Mhlsta»», str A»»." Nr. S«. Fr-ttag, 8. Mai I««S. vie »Marburger Zeitung" erschein» jeden Sonntag, Mittwoch und Freitag. Preise — siir Marburg: gau^jährig 0 sl., haibjühug fl.. vi in« Hau« monatlich l0 kr. — mitPostverseudnug: ganzjährig 8 fl., halbjährig 4 si.. vierteljährig .i sl. Die ein Mal gespaltene G.irmoui» mit 10, beijwetMtillger mit 15, bei dreimaliger mit 20 kr. lierechuek. ivo^n siir jedesmalige i^liischaltniig ki0 k». Inseraten- H» Jahrgang vierteljährig Ist. 50tr. für Zustellung Garmoudzeile wird bei einmaligerltiuschaltnug Nempelgel'ühr kommen. «s» ^I«'jchichtt' di »; Tages. Nach den Borschlägcn, ivclche die U u t e r - A b t h e i l u n d e» FtnanzauSslkusstS macht, soll der Ab,^aug sür 1868 ii» folgrnder Wtise gedeckt werden: Die Ausgaben sinl) auf 33l.9V4.043 fl.. die Einnahmen auf 28l,245M7 fl. stftg»scKt, bleibt also ein Abstang von 50.659.036 fl. Es soll zur Dtckung trsllich riiie 20pcrztntjge Kouponftcuer für diesem Ialir eingeführt ivridru. Der Ertrag dflsellien isl mit 17^/z^ Millionen berechnet. ZtveitctlS soll sür dicscs J^^lir die Schnldcnrüctzahlung einge' stellt werden, tvodnrch in den Staatskasstn Millionen bleiben »Verden. Daduich. daß der Koupon auch bei drn >n Silbrr v^rzitlSlictieti Papleren nicht wie bisher mit sirbcn. soni^cr» »nit 20-/^ Abzug ztir AuS-zahlung gebracht »verden soll, und daß in Silber zn ltlstende Schuld!ück-zahlungtN entfallen, stellt l'lch rin Mindrrbrdarf von klingst,der Mhnzr ein. und berechne» man. daß der Staat dann eilte Million an Agioveilust erspart. Die Gkwinnsteuer soll auf 20"/^ erhöht werden, was einen Be» trag von 800.000 Gulden liefern wird. Bon drr 20perzentigen Konpon steuer bleiben befreit die Domätienpfandbriefe der Bodenkreditanstalt und das Steueranlehen. Das ftcuersreie Anlehen wird in diese Kouponstcutr einbezogen. Alle diese Anträge zusammen geben eine Summe von 27^/,« Millionen. Es soll nun tveiter ein aus dem VeikaufSerlöse der LlaatS-guter rückzahlbares Anlehen von 20 Millionen aufgcnoinmeu tvcrden. so daß dem Ainanzminister 47ViG Millionen zur Verfügung geslcllt werden. Ferner beantragt die Nnter-Adtiicilung. die in der SisliruugSpcriode einge-führte Ermäßigung der Grundsteuer wieder aufzuheben und die Grund-steuer in demselben Ausmaße, wie sie ihm Jahre 1865 bestand, einzu-heben. Dadurch und durch die Erhölzung der Branntweiusteucr. die jttzt durch ein brsondcrcs. in Berathung befindliches Gesetz ausgesprochen wer-den soll, hofft man. weitere 8 Millionen dem Ainanzminister zur Versü-gung stellen zu können, so daß im Ganzen 55'/.^ Millionen znr Deckung des Abgangs beschafft wären. Bon dicscm Betrage sind jcdoch. da .in Theil des Zahres bereits verstrichen ist. nnd man die Koupousteuer ?c. nicht rückivirk.nd machen kann. 10 Millionen in Abzug zu bringen, so daß als tvirklicht Bedeckungssumme des Abgangs noch 45^/,^ Millionen übrig blieben, und da derselbe nur 50^/z^ Millionen beträgt, noch 5 Millionen auszubringen ivänn. die wohl durch Ersparungen in den Aus-gaben sich tverden erzillcn lusscn Der Sieg, tvelchen die sreisinnige Partei bei den 3 n n S b r ncke r G e m e i n d etv a h l e n am 4. d. M. eriungen. hat um so größere Freude verursacht, je unerwarteter und glänzender er ausgefallen. Für heute tonslatircn wir. sagt das „Jnnsb. Tgbl.," die That-jache, daß durch diese Al,stimlnung die letzte Schanze, tvelche die Ultra-montanen auf dem öffentlichen Kampsplatze in unserer Stadt innehatten, gefallen ist. Kein Mittel der Agitation ist von unseren Gegnern unver« sucht geblieben und trotzdem haben sie die totalste Niederlage erlitten. Dies ist ein Trlumpl» nicht blos sür die liberale Sache in Tirol, sondern sür die Verfassung überhaupt, denn in keiner andern Stadt Oesterreichs ist der nnbemittelsle Theil des BürgcrthumS jemals einer so festen Macht der ultramontanen Partei im Kampfe sür die Verfassung gegenüber ae» standen, als gestern unsere Mitbürger aus dem Handwerker- und Ve-Werbestande. Die französitche R e g i e r u u g s p r e s s e hat offenbar die Weisung erhalten, das in Berlin tagende Aollparlament streng zu über-ivlichen und bei der geringsten „nationalen" Regung desselben Zeter zu schltien. Dieser Weisung nachzukommen befleißt sich das Hofblatt „La France" in ganz bejonk^erer Weise. Die „Times" schrieb neulich gegen den lietvaffneten Frieden des zweiten Kaiserreiches, »velcher mehr Geld und Menschen vergeude, als die Fcldzüge veS ersten Kaiserreiches, und gelangte jn dem Schlüsse, daß eS in Europa andere Kriege gar nicht geben könne, als jene, welche Frankreich hervorruft. Gegen diese Auffassung der Times erhebt sich uun „La France" in einem Artikel mit der Ueberschrift: „Der Verdächtige", worin unter Anderem Folgendes gesagt wird: „Der TimeS'Artikel hat eine falsche Adresse; eigentlich sollte e? nicht an Frank-re ch, sondern an Preußeu gerichtet werden. Wenn es in Europa einen Verdächtigen gibt, so ist er nicht in Frankreich, sondern in Preußen zu suchen, so heißt er nicht Napoleon, sondern König Wilhelm Seit fünf Ial)ren predigt Fraiikrcich den Frieden, man hört es nicht. Der Kongreß-Vorschlag wurde mit i^ohn zurückgewiesen, den Entwaffnungsvorschlag würdigte man nicht einmal der Aufmerksamkeit. Europa rüstete fort und Auf der Eisenbahn. >om Verfasser der „Venen deutschen Jeitbilder.