WbllcherMMtlmg. Nr 2UN. Pränumeralionspreis: Im llomptoir ganzj. fl. N. I ,lbj. fi. ü.5<«. Für bic Zustellung ins Haus halbj. ', > lr, Mit der Post ganzj. fi. >5, I>albj. st. 7.50, Dienst«,,, HO. Dtlember Vasetttonsgebühl b!« «u Zeilen: lmal«0ll, lm. »ttll., 3m. I fl.z sonst pr.Ztile lm. fr «870. Mmmcmtions - Gilüadullg. Mlit l. Jänner !87l beginnt cin neues Abonnement a»q' die ,,Uaibacher 'jeitu»!,,." Durch einen reicheren und mannigfaltigeren Inhalt, insbesondere dulä, sorgfältige Redattio» des politische,, Theiles uud Behandlung aller wichtigen Tagcsfragen iu vriginalArtikel« von unterrichteter Seite, durch Berücksichtigung auch der materiellen Vandcsintcrcsscn, namentlich der ^'and- uud F o rslw i rthsch a f t. denen die „Laibachcr Zeitung" auch fortan ihre Spalten öffnen wird durch Original ^Telegramme über alle wichtigen TagcSbcgcbcnhcitcn, durch eine vollständige ^ocalrnbril und durch Feuilletons, theils l'elehreliden. theils unterhaltenden Inhaltes, werden wir, wie bisher, bemüht sein, unserem Blatte allgemeines Interesse zu sichcru. Auch die vollständige Mittheilung der wichtiufteli neuen Gesetze, welche die Anschaffuug von Scparatausgabcu erspart, dürfte der „^aibachcr Zeitung", sowie die Schnelligkeit und Ausführlichkeit, mit welcher dieselbe slcts über die Verhandlungen aller Vereine und Corporationcu, insbesondere des Mondtages nnd Gemcinderathes licrichtet — den Vorzug vor anderen Glättern sichern. Wir ersuchen schließlich alle Freunde des Vaterlandes uud des Fortschrittes auf Grundlage der Staatsgrundgesetze um ihre Mitwirkung, indem wir unsererseits alles aufbieten werden, um zur Verwirklichung dieses Princips iu unserem Vatcrlande beizutragen. Dic Plänumrations-Dkimgungen bleiben unverändert: Om.ziahnq mn Post. mitcr schlrlsm vnsmdr« . , - '^.^Ir. Gai.ziähn^für ^'aibach. m'b Haus ,ugestelll . . . . 12 fl. - ll. l.albMig dlo. dto. dlo. . . - .'"""" lilllbiähng dl°. dto. dto......^ Halbjahr," blo dto......b ,. - „ Halbjahr dto. bt°.......5 ., 30 . Die Pränumeratiuns-Veträsse wollen portofrei zugesendet werden. «°! b ° ch, ,m D,c höchster Entschließung vom !4. Dcccinbcr d. I. den U Bezirkshauptmann zweiter Classe Eugen Ritter von I Styrzza zum Rcgicruugsrathc bei der Landesregierung > in Czeruowitz allergnädigst zu ernennen geruht. ^W Der Minister des Inucru hat die Professoren Dr. U Eduard Hofmann und Dr. Auton Tschnrtscheu-U thaler, den Bczirlsarzt Dr. Joseph Plascllcr und ff die praktischen Aerzte Dr. Joseph Gill huber und U Dr. Isidor Mörz z" ordentlichen Mitgliedern des Landessanilätsrathes für Tirol nnd Vorarlberg ernannt. Der Minister für Cultus und Unterricht hat den Vinccnz Vyhnis, dann die ^upplcutcu ff Adam Flcischu, a u u und Vinccuz Prasct zu wirk licheu Lehrern, uud zwar die beiden Ersteren am l. . Gymnasium zu Königgrätz, den letzteren am l. t. Realgymnasium zu Tabor ernannt. ______ Nichtamtlicher Theil. Wien, 17. December. Die Antwort, welche Graf Bcnst dcm Herrn Dr. VadislauS Ricger uud Gesinnungsgenossen auf chr be- la".,tcs Memorandum ertheilte, führt eine so klare und deutliche Sprache daß ein Eommcntar dazu eigentlich überflüssig wird Den Beweis hufür finden wir m dem kräftigen patriotischen Echo, dem die Wo.lc dcs Rcichs. lanzlers in der hiesigen Taacspressc bereits begegnen und das aus allen Schichten der Bevölkerung mächtig hcrvor- llingt. Wenn man in den Kreisen der czcchlschci, Decla- l ranlen das Schreiben des Grafen Bcust nur vom ö,t c r< U reichi scheu Standpunkte ans bcurlhcilcn wollte dann U wird der Eindruck, den dasselbe hicr machl, auch dort > ein gleicher sein müssen. Graf Bc»st hat d,c^ .., der » Brust jedes Ocsterrcichcrs lugende inächt.ac Va,lc des ff österreichischen Patriotismus beruh,« und t»e ^chwln« » «ungcn derselben, mögen sie auch oft im Parlc.lampfe U verhallen, gcncn doch immer an der Donau w«e an der Moldau den gleichen, höchsten« mehr oder m.ndcr ge-dämpften Klang. Von diescm östcrrcichlschm Standpunkte aus werden die Führer dcr böhiuischen Na-tion in dcm Schreiben deS Graft'' Acust wemger die Drohung, als die ernste, aber palriolische Mah. nung finden, einen Weg zu verlassen, der stc l.mner weiter abseits führt. Zielen entgegen, durch deren Dul-bung stch jede Regierung, welche am öster reichlscheu Slaatsgedanken festhält, nachgerade in Widerspruch brachte Mit den Gebolen der Verantworllicl,lcit vor dem Gesetze und vor der Geschichte. Der Ernst dieser Mahnung wird an der böhmische!, Naliol, nicht spurlos avglcilen; sie wird sic bestimmen müsse!?, offen hinzutreten vor die Völker Oesterreichs und vor diesen daö Bekenntniß des Oestcrrcicherlhums abzulegen, und zwar in einem Tone. dcr auch dcn leisesten Zwcifcl sofort verstummen macht. Dic Worte allein aber genügei: nicht, wenn sie nicht die Thal bcglcilcl. Wenn die böhmische Nation, wir dies ihr Mcmoiandum bewciöt. das Bedürfniß empfindet, mil cmzunreifcn in das Rad der Geschichte, dann darf sie nicht vcrarsscn, daß sie ullein hiezu zu schwach und nicht berufen ist. Als Theil drS österreichischen GclncinwescnS lann sie dicsc Aufqalic risüllcn, abcr nur in jene» Grenzen und Formcn, wclckc dieses Gemeinwesen sich selbst und der czcchischcn Nation acsctzl hat. Den Weg. um dieser Aufgabe zu genügen, hclt Graf Ocust in feinem Schreiben klar und dcullich vorgezeichnet, er führt nicht über, nicht neben der Verfassung, er liegt in ihr und nur iu ihr. Nicht dcr Umstand, daß sich die Wortführer der böhmischen Nation zu Ralhgchcrn üb?: die auswärtige Politil auswerfen, nicht die Nlchtunc,. in welchc sic diese Politik drängen möchten, bildet dcn Kcrn der Rieger-schcn Denkschrift, sondern die Art und Weisc, wie dies geschieht, wie sie abseits t>cr durch die Verfassung vor-gezeichneten Bahnen den Einfluß gellend machen wollen, dcr im constilutioncllcu Vcbcn jcdcr ftolilischcu Indivi» dualitäl zwar znsleht. von ihr aber nur inuc>halb jcncr durch die Rechtsnormen gezogenen Schranken geübt werden kann. Dcr Versuch, untcr dicscl, Schranken hmweg-zuschlüpfcll. um auf Hintertreppen das zu erreichen, was die böhmische Nation jeden Augenblick im Vereine mit dcn andcrcn Stämmen besitzen nnd ülicn konnte, dieser Versuch muhte eine ernste Abweisung finden. Die Nrt, iu der dies geschah, ist gcwiß geeignet, die auf politische Irrwege Gcralheueu auf die rcchlc Bahn zu drin» gcn, immer vorausgesetzt, daß :ö ein östcrreichisHcr' Standpunkt ist. von dem man auch in Prag an das Schre'bcn dcS Ncichslanzlers herantritt. Wir für unsern Thcil zweifeln „ichl dnnn,, taß cö l,nr dicscr Vo-dcn sein wird, von dcm ans dic ^ich'cr dcr bol>mischcn Station all' die Fragen werden erörtern wollen, wns dcm Reiche, was dcr Nation noth thue. Wollen sie dies und nur dies, — wir für unfern Thcil sind divon überzeugt, — danu dürfen sie hcutc nicht mchr schwai,-kcu. wvhin sic in Zulunft ihrc Lchritte zu lenke» ha-bcn, wcnu sic die bcrcchtiglc Theilnahme Böhmens an der Entscheidung der höchste» ZlantsfiMn gellend m^ chcu wolle»; sie werdeu dadurch den Völkern der Mon> archie einen ncucu Beweis licfern. daß iu dem Einstehen für jenes Oesterreich, das virllcicht jedem Stamme des weiten Reiches iu anderen Formen sich darstellt, von allen Stämmen jedoch mit gleicher angestammter Liebe umfaßt wird, die böhmische Nation hinter keiner andern zurückbleibt. Politische Ucl'crsicht. Uaibacl,, I!