, »/ HM>. Samftag am <8 December «>4HV <5>i, 9.,is,«cker ^it.ma" crscheinl, mit Äü^iahn,. i>cr Smm- »nl. ^>isrt,,qc, <^,l,ch, »„^ kostet ,,c,! »» ^',„ l. t >,'> r >, ^> z, ^l> r i., l., !>>, < b j., l» r. g .'. ,l,-l<» sr. mil ss're.^nd >m^ qanzjähliss ,2,1., l>« l !',.'. I, >^ »! st /,» d><^ Z,.^lln,u, >»^'^i,.s ssnd l> « ! b j 5 l> >-i .) 3<» sr, »,.s» zu ent.lcht.n, M i t de r Po .1 v o» t«. t/.i laxii'ilx'il, n'ller Krenzbm!!' »»d gsdiucktcr Mn-ss.' !.'» ,^.. h a, l',.i l, v. g < st. 30'lr. — Inicratlonsqebuhr ft,s ei»s Sv«,- , ^ z>,^,«,»,a 'l lr, !»r ,r Msi»»,!,q.- 5, sr. («,. M. ^»nrale bis !2 Z.i,s» sm1.» ! ,1. si,!- ^ M^il, 5><» s>. fiir 2 M.i! »„d 4<» sr. ,»r l Mal siliinschalt,,, ^ d' s ,<> l'ilhl.!! ist ,uich d.,» „vvovismisch.» «5'sschs vc"n «l. Nl'v.»>l'.'r >>M> snr I>!sn»l.'n. fi'l's!».' jrd.l'maliq.'(^»schaitu»., hmzu z» irch»,» Mmtlicher Theil. ^3^e. k. k. apostol. Majestät sind am 111. d. M. Abends von Wien abgereist, um Sich über Prag und Dresden nach Berlin zn begeben. Der von Ihrer Majestät der Königin von Portugal zum Mmister-Nrsidenten am allerhöchsten kaiserl. Hoflagcr ernannte königlich portugiesische Nach und Kämmerer, Don Ioze Antonio Soar es de Leal, hat am 1!l. d. M. die Ehre gehabt, Sr. k. k. apostol. Majestät seine Beglaubigungsschreiben zn überreichen. Se. k. k. apostol. Majestät haben mit allerhöchster Eluschliesiuug vom 31. August d. I. die Errichtnng eines „„besoldeten Konsulates in Mannhelm zn genehmigen u,id den Chef des dvnigen Speditions-Hauses, Edmund Eyse n hard t, znm kaiserl. österreichischen Consul daselbst, mit dem Rechte zum Ve-zuge der tarifmäßigen Consulargebühren, allerguadigst zu ernennen geruht. Se. k. k. apostol. Majestät haben mit allerhöchster Entschließung vom 6. December d. I., den Doctor der Theologie und Pfarrer zu Schattan, Johann Wrba, zmn Ehrendomherrn an dcm Brünner Dom-capitel allergnädigst zu ernennen geruht. Staatspapiergeld-Umlauf Ende November 1862. 5^)ochster Betrag, welchen laut Kundmachung vom 1!i. Mai 18.'i2 das sämmtliche im Umlaufe befindliche Staatspapiergeld nicht übersteigen st. durfte......... . 176.000.000 In Folge des Staats-Anleihens vom 4. September 4ttl>2 stud getilgt worden: am 2l). September l8.'i2 2M).000 ss. am 26. November 1862 . 2.000.000 fl. Zusammen..... 4,600.000 Höchster Betrag, welchen das sämmtliche im Umlaufe befindliche Staatspapiergeld gegenwärtig ulcht übersteigen darf...........170,600.000 Wirklicher Betrag des im Umlaufe, dann in den Steuer- und Gefällscassen, so wie in allen Äusgabs- cassen des Staates befindlichen Staatspapiergeldes: Ende Novemb. Ende October 1862 1862 zu 3 pCt. verziusliche si. ft. Casse^luweisuugcn . 134.240 166.180 zu 3 p(5t. verzinöliche Neichsschayscheiue . 14,937.000 16,880.200 Unverzinsliche Neichs- schaftscheiue . > - 121.648.068 119^)3.^ Anweisungen auf die Landeseinkünfce Ungarns .....10.90li.862 12.806.871 ^erloobareMüuzscheine '2.816.641 3.010.7«3 U'werloob. Münzscheine 7.947.433 8.010.699 Zusammen . . 168,289.124 160,373.823 Vei Vergleichnng der Ergebnisse beider Monate ergibt Nch eine Abnahme der zu 3 p(5t. verzinslichen Casse-An- st. Weisungen nm......... 2l.940 der zu 3 pCt. verziuölichen Neichsschal)-- scheine nm.......... 1,949.200 der ungarischen Anweisungen um . . 1,900.019 dcr verlosbarcu Müuzscheine um . . 196.242 der unverlosbaren Münzscheine um . 63.166 zusammen um . . . 4,129.667 Dagegen eine Zunahme der unverzins« lichen Neichsschapscheine um .... 2,044.868 im Ganzen daher eine Abnahme um . 