„/ttiheit, Wihlßm», Dil»»» str ASe.- Str.« Tonntag, S. April tV«8. Jahrgang vi-»Mardurocr Zeitung" iedk» Senut»,,, Mlllwoch »nd Areil»,,. Preise — sür M»il>urg: »nn^jähn» kfl., IMihrii, » ft„ vicr«cli>>l>r>^ I sl. SO Ir; sar giiftellmi, t»ö Haut mvttlnlich 10 kr. — init >^n'stvc> sriii'»,!j^: ^^tnizjährig 3 fl., lialbjtil)riq 4 sl., vierteljährig '.j st. D»e ein Mal gespaltene Garinondzeile wird bei einmaliger Einschaltung . . mit l0. t'etziUi'liiittligcl init l'». l'n iirtiiiuilliin' mit .»0 kr. l'erechnet. wozu für jedesmalige ^lnschaltnng S0 kr. Inseraten-S'tempel.^ebulirklimmen. »n» Zur ^li schichl»! tti''; Taiik-;. Wir haben im lchten Blatte drr sretlndlichen Bemerkungen erwähnt. Mil lvelchen der Bern er „Bund" scinrn LeselN meldkt. daß aus den Antrag de» BundeSrathe» Schenk eine schlvcizerische BeglücktvilnschungS-Adresse anS Anlaß der Konkordats Verhandlungtn im Herrenhause nach Wien geschickt »verde, und theilen noch folgende Stelle dcS bctreffcndrn Artikels mit: ,.ES ist dieS tvohl das erste Zeichen der Sympatliic. welches Oesterreich anS drr Schweiz empsängt. und es lassen sich scl)r inlercssante historische Betrachtungen an dasselbe knüpfen. Die Schweiz, eiuft zum größten Theile liabsburg'schrs Stammland, ivar der Elste. tvclche um den Preis der politischen Freilieit sich von Ocslerrrich losriß und eS bis aus die neue Zcit unabänderlich alS siinen Erbsrind betrachtete; sie ist lviedcr «ine der Ersten, lrelche dem durch so knerglsche Gcfülilc 0er Abacigunj^ gktr.nntcn Rachbar iljte Sympall)ie. ihren Belfall kundgibt, da cr sich der Bahn ter Fr-iheit zulvtndet." Die Bulgaren rüst n sich zum Angriffe, wenn auch die Masse kciiie besondere Begeisterung siir etnen Kamps zeigt. Die Lerbeu in Bosnikn und dcr Hcrzegotvina sind auch drS bitterbösen Lebens unter onnanische» Herrschaft milde; in Serajnvo hat sich ein Ansschnv gebildet, und zwar au» mahomcdanischen und christlichen Serbe«, lvelcher daS BesrrinngStvelk »vie die Mittel dazu vorbrreiten soll. Gewiß-wird dikstr AnKschuß einen sruchtbringenden Boden finden, denn dasür sorgtcn st^tS die ottomaninschen Behörden selbst. Die Regierung wittde einer Bewegnnjt in diesen Provinzen um so rathloser gegenüber stehen, als alle Schichten und Konfeffloneu dcr Btvölkerung sich gat»z ivahrscheinlich vercinigeu tvcrden. BlS jeßt hals der Pforte meist die Uneinigkeit innerhalb deö Boltr». und mehr als Omer Pascha, haben die Christen zur Niederwerfung deS jüngsten AnfstandeS in Vosnieu beigetragen. Die Maßregeln der s ranzösis ch en R eg i e r u ng. t'ie ein« baldige Bertvendnng der Flotte in Aussicht st llen. »Vahren sort. Der Marinkminister hat eben den Admire.l Giqucl beaustragt, eitle General-Inspektion der Manuschasten dcr Flotte in Brest nnd Toulon vorzunehmen.-In Toulon ist der Oberbesehlshaber des P>nzergkschlvaderS. Admirlil Gueydot», mit seinktn Flaggenschiff und der Panzerdivilwn des Bize-AdmiralS Bosse auSgelausen. um sich nach der Bucht von Juan zu begeben. Ivo tvahrscheinlich der Sammelplatz der franzöilschen Mittelmeer-flotte sein »vird. Dies dürste alS die Gcgenmaßreg.l znm Abgang der ettglischtn Kaualflotte nach Gibraltar anzusehen sein. Adresse an da« Herrenhaus. Marburg, 4. April. Hier findet jetzt eine Adresse an das HerrendauS viele Unterschristeu. IN ivkleher der BolksstimmuNj, über die brennendste Tagesfrage Ausdruck verliehsn tvird. Die BevöikcruNtt. »velche den 2l. März geftiert und so regen Antheil nimmt an jeSem Fortschritte, zumal auf diesem Gebiete — die Bevölkerung der Stadt macht Gebrauch von einem Verfassungsmäßigem Mitttl. d.^s um so nothwendiger ist. je weniger unmittUbaren Einfluß dic Staatsbürger auf die Gesetzgebung haben. Die Adresse wird heute. mor,.rn nnd am DiknStag in der Kanzlet d's Herrn Bürgermeisters und bei dtN Herren: Eduard Ianschitz (Stadt). Joseph Löschnigg Kärntner-Vorstadt). Emerich Tappeiner (Grazer Borstadt) und Joseph Wundsam (St. Magdalena) zur Unterschrist bcrcit liegen. Mögen die sreistnnigen Betvohner Marburgs bedenken, daß die VolkSstiMtne desto maßgebender ivirkt, je lauter und vernehmlicher sie sich äußelt — je zahlreicher die Namen sind, tvelche unter der Adreffe stehen; diese lautet: „Hohes Herrenhaus! Die Btlvohnee Marburgs kötinen nicht umhin, ihren tiefgefühlten Dank darzubringen sür daS glückltche und wichtige Resultat der Abstim-tnung vom 2l. März d. I., wodurch daS hohe Herrenhaus den Beschlüssen des AbgeorduetenljattseS und den dringenden Wünschen des Volkes bei« trat, lvodurch dem Throne und dem Staate tvi der seine ihm gebührenden, ja nnveiäußerlichen Rechte zurückerstattet, lvodurch die alle materielle und moralische Kraft und Entwicklung hemmenden, dcts Wissen und die Eine seltsame /rau. Vl>» Ä. s (0> FoüslMg) ..Philipp." sprach die tief gekränkte Iosephiue feierlich, „ich habe Dir vor dem Altare Treue und Liebe geschworen — ich erfülle eine traU' rige Wicht, aber ich erftille sie dem Gatten nnausgefordcrt: ich schivöie es bei Gott, faß ich meinen ersten Eid nie verletzt habe!" „Großer Golt. Josephine. aber dieser Brief? " ..Ich würde ihn Dir selbst vorgelegt haben, sobald die Zeit dazn gekommen lväre." „Gieb mir jetzt Aufklärung, nicht wegen Deiner, sondern lvcaen meiner!" bat Philipp. ..So genügt Dir mein Schwur nicht?" fragte sie. bestürzt zurslck-weichend. .,Jch habe Gott zuin Zeugen an.