ausstellung in Steyr.) Wie gemeldet wird. e^.." kommenden Juli oder August in Steyr eine große ^,'sche und Gewerbee auch ein Volksfest veranstaltet werden wird. fre- ^ (Schloss lauf.) AuS Olmütz wird der „Neuen dort' fresse" telegraphiert, dass den Meldungen der cavi!^ fischen Journale zufolge das Olmützer Dom. C^l e ^^ bisher dem Herzoge de Castries gehörige ^°ls Welehrad angekauft hat. Uy ^- (Origineller Betrug.) Ein junger tlne U " '" Connecticut (Vereinigte Staaten) erfand Und fn "ssart. die vollen Anspruch auf Originalität Erfi, ^""heit hat. Isaak Lockwood — so der Name deS Göttj ^ "" Juwelier in New-Haven. der, da ihn zusuek ""^"na geftissentlich mied, es versuchte, sie auf. enal^"' ^ verfendete an die Beamten sämmtlicher Inbn,. ""b amerikanischen Banken ein Circular des H^tes. dass er zum TestamentS.Vollstrecker eines 8'Nal ^'mmt wurde, der, im Leben schon ein Ori« den, n '" ^inem Testamente Vier Millionen Francs zu beanit ausgesetzt habe. um die Ehre von Bank. haben ' ^ sich einer Veruntreuung schuldig gemacht ^ '' zu retten. Kraft diefer Stellung fordere er nun sich """blichen Cassiere. die den redlichen Willen haben, UntH, bessern, auf, ihm ehemöglichst die Höhe der Delic !°^M" Summe und die Art. in welche das lich t>:. f2""aen wurde, anzugeben, damit er unverzüg-Zeilen '/^"ben Summen einsenden könne. Von allen " langten Briese ein. deren Inhalt die Absender ganz in die Hand Lockwoods lieferte. Dieser nämlich, fendete stets an Stelle des versprochenen Geldes einen Bries, in welchem die Höhe der Summe angegeben war. für die er — fchweigen wolle. In diefer Weise hatte Lockwood ein Vermögen gesammelt, da die Drohung, das mit dem Namenszuge des Beamten versehene Be-lenntnis an geeigneter Stelle zu präsentieren, den Oftfern auch den letzten Groschen auszupressen vermochte. Nur ein Beamter hatte, zum Aeußersten gelrieben, den ver< zweifelten Muth, sich seinem Chef felbst zu entdecken, der seinerseits wieder die Polizei auf dieses Treiben des Meisters in der AuSbeutekunft aufmerksam machte. Locales. Krainischer Landtag. 13. Sitzung. Laibach, 17. Oktober. Rede des Herrn Abgeordneten Professor 8uklje bei der Berathung des § Ü des Rechenschaftsberichtes (Communicationsmittel). Der Herr Abgeordnete sagte: „Hohes Haus! Ich bin dem Ausschusse dankbar dafür, dafs er durch seinen Referenten diese Angelegenheit angeregt hat. Dadurch ist es mir möglich geworden, die tristen Communicationsverhältnisse der Bezirkihauptmannschaft Tschernembl zur Sprache zu bringen. Meine Herren, man kann diesen Landstrich geradezu als „vergessenes Land" bezeichnen. Ueber fünf Jahrhunderte sind vergangen, seit die Mark Mottling zu Kram gekommen ist. — aber wie wenig hat in diefem langen Zeitraume das Land Krain, wie wenig der Staat für das wackere Volk jenseits der Gorjanci gethan! Meine Herren, der politische Bezirk Tscher-nembl hat nach der letzten Volkszählung eine Bevöl« terung von 29 884 Seelen; die Leute sind kräftig, intel« ligent, reich begabt. — aber niemand kümmert sich um ihre Anliegen, niemand berücksichtigt ihre Beschwerden. Allenthalben begegnen wir fortschreitender Entwicklung, nur in der Bela Krajina gibt es noch avitische Zu« stände, wie anderswo im Zeitalter der Kaiserin Maria Theresia oder des Kaisers Josef II. Für die Nichtigkeit dieser Behauptung spricht vor allem die höchst mangelhafte Straßenverbindung diefes Landstriches. Meine Herren, ich könnte Ihnen in dieser Beziehung Thatsachen mittheilen, die man in unserem Zeitalter für unmöglich halten sollte. So befindet sich zum Beispiel im Bezirke Tschernembl das Dorf Aresoruiz, welches