Mittheilungen des Musealvereines für Krain. Herausgegeben von dessen Ausschüsse. Dritter Jahrgang. Laibach 1890. Verlag des Musealvereines für Krain. ■m-mm mmnmm--. Mittheilungen des Musealvereines für Krain. Herausgegeben von dessen Ausschüsse. Dritter Jahrgang. Laibach 1890. Verlag des Musealvereines für Krain. 65559 DbooiiiSbf Druck von lg. v. Kleinmayr & Fed. Bamberg in Laibach. A. V ereins - Angelegenheiten. I. Chronik des Vereines. Das beginnende Vereinsjahr 1889 brachte dem kraini-schen Musealvereine einen schweren Verlust. Der um Wissenschaft und Heimat hochverdiente Obmann Herr Karl Desch-mann schied nach kurzem Krankenlager am ii.März 1889 aus dem Leben. Der krainische Musealverein ehrte das Andenken des gefeierten Dahingegangenen nicht nur durch die übliche Kranzspende und corporative Betheiligung am Leichenbegängnisse, sondern widmete bereits im letzterschienenen Bande der «Mittheilungen» demselben einen ehrenden Nachruf. Ausserdem veranstaltete der Ausschuss im engeren Kreise der Vereinsangehörigen eine einfache, aber würdige Gedenkfeier in der Monatsversammlung am 13. April 1889 durch eine vom Schriftführer gehaltene Gedächtnisrede. Die zahlreichen Beileidskundgebungen, welche von auswärtigen Gesellschaften, Vereinen und einzelnen Personen anlässig dieses Trauerfalles der Vereinsleitung zukamen, lieferten neuerdings den Beweis, welche hohe Wertschätzung der Verblichene in den weitesten wissenschaftlichen Kreisen genoss und dass überall die Schwere des Verlustes, den der krainische Musealverein durch den Heimgang seines verdienstvollsten Mitgliedes und Obmannes erlitten, vollauf gewürdigt wurde. Auch sonst hat der unerbittliche Tod manches hoch-geschätzte Mitglied aus den Reihen der Vereinsangehörigen entrissen; es starben im abgelaufenen Jahre: Herr Karl Freiherr von Codelli, k. k. Kreisgerichtspräsident, » Matthäus Kreü, erster landschaftlicher Secretär, » Friedrich Kriznar, Canonicus und Dompfarrer, » Michael Putre, Lehrer i. P., » Dr. Avelin Roblek, Stadtphysicus. Ehre ihrem Andenken! Das Vereinsjahr 1889/90 kann im ganzen als ein für den Aufschwung des Vereines, für die Consolidirung seiner Verhältnisse recht günstiges bezeichnet werden; die wissenschaftliche Thätigkeit fand durch regelmässige Abhaltung der Monatsversammlungen und die Herausgabe der «Mittheilungen» entsprechende Pflege, auch der Mitgliederstand hat sich gegenüber dem Vorjahre bedeutend gehoben, ein Beweis, dass Interesse und Verständnis für die Aufgaben des Musealvereines in die weiteren Kreise des Landes gedrungen, und der vom Ausschüsse ergangene Aufruf zur möglichst regen Betheiligung erfreulichen Widerhall gefunden. Doch wäre es dem Musealvereine nicht möglich gewesen, die erreichten Erfolge zu erzielen, wenn er nicht die kräftige Unterstützung seitens hoher Körperschaften und grossmüthiger Förderer der Vereinsinteressen gefunden. Der hohe krainische Landtag bewilligte in hochherzigster Weise auch heuer eine Subvention von 400 fl., die löbliche krainische Sparcasse widmete in gewohnter Grossmuth in den Jahren 1889 und 1890 je eine Unterstützung von 50 fl. für Vereinszwecke und 200 fl. zur Herausgabe der «Mittheilungen», Frau Josefine Hotschezvar, Gutsbesitzerin in Gurkfeld, die nimmermüde Förderin aller nützlichen Bestrebungen, spendete 100 fl. und Fräulein Serafine Deschmann 25 fl. für die Vereinscasse. Für diese thatkräftige und hochherzige Forderung der Vereinsinteressen sei hier nochmals der wärmste Dank mit der Bitte ausgesprochen, auch in der Zukunft das bewiesene Wohlwollen dem Vereine nicht zu entziehen. Einen weiteren Beweis von dem Gedeihen des kraini-schen Musealvereines liefert die grosse Anzahl der nach dem Erscheinen des vorjährigen Bandes der «Mittheilungen» mit dem Musealvereine in Schriftentausch getretenen gelehrten Akademien, Körperschaften und Vereine, deren vollständiges Verzeichnis diesem Berichte angeschlossen ist. Der Vereinsausschuss wurde in der am 25. Juni 1889 abgehaltenen Generalversammlung statutengemäss ergänzt, indem Herr k. k. Regierungsrath Anton Globoinik zum Ob manne und an dessen Stelle Herr Prof. Alfons Müllner, Musealcustos, zum Ausschussmitglieds gewählt wurde. Die übrigen Functionäre des Vereines blieben gemäss § 16 der Satzungen bis zum Ablaufe der dreijährigen Functionsdauer in ihren Stellungen. Der Ausschuss bestand somit für das Jahr 1889/90 aus nachbenannten Herren: Anton Globocnik, k. k. Regierungsrath und Conservator Obmann; Julius Wallner, k. k. Professor, Schriftführer; Johann Flis, fürstbischöflicher Consistorial-rath und Spiritual, Anton Kaspret, k. k. Professor, Alfons Müllner, k. k. Professor und Musealcustos, Alfons Paulin, k. k. Professor, Wilhelm VossK k. k. Professor, Johann Robida, Magistratsofficial, Rechnungsführer. Ausschuss- mitglieder; Da Herr Professor und Musealcustos Alfons Müllner seine Ausschusstelle am 19. October 1889 niederlegte, so wird im Sinne der Vereinsstatuten die Ergänzungswahl eines Ausschussmitgliedes mit einjähriger Functionsdauer bei der diesjährigen Generalversammlung vorzunehmen sein. Seit dem Beginne des Jahres 1889 bis zum Mai 1890 wurden acht Ausschussitzungen, und zwar am ii.März, 18. Juni, 9. Juli, 18. October, 29. November, 30. December 1889, 27. Jänner und 11. April 1890, abgehalten, in denen die laufenden Geschäfte ihrer Erledigung zugeführt wurden; ausserdem fanden unter erfreulich reger Betheiligung des Publicums sieben Monatsversammlungen statt, in denen nachstehende Vorträge gehalten wurden: Erste Monatsversammlung am 29. Jänner 1889. In derselben zeigte Herr Custos K. Deschmann zunächst einen kurz vorher bei Reifnitz durch Herrn Kljun geschossenen und dem Rudolfinum überlassenen Singschwan vor und bemerkte, dass dieser Vogel gegenwärtig auch auf dem Zirknitzer See häufig vorkomme. Hierauf hielt der Genannte einen Vortrag über die im Landesmuseum befindlichen Briefe des hervorragenden krainischen Forschers Siegmund Baron Zois, welche an Baron Erberg in Lustthal, den fleissigen Sammler und späteren Erzieher des Erzherzogs Ferdinand, gerichtet sind. Aus diesen Briefen entwickelte der Vortragende ein förmliches Lebensbild, in welchem er die hohe Denkungsart des die letzten zwanzig Jahre seines Lebens ans Zimmer gefesselten Forschers und namentlich dessen Einfluss auf die Förderung slavischer Studien, zu denen er Kopitar und Vodnik zu begeistern wusste, hervorhob. Sodann legte Custos Deschmann verschiedene in Krain gefundene Eisenschwerter vor: zwei krumme einschneidige mit kurzem Griff, im Laibachfluss gefunden, und ein kurzes gerades aus dem Laibacher Moore. Diese Funde dürften aus der Mitte des ersten Jahrhundertes v. Chr. Geb. stammen. Mehrere lange gerade Schwerter mit grossem Griff, welche man an kurzen Ketten trug, wurden gleichfalls vorgezeigt. Die letzteren Funde stammen aus Nassenfuss und gehören jedenfalls der la Tene-Periode an. Ueber die Krummschwerter und das kurze gerade Schwert bemerkte der Vortragende, dass solche auch in St. Michael bei Adelsberg bei den durch Dr. Moriz Hoernes vorgenommenen Ausgrabungen zutage gefördert und in den «Mittheilungen der anthropologischen Gesellschaft in Wien» (Band 18, Heft 4) beschrieben wurden. Die Kelten bedienten sich solcher Waffen, wie aus der Anrede des römischen Dictators Camillus hervorgeht, der in der Keltenschlacht zu seinem Heere sagte: «Wir haben besser gearbeitete Waffen als die Barbaren . . . zweischneidige Schwerter u. s. w. Sie haben den Kopf unbedeckt ... als einzigen Schutz die Schilde, zur Wehr Lanzen und Krummschwerter oder sehr lange Haumesser.» Zum Schlüsse hob der Vortragende hervor, wie sich in Krain die verschiedenen Culturepochen verfolgen lassen. Neben den Fundstätten der Hallstädter Epoche finden sich solche, die der jüngeren, der la Tene-Periode angehören. Man darf also annehmen, dass die höhere Cultur eines anderen Volkes die Cultur der Kelten überholt und dieser ein anderes Gepräge aufgedrückt habe. Solche Fundstätten mit mehreren Cultur-epochen finden sich in Krain in Pianina im Wippacherthale, bei St. Michael nächst Adelsberg, in der Gegend von Laas-Altenmarkt, wo die japodische Stadt Terpo zu suchen ist, ferner in der Nähe der Gurkquellen sowie bei Podsemel in Unterkrain. Zweite Monatsversammlung am 13. April 1889. Herr Prof. W. Voss wies in derselben einen seltsamen Pferdefuss vor, bei welchem eines der sonst nur rudimentär angedeuteten Griffelbeine oder Kastanien zu einem zweiten Hufe vollkommen entwickelt ist. Von der Form des normalen Skelettes ausgehend, verglich der Vortragende diese auffallende Bildung mit dem Fussbaue der ältesten pferdeähnlichen Thiertypen. Diese, der Tertiärzeit angehörend, weisen noch, wie das Paläotherium und Anchitherium, die vollständige Entwicklung dreier Zehen auf, während das in der Neogenzeit lebende Hipparion bereits die Verkürzung zweier solcher zeigt. Da der Entwicklungsgang jedes jungen Thierindividuums ähnliche Uebergänge aufweist, wie sie die Art selbst im Laufe der Perioden durchgemacht, so kommt es mitunter vor, dass derlei Zwischenformen sich an einzelnen Exemplaren that-sächlich ausbilden, welchen Vorgang man mit dem Ausdrucke Atavismus oder Rückschlag bezeichnet. Auf solche Weise erklärt sich die vorliegende Anomalie, die übrigens zu den grössten Seltenheiten gehört. Auch das Leibpferd Cäsars soll eine derartige merkwürdige P'ussbildung besessen haben. Hierauf besprach Plerr Prof. 5. Rutar die prähistorischen und römischen Denkmäler Dalmatiens. In diesem interessanten, noch zu wenig gewürdigten Lande, das für die Archäologie noch manche ungehobenen Schätze birgt, liegt eine ganze Reihe von Ortschaften mit höchst merk- würdigen Ueberresten vorrömischer und römischer Zeit. Die Höhlen des Landes sind von grossem prähistorischen Interesse, da die Ansiedlungen in Dalmatien uralt sind und bis in die ägyptische Zeit zurückreichen. So finden sich aufLesina Grotten mit Knochen und sonstigen Culturüberresten, auf Pelagosa vorgeschichtliche Waffen u. s. w. Zahlreicher aber und wichtiger sind die Ueberreste der Römerzeit, namentlich in Salona, der einstigen Hauptstadt des Landes. Der Vortragende schilderte sodann die dortigen Bauten, darunter eine christliche Basilica aus dem IV. bis V. Jahrhunderte n. Chr., den Palast Diocletians, in dessen Umfang die Altstadt des heutigen Spalato eingebaut erscheint, und wies auf die Reichhaltigkeit des dortigen Staatsmuseums hin, das nicht weniger als 2000 Inschriften, 3000 Bronzen sowie Gemmen, Münzen und Glasgegenstände in grosser Anzahl besitzt. Zum Schlüsse wurde bemerkt, dass die spätere Bevölkerung Dalmatiens vielfach die Bauweise der Römer nachahmte, wodurch jene interessanten Formen, namentlich von Grabsteinen, entstanden, die Hoernes und Asboth in ihren Beschreibungen Bosniens eingehend behandeln. Dritte Monatsversammlung am 30. September 1889. In derselben hielt der Musealcustos Herr Prof. Alfons Müllner einen Vortrag über die neueren archäologischen Funde in Krain. Zunächst besprach derselbe die Anlage und Bauart des innerhalb der heutigen Stadt Laibach gelegenen römischen Castells, wies zahlreiche daselbst gefundene Graphitscherben und Schmelztiegel vor, woraus auf die Existenz einer Silberschmelze, vielleicht Münzstätte, geschlossenwerden kann. Sodann gieng er auf die in der jüngsten Zeit ausserhalb dieser Befestigung gemachten sepulcraren Funde über und wies namentlich auf ein besonders interessantes Object aus der Wienerstrasse hin, einen grossen Oelkrug, unter welchem sich die Leichenbrandreste eines Kindes nebst Beigaben römischer Erzeugung in einem kleineren, darunter gestellten Gefässe barbarischer Provenienz befanden. Eine dabei liegende Münze weist dieses Grab derZeit nach Vespasian zu. Sodann zeigte der Vortragende einen in der Karlstädterstrasse gefundenen, höchst eigentümlich geformten Stein vor, den er als antiken Schuhleisten erklärte. Auf die Watscher Funde übergehend, berichtete er sodann über die jüngst durch ihn und Herrn Pehiik vorgenommenen Aufdeckungen und wies nach, dass dort zwei Gräberschichten sich befinden, deren obere Erdbestattungen, die untere dagegen die üblichen Urnen mit Leichenbrand enthält. Die in der obern bei einem männlichen Skelette Vorgefundenen, beim Vortrage vorgezeigten Speere, ein prachtvolles, mit Figuren geziertes Gürtelblech sowie ein wohlerhaltener hochinteressanter Helm mit Doppelkamm sind etruskischen Ursprunges. Watsch war eben eine Eisengewinnungsstätte, die durch Etrusker ausgebeutet wurde, wodurch sich die dort gemachten derartigen Funde erklären. Bezüglich der ethnographischen Zugehörigkeit der Bewohner, welche in der unteren älteren Schichte ihre Bestattung gefunden, stellt der Vortragende die Hypothese auf, dieselben seien slavischen Stammes gewesen. Schliesslich wies er noch auf einen zu Brunndorf gemachten neuern Fund hin und äusserte die Hoffnung, baldigst in dieser archäologisch so reichen Gegend weitere Aufdeckungen vornehmen zu können. Vierte Monatsversammlung am 29. October 1889. Dieselbe brachte zunächst einen Vortrag des Museal-custos Herrn Prof. Alfons Müllner über die älteste Eisengewinnung in Krain. Der Vortragende schilderte die Manipulation der Alten bei der Eisenerzeugung, welche noch aus den Ofenresten, Schlacken und den technischen Producten selbst erkannt werden kann. Die Etrusker zogen zur Gewinnung des Rohmateriales in das Alpengebiet, wo sie indessen bereits Eisen bearbeitende Bevölkerung vorfanden; so ist die Eisenindustrie Krains eine uralte, in die prähistorische Zeit zurückreichende. Die Erzeugung des Eisens geschah zum Theile in primitiven Lehmgruben, wie sie nach Missions- und Reise- berichten noch heute in Innerafrika üblich ist, zum Theile im Windofen, wie solche bereits von Hacquet für Krain nachgewiesen wurden. Später erst kam der «Stuckofen» in Gebrauch, der bereits hochofenähnliche Form besitzt. Nach einer kurzen Erörterung über die Bezeichnungen der Schlacke bei den alten Völkern gieng der Vortragende zur Frage über, welche Eisenart, ob Roh-, Weicheisen oder Stahl die Alten erzeugten. Er beantwortete dieselbe dahin, dass bei der Unvollkommenheit des Gewinnungsprocesses die Arbeiter die Qualität des Productes meist dem Zufall überlassen mussten und auf diese Weise unabhängig von der Absicht der Erzeuger, nach dem stärkeren oder schwächeren Kohlenstoffgehalte des Metalles, entweder Stahl oder weiches Eisen entstand. Zum Beweise wurden verschiedene, aus alten Fundstücken jüngst ausgeschmiedete Messerklingen vorgezeigt, die alle möglichen Abstufungen von der besten zur geringsten Qualität darstellen. So erklärt sich auch die Angabe alter Schriftsteller, dass die gallischen Schwerter sich beim Hiebe gebogen hätten, neben dem Vorhandensein trefflicher Stahl-waffen derselben Herkunft. Darnach wies der Vortragende mehrere in der Wochein kürzlich aufgefundene Gegenstände vor, die dem Landesmuseum durch die Güte Sr. Durchlaucht des Fürsten Windischgrätz überlassen wurden, darunter Messerchen, Pflugeisen, Nägel, Münzen u. s. w., und theilte mit, dass an der Fundstelle Jereka bei Mitterdorf weitere Ausgrabungen beabsichtigt werden. In derselben Monatsversammlung besprach ausserdem Herr Prof. W. Voss die geographische Verbrei tu ng der Viola Zoisii. Der Inhalt dieses Vortrages ist aus dem gleich betitelten Aufsatze im naturwissenschaftlichen Theile dieses Bandes ersichtlich. Fünfte Monatsversammlung am 3. December 1889. Auf der Tagesordnung dieser Monatsversammlung stand ein Vortrag des Musealcustos Herrn Prof. Alf Midlner über den Laibacher Morast in archäologischer Beziehung. An einer selbst entworfenen Uebersichtskarte dieses geschichtlich und naturwissenschaftlich interessanten Gebietes erörterte der Vortragende zunächst die geographischen Verhältnisse und besprach die erste Besiedlung der Gegend durch eine wahrscheinlich über die Balkanhalbinsel eingewanderte Bevölkerung, der bald neue Besiedlungselemente folgten, die bereits Bronzewaffen besass, deren Form vollständig mit den Funden Schlie-manns zu Mykenä übereinstimmt und entschieden aus dem Oriente stammt. Auf die Frage übergehend, wodurch die Versumpfung des Moores eingetreten sei, wurde als Ursache eine Verstopfung des Wasserdurchbruches bei Laibach undWaitsch, die Zurückdrängung des Gewässers durch Ueberwälzung des Alluvialschotters der Save in der Richtung gegen Laibach angegeben und aus den Entwicklungsverhältnissen des Moores einige Gesichtspunkte für die vorzunehmende Entwässerung desselben abgeleitet. Namentlich erscheinen hiezu die Schaffung eines Abflusses an der Westseite, am Fusse des Rosenbacher Bergzuges, sowie die Anlage zahlreicher Canäle mit spitzen Mündungswinkeln geeignet. Hierbei gedachte der Vortragende der Thätigkeit der Römer, die den Morast bereits nach allen Seiten durchschnitten, und besprach die durch ihn erfolgte Auffindung einer römischen Hauptstrasse zwischen Sonnegg und dem Hügel Babna Gorica, in welchem Namen eine mythologische Bedeutung stecken dürfte. Da die Römer nur Hochstrassen bauten, diese aber bei ihrer Blosslegung eine meterhohe Torfschichte über sich hatte, ergibt sich die That-sache, dass damals das Moorniveau ebensoviel tiefer lag. Hierauf wurden die zahlreichen römischen Castelle und sonstigen Niederlassungen im Morastgebiete näher besprochen und der Beweis geliefert, dass deren Anlage fast durchgängig strategischen Rücksichten entsprach. Schliesslich gieng der Vortragende in die Erörterung der schon in seinem Werke «Emo na» niedergelegten Behauptung ein, dass diese wichtige römische Colonie nicht an der Stelle des heutigen Laibach, sondern in Igg bei Brunndorf zu suchen sei, und entwickelte die für diese An- sicht sprechenden Gründe. Die Angaben der älteren Archäologen Krains, wie Tyff, Lazius, Schönleben, Valvasor und Thalnitscher, prüfend, zog er die einschlägigen Stellen antiker Schriftsteller und die sogenannte Peutinger’sche Tafel zur Beweisführung heran und gelangte durch kritische Erörterung zahlreicher Römersteine aus Igg und Umgebung zu dem Resultate, dass die im heutigen Laibach nachgewiesene römische Niederlassung Aquilina geheissen, Emona dagegen am Südende des Morastes gestanden sei. Sechste Monatsversammlung am 3. Jänner 1890. Auf der Tagesordnung derselben standen zwei Vorträge. Zuerst sprach Herr Prof. Alfons Paulin über die insecten-fressenden Pflanzen in Krain. Nach der Einleitung, welche die Ernährungsweise der Pflanzen im allgemeinen und den Bau der sogenannten fleischverdauenden Arten behandelte, gieng der Vortragende auf mehrere in Krain lebende' Species der letzteren über, wie Pinguicula vulgaris und flavescens, Drosera rotundifolia, longi-folia und intermedia, deren Verhalten gegen thierische Organismen, welche sich auf ihren Blättern befinden, eingehende Erörterung fand. Daran schloss sich die Betrachtung einer weitern Gruppe von derlei in Krain einheimischen Gewächsen, unter denen namentlich Saxifraga petraea und adscendens, Sedum villosum, Sempervivum montanum u. s. w. hervorgehoben wurden. Schliesslich erörterte der Vortragende noch den Bau der Fangapparate einiger besonders interessanten, der tropischen Flora angehörigen Arten, als Nepenthes destilatoria, gracilis und villosa, Dionaea muscipula und Cephalotus follicularis, theils nach Zeichnungen, theils an lebenden Exemplaren. Der zweite Vortrag des Herrn Prof. Simon Rutar über Krains mittelalterliche Handelsbeziehungen zu den Städten an der adriatischen Küste erscheint unter den historischen Abhandlungen dieses Bandes abgedruckt. Siebente Monats Versammlung am 22. Februar 1890. Der hierbei von Herrn Prof. Julius Wallner gehaltene Vortrag über die Laibacher Maler und Bildhauer im XVII. und XVIII. Jahrhunderte ist gleichfalls unter den Abhandlungen dieses Bandes zu finden. Achte Monatsversammlung am 22. März 1890. In dieser hielt Herr Prof. Anton Kaspret einen Vortrag über Valvasor als Historiker; den Inhalt desselben bietet der gleichbetitelte Aufsatz in diesem Bande der «Mittheilungen». XVI Rechnungsabschluss. II. Rechnungsabschluss des Musealvereines für Krain für die Zeit vom i. Juli 1888 bis Ende December 1889. Post- Nr. Einnahmen Betrag Post- Nr. Ausgaben Betrag fl. | kr. fl. kr. I Mitgliederbeiträge 388 50 I Herausgabe der Mittheilungen 1889: 2 Diplomtaxen 85 — a) k Conto-Zahlung auf die Buch- 3 Subventionen, und zwar: druckerkosten und Buchbinder- a) vom hohen krain. Landtage . 400 — arbeiten fl. 66 1 • 10 b) von der löbl. krain. Sparcasse 250 — b) Honorare » 327'95 989 4 Sonstige Beiträge: 2 Dienerslöhnung bis Ende 1889 °5 Spende der Frau J. Hotschewar . IOO — sammt Neujahrsremuneration . . 53 — V 3 Drucksorten und Kanzleierfordernisse 69 71 \ 4 Diplomausfertigung 5 28 \ S Portoauslagen 40 41 \ 6 Angeschaffte wissenschaftliche Werke 22 39 7 Kranzspende I I X 8 Verbliebener Cassarest mit 31. De- X cember 1889 32 66 Summe • • • J 1223 SO Summe . . . 1223 50 Laibach am 31. December 1889. Julius Wallner A. Globočnik Johann Robida Schriftführer. Obmann. Rechnungsführer. III. Verzeichnis der mit dem krainisciien Musealvereine im SchriftentausclTverkehre stehenden Körperschaften lind Vereine. Aachen: Geschichtsverein. Agram: «Viestnik», hrvatsko arkeologicko druztvo. Basel : Historisch-antiquarische Gesellschaft. Bayreuth: Historischer Verein für Oberfranken. Berlin: Kgl. Akademie der Wissenschaften. Gesellschaft für Anthropologie, Ethnologie und Urgeschichte. Verein für Geschichte der Mark Brandenburg. Botanischer Verein der Provinz Brandenburg. Bonn: Naturhistorischer Verein. Brandenburg a. H.: Historischer Verein. Braunschweig: Verein für Naturwissenschaften. Bregenz: Museumsverein für Vorarlberg. Breslau : Schlesische Gesellschaft für vaterländische Cultur. Brünn : Historisch-statistische Section der mährisch-schlesischen Ackerbaugesellschaft. Naturforschender Verein. Budapest: Kgl. ungarische Akademie der Wissenschaften. Kgl. ungarische geologische Gesellschaft. Darmstadt: Historischer • Verein für das Grossherzogthum Hessen. Dorpat: Gelehrte esthnische Gesellschaft. Dresden: Kgl. sächsischer Alterthumsverein. Naturwissenschaftlicher Verein «Isis». Eisenberg (Sachsen-Altenburg) : Geschichts- und alterthumsforschender Verein. Mittheilungen des Musealvereines für Krain 1890. II Eisleben: Verein für Geschichte und Alterthümer der Grafschaft Mansfeld. Fellin (Livland): Literarische Gesellschaft. Frankfurt a. M.: Verein für Geschichte und Alterthumskunde. Senkenbergische naturforsch. Gesellschaft. Freiburg i. B.: Gesellschaft zur Beförderung der Geschichts-, Alterthums- und Volkskunde. Friedrichshafen: Verein für Geschichte des Bodensees. Giessen: Oberhessischer Geschichtsverein. Görlitz: Oberlausitzische Gesellschaft der Wissenschaften. Göttingen: Kgl. Gesellschaft der Wissenschaften. Graz: K. k. Gartenbaugesellschaft. Historischer Verein für Steiermark. Naturwissenschaftlicher Verein für Steiermark. Landesmuseumsverein Joanneum. Greifswald: Gesellschaft für pommerische Geschichte und Alterthumskunde. Güstrow: Verein für Freunde der Naturgeschichte. Halle a. S.: K. Leop.-Carol. Akademie der Naturforscher. Thüringisch - sächsischer Verein für Erforschung des vaterländischen Alterthums. Hamburg: Verein für hamburgische Geschichte. Hannover: Historischer Verein für Niedersachsen. Heidelberg: Naturwissenschaftlich-medicinischer Verein. Hermannstadt: Verein für siebenbiirgische Landeskunde. Hohenleuben: Voigtländischer Alterthumsverein. Innsbruck: Museum Ferdinandeum. Naturwissenschaftlich-medicinischer Verein. Kiel: Schleswig-holsteinisches Museum. Klagenfurt: Geschichtsverein. Naturhistorisches Landesmuseum. Königsberg: Alterthumsgesellschaft «Prussia». Krakau: Kgl. Akademie der Wissenschaften. Laibach: Matica Slovenska. Leipzig: Kgl. sächsische Gesellschaft der Wissenschaften. Leisnig (Königreich Sachsen): Geschichts- u. Alterthumsverein. Lemberg: Ossolinskisches National-Institut. Leyden: Niederländische Gesellschaft der Wissenschaften. Linz: Museum Francisco-Carolinum. Verein für Naturkunde. Lübeck: Verein für Geschichte und Alterthümer. Moskau: Société impériale des Naturalistes. München : Historischer Verein für Oberbaiern. Nürnberg: Germanisches Nationalmuseum. Verein für Geschichte der Stadt. Odessa: Neurussische naturforschende Gesellschaft. Oldenburg: Landesverein für Landeskunde. Posen : Historische Gesellschaft für die Provinz Posen. Prag: Kgl. böhmische Gesellschaft der Wissenschaften. Verein für Geschichte der Deutschen in Böhmen. Naturwissenschaftlicher Verein «Lotos». Raigern: Redaction der Studien und Mittheilungen aus dem Benedictiner- und Cistercienser-Orden. Regensburg: Historischer Verein für Oberpfalz u. Regensburg. Naturwissenschaftlicher Verein. Riga: Verein für livländische Geschichte. Roveredo: Museo civico. Salzburg: Museum Carolino-Augusteum. Gesellschaft für Salzburger Landeskunde. Sigmaringen: Verein für Geschichte und Alterthumskunde in Hohenzollern. Spalato: Archäologisches Museum. Speier: Historischer Verein für die Pfalz. Trencsin: Naturwissenschaftlicher Verein des Trencsiner Comitates. Trient: Museo comunale. Wernigerode: Harzverein für Geschichte. Wien: Kaiserliche Akademie der Wissenschaften. K. u. k. Hofmuseen. K. k. Centralcommission für Erforschung und Erhaltung der Kunst- und historischen Denkmale. K. k. statistische Centralcommission. Wien: K. k. geologische Reichsanstalt. Abtheilung für Kriegsgeschichte im k. u. k. Kriegsarchive. K. k. geographische Gesellschaft. K. k. österreichisches Museum für Kunst und Industrie. Verein für Landeskunde in Niederösterreich. Alterthumsverein. Wissenschaftlicher Club. Gesellschaft für Geschichte des Protestantismus in Oesterreich. Deutscher und österreichischer Alpenverein. Archäologisch-epigraphisches Seminar. Akademischer Verein deutscher Historiker. Wiesbaden: Verein für Nassau’sche Alterthumskunde. Würzburg : Historischer Verein für Unterfranken und Aschaffenburg. Zürich: Naturforschende Gesellschaft. IV. Mitgliederverzeichnis. Ehrenmitglieder: Dr. Hyrtl Josef, k. u. k. Hofrath, wirkliches Mitglied der kais. Akademie der Wissenschaften, em. k. k. Universitäts-Professor, Ritter hoher Orden etc. etc., in Perchtoldsdorf bei Wien. Dr. Ettingshausen Constantin, Freiherr v., k. k. Regierungsrath, corre-spondirendes Mitglied der kais. Akademie der Wissenschaften, k. k. Universitäts-Professor, Ritter hoher Orden etc. etc., in Graz. Dr. Schroer Karl Julius, Ehrenbürger der Stadt Gottschee, k. k. Professor an der technischen Hochschule etc. etc., in Wien. Correspondirende Mitglieder: Dr. Ehe Theodor, Hofrath etc. etc., in Venedig. Dr. Wretschko Mathias, Ritter v., Ritter des Ordens der eisernen Krone III. Classe, k. k. Landesschulinspector etc. etc., in Wien. Dr. Luschin v. Ebengreuth Arnold, Ritter v., k. k. Universitäts-Professor, Conservator der k. k. Centralcommission für Kunst- und historische Denkmale etc. etc., in Graz. Wirkliche Mitglieder: Absetz Mathias, Pfarrer in Hö-titsch. Apfaltrern Otto, Freiherr von, Besitzer des Ordens d. eisernen Krone II. Classe, k. u. k. wirklicher Kämmerer, Gutsbesitzer, Mitglied des österreichischen Reichsraths - Herrenhauses, in Kreuz bei Stein. Apfaltrern Rudolf, Freiherr von Grünhof, Freithurn, Oedengraz, Krupp etc., i. Grünhof b. Littai. Apih Josef, Oberrealschul - Professor in Neutitschein (Mähren). Archäologisches Institut, kaiserlichdeutsches in Rom. Bamberg Ottomar, Buchhändler und Buchdruckereibesitzer. Beckh - Widmanstetter Leopold v., k. u. k. Hauptmann a. D., in Marburg. Benda Johann, Schulleiter an der deutschen Schulvereins - Knabenschule. Binder Josef Julius, Dr. der Philosophie, k. k. Oberrealschul-Pro-fessor. Bock Emil, Dr. der Medicin. Borstner Vincenz, k. k. Gymnasial-Professor. Bregar Willibald, k. k. Rechnungs-Revident. Codelli von Fahnenfeld Karl, Freiherr von, k. k. Kreisgerichts-Präsident i. R. u. Gutsbesitzer, (f 25. Jänner 1890.) Costa Anton, k. k. Rechnungs-Official. Cebasek Andreas, Dr. der Theologie, Prälat, Canonicus etc. Dercar Martin, Pfarrer in Preska. Detela Otto, Ritter des Franz-Josefs - Ordens, Gutsbesitzer, Landesausschussbeisitzer. Dolenz Victor, stud. phil. in Wien. Dovgan Anton, Südbahnbeamter in Triest. Duffe Johann, erster städtischer Ingenieur. Flis Johann, Spiritual im f. b. Priesterseminare. Föderl Johann, Hausbesitzer und Bäckermeister. Fux Franz, kaiserl. Rath, Dr. der Medicin, Primararzt. Gartenauer Heinrich, Dr. der Philosophie, k. k. Gymnasial-Professor. Globocnik Anton, k. k. Regierungsrath, k. k. Conservator für Kunst- und historische Denkmale in Krain, Ritter des Franz-Josefs-Ordens. Gogola Ivan, k. k. Notar und Hausbesitzer. Gorilnik Franz, Kaufmann. Grasselli Peter, Ritter des Ordens der eisernen Krone III. Classe, Landtagsabgeordneter, Bürgermeister der Landeshauptstadt Laibach. Gratzy Oskar, Dr. der Philosophie, k. k. Gymnasial-Professor. K. k. Gymnasial-Bibliothek. Hafner Jakob, Lehrer im Institute Waldherr. Hämisch Jaromir, zweiter städt. Ingenieur. Hočevar Josef, Canonicus in Rudolfswert. Hoffmanu Nicolaus, chir. Instrumentenfabrikant, Messer- und Waffenschmied. Hrasky Ivan Vladimir, Landesingenieur. Hribar Ivan, General-Repräsentant der Bank «Slavia», Landtagsabgeordneter etc. Hribar Karl, Geschäftsleiter der «Narodna tiskarna». Illner Franz, Dr. der Medicin, Stadtpolizei-Arzt. Janežič Johann, Dr., Professor der Theologie. Jarc Franz, Pfarrer in Neudegg. Jeretin Martin, k. k. Bezirks-Secretär. Junowics Rudolf, Dr., k. k. Real-schul-Director. Kalan Andreas, Cooperator. Kanz Josef, Privatier. Kaplenek Johann, Pfarrer in Oblak. Kapier Josef, Dr. der Medicin, k. k. Bezirksarzt. Kaspret Anton, k. k. Gymnasial-Professor. Kastelic Raimund, k. k. Rechnungsrath. König Rudolf, Restaurateur. Kersnik Janko, k. k. Notar, Landtagsabgeordneter und Gutsbesitzer in Egg ob Podpeč. Keesbacher Friedrich, Dr. der Medicin, k. k. Landes-Medi-cinalrath etc. Klein Anton, Landtagsabgeordneter u. Buchdruckereibesitzer. Klinar Anton, landschaftlicher Ingenieur. Klun Karl, Canonicus, Reichsraths- und Landtagsabgeordneter. Koblar Anton, Weltpriester, Archivar des krain. Landesmuseums. Kočevar Franz, k. k. Landes-gerichts-Präsident etc. Kolar Mathias, Domvicar. Komenik Alois, Güterinspector in Wien. Kos Franz, Dr., k. k. Professor in Capodistria. Kosler Johann sen., Grossgrundbesitzer. Kosler Johann junior, Hausbesitzer etc. Kosler Josef, Dr. der Rechte, Fabriksbesitzer. Kotnik Franz, Fabriksbesitzer in Oberlaibach. KrečMatthäus, erster landschaftl. Secretär. (f 27. August 1889.) Kremier Max, commerc. Leiter der krain. Baugesellschaft. Križnar Friedrich, Canonicus und Dompfarrer, (f 27.Jän. 1890.) Križnikar Kaspar, Handelsmann in Mötnig. Kulavic Johann, Canonicus und Director des f. b. Priesterseminars. Lavrenčič Ivan, Cooperator in Zirklach. Lesar Josef, Dr., Professor der Theologie. Levee Franz, k. k. Realschul-Pro-fessor und k. k. Bezirksschul-Inspector. Liechtenberg Leopold, Freiherr v., Landtagsabgeordneter, Grossgrundbesitzer etc. Linhart Wilhelm, k. k. Professor. Luckmann Josef, Präsident der krainischen Sparcasse etc. Luckmann Karl, Ritter des Franz-Josefs-Ordens, Landtagsabgeordneter und Director der krain. Industriegesellschaft. Mali Anton, Cooperator in Oblak. Matheusche Josef, Hausbesitzer. Matschek Victor, Privatier. Mätzler Jodok, k. k. Professor in Gottschee. Mencinger Johann, Dr. der Rechte, Advocat in Gurkfeld, Milkowicz Vladimir von, Dr. der Philosophie, Mitglied des Institutes für österr. Geschichtsforschung in Lemberg. Mosche Alfons, Dr. der Rechte, Advocat. Müllner Alfons, k. k. Professor, Custos des krainischen Landesmuseums. Murnik Johann, Ritter des Franz-Josefs - Ordens, kaiserl. Rath, Landesausschussbeisitzer etc. Obergföll Josef, k. k. Professor in Gottschee. Oberrealschule, k. k. Oblak Johann, Cooperator. Oroze?i Franz, k. k. Professor an der k. k. Lehrerbildungsanstalt. Pammer Hugo, Kaufmann. Paulin Alfons, k. k. Gymnasial-Professor. Pfeifer Josef, landschaftlicher Secretär. Pintar Lucas, k. k. Gymnasiallehrer. Plantan Johann, k. k. Notar in Radmannsdorf. Pleiweiss Karl, k. k. Landes-gerichts-Auscultant. Pletersnik Max, k. k. Gymnasial-Professor. Poč Martin, Pfarrer in Watsch. Poklukar Josef, Dr. der Rechte, Ritter des Ordens der eisernen Krone III. Classe, Reichsrathsabgeordneter und Landeshauptmann in Krain. Porenta Fra?iz, Pfarrer in Sora (Zayer). Povse Franz, Landtagsabgeordneter, Schuldirector a. D. Pregl Fried., Hörer der Medicin. Prossinagg Rob., Dr. der Medicin. Putre Michael, k. k. Lehrer i. P. (f in Marburg 6. Jän. 1890.) Račič Josef, Dr. der Rechte, k. k. Oberfinanzrath und Finanz-Procurator. Radies Peter vo?i, Schriftsteller. Robič Simon, Pfarradministrator am Ulrichsberg. Robida Joh., Magistrats-Official. Roblek Avelin, Dr. der Medicin, Stadtphysicus. (f 23. December 1889.) Roschiitz-Rothschütz Emil, Baron, Gutsbesitzer in Smerek bei Weixelburg. Russ Nicolaus, Besitzer des silbernen Verdienstkreuzes. Rutar Simon, k. k. Realschul-Professor, k. k. Conservator für Kunst- und historische Denkmale in Krain. Samassa Albert, Besitzer des goldenen Verdienstkreuzes mit der Krone und des goldenen Verdienstkreuzes, k. k. Hofglocken-giesser und Maschinenfabrikant. Samassa Max, Privatier. Schaffer Adolf, Dr. der Rechte, Landesausschussbeisitzer. Scheyer Moriz, Forstmeister in Ratschach. Schmidt Julius, Turnlehrer. Schönberger Markwart, Freiherr von, k. k. Bezirkscommissär. Schollmayr Heinrich h-thbin, Oberförster in Schneeberg. Schöppl von Sonnwaiden Anton, Ritter von, Dr. der Rechte, Advocat. Schrey Edler v. Redelwerth Robert, Dr. der Rechte, Advocat. Schulz Ferdinand, Museal-Präpa-rator. Schwegel Josef, Freiherr von, Ex-cellenz, Besitzer des kais. österr. Ordens der eisernen Krone I. und III. Classe, des königl. ung. St. Stephan-Ordens etc. etc., Seiner kais. und königl. Apostolischen Majestät geheimer Rath, Sectionschef des Ministeriums des Aeussern i. R., Reichsraths- und Landtagsabgeordneter, Gutsbesitzer etc. in Görjach bei Veldes, in Wien. Selnik Josef, Bénéficiât in Watsch. Sima Johann, k. k. Uebungsschul-Lehrer. Smrekar Jos., Prof, der Theologie. Smolej Jakob, k. k. Landesschul-Inspector. Souvan Fr. Xav., Grosshändler. Stare' Josef, Dr. der Rechte, k. k. Finanz-Procuraturs-Adjunct. Stussiner Josef, k. k. Postofficial. Suppan Josef, Dr. der Rechte, Hof- und Gerichtsadvocat, Di-rector der krain. Sparcasse. Suppanz Barth., Dr. der Rechte, k. k. Notar. Svetina Johann, Dr. der Philosophie, k. k. Gymnasial-Prof. Swatek Josef, Uhrmacher. Safer Johann, Pfarrer in Grahovo (Innerkrain). Sarabon Mauritius, Domvicar. Savnik Karl, Apotheker in Krain-burg. Skofic Franz, Dr. der Rechte, k. k. Bezirksrichter in Bischoflack. Subic Johann, Director an der k. k. Gewerbeschule. Suklje Franz, k. k. Gymnasial-Professor, Reichsraths- und Landtagsabgeordneter etc., in Wien. Sutnan Josef, k. k. Gymnasial-Director. Šušteršič Ivan, Dr. der Rechte. Tavčar Ivan, Dr., Landtagsabgeordneter, Advocat. Terček Michael, Cooperator. Tratnik Leopold, Gürtlermeister. Urbas Anton, Canonicus. Urbas Leopold, k. k. Hüttenverwalter in Idria. Valenta Alois, Dr. der Medicin und Chirurgie, k. k. Regierungsrath, Professor der Geburtshilfe u. Sanitätsrath, Spitalsdirector. Velkaverh Johann, k. k. Oberlieutenant i. R., Realitätenbesitzer. Verhovec Ivan, k. k. Gymnasial-Professor. Vesel Cajetan, k. k. Rechnungs-Revident. Vok Fra?iz, Dr. der Rechte, k. k. Notar, Verwalter der D. R. O. Commende. Volc Andreas, Pfarrer in St. Veit ob Laibach. Voss Wilhelm, k. k. Realschul-Professor. Vošnjak Josef, Dr. der Medicin, Primararzt, Landesausschussbeisitzer. Waldherr Alois, Inhaber und Vorsteher einer Privat-Lehr-und Erziehungs-Anstalt. Waldherr Josef, Dr., Privatier. Wallner Julius, k. k. Gymnasial-Professor. Wolsegger Peter, k. k. Professor in Gottschee. Wurner