für Vaterlands Kunst^ Wissenschaft und geselliges Heben. Nedigirt von Leopold Kordesch. «H^ 3^« Dinstag den 23. Jänner FOHO. Von oieser Zeitschrift erscheine, wöchentlich zwei Numm^n, Dinstag und Samstag. Der Preis des Blalt,s ü'l im Comptoir ganzjährig 3 ss. , halbjährig i fl. 30 kr. Lurch die Post ganzjährig h fi, , halbjährig 2 fi. C. M. Zltr Feier des NegicrlMlpanttittcs S. M. unsers Kinsers N »°^ü, den Himmel zucken Blitze, Schwärze Welter ballen sich, In de» Donner dcr Geschütze Grollen Völker lchauerlich. Und der Eine, dcr beglücken Alle wolll' mit milder Hand, Erntet Undank statt Entzücken — Armer Vater Ferdinand! U»d dem Hause seiner Ahnen Sagt er thränend: .Lebewohl! M°ge„ dein.- Hallen mahnen, Das, m,i„ Vo,e vertrauen soll.« <-" di«, Krön' u„d ih„„ S^gen. ^eh..Iahr lang ausgestreut. Auf den Nelf.>„ c. Unbelohnet. unerfrlut. Und die er s° lrcu c,^^ Se.n^ Volker all' i,„ z^,^ Wenn sie ibn auch ti.f b.lrub'et. L.gt .r ihm an's H,r, zug,,ich «?.':5gen sie Verblendung Meiden, Ihrem Kaiser ,'est vertrau'« U„d in »illnem srüh.n Scheide Srldsi nocv m>l»e Liebe schau'n.« Und wir lliun's, in Lust und Vchmerzer» Fassen wir des Kaisers Hand. Doch in ti.fgerührtem Herzen Lebet fort noch Fe r l» i nan 0. Alle Kräfte sind begeistert Für Franz Joseph fest und wahr, 2>s er jeden Sturm bemlistert Seiner - uns'rer Feinde Schaar. ^lut u»d L'I'en ihm zu weihen! IN bei Millionen Schwur, D" Verbleutem, v.rzeih.n. ^"e 'i.ben möq' Er nur; Dcr da sprach- .,I^ übergeben -5'b ich einen Hoffnungstaq ! -Noch im langen, frohen Leben Freue sich im Schloß z« Pr.,a, Daß, so lang. der Himmel walte Üb.-r Öst'reich yros; und schön. Noch das liebe: .Gott erhalle" Möa' von Mund zu Munde aeh'n; Gott erhalte unsren Kaii'er, Unl'rrn Kais« Joseph Franz! Flecht des Friedens Palmenreiser Zum verdienten z.'orberkranz. , - vl. Rudolph P u f f> Öffentliche Charaktere. 2. Johann Fedorowitsch Paskewitsch. ^lißlands großer Feldheri-, Io h an il Fe d o r ow i c sch Paskewitsch, Gi'afvon E > i w a i,, Fürst von Wai schau, Feldmarschall lind Stacchalcci- im Köiligleiche Polc-n, ist vor wenigen Tacze,, gestorben. Er ward, aus einer adeligen Familie Kleinnißlands, am 8. Mai 1782 zu Pultawa geboren, trat l800 als Lieutenant und Adjutant des Kaisers in Dienste, zeichnete sich zuerst 1806 in der Moldau, dann 1809 bei der E> stürmung der Festung Brailow aus, und wohnre in dem Kriege gegen Frankreich 1812 vielen Schlachten bei. Höheren Ruhm ernrete er in dein Kriege gegen Persien und die Pforte, indem er als Oberbefehlshaber des kaukasischen ArmeecorpK am 25. September 1826 das persische Heer bei Elisabethpol vollständig schlug, im Feldzuge des nächsten Jahres das persische Armenien eroberte, am l3. Ocrober die Hauptstadt Eriwcm mit Sturm nahm und hierauf am 22. Februar l828 einen für Rußland sehr vortheilhaften Frieden mit Persien schloß. Über die Türken siegte er bei Kars und schloß nach Einnahme der Festungen Achalzike und Erzerum am 9. Juli l829 den Fiieden zu Adiiaiwpel. 1830 lieferte er den Lesghiern und Abchasiern im Kaukasus mehrere siegreiche Treffen und untei-warf Daghestai,. Nach Diebitsch's Tode übernahm er 1831 den Oberfchl der Armee in Polen, bewältigte den Aufstand durch die Einnahme Warschau's, wurde dafür in den Fürstenstand erhoben und zum Vicekönig von Polen ernannt, vollzog am 26. Februar 1832 das or- 2« ganische Institut, welches Polen mit Rußland vereinigte, und ward Präsident des für das Königreich neuorganisirten Administrationsrathes. Der kühne Dnukirchner. Uo ncll e-(Schluß.) »Sie dürfen mir es anf's Wort glauben," wiederholte Hermann kaltblütig, «als ich in der