von dem Sitze der politischen Behörde, der Stadt Tschernembl, etwa 2^ Weg-stunden entfernt ist. Und wisse,, Sie, n,eme Herren, wie viel Zeit ein der Post ilbcrgebener Brief vo» Tschernembl nach Vresowiz beansprucht? Volle drei Tage, denn er muss zuerst über Rudolfswert nach Laibach, von da nach Vottschee. und erst von hier aus gelangt er per wt äi8crimina rorum über Nessel« lhal an seinen Bestimmungsort. Meine Herren, solche Dinge geschehen noch heutigen Tages hierzulande, im 19. Jahrhunderte, im Zeitalter des Dampfes und der Elektricität! Vor zwei Jahren, in der XII. Sitzung des kraini« schen Landtages, wenn ich nicht irre, am 21. Oktober 1881, spielte sich in der krainischen Lanbstube eine interessante Debatte ab, bei welcher es sich um die Reincorporierung der Sichelburger Grenze handelte. Niemand vertrat damals die Einverleibung dieses Pas« siven Läiidchens mit größerer Wärme, als der Herr Abgeordnete Deschmann. In seiner erregten Phantasie erblickte er bereits die kroatischen Nachbarn, wie sie von den Höhen des Uskokengebirges ihre habgierigen Arme ausstrecken und schließlich glücklich den ganzen Strich zwischen Kulpa und Gurt annectieren. Meine Herren, diese Befürchtung ist vielleicht nicht ganz un» gegründet; allerdings droht uns diefe Gefahr nicht von Sichelburg — diesen zweifelhaften Besitz können wir mit voller Beruhigung den kroatischen Brüdern überlassen —, sondern daher, weil wir nichts thun, um die geographisch getrennten Weißkrainer wirtschaft« lich an das Mutterland, an Krain zu knüpfen. Dies zu beweisen, wird meine Aufgabe sein. Es ist dem h. Hause bekannt, dass der politische Bezirk Tschernembl durch das Uflokengebirge von dem übrigen Lande getrennt wird. Ueber seinen wasser« scheidenden Rücken fühlt die Reichsstrahe. welche Lai-bach mit Karlstadt verbindet und den Verkehr ins« besondere des Möttlinger Gerichtsbezirles vermittelt. Allein, wie sieht diese Straße aus? Meine Herren, ich behuipte geradezu, dass sie ein Unicum ist in der ganzen Monarchie. Während die Normalsteigung bei anderen Reichsstraßen 2 bis 3 Zoll beträgt und 6 Zoll bereits das Steigungsmaximum ist, finden sich hier Stellen mit 15, ja 18 Zoll Steigung. Namentlich steil ist der lrainische Abhang. Ein Blick in die Ve« i'eralstabskarte lehrt Sie, dass hier die Straße auf einer Entfernung von 2 Kilometer, unterhalb des so< genannten Zajec bis hinauf über die StraZa, von 347 Meter auf 570 Meter absoluter Höhe sich erhebt. Man bekommt förmlich die Empfindung, als gelte es, ein Dach zu erklimmen. Begreiflich ist es. meine Herren, dass diese Passage auch bei schönem Wetter und mit einem leichten Wagen stets gefährlich bleibt. Wie aber zur Winterszeit, bei Glatteis und mit schwerem Fuhrwerk? Meine Herren, dann kann man getrost behaupten, dass der Gerichtsbezirk Mottling abgeschnitten ist von jeder Verbindung mit dem Lande Krain! Und welches sind die wirtschaftlichen Folgen dieser elenden Commlmicationen? Meine Herren, der Bezirk Mottling an sich ist keineswegs arm, und unter seinen zum Export geeigneten Producten ist in erster Linie der rühmlich bekannte Möltlinger Wein zu nennen. Der ganze politische Bezirk hat ein Weingartenareale von 3747 Joch, und namentlich die Weine von Dra-schitsch.Nadoviz, Semitsch u.s.w. erfreuen sich eines guten Rufes. Früher trank man in ganz Kram mit^Vorliebe den Möttlinger Naturwein. Allein seitdem Kroatien und Istrien durch Bahnen mit Krain verknüpft sind, hat der Zuzug von Käufern nahezu aufgehört, denn jedermann fürchtete die gefährliche Fahrt über den Gorjanz und die hohen Frachtsätze. Wie ungünstig der