Josef, Dr. der Medicin, k. k. Regimentsarzt i. R., in Landstrass. Wurzbach Alfons, Freiherr von, Landtagsabgeordneter, Grossgrundbesitzer etc. Zarnida Mathias, Landesrath. Ziegler Franz, k. k. Baurath. Zupan Thomas, Consistorialrath und k. k. Gymnasial-Professor. Zupančič Willibald, k. k. Professor. Žakelj Friedrich, k. k. Gymnasial-Professor. Železnikar Ivan, Rédacteur. Žlogar Anton, Strafhaus-Curat. Žumer Andreas, stàdt. Lehrer. B. Abhandlungen I. Historischen Inhaltes. Yalvasor als Historiker. Historiographisclie Studie von Anton Kaspret, k. k. Professor. Krain nahm seit dem Heimfalle an das Haus Habsburg nach seiner Lage und Grösse unter den innerösterreichischen Erbländern eine hervorragende Stellung ein. Es vermittelte einerseits den Handel und Verkehr der östlichen Alpenländer mit Venedig und anderen bedeutenden Städten an der Adria, andererseits bildete es ein Hauptbollwerk gegen die anstürmenden Osmanen. Es befremdet, dass dieses Land trotz seiner Bedeutendheit so spät Männer hervorgebracht hat, welche die denkwürdigen Begebenheiten, welche sich daselbst zugetragen haben, der Nachwelt überlieferten. Denn während die benachbarten Länder Chroniken von anerkanntem Werte aus dem XIII. und XV. Jahrhunderte aufweisen, reichen in Krain Geschichtswerke von grösserer Bedeutung nicht über das XVII. Jahrhundert hinauf. Eine der Hauptursachen der geringen Fürsorge für historische Aufzeichnungen liegt wohl darin, dass Krain Jahrhunderte hindurch den Erbfeind der Christenheit, die Türken, zu unmittelbaren Nachbarn hatte und die Gefahr einer Unterjochung durch dieselben stets befürchten musste. Während andere Länder mehr oder weniger der Ruhe genossen, musste die Bevölkerung Krains seit dem Ausgange des XIV. Jahr-hundertes immer auf Mittel und Wege sinnen, um nicht der wildesten Barbarei zum Opfer zu fallen. Deshalb konnte die Geschichtschreibung in Krain nicht dieselbe Liebe und Pflege finden, wie in anderen Ländern. Als aber die Machtstellung der Türken durch die glorreichen Siege der österreichischen Waffen unter Leopold I. erschüttert und jene Gefahr glücklich abgewendet wurde, kehrte auch die Sicherheit des Lebens und Besitzes, des Handels und Wandels allmählich wieder zurück. Hierdurch war es erst möglich geworden, der Geschichtschreibung und topographischen Erforschung des Landes eine bessere Pflege angedeihen zu lassen. Der Mann, welcher nun Krain in topographisch-historischer Richtung durchforschte und durch sein Werk den anderen Ländern würdig an die Seite stellte, war — Valvasor. Johann Weichart Freiherr von Valvasor entstammte einem uralten bergamesischen Adelsgeschlechte, dessen Ahnen schon im XI. und XII. Jahrhunderte hohe Kirchenämter in Italien bekleideten. Um die Mitte des XVI. Jahrhundertes kamen die Vettern Baptista und Hieronymus von Valvasor nach Krain. Der erstere ward Oberproviantmeister der windi-schen, kroatischen und Meergrenze und erwarb ansehnliche Herrschaften und Güter in Steiermark und Krain; dort Tüffer, Gonobitz, Haus und Grundstücke in und bei Pettau, hier Gallenegg, Gurkfeld, Thurn am Hart und andere Güter und Gülten. Da seine Ehe mit Emerentia, der Tochter Veit Khisels, kinderlos war. so vermachte er den grössten Theil seines Besitzes der Familie Moscon, mit welcher er durch seine Schwester Katharina verschwägert war; an seinen Vetter Hieronymus vererbte er Schloss und Veste Gallenegg mit anderen Gülten und eine namhafte Geldsumme. Dieser war der Stammvater der krainischen Linie. Er hatte mit Agnes von Scheyer zwei Söhne: Bartholomäus und Adam. Ersterer war zweimal vermählt: seine erste Gemahlin war Maria Elisabeth F'reiin von Dornberg, die zweite Anna Maria Freiin von Räuber. Beide Ehen waren reichlich mit Kindern gesegnet. Aus der zweiten entstammte Johann Weichart. Er wurde am 28. Mai 1641 zu Laibach geboren.1 1 Eine zusammenhängende und auf archivalischen Studien beruhende Biographie Valvasors existirt nicht; selbst die in seine Werke eingestreuten biographischen Notizen wurden nicht gehörig verwertet; das Beste bietet Dimitz Seine erste Ausbildung erhielt Johann Weichart am Jesuitencollegium zu Laibach, welches damals die besuchteste Anstalt Krains war. Ueber den Unterricht der Jesuiten äussert sich Valvasor an verschiedenen Stellen seines Hauptwerkes anerkennend,2 doch fehlt jede Andeutung, dass er daselbst Impulse empfangen, welche seine spätere Richtung bestimmt haben. Diese erhielt er erst auf berühmten Culturstätten ausserhalb des Landes. Der hohe und niedere Adel in Krain pflegte mit dem Aufkommen der humanistischen Strömung seit der Mitte des XV. Jahrhundertes seine Söhne zur höheren Ausbildung nach Italien und Frankreich zu schicken, damit sie hernach in der Heimat «zu leuchtenden Regiments-Würden oder glänzenden Ehren-Aemtern emporsteigen oder auch sowohl von der Feder als von der Degenspitze oder auch von beiden ein besonderes Ansehn erreichen können».3 So verliess auch unser Valvasor im Alter von 18 Jahren (1659) den hei- (Geschichte Krains IV. S. 35), aus dem wir obige Daten entnommen haben. Vergl. überdies P. v. Radies: «Valvasor, Biographische Skizze, Graz 1866», und desselben Autors «Biographische Skizze Valvasors» im Wiederabdrucke der «Ehre des Herzogthums Krain, I. Bd., Rudolfswert 1877», und «Valvasor und Eine Löbliche Landschaft von Krain, IV. Bd., Rudolfswert 1879», letztere enthalten wichtige Beiträge zur Biographie unseres Chronisten; ferner Dr. E. H. Costa: «Die Ehre Krains», Mittheiiungen des hist. Vereines f. Krain 1856. 2 XI. 690: «Die Schüler werden allda bestens auferzogen»; VI. 342: « . . . Die Herren Patres Jesuitae in ihren Collegiis die studirende Jugend in Humanioribus, bevorab in der Latinität, Eloquentz und Schluss-Kunst (Logik) meisterlich abführen und in solcher Unterrichtung sonderbare Manier und Geschicklichkeit brauchen.» 3 Ueber die Carrière des im Auslande ausgebildeten krainischen Adels sagt Valvasor Folgendes : «Wann sie nun einen guten Grund allda gelegt, begeben sie sich auf hohe Schulen, oder bedienen sich der Reise in fremde, polite Länder, zu einer Academie. Wovon sie hernach die Frucht erndten, dass man ihnen ihrer Fähigkeit und Qualitet nach allerhand hochwigtige Aemter, Würden und hochreputirliche Verrichtungen vertrauet. Das höchste Oberhaupt ziehet sie hervor zu grossen Sachen ; und seynd noch unterschiedliche vortreffliche Reden vorhanden, die Mancher entweder in Gesandschafft an hohe Personen, oder in den Landstuben, oder bei andren öffentlichen Versammlungen mit wigtigem Nachdruck zu grossen Ehren und Recommendirung seiner Dexteritet gehalten.» (VI. 342.) matlichen. Boden und besuchte Deutschland (Bamberg), Italien (Venedig) und Afrika. Von da wandte er sich nach Frankreich, wo er in Lyon, Marseille, Beaucaire, Avignon, Paris und anderen Städten längeren oder kürzeren Aufenthalt nahm. Mit besonderem Eifer betrieb er mehrere Jahre in Lyon historische, archäologische und naturhistorische Studien. Schon auf seiner Bildungsreise zeigte Valvasor ungewöhnlichen Sammeleifer: kein Weg sei ihm zu weit, keine Gefahr zu gross, keine Mühe zu verdriesslich gewesen; die Hoffnung, etwas «Ungemeines» zu erlernen, habe alles Saure versiisst.4 5 Was sein Interesse erweckte, hat er in sein Reisetagebuch aufgezeichnet und so zu seinem Eigenthum gemacht. Von Bedeutung war sein mehrjähriger Aufenthalt in Italien und Frankreich auch deshalb, weil er daselbst mit strebsamen gelehrten Kreisen freundschaftliche Beziehungen anknüpfte, welche seine oben angedeutete Neigung anhaltend förderten. So blieb er auch dann, als sich seine Lebensverhältnisse ungünstig zu gestalten begannen, treu den Wissenschaften und unterhielt auch hernach mit hervorragenden Gelehrten und Schriftstellern des In- und Auslandes regen brieflichen Verkehr.3 Die königliche Societät in London zeichnete ihn dadurch aus, dass sie ihn freiwillig zu ihrem Mitgliede ernannte. In die Heimat zurückgekehrt, vermählte er sich im Jahre 1672 mit Anna Rosina von Grafenweg, von welcher er fünf Söhne und vier Töchter erhielt, und als diese am 25sten April 1687 gestorben war, vermählte er sich den 20. Juli desselben Jahres zum zweitenmale mit Anna Maximilla Freiin 4 III. S. 416. 5 Valvasor correspondirte mit dem Engländer Eduard Brown, mit dem Secretär der königl. englischen Societät, Thomas Gale, mit dem Franzosen Henry Gorbusat, den er in Lyon kennen gelernt und dem er viele Versteinerungen aus der Heimat sandte, weiters mit Erasmus Francisci, dem Rathe des hochgräflichen Hauses Hohenlohe und Gleichen, mit dem Erzbischöfe von Salz-burg, Johann Gandolph Grafen von Khünburg, mit dem k. k. Obersthofmeister Grafen von Lamberg, mit dem deutschen Professor Wegleiter, dem Licentiaten Maier u. a. P. v. Radies, Biographische Skizze, I. Bd., S. 6 des Wiederabdruckes der «Ehre des Plerzogthums Krain». Zetschgerin, welche ihm eine Tochter gebar. Im Jahre der ersten Verheiratung erwarb er durch Kauf das schöne Bergschloss Wagensperg bei Littai,6 ausserdem besass er noch die Güter Gallenegg, Schwarzenbach und Lichtenberg. Doch nahm die Verwaltung dieser Herrschaften seine ganze Zeit nicht völlig in Anspruch. Da er die Ueberzeugung hatte, dass jeder ehrliche Patriot verpflichtet sei, das Vaterland wie seine Eltern zu lieben und zu ehren und demselben zu allen Zeiten sowohl mit dem Schwerte als auch mit der Feder zu dienen, so entschloss er sich, seine Mussestunden den gelehrten Studien zu widmen und dadurch seinem Vaterlande nützlich zu werden.7 Zu diesem Behufe legte er eine mehrere tausend Bände umfassende Bibliothek, eine Sammlung von mathematischen und physikalischen Instrumenten und ein reichhaltiges Münzcabinet an. Seine nächste Absicht war, eine Topographie der Städte, Märkte, Klöster und Schlösser Krains zu liefern und eine grosse Landkarte dieses Herzogthums anzufertigen.8 Er hatte nämlich nach seiner Bildungsreise die Wahrnehmung gemacht, dass sein geliebtes Vaterland gleiche und noch grössere Wunderwerke der. Natur besitze, als die von ihm durchwanderten Länder; doch wussten die wenigsten Ausländer etwas Gründliches davon, viele zogen sogar die Richtigkeit seiner Erzählungen über Krains Raritäten und Denkwürdigkeiten in Zweifel. Dies erfüllte ihn umsomehr mit Befremden, als schon die mächtigen Römer und die alten Deutschen dessen Bedeutung erkannten.0 Noch mehr erregte es sein Erstaunen, dass ausländische Schriftsteller, welche von weit geringeren Sachen in ihren Schriften und Reisebüchern viel «Wunders, Rühmens und Erzählens» machen, über dieses «betrachtungswürdige» Land sozusagen hinwegfliehen. Und doch hätte Krain wegen seiner vielen Merk- und Sehenswürdigkeiten von Seite der betreffenden Autoren Berücksichtigung verdient.10 6 Ibidem S. 5. 7 I. Buch der «Ehre des Herzogthums Krain», Einleitung VII. 8 II. Buch der «Ehre des Herzogthums Krain», S. 149. 9 I., Ein- leitung S. VIII und X. 10 Ibidem. Valvasor wollte hiermit diesen keineswegs den Vorwurf machen, dass sie aus Stolz oder gar Geringschätzung von Krains Naturschätzen keine Kenntnis nehmen; der Grund hiervon liege in ihren mangelhaften Kenntnissen von Krain und in der Niedrigkeit der Ansprüche und Bedürfnisse seiner Bewohner in historio-graphischer Beziehung. Ueber letztere spricht sich Valvasor mit der ihm eigenen Höflichkeit mit folgenden Worten aus: «Andererorten eile man mit der Verkündigung des eigenen Lobes, Krain hingegen begnüge sich mit der Ruhmwürdigkeit und sehe auf diese mehr als auf das Rühmen und schätze die Thaten höher als Worte.»11 Valvasors Tadel bezieht sich vornehmlich auf das Werk des Matthäus Merian: «Topographia Provinciarum Austriacorum», des Georg Braun: «Theatrum civitatum orbis terrarum», des Abraham Sauer: «Schauplatz der Städte», des Megiser u. a., welche nur etliche Namen der krainischen Städte enthalten, der Schlösser aber nur im «Vorbeirauschen» Meldung thun. Am meisten hat ihn eine Bemerkung Merians angespornt, sofort zur Ausführung des fehlenden Werkes zu schreiten. Am dritten Blatt der Beschreibung der dem Hause Oesterreich unterworfenen Länder sagt Merian: «Es bedarf das Hochlöbliche Herzogthum Krain einen Mann und derselbe Hülfe und Verlag dazu, dass er eine Chronik oder doch wenigst eine Beschreibung davon verfertigte und solches edle Land, so nicht in einem kleinen Winkel, wie ihnen theils Fremde einbilden, gelegen, den Ausländern und Inwohnern Selbsten besser bekannt machte, weil auch viele unter den Krainern einem Durchreisenden wenig von diesem ihrem Lande zu sagen wissen.» «Solchem nach,» fügt Valvasor hinzu, «habe ich beschlossen, dieses erwünschte Werk auf mich zu nehmen.»12 Es war, wie man aus dem Angeführten sieht, Valvasors Absicht, für Krain auf topographischem Gebiete das zu leisten, was jene Männer auf demselben Gebiete für andere Länder gethan haben; ausserdem wollte er mit seinem Werke den auswärtigen Gelehrten eine willkom- 11 Ibidem S. IX. 12 XI. S. 3 und 4. mene Gabe bieten, zumal seine Heimat bis jetzt noch keinen Darsteller gefunden habe, der ihre Herrlichkeiten aufgezeichnet hätte. Um sich eine genaue Kenntnis seines engeren Vaterlandes anzueignen und zugleich das nöthige Material zu seiner «Topographie Krams» zusammenzutragen, durchwanderte er das ganze Land einigemal kreuz und quer und nahm mit seinem Viatorio Astrolabio Messungen vor. Weder Schnee noch Regen, weder Hitze noch Kälte hielt ihn ab, alles und jedes in Augenschein zu nehmen. Er stieg auf Berge und mass ihre Höhe, er Hess sich an Seilen in die Höhlen und Grotten hinunter, er ritt von Ort zu Ort und zeichnete die Städte, Märkte, Schlösser und Klöster ab. Mit Recht konnte er sich berühmen: es seien ihm fast alle Winkel, Wege und Stege Krains bekannt.13 Die ersten Früchte seines unverdrossenen Fleisses konnte Valvasor schon im Jahre 1679 vorweisen: er gab eine Abbildung aller Städte, Märkte, Klöster und Schlösser des Herzogthums Krain in ihrem damaligen Zustande und eine solche der lambergischen Burgen und Schlösser heraus.14 Um aber das erstgenannte Werk brauchbarer zu machen, nahm er sich weiter vor, zu den Abbildungen einen Bericht über den Ursprung aller Herrschaften, Schlösser, Klöster, Märkte und Städte, über deren Erbauer und jeweilige Besitzer, sowie eine Beschreibung der Ortschaften und Schilderung der merkwürdigen Begebenheiten, welche sich allda sowohl in Kriegs- als Friedenszeiten zugetragen hatten, hinzuzufügen. Zu diesem Behufe wandte er sich mittels Rundschreibens vom 23. Februar 1680 an alle interessirten Inhabungen der Herrschaften und Gülten und an alle jene, welche ihm in obgenannten 13 II. S. 109, 149 und 162. 14 Topographia Ducatus Carniolae moder- nae: Das ist, Konterfeyt aller Städte, Märkte, Klöster und Schlösser d. Herzogthums Crain in ihrem heutigem Stande. Gedruckt zu Wagensberg 1679 Fol., mit mehr als 300 Kupfern. — Topographia Arcium Lambergianarum, Castello-rum et Dominiorum in Carniola, ad vivum iconizata. Wagensberg 1679, Fol. — Ueber die übrigen Werke sieh VI. S. 368 ff. Punkten Aufschluss ertheilen könnten, mit der freundlichen Bitte, ihm die nöthigen Informationen bis um St. Georgi zuzusenden. 15 Sein Appell hatte jedoch nicht den gewünschten Erfolg: von den vielen Herrschaftsbesitzern kamen nur sieben seinem Wunsche entgegen. Gerade diejenigen, auf welche er seine Hoffnung am meisten gegründet hatte, versagten ihm jede Unterstützung. Seine mündliche Bitte, eigene an sie abgefertigte Boten, das Ansuchen seiner Copisten war vergeblich, auch das Geringste zu erhalten. Die Ausgeschickten brachten «ganze Lastwagen voll Versprechungen mit», aber für das Werk folgte auch nicht der geringste Beitrag nach. Die einen beherrschte der Argwohn, dass durch die Einsichtnahme in die Urkunden wichtige Geheimnisse verrathen werden könnten die anderen lebten aber in solcher Unwissenheit, dass sie über ihr eigenes Nest keine Auskunft ertheilen konnten. Gleichen Schwierigkeiten begegnete Valvasor bei den Städten und Märkten, nur Rudolfswert und Stein lieferten zu seinem Werke einige Beiträge,10 Krainburg hingegen wies seinen Boten mit den Worten ab: «Wir haben zwar schöne Privilegien, wollens aber niemandem zeigen.»17 Valvasor wurde von der Erfolglosigkeit seiner Bemühungen umsomehr betroffen, als nach dem Tode Schönlebens (15. October 1681) die Herausgabe eines grösseren und umfassenderen Werkes wünschenswert war. Bekanntlich hinter-liess Schönleben sein Hauptwerk: «Carniola antiqua et nova» unvollendet. Es erschien im Jahre 1681 in Laibach nur der erste Band, welcher das erste Jahrtausend (seit Christi Geburt) krainischer Geschichte umfasst. Doch auch dieser genügte nicht, weil er, in der lateinischen Sprache abgefasst, nur einem kleinen Leserkreise zugänglich war und mehr fremde Länder als Krain berücksichtigt.18 So entschloss sich Valvasor, seinen 15 Die Copie des Rundschreibens sieh im «Valvasor und Eine Löbliche Landschaft von Krain» von Radies, IV. Bd. der «Ehre des Herzogthums Krain» (Schluss), 16 XI. S. 3 und 4. 17 XI. S. 112 und 113. 18 I., Einleitung S. X und XI. Plan abermals zu erweitern und nicht nur die natürliche Beschaffenheit des Landes, sondern auch seiner Bewohner Sitten und Gebräuche, Handel und Wandel, Religion und kirchliche Einrichtungen, seine Verfassung und Verwaltung, Stände und Landesfürsten, Städte und Märkte, Schlösser und Burgen, Kirchen und Klöster, Grenzorte und deren Befestigungen, wie auch dessen Geschichte in den Kreis seiner Darstellung zu ziehen und eine ausführliche und gründliche topographischhistorische Beschreibung Krains zu liefern.19 Die gemachten Erfahrungen Hessen ihn die Schwierigkeiten des Unternehmens wohl erkennen, jedoch seinen Eifer, für das Vaterland zu arbeiten, nicht erkalten, vielmehr spornten sie ihn an, auf dem eingeschlagenen Wege fortzuschreiten. Zunächst zog er verschiedene Autoren zu Rathe in der Erwartung, darin zweckdienliche Materialien für sein Werk zu finden. Doch bald machte er die Wahrnehmung, dass ihre Dürftigkeit seinen «Durst nur gereizt und vermehrt, aber nicht gelöscht», und dass ihm überhaupt niemand vorgearbeitet habe.20 Deshalb sah er sich bemüssigt, für den topographischen Theil alles selbst in Augenschein zu nehmen, alle Winkel unermüdet zu durchsuchen und oft dasjenige, «was die Sonne nicht beleuchtet», zu besichtigen. Für den historischen Theil hoffte er aus Schönlebens Nachlass, der die für den zweiten Band der krainischen Chronik bestimmten Collectaneen enthielt, reichhaltige Beiträge zu finden. Valvasor versichert, er habe sie von Wort zu Wort durchgelesen, doch aus allen Schriften nicht acht Bogen gewinnen können, welche das Land Krain betreffen. Ihr einziger Wert bestehe in den genealogischen Verzeichnissen der krainischen Adelsgeschlechter, 19 Ibidem S. XI und XXXIV. 20 Einleitung S. XXXIV und XXXV: «Ich habe, soviel mir möglich gefallen, selbst aus unterschiedlichen Authoren hie und da eine Nachricht zusammengeklaubt und dennoch dadurch in dieser Materi von denen, die selber darin arm waren, nicht reich werden können, sondern an stat gehoffter Leschung durch ihre geringe Eintröpfflung nur allezeit meinen Durst gereitzt und vermehrt, weil noch niemals Einer von Crain absonderlich etwas geschrieben, was mir hätte können hiebey vorleuchten.» welche Schönleben mit unglaublichem Fleiss, wenn auch fragmentarisch, zusammengetragen habe.51 So sah er sich lediglich auf Selbsthilfe angewiesen. Er durchforschte mit unermüdlichem Eifer alle Archive und Hausbibliotheken , deren Benützung ihm zugestanden wurde, und machte Auszüge aus den verschiedenartigsten daselbst befindlichen Handschriften und Urkunden, Verträgen, Briefen, Tagebüchern, Relationen, Protokollen, Turnierbüchern, Memoiren und Chroniken. Von denjenigen Männern, welche ihm dabei bereitwilligst an die Hand giengen, verdienen rühmend genannt zu werden: der als Kunstmäcen und Förderer der Wissenschaften ausgezeichnete Wolf Engelbert Graf von Auersperg und der Abt von Sittich, Freiherr von Raumbschüssel. Ersterer stellte ihm die reichen Schätze seiner Hausbibliothek im heutigen Fürstenhofe in Laibach zur Verfügung, letzterer versah ihn mit wertvollen urkundlichen Beiträgen aus dem Archive und der Bibliothek des Klosters. Nicht minder dienstfertig war die landschaftliche Kanzlei, welche ihm die in der Registratur hinterlegten Urkunden auf die liberalste Weise zur Benützung iiberliess. Dagegen waren viele gar nicht in der Lage, seinem Ansuchen zu willfahren, da durch die Länge der Zeit viele alte Handschriften und Urkunden entweder verstreut oder von Motten und Würmern zernagt wurden.55 Ausserdem giengen in den stürmischen Zeiten, wo man fast täglich mit den Türken und anderen Feinden zu kämpfen hatte, viele alte Schriften verloren oder war man auf die Ueberlieferung derselben wenig bedacht, sintemal ein jeder Cavalier mehr darauf sah, «dass sein ritterlicher Muth mit dem Blute des Feindes beschrieben», als der Nachwelt überliefert werde.53 Es war, wie man sieht, die durch die Zeitumstände bedingte geringe Fürsorge für historische Aufzeichnungen, welche es mit sich brachte, dass Valvasor so selten alte Handschriften vorfand. Er habe wiederholt selbst gesehen, wie man die auf Pergament geschriebenen Kauf- und Heirats- 21 21 VI. s. 356. 22 VIII. S. Ü49. 23 ix. s. 9S. briefe und andere Urkunden zu verschiedenartigen Zwecken verwendet, die Petschierkapseln aber den Kindern «zum Spielen» gegeben habe.2* Und wiewohl es hie und da unverdrossene Männer gab, welche «das Gedächtnis der fürnehm-bewürdeten Edelleute ihren Schriften eingesetzt haben», so haben sich auch diese nicht erhalten, da an verschiedenen Orten Feuersbrünste die in den Archiven hinterlegten Manu-scripte vertilgten. Besonders bedauert Valvasor, dass vor «etlichen Jahren» in dem landschaftlichen Archive die ältesten Acten und Schriften in Rauch aufgegangen sind.24 25 Nach Ueberwindung aller Schwierigkeiten übergab Valvasor in der Zeit von 1686 bis 1689 in vier Foliobänden sein Hauptwerk: «Die Ehre des Herzogthums Krain» der Oeffent-lichkeit. Das in Nürnberg gedruckte und mit 533 Kupferstichen geschmückte Werk, welches fünfzehn «Bücher» umfasst, widmete er den Ständen Krains. Das erste Buch handelt von den Namen derjenigen Völker, welche in den ältesten Zeiten in Krain sassen, sowie von dem Ursprünge und der etymologischen Bedeutung der Namen Carner und Krainer, und hat den Rath des hochgräflichen Hauses Hohenlohe und Gleichen, Erasmus Francisci, einen der schwülstigen Polyhistoren jener Zeit, zum Verfasser. Valvasor wollte der damals herrschenden Vorliebe für reichen Wort- und Redeschmuck Rechnung tragen und betraute, da er die Geschmacksrichtung, an welcher er selbst kein Gefallen fand, nicht fördern wollte, Francisci mit der Aufgabe, seine Beschreibungen und die Ergebnisse seiner Forschungen, welche er oft mit «fliegender Feder» zu Papier gebracht hatte, mit zierlichen Redensarten auszuschmücken, Erzählungen gleicher Art hinzuzufügen und selbst einzelne Abtheilungen des Werkes abzufassen. Nicht das Gefühl sprachlicher Unsicherheit, wie Krones meint, sondern die damalige Geschmacksrichtung war es, die ihn dazu bestimmte.20 Dass 24 Ibidem. 25 IX. S. 14 und 15. 26 IX. S. 45 : «Tugendhafte und lehrreiche Sprüche seynd Hebens und lesens vverth, wann sie gleich nicht nach heut-üblicher Wort-Zier vorgetragen unser Chronist seine Muttersprache vollkommen beherrschte, geht theils aus Werken, welche er ohne Mitwirkung Fran-cisci’s herausgab, theils aus zahlreichen Stellen seines Hauptwerkes hervor, welche durch ihre Einfachheit und Prunklosig-keit seine ureigene Autorschaft bezeugen. Wir wollen den Untersuchungen Francisci’s über den Ursprung der ältesten Bewohner Krains und die etymologische Bedeutung ihrer Namen, wobei er sich auf Lazius, Schönleben u. a. stützt, nicht folgen : sie sind vom Standpunkte der modernen Sprach-und Geschichtsforschung völlig wertlos. Charakteristisch für Francisci’s Methode ist, dass er für seine «gelehrten Forschungen» und Anmerkungen, durch welche er Valvasor an anderen Orten erläutert oder ergänzt, fast nie aus urkundlichen Quellen schöpft, sondern zumeist Werke benützt, welche mit den Grundsätzen der historischen Kritik im Widerspruch stehen. Das zweite Buch umfasst eine kurze Topographie Krains. Valvasor will durch eine übersichtliche Beschreibung des Landes den Leser auf die nachfolgende ausführliche Schilderung gleichsam vorbereiten. In 83 Capiteln dieses Buches handelt er von den damaligen Grenzen und Bestandtheilen des Landes, von der Lebensart, Religion und den Sitten der Krainer, von den Städten, Märkten, Dörfern, Klöstern, Pfarren, Com-menden und Schlössern, von den Bergwerken und Heilquellen, von den merkwürdigen Bergen, Thälern, Gewässern, Höhlen werden. Unsre Vorfahren bemühten sich nicht viel dem Wein-Krantz seine Blätter zu vergülden, wann nur der Wein selbst gut und edel war. Sie waren viel geflissener dess Wesens, weder dess Schattens; suchten mehr den Kern weder die Schalen. Dahingegen unsre Zeit reich und zierlich von schönen Worten, aber arm und hässlich von Thaten scheinet. Jener ihre Tugend bestund in der Wirkung, die unsrige oift in gleissendem Wort-Gepränge. Seit dem unsere jetzige Welt eine so grosse Wort-Künstlerin worden, ist auch die Aufrichtigkeit gleichsam eine Kunst, Fremdlinginn und Wildprett worden. Gar zu viel Wort-Klauben verdient selten Glauben oder Vertrauen. Mittelmässig-keit macht sich bei Verständigen am allerangenehmsten und vertraulichsten.» S. 46: «Also ehrt und hört man die Weisheit der Alten manches Mal lieber in ihren alten ungeschminkten Reden, weder in den zier-prangenden, süssflies-senden und wollautenden.» und Grotten. Es finden sich darin viele interessante cultur-' historische Notizen, so z. B. über das Postwesen, über die Bedeutung der im Lande errichteten Tabor, über die Kreutfeuer u. a. Das dritte Buch mit 38 Capiteln handelt ausführlich von den Gebirgen und Flüssen, vom Klima und den Gewittern und von den wichtigsten Pflanzen, Thieren und Mineralien des Landes; das vierte mit 53 Capiteln von den Naturraritäten Krains, wie Höhlen und Grotten, Sturm- und Wetterlöchern und verschiedenen unterirdischen Gewässern, und endet mit einer umfassenden Beschreibung des von Fremden viel bewunderten Zirknitzer Sees. Besonders das erstgenannte Buch enthält, wiewohl die darin behandelte Materie ausser dem Bereiche der eigentlichen Geschichte liegt, interessante historische und statistische Mittheilungen, betreffend den Bergbau, das Berg- und Hüttenwesen Krains. Darnach gab es in jener Zeit im Stande befindliche Bergwerke in Sava, Pleyofen, Jauer-burg, Eisnern, Wochein, Kropp, Steinbüchel, Meelbach und Idria. Wir erfahren, dass voralters die Bergwerke denjenigen Herrschaften unterworfen waren, in deren Territorien sie lagen. Da jedoch zwischen den Verwaltern und Inhabern der Herrschaften und den Gewerken oft Streitigkeiten entstanden, so erliess Kaiser Ferdinand am 1. Mai 1553 für sämmtliche Eisenbergwerke in Krain eine Bergwerksordnung, nach welcher ein vom Landesfürsten ernannter Oberbergrichter in allen Civil- und Criminalprocessen, mit Ausnahme der Malefizsachen, zu entscheiden hatte. Ausserdem gibt das dritte Buch interessante Aufschlüsse über die Entstehung und den Betrieb, über die Erzeugnisse und Erträgnisse in früheren Zeiten und die jeweiligen Inhaber der Bergwerke. Darnach stand, wie ein altes Salbuch der Herrschaft Lack ausweist, das Bergwerk in Eisnern schon im Jahre 1379 in hoher Blüte; wir entnehmen ferner, dass Jauerburg damals den besten, den sogenannten «krabatischen» Stahl erzeugte, der «so gern Türkenblut sauft und seinen Feinden erschrecklich vor der Nase blinkt», und dass Krains Eisenwaren in Italien, Frankreich und anderen Ländern gesuchte Handelsartikel waren. Am ausführlichsten beschreibt Valvasor das Bergwerk Idria, das er zu diesem Zwecke selbst in Augenschein genommen hatte. Die Tiefe der Schächte, die Vorrichtungen zur Beförderung des Quecksilbers aus den Gruben, die bei dem Bergwerke in Verwendung stehenden Beamten, Knappen und Arbeiter, die Arbeitskosten und den jährlichen Ertrag zieht er in den Kreis seiner Darstellung. Der Gewinn deckte zwar nicht die Betriebskosten, doch war er von Jahr zu Jahr in sichtlicher Zunahme begriffen. Zu den schwächsten Partien des ganzen Werkes gehört ohne Zweifel das fünfte Buch, ■worin von denjenigen Völkern gehandelt wird, welche Krain seit den ältesten Zeiten bis zur Begründung der Frankenherrschaft abwechselnd innegehabt haben. Auf Grund der compilatorischen Methode gelangt der Verfasser zum Resultate, dass die ersten Bewohner Krains die Chitim gewesen seien; auf diese folgten die Japydier (2.), Illyrier und Pannonier (3.), die Taurisker, Scordisker und Noriker (4.), die Römer (5.), Vandalen (6.), Gothen (7.), Langobarden (8.), Slaven (9.), Avaren und Hunnen (10.), und endlich schliessen im 16. Capitel die Franken (11.) die Reihe ab. Wir wollen den abstrusen Untersuchungen, ob Krain vor der Sünd-flut bewohnt gewesen sei oder nicht, ob Krainer am Baue des babylonischen Thurmes sich betheiligt haben, nicht folgen, sie richten sich selbst, wenn wir anführen, dass er als Beleg für seine Behauptung, die Chitim seien die ersten Bewohner Krains gewesen, die Tschitschen Istriens anführt und beide Völker sowie Vandalen und Wenden identificirt. Schon aus diesen Proben können wir abnehmen, dass es nicht Valvasor, sondern den Polyhistor Erasmus Francisci zum Verfasser hat. Im Anschluss an das fünfte Buch gibt Valvasor selbst eine kurze Beschreibung derjenigen Städte und Municipien, welche zu Römerzeiten in Krain bestanden haben. An der Hand der archäologischen Funde, Itinerarien und Berichte älterer und neuerer Autoren sucht er vor allem die Lage eines jeden Ortes zu bestimmen. Erstere bestimmten auch ihn zur Annahme, dass an Stelle der Landeshauptstadt das alte Emona (Aemona) gestanden habe. Bemerkenswert ist, dass Valvasor alle Conjecturen des Lazius, Pyrkheimer u. a., betreffend die Lage Neviodunums, verwirft und auf Grund eines alten Itine-rars den Ort ganz richtig nach Unterkrain verlegt. Ein im Jahre 1678 in der Nähe Gurkfelds ausgegrabener Stein, auf welchem die Silben «oduni» zu lesen waren, gab zum erstenmal der Vermuthung Raum, dass Neviodunum in der Nähe Gurkfelds zu suchen sei, und dies weist auch Valvasor nicht zurück. Bekanntlich lassen die neueren Ausgrabungen über die Lage dieser Stadt keinen Zweifel übrig. Das sechste Buch verbreitet sich über die in den verschiedenen Landestheilen üblichen Sprachen, Dialekte, Trachten, Sitten und Gebräuche. Der Adel und die gebildeten Stände bedienten sich im Umgänge zumeist der deutschen Sprache, in der auch alle Rechtshändel geführt, Schriften und Briefe verfasst wurden, hingegen war die slovenische Sprache bei den Landbewohnern fast ausschliesslich im Gebrauch. Manche interessante Notiz findet der Plistoriker über die Entstehung und den Umfang - der deutschen Sprachinseln in Krain. Die Bewohner von Feuchting und Zeier redeten noch im XVII. Jahrhunderte theils deutsch, theils slovenisch, aber so corrupt, dass zwei Bauern, von denen der eine am einen, der andere am anderen Ende des Dorfes wohnte, einander nicht verstanden: denn was dieser mit deutschen Worten ausdrückte, gab jener mit slovenischen, und umgekehrt. «Hoffentlich werde,» bemerkt Valvasor, «diese verwirrte Sprache einmal ein Ende nehmen.»27 Ein unvergängliches Denkmal hat sich Valvasor durch die eingehende Schilderung der Sitten und Trachten des Krainerlandes gesetzt. Er hatte eine feine Beobachtungsgabe für alle merkwürdigen Erscheinungen des Volkslebens und für alles, was dieses charakterisirte: ihm ist kein denkwürdiger 27 VI. S. 278 und XI. S. 128. Mittheilungen des Musealveveines für Krain 1890. Zug aus dem Volksleben, keine sonderliche Tracht, keine dem Volke eigenthümliche Hantierung entgangen. Dass er die Sitten und Bräuche des Landvolkes eingehender beschrieben hat, als die des Bürgers und Edelmannes, begründet er mit der treffenden Bemerkung, diese sind so wie in aller Welt, jene haben immer etwas Besonderes.28 Vergleichen wir das Bild, welches er uns von den alten Krainern entworfen, mit dem heutigen Volksleben, so werden wir ersehen, wie viel die nivellirende Cultur seitdem an dem charakteristischen Volksthum verwischt habe. Dass Sitte und Tracht, wie sie noch im XVII. Jahrhunderte bestanden hatten, dem Gedächtnisse der Nachwelt überliefert wurden, ist Valvasors Verdienst. Den Abschluss des Buches bildet die Zusammenstellung jener krainischen Schriftsteller, welche auf irgend einem Gebiete Namhaftes geleistet haben. Wertvoll sind die biographischen Notizen, welche er ihren Werken meistens vorausschickt, so über Siegmund Freiherrn von Herberstein, Trüber, Dalmatin, Thomas Chrön, Schönleben u. a. Begreiflich ist seine Verwunderung, dass Krain, wiewohl es an den Grenzen der türkischen Barbaren liegt, überhaupt noch so viel auf literarischem Gebiete leiste.'