vergangenen Nacht in den Pflanzungen herumschlich, um Samenkörner zu sammeln, traf ich auf einen Wächter. Ich hoffce, er werde mich nicht bemerkt haben, als ich aber heute den Herrn General zu einer so ungewohnten Stunde in dies; Haus kommen sah, war es mir klar, daß ich verrathen sey. — Ich sah nur ein Asyl, das mir Sicherheit gewahren könnte: ich kam hieher und bat das Fräulein kniefällig, mir das Leben zu retten, indem sie mich in ihrem Zimmer verberge, in welchem man, wie ich glaubte, mich nicht suchen werde. Das Fräulein erschrack über meinen Zustand und wagte es nicht, mir meine Bitte abzuschlagen. Da ich bereits die Tritte derjenigen hörte, die mich verfolgten, verbarg ich mich in diesem Schranke, ohne ihre Erlaubniß dazu abzuwarten. Jetzt, meine Herren, wissen Sie alles, ich bitte um meine Verurrheilung." Unter allen andern Umstanden würde der Prozeß des armen Liebhabers deutlich genug entwickelt gewesen seyn, aber der General, der sich an Neginen rächen wollte, war zu aufgebracht darüber, daß ihre Ehre unverletzt aus dieser Prüfung hervorgehen sollte, um so schnell seiner Rachelust zu entsagen. „Das ist die Wirkung des bösen Gewissens," bemerkte der General, „denn mir wurde nichts entdeckt, ich gestehe es. Ich wollte bloß dem Herrn Bürgermeister einen Besuch machen. So rasch können wir eine so wichtige Sache nicht beendigen. Man bringe den Gefangenen sogleich in sichere Verwahrung und morgen wird die Sache vor den Colonial-rath gebracht." Die Überraschung vor der Furcht und der Schande nahmen Reginens Gedanken so in Anspruch, daß sie anfangs nur die Freude fühlre, auf so unerwartete Weise oer Gefahr zu entgehen, und durch ihr Schweigen die Aufopferung Hermanns gestattete. Aber bald forderte die Liebe ihre Rechte, und sie verbrachte den Tag in stummer Ver-zweisiung, deren Übermaß jeden Argwohn entfernte, denn ihre Nervenzufälle schrieb man ihrem Schrecken und die Worte, welche ihr entschlüpften und unter denen Hermann sehr oft vorkam, galten für Irrereden. Abends wurde sie etwas ruhiger, was aber daher kam, weil sie einen festen Entschluß gefaßt hatte. Hagen fisch erschien schon des andern Tages vor Ge-richt. Der Wächter, den er gesehen haben wollte, war nicht zu finden und dieses Umstand mußte eine Erzählung sehr zweifelhaft machen, die gleich anfangs eben nicht wahrscheinlich aussah. Aber da Hermann bei seiner ganz bestimmten Aussage blieb, und einige Körner, die man bei ihm fand, unumstößliche Beweise zu seyn schienen, so wurde das Todes- urtheil gegen in ausgesprochen. Bei Reg inen setzte man allerdings die Absicht voraus, sie habe ihn verbergen wollen, um ihm das Leben zu retten, dieser Umstand würde für jedes andere Mädchen verderblich gewesen seyn; da aber ihr Vater eben so geachtet, als gefürchtet war, so schloß man darüber die Augen. Bei allem dem bewunderte man den Muth und den Edelsinn des Schuldigen, denn Jedermann sah ein, daß er sich hätte retten können, wenn er die Unklugheit Reginen's benutzt hätte, um ihren Ruf zu gefährden. Man bethätigte diese Theilnahme, indem man die Vollstreckung des Todesurtheils bis zum nächsten Tage verschob. Die Nacht kam, eine lange Nacht, es sollte seine letzte seyn; aber welche Überraschung, als sich die Thüre des Gefängnisses leise öffnete, und Regina sich in seine Arme stürzte. Es war nicht Zeit zum vielen Sprechen. »Komme," sagte sie sogleich zu ihm, „du bist gerettet, du sollst die Insel verlassen, aber laß' uns eilen." — Der Kerkermeister führte sie selbst bis an die Thüre; als er sich entfernte, reichte ihm Regina eine Börse, die er nicht nahm, indem er bemerkte, er sey schon reichlich