^ «» Areitag den 20. Mi 1881. XX. Jahrgang. vte ^Marburger Zeitung" erscheint jeden Sonntag. Mittwoch und Kreitag. Preise — siir Marburg ganzjährig S fl., halbjährig 8 fl., vierteljährig 1 st. so kr.i fiir Zustellung in« Hau« monatlich 10 kr. — mit Poslversendung: ganzjährig S fl.. halbjährig 4 fl., vierteljährig 2 sl. ZnsertionSgebühr S kr. per Zeile. Aiflisxilg dts Adgtlirdiitttahausts. Marburg, 19. Mai. Die VoMversammlung, welche zu Neu titschein kürzlich stattgesunden, hat die Auslösung de» Abgeordnetenhauses verlangt. iSine derartige Erklärung gehört zu den gesetzlichen Mitteln im Kampfe der Parteien und zeigt der Gebrauch, dab die politische Bewegung schon vor dem Aeußersten nicht mehr zurückschreckt. Je mehr da» Ministerium zur Partei» regierung der Rechten geworden, desto sicherer darf e» aus die Zustimmung derselben rechnen — vorau»gesetzt, dab die Bedingungen der Partei erfüllt werden. Die Mehrheit de» Ah. geordnetenhause» wird die Auflösung nicht begehren, da sie ja keine Hoffnung ha», bei den Neuwahler» auch nur die jetzige Mehrheit, geschweige denn eine gröbere zu erzielen. Ein Gesammtau»tritt der Linken würde da» Hau» nicht beschlubunsähig machen, die Regierung also nicht zur Auflösung zwingen. Soven wir auf die maßgebenden außerparlamentarischen Kreise einwirken durch die Abhaltung von Massenversammlungen überall, wo die deutsch freistnnige Partei solche Kund^ gedungen de» Volkewillen» anzuregen vermag? Auch diese» Mittel sollte versucht werden. Die Regierung würde e» nicht wagen, Volk»ver. sammlungen zu verbieten, die keinen anderen Sweck haben, al» den Herrscher selbst von der Dringlichkeit dieser Auflösung zu überzeugen. In der Preffe könnten wir für die Abhaltung solcher Versammlungen thätig sein, könnten einen geharnischten Ausruf nach dem andern erlassen mit dem zwingenden Hinweise, daß getagt werden muß. Eine Versammlung würde zur andern die Anregung geben und nach Ver-laus einiger Wochen könnte vieltausendmal der fragliche Beschluß gesaßt, durch Abordnungen und Adressen höchstenort» zur Kenntnib gebracht sein. Bon allen gesetzlichen Wegen, die wir zur Stunde schon beschreiten dürfen, würde sich die unmittelbare Berufung an den Kaiser selbsi noch al» der sicherste empfehlen. Besäßen wir da» Recht, ohne Bevormundung von Seiten der Polizei politische Bereine zu bilden, einen Verband dieser Vereine für jede» einzelne Land, für den ganzen Staat zu gründen und mit so vereinten Kräften für das eine Ziel zu wirken! Da» Recht dieser Vereinigung bürgt un» dafür, da» Vertin»recht vollständig verwerthen zu können. Wenn die deutfch«freisinnige Partei sich wieder zur Mehrheit emporgearbeitet, fo muß sie, eingedenk der bitteren iLrfahrung unter dem Ministerium Taaffe und der klerikal-feudal-nationalen Rechten, auf die höchste Aue-bildukg de» Vereinerechtes bedacht sein — richt blo», weil e» stch um ein Recht handelt, nicht blo» zur Sicherung der Herrschaft, sondern auch in pflichtgemäßer Obsorge sür jeden Wechselfall de» politischen Leben». In Fähren und in Nöthen muß die Partei stch bewähren. Ohne Macht nützt UN» auch da» beste Recht wenig; Organisation aber ist Macht, ist die geordnete Wehrkraft der Minderheit, da» geeignetste Mittel, unsere Segner niederzuringen, zumal