^^ (Schluß.) ^ Eduard D. trat mit seiner stolzen, imposanten Gestalt säzncll hervor. Ich glaube, meine ganze Geele ivar nichtS alS Auge. Kein Zug. keine Beivegung des jungen Kaufmannes konnte mir entgehen. Er stand nt.be-weglich, nnai^greifbar. wie eine Mauer, die mit Pfeilen soll niedergc. schössen werden. Wiederum kein Zeichen einer Verivirrung, eines Schlvan-keus. Ueberrascht war er. aber nur utn sofort den ihm so unerwartet Vorgestellten mit einem prüfenden Blicke zu mustern, ob eS auch der Rechte sei. ob er ihn wieder erkenne. Ich lvarf tn>ine Blicke auf Eduard D. Er stand nicht minder utiangegriffen u-id unangreifbar da. Seine Haltuug gegenüber det,» Manne, den er sollte bestoltlen haben, tvar stolzer gelvorden. sein Blick strenger, voll Verachtung. So map er jchiveigend den jungen Kaufmann. Alltin diesen tiafen anch die Blicke des Vorivnrss. der Verachtung nicht. Der Aufdruck seines Gesichts wurde vielmehr sicherer, beruljigter. Seine Angen suchten mich. Er ist eS! lvinkten sie mir mit der gewohnten mildtn. einsachen Nuhe zu. Auch daS war nichlS gelv scu U»ld ich hatte meinen allerle^ile» Trumps ausgespielt, den ich Beii^en zusamtnen gegenttber hatte, lveuigslenS für den Augeublick hatte. Ich gab dennoch mein Spiel nicht auf. Ich rechnete noch einmal au! mein Glück. Beide mußten sich gegen einander aussprechen. Leicht, wie so ost. konilte dann der gegenseitige leiser, oder aber auch gerade daS Bestreben, recht auf seiuer Hut zu sein, die Vorsicht vergessen lassen, unvorsichtig machen. „Hertel," fragte ich diesen, „Sic keuiten diesen Herrn?" „Ja, Herr Polizeidirektor, er ist der Dieb deS Geldes." „Sie kennen ihn bestimmt wieder?" „Ganz genan. trotz der Veränderuug seines Aeußeren. Er war in dem Eisenbalinkonpe nahe genug bei mir gewesen, daß ich sowohl seine Gestalt als seine Gesichtszüge mir metken konnte. Als ich meinen Verlust entdeckte, prägten sie sich meinem Gedächtnisse für immer ein. „Mein Herr. Sie hören." sagte ich zu Eduard D. „Bas haben Sie zu erwidern?" „Sind Sie mein Richter hier?" sragte er mich stolz. „Das nicht." antwortete ich ihm rulzig. „Aber der mit den vusge-delmtesten Vollmachten versehene Polizeibeamte, der Sie, wenn Sie nicht noch heule Abend von der Anschnldigung deS Diebstahls sich reinigen können, Ihrem Richter überliefern wird." Er schrak zusammen. „O mein Gott, die arme —" Er sprach den Namen Ottilie nicht aus. Auch iu diesem Momente war sein erster, sein einziger Gedanke daS kranke Klnd. Es wollte laut in mir rusen: Nein, der kann der Schuldige nicht sein. Aber völlig so im Gewände d.r Unschuld stand auch der Andere da. „Wohlliu. Hertel," sagte ich. „wenn der Herr nicht reden lvill. so sprechen Sie. Halten Sie ihm die Einzelheiten deS Diebstahls vor." Hertel schickte sich dazu an. Aber Eduard D. liatte seinen ganzen Stolz tuiedergewonnen. „Mein Herr," sagte er zu mir. „ich kenne derartige Spiele. Sie h.^ben Verstand genug, um eit,zusehen, daß es hier ein eben so unwür-diges als unnützes wäre. Ich erwarte von Ihnen, daß Sie mich damit verschonen. Im llebrigen thun Sie mit mir, ivaS Sie wollen. Sie iverden nur die Güte haben, mich drei Zeilen an die Frau von Wnsthof schreiben zu lassen." Die lehlen Worte waren ihm schwer geworden. ES war. als tvenn daS Herz sich ihm zuschnüre. Ich ergriff den Umstand, nicht blos mit Absicht auf ihn. „Mein Herr," sagte ich mit tiefem, aber mildem Ernst, „versuchen Sie nicht »vciler. hier eine Rolle zu spielen, die unter allen Umständen eitle durchaus vergebliche ist. Verkennen Sie Ähre Lage nicht. Lassen Sie mich sie Ihnen schildern, ganz so wie sie ist, lvie ich sie Ihnen mit fort. Ist ts unsere Schuld, wen« Preußen und Oesterreich sich auf Däne« mark stürzte» und das triumphireude Preußen cine Drohung für alle europäischen Staaten gekvorden? Nein. Ürikg und Frieden hiingen nicht von Frautreich ab. welchtS ?tiemauden bedroht, aber ai»ch nicht bedroht werden will, tvo kS keine Krif^s', sondern nur cine Nationalpartei glbt. die daS Frankreich der Rcvolntion und dkS Kaiserreiches nicht verringern und erniedrigen lassen will." Zwischen dem Bry von Tunis und der französischen Regierung hatte sich bekanntlich ein Streit erhoben ivegen der leicht-sinnigen