f. Ar. 61. Sonntag, den 31. Zuti 1881. VL Jahrgang. Ciilitt Jrituiig. Pränumerations-Bedingungen. tfür ff iUi: Mit Voft-... — m Versendung: '' I"4® Pi"tfl|d»ti( . . IM A«(tlitng - *•— ^nllijdtjiio . . . J.»o l.mml All»««».« »»» 3»)«aa ■.•■Hin Ulan 3nlcr«lc fttt die „CiOici I .■Htu.j" .a: K. Wo'le ia tut» all?« j dedcu>c»d<» Ctü.t«a Kl t.attacatt. 3.1. #ka-tttAia «r»t> d. O»»cl>t aal Rom. » «,.n» ia ttita. A. VttBc. A«>»ua«» - I«e»i«r ia Wevorzugt. Die armen, kranken, an simulirtem Perfol-gangSwohn leidenden Deutschen in Oesterreich I Vildcn sich ein verfolgt ja weiden und sind de-Anfügt und bevorzugt. Klingt freilich nicht sehr glaubhaft; aber vorgestern war eS in der halb-amtlichen „Wiener Abendposl" schwarz auf weiß zu lese» und die halbamtliche „Wiener Abendpost" lügt bekanntlich niemals, niemals, niemals. Wenn e» aber doch »och Zweifler gäbe, welche die Confiscation deutscher Journale nicht al» eine den Deutschen zugedachte Auszeichnung auffassen wollte«, so genügt es auf den Gewährsmann hinzuweisen, auf welchen sich daS halbamtliche Organ bei Mit« »Heilung jener verblüffenden Wahrheit beruft and tie hartnäckigsten Zweifler müssen verstummen; denn der Gewährsmann der „Wiener Abendpost" ist niemand geringerer als der „Egyeterte»", welcher doch unzweifelhalft ei» größere» Anrecht hat ol» Dolmetsch der Deutschen in Oesterreich zu gelten als — ein eonfi?c«rte» Blatt. Und dieser kern» deutsche „Egyetertes" versichert hoch und theuer: „In Sittlichkeit sind die Deutschen Oesterreich« mit ihrer noch immer bevorzugten Lage zufrieden und haben auch alle Ursache zufrieden zu sein". Demnach muß eS wahr fein. Uebrigens tacta loquuntur. Eotn gestern laugte aus Karolinemhal bei Prag eine Meldung ein, welche den thatsächlichen Beweis liefert, daß die tschechischen Wort« sichrer den edelsten Wetteifer an den Tag legen, um eS in Betreff der Bevorzugung der Deutschen den Regie,ungSorganen zuvorzuthun. In besagter Eladt haben nähmlich edle und großmüthige Tschechen den Deutschen die Sorge um ihre Schulen abgenommen, indem sie in den deutschen OrtS- schulralh eine Majorität enragirter Tschechen ent» sendeten. Bon der Größe tiefe» edelsinnigen Opfer« kann man sich jedoch nur dann einen richtigen Begriff machen, wenn man bedenkt, daß die braven Tschechen um in den deutschen OrtSschalrath wählbar zu werden, ihre Nationalilät verlüugnen mußten. Und sie brachten e« über« Herz sich öffentlich und officiell al» Deutsche zu erklären und ihr Tsche» cheulhum im innersten Herzen zu verschließen. So unbezähmbar war ihr Verlangen den Deutschen Müh und Arbeit abzunehmen. Doch nicht genug an dem. E» galt aali für die deutschen Lehrer und die deutschen Schulkinder thatkräftig einzutreten. Dieseryalb wurde den beiden deutschen Volksschulen in Karolinenthal verboten, sortan Kinder ezechischer Eltern auszunchinen. Perfol» gungSwahnfinnige Deutsche werden freilich diesem Beschluß eine feindselige Deutung zu geben ver-suchen; aber die Mvtivirung des Beschlusses schiebt glücklicherweise jedem BerhetzungS- und BerdächtigungSversuche einen kräftigen Riegel vor. Ia der Molivirung heißt e« nämlich, daß der Unterricht von Kindern ezechischer Ollern den deutschen Lehrern besondere Schwierigkeiten aufer-lege und den Unterricht der Kinder deutscher Eltern hemmend beeinflußt. Nur Verfolgungswahn ver-mag aus solcher Motioirung Feindseligkeit heraus-lesen. Wer nicht verblendet ist von centralistischer Bosheit muß dagegen tiefste Rührung empfinden über solche treue und selbstverläugnende Sorgfalt für da« bevorzugte Deulfchthum. Wa« aber den wahren Patrioten anbelangt, der kann nur den innigen Wunsch hegen, daß auch die Deutschen nicht hinter den Tschechen zurückbleiben, daß auch sie ihre Nationalität verlüugnen, um den Tschechen Sorgen und Mühen abzunehmen, daß auch sie den tschechischen Schulen verbieten, deutsche Kinder auf« zunehmen. Kurz, daß auch sie solche Beschlüsse fassen, wie der Präger Stadtrath, der Smichower Schulroth und die tschechische Majorität de« „deutschen" Schulrathe» in Karolinenthal. Bor« sicht«halber wäre den Deutsche» jedoch der gute Rath auf den Weg zu geben, sie mögen Acht ge-den, daß ihre Beschloße nicht confi«eirt werden, denn die Deutschen sind (siehe oben) bevorzugt. Stavifirte Germanen. (Schluß.) Die Thatsache, daß die zwischen Sau und Drau ansäßig gewesenen Wenden von den Ungarn auf ihren zahlreichen Raudzügen in deutsche und italienische Lande großentheil« aufgerieben wurden, paßt dem Pettauer Historiographen auch nicht in den Rahmen seiner großfl«venischcn Geschichte; wo nähme er auch die ruhmreiche Vergangenheit de» slovenischen Volkes her, wenn e« schon drei Jahrhunderte nach seiner Ansiedlung wieder ver-schwände; vielleicht belehren den quellenkundigea Herren die alten ungarischen Chroniken eine« Anonymus Hermann und Kotona denn doch eine« andern, zum Gebrouchsfalle kann er bei ersteren: U. Xot. c. 50, beim zweiten ContracL ad ann. 900 p. Ch. n. und bei Katona List, duc pag. 187 nachschlagen. Die Raubzüge der Ungarn nach Italien und Deutschland nahmen meist ihren Weg durch» Droulhal — insbesondere wissen wir ganz genau, daß unter Zoltan (907—947) die Ungarn sengend und brennend durch unsere Gegenden nach Tirol und Baiern zogen. Um jene Zeit zerstörten sie größere slavische Reiche mit jedensallS höherer Cultur al» die der Feuilleton. An den chewittern der Zeit. Roman von Mix Vogler. (30. Fortsetzung.) Sollte er den richtigen Eingang verfehlt haben? Aber, der da draußen ging, war ja von einem Andern, vermuthlich von einem Diener de« Hütel« gefolgt, der ihm gewiß da» Zimmer, wo sie weilte, genau Hütte angeben können! Da» war auch nicht fein Gang — sie merkte e« erst jetzt — er ging fester, entschiedener . . . da» war auch nicht feine Stimme, die im Ge» spräch mit dem begleitenden Diener draußen er-klang I Ein Fremder, aslirding» mit jenem Zuge angekommener Reifender Halle sich sein Zimmer anweise» lassen . . . Luzia schritt wieder nach dem Sopha zurück. Eine kleine, trübe Wolke de» UnmuthS lag auf ihrem blühenden Antlitz, und sie preßte die Lippen ärgerlich aufeinander. So faß sie noch eine Zeit lang, ohne daß der Erwartete gekommen wäre. Sollte ihr zierliche», heute am frühen Nach» mittag an ihn abgesandte« Brieschen noch gar nicht in seine Hände gelangt fein? War er viel-leicht von demselben in seiner Wohnung gar nicht angetroffen worden? E« mußte wohl so sein, denn auch nach dem Verlauf einer »eiteren halben Stunde