dann, wenn diese gerade nur um ein Dutzend stärker stnd, wie z. B. die Rechte de» Abgeordnetenhause». Stunden wir heute schon auf dem Recht»« boden, welchen die ungehinderte Vereinigung aller Parteigenossen im Stecht»ftaate legt und dürsten wir jetzt unseren Angriff gegen Regierung und Abgeordnetenmehrheit gesetzlich or-ganistren, wie wir angedeutet: wahrlich! frisch und froh gingen wir daran, wohl in der Hoffnung, binnen Monatefrist da» ganze System aus den Angeln zu heben. __Franz Wie»thaler. Zur Geschichte des Tages. Die Vorlage der Regierung, betreffend die tschechische Hochschule will die Gesetzgebung über die Errichtung der Universität dem Retcharath entziehen und die Sache dem Belieben des Ministeriums anheimstellen. Dies verstieße gegen den klaren Wortlaut der Ver-saffung; die deutsche Hochschule in Prag und die deutsche Partei in ganz Oesterreich werden stch aber mit dem Gedanken trösten, dab die einfache Verfügung des jetzigen Ministeriums vom nächsten Ministerium der Verfassungstreuen ebenso einsach wieder durch eine Verfügung aufgehoben werden kann. In Rußland ist an der Stelle Loris-Melikoff's, der au« ^Gesundheitsrücksichten" die Entlastung genommen und erhallen, Jgnatiefs zum Minister des J>mern ernannt worden. Der berüchtigte Panslavist und „Vater der Lüge'' — wie er unter den Diplomaten heißt — wird ein brauchbares Werkzeug der Selbstherrschaft sein. Die Franzosenfreundlichkeit Bismarcks in der Tunisfrage kommt sogar schon Leuten in Paris verdächtig vor. Die Regierungsblätter stnd noch zu sehr berauscht von dem neuen Ruhme, um klaren Blicke» sehen zu können; aber der Bonapartist Caffagnae erlaubt stch, an dem Erfolge seine Kritik zu üben und dem Deutschen Kanzler in die Karten zu schauen. Vermischte Nachrichten. (Die Schätze von Tunis.) Au» Paris wird — IS. d. M. — geschrieben: „In den letzten zehn Iahren waren die Franzosen von einer wahren Passton für das Studium deutfcher Dinge erfüllt; die Jugend, das Militär, die Politiker studirten die Sprache, die geographi-schen, die strategischen, die sozialen Verhältnisse mit einem Eifer, als wenn Deutschland das Land der Verheißung wäre, in welchem für jeden Franzmann ein besonderes Heil blühen müßte. Jetzt hat sich das Alles mit Einem Aeuilleton. W»«dtrticht Heiligt. Joses Smith und die Goldene Bibel. Wenn Jemand uns sagen wollte, er habe eine taube Nuß gepflanzt und es sei daraus ein stattlicher Baum geworden, so würden wir lachen unv antworten: wir leben im neunzehnten Jahrhundert, Freund, und da gibt's keine Wunver mehr. Die Geschichte der Mormonen aber würde uns dann widerlegen; denn sie spielt mitten im besagten Jahrhundert und ist genau das Wunder vom Baum aus tauber Nuß. Und wenn ferner uns Jemand erzählte, er habe ein Ding, halb Feuer und halb Wasser, ein Geschöpf aus Frosch und Nachtigall zusammengesetzt, einen Regenwurm mit Hirschgeweihen oder auch nur ein Gebilde, das oben Frauenzimmer und unten Fisch, gesehen, so würden wir ihm nur glauben, wenn er hinzu-sügte: im Traume. Die Biographie des Propheten der Mormonen aber zeigt uns in voller wohlverbürgter Wirklichkeit weit Seltsameres als solche Zwitter der Traumwelt. Sie führt uns einen Heiligen vor, der zugleich ein Hanswurst war, einen kleinen Muhammed, der, mit