Weise, in welcher der crstere die gerechten Fordcrungcn seiner französischen Gläubiger behandelte. Die Angrlegenlieit. die einen Augenblick lang beigelegt schien, nimntt jel»t sehr bedrohliche Verhältnisse an. Der französische Konsul in Tunis hat bereits s.ine Flagge eingezogen, und tro^ der Elnwendnngen des Aty jegliche Verbint'ungen mlt ihm und seiner Regierung abgebrochen. Es stehen sonach äußerst scharfe Maßregiln deS TuilerieN'KabinetS gegen den so unredlich handelnden Pascha in Aussicht ; man spricht von der Abjendung der Tonloner Flotte in die tunesische» Gewässer. Dt« G«lbstfchStz«>»g der Tteuerpsitchttgen. Marburg, 7. Mai. Die Selbstschätzttng der Steuerpflichtigen ist eineS der schönsten Merkmale de» RechtöslaateS. und nimmt daS Steueiwesen erst dann seinen möglichsten Aufschwung gewinnt die StaatSwirthschast dann erst die nothwendige Sicherung, wenn diefe Schätzung zur ausnahmslosen Regel geworden. Die Gegner unserer Bestrebungen zweifeln am günstigen Erfolge dieser Neuerung und verweisen auf die lraurigen Beispiele der Jetztzeit. Die Beispiele können wir allerdings nicht läugnen; sobald wir aber nach dem Grunde der Clschtinnngen forschen, regt sich die Hoffnung, er-stärkt diese zur Ueberzenguug : eS werde mit der Ursache auch die Wirkung verschwinden. Einzig nach dem Maßstabe seiner Pflichtersülluiig hat Zeder, somit auch der Staat, die Befugniß. vom entsprechenden Rechte Gtbrauch zu machen. Der Staat, welcher nicht gewissenhast die wirthschaftliche« Kräste seiner Bürger schont — nicht gewiffenhast die Steuern seiner Vürger verwendet, darf auch Geivissenhastigkeit von diesen nicht verlangen. Je gerechter die Steuer und je wirthschaftlicher die Haushaltung des BersassungSstaates. desto häusiger und desto wahrheitsgetreuer werden auch die Pflichtigen ihre Steuerschätzung selbst vornehmen. Wenn Oesterreich durch die Einführung der reinen Vermögens- und Einkommensteuer, die im Verhaltniß zur Größe deS Vermögens und Einkommens wächst, sich auf einmal und für immer in die Reihe der georduetsten Gemeinwesen versetzt, wird eS die freiwilligen Bekenntnisse und die Selbstbemessung der Steuerträger nicht allein sordern können — eS lvird dieselben auch wirk-lich ettielen. Schwierig ist. wie stetS und überall, so auch hier der Uebergang. Die anerzogene Bequemlichkeit muß aufgerüttelt und abgefchüttelt werden »nd der Selbstthätigkeit weichen. Die Macht der alten Gewohnheit, die löbliche Behörde walten zu lasten, muß gebrochen werden, und sollten wir den Boden Zoll für Zoll untergraben. Wir müssen daS Ehrgesühl ivecken, und wo auch nur eine Spur desselben gesunden wird, da knüpsen wir an und mahnen, rügen und rede» so lange von staatsbürgerlichem Bewußtsein, von stolzir Männlichkeit, bis die wahrheitSt^etrene Selbst-schätz«^ jedem rechtlichen Staatsbürger zur Ehrensache wird. Gegen dösen Killen schützt den Staat das Strafgesetz. Wer in einem solchen Thränen in den Augen schildern müßte, wenn Sie mein Sohn wären. Dieser j»nge Mann liat seinem Prinzipal stetS treu gedient; sein Ruf ist der unbescholtenste ; er tla^^t Si? deS Diebstahls an; er erkcnnnt Sie bestimmt wieder. Eine Menge Personen in R. und K. tverden Sie gleich-falls tvieder erkennen. Sie leugnen überdies nicht, dort gewesen zu sein, selbst nicht, zur Ziit deS Diebstahls mit ihm allein in dem Koupv gewesen zu sein. Sie könnrn sogar nicht leugnen, daß Sie heimlich, auf eine lebensgefährliche Weise den Wagen verlassen haben und dann spurlos verschwunden sind. Rehmen Sie alle diese Umstände zusammen, zu denen noch manche andere, zwar kleine, aber desto mehr bistäiigende kommen, und dann fragen Sie sich fclbst. ob eS ein Geschworenengericht in der Welt geben kann. daS Sie nicht verurtheilcn musi." Der junge Mann war nachdenkend gelvorden; er wurde unrnliig; aus seine Stirn traten Schiveißtropfen. „Aber ich bin unschuldig!" sagte er stolz. Und der junge Kaufmann? Ich hntte ihn nicht auS den Augen gelasseti. Und in einem Augenblick, in einem ganz kleinen Augenblick, in welchem er sich unbemerkt gle.uben mochte, oder aber in »velchtM scin inneres Gefühl zn mächtig wurde, als das» er eS ganz beherrschen konnte, sah ich. wie auf einmal ein Funkcn boShaster. trinmphirender Freude in seinem Ange glühete. Neber sein ganzes Gesicht zuckte eS wie ein Blitz — aber nur einen Moment, dann lag wieder die alte glatte Ruhe daranf. Ich hatte genug. „Mein Herr." sagte ich kalt zu Eduard D.. „ich bedarf Ihrer nicht weiter. Sie können mich verlassen. — Darf ich bitten." setzte ich bezeich-neud hinzu, „der Frau von Wüsthof zu sagen, daß ich ihr eine glückliche Reise wünsche?" Er ging, ivenn gleich Verivnndert. „Und nnn. Herr Hertel." wandte ich mich mit der vollen Strenge meines AmtcS an diesen, „noch ein paar Worte