halte er sich noch nicht eingestellt. Sie begann, die Hoffnung, ihn heute noch zu sehen, ihm heule noch ihr süße«, berauschendes und betäubendes Gift einzuhauchen, aufzugeben. Sie löschte da« Licht au« und drückte das Antlitz schmollend in die weichen Kissen . . . XVI. Slire weite «eise. Ja die schwüle Welt der heißen Träume Bruno von Pahlsen'S, ia welcher er, sich kaum feiner selbst bewußt werdend, während der letzten Wochen hin und her getaumelt, kam eia Ge-witterschlaz. Der junge Graf empfing die Nachricht von dem nach kurzem Krankenlager eingetretenen Tode seine« Pater». Er eilte rasch an da» Todtenbetl de» Ent-schlasenen, ober Letzterer war nun schon in der Familiengruft de» Schlosse« beigesetzt worden. Der Mai halte nun alle mit Sträuchern und Äüumen bepflanzten Plütze und alle Gärten der Residenz mit frischem Grün geschmückt, und Bruno von Pahlsen sah die prunkendsten Früh- jähr«Toiletten „Unter den Linden" rauschen, al« er in seiner Equipage, die ihn am Bahnhöfe er-wartet hatte, zum ersten Mal nach seiner Rück-kehr vom väterlichen Schlosse durch die Straßen Berlin'« suhr. Er hatte an der TodeSstätte seine« Vater«, sich ganz seinen Gedanken hingebend, in stiller Einsamkeit gelebt, und verstimmt und traurig sah er jetzt ou», und der Prunk ued Glanz, den die Kaiserstadt um ihn her zur Schau stellte, schien ihn völlig kalt zu lassen . . . In seiner Wohnung angekommen, la« er die während seiner Abwesenheit eingelaufenen Briefe deren Nachsentung zu unterlassen er, um durch nicht» in seiner Einsamkeit gestört zu werden, ausdrücklich befohlen hatte. Da fand er auch ein kleine», zierliches Brief« chen. Er kannte die Handschrift. ES packle ihn plötzlich wie ein frostiger Schauer, und al« ihm das Parfüm, mit welchem da« niedliche Schreiben getränkt war, entgegenströmte, zog eine Wolke de« Mißmulhs über fein Antlitz und er wendete den Kopf leicht zur Seite, wie al» ob er dem auf iha eindringenden Äroma entgehen wollte. Er mußte erwarten, etwa» ihn unangenehm Berührende» in diesen Zeilen zu lesen. Sie lauteten: Theuerster! Eine Reise, die ich ohne Aufschub unter-nehmen muß, führt mich voraussichtlich auf einige Wochen zu einer Verwandten an d.r Ostsee. Ich hier unfähigen Wenden; (GroßmährischeS Reich) bis sie codlich durch deutschen Muth, mit deutschen Waffen, in ihre Grenzen zurückgetrieben wurden. Die Geschichte jener Zeit hat un« viele Namen dieser Tapfern aufbewahrt — fein slavischer befindet sich unter den Bekämpfern der Ungarn; — wo waren die wendischen KriegShqusen, die damal« doch unter bomscher Fahne gegen die Ungarn kämpfen mußten, wenn die Wenden zwischen Drau und Sau wirklich der große Volk»ftomm waren, denn uns ,'euflovenifche Geschichtschreiber glauben machen wollen? Auf welch' tiefen Grad die Geiste«- und mo« ralische Cultur unter den Wenden jener Zeit stand, beweisen die beiden von Papst NicolauS I. an den Ehorbischof Oswald von Karantanien im Jahre 860 erlassenen Decrete. Da« erste mit der Rubrik: qui defendendo ge paganum occiderit, sacerdotali careat officio; das zweite: pcrpetuo c&reat officio presbyter, qui ira commotus licet extra anirnam aliquem offecerit Wie nachzulesen Anhang der Iuvavia Seite 14 bis 17. Günzlich unbekannt scheint dem Pettauer CorreSpondenten da» letzte Aufflackern de» Wenden« thum» in unseren Gegenden zu sein. In den Iahren 1515 und 1516 zogen wendisch« Bauernhaufen au« Kärnten, Krain und ^teiermark unter den Rufen „Leukup woja gmaina* sengend und mordend im Unterlande herum di« sie im Jahr« 1616 u'Uer den Mauern der Stadt Eilli von Georg von Herbersiein vernichtet wurden; über dreihundert Jahre hört« die Welt nicht« mehr von ihnen — dem 19. Jahrhundert«, welche» schon so viele neue Natiönchen entdeckte, war eS vorbe« halten, ntbst allen möglichen interessanten siidsla« vischen Völkerschaften auch die Rtu-Slovencn zu entdeckkn und einer Populafse von 1,400.000 Menschen zur Existent berechtign» g zu verhelfen. Wieder schreien die modernen Sarinaten ihren alten Schlachtruf „Leukup woja gmaina* — „Nur zusammen tapftr« Schaar" — wähnend, durch ihr Geschrei allein alle« zerstören zu können wa« deutsch ist, wa» Cultur besitzt!---- Nicht nur, daß die Neusloventn ehrliche d«utsche Namen d«r Gegenwart durch ihre Slv-venisirung verunglimpfen; auch längst verstorbene bieder« Deutsche fallen ihrer Slov«nisirung»wuth zum Opfer, wie z. B. der Pettauer Gelehrt« den Deutschen Primu» Trüber, Domherrn zuLaidach, nachherigen protestantischen Prediger zu Lack und Laufen, zuletzt in Rottenburg an der Tauber in Würtemberg, zu einem ncuslovenischen Trubar ummodelt. Wenn der geehrt« Pettauer Corre»pond«nt sich vielleicht in feinen neufaimatifchen Gefühl«» nicht allzusehr angegriffen fühlt, möchte ich ihm den Ralh ertheilen, auch zeitwelf« «in deutsche» Blatt zu lesen; die „Wiener Allgemeine Zeitung" bringt in Rr. 504 vom 25. Juli d. I. «in« kleine Abhandlung über die Südslaven, di« dem M -I 1 muß Dich noch «in Mal f«h«nl Um ftch» Uhr h«ut« Nachmittag reife ich vom Oflbahnhof ad, werde aber die Nacht in d«m ktrinen Ort« ü. zubringen. Ich bitt« Dich, Gelitblesttr, mir bi« zu dieser Station nachzureisen ... mit dem nächsten Zug ... um neun Uhr, hörst Tu?... Dann darf ich Dich bi» einhalb eilf erwarten ... ich erwart« Dich bestimmt! Mit Leib und S««l« di« Dein« für immer Luzia i?i«wendt. Sin Schauer ging durch Bruno'« Glieder, al« «r diesen Inhalt de« Briefe« gelesen, «r bebt« noch ein Mal in «in«m der süßen Träume jener schwülen, sommerheißen Welt. Sie «rwart«t« ihn allein, in «intm kleinen von Berlin entfernten Ort, in der Nacht, um einhalb elf Uhr . . . ganz bestimmt.' . . . „Mit Leid und Seel« die Deine für immer!" Und nun hatte sie ihn umsonst erwartet. Er war ja, al« da« zierlichst« Briefchen fein« Woh-nung erreicht, schon fünf voll« Tag« von Berlin «ntfernt gewesen, während welcher er mit Niemand al« mit sich selbst verkehrt ... und »un weilt« si« fern, nun war sie wohl schon di« an di« Ost-st« geeilt, und er konnt« die schön«, üppig« Ge-statt nicht umschließen und an sich drücken . . . E« schien fast, al« ob eine Regung leisen Bedauern« durch sein« Seel« ging. Einen Augen» blick lang stand er, in Gedanken verloren, leise Pettauer Historiker denn doch gewaltig in die Nase rauchen dürst«. Dr. Fligier beweist unwider-ltglich, daß «in großer Theil der jetzigen Süd-slaven slovisirte Romanen sind; nördlicher slavisirt« Germanen, südlicher slovisirte Romanen, fürwahr den echten alten