>. December. Ueber das Militärbudget schreibt „Warr. Eorresvoudcnz": Die Bewilligung von großen Geldsummen für staat- liche Ausgaben ist nicht gleichbedeutend mit einer sorg' losen Wirthschaft und die Vorenthalluna oder Herab' sctzuna. dcr für solche Zwecke geforderten Gelder ist nicht immer identisch mit einer gesunden Sparsamkeit. Die falsche Meinung ist längst explobill, daß eine a/sehsst-bcndc Körperschaft ihre Schuldigkeit am besten erfüllt, wenn sie bei dcm Kriegsbudget recht viele Abstricht macht. Eine solche Kargheit zeigt sich nur zu oft, wenn daS Hecr zur Vcrwendung gelangen soll, als die äußerste Verschwendung. Hat eine Ausrüstung bei einem auSbre» chenden Nothfälle übereilt zu werden, so müssen doppelte Preise selbst für schlechtes Material bezahlt werden, so acht die Aufslelluny dcr Armee so langsam vor sich, daß sie nur zu ei»cr halben ^eistimasfähistleit gelangt, fo — und hierin licgl vornehmlich daS verwerfliche einer fol» chen Gcbahrnna. — muß in einer Weift, welche abwend» bar hätte gemacht werden können, das Leben der Vater-landsvcrtheidigtr in einem ungleichen Kampfe aufs Spiel gesctzl werden. Es ist eine Thorheit, wcnn ein Fabrikant tausend Menschen mit schlechten Maschinen und Werk-^eugcn beschäftigt, nm in Concnrrenz zu treten mit einer audercn Fabrik, wo eben so viele Personen mit guten Maschinen und Werkzeugen mit jenen den Wetttampf aufnchluen. Ein Verbrechen wäre es aber gegen die kriegspflichtigen Bürger eines Staate«', sie mit veralteten und halbtauglichrn Waffen einem Feinde gegcnüberzuslellen. dcr mit dem besten Kriegsmaterial ausgerüstet ist und darum auf jcuc schießen könnte, ohne die Gefahr zu lau» fcn. auch vo>, ihnen yelroffen zu werden. Die Delegationen sind im Großen und Ganzen ihrcr Pflichten gegen das ^and eingedenk geblieben, und haben nicht in einer nnstaatsmänmschcn Weise jenes Werkzeug zur Stumpfheit verurtheilt, wclchcs zum Schuhe deö Vaterlandes dienen soll. Wenn man dem alten Worte folgt und sich im Frieden auf den Krieg vorbereitet, so Hal dies oft zur heilsamen Folge, daß der Krieg, welcher drohte, gar nicht zum Ausbruch kommt. Die Erobe-rungsgclüste, wclch? die Schwäche eines Gegners groß« zieht, ziehen sich vor der Stärke desselben gerne zurück. Die große Entwicklung der mechanischen Wissenschaften hat vielfältig die Ausrüstung vergangener Zei' ten untauglich gemacht und erheischt die Beseitigung hsl' zerncr Schiffc, die Verstärkung aller Gefestigungswerli und die Verwerfung aller Angriffswassen. All? Staaten der Well sind in Folge dieses Umschwunges in die Nothwendigkeit versetzt worden, ihrc Bürger mit vermehrten Leistungen zu belasten. Hicbei haben die Völker aber dcn Trost, daß dieselben Fortschritte auf dem Oe^ viele dcr Wissenschaft, welche einerseits einen Druck auf sie ausüben, ihnen andererseits eine vielfach größere Hilfe bei dcr Enlwicklnm; ihrcS Wohlstandes gewähren Die Mechanik dcr nrncien Zcil ist noch weit mehr den Arbeiten dcs Friedens, als denen des Krieges zugute ge< kommen, mid sie hat den Nationen die ttraft gegeben, um jcne schwere Rüstung ertrage» zu können, von wel' cher die Verlhrioiguna. dc5 Vaterlandes abhängig geworden ist. Im VudactauSschusse der Reich«raths-Delegation stand Samstag 17. d. auf der Tagesordnung der Etat dcs Ministeriums des Ntußern. Schaup rescrirte über den Dispositionsfonds mid bea," traatc den Abstrich von 150.000 Gulden, Graf Veust, 2092 Hofrath Falle und Graf Rechberg sprachen dagegen, ersterer unter Ausführung der in der Denkschrift niedergelegten Anschauungen. Der Antrag des Referenten wurde mit 11 gegen 9 Stimmen angenommen. Graf Wickcnburg berichtete über die Consular-Organisation; es wurde der Beschluß gefaßt, hicfür 09.000 Gulden einzustellen. Van der Straß rcferirle über das Ministerium des Anßern und es entspann sich hiebci eine Debatte über die Gesandtschaften an deutschen Höfen. Pascotini beantragte die Einstellung derselben in das Ertra-Ordinarium. was angenommen wurde; Grocholsti beantragte, der Consequenz halber, auch die Einstellung der Gesandtschaft bei dem norddeutschen Bunde ins Extra-Ordinarium, was man ablehnte. Der Antrag auf Streichung der Botschaft in Rom wurde abgelehnt und hierauf der Etat des Ministeriums des Acußcrn angenommen. In der Unterhauösitzun a. desselben Tages brachte Graf Andrassy Gesehentwürfe ein über die Vermehrung der Landwehr-Cavallerie um acht Escadra-ncn, üdci' die Organisation des ärztlichen Corps der Landwehr und die Ernennung von zwanzig neuen Aerz-- >cn, über einige Aenderungen der Landwehrstäbe, über die Einberufung der Landwchrofficicrc und Unlerossicicre zu ihrer Ausbildung, ferner über die nächstjährige Re-crutirung, welche am 15. Jänner beginnt, und über dic zweckmäßigere Einlheiiung ?er Landwchr-Districte, die Erhöhung der fünf Bezirks-Commandanten anf sechs, endlich über die Versorgung der ausgedienten Landwehr-Unterofficiere. Die Adrchdeputation des norddeutschen Reichstags ist Samstag 17. d. in Versailles eingelroffen und sollte gcstcrn unter großer Feierlichkeit iüi Beisein aller anwesenden Fürsten und der Generalität vom König empfangen und Montags zur Hoftafel gezogen worden. In Sraßl'urg wurdc der Deputation vom Gencralgouverneu'' Graf Bismarck - Bohlen ein glänzendes Feslmal gegeben, wobei Kühlwctter einen Toast auf dic Kaiserdepution und Simson ,n»f die deutsche Armee ausbrachten. Nach ersolgter Anahme der Kaiserkrone wird auch Berlin eine Gratulationsdcputalion nach Versailles entsenden. Die Güttingcr Un i vc rsi tät wurde von der Dublin er aufgefordert, sich einem Monstreproteste der Gelehrten der Welt gegen die Bedrohung der wissenschaftlichen und Kunstschätze durch die Belagerung von Paris und einer Monstre-Deputalicm an die englische Regierung um Einmischung anzuschließen. Die Göt-linger Universität wies dieses Ansinnen in einem langen Schreiben energisch zurück. Es heißt in dem letzteren: „Die deutsche Wissenschaft betrauert- bereits unter den gefallenen Helden einige ausgezeichnete Gelehrte >md hoffnungsreiche Jünglinge in großer Anzahl, England aber mö^e uns mit Einmischungen jeder Art vom Leibc l'leiben." Im da bischen Landtag sind die Bünouißvcr-lläge einstimmig angenommen worden. Auch in der württembergischen Kammer werden dieselben durchgehen. In M ü nchcn dagegen gilt eöals ausgemacht, daß der Ve rfassu n gs v e r t rag mit dein norddeutschen Bunde tmr m der Kammer der RcichSräthc zur Annahme ge langen wird. In der Abgeordnetenkammer