einem großen Barnum zusammengewachsen, nach einem Leben voll plumper Lüge und kecken Schwil,dels den Tod des Märtyrers starb, und der jetzt von mehr als hunderttausend Menschen, und zwar keineswegs wilden Mohren oder Rothhäuten, sondern Angehörigen der „erleuchtetsten'' Nationen, als eine Art Halbgott verehrt und ange« rufen wird. Das wäre! sagt der verehrte Leser. Witz oder Uebertreibung? Keins von Beiden. Hören vir die Geschichte. In den zwanziger Jahren dieses Jahrhunderts — so erzählen die Mormonen — lebte zu Manchester bei Palmyra im Staate New'Aork eine Familie Smith, die aus Vermont emge-wandert war und sich durch Gottessurcht und srommen Lebenswandel auszeichnete. Namentlich der jüngste Sohn dersclben, Josef, hielt feinen Sinn schon in srüher Jugend auf himmlische Dinge gerichtet, und häufig geschah es, daß er bis tief in die Nacht hinein zum Herrn um Erleuchtung über den Weg zu seiner Seele Heil flehte. Da begab sich'», als er sein sechzehntes Jahr ersüllt halte, daß sein Gebet erhört wurde. In Verzückung gefallen, sah er am Himmel ein glorreiches Licht, welches sich allmälich auf die Stelle im Walde herabsentte, wo er kniete, und aus dem ihm zwei strahlende Engel entgegen- traten. Dieselben verkündeten ihm, daß das ge-sammte Ehristenthum in Verderbniß versunken und deshalb von Gott des Priesterthums entkleidet worden sei, daß er, Josef Smith, aber vor dem großen Jehova Wot»lgefallen gefunden und Vergebung seiner Sünden gewonnen und daß er den Auftrag erhalten solle, das Pries^er-thum auf Erden wiederherzustellen und eine Kirche wahrer Gläubigen zu gründen zum Empfange des Herrn, dessen tausendjähriges Reich nahe sei. Etwas später, am 23. September 1823, hatte er ein zweites Gestcht. Als er einsam auf dem Felde war, erschien ihm „eine überaus liebliche, unschuldige und herrliche Gestalt", die ihm eröffnete, daß er zunächst berufen, ein in uralter Zeit versaßteS heiliges Buch, welches die Offenbarungen Gottes in Amerika enthalte und von einem indianischen Propheten in der Nachbarschaft vergraben worden sei, wiederzufinden und zu veröffentlichen. Am nächsten Mor« gen nach dem Gipsel eines Hügels zwischen Palmyra und Eanadaiqna geführt und angewiesen nachzugraben, fand er wirklich eine Steinkiste, aber der Versuch, sie zu öffnen, mißglljckte wiel)erholt. Jedesmal schlug ihm ein Unsichtbares auf die Hand. Aus sein inbrünstige» Gebet um Erklärung dieses Räthsels empfing er die Antwort: der Schlage geändert. Mit echt sranzöflscher Beweg« lichkeit wendet man Deutschland den Rücken und wirst sich auf die asritanische Küste, aus den kleinen Raubstaat, in welchem ehemals Karthago blühte, um nachzusehen, welche Men-schen dort wohnen, welche Sprache sie sprechen, welche Art von Militär sie haben, welchen Handel sie treiben »md welchen Boden sie be« wohnen. Und man fiidet. daß Alle« in Tuni» schön und interessant ist und der Mühe werth, dab man sich eisrig damit beschästige. Man erinnert sich jetzt plötzlich, daß aus der letzten Weltausstellung auf dem Marsselde derselbe kleine Raubstaat eine Spezial'AuSstellung hatte, welche mit der algerischen Spezial-Ausstellung schars konkurrirte und viele werthvolle Gegen« stände zur Schau brachte. Da ist es denn natürlich, dab sich besonders die