^erufen. und Du vermagst Dich nicht zu beruhigen? DaS ist mehr, als'ich glfürchtet habe!" Sie trocknete mit ihrem lveißen Spitzentuche eine Thrane auS dem großen Atige. während sich ein tiefer Seufzer lheeai Buscn entrang. „Philipp." begann fie nach einer kurzen Pause, „ich konnte zwar diesen ukalnckseligen Zufall nicht voraussehen, ebensowenig als ich Dein grenzenloses Mißtrauen fürchtete; um aber so viel als mö.llich Deine Ruhe zu stchern. habe ich Dich von heute an stets um mich haben wollen, damit Dn Zeuge aller meiner Handlungen wärst. Die Landpartie sollte Dich sür den ganzen Tag an mich fesseln." „Wohlan. Josephine. so zeige Dich von diesem Augenblicke an öffentlich als meine Gattin!" „Du kennst dle Rücksichten, aus dcnen ich die O^ffelltlichkrit meide", antwortete sie iin Tone wehiniltdigen Schmerzes. „Aber - bleibe von diesem Altgknblickc an biS zu unserer Abreise bei tnir, uitd bist Du dann nicht vollständig befriedigt, kannst Dn mir Dein volles Berti^auen tiichl zurückgeben, so sÜ!,e ich mich in jeder Beziehung Deinem Millen. Die so eben stattgehabte lluterrednng «verde ich vergrsskn - ich lierspreche eS Dir! Behalte den Brief. Du wirst seiner bald bedürfen." Der Stolz des Ehemannes und die Eifersucht deS Liebhabers ließen ihn schweigend einwilligen. Nachdem Mcta gemeldet, daß der bettellte Wagen angekommen sei. bot Philipp seiner Frau den Arm und führte sie liinunter. Während des gaiizen TageS bewiesen sich die beiden jungen Leute jeue Aufmerksamkeiten, die nicht völlig frei von Affektation sind. Ähre Blicke verrietlien eine erzwungene Heiterkeit, tt^elche diejenigen zu eikünsteln sich bemühen, die sich seltist täuschen wollen. Philipp konnte trotz der erhaltenen Versicherungen seine Zweifel nicht Verbannen, und JoslplZine. die deit Zustaud lhreS Glitten zii benrtheilen vermochte, empsand 'Besorgnisse und ein innigeS Mitleiden. Aber beide hegten ein gegen» seitigeS Bertrankil. sie liebten und hatten sich zn rein geliebt, als daß sie nicht aus eine glitckliche Lösung der Dinge hoffen sollten. Josephlne beobachtete mit klugem Takte ein Benehmen,' da» den Verdacht von ihr entfernte, als lvoltle sie den Arglvvhu ihreS Gatten durch übergroße Zärtllchkeiten einschläfern. Eine schmerzliche Freundlichknt verrieth. daß ihr einige Uel)erwindttng kostete, da» gegebene Versprechen zu halten. Sie machte die Zeit der Rückkehr von Philipp alihängig. nnd dieser schob sie so weit als möglich hinaus. Es war zehn Utt Abends. alS sie die Stadt wieder erkeichteif. Nach dem Abendessen wollte Philipp sich entferne». „Wohin?" fragte sie lächelnd. „Nach meiner Wohnung!" „Dort ist Dein Schlafzimmer. Philipp; eS wird durch eine Thür von dem melnigen getrennt. Hast Du unser neues llebereinkommen vergessen?" „Ich habe mir vorgenommen. Dir ferner nicht mehr zu mißtrauen." „Und Deine Fran fordert von Dii. daß Dn bleibst. Sie tvird die Getvährnng dieser Forderung sür den BeiveiS hallen, daß Du sie nicht sür schuldig hältst! Ii, Deiner Wol)nung lvciß man. daß Dn ans einige Zeit verreist bist." „To füge ich mich, weil Du eS willst!" Pljilipp zitterte unter dem Kusse, den ihm daS reizende Weib zur guten Nacht auf den Mund drückte. Er betrat sein Schlasgemat» und Macht, kohlstand u«d wahre Sittlichkeit vernichtenden Aeffela des KoN' tyrdates gebrochen werden, vnd biednrch die Staatsgrundgesetze und Grundrechte erst zur Wahrheit werde«, können, wodurch allrin der Rechts-stau hergestellt, die Nahn zur Macht und Größe, zu Einigkeit und Sin-tracht zwischen Kürst und Volk. Herrenliaut uud Abgkordnetknhaus er-schlosien, der Weg zum Fortschritt, zur Wohlfahrt und gesetzlichkn Freiheit bttreten wird. Zm festen Vertrauen, daß das hohe Haus auch fernerhin auf dieser einzig zum glücklichen Ziele füdrtnden Vahn beharren und nimmer mittel-alterlichen Auschauunaen und Borrechten, hierarchischer Bevormundung und Bersumpfung Gehör schenken werde sowohl im eigenen Interesse der Selbsterhaltung, als anch in jenem edleren und so oft btwShrten der Vaterlandsliebe und der Liebe zum throne und zum Volke, zeichnet sich die dankbar, Bevölkerung in Steiermark." (Folgen die Unterschriften.) Graf A«to« A««tsperg der altbewährte, unermüdliche Kämpfer für Bolksrecht und Baterlandsruhm, hat auf die Adresse des Temeiudeausichusscs nachstehendes