2,084.699 Au lombardisch-venetianischen Schaftscheiuen waren Eude November 1862 uoch im Umlaufe 1 Million 601.846 ^ire. Vom k- k. Fiuauzmiuisterium. l Wien, am !4. December 1862. Im Nachhange zu dem Erlasse vom 16. November d. I. (Wiener Ztg. vom 17. November 1862. Nr. 276). wild bekannt gemacht, dasi in Folge H. 2 der Anleihens-V.stlmmui'.qe!, vom 4. September 1862, am 20. De-ceml'er 1852 al'^mals die Verlilgung eines Betrages von 2,000.000 fl. (lind zwar 1..';l'l>.l><>i> st j„ ^s,.,,,,^, lichen NeichsschalMeinen nnd 600.00U ss. in Änwei« snngen anf die ^audeSeinkünfte Ungarns), mit Zuziehung eiueo Mitgliedes der Dirrction der österreichische,, Nationalbauk, in dem Verbrenuhause am Glacis vor-genomluen werden wird. Mit Hinzurechnung der aus dem gleichen Aulasse vorgenommen,,'!, früheren Tilgung von 4'/^ Millionen > Gulden, ergibt sich ein Gesammtbetrag von 6'/, Mill. Gulden, dessen Tilgung ans den auf das Anleihen eingesiossenen Geldern bewirkt worden ist. Vom k. k. Finauzministerium. Wien, am 14. December 1862. Am 16. December 1862 wird in der k. k. Hof-uud Staatsdruckerei in Wien das I>XXlll. Stück de>? allgemeinen Neichsgesey- nnd Negiernngsblattes, und zwar in sämmtlichen Ausgaben ausgegeben und versendet werden. Dasselbe enthält unter Nr. 261. Das kaiserliche Patent vom 20. November 1862, wodurch für die Krouländer Oesterreich nnter und ob der Euns, Salzburg, Eteiermark. Kärnteu und Kraiu, Görz und Gradiska, Istrien, die Stadc Triest mit ihrem Gebiete, Tirol uud Vorarlberg, Böhmen. Mähren, Ober- und Niederschlcilen, Ga-lizien und Lodomerien, mit Auschwip »ud Zcttor, Krakau und Bukowina eine ueue Vorschrift über den Wirkungskreis nnd die Zuständigkeit der Gerichte in bürgerlichen Rechtsangeleuheiten (Vivil-Iuriodictions-Norm) erlassen n>>d bestimmt wird, daß die Wirksamkeit derselben in jedem dieser Krouläuder zugleich mit der Wilks^mkeit der da. selbst neu zu orgauisireuden Bezirksämter und der ilbrigen Gerichtsbehörden z» beginnen habe. Wien, am 14 December 18^2. Vom k. k. Nedaction5bureau des allgemeinen Reichs-geseh- und Regierungsblattes. Nichtamtlicher Theil. Die Eivil Jurisdictions Vtorm - Ein kais. Patent vom 20. November 1862, wirksam für Oesterreich unter und ob der EnnS, Salzburg, Sceiermark, Kärnten und Krain, Görz und Gradisca, Istrien, die Stadt Triest mit ihrem Gebiete, Tirol Mit Vorarlberg, Böhmen, Mähren, Ober» und Nieder-Schleslen, Galizien und Lodomerien mit Auschwip nuc Zator, Krakau und Bnkowina, ist erstossen, wodurch für diese Kronländer eine ueue Vor, schrift über den Wirkungskreis und die Zuständigkeit dcr Gerichte in bürgerlichen Nechlsaugelegenhmen (Civil-Jurisdictions-Norm) erlassen, und bestimmt wird, daß die Wirksamkeit derselbe»» iu jedem dieser Kronländer zugleich w>c der Wirksamkeit der daselbst neu zn orq^üisirendeu Bezirksämter uud der übrigen Glll'chtsbchörden zu beginne,, habe. Die wrsentllchstei, Bestimmungen dess''lbcu sind folgende: Mit dcr Wirksamkeit dieses Gej>l>s treten alle in den Krouländern, für welche dasselbe erlassen ist, früher bestandenen Bestimmungen über die Gerichtszuständigkeit iu bürgerlichen Rechtssachen, soweit das« selbe die Jurisdiction betrifft, sammt allen hierauf sich beziehenden VerordnnngsN außer Kraft- Stleitigsstten über die Gerichtszuständigkeit zwischen Gelichtibchoroel» erster Instanz lütter einander has, wen,, beire (^sichte d,m „smlich«, Ob,sg,richte »„tcrstehe,,, dieses z» eiiesch^ide,,. Ist jeteS d,s stlei-teuden Gerichte einem ander» Obergelichie „„terwor-feu, so ist vou dcn beiden vorgesepten Obergerichtei, einverständlich zu entscheiden. Kommt zwischen denselben kciu Eiuoerstäudniß zu Staude, oder entsteht zwischen zwei Obergerickttu ein Streit über ihre ei-, ge„e Zuständigkeit, so kommt dl> Entscheidung dein obersten Gerichtshofe zu. Die Rechtspflege darf iu-desseu nicht aufgehalten werden, sondern daS Gericht, welches in dieser Angelegenheit zuerst eingeschrittei, üst, hat das Verfahren bis zur Entscheidung des Streites fortzusein». Außer seinem Gerichte-bezirke kaun der Richter keiue Haudlung der Gerichtsbarkeit selbst vornehme»,. Doch sind die Gerichte anderer InriSdictionsbczirke auf Ersuchen des Richters, bei welchem die Sache anhängig ist, die Verfügungeu desselben zu vollziehen schuldig. Die gesammte Gerichtsbarkeit wird iu erster Instanz von den Gerichtshöfen und von den Bezirk^imterli M Bezirksgerichten geübt. Der Entscheidung der Gerichtshöfe erster Instanz stnd vorbehalten: Die Rechtsaugelegenheite!,, in denen es sich um die Uugilcig - Eikläruug oder Auflösung eiuer Ehe, oder um die »icht einverstäildliche Scheidung vou Tisch und Bett handelt. Klagen, welche gegen deu Fiocus, weltliche uud geistliche