Geschäftswelt mit dem Ländchen beschäftigt und allert)and Pläne macht für die möglichst schnelle und rationelle Ausbeutung des unvermeidlich zu annektirenden Bodens. Ich glaube nicht nöthig zu haben, mir ein Diplom als Prophet ausstellen zu lassen, wenn ich verkllndige, dab in der nächsten Zeit in Paris und Marseille die Rede von zahl« reichen Gründungen in Tunis sein wird. In der erwähnten tunesischen Ausstellung waren es vor Allem die schönen Getreide'Arten, namentlich schwerer Weizen, dann Erzeugniffe aus Alpha« gras, serner herrliche Seidenstoffe, Korallen von der tunesischen Küste, Gold« und Silber-Erze aus dem Gebirge der Khumirs, in welchem jetzt die Nothhosen herumklettern, prächtige Holzarten und nicht zuletzt die schönen, werth« vollen Straubsedern, welche den Besuchern aus« fielen. Es ist bekannt, dab Algier erst in der neueren Zeit eine ergiebige Kolonie für Frankreich geworden ist und dab dasselbe besonders in den letzten Jahren den daran gesetzten Fleiß und die aufgewendeten Kapitalien reichlich heimzahlte. In Tunis ist der Boden zum großen Theile weit fruchtbarer als in Algerien, und nur der althergebrachte Raubbau und die Miß« wirthschast der Eingebornen haben e» verhim dert, dab dieses Land in der Neuzeit wieder jene Stuse erreichen konnte, welche demselben im Alterthum den Ruf einer Fruchtkammer für das Römer-Reich einbrachte. Jetzt, wo alle Wahrscheinlichkeit vorhanden ist, dab die Fran» zosen das Land in die Gewalt bekommen und dasselbe behalten werden, wird jedenfalls in mancher Hinsicht eine Wendung zum Äesiern eintreten, und dab es den Franzosen Ernst ist mit der Hebung, respektive Ausbeutung, das beweist dieser merkwürdige Eifer in allen Kreisen für das Studium der tunesischen Verhältnifle." (Wie Frvre-Orban von seiner Braut erobert wurde.) Tin Brüsseler, welcher als Mitglied der Königsgarde an den Wiener Hosfesten theilgenommen, erzählt fol- Schatz bleibe ihm vorenthalten, weil er, auf dem Wege vom Teufel überredet, sich vorge« nommen habe, den Inhalt der Kiste zur Förderung seiner zeitlichen Angelegenheiten zu mib» brauchen. Wenn er sich bessere, solle er die Er-laubnib bekommen, die heilige Urkunde von hier abzuholen. Uebrigens sollte er inzwischen Koptisch studiren, um sie entziffern zu können. Zu gleicher Zeit aber wurden ihm die Augen ausgelhan, und ^siehe, da stand vor ihm, der ihm jene bösen Gedanken eingegeben, der Fürst der Ftnsternib, umgeben von seinen unzähligen Gesellen". Vier Jahie lang befleibigte sich Joses nun eines Göll wohlgefälligen Wandels und strebte eisrig der Wahrheit nach, wobei ihm der Engel zur Hand ging. Endlich, am 22. Septemtier 1827 eröffnete ihm dieser die Steinkiste, zeigte ihm den Inhalt, der in dem Schwerte Laban's, einem Brustharnisch, einer Prophetenbrille. Urim und Thummim genannt, und einer Anzahl von Täselchen mit fremdartigen Schriflzeichen bestand, und gestattete ihm, einen Theil diefes Schatzes mit heimzunehmen. Das Schwert, in der Zeit König Zedekia's aus Jerusalem nach Amerika gelangt, war vom seinsten Stahl und hatte einen goldenen Griff. Die Brille zeigte die G:stalt eines kleinen Bogens, in deffen Oesen zwei durchsichtige Steine gende Geschichte aus dem Lebe»: de« belgischen Ministerpräsidenten: Vor 30 Jahren war