Vereinigte Laibacher Zeitung. ^l^w 23. Gedruckt mit Edlen von Kleir.mayer'schen Schriften. Frcytag den 5. Aprill 1816. I n n l a n d. Klagenfurt. <^ic näheren Umstände des letzthin gemcld-ten Vrands in der Stadt Fnefach sind, daß von dcn 18^ Nnmmern der Stadt 60 Häuser mit ibren Nirthschaftsgcbäuden, dann die Dachung der Kirche an: Airgilicnbcrge, das Dach , und Be^allniß des Armen -Insiitnts-Tbeatcrs, dasWirthschaftsgcbäude d,'r D. O. ^ommenda Friesach. nud die weitschich-tigc Bedachung-des Stadirathhauscs abbrannten. Dcr Schade wurde ans 183,H,9 ss. in W. W. geschätzt. Mcrüvürdig ist. dc:ß am 16. März 1752, dcr nemlichc Thcil dcr Stadt abgebrannt seyn soU. ^ H > Wien. Nachdem II^ MM. o.mi8.vonBrcscia abgereiset, sind Sic am 20. zu Vcröna angc« kommen, wo die E. H. Marie Louisc, Herzoginn von Parma Maj., welche am 19. von Venedig abging, am 20. erwartet wurde. Se. V?aj. haben dem k k. Kämmerer und N. Oest. Regicrnngsrathe, Fr. Joseph Freyh. v. Kaiserstei«, das ihm verlicbcne Ehren-Ritterkreuz des Iohannitcrordens zu tragen erlaubt. -Se. k. k. M. haben den Operateur und Magister der Chirurgie zn Wels, Hoscph Wattmann, das Lehramt der tkcoretischen und prakt. khnnrgie und dem Assistenten der theoretischen Ehirurgie an dcr Wiener - Universität, Johann Matoschek. das Lebramt der tbcoretistben und praktischen Geburtshilfe am Laibacher Lyceum verliehen. (W. Z.) N nga r n. Ein junger Mann, der «och vor'.veniger Zeit als Kanzelist h« kam der Bediente wieder zu seinem Herrn, der ihm befahl, in eine andere Apotheke zn gehen, und die dreyfache Dosis, unter dein. Borwande, sie gehöre fur ein Pferd, zn-verlangen. Der Herr nahn> sie schnell ein,' und siel bald darauf in Schlaf. Da er gan ukht mehr aufwachte, lief der Bediente zu dem Arzte, dem er den Tod seines Herrn" meldete. Sogleich eilte dieser in dessen Wohnung und ermnnte ihn ebenfalls für todt. Neugierig, die eigentliche Ursache des ^schnel-ltn Hintritts zn erfahren, beschloß er die Leichenöffnung, und sieb ba! als dle Brust und Bauchhöhle geöffnet waren, lebte der Tode wieder auf, um nach Vcrfiuß einer halben Stunde wirklich zu sterben. Der Be-dw,ne hatte dem 'Arzte nichts von der Verdopplung und Vcrdreyfachung der von is^m verschriebenen Doses Opium gemeldet. Der Nahme des Unglücklichen ist Gosztony. (G. Z.) Ausland. Deutschland. Der Großherzog v, Hesscnkassel bat zur Aufrichtung und Begründung der Wohlfahrt des Gcwerbstandes in seinen Staaten, am - 19. März d. I. eine Zunftordnung erlassen, .worin es heißt ^ daß die Zünfte,lnverkennbare Vortheile gcwäbrten, indem sie die Ausbildung der Handwerker beförderten, die Unterordnung der Arveitsgehülfen unter ihre Meister befestigen, die Verwirrung der Gewerbe und die darausilntstehende VermindernnHder Kunstfertigkeit verhüteten, die städtische Nahrung erhielten, die Ucbersetznng einzelner Gewerben erschwerten, ordentlichenHandwcrkern ihr Auskommen sicherten, hingegen von der unbedingten Gewerbfreiheit, die wahrend der feindlichen Besetzung eingeführt worden, keine glücklichen Folgen wahrzunehmen sind. F ra nk r e i ch. An 20 Matrosen hatten sich durch Bemerkungen gegen die Negierung vergange» und mußten Toulon verlassen. Sie zerstreuten sicb in der Gegend und erzählten den Bauern, was ihnen begegnete. Nun traten illoo Bauern unter die Waffen und marschir-ten, die Matrosen an ihrer spitze, zege» das Fort Ot. A»ge. Hier fand-n sie Kano-' nen und Munizion; von da zogen sie durch die Strassen von Toulon und suchten die obersten Behörden «uf, die sich aber nicht zu Hause