Schreiben an den Bürgermeister Herrn Joseph Bancalari gerichtet: „Euer Wohlgebore«! Hochgeehrter Herr Bürgermeister! Bei meiner io eben eifolgten Heimkehr aus der Residenz und au» dem GeschSstsaudrange der letzten Tage ist es für mich die dringendste und zugleich angenehmste Pflicht den ersten geschäftsfreien Augenblick zu ergreifen, um Ihnen, Herr Bürgermeister und durch Ihre gütige Bermitt» lnng den verehrten Herren Mitgliedern der Gemeindevertretung den innig« sten und tiefstempfundenin Dank abzustatten für dos so überaus gütige Zustimmuugsschreiben, mit welchem Sie. hochgeehrte Herreu. mich unter dem Datum 2ö. MSrz 1868 beglückt und beehrt haben. Ist es für jeden Staatsburger, dessen Wirken dem Gebiete der Oeffentlichkeit augehört, uebst einem vorwurfsfreien Bewußtsein der schönste vnd begehrenswertheste Lohn, die Zufriedenheit hochgeachteter Mitbürger gewonnen zn haben, so erhalten doch die Zeichen solcher Sympathien für idn eine besondere werthvolle Bedentnng. wenn ste von Kreisen ausgingen, in deren Mitte er zu leben so glücklich ist. Und so haben die. mein schlichtes Wirken freundlichst überschätzenden Worte Ihres Wohlwollens mich nicht nur erquickt und ermuthigt. sondern auch das süße Gefühl des vollen Daheimsein» in dem schönen Ände, welches ich schon seit Iahren meine zweite Heimat nenne, neuerdings durch die Ueberzeugung gekräftigt, daß ich inmitten von Gleichgesinnten auch die edelste geistige Heimatstätte gefunden habe. Möchte ich die kurzen Worte, in welche sich das höchste Dankgefühl zusammenzudrängen pflegt, auch meinerseits so beleben und beseelen können, daß sie liiedei die ganze Wärme und Herzlichkeit, die mich erfüllt, vor Ihnen zum Ansdrutke zu bringen vermöchten! Genehmigen Sie. hochgeehrter Herr Bürgermeister, die V riicherung der ausgezeichnetsten Hochachtung, womit ich die Ehre habe zu sein Euer Wohlgeboren ganz ergebenster Anton Auersperg. Graz am 3 April 1868. machte leine Nachttoilette. In welcher sonderbaren Lage befand er sich! Er war ein Gast bei seiner eigenen Frau und zugleich ihr Hüter. Tau-send Gedanken, tausend Bermuthnngen durchkreuzten leinen Kopf. Was kann sie beabsichtigen? fragte er sich. Warum treibt sie mit einem Dritten ein Spiel, das mir und ihr gefährlich werden kann? — Er zog noch einmal den Brief tirrvor. den er in seiiier Tasche verivahrt hatte, und las iltn. Dann blieb er gedankenvoll in dem Seffel fitzen. Und war es auch nur ein Spiel, das sie trieb, es bemächtigte sich seiner ein Schmerz, den die Erinnerung an das bisher genoffene Glück ver« medrte. Aber die trauernde Liebe, der die feste Ueberzeugung des nur augenblicklich getrübten Glücks bleibt, gewährt eine bald freudige, bald schmerzliche Wollust, und Philipp empfand diese Wirkungen in einem Maße, daß chn der Schlaf floh. Mitternacht war vorüber, und immer noch saß Philipp neben dem Tische, auf dem das fürchterliche Papier lag. Die Kerze tvar tief herab» gebräunt. Du öffnete sich liise die Thür und Iosephine schlich vorsichtig yerein. Als sie ien siniund.n Mann erblickte, der ihr Erscheinen nicht bemerkte, sah jie wie sleljend zum Himmel empor, indem sie einen Seufzer nuterdrückte. Sie ivollte bezaubernd sein, und sie war es. Ein elegantes Neglig^e vor» weiß So sehr auch die Anlage auf Realitäten jederzeit als die stcherste bezeichnet »Verden muß. ist sie doch nicht mehr ivie in früheren Äahrzenten die fast ausschließlich mögliche; die Frage taucht datier allseitig auf. wie man die Schwersälligfeit derselben mildern könne. Die Einrichtung von Geldmärkten für den Hypothekenverkedr ist deshalb als eine zeitgemäße zu bezeichnen. Hauptzweck oer Märkte ist: Bereinigungspunkte für Darleiher und Dar. ieihensnehm»r gegen hypothekarische Sicherhett auf ländliche und städtische Grundstücke zu bieten, um durch persönliche Unterhandlung die Beleihuug, Uebcttragung oder Tausch von Hypotheken möglichst zu erleichtern und zu vereiufacheu. (Landivirthscha stlicher K red i tve rei n.) In den Ge-Mcinden Erolzheim, Kiijchberg nnd UnterDetting n im Jllerthal hat sich ein landivirthlicher Kreditverein gebildet, deffrn Organisation mit den Borschußvereine« oder Gewerbebanken viele Aehnlichkeit hat. jedoch sich von diesen dadurch tveientlich unterscheidet, daß die Mitglieder für Vereins' schulden nicht mit ihrem ganzen Vermögen gemeinsam haften, sondern wie Aktionäre nnr bis zum Betrag ihrer Antheile oder Aktien, d. h. der Einlagen, welche sie in die Bereinskaffe entweder gleich beim Eintritt oder in Theilzahlungen machen. Wer vom Berein ein Anlehen erhalten ivill, muß demselbiN als Mitglied beitreten. Derselbe ist alsdann vePflichtet, einen Antheil (Aktie) mit 2ü fl. entweder auf einmal oder in Monats-raten von je Z fl. b kr. einzuzahlen. Mehr als 20 solcher Antheile darf kein Mitglied besitzen. (Nicht in Tunis