bezahlt. „Unfern des Hafens erwartet man dich," sagte Re-gina zu dem Geliebten, den sie durch die Stadt hin zum schwarzen Felsen zog. „Man erwartet mich?" fragte Her m ann, „wir sollen uns also trennen, du rettest mich, willst mir aber nicht folgen." Sie antwortete nichts, sondern schritt schnell weiter. Bald hatten sie die Scadt im Rücken. Da überließ sich Hermann nicht mehr ihrer Führung, und statt gerade nach dem Hafen zu gehen, wendete er sich nach dem Gottesacker, der sich in dieser Gegend befand. »Dieser Unweg ist nicht bedeutend," sagte er, „und er wird die Zahl der Augenblicke vermehren, die ich in deiner Nähe zubringen kann." „Dir zu folgen," antwortete sie, „vermag ich nicht." „Allerdings mußt du die Armuth fürchten." „Die Armuth? ach daran dachte ich nicht. Wie thöricht war ich sonst, sie zu fürchten und dich Hieher zu führen! —ich bei dir die Armuth fürchten, der du mir das Leben zum Opfer bringen wolltest! Ach' wäre ich würdig, dir zu folgen, um ihr mit dir zu trotzen." ' „Würdig mir zu folgen? du, welche mir das Leben rettete! du, mit der mich ein heiliges Band vereinigen soll?" „Nie — das ist unmöglich! Ich habe als P^is für deine ungesetzliche Überfahrt dem Capitän meine Hand versprechen müssen!" Hermann g'"g weiter, ohne ein Wort zu sagen. Seine trostlose Geliebte folgte ihm. Sie waren indessen bis zu dem Graben gekommen, der den Gottesacker umgab. Hermann sprang plötzlich hinein, und hob daselbst drei oder vier Packete wohlriechenden Mooses auf, die er in seine Tasche steckte. „Was machst du da?" fragte Regina ungeduldig. Der junge Mann, der bereits wieder zurückgekommen war, — <2 <» sagte, ohne sich lange zu bedenken! »Es ist nichts, es sind nur etwas Muscatensamen und einige Gewürznelken." »Du hast mich nie geliebt," lief das ei'schi'ockene Mädchen und entfloh nach der Stadt. — Ha gen fisch, in welchem die Leser wohl längst unsern Marine-Officier er kannt haben, blieb eine Weile sprachlos stehen und ging dann, trotz seiner unerwarteten Rettung und ver kostbaren Beute, die er mitnahm, ernst und betrübt nach der Küste zurück. Beinahe hatte er dieselbe erreicht, als er eilende Tritte hinter sich hörte, noch ein Augenblick und die weinende Regina lag in seinen Armen, »Nein," sprach sie ganz athem-los, »ich kann dich nichc lassen; nimm mich mir dir, ich verdiene zwar nicht deine Frau zu seyn, aber las; mich dich als Dienerin begleiten. Ich verlasse dich nicht, denn ich vermag es nicht, und wenn du mich verstößest, so sterbe ich." — Hagen fisch umarmte sie und sie bestiegen die bereicsteh-hende Barke. Die Barke flog unter den Nuderschlangen von sechs Negern uiwerweilt dahin. Bald erreichten sie eine chinesische Dschonke, die unweit der Küste vor Anker lag. Der chinesische Capitän erwartete nicht den Tag, um das hohe Meer zu suchen und die Gewässer der Molukken zu verlassen. Nach einer glücklichen Fahrt von sechzehn Tagen begegnete er ein^r französischen Corvetre. Unser Marine-Ossicier gab sich seinen Landsleucen zu erkennen und ging mit seiner Geliebten an Bord, die jetzt zum ersten Male das Vaterland, den Rang uud den Namen dessen erfuhr, den sie liebte. Sie konnte bald eine hohe Meinung von dessen Macht fassen, als sie sah, daß das Kriegsschiff, welches sie anfangs nur aus Gefälligkeit aufgenommen hatte, seine Richtung verließ, um sie direcr nach der Insel Bourbon zubringen. linier Held wurde von den Ansiedlern und dem Gouverneur mit den Ehren empfangen, die sein wichtiges Unternehmen verdiente und Regina, die sich der Armuth ge-opferl hatte, sah sich mit einem Male in einer Lage, die, wenn sie auch dem Luxus nicht gleich