-" Als Beigabe fügt Francisci eine übersichtliche Darstellung der literarischen Thätigkeit Valvasors selbst bei, da es unbillig gewesen wäre, gerade desjenigen nicht zu gedenken, der «wegen Eines Werkes allein für eine Zier sowohl der gelehrten Welt, als eines Hochlöblichen Vaterlandes und insonderheit des freiherrlichen Standes zu schätzen sei». Ausschliesslich der Religion ist das siebente Buch gewidmet. In den ersten sechs Capiteln dieses Buches spricht er von den heidnischen Göttern der alten Slaven, von der Christianisirung des Landes, vornehmlich in der Zeit nach der Völkerwanderung, und von dem Widerstande, den die Einführung des Christenthums bei den Edelleuten fand. Weit wichtiger sind dieCapitel 7 bis 14, welche die Ausbreitung der lutherischen Lehre und die Restauration des Katholicismus umfassen. Valvasor zeigt sich in allen Dingen gut unterrichtet und beschreibt in manchen Partien die Begebenheiten ganz ausführlich. so z. B. über den Gang der Reformation und Gegenreformation in Veldes und Lack, über die Verhandlungen der protestantischen Stände Innerösterreichs mit dem Erzherzog Karl (Februar 1578) und den Abschluss der Brücker Pacifi-cation; dann über die Anstalten, welche die Protestanten trafen, um beim Erzherzog Ferdinand die Aufhebung der Aus-weisungsdecrete zu erwirken. Seine Darstellung ist ferner noch dadurch ausgezeichnet, dass sie jene Momente umfasst und zuweilen hervorhebt, auf welche es beim Kampfe zwischen der landesfürstlichen und ständischen Macht ankam. So führt er ganz richtig die zeitweilige Duldung der Protestanten darauf zurück, dass der Landesfürst bei der drohenden Gefahr von Seite der Türken auf die Subsidien der Stände angewiesen war und diese nur gegen Gestattung freier Religionsübung zu erlangen waren. Doch auch diese Erwägungen vermochten den unbeugsamen Willen Ferdinands nicht zu ändern. Die Stände mussten zuletzt, ohne irgend eine Concession erhalten zu haben, ihrer eigenen Sicherheit wegen die nöthigen Steuern bewilligen. «Denn wo die beiden Räthe, Gefahr und Noth, in die Rath- oder Landstube treten, bewegen und ziehen sie nicht, sondern dringen und reissen die Stimmen an sich.»30 Die ausführliche und wahrheitsgetreue Schilderung wird begreiflich, wenn man bedenkt, dass gerade über diese Begebenheiten ihm zeitgenössische Berichte Vorlagen. Er benützte die Acten des ständischen Archivs, die landesfürstlichen Decrete, die er oft wörtlich anführt, und die handschriftlichen Aufzeichnungen des Bischofs Thomas Chrön, auf welche er sich an einer Stelle ausdrücklich beruft.31 Deshalb ist seine Darstellung durchaus glaubwürdig, und Ranke selbst bezeichnet dieses Buch als eine der wichtigsten Quellen der Geschichte der Gegenreformation. Wie das vorhergehende, so enthält auch dieses Buch einen Zusatz (15 bis 17), worin die gottesdienst- liehen und abergläubischen Gebräuche der Krainer beschrieben werden. Bezeichnend aber für das Land und die Zeit ist, dass er in einem eigenen Capitel (16) dieses Buches die «Hexereien» und abergläubischen Gebräuche behandelt. Doch darüber wird an anderer Stelle des näheren gesprochen werden. Das achte Buch handelt von den Heiligen, den Patriarchen, Bischöfen, Orden, Pfarren und Kirchspielen in Krain. Während das erste Capitel die Legenden der Heiligen enthält, welche im Lande verehrt werden oder in irgend einer Beziehung zum Lande stehen, beschäftigt sich das zweite mit den Patriarchen, welche bis zu Verfassers Zeiten den Stuhl von Aquileia inne gehabt haben. Er glaubt sie deshalb vom Werke nicht ausschliessen zu dürfen, weil ehemals ganz Krain und nachher ein grosser Theil des Landes zum Patronate Aquileia’s gehörte. Als Quelle dienen ihm vor allem Heinrich und Franz Palladius und Ferdinand Ughellus, dann Lazius, Sabellicus, Aventin, Megiser u. a., und einmal citirt er auch Schönlebens Genealogia Auerspergica. Der wichtigste Abschnitt ist das dritte Capitel, welches die Geschichte des Laibacher Bisthums von seiner Gründung bis in das XVII. Jahrhundert umfasst. Valvasor führt zwar die eigentlichen Gründe nicht an, welche den Kaiser Friedrich zur Errichtung eines eigenen erbländischen Bisthums in Laibach bewogen haben, doch weiss er im übrigen um die den Bischöfen verliehenen Privilegien, Dotationen und Beneficien und um die Ausbreitung der Diöcese sehr gut Bescheid. Besonders wertvoll sind die Nachrichten, welche er uns von dem Wirken der Laibaclier Bischöfe des XVI. und der ersten Hälfte des XVII. Jalirhun-dertes überliefert hat. Die Lebensbeschreibungen des Urbanus Textor, Johannes Tautscher und Thomas Chrön sind zwar vielfach lückenhaft, doch bewegen sie sich fast durchaus auf historischem Boden und enthalten viele interessante Notizen über die Motive ihrer Ernennung, ihre Beziehungen zu dem Jesuitenorden und über ihre reformatorische und politische Thätigkeit und beleuchten und ergänzen vielfach die Geschichte der katholischen Restauration. Die genaue Information erklärt sich wohl daraus, dass dem Autor vergönnt gewesen, die besten Quellen zu benützen. Es standen ihm zur Verfügung die reichen urkundlichen Schätze des oberburgischen Archivs, die eigenhändigen Aufzeichnungen und Briefe Chröns, welche der Autor unter «etlichen weggeworfenen Zetteln» gefunden habe. Er gedenkt sogar einiger Briefe, welche der Stifter des Jesuitenordens, Ignatius Loyola, Urban Textor eigenhändig geschrieben und die in der Stiftsbibliothek zu Oberburg aufbewahrt waren.32 Daraus ersieht man einerseits, auf wie zuverlässiger Grundlage die Mittheilungen Valvasors über diese Periode der vaterländischen Geschichte beruhen, andererseits aber auch, in wie vertraulichen Beziehungen schon in den ersten Zeiten nach der Gründung des Ordens die Bischöfe von Laibach zu den vornehmsten Mitgliedern desselben standen. Die nachfolgenden Abschnitte handeln von den Bischöfen in Biben (Mitterburg) und Triest, von den Pröpsten und Erzpriestern in Krain, dann von der Gründung und den Vor-stehern des Sitticher Convents und des Jesuitenordens und schliesslich von sämmtlichen zu Krain gehörigen Pfarren und deren Filialen, mit Angabe des Sprengels, der Patronate, der Reihenfolge der Pfarrer, der Kirchweihfeste und der beiläufigen Zahl der jährlich Verstorbenen und Getauften. Im neunten Buche handelt der Autor von der Verfassung und Verwaltung, dem Gerichts- und Ständewesen und von dem krainischen Adel. Die darin besprochenen Gegenstände haben ungewöhnliches Interesse und hohe Bedeutung für Krain; denn man sieht daraus, welch hohe und ausserordentliche Stellung der Adel im Lande- einnahm. Das erste Capitel bringt nur Allgemeines, die nachfolgenden behandeln einzeln den Wirkungskreis der vornehmsten Würdenträger, wie 32 VIII. S. 664: «Es waren noch vor wenig Jahren zu Oberburg Briefe befindlich, welcher H. Ignatius selbst, als Stifter des Jesuiter-Ordens an Urba-num den Bischof eigenhändig geschrieben; darinnen er ihm seine in Oesterreich neu-abgefertigte Gesellschaft empfahl. Er ging auch gar vertreulich mit Claudio Jajo, so einer von den ersten Gesellen Ignatii um.» des Landeshauptmannes, Landesverwalters, Landesverwesers, Vicedoms und der Landesverordneten. Der hohen Stellung, welche dem Erstgenannten im Lande zukam, entsprechend, berichtet er am ausführlichsten von den Rechten und Pflichten desselben; 33 dann führt er in streng chronologischer Ordnung die Landeshauptleute an, welche Krain vom Jahre 1261 bis 1673 gehabt hat, wobei er am Blattrande das Jahr angibt, in welchem der betreffende Landeshauptmann nachweislich die Würde bekleidete. Findet er in den Manuscripten abweichende Angaben, so merkt er dies an. Um die Amtsverwaltung des einzelnen gleichsam urkundlich zu bezeugen, werden in der Regel die Handschriften erwähnt, in denen er als Zeuge oder als Bevollmächtigter oder in anderer Weise genannt wird. Die entnommenen Notizen, besonders aus dem XIII. und XIV. Jahrhunderte, sind jedoch sehr dürftig, oft werden nur die Namen genannt. Nur wo sich reichlichere Quellen eröffnen, wird auch seine Abstammung, seine früheren Lebensverhältnisse und seine Thätigkeit daheim und im Felde und seine Amtsdauer erwähnt. Trotzdem sind auch die ersteren nicht ohne Belang, weil sie, aus glaubwürdigen Schriften entnommen, Anhaltspunkte für weitere Forschung bieten. Das zwölfte und letzte Capitel enthält die krainischen Adelsgeschlechter. Valvasor theilt den weltlichen krainischen Adel in Fürsten, Grafen, Freiherren, Ritter und Adelige im engeren Sinne. Zunächst nennt er die drei weltlichen Fürsten: Auersperg, Eggenberg und Porcia, dann folgen die Namen und Wappen der Grafen, und zwar jener, welche ehedem in Krain begütert und zugleich Mitglieder des Landtages waren, dann erst führt er jene an, welche noch zu seiner Zeit in 33 Er sagt darüber Folgendes : «Seine Wachsamkeit muss sich zu allen wigtigen Angelegenheiten des Landes mit steter Fürsorge bemüssigen lassen, die Landes-Wolfahrt und Conservation immerzu in scharfsichtigen Augen tragen, und aller Enden darauf anzielen, dass jedwedem das Seinige zugeeignet, und die Gerechtigkeit gehandhabt werde, auch die Landleute (Provinciales) in Ruhe und Frieden mit einander leben mögen.» Krain wohnten und Mitglieder des Landtages waren. Dieselbe Ordnung beobachtet er bei den Freiherren und Rittern; nur bei den Adeligen im engeren Sinne macht er keinen Unterschied, sondern zählt sie sämmtlich auf. Die Anordnung ist durchwegs alphabetisch. Zu bedauern ist, dass Valvasor wegen Unzulänglichkeit der Quellen nicht in der Lage war, die Abstammung der Geschlechter, die Lebensverhältnisse der Glieder derselben, die Verheiratungen u. s. w. anzugeben und durch Stammbäume das Verwandtschaftsverhältnis der Familien ersichtlich zu machen. Nur den Stammbaum der Valva-sore nahm er auf, nicht etwa aus «Ruhm- oder Prang-Lust, sondern um den Lesern, welche an genealogischen Erkundigungen sonderliche Behebung tragen, von diesem Geschlecht einigen Bericht beizufügen». Ausserdem fanden noch die Geschlechter Attems, Ursini, Auersperg und Gallenberg insofern Berücksichtigung, dass er den Leser auf die von Schönleben verfassten Genealogien dieser Familien aufmerksam macht. Durchwegs auf historischem Boden bewegt sich das zehnte Buch, welches die Geschichte der Herzoge und Landesfürsten umfasst,' welche seit Römerzeiten über Krain geherrscht haben. Ausgehend von der Verwaltung Krains vor und während der Römerherrschaft, schildert er in den folgenden vierzehn Capiteln den Sturz der römischen Macht und die Schicksale des Landes unter langobardischen, slavischen, bairischen, fränkischen Herrschern, dann unter geistlichen Fürsten und weltlichen Dynasten, die als Herzoge, Markgrafen und Grafen Theile von Krain besassen. Seine Angaben über diese verworrene Partie der Landesgeschichte enthalten, wie man kaum anders erwarten kann, viele Unrichtigkeiten, weil er unverlässliche Gewährsmänner, wie Lazius, Aventin, Megiser, Adlzreiter, Schönleben, zu Rathe zog. Doch weiss er sich von groben Irrthümern und erdichteten Thatsachen, welche die Geschichtsforschung als freche Fälschung verurtheilt hatte, frei zu halten. Er fühlte wohl selbst, dass er sich auf unsicherem Boden bewege und auf Grundlage der widersprechenden Angaben Megisers u. a. es unmöglich sei, die Frage, betreffend die Territorialherrschaften in Krain, einer befriedigenden Lösung zuzuführen. Seine Bemerkung, dass ohne zeitgenössische Quellen und urkundliche Materialien positive Resultate nicht gewonnen werden können, ist daher ganz zutreffend. «Mir will,» sagt er darüber, «die allzugrosse Weitläufftigkeit nicht zugeben, diese Sache aus dem Grunde zu entscheiden; wesswegen ich hierinn allein erzählen werde, was und wie ichs bey Einem und Andren antreffe; sintemal dieses ein so verworrener Knoden ist, dass mann ihn nicht lösen würde, so man zuforderst viel alte Scri-benten darüber vernehmen, und aus ihrer vielfältigen Miss-hälligkeit, alsdann erst eine Einhälligkeit zu machen, sich bemühen würde. Welches dann schwer und etwas langweilig dörffte zugehen.» Und gleichsam zu seiner Entschuldigung fügt er hinzu: «Mancher mögte mirs auch vielleicht für eine Vermessenheit andeuten, wann ich in solchem Stück, darinn die Registratur der hochlöbl. Landstände sich eines gewissen Schlusses enthält, was Gewisses setzen wollte.»34 Mit Ulrich III. (i 6. Cap.) gewinnt seine Darstellung grössere Verlässlichkeit, denn er war nicht mehr an Megiser und andere schlecht unterrichtete Geschichtschreiber angewiesen, sondern es lagen ihm einheimische Aufzeichnungen vor. Seine Angaben über Schenkungen, Privilegien und Rechte, welche Ulrich den Klöstern Sittich und Freudenthal zuthcil werden liess, beruhen durchaus auf Urkunden, die er im Auszuge anführt. In den folgenden Abschnitten behandelt er die Verwickelungen nach dem Tode Ulrichs, die Kämpfe zwischen Ottokar und Rudolf und die Herrschaft der Görzer nach Megisers Chronik und Fuggers Ehrenspiegel, aus welchem er ganze Stellen fast wörtlich entnimmt. Erzählt der Verfasser darin Begebenheiten, welche nur im entfernten Zusammenhänge mit der Geschichte Krains stehen, so wendet er sich in den folgenden mehr der krainischen Specialgeschichte zu. So erzählt er, wenn auch nicht eingehend, so doch in Haupt-ziigen, den Heimfall Kärntens und Krains an das Haus Habsburg, die Einverleibung der Herrschaft Möttling, die Erbschafts-theilungen und die Kämpfe, in welche Krain dadurch verwickelt wurde. Wichtigen Zeitraum umfassen die Capitel 22 bis 25, welche sich mit der Regierung Friedrichs V. und Maximilians I. beschäftigen. Krain gewann durch die vielfachen Beziehungen der genannten Landesfürsten zu Ungarn, Italien und der Türkei unter den innerösterreichischen Erbländern eine besondere Bedeutung. Beide Herrscher waren infolge ihrer auswärtigen Politik auf die Unterstützung Krains angewiesen, und um diese zu erlangen, mussten sie wiederholt den Ständen und Städten wichtige Privilegien und Rechte verleihen, was wesentlich zur Ausbildung und Befestigung der ständischen Verfassung beitrug. Der Verfasser hebt in seiner ausführlichen Darstellung dieses Moment gebürend hervor und unterlässt nicht, derjenigen Krainer, welche sich dabei durch Tapferkeit und Helden-muth ausgezeichnet haben, rühmend zu gedenken. Bei der Darstellung der allgemeinen österreichischen Angelegenheiten benützt er Cuspinianus, Gerardus de Roo Annalen und Megi-sers Kärntner Chronik, bei der Geschichte Krains fast durchwegs einheimische Quellen. Die letzten Capitel (25 bis 30) umfassen die Regierung der nachfolgenden Landesfürsten bis zum «jetzt regierenden Kaiser Leopold». Da der Verfasser die Thätigkeit Ferdinands I. und seiner Nachfolger in dem Buche über die Religion bereits besprochen hatte, so fasst er sich jetzt kürzer und hebt nur die Hauptmomente hervor. Nur jene Begebenheiten, welche ihn besonders einnehmen, erzählt er mit unverhältnismässiger Umständlichkeit, so z. B. die Absendung der Huldigungsdeputation an den spanischen Hof, die projectirte Theilung der habsburgischen Länder, nach welcher Triest zum spanisch-italienischen Theil hätte geschlagen werden sollen, wenn dies die Stände nicht durch energischen Widerstand vereitelt hätten, ferner die Türkenkriege, Erbhuldigungen und Familienangelegenheiten des landesfürst- liehen Hauses. Was die Quellen betrifft, welche er bei der Darstellung dieser Periode benützte, so müssen in erster Linie die Acten und Relationen des landschaftlichen Archivs genannt werden, dann Oberburger und Sitticher Handschriften, seltener zieht er gedruckte Quellen heran. Das elfte Buch enthält die topographische Beschreibung aller Städte, Märkte, Schlösser und Klöster in Krain. Die einzelnen Ortschaften sind in alphabetischer Reihenfolge geordnet. Die Art und Weise, wie sie geschildert werden, ist fast immer dieselbe. Zuerst handelt der Verfasser vom Ursprünge des deutschen und slovenischen Namens, dann berichtet er über die Lage, Bauart und den gegenwärtigen Zustand des Schlosses, bei den Ortschaften bemerkt er die P'ruchtbarkeit des Bodens in der Nähe derselben und die Haupterwerbsquellen der Bewohner. Von besonderem Interesse sind die historischen Notizen über die ersten Schlossbesitzer, die er kennen gelernt, über den Uebergang an andere Geschlechter und über einzelne Ereignisse, welche mit dem betreffenden Adelssitze in Zusammenhang stehen. Noch umfangreicher sind die geschichtlichen Bemerkungen über die Städte. In eigenen Abschnitten handelt er von den Kirchen und anderen bedeutenden Gebäuden, von den Rechten und Freiheiten, welche sich die Stadt im Laufe der Zeiten erworben, desgleichen vom Handel und Verkehr und von den merkwürdigen Begebenheiten, die sich darin ereignet haben. Besonderen Wert haben die historischen Notizen über die Städte, Schlösser und Klöster deshalb, weil sie aus vordem nicht benützten Handschriften entnommen sind und Vorfälle überliefern, welche sich im X. und XI. Jahrhunderte daselbst zugetragen haben. Das zwölfte Buch enthält einen ausführlichen Bericht über die kroatischen und Meergrenzen und die türkischen Grenzbefestigungen und schildert den Landstrich, für dessen Behauptung Krain durch mehr als 200 Jahre unzählige Opfer an Geld und Blut brachte, wo viele edle Söhne des Landes den Heldentod fanden. Die Darstellung beruht theils auf Autopsie, theils auf Nachrichten, welche der Autor aus dem reichen urkundlichen Material des landschaftlichen Archivs (Notitiae provinciales) geschöpft hat. Zu den schwächsten Partien des ganzen Werkes gehört das dreizehnte Buch, worin von der Urgeschichte des Landes, von den Japydiern und Karnern gehandelt wird. Es liegt die Vermuthung nahe, dass Francisci an der Abfassung dieses Buches theilgenommen habe. Im Anschlüsse daran setzen das vierzehnte und fünfzehnte Buch die Landesgeschichte fort, und zwar in der Art, dass der Beginn der österreichischen Herrschaft die Grenzscheide der beiden Bücher bildet. Demnach werden im erstgenannten Briefe die «Jahrgeschichten» Krains von Tiberius’ Zeiten bis zum Tode Ulrichs III., im fünfzehnten und letzten die «Oberherrschaft des glorreichen Hauses Oesterreich» bis auf das Jahr 1689 erzählt. Es befremdet im ersten Augenblick, dass der Autor in den genannten Büchern denselben Gegenstand behandelt, wie im fünften und zehnten Buche. Allein bei näherer Betrachtung fallen die Gesichtspunkte, von welchen aus er die beiden letzten Bücher verfasste, sofort in die Augen. Im zehnten Buche lässt er die Landesfürsten in Vordergrund treten und gruppirt um sie die Ereignisse, welche mehr oder weniger ihre Schicksale bestimmten, im fünfzehnten hingegen verzeichnet er die Begebenheiten chronikartig von Jahr zu Jahr, oft ohne jeden Zusammenhang. Dadurch war es ihm möglich, über Dinge, welche er im zehnten Buch nur kurz abgethan hat, ausführlich zu berichten und auch solche Begebenheiten aufzunehmen, welche sich in die biographische Darstellungsform nicht leicht einfügen lassen. Daher ist der Inhalt der Aufzeichnungen ein sehr bunter: neben Erbstreitigkeiten no-tirt er Erdbeben und Landplagen, auf Türkenkriege folgen unmittelbar verheerende Seuchen und Hungersnoth und ausser-gewöhnliche Himmelserscheinungen, kurz, er setzt die verschiedensten Vorkommnisse ohne engeren Zusammenhang nebeneinander. Aber auch an die Form eines Jahrbuches hält er sich nicht immer strenge: oft holt er nach, was er versäumt hat.35 Was bei der Besprechung des zehnten Buches über die benützten Quellen und Hilfsschriften gesagt wurde, hat auch für das vierzehnte und fünfzehnte seine Giltigkeit, nur hat er noch in erhöhtem Masse die einheimischen Quellen herangezogen. Eine der ältesten urkundlichen Notizen reicht bis in die Mitte des XI. Jahrhundertes hinauf und betrifft die Theil-nahme der krainischen Edelleute Conrad und Adolf von Auersperg an dem Zuge Heinrichs III. nach Italien (1046).36 Nachdem wir den Ursprung und Inhalt der «Ehre des Herzogthums Krain» besprochen haben, werfen wir nun einen Blick in Valvasors historische Werkstätte. Vor allem ist der Reichthum an Quellen zu erwähnen. Auf 11 Folioseiten (XLII bis LII), welche den Schluss der Einleitung bilden, führt er das Verzeichnis der benützten Autoren an. Wer da meinte, dass sämmtliche auf Krains Geschichte und Topographie Bezug haben, würde sehr irren. Etliche führt er an, weil sie in den benützten Werken citirt sind, die meisten davon macht er namhaft, weil sie ihm und Francisci ein mehr oder minder reichliches Material für Anmerkungen, Anekdoten, Erläuterungen und «gleicheErzählungen* boten. Es bleibt aber immerhin eine stattliche Anzahl von benützten historischen Schriften übrig, deren Bedeutung die Geschichtsforschung anerkannt hat. Wir finden darunter die Werke des Cassiodorus, Paulus Diaco-nus, Fredegar, Otto von Freisingen, Herberstein, Isthuänffy, Sabellicus, Sleidanus, Aeneas Sylvius, Gregor von Tours, M. Welser u. a. Bei Anführungen und Aushebungen gibt er in der Regel unter dem Texte die betreffende Stelle genau an. Beruft sich der benützte Autor auf einen anderen Gewährsmann, oder führt er aus diesem ein Citat an, so überzeugt er sich, ob dieses richtig sei und ob jener überhaupt wirklich benützt worden sei. Dem Megiser, welcher im 53. Capitel seiner Chronik bei der Schilderung des Kampfes des Herzogs Ernst mit Achmet Bey (1418) sich unter anderen auch auf Chalcondylas 36 XIV. S. 278, wo er sich auf Handschriften des auerspergischen und gallenbergischen Archivs beruft. beruft, stellt Valvasor mit Recht aus, dass er diesen fälschlich beigezählt habe, «hic enim,» schliesst er seine Ausstellung, «hoc de proelio nihil tradidit.» 37 Von Valvasors Berufsfähigkeit und Forschungssinn zeugen die reichen handschriftlichen Quellen, die er sich trotz der Ungunst der Zeitverhältnisse zu verschaffen verstand. Es würde uns zu weit führen, alle benützten Handschriften anzuführen, er selbst gibt sie immer gewissenhaft an. Er citirt ungedruckte Chroniken (VIII. S. 665, IX. S. 15, XII. S. 80, XV. S. 379, 402), beruft sich auf Manuscripte aus dem bischöflichen Archive zu Laibach (VII. S. 465, IX. S. 74 u. a.), aus den Klosterarchiven Sittich, Freudenthal, Oberburg (IX. S. 15 u. a.), Seitz (VIII. S. 679, X. S. 260) und Pletriach und aus den Hausarchiven der vornehmsten Adelsfamilien des Landes (Auersperg, Lamberg, Attems u. a.). Verhältnismässig am öftersten erwähnt er die Notata Provincialia oder Landesverzeichnisse. Die Stände haben die löbliche Gewohnheit eingeführt, Ereignisse, welche die Landesinteressen mehr oder weniger berührten, von Jahr zu Jahr zu notiren und solche Verzeichnisse im landschaftlichen Archive zu hinterlegen. Aus einigen Bemerkungen, welche Valvasor an die Benützung derselben knüpft, geht hervor, dass davon mehrere Abschriften existirten, welche nicht vollkommen übereinstimmten, da oft nachträglich Begebenheiten zu dem betreffenden Jahre beigeschrieben wurden. Ausser der Sammlung des Stoffes ist die kritische Erforschung der Wahrheit im einzelnen eines der wesentlichen Erfordernisse der wahren Geschichtschreibung. Man muss sagen, dass Valvasor redlich bestrebt war, auch dieser Aufgabe, so weit es die zu seiner Zeit bestandenen Gesetze historischer Kritik gestatteten, gerecht zu werden. Zwar weist die Darstellung des Alterthums und der älteren Jahrhunderte bis zur Zeit, wo Krain an das Flaus Oesterreich gekommen ist, alle jene Mängel auf, welche den meisten Geschichtswerken des 37 xv. s. 331. XVI. und XVII. Jahrhundertes anhaften, und kein Geschichtskundiger, der sich über die ältere Epoche krainischer Geschichte informiren will, wird heutzutage nach Valvasor greifen. Doch von groben Irrthümern eines Aventin, Arenpeck, Fugger-Birken und Megiser, welche sich durch die Fälschungen des Annius von Viterbo zur Annahme verleiten Hessen, dass nach dein Sturz des Römerreiches bairische Herzoge über Kärnten und Krain geherrscht haben, weiss er sich frei zu halten. «Ein Geschichtschreiber,» bemerkt er darüber, «der wissendlich Romanen für Historien ausgibt, beleidigt nicht allein die Leser seiner, sondern auch der folgenden Zeit, und verführt manches auch wol gelehrtes Auge, das der Sachen so bald nicht nachdencket, sondern sich auf ihn verlässt, und also den Ungrund immer weiter fortpflantzet.»38 Valvasor fühlte wohl selbst, dass er hier am wenigsten auf seinem Felde war. Oft übersetzt er den Schönleben oder führt mit den Worten: «solches wollen etliche» oder «etliche also geben an» die abweichenden Meinungen der benützten Autoren an, ohne sich für den einen oder anderen zu entscheiden. Ebenso zurückhaltend mit dem Urtheile ist er in der Darstellung der späteren Epoche, wenn er Argwohn schöpft oder wenn ihm nicht hinlänglich beglaubigte Nachrichten vorliegen. An einer Stelle sagt er geradezu: «er begehre kein Scheiderichter, sondern nur Erzähler zu sein.»39 Wo ihm aber urkundliche Zeugnisse zugebote stehen, berichtigt er auf Grund dieser die Irrthümer seiner Gewährsmänner. So erklärt er die Behauptung Isthuänffy’s, dass Weichart Freiherr von Auersperg schon im Jahre 1577 mit dem Tode abgegangen sei, für falsch, da er noch im Jahre 1580, wie sein eigenhändig geschriebener Brief beweist, die Türken «geklopft» habe; «Es ist dieses das einige nicht, darin Isthuänfify, ein sonst im übrigen verständiger und ansehnlicher Scribent, der Zeit, Jahr- oder Tag-Zahl bisweilen verfehlet.»40 Noch öfters nimmt Valvasor Veranlassung, den Bonfin,41 Fugger-Birken 42 und 38 X. S. 136. 39 X. S. 210. «IX. S. 6ü. 41 XIV. S. 273. 12III. S. 292. Megiser zu corrigiren, insbesondere weist er dem letzteren viele Irrthümer nach und nennt ihn deshalb einen «irrsamen und sehr verwirrten Scribenten».43 Um den Wert des urkundlichen Zeugnisses, das ihm bei der Berichtigung zur Grundlage diente, hervorzuheben, fügt er zuweilen die Worte hinzu: «Dieses Manuscript gereicht uns also zur gründlichen Bewehrung»44 oder «dies bezeugen folgende sonderbaren Fleisses ausgezeichnete Nachrichten unterschiedlicher Manuscripte».45 Aus dem Angeführten geht zur Genüge hervor, dass Valvasor bemüht war, durch Hervorziehung und Ausnützung handschriftlicher Quellen die geschichtliche Wahrheit zu erforschen, und wenn er auch bisweilen getäuscht wurde, so war es nicht seine Schuld. Wissentlich hat er niemals Thatsachen entstellt oder absichtlich der Wahrheit Abbruch gethan. Deshalb können wir seiner Versicherung, dass er «gar vieles aus Originalien, Urkunden und Manuscripten gezogen habe» und «den gutherzigen Leser ohne wissentliche Fälschung der Sache bedienen» wolle, Glauben schenken.4*5 Valvasor richtete sein Hauptwerk derart ein, dass der Leser auch über die einzelnen Zweige der Landeskunde sich stets informiren könüe. Er trennte die Geschichte der Landesfürsten von den «Jahrgeschichten •, die kirchlichen Einrichtungen von der Religion und behandelte in eigenen Abschnitten die Verwaltung, Topographie, Grenzbefestigungen und andere Gegenstände, welche, strenge genommen, nicht in den Bereich der eigentlichen Geschichte gehören. Doch das hinderte ihn nicht, auch in die Bücher, welche die zuletzt genannten Materien behandeln, zahlreiche historische Notizen einzuflechten. Ueber Herbard von Auersperg handelt er nicht nur im XI., sondern auch im VII., IX., X., XII. und XV. Buche, über die Theilnahme Krains an dem innerösterreichischen Bauernkriege (1515) im X., XV. und an zahlreichen Stellen des XI. Buches, desgleichen findet man über das Lutherthum in den verschie- 43 XV. S. 342. 44 III. S. 245. 45 III. S. 216. 46 I. S. 242; Ein- leitung S. XXXV. denen Büchern zerstreute Notizen. Die dadurch bewirkte Zersplitterung des historischen Stoffes erschwert den Gebrauch des Werkes ungemein, und man kann sagen, dass es ohne sorgfältig ausgearbeitetes Stoff- und Namensregister fast unmöglich sei, die darin verborgenen Schätze zu heben. Die Handlichkeit des Buches wird ferner dadurch beeinträchtigt, dass oft Zusammengehöriges durch «eingeruckte Discurse», Reden und unpassende Abschweifungen unterbrochen wird. An die Beschreibung eines Posthauses in Ober-krain knüpft er die Schilderung des Postwesens in China, Persien und Russland, in die Erzählung der Abtretung der österreichischen Lande an Ferdinand I. verwebt er die Geschichte Mexico’s, und die Reihe der Landeshauptleute unterbricht er durch die Schilderung des Tugend- und Trinkordens. Und an vielen anderen Stellen zerreisst er den Faden der Erzählung durch «Schalt-Discurse» und gleichartige Geschichten, welche den Leser mehr ermüden als belehren. Manchmal bittet er den «freundlichen» Leser deshalb um Verzeihung, öfters bricht er den Faden und nimmt ihn wieder auf in einer sonderbaren, seine Darstellung auszeichnenden Weise. Um den in Königsberg verstorbenen krainischen Edelmann Siegmund Gail in die Jahrgeschichten einzufügen, gebraucht er folgende Redewendung: «Wir wollen mit der historischen Schreibfeder einen Flug über viel Gebirge und Hügel thun, nemblich aus Friaul, Grain und Kärndten nach Königsberg in Preussen und hernach uns behände wieder zurückschwingen nach Crain.»47 Das Erscheinen eines Kometen und den Einfall der Türken verknüpft er mit den Worten: «Im Jahre hernach (1497) zeigte sich am St. Laurentii Abend ein Komet am Himmel mit einem mächtig-grossen Besem oder Schweiff. Es ward auch in diesem Jahr das Land Crain abermal mit dem Türkischen Verwüstungs-Besen eben hart gestrichen; wovon insonderheit die Gegend bey Reiffnitz, Cirknitz und Loitsch dicke Striemen bekommen.»48 In Bezug auf die Sprache wurde schon oben erwähnt, dass Valvasor kein Freund der Breite war, in der sich die deutsche Sprache jener Zeit ergieng. Welchen Antheil Francisci an der Stilisirung der von ihm nicht abgefassten Bücher genommen habe, lässt sich nicht mit Bestimmtheit sagen. Einige Abschnitte (Religion, Sitten und Trachten) stechen durch einfache und kernige Ausdrucksweise von den anderen so sehr ab, dass die Annahme berechtigt ist, Valvasor habe sie allein abgefasst. Eine Eigenthümlichkeit seiner Darstellung ist, dass er Sentenzen, Stellen aus den alten Classikern und Aussprüche berühmter Männer in seine Erzählung einflicht. Um das Vorgetragene recht lebhaft zu veranschaulichen, gebraucht er oft Gleichnisse, welche er aus leichtbegreiflichen Gründen zumeist der Natur entlehnt. So kennzeichnet er die Regierung Friedrichs V. mit den Worten: «Dieser tugendhaffte Keyser konnte, obgleich er friedfertiges Gemüts und Namens war, während seiner Regierung so wenig des Friedens geniessen, als wie ein Fels mitten im Meer von den Wellen unangebrauset bleibt.»49 Die Türken vergleicht er mit einem «Tigerthier, welches, nachdem - es ein Mal seine grimmige Zähne in Blut getaucht, folgender Zeit immerzu nach dergleichen dürstet und lauret».50 Schweift er bei der Ausführung des Gleichnisses zu weit von der Sache ab, so kehrt er mit den Worten «will sagen» oder «das heisst» zu derselben zurück und lässt den eigentlichen Gegenstand selbst folgen. Geringes Geschick zeigte Valvasor in der etymologischen Lösung der Ortsnamen. Er leitet ihre Bedeutung in höchst naiver Weise von der Beschaffenheit, der Lage oder den daselbst vorfindlichen Gewächsen u. dgl. ab, wobei ihm, wie nicht anders zu erwarten ist, grobe Irrthümer unterlaufen. So leitet er Lukowitz von Gucken, Senosetsch von den alten Senonen, Sonneck von der Sonne, «welche beim Aufgehen gleichsam dieses Eck des hohen Gebirges beglänzt», Veldes vom Felsen, auf welchem sich das Schloss erhebt. Valvasor unterzog 49 xv. s. 362. 50 xv. s. 372. Mittheilungen des Museal Vereines für Krain 1890. sich dieser Aufgabe wohl deshalb, weil man zu seiner Zeit an der Lösung etymologischer Räthsel grosses Wohlgefallen hatte. Das Werk Valvasors wird ferner durch die didaktische und moralisirende Haltung charakterisirt. Nach des Verfassers Anschauung hat die Geschichtschreibung nicht nur die Bestimmung, die erforschten Ereignisse vorzutragen, sondern auch zu belehren und in sittlicher Beziehung einen Nutzen abzuwerfen. Zu diesem Behufe flicht er in die Einleitungen zu den einzelnen Capiteln oder auch in die Mitte der Erzählung sittliche Betrachtungen ein oder führt Beispiele vor, welche zur Nachahmung des Guten anregen oder vom Bösen abschrecken sollen. So knüpft er an die Aufzählung der verödeten Schlösser die Lehre: «Man müsse seine Wohnung nicht nur auf Holtz, Stein und Marmel, sondern auch auf Tugend gründen, damit man dermaleins aus den vergänglichen, zu den ewigen Hütten und Stern-Palästen, die aller Zerstörung frey sind, gelangen könne.»51 Mit ähnlichen Betrachtungen leitet er den Sturz Milota’s ein: «Die Stuffen hohen Glücks können auch wohl durch schnöde Mittel, die Grundseulen aber eines beharrenden Glücks selten anderst, als durch tugendhaffte gelegt werden. Durch Leichtfertigkeit und Ehrsucht kann Mancher hoch kommen, aber nicht dadurch in der Höhe bleiben, sondern muss durch vergnügsame Bescheidenheit sich dabey halten.»52 Sind die moralisirenden Betrachtungen wenig geeignet, das richtige historische Urtheil zu fördern, so geben sie uns doch Mittel an die Hand, um des Verfassers Grundsätze, Anschauungen und Eigenthümlichkeiten wahrzunehmen. Zunächst verdient seine tiefe Ueberzeugung von dem Walten der göttlichen Vorsehung hervorgehoben zu werden. Fürsten und Völker lenkt und bestimmt deren Schicksale die Hand Gottes, der alles untergeordnet ist. «Alles, Menschen und Güter, bewegliche und unbewegliche Sachen sind ununterbrochenem Wechsel unterworfen, bis derjenige in seiner Herrlichkeit hervor- leuchtet, von dem die Weissagung uns versprochen, sein Königreich werde auf kein ander Volck kommen; und selbst den Fürsten dieser Welt muss der Thron in steter Ungewissheit seiner Frist zittern, weil das Ziel der Beharrlichkeit dem allein bewusst, der allein ewig beharret und dessen Jahre kein Ende nehmen,»53 Und wenn von «Amtspersonen» oder «fur-nehmbewürdeten Leuten» bei der Nachwelt keine Nachrichten sich erhalten haben, so führt er dies auf den Umstand zurück, «dass Gott selbst bisweilen mancher Personen Gedächtnis durch sonderbare Schickung ausrottet, nemlich derer, die bey Ihm im Register der Ungerechten stehn.»54 Valvasor richtet seinen Tadel gegen Hohe und Niedere und verschont weder die Fürsten noch das Volk. So bemerkt er zur Geschichte Ferdinands III.: «Wie selig würden alle Potentaten seyn, wann sie ihre menschliche Condition und Sterblichkeit erkennend vor dem König aller Könige sich demütigten. So würde Mancher nicht so viel Blut-Ströme machen, noch so entsetzliche Verwüstungen anrichten.»55 Desgleichen rügt er den Aberglauben des Volkes und fügt in seiner derbfeinen Manier die charakteristische Bemerkung hinzu: «Die Dorf-Redner reden so gar ungeschickt nicht, wenn sie die Schlangen-Zungen Teufels-Nägel tituliren; nur hierin ists gefehlt, dass sie den steinernen und nicht vielmehr den fleischernen Schlang-Zungen solchen Namen geben; dann falsche und ottern-gifftige Zungen sind rechte Teufelsnägel.»58 Valvasor zeigt seine Unparteilichkeit und Wahrheitsliebe darin, dass er trotz seiner Frömmigkeit, die aus zahlreichen Stellen seines Werkes hervorleuchtet, sich auch ein freies Wort gegen die Geistlichkeit gestattet. Als der Generalvicar des Patriarchats Aquileia, Varaldinus de Nordiis, den Landeshauptmann Siegmund von Sebriach sammt dem Bischof, Propst und Capitel zu Laibach wegen der Temporalien der Pfarre St. Veit bei Laibach mit dem Banne bedrohte (1466), wendet sich der Verfasser mit folgenden Worten gegen den Patriarchen: «Man sieht, dass selbiger Patriarch ein eyfriger und hitziger Mann müsse gewesen seyn, der gewisslich, wann dieser Handel nicht zwischen Laybach und Aglar, sondern im Garten Getse-mane hette müssen ausgefochten werden, dem Hohenpriester-Knecht Malcho nicht nur eines, sondern beyde Ohren besorg-lich abgehauen, ja gar dem Hohenpriester wol Selbsten im Palast eins versetzt hette. Geistliche müssen um zeitlicher Angelegenheit willen nicht so hurtig heraus blitzen, zumal wann das Recht noch nicht allerdings klar und ausfiindig, sondern etwas tunckel und strittig ist. Sie sollen Lichter der Langmut und keine Flammen dess Zornes seyn. Allein Gott findt noch heut bissweilen Thorheit in seinen Boten.»5’ Auffallend ist, dass Valvasor bisweilen die wunderbarsten Dinge mit den Worten eines Gläubigen erzählt. Wer kennt nicht seine Hexen- und Gespenstergeschichten und — seine Teufelsbeschwörungen? Bei der Beurtheilung dieser Seite seines Werkes muss man sich vor allem gegenwärtig halten, dass er für seine Zeitgenossen schrieb, welche die «curiösen Erzählungen», wenn nicht mehr, doch ebenso interessirten, als die ernsten historischen Ausführungen. Hätte er sie von seinem Werke ausgeschlossen, so wäre er ebenso getadelt worden, wie wir heutzutage daran Anstoss nehmen. Man würde ihm jedoch unrecht thun, wenn man behaupten wollte, dass er ganz und gar von dem allgemeinen Banne des Jahrhundertes befangen war. Wahr ist, dass er sich von dem mystischen Zuge seiner Zeit nicht vollkommen frei zu machen wusste, doch stand er, wie wir aus den nachfolgenden Bemerkungen ersehen werden, auch in dieser Beziehung hoch über seinen zeitgenössischen Landsleuten. Zur Erzählung, dass einem Mädchen ein Gespenst in der Gestalt des Todes begegnet sei, bemerkt er: «Ein solcher Wahn tritt nur bey solchen Leuten zum Vorschein, welche kein wahres Vertrauen zu Gott haben; Ich bin aber versichert, dass es anderst nichts, als eine falsche, kleinmütige und wahnsüchtige Einbildung sey, so von etlichen abergläubischen Bergleuten ihren Ursprung genommen und sich hernach nicht nur in Teutschland, sondern im gantzen Europa ausgebreitet.»58 Von einem Baume, dessen Blätter man «augenscheinlich» wachsen sieht, sagt er: «Ich halte es für einen einfältigen Wahn und die wunderliche Ordnung dieses Baumes für kein Miracul, sondern für ein Geheimnis der Natur, welche hiemit unsern Verstand und Aussinnung übersteigen. Denn die Natur vermag weit ein Mehreres noch als das, was sie uns lässt begreifen, und ist dasjenige noch nicht gleich unnatürlich, was wir nicht verstehen oder wissen.»59 Den Herzog Contarini, der sich die Grösse seines Geschlechts weissagen liess, tadelt er mit folgenden Worten: «Es ist an einem so fürnehmen Herrn nicht zu loben, dass er seine Wohlfahrt und Glück von Zigeunern oder Taschenspielern und dergleichen Gesipp erlernen will; es ist ein Zeichen, dass man weder Gott noch ihm Selbsten trauet.»60 Ueberaus charakteristisch ist sein Urtheil über den Stein der Weisen: «Ich halte es für ein grössers Arcanum, ein paar zerschliessener und zerrissener Schuhe oder zerfetzte Hosen zu flicken und auszubessern, als den niemals erfundenen, noch jemals erfindlichen, noch der Natur bekandten Lapidem Philosophorum zu machen.»61 Seine nüchterne Anschauung und seinen gesunden Sinn zeigt Valvasor auch bei der Beurtheilung des Hexenwesens. Er meint, dass Leute, welche sich mit der Hexensalbe bestreichen , nicht wirklich zum Blocksberg ausfahren, sondern sie bekommen im Schlafe solche Einbildungen, als ob sie wirklich zum Hexenreigen ausgefahren wären; hernach bekennen sie vor Gericht, dass sie persönlich zum Hexentanz geflogen, und werden auf solche ihre Bekenntnis unschuldig verbrannt, indem sie vermeynen, beim Hexentanz gewesen zu sein.»62 Ein weiterer Beleg für seine wirklich edle und humane Gesinnung ist sein Urtheil über die Tortur. Er verwirft die Folter als Mittel zur Erforschung der Wahrheit. 