wird er nach dem, was über die Wahl dcs Referenten und die Stim> mung der Kammermajcnität verlautet, abgelehnt werden und es wird dann eine Auflösung und Neuwahl der Kammer eintreten müssen. Gcycn daS Versailler Nünd-^niß ist nicht liur dic patriotische, sondern auch die ^ , lilutratijche Partei. In cmcr Denkschrift des Abgeordneten Kolk wird hauptsächlich die finanzielle Seile dcs Uebercinkommens beleuchtet und gezeigt, daß die durch dasselbe bedingte Erhöhung der Steuern um 90 oder gar um mehr als 146 Procent einen großen Theil des Volkes wirtschaftlich de:n Ruin nahe bringen würde. ^ Die englischen Frc n ;o se n frc u n dc haben am 13. durch eine Depululio» dem Lord mayor cin von 1000 Kaufleuten und Vürgern der City unterzeichnetes Gesuch überreicht, worin er gebeten wird, eine Massenversammlung in der Guildhall einzuberufen, um in derselben dcn Sympathien m it Fra ntrei ch in seiner gegenwärtige» Las,c Ausdruck zu geben. Dci Lordmayor erwiderte, daß cr zwar mit der gegenwärtigen jLage Frankreichs völlig svmpalhisire und keinem Mil-gliede der Deputation in dem Wunsche nachstehe, eine«, ehrenvollen Friedn zu Slaüdc gebracht z» scheu, aber glaube, daß nach dcn vlnöoiücken des Herrn Merinwn zu schließen, die Abhaltung ei»er solchen Veisammlnüa höchst nachteilige Wilknnacü zur Folgc haben wür>'s. Die Discussion der besten Mittel zur Herbeischaffn^ eines baldigen Friedas sei die Function' der Staats-rcgierung. Außerdem seh,- cv nnlcr den Unte,fchiislcn dcS Gesuches keine Namen v«n V^entung odcr irgend eines Banquiers odcr Magistrats der City. Er betrachte es daher für feine Pflicht, dcn Gebrauch der Guildhall zu verweigern und das Gcsuch der Deputation abschlägig zu bescheiden Ueber die angebliche Vereinbarung zwischen dem König der Niederlande nnd Preußen i» Betreff Luxemburgs verlautet, daß der König in dic Aufhebung des Artikels I dcs Londoner VerlrageS von 1867 gewilligt habe, welcher die Personal - Union zwischen Luxemburg und dem Hause Oranicu-Nossau aufrecht nhält, und daß das Großhcrzogthum Luxemburg dem deutschen Bnndesstaat imt einem Prinzen dcs Hauses Nassau als Regenten bci,,etcn soll. ist leere Con-jectur, Luremblng soll mit Preußen vereinigt werden. Aus Rom wird berichte!, daß die Hofpartci, welche für die Abreise des Papstes von Rom ist, mit ihrer Ansicht durchdrang Die Ableise wird sofort nach den Weihnachtsfeiertagen erfolgen. Arirgschronik. Die Stille, welche seit einiger Zeit vor Paris herrscht, soll nach authentischen Nachrichten aus dem preußischen Hauptquartier demnächst dnrch einen von General Trochu projcctirtcn Durchbruch gegen Norden, von St. DeniS aus, unterbrochen werden.' Dieser Entschluß erscheint begreiflich, da Trochu dadurch nichts aufs Spiel setzt, denn die französische Nordfront ist geradezu unüberwindlich. Im Falle einer verlorenen Schlacht kann der französische Oberbefehlshaber alle seine Truppen unbehelligt in den Festungsgürtel zurückführen. Gelingt aber der Ausfall, so ist Trochu den Hilfsquellen des Nordens und den Armee-Abtheilungen von Me, Havre und Cherbourg so nahe, daß cr sich auf sie stützen kann, wenn er auf verzweifelte Gegenwehr der Prenßen stößt. Die Linie und dic mit den Marinctruppcu vereinigten MobilM-den der Provinz, zusammen 150.000 Mann, sollen die Ausfallstruppcn bilden. Die 'National-garde steht also außer Rechnung, sie »oll eine starke Scheu vor dem feindlichen Feuer haben. Stünde auch sie dem General Trochu zu Gebote, so könnte der Aus' fall bei der ausgedehnten Cernirungslinie der Deutschen wohl auf Erfolg rcchneu, da eine Concentrirung der Deutschen nur sehr langsam geschehen kaun uud dabei die Front theilwcise entblößt würde. Der Ausfall Trochu's wird also voraussichtlich an der Unzulänglichkeit der Mittel scheitern. Au der Loire haben sich die nur kurze Zeit unter' brochenen Kämpfe wieder erneuert. General Chaucy, der mit dem aus der Bretagne herangezogenen, 5i Corps befehligt, hat einen Theil seiner Macht gegen Norden oirigirt, um durch diese Demonstration gegen Paris den Vormarsch der Deutschen gegen Tours aufzuhalten. Dieses Manöver nöttiigtc den Großherzog voü Mecklenburg, seinen rechten Flügel über Marchcnoir bis gegen Chatcauduu vorzuschieben und das 9. Corp?, das anf dem linken Loircuscr vorrückend cin Gefecht im Walde vo» Cliambord glücklich bestanden und bereits Montlichar!) er,eicht halte, an sich zu ziehe». So wmde der Vormarsch gegen Tours a»fgchc>llcn ui,d der Groß» hcrzog ,n »euc Kämpfe zwischen Laferl«, Vilneuil, Fcr-lival u»:d Veodcnue, also auf der Eisenbahnlinie von Pnris-Chaleandun-Tours verwickelt. Nach dcn neuesten lclcqraphischcn Nachrichten vom 17. December haben dic Franzosen Vendomc «m 16. geräumt und eine Abtheilung, die in Chatcaudun erschienen war, wurde am 15. zulückgedräugt. Nach einer Nachricht aus Bordeaux uou» 16 December behauptete General Chainy seine Stellungen. Im Westen von Paris hat cin Zusammenstoß mit französischen Abthciluua.cn bei Vcaunwnt stattgefunden. Sie wurden geschlagen und über Beaumont hinaus geworfen. Das Werdcr'sche Corps hat am 16. einen uicht unbedeutenden Erfolg errungen, indem die Brigade Gollj cin Corps Oaribaldiancr, das sich nach dem verunglück' tcu Augriff auf Dijon in die Gebirge im Norowcsten zurückgezogen, augriff und in die Festung Lauares warf. So sind 6000 Maun von Garibaldi's Hauptmacht u»< schädlich gemacht uud die kleine Festung 'wirb jetzt wohl ernstlich ccrnirt werden. Einer „wohlunlci richtete» Zuschrift" vom Feld entnimmt der „Bchlp. M." folgendes zur Eigänzunii t>tt Gcrichle üt'er die Kämpfe vom 30. Novembcr und 2» December vor Paris: „Am 30. November verloren die Sachsen (gegen imaeheme Urbclmacht) das so ebm ihl'rn von der ersten n,,lil»ttmlier,z'sch«n Aiiqadc noch ^ehiiwöchisscr.Bcsetzuna übergebcoc Chlliuviguy und lt Plant. Die erste württembeigsichc Brigade hielt mit be" Sachsen, wclche lhcilwei^c unlerstiiyttn, ganz ullei« t"'t Liüic Cocailly Villieis. Gcim Monl McSly. 