oder Tripolis, sondern im Groß« herzogthum Bade^ hat sich ereignet, tvas die „Badische Landes' Zeituug" berichtet. Eine Wittve, die drei kleine Kinder hat, wnrde »vegen eines Betrages von ck KrsWzer«, die sie zu zahlen vergeffen. gerichtlich belangt. Der Gläubiger wandte sich, tvahrscheiniich aus persönlicher Rache, an den Bürgermeister. Dieser, statt die Wittve gelegentlich durch den Rathsdiener mahnen zu laffen. erließ alsogleich einen Zahlungsbefehl mit Kostensolge; ans die unwillige Aeußerung der über dieses Verfahren hoch kämpfe, ich kann den Inhalt jenes Briefes nicht vergeffen. so lange er mir eil, Gehnmniß bleibt. Er hat mein Innerstes verletzt, ich muß es eingestfhen. Es drängen sich mir Bermuthungen auf. die meine Liebe verwiift. uiid meine Gattin hctjt G.danke», die mir unbekannt bleiben sollen? O. ich ivciß. was Du sagen ivillst l" rief er auS. als er sie bitter lächeln sah. „Äber da»s lbe habe ich mir tausend Mal gesagt seit den zwei Stundln. die ich hier sitze." Iosephine erhob sich und sah mit einem schmerzlichen Lächeln vor sich hin. „Ich bedauere Dich und mich, Philipp!" flüsterte sie. „Dich, tveil Dein Glück getrübt ist. ohne Deine Schuld, und mich, weil ich Dir weniger bin. als ich Dir sein tvollte. gast muß ich glauben, daß eine Ehe. wie ich sie mir denke, zu den Verhältniffen gehört, die man nicht erschaffen kann, wenn sie der Zufall nicht fügt. Du tveißt. daß mich nicht Liebe, sondern nur Dankbarkeit an meinen ersten Mann feffelte, und bei der große» Verschiedenheit unseres Lebensalters konnte dies auch nicht anders sein. Ich hing an Lindsor wie die Tochter an dem Bater. ich war eine Galtin ohne Gatten. Mein Mann war ein Engländer, mit allen Borzügen und Schivächen seiner Nation begabt. Er ivar eitel, selbst stolz darauf, wenn man seine junge Frau bewunderte und ihn darum beneidete; ober nie hat er mich durch Eifersucht oder Verdacht gekränkt. Al» man ihn darum befragte, gab er zur Antwort: wenn ein junges Mädchen die Pflicht der Dankbarkeit so weit ausübt, daß sie ihr junges Leben an ein altes knüpst. daß sie auf dos Glück der Liebe Ver« zicht leistet, nur um die letzten Tage ihres bejahrten Vaters »u Verschönen und die Ehre desselben zu letten — dann, mein Freund, ist der leiseste Verdacht ein Verbrechen, dann gibt es krine Eharakterkonsequenzen mehr in der Welt, wollte man annehmen, daß Iosephine meine Ehre vern«-glimpfcn kann. Hätte nicht schon ein natürliches Prinzip meine Hand' lungen geregelt, diese Kundgebung eines mich hoch ehrenden Vertrauens wiirde mich zu dem größten Opfer befähigt haben. Schon vor der Ab-reise meines ersten Mannes sah ich Dich, nnd ich verhehle nicht, daß eine Veränderung in mir vorging, die mich zittern machte. (Fortsetzung folgt.) empörten Witwe! das hei^e nicht die Äat» reffen der Gemeinde Angehörigen wahren.. I'ittirte ihr der Dotfpascha 5 fl. Strafe. Die Witwe elgriff Rekurs und siegte. Sin Schuhmacher, der den Borfall weiter erzühlte. wurde auf einen halben Tnst eingespertt. Die ErNürunst des BelsahreiiS liegt darin, daß ein ZahlungSbefel)! dem Bürgkrmelfter 15 Kr., dem OrtS-diener 4 Kr. einträgt. (Hagelkörner untersucht.) Unter die merkwürdigen Erschei-nungen diese» Winter» verdient such folgende gezählt zu werdkn, wllchc Naturforscher Martius bei Kaaden untersucht ha». E» fiel nämlich sehr oft Hagel. Martins bemerkte in der Mitte l>et Hagelkörner einen schwarzen K^rn. tvklcher mit konzentrischen Schalen von Eis umgeben war ; er sammelte eine Partie Haaeltörnei', lieh sie in der Wärme zerlaufen und fand am Boden des Wasser» eine große Anzahl von sehr feinen Körnern Meteorischen Gesteines. Marburger Berichte. iSinbrecher.) «m 29. M. zur Nachtzeit brachen bei der Grundl»esitzerin Elisabeth Karner inKSchober mehrere Diebe ein. wurden i^dach verscheucht und konnten nur 1 irdenen und 1 eisernen Topf. I Laib Brod und 2 Schlüssel mitnehmen Zu derselben Nacht bemerkte Michael Pototschnik in Roßbach, der au» Marburg zurückgekehrt war. daß beim Hause seine» Baters drei Burschen eine Leiter anlegten; er machte Lärm und die Oaunee ergriffen die Wucht. Am nächsten Morgen fand man vor dem Hause 8 Säcke mit 2 Töpfen und 1 Laibe Brod. (Falsche Staat»noten.) Beim hiesigen lSerichte fleht ein Bursche von 20 Jahren in Untersuchung, der vier Münzscheine gefälscht und „zur Raedtzett" ausgegeben. Die „Kommission zur Prüfung der Staat- Kreditpapiere" in Wien hat diese Zettel „ganz für unecht erkannt und durchaus mit freier Hand höchst mangelhaft erzeugt befunden." (Sitzung des Gemeindeausschusses vom 2. Apri l.) Das iAtsuch des Herrn Bartelt. ihn tvieder als städtischen Kapellmeister auszunehmen, wird abgewiesen. — Dem Herrn Kajetan Zorgo wi^d die Bewilligung zur Ehe ertheilt. — Bon 14 Unterslützungst,eluchtn werden 8 abschlägig btschiedeu. Die erledigte Pfründe im Bürgerspital »vird der lVittve Mt^ria gerlinz verliehen. — Das Gesuch des Herrn Goriup. der in der KärntnerBorftadt ein Gasthaus eiöffucn will, wird an die betreffende Abtheilung des Vemeiudeausschusse» zurückgewiesen mit dem Austrage, über das Lokal räher.re Erhebungen zu pftegen ; der närnlicht Bcschluß wird auch in Betreff des Gesuches des Herrn Jakob Karl ge-faßt, der im Waidach rschen Hause in der Biktringhos Gaffe die Kaffee, sicderei zu betreiben ivünscht. Herr Georg Stöh'l erhält die ErlaUbniß. ein Gasthaus.in St. Magdalena zu eröffnen.