Vorjanz auf die Frachten einwirkt, können die Herren darans ersehen, dass die Fracht für einen Metercentner Ware von Rudolfswert nach Mottling ebensoviel beträgt, als von Rudolfswert nach Laibach, obwohl die erste Entfernung nur 24 Kilometer, die letztere hingegen 72 Kilometer beträgt. Aehnlich ist das Verhältnis der Frachtsätze nach Kroatien; so gaben mir auf meine Erkundigungen Möttlinger Handelsleute die Auskunft, dafs die Fracht nach Karlstadt pro Metercentner nur 70 kr. betrage, obschon Karlstadt zwei Poststationen oder 42 Kilometer von Mottling entfernt ist. Meine Herren, schon heute kann man ohne Uebertreibung behaupten, dass der Möttlinger Vezirk in ökonomischer Beziehung großentheils abhängig ist von dem benachbarten Kroatien; eine natürliche Folge der wirtschaftlichen Abhängigkeit — ich bitte dies zu berücksichtigen, meine Herren — ist früher oder später auch die politische, die staatsrechtliche Zugehörigkeit. Meine Herren, die unsäglich schlechte Ausführung der Straße über den Gorjanz erlödtet den Verkehr im Möttlinger Bezirk, sie lahmt die Agricultur, vernichtet den Handel. Begeben Sie sich herab unter die Weißkrainer, Sie werden allenthalben nur eine Klage hören, einen Wunsch vernehmen: ..Gebet uns Straßen!" Meine Herren, ich für meinen Theil habe die Ueberzeugung, dafs die Gorjanzstraße auch dann von großer Bedeutung für den Verkehr bleiben wird, wenn der sehnlichste Wunsch ganz Unterkrains sich verwirklicht hat. wenn die Unterkrainer Bahn gebaut worden ist. Heute kann ich nur die unaufschiebbare Nothwendigkeit einer Umlegung dieses Straßenzuges betonen. Die Art der Ausführung ist mir gleichgiltig, ma« ,,un die Straße in Serpentinen ilber den jetzigen Uebergangspunkt führen oder eine neue Route von Rudolfswert über Nupertshof nach Semilfch wählen, wo die Strahenhöhe allerdings um gut 100 Meter niedriger wäre. Darüber werden die staatlichen Techniker zu entscheiden haben. Meine Pflicht war es nur. die Aufmerksamkeit des h. Hauses und der h. Regierung auf diese hochwichtige Frage zu lenken. Ich empfehle daher dem Hause wärmsten» die Annahme der vom Verwaltungsausschusse votgeschlagenen Resolution, den Herrn Landespräsidenten aber, dessen persönliches Erscheinen von der ganzen Bevölkerung der Bela Krajina auf das fehnlichste gewünscht wird, damit er sich durch den Augenschein überzeuge von ihrer Nothlage, bitte ich, mit seinem gewichtigen Einflüsse die Resolution am competenten Orte zu unterstützen." 15. Sitzung. Laib ach, 20. Oktober. Beginn der Sitzung: 9 Uhr. Vorsitzender: Landeshauptmann Graf Thurn. Am Regierungstifche: Landespräsident Freiherr v. Winkler, Regierungsrath Hozhevar. Der Landeshauptmann ersucht das Haus um Entschuldigung, dass das Protokoll der gestrigen Sitzung nicht zur Verlesung komme, da dasselbe noch nicht fertiggestellt wurde. Abg. Dr. Poklular referiert namens des Finanzausschusses über den Rechnungsabschluss des Normal-schulfondes pro 1882. Der Nusfchuss habe die betreffenden Rechnungen durchgesehen und vollständig richtig befunden, er stellt den Antrag, denselben zu genehmigen. (Wird ohne Debatte angenommen.) Abg. Dr. Vosnjak erstattet mündlichen Bericht namens des Finanzausschusses, betreffend d,e Petition der Philomena Widmar um Pension. Der Ausschuss beantragt die Summe von 60 st. pro 1884. (Wird angenommen.) . ^ «^.. Abg. Dr. Poklukar referiert namens des Fmanz-ausschusses über den Voranschlag des Lehrer.Pensions-fondes pro 1884, der nach dem Antrage des Ausschusses mit dem Erfordernisse von 17680 fl., der Bedeckung von 7476 fl. und dem aus dem Landesfonde zu decken« den Abgänge