3 Stu"' dcn von hier, laiNlN d>c Franzosen zur Entwick^^ ciüci Ballciic, hier aber standen auf eincr Linie von l Stunde 6 bis 8 Granat- lind etwa 6 MitraillcuscN' B^tlclicn. Die erste Brigade hatte leinen Manu m ^c-scnn', und war vollständig vciloren wenn sie crmallttc, denn dic Tlroßc Villici« laLande war der Sieg^p-cis fur die Franzosen, wie die Maischronten iu dcn Ta-schci' sicfans,sncr Dfsicicrc auswiesen. Die Sachsen s"N' !lü liüstiuiwig: nichi bci Köni^gräz und nicht bei Gr^ l'>>0llc Habe» wir dieses Fcucr «ehört. Ain 2. December gissen dic zllsanunrn^cschosslncn Wurtteulbcrger, nach' lcn niu 5 Uhr Mm^i'i' d«r Befehl an dcn tapfc'" General i;clo!nmcn war, um 7 Uhr Champigoy an, lU'f ^rfehl dcs Priu;sn von Sachsen, um das von dcil Feillllklull. Vom Weihnachtsmarkl. Daß Weihnachten nahe, die heilige Christnacht, die Wintersonnenwende, wclcte unsere germanischen Vor-fahren als Beginn des erneuten Lebens und Wirkens der Natuiliäfte und der dieselben personificirendcn Götter zu feiern pflegten, daran muß uns in diesem meteorologische capriciösrn Jahre mehr der Kalender, als der Anblick der Natur mahnen, die, während ich dies schreibe, blauen Himmel und grünen Rasen, statt der uns sonst in dieser Jahreszeit fast anheimelnden glitzernden Schneedecke und den bereiften Baumästen zeigt. Indessen erleichtert dieses Taschenspiclcrstückchen der Natur wenigstens eine für den FeuiUetonistcn wichtige Beschäfligung. das Flaniren und das äolos kar njsnts eines Mittagssti'mdchens bei lauer Fiühlmgslufl und dcr durch die tolhigcn Vorstadlstraßen cmferleglen Beschränkung führt fast mit nothwendiger Consequenz auf den eben momentan die ganze Gesellschaft, hohe und niedere Finanz, beherrschenden Markt, den WeihnachtSlnallt. Man sagt zwar. daß Geben seliger als Nehmen, m der Weihnachtszeit muß aber die Seligkeit, wenig-licns nach den Ansichten der Geschäftswelt, auf beiden Scitcn glnch vertheilt fein. d. h. es muß auch so viel abgenommen werden, daß nicht allein der vielleicht genügsame Empfänger, s°»dcrn auch der eigentliche Geber nämlich der Geschäftsmann, der Lieferant dcS Christ-lindelS, sich glücklich fühlt. Der Feuillc'omst kann der Laibachcr Ocschäfswclt das Verdienst nicht absprechen daß sie die Bedeutung des Moments begriffen und ihrer- seitS AlleS aufgeboten hat, um uns die Beglückung Anderer durch Vermittlung dcs ChristlindelS zu erleichtern. Wenn der freundliche Leser mich auf einer kleinen Rundschau zu begleiten wünscht, und wenn er möglicherweise seine Wahl für ein Weihnachtsgeschenk noch nicht getroffen hat. so kann ich ihm den Beweis für meine Behauptung liefern. Als die eigentliche Vorhalle unserer Wanderung, das ist gleich auf dem Murienplatzc, einem der schön-» stcn Plätze Laibachs, auf welchen wir aber die Aufmerksamkeit der Vtadtvelschöncrungscommission lenken möchten, wenn eine bestände, was wir nicht genau wissen, grüßt uns schon cin diesmal sehr gut assortirtes Lager von Weihnachtsbäumen, welchem freilich dcr eigentliche Wcihnachtsbaum, die bci uns immer seltener wer» dcnde Tanne, fehlt. Immerhin thut die Bevölkerung der Umgebung ihr Möglichstes in dieser noch immcrhiu annehmbarsten Art von Waldverwüstung, deren Beginn noch gar nicht lange her dalirt, denn erst seit kaum mehr als einem Dccenninm hat bei uns die schöne Sitte dcr Christbescheerung sich eingebürgert und hat Freund NicolauS mit deu rothbackigen Aepfeln und dem Hcerc von weißbärtigcn Bischöfen und blühenden Klosterfrauen einem Größeren weichen müssen, dem göttlichen Kindc. das auf die Erde herunterkommt mit'dcm Gruße des Friedens für all? Menschen von gutem Willen und mit offener Hand für ihre geheimen Herzenswünsche. Noch ein Bild auf die bescheidenste Wcihnuchts« ausstellu„g, die Hütten mit farbigem Papier und ähnlichem Kram für die Weihnachtskrippe der Armen, und wir biegen schon durch dcn mittelalterlichen Enupaß dcr Spilalgasse i„ das Centrum unseres städtischen Lcbens, den Platz Mr excsiisnes und a» der Ecke schon, wenn wir Freund der Nützlichkeit und eines stillen, heimlichen 3tudir- oder Arbeitszimmerchens sind, fcssclt uns ei" Glick auf das große und mit vielem Geschmack arran-s,irlc Assortiment der Klispcr'schcn Handlung von LaM' pen für das Studirzimmer wie für dcn Salon zu den mäßigen Preisen, welche das neue noch vor einem De> ^cnnium unbekannte neue Äclcuchlungsmatcrial Petto' leum, dcsscn Masscnncwinnung erst scit 1858 datiil, möglich gemacht hat. indem eS siegreich alle andcrcn concurrirenden Leuchtstoffe verdrängte. Doch ist das LaM' pensortimcnt kcine besondere Specialität der Krispcr'scken Handlung, das Neueste an Garnituren für Schreiblisch und Toilette, die Lederwaare, der Fächer, der in seiner neuesten ballartigen Form sich besonders eignet, vielsa« gcndc Alickc vor unberufenen Augen zu verbergen, alles ist in geschmackoollcn Stücken vertreten. Die Silbcrpracht. die dort bci PetricV A Pirker unsere bewundernden Blicke anzieht, scheint uns recht empfindlich daran zu erinnern, daß der Inhalt unseres Portemonnaies dicscn gediegenen Reichthum nicht auf-wiegen kann, um so angenehmer werden wir enttäuscht, wenn wir, eintretend erfahren, daß dicsc prächtigen Schaustücke von Plaquu und Chinasilbcr den Rahmen unscreS ordentlichen WcihnachtSbndaets nicht überschreiten. Liebcn Sie vielleicht eine duftende Tasse Mocca oder Thee. das so angenehm unsere stumpfen Neiven belebende nordische Getränk, so sehen Sie sich die Kaffee-und Theescrviccs des Herrn Kollmann an, besonders jene iln Roccocostil für eine oder zwei Personen mit gleicher Tasse, für vertraute Gesellschaft; oder wolle» Sie Ihre EtagöreS oder Konsolen ästhetisch beleben, so bietet Ihnen dieselbe Handlung hübsche Porzcllanfig»"» in tadelloser Ausführung, 14" hoch, die Tonhcroen Beethoven und Mozart, dic Dichterdioskuren Göthe 2095 Sachsen nothgedrungen aufgegebene Champigny zu nch» men. und wußten, daß sie für die erste Zeit keine Un« terftützung bekommen würden. Sie verschossen sich zum Theil, und gebrauchten zu Dutzenden Chassepotgewehre, um nicht rückwärts zu müssen. Ohne die Unterstützung der Preußen war die Brigade alkrdmqs verlon-n, allein 3300 Mann tonucn am Ende liloS liisten, was !hrer Zahl entsprechend ist. DaS erste Regiment verschoß an beiden Tagen 142.000, das siebente 148.000, das 2. Iägeroataillon 68.000 Patronen, während allseitig von den Officieirn anerkannt wird, dnß die Mannschaft nicht lmnölhig viel schoß. D>e drei Batterien der Bii^ade vcischosscn 3600 Granate:, Die erst«: Brigade ill'lihebt sich nicht, es scheint aber dcr Wahrheit zu elilsprechen, wenn in ihr das Bewußtsein lebt, daß wenige Briga» den tu dicsciti öklieg in Hobcrm Grad ihre Schuldigkeit üclhan haben. Bei den letzten Ausfällen halte die zweite Paiiscr A mec 61 Osficierc todt. .Wl vcüvuudet, 711 Mann todt und 4038 verwunde!; oie drille Armcc 8 Officicrc todt, 32 verwundet, 192 Mnm todt. 364 verwundtt. D^s Armeccorps von St. Denis 3 Osficicrc todt, 19 vc«wundct, 33 Mann tool, 218 ocrwundct. Das 94. Regimen! (Zachsen-Weimar) halte bei den Treffen an der Loire aü, 2. und 9. December 27 Officicrc und etwa 250 Mann lcdt und verwundet, am 2. December allein 19 Officierc uno 222 Mann. ES hat dieses Raiment jetzt dm zwcitm Oberst verloren. Der Bel lust des 1. baicrischcn Armrccorps vom 1. bis 4. December beträgt 127 Officicrc und 2868 Manu, von da bis zum 10. December 96 Officicre und 2100 Mann. Dc,- Verlust des ,2. (sächsischen) Armeccorps allein betlägl 55 Officlcre, 1096 Mann. Die bisher erschienenen 126 Verlustlistt» constatiren auf preußischer Seite an Todtcu uad Verwilndeten; 12 Gcucrall', 206 Slabsofficicre, 2691 Subalteru-Officiere, 909 Feldwebel ?c., 5)384 Sergeanten :c.. 2 Geistliche, 100 Aerzte und Lazarethgchilfcn u»d 53541 Mann Soldaten. Vermißt werden 7102 Manu. Der Gefamml-verlust beträgt 2935 Officirrc und 