treffen ließen. Verschiedene Personen sollen bey dieser Gelegenheit dcks Leben verloren habe«. Der Erfolg ist noch nicht bekannt. Wegen der letzten Vorfalle z« Lyon, würbe vo« Prevotalgericht ein Offizier von der Nazionalgarde der Vorstadt zum Tode verurtheilt. Als er hinausgeführt wurde, stürzte einHaufe vo» seiner Legion über dieGens- d'armen, die ihn zum Tode führten, unh befreyte ihn. Zu Paris werden alle Adler und dergleichen Zeichen der rebellischen Armeen weggeschafft. Selbst Gott Jupiter soll in der Oper (wenn er vorkömmt) nicht mebr mit dem Adler erscheinen, noch die römischen Soldaten ihre gewöhnlichen Standarten führen dürfen. Ein Optiker in einer Straffe zu Paris hatte einen goldenen Adler zum Schilde, dieser wurde weggeschafft, und dafür ein Pfau aufgestellt.' (G. Z.) Eln Postbaltec an der französischen Viran-ze bat dem Lcw«lette auf seiner Flucht 200 Louiöd'or bezahlt, die er unn schuldig war. Zu Dreur kam der Advokat Varbe und der Mahler Bileau in einen politischen Streit, ^r sich damit endigte, daß der Advokat den Mahler todt schlug, der Mörder ist einge-zogm. Dieser Tage ereignete sich zu Paris folgendes c/ui p, < (sw», welches in Aller Munde ist. Hr. Rom de Laborie kömmt zn Ro-ger Collard mit den Worten: ,,Würdiger Freund, Sie werden sich der Dienste erinnern, die ich Ihnen leistete, als Talleyrand mich mit seiner Güte überschüttete. Damahls war er mein Ireund — jetzt ist der Insiizministcr der Ihrige. Er kann mir von Nutzen seyn, und ob ich gleich weiß, daß Empfehlungen auf d'isen unbeugsamen, unzugänglichen Mann keinen Eindruck machen, so bin ich doch Willens, mein Glück damit zn versuchen: erzeigen Sie mir die Gunst, mir einen Brief an ihn zu schreiben." — „Sehp gern" erwiederte jener, und setzte sich sofort zum Schreiben nieder. Wäbrend dem läßt Hr. Laborie fallen, er habe beute Morgen «och bey Talleyrand etwas zu thun. „Ach, sagt jener, dann will ich Gie auch mit einigen Zeiten au lhn belastigen, die ich nicht durch die Hände des Sekretars möchte gehen lassen; Sle werden sie dem Fürsten selbst einkKudi-gen." In der Eile verwechselte er die Briefe, macht die Adresse verkehrt, so daß Hr. Laborie den de» Iustizminister bestimmten Brief Talleyrand überreicht. Dieser, nachdem er ibn gelesen, gibt ihn seinem vormah-llgen Günstling, der dann Folgendes liest: ,,(3?ie wissen, wie schwer es ist, der Zudring« lichkeit gewisser Leute zu entgehen. WerdenSie es glauben, der bekannte Laborie bittet mich um einen Brief an Sie? — G'ollte es ns« t^ig seyn, sich mit ihm zu vergleichen — viel Geld und nie eine Stelle." Er rennt wüthend ,i.u Rog,crCollard zurück, nennt ihn einea' Schmarotzer über den andern , und wirft ihm alle ,eu.e politischen Sünden vor. (G Z.) Paris. Eine nahe Aenderung im Ministerium erweckt allc Hoffnu".gen, spornt aUe Ehrgeizigen Die Prinzen, sagt man, unßbull^en die Idce, daß Frankreichs <3i-chcrdett von drey oder vier beroorgesiellten Personen abhanden solle.; sie sind entschlossm, sich nicht in dk'"c" E'-rkU einschlicssc» W lassen. Scit ^ Cwndcn ist nachstehende Lifte dem 5^öi'ige vorgeleget, worüöer Sc.. Maj. sich aber u.vl) nickt c.uschloffen baden: Herr v. Bouviüe fürs ^zn,'ere, H-^ v. Beldoeuffür die Inf-U?, Herr Rublchou »ür die Finanzen, Subouchage bleibt im Marine-, Feltre im Kriegs-, Richelieu in dem auswärtigen Departement. Staatsminisier würden die Hrn. Talaru, Cbateanbviand, d^slgout(vormahls Blschof von Pamiers) und Decaz^s. WM der Herzog von Richelieu in diese Ernennun-gea nicht willigen, so erhalt der Herzog von