Gemeinden, Kirche», Pfrüudeu, Stiftungen und Anstalten zu dffeutllchrü Zwecken, endlich Besitzer laudlästichcr oddigen Pflege der Verlassenschafts-Abhandlung hiMlegirt »erden. Zur Bewilligung der einverständli-Ul.'ch«^ (Tr. Z.) Gratz, 13. December. Die Hieher gelangte Nachricht von einem auf den Brück-Klageufurter Eilwageu versuchte,, räuberischen Aufall bestätigt sich. Von den drei Angreifern suchte der eine die Pftrde anzuhalten, kam jedoch übel dabei weg, denn ein böser Hengst verlchte ihn dnrch Beißen uud AuS-schlageu. Der Zweite war mit eiuer Hacke bewaffnet. Die muthige Entschlosseuhcit des aus dem Wageu spriugenden CouducteurS, der einige Wunden erhielt, verscheuchte jedoch die Strasiendiebe, so daß die Fahrt ohne eiuen weiteren Unfall fortgesept werden konnte. (Ll.) Wien, 16. December. Die zwischen dem Handels- und Finanzministerium sett längerer Zeit gepflogenen Verhandlungen zur Verhinderung des Schmuggels sind bereits zu einem Resultate gediehen, uud soll namentlich ein Plan entworfen worden sein, der bei dem Vorgange hierbei zur Richtschnur dienen würde. Vorlaufig soll mit der Reorganisation der Finanz- uud Gräuzwache begonnen werden. — Se. Majestät der Kaiser Ferdinand hat der katholischen Leihbibliothek des Central - Scverinus» Vereines ein Geschenk von A00 st. C. M. zuzumn» teln geruht. Ihre Majestät die Kaiserin Maria Anna hatte dem wohlthätigen Frauenvereine im Bezirke Roßau — für «iu Exemplar der zum Besten dieses Verei-ues iu den Druck gelegten Fastenprediglen des hochw. Hrn. 1'. Carl Steru, Capitular des Schotteustlftes — 100 fl. C. M. zuzusenden geruht. — Mit Neujahr wird im k. k. Müuzamte wieder mit Ausprägung von Kupferscheidemünzen fortgefahren werden, da dieselbe seit einigen Tagen ausgesät ist. — Ueber ein Ansuchen der k. baier. Regierung werden alle aus Oesterreich nach Baiern ziehenden Handelskrämer jeyt nebst ihren Reisepässen auch noch mit Haudelscertificaten versehen, in denen nicht bloß die Berechtigung znm Handel im Inlands, sondern insbesondere ausdrücklich bemerkt wird, daß derlei Krämer in ihrer Heimat den Handel in offenen Ver-kaufsläden ausüben. Ohne derlei Certificate wird in Baiern die Ausübung des Handels vorläufig nicht gestattet. — Verläßlichen Mittheilungen aus Ungarn zufolge, ist die diesjährige Tal'akerntt besonders gut ausgefallen, und es geht die kürzlich begonnene Einlieferung in die Aerarial-Magazine rasch vor sich. Der Tabak ist l'esonders gut ausgetrocknet, wozu die Trockenheit der verflossenen Monate viel beitrug. — Mit 1. Jänner tritt im Sachsenlande Siebenbürgens die politische Administration durch kaiserl. Bezirks- n»d Laxdesbezirksämter in Wirksamkeit. Die beiden Districts Hermamistadt uud Fogarasch werden in einen einzigen, unter dem Namen Hermannstädter District vereinigt, welcher 8 Bezirke umfaßt. Hermanustadt nnd Kronstadt werden innerhalb ihres Weichbildes als eigene Bezirke verwaltet. — Nach Briefen aus Siebenbiugen hat dort die Vruenuung der Advocaten bereits Statt gefunden, und es haben viele den vorgeschriebene» Advocateneid schon geleistet. — Aus Kronstadt' wird berichtet, daß daselbst zahlreiche Wölfe zmu Vorschein kommen. Anch andere Ranl'thiere zeigen sich; anf einer am Göyeu-verge kürzlich gehaltenen Jagd sind drei Bären geschossen worden. ^ Am 20. Dec. wird gemäß den Bestimmun-mnngen deS lepten Anlehens abermals ein Betrag von 2 Mill. Gulden Staatspapiergeld ( 1V, Mill, in verzinslichen Reichsschal)scheinen und '/« Mill, in ungarischen Anweisnnge,,) offeinlich verbrannt werden, wodurch sich ein Totalbetrag von li'/u Mill. Gulden ergibt, dessen Tilgung bereits aus den auf das Alllehen eingeflossenen Geldern bewi'kt wnrde. ' Uglier die lepten ^cbenomomente der kürzlich m Mantua wegen Hochverrathcs hingerichteten Individuen erfahren wir nachstehende Einzelheiten. Die Verurtheilten bezeigten die innigste Reue über ihr Verbrechen, und eine religiöse Ergebung in ihr Schick» sal. Der Priester Tazzoli insbesondere stellte an seinen Beichtvater, den Rector des bischöflichen Semi-nariums Martini, die Bitte, einige Kcmzelreden, die er während der Unterfuchlmgshaft zur Bekämpfung der