kam, mit welchem sie ihr Vater im Haag umgeben hatte, weit über jenem stand, in welchem sie sich in Baravia und selbst in Amboina befunden hatte. Unser Marine-Officier behandelte sie als seine Frau, allein die frühere Innigkeit war verschwunden. So verging fast ein Jahr, in welchem er fortwährend durch die Sorge für die gepflanzten Samen in St. Denis zurückgehalten wurde. Als er aber nach dieser Zeit das treffliche Gedeihen der Pflanzung sah und den Obergärtnern des Gouverneurs über die Behandlung der Pflanzen Alles mitgetheilt, was ' er auf den Molukken darüber erfahren hatte, ließ er seinen „St. Denis" wieder ausrüsten und kündigte eine neue Fahrt an. Ehe er sein Schiff bestieg, ließ er sich mit Reginen ganz in der Stille trauen. Unmittelbar nach der Trennung drückte er der Gattin einen kalten Kuß auf die Scirne und schiffte sich ein. Er war ziemlich lange abwesend; kaum gelandet, eilte er in das Zimmer der Gattin. Diese schwebte zwischen der Freude, ihn wiederzusehen und der Besorgniß, von Neuem kalt behandelt zu> werden, als sie sich mit einein Feuer, das sie noch nie an ihm gesehen, in seine Arme geschlossen fühlte. Erst als er ihr den glücklichen Erfolg einer Zusammenkunft mit van Dooner erzählt hatte, erklärte sie sich sein Benehmen und wagte ein ungetrübtes Glück zu hoffen, welche Hoffnnng sie auch nicht täuschte. Der Gewürznelken- und Muscatennußbaum gedieh auf Bourbon über alle Erwartung gut; die Muscacenuüsse dieser Insel werden gegenwärtig denen von den Molukken vorgezogen, und Gewürznelken erzeugt die Insel Bourbon noch einmal so viel, als die Molukken. Feuilleton. Abd el-Kader — hat den neuen Präsidenten der Republik in einem Schreiben um Erfüllung des ihm früher von der franz. Regierung gegebenen Versprechens ersucht, ' ihn mit seiner Familie nach Syrien zu entlassen, und dabei eine geschickte Anspielung auf Napoleons Loos bei den Engländern angebracht. Selbstmord. — Am 28. Dec. früh feuerte ein Kanonier, der wegen eines Vergehens degradirr worden wur, auf dem bei Erfurt belegenen Fort Petersberg eine zwölfpfündige Kanonenkugel auf sich selbst ab. Die Kanone hatte, wegen des Belagerungszustandes, die Richtung nach der Stadt, so daß die Kugel einen Theil des Packhofes mit sich fortriß uno noch 4 andere Häuser beschädigte. Ein Arm des Unglücklichen wurde auf dem WilhelmZplatz, Kopf und Füße im Stadtgraben aufgefunden, der mittlere Theil des Körpers ist in der Luft zerstoben. Die Herzogin von Orleans — wohnt mit dem Grafen von Paris lind ihrem zweiten jüngeren Sohne in Eisenach und führt daselbst einen überaus einfachen Haushalt. Sie besitzt nicht einmal eine Equipage, sondern durchwandert gewöhnlich Mittags mit ihren beiden Kindern zu Fuß die Straßen der Stadt. Ihr leutseliges Wesen hat ihr alle Her-zen der Einwohner gewonnen. Oft besucht sie die Wartburg. Ein Reisender aus Berlin traf sie dort vor Kurzem mir dem Grafen von Paris in dem bekannten Zimmer, in welchem Luther die Bibel übersetzt hat. Lamartine, — der gefeierte Sänger und sentimentale Politiker, der gefallene Engel der letzten französischen Revolution, hat ein neues Werk vollendet. Emil von Gi-rardin zeigt in seinem Journal »La Presse" an, daß er in wenigen Tagen die „Bekenntnisse" Lamartine's bringen werde. Furchtbare Gränelthat. — Die „Aachener Zei tung" melder von der Unstrur: Den >5. December v. I. ist iu dem Städtchen Bibra eine furchtbare Grauelthat verübt worden. Dun fing, ein junger Lehrer von 2 l Jahren, hatte vor Kurzem aus dem Ladentische eines dorcige» Kaufmannes wiederholt Geld entwendet. Letzterer errappr den Dieb endlich dabei, läßt sich aber bewegen, über