— Herr Weitzel Hawlitschet tvlrd mit »einen Gesuchen, betreffend die Errichtung eines Dienstboten' Komptoirs und einer Packlrägrr Anstait abgswiesetl. Der Frau Anna Posch in St. Magdalena wirt! die Bewilligung eriheilt zu emem Kom-miffionshandel mit abgetragenen K^idern. — Der P.^chtvertrag mit dem Marketender in der Dampfmühl - Kaserne. Herin Mulletz. wird geneh. migt. Der Pachtzins beträgt Li) ff. — Die Stadtpfarre Marbnrg hat dim OrdlnariiUe oes Lavanter Bisthums den zur Michaeler Stifung gehörigen Acker neben dem Friedhofe um 3000 st. abgekauft und bringt dem GtMeindeausschnß zur Kenntniß. daß sie den größeren Theil diese» Ackers zur Erweiterung des Friedhofes verwende. Zugleich erklärt Herr Stadtpfarrer Mathiaschitsch. daß der übrige theil de» Ackers der Gemeinde aus verlangen unentgeltlich überlaffen werde, sobald sie den beantragten Stadtpart dort errichtet. Wird zur Kenntniß genommen. -- Herr Badl stellt an den Borsitzenden. Herrn Bilrgermeister Joseph Banealari« die Anfrage, wie lange die Berunftaltung der Anlage vor dem Kriehnber schen Hause noch dauern welde; der Herr Bürgermeister erklärt, die bezüglichen Akten nicht zur Hand zu haben, die Antwort jedoch in der nächsten Sitzung ertheilen zu wollen. (Die Abordnung), die wegen Errichtung einer Handel»« und Gewerl»ekamn er in Marburg nach Wien gesandt woiden. ist am Freitage mit guter H<>ffnung zurückgekehrt. Der Handel».Minister versprach, dem Gesuche zu willfahren und «vird die Regierung sich nicht gegen den bezüg« lichen Antrag erklären. Dr. Wasei^ wird die Petition im Abgeordnetenl»ause eindringen. Weil aber Handcls' und Gewerbekauimern eigene Landtags' Abgeordnete küren, so bedingt die Errichtung einer Handels- und Gelverbe-kammer in Marbnrg eine Aenderung der sleiermärktichen Landtag» Wahl-Ordnung, tvas nur im versassnngsmäßigem Wege geschehen kann. Der Landtag wirv also in der nächsten Versammlung diese Waljlordnuni, dahin abzuändern haben, daß von der neu zu errichtenden Handel», und Gelverbekammer in Marburg eine bestimmte Zahl Landttig».Abgeordneier zu tvählen ist. Gehen unsere Wünsche in Erfüllung,, so werden Handel und Getverbe dr» Unterlandes nicht nur in der Kammer zu Marburti. sondern auch im Vandtag eine selbständige Vertretung ihrer Interessen finden (Der politisch. Volt »Wirtl» schaftliche Be rein) wird sich am Montag Abends u>n 7 Uhr im Saale des Herrn Kartin versammeln; Gegenstände der Verhandlung sind: 1 Bericht über die Abord« nung in Sachen der Handels« und Gewerbekammer. 2. Unterzeichnung der Adreffe an da» Herrenhaus. 3. Beratlzung über die Froge: Ist der Berein pach dem Gesetze verpflichtet, der Behörde, außer Zeit und Ort der Ver-sammlung, auch die Tagesordnung anzuzeigen? (Die landwirthschaftliche Filiale) hält am nächsten Mittwoch Nachmittag 4 Uhr im Saale der Bezirksvertretung eine Sitzung. Gegenstände der Tagesordnung sind: l. Einfluß der Mauthgesetze und der Handhabung derselben auf die Landwirthjchaft. 2. Vorträge über Dorn-feld's und Möhrs Lehre vom Weinbau. Letzte PoK. Der ungarische Ttaatsvoranschlag soll einen Abgang «ordve«tsche Reichstag hat die VostvertrSge der GKdftaate« «it Qefterreteb genehmigt. . . ber ka«dt»tischen »Mchtlinge in Griechenland beträgt 70M0. Etngefaudt. Herr Dr. Mulle vertheidigt sich in der vorige» Nummer der „Mar-burger Zeitung" gegen die Beschuldigung ivegen »eines Berhaltens in der bkkannten Mauthangelegenheit ; Entstellungen von Thatsachen jedoch und ttnige kleine Ausfülle gegen meine Person ztvingen mich zu einer Entgegnung. Die Antwort de» Herrn Dr. Mulle auf meine in dem offenen Schreiben an ihn gerichteten Fragen findet, daß meine erste Frage durch einen Widerspruch sich selbst entkrüste. Allerdings ist es ein Widerspruch, ivenn Herr Dr. Mulle in einer Wahlversammlung sich gegen die Hand. l»abung der Mautl»vorschriften ausspricht und sodann nngerufen und uube-rusen sich zum Herrn Abgeordneten des Finanz Ministeriums begibt, um dort zu erklären, er könne sich mit dem Petitum der Beschwerdeschrift nicht einverstanden erklären, so wie es auch ein großer und unbegreiflicher Widersprnch ist. daß Herr Mulle gegen Etwas spricht und. zur Rechen-schaft gezogen, nur zu erwidern weiß, der Gegenstand, mit welchem er nicht einverstanden ist. sei