von 10 204 fl. ohne Debatte angenommen wird. Abg. Deschmann erstattet namens des Finanzausschusses mündlichen Bericht invetreff des neuen Museums „Rudolftlmm". Laibacher Zeitung Nr. 842 2074 22. Oktober 1883. _____ ^ Der Ausschuss beantragt: 1.) Der h. Landtag wolle die vom Landesaus» schusse getroffenen Einleitungen zum Baue des Lan-desmuseums „Nudolsiimm" zur genehmigenden Kenntnis, 2.) behufs Beschaffung des im Jahre 1884 nicht bedeckten Baukosten.Erfordernisses per 24000 fl. durch Belehnung von Landesfonds» Obligationen bei Pläliminierung des Lalideöfondes Bedacht nehmen. 3.) Der Landesausschuss werde beauftragt, der Stadtgemeinde Laibach nochmals die Abfindungssumme von 6000 st. unter den bereits gemachten Bedingungen anzubieten, und falls auf dieses Anbot binnen eines achttägigen Präclusivlermines nicht vorbehaltlos ein« gegangen würde, dasselbe als nicht gemacht anzusehen, die sofortige Kündigung der von der ersten städtischen Volksschule im Lycealgebäude innegehabten Localitäten vorzunehmen mid die Anerkennung des vollen und unbeschränkten Eigenthums des Landes nuf das besagte Vebäude gegenüber den Ansprüchen der Stadtgemeinde im Klagswege auszutragen. 4) Sr. Excellenz dem Herrn Unternchtsminister Wild für das dem Lande Krain bei den Verhandlungen wegen Anlaufes des Lyceal» und Hauptwache« gcbäudes für die Untelrichlsvei wallung bewiesene Entgegenkommen der Dank ausgesprochen. Abg. Dr. Pnpez beantragt, dass die Vergebung der Tischlerarbeiten für das Museum (zum Zwecke der Erlangung trockenen Materials) sofort geschehe und dass dabei die heimatlichen Handwerker vor allem berücksichtigt werden sollen. Abg. Grassclli gibt die Erklärung ab. dass die Angelegenheit seitens der Stadtgemeinde in gütlicher Weise sich werde beilegen lassen, dass aber er und die Abgeordneten, die zugleich Gemeinderäthe sind, bei dem die Stadt Laibach betreffenden Pafsus der Anträge sich der Abstimmung enthalten werden, da es für sie schwer sei, zugleich die Interessen des Landes und der Stadt zu wahren. Berichterstatter Deschmann nimmt mit Vergnügen von der Erklärung des Herrn Bürgermeisters Act, dass die Sache gütlich beigelegt werde. Bei der Abstimmung werden die Anträge des Ausschusses sowie auch der Antrag des Abg. Dr. Papez angenommen. Abg. Dr. Poklukar erstattet namens des Finanzausschusses mündlichen Bericht über die Petition des Lehrers Josef Stupar um Erhöhung der Pension; der Ausschuss beantragt die Summe von 415 st. (Angenommen) Abg. Dr. Potlukar referiert mündlich namens des Finanzausschusses über die Petition des Lehrers Mathias Rant um die zweite Dienstalterszulage. Der Ausschuss beantragt die Genehmigung dieser Diensteszulage, gerechnet vom 1. Dezember 1881. (Angenommen.) Abg. Dr. Poklukar erstattet den Bericht namens des Finanzausschusses über den Normalschulfond pro 1884. Die Anträge des Ausschusses lauten: 1.) Der Voranschlag für das Jahr 1884 im Erfordernisse.........212 920 fl., mit der Bedeckung...... 17 782 „ und mit einem Abgänge von . . . . 195138 fl. Wird genehmigt. 2.) Zur Deckung dieses Abganges wird für das Jahr 1884 eine 18procentige Umlage auf die volle Vorschreibung aller directen Steuern, somit insbesondere bezüglich der Grund-, Hausclassen, Hauszins-, Erwerbs- und Einkommensteuer, auf das Ordinarium sammt allen Staalszuschlägen, mit Ausnahme der Vesammtsteuer-Vorschreibung der Stadt Laibach, ein-gehvben. 