Mazzini'schen Irrlehren geschrieben hatte, z„ veröffentlichen, nnd den jungen Clerikern die Elfillllma. ihres Berufes mit Ausschluß jeder politischen Betheiligung an das Herz zn legen. In einem Schreiben, das Tazzoli dem Auditor übergab, empfahl er seinem Neffen, sich stets als getrener Unterthan der österreichischen Regierung zu verhalten. Poma'S leyte Worte waren ein Ansuchen an den genannten Don Mac« tini, sich zu dem Polizeiconmnssär Filippo Rossi zu begeben, und von ihm Vergebung des gegen sein Leben projectirten Attentates zu erbitten. Deutschland. Verlin, 13. December. Die „V. Z." w'll von einer „bis anf Weiteres" erfolgten Eistirnng der Vorarbeiten für die Wiederherstellung der Zollbarrie-ren an den Gränzen gegen die ausscheidenden Staaten hin, welche bereits im vollen Gange begriffen gewesen seien, wissen nnd bezeichnet die Geheimrälhe Delbrück und Philippsborn als diejenigen," welche von Seiten Preußens die Verhandlungen mit Hrn. von Vruck führen würden. Die „Leipz. Z." schreibt von hier: Die deutsche Emigranten-Propaganda in London und Paris ist durch den Cölner Comnulnistenprozeß nichts weniger als eingeschüchtert: sichere Anzeigen denten vielmehr darauf, daß sie ihr unseliges AgicationSwerk nach wie vor fortscht. Die in London lebenden Flüchtlinge las> sen es sich besonders angelegen sein, den Cölner Pro» zeß zu Gunsten ihrer Partei auszubeuten. Liebknecht, der in dem Prozeß als Versass"' deS „Originalproto-collbuchS der Londoner Communistengemeinde" figu-rirt, ließ einen gewissen Hirsch vor dem Magistrat von Vowstreet eine Urkunde ausfertigen, daß er das Protocollbuch verfaßt und Liebknechts Unterschrift ge> fälscht habe. Man hofft durch diesen Conp '" Deutschland Sensation uud Theilnahme für das Schick' sal und die Tendenzen der Partei zu wecken. Auch I2Ht in Paris schlummert die Hydra nicht. m,d richtet ihr Augenmerk ganz besonders anf Süddeutschland, seitdem die Vollendung der Eisenbahn nach Straßburg die Communicatiou so ungemein erleichtert. Polizei-rath Stieber befindet sich gegenwärtig in Paris, um die Machinationen zu überwachen, und sich zugleich in Betreff anderer Angelegenheiten mit der Pariser Polizeipräfectur ln Verbindung zu seyen." München, 1l. December. Der Van der Ei-seubahn von München über Nosenheim nach Salzburg uud nach Kufstein wird nun, nachdem alle Vorarbeiten fast erledigt sind, möglichst rasch betrieben werden. Die Erdarbeiten haben an mehreren Stelle» in den jüngsten Wocheu begönne,, uud werden, so weit thnnlich, alsbald in größerm Umfange in Angriff genommen werden. Es hat daher die KreiSre« reaiernug von Ob^l baiern bezüglich der Beaufsichtigung und Behandlung der Eisenbahubauarbeiten sehr umfassende Vorschriften erlassen, die sich namentlich auch auf die Verpflegung und Veherberguug der Arbeiter, auf deren Gesundheitszustand und so ferner beziehen. S ch w e i ;. Der RegierungSrath von Solothurn hat beschlossen, das Kloster Mmmil-l .lc>«u aufzuheben, die Klo-sterfranen zu pensioniren, und die Irreuanstalt in das gegenwärtige Klostergebäude zu verlegen. Die Frage wlrd in der Decembersiyuug dem großen Rathe znr Behandlung vorgelegt werden. F r a ll k r c i ch. Paris, ll. December. Wir leseu im „Moui-leur de l'Armee" : „Die vollkommene Rückkehr der Ordnung auf allen Pm,cte>, deö Landes und die tiefe Ruhe, dereu sich ganz Frankreich erfreut, haben der Regierung gestattet, in dem Effectivstand dcr Armee eine beträchtliche Verminderung eintreten zu lassen. Die nämli-. chen Gründe gestatten natürlicher Weise anch die Au-wendnug dieser Maßregel anf die Armee von Paris, welche unter aodereu Al'^iidernugen, nächstens um mehrere Batt-rien Artillerie und nm einige Compagnien Genietruppcu reducirt wird. Eine solche Ver« mindernng wird um so günstiger anfgenommen werden, als sie Zeugniß von dem vollen gänzlichen Ver-tranen der Regiernng auf die Anfrechthaltnng des öffentlichen Friedeus ablegt." Die republikanische Garde wird von nun au die Benennung „Garde von Paris" führen. Der hochw. Bischof von Ln^on hat gegeu die Darstellung des „Monitenrs" über die Haussuchung bei ihm an die Geistlichkeit