den Vorfall schweigen zi, wollen, unter der Bedingung, daß ihm Dun fing einen Schuldschein über 50 Thlr. ausstellt. Nun versuchte der Dieb abermals den Ladentisch zu öffnen, und da er sich hier wieder von dem Kaufmani'.e überrascht sieht, so fällt er über diesen mit einer Art Beil, einem sogenannten Bandmesser, her, bringt ihm mehrere Wunden in der Nähe deö Herzens bei, und zerschmettert ihm endlich den Hirnschädel. Dem herbeieilenden Sohne des Kaufmauns, einem Knaben ron l l Jahren, haut er hierauf beide Hände ab, verwundet dann die Ehe- 28 fl'üll des Kaufmanns lebensgefährlich, desigleichen deffen Tochter, und kain, endlich mn- mir Mühe durch die herbei-geeilten Nachbarn gefesselt weiden. Hierbei hat ein Musicus so bedeutende Messerstiche erhalten, daß man an dem Aufkommen desselben zweifelt. Der Raubmörder ist nach Zeih transportirt worden. Icnny Lind, — die „sogenannte schwedische Nach-tigal," hält sich noch fortwahrend im Sterlinglande auf und feiert daselbst noch höhere Triumphe, als auf allen ihren Kunstrrisen. Sie benutzt aber auch sehr reichlich ihre Kunstleistungen zur Milderung der Leiden der Menschheit. So sang sie neulich, ungefähr Mitte December v.J., in London in englischer Sprache, in dem berühmten Oratorium »Eliaö« von M endelsso h n. Der Ertrag, der höchst bedeutend gewesen seyn soll, fliesn der M en d elö so h n'scheu Musik - Scif-tung in Leipzig zu. Die höchsten Herrschaften waren gegenwärtig, ihre Aussprache, so wie ihr Vorcrag, und die Alisführung in dieser für sie neuen Sprache und Gesangsweise fand den ungetheiltesten Beifall. Gegen Ende December sang sie zwei Mal in Manchester zum Vortheile eines dortigen Spitales, wofür nicht weniger als 25.000 si. C.M. oder 25l3 englische Pfunde dieser Sristung zuflössen. Das Comitö dieses Spitales sandte ihr zum Neuiahrsgrus; ein Perl-Collier mit Brillanten, nebst höchst kostbaren: silbernen Reise-Etui in Begleitung eines Dankschrribens. Das Kloster «uf dem St. Bernhard, —jenes weltberühmte, ist aufgehoben worden. Als Grund davon wird die beharrliche Weigerung der Mönche genannt, der Regierung, dem Decrete des großen Rathes gemäß, eine Speci-fication des Kloster-Vermögens anzugeben. Mteszopfer. — Unter dieser Benennung hat der König von Neapel dem Papste eine Summe von «0.000 Du-cati, und die Königin von Spanien 500.000 Collonari, unter gleicher Benennung, zugesendet. Graf NZitkenbnrss — Der Gemeinderath der Stadt Gratz ist im Begriff, eine Riesenpeiition mir 90.000 Unterschriften zu überreichen, worin um die Wiedereinsetzung des Grafen Wicken bürg zum Gouverneur vou Scciermart gebeten wird. I»« Mlünzamte zu Wien — wurden vom Februar v. I. bis Jänner d. I. «2 Millionen Zwanziger, eine halbe Million Thaler, Guldenstücke und Kupfermünze und eben so viel Sechser geprägt. E) sind daselhst 400 Menschen beschäftigt. Friedrich Hecker — hat sich nach Beendigung seiner Reise durch die Veieinigten Staaten im Staate Missouri niedergelassen und in einer der reizendsten Gegenden dieses sogenannten Paradieses der Union eine große Besitzung (Farm) gekauft. Er wird sich daselbst lediglich der Agriculmr widmen und ist entschlossen, seinen Freunden und Anhangern, die Europa zu vei lassen dächten, die Grundstücke in Parzellen und im Ankaufspreise zu überlassen, um so um sich herum eine deutsche Ansiedlung zu bilden. Die <3inkunfte Louis Napoleons — berru gen ursprünglich 200.000 Fr. Rente; aber die zahlreichen Anhänger des Prinzen haben so sehr an seinem Geldbeutel gesogen, daß jene Renten bis auf den vierten Theil herabgeschmolzen. Auch Marrast soll unter diesen Sängern sich befunden haben. Papierkorb