58IV. S. 533. IV. S. 580. 60 XV. S. 324. 61 XI S. 209. 62 XI. S. 102. «Mancher Bannrichter will die Wahrheit mit der Folter erzwingen, da doch nichts betrieglicheres seyn kann, als die Tortur. Manche sagt, sie habe das Ungewitter erweckt, habe dies und jenes gethan, da doch alles nichts ist. Darum sollen die Bannrichter wohl Zusehen und zu unterscheiden wissen, was die Natur selbst thue und wie solches geschehe.»63 Es ist nicht zu viel gesagt, wenn wir behaupten, dass Valvasor durch den hochherzigen Grundsatz, den er aussprach, der Verbesserung unseres Strafrechtes fast um ein Jahrhundert Vorgriff. Schliesslich wollen wir noch die Frage beantworten: Welche Stellung nahm der Verfasser zum Vaterlande? Valvasor war sich wohl bewusst, dass er als öffentlicher Zeuge der Wahrheit berufen sei, durch Weckung vaterländischen Sinnes und Kundgabe staatsbürgerlicher Gesinnung die Ehre und Macht seines engeren und grösseren Vaterlandes zu fördern. Mit vollem Herzen seinem Heimatlande und seinem landesfürstlichen Hause ergeben, ist sein Sinn immer auf die Grösse beider gerichtet. Deshalb hebt er jene geschichtlichen Begebenheiten und Erscheinungen hervor, welche Krain und Oesterreich zum Ruhme und zur Ehre gereichen. Ausser den fast unzähligen Opfern, welche Krain zur Abwehr der türkischen Barbarei brachte,64 gedenkt er rühmend, doch ohne sein 63 Ibidem. 64 Ueber die Beiträge, welche Krain für die Verpflegung und Verpro-viantirung der Grenzörter zahlte, berichtet Valvasor Folgendes: «Seithero nun der Erb- und Ertz-Feind christliches Namens in dem Königreich Croatien Oberhand genommen, hat das Herzogthum Crain zu fernerer Abhalt- und Zurucktreibung desselben nur allein bis auf das Jahr 1597-Jahr achthalb Millionen Goldes ausgezahlet und vom 1597 bis auf das Jahr 1613 den Grentzen zu nachdrücklicher Hiilffe 1,699.266 Gülden contribuiret, auch diese drey und siebentzig Jahr hero, eine unglaublich - grosse und viel Millionen betragende Summa Geldes ihren Benachbarten zum Besten an- und aufgewendet. Daraus zu erachten steht, wie viel der schlechte Nachbar, der Türk, uns koste. Da-hero dann gar vielen adelichen Familien ihre an er erbte uralte Stamm-Güter und gantzes Vermögen drauf gegangen. Wie dann auch viel hundert derselben ihr adeliches Blut ritterlich vergossen, auch viel tausend Einwohner tlieils um ihr Leben, tlieils um ihre nicht geringer geschätzte Frey-heit und in ewige Sclaverey gekommen.» XII. S. 9. Vergl. auch XII. S. 114. Vaterland mit «übermässigen Lobsprüchen herauszustreichen», der Mitwirkung der Krainer bei der Vertheidigung Wiens im Jahre 1529 und 1683, der Theilnahme der krainischen Ritterschaft an der Befreiung Maximilians, welcher von den Flan-drern in Brügge gefangen gehalten wurde (1488), des Beistandes, den Baumkircher mit seinen Krainern dem von Wienern hart bedrängten Friedrich V. gewährte, und anderer kritischer Momente, in welchen sich seine Landsleute in hervorragender Weise ausgezeichnet und um das Vaterland und um das angestammte Haus verdient gemacht haben. Nur an einer Stelle lässt sich eine Spur von Vorliebe für sein Heimatland entdecken. Im XV. Buche (S. 384) bemerkt er zur Geschichte der Entdeckung Amerika’s, er habe sie deshalb nicht unberührt lassen wollen, «weil man dafür halten will, dass unserer Crainer auch Etliche dabey gewest». In seinem patriotischen Gefühle ist auch sein Schmerz begründet über die schrecklichen Verwüstungen, welche die langwierigen Kriege mit den Türken in den österreichischen Erbländern anlichteten, indem die fruchtbarsten Gegenden in Wüsteneien umgewandelt, die blühendsten Städte, Märkte und Dörfer eingeäschert wurden und Tausende von Menschen im Kampfe fielen oder in die Gewalt der unmenschlichen Feinde geriethen. Ebenso entbrennt er in vaterländischem Zorn über die Anmassung der Franzosen und ihre aggressive Politik, wodurch sie den Türken in der Wiederaufrichtung ihrer Macht in die Hände arbeiten und diese in barbarischer Tyrannei und Untreue noch beiweitem übertreffen. «Andere Feinde Oesterreichs hielten, wie sehr sie sonst auch tobten, dennoch ihr Versprechen, aber der jetzigen Franzosen Treue und Glaube dauert wie Reif und Sonnenschein im März und April.»65 Er hegt die feste Ueberzeugung, dass schliesslich doch die gerechte Sache des Kaisers durch göttliche Unterstützung siegen werde, «nur möge Gott seinen Beistand nicht zertheilen, sondern mit unzergäntzter Hülffe Dero Heer-Zügen so wol gegen Abend als gegen Morgen, nachdrücklich beytreten und durch solche unbilligst-vermehrte Feinde auch unsers allergnädigsten Keysers Victorien vermehren, damit durch Dessen sieghaffte Waffen dieser wütende Feind gesetzt werde in Reue, das Römische Reich aber in Ruhe».B,i Ebenso erbittet er an anderer Stelle den kaiserlichen Waffen noch ferneren Segen vom Himmel, damit der Türke, «dieser bosshaffte und höchstschädliche Ertzfeind immer weiter von unsren Grentzen, auch zuletzt gar aus der Welt vertrieben werde; dann werde der Allmächtige auch sein werthes liebes Vaterland Crain in einem ruhigem und blühendem Zustande erhalten».ß7 Und wie richtig sein historischer Blick war, ersieht man daraus, dass seine Weissagungen und Herzenswünsche nach vollen zwei Jahrhunderten der geschichtlichen Verwirklichung entgegengehen. Werfen wir nun einen Blick auf seine Leistungen auf dem Gebiete der Geschichte, so werden wir gestehen müssen, dass er seine Aufgabe, insoweit in jener Zeit die Bedingungen für deren Ausführung vorhanden waren, in befriedigender Weise gelöst hat. Die «Ehre Krains» ist und bleibt eine der bedeutendsten Hervorbringungen, welche wir über Provincialgeschichte besitzen, und ist für uns umso wertvoller, da sie einen Schatz ursprünglicher und glaubwürdiger Notizen enthält. ohne welche manches Wissenswürdige und Schöne vom Krainerlande verborgen bliebe. Hiermit sind jedoch seine Verdienste um die Kunde heimatlicher Vergangenheit noch nicht erschöpft. Im kurzen Zeiträume von kaum zehn Jahren hat er beinahe alle denkwürdigen Burgen, Schlösser, Klöster, Kirchen, Städte, Märkte und Herrensitze Krains und des Nachbarlandes Kärnten aufgenommen und durch Kupferstiche der Nachwelt überliefert. Ein Mann, der dies alles mit eigenen Kosten, aus reiner uneigennütziger Hingabe für vaterländische Zwecke, oft kaum mit Hoffnung auf Entlohnung seiner Bemühung ausgeführt, ein Mann, welcher der «Ehre» seines Vaterlandes seine Wohlhabenheit geopfert und seine beste Kraft geweiht hat, verdient wohl, dass man sein Andenken in Ehren halte. 66 X. S. 396. 67 XV. S. 609 und 6xo. Beiträge zur Rechts- und YerwaltuDgsgeschichte Krains. Von Wlad. Milkowicz. Die Supanei-Verfassung. (Fortsetzung.*) III. Kraynburg. Nota. Vermerkcht all zins, nucz, gult und rennt der stat Kraynburg des urbars vnd des lantgerichts d aselbs. Rorbach. Andre Suppan dient von ainer hüben Georii XXXII a. — fleischfrisching XXV a. — III kupplenik waicz, — III kupple-nik hirss vnd gersten, — IX kupplenik habern Ivraynburger mass, •— I vaschanghun, — XX ayr, — I fuder hew, — rabatt ainem richter oder amptmann I tag mit zwain pferden ze pawen oder dafür X a. — I tag maen oder dafür VI a. —• vnd I fuder hew ze furen des hews, das sy dann mit rabatt maen, — vogtey I kupplenik habern vnd 1 hun vnd II pogatschen vnd II a. vnd I fuder hew, — wenn meiner her-ren ainer von Österreich zu Kraynburg über nacht ist, I fuder hew und I hun. Niklaw von Rorbach dient von ainer hüben aller Sachen gleich alsvil als der egenannt Andre Suppan. Jacob daselbs dient von ainer hüben aller sach gleich alsvil als der egenannt Andre Suppan. * Sieh «Mittheilungen», II. Jahrg., p. 3 ff. J ti r e S ] o y e r dient von ainer hüben aller sach gleich alsvil als der ¿genannt Andre Suppan. Stephan daselbs dient von ainer hüben aller Sachen gleich alsvil als der egenannt Andre Suppan. Daselbs ist ain hüben vor langen jaren od gelegen und ist aller sach als gut als der besatzten hüben aine, ausgenommen, das kain behawsung darauf ist, die sol beseczt werden, das die hin-fur auch in ganczen dienst kom; yecz nymbt in richter das hew darab vnd lat die akcher aws. Retin. Kristan Hayda dient von ainer hüben Georii XXXII a. —-fleischpfennig XXV a. — III kupplenik waicz, — III kupple-nik hirss vnd gersten, — IX kupplenik habern, 1— I vaschang-huhn, — XX ayr vnd dem schephen V ayr, — aber dem schephen I kupplenik habern, — rabatt I tag maen, — I tag rechen, — I tag hewfuren, — I tag mit zwain pferden pawen, — wenn der herren ainer zu Kraynburg ist, I fuder hew vnd I hun. Martin Varaws daselbs dient von ainer hüben aller Sachen gleich alsvil als der egenannt Kristan Heyda. Miklaw des Varaws bruder dient von ainer hüben aller Sachen gleich alsvil als der egenannt Kristan Heyda. Nota. Jüre Weber Strenaw dient von ainer mul daselbs /XXX a. Kawr. Jacob Wan ko dient von ainer buben aller Sachen gleich alsvil als der egenannt Kristan Hayda zu Retin, ausgenommen den schephen geyt er kainen habern. Derselb Jacob hat aber ain hüben inne vnd dient dauon /X a. — I vaschanghun, — rabatt I tag maen, — I tag rechen, — I tag varen, — I tag mit zwain pferden pawn. Wodiczach. Jüre zu Wodiczach dient von ainer hüben Georii XXXII a. — fleischpfennig XXV a. — III kupplenik waicz, — III kupplenik hirss vnd gersten, — IX kupplenik habern, — ain vaschang- hun, — XXV ayr, —■ rabatt als der egenannt K r i s t a n Hayda, awsgenommen den schephen geyt er kainen habern. Marin Schilicz dient von ainer hüben /X a. — I vaschang-hun, — XXV ayr, — rabatt als der egenannt Kristan Hayda, awsgenommen den schephen geyt er kainen habern. Sigestorff. Jacob daselbs dient von ainer hüben aller Sachen gleich alsvil als der egenannt Kristan Hayda zu Retin mit sampt der rabatt, awsgenommen, daz er den schephen kainen habern geyt. Andre daselbs dient von ainer hüben X/ a. — I vaschanghun, — rabatt in aller mass als der egenannt Kristan Hayda zu Retin, awsgenommen, das er den schephen kainen habern geyt vnd geyt für das hew, wenn die herrschaft zu Krayn-b u r g ist, I fuder holcz. Ekk. Perocz zu Ekk dient von ainer hüben /X a. — I vaschanghun, — rabatt als die vorgeschriben lewt zu Sigestorff. J a n e s sein sun dient von ainer hüben daselbs aller Sachen gleich alsvil als sein vater Perocz mit sampt der rabatt. Wieternem. J a n e s daselbs dient von ainer hüben /X a. — I vaschanghun, — XXV ayr, — rabatt in aller mass als die lewt zu Sigestorff. Jacob des Janes sun dient von ainer hüben daselbs gleich alsvil als der egenannt Janes sein vater mit sampt der rabatt. Im Wald. Chunrat daselbs dient von ainer hüben IX a. — I vaschanghun, — rabatt I tag maen, —• I tag rechen, — I tag hew furen, — I tag pawn mit zwain pferden, — wenn die herrschaft zu Kraynburg ist, I fuder holcz vnd I hun. Peter im Wald dient von ainer hüben aller Sachen gleich alsvil als der egenannt Chunrat im Wald mit sampt der rabatt. Janes des P e t e r n prüder dient von ainer hüben aller Sachen gleich alsvil als der egenannt Chunrat im Wald mit sampt der rabatt. Nota. Die obgeschrieben lewt zu Wieternem vnd im Wald dient dem richter II lemper vnd I kicz vnd den schephen I kicz. Zum Krewcz die Edlinger. Von Hansen Alber hüben dient yencz Kristan Lübonecz, der darauf gelihen hat, Georii XXIIII a. — VIII kupplenik habern vnd nach dem futer X a. — rabatt, I tag rechen oder IIII a. — wenn der fürsten ainer zu Kraynburg ist, I fuder salcz vnd I hun. Martin des Perkoten sun dient von ainer hüben Georii VI a. — II kupplenik habern vnd nach dem habern II a. — rabatt als Ha linsen des Alber hüben. Janes Tscherrne dient von ainer hüben Georii XXIIII a. — VIII kupplenik habern vnd nach dem habern X a. — rabatt als Hannsen des Alber hüben. Jüre Wintter dient von ainer hüben Georii XII a, — IIII kupplenik habern und nach dem habern V a. — rabatt als die vor geschriben Edlinger. Krise Schüster dient von ainer hüben Georii XII a. — IIII kupplenik habern vnd nach dem habern V a. — rabatt als die andern Edlinger. Janes Wetternik dient von ainer hüben Georii XII a. — IIII kupplenik habern vnd nach dem habern V a. — rabatt als die andern Edlinger. Kristan Lübonecz dient von ainer hüben Georii XII a. — IIII kupplenik habern vnd nach 1 dem habern V a. — rabatt als die andern Edlinger. Pernhart dient von ainer hüben Georii XII a.' — III kupplenik habern vnd nach dem habern V a. — rabatt als die andern Edlinger. Nesa Zelesnicza dient von ainer hüben Georii XII a. — IIII kupplenik habern und nach dem habern V a. —• rabatt als die andern Edlinger. «nach> fehlt im Codex. Jan es Tscherrne dient von Jüre des Alber hüben, die er in saczeweis inhat, Georii XII a. •— IIII kupplenik habern vnd nach dem habern V a. — rabatt als die andern Edlinger. Orsee von Wetternem dient von ainer hüben Georii VI a. — II kupplenik habern vnd nach dem habern III a — rabatt als ander Edlinger. A Nesa des Orseec muter dient von ainer hüben Georii VI a. — II kupplenik habern vnd nach dem habern III a. — rabatt als ander Edlinger. Kyssel Hennsei dient von ainer hüben Georii XVIII a. — VI kupplenik habern vnd nach dem habern VIII a. — rabatt als die andern Edlinger. Jüri Widemnik dient von ainer hüben Georii XII a. — IIII kupplenik habern vnd nach dem habern V a. — rabatt als die andern Edlinger. Marin Krayner dient von ainer hüben Georii XVIII a. — VI kupplenik habern vnd nach dem habern VIII a. — rabatt als die andern Edlinger. Martin Spören dient von ainer hüben Georii XII a. — IIII kupplenik habern vnd nach dem habern V a. — rabatt als ander Edlinger.' Miklaw Wall dient von ainer hüben Georii VI a. — II kupplenik habern vnd nach dem habern III a. — rabatt als die andern Edlinger. Derselb Wall hat aber ain hüben, dient davon Georii XII a. — IIII kupplenik habern vnd nach dem habern V a. — rabatt als ander Edlinger. Krise Schuster dient aber von ainer hüben Georii XII a. — — habern IIII kupplenik vnd nach dem habern V a. — rabatt als ander Edlinger. Herman dient von ainer hüben Georii XII a. — habern IIII kupplenik vnd nach dem habern V a. — rabatt als ander Edlinger. Derselb Herman hat inne ain tagwerch paws vnd I tagwerch wismat, dient davon X/ a. Lienhart des Herezogen sun dient von ainer hüben Georii XII a. — habern IIII kupplenik vnd nach dem habern V a. — rabatt als ander Edlinger. Janes Kobilakcher dient von ainer hüben Georii . . . " a. — habern . . . ,2 kupplenik vnd nach dem habern . . . ,2 a. — ra-batt als ander Edling er. Daselbs zum Kreivz bey der kyrchen sind III akcher vnd ainer an dem puchl, hat der richter hewr ausgelassen umb VII sch. Wienner vnd VIII Wienner phennige; aber von alter wer dieselben akcher hat inne gehebt, der hat davon gedient I scheffl habern vnd ist phlichtig gewesen ze gen vmb die frisching gen Lengen feld vnd auch, wenn der richter ainen vahen wolt, zum Newnmarkcht, solt er mit im gen mit ainem spiess. Sigelstorff die Edlinger Janes Sürbe dient von ainer hüben Georii XII a. — habern IIII kupplenik vnd nach dem habern V a. — rabatt als die andern Edlinger zum Krewz. Canczian dient von ainer hüben Georii VI a. — habern II kupplenik vnd nach dem habern III a. — rabatt als ander Edlinger. Caspar Schüster der Sneyderin sun dient von ainer hüben Georii VI a. — habern II kupplenik vnd nach dem habern III a. — rabatt als ander Edlinger. Lukan dient von ainer hüben Georii XXIIII a. — habern VI kupplenik vnd nach dem habern X a. — rabatt als ander Edlinger. Martin dient von ainer hüben Georii VI a. — habern II kupplenik vnd nach dem habern III a. — rabatt als ander Edlinger. Primus dient von ainer hüben Georii VI a. — habern II kupplenik vnd nach dem habern III a. — rabatt als ander Edlinger. Derselb Primus hat ain hüben inne vnd ist phlichtig davon, brief ze tragen von des gerichts wegen, wenn im der richter zusendet. Derselb Primus hat inne III akcher, maynt er, die sein frey vnd aygen, das schol der richter ervaren. Dewpplach Zu Nidern Dewpplach sind zwen gerten, ist vor ainer gewesen, davon dient man Georii VI a. — habern II kupplenik vnd nach dem habern III a. 2 Im Codex ein leerer Raum. Zu Chudein Juri daselbs dient von ainer hüben Georii VI a. — habern II kupplenik vnd nach dem habern III a. — rabatt als die andern Edling er. Miklaw des Jacoben sun dient von zwain hüben Georii XII a. — habern IIII kupplenik vnd nach dem habern V a. — rabatt als zwen ander E d 1 i n g e r. Vrban dient von ainer hüben Georii VI a. — habern II kupplenik vnd nach dem habern III a. — rabatt als ander Edlinger. Peter Schuster 'dient von zwain hüben Georii XII a. — habern IIII kupplenik vnd nach dem habern V a. — rabatt als ander zwen Edlinger. Des Zwettesch tochter dient von ainer hüben daselbs Georii VI a. — habern II kupplenik vnd nach dem habern III a. — rabatt als ander Edlinger. Krisan daselbs hat ain hüben inne, dient davon Georii VI a. — habern II kupplenik vnd nach dem habern III a. — rabatt als ander Edlinger. Nota das ist zu der kirchen verkaufft, doch sol das der herschafft an iren rechten an schaden sein. Zu Poppaw ist ain hüben, hat inne Matheus daselbs, dient davon Georii XII a. -— habern IIII kupplenik vnd nach dem V a. — rabatt als ander Edlinger. Bresicz. Jan es Mlatschnik hat inne III hüben, dient davon Georii XVIII a. — habern VI kupplenik vnd nach dem habern VIII a. — rabatt als ander drey Edlinger. Derselb Janes hat aber ain hüben inne daselbs, dient davon Georii VI a. — habern II kupplenik vnd nach dem habern III a. — rabatt als ain ander Edlinger. Fricze dient von ainer hüben daselbs Georii VI a. — habern II kupplenik vnd nach dem habern III a. — rabatt als ain ander Edlinger. Kris tan daselbs dient von ainer hüben Georii VI a. — habern II kupplenik vnd nach dem habern III a. — rabatt als ander Edlinger. Lawre Mresnik vom Newnmarkcht dient von ainer hüben Georii VI a. — habern II kupplenik vnd nach dem habern III a. — rabatt als ander Edlinger. Ambros Papes dient von ainer hüben Georii YI a. — habern II kupplenik vnd nach dem habern III a. — rabatt als ander Edling er. Ambros von Dollsanyn dient von ainer hüben Georii XII a. — habern IIII kupplenik vnd nach dem habern Y a. — rabatt als ander Edling er. Mathko Madre dient von ainer hüben Georii VI a. — habern II kupplenik vnd nach dem habern III a. — rabatt als ander Edlinger. Nota. Die vorgeschriben lewt im vrbar vnd. auch die Edlinger gebent jerleich ze stewr Michaelis YI markch a. vnd legent die selber vnder in an. Maloczepitsch, vogtey. Daselbs zu Maloczepitsch sind zwo hüben, gehorent genWitting, dient yegleiche I kupplenik habern. Daselbs zu Maloczepitsch sind aber zwo hüben, sind Nik 1 asen von Poymund vnd dient yegleiche I kupplenik habern. Daselbs zu Maloczepitsch sind aber II hüben, sind des pfarrer zu Kraynburg 3 vnd dient yegleiche hüben I kupplenik habern. Zu Synakawa ist ain hüben, die ist des Paradeiser vnd dient davon 1 kupplenik babern. Daselbs zu Synakawa ist ain hüben, gehört gen Michelsteten, dient davon I kupplenik habern. Daselbs zu Synakawa ist ain halbe hüben, die ist des Paradeiser, dient davon ain halbs kupplenik habern. N i k 1 a w Male dient von ainer halben hüben daselbs ain halbs kupplenik habern. Nota. Zwen kupplenik machent I mes, Kraynburger mes vnd derselb mes XII machent I mutt. Vogtay. Des von F r e y s i n g lewt zu L e n g e n f e 1 d dient vogtey yegleicher all jar ain jarigs lamp vnd sind der hüben XVIII. zu Othtschadaloch vnd Sab 1 och sind IX hüben vnd gehorent gen Veldes, dient yegleiche vogtey I mes habern, — I hun, — II pogatschen vnd yeder I fuder hew. 3 Im Codex: Kaynburg. zu Obern Tenatisch sind zwo hüben, gehörnt gen Michelsteten vnd aber zwo daselbs sind des Erasnus Stayner, dient yegleiche zu vogtey I kupplenik habern, -— I hun vnd zwo pogatschen. zu Nidern Tenatisch sind zwo hüben, gehörnt gen Michelsteten, — daselbs aine gehört gen Kraynburg zu Vnser Frawn bruderschafft, — daselbs aber aine, gehört den egenannten Stayner, dient yegleiche hüben zu vogtey I kupplenik habern, — I hun vnd zwo pogatschen. zu Letenicz sind zwo hüben, gehörnt den pharrer zu Kraynburg, — daselbs zway guter sind des Lamberger vnd des von Cili IHIguter, dient yegleiche hüben daselbs I kupplenik habern, — I hun vnd zwo pogatschen. In der stat zu Kraynburg. Nota. Die korn-mawt daselbs tregt bey X/VI markch. Die tuch- vnd viechmawt bey X/VII markch vnd darinne ist der gruntdienst, des ist yecz XIIII markch CXIIIL a. salcz-mawt vnd die klain mawt bey XXII markch. kramer-mawt bey XX markch. die gewondleich slatstewr XXIIII markch a. von yeder fleyschpankch XXIIII a., der sind yecz XIIII penkch vnd II lib. vnslit. yeder pekch all quatember IIII a., der sind yecz X. yeder schuster all jar XII a., der sind yecz X/. Nota. Das lantgerieht zu Kraynburg geet von Kraynburg über die Saw vncz zu dem gemawrtem krewcz, als sich die weg taylent vnd also nach der Saw auf vncz auf den guphel des Kraynperg vnd von dann vncz auf den guphel des Lewbel vnd von dem Lew bei nach dem gepirg vncz zu dem Seelein in der Ganker, mitten auf das wasser Ganker vnd von dem Seelein nach dem wasser der Ganker wider ze tal vncz gen Kraynburg. Nota. Aber der graff von Ortenburg hat einen galgen gen Rad-manstorff an der herschaft erlauben gesaezt. Nota. Auf den nachgeschriben dorffern vnd gutem, die dem von Freysingen zugehornt vnd gelegen sind hinder Lakch in P o 1 a n e r pfarr, hat die herrschafft zehenden allerlay trayd vnd auch allen klainen zehenden vnd viechzehenden: Mittheilungen des Musealvereines für Krain 1890. 4 zu Oberdorff auf VII hüben, zu Mitterdorff VII hüben, an der Triney VI hüben. zuLeskowicz, ze StodoryvndzuKopacznicza VIII hüben. Dobraw IX hüben. ze Lutsch noch VIII hüben. zu M a 1 e s k y w o r c h V hüben. zu Schabratsch vnd Vblach VI hüben. zu G a b r i a c h im dorff. im L o m V hüben. ze Dolentschiczsch VI hüben. ze VV o r d a VIII hüben. ze Chotaw 1 ach vnd Sredniwerda VIII hüben, ze Dolnicz VII hüben. zu Penkchen hie disshalb Polan III hüben. IV. Adelsperg. Nota. Vermerkt all zins, rennt, nucz und gult, so zu der herschafft Adelsperg gehörnt. Vrbar Mathestorff die Supp. Jane s Suppan daselbs dient von ainer hüben Georii X/ a. für I frisching, — Johannis Waptiste XXIIII a. — Michaelis XVI a. — waicz II mes Trieser mass,4 — III mes habern derselben mas, — vaschangrecht XII a. vnd I hun, — für ainen pflüg XVI a. — für rabatt XVI a. — ze ostern X ayr, — stewr. Stephan Thomecz sun dient von ainer hüben aller Sachen alsvil als der egenannt Jan es Suppan. Stephan Ybans sun dient von ainer hüben aller Sachen alsvil als der egenannt Janes Suppan. Von ainer hüben, darauff Miklaw Lusa gesessen was, dient alsvil als der egenannt Janes Suppan, sol mit ainem andern be-seczt werden. 4 Wahrscheinlich 'Priester mass. Mathia Stephan Hutter sun dient von ainer hüben alsvil als der egenannt Jan es Supp an. Jüre Wesselitsch dient von ainer hüben alsvil als der egenannt Jane s Suppan. Pawl Maroltitsch dient von ainer hüben alsvil als der egenannt Janes Suppan. Zu Sand Johanns. Thomas Marynko sun dient von ainer halben hüben Georii XX a. — Johannis Waptiste X a. — Michaelis VI a. — rokgen ain halbs mes Triester mass, — habern II mes, — vaschangrecht IUI a. vnd ain halbs hun, — Y ayr, — stewr. Nota. Daselbs zu S. Johanns sind IIII od hüben vor langer Zeit vnd dient nichts dann graspfennig. Grobritschach. VIreich daselbs dient von ainer hüben Georii X/ a. — Johannis Baptiste XX a. — Michaelis XII a. — rokgen I mes, — habern III mes, — vasch.angrecht VIII a. vnd I hun, — X ayr, — stewr (?). Pawl daselbs dient von ainer hüben aller Sachen als der egenannt Vlreich. Jure daselbs dient von ainer hüben aller Sachen als der egenannt Vlreich. Perrimus daselbs dient von ainer hüben aller Sachen alsvil als der egenannt Vlreich, hat noch zway jar freyung. Altendorff. Krisman daselbs dient von ainer hüben I markch a. C o n s s e dient von ainer hüben I markch a. Blas dient von ainer hüben I markch a. Thomas dient von ainer hüben I markch a. Janes dient von ainer hüben I markch a. Michel dient von ainer hüben I markch a. Nota. Dieselb zu Altendorff sind pflichtig zu rabatten ir yegleich einem hawptmann IIII tag, — dem ambtman auch IIII tag. Salog. Gregor daselbs dient von ainer hüben Georii X/ a. — Johannis Waptiste XX a. — Michaelis XII a. — waicz II mes, — habern III mes, — vaschangrecht VIII a. vnd I hun, — X ayr. Jacob Andres sun dient von ainer hüben aller Sachen alsvil als der egenannt Gregor. Nota. Daselbs sind zwo hüben bey X jaren od gelegen vnd dient graspfennig yegleich I markch a., etwenn mynner ettwenn mer. Rabatt als die zu Altendorff. Summa pfennigdienst der supp XVI markch CVIII aglr.5 5 Summa: agir, von anderer Hand beigefügt. (Fortsetzung folgt.) Die Chronik Pnzels aus dem krainischen Cistercienserstifte Siticb. Von Wlad. Milkowicz. Sitich, eines der ältesten Cistercienserklöster in Oesterreich. ist 1136 von Aquileja aus gegründet worden. Die Geschichte dieses grössten Stiftes von Krain ist noch wenig bekannt, und zwar aus dem Grunde, weil das Klosterarchiv verschollen ist. Doch fehlte es nicht an Versuchen,1 eine solche nach den erhaltenen, wenn auch spärlichen Quellen zusammenzustellen. Unter den Geschichtsquellen dieses Klosters nimmt den ersten Platz eine umfangreiche Stiftschronik ein, welche im Anfang des XVIII. Jahrhundertes ein Conventuale von Sitich Namens Paul Puzel verfasst hatte' und welche nur durch einen glücklichen Zufall vor der Vernichtung gerettet wurde. Es ist eine reichhaltige Quelle, nicht allein für die Geschichte Sitichs, sondern auch anderer Klöster in Innerösterreich und Kroatien, und gewinnt umsomehr an Bedeutung, als uns bis jetzt ausser einigen unbedeutenden historischen Notizen aus dem XV. Jahrhunderte2 keine anderen derartigen literarischen Producte aus Krain bekannt sind. Aus dieser Quelle hat man reichlich geschöpft, von ihr ist auch die ganze neuere Geschichtsliteratur Krains beeinflusst worden, und doch hat 1 Der erste Versuch von Richter im Illyrischen Blatt. 2 In einem jetzt in Wolfenbüttel befindlichen Codex. Sieh Heinemann: Die Handschriften der Bibliothek zu Wolfenbüttel, I. 187. man nicht getrachtet, zuerst ihre kritische Analyse durchzuführen. Man hat zwar auch die zu machen versucht,3 aber das gefällte Urtheil ist so günstig ausgefallen, dass dadurch fast gar nichts an der Sache verändert wurde und dass man sie vielmehr als anerkannt glaubwürdige Quelle eifrig abdruckte.4 Alles dies veranlasst uns, die genannte Chronik noch einmal genau zu prüfen, um ihren wahren historischen Wert bestimmen zu können. Puzels Chronik wird im Landesmuseum in Laibach aufbewahrt. Es ist ein Papiercodex, Klein-Quart, enthält XXIV -j- 669 Seiten in einer schönen, den Druck nachahmenden Schrift. Der lange Titel lautet: «Idiographia sive rerum memorabilium monasterii Sitticensis descriptio, qua eiusdem fundatio, situs, origo, iura et privilegia Caesarea, Pontificalia, Patriarchalia, libertates, immunitates, exemptiones, eminentiae, praerogativiae, inscriptiones, monumenta Imperatorum Ducum, Archiducum, Marchionum, Principum, Dynastarum, Comitum et Baronum graphice perstringuntur in gratiam piorum reli-giosorum, Curiosorum Lectorum et antiquitatum amatorum et investigatorum, Authore et Compilatore F. Patre Paulo Puzel Sacri et Exempli Ordinis Cisterciensis in Celeberrina Monasterio Sitticensi Professo Sacerdote Anno D. 1719.» Die Chronik ist gewidmet dem Abte Alexander Freiherrn von Engelshaus. Von dem Autor wissen wir nur wenig. Er ist in Rudolfswert 1669 geboren, trat am 8. December 1689 in das genannte Kloster, legte daselbst am 10. December 1690 die Profess ab und wirkte dort bis an seinen Tod (20. August 1721) als «regens chori» und «supprior». Dem Namen Puzel begegnete ich in den krainischen Urkunden schon im XIV. Jahrhunderte. In einer Urkunde des Klosters Miinkendorf ddto. 1304, 4'8 und in einer anderen von 1304 kommt unter den Zeugen ein «Ulrich der Puzel von Stein» vor. Aus den Urkunden des 3 Kozina im Jahresberichte der Oberrealschule zu Laibach 1865. 4 Schumi im Archiv für Krain I. und in dem Urkundenbuch I. und II. Klosters Michelstätten (1458) erfährt man, dass die Puzel in der Zirklacher Pfarre sich befanden, wo sie als Hubbesitzer genannt werden. Man sieht daraus, dass die Familie eine einheimische war. Auch scheint der Autor der deutschen Sprache nicht ganz mächtig gewesen zu sein, was daraus hervorgeht, dass er die deutschen Namen verdreht oder sie manchmal nur abzeichnet (S. 48). Dagegen schreibt er geläufig ungarische Namen, erklärt dieselben und zeigt eine grosse Ortskenntnis in Bezug auf Kroatien. Auf seine nichtdeutsche Abkunft lässt sich auch daraus schliessen, dass er öfter bei einem deutschen Namen oder einem deutschen Worte zu bemerken nicht unterlässt, dass es germánico idiomate so lautet. Liest man seine Chronik durch, so gewinnt man den Eindruck eines fleissigen, seinem Orden ergebenen und besonders auf den Ruhm seines Klosters bedachten Bernardiners, welcher sich mit dem Eifer eines jungen Ordensbruders wie auch mit Bedachtsamkeit und Schlauheit eines erfahrenen Weltmannes für die Interessen seines Stiftes und seines Ordens einsetzt und sich sogär nicht scheut, die Wahrheit preiszugeben, wenn jene es verlangen. Sein Werk ist auch der Ausdruck seiner Gesinnung, er sagt deutlich in der Vorrede (S. 1 bis 5), was für einen Zweck er dabei verfolgt. Zunächst will er den lebenden und den zukünftigen Klosterbrüdern die rühmliche Vergangenheit des Stiftes vor Augen führen, wie dasselbe nämlich von weltlichen und geistlichen Herrschern und Grossen mit verschiedenen Gnadenbezeigungen überhäuft wurde, wobei der hl. Maria als der Patronin des Ordens gedacht und ihr das ganze Verdienst zugeschrieben wird. Dies solle als Beispiel allen denjenigen Ordensbrüdern dienen, welche von dem wahren Pfade der Liebe abgewichen sind und von der Mutter Gottes von Sitich wenig erhoffen. Ferner ist es ihm — und das ist der praktische Zweck seiner Arbeit — darum zu thun, alle Besitzungen und Privilegien seines Klosters zu verzeichnen und nachzuweisen. Dies ist auch der Standpunkt, von dem wir seine Arbeit beurtheilen müssen. Fragen wir nach den Quellen, aus denen er schöpft, so finden wir dieselben von ihm selbst angegeben. Auf dem Blatte 6 bringt er den Katalog der Autoren, die er benützte. Ihre Zahl beläuft sich auf 25, doch sind diese für uns von geringer Bedeutung, weil er aus ihnen meist nur Thatsachen, welche nicht das Kloster, sondern allgemeine Geschichte betreffen, entnehmen konnte und welche uns auch anderweitig überliefert sind. Und nur, weil in diesem Verzeichnis auch ungedruckte Handschriften genannt werden, theile ich es mit. Abrahamus Bokschai Andreas Eggerer Antonius Bonfinius Antonius Stiefif Aeneas Sylvius Casparus Bruschius Ephem. Ign. Reiffenstull Franciscus Mezger Gabriel Bucellinus Genealogia Gallenberg Hieromias Drexelius Horatius Tursellinus Josephus Mezger Zum Schlüsse erwähnt er Manuscripta Sitticensia, Landt-strasensia, Steinensia, Rudolfswertensia, varia scripta amanu-ensia und Privatcorrespondenzen. Auch beruft er sich mitten in der Erzählung oft auf seine Quellen. So erwähnt er S. 53 eine «series abbatum», S. 69 ein Nekrolog «in libro mortu-orum nostrorum familiarium benefactorum invenitur manuscrip-tum rubro colore notatum»; S. 83 sagt er: «Item, hoc anno leguntur in illo maximo libro ex parte prioris et succentoris, introitus prisco veterum patrum charactere et testimonio con-scripti (!) sub expressione et annotatione horum verborum circa finum: finitus est hic liber per manus fratris Georgii sub Udalrico abbate anno d. 1454.» Joh. Lud. Schönleben Martinus Settivany Nicolaus Isthvanffius Joannes Bussieres Emericus Forgacs Petrus de Rewa Paulus Mezger Paulus Ritter Romanus Hay Sebastianus Penzinger Thomas Höfflich Weichardus Valvasor. Trotz dieses scheinbaren Reichthums an dem ihm zu-gebote stehenden Quellenmaterial klagt er, dass vor ihm niemand sich mit der Klostergeschichte beschäftigt habe und dass weit mehr hätte ans Licht gezogen werden können, wenn seine Vorgänger etwas aufgezeichnet und nicht auf das untreue Gedächtnis sich verlassen hätten, oder wie er sich an einer anderen Stelle lateinisch geschickt ausdrückt: «nisi (multa), a nemine antecessorum notata non in aures sed in auras abiissent.» (Blatt 4, 5.) Man könnte beinahe durch dieses reiche Citiren der Quellen getäuscht, durch seine schönen Klagen leicht bestochen werden. Dies ist auch bei vielen der Fall gewesen. Doch sieht das alles im Lichte der Kritik etwas anders aus. Ohne Zweifel hat unser Autor Originalurkunden gesehen und benützt, aber deren Zahl wird sehr gering gewesen sein. Schon aus dem Grunde, weil er der deutschen Sprache nicht ganz mächtig war und die deutschen Urkunden nicht lesen konnte, war es ihm nicht möglich, aus dieser Quelle reichlich zu schöpfen. Und dass man ihm von Seite des Stiftes als dem angeblichen Klosterhistoriographen, wie ihn einige nennen, nicht das ganze Klosterarchiv zur Verfügung gestellt hatte, das erhellt aus seinen Worten, durch die er sich verräth, indem er sagt (S. 374): «ut patet ex literis a me serriel in cancel-laria visis.» Auf das Citiren der Quellen können wir uns also bei ihm nicht ganz verlassen und dürfen nicht glauben, er habe dieselben selbst eingesehen. So findet sich z. B. die schon oben citirte Stelle (S. 83) noch einmal wörtlich wiederholt auf S. 351: «item leguntur in illo maximo libro . . .» etc., was nicht möglich gewesen wäre, wenn das seine eigenen Worte wären, und wir müssen sagen, dass er die betreffenden Notizen sammt dem Citat einem anderen Autor entnommen habe und sie zweimal, und zwar mit demselben Fehler «conscripti» statt «conscripto» (libro), bringt. Dass dies keine ungerechte Vermu-thung ist, beweist eine andere Stelle (S. 359, 360), wo er Valvasor und dessen Quelle, die «Manuscripta provinciae», citirt. Auf Grund dessen können wir von den von ihm an- geführten Quellen nicht immer sagen, er habe sie selber gesehen und benützt, er ist, wie er sich auf dem Titelblatt selbst nennt, hauptsächlich ein Compilator, und wenn er z. B. eine Inschrift auf einem Dachziegel selbst entzifferte,5 6 da sagt er deutlich (S. 359): «A me, qui haec scribo et noto propriis oculis visas (tegulas).» Die weitere Untersuchung wird das Gesagte noch bestätigen. Auch seine Klage, niemand habe vor ihm um die Klostergeschichte sich bekümmert (quod neglexere ii, qui me praecessere), darf man nicht vollinhaltlich gelten lassen. Drei Jahre vor seinem Eintritte in das Kloster starb dort Wolfgang Scharf aus Lack (am 27. Juli 1686 nach Puzels eigener Angabe S. 570). welcher sich mit der Geschichte seines Klosters befasste und aus dessen Nachlass dann Jos. Wendt von Wendten-thal Urkundenverzeichnisse anlegte, die in Marian Fiedlers Werke (Bd. 7) übergegangen sind. Auch sind die im XVII. Jahrhunderte angelegten, jetzt im Domcapitelarchiv in Agram befindlichen und von Seb. Brunner0 veröffentlichten Klosternotizen ohne Zweifel in Sitich entstanden. Ein anderes Urkundenverzeichnis sammt dem Katalog der Aebte und der Gründungsgeschichte findet sich in einem Codex der Wiener Hofbibliothek Nr. 7250. Das mindert jedoch nicht sein Verdienst; er bleibt der erste Chronist des Stiftes Sitich. Seine Chronik, welcher eine epístola dedicatoria, eine praefatio ad lectorem und eine descriptio monasterii sammt den Gründungsurkunden vorausgehen, besteht aus vier Theilen: I. Epitome chronologica rerum memorabilium, nach Jahrhunderten geordnet, welche er prima, secunda etc. Synopsis nennt. Der ersten Synopsis (1135 bis 1200) schickt er eine Weltchronik voraus, die er mit dem Jahre 1000, und zwar mit der Notiz über die Gründung des Graner Erzbisthums beginnt und in 5 Nebenbei bemerkt, falsch entzifferte, denn er las die Jahreszahl 1507, in welchem Jahre Urban Abt gewesen sein soll, was den Urkunden widerspricht, eher war es 1517. 