Acltre seinen Platz, General Despinoy das Kriegsnünistcrium." In einem andern Schreiben heißt es: ,,Ick hin völlig überzeugt, daß der König die Nothwendigkeit einsehen wird, seine meisten gegenwärtigen Minister zu nöthigen, daß sie entweder chre Stellen niederlegen, oder Maßregeln annehmen, die den Ansichten der De-pnNrtenkammer angemessener, und mit dem klar ausgesprochenen Wunsche der Nation (?) übereinstimmender sind. In Mehreren öffentlichen Blattern wurde srzablt, daß man den Adjunkten des Maire von Montdidier, von zwey Dolchstichen durchbohrt, zu Paris auf dem Boulevard St. Jacques gefunden hä tt. Es ward hinzugefügt, daß dleser Unglückliche noch geathmet und erklärt habe, daß er seines Lebens überdrüssig gewesen, und habe einen Soldaten gebeten, ihn umzubringen, da er es ftlbst vergebens versucht hatte. Man schauderte, sagt ein Pariser Blatt, bey dem Gedanken, daß ein braver Militär, der nur feindliches Blut vergießen soll, sick dazu hergegeben, einem Franzosen dieseu fürchterlichen Dienst zu leisten. Es scheiut nunmehr gewiß, daß es ein Weib Zelvesen ist, die dieses Verbrechen, dessen na peinlichen Gesetzbuch nicht ausdrücklich gedacht lst, beging, folgende? gibt mall als die näheren Umstände an: Der Adjunkt des Maire von Montdidier hat, als er in das ^osp'tül Cockiin gebracht wurde, wo er noch leb:, seine e,rste Erklärung widerrufen., Er bat, wie er lagt, mebrere Soldaten vergebens ersucht, ihm das Lebe« zu nehmen; ubcr ein Weib, welcher er eine Anweisung anf luoo Franken, am lo.Marz bey eincm seiner Verwandten zablbar, ausstellte, gab N'M^den ersten Dolchstich. Ec fühlte sich nich5 tödlicb davon getroffen, und sagte: „Ich bin nicht todt, gebt mir nocb einen VNcb!" Der zu-e^e (öioß ward vollfüllt, und der Unglückliche verlor die Besinnung. Als das Weib nun das Geld an dem Tage , wo die Anweisung fallig war, beheben wollre, wurde sie vo» Polizey-Beamten ergriffen, und wird nun vor den Gerichten Rechenschaft über ihre geldgierige Grausamkeit ablege!', müssen. (G. Z.) Die Gazette de France sagt, daß nachdem der General Lauriston, als Richter seine Psiicht erfüllt hatte, habe tr nunmehr um Gnade bey dem Könige für den Obristert Bvyer nachgesucht. Nach Briefen aus Paris soll der Herzog von Bcrry statt des Richelieu ins Ministerium des Innern treten. In einer der letzten Sitzungen der Deputirtenkammer hielt unter andern auch Herr Bonnald eine merkwürdige launige Rede. Er sagte unter Andern: Wir Dcputirten wissen im Grunde nicht recht, was wir sind. Wir sind Repräsentanten, die nicht reprasentiren, und Bevollmächtigte ohne Vollmachten. Wir sind mebr Räthe des Königs als Gesetzgeber und im Ga«zen zweydeutige politiscke Wesen. Unser Amt besteht darin, Reden zu halten, die Niemand anhört, und Schriften zu unterzeichnen, die Niemand liest :c (K. 3.) England. Zu Dover wurden mehrere kostbare Pferde und seltene Thiere, besonders Vögel, eingeschifft, welche derPrinz Regent dem Köulge von Würtemberg als Geschenk schickt. Die Opposttionsblätter enthalten jetzt Bulletins nber die kränken Minister, die von den vier Aerzten „IobnBull, Andrew Scott, Patrick undDaoid Welch" unterschriebe!! sind. Einige glauben, beißt es in einem solchen Aufsätze, datz die Mil.istcl,- am Gehör leiden; denn obgleich das sck re klichstc Gerausch um sie gemacht worden, so scheinen sie doch ganz taub und nncmMudltch. Andere glauben, daß die Krankhctt v^n nervöser Art scy, da man oft Herzklopfen, Zittern und kalten Echwetß bemerkt. Man hat eine Stahlkur angcrathcn; allein das Uebel ist dadurch