ihm unbekannt. Die Verantwortung sür solche Widersprüche hat Herr Dr. Mulle allein zu tragen und diese selbst waren ja nur Ursache unserer Angriffe. Den in meiner zweiten Frage erzählten Sachverhalt stellt Herr Dr. Mulle gänzlich in Abrede. Und doch ist e» so! Bei jener Unterredung mit dem Herrn MiNlsterialrath sagte ich unter Anderem, daß durch die Reden de» Herrn Mulle der Eindruck der Beschwerdeschrift müffe abge. schivächt worden sein, wa» der Herr Ministericilrath mit einem: „Ja" und der entsprechenden Kopfbewegung bcantwortcte. Auf meine weitere Krage, ob die RedtN des Herrn Mulle den Herrn Ministerialrath etiva zu der Meinung gebracht hätten, es beständen in der Mauthangelegen, heit in Marburg Parteien, erwiderte derselbe wörtlich: „Dicsen Eindruck lzat es auf mich gemacht." Uebrigen» hat der Hcrr Ministerialrath diese Aenßerung nicht allein in Herrn Dr. Mulles. Brandstätiers und meiner Gegenwart gethan. sondern sich auch zu dein Herrn Bürgermeister Ban-ealari in gleichem Sinne ausgesprochen. Die dritte Frage läßt Herr Dr. Mulle unbeantwortet, da Alles, »vas er darüber sagt, nicht zur Sache gehört. Uebrigens tväre znr Belehrung des Herrn Filial-Borstehers eine Sitzung der Filiale in der Mauthftage gar nicht nöthig gewesen, da die Einstimmigkeit der Bevölkerung iu und um Marburg in dieser rein landwirthschastlichen Frage einem Filialbe-schluß gleich zu halten ist; nur der Zivischenfall mit Herrn Dr. Mulle macht die Filialsitzung unerläßlich, daher die unnöthige Verschleppung sehr bedauerlich ist. — Herr Dr. Mulle glaulit mir nicht, daß ich son der Landtagskandidatur für Windisch Graz nur zurückgetreten sei. um mir in der Mauthsrage gegen ,l,n freie Hand zu wahren. Warum sollte ich denn zurückgetreten sein? Etwa au» Augs» vor der Gegenkandidatur des Herrn Mulle? Das Kakdidiren steht ja Jedermann srei. ebcnso das Durchfallen, tvas Herrn Dr. Mulle doch nicht sretttd se,n kanu. Uebrigen» l)in ich den Wählern von Wlndisch-Graz heute noch so fremd, al» e» Herr Dr. Mull, bis zu seiner letzten Rundreise »var, und meine Kandidatur tvar nur erst ein Borsatz. dessen Ausführung ich iu» obigem Grunde unterließ. Bon einer Wahlagitation zu meinen Gunsten kann daher nicht die Rede sein. Herr Dr. Mulle meint, ich hätte die Rolle des Angreifers getrost Herrn Brandstätter überlaffen soUerl. der kein Neuling in derlei Dingen sei. Ich danke für den „Ncnling". Brandstätter mag sich bedanken, daß ihm zngemutliet wird, in — nach Herrn Dr. Mulle » Anschauung — ungerechten Angriffen kein Neuling zu sein. Nach der Vertlieidiguug zu schließen, scheint der Angriff de» „Neulings" doch kein ganz ungeschickter gewesen zu sein. Uebrigen» hat Herr Dr. Mulle ganz recht, Brandstätter iväre auch allein mit ihm fertig geworden. Zum Schlnße der Bertheidignng hüllt sich Herr Dr. Mulle in den Mantel der llnschnld und tvill dem Brispiele jener „ehrenwerthesten und achtbarsten" Männer, die von gewi,1er Seite der Reihe nach vernnglitnpft «Verden, folgen und weitere Angriffe u'tbeantii)ortet lasten. Was sollen dtese hochfahrenl>en Phrasen sagen? Das Privatleben und der Privatcharakter bleiben unberührt; wer aber in das öffentliche Leben eingreift, muß sich die öffentliche Kritik gefallen lassen, was aller-dings manchmal recht n-ibequem sein ma^,. Herr Dr. Mulle scheint zu glauben, an ihn dürfe sich die Kritik nicht wagen. Unwillkürlich erinnern Herrn Dr. Mulle » Schlußworte an eine der jüngsten HerrenhauSdebatten. Wozu di.se Born.hmthwrei? Ein altes Lprichivort sagt: „Vom Erhabenen zum Lächerlichen ist nur ein Schritt." Konrad Seidl. Borliegend, r Enlgkgnnng meines Freunde» habe lch nur beizusügen: Die schristlllden Beweisc der Schuldlosigkeit de» Herrn Dr. Mulle sind jedensall» weniger umfangreich, als seine persönliche Bertheidigung, und es erscheint sehr bedenklich, daß er derselben nur oberflächlich erivälint. statt ihre ivortgetreue Widergabe der Veurtheilnng denkender Leser zu überlassen. Jede Rechiftttignltg. ivelche da» Benelimtn de» Herrn Dr. Mulle in der Mauthangelegenheit in anderer Weise darstellt, al» e» in dem offenen Schreiben meine» Freunde» geschildert tiiurde, beruht aus Entstellung der Wahrheit und eS ist höchst bedauerlich, daß nun auch eine fremde Persöil-lichkeit in den Streit gezvt^en ivird. Herr Dr. Mulle wird heute nicht in Abrede stellen, daß biS nach der leKten Marburger LandtagSwahl ich stet» jeder Agitation gegen ihn serne blieb, das» er sich zu mir dagegen täglich liilter ülier unsere damaligen beiderseitigen Gegiier beklagte. Erst »nit dem Augenblicke, al» er in echt christlicher Duldsamkeit die Hand dankbar küßte, die ihn moralisch schlug, schien Vorsicht gar nicht überflüssige wo e» sich um Vertrauen in öffentlichen und politischen Dingen handelt. Die Mailthangelegenheit war nur ein Glied in der Kette von