mit Ihnen. Sie sind mein Gefangener." Der Mensch e>schrok heftig. Er wurde leichenblaß und zitterte, daß man seine Kuiee beinahe schlottern sah. Ich l)otte keinen Zweifel mehr an seiner Schuld. Mein Manöver war vollkommen geglückt; fleilich bis Gemeintvesen sich nicht schent, verbotcner u'id schmählicher Weise That-sachen zu seinem Bortheil, zuin Schaden der Gesamnuheit. wie der einzrinen Mitbürger zu verhehlen — verdient, strenge bestraft, als Staats- »nd Bolkrbetrüger gebrandinlirkt zu iverdcn. Die Pole« und Oesterreich. Die polnischen Flüchtlinge ii, London feiern jährlich ein Gedenkfest. Bei der Feier, die am 3. d. M. stattgefundeil. hielt Fürst CzarlorySki eine Rede, in ivelcher er sich auch über die Stellung der Polen zum österreichischen Staate aussprach; er sagte: „Die Polen selten zwar iii den Perträgen von 181ö nicht ihren eiiizigen NichtSlitcl. trotz!'e>n protestiien i'je gegen die Unterdrückung deS vom Kongressc geschaffenen Äönigreich.s. Ungeachtet ihrlk traurigen Lage dittfen sie nicht Verzivcifeln; luae Aui^sichten eröffuln sich für ihre Sache. Die Allianz der drei Nachbarn, welche Polen getheilt hlchen, ist zerriffen und Polen ist für seine Freunde nun zugänglich. Die wichtige Thatsache kann nicht ohne Folgen lileiben. I» Erwartung derselben beilüden die Polen bereits die Freiheiten und Rechte, welch,? ihnei» Oesterreich in Galizien ziirückgegeben. Zn dieser Provinz haben sie den systematischen Anschivarzungen ihrer Feinde gegen-über zu belveisen, daß sie sich selbst zu regieren und von ihrer Freiheit eillen weisen Gebranch zu machen wissen. Sie müssen überdies dafür Sorge tragen, daß ihr gesammteS Baterland Nntzen ziehe anS der Freiheit, die sie bort genießen. Sie haben auch noch eine andere Anfgabe von gröberer Tragweite zu erfüllen: alle Welt begreift ja die RSthwendigkeit, an^r^ Donau lin großes Reich zu erhalten. Die Polen, mit Oesterreich versöhnt, müssen dasselbe offen gegen die Gefahreil. voll deneii es liedroht wird, vertheidigen. Zu dem Zwecke müssen sie sich ausrichtig dr» Ungarn anruhen. und diese beiden Rationen haben wieder Vereint lhre alte geschichtliche Sendung anszunehmen: daS Bollwerk des Abendlandes gegen die Moskowiter zu bilden. Die Polen können nicht Vergessen, daß sie Slaven sind und Pflichten gegen die Slaven haben. Sie muffen ihre Kräfte fest anspannen, um daS Äaventhum den Arme» Rußlands zu entreißen und der abendländischen Bildung zuzuführen. Sie sind daher verpflichtet, für die Slaven wie sür sich selbst eine aufrichtige Seli'stü»tigfcit zu fordern. Die Polen zweifeln nicht, daß die Ungarn t'iese Forbeutng gerecht finden und den Slaven die gemachten Zns.'gen lialt^n iveiden." Sermischte Nachrichtm. (Thct»«rIi faIIch.) Dct Bcrbmuch de» Thec'S, dcr bckaiintlich vitl weiter reicht, alS der deS Kast'eeS. geht wirklich beinahe in'S Fabel-hafle. wenn man hört, daß jetzt jährlich zur See etwa S0 Millionen Pfund ausgeführt lverden; dann iilier Kiachta 1V Millionen Pfund. Nach Tibet. Judien ze kommen vielleicht 30 Millionen Pfund.'In China und Japan lverden sicher 4VV Millionr» Pfund verbraucht, so daß die Gesammt - Produktion lnit 500 Millionen Pfund gewiß nicht allzu hoch angeschlagen isl. (Havana. Zlgarren in Frankreich.) Nach dem „Moni-teur" ivnrden im Jahre 1866 in Frankreich 48.181.500 Havana-Zigarren verkaust, darunter 41 Millionen zu Aranken daS Stück. Im Jahre 1863 wurden nur 33.470,000 Verkaust; der Absatz hatte also in 3 Jahren Uln über 14 Millionen zugenommen. ailf die Wiederherbeischasfung deS Geldes. Aber auch um dieses Ziel ivar ich nicht mehr sehr besorgt. Ich beschloß, sofort und auf dem kürzesten Wege daraus zuzugehen. „Hirtel." sagte ich. „Sie haben den Diebstahl vorgespiegelt. Sie haben sich selbst bestohlen. over viellnehr Ihren Herrn —" „Herr Polizeidirektor" — unlerbrach er Mich getränkt. !^^ch ließ ihn nicht zn Worte kommen. „Unterlirechen Sic mich nicht. Ich habe Ihnen nur lvenige Worte zusagen. ES ^t nur eine kleine Geschichte. Wenn Sic sie angehört hnbkN, können Sie sprechen. Ihre Geschichte ist keine neue. Vor einem Dutzend von Jahren halte ein Karifmann in Berlin eineu Reisenden, den ei. uln Einkäufe zu machen, mit einer Sumine von zwölf- oder sünfzchn-tausend Thalern — ich lveiß eS nicht mehr genau — nach Polen schickte. Nach vierzeljn Togen erhält der Berliner Kaufmann von seinem Reisenden einen Brief, ivorin derselbe ihm meldet, das; die ganze Summe ihm gestohlen sei. Er habe daS Geld, daS in preußischen ^afsiyanlveisullgen t'estand. sehr vorsichtig auf der Brnst getragen, indem er daS Packet sogar an dcr innern Seile seines ReiserockeS fest genähet habe. In der Nacht im Postwagen, knrz vor Warschau, sei eS ihm dennoch, lvährend er ge-schlasell, gestohlen worden. Alle seine