Fröre'Orban ein junger Beamter des Finanzministeriums, der durch sein Talent zu den schönsten Erwartungen berechtigte, aber nichts weiter sein Eigen nannte, als dieses Talent und diese Erwartungen. Trotzdem war er so kühn, seine Augen zu der Tochter einer ebenso reichen als stolzen Adelssamilie Namurs zu erbeben eine „Verirrung^, die völlig aus« sichtsloS war, da der hochmüthige vlämische Edelmann nicht im Traume daran dachte, die Hand seine« Kinde» einem bürgerlichen «.Fran-quillan" zu gewähren. Allein die Erwählte Fröre-Orban's besab eine grobe Dosis an Geist und Kühnheit, und sie beschlob, selbst die Schwierigkeiten zu überwinden, die sich ihrem Herzensbunde entgegenstellten. Eines Tages lud sie ihn durch ein Villet ein, sich am selben Abend während der Theatervorstellung in der Loge ihrer Eltern einzufinden, und als der junge Münn erschien, erhob sie sich, trat auf ihn zu und — tübte und umarmte ihn angesichts des ganzen Publikums und ihrer vor Schreck beinahe erstarrenden Eltern. Selbstverständlich that diese Szene ihre Wirkung; das adelige Ehepaar mubte in den sauren Apfel beiben, und die Verliebten konnten ohne weiteren Widerspruch ihre Verbindung feiern; Madame Flöre-Orban hatte sich in des Wortes vollster Bedeutung ihren Gatten erobert. Wie der nachmalige Minister dann von Stufe zu Stufe stieg und sich durch seine Beredtsamkeit, noch mehr aber durch seinen festen Charakter und seine unbeugsame demokratische Gesinnung zum Liebling und Führer des belgischen Volkes ausschwang, braucht hier nicht weiter erzählt zu werden; der Name Flöre-Orban ist mit goldenen Lettern in der Geschichte des belgischen Parlamentarismus eingetragen, er ist weit über die Grenzen seines engen Vaterlandes hinaus» gedrungen. (Ungarische Zollschranken.) Der ungarische Deklarationszvang bei Waacensen-dungen aus Oesterreich gehört zu jenen Vorbe« reitungen, welche in Pesj zu Gunsten eines selbständigen Zoll-lSebieteS getroffen werden. Gegen das ^Bangemachen" von Seile der Ma< gyaren schreldt die ^Wochenschrist des Kreditoren-Vereines": ^Für uns hat die Absperrung der ungarischen Grenzen durch eine eigene Zollschranke allerdings sehr viel Bedenkliches, aber, um es kurz auszudrücken, nicht jene Schrecken, die man in Ungarn als stcher vorhanden glaubt. Ungarn wird und muß, dessen sind wir fest überzeugt, noch viele Jahre mit oder ohne selb, ständige Zollschranken unserm überlegenen wirth-schastlichen und industriellen Einflüsse unterworfen bleiben, und wenn man sich von dem» felben durchaus emanzipiren wollte, so wird wohl einerseits eine Verminderung unserer Einsuhr daraus resulliren, andererseits aber der Schade sür Ungarn selbst so grob sein, dab es kaum anders wird können, als wieder die Gemeinsamkeit des wirthschaftlichen Gebietes, und diesmal mit beträchtlichen Opfern seinerseits, zu verlangen." (Zur Beschlagnahme der Karlsbader Resolution.) Wegen der Veröffent-lichung der Resolutions-Entwürse sur den Karlsbader Parteitag erfolgte bekanntlich am 3. Septemlier v. I. eine Maffen-Konfiskation der Wiener Journale. Auch in Karlsbad wurden die zur Vertheilung an die Mitglieder des Parteitages bestimmten Exemplare der Resolutionen von der dortigen Bezirkshauptmannschast mit Beschlag belegt. Während das Wiener