Er-scheinutigen. in ivelchen Herr Dr. Mulle unverkennbar darnach strebte, die Führerschaft einer Partei zu übernehmen, die jeder selbständigen, frriheit-lichen Entwicklung de» öffentlichen Lebens hier entgegentritt, selbst taS Beste bekampst. ivenn e» nicht von bisher herrschenden Faktoren au»grht. Die beharrliche Weig.r»ng. eine Filialsi^ung auszuschreiben, tro^dem daß er die Anforderungen d-r Slovenen nicht anerkannt, daß er immer zur Lösung der Mauthfrage ein Beschluß der landwindschaftlichen Ailiale böchsl erwünscht gewesen wäre, wird durch die letzt? Austiärung deS Hnrn Dr. Mulle teincSwcgS gerechlsertigt. Durch ein ttmlausschreibelt an die in Marbuli, domizilirende» Mits^lieder und Zuschriften au die Vemeindcn dulch die wöchentlich zlvtimal in der BezisksVertretungSkattzlci erscheinenden Voten kann eine vollkommen statutenmäßige Versammlung innerh^Ub läng« stens 8 Tagen einberufen werden. Herr Dr. Mulle sagt aber: „Was können Sie mir bcweisen?" und diese Rechtfertigung vermeiden sicher Leute, welche Ueberzetigung. moralische Berpftichtung und redliches, rücksichtsloses Streben für liöher halten, als rine Fsfisprechung „aus Mangel an Vetveisgründen". Ariedrich B r a n dstä tt e r. Gt«gefa«dt Herr Dr. Julius Mulle versucht wiedecholt. seine Mißerfolge dem Parteigetriebe zur Last zu legen, und wirkt dadurch nachtheilig auf öffentliche Angelegenheiten, in welchen lSinigkeit dringend nöthig ist und auch wirklich besteht; denn nicht nationale Gegnerschast. sondern Zweifel in die Nnwandelbarkeit der Gesinnung des Herrn Kandidaten find eS. tvelche sein Borgehen der öffentlichen Beurtheilung berücksichtigenöwctth erscheinen lassen. Ein schon skit längerer Zeit verbreitetes dumpfes Gerücht, daß Herr Dr. Mulle schon einmal ebenso entschieden sich als geborner Slovene der nationalen Partei al< Kandidat empfohlen habe, als er heute sich eilien Anhän.,er d»r Partei Kaiselfeld nennt, tritt nun in einem neuen natio nolen Blatte als entschiedene Behauptung auf ; und da Herr Dr. Mulle als „Deutscher" vielleicht noch keine Ahnung von dieser nationalen Agitation hat. so geben wir nachfolgend eine Uebersetzung dieser Korrespondenz aus Windisch'Feiftrttz. mit der ausdrücklichen Bemerkung, daß lvtt nur die Wahl des Herrn Profeffor's Oskar Schmidt als «vunscheas» Werth crkläreu, da er schon in einer früheren Landtagsperiove als Ver-treter der Univerfität sich als unabhängig bewiesen hat, dagegen die Wahl des Herrn Bkzirksvorstehers Globotschnig mit Rücksicht auf andere Erfahrungln im Landtage unS selbst dann bedenklich crlchiene. wenn er auch nicht vou der nationalen Partei empfohlen ivürde. Die ertvähute Korrespondenz lautet; „Nachdem Herr SonnS sein Mandat als Landtagsabgeordneter nie die Städte und Märkte Windisch-Graz. W. Feistritz. Mahrenberg . . . . statt. Es sind bereits mehrere Wahlwerber aufgetreten und macht slch auch schon eine ziemlich lebhafte Agitation geltend. Als Elster begab sich Herr Dr. I. Mulle auf den Weg. der.schon seit dem Jahre 1861 her btkaante ewige Kandidat. Dieser versuchte, fich den Wählern besonders dadurch zu empfehlen, daß er ein deutscher Liberaler vom reinsten Wasser. in die Fußstapfen des Herrn Kaiserseld. Rechbauer zc. treten werde, ivelche Herren er gleichzeitig als seine Brüder „ich und du" erklärte. Auch vcr-schickte er cin iievruckteS Programm, voll deS eigenen Lobes, so daß den Wälllern !vlihrhaft daS Wasser im Munde zusammenrinnen muß. sich durch einen solchen Abgeordntteu veltreltn zu sehe«. Aber die Welt ist undankbar und liebt eS. das Große zu verkleinetn. Das lvar auch bei dilsem Kandidaten der stall. Man wirft ihm vor. er habe fich im Jahre 186 l den Wählern aus den Lanhbezirken von Eilli mit Hintvelsung auf seine Hingebung an die slovenische Sache empfohlen; auch den Luttenbergern bekannte er sich 1867 als Slovene. Doch lvar noch kein Zahr »er-flössen, da trat er in Marburg in die Oeffentliebkeit, diesmal als der makellosiste Deutsche; auch diesmal mit dem gleichen Erfolge. Doch hat diese Niederlage sein Müthchen nicht abgekühlt: tvie der etvige Jude pilgert er dieSmal wieder hinauf, an der Drau und Mißling den ersehnten Schatz zu suchen. Schade, daß auch diese Irrfahrt eine vergebliche: eS will ja nicht mehr genügen. Unduldsamkeit gegen die Slovenen zur Schau zu tragen, um in den Städte» und Markten gewählt zu werden. Diese Zeiten sind vorüber. Auch jene Bewohner der Städte und Märkte, welche unserer Nationalitat sundlich entgegentreten, sehen ein, daß sich daS slovenische Element nicht kurzweg ableugnen oi)er vornehm übersehen läßt, daß wir deS Friedens und der Verständigung bedürfen. Daher kölmen wir dem Herrn Dr. Mulle schon jftzt sagen, daß er auch in Windisch'Graz ebensowenig zum Ziele gelangen wird, wie die früheren drei Male." F. Briefkaste«. ^ Herr Redakteur! In meinem Eingesandt in Nr. 41 ZhreS Blattes hat sich ein Ärr-thum eittgeschlichen. Ich ersnche Sie daher, gefälligst die Berichtigung in das nächste Bl.itt aufnehmen zu lvollen, daß eS in der 104ten geile aN' statt „nie" zu hcißn» habe „nur einmal". Dr. Mulle. Geschäftsberichte. Marl'urg. 4. April. iWoche» markt Sberl cht.) Weizen fl. 5.S6, Korn fi. 4.20. Gerste fl. S.lb. Hafer fl 2.