Nachforschungen nach Dieb und G(ld seien liisder vergeblich getvesen. Her Berliner Kaufmann hatte einen Freund, ter einer der tüchtigsten Kriminalisten der Residellz war. Diesem theilte er die Sache mit, und auf sein Bitten entschloß sich der Kriminalbeamte, mit guten Empfehlungen versehen, nach Warschau zu reisen. Er traf dort den Reisenden im Gasthofe, unglücklich, vernichtet. Er ließ sich den Diebstahl erzählen. Der Reisende erzählte sehr glaublich, auch daß er bei den polnischen, eigentlich russischen Behörden wenig, richtiger gar keine Unterstützung «gesunden habe. Der Kriminalbeamte lvnrdr zwar nicht überzeugt, er fand aber auch keinen positiven Anhalt sür einen Verdacht. Dajt die gewöhnliche» russischen Behördeil. auch in Polell, nicht viel taugten, ivußte er. Er wandte sich daher gleich an die Spitze der Polizei in Polen, an den Polizeichef General — oder war er damals noch Oberst? — Abramowiez. Der General hörte ihn ruhig, zuvorkommend an. notirte sich AlleS. versprach ilm» seine energischste Hülfe und ersuchte ihn. am nächsten Tage iviederzukommen, um Weiteres von der (Bergsturz.) Das große Dorf Bilttn in der Sch'veiz (Kanton Glaluö) ist seit 30. April von einem jkhr bedeutenden Bergsturz bedroht. Viele Familien flüchten sich. Hilst ist unmöglich. (L u t h e r. D e n k m a l.) Die feierliche Enthüllung dcS Luther-Denkmal» zu Worm» wird am 25. Mai vor sich gshru. Um lialb 12 Uhr verjammeln sich die Feftgenossen auf dcm Marttplah zur Bildung des ArstzugeS; derselbe bewegt sich unter Glockengkläute zum Festplatze. Bor der Enthüllung niird ein Männcrchor gtsungen. dann folgt die Fest rede und die Enthiillung; nach derselben stimnit die gtinze Versammlung das'Lied „Cm' feste Burg ist unser Göll" «in. NtichmittagS um 3 Uhr ist gemeinschaflliche» Festessen in der dortigtn Festhtille. AbtNdS um 9 Uhr Brleuchlung des DknkmalS. vorher Choral vom Thurme. Am 24 Mai findet eine Borfeier, cim 26 Mai eine Nachscier statt, lici »velcher in der DreifaltigkeitSkirche das Oralorinm „Paulils" ausgesül)rt wird. Dt's ganze Denkmal erhebt sich auf einem durch zivti Ltuscu erhöhten, viereckigen Granit-Unterbau, von dem jede Sttte 40 Fuß miß». An den vier Ecken dieses Unterbaues stehen aus 8 Fus; hohen Postamenien aus polirtem Syenit die 8'/« Fuß hohen Bronze-Staluen der mächtigsten Stützen und Förderer der Reformation: a) Friedrich der Weise. Kirrfürft von Sachsen, o) Philipp der Groömüthige. Landgras von Hessen, v) Philipp Melanch. thon und ä) Johann Reuchiin. Die Vorderseite de» BjereckeS ist offcn und bildet zwischen den Staluen s. Uild b den 30 Fuß breiten Eingang in den inneren Raum; die drei übrigen Seiten dagegen sind durch drei 4--b Fub hohe ZiirNknmauern ebenfalls auS polirtem Syenit abgeschlosslN. aus deren Mitte sich auf 7 Fuß hohem Syenit Postament je eine 6 Fuß hohe, sitzende Cladtefigur erhebt. Aus der Milte der eben beschriebenen Umgebung rrhebt sich daS eigkulliche Luther Denkmal. Auf den vorsprin« genden vier Soekelpf-ilern des 16 Fuß hohen, reichverzielten Hauptposta-mentks sitzen vier Vorkämpfer der Reformatio.,, nämlich der Franke Petrus Waldus. f 1197; der Engländer Johann Wiklef, 1- 1387 ; der Böhme Johann Hnß, 1° 1415. und dann der Italiener Hieronyinus Savonarola, 1° 1492. D^n Schluß und gleichsam dir Krone d S Ganzen bildet die alles Andere überragende 10 Fnß hohe und prachtvoll aitSseheni^e Statue Luther'S. mit dem Postament etw., 27 Kuß hoch. DaS Denkmal ist. wie wir veinthmen, nach dcm Entwuife des beruhinten Bildhauers Rietschel ausgeführt. (Pres s e.) In den Ländern der ungarischen Krone werden j.tzt 206 Zeitungen herausgegeben, und zwar 53 politischen und 152 nicht politischen Inhalts. Hievon sind III ungarisch. 53 deutsch. 2 ezechisch. 10 serbisch. !2 kroatisch. 4 italienisch. 3 slovakisch. 1 illyrisch. 1 ruthenisch, 6 rumänisch und 2 hebräisch. Eine ersreuliche Steigerung seit dem Jahre 1863, in welchem bloS 123 Zeitungen erschienen. Biarburger Berichte. (Einbruch.) Am 26. April wurde bei dem Grundbesitzer Äo!).un> Schmiermaul in Waigen bei Zaring daS Kellergitter ausgehoben und Obst, sowie eine beträchtliche Menge Wein gestohlen. In deiselben Nacht, höchst« tvahtscheinlich von den nämlichen Thätern. wurden aus dem Speisebehälter des Maiers Mathias Drosg. der im Rebengebäude dieses Grundeigners wohnt, zivei Zentner Speck entwendet. (Räuber.) Beim Grundbesitzer Simon Podschiwaunik in Hudnia. Bezirk W. Feistritz, drangen zur NachtSzeit drei Männer in daS Hans: zwei hatten ihr Gesicht durch Schwärze unkenntlich gemacht. Di>se Räuber bedrohten und mißhandelten die Bewohner und durchsuchten daö Hauo genau, bis sie in einem Gebetbuch ztvei Banknoten im Betrage von 100 und von 10 st. fanden; dann stiegen sie auf den Dachboden und nahmen 2 