Slaven bleibt verteufelt wenig Platz übrig auf ihrem südslavischen Boden. Selbst in den Volksliedern der seinwollenden Slovenen lasten sich vielfach alte deutsche Weifen erkennen — die wenigsten, au» dem Russischen entlehnte ausgenommen, haben slavischen Eharacter, das virlgesungene iirio, iivio, iivio geht nach der alten deutschen Melodie de« bekannten guudeamus igitur; andere, insbesondere in den Alpen erinnern unwiderlegbar an ihr« alle bairische Heimat. Alle» wa» um uns herum slovenisch spricht und fühlt, ist nur eine im Lichte de« Slavi«muS großgezogen« Treibhauspflanze — dir wie jedes exotische Gewächs zu nur kurzem Leben v-rurtheilt ist. Wenn der g«ehrt« Hrrr Pettauer EorreSpon-dent in feine Erwideruig nebst sonstigen lande«-und volksüblichen sarmatischen Grobheiten auch Raubritterthum, Börsenjobbtrei und Gott weiß wa« Alle« hineinflickt, so ist die Frage gewiß gerechlsertigt: wer treibt in Oesterreich modern«« Raubritterthum, wer jobbert an der politischen Börse? Der D«ntsch« gewiß nicht. Künstlich haben die Slaven ihr« nationalen Papiere in die Hausse gebracht — durch plötzliche t'oyalitütSheuchelei einer falschen Tendenz Vorschub geleistet; seit 3 Jahren schon wtrdcn ihnen Dividenden in Form gemäß-regelter deutscher Beamten bezahlt und immer höher noch versuchen ihr« agents provocateurs dir Cours« nationaler Forderungen hinaufzuschrauben, alle »ollen nur nehmen, keiner mehr abgeben; — der große politische Krach pocht jetzt schon gespenstig an die geschlossenen Thüren itjier convenücles — bald, sehr bald, werd«» oll dir nationalen Acti«n und Promesstn nur mehr al« exotische Papier« gehandelt werden — di« zahlreichen Matadore der Gcgenwart al« irrende Ritter herumwandern, anderen Erwerb suchend al« jenen, den systemalifch« Vrrhttzung und Unttidrückung alle« Deutschen olle« Fortschritte« ihnen jetzt einbringt. Oh, wie hat Pomladinoviö doch Recht au«, zurufen: llog daj norcem pamet, nur muß er« jenen zu sagen wissen, denen Gott bald Verstand xeben möge! Hochenegg, den 2?. Juli. Tie kürzlich von einem Schönstem» Correspondenten angeregte Idee, de-treffend die Gründung eine» slovenisch geschriebenen Bauern-BlatteS mit liberaler und ausklärender Tendenz, erfreut sich in unserem Orte der lebhaftesten Sympathie. Wir Hochenegger würden gewiß nicht zurückstehen und sreudig die Gelegenheit ergreifen der materiellen För-derung eine» ebenso edlen als nützlichen Zweckes unsere Hand zu bieten. Da der slowenische Landmann, wie ge-sagt seine Weisheit ausschließlich au» dem „Rarod" und dem „Slovenski Gofpoda-" schöpft und in Betracht al» athmend da, und die alten, dösen Zauber nahmen ihn in ihre Gewalt; aber einen Augenblick nur. Denn dann griff seine vorige Stimmung wieder Platz, und «r legt« mit verdroßenem Blick den Brief auf den Tisch. Jener heftige Gewitterschlag hatte sein« Scel« zu sehr gereinigt und geklärt, al« daß die dunkelwallenden, gluthenvollen Träu-me nicht von ihm al« da« erkannt worden wären, wa« ... si« waren. Er hatt« ja, seit er sich zum zweiten Mal genähert, Luzia nicht eigentlich geliebt; der heiße, wilde Rausch der Sinn« nur hatt« in zu ihr g«-zogrn. Und jene zweit« Annäherung war ja selbst nur in einem glühenden Taumel seiner Seel« ge-schehen. Manch' Mal schon hatte sich ihm da« Bewußtsein dessen aufgedrängt, aber der Umstand, daß er [sich so oft in der Nähe ttuzia'« befand und der Wirkung ihrer bestrickenden Persönlichkeit ausgesetzt war, und daß sie ihm eine Gunst nach der andern gewährte, daß sie ihn gor nicht zum Erwachen au« den süßen, schwülen Träumen komme» ließ . . . Da« hatte je,.em Bewußtsein immer sofort wieder di« Klarheit und Schärf« ge-nommen, und er war weiter getaumelt, von Genuß zu Genuß . . . Jetzt «rfchitn ihm mit «in«m Mal« dieser Taumel in all' feiner verhäugnißvollen Gefahr, al« er jener Stunden nach dem Ballfest« gedachte jener Winternacht in dem stillen, duftigen Zimmer, dies» national clericalen Blätter dafür Sorqe tragen, sowohl die politischen als volkSwinhschaftlichen Ereiq-niste in eine« Lichte erscheinen zu lassen, welches den fanatischen Jungslovenen und namentlich dem hier zu Land« sattelfeste» nationalen Cleru» den Deckmantel zu ihrer an den eigene» StanrmeSgcnossen verübten schändlichen Handlungsweise bietet, serner in Erwägung als alle Nachrichten dieser Blätter, selbst vor lügen, hasten Angaben nicht zurückschreckend, mit vereinter Kraft dahin arbeiten, jeden freiheitliche» Sedanten nach Thunlichkeit zu bannen, den allensalsigen Scharfblick des bäuerlichen Lesepublikumi sachgemäß zu beschranken, den Keim zum Hasse gegen alle» Freisinnige und Fort-schrittliche zu legen und folglich auch den Hang zum seinbseligen Auslreten gegen aü.» was deutsch ist in einer Weise zu sördern, für die der Ausdruck ekelerregend noch viel zu gelinde ist, so wäre eS sowohl sür un» deutsch« Südsteiermärker als auchsür unsereLandsleute. die slovenischen Bauern von nicht zu unterschätzender Be-deutung. wenn «in slovenisch geschriebenem Blatt in» Leben träte, welches die verdlendeten Augen unsere» Landvolkes von den clerikalen Schuppen besreien und einen, ihrer geistigen Sphäre angemessenen richtigen Ein» blick in die wahre Gestaltung der diversen politischen alt national ökonomischen Ereigniss« gewähren würde. Bekanntlich steigt bi« Intelligenz de» Volke», wenn sich ihre Seelsorger mehr ihrem edlen r«l igiösen Bernse widme» al» wenn sie sich di» national« Sache und Parteigehässigkeiten angelegen sei» lassen, und ebento wie der Dorfbot« da» seinige beitrug, den deutschen Bauer vom clerikalen Gänge!