^. Kukurutz fl 3.L5, Heiden fl. 3.—, Hirse fl. 2.90, Erdäpfet fl. l.lZS pr. Mehen. Rindfleisch 24 tr.. Kalbfletsch 26 kr., Gchwem« fleisch zung 26 tr. pr. Pfund. Holz, hart SV" ft. 0.-. 18" fl. 4.80. detto weich 3V" dergelegt hat, sinket am 6 April die Wahl eineS neuen Abgeordneten fürst- si. s.so pr. Klafter. Holzkohlen hart fl. 0.60, weich fl. o.so pr. Metze». He» fl. 1.20, Strol). Lager^ fl. 0.95. Streu- fl. 0.60 pr. Centner. Pettan. 3. April. (Wo che» Marktsbericht.) Weizen fl. .'».40, Korn fl. S.60. Gerste fl. 0.-. Hafer fl. 1.8N, Kukurutz fl. 8.l0. Heiven fl. 2.80. Hirsebrei» fl. 6.—. Erdäpfel fl. 1.— pr. Metze». Rindfleisch ohue Znwage 25, Kalbfleisch ohne Zmvage 26, Schweinfleisch jung 2ö kr. pr.Pf. Holz 36" Hort fl. l0.—, detto weich, st. 7.— pr. Klafter. Holzkohle» hart fl. 0.6S, detto weich fl. V.b5 pr. Metze». Heu fl. 1.10. Stroh, Lager- st.V. —. Stre»« fl^ 0.-- pr. Cent»er. Einladung zu eiuer Versammlung des politisch-volkswirthschastlichen Vereines „Fort-schritt" am Montag den 6. April Abends nm 7 Uhr in den Lokalitä-ten des Herrn Kartin in der Kärntnervorstadt. Gegenstände der Bcra-thung sind: a) Anschluß an die Dankadresse an daS hohe Herrenhaus; d) die bei der letzten Volksversammlung übertragene Ermächtigung wegen Regulirung der Platzkreuzer )c. und e) einige Anfragen und Interpella-tionen von Bereinsmitgliedern. Marburg. 5. April 1867. Die Bereinsleitung. Der heutigen Stadtanflaae dieses Blattes liegt ein Preisblatt von L. Mtteregger's Spezeremaaren-Handlnng bei. M die KüWhr-8aison empsehte» wir: Kür Herren: Hosen von IV« bis 10 fl.. Gilet von 1 bis 5 fl.. Röcke von 2'/s blS 23 fl . Hemden von 1 fl. 5 kr. bis 2 fl. 80 kr. — Kür Knaben: Kleider zu sehr billigen Preisen. Zür Damen: Jacken von 2 bis 8 fl. Damit auch solche P. T. Kunden bedient werden können, ivelche die ain Lager vorräthigen Kleider nicht nach Wunsch finden, ist unsere Handlung mit einer Schneiderei verbunden; behufs dessen lies^cn Stoffe im Werthe von einigen tausend Gulden vor und steht unS ein geschickter Zuschueider zu Gebote, der die Anfertigung des Bestellten nach den! neuesten Journalen zu überraschend billigen Preisen besorgt. 179) Achtungsvoll Tch-tN St «laus. 8. ViMmann'ti plivtvzrspliiiielivr 8alva in Ntarblirg (Sticht« Zarten) ist von llun an geöffnet und es finden die Aufirahmeu ununterbrochen von 9 Uhr Früh 1l>is 5 llhr Abends statt. (38 Ein gutgesttteter Lehrling, (183 Htrr« Zimmergesellen finden gegen einen Taglohn von st. 1.40—1.50 dauernde Btschüftigung in Kottori —Partsch. Fahrt frei. Anzufragen bei H. Krischner, Baumeister in Marburg. (201 _ tlllt lvelchen Gulden D^^schon am »m IS. 1Z6A zu gewinnen^WW ^ fl. 2 und ü0 fr. Stempel, auf je 10 Stück 1 gratis zu halien bei Voetcker ck Comp., Wie«, KolowratsRing 4. Frankirte Ansendnng der Ziehungsliste 30 kr. Aufträge gegen ganze Nachnahme können nicht effektuirt werden. (200 ivelcher der iviudiscken Sprache inächtig ist, wird aufgenommen bei Aug. Kolletutgg in Mureck. praUischtr Zihilirjt, Wie«. Stadt. Bognergasse Nr. 2. I», Nachhange zu meinem letzten Schreiben muß ich mich renig einer Schwäche anklagen. Durch die Wol)lfeilheit der angebotenen Nachahmungen Ihre» Anfltherin Mundwassers, nnd die Behanptungen »uincher Apotheker: vaS Anatherin Mnndwafser vollkommen dem Echten aleich, a»fertige» zu können, getäuscht, ließ ich mich — da mir Ihr Anatherin-Mundwasser auSgega?,gen war wiederholt verleiten, von diesen Fabrikate» Gebrauch zu machen. Nicht allein, daß dieselben gar keine heilsame Wirkung hatten, verschlimmerten sel^ noch den krankhaften Zustand, und ich fand nur wieder bei dem Gebrauche Ihres unübertreffliche« Anatherin - Mundwassers *) vollkommene Hilfe. Auch die Wirksamkeit Ihrer Anathariu - Zahnpasta habe ich bewährt gefunden. s!2 Dankbar zeichne ich mich mit vorzüglicher Hochachtung Drahotusz, 29. Juli 1367. Euer Wohlgeboren ergebener Diener ÄettsT' V. Zu haben: in Marburg bei Herln Aaucalari, Apotheker und in Tauchmauu'z Kunsthandlung ; in Cilli bei Herrn lrisper und in Vaombach's Apotheke. (ISS Au verkaufen. ES wird hiermit bekannt gegeben, daß im Pfarrhofe zu Jaring mehrere Startin 1867er Weine, mehrere Metzen Weizen. Korn, Kukurutz zc.. sowie auch Wagen und andere Oekonomie-Gegenstände auS freier Hand gegen bare Bezahlung täglich zu verkaufen sind. (192 Berantworllicher Nedaktenr: Franz Wiest Haler. Z. N. St. V. Druck nnd Berlag von Eduard Ianschitz i» Marburg.