Stücke Schweinfleisch. Der Gesammtschaden beläuft sich aus 112 fl. (Einbru ch.) AuS dem versperrten Keller des Grundbesitzers 3 akob Ei titsch in Prichowa. Bez. W. Feiftritz. wurden 2 Zentner Speck und 74 Würste im Gesammtwerthe von 121 fl. enttvendet. Stephan Go-minschek. Jnivohner d,S närnlichen Hause«, zeigte an. daß in derselben Nacht 9 Stücke Schweinefleisch und 22 Würste gestohlen worden: sein Schaden beträgt 23 fl (Ertrunken.) Der drkijährige Knabe deS Grnndeigners Savernik in St. Benedikten stürzl^ am 2. d. M. in den HauSteich und ertrank. Disser Teich war nicht eingefriedet und trägt somit die Nachlässigkeit deS Vaters die Schuld am Tode seines Kindes. (Landwirthschaftliche Filiale.) Der Bortrag, welchen Herr Altherr. Verwalter der St. Pauler StiftSweingärten. in der letzten Sitzung der landwirthschaftlich^n Filiale über die Schweseluug — als Mittel gegen die Traubensmilc — .gehalten, lautet, wie folgt: „Die erste Schwefelung soll lieginnen. sobald die ersten Blättchen sich entlvickelt haben, in deren Mitte daS kleine Tläutichcn sitzt; sie muß sehr reichlich sein von innen und von ansien. Das beste Instrument dazu ist die Puder-quaste; bei hochgezogenen Relicn ,st ein BlaSbalg nothivendig, durch welchen der Tchivef« l direkt aus die Blätter geblasen ivird. Die zweite Schwefelung erfolgt vierzehn Tage vor der Blüte, die dritte lvährend der Blüte, Ivo nebst den Blüten auch die Blätter und Ziveige bestäubt wer-dkl« müssen. Die vierte Schveselung grschieht vierzehn Tage nach der Blüte, ivo die Beeren sich schon entivickelt haben; jetzt müssen auch alle Blätter. Stiele. Zweige und Ausläufer bestäubt werden, waS mit dem BlaSbalg sehr leicht geht In solchen Gegenden, wo die Krankheit im Vorjahre bedeutende Verwüstungen angerichtet, ist eine fünfte Schwefelung drei Wochen nach der vierten unbedingt nothivendig. Nach vollendeter Schwefelung Ivird der ganze Weinstock neu belebt, tvächst kräftig, und namentlich in Betreff des Holzes wird ein ungemein großer Unterschied beobachtet; es ivächst üppig und verspricht, mit der herrltchsten braunen Fari)e. für das künftige Aahr eine gesegnete Lese. Die geeigneteste Zeit zur Schwefelung ist f>üh Morgens, weil, sobald die Sonne aufgeht, ihre Strahlen schnell einwirken; übrigens kann die Schwefelung den ganzen Tag hindurch vorgenommen werden, und je heißer, trockener und windstiller die Witterung ist. d. sto erfolgreicher wirkt der Schivefel. Nach einem Regen oder bei ganz feuchter Witternng ist die Schtvefelung beinahe fruchtlos. Die aus England bezogenen BlaSbälge sind die zweckmäßigsten. Das durch praktische Erfahrung f'stgestellte R^lultat der Schiveselung ist Folgendes: Der Schwefe! ist ein spccifischeS Heilmittel gegen das Oidium in allen Tlzeilen der Rebe; er befördert daS Wachsthum der Traube, der Blätter, der Ziveige. der Ausläufer und der Gabeln; er verleiht dem schon ange-griffenen Stocke neue Lebenskraft, beschlennigt die Ausbildung der Frucht, vermehrt die Zahl der Früchte und ist durchaus unschädlich. Nur wenn die Trauben unmittelbar vor der Reise geschwefelt werden, was übrigens nichts mehr hilft, erhält der Wein einen unangenehmen, eckelhasten, faulen Geschmack und Geruch, der sich aber durch ziveimaliges Abziehen entfernen laßt." Letzte Post. Tkuwahlea für den Znnsbrucker «»rgerausfchiß find t» allen drei Wahlkörpern z» Gunsten der freisinnigen Partei auSgei^llen. Die Beziehungen zwischen Arantreich nnd Vrenße« »erden taglich gespannter. Sache zu höreu. Am folgenden Tage ging der preußische Kriminulbeamte wieder hin. Der polnische Polizeiches empfing ihn. bot ihm einen Stuhl an und bat ih»,. noch ein Viertelstündchen zu warten, es werde gerad. noch in der Angelegenl)eit untersucht. Der Kriminalbeamte setzte sich und wartete, während der General Abramowicz. der beschästigt war. weite, arbeitete. Nach einer Miiiutr drang ein Geschrli an das Ohr deS preußischen Beamten; eS kam auS dem Innern deS Gebäudes, waien SchmerzenStöne. zuerst kurz, abgerissen, dann länger anhaltend, aber iinmei scharf, hestig, daS Oljr zerreiiiend. d.'S Herz zerschneidend. Der Beanit« lvurde unruhig. Es überlits ihtn kalt und warm; e? mußt, uussteljen und hielt sich die Ohren zu, um die Laute nicht Mfht zu hören, die nur von einem zu^ Tode Gepeinigten ausgehen konnten, die ihn sellist ivie tödtlich gepeinigten. „Was ist Ihnen?" fragte ihn der General. „Jene Schti»erzenStöne — „Ah, man inquirirt." In diesem Augenblicke glaubte der KrimiNtitbeamte die Stitnme deS Grpeinigten zu erkennen. „Der Reisende!" — ri,f er. „Allerdings, tuein Herr, er wird verhört." „Dcm priußischen Beamten biach der Angstschweiß auS. „Ich bejchwiire Sie. Herr Gencral. lassen Sie der Szene ein Ende machen. „Der H.rr von Abramowicz lachte. Aber er verließ daS Ziminer. „Ich muv doch einmal nachselien." sagte er. „Das Schreien Hörle auf. Nach einigen Minuten kehrte der Ge-neral zurück. „Mein Herr, die Posten in Polen sind sicher. Ich durste jene Verleumdung nicht aus der mir anvertiaiiten Polizei hasten lassen. Den Empfehlungen aber, die Sie die Güte hatten, »nir zu überreichen, war ich eS auch schuldig. Ihrem Freiiude wieder zu seinem Gelde zu verh.lseu. Lassen Sie in Berlin, Straße da und da. bei der Mutter deS Reiseuden im Keller nachgraben; Sie werden die ganze angeblich in Polen grsto!)