seines Sprengels zur Weiterverbreitung ein Rnndschreiben erlassen. Er sagt darin, das Schreiben an den Grafen v. Chambord, worm derselbe Sire, Majestät, König titulirt wird, habe er den Gerauten der „Espl'rance dn Peuple" (Hrn. Vrodu) am ll. November bei einem zufällt gen Besuche des letzteren ausgehändigt. Als 5^>err Brodn, wle bekanut, wcgeu Verbreituug der Protestation Sr. königlichen Hoheit des Grafen v. Cham-bord am 12. verhaftet wurde, fand man es bei ihm. Es wurde geöffnet und an die Regierung eingesandt. Schon zwei Tage darauf, am 14. November, empfing der Bischof ans Paris ein Schreiben von „einer sehr hohen Person," worin es n. A. hieß: „Die Regierung ist benachrichtigt worden, daß im bischöfliche,: Gebäude zn Lu<,on und durch Ihre vertrautesteu Ve. amteu eine große Auzahl Eremplare des Actes des Grafeu von (5hambord couvertirt uud adressirt wurden." Auf dieses Schreiben antwortete sofort dcr Bischof: „Die Protestation des Prinzen ist nicht bloß in meinem Spreug.l, sondern in ganz Frankreich verbreitet. Ich habe keinen entfernteren oder näheren Antheil an der Verbreitnug dieser Erklärung geuom-Men; ich kannte nicht einmal ihr Dasein. Weder im bischöflichen Gebäude, noch auch anderswo, ist von den würdigen Priestern, die meine Müheu lheileu, ein einziges Eremplar un'.er Convert gethan worden. Ich babe keiueu weltlichen Beamten bei mir. Alles dieß ist eine Erfindung. . . ." Die Umwandlung der Pariser Immobilien-Bank in ciue Immobilien-CreditgeseUschaft für ganz Flankreich 0<>l'i<'.t,! m-i<>r prnnoe) wird im "Mouiteur" decretirt. Vor dem 1. Juli 18ü3 muß sie schon in jedem Appellhof-Bezirke des Landes eine Fllialanstalt errichtet haben. Wo schon dergleichen bestehen, kann sie dieselben mit Genehmigung der Regierung in sich aufuehmen. Sie übernimmt die Verpflichtung, in den Departements je nach Maßgabe der Höhe der Hypothekenschuld denselben sogleich 200 Millionen zu 6 p(5t. auszuleihen, wovon 3-67 als Geldzins, 0 lift als VerwaltungSkosteu und 0 73 als Tilgung (die nach K0 Iahreu bewerkstelliget ist) berechnet sind. Da aber die Gesellschaft selbst Capitalien uicht wohl unter 4 pCt. finden kann, so sind ihr die im organischen Decret der Oreditgesellschaften auS-gcseyten 111 Millionen als Subvention zugewiesen. Gleichzeitig siud Maßuahinen ergriffen, um auch nach Erschöpfung der 200 Mill, die Darlehen der Gesellschaft bei einem mäßigen Zinsfuß zu erhalten. Der Gemciuderath von Ajaccio hat beschlossen, dem Kaiser auf dem Plape Lamia, dem GeburtS-! hause Napoleon's I. gegenüber, eiue eherne Bildsäule > zu errichten. D>e Inschrift wird ihn Retter Frank- ^ reichs und Wohlthäter Corsica's nenneu. Auf Be» fehl des Kaisers soll jeuer Play erweitert uud das Geburtshaus Napoleon'S isolirt werden. Paris, 11. December. Wir leseu im „Moni» teur Algerien" vom ä. d. M. Folgendes: „Der Elfolg des glänzeudeu Handstreiches, welchen der Geueral Vussuff am 19. November gegen den Scherif ausführte, entsprach nicht ganz den davon gehegten Erwartungen. Der Agitator wurde, nachdem er sich in die Scadt Laghonat geworfen hatte, von den Einwohnern mit Enthusiasmus em-pfangeu uud nuter dem Einfluß seines Fanatismus^ schwuren Alle, die Stadt bis anf's Aeußerste zu vertheidigen, uud wenn eö sein müßte, für ihre Religion zu sterben. Als General Jussoff am 2l. November vor der Stadt erschien, brachen die Eraltirten anS ihren Gärten hervor, nnd empfingen unsere Vorhut mit Flintenschüssen; ein lebhafter Kampf entspann sich, der mit einem kräftigen Angriff uuserer CavaUene endete; der Fei„d verlos i» diesem Gefechte, daS nus nur fn.,f Todte .».d zwblf Verwundete kostete, mehr als 100 Mann. Geueral Anssuff versucht«', in der Besorgniß. ,i-uen nur unvollständigen Erfolg zu erringen, es nichs, die Stadt mic Sturm zu uehmen, weil die numeri. sche Schwäche seiner Colounen ihm nicht gestattete, die Stadt mit ihren Gärteu gleichzeitig einzuschließen. Unter diesen Umständen entschloß er sich, die Ankunft des Geuerals Pelissicr abzuwarten, der von den Erciguisseu in Kenntniß gesept wnrde. Die Verbindung beider Colonnen, welche einen Effectivstaud von acht