67.012 Manu. Dem ..Times"-Corrcspoudcnten in Versailles zufolge haben die deutschen Armeen während der vergangenen Woche nicht weniger als 40.000 Gefangene yemacht. Nach französischen Berichten follen sich in Pau elwa 1000 deutsche Gefangene befinden. Ans t^ll'grcifthlschs Oidlc Ulls den, «roß.n Haupt» quartiere sind 1,^ preofiischc Ersatz»Val^illone zu je 1002 Mann anncwicscl, wardtn. sich schlcllllinst marschbereit zu halten, um in kmzcr Zeit als Bcsatzlma „ach Metz, Thionville und Straßbur,, abzugchci,. Von bran, denburg'schcu Truppcu sind die Elsatz-Äalaillonc des 52. und 60. Regiments dcsigmit, und scheint es, daß diese Regimenter, d., sie Bcfchl erhalte!, haben, mit ihren HandwerkSstätttn auSzuriick.u. dauernd im Elsaß und Lothringen als Besatzung verbleiben werden. Aus Rouen vom 6. d. M. wird der ..Cöln. Zlg." geschrieben: Heute Abends Einmarsch und CaritonncmentöQuar-ticr in Roucn; acslcri, schönes Ges-cht bci Bnscbordcl-les, wo die Arricregarde der sich nach rückwärts auf Nouen conccntrirenden französischen Nordaimcc sich auf einem festen Hühcnzuge aufgestellt hatte. Die zweite leichte Batterie (.wuplmaim Leo) des 8. Regiments (Cöln) fuhr gegen 'dicsc eincn harten Kampf versprechende starte Position deS Feindes rasch auf. warf einige glückliche Treffer in die feindlichen Batterien, während rechts und links unsere Infanterie im Laufschritt die Höhen hinan tiraillirte. Auf dem rechten Flügel, wo ich mich befand, sah ich das zweite Bataillon deS 65. Regiments im Sturmschritt vorgehen. Unter Verlust von 1 Officier und 7 Mann nahm di>s?5 Bataillon die Position und machte eine Anzahl Gefangen.-. Das Centrum deS Fein. deS zog unter Preisgabe eines noch geladenen und nicht demontirtcn Geschützes nebst Munition ebenfalls so eiligst ab, daß unsere Avantgarde l^um schnell genug vorrücken kounte, um zn verhindern, daß der größte Theil des Feindes auf der Eisenbahn nach Rouen entkam. Doch wurde noch bis zum Abend eine sehr ergiebige Razzia in dcn Wäldern und Dörfern veranstaltet, wobei große Mengen französischer Verwundeter und Gefangener bei-getrieben wurden. Dicscn Morgen wurde meilenweit die Gegend von Versprengten gesäubert. Die Königs-Hußaren holten mit dem Säbel in der Hand noch eine Menge auS den Ge holzen und Häusern. In drei Dörfern brannte eS wie« der lichtcrloh auf unferem heutige» Marsche. Man bekommt ordentlich Lust. Schillcr's.. Dreißigjährigen Krieg" noch einmal zu lescu, nachdem man hier Anschauung und Verständniß dafür gewönne» hüt. So auf dem Marsche vor Sonnenaufgang, während die avancirenden Truppen singen: „Mein Herz schlägt warm in kalter Nacht," die röthlichen grauen Wollen und leuchtenden Flammen der Bauernhöfe hinter den hohen winterlichen Alleen wie hinter einem riesigen Eiscngiltcr wirbeln und flat-kern zu sehen, ist auf dein Hintergrunde des gestirnten Morgenhimmcls eine zauberhaft gräßliche Scenerie. Der Präftct von Lillc hat folgende Depesche ai'S St. Quentin vom 12. d. erhalten: Gestern, am 11., hadcn die Truppen der ersten Division, welche der Gcoclal Lecomte lnschlial, einen preußischen Transport zwischen Chauliy und La Fcrc weggenommen. Ungefähr 100 Gefangene winde» gemacht, darunter 4 Officiere. Am Abcnd des nämlichen Tages überrafchtcn die Truppen derselben Division cincn Eilen-bahnzug, der sich von La Fc»c nach Gam begab. Man lödtele zwei Leute, welche demselben voranritten. Der Zug konnte uuglücklicherwch'c die Maschine rückwärts gehen lassen und nach La Fcrc zurücklehrc». Heule (12.) haben wir die Eisenbahn zwischen Tcrgnier und Chauny, sowie zwischen La Ferc und Laon vollständig abge« schnitten. Wie der „Globe" melket, wird eine französische Flottille, bestehend aus zwei oder drei schwimmenden Vatlerirn, ciniyc,, kleinen Avisodampfern und mehreren Kanonenbooten, an der Mündung der Loire zum Schuhe des Handels von St. Nazaire Postill werdcn. Oas französische Geschwader im Mittelmeer ist unter das Commaudo des Admirals de la Graviere gestellt worden. Ein französisches Geschwader, bestehend ans sieben Panzer-srcgattcn. wird sich unter Contre-Admiral Dieudonnu in Brest vcrsammlln. Das französische Geschwader, welches kürzlich von Helgoland in Cherbourg einlief, wirb unter den Befehl des Admirals de Quedon gestellt werden. Der „Hamburger Göiselil,allc" geht von gut unterrichteter S.'ilc cine Mittheilung über dcn Waffen» Export aus vcrschledcncn Häfen Nordamerika's nach Frankreich zu. Danach wurden von dort im Ganzen ausgeführt: 378.0»)0 Gewehre und Carabiner, 45.000,000 Stück und 11.000 Dofen Patronen, 55 und Schiller oder die vier Jahreszeiten in angenehmerer Gestalt, als'sie sich uns ost in der Wirklichkeit zeigen. Es ist nicht lange her. daß ich dcu letzten F.cund des edlen Waidwerts. daS m ?aibach soviel Veteranen und Sonntagslinder zählt, in schmucker Tracht auf die Vernichtung Freund Lampcs ausziehen fah. Hal we freundliche Leserin einem Nimrod des Hauses zu bescheren, so kann ich ihr cmpfchw,. einen Gl.ck .n das von der Hundepeitsche bis Mn ymterladel neucstcr Construction vollkommen assortirte Lager dcS Herrn Joseph Karingcr zu werfen, wo sie nebenbei mit einem Seitenblicke auf das Kochgeschirr aus bestem Bessemerstahl von der in der Küche so schätzbaren ewigen Dauer, oder auf die leine Concurrcnz scheuende Tapisserie mtt der reichsten Auswahl vom fm'ste" P"lst'ch b,s zum großen Teppichdessin, wünsche" mag, durch e.n °"s diesen Gebieten qewähltcs Gegengeschenk dcS Herrn Gcmals beglückt zu werdcn . wenn sich sch°" ^e Galanterie nicht bis zu den prächtigen Shawls und Stoffen des Herrn Popovii versteigt, oder wenn cr nicht den Stolz der Hausfrau, den Wäsckclastcn mit feiner Leinenwaare. wie sie uns aus dem Schaufenster von I. C. Mayer «ntgegenlacht. oder mit besoudcrs billiger Bett- und Hau«, wüsche, wie sie Herrn Slodlers Ausverkauf bietet, bem-^"n will. „ ^. . „.. Fast hätte ich auf die Kleinen vergessen, dre eigentlich das nächste Anrecht auf den Christbaum haben und seme Gaben noch mit ehrfürchtiger Scheu entgegennehmen, während wir Großen wohl ..die Botschaft hören, doch es fehlt der Glaube." , Wohin wir unsere Schritte lenken sollen, um dcn Kleinen daheim eine Freude zu bereiten, das zngt uus^ d'e Kinderschaar, welche mit begehrlichen Blicken die Ausstellung von Spielsachen des Herrn Andreas Schreier belagern. Der Besucher dieser sehenswerthen und zu-^ gleich billigsten Ausstellung findet hier auch des Nützlichen und Iustructiuen gar Manches, so die großen und schönen Landschaftsgruppcn mit lebenden Springbrunnen, Mühlgänssc» und Häuschen im schweizer Stil, Felsen mit Grotten und Kaskaden, belebt durch fließendes Wasser u. dgl., während A. I. Kraschowitz das Genre durch seine allerliebsten Puppen mit Fabcr'scher Sprachfertigkeit vervollständigt. Der Feuilletonist ware mit dieser seiner Schilde« rilng deS WcihnachlSmarltcs schon fast zu Ende. ohne freilich den Gegenstand erschöpft