-band« zu emanicipiren, ebenso wäre meiner Ansicht nach ein ähnliche» slovenische» Blatt geeignet den doininiren-den Standpunkt der slovenischen Hetzkapläne successive zu unterminiren,° und nur auf diese Art ist -S im Mög-lichkeitSbereiche den Letzteren ihr elendes Handwert zu legen und dem slovenischen Bauer die straff gespannte klerikale Schlinge, die ihm am Halse sttzt, nach und nach zu lockern. f>ettau, den '29. J»li. (Lrig-Corr.) Eine Co?» respondenz aus Schönstein brachte vor kurzem di« lang-gehegt« Jde« der Gründung eines slovenisch geschriebenen christlichen Bauernblattes zur öffentlichen Besprechung. Der „Sloa. Gospokar* gerierh darüber, wie »S nicht anders sein konnte in Harnisch. Mit Vergnügen wird jedoch jeder liberal gesinnte Mitleser deS genannten BlatteS in dem Aerger, der sich üder diese Idee i» einem Artikel auS dem Sannthale Luft zu machen suchte, einen Maßstab sür den hohen Werth erblicken, welchen sie in sich schließt. Doch bange machen gilt nicht, man muß auch handeln! Das deutsche Volk in Untersteier-mark, welches sich seiner Nationalität noch nicht beraubt sieht, wird im „Sloo. Gosp " allwöchentlich dem Bau-ernvolke gegenüber al» schlecht, verderbt und verderbend aus den Pranger gestellt, der Bauer wird gehetzt gegen den deutschen Städter, und Märktebewohner, dem Bauer 2f Fortsetzung im Einlageblatt. *SG wo si« di« weichen, weißen Arme um ihn ge» schlungen. Ein Gefühl, da« Niemand au«zuspreche» vermag, erfaßt« seine innerste Seele; ihm war, al« fei er nach langen, ia wilden Bacchanalim und ausgelassenen Orgien verschwärmtcn nächt-lichtn Stundin mit wüstem Kopf« erwacht, durch ta« hrll«, beschämende Sonnenlicht de« Morgen« geweckt. Er warf sich plötzlich in den neben ihm steh-enden Fauteuil; eine zerknirschende Reue erfaßte sein Herz. Der Inhalt de« Veirft« zoz noch «in Mal an feiner S««l« vorüber, und jetzt überlief e« ihn eiskalt. E« war ihm. al« dürfe er nichl glauben, daß diese« Mädchen ihm au« reiner Liebe ihr Alle« gegeben habe, da» ihn auch jetzt wieder von innigster Neigung ersaßt, zu sich gerufen hatte. Freilich! Sie hatte e« ihm in den theuersten Schwüren versichert, daß ihr Herz auch während der längeren Trennung immer ihm gehört, sie hatte gesagt, daß sie keinen Andern al« ihn zu lieben vermöge, daß sie mit warmer Seele jeden feiner Tritte hüte, daß sie für ihn sterben könne. Ader wa» sind die heißesten Worte, die hei-ligsten Schwüre eine« Mädchen«, wie Luzia Li«» weadt e» ist, eine« prunk- und genußsüchtigen Wesen«, da» nur im glühendsten Sinne«taumel sich selbst zu vergessen vermag, sonst aber kalt Ntilage zur Nr. Kl der „Cillier Zeitung". wird der Slavismus raU groß« SliUdau« auf alle «»glichen Slrtm beigebracht und der Teutsche natürlich al« Bedrücker deS slixxmfche» Volke» hingestellt. Das soll nun ander» werden. ES muß dem Bauer Gelegen-heil geboten werden das Wahre zu bfrrtn Tie slovenisch« Zeitung, di« da gegründet weiden soll, soll in der That versöhnend wirken, und d«r Umstand, daß eS Tausche sind, di« sie gründen und erhalten wollen, dielet die beste Gewahr, daß si« auch besser, edler und für da« Wohl deS Voltes bedachter fein wird, als jenes Organ der fteiennärkischen LandirirthschaftSgesellschast(l) in dem ein Mann Gottes (!) alle nur denkbaren ent-ehrenden Floskeln auS dem Pfühl seine» bezüglichen Wissens zieht, um uns Teutsche in Unterfteiermark zu verunglimpfen. Hoffentlich finden sich genug schreib-«nd opferwillige Männer in dieser ernsten Zeit, welche di« Verwirklichung de» Projektes dadurch sördern, daß sie vor Allem die Beschaffung der Geldmittel ins Auge fassen. Dies ist wohl da« Erste, und dann erst wäre ti gniau zu erwägen, wo das Blatt zu erscheinen hätte, w«r die Redaction übernehmen könnte u. dgl. mehr. Sudtirol, 27. Juli. iOrig -Corr.) Erlauben Sie, geehrter Herr Redacteur, daß ich, um jede directe Be rührung mit einer gewissen „Südsteinschen Post" mir zu ersparen und den wenigen von der Wahrheitsliebe (I) de« genannten BlatteS noch nicht sattsam überzeugten Lesem gegenüber mich zu rcchisertigen, in Ihrem sehr geschätzten Blatte geeigneten Platz suche, auf jene unver-schämten, flegelhaften Ausfälle gegen meine Person kurz zu erwidern, welche in Nr. 31 der genannten „Südsteir. Post" ich zu lesen soeben zufällige Gelegenheit hatte. Wahr ist an jener mich betreffenden Correspondenz aus Cilli nur da» eine, daß ich im verflossencn Schuljalre am Etaatsgymnasium in Cilli als Ordinarius der Klasse Id sungierte und bei der am Schlüsse be» Schul-jahres abgehaltenen öffentlichen Gefangsprüfung anwesend war, ebenso wahr noch, daß man den Sängern für die im allgemeinen befriedigenden Leistungen damals einsprechend applaudierte; alleS übrige an jener E^mie-rerei ist ein« absichtliche, böswillige Be»drehung der Wahrheit oder richtiger eine ganz gemeine Lüge. AIs solche erkläre ich entschieden jene Behauptung, daß ich überhaupt und zwar geradezu demonstrativ duich »Vorhalten beider Hände" während der Absingung des einen slovenischen Liedes meine „Aversion gegen slO: v.nischc Laute" an den Tag legte. Alle übrige.« daraus geschöpften, theilweise hyperschlauen Combinationen be-ruhen eben nur aus der bedauernLiverthen Hallucination jenes meine« gar schar en Beobachters während der Kesang>prüsung und paralysieren sich selbst aus lügen-haster Giundlage. Uebrigen« darf di« Identität des Correspondenten und jenes Beobachter« wohl mit R-cht bezweifelt werden. Zur vollständigen Rrchtsertigung meines damaligen „ungezogenen" Benehmens muß nur iroch bemerkt werden, daß ich damals wiederholt, mög-licher Weise auch während der Absingung des s l o v e-nischen Liede», von bemerklichen Dissonanzen als berechnet . . . kalk, sehr kalt, und ihrem Dämon, wenn er sie nur auf diesem Wege zum brennend txrlangten Ziele fuhr«, jede» Opfer ju bringen bereit ist . . . wa« sind die h.iligsten Schwüre eine» solchen Mädchens? Bru-o begann, die Bedeutungslosigkeit der .Neigung" Luzia's jetzt recht deutlich zu erkennen, und wer weiß, ob ihm dieselbe nicht schon längst bewußt geworden wäre, ob er ihr einen so lheu-neu Zoll, der ihm nun wieder den Frieden seiner Seele raubte, gebracht, wenn eS sich das bestrickende Mädchen nicht hätte so angelegen sein lassen, ja ihm jeden etwa auskommenden Zweesel sofort »jeder zu erlösten . . . wenn sie es ihm nicht gar le cht gemacht hätte, ihr »ganze« Herz" . . . mit allem, wa» sie war, zu erobern. Freilich! Er war dabei vvch ihr blinder Sclave gewesen, und sie hatte ihn willenlos an einem sanften, leise sich um das Hcrz legenden Gängelbande geführt. Nachdem er einige Tag? von den peinvollstcn Gedanken gequält, «n schlaffer Unevtschiedenheit dahingelebt, entschloß sich der junge Graf, ncch um einen längeren Urlaub nachzusuchen. Er hätte jetzt nicht zu seiner BerusSthätigkeit zurückzukehren vermocht, und das geräuschvolle, rastlose Leben »ab Treiben der Residenz machte aus ihn den unangenehmsten Eindruck. Man blickt nicht gern in einen Sessel, dessen dunstiger Brodem Einem Musiker etwa» unangenehm officiert wurde und wahrscheinlich meine Empfindlichkeit gegen diSharmo» n lfch e Klänge äußerlich kaum verbergen konnte. Als Musik?r und Freund der Musik, al» gebildeter Mensch überhaupt weide ich slovenische Musik ebenso wie die anderer Nationalitäten eventuell zu würdigen wissen. Wenn übrigens jener Korrespondent der „Südst. Post" iveniger oder gar nicht empfindlich ist gegen Dishar-monie, so darf und muß ich ihn nur recbt lebhaft bedauern Damit findet auch ein „Slovenski Narod" ge-legeutliche Erwiderung auf seine gegen mich gerichteten ungezogenen Ausfälle in einer seiner letzlern Nummern. Beide Blätter scheinen aus derselben schmutzigen Quelle geschöpft zu haben. Was schließlich meine a. a. O. in Zweifel gesogene „väterliche Liebe" gegenüber den Schülern betrifft, so schulde ich über deren höheren oder niederen Grad meine Verantwortung glücklicher Weise kompetenteren Persönlichkeiten als einer „Südst. Post" (F. Stiebcrmapi.) Weiteustein, 20. Juli. (Lrig.