Bataillonen nnd acht Schwadronen mit vier Berg- uud zwei Feldhaubil)eu bildeten, ging am 2. d. M. vor sich. Sobald diese Thatsachen zur Kenntniß des General-Gouverneurs gelangten, traf er unverzüglich alle Anstalteu, nm jedeu möglichen Eventualitäten die Spipe bieten zu können. Zwei Reserve-Eolonncu, jede zn vier Bataillons, wnrdeu zu Voghar uud Bocada zusammengezogen-Der General-Gouverneur selbst, der am 1. December Algier verließ, wird sich nach Voghar begeben, um die Leituug der militärischen Operationen zu übernehmen, und mit den Reseven nach Laghuat zu marschireu. Die seit einigen Tagen andauernden unaufhörlichen Plainegen dürften den Marsch unserer Truppen nach Voghar etwas erschweren; in der Schlncht von öhiffa haben Erdstürze Statt gefunden uud die Straße verlegt, aber der Uebergang über die Höhen ist frei geblieben und die Truppen siud damn beschäftigt, die Communication durch die Schlucht wieder herzustellen." Neues und Neuestes. * Wien, 16. December. Zu Folge telegraphischer Depeschen ans Prag und Bodenbach war Se. Majestät der Kaiser, in Begleitung der durchlauchtigsten Herren Erzherzoge Ferdinand Marimilian und Carl vudwig, in ersterwähnter Hauptstadt nm « Uhr 1!» Minuten Morgeus und in legerem Gränzstationsrrte um ll Uhr Vormittags im erwünschtesten Wohlsein eingetroffen. Telegraphische Depeschen. — Verlin, 15. December. Se. Maj. der Kaiser von Oesterreich wird beute Abend im Ehar-lotteuburger Schloß eintreffen und dort übernachten. Morgen wird derselbe mit Sr. M. dem Könige hier eintreffen, und einer großen Parade, die auf dem Opernplah Statt finden wird, beiwohnen. Nach der Parade wird der König seinen hohen Gast in das königl. Schloß führen, wohin der königl. Hof zugleich einstweilen übersiedelt. Am Sonnabend wird dann dort zur Feier des Namensfestes Sr. Majestät des Kaisers von Rußland ein großes Galadiner Statt finden. Der Aufenthalt des KaiserS von Oesterreich dürfte bis Dinstag dauern. — Verlin, 1«. December (ll Uhr Nachts). Se. Majestät der König verläßt morgen nnt emem Ertrazuge Berlin und fahrt Sr. Majestät dem Kaiser bis Iütrobogl entgegen. Beide werden »ach 12 Uhr hier eintreffen. Auf dem Bahnhöfe sind die sämmtliche Generalität und das Offiziercorps der Gar» nison, alle Minister und höheren Civilauloritüteu aufgestellt. Die Monarchen fahren vom Auhalt'schen Bahnhöfe „ach Charlottenburg. Sonnabends große Parade; bei der Ankunft der Monarchen werden l0l Kanonenschüsse abgefeuert. Der Kaiser wird im Schlosse zu Berlin die Zimmer Friedrich Wilhelm ll. bewohnen. Der Elsenbahnstaalewagen ist heute Sr. Maj. dem Kaiser entgegen gesendet worden. — Dresden, 13. December. DaS officielle „Dr. I." melder: Oeffentllche Blätter haben bereits wiederholt berichtet, daß Se. tönigl. Hoheit Prinz Albert mit Ihrer kön. Hoheit der Prinzessin Carola von Wasa ein Verlobiüß geschlossen habe. Wir sind nunmehr in den Sta>d gesept, die Nachricht von diesem erfreulichen Ereignisse bestätigen zu können. Turin, 14. December. Die Vorschläge und Stndien der Senatscommission in Betreff des Ehe-ges YtS sind in einem voluminösen Bande veröffentlicht worden. Die dießfalls vorgeschlagenen Aeuderungen sind sehr wesentlicher Art. Der Senator Demar-! gherita hat ein motivirteS Gea/uproject beigefügt. Die , Senatoren treffen bereitS zahlreich in der Hauptstadt lein, und es ist gegründete Aussicht vorhanden, daß ^das kircheiifemrllche Geftp in seiner gegenwärtigen Gestalt nichs angenomme» werden wird. __ Mehrere Geistliche sind von ihren Bischöfen neuestenS u cilvini«! suependirt worden, weil sie Todtenümter für Gioberti, der bekanntlich ercommunicirt war, ver, anstaltet hatten. — Der Belagerungsstand ist zu Tempio und Cassari aufgehoben worden. — Die Agitation zum Behufe der Errichtung eines Denkmales für Gioberti nimmt in den Communen des Landes ihren Fortgang. — PariS, 1!!. December. Der holländische Gesandte hat heute dem Kaiser seiue Creditive über« reicht. — Madr»d, 10. December. Geueral Narvarz ist abgereist. — London, 1.'i. December. Die Budgetdebatte ist uoch uicht beendet. Graham hat heute gesprochen. Benefice , Anzeige. Die heloenmüthige