3.) Der Landesausschuss wird beauftragt, die Allerhöchste Sanction des Beschlusses aä 2 zu er-wirken. In der Abendsitzung am Samstag, die bi2 '/410 Uhr dauerte, wurde die diesjährige Session des hohen lrainischen Landtages geschlossen. — Landeshauptmann Graf Thurn sprach dem Herrn Landespräsidenten Freiherrn von Winkler den wärmsten Dank für seine Mitwirkung und die dem Lande bezeugte Freundlichkeit aus. Er dankte den Ausschüssen für ihre emsige Thätigkeit und zählte die hervorragenden Landtagsarbeiten auf, in erster Linie die Wahlreform und das Iagdkartengefetz sowie die große Zahl der vom Landtage gewährten Subven« tionen für Schulen und Unterstützungen an humani« täre und gemeinnützige Institute betonend. Redner schloss mit dem Hinweise auf die anlässllch der be< glückenden Allerhöchsten Anwesenheit Sr. k. und k. Apostolischen Majestät vom Landtage überreichte Huldl-gungsadresse, mit welch hochbedeutendcm Acte diese Sessionsrpoche begonnen worden, und knüpfte daran die Hoffnung, dass auch die ferneren Sessionsabschnitte sich durch friedliches Zusammenarbeiten im Interesse des Lundeswohles zum Heile des Vaterlandes kennzeichnen werden. Redner brachte ein dreifaches Slava und Hoch auf Se. k. und k. Aposto-l'sche Majestät aus. in welche Rufe die Ver-'""'""ung begeistert einstimmte. — Der Herr Lan« vesvra^dcn! Freiherr von Winkler sprach dem Landeshauptmanne und dem Landtage nach beiden Richtungen seinen Dank aus; die beiden Parteien haben durch ihr der Regierung bewiesenes Entgegenkommen die Bürgschaft geliefert, dass hier auch in den künftigen Sessionen werde zum Heile der geliebten Heimat, zum Heile Oesterreichs gearbeitet werden. (Die Worte des Herrn Landespräsidenten wurden vom Hause mit großem Belfalle aufgenommen.) — Abgeordneter Dr. Poklukar sprach namens der Abgeordneten dem Landeshauptmanne und dessen Stellvertreter den herzlichsten Dank für die Leitung der Verhandlungen aus. (Bravo! Oodw l) — In der Vormittags- und Abendsitzung des Samstag wurde u.a. der No rm alschulfond einschließlich der vom Finanzausschusse beantragten und vom Hause ohne Debatte angenommenen Post von 6 00 fl. für den nicht obligaten Unterricht in der zweiten Landessprache, dann der Voranschlag des Landesfondes pro 1884 und der Gesetzentwurf, betreffend die Errichtung von Mauten an den Straßenstrecken Vabenberg, Vloska Polica und Rakel, genehmigt. Der Antrag des Abg. Au kl je wegen Errichtung einer Ackerbau-, beziehungsweise Weinbau» schule in Untertrain wurde an den Landesausschuss behufs Erhebung und Berichterstattung in der nächsten Session geleitet. — Bei Punkt 14 der Tageiordnung: Bericht des betreffenden Ausschuffes über die Aenderung des Statutes der Stadt Laibach, theilte der Herr Landeshauptmann mit, dass ihm ein Schreiben des Antragstellers und Bericht« erstatters Herrn Dr. Zarnik zugekommen sei, in welchem derselbe sein Mandat als Land tags -abgeordeter niederlege, und übernahm deshalb die Berichterstattung über Punkt 14 Abg. Pro< fessor O u l l j e. Es entspann sich eine längere Debatte, in welcher Abg. Deschmann darauf aufmerksam machte, dass nach dem stenographischen Protokolle vom Jahre 1880, paß. 237, der damalige Landeshauptmann Ritter v. Kaltenegger den 1871 beschlossenen Gesetzentwurf wegen Aenderung des Statutes der Stadt Laibach, dessen Vorlage zur Allerhöchsten Sanction der betreffende Ausschuss nun beantrage, bereits dem hohen Ministerium des Innern im Jahre 1879 unterbreitet habe, welches jedoch denselben als verspätet zurückleitete. Auf diese Aufklärung hin wurde der Antrag des Ausschusses abgelehnt. — Abg. M ur-nik stellte den Nesolulionsantrag, es sei an die hohe Regierung, beziehungsweise an das hohe l. k. Handelsministerium, die Bitte zu richten, bei der t. t. priv. Südbahn-Gesellschaft dahin zu wirken, dass