zu halicn, und nun bleibt ihm i-nr noch cin Platzten für denjenigen Theil des Wcihnachlsmarltes. von welchem er vielleicht mit, der Miene des Sachkenners reden darf, da er immer für eine Art Bücherwurm gcgolteu hat, für die WeihuachtS» litcratur. Er will aber nicht von den Prachlwcrken sprechen, die unS die Buchhandlungen in ihren Schaufenstern lockend vorlegen, von der Goldschniltlileralur den Albums und dcn Meisterwerken Dorf's, cr will hier nur auf die massenhaften, billigen uud schönen NuS« gaben unserer edelsten Geister, eines Gölhe. Schiller, Lessing. Humboldt (dessen Kosmos eben in einer handlichen und billigen Colla'schcn Originalausgabe erfchien), Auer-bach (dessen Dorfgeschichten auch soeben gesammelt zu einem sehr billigen Prcifc ausgegeben werden) hinweisen. In der durch Aufhören des Cotta'schcn Privilegiums er-möglichtcn Verbreitung dicscr Oeisieeherocn in die weitesten Kreise ficht der Feuilletonist dcn größten 3cgen der Schwarzlunst Gutenbcrgs, die den Oeisle^wang des Mittelalters brach und die jetzt Licht sendet auch in dir bescheidenste Ställe der Bildung, und Frieden bringl allen Menschen ..guten Willens." Kanonen. 5 Gatling-Vatterien und 2000Piftolen. Wahlscheinlich haben noch andere Verladungen stattgefunden, welche nicht gemeldet worden sind. Darmstadt, 13. December. Der Großherzog hat folgendes gestern 6 Uhr 20 Min. in Orleans aufgegebenes Telegramm erhalten: ..St. Germain (gegenüber Blois). den 11. December: Zw-i Bataillone des 4. Regiments haben am 9. d. Abends Schloß (iham-bord ncstürmt. Ein Verwundeter. Gefangen g,u,acht viele Officirre, an 200 Mann. Bespannte Geschütze, 14 Mu» nitipnswaa.rn, mehrere andere Wagen erbeutet. Ueber« Haupt ist der Verlust der letzten Tage bei steligem Vormarsch gering. Ludwig, Prinz vou Hessen. Hügesneuigkeiten. — (Gesetzentwurf,) Dem Vernehmen nach wird im Ministerium des Innern ein Gesetzentwurf Über Phy-sicalsprlisnngen vorbereitet. - (Gesetzentwurf, betreffend die Nil< dung von Versicherungsgesellschaften.) Das Ministerium deS Innern bereitet einen Gesetzentwurf, betreffend die Bildung von Versicherungsgesellschaften, vor. Wie die „Oesterr. Corr." vermuthet, wird von der Mittheilung deS Entwurfes an die Handelskammer ic. abgesehen werden, um den Entwurf so rasch als möglich im Reichsrathe einzubringen. — (Der ..Heiterer.") Wie man auS Felolirch berichtet, hat dort i» den letzten Tagen der Ost-wind, in» VoltSmunde ..Heiterer" genannt, weil er im Sommer, wenn er sich Abends einstellt, schönes Wetter ver< kündet, große Winterlälte ins Land gebracht. Dieser „Heiterer" ist so eisig, daß er durch Pelz m,d Mantel, Rock und Unterkleidung, ja schier durch Mark und Nein dringt, Unter den Schnceiuassen, die er daherwälzt, ist im Nu jede Wcgspur verschwunden; EiSnaoel», nicht Schneeflocken verletze» Gesichl imd Hände. Dem einzelnen Wanderer wäre der Tod durch Erfrieren und Ersticken ganz gewiß, wollte er es versuchen, den Nrll'erg während eines solchen Schnecsturmes zu überschreite». Die Fuhrleute, welche die Annäherung dieses Windes auS Vorzeichen erkennen, span» neu die Pferde aus und eilen mit denselben der nächsten Unterkunft zu. Manchmal ist die Passage acht Tage gesperrt. Auch dem Landwirthe ist der „Heiterer" ein böser Gast. Die schönsten Hoffnungen des Frühjahre« werden meistens durch diesen Wind vereitelt; tiefer Schnee liegt noch im Gebirge und mehrt sich, während es im Thale regnet; haben Wärme und Feuchtigkeit die Pflanzen zur Entwicklung gebracht, so ist eine einzige helle Nacht, vom Ostwinde hervorgebracht, zureichend, die entfalteten Knospen mit Eis zu Überziehen; geht dann die Sonne heiter und rein auf, so werden die Vllithentheile am zweiten oder dritten Tage schwarz und fallen ab; darum liebt man es, wenn der Frlihling spät eintritt, mit Federkraft sproßt und knospt dann Nlles schnell hervor und verspricht einen gesegneten Herbst. - (Mainz) ist um eine ganze große Vorstadt reicher geworden. Vor dem Gauthor, zwischen der ersten und zweiten Umwallung, ist die neue Franzosenstadt, au« 80 großen Holzgebäuden bestehend, innerhalb vierzehn Tagen entstanden. Bis dahin waren nämlich die 27.l)00 Kriegs» gefangenen in Zelten auf derselben Stelle untergebracht. Jedes dieser Holzhäuser beherbergt eine Compagme von 250 Mann, an deren Spitze ein preußischer und etliche 20 französische Unlerofficiere stehen. Die ganze Holzstadt ist von einem hölzernen Geländer eingefaßt. Die Dächer sind mit getheerter Leinwand Überdeckt, jedeS Gebtiude hat einige Oefen, so daß flir Trockenheit und Wärme genUgend gesorgt sein dürfte. Die preußische Wache hat ihr eigene« Gebäude, die Posten umgehen fortwährend diese Gefangenen-stadt i„ einiger Entfernung. Mehrere Kanonen sind auf dieselbe gerichtet. Der Stimmung unter den KriegSgefan-genen scheint man, wie das „Fr. I." meldet, nicht recht zu trauen. Verabredungen und heimliche Bewaffnung mit Revolvern und Messern hat man wiederholt entdeckt. — (Folgende Münchhausiade) erzählt ein Correspondent der „Karlsruher Ztg." : „Ein Lazarethge, Hilfe von uns, mehrere 100 Schritt von dem Regiment abgekommen, stößt mit seiner zusammengelegten Tragbahre auf dem Riicken in dem Walde von Lantenay auf 13, sage dreizehn wohlbewaffnele Garibaldianer. In Ermang. lung anderer Waffen legte er mit seiner Tragbahre auf sie an, und diese, wahrscheinlich eine neue Höllenmaschine flirch» tend, warfen sämmtlich ihre Waffen weg, worunter allein 6 Spencergewchre, die 8 Schusse enthalten. Da der Heil< beflissene so viel Gewehre nicht selbst schleppen konnte, so waren die Garibaldini's so freundlich, dieselben selbst bi« zum Regiment zu tragen, von wo sie dann abgeführt wurden." — (Ueber die Explosion,) welche am 9. d. M. in ciner Echietzpulver-Fabrit in Birmingham stattfand, er< fährt man Folgendes: Die Quantität des explodirten Pulvers muß enorm gewesen sein, denn die Explosion er» schUt'erte dcn Erdboden und wurde meilenweit hin ver< nommen. Ueber 100 Personen, ausschließlich junge Frauen und Mädchen, waren in der Fabrik beschäftigt und leine einzige entkam unbeschädigt. Als die Nachbarn auf dem Schauplatz der Katastrophe anlangten. fanden sie einen Schuppen des Fabrikgebäudes in Trümmern liegend und die Nachbarschaft mit verbrannten und schwer verstummel-ten menschlichen Körperformen bedeckt. Siebzehn vom Ar-beiterperfonal waren buchstäblich in Stucke gerissen; da« 2094 angrenzende Feld war mit Köpfen, Beinen und anderen Gliedmaßen, wie Ueberresten von Kleidungsstücken wie be» säet; 53 andere sind verletzt, viele darunter bis zur Un< kennüichteit und so erheblich, daß ihr Wiederaufkommen bezweifelt wird. Die Katastrophe soll dadurch entstanden sein, daß die Schürze einer der Arbeiterinnen, welche dem Ofen zu nahe lau,, Feuer sing und dasselbe sich dem herumliegenden Schießpuloer mittheilte. Im Laufe der letzten drei Monate ist dies die vierte Explosion in Patronenfabrilen