Vertheidigung der festen Fel-scnburg l^uegg durch deu tapfern EraSmuS ist ein romantischer Punct in der ^andeSgeschichte, welcher der Phantasie der heimatlichen literate» schon vielfachen Sross zu Romanzen, Balladen lc. gab. Der bekannte vaterländische Schriftsteller, Herr Babnigg, hat diese Parchie in einem 4actigen Schauspiele be» handelt, uud daS beliebte Mitglied unserer dießjähri« geu Theatergesellschaft. Herr Graube, führt dasselbe als seine Benefice - Vorstellung Dinstag am 21. l. M. vor. Die Bearbeitung soll nach dem Urtheile competenter Richter sehr gelungen sein, was um so erfreulicher, als der Stoff ein heimatlicher ist. Ferner sollen dein Vernehmen nach die bezüglichen Decorationen neu und naturgetreu gemalt worden sein, was den Reiz deS Ganzen nur erhöhen tann. — Es wäre sehr wüuschenSwerth, daß ein recht zahl--reicher Besuch dem Beneficianten die Anerkennung factisch ausspreche, die ihm durch oftmaligen Beifall ^ schon zu Theil wurde. 1242 Scene aus dem californischen Goldsucher - Lebe«. «^er 25. Juni des Jahres l85l ist mir einer der denkwürdigsten Tage des ganzen Lebens! — Ich will an diesem Tage nacli KasansFleet, einer drei (englische) Meilen von unserem Camp entfern, ten Goldsucher»Station , um von dort Lebensmittel für uns zu holen. Kasens-Fleet ist eine sehr reiche, ergiebige Goldmine. Dort waren schon seit längerer Zeit mehrere Store, die uns bisher, so lange wir nämlich den gegenwärtigen Camp inne hatten, mit Speisen und Getränken aller Art versorgten. Es mochte ungefähr drei Uhr Nachmittags sein, als ich vor Mac Gray's Store ankam. Ich band mein Maulthier vor der Thür an einen Baum und trat dann in den Store, um einzukaufen lind zugleich ein lange entbehrtes Glas Wein zu trinken. Drinnen wartete meiner indessen nicht eben die an-genehmste Scene. Es saß u»d lag eine Anzahl zum Theil fchwer betrunkener Amerikaner in dem Raume und erfüllte ihn mit Toben und Lärmen. An der. artige Scenen ist man mm allerdings in Ealifor° nicn ziemlich gewöhnt. Ich achtete deßhalb auch we. nig darauf, trat vielmehr ruhig an den Ladentisch und forderte vorerst zu meiner Stärkung ein Glas Brandy. Der Wirth reichte es mir. Kaum habe ich aber das Glas an den Mund gesetzt, so springt eincr der Berauschten auf mich zu und schlägt mir das Glas, mit dem Brandy darin, vor dcm Munde weg, indem er dadei stammelnd folgende vulgäre Worle vorbringt: »Vou won't clrink vvillwlN to t!-«gt ill« company!« (du wirst nicht trinken, ohne daß du die Gesellschaft tractirst'.). »V««!« — sage ich vor Aerger zitternd, l will >„!< vvi«.!w,ll to lreni, li«-cu»«« )« o»r «'.oln^nl!^'." (Ja, ich will trinken, ohne zu traction, weil ihr betrun-ken seid sammt Eurer Gesellschaft'.), besänftige mich, indeß bald wieder und fordere vom Wirthe ein zwei« tes Glas. Eben habe ich dasselbe in die Hand ge< nommen, so stürzt derselbe Ehrenmann mit gezogn ncm Messer auf mich ein. Ich habe zum Glück noch Zeit, schnell über den Ladentisch zu springen und so dem Messerstiche auszuweichen. Jetzt ziehe ich aber meinen Revolver, halte ihn mit der Mündung ge. gen den Böswilligen und rufe mit kräftiger Stimme: »Der Erste von Euch, der mir naht, wird ohne Gnade und Barmherzigkeit über den Haufen geschossen!« — Als der Kcrl dennoch vorspringen will, halten ihn die andern, bei meiner entschlossenen Haltung iür sein Leben fürchtend, mit aller M.icht zurück. Jetzt wende ich mich an diese und spreche, auf meinen Beleidiger deutend -. ,,W»n» der Mann hier, es fei aus welchem Grunde es wolle, von mir be-leiol^l zu sein glaubt und darnm Genugthuung von mir fordelt, so bin ich bereit, sie ihm augenblicklich zu gcdili!" — Es war dirß ein Kunstgriff von mir, im Augenblicke ersonnen, um mich aus der höchst unheimlichen Lage zu retten; denn offenbar hatte es die ganze Bande auf mein Leben abgesehen, und zwar aus dem einfachen Grunde, weil ich ein Ausländer war. Die Amerikaner hier glauben nämlich, ein »äheres ilnrlcht an das Guld des Gebirges zu l)at) Herkules schaute. Beide entkleideten wir uns nun ois auf die unentbehrlichsten Kleidungsstücke, welche der Gürtel halten mußte, und sielen auf den Ruf' »I'„8l> in!