-Corr.) Die Cor-respondenz in der letzten Nummer der „Cillier Zeitung", die die Gründung eines slovenischen Blattes mit libe-roler Tendenz anregte, hat hier entschiedenen Beisall gefunden, es ist die höchste Zeit, daß in dieser Richtung endlich einmal etiva» gesckiieht. damit der arme Bauer, der absichtich irregeführt wird, endlich auch in die Lag« lommt, Wahrheit zu hören und zu lesen. Die allezeit liberalen Bewobner von Weitenstein werden das Unter-nehmen mit besten «rüsten unterstützen. K. »leine Chronik. Eilli. 30. Juli. (Neuer Bürgermeister.) Bei der in der vorigen Woche zu Gonobitz vorgenommenen Bürge» meifterwahl wurde für diese Ehrenstelle Herr Gottfried Hausenbichl gewählt. Der bisherige Bürgermeister Herr Dr. Lederer hatte zuvor die Erklärung abgegeben, eine Wiederwahl nicht mehr anzunehmen. (Deutsche Sirche.) Der Direktor der landschaftlichen Bildergallerie in Graz. Herr Schwach, war in der verflossenen Woche hier, um da« schöne FreScoaltarbild der teutschen Kirche zu untersuchen. Das Rrjultat seiner Forschungen ergab die dringende Nothwendigkeit einer Restou-rirung de« genannten BildeS, die demgemäß auch ein bewährter Künstler unter Einflußnahme des Herrn Schwach vollführen wird. (Städtische Knabenschule.) Zu Beginn de« Schulde« 1880/81 waren an der hiesigen KuabenvolkSjchule 257 Schüler ringe-f.1 rieben, wovon 223 bis zum Schlüsse verblieben. 183 Schüler entsprachen, 40 erhielten die zweite Foitgangsclasse. Die L Classe zählte am Schlüsse de« Jahres 45 Schüler die II. 51, die III. 50, die IV. A. 42, und IV. B. Classe 35. Von der Gesammtzahl wurden 38 Schüler in« Ehrenbuch j eingeschrieben. in'» Hirn gestiegen ist, und an dessen siedendem, glanzvolle Perlen werfendem Wasser man sich ver-brannt hat. Der junge Gras empfand jetzt mit einem Male fast einen Ekel vor all' dem aus» dringlichen Flimmer und Prunk, vor all' dem bunten Gewirr und betäubenden Ltrm der Kaiser-stavt. Er hatte bemerkt, daß alle» dies keine Seel» heilen kann, daß man bei ihm nicht zu vergessen vermag. Sein Herz sehnte sich noch Ruhe und Ein« samk.it, wo es allein mit sich selbst sprechen und alle die seltsamen Stimmen, die in seiner Tiefe durcheinanderklangen, sondern und — vielleicht — zum Schweigen dringen konnte. Der erbetene Urlaub wurde ihm gewährt. Um den Regeln de» Anstandes zu genügen, machte er der Liswendt'schen Familie noch einen Abschied«, besuch. Man kam ihm freundlich entgegen, wie man einen lieben Bekannten empfängt. He,r LiS-»enJt senior war die Liebenswürdigkeit selber und überhäufte den jungen Grasen, seinen „künftigen Schwiegersohn", wie immer mit schmeichelhaften Ausdrücken der verbindlichsten Höflichkeit. Obgleich Bruno von Pahlfen feine trüoe Stimmung nur mit großer Mühe verbarg, wurde doch ein ange-uehmes Stündchen verplaudert. Auch Luzia's wurde gedacht. . , Sie sei an die Ostsee gereist, um einer alten Tante io deren Einsamkeit einige Zeit Gesellschuft (Baumeister Ts ch e r n i t s ch e k) hat seine neuerbaute nächst der Klosterschule gelegene reizende Villa an den Oberstlieutenant von John verkauft. Der neue Besitzer verläßt mit seiner Familie seinen bisherigen Wohnort Brunn um in Cilli dauernd zu bleiben. Wie wir hören, beab-sichtigen noch mehrere dinstinguirte Familien Böhmen und Mähren, um der Tschechenhetze willen, zu verlassen und in unsere deutsche Stadt zu übersiedeln, wo ihnen gewiß die freundlichste Auf-nähme sicher ist. (S ch u l f e st.) Der Beschluß d-s Stadt-schulratbes im Eichenwalde ein Schulfest abzu-halten, hatte nicht allein unter der Schuljugend sondern unter der gesammten Bevölkerung eine freudige Erwartung wachgerufen. Die ersten und edelsten Damen der Stadt waren zu einem Comite zusammengetreten, um die erforderlichen umfassenden Vorbereitungen zu treffen und die Erfrischungen und Stärkungen im reichlichsten Maaße aufzu« bringen. DoS Fest selbst sollte wie bekannt am Schulschluße stattfinden. Allein gerade am be« stimmten Tage begann der durch längere Zelt fast wolkenlose Himmel »in bitterböses Gesicht zu schneiden. Es gewitterte den Tag über, daß es einem fast bange wurde. Da« Fest mußte auf den nächs..'» Tag verlegt werden und man war übereingekommen, falls der Himmel kein Einsehen haben sollte, die Casinolocalitäten statt deS Eichen-walde« zu wählen. Nicht so bald dürfte von un-serer lieben Schuljugend ein Tag mit größerem Jubel begrüßt worden sein yjS der, welcher so verheißend, so frisch und klar am 23. d. anbrach. Speisen und Getränke wurden daher nach genann> tem Wäldchen geschafft, Zuckerbäcker und Restau-roteure hatten bereits ihre Wien bezogen und die » amen vom Comite «^D^afelbst erschienen um die Bewirthung selbst vorzunehmen. Da mit einem Male änderte sich die Scenerie am Firma-mente. Ein Gewitter, welches jede Hoffnung auf ein Fest im Freien illusorisch machte, brach lo« und nachdem die Borräth: geborgen waren, flüchteten die Damen durchweg« fast gänzlich durch« väßt nach der Stadt zurück, woselbst sie im Casino die weiteren Vorkehrungen Nasen. Mittlerweile hitte sich die Jugend voll schwebender Pein in der VolSschule versammelt. Und als der Gewitterregen endlich aufhörte, wurke unter klingendem Spiele und mit webenden Fahnen der Marsch nach dem Casino angetreten. An der Spitze des Zuges schritt eine schmucke Abtheilung von Knaben mit Helle-barden im Costüm der Lanzlnechte. Die Tracht war au» deutschen und österreichischen Farben ge« fchmackooll zusammengestellt. Im Casino angelangt wurde die Jugend durch eine humorvolle Rede de« Bürgermeisters Dr. Neckermaun, die mit einem dreimaligen Hoch auf den Kaiser schloß, begrüßt. Oa die Localitüten für die jugendlichen Gäste und deren überaus starke Suite denn doch zu beengt erschienen, so mußten viele der Spiele zu leisten, sagte man, und sie würde wohl späte« sten» bis zu Anfang Juli zurückgekehrt fein. Man hoffte, dann auch den jungen Grafen wieder in Berlin zu sehen, und lud ihn schon jetzt ein, dann einige Zeit mit der Familie auf dem Pracht-vollen Landsitz, den man am schönen User de« Rheines besaß, zu v.