6 In Studien und Mittheilungen aus dem Benedictinerorden, 1881, Bd. II. 66. Oder vielleicht sind sie auch von Scharf angelegt. der er sich auch ferner meistens mit Ungarn beschäftigt, was ein besonderes Licht auf sein Verhältnis zu dem östlichen Reiche wirft. Die siebente und die letzte Synopsis endet mit dem Jahre 1715. II. Abbatographia seu catalogus abbatum (S. 331 bis 450). III. Parographia seu catalogus parochiarum (S. 451 bis 542), worin 28 Pfarren sammt ihren Filialkirchen, welche dem Stifte einverleibt waren, beschrieben werden. IV. Nekrologe (der Aebte, der Klosterbrüder, der Conversen, der Päpste, der Aquilejer Patriarchen, der Gründer und Wohl-thäter und anderer Personen, die dem Kloster nahe gestanden sind) S. 549 bis zu Ende. Dieser Theil trägt die Jahreszahl 1717. Schon Kozina hat sich Mühe gegeben und zu zeigen gesucht, wie jeder einzelne Theil entstanden sei. Er hat andere, jetzt im krainischen Landesmuseum sich befindende Handschriften aus Sitich mit Puzels Werk verglichen, und zwar: 1.) Chronographium, welches bis 1646 reicht, sehr nachlässig und fehlerhaft geschrieben ist und welches auch Puzel bekannt gewesen sein muss, weil einzelne Stellen ganz übereinstimmen, wenn nicht beide auf eine gemeinschaftliche Quelle zurückzuführen wären. 2.) Nekrolog von P. Puzel in Klein-Quart. 3.) Parographia, Klein-Quart, ebenfalls von Puzels Hand geschrieben. Wichtiger aber als diese, welche Kozina zum Vergleiche heranzieht, ist ein Codex der Wiener Hofbibliothek, Nr. 10550. Es ist ein Papiercodex von 138 Blättern, von Puzels Hand geschrieben, obwohl erst vom Blatt 128 die Schrift derjenigen im Laibacher Codex vollkommen gleich ist. Wir haben in diesem Wiener Codex die erste grössere Arbeit Puzels. Sie umfasst nur die Abbatographia und die Chronik oder Synopsis Chron-idiographica (Blatt 59 zu Ende). Die Abbatographia schliesst mit dem Abte Ludwig Raumb-schissl (j- 5. December 1687), obwohl noch die Ereignisse des Jahres 1694 erwähnt werden. Wichtiger ist dieser Codex zur Beurtheilung seiner grossen Idiographia, welche eine Zusammenfassung aller seiner früheren Arbeiten ist. Einige Theile, wie die siebente Synopsis und die Abbatographia, sind auch in seinem neueren Werke erweitert, auch geändert und ver- bessert worden. Da in dem Wiener Codex die Synopsis und die Abbatographia, im krainischen Landesmuseum wieder die Parographia und die Nekrologe von seiner Hand geschrieben sich finden, so haben wir alle Theile seiner Idiographia doppelt. Der Autor hat darin sehr viel Material zusammengetragen. Es fragt sich nur, inwieweit er selbständig und glaubwürdig ist. Um eine Antwort darauf geben zu können, müssen wir jeden Theil besonders besprechen. Der erste Theil: «Epitome chronologica» bezeichnet, besteht, wie gesagt, aus sieben Synopsis und enthält Urkunden in Auszügen oder vollständig. Kozina (S. 14 ff.) suchte, indem er die Chronik mit dem Wortlaut der Urkunden verglich, nachzuweisen, dass unser Chronist die Urkundenausdrücke stets wahrheitsgetreu wiederzugeben bemüht war. Wenn auch damit, nebenbei gesagt, noch nicht erwiesen ist, dass Puzel die Urkunden selbst benützte, so wird es sich zeigen, dass man sogar von dieser angeblich wahrheitsgetreuen Wiedergabe der Urkundentexte nicht viel halten kann. Es ist nämlich schon oben erwähnt worden, dass seine Urkundenregesten mit denen des älteren Chronographiums oft wörtlich übereinstimmen, wofür sich in seinem Buche viele Belege finden lassen, und dies allein beweist schon zur Genüge, dass Puzel hauptsächlich aus abgeleiteten Quellen schöpfte. In dieser unserer Meinung bestärken uns auch die oben berührten Fehler, die er in seinen Quellencitaten begeht und die ebenfalls nur das Abschreiben derselben verrathen. Wir sind aber imstande, noch andere Beweise dafür anzuführen, dass er die Urkundentexte nicht getreu in sein Werk herüberzunehmen bemüht war. Indem er z. B. zum Jahre 1274 die Schenkungen der Scharfenberger anführt, bemerkt er: «idque in recompensationem damnorum monasterio illatorum tempore rebellionis, dum clerus religiosos fratres suis constrixisset legibus ac bona patriarchalia invales-centi haeresi cum praediis ablata fuissent.» Die betreffenden (zwei) Urkunden sind uns erhalten,7 wissen uns aber von allen Landesmuseum Laibach. diesen interessanten Dingen nichts zu erzählen. Es heisst darin nur, die Brüder von Scharfenberg haben sich an Leuten und Gütern des Klosters vergriffen. Und dieselbe Stelle, die er bei Gelegenheit der Schenkung der Scharfenberger bringt, lesen wir mit geringfügigen Modificationen noch einmal zum Jahre 1278. Dazu tritt noch ein anderer Umstand. Bei der Erwähnung einer Schenkung vom Jahre 1308 bezeichnet er seine Quelle mit den Worten: «ut in pervetustis libris legitur et in-venitur», oder auf S. 453: «prout in reliquis cartophylaciis quídam mansi seu hubae monasterio donatae, sunt sub plebe s. Viti notatae.» Es liegt nahe, dabei an die Urbare zu denken, die ihm wahrscheinlich Vorgelegen haben, denn er gebraucht nie den Ausdruck über, wenn er von Urkunden spricht Seine Regesten machen auch durch ihre Kürze den Eindruck, als ob sie in vielen Fällen nach einem Urbar zusammengestellt worden wären. Aber unser Chronist theilt uns auch Urkunden ihrem vollen Inhalte nach mit, und zwar die wichtigeren. Dies erhöht den Wert seines Werkes. Um aber ein endgiltiges Urtheil über diesen ersten Theil seiner Idiographia zu fällen, müssen wir noch das Verfahren, welches er dabei beobachtete, ins Auge fassen. Es ist oben gesagt worden, dass er zugleich die Rechte seines Klosters auf die Freiheiten und Besitzungen nachweisen wollte. Dass er diesem Zwecke alles andere unterordnete, ist begreiflich. Um nicht weit zu suchen, mache ich aufmerksam auf jene Stelle, welche sich auch bei Kozina findet (1. c. S. 16), wo Puzel in der Urkunde des Patriarchen Gregor, welcher die freie Gerichtsbarkeit dem Kloster ertheilt, die Worte «excepto in causa sanguinis» in «etiam in causa sanguinis» ändert, woraus freilich noch nicht gefolgert werden kann, dass er es wissentlich that, denn er konnte ebenso diese Fälschung aus zweiter Quelle herübergenommen haben. Aehnlich wird es auch sein mit dem Fischereirechte, welches angeblich Albrecht III. 1369 dem Stifte ertheilt hat und kraft dessen es den Sitichern erlaubt gewesen sein sollte, in allen Gewässern Krains und der Mark zu fischen. Mit Bestimmtheit lässt sich nur ein Privileg Kaiser Friedrichs aus dem Jahre 1459 nachweisen, durch welches dem Kloster der Fischfang bloss im Zirknitzer See, und dies nur bis auf Widerruf, erlaubt wurde — und man weiss ja, dass die Privilegien eher vermehrt als vermindert wurden. Uebrigens wäre es wohl verständlich, dass es dem Stifte freistand, in allen Gewässern der sogenannten windischen Mark zu fischen, und dies nicht auf Grund eines speciellen Privilegs, sondern weil Sitich zu dieser Zeit schon in der ganzen Mark zerstreut liegende Güter und Zehenten besass. Dass aber unser Chronist auch selbst den Text willkürlich zu ändern sich erlaubte, beweist der Vergleich einiger Stellen mit dem oben citirten Wiener Codex. Prüfen wir z. B. die Schenkungsurkunde des Patriarchen Peregrin aus dem Jahre 1145. Dieselbe befindet sich im Wiener Codex auf dem Blatte 62, im Laibacher Codex auf dem Blatte 10. Nach der Arenga und den Worten «quasdam possessiones . . . addidimus» unterbricht er diese Urkunde im Wiener Codex mit den Worten «verum antequam easdem (possessiones) recenseamus» und schiebt eine Urkunde, die Incorporation der Pfarre St. Veit betreffend, ein, welche sich im Laibacher Codex nicht findet. In diesem bringt er hingegen die genannte Urkunde Peregrins vollständig, und von der Incorporation der St. Veiter Pfarre spricht er zwar zum Jahre 1145, aber an einer anderen Stelle (S. 7) und macht daraus eine besondere Urkunde.8 Indessen ist es bekannt, dass die Pfarre St. Veit erst 1389 incorporirt wurde, was Papst Bonifaz IX. im Jahre 1403 bestätigte. Er wollte aber nur die Besitzungen und Privilegien seines Klosters möglichst alt erscheinen lassen. Wir führen noch ein Beispiel an, welches wahrscheinlich auch auf die Rechnung des Autors selbst zu setzen sein wird. Zum Jahre 1140 erzählt er, Patriarch Peregrin, dem er alles 8 Ebenfalls von Schumi, Urkundenbuch I., abgedruckt. Gute zuschreibt, habe auf Bitten mehrerer Adeligen sich beim Ordenscapitel verwendet, dasselbe möge dem Stifte erlauben, die weltlichen Klosterwohlthäter im Kloster begraben zu dürfen. Wir können zwar diese Nachricht an der Hand der Originale weder bestätigen noch widerlegen, aber sie kommt schon aus dem Grunde uns zu verfrüht vor, da noch 1180 die Bestimmung des Generalcapitels lautete: «in oratoriis non sepeliuntur nisi reges, reginae, episcopi, in capitulis abbates.»9 Nach dem Gesagten wird es klar sein, dass wir uns, was die ältere Zeit betrifft, auf Puzel nicht verlassen können. Die angeführten Beispiele genügen, um die bisher unbedingt anerkannte Glaubwürdigkeit seiner Chronik stark zu erschüttern. Ausserdem unterliefen ihm selbstverständlich neben diesen willkürlichen Aenderungen auch gewöhnliche Fehler, die, wie Kozina richtig bemerkt, bei einer grösseren Arbeit unvermeidlich sind. Er setzt z. B. den Vertrag, welchen das Stift mit den Herren von Landstrass geschlossen hatte, zum Jahre 1277, während derselbe zum Jahre 1267 gehört. Haben wir einerseits die Mängel seiner Chronik hervorgehoben, so muss andererseits gesagt werden, dass die grosse Mehrheit der von ihm verzeichneten Thatsachen der Wahrheit entspricht und durch erhaltene Originale bestätigt werden kann und dass der grosse Wert seiner Arbeit nur durch den Mangel an Kritik eingeschränkt wird. Man hat daher nur den Wert seines Werkes überschätzt. Das letztere geschah meist aus dem Grunde eben, weil sich darin das Material gesammelt findet und daher leichter zu benützen war, als die überall zerstreuten Urkunden. Vergleicht man seine Chronik mit jener aus dem steiermärkischen Kloster Reun aus dem XVIII. Jahrhunderte, welche von dem Reuner Conventualen Alanus verfasst wurde, so wird das Urtheil zu Gunsten des Chronisten des Mutterklosters Reun ausfallen müssen. Alanus ist viel 9 In der niederösterreichischen Cisterze Hl. Kreuz ist die erste Kloster* sepultur aus dem Jahre 1203 bekannt, und zwar war es bei Herzog Friedrich der Fall. Font. rer. austriac., XI. 31. kritischer als sein älterer Vorgänger aus dem Tochterstifte Sitich. Vieles, was Puzel offenbar absichtlich verschwiegen hat, erfahren wir nur aus dem Werke Alanus’.10 Der zweite Theil des Puzel’schen Werkes, die sogenannte Abbatographia, ist im Vergleich zu der ersten Fassung, die uns, wie gesagt, in dem oben citirten Wiener Codex vorliegt, nur unbedeutend erweitert. Fragen wir nach deren Quellen, so fällt vor allem die Uebereinstimmung mit dem Katalog der Aebte bei Valvasor11 auf, was die Zahl der Aebte, Disposition und die Ausdrucksweise betrifft. Man hat dies auf eine gemeinschaftliche Quelle zurückgefiihrt,12 jedoch muss man annehmen, dass er neben dieser — und das wird jene series abbatum sein, die er oft erwähnt — auch Valvasor selbst abgeschrieben hat, da er, wie oben berührt worden, Valvasor und seine Quellen citirt, was gerade bei der Abbatographia der Fall ist. Welche nun seine Quelle auch gewesen sein mag, immerhin war dieselbe nicht besonders alt und nicht zuverlässig, was er selbst oft zugesteht, indem er z. B. von dem Abte Laurenzius (1429) sagt: «in Serie abbatum non inveni-tur.» Abgesehen davon, dass die Angaben bei den älteren Aebten falsch sind (z. B. der erste Abt Vincenz soll 1150 gestorben sein, und wir finden ihn in den Urkunden noch 1163 u. s. f.), kennt er manche Aebte gar nicht (z. B. den Abt Johann, urkundlich 1336 bis 1338 nachweisbar), und was gerade am auffallendsten ist, er kann die Abtreihe des XVI. Jahr-hundertes (!) nicht hersteilen. Mit Recht eifert daher der Chronist des Klosters Reun, Alanus, welcher im XVIII. Jahrhunderte lebte, gegen die Siti eher Abtkataloge, indem er sagt: «Derjenige muss im Schlafe versunken gewesen sein, welcher den Abtkatalog von Sitich zusammengestellt hatte.» 13 10 Das Original befindet sich im Stifte Reun, eine Abschrift im Johannen m zu Graz. 11 VIII. S. 695. 12 Kozina 1. c. 13 Somniasse reor illum, qui seriem abbatum Sitticensium contexuit. Alanus I. 815. Vide Radies, Die Gegenäbte S. 114. Das bestätigt auch unsere oben ausgesprochene Ver-muthung, dass Puzel nicht nach Originalen gearbeitet haben kann. Begreiflich ist dagegen, wenn die scandalösen Ereignisse, die in seinem Kloster sich zugetragen haben, von ihm verschwiegen werden, z. B. der Streit zwischen den Gegenäbten Albert und Peter am Ende des XIV. Jahrhundertes. Mit Ende des XVI. Jahrhundertes nimmt seine Abbato-graphia an Interesse zu. Besonderes Lob spendet er den Aebten Johann Weinzierl (1647 bis 1660) und Maximilian Mottoch (f 1680), welcher letztere sich z. B. weigerte, nach seiner Wahl den von der Regierung verlangten üblichen Revers auszustellen. Wenn wir schon die Mängel seiner Abbatographia scharf hervorkehren mussten, so sei doch zu seiner Rechtfertigung gesagt, dass im Kloster in Wirklichkeit keine ältere series abba-tum vorhanden gewesen sein muss und man auch die rechten Spuren verloren hat, denn in einer Urkunde vom Jahre 1625 wird Abt Jakob Reinprecht als der 37. bezeichnet, während man an der Hand verlässlicher Urkunden bis zum Jahre 1625 eine bedeutend grössere Zahl von Aebten nachweisen kann. Schon bei Puzel ist Jakob Reinprecht der 39. Abt. — Andere Nachrichten, die unser Autor bringt, sind oft von grossem Interesse. Besonders gut scheint er z. B. über die Karlstädter Militärgrenze unterrichtet gewesen zu sein, zu welcher Sitich in steter Beziehung stand, da es zur Erhaltung von Karlstadt beitragen musste. In der Abbatographia hat Puzel alles von den Aebten Wissenswerte zusammengetragen, wobei er seinen Blick auch auf die allgemeinen Begebenheiten stets gerichtet hält. Ueber den dritten Theil seines Werkes, über die Paro-graphia, ist wenig zu sagen. Alle dem Kloster incorporirten oder nur unterstehenden Pfarren sammt ihren Filialkirchen sind hier von ihm verzeichnet und die Geschichte einer jeden kurz besprochen. Wenn auch dieser Theil kein allgemeineres Interesse beanspruchen kann, so ist er für die Kirchengeschichte des Landes wichtig, weil er uns die damaligen kirchlichen Zustände klar vor Augen führt Aus Puzels Parographia sind wir erst imstande, die grosse Bedeutung, welche das Stift Mittheilungen des Musealvereines für Krain 1890. Sitich hatte, und die wichtige Rolle, die es im Lande spielte, zu erkennen. Nicht weniger als 28 Pfarren sammt ihren 299 Filialkirchen unterstanden dem Siticher Abte, welcher als Erzpriester alle Geistlichen des ihm untergebenen Gebietes zu den jährlich abgehaltenen Synoden berief. Puzels Zusammenstellung ist sehr übersichtlich, und wenn auch eine Ueber-einstimmung mit den Angaben Valvasors nicht zu leugnen ist, was auf eine gemeinschaftliche Quelle zurückgehen kann, so ist ebenso eine Selbständigkeit hier nicht zu verkennen. Aus der Parographia bietet Kozina einen kurzen Auszug. Es bleibt uns nur noch übrig, den vierten Theil seines Werkes, die Nekrologe, zu besprechen, und zwar umso eingehender. als man bisher auf diesen Theil einen besonderen Wert gelegt und auch viel abgedruckt hatte. Vor allem würde es sich darum handeln, darzulegen, ob und welche ältere Vorlagen ihm zugebote standen. Mit Gewissenhaftigkeit allein, die zu Gunsten des Autors ins Treffen geführt wird, ist der Kritik nicht gedient, weil er alle Fehler, welche ihm zur Last gelegt wurden, aus seiner Vorlage, wenn auch gewissenhaft, abgeschrieben haben konnte. Durchblättern wir diesen Theil seiner Idiographia, so werden wir auf den ersten Blick von der Fülle des Materials überrascht — er bringt ja acht verschiedene Nekrologe — und von dem Ordnungssinn des Autors bestochen, denn er hat alle Todtennamen innerhalb eines Zeitraumes von 100 Jahren alphabetisch geordnet. Daher erklärt es sich, warum Kozina, Schumi u. a. davon so viel abgedruckt haben. Kozina (S. 7) sagte: «Das Nekrolog Puzels ist gewiss alten Nekrologen entnommen, dafür bürgt seine grosse Gewissenhaftigkeit.» Doch verhält es sich damit anders! Erstens fragen wir, was wir von diesen langen Columnen haben, in denen nichts anderes steht, als nur das obligate: admodum rever. p. Mathaeus oder Petrus oder gar z. B.: admod. rev. p. Nicolaus adm. rev. p. Nicolaus und adm. rev. p. Nicolaus u. s. f. Wenn wir noch so andächtig diese langen Reihen blosser Vornamen anschauen, so können wir damit nichts beginnen. Ferner tritt noch ein anderer Umstand hinzu, nämlich der, dass unser Autor in seiner Oekonomie so weit gegangen ist, in jedem Jahrhundert nur 50 Klosterbrüder von dem Tode hinwegraffen zu lassen. Ist es niemandem aufgefallen oder hat man dies für möglich gefunden ? Dadurch, dass der Autor die chronologische Ordnung seiner Vorlage — wenn diese überhaupt viel älter war und eine solche Anordnung hatte — zerstört und dann die Namen nach Jahrhunderten und innerhalb dieser Zeiträume dieselben dann alphabetisch geordnet hatte, benahm er seinem zusammengeworfenen Material den ursprünglichen Wert. Schliesslich ist es, wie schon gezeigt wurde, auch mit der Gewissenhaftigkeit unseres Autors nicht so gut bestellt, als man glaubte. Freilich lässt es sich in Bezug auf die Nekrologe nicht sagen, der Autor habe sie mala fide ihrer ursprünglichen Form entkleidet, aber hier zerstört sein naiver und starrer Ordnungssinn den Wert, welchen seine Arbeit haben konnte. Die meisten in Puzels Werke vorhandenen Nekrologe scheinen sogar von ihm selbst zusammengestellt oder nach nicht viel älteren Zusammenstellungen gearbeitet zu sein. Die Jahresdaten, die er dem Nekrolog der Klosterwohlthäter beigeschrieben hat, bezeichnen nicht die Todesjahre, sondern die Jahre, in welchen die Schenkungen von den betreffenden Personen gemacht worden waren. Es sind also, besser gesagt, Verzeichnisse der Klosterwohlthäter, die vor ihm schon im Kloster vorhanden gewesen sein müssen, weil wir solche auch bei Valvasor finden. Wenn überhaupt ein Nekrolog im Kloster angelegt worden war, so geschah dies vermuthlich 1350, in welchem Jahre die Confraternität zwischen Sitich und Reun, oder 1386, als eine solche mit den Benedictinern von Obern-burg geschlossen wurde. Noch eine Möglichkeit darf nicht verschwiegen werden, nämlich die, der Autor habe die älteren Nekrologe, wenn solche auch im Kloster sich befanden, vielleicht nicht einmal eingesehen. Denn wie kommt es, dass er das Todesjahr der grossen Wohlthäterin von Sitich, der Herzogin Viridis, Leopolds III. Witwe, welche sogar als Stifterin gefeiert und verehrt wurde, nicht mit Bestimmtheit anzugeben weiss, sondern neben seinem Datum auch das eines anderen älteren krainischen Geschichtschreibers, Schönlebens, anzuführen für gut findet (S. 6oi);14 in dem älteren, auch von ihm (S. 69) citirten «liber mortuorum nostrorum familiarium bene-factorum» muss gewiss das Todesjahr derselben eingetragen gewesen sein. Nach ihm wäre sie 1424, nach Schönleben 1425 gestorben. Beide Angaben sind falsch, denn 1414 wird sie in einer Urkunde des Herzogs Ernst als verstorben erwähnt. Auf Grund dessen kommen wir zum Schlüsse, dass die sogenannten Nekrologe Puzels, wir müssen sagen, keinen Wert beanspruchen können. Für die ältere Zeit bieten sie nämlich sehr wenig und nur für die neuere Zeit könnte zum Zwecke der Localforschung etwas daraus gewonnen werden. Viel besser scheint ein jüngeres, kurz vor der Aufhebung des Klosters angelegtes und ebenfalls im krainischen Landesmuseum aufbewahrtes Nekrolog zu sein,15 denn in diesem ist wenigstens die chronologische Ordnung der älteren Vorlage beibehalten worden. Es erübrigt uns noch, die Entstehungszeit des Puzel-schen Werkes zu bestimmen. Auf dem Titelblatt befindet sich die Jahreszahl 1719. In diesem Jahre starb der Abt Anton Gallenfels, und Puzel widmete sein Werk dem Nachfolger Alexander Baron von Engelshaus. In der Abbatographia ist der Tod des Abtes Anton nicht mehr von Puzels Hand eingetragen worden, und weil er auf S. 395 sagt: «hoc currente anno 1716», so können wir annehmen, dass die Abbatographia 1716 abgefasst, beziehungsweise geschrieben wurde. Auf dem Titelblatt des vierten Theiles, nämlich der Nekrologe, 14 Schumi hat diesen Theil als den wichtigsten im Archiv I. 190 abgedruckt. ,0 Leider trägt dieses ebensowenig wie andere Codices eine Signatur. steht die Jahreszahl 1717. Somit liegt es nahe, zu vermuthen, dass er 1715 den ersten Theil, d. i. die Epitome, beendigt hatte. Interessant ist noch sein Verhältnis zu den Aebten, unter denen er lebte. Seine ersten Necrologia und seine erste Parographia, welche in besonderen Bänden im Rudolfinum erhalten sind, hat er dem Abte Anton gewidmet. Es ist zu vermuthen, dass er auch seine grosse Idiographia ihm zuerst gewidmet habe, sobald er mit ihr fertig geworden war (vermuthlich 1718), denn es ist doch höchst merkwürdig, dass die ersten vier Blätter, welche den Titel, die dedicatio und praefatio ad lec-torem enthalten, erst später hineingeklebt wurden. Der ganze Codex ist zusammengenäht, nur diese Blätter sind lose und beschrieben, und zwar von seiner Hand, aber in einem Schriftcharakter, der sie von den weiteren Blättern deutlich unterscheidet. Die Vermuthung liegt nahe, er habe nach dem Tode des Abtes Anton, auf den das ursprüngliche Titelblatt und die Dedicatio lautete, die ersten Blätter herausgerissen, sein Werk nun dem neuen Abte dedicirt und somit neue Blätter hineingeben müssen. Wir sind mit der Besprechung des Puzel’schen Werkes zu Ende. Wenn es auch, wie nachgewiesen wurde, für die ältere Zeit mit grosser Vorsicht zu gebrauchen ist und wenn ihm auch grosse Mängel anhaften, so bleibt es doch eine Schatzkammer für die Geschichte des Stiftes Sitich, des Landes Krain und der angrenzenden Gebiete. Vieles würde unbekannt geblieben sein, wenn er nicht seine reichhaltige Chronik geschrieben hätte. Ihre strenge kritische Prüfung war nothwendig, denn sie beeinflusste, wie gesagt, in hohem Grade die ganze neuere Geschichtschreibung Krains. Nicht vor ihrem Gebrauch abzuschrecken, sondern vielmehr zur vorsichtigen Benützung derselben zu ermahnen, ist der Zweck der vorliegenden Kritik. Auch aus anderen Gründen verdient das Werk Puzels eine grössere Beachtung. Puzel ist der erste, welcher mit Begeisterung und grossem Fleisse eine grössere Stiftschronik schrieb, wenn ihm auch andere Arbeiten Vorgelegen haben müssen. Seine Bemerkung, niemand vor ihm habe sich mit der Klostergeschichte befasst, haben wir zwar als unbegründet zurückweisen müssen, aber das berührt nicht im geringsten seine Autorsehre. Es spiegelt sich in diesen seinen Worten so recht die Anschauung seiner Zeit, welche zwischen dem Autor und dem Abschreiber keinen Unterschied wusste, und schliesslich werden das kleinere Arbeiten gewesen sein. Puzels fleissige Arbeit, welche als ein schönes Denkmal des grossen krainischen Stiftes betrachtet werden muss, konnte auf das Stiftsleben nicht ohne Wirkung bleiben. Wenn daher im XVIII. Jahrhunderte eine rege literarische Thätigkeit im Kloster erwachte — Linhart schrieb die erste Geschichte Krains, Robert Kuralt ein juridisches Werk, Ignaz Fabiani eine Moralphilosophie — so wird das zum grossen Theile auf den Einfluss der Thätigkeit Puzels zurückzuführen sein, welcher mit flammenden Worten seine Klosterbrüder dazu anzueifern suchte. In hohem Grade charakteristisch ist auch seine Gesinnung, die er als Ordensbruder der weltlichen Macht gegenüber an den Tag legt. Er möchte die alten Privilegien seines Ordens wieder zur Geltung bringen, er lobt den Abt, welcher den Revers, den die Regierung bei seiner Installation verlangt hatte, nicht unterschreiben wollte — kurz, sein Werk ist das Abbild der nach der durchgeführten Gegenreformation neu erwachenden Kraft des österreichischen Mönchthums. Krains mittelalterliche Handelsbeziehungen zu den Städten an der adriatischen Küste. Von Prof. S. Rutar. Als die älteste Handelsstrasse Krains müssen wir diejenige betrachten, welche in nordost-südöstlicher Richtung durch das Land geht und die mittleren Donauländer mit dem adriatischen Meere verbindet. Schon lange bevor die Römer Aquileja gegründet hatten, bestand an der Mündung des classischen Timavus (St. Johann bei Duino), also an der innersten Einbuchtung des adriatischen Meeres, ein sicherer Hafen und dabei ein viel besuchter Marktplatz. Das Alter desselben wird in die graueste Zeit zurückverlegt, indem schon der thracische Held Diomedes hier geweilt haben soll. Demnach knüpfen sich an den Namen Timavus die ältesten Sagen und die ersten Lichtpunkte in der Culturgeschichte des westlichen Europa. Schon der älteste griechische Geograph Skylax erwähnt 500 Jahre vor Christi Geburt den Timavus als Grenzfluss zwischen Istrien und Venetien. Am meisten aber beschäftigte sich Vergil in seinen verschiedenen Schriften mit dem Timavus, den er gleichsam als ein Weltwunder und als die «Mutter des Meeres» darstellt.1 Auch lässt Vergil den Antenor nach der Zerstörung Trojas über den Timavus zu den Venetern Oberitaliens ziehen. Alle diese Sagen beweisen zur Genüge, dass die griechischen Kaufleute häufig den Hafen am Timavus besuchten und Vergil, Aeneis I. 244; Ecclogae VIII. 6; Georgicon. die Nachrichten über den wunderbaren Fluss, der plötzlich in sieben Quellen brausend aus dem Erdschosse hervorbrach, weit herum in der Welt verbreiteten. Am Timavus war der vorzüglichste Handelsplatz für den im Alterthum so sehr gesuchten und hochgeschätzten Bernstein, der auf dem Landwege vom baltischen Meerbusen durch Schlesien, Oesterreich, Steiermark und Krain zum adriatischen Meere transportirt wurde. Noch in den ersten Jahrhunderten nach Christi Gebart wurde der Bernstein auf demselben Wege nach dem Süden befördert, nur hatte damals Aquileja den ganzen Bernsteinhandel an sich gezogen.'2 In dieser Stadt befanden sich mehrere Fabriken für die Verarbeitung dieses Materials, und es haben sich noch auf unsere Tage prachtvolle Stücke aus Bernstein erhalten, die in den Museen von Aquileja und Udine zu sehen sind. Ausserdem tauschte man aber auf dem Markte am Timavus auch Südfrüchte, Wein, Oel, Salz, etruskische Vasen, irdene und bronzene Gefässe für Gold, Silber, Kupfer und Thierhäute ein. Auch über die landeinwärts führende Strasse hatten bereits die ältesten griechischen Kaufleute Nachrichten gehabt, nur besassen sie keinen genauen Begriff von ihrem Verlaufe. Wie wir uns aus Theopompos überzeugen können, glaubten die Griechen, dass das adriatische und das schwarze Meer einander viel näher seien und dass der Fluss Istros die beiden verbinde. Allgemein verbreitet war die Nachricht, dass die Kaufleute ihre Waren aus einem Meere ins andere überführen und dass in der Mitte zwischen beiden eine Stadt läge, wo sie die Handelsartikel gegenseitig austauschten. Diese unklare Vorstellung über die Verbindung beider Meere erzeugte unter den Griechen die Sage, dass die Argonauten auf ihrer Rückfahrt aus der Colchis die untere Donau, dann die Save und den Laibachfluss benützt hätten. An jener Stelle, wo die Waren umgetauscht wurden, hätten sie ihr 2 Helbig, Sopra il commercio dell’ ambra; Academia dei Lincei, Roma 1876,1877. Schiff «Argö» auf Walzen aus dem einen Arm des Istros in den andern übertragen und wären so an der istrischen Küste, etwa an der Mündung des Ouieto, ins adriatische Meer gelangt. Mit dieser Zweitheilung des Istros wird auch der Name Istrien in Verbindung gebracht. Als sich später die geographischen Kenntnisse verbreitet hatten und man in Erfahrung brachte, dass zwischen Oberlaibach und dem adriatischen Meere kein schiffbarer Fluss vorhanden sei, da fieng man (z. B. Trogus Pompeius) zu erzählen an, dass die Argonauten ihr Schiff auf dem Rücken über die julischen Alpen ins adriatische Meer übertragen hätten.3 Genauere Nachrichten über diese wichtige Handelsstrasse gibt uns erst Strabo in seinen «Geographikä». Zu seiner Zeit (unter Kaiser Tiberius) fand auf dieser Strasse ein reger Verkehr zwischen Italien und den Donauländern statt. Aqui-leja war damals «der allgemeine Handelsplatz für alle um den Ister wohnenden illyrischen Völker. Diese kamen nach Aqui-leja um überseeische Waren und um Wein und Oel, welches sie in hölzernen Fässern auf die Wagen aufluden und weiter transportirten. Von ihnen aber kauften andere Handelsleute Sclaven, Thiere und Häute. Von Aquileja aus führte man die Waren auf Wagen über den niedrigsten Theil der Alpen, Ocra genannt, zu einem Orte Namens Pamportus, bis wohin der Weg etwas über 400 Stadien (75 km) betrug, oder nach der Behauptung anderer 500 Stadien (92-5 km). Nahe am Nauportus floss der schiffbare Fluss Corcoras, der dann die Warenladungen aufnahm und bis nach Segestica (Sissek) sowie bis in den Istros und zu seinen Uferländern transpor-tirte.»4 Die Stadt Pamportos, oder wie sie später allgemein Nauportos (wohl in Erinnerung an die Uebertragung des Argo-Schiffes) genannt wurde, musste zweifelsohne beim heutigen Oberlaibach liegen, denn dorten kommt der Laibach- 3 Ukert, Geographie der Griechen und Römer, I. 2 p. 325 bis 329. 4 Geographikä, IV. 6, 10; VII. 5, 2. fluss aus den unterirdischen Höhlen, und es gibt keinen am deren schiffbaren Nebenfluss der Save in Krain, ausser diesen. Nur ist es merkwürdig, dass Strabo diesen Fluss «Corcoras» nennt, was vielmehr an die Gurk (Krka) erinnert, statt Aquilio, wie nach einer weitverbreiteten Sage die westliche Abzweigung des Isterflusses geheissen haben soll. Auch die Angabe der Entfernung zwischen Aquileja und Pamportos («etwas mehr als 400 Stadien oder nach der Behauptung anderer 500 Stadien») stimmt mit der thatsächlichen Entfernung zwischen Aquileja und Oberlaibach, welche, auf der Strasse gemessen, etwas über 90 km beträgt, überein. Nach der angegebenen Beschreibung Strabo’s ist es nicht schwer, die Richtung dieser Haupthandelsstrasse zu bestimmen. Sie gieng nämlich durch die (uns aus späterer Zeit bekannten) Stationen Castra (Haidenschaft), Ad Pirum (Birnbaumer-wald, v Hrusici) und Longaticum (Oberloitsch). Nur muss man die Bezeichnung Ocra als den «niedrigsten Theil der Alpen» nicht bloss auf den Birnbaumerwald beschränken, sondern sie für den ganzen Rücken zwischen dem Plateau des Ternovanerwaldes und der Ostgrenze Istriens gelten lassen. Bei der Wahl einer Strassenroute haben die Römer zunächst die strategischen Momente gelten lassen, denn die Strassen wurden in erster Linie aus militärischen Gründen angelegt. Diese forderten aber vor allem die Kürze der Strecke, um in der geringsten Zeit an Ort und Stelle gelangen zu können, und dann erst die Bequemlichkeit derselben. Wie später die Türken auf der Balkanhalbinsel, so haben auch früher die Römer in der Weise Strassen gebaut, dass diese auch über die steilsten Abhänge in gerader Linie fortliefen und sich nicht in zahllosen Windungen hinaufschlängelten. (Noch zu Maria Theresia’s Zeiten war man froh, wenn man die Strasse über einen steilen Abhang anlegen konnte, weil dann viele Leute vom «Vorspann» leben konnten!) Die Römer mussten also, ihrem Principe gemäss, immer die niedrigsten Uebergänge und solche Abhänge aufsuchen, die langsam und gleichmässig zu den Thälern abfallen. Ausser der hier besprochenen Strasse durch das Wip-pacherthal und den Birnbaumerwald soll nach Ansicht einiger Triestiner Forscher noch eine zweite römische Strasse direct über den nördlichen Karst von Aquileja nach Krain geführt haben. Bei der Eisenbahnstation Ronchi hat man nämlich die Ueberreste einer alten Brücke gefunden, und man suchte dorten den bekannten Pons Sontii, über den Theodorich seine Gothen nach Italien geführt hat (am 28. August 489)/ obwohl die in der «Tabula» angegebene Entfernung von XIII. M. P. dazu gar nicht stimmt. Auch sind die Brückenüberreste zu klein, als dass man hier an eine grössere Strassen-anlage denken könnte.5 6 Am wärmsten verficht die Strasse über den Karst der Triester Advocat Dr. Gregorutti7 und behauptet, diese Strasse hätte über das wellenförmige Terrain des Karstplateaus bis nach Adelsberg geführt (den sloveni-schen Namen dieses Marktfleckens leitet er vom lateinischen «Arae postumiae» ab, daher: «Postumio, Postojmo» als die Endstation der «Via Postumia»!). Von den älteren Forschern hat der einzige Danuilleus (Atlas antiquus) die römische Station «Ad fornulos» (jetzt Bukovica) in Temenica am Karst gesucht. Uebrigens haben sich uns über einen anderen Strassen-zug über den Karst vom adriatischen Meere ins heutige Krain sichere Nachrichten erhalten. Strabo schreibt nämlich (o. c. VII. 5, 2), dass aus dem «karnischen Dorfe» Tergeste eine Strasse über den Ocra zum sumpfigen Thale Lugeum führe. In diesem Falle kann Strabo unmöglich die Strasse durch den Birnbaumerwald meinen (obgleich eine solche von Triest aus über Dutovlje, St. Daniel und S mar je ins Wip-pacherthal und dann durch den Birnbaumerwald sehr leicht denkbar wäre), denn er müsste ja sonst sagen, dass diese 5 Neues Archiv für deutsche Geschichtsforschung, I. 255. 6 Cfr. Czörnig, Görz-Gradišča, p. 163. 