zu Birmingham. Locale s. Vlindenbildungsanstalten. Die „Wr. Ztg." bringt nachstehende, auch für unser Baterland wichtige Mittheilung: In dem dem Unterrichtsministerium unterstehenden Verwaltungsgebiete bestehen bis' her nur fünf Blindenbildungsinstitute, und zwar in Wien, Prag, Lemberg, Linz und BrUnn. Diese Zahl reicht für die vorhandenen Blinden bei weitem nicht aus. Die Volksschulen, welche nach den bestehenden Normen auch von blinden Kindern besucht werden sollen, sind kaum mehr als ein Nolhbehelf und können eigentliche Vildungsanstalten für Blinde nicht vertreten. In Anbetracht dessen hat dcr Herr Minister fUr Cultus und Unterricht Verhandlungen zum Zweck der Errichtung neuer solcher Institute, beziehungsweise einer Reorganisirung der bestehenden, zunächst bei den Lan-desschulbehörden für Steiermarl, Krain, Böhmen und Mähren eingeleitet. In den diesfälligen Erlässen wird darauf hingewiesen, daß auch die Errichtung eigentlicher Vorschulen für blinde Kinder unter 10 Jahren, wie sie bereits in auswärtigen Staaten bestehen, in der Eigenschaft uon Uebergangsanstalten zur Vorbereitung der Kinder für die Institute als wün-fchenswerth und ersprießlich sich darstellen dürfte. Der Unterricht in solchen Vorschulen halte sich auf Religion, Lesen, Schreiben, Kopfrechne», Sprache, Anschauungs- und Gedächtnißübungen, Gesang, Turnen und leichte Handarbeiten zu beschränken. Betreffend den Kostenaufwand, wurde bemerkt, daß der» selbe grundsätzlich nur auf diejenigen Mittel gewiesen wer-den lönne, aus denen die Erhaltung der Volksschulen zu bestreiten ist, und daß diesbezüglich nach H 66 des Reichs-vollsschulgesetzes zunächst und vorzugsweise das Land zur Leistung berufen erscheine, da hiezu nach der Natur der Verhältnisse wcder einzelne Gemeinden, noch einzelne Bezirke in Anspruch genommen werden Wnnen. Wo die Landesausschüsse die Sache nicht selbst in die Hand nehmen sollten, wird beabsichtigt, bezügliche Regierungsvorlagen bei den Landtagen einzubringen, und sind zu diesem Behufe wegen Mitbetheiligung der benachbarten Länder (Steiermark mit Kärnten, Mähren mit Schlesien, Krain mit G örz-G ra d i s ca ic.) an dem Kosten-aufwande zunächst auch mit den Landesausschüssen dieser Länder die geeigneten Verhandlungen zu pflegen. Für ein in Krain zu errichtendes Vlindeninstitut steht bereits eine Stiftung des Baron Ilöd nig mit einem Capital von ungefähr 30.000 fl. zu Gebote, dessen Interessen seit längerer Zeit für Zöglinge aus Krain im Wiener Institute verwendet werden. — (krg, vuik.) Mit der vorliegenden Nummer 14 vollendete diese vom Herrn Dr. Nazlag herausgegebene slowenische juridische Zeilschrift ihren ersten Jahrgang. Ein bcigegebenes Verzeichuiß weiöt 466 Abnehmer auS, für die turze Zeit des Bestehens und die Neuheit des Gegenstandes gewiß ein beachlenswerther Anfang. Das Blatt bringt in sehr gutem Slouenisch geschriebene Abhandlungen über Civil-und Strafrechtsfälle, Gemeindeangelegenheiten, volkswirth« schaflliche Fragen u. f. w. und kann jedem Juristen, der sich mit floveuischer Amtirung vertraut machen und den fortschritten der Wissenschaft, mit gleichzeitiger Uebung im slovenischen Geschäflsstil, folgen will, warm empfohlen werden. — (Vor stell!ina, en aus der Magie) wird, wie wir erfahre»,, Herr Professor Mhay aus Paris durch zwei Abende im hiesigen Theater veranstalten, Hcrr 'Mhay zeichnet sich nach Wiener Blättern durch staunenerregende Gewandtheit aus, zeigt in seinem Vortraqe viel Humor und verbindet damit eine schauspielerische Gewandtheit, die ihm von seinem früheren Engagement am Pariser Theater eigen ist. ^ — (Theater.) Das ^sttige Benefice von Frau Stainl machte ein volles Haus und verschaffte dem Pu^ blicum einen sehr heitere» Abend. Herr Stubel zeigte im „Warlsalon erster Classe," daß er in sicherem Auftreten auf der Bühne Fortschritte »nacht, und es freut uns auch, zu sehen, daß er im Sprechen aufmerksamer geworden ist. Für ähnliche burschikose Rollen scheint Hr. Stubcl Geschick zu besitzen. Die Operette „Leichte Cavalleric" gefiel ausnehmend und dürfic sich auf dem Nepertoir erhallen. Es wurde viel ertemporirt und das Publicum in der hei' tersten Stimmung erhalten. Ein hervorragendes Verdienst gebührt Frl. Vingat als Vilma, Die mit so viel Feuer vorgetragenen ungarischen Lieder machten viel Lindruck. Der die Vorstellung beschließende Schwant „Die falschen Iapa^ nesen" gab eine gelungene Imitaiion ihrer halsbrecherischen Kunststücke nnd wlrlle zwerchfellerschütternd. — (Sch lußv er Handlungen beim t. k. Landesgerichte Laibach.) Am 21. December. Ialob Me-den und Elisabeth Pccnian : Äelrug - Ftvmz Stenouc und Consorten: schwere körperliche Beschädigung. — Am 22stcn December. Josef Zajec: fchwere körperliche Beschädigung; Johanna Babnik und vier Genossen: schwere körperliche Beschädigung. — Am 23. December. Anton Terlov: schwere körperliche Beschädigung; Franz Kos: schwere körperliche Beschädigung. (Korrespondenz. >i. Landstraß, 17. December. Heute Vormittags fand hier das Leichenbegängniß des vorgestern am Schlagflusse plötzlich verstorbenen l. k. Domänen-Verwalters Josef Pichler statt, welcher gleichzeitig als Hauptmann das Commando des hiesigen Bürgcrcorps geführt halte. An der Leichen-feierlichteit nahmen auch die Biirgercorps von Rudolfswenh und Gurkfeld in großer Anzahl Theil. Von Nudolfswerth war das Musitcorps eiugetroffei, und die Gurlfelder Garden rückten im Vereine mit dem Landstraßer Corps nahezu vollzählig aus. Sämmtliche Officiere waren anwesend, unter welchen Hauplmann Dellorenz» von Gurtseld das Commando führte. Die Bevölkerung aus der ganzen — auch weiter» — Umgegend nahm an der Trauerfeier innigen Antheil. Mau sah es dem Zuge an, daß er einem weit und breit hochgeachteten Manne galt. Und in der Thal! der Verewigte war ein musterhafter, dem Dienste des Staates und dem Herrscherhause mit seltener Pflichttreue ergebener Beamter, in dem Jeder, der ihn kannte, außerdem auch den festen, unerschütterlichen Charakter, das Biedere und Hilfreiche seines Wesens ehrte! Friede seiner Asche! Neueste Ml. Versailles, 18. December. iTr. Z.j (Officiell.) DaS zehnte Armeecorps mchm am l(!. o. dei dem Gefechte, wobci es Vendome licsetzte, 6 Kanonen, 1 Mitrailleuse; am 17. besetzlcii die Dien Epuisay und machten 230 Gefcma.el,c. Allfa.cfana.ene dienstliche Pn-piere des Generals Chanzy constatiren das Zusammenschmelzen der Truppenstärke des Feindes auf die Hälfte. Die Tete der von Charttcg ^cn dei« Feind diriairten Colonncn hatte bci Drouc ein siegreiches Gefecht gegen 6 Bataillons. Der feindliche Verlust betrug 100 Todte, mehrere Proviantwagen, l Biehtlansporl. Unser Verlust 1 Ofsicicr und 35 Mann an Verwundete!». Ooideauf, 17. Dcccmbes. Die Negiliung ha! eilie Uütelsllchima. iiber die Umstände der Ulbergadc vo» Strahburg iiüd Metz angeordnet, wclche uiwerzuglich i» Bordeaux stuüfilidm wird. — Eine Anzeige des Prä-feclen von Tourö vom 1,4. d. M. tadelt die überstürzte A't ,md Wrise. wie General Sol die St.dt verlassen, sowie oie von diesem General bei seiner Alircise »übre!