dieselbe auch für Krain eine entsprechende Tarif« ermäßigung^eintreten lasse. (Angenommen.) — (Wir berichten über diese Schlusssitzung noch ausführlicher.) — (Von der Qaibacher Volksküche.) Gestern wurden die die Volksküche besuchenden Studierenden mit einem Gratisbier betheilt, da der Hausbesitzer Herr Zoppitsch so freundlich war. der Volksküche ein Fass Bier zn genanntem Zwecke zu spenden, — (Verlorene goldene Taschenuhr.) Diesen Sommer fand ein armer Hirtenknabe im Kerma-Thale eine goldene Uhr. deren Eigenthümer bis heute nicht eruiert worden ist. Ganz unbegreiflich ist die That» sache, dass der Verlustträger (Jäger oder Tourist) dic diesbezügliche Anzeige bei den nächsten Gemeindeämtern unterlassen hat. — Die wertvolle Uhr ist, wie die „Oesterr. Touristen-Zeitung" schreibt, dermalen bei Herrn Gas-parin, Vorsteher am Eisenhammer zu Nothwein bei VeldeS, aufbewahrt und gegen angemessenen Finderwhn u. s. w. zu beziehen. — (Landschaftliches Theater.) Wegen Raummangel fällt heute die Besprechung der beiden Vorstellungen vom SamStag und Sonntag weg. Wir tragen dieselbe nach.___________ Correspondenz der Redaction. ..Viele Theaterbesucher." Ihre schmeichelhafte Anerkennung, die Sie uns für unsere „richtige Kritil" der lchten „Voccaccio".Vorstellung in Ihrem an uns unterm 20. d. M. gerichteten Schreiben ausdrücken, freut uns sehr. Dürften wir Sie um die gütigst in Nnssicht gestellte Nennung Ihrer werten Namen (natürlich unter vollster Discretion) ersuchen, dn wir dann uon Ihrem vorgenannten freundlichen Schreiben ausführlichen Gebrauch machen werden, Neueste Post. Original-Telegramme der „Laib.Zeitung." Wien, 21. Oktober. Das „Militär-Verordnungs-blatt" meldet die Ernennung des FMU. Freiherrn v. Vlasi? zum Commandierenden der Lemberger Caval« lerie-Truppendivision, der Generalmajore Freiherr von Lassolaye zum Commandanten der Iaroslaure Caval-lerie.Truppendivision, — Ruiz de Roxas zum Com< Mandanten der 33. Infanterie. Truppendivisiun, — Prinzen Croy der 30. Iilfanterie-Truppendivision. — Mayer von Monarabico der 1. Infanterie-Truppendivision, — der Oberste Karl Fischer zum Comman-danten der 31. Infanterie-Brigade, — Holbein von Holbeinsberg der 6. Cavallerie-Vligade. — Daniel Ehul der 11. Cavallerie.Brigade, — Rakasoviö von Savodol der 39. Infanterie-Brigade, — Friedrich Hotze der 16. Infanterie«Brigade, — Johann Hannbcck der 18. Infanterie-Brigade, — Heinrich Pelican der 54. Insanlerie-Brigade, — Wilhelm Vradl der 2lst/n Cavallerie-Vcigade — und v. Capsia zum Artillery Director des 12. Corps. Oberst Bach von Hansderg wurde zum Militär-Attache in Paris und BlMl ernannt. Der Kaiser genehmigte die Vereinigung °" im Bereiche des ersten und des eilften Corps stehende!' Cavallerieregimenter in je eine Cavallerie-TruPpeN' Division. Budapest, 21. Oktober. Die ..Ungar. Post" ^ zeichnet die Nachricht, dass der Nuntius Vannlck« bei Tisza gegen den Gesetzentwurf betreffs der W zwischen Christen und Juden Einwendung erhoben ha^ als reine Erfindung. Budapest. 20. Oktober. Der „Pester Lloyd" veröffentlicht folgendes Schreiben des gewesenen Ä^M G>afen Pejacsevich: „Sie würden mich sehr ve^ pflichten, wenn Sie mir aus der in Ihrem Aben^ blatte vom 14. d. M. erwähnten competenten O^l" bekanntgeben würden, bei welcher Gelegenheit ich z"' letzt am 10. August d. I. mich dahin äußerte, da« ich die kroatisch.ungarischen Aufschriften an den An"'' schildern nicht für ungesetzlich hielt. Ich weiß nUl« da ich am 10. August gerade in Budapest anwese^ war, dass die durch den Finanzdireclor am 6. AlM' in Agram so schlau geschaffene Situation in "<> Wappenfrage