« (Stoß zu!) zum Bori»g oder Faust kämpf aus. Schon nach wenigen Augenblicken traf ich meinen Gegner, der nüchtern mir allerdings weit überlegen gewesen wäre, mit einem kräftigen Faustschlage dergestalt auf die Nase, daß er rücklings taumelte, niederstürzte und den Kampf ausglb.» mußte. Da wurde denn Friede geschlossen. Um den selben so fest wie möglich zu besiegeln, ließ ick mehrere Flaschen Wein geben, die gemeinschaftlich geleert wurden. Nun glaubte ich bestimmt, auß^r aller Gefahr zu sein. Der Store» Wirth hatte mir die geforderten Lebensmittel in die Reittasche gethan; ich nahm sie, dezahlte, schwang mich auf des Esels Rücken und trat den Rückweg an. Allein der Hauptact des Drama's sollte, erst kyMnen,' /i (Fortsetzung folgt.) Lit e r a r i sch e s. i. Die Natur. Zeitung zur Verbreitung naturwis senschaltlichcr Kenntniß und Naturanscyauung für L.scr aller Stände. — Herausgegeben von Dr Otto Ule, Dr. Carl Müller, (5. U. Moßmäßler und andern Freunden. — Halle, Schwetschke'fcher Verlag, gr. 4, i» Quartal I fl. 30 kr. Man hört es jetzt oft und wiederholt ausspre chen, daß die Naturwissenschaften in der Gegenwart in den Vordergrund des Lebens getreten sind. Diese Ueberzeugung war es auch, von welcher die Herausgelcr dieser Zeitschrift geleitet wurden, und daß si.> sich weder in der großen Befähigung der Naturwissen^ schaftc» für wirkliche Volksbildung, noch in der erwachten Theilnahme des Volkes selbst für diese Wissenschaften täuschten; das hat die alißeroldentl'chc Verbreitung der Zeitung während der kurzen ^cit ihres Blstehens vollkommen biwicsen. Der hohe Be-ruf der Naturwissenschaften läßt sich kaum mit besseren Worten aussprcchen, als es ein edler deutscher Fürst, der Freund lind Beschützer Göthe's, Carl August von Sachsen .- Weimar, bereits im vorigen Iahrhun. derte gethan hat. „Die Naturwissenschast ist so menschlich, »satter,« so wahr, daß ich Jedem Glück wünsche, der sich ihr auch nur etwas ergibt; sie fangt an leicht zu werden, so daß auch gern trägere Menschen sich eher dazu einladen lassen; sie ist so leicht wahr zu be^ handeln, daß sie dcn Geschmack am Unwahren über. wiegen kann; sie beweist u»d lehrt so bündig, daß das Größte, das Gchcimnißvollstc, das Zauberhafteste so ordentlich einfach, öffentlich unmagisch zu geht; sie nuiß doch endlich die armen unwissenden Menschen von dem Durst nach dcm Dunkeln, Außer, ordentlichen heilen , da sie ihncn zeigt, daß das Außerordentliche ihncn so nahe, so deutlich, so u„' außerordentlich, so bestimmt wahr ist. Ich bitte täg^ lich meinen guten Genius, daß er auch mich uon aller andern Art von Bemerken und Lernen abhalte, und mich immer auf dcm ruhigen bestimmten Wege leite, den uns der Naturforscher so natürlich vor. schreibt." — Die Herausgeber der »Natur" sagten nichts Anderes, wenn sie reine Menscheubildung als -zweck an die Spitze ihres Blattes stellten. Sie wollten nicht bloß belehren, auch nicht unterhalten, sondern zugleich eine geistigere Anschauung der Na. tur und dadurch auch des Lebens und aller seiner Verhaltnisse vorbereiten. Sie wählten darum ihre Gegenstände aus den verschiedensten G.l'ietcn der Na-turwissenschaft, um zugleich in die verschiedensten Gebiete des Lebens eingreifen zu können. Sie wählten die mannigfaltigsten Formen der Beliandllmg, um alle Seiten des Geistes und Herzens anzuregen. Von der großen Mannigfaltigkeit zeigt der Inhalt der drei ersten Quartale dieses Jahrganges. Und wem sind die Namen Ule, Müller, Roßmäß.-lcr nicht Bürgen der außergewöhnlichen Gediegen, hcit für eine derartige Zeitschrift? Zahlreiche Gedichte und kleinere Mittheilungen, sowie ausführliche Besprechungen der wichtigsten naturwissenschaftlichen Werke erl öhen den Werth dieser äußerst l'illigc», mit vielen xylographischen Illustrationen geschmückten Zeit' schriit, die wir nicht genug anempfehlen können. 2. Vilder aus derH»ei,«atli Ocsterre'chischeVolks-. schrift zur Belehrung und Unterhaltung, mit besonderer Rücksicht auf vaterländisch.' Geschichte, Topographic u. Statistik, uo„ (5 arl A u g u st H ch i m. mer. — gr. 8. Wien, Pichlcr's Wilwe