LandeSgericht die Konfiskation bestätigte und die Resolutionen objektiv verurtheilte, hob das Egerer Kreisgericht die Beschlagnahme aus. Gegen diefe Verfügung des Egerer Kreisgerichles erhob die Staatsanwaltschaft Beschwerde deim böhmischen Oberlandesgerichte, und dieses be-stätigte, unter Aushebung der erstinstanzlichen Entscheidung, die Beschlagnahme und sprach das Verbot der Weiterverbreitung aus. Nun erhoben die betheiligten Personen den Einspruch und das Kreisgericht zu Eger schrieb im Sinne des Gesetzes die Einspruchsverhandlung aus. Allein aus die neuerliche Beschwerde der Äaats-anwaltschaft erklärte das böhmische Oberlandesgericht die Erhebung des Einspruches sür unzulässig, weil im objektiven Verfahren das Oberlandesgericht die letzte Instanz sei und weil es unzukömmlich wäre, wenn der Gerichtshof erster Instanz den Spruch deS höhern Gerichtes einer Revision unterziehen würde. Gegen diese Entscheidung des Oberlandesgerichtes hat die General-Prokuratur die Nichtigkeitsbeschwerde zur Wahrung des Gesetzes ergriffen und der Oberste Gerichtshof wird berusen sein, in dieser wichtigen prinzipiellen Frage sein Votum abzugeben. (Zur Pfändbarkeit eines Beamten geh alt es.) Der Amtsassiftent W.K. in Wien wurde vom LandeSgerichte in Wien als Bater eines unehelichen Kindes erklärt und schuldig erkannt: für das Kind eine Alimentation von monatlich 10 fl. zu bezahlen, und zwar zu Händen des Vormunds; dann sür die Zeit vom Tage der Geburt des Kindes bis zum Klagtage den Betrag von 1K0 ft. zu Händen der Mutter des Kindes als Ersatz sür die von ihr inzwischen geleistete Verpflegung desselben; ferner 170 fl. an Alimentation vom Tage der Klage bis zur Rechtskraft des Urtheils; endlich 97 fl. 92 kr. KlagS' und 11 fl. 94 kr. Exekutionskosten, diese Beträge zu Händen des Vormundes. Nach Rechtskraft des Urtheils hat dasselbe Gericht wegen der obigen vier Beträge, eingesetzt waren, und man konnte mit ihr Sprachen, die man nicht verstand, sowie in der Ver» gengenheit und Zukunft lesen. Die Taseln, die wie Gold aussahen, waren „mit ägyptischen Hieroglyphen bedeckt und durch drei an der einen Seite hindurchgehende Ringe zu einem Bande zusammengehalten". Einen Theil derselben verschlob ein Siegel. Als der Engel sich entsernte, blickte Joses noch einmal in das Behältniß. Da nahm er eine ungeheure Kröte wahr, die sosort heraussprang und sich in den Satan verwandelte. Derselbe sah den Propheten eine Weile starr an, dann suhr er aus ihn los, versetzte ihm einen fürchterlichen Schlag und entrib ihm die heiligen Platten. Jener aber griff ihn, beherzt und durch übernatürliche Kraft gestärkt, an und rang mit ihm, bis er ihm den Schatz wieder abgerungen hatte, worauf er sich schleunigst entfernte. Zwar eilte ihm der böse Feind nach und verabrelchte ihm noch einen Stob, dab er hoch emporflog, die Platten dagegen vermochte er ihm nicht wieder zu rauben. Wohl aber erhoben sich jetzt andere Gegner. Als die Nachricht von dem Funde sich in der Nachbarschast von Manchester verbreitete, erlitt die Familie Smith von dem gottlosen Volke schwere Ansechtung. Man stellte die Sache höhnend als Betrug dar. Pöbelrotten bestürmten das Haus des Propheten und schössen ihm in die Fenster. Mehrmals wurden Versuche gemacht, ihm die kostbaren