-.weilen. Bruno dankte ver« Kindlichst, und es klang, ol« ob er diese freund« liche Einladung annehmen wolle; in Wahrheit aber datte er gar nicht daran und wollte sich nur einer weiteren Auseinandersetzung entziehen. — Auf froh S Wiedersehen! rief man den jungen Grafen zu, al« er sich wieder verabschiedet« und Herr LiSweabt senior schwelgte abermals in dem Gedanken, der Schwiegervater eines Grafen zu werden, und fühlte sich, den Adelsbrief schon in der Tasche zu tragen, in allen Himmeln. . . Am andern Tage gegen Abend war Bruno bereits wieder auf dem alten Schlosse angekom« men, welches ihi» nun zur, alleinigen Besitz zu-gefallen, wie er denn der Erbe des ganzen, großen Vermögens seine« ViterS geworden war. Die Dienerschaft des Schlosses und d>e Einwohner de« rings um dasselbe gelegenen Dörfchen» waren ver-wundert, den jungen, reichen Erben woäienlang in trübster Stimmung, mit verdüstertem Antlitz ein-hergehen zu sehen. Der Biter war wohl gestorben und konnte zwar betrauert werden, jawohl! (Fortsetzung folgt.) und Reigen welche der wacker« Bürgerschullehrer A. Tisch für diesen Tag mit vieler Mühe eingeübt hatte, unterbleiben. Die wenigen Reigen jedoch, die bei Gesang executirt wurden, erregten den ungelheilten Beifall der Anwesenden. Nach einer reichlichen Bewirthung. die der Umsicht der Da-wen und dem Appetite der Kleinen zur Ehre ge« reicht«, wurde da« Fest beschlossen. Nachdem die Säl« sich gelichtet hatten, lmprovisirte die reifere Jugend ein Tanzkränzchtn, zu dem die Musikver-«iaSkapell« ihre aufmunternden Weisen ertönen ließ. — Wir glauben im Sinne unserer Bevölkerung zu sprechen, wenn wir schließlich den Stadt-schulroth ersuchen die Abhaltung von Schulfesten nicht fllr je eine Olimpiade anzusetzen, sondern alljährlich solch« zu arrangir«n. Die Sympathie, die Alt und Jung denselben entgegenbringt, bürgen nicht nur «in volle« Gelingen, sondern würden sie auch zu wahren fröhlichen Volksfesten machen. (Affaire Pruß-Kummer.) Vor ungefähr 14 Tagen erschien ia unserer Redaction Herr Dr. Anton Pruß, um von der Zustimmung«, erklärung, welche die Unterschriften 33 Gonoditzer Herren, darunter solche der ersten Bürger de« Morkie« trügt, Einsicht zu nehmen. Dem genannten Herrn mochte e« beim Einblicke in da« Schrift-stück recht sonderbar zu Muthe gewesen sein, zumal er auch befreundete Namen la«, deren Träger seine slldsteirischen Kniffe verurtheilten. Doch statt sich die Lection zu merken, griff er neuerdinz« zu seiner schmählustigen Feder und suchte seinem vom Partei-Hass« gepießten Herzen durch frische Sudeleien Lust zu machen. Bei seinen Expeciorationen, die in d«r »Südsteirischen Post" vom 23. l. M. ab-gelagert wurden und zu denen sein Neffe Dr. Dra-gotin Pruß Amen sagte, schien dem Gonobitzcr Advocaten auch der Verstand durchqebrannt zu sein, denn er ließ sich zu solchen Plump, und Plattheiten verleiten, die ihn um da« letzte Restchea von Reputation bringen mußten. Da« Jongleurstückchen voa Niederträchtigkeiten bestand vor allem darin, daß er die Ossicier«-Ehre de« wüthend gehaßten Gegner« in den politischen Kamps zog. Herr Dr. Pruß wußte gar wohl, daß der AevocalurScandidat C. G. Kummer deutscher Burschenschafter war, daß er al« solcher, sowie al« Reserve Officier auf eine so freche, so erbünn» liche Provokation mit einer Herausforderung ant-warten müsse. Herr Summer brachte denn auch den Fall beim Ergänzung« BezirkS-Eommando in Marburg sogleich zur Anzeige und schickte in seiner Eigenschaft al« Reserve-Öfficier den beiden Herren Dr. Earl und Dr. Anton Pruß seine Zeugen, zwei Oberlicutenant» vom 26. J>ifanterie-Regi-mente, zu. Die Forderung wurde jedoch beiderseits abgelehnt. Vom Med. Dr. PruH sogar mit dem Bemerken, daß er dieselbe beim Gericht« anzeigen werd«. Und doch hatt« dirs«« edle Dioscurenpaar die Frechheit besessen in der „Südstcirischen Post" wörtlich zu schreiben: „Der «cht« Deutsch« zeigt ihm zugefügten Ehrenkrän-kungen ein« groß« Empfindlichktit und wenn «r wirklich gekränkt ist. so fordert «r Genugthuung. Kein Sloven« (?) würd« di« Ihnen zuge-schleuderten Eigenschaften ruhig hinnehmen." Nachdem die Intention der beiden Docioren, Herrn Kummer al« Reserve-Officier anzugreifen, um dessen Forderung zu einer Strafanzeige zu benützen, schon vor 14 Tagen in Gonobitz bekannt war, so stellt sich die famose Erklärung in der „Südsteirischen Post" a!« «in gemeiner Hinterhalt herau«. Die Unterfertiger erscheinen hiedurch genügend qualisicirt. Di« siech« öffentlich« Provocation, di« mit eigener Sati«-factionSunfähigkeit endet«, hat si« gesellschaftlich unmöglich gemacht. Wa« die Bemerkung Dr. A. Pruß betrifft, Herr C. G. Kummer hätte sich den Titel AdvocaturScandidat usurpirt, so können wir dieselbe al« eine Lügenhaftigkeit brandmarken, denn letzterer ist laut Erlasse« der Advocaten-kammer vom 6. April a. c., Z. 303, in die Matrikel der AdvocaturScandidaten eingetragen. — Wie wir übrigens erfahren, wird Herr Kummer die letzte publicistifche Leistung de« Dr. ». Pruß der Adoocatenkammer vorlegen und gegen Oheim und Neffen den Pießproc-'ß anstrengen. (GratiSversicherung der Feuer« w «h r m ä n n «r.) In Frankreich ist der Vorschlag gewacht worden, die in ihrem Berufe getödteiea oder verwundeten Feuerwehrmänner durch Grati«-Versicherung in Schutz zu nehmen und soll von der Gesellschaft „Le Monde" dieser Borschlag bereit« acceptirt worden sein, so daß die Familie eine« in seinem Berufe gelödteten Feuerwehrman-ne« 1000 Franc« und im Berwundungsfalle der Mann selbst 1 Frc. täglich erhalten würde. (U n t e r st «i r i s ch « Bäder.) Im Kaiser Franz-JosesS-Bade Tüffer sind di« zum 29.d. 184 Eurgäst« und in Römerbad bi« zum 27. d. 534 Eurgäste eingetroffen. (B l i tz s ch l a g.Mann schreibt un« au«Hoch« enegz: „Dienstag Früh schlug der Blitz in da« Stallgebäude de« Grundedfitzer« Supanc in Prekorje — Gem. Bischofdorf — und zündete. Drei Personen, die im Dachraume schliefen, kamen mit dem bloßen Schrecken davon. Da« Bieh wurde rechtzeitig gerettet. Da« Gebäude dagegen wurde sammt Futtervorrätten ein Raub der Flammen. (Ertrunken.) Bei der Zipperwaldmühle in Pnstova ertrank vor einigen Tagen der 10-jährige Schüler Franz Pakloveö. (T o 1 ler H und.) Ja Hl. Dreifaltigkeit wurde vor einigen Tagen ein toller Hund er-schlagen, welcher dort und in Hanau mehrere Hunde, Schweine und Hühner gebissen hatte. (D i e b st a h l.) Dem Grundbesitzer PZenie« nik von Hungerdorf (Gemeinde Weixeldorf) wurde gelegentlich de« Markte« am Annaberge bei Tüchern eine Börse mit dem Inhalt von 12 fl. au» der Rocklasche gestohlen. Ariv.