beide Regierungen verblüffte. Fer>^ erwähnen Sie, dass Ihnen auf meine Erklärung, bail ich den Umstand, dass doppelsprachige Wappenschilds in Essegg und an mehreren Orten des Landes all!" gehängt waren, erst in der Ministerconferenz in M" erfuhr, mitgetheilt wurde, dafs die Zuschrift der lon> Landesregierung vom 12. September 1882 an d't Finanzdirection, auf die sich der Finanzminister »' seiner Rede berief, keinen Zweifel darüber lässt, da>s die Angelegenheit der in Essegg angebrachten dopptl' sprachigen Wappenschilder sowohl der Landesregierung' deren Chef der Aanus ist, als in kroatischen Abgeorv' netenkreisen bekannt war, und dass die Landesreg'^ rung diese Zuschrift an die Finanzdirection nur a^ dem Grunde richtete, um auf eine eventuell zu stellende Interpellation antworten zu können. Ich muss off^ gestehen, dass mir diese Zuschrift nicht bekannt lval und ist, und da ich auf dem Lande als Privatniaull keine Gelegenheit habe, mir amtliche Actenstücke i" verschaffen, so würde ich der löbl. Redaction s^' dankbar sein, wenn sie die Verlautbarung dieser Z^. schrift oder wenigstens jenes Theiles, der sich ""' die doppelsprachigen Amtsschilder bezieht, veranlasse»' würde." Mit Bezug auf dieses Schreiben ist die „Ung" rische Post" ermächtigt, zu erklären, dass man wB die fragliche Zuschrift der kroatischen LandelregierlM an die Finanzdirection in Agram nicht zu veröff^ lichen beabsichtigt, dass es jedoch dem Grafen Ladl^ laus Pejacfevich freisteht, die Zuschrift, welche d'« Landesregierung am 12. September 1882 unter 3»^ ferat Nl-. 93 an die Finanzdirection richtete, im Pl^ sidialbureau des Finanzministeriums jederzeit einzuseh^' Handel und Volkswirtschaftliches. Laibach, 20. Oktober. Auf dem heutigen Markte sind "' schienen: 10 Wagen mit Getreide. 8 Wagen mit Heu """ Stroh und 24 Wagen mit Holz. Durchschnitts» Preise. ^ fi.Ill, fl.l tr. st.,ll. H^ü»' Weizen pr. Hektoli«, 7.80 8 91 Vutter pr. Kilo . —85^^ Korn „ 5 20 5 83 Eier pr. Stück . . — 3 ^ ^ Gerste . 4 23 4 87 Milch pr. Liter . ^ 8 ^ Hafer , 2 76 3 17 Rindfleisch pr. Kilo -60 "^. Halbsrucht „ —z— «^Kalbfleisch . —64^ Heiden „ 4 87 5,80.2chwemcfleisch „ — 62 ' ^ Hirse „ 5,20 5,20 Schöpsenfleisch „ -32^^, Kukuruz „ 5 40 b 50 Hähndel pr, Stiick - 40 ^. Erdäpfel 100 Kilo 2,50-------«Tauben „ - l8 ^ Linsen pr, Heltolit. 6 50-------,tzcu 100 Kilo . . 1 9S ^ Erbsen . 8 50-------Ztroh „ . . 178 ^. Fisolen „ 10----------Holz. hartes, pr. Rindsschmalz Kilo - 96------- Klafter 6 60 ^ ^ Schweineschmalz « — 88-------— weiches. „ 4 40 -^- Speck, frisch , - 70-------Wein. roch.. !00Lit. - ^ A ^ — geräucherte —78-------—Weiher . Vl^^ Theater. ^ Heute (ungerader Tag): Erstes Auftreten des Frl. h,f/./t>, von Schuller vom deutschen Theater in Budapest: «)" feuer. Dramatisches Gedicht in b Acten von F. H"^^ Meteorologische Beobachtungen in Laibach>. 7U.Mg. 736.08 ^6.8 O. schwach bewölkt ^ 20. 2 ., N. 734.55 ^-16.8 SW. schwach bewiillt "' ___9 „ Ab. 734.15 >13.8 windstill bewölkt^^^- 7U.Mg. 732.45 ^-14.0 W. schwach bewölkt 2,50 21. 2 „ N. 732.67 -^17.8 W. schwach bewölkt glcgc" 9 „ Ab. 731,88 -j-13.0 windstill bewölkt , Den 20. tagsüber trübe, kein Sonncnblick. Den 2l- „. gem-otl). vormittags meist Ncacn. nachmittag« 5""'"^ ^iM-bogen im Norden, dann abwechselnd Sonnenschein, abends l ^ ^ Das Tagcsmittcl der Wärme an beiden Taacn 4- ^^.«alc. > 14,9°, beziehungsweise um 2.3" und 4.3° uberdenl^^^ Verantwortlicher Redacteur: P. v. Radics. «075 Course an der Wiener sörfe vom 30. Oktober 1883. M« b«« 0^«, C°msblatt<> Held Ware ^ Sta«ts.«nlehe«. ^»berr«^......."" "" «««3 !