des Amüsanten. Als in '^* das Haus des Rathsdieners eingestürzt war und man nicht gleich eine Wohnung für ihn hacre, decrcrirte der hochweise Nach: „Besagter Rathsdiencr soll vorläufig theilweise bei den guten Bm-gern unserer Stadt einquar-tirr werden." Bei der Copulation eines Schusters, der sechs Weiber gehabt hatte und sich mic dem siebenten trauen ließ, wählte der Geistliche zur Traurede folgenden Tert: »Aus sechs Trübsalen hat Dich der Herr errettet und in dem siebenten wild Dich kein Unfall treffen." Bei der Militär - Bekleidnngs - Commission in ^ machte Jemand den Vorschlag, daß, zur Ersparung der Kosten, die Eauallerie nur einen Sporu tragen möge, da, wenn das Pferd von der einen Seite gespornt würde, die andere Seite von selbst mitlaufe. Ein Kanfmann sollte den Taufzettel seiner Tochter unterschreiben; er unterzeichnete: Peter Robert k Oomp. ., Mus Trieft. Die Hafenstadt Trieft scheint in neuester Zeit aus der Lethargie, in w.lche sie bezüglich des Handels und Verkehrs i» dem veihängnißuollen Jahre 18kl3 versenkt war, wieder neu aufzuleben. Das geschäftige Treiben auf allen Hauvtpuncten tiefer Handelsstadt ist überall sichtbar, bcr Credit fänat an, sich zu heben und, mit einem Worte, Trieft gewinnt seine alte Ruhe und Sicherheit zusehends. Recht so! die wackern Triestiner habe» ja bewiesen, das, ihre Stadt Len Namen: .«iln luclcü-iziml»« nicht usurpire, darum ist ihnen cin Zustand, der die zerrütteten Handelsver« Hältnisse zu regeln geeignet ist, sehr zu gönnen. Gebt man gegen Mittag durch de» glasgedeckten Kreuzgang des herrlichen Tergesteums, so kann man sich durch die Masse von Kaufherren kaum durchdrängen; freilich ist der Kleinhandel immer noch unbedeutend und von Lurusartikeln wird nur wenig abgesetzt, allein auch das wird sich geben. Der Carneval ist recht lustig in Trieft eingezogen. — In 3 Schauspielhäusern: 'loullci i;!'n»clo, tenN-c, Hl,!l,!-c>i!?i- und te.ilin llloclilonntioc», sucht man für das Abend - Vergnügen der Einwohner zu sorgen; es ist wahr — die jetzige Opern » Staqione heisst nicht viel und erleidet einen Stoss nach dem andern, indem bereits zwei Opern: ,.I)un plüi^uni!:" von Doni« zetti und »Huiln,« von Verdi, total li»s«c> machten; allein zum Theil ist die Schuld auck auf Rechnung der letzte» Herbststaaione zu schreiben, die eine eminente und darum unvergesiliche Operngesellschaft aufzuweisen hatte. Das IV'lill-u zi-lnille ist ohne Widerrede einer der schönsten Kunsttempel, die man in Europa sehen kann; i„ - und auswendig betrachtet ist dieses Theater so imposant als großartig, so reick als geschmackvoll. Die Gasbeleuchtung, rie ,» Triest sehr reichhaltig fast in allen Kaiiflä. den und bedeutenden öffentlichen Localitäten eingeführt ist, strahlt in unzähligen Flammen auch im 1'e>,ll-c> ziniiliu, wie in den übrigen Theatern. Die Primadonna (ich weiss ihren Namen nicht) hat viel Kraft und schöne Stimmmittel: auch derBuffo, HerrVoares. den ich alsNu» püozul,!« sah, verdient alle Würdigung, die übrigen Sanaer sind ahne Belang. Da unlängst eine der ersten Tänzcrinen des Vallells mit frischen Eiern be-worfen wurde, so das, sie ohnmächtig vo» der Scene gekracht werden musste, so konnte ich während der kurzen Zeit meines Aufenthaltes nur einige pn« cle clV>ux sehen, die aber een allgemeinsten Veifall fanden , besonders die »8t)'i-!nd noch immer mit großem eisernen Geschütz ringsum bespickt. Am 18-Jänner fand eine militärische Ausrückung Statt, wobei mehrere Tapferkeils - Medaillen ausgetheilt wurden. Die «Stimmung der Triefte ist cine sehr ruhige und besonnene. Leopold Kordcsch. Verleger: IgnazAloisKleinmayr.