-Ielegr. d. „Kissier Aeitung." Wien, den 30. Juli. Der Abgeordnete Graf MannSfeld starb heute in Blankenberge an Scharlach. Wien, den 30. Juli. Gestern fand unter dem Vorsitze de« Kaiser« ein Ministerrath statt. Wien, den 30. Juli. Die .Teplitzer Ztg." meldet, der Abgeordnete Dr. Herbst werde eine Wählerverfammlung nach Tetschen einberufen. Der Tag hiefür sei noch unbestimmt. Landwirtschaft, Handel, Industrie. (R e g i o n a l-V i e h a u « st e l l u n g.) Da« Comite für die RegionalViehau«stellung in Eilli hat in der letzten Sitzung beschlossen, diese Au«-stellurg am Samstag, den I. October d. I. zu veranstalten. Zur Betheiligung werden hiezu die Sprengel der Bezirk^hauptmannschasttn Cilli und Rann und der Bezirk Schönstein ou'gcsortert. Al« Obmann des Eomilv« wurde Advocat Dr. Langer, zu dessen Stellvertreter Kunstmühlbesitzei L. A. Lutz und zum Schriftführer Peivatier I. Kalligaritfch gewählt. (Pferde-Ausstellung in Sachsen-seld.) Zu d«r am 3 September d. I. in Sachsen-feld sialifiiidenden Pserdc-AuSstellung gibt sich bereit« ein recht lebhaftes Interesse kund. Die Prämien, welche noch iiilt definitiv bestimmt sind, dürften in Folgt diverser Zuschüsse von verschie« denen Seiten, recht namhafte werden. Tag« darauf, d. i. Sonitag den 4. Seplember, findet ein Trabwettfahren statt. Da man auch für diese« Wettfahren gerne Preise aussetzen möchte, jedoch momentan die Mittel hiezu fehlen, so ergeht an alle Freunde der Pferdezucht die freundliche Bitte, hiezu eine kleine Beisteuer leisten zu wollen. Ein diesbezüglicher Sammelbogen liegt in der Buchdruckerei in Cilli, Herrengasse, auf. (Virecte Güterverschiffung zwischen Wien und Eöln.) Nach einer Meldung der „Köln. Ztg." sollen in nächster Zeit Güter au« Oesterreich in Köln direct zu Waffer, und zwar durch den Main Donaucanal, ankommen. Zwei Schraubendampfer werden die Verbindung zwischen Eöln und Oesterreich vermitteln und leitet der tvrtige Generalagent der österreichischen Süddahn« Gesellschaft da« Unternehmen. Derselbe ist bei der städtischen Verwaltung um die Erlaubniß zur Anlage einer Landebrücke am Rheing.ssenthor ein-gekommen und wird diese Angelegenheit da« Stadt-verordneten - Eollegium iu feiner nächsten Sitzung beschäftigen. (Die elektrisch Beleuchtung feuer-gefährlich.) Bi«her wurde sür einen besonderen Vorzug der elektrischen Beleuchtung gehalten, daß dieselbe nicht feuergefährlich fei. I., der Pro;»« scheint die« jedoch nicht so ganz der Fall zu sein, I denn die New-Dorker Feuerversicherung»'Gesell-schasten verlangen für di« Versicherung von Ge-bLiden, über welche elektrische Drähte, die nicht isolirt sind, hinlaufen, eine höhere Prämie sür besondere Feuergefährlichkeit. E» hu sich nämlich gezeigt, daß. wenn einer dieser Drähte zufillig einen Telegraphen oder Telephon-Draht berührt, der letztere sofort schmilzt, und wenn er Holzwerk berührt, e« ia Brand setzt. Pas Travwettfahren im Sannthate. Im V. Pserdezuchtgediete Steiermark«, welche« in seinen Haupttheilea da« ganze Sannthal umfaßt, hat die Pferdezucht in den letzten Jahren wesentliche Fortschritte gemacht und hat sich unter den Züchtern der dortigen Gegend so viel Eifer, so viel reger Sinn für die Pferdezucht und deren ganze« Wesen ertwickelt, daß für ««itcr« Fort-schritt« di« schönsten Hoffnungen berechtigt erscheinen. Durch die wirksame Unterstützung de» hohen k. k. Ackerbauministerium», sowie Dank der aner-kennenswerlhesten Thätigkeit und Fürsorge selten« de« k. k. StaatShengstendepot-Eommando» zu Graz ist unter entsprechender Mitwirkung de« Vereine« zur Hebung der LandeSpserdezucht ia Steiermark gegenwärtig der größte Theil de« V. Zuchtgediete« mit gleichartigen dem Zuchtstulenmateriale entspre-chenden vorzüglichen Hengsten «Burgunder und Waloner Hengste) versehen. E« oUiegt i'ua den Züchtern gute entspre-chende Zuchtstuten zu halten, die Fohlen nicht wie bisher so fehlerhaft fast ausschließlich im dumpfigen Stalle, sondern bei gutem reichlichem Futter, mit viel Bewegung im Freien rationell auszuziehen, und so der neugewonnenen Zuchtrichtung jene Kräftigung zu geben, welche allein die Interessen de» Züchter» fördern kann und wird. Diese Zuchlrichluag erstrebt eia müßige« Arbeit»- und Wagenpferd, welche» nicht nur schwer« Lasten fortziehen kann, sondern auch im Stande ist eine weitete Entfernung in rascher Gangart zu hinterlegen; also nicht jene einseitige Auffassung zuläßt, welche nur auf die Mass« werth legt. — Schnelligkeit und AuStauer mit der Mass« ver-bunden geben erst da» richtige Gedrauchspferd. Der Verein zur Hebung der LandeSpserdezucht hat ia Erkenntnis dessen die Abhaltung von jährlichen Trabwettfahrten angestrebt; diese Idee wurde von Seite de» hohen k. k. Ackerbaumini-sterum durch bereitwilligste Gewährung der er-detenen Geldpreis« derart unterstützt, daß genannter Verein in der Lage ist, siton ia diesem Jahre die ersten Trabwettfahren gelegentlich der heuer zu Sachsenfeld abzuhaltenden Pserdeprämierungen zu veranstalten.*) Der Zwtck diese» Trabwettfahren ist: beim Züchter und Pferdebe.'itzer den Sinn sür Ver-wendung und Ausnützrng seine» Pferde» in rascher Gangart zu wecken uud dadurch denselben zu besserer Pflege, Wartung und Fütterung de« Thiere» zu verhalten; — in weiterer Folge aber durch die bei Generationen fortgesetzte Uebung und Entwicklung der Muskel- und AthwungSvrgane ein Vererbungsvermögea dieser Eigenfchaftea zu erreichen. Die in Steiermark mit so mancherlei Hinder-nissen kämpsende rationelle Aufzucht der Fohlen, ist der Berein bestrebt durch Acquirirung einer im V. Zuchtgediete gelegenen Pferdeanlage zu unter» stützen. Diese soll dem Züchter Gelegenheit bieten sein Fohlen den Sommer über auf eine mäßig entfernte Alpenweide, gegen ein geringe», zur Er-Haltung der Alpe, de» AufsichtSperso.iale«, und für sonstige Ausgaben bestimmte« Sntgeld auf-zutreiben. Zum Schlüsse möge nur aoch an die H.rren Züchtrr des V. Zuchlgtbit«» di« Bitt« gestellt sein, durch ernst« und grwissenhaft« Würdigung dieser Absichten und Bemühungen dem genannten Ver-eine jene Unterstützung aagedeihen zu lassen, welchen allein ermöglicht ihre eigenen Interessen zu wahren, die Pferdezucht al« Quelle de« Wohl-stände» zu fördern, uno zu befestigen. *) Diese« Trabwettfahren wird im Zusammen-bange mit den am 3. Sestemder d. I. »u Sach,ense!d abzuhaltenden Pserdepramiininqen am 4. September edendort stattfinden und werden die genaueren Be-stimmunge» rechizeitig bekannt gegeben werden. Buntes. (Zoologische«) Ein Gelchrtn. der zu-find) (in bekannter Feinschmecker ist. wurde vor einigen Tagen von einem ivißbkflicrigcn Äastgeder bei Tische befragt; „Woran können Sie die alten Hühner von den jungen unterscheidet», Herr Pro-jttfor? — „Sehr einfach: an den Zähnen.