nnr verschlimmert worden , und dürfte. wcnn ,^an sie sortbrauchte, tvdtlich werden. Die (5ymptyme der Krankbeit sind Abneigung, im Hause zu sitzen, gallichtc Reizbarkett, die Seeluft zu Vrighton nicht langer wirk'am, unruhige Nackte, außerordentliche schwache, zunehmende Blindheit lc. (G. Z.) Zu EcviUa in Spanien verspürte man am ii. Febr. ein Erdbeben , wclches 5 bis 6Minutcu wabrte, und voncincmDon-uerahnlichcn Gebrülle begleitet war. Außer daß das Ferdinandsthor in Trümmer zerfiel, lief alles obne besondern Schaden ab Der Ritter v Oins spanischer Gesandter hat am i2.Fcbr die Stadt Washington verlassen nach dem er vorher einen deftigen Wortwechsel mit bcm amerikanischen Staatssekretär gebabthatte Man glaubt, er werde sich nach Spanien einschiffen, und balt den Krieg zwischen Spanien und Amerika für unvermeidlich (W. Z) Brittisches Südamerika. In den lctzlen Tagen dos Octobcrs kam «in Holländisches Schiff, die Iudustrie, ka-pit. I. H.deWecrdt, inTcmcraryacl, ucl-ches unterwegs 5 Personen verloren batte. Diese waren nämlich bcy einer tiefen Wind-siille unttrw P. Grad sudl. Vr.ir c^er Jolle nach cinem nicht ferne von ibncn sich be^'l'd-lich!.n Schisse gefahren, odnc etwas anders, als eine Boutcille Vrann:«ein mit sich zu ye^men. Kaum waren sie einige Stur.dcn entfernt, so erbob sich am Abend ein heftiger Gwrm, dcr den ßapttan »löthigte, weis tcr ;u segeln, nachdem cr durch Kanonenschüsse das Znchcn zur Zurückkunft gegeben, vnd durch brennende Fackeln und an den Masibaum aufgehängte Laternen seinen Lauf bezeichnet hatte. Me groß war dic Bestürzung, als die Lmte nicht zurückkamen/ und man am folgenden Morgen, dem obgedack-ten Schiffe nahe gekommen, erfuhr, daß Niemand sich bey demselben eingefundcn habe. Man gab dic Unglücklichen demnächst verloren, und dic Industrie, an deren Bord sich dcr Vater von zweyen dieser Leute befand, kam in Tcmerary ohne dieselben an. Gegen aUc Erwartung erschienen endlich am 10. Nov., die gleichsam durch ein Wunder geretteten jnngcn Leute. Sie waren is Tage hindurch ^uf dem Weltmeer herumgeworfen wordcn. Da sie durchaus feinen Proviant mit sich genommen, so hatten sie alle Schrecknisse des Hungers und Durstes erfahren. Schon waren die Echudc, Brieftaschen und alle Papiere, die sie bey sich gehabt bauen, verzebrt, schon hatte mansich, wie cl-emabls Vontekoe mit seinen Leuten, gcnötbigt gesehen, den eignen Urin und das widerliche Deewasser zu trinken wodurch dcr Dursi bis zum Unerträglichen verstärkt ward, als dss Bedürfniß sie zu dem, die Menschheit empörenden Entschluß brachte, einen unter sich durchs Loos ausznmitteln, «midie elende Dauer n»ch zu sriften. Schon waren dic Anstalten zum Abschlachten des Einen unter ihnen gemacht, als sie von ferne ein Schiff gewahr wurden. Dieß war ein Französisches Fahrzeug, wclcbcs, mit 25o Ne, gern bcladcn, nach Guadeloupe bestimmt war. Man uabnl die Unglücklichen an Bord, und brock,tc sie nach Guadeloupe, wo sie durch Unterstützung in dcn Stand gesetzt wurden, nach Barbadocs, und von da nach Dcme-rarr» zukommen. (G. Z.) In T emerory befand sich jetzt auch cine Schauspieler-Gesellschaft, die aus 8 Personen besieht, worunter nur eine Frau ist; obgleich der erste Platz einen halben Ioban-nis oder n Holländische Gulden kostet, so ist der Zulauf doch so stark, daß der Unternehmer nach dcn ersten fünf Vorstellungen schon i5,ooo Gulden Holländisch reinen Ueberschuß hatte. General Grouchy ist in Baltimore cm? getroffen. (G. Z.) Wechsel-Cours in Wien -am 3o< März. ,816. Lolzventionsmünze von HuudertZHü fi.