7 Dr. Carlo Gregorutti, Iscrizioni inedite Aquilejesi etc. im «Archeo-grafo triestino», Bd. X. p. 384 sq. Strasse nach «Pamportus» und nicht nach «Lugeum» geführt habe. Die Forscher (Mommsen, Hitzinger etc.) sind so ziemlich einig darüber, dass diese Strasse aus Triest über Bazovica, Divača und den Bergrücken Gaberk nach Präwald (Razdrto) geführt habe. Der Sattel am Gaberk (550;«) ist viel niedriger als jener im Birnbaumerwald, der an seiner höchsten Stelle bis zu 885 m ansteigt. Auch bezeugt der mit den Ortsverhältnissen wohlvertraute Forscher Hitzinger,8 dass eine Strecke dieser Strasse vom Volke noch immer die «Römerstrasse» genannt wird. Eben diesen Strassenzug erwähnt auchVelleius Paterculus (II. 110), indem er meldet, dass zu seiner Zeit die Strasse aus Triest über Nauportus nach Pannonien «am meisten benützt wurde». Mit diesen Worten ist die Strassenrichtung auch diesseits des Gaberk genau bezeichnet, und das Sumpfthal «Lugeum» muss als das den Ueberschwemmungen so häufig ausgesetzte Planinathal angesehen werden. Andere Forscher haben angenommen, dass die von Strabo erwähnte Strasse aus Triest über den Ocra mehr in östlicher Richtung, etwa zum Zirk-nitzer See, geführt habe und dass im letzteren der «Lugeus» zu suchen sei. Allein dem widerspricht nicht nur die Angabe des Velleius, sondern auch der Umstand, dass eine andere Strasse aus der Mitte Istriens zum Zirknitzer See geführt hat, wie wir bald sehen werden. Von Präwald weiter verfolgte die römische Strasse aus Triest dieselbe Richtung, wie später im Mittelalter die Patriarchenstrasse, nämlich über Landol, Studeno, Planina und Grčarevec, wie auch die Triester-strasse Kaiser Karls VI. Eine dritte Strasse vom adriatischen Meere nach Krain führte schon im Alterthume durch die Mitte Istriens über Pinguente, Vodice, Golac und Obrovo oder Gradišče, wo wir allem Anscheine nach die römische Station Ad Ma-lum der Strasse Aquileja-Tersaticum zu suchen haben werden, denn die Entfernung XLII. M. P. führt uns an den zuletzt Mittheilungen des hist. Vereines f. Krain 1S54 p. 4. genannten Ort. Von Obrovo oder Gradišče musste dann die alte Strasse über Pregarje, Prem und Grafen brun n nach Alten markt und nach der Japodenhauptstadt Metullum geführt haben. Ein Theil dieser Strasse führt bei der Ortschaft Zagorje noch immer die Benennung «Alte Strasse» (cfr. Mittheilungen der Central-Commission 1880 p. XXI). Die hier beschriebenen Handelsstrassen aus der Zeit der Römerherrschaft wurden auch das ganze Mittelalter hindurch fast ausnamslos prakticirt. Nur kamen noch einige Zwischenrouten dazu, wie dies eine vermehrte Bevölkerung erforderte. Zu diesen Zwischenrouten ist vorzüglich jene zu zählen, welche aus der Küstenebene zwischen Triest und Capodistria durch das Rosandrathal (Kačja dolina) über Kozina, Rodik, Schwarzenegg und Barkovlje nach der bekannten Eisenbahnstation St. Peter führte. Es ist schon oft die Bemerkung gemacht worden, dass in der neuesten Aera der Handelsgeschichte die Eisenbahnen gerade diejenigen Routen mit Vorliebe sich aussuchen, die schon von den Römern oder im frühesten Mittelalter prakticirt wurden, und dass, wenn sie sich andere auswählen, dies nur zu ihrem Nachtheile geschieht. Auch das Rosandrathal, d. h. sein nordseitiger Abhang, wird jetzt wieder von der Eisenbahn Triest-Herpelje befahren. Eine weitere Zwischenroute führte von Monfalcone und dem so sehr besuchten Duino quer über den Karst durch Brestovica, Gorjansko, Volčjigrad und Hruševica nach St. Daniel, wo sich der Weg gabelte und theils über Šmarje und Žablje ins Wippacherthal, theils über Kobdilj und Štijak nach Präwald führte und im weitern Verfolge eine der beiden Routen im Norden oder Süden des Nanos-Plateaus einschlug. Das war aber ein sehr holperiger Weg, auf dem selten Wagen, sondern meistens nur Karawanen von Saum-thieren verkehren konnten. Wurden jedoch auch Wagen verwendet, so mussten wenigstens sechs Ochsen vor dieselben gespannt werden. Und noch einen wichtigen Saumweg haben wir zu erwähnen, nämlich denjenigen, der von Bischoflack durch das Tolmeinische nach Friaul führte und der vor der Restaurirung unserer Strassen durch Karl VI. und Maria Theresia sehr lebendig war. Er führte aus Lack durch das Poljana-Thal entweder über Oslica oder durch die Ko pac nica nach Kircheim im Tolmeinischen und von hier aus über Bukovo ins Baca-Thal und nach Tolmein oder Sta. Lucia. Vom ersteren Orte zog sich dann der Saumweg weiter über Kar-freit und dann längs des Natisone nach Cividale; vom letzteren aber quer durch die sogenannten Ruti und über die Bergrücken von Srednje und Tribilj auch nach Cividale, welches bis 1420 die Hauptstadt von Friaul war und im lebhaften Handelsverkehr mit Venedig stand. Auf diesem Wege wurde im XIII. Jahrhunderte sehr viel Ribolla-Wein auf Saum-thieren importirt, wovon jedes zwei Amphoren trug. Die Bedeutung Aquileja’s als Handelsstadt hat seit ihrer Zerstörung durch die Hunnen und noch mehr durch die Longo-barden aufgehört. Das Terrain senkte gich immer mehr, die Gewässer des adriatischen Meeres drangen immer tiefer ins Land ein, blieben dorten stagnirend und verpesteten durch ihre Ausdünstung die Luft. Die einst so blühende Stadt verfiel vollkommen und an ihrer Stelle schwang sich langsam Venedig empor. Bis zu dieser Stadt führte die alte römische Strasse «Via Postumia» über Palma nova, Codroipo und Pordenone. Im Mittelalter hiess diese Strasse «Vaslata Hun-garorum», auch «Strata Hungarorum»,0 da die Ungarn auf derselben ihre Einfälle nach Italien zu unternehmen pflegten. Die ersten Marktplätze befanden sich in der Nähe der Kirchen und Klöster, wo die Kaufleute an den Markttagen oder an den jährlichen grossen Kirchtagen (daher der Ausdruck «Messe») ihre Waren feilboten. Als aber die Umgebung der Kirche, resp. deren Vorhalle, die Menge der herbeiströmenden Handelslustigen nicht mehr fassen konnte, begann man öffentliche Lagerhäuser und Kaufhallen zu errichten. Zu diesem Zwecke hatten die Häuser an der Frontseite Schwib- 9 9 Valentinelli, Diplomat. Portusnaonense, Font. rer. austriac. XIV. p. i. bögen, um auch bei ungünstiger Witterung den Kaufleuten und ihrer Ware Schutz zu sichern. Unter den Handelstreibenden waren die Tuchverkäufer die ersten, welche in den Handelsorten eigene Hallen oder sogenannte «Gewandhäuser» errichteten. Ihnen schlossen sich die Kleinkrämer an, welche ihre Brot- und Fleischbänke in eigenen Lauben oder Kaufhallen aufstellten. Für die Wechsler, welche zuerst in Italien aufkamen, war eine ähnliche Einrichtung getroffen, bevor man ebenfalls in Italien auf die sogenannten «Börsen» (borsa) verfiel. Wie schon hervorgehoben wurde, entwickelte sich der Verkehr des Mittelalters zunächst an geistlichen Stätten, an Orten, wo der Gottesdienst abgehalten und fromme Andachten verrichtet wurden. «Das Volk strömte zur Messe und zum Kram nach Bischofssitzen und Klöstern.» Zwar kam auch der Schutz und Schirm des weltlichen Arms dem Handel zustatten, aber noch mehr zog der Gottesfriede des Weihplatzes die Handelsbeflissenen an sich. Je mehr Volk zu den kirchlichen Functionen zusammenströmte, desto lebhafter entwickelte Sich der Handel nach denselben. So entstanden bei den bestbesuchten Bischofs-, Kloster- und Wallfahrtskirchen auch die lebhaftesten Handelsplätze. So gab es bei jeder Inthronisation des Patriarchen von Aquileja einen grossen Zusammenlauf in dieser Stadt. Einen solchen hat uns Francesco di Toppo bei Gelegenheit des feierlichen Einzuges des Patriarchen Bertrand am 28. Octo-ber 1334 beschrieben. Ueber die Menge der herbeiströmenden Bauern äussert er sich, was Krain anbelangt, folgendermassen: «Es kamen die Frauen Krains, welches hinter dem Görzischen liegt, und trugen auf dem Haupte ein weisses gestärktes Kopftuch, welches über den Rücken herunterhieng und einen Theil desselben bedeckte. Sie hatten ein weisses oder rothes Mieder an, einen in verschiedenen Farben verbrämten Unterrock, und an den Füssen trugen sie Schuhe, welche mit ledernen Riemen fest zusammengebunden waren. Sie waren gröss-tentheils blond, hatten himmelblaue Augen, manche mit Sommersprossen im Gesichte. Auf den ersten Anblick zeigten sie mehr Kraft und Gesundheit, als Reiz und Anziehungskraft.»10 Ich glaube, man könnte noch heutzutage kein treffenderes Bild über die krainischen Bauernfrauen entwerfen! Eine besondere Anziehungskraft übten im Mittelalter die Wallfahrtsorte auf die Frömmigkeit und den Handelsgeist aus. Denn der praktische Sinn des Volkes war schon seit jeher gewohnt, nach dem Auslande als dem Born der Religion und Cultur zu blicken. Es ist allgemein bekannt, wie unser Volk im Mittelalter zu den verschiedensten, auch in den entferntesten Ländern gelegenen heiligen Stätten pilgerte, wie z. B. nach Maria Loretto, nach Rom, zum h. Grabe nach Jerusalem, ja sogar ins ferne Spanien zum Grabe des h.Jakob zu S. Jago di Compostella. Urkundlich kann bereits fürs XI. Jahrhundert nachgewiesen werden, dass Pilger aus unseren Alpenländern nach dem spanischen Compostella zogen.11 Noch viel früher begann das Pilgern nach Rom, welches besonders im Jahre 1000 einen grossen Masstab angenommen hatte, als man allgemein das Ende der Welt erwartete und in Rom grosse Ablässe eitheilt wurden. Wie zahlreich diese Romfahrten gewesen sein mussten, beweisen uns die sloveni-schen Ausdrücke romar und romanje für «Wallfahrer» und «Wallfahren» überallhin, ohne dass man gerade nach Rom pilgern müsste. Damit stimmt überein die triestinisch-dialectische Benennung «Romieri, Romipeti» für alle aus den slavischen Ländern kommenden Pilger, gleichviel, ob sie nach Rom oder anderswohin zogen. Urkundlich werden die slovenischen Wallfahrer zum erstenmale auf ihrem Durchzuge durch Triest am 13. August 1233 erwähnt. Später führte man auch genaue Verzeichnisse über die Anzahl der nach Rom ziehenden Wallfahrer, da dieselben den Triestiner Schiffsinhabern viel zu verdienen gaben. So wissen wir, dass im Monate Mai des Jahres 1492 52, im Januar 1493 241, im Januar 1495 140, 10 Ciconj, Udine e sua provincia (im Sammelwerke: Cantü, Illusträzione del Lombardo-Veneto, vol. V., parte II.) p. 509. 11 Milkowicz, Die Klöster in Krain p. 189. im Mai 1495 80, im Mai 1497 76, im Mai 1498 308 Romieri u. s. w. Triest passirten.12 Die Triester Gemeinde verlangte von jedem Pilger, der sich in ihrem Hafen einschiffte, zwei Solidi behufs Instandhaltung des Hafens. Diese Taxe hoben die Fährleute ein und lieferten sie dann an die Gemeinde ab. Je nach der Anzahl der Wallfahrer richteten sich also auch die öffentlichen Einnahmen Triests, und diese waren manchmal sehr bedeutend, denn im Jubiläumsjahre 1525 z. B. schifften sich 2478 Pilger im Hafen von Triest ein, und von diesen bekam die Gemeinde» casse 255 Lire und 14 Solidi (1 Lira — 20 Solidi). Bei solchen Einnahmen war es der Gemeinde leicht, die erkrankten Pilger in Triest zu pflegen und viele Mittellose auch unentgeltlich («per amor di dio») zu transportiren. Der Gemeinderath verfasste eine allgemeine Ueberfahrtsördnung und stellte besondere Aufseher («soprastanti») auf, welche zu bestimmen hatten, wer und wieviel Pilger überführen soll, und für die Ordnung bei der Einschiffung sorgen mussten. Die Ueberfuhr geschah auf eigens hiezu bestimmten Schiffen, welche keine Waren aufnehmen durften; nur wenn ein mit Waren beladenes Schiff schon segelfertig war und es die Pilger ausdrücklich wünschten, so schnell als möglich abzufahren, so durften sich diese auf die Warenschiffe einschiffen. Auch wurden die Schiffe vor der Abfahrt genau untersucht betreffs ihrer Haltbarkeit, Leistungsfähigkeit und Ausrüstung mit den nöthigen Werkzeugen. Die Fährleute hatten von den Romieri einen solchen Gewinn, dass sie sich um diese förmlich rissen. So bekam z. B. im Jahre 1485 ein einziger Fährmann 50 Goldducaten für die Ueberfuhr der Pilger. Kein Wunder also, wenn sich neben Triest auch andere benachbarte Häfen bemühten, den Zuzug der Romieri an sich zu lenken. Es entstand ein eigentümliches Rivalisiren unter ihnen, denn jeder Hafenort suchte dem anderen die Pilger abzufangen. Hierbei kam es häufig zu 12 A. Hortis, «I Romieri a Trieste» im «Archeografo Triestino», vol. VII. Mittheilungen des Musealvereines für Krain 1890. 6 ernsten Streitigkeiten, und so verglichen sich die Gemeinden von Triest und Capodistria im Jahre 1423 dahin, dass sie die «Pilgerfängerei» aufgeben und jedem einzelnen die freie Wahl überlassen werden, sich beliebig wo einzuschiffen. Schärfer traten die Triestiner gegen San Giovanni de Duino auf und wollten sogar die Görzer nöthigen, nach Triest zu kommen und sich von den Triester Fährleuten überfahren zu lassen. Im Jahre 1485 widerstanden zwar die Görzer hartnäckig diesem Verlangen, aber im XVI. Jahrhunderte siegte Triest, und fast alle Pilger der östlichen Alpenländer pflegten sich in diesem Hafen einzuschiffen, um nach Ancona transportirt zu werden. Von Ancona giengen die Pilger gewöhnlich zuerst nach Loretto und dann nach Rom. Der erstere von diesen zwei Orten gibt uns einen genauen Beweis dafür, dass mit den Pilgerfahrten immer auch Handelszwecke verbunden waren. Denn in der Nähe von Loretto befindet sich die einst blühende Handelsstadt Sinigalia, deren Jahrmärkte für Hanf und Flachs berühmt waren. Diese wurden auch von unseren Bauern besucht, indem sie hinüber die fertige Leinwand, herüber aber Flachs transportirten. Dass es auf den Jahrmärkten von Sinigalia sehr lebhaft zugieng, dafür haben wir den besten Beweis in dem noch jetzt üblichen slovenischen Sprichworte: «Es geht zu, wie auf dem Jahrmärkte zu Sinigalia», wodurch ein unbeschreiblicher Lärm angedeutet werden soll. Nebst den Wallfahrtskirchen trugen dann die Klöster sehr viel zur Entwicklung des Handels bei. Alle bedeutenderen krainischen Klöster wurden an den alten Handelsstrassen gegründet, so Freudenthal, so Sitich und so Landstrass. Der Handel wurde durch die Klöster zunächst dadurch belebt, dass ihre Umgebungen sichere Asyle boten, dann aber auch durch die vollständigen Maut- und Zollfreiheiten, die ihnen von den verschiedenen Landesfürsten zugestanden worden waren. So erhielt die Karthause Freudenthal bereits 1260 vom Herzoge Ulrich von Kärnten die volle Zollfreiheit auch für solche Waren, die das Kloster selbst auf den Markt führte. Graf Albrecht von Görz befreite 1286 die Karthause von allen Maut- und Zollabgaben bei Podpeč (Rupe) und Pod-velb (Hulbe). Dieses Kloster trieb einen besonders lebhaften Handel mit Capodistria, wo es einen eigenen Hof, dann ausgedehnte Gütercomplexe an Gärten, Wiesen, Oel- und Weinbergen besass. Auch die älteste Klostergriindung Krains, Sitich, trieb den hauptsächlichsten Handel mit den adriatischen Klisten-orten, wie aus den dem Kloster ertheilten Handelsprivilegien zu ersehen ist. Schon im Jahre 1217 gewährte ihm der Görzer Graf Engelbert Zollfreiheit auf allen seinen Mauten, desgleichen 1243 der Herzog Bernhard von Kärnten auf den in seinem Gebiete liegenden Mauten. Das Cistercienserstift genoss Zollfreiheiten in folgenden Stationen: zu Laibach, an der Unz, zu Landol, in Adelsberg, Senoseč, Triest und Laas, folglich überall an den Strassen, die zum adriatischen Meere führten. — Dem hingegen trieb das Stift Landstrass den Handel vorzugsweise mit Kroatien. Obwohl es im allgemeinen verboten war, den Handel ausserhalb der geschlossenen Orte (Städte und Märkte) zu treiben, so finden wir doch Spuren davon, dass auch bei besuchteren Landkirchen Jahrmärkte an den sogenannten Kirchtagen (slovenisch «opasilo») abgehalten wurden. Ein solcher Kirchtag wurde z. B. zu Kačiče (Chotschicz), nördlich von Rodik an der Strasse Hrpelje-Schwarzenegg-St. Peter, jährlich abgehalten. Der Concurs von Frommen und Handelslustigen war an diesem Orte so gross, dass der Amtmann von Schwarzenegg im Jahre 1398 sieben Mark Aquilejer Solidi Standgeld von den dortigen Verkäufern erhielt. Als besonderes Beförderungsmittel des Handels muss man die Märkte ansehen, welche vom Landesfürsten oder dem souverainen Bischöfe bewilliget werden mussten. Die kleineren Märkte wurden in einigen Orten öfters in der Woche, die grösseren aber nur an den hohen Festen abgehalten. Diese letzteren dauerten oft bis vierzehn Tage. Den Beginn des Marktes zeigte das sogenannte «Ausstecken der Marktrechte» an, d. h. inan steckte an einer hohen Flaggenstange eine hölzerne rechte Hand aus, welche als Zeichen der Gerichtsbarkeit und des unter dem Schutze des Gesetzes stehenden Handels ein Richterschwert hielt. Die fremden Kaufleute mussten grössere Marktgelder entrichten als die einheimischen, ja manchmal durften sie erst nach einem bestimmten Termine ihre Waren feilbieten. Meistens war überall das sogenannte «Aufkäufen» verboten, d. h. man durfte die Waren nicht ausserhalb des Marktplatzes oder vor Beginn des Markttages an Zwischenhändler verkaufen. Einige Städte (wie z. B. Gemona im Friaulischen) hatten das merkwürdige Privilegium des «Niederlegs», d. h. jeder Kaufmann musste durch ihre Stadtthore fahren, sich wenigstens durch drei Tage im Orte aufhalten und während dieser Zeit seine Waren feilbieten. Freilich protestirten die Handelsleute heftig gegen ein so willkürliches Vorrecht, und endlich musste der Patriarch 1350 dieses Privilegium aufheben und den Handel freigeben. Die Mündung des Timavus und der Hafen daselbst kamen nach dem Sturme des Mittelalters wieder zur Geltung, und so bekam Krain ein nahe liegendes Emporium. Am Timavus bestand schon im VI. Jahrhunderte ein Kloster des h. Johannes des Täufers, welches aber im Jahre 611 von den Avaren zerstört wurde. Allein bald wurde dasselbe neu aufgebaut, und von nun an wurde der Ort S. Giovanni in Tumbis (alle Tombe, Tuba und Tubinum) genannt.13 Bald wurde es ein berühmter Wallfahrtsort wegen der vielen dort ruhenden Reliquien (im Jahre 1113 fand der Abt Johann die Reliquien des h. Johannes und mehrerer anderer Heiligen), und es kamen jährlich viele Processionen von nah und fern (darunter auch viele aus Slavonien) dorthin. Die frommen Wallfahrer schrieben ihre Namen oder Hessen dieselben durch den Sacristan auf dem Rande des berühmten Marcus-Evangeliums eintragen, welches vom h. Marcus selbst herstammen soll und welches jetzt im Archive von Cividale aufbewahrt wird. 13 Auch das Theben (slav. Devin) an der Donau nennen die umwohnenden Slovaken Tibanj, und so nannte man im Mittelalter auch Duino Tibay n. Im Gefolge der Processionen entwickelte sich auch der Handel und wurde gerade durch dieselben sehr gefördert. Durch das ganze Mittelalter hindurch bestand bei S. Giovanni ein berühmter Markt, der drei Tage vor dem h. Johann dem Täufer eröffnet wurde und noch drei Tage nach ihm dauerte. Auf diesem Markte wurde vorzüglich mit Pferden gehandelt, und die Herren von Duino, welche Schutzvögte von S. Giovanni waren, hatten dorten ein Pferdegestüt errichtet. Ausserdem aber wurde auch mit fremden Weinen, Salz, Oel, Getreide, Hanf und Eisenwaren gehandelt, welche meistens nach Kram und den benachbarten Ländern transportirt wurden. Nächst Duino schwang sich insbesondere das «karnische Dorf» Strabo’s, Tergeste, bald nach der Völkerwanderung empor. Im Jahre 804 musste Triest schon ein bedeutender Ort gewesen sein, denn seine Abgesandten, mit dem Bischöfe Leon an der Spitze, waren bereits auf dem Landtage zu Ri-sano gegenwärtig. Im Jahre 948 erhielt der Bischof Johann III. vom Kaiser Lothar II. Triest sammt Umgebung bis zur Entfernung von drei Miglien als landesfürstliches Gebiet. Die Bischöfe und Fürsten von Triest erkannten ganz richtig, dass ihre Stadt nur dann aufblühen kann, wenn sie den hinterländischen Handel an sich ziehen wird, mit- anderen Worten: wenn es mit Venedig und Duino im Handel wetteifern können wird. Deswegen wehrte sich Triest standhaft gegen jeden vene-tianischen Einfluss, und als die übrigen istrischen Küstenstädte schon längst in die venetianische Machtsphäre einbezogen worden waren, stand Triest noch unabhängig mit seinen Handelsbestrebungen da. Als aber im Jahre 1202 der alte venetianische Doge Dandolo mit 240 Schiffen, auf welchen er angeblich die armen französischen Kreuzfahrer nach Constantinopel überführen wollte, vor Triest erschien, da konnte die Stadt nicht länger widerstehen, sondern musste dem Gewaltigen die Stadtschlüssel überliefern. Ueberdies verpflichteten sich die Triesti-ner, ihren Hafen den venetianischen Schiffen immer offen zu halten und als Garantie hiefür jährlich 50 Eimer («orne») Wein den Venetianern abzuliefern. Als jedoch im Jahre 1208 der Patriarch von Aquileja die Markgrafschaft Istrien erhielt, kamen auch die Grafen von Duino (damals rechnete man alles Land südöstlich vom Timavus zu Istrien) und die Bischöfe von Triest als Vasallen unter die fürstliche Gewalt des Patriarchen von Aquileja. Mit dem venetianischen Einflüsse in Triest war es nun für längere Zeit vorbei. Aber auch geringere Orte, von denen wir im römischen Alterthum nichts hören, beginnen im Anfänge des Mittelalters als Handelsstädte eine bedeutendere Rolle zu spielen. Hierher gehört zunächst Muggia (slovenisch Mile, Mulje), das einen natürlichen und viel sichereren Hafen besitzt als Triest. Nach der prachtvollen altchristlichen Basilik in Obermuggia (Muggia vecchia) zu urtheilen, muss dieser Ort schon während der Völkerwanderung einen grösseren Wohlstand erlangt haben. In der Geschichte wird er gleichwohl erst zum Jahre 876 erwähnt, als Damogoj, der Fürst der Narentaner Kroaten, unter anderen Küstenstädten Istriens auch Muggia ausgeplündert hatte. Wie die anderen istrischen Städte, so wehrte auch Muggia standhaft den Einfluss Venedigs von sich ab und verband sich mit Triest, Capodistria, Pirano u. s. w. zu einem systematischen Vorgehen gegen die auf blühende Rivalin an der Westseite des adriatischen Meeres. Auf das hin verbot der venetianische Doge jeden Verkehr seiner Unterthanen mit den istrischen Küstenstädten. Da aber diese nur den Zwischenhandel betrieben und die aus dem Hinterlande kommenden Waren den Venetianern zu verkaufen pflegten, so wurden sie durch dieses Verbot so in die Enge getrieben, dass sie 933 ihre Abgesandten nach Venedig schickten und sich eidlich verpflichteten, dass sie nie gegen die venetianischen Schiffe kämpfen, sondern immer die in Istrien befindlichen venetianischen Unterthanen im Falle eines Krieges mit dem König von Italien in ihre Heimat befördern werden. In jener Zeit gehörte Muggia schon den Patriarchen von Aquileja, dem es ums Jahr 930 vom Könige Hugo geschenkt wurde. Viel berühmter ist das südlich von Muggia gelegene Capodistria. Schon Plinius kennt es unter dem griechischen Namen Aegida und beim Kosmographen Ravennas kommt es mit dem Namen Capris vor. Die Reihe der Bischöfe von Capodistria beginnt mit dem Jahre 524. Unter Karl dem Grossen wurde Capodistria die Hauptstadt von Istrien (daher auch sein Name «Caput Istriae») und in seinem Gebiete wurde der Landtag von 804 abgehalten. Im Jahre 932 nahm Capodistria den venetianischen Schutz (vor den Verheerungszügen der Saracenen und Narentaner) an, und es verpflichtete sich, dafür dem jedesmaligen Dogen eine Ehrengabe von hundert Urnen guten Weines jährlich zu liefern. Dieses Abhängigkeitsverhältnis wurde jedoch bald gelöst und erst 1278 ergab sich Capodistria endgiltig den Venetianern. Neben Capodistria kommt nur noch das etwas westlicher gelegene Isola für unsere Zwecke theilweise in Betracht. Diesen Ort hatte der Kaiser in der ersten Hälfte des X. Jahr-hundertes dem Dogen Pietro Candiano verliehen. Von diesem erwarb ihn jedoch der Patriarch Rodoald (963 bis 984) und der Kaiser Otto II. bestätigte 976 diese Erwerbung. Der Patriarch Poppo schenkte Isola dem Nonnenkloster «Stae Mariae extra Muros Aquilejae», was vom Patriarchen Ulrich 1175 bestätiget wurde. Im Jahre 1280 nahm Isola den venetianischen «Podesta» an und 1346 befreite es sich von der Gerichtsbarkeit des Klosters, dafür musste es ihm aber viel grössere Zehente entrichten. So kam allmählich die ganze istria-nische Küste südlich des Rosandrabaches in die Hände der Venetianer, nur das Gebiet von Triest, Duino und Aquileja widerstand ihnen. In allen hier genannten Küstenstädten finden wir schon im frühesten Mittelalter eine staunenerregende Wohlhabenheit. Wir finden darin schöne Gebäude, besonders aber prachtvolle Kirchen, die zu den schönsten der Monarchie gehören. Nun müssen wir uns fragen: woher dieser Wohlstand bei einer Bevölkerung, die notorisch als nüchtern und mit Wenigem genügsam bekannt ist? Die Bebauung der sehr schmalen Küste, die Pflege der Wein- und Oelgärten konnten nicht viel zu diesem Wohlstände beitragen. Wir müssen daher die Ursache desselben einzig und allein in dem Handel mit dem Hinterlande suchen. Wir werden später sehen, wie sich die genannten Küstenstädte um den krainischen Handel rissen und um die Heranziehung desselben förmliche Kriege führten. Die ersten Nachrichten über die handelsthätige Bedeutung unserer Küstenstädte schöpfen wir aus dem Buche des Königs Roger (Ruggero) II., welches um das Jahr 1150 vom spanisch - arabischen Reisenden Ibn’ Idris (Edrisi) verfasst wurde. Dieses Buch wurde zum erstenmale 1592 auszugsweise in Rom veröffentlicht, dann von Sionit-Hesronit 1619 in lateinischer Sprache in Paris herausgegeben. Im Jahre 1883 erschien es in Rom in italienischer Uebersetzung von Amari und Schiapparelli. Aquileja wird darin iq layah genannt. Zum Gebiete dieser Stadt rechnet Edrisi auch ganz Istrien. Von K rädis (Grado) erzählt er, dass es eine Stadt mit zahlreicher Bevölkerung sei und einen grossen Zusammenlauf von Völkern habe; dort laufen die Schiffe fortwährend ein und aus. Fünf Meilen von Kradis liegt der Ort Stag’ an kü oder Stag’ an tuv (Sant Giani Tuve, St. Johannes Tubae). Dies ist eine blühende Stadt von grossem Umfange, bevölkert mit Soldaten (darunter sind wohl die Kriegsknechte von Duino gemeint), mit Industriellen, Adeligen, Kaufleuten und Handwerkern. Es ist eine gut vertheidigte, an einem Flusse gelegene Stadt, der trotz seines kurzen Laufes doch genug gross ist und die Stadt mit Trinkwasser versorgt. Stag’an tuv liegt am Ende des «vene-tianischen Golfes» und am Ende des Gebietes der Republik von Venedig. Es bildet den Hafenort von Iqläyah, wo die zum Auslaufen bestimmten Schiffe versammelt sind. Bei Stag’äntuv wendet sich der Golf gegen Osten und mit ihm gleichseitig das Gebiet von Aquileja. (Der Patriarch von Aquileja war bekanntlich auch Herr von Istrien.) Als die letzte Seestadt von Aquileja wird von Edrisi al’ wranah (Lovrana) genannt, worauf dann dalmäsiah (Dalmatien) und sqalawniah (Slavonien, Kroatien) folgt. Als Städte, die eine «fränkische» (italienische) Bevölkerung haben, führt Edrisi in Istrien an: Capodistria, Isola, Pirano, Umago, Cittanova und Parenzo. Alle anderen Orte hatten eine slavische Bevölkerung. Doch alle hier genannten Orte überflügelte beiweitem Venedig, und zwar trotz der um die Hälfte grösseren Entfernung vom Mittelpunkte Krains. Venedig vermittelte schon seit dem XI. Jahrhunderte, seit der Besiegung der Saracenen (circa 870) und der heidnischen Narentaner (1018), den ganzen Handel zwischen Orient und Occident. Bereits Kaiser Karl der Dicke bestätigte den Venetianern im Jahre 883 die Privilegien, auf allen Flüssen und überhaupt im ganzen weströmischen Reiche Handel treiben zu dürfen, ohne die Verpflichtung, eine andere Abgabe entrichten zu müssen ausser einem Waren- und Hafenzoll. Aber nicht nur die deutschen Kaiser und die Beherrscher Italiens ertheilten den Venetianern namhafte Begünstigungen, sondern bald suchten auch die oströmischen Kaiser Verbindungen mit dem aufstrebenden Inselstaate anzuknüpfen, besonders nachdem sie eingesehen hatten, dass die Kroatenfürsten Dalmatiens ihnen keine genügende Bürgschaft für den Schutz des Landes vor feindlichen Ueber-fällen leisten konnten. Zur Bekämpfung saraeenischer und normannischer Seeräuber bedienten sich die oströmischen Kaiser der immer mehr anwachsenden venetianischen Seemacht, nicht nur zum Schutze Dalmatiens, sondern auch zur Erhaltung Unteritaliens — welch beide Länder ja rechtlich noch immer zum byzantinischen Kaiserreiche gehörten. Und für diese ihre Unterstützung fiel es den Venetianern nicht schwer, von den oströmischen Kaisern namhafte Privilegien zu erlangen.14 Diese Privilegien wurden auch vom Führer des ersten Kreuzzuges, Gottfried von Bouillon, und von dessen Nachfolgern, den Königen Balduin I. und II., bestätiget, ja es wurden ihnen noch neue hinzugefügt. Als jedoch der Kaiser Manuel in den Jahren 1165 bis 1168 seine Ansprüche auf 14 Beer, Allgemeine Geschichte des Welthandels, I. p. 178. Dalmatien wiederum geltend machte und sogar in Italien die byzantinische Herrschaft wieder aufzurichten suchte, ertheilte er den Rivalen Venedigs, den Genuesen, wichtige Handelsprivilegien, um sich so einen Anhang in Italien zu schaffen. Ja, Manuel gab am 12. März 1171 sogar den Befehl, alle venetianischen Kaufleute in seinem Reiche zu verhaften und ihnen ihre Waren zu confisciren. Bald jedoch musste er mildere Saiten aufziehen und 1175 eine Aussöhnung mit den Vene-tianern suchen, indem er ihnen einen Ersatz für die erlittenen Verluste versprach. Seit dieser Zeit wuchs die Handelssuprematie Venedigs riesenhaft an, insbesondere als die Republik in dem durch ihre Hilfe errichteten lateinischen Kaiserreiche im Jahre 1204 das ausschliessliche Handelsmonopol auf dem adriatischen, jonischen und ägeischen Meere erhielt. Die Venetianer bekamen dadurch nebst der Bestätigung ihrer bisherigen Rechte die Befugnis, den Handel an allen Küsten der südlichen Hälfte der balkanischen Halbinsel, dann auf den jonischen Inseln und den Cycladen, ferners auch in den thraci-schen Binnenstädten, worunter namentlich Adrianopel hervorzuheben ist, eigenmächtig treiben zu dürfen. Und alle diese Länder waren insgesammt für den Handel und die Schiffahrt sehr günstig gelegen, die Häfen hatten von der Natur aus eine sehr günstige Lage und bedurften nur hie und da einiger Kunstanlagen. Kein Wunder also, wenn der Handel Venedigs im XIII. Jahrhunderte seinen höchsten Aufschwung und seine grösste Blüte erlangt hatte. Im Jahre 1278 ergaben sich auch die drei wichtigen mitteldalmatinischen Inseln Brazza, Lissa und Lesina den Venetianern und in dem darauffolgenden Jahre wurde von den anderen Mächten ihre Herrschaft über das adriatische Meer anerkannt. Seit dieser Zeit hiess dieses Meer nicht anders als der venetianische Golf («culphus Venetiarum») und von nun an feierte der venetianische Doge jedes Jahr am Christi Himmelfahrtsfeste seine Vermählung mit dem Meere. Er bestieg nämlich das Staatsschiff Bucintoro und fuhr auf demselben mit einem glänzenden Gefolge aufs offene Meer hinaus, warf einen goldenen Ring in die smaragdgrüne Meerestiefe und sprach dann die feierlichen Worte: «Desponsamus te mare, in signum veri perpetuique imperii!» So konnte freilich Bessarion Venedig «alterum Bysan-tium» nennen, und nach Dante war es zu seiner Zeit das «emporium mundis». Ja, Venedig war damals auch die tonangebende Stadt in den Moden und in Bezug auf die Con-versationssprache und den feinen Umgang. In dieser Beziehung beherrschte Venedig lange das ganze vornehme Europa, bis ihm unter Ludwig XIV. Paris diesen Vorrang abstritt. Der Plandel Venedigs aber erhielt sich auf der nämlichen Stufe bis in die zweite Hälfte des XVI. Jahrhundertes, wo es von Lissabon überflügelt wurde. Venedig verstand es, durch Zwang den ganzen Orienthandel an seine Küste zu lenken, denn durch gesetzliche Bestimmungen mussten alle Waren aus der Levante und aus Dalmatien zuerst nach Venedig geführt und da verzollt werden, dann erst durften sie in die übrigen europäischen Länder gelangen. Ja, es gab sogar ein Gesetz, welches den Vene-tianern verbot, die Waren persönlich nach den deutschen, österreichischen, ungarischen und südslavischen Ländern zu bringen. Alle jene Artikel, mit deren Production oder Verkauf sich die Venetianer selbst beschäftigten, durften nicht eingeführt werden, und selbst jene Waren, deren Einfuhr und Feilbietung gestattet war, mussten erst den venetianischen Kaufleuten angeboten werden. Erst wenn diese nicht kaufen wollten, konnte man ein Geschäft mit den fremden in Venedig anwesenden Kaufleuten anknüpfen. Die einmal nach Venedig gebrachten Waren durften nicht wieder ausgeführt werden, weshalb sie oft unter den ungünstigsten Bedingungen losgeschlagen werden mussten.15 Aehnliche Bestimmungen galten auch in den kleineren Handelsorten an der Ostseite des adriatischen Meeres. 15 Beer, o. c. p. 186. Alle nach Venedig handeltreibenden Nationen mussten bei ihrem dortigen Erscheinen eine bestimmte Abgabe entrichten. Dafür wurde ihnen aber ein grosses Kaufhaus eingeräumt, wo sie Unterkunft fanden und ihre Waren zum Verkaufe ausstellen konnten. Ein solches Handelshaus nannte man in Venedig einen fondaco (fonticum), eine Gründung, welche die Venetianer selbst für fremde Kaufleute zu errichten pflegten. Da Krain zum deutschen Reiche gehörte, so wurden auch seine Handelsleute für Deutsche angesehen. Die Deutschen, wozu man auch die Bewohner Oesterreichs rechnete, hatten ihr «fondaco dei Tedeschi» in Venedig schon vor dem Jahre 1200. Dieses brannte zweimal ab (in den Jahren 1318 und 1505), wurde aber immer gleich wieder auf gemeinsame Kosten aufgeführt. Noch jetzt bildet das alte «fondaco dei Tedeschi» eines der bedeutendsten Gebäude Venedigs. Auch anderswo bemühten sich die Kaufleute, in fremden Ländern Privilegien zur Errichtung abgesonderter Gebäude zu erlangen, welche zu Versammlungen und Warenniederlagen dienten. Nachdem es im Mittelalter keine systematische Gesetzgebung gab, war man überdies noch bestrebt, durch besondere Privilegien die Bestimmungen über Ein- und Ausfuhr, über Entrichtung von Zöllen oder über etwaige Zollfreiheiten, über die Gerichtsbarkeit in Streitsachen mit fremden Kaufleuten, über die Errichtung von Spitälern und den dazu gehörigen Kirchen u. s. w. festzusetzen. Auch in der Fremde bildeten die Kaufleute eines bestimmten Landes eine eigene Handelsgesellschaft, als deren Leiter ein Vorstand gewählt wurde, der in unseren Ländern gewöhnlich Consul genannt wurde und dem sowohl die Vertretung als auch die Schätzung der Kaufleute oblag. Dass die Kaufleute Krains wirklich das Recht besassen, den «fondaco dei Tedeschi» zu benützen, dafür zeugt uns eine Originalurkunde der archivalischen Sammlung des krainischen Landesmuseums aus dem Jahre 1408. Damals kam nämlich der Laibacher Stadtschreiber Nicolaus mit dem Empfehlungs- schreiben des innerösterreichischen Erzherzogs Ernst des Eisernen zum venetianischen Dogen Thomas Mocenigo und bat ihn im Namen der Laibacher Kaufleute um die Zulassung zum genannten «fondaco». Der Doge betonte zwar, dass Venedig dadurch um viele Marktgebiiren verkürzt werde, nichtsdestoweniger willfahrte er der Bitte mit Rücksicht auf die Fürsprache des ihm befreundeten Nachbarfürsten und stellte den Laibacher Kaufleuten die diesbezügliche Privilegienurkunde am 8. September 1408 aus.Iß Nachdem in dieser Urkunde keines älteren Privilegiums aus einer älteren Periode Erwähnung geschieht, so müssen wir annehmen, dass vor dem gedachten Jahre die Kaufleute Krains kein ausdrückliches Recht hatten, den fondaco mitzubesitzen. Wahrscheinlich entstanden um jene Zeit Zweifel, ob die Krainer zu den Deutschen gezählt werden dürfen, wie auch bald darauf in Rom der Streit ausbrach, ob die Krainer Deutsche oder Slaven sind und ob sie also das Recht haben, das südslavische Hospiz zum St. Hieronymus mitzubenützen oder nicht. Bekanntlich musste ja noch Kaiser Rudolf II. im Jahre 1594 auf dem Reichstage zu Nürnberg den Ständen von Krain ihre Zugehörigkeit zum deutschen Reiche bestätigen,16 17 woraufhin Krain überall im Auslande als ein deutsches Land angesehen wurde. Lange Zeit hindurch beherrschte Venedig den ganzen Handel mit den östlichen Alpenländern. Seit dem Beginne des XV. Jahrhundertes jedoch begann auch Triest den Handel der innerösterreichischen Länder an sich zu ziehen und die krainischen und istrianischen Kaufleute zu zwingen, dass sie die venetianischen Küstenstädte meiden und ihre Waren ausschliesslich auf den Triester Markt bringen sollen. Dies war unbedingt die sichtbare Folge der Vereinigung Iriests mit Innerösterreich unter Leopold III. im Jahre 1382. Solange Triest eine bescheidene aristokratische Republik mit ihrer kleinen Umgebung von obligaten drei Miglien war, an deren 16 Sieh Beilage. 