-' telcn allcinnirendm Gerüchte iilicr das imvllziigliche Ein» nicke,, dreier deutscher Coips. Der Prüfett melde! weiter, daß Geliebt Chanzy am 13. d Hi. seinen Marsch auf Vl'l'süme fortgesetzt habl>, ohne beunruhigt zil weiden. Gcücial Vairy räumte Blois am 12 , aber die Pieu-ßcn haben am Morgen des 13. d. M. die Stadt noch »icht besetzt. Eine Depesche des Generals Charizy sogt, die semdlichel, Smitkräfle auf den beiden Loire Ufcm seien minder bedrohlich, als ma» behauptete. Dcr Prä-fctt erhielt am !4. d. M. Morgens cine Depesche, welche meldet, daß de«' Feind auf Loches zn marschircn scheme, um Tours über die HöiM zu erreichen. Ein fcmclichcs Corps von 5000 Mann lagert«" in ter Nacht vom 13. d. M. vor Montiichard Berlil,, 18. Dcccmlicr. Aus Versailles wird in osficiellen Berichten gemeldet: Im Einzelnen kann man die Stclllin^ll der französischen Südarmcc« nicht erlen» neu, die dicitäzi^en Kämpfe deö Großherzogö von Mcckleci^ li.-rg zw schen Äeaugctny imd Glois lusscn jedoch erlen ne», daß vcimulhl,ch das Gros dcr feindlichen Tnippen h^er zn suchen ist. ! Dic ticulige „Vossischc Zeitung" wurde wc^cn eincS Alt>lcls über daß Bombardement von Paiis und üln'l' ! die Kämpfe dcö Prinzen Flicdrich Karl coufiscirt. ^ Ä cr! i n , 18 Dcccmlicr. Der „Stacilsanzeister" ^ iüaugurirt den im königliche» Armccpcfchl si^nalisirtlll mmn Abfchinlt des KiicgeS mit cinem lällgereil A-lilel, d sscn wcsciülicher Inhalt laiilct: ! Dcr jüngste Verlauf des schweren Krieges hat doS Bewußtsein hervolgcrufen, daß, che das übermüthige Nackbatvolk sich linsclcll Waffen u»d der sittlichen K«as>, dic sie führt, nichl bcugt, ehe seinen kriegerischen Oclii' stcu nicht schirmende Grenzen clitgcgcna.cscht werden, c»l eine Sicherung des Friedens für die kommenden Gene« ratiolien nicht zu senken ist. Unsere Armecu stehen in eitiem mühseligen Winter fcldzugc iiimittet» einer Veoölkrnma., deren nalionalc ^.chwachcll und Lcideüschaftcn von Machthabern, wclche die Nesiicl'l!l!ll.sll.ewalt llsllspi'teü, cillsnebeulrt werde", lim einen Volkskrieg heiallf^ibcschwurcli. So ist dcr Kricg in einer vclhü»gnis!uollcn Weise c>uSs,eartc<; wo die Grenze zwischen Soldaten- und Banditenwesen zu finden, ist schwer zu sagen. Bei ihrer Krica.sweisr weiß man nicht, wo der Kampf aufhöit und der Meuchelmord anfängt. Die fanatische Bevölkerung nimmt Theil an dem furchtbaren Unwesen, imd die deutsche slriegfllhrling wird inmitten VcrrathS und Tlelibruchs ihrerseits zu härtet, Maßrc' gel» gezwunge». Groß und schwer ist linlcr diesm tt""' ligen Vcrhältliissen die Aufgabe unserer Armce. Telegraphischer Wechselcours vom 1l). December. 5perc. Mttalliques 55.85, — 5perc, Mslalliqucs mit Vlai- unb Novemlicr-Zittsen 55.85 — bperc, Vlalional-Aiilchrli ^5.25'. - 1860er StaalS-Nnlehcil !>1.80. — Vaulactien 7ii7, Credil- Actien ii15.50. - Loudou 124 50. Silber 122.75. - K. l, i Miluz-Ducalen 5.91. — 9iapolcoi>d'or Ü.l'l». Theater. 'Heute.' (trfte Vorstellnnq deij Profcssurs Me hay. Physitcr ^ >i»d Massitev auö Paris. Vorher: Ma» soll den Teufel nicht a>» die sUant» malen. Schwant in 1 Act. ?llf.ll'ln:>wtt'lchl> ^litnMillilMll ill l'aislnch ! ^ , « «H ^ « ! i " ^".'^ , tt 1l Mg, 82^ ll, > 0 ü ' windstill Nrbcl 19.. 2 „ yi. !/^.^ -j- !l,, W. schiuach halbhcilcr 0.uu >l0 . Ab. .')22 „ü 'l- 0 « windstill heiler Morgmuel'cl, unlerlags diliui Iiewölll, haldhritcr. ?Il>c»d rolh, stelncnhellü Nacht, Das Tnssrsmiltrl drr Waim.' >- l 5", nil! li'O" über dcm Normale, ! ^«alilworllichel Ncdcn'Icilr: ^^»«^ u. i! I r , i, m a v r. iiNsll»NlN»s»«^i Hl.^icn, 13. December. (Nrößcrc Ordres aus der P>oui!i; oder vom Auölande schlau. Die Wechselstnlleu iishmen die Aü,s^ nur wmiq i» Äüspruch. D»e liroßci, Institute .».'lllsl llvl l»U)l» h,ii,r,i derzeit weder Nürseügeschaste zu vollzichcn, uoch ciii Iilttrrsse an der Insinenzirullg der Ciusc. Der Aildrang d<'s Publicum« zur Bors? hat mouiculali stark nachgelassen, Mau lanii sich im Borsrnsaal mit i'eichligteit bewegen und dcr äiißerci. Physiognomic deü Sa^lrs rmspricht dcr Man^cl an ^elchafliqlcit dc« llmsa^cs Mechanisch schleppen dic Haliilneö der Bljlse dcu Geschäftsverkehr fort imd ihrcs Tages Arbeit erzielt nach Kreuzern zu lieiucssendc Lnr^diff^rcnzeil, dercn Vcrzcichiiung i»> cxposiliuen Theile dco Vörselierichleö ohnc Interesse wäre, Eitt riwa« lebhafterer Umsatz fand heutc i» Acticn dcr ungarischen Credilbank, der Oeneralbaul und dcr Vcreinobanl statt, welche wie anch dic meisten anderen im Perl hr gestandenen Effecten ihre Pttise cnuas höher stcllteli, danu in Nordbahil. welche, anfänglich statt gedrllctt, später sich wieder erholten. (1 Uhr A0 Miu,) Erst ganz spät lam mehr ^c^eu ins Geschäft. Eluc Anzahl von Efiecle» wurdc zu steittrudem Curse aus dem Marlte genommen, wozu dcr vorhandene Ocldllverftnß beitrug. Ganz besondere Beachtung fanden DampfsclMActim, welche llbcr 552, um mehr als Hfl. höher bezahlt wurden. .^. Allgeineilie Hitaat^schulo. Fllr 100 fl. Einheitliche Staatsschuld zu 5 pEt.: iu Noten verzins!. Mai-November 56 05 56.15 « ,' „ Februar-August 56 05 56.15 „ Silber „ Iäuuer-Iuli , 65 55 65.65 « „ Apnl-Octobcr. «5.35 )hmen . . . . zudpTt 94 __ ^^ Oulipcll...... .'» „ 7225 7275 Niedcr-Oesterreich. . ,. 5 .. 8.'»^ 9^ Obcr-Oesterreich . . « 5 „ 94,- 95 — HlVbellbllrgsN . . . «5,. 74 75 75 50 Aielermlll' .....-^ - »l^ ^^ U,,«r? . . ^^ 77.50 78- O. Actie» von Vankinftitute». Oeld Waare Änglo-iisterr. Baul abgesl . . 194 50 195.— Anglo-nugar. Banl .... —.— -— Nanlverein.......197.50 198 50 Aodcn-Crcditaustlllt .... 2». Äctien von Transportuliternei»- mungen. Geld Waare Nlfijlo-Fiumaner Vahn , .168.-169.- Vühm, Wtstbahn.....24i>.50 241.50 ^arl-rudwig-Bah«.....240.25 240.50 DouclU'Dampfschiftf. Gesellsch. . 552 - 556 -«ölNaknh-Wcstbahu. , . .214 75 215 25 Elilaveth-Wcstbahn (Linz - Vud- weiser Slrecte).....182.50 18.'l.5'< Ferdn.andO-Nordbahn . . . .2030 2037.— ffilnfl'rchen-Vorcser-Vahn . 158 — 159. - ssrll'li-Iu^vb«.Nab" . . . 18825 '8875 ^ Lembern-E,ern.-Iassyer-Vahl, . 19l>.50 191. - i,'loyd, üfterr........319.— 321.— Omnibus........—.-—.-> Ruoolfg-Bahn......161,75 162,25 Siebciibllrgrr Ä5hn . , . ,165—165.50 «SlaatSbahn.......379.-380.— ,! Slldbahn......180.-- 180 25! Sud-nordd Verbind. Bahn , . 16?.- 168.— < !Theiß:Nllhu.......2?. PrivritcitAubli^ationetl. j> 10^) fl. «. W. Gelb Waare Elis.-Westb. in S. verz. (l. Emiss.) 9)< - 93 25 ^erdina»dhu .... 93,50 9380 lOHllrl.Vudw.B.i. <3.oerz.!.«m. 101 5>0 10^ — lOefterr. stordweftbahn. . . KV 50 l»L 80 Vcld Waa^e Augsburg für 100 sl sitdd. W. 103 50 103 d.» Franlfmi a.M. 1»0 fl. dttto 1lX<65 1"3 ?" Hamburg, silr KX1 Mail Vm-ce 91 3<) !»1-^ l!°ndoll, sl!r 10 Psuud Sterling 124.20 »24»" Pari?, sür 100 Franc« . . . - .- -'-' (ssn-l,?« der (^«ids^rli.'«