°^° ^t°at«lo,t . «50 fi, II» 25 II, 70 »«-V°lblent« «°/. . . . . 1I9K0 110-70 . Va»«^. ^° - - - - »«'70 l>88ll . i>^ ?^^° °°^« - - - - »5-35 85-5? . 0N'^/."«"' «-W.S. ««25 138 50 ' "«"«.Odl. («ng. Oftb.) uz. «.o „3 -chizK?"««'«nl.^i00fi.ö.w. 113-10 113 4° ""««..Obligationen h°, U^ ^fi.»..M.). °/'»N«.......»»-eo 9l.-zo ^'^»'- '' '^^ ^»fte"^"^'^ - - - . 104-lo 106 bv ^'w'Ä' ?"b llllvonl'sch« .' !" - 101 - ^^_______________ Geld W«« L»/„ Teme«val»Vanatn . . «»b »8 75 5°/, ungarische......S» bL 100 — Unbere öffcutl. Nnlehe«. Donau.«eg.»L°le 5"/„ loo ff. . 114 50 Nb — dto. Anleihe i»?8, steuerfrei . 10^00 103 ee Nnlehen b. StabtgtMtwbe Wien 102 — 103-— Nnlcycn b. Stabtgemeinbt Wien (EUber od«r Gold) ....------—-— PrHmien-NnI.b.Et^btgem.wiln il!3 75 i»4-io Pfandbriefe iftlriuafi.) Vodnlcr. allg.öfierr. <'/,°/,Volb 118 ?b ill» bl> bto. in 5« , „ 4'/,°/° »5«5 »575 bto. in 50 , 4"/5 . »180 »z-30 bto. PramieuiSchuldverschr.3«/„ »7'«o 98 — OeN. Hypotbeleubanl loj. 5'/,»/^ 10c — lco 50 Qtft..ung. Vanl verl. «°/, . . 10c ee 101 io bto. , "/,"/<,. . 98'»» »«-50 bto. , 4«/^ . , ftl-L« 92 — Ung. allg.Vodeiicredlt«Ucti«nges. in Pest in 34 I. Verl. 5'/,°^ - 100 50 102 5b Priorität«. Obligationen (sllr 100 fl.>. «llisabcth.wcftbahn I. «missten 103 10 105 30 ßtrdi>la!lb«.»tvldbahn in Silb. 105 — 10l< »5 Fran,.Iolef.Vahn.....iog»0 10t - «Äalinsche «arl > Ludwig««ahn ^N. S, 4'^'/„ . . 98 75 «,25 Oefteri, Nerbweftbahn .... 10z il» 103 50 Viebendürgtl......S» —! 9l 30 «elb Ware Vtaattbahn 1. «milfion . . . 181 50 l8»5<^ Gübvahn «» »*/o......t»?50l»?7l> , ^ »°/°......»li — 1,1 50 U»«.««aliz. Vay» . . . , 95.. ,^ ^<> Diverse Uose (per SNl Winbljchgrätz.Lose i!0 st. . . . gg.^ ^^.__ Vauk - Vctieu (vcr Etii?), «nglo^Oeftnr. Vanl lo> ff. . . iuß 75 io? l>5 V«nl-«esellschaft, Wiener M, ff. — - — _. Vanluerein, Nieiler, 100 ff. . . 103 üo 104 — «bncr..«nft., Oeft.»oofi. G.40«/, 80S 50 «0? -Libt.'ttuft. <-Hand u. «. i«o fl. 38« 50«« U° ,81 — Depositenb, Nll.i, 200 fl. . . . ,u^.__!^i 5» .,fium«,.«ahn»oost.Tllb. 167 — 1»? 50 »usfia..Iepl,Eisenb. »oo fl, «Vt,------— — Vöhm. Norbbahn 150 fl. . . . l9550I8»- — , «Vessbahn »00 fl. . . .------l------ «uschtiehradn «isb. 5»o fl. «Vl.____— — , lu.«ils.(«»t,'Db..H.)3oaN.S____—- Dur«Vobenbach?rE..V.3!)aff.V. »38 — 3« — Hllsabetb'Vahn 200 ff. EVt. . . 2X4 25 22t 50 „ Lmz-Vudwci« 200 ff. . . . ^,___l____ Sl,d..Tirol.III,<ö.l8782aofl.S, 188-?5'ie»!i5, sterdlnand«80 Kran»»Iosef«!vahn »00 fi. Vilb z0l-LU«0» — MnftilchlN»Varcs«<«is.,anft.S. »11 5? iii- <,o Gal,.Karl«öubwlg«N.zn0st. TM. 284 2k «34 ,^ Vra,.»i!fiacher z>00 fi. Silber . 1« 7k i»l 25 ^rag.Duler HisiNb. i50fl.Oilb. 685« 59" «ubolf< «ahn 200 ff. Silber . 1«9 5o 17» — Litbenbürger «tisenb. ^00 fi. S, 182 25 16» 75 Vtaatstilenbibn !wu fl, i>. W. . 311-^5 311 5ll l««ld M»^ YHbbahn »aa fl. ««»« . 145 — 14500 Süb.Noibb. Verb.««. «aafl.AVt, 14450 145 — Ihelß<«ahn 200 n, «. W. . . 248 50 24» — Iramway.Ges.Mr. 17« ff. ö.W. 2z» ?s. 221 — , lvr., neue 100 fi. . . 58 75 78 75 Transport.Geselllchaft >00fi. , — — — — Turnau»ssralup «05 fi. ö, W. . —— —.— Nng..ga!i». «iseub. »00 ss. Silb« 1Nll-«5 1«0?5 Nng. Norbostbahn »00 fl. Silber 14? — 14? ln Nng.Weftb.(«aab.«ra,)»00fl.S. I«, 75 163 - Indnftrie»Aetien 50 »Elbemllhl", Pap,crf. u. V.-V. «a 50 »? — Montan-GescNs. österr.»alpln« . 8^20 S2-»c Präger E>- — — Trisailer »ohl»m«.«Ges. 10a ff. . ^.— — — Devisen. Deutsche Pläye......58 80 68 55 Lsnbo».........1ll0 — 1^0 20 Pari».........47bo 4755 P«ln«bu«g.......—— - — Valuten. Ducatcn........ »7» h?« 20'fflanc»^Stülli..... h-zz. 9«. Sllber........ -- -- Deutsche Neichlbanluotei,. . . 58-yu «85