17 Valvasor, X. p. 352. Spitze 13 Triestiner adelige Familien standen, solange konnte dieser kleine Freistaat mit der weit mächtigeren Rivalin an der Westseite des adriatischen Meeres unmöglich concurriren. Seitdem sich aber Triest unter den Schutz des österreichischen Adlers gestellt hatte, konnte es mit Aussicht auf Erfolg den Kampf mit Venedig aufnehmen. Auch die Herren von Duino, die ausser dem kurzen Küstenstriche zwischen dem Timavo und dem Triester Gebiete noch die ganze Küste des Meerbusens von Quarnero von Moscenice bis zur Mündung der Ricina (also Fiume inbegriffen) in ihren Händen hatten, erkannten bereits im Jahre 1366 die Oberherrschaft der Habsburger an; aber erst nach dem Aussterben ihrer Erben, der Grafen von Wallsee, im Jahre 1465 kamen ihre Besitzungen wirklich an Oesterreich und wurden sammt Triest in politischer Beziehung zu Krain geschlagen. So besass Oesterreich, respective Krain, schon damals die ganze Küste zwischen der Timavo- und Rosandra-Mündung in einer Länge von 33 km und am Meerbusen von Fiume in einer Länge von 30 km. Die Triestiner fühlten sich bald so mächtig, dass sie die Ausfuhr der Waren aus ihrer Stadt verboten. Da aber dies den an Triest grenzenden Ländern sehr ungelegen kam, so ersuchten diese um Zurücknahme des gemachten Verbotes; und wirklich machten die Triestiner im Jahre 1419 eine Ausnahme für die Bewohner von Friaul und Görz sowie der beiden Grafschaften Görz und Cilli. Das Verbot scheint also in erster Linie gegen die Krain er gerichtet gewesen zu sein, wahrscheinlich um sie zur Bereitwilligkeit zu bewegen, einen engeren Anschluss an Triest zu suchen und ihre Waren ausschliesslich nach Triest zu verkaufen. Aus diesem Grunde erwarben die Triestiner im Jahre 1426 die Herrschaft Castel-nuovo am Karst, um den krainischen Kaufleuten den Weg über Pinguente an die venetianische Küste abzuschneiden und sie zu zwingen, ihre Waren nach Triest auf den Markt zu bringen. Anfangs wollten diese Bestrebungen der Triestiner nicht recht gelingen. Um die Mitte des XV. Jahrhundertes griffen sie aber zu gewaltthätigen Massregeln. Um den Handel von den venetianischen Küstenstädten Muggia, Capodistria, Isola und Pirano an sich zu reissen, überfielen sie öfter die aus Krain kommenden Karawanen, raubten sie aus und misshandelten auch die Kaufleute. Dasselbe geschah diesen auch, wenn sie aus den istrianischen Städten Salz, Wein oder Oel nach Hause transportiren wollten. Man kann sich vorstellen, was für ein Schade für Capodistria und für die übrigen venetianischen Städte daraus entstehen musste, wenn man bedenkt, dass jährlich beiläufig 40.000 Pferde und Saumthiere das Rosandrathal herabstiegen und Waren nach den genannten Städten trugen. Die istrianischen Städte wandten sich um Abhilfe nach Venedig und dieses mit Vorstellungen zuerst an die Triestiner selbst, und als dies keine Erfolge hatte, an ihren Protector Kaiser Friedrich III., aber auch hier vergeblich. Den Venetianern blieb also nichts anderes übrig, als Triest den Krieg zu erklären im Jahre 1463. Die am meisten interessirten Gemeinden von Capodistria, Muggia, Isola und Pirano mussten die nöthigen Barken beistellen, welche ein Heer von angeblich 20.000 Mann in den Hafen von Triest führten, um die Stadt mit Gewalt einzunehmen. Dies gieng jedoch nicht so leicht, denn die Stadt war Wohlbefestigt, und die Venetianer mussten sich zu einer langwierigen Belagerung entschliessen. Ueberdies versuchten sie die nach Triest führende Strasse abzuschliessen, besetzten das zu Triest gehörige Castell Mochow (Moccö, bei Borst), wurden aber von einer Abtheilung Triester Cavallerie vertrieben. Die zurückgeschlagenen Istrianer sammelten sich wieder, verstärkten sich und fielen raubend und verwüstend ins Triester Gebiet ein. Triest wandte sich nun um Hilfe an die Nachbarländer und den Kaiser und erhielt auch eine solche von den Bewohnern des Karstes, des österreichischen Istriens und von Krain; der Kaiser schickte 200 Reiter aus Kärnten. Diese wurden zwar von den Istrianern unter Anführung Santo Gavardo’s aus Capodistria angegriffen, es gelang ihnen aber trotzdem, mit 1000 Musketieren in die Stadt zu gelangen. Die Venetianer versuchten neuerdings, die krainische Strasse abzusperren, besetzten Corniale, Kačiče und Schwarzenegg und errichteten daselbst Verschanzungen, die vom erwähnten Ga-vardo armirt wurden. Daraufhin begannen die Venetianer eine regelrechte Belagerung von Triest, die durch vier Monate, vom 4. Juli bis 17. November, dauerte. Die venetianischen Geschütze beschädigten arg die Stadtmauern, die einzustürzen drohten. Dazu gesellte sich noch die Hungersnoth, so dass die Belagerten sogar Ratten, Mäuse und eingeweichtes Leder genossen. Muchow und Castelnuovo befanden sich bereits in den Händen der Venetianer. Triest hätte sich auf Gnade und Ungnade dem Feinde übergeben müssen, wenn nicht Papst Pius II. Piccolomini, der einstige Bischof von Triest, den Frieden vermittelt hätte, der am 12. November in Venedig abgeschlossen wurde. Darin entsagte die Stadt allen ihren Besitzungen ausserhalb des eigentlichen Territoriums und musste ihre Salinen gänzlich auflassen. Mit schwerem Herzen musste es gestatten, dass der Handel wiederum nach Capodistria sich wendete. Um die Triestiner darüber zu trösten, verlieh ihnen Kaiser Friedrich ein neues Wappen, nämlich die Lanze des h. Sergius unter dem Schutze des kaiserlichen Adlers. (Dieses Wappen wird von den Triestinern nicht mehr geführt.) Nach dem Frieden entstanden in der Stadt grosse Zwistigkeiten zwischen den österreichischen Patrioten und den venetianisch Gesinnten, bis der kaiserliche Hauptmann im Jahre 1470 die Stadt in seine Gewalt gebracht und 30 der grössten Unruhestifter ausgewiesen hatte, die aber später begnadigt wurden.18 Aber nicht nur auf die venetianischen Städte Istriens waren die Triestiner eifersüchtig, sondern auch auf die österreichischen Küstenorte, welche ihrem Handel gefährlich erschienen. So störten sie wiederholt den Markt von S. Giovanni di Duino und plünderten die Schiffe aus, welche dorthin Waren transportirten. Sie verlangten vom kaiserlichen Haupt- De Franceschi, L’Istria p. 260 und 261. mann Nicolaus Räuber, er möge die Einfuhr ausländischen Weines und Eisens nach S. Giovanni verbieten, ausser es würden diese Waren in Triest aufgeladen werden. Trotzdem wurde S. Giovanni im Jahre 1493 neuerdings als derjenige Hafen bestimmt, den die venetianischen und überhaupt italienischen Schiffe berühren mussten, wenn sie Wein oder Oel nach Oesterreich einführen wollten.19 Dies erbitterte die Triestiner so sehr, dass sie im Jahre 1541 mit bewaffneter Macht vor dem Markte S. Giovanni erschienen und denselben gänzlich zerstörten, weswegen dieser Markt seit jener Zeit immer mehr in Vergessenheit gerieth. In der nämlichen Absicht überredeten die Triestiner im Jahre 1511 die kaiserlichen Truppen, die im Kriege gegen Venedig standen, die Stadt Muggia anzugreifen und zu zerstören, da diese Triest im Handel zu überflügeln drohte. Der Angriff wurde am 8. Juli versucht, aber von den Einwohnern Muggia’s energisch zurückgeschlagen. Dagegen gelang den Triestinern der Ueberfall von Corgnale im Jahre 1563. Hier hatten nämlich die Krainer im Einvernehmen mit den Vene-tianern einen Getreidemarkt errichtet, aber die Triestiner kamen unverhofft dazu und brannten das Dorf nieder. Friedrich III. hat auch einige Verordnungen, betreffend den krainischen Handel nach Triest, erlassen. Um nämlich dem Schwärzerunwesen zu steuern, trug er am 22. Februar 1478 seinem damaligen Hauptmann von Triest, Niclas Räuber, auf, er solle sorgfältig darauf achten, dass das Getreide aus Krain nicht über Newnhaws (Castelnuovo) nach Pinguente oder über Cosina und Mugka (Muggia) geleitet werde, um daselbst bei der Nacht aufs venetianische Gebiet geschafft zu werden, sondern dass es nur nach Triest dirigirt werden müsse. Ferners soll er achtgeben, damit die Fuhr- und Saumleute die kaiserliche Maut nicht betrügen , dass zu Wippach, Adelsberg und Laas «Bolleten» genommen und dieselben in Triest abgeliefert werden, und umgekehrt auf der Rückreise 19 Pichler, II Castello di Duino p. 280. Mittheilungen des Musealvereines für Krain 1890. solche in Triest gelöst und in den genannten Orten abgegeben werden. Wer aber trotzdem mit leeren Rossen ohne Bolleten kommen würde, den soll er gleich verhaften und streng bestrafen.20 Ueberdies erhielt Räuber den strengen Befehl, darauf zu achten, dass die Venetianer keinen Wein und kein Oel mehr in den Hafen von Triest einführen werden, da die einheimischen , reichlich vorhandenen Producte darunter litten. In den Rahmen des mittelalterlichen Handelswesens gehören auch die Repressalien gegen die Kaufleute und das Unwesen der Raubritter. Die ersteren geschahen sehr oft sogar mit Bewilligung des Patriarchen und wurden ganz regelmässig betrieben, manchmal auch von dazu ganz unbefugten Leuten. (Vide den «Niederleg» von Gemona!) — Auch von den Raubrittern finden wir Spuren an der Hauptverkehrsader zwischen Krain und Friaul. So wird uns das ganze Geschlecht der Grafen von Strassoldo, die ihre ausgedehnten Besitzungen nordwestlich von Aquileja hatten, im Jahre 1362 als Räuber und ihr Stammschloss als ein Räubernest beschrieben, so dass weder Priester noch Laien vor einer Ausplünderung und Misshandlung durch dieselben sicher waren.21 Mit den Strassenräubereien und Erpressungen gaben sich auch die Duinoten ab, welche die zwei Raubnester Dober-dob und Sistiana besassen und die Strasse aus Monfalcone nach Triest gänzlich beherrschten. Insbesondere beschwerten sich die Kaufleute im Jahre 1367 gegen Hugo VI. von Duino, dass er sie zwinge, den längeren Weg durch den Ort Duino einzuschlagen und sich seiner Escorte zu bedienen, wofür sie zwei- oder dreimal grössere Taxen zahlen müssen, als sie sonst beim Zollamte in Monfalcone entrichten würden. Die Kaufleute wandten sich an den Patriarchen von Aquileja um Abhilfe, und dieser verbot den Duinoten jede Belästigung der durch ihr Gebiet ziehenden Kaufleute unter Hinweis auf das frühere Verbot vom Jahre 1281.22 20 Monumenta Habsburgica, I. Abtli. p. 923. 21 Zahn, Austro-Friaulana p. 181. 22 Pichler, II Castello di Duino p. 19S. Ja sogar in Krain selbst finden wir Spuren des Raubritterthums, denn zum Jahre 1343 wird gemeldet, dass Pisanter Hansl, Gallus und Gallucius, sämmtliche aus Adelsberg, räuberische Einfälle ins venetianische Istrien unternahmen und daselbst den venetianischen Kaufleuten grossen Schaden zufügten.'23 In Venedig und in den übrigen Küstenstädten holten sich unsere Kaufleute Gewürzwaren, Droguen, Rosinen und andere getrocknete Früchte, dann Wein, Oel, Zinnober, Kampher, Weinstein, Zucker und vor allem das Salz. Der Wein wurde damals meist von Adeligen consumirt, sehr viel davon gieng auch über die Grenze nach Kärnten. Daran schlossen sich venetianische Industrieerzeugnisse, besonders Glas- und Seidenwaren. Besonders berühmt war die venetianische Seidenweberei, deren Erzeugnisse überall in Europa gesucht waren. Venedig war schon seit dem Beginne der Handelsverbindungen mit Constantinopel darnach bestrebt, den Seidenhandel in Südeuropa ausschliesslich an sich zu reissen. Nicht minder gesucht waren die venetianischen Glaswaren, und Venedig hat sich seinen Ruf in Bezug auf vortreffliche Glasarbeiten bis auf die neueste Zeit zu wahren gewusst. Die venetianischen Spiegel waren vor dem Zeitalter Ludwigs XIV. die grössten, welche in Europa verfertiget wurden. Daran reihten sich dann die Erzeugnisse der Goldschmiedekunst, welche besonders fein und zierlich gearbeitete Schmucksachen lieferte. Auch feinere Leinwandstoffe und seit dem Anfänge des XIV. Jahr-hundertes auch Baumwollstoffe wurden massenhaft aus Venedig exportirt. Hieran reihte sich dann der Handel mit Waffen, Wachskerzen und Apothekerwaren, deren Bereitung durch lange Zeit die Venetianer ausschliesslich in Händen hatten. Am Ende des Mittelalters bemächtigten sie sich gleich nach der Erfindung der Buchdruckerkunst auch des Buchhandels, und die venetianischen Pressen gehörten lange Zeit hindurch zu den berühmtesten. 23 De Franceschi, L’Istria p. 178. Krain hatte zwar wegen seiner wichtigen Lage an der Grenze zwischen dem Nordosten und Südosten Europa’s vorzugsweise einen Durchzugshandel, denn alle für Wien oder für die polnischen und ungarischen Länder bestimmten Waren mussten Krain passiren. Trotzdem war auch der einheimische Handel ziemlich bedeutend, da man die oben angeführten Waren auch hierzulande benöthigte, andererseits aber auch einheimische Producte im Auslande absetzen konnte. Unter diesen Pro-ducten muss in erster Linie das Getreide, besonders Weizen, dann Thiere und thierische Producte hervorgehoben werden. Aber auch andere Rohproducte, besonders des Bergbaues, dann auch Häute, Pelze und Holzwaren wurden aus Krain in die adriatischen Küstenstädte verkauft. Nicht unerwähnt darf das Wachs bleiben, denn die Kramer waren von jeher als tüchtige Bienenzüchter bekannt. Auch der süsse Ribola-Wein («rinfollium») wurde nach Venedig importirt und nach der Marktordnung von 1338 von jeder Amphora zwei «grossi» Einfuhrszoll entrichtet. Aus Bischoflack und Oberkrain überhaupt wurde dauerhafte Leinwand und grobes Tuch in grosser Menge ins Venetianische, vorzugsweise aber nach Istrien und Dalmatien ausgeführt. In den letzten zwei Ländern pflegt noch jetzt das Volk zu sagen, dass die modernen Waren zwar billiger, aber auch weniger dauerhaft sind. Mit dem Handel beschäftigten sich zwar in erster Linie nur die Städter, welche Handel und Gewerbe als ihr besonderes Privilegium ansahen. Nach und nach ergab sich aber auch der gemeine Bauer dieser Beschäftigung und wurde hierin von seinem adeligen Grundherrn, dem das Handeltreiben seine Standesehre untersagte, sogar unterstützt, da er von seinem handeltreibenden Bauer einen grösseren Gewinn erhoffen konnte als von dem ackerbauenden. So kam es, dass der Bauer seine Felder immer mehr vernachlässigte und dass hunderte und hunderte fruchtbare Gründe längs der Strasse unbebaut dalagen. Dem widersetzten sich aber die Städter und geriethen öfter mit den Adeligen in argen Streit, weil letztere ihre Bauern zum Handel aufmunterten. Der Handel brachte einen grossen Reichthum ins Land, denn die unendlichen Karawanenzüge, welche den ganzen Verkehr vermittelten und die Waren transportirten, kamen nur langsam vorwärts und brauchten viel Zeit, bevor sie das Land durchzogen. «Per Axe» pflegte man damals wegen der schlechten Strassen die Waren noch nicht zu transportiren. Behufs Unterbringung und Verpflegung von Menschen und Thieren (Pferden und Mauleseln) entstanden längs der ganzen Strasse grosse Gasthäuser und Viehställe, welche ihren Besitzern viel Geld eintrugen, denn der Kaufmann, noch mehr aber der Fuhrmann, ist leichter Natur und will sich keine Bequemlichkeit abgehen lassen. Damals mag es wohl Zeiten gegeben haben, dass die Wirte «die Zwanziger nach Metzen massen», wovon das Volk noch heutzutage zu berichten weiss. Um das Bild über das mittelalterliche Handelswesen unseres Landes zu vervollständigen, sei schliesslich noch des in Krain während dieses Zeitabschnittes üblichen Geldes gedacht. Bis zum Jahre 1360 war allgemein gang und gäbe die aquilejische Münze, nebenbei aber auch die venetianische, welche in den Jahren 1360 bis 1400 in Krain sogar viel häufiger wurde als die erstere. Nach diesem Jahre verbreiteten sich die Wiener Pfennige (slovenisch «vinarji»), aber auch das alte Aquilejer Geld kam wieder zur Geltung. Die Rechnungseinheit bildete der sogenannte «Silberdenar», der aber eigentlich aus Kupfer bestand und nur ‘/8 Silber beigemischt hatte und neun bis zehn Kreuzer wert war. Zwei Denari bildeten einen «Grossus» und zwanzig Denari eine «Lira» (beiläufig 1 fl. 80 kr. unseres Geldes). Landesüblich war auch die sogenannte slovenische Lira («Lira schiavonesca») im Werte von 72 Kreuzern. Die grösseren Summen rechnete man nach «Marken» und eine «Mark Denare» hatte beiläufig den Wert von 14'/„ Gulden österr. Währung. Das Geld wurde theilweise in Aquileja, später in Cividale und Udine, theilweise aber in Friesach geprägt. Beilage. Thomas Mocenigo dei gratia dux Venetiarum etc. Egregiis et Nobilibus Yiris, Judici, Consilio et Comuni civitatis Labaci, amicis nostris carissimis salutem et sincere dilectionis affectum. Venit ad presentiam nostram parte vestra cum litteris Illustris fratris nostri carissimi domini Hernesti Archiducis Austrie etc. domini vestri prudens vir Nicolaus scriptor civitatis vestre. Et cum magna in-stantia a nostro dominio postulavit, ut vos ac cives et mercatori vestri ad civitatem nostram Venetiarum cum suis rebus et merca-tionibus venientes tractarentur et expedierentur per viam fontici nostri Testhonicorum, sicut alii subditi prefati domini ducis expe-diuntur. Nos quidem tam intuitu prefati domini vestri, quam per benivolentiam et amorem, quern ad vos et civitatem vestram geri-mus, quia tenuimus et tenemus vos in bonos amicos et benivolos nostros, non obstante talis concessio ad introitus et datia civitatis nostre Venetiarum nostrique dominii non modicus sit danosa. Nihilominus cupientes predicto domino vestro, fratri nostro carissimo, ac vestre civitati, quam sincere diligimus, conplacere; Concessimus atque concedimus et firmiter statuimus, ut omnes mercatores vestri de laybacho Venetias venientes cum mercationibus et bonis suis tractentur de cetero et expediantur per viam fontici nostri teotho-nicorum per ilium modum, quo tractantur et expediuntur alii theo-tonici in dicto fontico conversantes. Et per observantia hujus gratie et concessionis nostre, dedimus ordines opportunos nostris officiali-bus ad hujusmodi negotia deputatis, sperantes firmiter, quod omnes cives subditi et fideles nostri ad partes vestras accedentes et conversantes favorabiliter liberaliter et benigne cum omnibus suis negotiis tractabuntur. Datum in nostro ducali palatio die VIIII. Septembris, Indic-tione VIE MCCCCVIII. Egregiis Nobilibus Viris, Judici, Consilio et Comuni civitatis laybaci, Amicis nostris carissimis. (Originalurkunde des krainischen Landesmuseums.) Beiträge zur Geschichte der Laibacher Maler und Bildhauer im XVII. und XYIII. Jahrhunderte. Von Prof. Julius Wallner. IJie unmittelbare Veranlassung zur Entstehung vorliegender Skizze gab eine im Laibacher Vicedomarchive befindliche ältere Abschrift der Satzungen der «Maler- und Bildhauer-confraternität» in Krain aus dem Jahre 1676, sowie mehrere im gleichen Archiv vorhandene, auf dieselbe bezügliche Acten-stiicke aus dem XVlII. Jahrhunderte. Das Bedürfnis, über die zu jener Zeit in Krain wirkenden Kunstkräfte Genaueres zu erfahren, ferner die Thatsache, dass in der ersten Hälfte des XVIII. Jahrhundertes namhafte Künstler in der Landeshauptstadt arbeiteten, endlich die Spärlichkeit, ja der theilvveise Mangel von actenmässig verbürgten Nachrichten über deren Lebensverhältnisse bewogen den Verfasser, in dieser Richtung eine eingehendere Untersuchung mehrerer bisher noch nicht benützter Quellen vorzunehmen, und so erweiterte sich der ursprünglich beabsichtigte einfache Abdruck der erwähnten Statuten zu einer stoffreicheren Dar-legung der Laibacher Kunst- und Künstlerverhältnisse innerhalb des Zeitraumes von 1675 bis 1750. Die vorwiegend aus den Steuer- und Rechnungsbüchern des reichen städtischen Archives zu Laibach 1 geschöpften 1 An dieser Stelle sei dem Herrn Magistratsrathe Voncina sowie Herrn Registrator Mulacek der beste Dank für ihre bereitwillige Unterstützung bei Benützung dieses Archivs ausgesprochen. Nachrichten bewegen sich freilich in ziemlich einseitigem Geleise, und der Verfasser hält keineswegs die Möglichkeit weiterer Erforschung in dieser Beziehung für abgeschlossen, sondern vielmehr eine solche erst für begonnen; er will eben in diesen Zeilen berufeneren Kräften die Anregung geben, die reichen Fundgruben für die Kunstgeschichte des Landes, die noch manchenorts gänzlich unbeachteten Rechnungs-, Ausgabenbücher, Inventare u. dgl. ähnlichen Zwecken zu erschliessen; er will sich ferner in vorliegendem Aufsatze durchwegs auf die Darlegung des neu gewonnenen Materials beschränken und von einer zusammenhängenden Darstellung des reichen Kunstlebens zu Laibach in der genannten Periode, etwa nach den Vorarbeiten eines Thalnitscher, Valvasor, Erberg (Manu-script im Museumsarchiv), Dzimsky, Dimitz, Strahl, lig, Vrhovec u. m. a.,2 absehen; seine Arbeit beansprucht nur die 2 Thalnitscher, Historia Cathedralis ecclesiae Labacensis. Neu abgedruckt Laibach 1882. — Valvasors bekanntes Werk bietet zwar keine zusammenhängende Darstellung der Kunst- und Künstlergeschichte Krains, liefert aber an zahlreichen Stellen wertvolle Notizen. — Erberg, Freih. v., Versuch eines Entwurfes zu einer Literargeschichte für Krain 1825. Dieses eines Abdruckes würdige, öfter benützte als citirte Manuscript des gelehrten Besitzers von Lustthal stellt im Anhänge die bedeutendsten Maler, Kupferstecher und sonstigen Künstler Krains zusammen. — Dzimsky’s bekanntes Büchlein «Laibach und seine Umgebungen» bringt zahlreiche, doch nicht immer verlässliche Kunstnotizen. — Strahl, Die Kunstzustände Krains etc., Separatabdruck aus dem Laibacher Wochenblatt 1884. Eine bündige Zusammenstellung des für die krainische Kunstgeschichte bekannten Materiales. — Ilg, Kunstnotizen aus Laibach. Mittheilungen der Centralcommission für Kunst- und historische Denkmale. X. Bd. n. F. p. CXII. Eingehende quellenmässige Darstellung der Dombaugeschichte und treffende Beurtheilung der wichtigsten Laibacher Kunstwerke durch einen Fachmann ersten Ranges. — Vrhovec, Die wohll. Hauptstadt Laibach. 1886. Enthält auf actenmässiger Grundlage sichere und wertvolle Nachrichten über Laibacher Künstler, namentlich über Robba und den Rathhausbrunnen. — Dimitz’ Geschichte Krains zeigt sich im allgemeinen über die Kunstzustände gut unterrichtet und sammelt manche wertvollen zerstreuten Nachrichten. — Hierher gehören noch kleinere Arbeiten, so z. B. A. D (imitz) «Zur Geschichte der Kunst in Krain» in den Blättern aus Krain 1865 und zahlreiche Erwähnungen und Daten in der sonstigen historischen Literatur des Landes. Geltung eines bescheidenen, freilich über manches, wie die fast gänzlich unbekannten Lebensverhältnisse Robba’s, Gior-gio’s u. a., neue Nachrichten bietenden Beitrages und Bausteines zu einer künftigen Geschichte der bildenden Künste in Krain Mit dem Beginne des XVII. Jahrhundertes fanden die bildenden Künste, wie überall, so auch in Krain zumeist durch den seitens der Jesuiten gepflegten kirchlichen Prunkstil und die immer mehr zunehmende Pracht der Schloss- und sonstigen Profanbauten reiche Beschäftigung und aufmunternde Förderung. Die Kunstannalen Laibachs, das naturgemäss stets den Mittelpunkt des künstlerischen Schaffens im Lande bildete, verzeichnen in dieser Zeit viele tüchtige Meister, deren Namen und Werke bereits Strahl in seiner bekannten Schrift zusammengestellt hat. Neben den dort genannten Malern Max Höbt-ner, Matthäus Plautz, Elias Wolf, Gerhard Krön, Elias Baek und den Bildhauern und Schnitzern Joh. Costa, Peter Hoffer, Khern, Georg Skarnos begegnen uns in anderen Quellen noch verschiedene Namen, die den Beweis liefern, wie zahlreich damals die Künstlergilde in Krains Hauptstadt vertreten war. So nennt die Congregationsmatrik der Sodalität der unbefleckten Empfängnis, die sich im Jahre 1632 durch Abzweigung aus der Bruderschaft Mariä Himmelfahrt gebildet hatte, zu den obigen noch mehrere Meister, deren Existenz sich freilich weniger durch ihre Leistungen als durch ihre zufällige Eintragung erweisen lässt. Es gehörten der genannten frommen Genossenschaft 1632 ein «pictor» Mathias Wagner von Nieder-alta an; 1639 Simon Widtman, Maler; 1644 Sebastian Schnegkh^ Bürger und Maler; 1651 Thomas Stegar, Maler; 1657 Caspar Weyssmann, Maler. Daneben werden in anderen Quellen 3 zur selben Zeit in Krain als Bildhauer Ferfila und Johann Carl Schell erwähnt. Viele derselben und noch später Aufgezählten betrieben Malerei und Bildnerei meist bloss handwerksmässig, und wir dürfen in ihnen zunächst nur Meister im gewerb- Blätter aus Krain 1865 p. 47. Diinitz IV. p. I 12. liehen, nicht aber künstlerischen Sinne des Wortes erblicken, doch lässt sich eine scharfe Trennung der beiden Richtungen in jener Zeit nicht immer festhalten, weil damals Kunst und Gewerbe noch engverbunden Hand in Hand giengen und gewöhnlich auch kunstreichere Meister die geringsten Arbeiten nicht verschmähten. Zudem ist es kein Nachtheil, wenn die Zahl der genannten Maler und Bildhauer eher zu gross als zu klein ausfällt, vielleicht gelingt es der weiteren Forschung, von der Hand eines bisher nur geringer Geschätzten ein oder das andere Kunstwerk (wieviel Bilder und Statuen in den Kirchen und Schlössern Krains sind noch unbestimmt!) nachzuweisen und so denselben in die Reihe der eigentlichen Künstler einzufügen. Dass die Zahl der letzteren im Lande Krain im XVII. und um die Wende des XVIII. Jahrhundertes nicht allzugross und mit vollendetem Können ausgestattete Talente unter den aufgezählten Künstlern nur spärlich vertreten waren, beweist am besten die noch unten beleuchtete Thatsache, dass grössere und schwierigere Aufträge meist fremden Kunstkräften überlassen werden mussten, und zwar nicht nur in Bezug auf die Kirchenarbeit, sondern auch bei Privatbestellungen, wie uns z. B. die von Valvasor überlieferte Nachricht zeigt, dass Freiherr Wolf Siegmund von Stroblhof die Gemälde in seinem gleichnamigen Schlosse von dem Niederländer AlmanachJAlle-mak) ausführen liess, der auch das Refectorium des früheren Franciscanerklosters gemalt haben soll und Porträts in Lustthal anfertigte.4 Man begreift, dass in dem Zeitalter der Zünfte und Standesprivilegien auch die Laibacher Künstler auf den Gedanken kamen, sich jede unangenehme Concurrenz möglichst vom Leibe zu halten und die Ausübung der Bildnerei im Lande in ihrem Kreise zu monopolisiren. Wenn es auch nicht möglich war, die oft recht gediegene Thätigkeit kunstfertiger Dilettanten, wie solche auch in Krain vielfach wertvolle Lei- 4 Erberg p. 309 und 311. stungen schufen, fernzuhalten, und es trotz aller Anstrengungen niemals gelingen konnte, die Heranziehung ausländischer Meister zu Privataufträgen seitens der Geistlichkeit und des Adels gänzlich einzustellen, so sollte doch wenigstens die gewerbliche regelmässige Ausübung von Maler- und Bildhauerarbeiten, namentlich die Herstellung kirchlicher Bildwerke, ihrem engeren Kreise gewahrt bleiben, und dies konnte am ehesten durch die Gründung einer Genossenschaft erreicht werden. Solche bestanden in den benachbarten Ländern schon längere Zeit. In Steiermark z. B. hatte der bekannte Johann Peter de Pomis bereits im Jahre 1619 eine ähnliche Vereinigung ins Leben gerufen, die, mit Schutzpatent und in der Folge erweiterten Freiheiten ausgestattet, mit scharfem Auge die Ausübung der bildenden Künste in diesem Lande überwachte.5 Da zudem unter den zünftigen Meistern selbst nicht selten Streit und Brotneid herrschte, die Gefahr der «Hinterschieichung » der Arbeitsaufträge durch billiger arbeitende Genossen naturgemäss den Verdienst herabdrückte, bei gehöriger Organisation jedoch die an Renovirungen, Umbauten und anderen ins Fach schlagenden Arbeiten so reiche Barockzeit allen Meistern genügende Beschäftigung zu bieten versprach, so ist es vollkommen erklärlich, dass auch die Laibacher Maler und Bildhauer daran giengen, ihrer Kunst und ihrem Gewerbe das ausschliessliche Ausübungsrecht im Lande durch die Errichtung einer Congregation zu sichern. Den einzigen Beweis von dem thatsächlichen Bestände einer derartigen Künstlergilde in Krain liefert die im Laibacher Vicedomarchive aufbewahrte gleichzeitige Papierabschrift der «Artikel und Satzungen», datirt vom 18. October 1676 (16 beschriebene Folioblätter), die uns das leider gänzlich verschollene Original ersetzen muss. Aus dem gegenwärtigen Standorte sowie der sorgfältigen, sauberen Ausstattung der Copie, 6 6 Vergl. Wastler, MUtheilungen des hist. Vereines f. Steiermark, XXXI. p. I 2 I ff. die in Leder gebunden und mit Goldpressung versehen ist, lässt sich mit Sicherheit schliessen, dass wir es mit dem beim Vicedomamte anlässig der Errichtung der Congregation nach erfolgter Bestätigung seitens des Stadtmagistrates eingereichten, zum Amtsgebrauche dienenden Exemplare zu thun haben; deshalb fehlen auch die für diesen Zweck entbehrlichen Siegelund Unterschriftscopien, dagegen ist eine amtliche Vormerknotiz von späterer Hand hinzugefügt. Nach der üblichen Einleitungsformel: «Im Namen der allerheiligsten und unzertheilten Dreieinigkeit etc.» folgt zunächst die Erörterung der Gründe, die zur Bildung der Con-fraternität Anlass gegeben. Die Ordnung, heisst es darin,6 erhält Länder und Reiche, macht die Bewohner glücklich, tilgt Neid, Misshelligkeit und Laster, ja sie macht nach Job (io. Cap.) einzig und allein den Unterschied zwischen Himmel und Hölle, in welch letzterer der «Schatten des Todes» und «kein Ordnung» wohne. Die Unterzeichneten Maler und Bildhauer Krains haben bisher mit schwerem Schaden den Mangel einer guten «Polizeiordnung» in Ausübung ihrer Kunst vermisst, und deshalb ist Zwietracht und Gehässigkeit unter den Genossen entstanden. Um statt dessen Liebe, Zucht, Ehrbarkeit zu pflanzen, sind sie nach dem anderorts mit Erfolg gegebenen Beispiel entschlossen, eine solche «gute Ordnung» für alle Kunstangehörigen nach alten Sitten, Gewohnheiten und Gebräuchen zu errichten und in nachfolgende Artikel zu fassen: I.) Die Maler und Bildhauer der Hauptstadt Laibach und des Landes Krain bilden eine «Congregation oder Bruderschaft», als deren «Principal-» (Gründungs-) Mitglieder die Unterfertigten erscheinen, ohne deren Bewilligung kein neues Mitglied aufgenommen werden darf. Zur Verwahrung der auf 6 Im Folgenden wird der Inhalt der Ordnung und der Zusätze auszugsweise, doch alles Wesentliche enthaltend, mitgetheilt. Die stilistische Form zeigt nach keiner Richtung eine bemerkenswerte Abweichung von der zeitgenössischen Weise, weshalb der vollständige Abdruck entbehrlich erscheint. die Congregation bezüglichen Gegenstände wird eine eigene Lade angeschafft. 2. ) An der Spitze steht ein von den Mitgliedern gewählter Obervorsteher und ein Untervorsteher, deren Wahl alljährlich am Feste des Bruderschaftspatrons St. Lucas (18. October) stattfindet und denen die Ueberwachung und genaueste Einhaltung der Genossenschaftsordnung besonders obliegt, wofür ihnen die Mitglieder bei Strafe von einem Ducaten in Kunstsachen billigen Gehorsam schuldig sind. 3. ) Die ungleichen Schlüssel der Lade verwahren die beiden Vorsteher und verrechnen die Einnahmen und Ausgaben. 4. ) Die Wahl der Vorsteher geschieht durch die beim Wahlacte anwesenden Mitglieder, ist aber trotzdem für alle bindend. 5. ) Alljährlich am St. Lucastage wird um 8 Uhr früh in der Domkirche St. Nicolaus in Laibach eine h. Messe gelesen, zu der alle in der Stadt wohnhaften Meister eingeladen werden und zu erscheinen haben. Abwesende haben die Ursache ihres Fernbleibens anzuzeigen; die Stichhältigkeit derselben wird von der Genossenschaftsversammlung geprüft, im verneinenden Falle erfolgt eine Strafe von drei Pfund Wachs. 6. ) Nach der Messe haben alle Mitglieder sich bei der Lade einzufinden, die Wahl der Vorsteher vorzunehmen und etwa Vorgebrachtes gebürend und «bescheidenlich» zu erörtern. 7. ) Alle Quatember findet für die verstorbenen Genossen ein Gottesdienst statt, zu dem die Mitglieder in ähnlicher Weise wie oben verpflichtet sind. 8. ) Jedes in Laibach ansässige Mitglied zahlt zur Bestreitung der Congregationsauslagen quartaliter 30 kr., die auf dem Lande befindlichen 20 kr., ausserdem alle ausserordentlichen, von der Gesammtheit beschlossenen Auflagen. 9. ) Alle Quatember findet eine Versammlung der in Laibach wohnenden Mitglieder statt; die auf dem Lande wohnenden werden nur in ausserordentlich wichtigen Fällen zur Theilnahme aufgefordert, haben aber dann bei Strafe von 2 fl. persönlich zu erscheinen. 10. ) Damit die Zahl der in Krain berechtigten Künstler sich nicht zu sehr vermehre oder vermindere, so soll es bei der Zahl der diese Ordnung aufrichtenden Maler und Bildhauer sein Verbleiben haben, wozu allenfalls noch die bisher in Laibach und auf dem Lande wohnhaften und «effective gesetzten» Meister aufgenommen werden können, sofern gegen den einen oder anderen keine Bedenken obwalten. Fernerhin darf jedoch ein Bewerber nur nach Absterben eines Mitgliedes um die Niederlassung in Krain und Aufnahme in den Genossenschaftsverband ansuchen. In diesem Falle kann der Abgang durch Neuaufnahme ersetzt werden, doch darf nie die Zahl von sechs Malern und drei Bildhauern überschritten werden. 11. ) Ausgenommen sind von dieser Beschränkung die eigenen Söhne und jene, welche eines einverleibten Genossen Witwe heiraten; solche dürfen über die Zahl aufgenommen werden, wenn sie nach «Lehrzeit, Wanderschaft, Kunststück und gutem Herkommen» sonst entsprechen. 12. ). Sollte ein neu aufzunehmendes Mitglied sich in einem Orte niederzulassen beabsichtigen, wo bereits ein incor-porirter Meister sesshaft ist, so erscheint die Bewilligung hiezu von des letzteren Gutachten und Bericht abhängig. 13. ) Niemand kann in der Congregation Aufnahme finden ohne die vorgeschriebene Lehrzeit von vier bis sechs Jahren bei einem ehrlichen «Prinzen» (Principal), ohne vierjährige Wanderschaft und zweijährige Arbeitszeit bei einem Genossenschaftsmitgliede. Ausserdem hat er das «Kunststück» aus eigener «Invention» zu leisten, dieses wird von einer besonders bestellten Commission geprüft. 14. ) Aufzunehmende erlegen in die Lade 24 fl., Meistersöhne , Schwiegersöhne und Ehegatten incorporirter Witwen nur 15 fl.; auf dem Lande Sesshafte nur 10 fl.; darnach werden sie gegen Angelobung dieser Satzungen ordentlich incor-porirt und eingeschrieben. Sollte das «Kunststück» des Bewerbers als ungenügend Zurückweisung erfahren, muss der Betroffene noch eine zweijährige Wanderschaft antreten. 15. ) Alle Mitglieder haben sich eines ehrlichen und straffreien Wandels zu befleissen sowie Gesellen und Kindern gutes Beispiel zu geben. Wehr und Waffen in die Versammlung zu bringen, ist mit 2 fl. Landwährung verpönt. 16. ) Kein Meister darf mehr als zwei Gesellen und einen Lehrjungen halten. Höchstens darf ein wandernder Geselle, der bei keinem andern Genossen Arbeit gefunden, auf kurze Zeit daneben beschäftigt werden. Erst wenn ein Lehrjunge die halbe Lehrzeit vollendet, kann ein zweiter aufgedungen werden. 17. ) Sollte mit ausnahmsweiser Bewilligung der Congre-gation ein überzähliger Meister gegen Einkauf in dieselbe Aufnahme gefunden haben, so darf derselbe weder Gesellen noch Lehrjungen halten, sondern die Kunst nur mit eigener Hand treiben. 18. ) Kein Geselle soll zum Meister befördert werden, der bei Störern und Frettern gelernt, aber auch die rechtmässig erlernte Kunst darf von selbem nicht auf eigene Faust aus-getibt werden, sofern er nicht etwa im persönlichen Dienste eines Cavaliers steht. Dawiderhandelnde werden nach erfolgter Verwarnung mit Wegnahme des Werkzeuges und der Arbeit bestraft, ausserdem zum Schadenersatz an die benachtheiligte Genossenschaft verurtheilt. Fremden Künstlern bleibt der öffentliche Verkauf fertiger Ware auf Kirchtagen u. dgl. unbenommen; sollten selbe jedoch die incorporirten Meister anderweitig stören, so ist ihnen alles wegzunehmen. 19. ) Fremde Gesellen sollen sich sofort bei einem Principal um Arbeit bewerben. Fragt der Meister, ob der Geselle bis zur Vollendung der vorliegenden Arbeit bleiben wolle, und sagt der letztere zu, ist er bis dahin unbedingt verpflichtet. Wurde obige Frage nicht gestellt, steht ihm der Austritt jederzeit frei. Ueber alle aus der Kunstübung entspringenden Streitigkeiten hat die Bruderschaft zu entscheiden. 20. ) Kranken und arbeitslosen Gesellen wird zur Fortsetzung ihrer Reise ein- für allemal aus der Lade ein Geschenk von 45 kr. gereicht. 21. ) Jeder Lehrling muss ehelicher und ehrlicher Geburt sein, die in Laibach eintretenden müssen vor der Bruderschaft auf vier bis sechs Jahre aufgedungen und freigesprochen werden, für solche vom Lande genügt das letztere. 22. ) Beim Aufdingen zahlt der Lehrjunge 2 fl. in die Lade und ebensoviel für «einen trunkh». Beim Freisprechen 3 fl. in die Lade und den gleichen Betrag zum gemeinsamen Vertrinken. Auch der Lehrherr hat dabei i fl. in die Lade zu entrichten. 23. ) Wenn ein Lehrherr seinen Lehrjungen anders, als die Bestimmung lautet, aufdingt oder freispricht, soll letzterer als «untauglich in der Kunst» gelten, der Meister aber mit 10 fl. und dem vollen Schadenersatz an den Jungen gestraft werden. 24. ) Nach dem Freisprechen wird der Lehrbrief ausgestellt, jedoch erst nach zurückgelegter vierjähriger Wanderzeit dem Gesellen eingehändigt. 