-lene Summe Geldes dort unversehrt voifinden." ..DaS Geld wurde dort gefunden." Ich schloß und hatte »vährend meiner Erzählung zweierlei an dem Mtilschen vor mir bemerkt. Zuerst als ich die eigenthümliche Weise des Verhörs des Bestolilenen in Warschau bezeichnete, ein Zittern, das gar »i1)t aufhören wollte; sodanl», als ich deS Bergrabens des Geldes im Keller erwähnte, ein plötzliches heftiges Aufzucken der Augen. Ich war nun auch der Wiederherbeischaffung deS Geldes gewiß. „Haben Sie mir jetzt etwaS zu sagen?" fragte ich ihn. Er schwieg und ging mit großen Schritten in« Zimmer umher. Auf einmal fing er an zu weinen; er schluchzte hestig, zahllose Thränen rannen iltm über daS Gesicht. ..Hertel," sagte ich mit mildem Ernste zu ihm. „erschweren Sie ,>hre Strafe und Ihr Schicksal nicht durch ferneres verstocktes Leugnen. Wo soll ich in —nach dem Gelde suchen lassen? Denn zu Hause haben auch Sie eS. Der Telegraph bringt uns in drei Standen Ant-ivort. Ich selbst werde später vor Gericht ein Zeugniß für Ihre mildere Bestrafung ablegen." Er weinti- heftiger. „Der Eatan hatte mich verblendet!" rief er. Dann gestand er AlleS. DaS Geld war unter dem Fußboden seiner Wohnstube in —. versteckt. Ich telegraphirte sofort dahin. In drei Stunden hatte ich die Antwort, daß es aufgefunden sei. Die Frau von Wüsthof war in derselben Nacht mit ihrer Nichte nnd mit Eduard D. nach der Schweiz abgereiset. Ich habe sie bald daraus in Montreux besncht. Die jungen Leute leben dort als glückliche Elleleute, da die Gesundheit Ottiliens sich wnnderbar befestigt hat. Hertel. — schloß mein Freund dann seine Erzählung. — wurde ^ sehr gelinde — zu einer dreijährigen Gesängnißstrafe verurtheilt. Nach ihrer Verbüßung wird man ihm unier einem andern Namen ein Unter« kommen in Amerika verschaffen. Der Kredit meineS Freundes B. ist seit der Wiedererlangung des Geldes ein unerschütterlicher." Tamstag den S. Mai 1868 bei günstiger Witterung von 6 bis 8 Uhr AbendS: (278 Platz-Musik vor dem Bahnhofe, woselbst auch Sptiskn und Telräiikt besten» servirt werden; sodann von 8 bis 11 Uhr: Zoiree im Ntftavratioas-Garten. Die beliebte Musikkapelle der Südbahn-Werkfteitte wird hiebei gewählte Musikstnlke exekutiren. Entree frei Menhofer. Für die Damenwelt. Ergebenst Gefertigter ladet hiermit die geehrte Damenwelt zur Be-sichtigung feiner Modelle ein. ^ aus Vis». „Zur Antigone". Derzeit im Hotel Erzherzog Johann. Zimmer Nr. 18. Der Aufenthalt währt nur bis Samstag Abends. (279 (Fa8tkof «2ur 8taÄt G««stag den 9. Mai 18S8 findet bei günstiger Witterung die k»rt«il Iröttiiuuk statt, wobei die Theater MufkKapelle uuter Leitung ihres Kapell' Meisters Albert Hohl sich zu produciren die Ehre haben wird. Indem ich für den zahlreichen Zuspruch, welcher seit Uebernahme dieses Geschäftes mir geworden ist. meinen tiefgefühlten Dank sage, er-taube ich mir gleichzeitig zu versichern, daß ich fortan bemüht sein werde, durch prompte Bedienung, gute Küche, vorzüglichstes Bicr. sowie beste Eigenbauweine die Zufriedenheit der P. T. Gäste zu erhalten. Die gedeckte, neu hergerichtete Kegelbahn im Garten steht zur Verfügung. Anfang 7 Uhr. Entröe 12 kr. 27b) Vts»tIulIOk. Gasthausgarten-Eröffnung. Indem ich für den mir im vorigen Jahre geschenkten Besuch höflichst danke, zeige ich einem geehrten Publikum ergebenst an, daß von hente AreitOg de« 8. Mai an, den Sommer hindurch boS Gasthaus „zur Uhe«se" wieder eröffnet ist. und empfehle ausgezeichnete Weine und Bier, sowie auch geschmackvolle Speisen und besonders große Krebse. Um zahlreichen Besuch bittet Krauz 2S0) GafthautbefiKer. __mit »velchen KS«,««« Gulden schon am »» 2. IKZZ zu gewinnen a fl. 2 und 50 kr. Stempel, auf je 10 Stück 1 gratis zu haben bei Voelrker Comp., Men, Kolowrat-Sttng 4. Frankirte Zusendung der Ziehungsliste 30 kr. Auftrüge gegen ganze Nachnahme können nicht effektnirt werden. (269 Silks soxeu »oxueU« LokvAoKv k w MM! i. ^ „rasse.Uu^«) ^ Ii«kva Xruückoitou, »»msotliok !»n Liu,t»rlcer Ü»nä vov 282 Ssit«» .1. 