Platten zu entreiben. „Da er nun stets in Gefahr war'', so erzählt der Mormonenapostel, „von einer Bande ver-worsenen Gesindels ermordet zu werden, so entschlob er sich endlich, den Ort zu verlassen und nach Pennsyloanien auszuwandern, wo sein Schwiegervater wohnte. Er packte also seine Sachen ein, verbarg die Platten in einem Fast mit Bohnen und trat die Reise an. Noch war er indeb nicht weit gekommen, als ihn ein Gerichtsdiener mit dem Besehl, sein Gepäck zu untersuchen und die Platten in Beschlag zu nehmen, einholte. Aber wie sorgsältig er auch nachsah, dieselben waren nicht zu entdecken. Smith zog nun weiter. Ehe er jedoch sein Ziel erreicht hatte, hielt ihn ein zweiter Beamter mit einem ähnlichen Austraq an, war aber ebensowenig im Stande, das Gesuchte zu finden, und so langte der Prophet endlich bei seinem Schwiegervater am Susquehanna an." Hier übertrug er mit Hilfe der Urim und Thummim und eines Schreibers, Namens Cow-dery, den unversiegelten Theil des Urkunden-buchs in Englische, und diese Uebersetzung er- da ein sonstige» Vermögen nicht vorlag, die exekutive Eivantwortung und Grfolglassung de» tsr7.sioliuötou xvden kiemit 6l's dstrüksnlls vvu dem iki-vs Lodvo«, rsgp. kirudsro, Lekvkxsrs und welelisr DoullHrvtsx tiev l0. 1831 um lilir k'rük im von 10 .laklsv sinöm Hsr^IsiätZN srlgß^su igt. vis sutsssits Uiills virä k'roitax äsn 20. ^ai um 5 vdr I^sokmittax vom Hauss I^r. 2L iu dor Lur^ßsasgo aus 2ur liuks lisstattst vordvo. am 1V. ^ai 1L81. k. Ic. Vililit.-Vorxtlexs-Vorvalt. i. kls Vatsr. als Butter. Kar'I Lsamtor dsr ^iousr L8ar' KsaliMsndssit^sr jSLliväesr. llütsl luliadsrill, als 'laute. II. »telsrm. I^viedsnkukdklirllQ^s- unck v««räi>xiiuss»>^a» t»lt._ öb2 »» »« s ^—' L -s s « N- a «.» S do ^ ^ ^ ^ M c: Z«« ^ «Z . . w» si- « S ES wird hiemit Jedermann gewarnt, auf meinen Namen ohne Anweisung Geld oder Waare auszufolgen, da ich in keinem Kalle gahlerin bin. (bö3 /rao)islta Itraschill. bivto ckom ckiv 40»,000 «. Ililrl! Haupt-Gewinn im giinftigen Kalle bietet die altertteuejle große Getilverloosung, lvelche vom Staate genehmigt und garantirt ist Die Vortheilhafte Einrichtung des neuen Plane» ist derart, daß im Laufe von iveiiigen Monaten durch 7 Clafsen SI.,700 zur siche- ren Entscheidung kommen, darunter befinden sich Haupttreffer von event. Iäar1c4v(>,O00, spez. ave» 1 «ewinn ^^^50,000, 1 Gewinn ^150,000, 1 Gewinn ^100,000, 1 Gewinn lä 75,000, 1 Gewinn 50,000, 2 Gewinne ^ 40,000, L Gewinne lä 30,000, 4 Gewinn VI 25,000, 2 Gewinne 20,000, 12Gewinne 15,000, 1 Gewinn I>^12,000, 24 Gewinne 0,000, b Gewinne v/l 8000, ö4 Gewinne ^ 5000, 10b Gewinne 3000, 268 Gewinne ^ 2000, 6SI Gewinne ^ 1000, 37S Gewinne lä 500, 10S0 Gewinne ^ 300, 28,860 Gewinne lä 13^, vto. otv. Die Gewinnziehungen find planmäßig amtlich festgestellt. Zur vSckvtsll orstov Gewinnziehung dieser großen vom Staate xarautirtsa Geldverlosung kostet »Q-vi Original'Loo« nur ^rlc 6 oder 3'/, L. si alliss „ „ „ ^ R viörtsi „ „ „ 1/» L» Alle Aufträge werden sofort gegen LiussuduoF, l?ostsin2aklullx oder I^aokllabmo dos östra^os mit der größten Sorgsalt ausaefiihrt und erhält Jeder mann von nns die mit dem Staatswappen versehenen OriKival-l^ooss selbst in Händen. 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