- — .Aber die Hühner haben doch keine Zähne!" .Die Hiihner allerdings nicht — aber ich!" (DreiKometen in dirsemIahre.) Zu den jwei in diesem Jahre bisher entdeckten tometen ist gegenivertig ein dritter Komet hinzu-zilowmcn. der am 15. Juli in Ann Arbor im Etaaie Michigan von Herrn Schäberle entdeckt «rden ist. Wie der erste, gleichfalls in Amerika «a 30. April von Herrn Swift in Rochester ent-lrckie und nur kurze Zeit beobachtete Komet ist euch dieser dritte nur teleskopisch, nimmt jedoch, der örde und der Sonne sich nähernd, an H-llig-(eil zu. Derselbe befindet sich im Sternbilde de» ZchrmannS in Naht derselben Himmelsgegend, wo M einem Monate der noch immer ohne Fernrohr erkenndart, aber jetzt e.heblich schwächere (zweit«) taut zuerst hier sichtbar wurde, welcher zuerst « 23. Mai in Metbourne in Australien be» »Mut worden zu sein scheint. (Unpraktisch) Einem Schauspieler Pas-sme eS jüngst, daß er mit leerem Mögen zu frtie gehen mußte. Wa« ist nun natürlicher, als d-ß er träumte, es befände sich in einem der ftshionablsten Restaurant« der Residenz. Hungrig Nie er nun war, bestellte er beim eilfertigen «tllner ein« der schönsten Erzeugnisse der exqui-ßttn Stiche, eine Keule mit Trüffeln. Wählend M Gewünschte in der Küche zubereitet worden Mi un» der Kellner den Tisch deckte, und die Ifrmige herholte, ca — e, wachte der hungerige ttnstler. „Wiever einmal unpractisck gewesen — brummte der über sich selbst in Zorn gerathene Miwe — hätte ich doch lieber etwas kalte Kiiche Wellt.' Eingesendet. Wien. 28. Juli 1681. Geehrte Redaction! Unter dem 12. d M. sandte ich der „Eüdsteir. ! hch" die unten folgende Berichtigung. Es scheint >edoch, fei diese Zeitung wenig geneigt, der Wahlheil die zu geben, denn sie nahm bisher von meiner Rich-Ißtzellung keine Notiz. Hiedurch sehe ich mich veranlaßt, yars das genannte Blatt nach Borichrift des Pttb-gt'titi vorzugehen und ersuche Sie gleichzeitig, mittler-»n>« in Ihrem geschäKlen Blatt« die Berichtigung zu Mimen. Mit »ollkommensler Hochachtung Dr. St. Foregger. Berichtigung: «Wien, 12. Juli 1881. Geehrte Redaction! Durch Zufall fällt mir Ihre Nummer vom 5. d. St m die Hand, auS welcher ich entnehme, daß Sie die ßrenndlichkeit haben, mich zum PerwaltungSrath') M ernennen. Ich halte es zwar (slt leine Schande, B«r-«itiulgzralh zu fein: da Sie jedoch di«f«r Würde in te» Augen Ihrer Lefer offenbar den Stempel de» Ent-«tatig aufdrucken wollen, so ersuche ich Sie, der Wahr-teil gemäß zu berichtigen, daß ich fchon vor meiner ia den Reichsralh im Jahre 1873 nicht Ler. «ldmgsraih war und ti seither niemals gewesen bin. Zur Veröffentlichung dieser Zeilen Sie ermächti, zeichne ich Hochachtend D«. St. Foregger m. p." •) Baron Gödcl Lanoy, der Vicepräsident de« Ab> rtwetenhaiises und füdsteiristbe VersdhnungSpofthalter. tetonnllich Berwaltunqsrath der „Länderbanl", der ^»»»raiivne grnerale" und diverser Ableger der Wderdonk. Früher war er k. k. Staatsbeamter, gab ja-ch die ehrende Beamtencarriere aus, d. h. ließ sich »i vollem Sehalte pensioniren, vd«U feine staatliche ltbeiiilraft in Svjähriger Dienstzeit offenbar erschöpft nt und widmet seither den Rest seiner «raste au». Wchlich dem Vicepräsidium und der sicherlich noch ehnnbe-n BerwaUungSrathscarriere; er hat eS darin «ä» raick zu einer staatlichen Anzahl von Würden ge-kra&t. Wr wollen nicht mißverstanden sein und durchaus mit der Vermuthung Raum geben, daß sein Mandat »dm Reicksrath die Stufe war. welch« ihn zu seiner ttlbwlfyfqatllicheii Laufbahn führte, wir meinen viel-«ehr. daß ihn der Schmerz um den Verlust seine« ein-mit Kindes in den Strudel erwerbender Thätigkeit ^rpe, weil beide Eteigniffe ziemlich in dieselbe Zeit M» Tie Redaction. Honrse der Wiener Mrse vom 30. Juli 1881. Gold, ent»...........94.— Einheitlich« Staatsschuld in Roten . 77.95 „ r in Silber . 78.80 Bankactirn........... 832.— Ettbitactiti,...............365.40 London............117.35 Navoleond'or.......... 9.31 k. k. Mlinzducaten........ 5.55 100 RcickSmark.........57.35 Deutsches Familient'laN viertetjilhrig Mir. IM. 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Abends 8 Uhr findet unter freundlicher Mitwirkung der Frau Elits Tlchi und der ,Fr4uleins Aaaa Ring und Maria Schmidt ein Sani- iti Citler-Concert statt. Den Schluss bildet ein Tanzkränzchen statt. Alle Freunde der Veteranen sind zu der Festlichkeit höflichst eingeladen. Entrife 30 kr. — Ausführliche Programme werden an der Casse verausgabt. 403—1 Das Comite. Die gefertigte Firma gedenkt ihren I» Aocord zu vergeben. Die Bedingungen können im Comptoir der Gefertigten eingesehen werden und sind Offerten an der gleichen Stelle bis 10. August d. J einzureichen 401—2 Kunstmfihle von Cilli L-atz <äc 2STo.ef#-. ************ Ein Praktikant mit guten Schulzeugnissen findet sofort Aufnahme bei 402—1 imnnrfo Ttrte in Kundmachung. Vom Bezirksausschüsse Cilli kommen mit Beginn de« Schuljahres lh81/82 an der k. k. Lehrer-BildungS-Anstalt Marburg auf die Dauer des Lehrcnrse« mehrere Stipen» dien & einen IahreSbetrag von 100 st., »n dem Gebiete des GerichtSbezirkeS Cilli ange» hörige dürftige Zöglinge zu verleihen. Bewerber um ein derartiges Stipendium haben ihre, mit dem Heimatsscheine, dem AnfnahniS-Zeugnisse der k. k. Lehrer-BildungS» Anstalt, der Nachweisung über die Dürftig-keit und mit d m NeverS, gemäß welchem sie sich verpflichten, nach erlangter LehramtSbe-fähignng im Gerichtsbezirke Cilli durch secht Jahre zu wirken, belegten Gesuche bis Ende August d. I. beim Bezirksansschusse in Cilli zn überreichen. Bezirksausschuß Cilli, am 23. Juli 1881. 389—3 Der HSmann. Ursula Lang 304-12 empfiehlt ihre Möbelhandlung in der Harr eng aas 6 Jffr. 125 einem gütigen Zuspruchs, da in derselben alle Gattungen Kftbal und Bettfournlturen sich in stets grosser Auswahl am Lager befinden. 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