10 »sr. ^ ii. 2. gb kr» »t fortvskrvack m »llvn Luot»kHn61uv-es» vorratkiLs» »uok »n HVlea bei verolck ck vp., StvL»v,pI»t- I?r.l2. ^ mvdrt»oti«n I?»ok»luvui»e«Q uaä «uävidkftvn Xu»-üxoa aiv8o> Vuokg. Kl«,» vorlimev äio vrlxln«l«a»jx«d« von R.ai>rentta» unä »oktv Z»r»uL, ä»»>! »iv mit bsixväruoktsm Ltvmpol vsr>issslt i»t.! ^liäsnn IcsllN eins Vsrvsvlisluux mvkt »tattLiiÄvv. Eine schöne Realität. Die Strohmaier'sche (vnlgo Sternath) Realität an der Hl. Geister Straße, außerhalb Leutschach, ist zu verkaufen. Dieselbe besteht auS einem Grundkomplexe von 14 Joch, und zwar: 8 Joch Wiesen. 6 Joch Aecker und Weingarten. Das Wohn- und WirthschaftSgebäude ist gemauert, gewölbt und mit Ziegeln gedeckt; unter dem Wohnhause ist ein geräumiger gewölbter Keller. Alles im besten Zustande. — Bor etlichen Jahren ist auf dieser Retilität der Holzl)andel. sowie daS WirthSgeschäft mit gutem Erfol.,e betrieben word»'n. Auskunft kltl)eilt Herr I. Hartnagel, Lederermeister in Leutschach und der Eigenthümcr 3 oh. Wratschko in Jaring. Zu vemiechen. Zwei schöne Wohnungen, wovon eine mit vier, die zweite mit drei Zimmern nel»ft Keller und Gartenantlieil. DaS Nähere bei Bineenz Kanduth, Alleegaffe Nr. 167. (274 Das Landesprodukten- und Spezereiwaaren-Heschäfl empfiehlt a^OUttunge« «lUtrllod«r Wil«r»I»s««r frischester Kall»»g. (228 3. 247«. Exenktive Versteigerung. (263 Vom k. k. Bezirksgerichte Marburg wird hiemit bekannt gemacht; Es sei wegen schuldiger 310 fl. s. A. die exekutive Versteigerung der mit gerichtlichem Pfandrechte belegten, auf 6294 fl. gerichtlich geschäßten Realität Urb. Nr. 41 »6 St. Jakob deS Simon Purgai bewilliget und hiezu drei geilbietungS Tagsatzungen auf den ». Im»i, Sß». Juni «nb HG. Jult 1868. jedesmal Vormittag von 11 bis 12 Uhr u. z. die erste und zweite im AmtSlokale. die dritte aber an Ort und Stelle in Ober JakobSthal mit dem Anhange angeordnet worden, daß die Pfand-realität bei der dritten Aeilbietnng anch unter dem SchäKwerthe hintan-gegeben werden wird. Jeder Lizitant hat. bevor er ein Anbot macht, ein Vadium von 630 fl. in Banknoten, in Sparkassebücheln oder StaatSpapieren nach dem aus den ZeituugSblättern der letzten drei Tage ersichtlichen Börsekourse ZM Händen der LizitationS Kommiffion zu erlegen. Die übrigen LizitationS-Bedingniffe und daS SchätznngS-Protokoll können in der dieSgerichtlichen Registratur eingesehen werden. Kür Georg Nedelko und Michael Wudlen und deren unbekannte NechtSnachfol^r wurde zur Wahrung ihrer Rechte Herr Dr. Jakob Traun, Advokat in Marbnrg. als Kurator aä actum bestellt. Marburg am 3. April 1868. Eine gesunde Frauensperson von mittleren Jahren, guten Sitten und einiger Bildung wird zur Bewachung und Besorguug zweier Knaben im Alter von 3 Jahren anszunehmen gesucht. Anzufrageu im Comptoir dieses BlatteS. (2öS Ein Lehrjunge wird bei Josef Leeb sogleich aufgenommen. (277 Z. 2732. Edikt. (276 Vom gesertigten k. k. Bezirksgerichte werden alle Diejenigen, welche als Gläubiger an die Berlassenschaft deS am 30. Jänner 1868 zu Marburg mit Hinterlassung deS schriftlichen Testamentes dto. 25. Dezem-ber 1867 verstorbenen Herrn Anton Wutt, MeischhauerS hier, eine gor. derung zu stellen haben, aufgefordert, bei diesem Gerichte zur Anmeldung und Darthuung ihrer Ansprüche den BS. Mat 1868 Bormittag 9 Uhr zu erscheinen oder bis dahin ihr Gesuch schriftlich zu überreichen, Widrigens denselben an die Berlassenschaft, wenn sie durch Bezahlung der angemeldeten Forderungen erschöpft würde, kein weiterer Anspruch zustünde, als iufoferne ihnen ein Pfandrecht gebührt. K. k. Bezirksgericht Marburg am 15. April 1868. Editt zur Einberufung der BerlaffeSgläubiger nach Joses Grachernig. Vom k. k. Bezirksgerichte Marburg werden Diejenigen, welche als Gläubigkr an die Berlassenschaft deS am 22. Oktober 1866 jn Lasach ad intestato verstorbenen Grundbesitzers Josef Grachernig eine Forderung zu stellen haben, aufgefordert, in der Kanzlei deS k. k. Notars als Gerichts-kommissär Dr. Franz Radey in Marburg. Grazervorstadt Nr. 7, zur Anmeldung und Darthuung ihrer Ansprüche am 19. Mai 1868 Bor-mittag 9 Uhr zu erscheinen oder ihr Gesuch schriftlich zu überreicheu. widrigeuS denselben an die Berlassenschaft. wenn sie durch Bezahlung der angemeldeten und liquidirten Forderungen erschöpft würde, kein weiterer Anspruch zustünde, als insoserne ihnen ein Pfandrecht gebührt. Marburg am 27. April 1868. (258 Trfatz für ZU IIIlVr«»!!«!» Ertract-Pniver der Liebig'sche» Ainderstpoe, (262 nach Liebig's Methode dargestellt von A. Hvpsgartner. In Marburg bei A. Kolletnig. Wien: Feldapotheke am Stephans-Platz; Dr. Girtler. Apotheker, Freiung; v. Waldheim. Himmelpfort-gasse. Agrant: I. v. HegedüS. Innsbruck: A.Schöpfer. Klagenfurt: C. KlemkNtschitsch. Pest: I. v. Töröck. Anfragen und Briefe erbittet man: Landstraße, Hintere Zollamts-gaffe Nr. 5, bei Ed. Pilhal. Verantwortlicher Redakteur: Kranz Wtetthaler. S. «. St. ». Druck nud Berlafl von Eduard Iauschitz in Marburg.