25. ) Entlauft ein Lehrjunge seinem Meister, so darf ihn kein anderer, bei 10 fl. Strafe, aufnehmen, bevor nicht vor der Bruderschaft über die Stichhältigkeit der angegebenen Gründe des Austrittes entschieden worden. Werden selbe für erheblich und genügend befunden, steht die Aufnahme eines solchen Jungen auch gegen den Willen des früheren Lehrherrn jedem Meister frei. Eine Witwe kann den Lehrjungen ihres verstorbenen Gatten bis ans Ende der Lehrzeit behalten. 26. ) Beschuldigungen und Verdächtigungen unter den Genossen sind vor der Bruderschaft zu beweisen. Der unterliegende Theil wird entweder ganz aus der Congregation gewiesen oder doch um ein «merklich quantum» Geldes gestraft. 27. ) Wer eines andern Arbeit «hinterschleicht», oder wenn ein Maler Bildhauerarbeit oder umgekehrt über 3 fl. an Wert übernimmt, ferner wer eine angefangene Arbeit fortsetzt, bevor der Vorgänger ausbezahlt worden, erlegt ein Drittel des Verdienstes als Strafe in die Lade. JI3 28. ) Die Vorschätzung einer Arbeit darf nur durch die von den Vorstehern abgeordneten sachkundigen Meister gegen eine Taxe von 2 kr. vom Gulden, wovon ein Drittel der Lade zufliesst. vorgenommen werden. 29. ) Auf Begehren eines Einzelnen wird nur dann eine Versammlung einberufen, wenn er vorher 2 fl. in die Lade erlegt hat. 30. ) Wer sich mit Worten und Werken gegen die Satzungen vergeht oder selbe verspottet, zahlt 10 fl. Strafe. 31. ) Beim Leichenbegängnisse von Genossen und deren Angehörigen haben alle in Laibach befindlichen Meister zu erscheinen ; für verstorbene Gesellen und Lehrjungen, deren Mittel nicht zu einem ehrlichen Begräbnisse ausreichen, soll selbes aus der Lade bestritten werden. 32. ) Es ist keinem gestattet, ohne Bewilligung aus der Congregation auszutreten. Sollte ein Genosse wider die festgesetzte Ordnung handeln, so ist er sofort zur Verantwortung vorzuladen; weigert, er sich zu erscheinen, ist gegen ihn ohne Zuwarten die Klage beim Stadtmagistrate einzubringen. Alle Mitglieder verbinden sich gleichzeitig auf ihre sonstigen Rechte, Freiheiten u. dgl. zu verzichten und diese Ordnung als einzig bindende Norm zu betrachten. Um der Ordnung grössere Kraft zu verleihen, soll selbe dem Stadtmagistrat in Laibach und dem Landesvicedom in Krain, endlich nach Massgabe der in der Lade vorhandenen Geldmittel auch der kaiserl. Majestät zur Bestätigung unterbreitet werden, jedoch soll «diese Ordnung kein Präjudiz für andere obrigkeitliche Jurisdictiones sein, sondern mehr die Geltung und den Charakter eines freiwilligen Vertrages besitzen.» Zusätze (von gleicher Hand geschrieben): «Bürgermeister, Richter und Rath bestätigen (vorbehaltlich des vom Kaiser zu ertheilenden Privilegiums) obige Artikel und Satzungen der krainischen Maler und Bildhauer. Laibach am 11. Jänner 1677.»' 1 Dass eine solche ortsbehördliche Bestätigung wirklich erfolgte, die Genossenschaft also wenigstens unter der Bürgerschaft als gesetzlich bestehend Mittheilungen des Musealvereines für Krain 1890. 8 (Von anderer Hand:) «Hierüber ist das Landesvicedomi-sche Hauptcopeybuch unter 16. Juli 1715 aufzuschlagen.»8 Aus dem mitgetheilten Inhalte ergibt sich, dass die vorliegenden Congregationsbestimmungen zunächst nur als freie Vereinbarung unter den ausübenden Künstlern aufzufassen sind, der übrigens die obrigkeitliche Bestätigung seitens des Magistrates und Vicedomamtes den Charakter eines bindenden Gesetzes verleihen sollte. Dass sie auf dem Principe des numerus clausus, des möglichsten Ausschlusses fremder Kräfte, der engherzigsten Beschränkung auf den bei der Errichtung vorhandenen Kreis der Theilnehmer beruht, darf uns in dem Zeitalter ihrer Entstehung nicht wundern. Sahen doch erleuchtetere Factoren, als es die schlichten Laibacher Meister sein konnten, damals in dem Prohibitivsysteme das allein wirkende Heilmittel ökonomischer und materieller Uebelstände. Ueberdies sei erwähnt, dass die vorliegenden Satzungen in vielen Punkten mit denen benachbarter Künstlergenossen- angesehen wurde, beweist die Eintragung in dem Laibacher Gerichtsprotokolle unter dem Datum n. Jänner 1677: «Die Maler und Bildhauer reproduciren die unter Ihnen aufgerichteten Artikel mit gehorsamer Bitte, dieselben von Magistratswegen zu ratificiren. (Beschluss:) Ist.die Ratification bewil- ligt worden.» 8 Leider ist diese Notiz, welche sicher eine bestimmte Nachricht über das Verhältnis des Landesvicedomamtes zu der Confraternität geboten hätte, nicht auffindbar, da die Hauptcopeybücher verschollen sind. In dem Index des Vicedomarchives ist eine grössere Anzahl von alten Amtsbüchern, darunter auch obige, aufgeführt, die gegenwärtig daselbst nicht mehr vorhanden sind. Die Anfrage, ob selbe anlässig der erfolgten Ueberstellung ins Landesmuseum etwa bei der Landesregierung zurückgeblieben, wurde dem Verfasser von einer massgebenden Persönlichkeit verneinend beantwortet. Da von dem Vicedomarchive in jüngerer Zeit kein erheblicher Theil scartirt wurde und derlei Bücher schon durch ihr altehrwürdiges Aussehen, ihre solide Ausstattung weniger als Acten dem Vandalismus Unverständiger ausgesetzt zu sein pflegen, so ist der Verfasser überzeugt, dass selbe nicht verloren, sondern nur gegenwärtig als verschollen zu bezeichnen sind. Mit den einschlägigen Verhältnissen Vertrautere, als es der Verfasser bei seiner noch kurzen Anwesenheit im Lande sein kann, würden sicher diesem so unendlich reichen und wichtigen Archivbestande auf die Spur zu kommen vermögen. schäften, wie der steirischen, sachlich, wenn auch nicht wörtlich, übereinstimmen, und dass die Lebenskraft einer derartigen Vereinigung nicht von dem Inhalte der Statuten, sondern von der Tüchtigkeit und Leistungsfähigkeit der Mitglieder sowie von der Fortdauer der Verhältnisse abhängig ist, welche die Gründung veranlassten. Dass diese Voraussetzungen bei der in Rede stehenden Vereinigung nicht eintrafen, dass selbe es somit nur zu einem Scheinleben bringen konnte, wird aus dem Nachfolgenden ersichtlich werden. Da die vorliegende Copie der Congregationsartikel die Unterschrift der gründenden Mitglieder als etwas für die Bestimmung der Abschrift Unwesentliches weglässt, so wissen wir aus dieser Quelle nichts über die Namen der damals in Laibach wirkenden Kunstkräfte. Doch werden wir mit der Annahme nicht irre gehen, dass wohl alle in dieser Stadt befindlichen Maler und Bildhauer an der Vereinigung theil-genommen, und aus den städtischen Steuer- und Ausgabebüchern werden wir in den Stand gesetzt, nicht nur die Namen derselben, sondern auch Manches über ihre, freilich meist recht bescheidenen Leistungen zu erfahren. An Malern, d. h. solchen, die gewerbsmässig diese Kunst übten (von geschickten Dilettanten und auswärts wohnenden sei hier abgesehen), befanden sich damals in der Hauptstadt drei, und zwar der schon genannte Sebastian _SchnegkhL Philipp Jakob Jambschek und Johann Peter Gimbler. Der erstgenannte betrieb neben der Malerei auch das Vergolderhandwerk und wird manchmal auch unter der letzteren Bezeichnung angeführt, was für seine Zeit nicht auffällig erscheint, da eine solche Verquickung bei den zünftigen Malern recht häufig vorkommt. Er scheint in bedrängten Verhältnissen gelebt zu haben, da er bereits im Errichtungsjahr der Congregation ohne die von ihm bisher bezahlte geringste Steuerleistung von 40 kr. aufgeführt ist. Wir können von ihm, als völlig belanglos, weiters absehen. Philipp Jakob Jambschek ist bis 1686 nachzuweisen, er zahlte anfänglich 1 fl., später das Doppelte an Gewerbe- 8* Steuer. Von ihm erfahren wir, dass er 1676 die vier Delphine an dem älteren Rathhausbrunnen neu vergoldete, eine inso-ferne nicht unwichtige Notiz, als wir daraus etwas über die Ausstattung dieses im Jahre 1660 errichteten 9 Vorgängers des Robba’schen Kunstwerkes erfahren. Für die weitere Vergoldung der beiden städtischen Brunnen (der andere stand vor dem Jesuitengymnasium auf dem alten Markte) erhielt er 40 fl., und im gleichen Jahre malte er die Uhr auf dem Schlossberge um 30 fl., diese dürfte somit reicher ausgestattet gewesen sein. Die Jambschek bilden übrigens eine ganze Malerfamilie in Laibach, deren Glieder noch weiter unten Erwähnung finden werden.10 Noch thätiger als der Genannte war um dieselbe Zeit Tohann Peter Gimbler (auch Giimbler). Er lebte bis 1714; bis 1700 bewegte er sich in aufsteigender Linie, sank jedoch im Alter in dürftige Verhältnisse herab. Er wohnte fast die ganze Lebenszeit im «neuen Thurm» auf dem neuen Markte, wo er eine städtische Wohnung inne hatte; obwohl Gimbler gelegentlich einer Zinsnachlassbitte dieses Atelier «facht (feucht) vnd der Mallerey sehr schädlich» nennt, befand er sich darin durch 25 Jahre so wohl, dass er nicht nur den höheren Steuersatz von 2 fl. zahlen, sondern 1700 bis 1702 sogar eine Wohnung auf dem Platze beziehen konnte. Zu jener Zeit nennen ihn die städtischen Bücher «Herr Peter Gimbler» und er sass auch 1699 bis 1702 im Stadtrathe. Später suchte er jedoch wieder sein altes bescheidenes Quartier auf und musste im letzten Lebensjahre um Zinsnachlass ein-schreiten, sich dabei auf seine mehrjährige Krankheit und die Thatsache berufend, dass er durch mehr als vierzig Jahre niemals eine Wohlthat seitens der Stadt beansprucht habe. 9 Valvasor XI. p. 673. Die Zeichnung desselben auf der Abbildung des Rathhausplatzes zeigt, dass die obigen Figuren die einfache Brunnensäule krönten. 10 Ein Sohn des Obigen, Namens Thomas, der sich nicht der väterlichen Kunst widmete, gieng 1701 als Student der Philosophie nach Graz und erhielt vom Magistrate eine Reisegabe von 6 fl. Gimbler war kein Künstler, sondern zumeist Decorations-maler, doch versuchte er sich auch mit Gemälderestaurirungen; im Jahre 1680 renovirte er z. B. ein «jüngstes Gericht», wofür ihm der Bürgermeister drei Viertel Wippacher Wein verabreichen liess. Nebst mehreren Arbeiten für das Rathhaus boten ihm die alljährlich wiederkehrenden Charfreitagsprocessionen bei den Kapuzinern lohnende Beschäftigung, wie eine vorliegende Rechnung vom Jahre 1683 beweist." Ob die zu derselben Zeit in Laibach ansässigen «Steinhauer» Max Kherschiner (1675 bis 1681) und Mathias Po-totschnik (1675 bis 1712) als zur Gilde der Bildhauer gehörig zu betrachten sind, ist sehr fraglich. Sie waren eben Steinmetze im handwerksmässigen Sinne, letzterer verdient jedoch Erwähnung. weil er mehrfache Arbeiten an den städtischen Brunnen auf dem Rathhausplatze und dem alten Markte* 11 12 ausführte. 11 Die Ausstattung dieser Umzüge sei durch nachstehende Posten cha- rakterisirt: «Zwei nakhende glaidter gemahlt.....................i fl. 20 kr. Ein Archen des Bundts..............................4 h. Ein gantz neues Grab gemahlt .....................10 fl. Item ein brunen bey den Cananischen Weib sambt dem Camel gemahlt................................1 fl. Den Goliadt neu gemahlt.............................I fl. Eine grosse Tottentruhn samb den zugehörigen Sachen gemahlt...................................3 fl. Ein Herotestrohn gemahlt............................1 fl. Ein ganzes gebey, alwo der geduitige Job ist gesessen, neu gemahlt................................I fl. Die Vigur des erhängen Jutass neu gemahlt . ... 40 kr. Einen Susanna brunnen gemahlt.......................2 fl. ferner eine zimliche Anzahl Wolken, 28 grosse Laternen etc.» 12 Im Jahre 1683 verrechnet er für den ersteren 80 fl. und für den letzteren 88 fl. an Reparaturen. Vier Jahre später war der Rathhausbrunnen einer weiteren Ausbesserung bedürftig. Damals wurden «die Figur, der Pfeiler, drei Stück Brunnenkränze und acht Staffel» weggenommen und nach erfolgter Herstellung wieder zusammengefügt. Seit dieser Zeit bildet die Reinigung und Instandhaltung des Brunnens eine oft wiederkehrende Rubrik in den Ausgabebüchern. Mit dem Jahre 1677 trat die neugeschaffene Maler- und Bildhauerordnung thatsächlich in Kraft und wirklich begegnen uns sofort nach diesem Zeitpunkte mehrere neue Namen von Gewerbsgenossen, so dass die stipulirte Zahl von neun Mitgliedern bald erreicht wurde. Von 1677 bis 1683 wird Elias Benedict Stubenrauch, auf dem alten Markte und später auf dem neuen Markte wohnend, genannt, ferner Johannes Fleischmann, der sein Gewerbe auf dem alten Markte ausübte, und nach dem höheren Steuersätze, den er zahlte, zu urtheilen, viel beschäftigt war; endlich Johannes Eyssen-hardt, der vor dem Spitalthore wohnte und von 1680 bis 1691 nachweisbar ist. Leider sind bis jetzt von diesen drei Malern keine Werke nachzuweisen, sie erhoben sich wohl nicht über das Niveau des gewöhnlichen Handwerkers. Im Folgenden seien die am Ende des XVII. Jahrhundertes in Laibach wirkenden Maler und Bildhauer sammt den bedeutenderen Arbeiten derselben, soweit sie sich in den städtischen Ausgabenbüchern verzeichnet finden, aufgezählt. Wenn auch die Anzuführenden meist nur Handwerksmässiges leisteten, so ist daraus doch manche localgeschichtliche und kunsthistorische Thatsache zu entnehmen, ja gerade das negative Ergebnis der Forschung nach bedeutenderen Kunstkräften in dieser Zeit liefert die natürliche Erklärung, warum bei dem Aufschwünge des Kirchenbauwesens in Laibach Ende des XVII. und Anfang des XVIII. Jahrhundertes (Domkirche, St. Jakobskirche, Deutsche Ordenskirche) fast ausschliesslich fremde Künstler Verwendung fanden. Die Bauperiode der genannten Kirchen fand eben trotz Künstlerconfraternität und Statuten eine ganz darniederliegende Kunstthätigkeit in dieser Stadt vor; die zünftige Abschliessung und möglichste Fernhaltung fremder, frischer Kräfte, wie sie in den Statuten der Zunft ihren Ausdruck findet, führte nicht nur in egoistischer Engherzigkeit zu dem numerischen Rückgänge der Kunsthandwerker, sondern die angestrebte Monopolisirung ihres Geschäftsbetriebes verhinderte jede Anspornung zum Fortschritte, so dass wir um 1700 die zünftigen Meister als ein förmliches Kunstproletariat bezeichnen können, das selbst den bescheidensten Anforderungen der baulustigen Kreise nicht genügte. So geschah es, dass wir allenthalben sehen, wie trotz Artikel und Satzung die unternehmenden Factoren sich die geeigneten Kräfte aus dem Auslande holten und auf diese Weise die einheimischen Künstler gänzlich in den Hintergrund drängten. An Malern dieses Schlages befanden sich am Ausgange des XVII. Jahrhundertes in Laibach Andreas Wrezel (1686 bis 1688) vor dem Vicedomthore, Sebastian Niederländer (1686 bis 1688) in dem Kratzenbacherischen Hause auf dem Platze wohnhaft; Johann B. Hardt (1686 bis 1714), der 1687 im Aufträge der Stadt ein Crucifixbild restaurirte und mit der Anfertigung von Gemälden Maria’s, des h. Johannes und Maria Magdalena’s für den gemauerten Bildstock bei St. Peter betraut wurde. In späterer Zeit beschäftigte er sich jedoch ausschliesslich mit gewöhnlicher Anstreicher- und Vergolderarbeit. Von ihm stammt z. B. die Vergoldung des Rahmens zum Bildnisse Karls VI. im Rathhause. Sebastian Steger, der noch 1687 als Maler aufgeführt wird, wandte sich schon zwei Jahre später der Goldschmiedkunst zu, ein Beweis für die grössere Einträglichkeit dieses letzteren Gewerbes. Die um jene Zeit als «Bildhauer» Genannten können gleichfalls kein grösseres Interesse beanspruchen. Max Civi-dator, sicherlich wie so viele seines Berufes ein Italiener, weilte nur 1686 bis 1687 in der Stadt, Gregor Meyetitsch (Mayditsch) wohnte 1686 bis 1693 in der Rosengasse und fertigte beispielsweise das Stadtwappen für den 1687 von dem Baumeister Marcello Cerasello auf dem Schlossberge neu erbauten Pulverthurm an. Michael Khuscha (Khuscho, Cussa) arbeitete seit 1687 als Steinmetz auf dem alten Markte; künstlerische Leistungen sind von ihm in Laibach noch nicht nachgewiesen; doch bewarb er sich 1698 um die Errichtung des Marmoraltars in der Grabkapelle des Grazer Mausoleums,13 fühlte sich also für 13 Wastler in den Mittheilungen der Centralcommission f. Kunst- und hist. Denkmale. Neue Folge, X. Bd. p. 6. derlei Arbeiten immerhin befähigt. Nur vorübergehenden Aufenthalt nahmen in Krains Hauptstadt ferner Johann Conrad Steiner (1687), Jury Vermez (1689 bis 1695) und Hanns Georg Dragan um 1696. Fragen wir, an der Wende des Jahrhundertes angelangt, was bisher die mit vielen Hoffnungen und Ansprüchen gegründete Laibacher Künstlergenossenschaft für die Standesinteressen geleistet, muss die Antwort leider negativ ausfallen. Sie hatte weder die Beschäftigung fremder Künstler im Lande, noch die ausübende Thätigkeit geschickter Dilettanten oder freiübender Jünger des Apelles zu hindern vermocht, wie uns die unleugbare Thatsache beweist, dass gerade die namhafteren Leistungen auf diesem Gebiete in derselben Zeit durchaus von Auswärtigen herrühren, die Laibacher Kunstbeflissenen dagegen verschollen sind und deren Namen nicht aus sprechenden Werken ihrer Hand, sondern nur aus todten Rechnungsund Steuerregistern uns entgegentreten.14 Angesichts dieser trostlosen Kunstverhältnisse in Laibach um 1700 ist es ganz erklärlich, dass die zahlreichen künstlerischen Aufträge, welche in dieser blühenden, sogenannten valvasorischen Culturepoche Krains an vielen Orten 14 An Malern ausserhalb des Laibacher Platzes, welche wohl zumeist bei Adel und Geistlichkeit künstlerisch und materiell lohnende Beschäftigung fanden und sicher nicht zu den unbedeutendsten Vertretern ihres Faches gehörten, wiewohl sie mit der Confraternität in keinem oder nur formellem Zusammenhang standen, wird noch Ludwig Clerich (1679) und Johann Koch genannt, der 1682 den h. Thomas in der Schlosskapelle zu Weinhofen malte. (Dimitz, Geschichte Krains, IV. p. 112.) Auch sei an dieser Stelle auf die aus Neumarktl stammende Künstlerfamilie Grahover hingewiesen, der Simon Wolfgang und dessen Tochter Maria Nikolaia Aloisia (Claris-serin) angehörten; ersterer malte um die Mitte des XVIII. Jahrhundertes nebst Franz Anton Höger und Josef Leopold Wieser die prächtigen Miniaturen in der Dismas-Conföderationsmatrik, welche im Laibacher Museum ausgestellt ist. (Strahl p. 19.) Die genannten Künstler übten wohl ihre Meisterschaft in freier Weise aus und hatten mit der Zunftgilde nichts zu thun, in Laibach ansässige Meister waren sie nach den städtischen Steuerbüchern sicherlich nicht. ergiengen, wie schon gesagt, den Fremden zufielen. Geistlichkeit und Adel, die massgebenden Factoren in dieser Richtung, fühlten selbstverständlich nicht die Verpflichtung, der unfähigen Laibacher Künstlerzunft auf die Beine zu helfen, sie hatten glücklicherweise nur das einzige Bestreben, mit künstlerisch vollendeten Leistungen ihre Neubauten zu schmücken. Für sie war die Heimat des Künstlers, die Ansässigkeit Neben-, dessen Ruf und Geschicklichkeit dagegen die Hauptsache. Die Entstehungsgeschichte der meisten in diesem Zeiträume in Laibach aufgeführten Kirchen- und Profanbauten lehrt die Richtigkeit dieser Behauptung; mussten ja, von grösseren Arbeiten ganz abgesehen, selbst einfache Modellirungen fremden Künstlern anvertraut werden und häufig der geschickte Dilettant die mangelnde Erfindungsgabe des berufsmässigen Meisters ersetzen. Beispielsweise entwarf unser Valvasor die Idee zur Marienstatue auf dem Jakobsplatze, und der Former derselben war der Bildhauer WolfWeisskitxher aus Salzburg,15 wohl sicher ein Sohn des berühmten Künstlers der Steiermark Wilhelm Weisskircher.16 Wenn auch diese Thatsachen für die bestehende Künstlergenossenschaft zu Laibach bezeichnend sind, so kann andererseits nicht geleugnet werden, dass gerade durch den Niedergang derselben auf indirectem Wege der Aufschwung der heimischen Kunst vorbereitet, ja veranlasst wurde. Der Dombau und andere derartige Unternehmungen brachten um das Jahr 1700 zahlreiche fremde Meister von hervorragendem Talente und bedeutendem Rufe in Krains Hauptstadt. Von der Thätigkeit eines Quaglia u. a. fielen ungezählte fruchtbare Anregungen in den brach liegenden Boden, so dass die Vollendung des St. Nicolausdomes nicht nur die Erbauung eines prächtigen Gotteshauses, die Schöpfung eines herrlichen Kunstwerkes allein, sondern vielmehr einen bedeutsamen Wendepunkt in der Geschichte der Künste in Krain darstellt. Namentlich 15 Valvasor XI. p. 689. 16 Vergl. Wastler, Steir. Künstlerlexicon p. 183. waren es die italienischen Meister, die neues Leben in die erstarrten Kunstzustände eingossen, indem sie sich (meist als Bildhauer thätig) häuslich in der Stadt niederliessen und mit ihrer höheren Kunstfertigkeit die geringere heimische Leistungsfähigkeit zwangen, gleichen Schritt damit zu halten. Dazu kam der glückliche Umstand, dass die Vollendung der inneren Ausschmückung mehrerer Kirchen (St. Jakob, St. Peter) sowie der Umbau der Augustiner- (jetzt Franciscaner-) Kirche noch auf Decennien hinaus eine Fülle lohnender Beschäftigung darbot. So geht das Laibacher Kunstleben mit dem Beginne des XVIII. Jahrhundertes einem frischen Aufschwünge entgegen, es beginnt eine weit bessere Zeit für die Entwicklung desselben, namhafte Künstler treten in der Reihe der zünftigen Meister auf. Unter den Malern dieses Zeitraumes seien zunächst drei Angehörige der schon oben angeführten Familie Jamb-schek erwähnt.17 Valentin Jambschek wird um 1717 als Maler, daneben auch als Vergolder, seit 1724 ausschliesslich als solcher bezeichnet; hier sei hinzugefügt, dass er 1721 die neue Uhr fürs Rathhaus ausstattete und auch sonst häufig mit derlei Arbeiten in den Rechnungen der Stadtgemeinde erscheint, am bemerkenswertesten darunter war die 1729 vorgenommene Ausbesserung der «Schlachttafel» im Rathhause, die von ihm «ausgeputzt, geflickt, mit Oelfarbe grundirt und, was weggefallen, ausgemalt und gefirnist» wurde, ein Beweis, dass er seiner ersten und in der Familie erblichen Kunst gelegentlich treu blieb. Ein Andreas Josef Jambschek ist 1728 bis 1731 als Maler genannt, überliess aber im letztgenannten Jahre sein Gewerbe dem Franz Anton Jambschek, der mit seiner Gattin Maria Dorothea das ehemals Mathias Vidmayr’sche Haus in der Chröngasse erwarb und dort in bescheidenen Verhältnissen über die Zeitgrenze dieser Darstellung lebte. 17 Einen Andreas Joannes Jambschek «Pictor» nennt die Matrik der Marien-Sodalität im Jahre 1693, sonst wird derselbe nirgends erwähnt. Der 1706 bis 1707 genannte Johann Mottwas (Matwas), ferner der 1717 bis 1737 als Maler nachgewiesene Michael Mottwas war ausschliesslich Zimmer- und Schildermaler, als solcher findet der letztere in städtischen Rechnungen häufige Erwähnung, nennenswert ist nur seine Ausstattung des «Comoediezimmers» auf dem Rathhause, das er 1735 und 1736 mit gelber Farbe und «Frazengesichtern» ausmalte. Von 1715 bis 1732 wirkte als Maler ein gewisser Johann Michael Reinwaldt, der später seine Kunst mit dem Amte eines städtischen Brotkämmerers vertauschte und 1739 in dieser Stellung starb. Er arbeitete unter anderem für den Pfarrer Franz Lorenz Rame in Gurkfeld und gerieth mit selbem wegen der Entlohnung in Streit. Anlässig der Anwesenheit Kaiser Karls VI. in Laibach 1728 fertigte er mehrere Decorationsstücke an, für welche er 90 fl. bezahlt erhielt, jedoch darüber noch einen besonderen «gnädigen auswurff» beanspruchte. Seine Leistungen dabei bestanden in der «Hauptmalerei an der Facada des Rathhauses und an dem Baldachin des Kaisers». Auch ein «grosses Bild auf Holz gemalt mit lateinischer Jahreszahl» fertigte er 1716 für den Stadtmagistrat an. Als er sich von der Ausübung der Kunst zurückzog, wird neben ihm (sein Sohn?) Johann Franz Reinwajdt genannt, der jedoch gänzlich bedeutungslos ist. Johannes Suppantschitsch (17x7 bis 1728) malte 1721 das Zifferblatt auf der Rathhausuhr; von Johann Georg Merkhl (1719 bis 1725) ist keinerlei Arbeit nachzuweisen; Josef Mattekh (1719 bis 1722) war zumeist Vergolder; Tobias Gérard Obermayer verliess nach einjährigerThätig-keit (1727) Laibach; Daniel Savoje wird nur 1727 bis 1730 erwähnt; Johannes Ziegler (1727 bis über 1750) befasste sich ausschliesslich nur mit grober handwerksmässiger Arbeit; Albertus Pichel (1726 bis über 1730) machte sich mehr durch seine ungeordneten Lebensverhältnisse als durch künstlerische Leistungen bemerkbar, wiewohl es ihm an übergrossem Selbstgefühl nicht fehlte. In einem ärgerlichen Processe, in den er 1729 mit seinem Weibe wegen vorenthaltener Alimen- tation und Entwendung des ihre Ansprüche begründenden Ehevertrages gerieth, rechtfertigt er sich in hochmtithiger, selbstgefälliger Weise und betont gegen den erhobenen Zweifel seiner Zahlungsfähigkeit mit Stolz, «dass seine kunststikher allein über 3000 fl. austragen». Leider wissen wir nichts mehr davon. Von edlerem Schlage als alle bisher Genannten war jedoch Franz Jellouschek, der seit 1730 unter den Malern aufgeführt wird, und Johann Valentin Mezinger oder Menzinger. Ersterer erwarb 1740 die früher dem Stricker Georg Lang gehörige Hofstatt in der Rosengasse; zu seinen bereits bekannten Werken sei noch ein für das Stadthaus am Rain 1731 gemalter St. Nicolaus (um 13 fl.) hinzugefügt.18 Menzinger (die andere Schreibart hört mit dem Jahre 1746 auf) tritt als gewerbsmässiger Maler seit 1727 i'1 Laibach auf. Wir erfahren an neuen Daten zu seiner Biographie aus den städtischen Büchern, dass er 1727 bis 1731 zu den unbehausten Bürgern gehörte, im letztgenannten Jahre jedoch mit seiner Gattin Anna Maria eine Hofstatt in der Chröngasse erwarb, welche früher dem Priester Johann Anthoni von Umb-fahreg gehört hatte; seine zahlreichen, künstlerisch hervorragenden Leistungen, welche in den eingangs erwähnten Schriften aufgezählt und gewürdigt sind, verschafften ihm die Mittel 1740 noch ein zweites Haus auf dem alten Markte von Hanns Georg Krail anzukaufen, das nach der vorgeschriebenen Haussteuer (2 fl. 33 kr. gegen 30 kr.) bedeutend grösser gewesen sein muss, als sein Häuschen in der Chröngasse. Wahrscheinlich haben wir in ihm den glücklichen Künstler der Malergilde zu vermuthen, der sich damals durch seinen Pinsel ein Vermögen von 20.000 fl. erworben haben soll.1” Auffallend bleibt hierbei der Umstand, dass Menzinger trotzdem zeitlebens an Gewerbssteuer nur den geringsten Betrag von 1 fl. entrichtete, es scheint, dass diese Abgabe nur für die eigentlich 18 Derselbe nannte sich mit Vorliebe Francesco (Erberg p. 310). Dieser Umstand lässt den Schluss ziehen, dass er längere Zeit in Italien Studien gemacht und sich als italienischer Künstler fühlte. 19 Vrhovec, Die Hauptstadt Laibach p. 103. handwerksmässige Arbeit berechnet wurde, mit welcher sich der bedeutende Künstler selbstverständlich nur wenig oder gar nicht befasste. Die Zahl seiner in Laibachs Kirchen befindlichen Bilder ist sehr gross, solche fehlen wohl in keiner; seine Bedeutung für die Kunstgeschichte dieser Stadt ist somit eine hervorragende und wäre einer besonderen monographischen Darstellung seitens eines Fachmannes würdig. Die Reihe der gleichzeitig in Laibach ansässigen Bild-hauer weist neben unbekannten Namen auch mehrere Künstler von hervorragender Bedeutung auf. Neben Bauhandwerkern, Steinmetzen und Holzschnitzern gewöhnlichen Schlages sind in den Kunstannalen der krainischen Hauptstadt nachstehende mehr oder minder ehrenvoll verzeichnet: Francesco Ferrata aus Mailand, der Mitarbeiter an dem Dombau, der auf dem alten Markte gemeinsam mit dem später zu nennenden Mislej im Hanns Prenner’schen Hause wohnte. Er verliess wegen Misshelligkeiten mit dem neben ihm am Dome arbeitenden einheimischen Meister Michael Samerl, der sich der grösseren Gunst und Bevorzugung seitens der Bauleitung erfreute,20 schon 1701 diese Arbeit und wird noch durch drei Jahre in den städtischen Steuerbüchern fortgeführt, erst Ende 1704 oder 1705 dürfte er Laibach verlassen haben, da sein Name in den Registern um diese Zeit gestrichen erscheint. Der genannte Baumeister Samerl wird seit 1700 bis 1716 erwähnt, er wohnte auf dem Platze in dem Hause des Hillebrand Kheres, das er bereits 1702 ins Eigenthum erwarb. Da er und sein gleichnamiger Sohn auch als Grundbesitzer in der Tirnau erscheinen, so lässt sich vermuthen, dass seine Rührigkeit und unermüdliche Thätigkeit, welche Thalnitscher in der Geschichte des Dombaues lobend hervorhebt,21 ihm zu behaglichem Wohlstände verhalfen. Sein Sohn widmete sich nicht dem Gewerbe des Vaters, das Haus auf dem Platze gieng 2° Vergl. Thalnitscher p. 41. 21 Ibidem. nach dem Tode des letzteren an einen Krämer Namens Peter Kautschitsch über. Hervorragende Geltung im Steinmetzgewerbe gewannen in der ersten Hälfte des XVIII. Jahrhundertes ausserdem die Venetianer Francesco und Luigi (auch Alois genannt) Bom-basi (Bombasio, Bonbagio, Bonbash). Ersterer übernahm 1702 die Ausführung der Arbeiten an dem Dombau gemeinsam mit Samerl nach den Plänen des Architekten Pietro Janni und wird deshalb an der Gedenktafel an der Façade neben letzterem genannt. Er liess sich dauernd in Laibach nieder, erwarb 1703 das Bürgerrecht und war um 1711 in hervorragender Weise an dem Umbaue des neuen Rathhauses betheiligt. Er starb 1714. Der zweitgenannte, Luigi Bombasi, tritt mit dem Jahre 1713, also in ununterbrochener Fortsetzung nach Francesco , für den noch im selben Jahre dessen Witwe Susanna quittirte, als selbständiger Meister auf, er ist also höchstwahrscheinlich der Sohn des früheren. Seine nachweisbaren Leistungen bewegen sich vorwiegend in der handwerksmässigen Sphäre, fast alljährlich legt er grössere oder kleinere Rechnungen über Steinmetzarbeiten für die Stadtgemeinde, von ihm stammen die vier grossen Stützpfeiler vor dem Rathhausportale (1717) und das noch jetzt vorhandene Portal zum städtischen Comödie-Zimmer im ersten Stocke (1736). Da seit 1750 an seiner Stelle ein Karl Bombasi genannt wird, so dürfte unser Meister im selben Jahre gestorben sein. Wichtiger als die Genannten ist jedoch der schon erwähnte Lukas Mislej (Misel, Misle, Mischle, selbst Müschlerl). Seit 1700 wohnte er mit Francesco Ferrata auf dem alten Markte; dieser Umstand sowie seine vorübergehende geschäftliche Verbindung mit dem älteren Bombasi2'2 liesse ihn gleich- 22 22 Francesco Bombasi bat am 7. September i7°4 ^as Stadtgericht, dem Lukas Mislej aufzutragen, dass derselbe eine contractlich verwirkte Summe von 100 fl. zahle und die «compagnia noch ferner continuiren» soll. Das Stadtgericht erkannte auch in diesem Sinne. Daraus geht hervor, das Mislej einen Geschäftsvertrag mit Bombasi geschlossen, dessen er sich zu entledigen suchte. Wenn wir erwägen, dass Mislej in engster Beziehung zu Ferrata stand, mit 127 falls als Glied der italienischen Stein- und Bildhauercolonie erscheinen, die im XVIII. Jahrhunderte fast ausschliesslich dieses Kunstgewerbe in Laibach beherrschte, doch spricht dagegen der slavische Klang seines Namens; gleichwohl ist anzunehmen, dass er vielleicht jener an Bauhandwerkern so überaus reichen Gegend um Udine entstammt, wo italienisches und slavisches Volksthum ineinander verschmelzen.23 Im Jahre 1704 erwarb er das Prenner’sche Haus, in dem er bisher gewohnt, ins Eigenthum und zahlte für sein in der Nähe des Jesuitenseminars (jetzt Redoutengebäude) gelegenes Besitzthum den höchsten Haussteuersatz per 4 fl., wie auch seine Gewerbesteuer stets in beträchtlicher Höhe (10 bis 14 fl.) angesetzt erscheint, ein Beweis für den blühenden Stand seines Handwerksbetriebes, den er bis 1726 fortführte; er starb Ende \22lL< Gewerbe, Haus und Tochter seinem jüngeren Kunstgenossen, dem rühmlich bekannten Francesco Robba, hinterlassend. Mislej arbeitete häufig für die Stadtgemeinde, die ihre Aufträge meist unter alle ansässigen- Meister vertheilte. Am Rathhausbaue um 1717 betheiligte er sich durch Anfertigung des Stiegenhauses, der Säulenstellungen im Flur, der Capitäle, Basen, des dreifachen Fagadefensters, des Portales u. dgl. Für seine künstlerische Befähigung sprechen nicht nur die von ihm gearbeiteten Gigantengestalten an dem Eingänge des Priesterseminars, sondern auch der Umstand, dass ihm, wie noch ausgeführt werden soll, die innere Ausstattung der Augustinerkirche mit Altären u. s. w. übertragen wurde-, deren Ausführung jedoch sein Tod hinderte. Abgesehen von diesen Andeutungen, ver- dem er zusammen wohnte, so ist es wahrscheinlich, dass er nach dem Weggange desselben vom Dombaue neben Samerl die Arbeit fortsetzte. Durch die Uebertragung der Bauführung an Bombasi trat er mit diesem in geschäftliche Verbindung, aus welcher obige Differenz entsprang. 23 Zu derselben Gruppe gehört auch Francesco Gornik (Grumnik), (1725 bis über 1750), der 1729 die Steinarbeiten beim Brunnen an der St. Florianskirche besorgte, 1736 Steingewichte für die Stadtwage herstellte und 1748 die Reparatur des Brunnens auf dem alten Markte besorgte. Nach dem Tode Mislejs fungirte er auch als Schätzmeister dessen gewerblichen Nachlasses, dient er schon als Schwiegervater des bedeutendsten Bildhauers Laibachs im XVIII. Jahrhunderte einiges Interesse. Francesco Robba,24 über dessen Lebensumstände bisher so gut wie nichts bekanntgeworden, arbeitete nach den in den städtischen Büchern aufgefundenen Notizen seit 1724 bis 1729 als unbehauster Bürger, bis 1726 wird er als Steinmetz, nach diesem Jahre jedoch in der Reihe der Bildhauer aufgeführt, er selbst nennt sich in der eigenen Unterschrift «scultore et Arcbitetto» und bediente sich in seinen schriftlichen Eingaben mit Vorliebe der italienischen Sprache, ein Beweis, dass er erst in reiferen Jahren nach Laibach kam, um hier sein Kunsthandwerk auszuüben. Die Tochter Mislejs, Theresia, heiratete er noch vor dem Tode seines Schwiegervaters. Nach dem Hinscheiden des letzteren ergaben sich bald recht unerquickliche Familienverhältnisse, die zumeist in materiellen Schwierigkeiten ihren Grund hatten. Da Robba’s Gattin eine Tochter aus der ersten Ehe Mislejs mit Helena Schaffratnik war und die überlebende zweite Gattin desselben, Anna, nicht in dem Masse auf den Nachlass des anscheinend recht wohlhabenden Gemahls verzichtete, wie es im Wunsche, vielleicht auch in der Berechtigung der Tochter und des Schwiegersohnes lag, kam es zu ärgerlichen Zwistigkeiten zwischen beiden Parteien, in deren Verfolgung unser Künstler von einer gewissen Rücksichtslosigkeit und Hartnäckigkeit nicht freigesprochen werden kann.25 Im Jänner 1728 verlangt 24 Nicht Roba, wie sein Name meistens, auch in Wurzbachs biogr. Lexi-con, geschrieben ist. Obiger Namensform bediente er sich selbst. 25 Dass auch die Zeitgenossen Robba gewinnsüchtige Neigungen zu-mutheten, beweist eine gegen ihn schon 1727 erhobene Klage, er habe sich die Effecten eines in seinen Diensten verstorbenen Gesellen angeeignet. Unser Meister leugnete freilich entschieden, doch erfolgte seitens des Stadtgerichtes der etwas auffallende Bescheid : «Er solle die etwa in seinen Händen verbliebenen Gegenstände ausliefern.» Ob auch die langwierigen Streitigkeiten und vielfachen Mehrforderungen, die sich an die spätere Vollendung des Rathhausbrunnens knüpfen, nicht zum guten Theile der erwähnten Eigentümlichkeit Robba’s zuzuschreiben sind, soll hier nicht näher untersucht werden; sicherlich er als Curator des Nachlasses von seiner Schwiegermutter vor dem Stadtgerichte die genaue Angabe der durch sie bei Aufrichtung des Vermögensinventars «vertuschten und per spolium vorenthaltenen corpora». Sein Vorgehen wird freilich durch die Thatsache gemildert, dass er hiebei nicht nur die Ansprüche seiner Frau, sondern auch die eines Bruders derselben, Georg, zu vertreten hatte. Das geforderte Einbekenntnis wurde thatsächlich vorgelegt, doch bestritt nun Robba die Vollständigkeit desselben, da noch bares Geld vorhanden gewesen wäre, dessen die Geklagte keine Erwähnung gemacht habe. Die Witwe verneinte dagegen entschieden die Aneignung dieser Summe und wurde darüber am 29. April zum Haupteide zugelassen. Auch andere unerquickliche Geldangelegenheiten waren nach Mislejs Tode zu schlichten und vielverzweigte Geschäftsverbindlichkeiten des verstorbenen Meisters abzuwickeln. Derselbe hatte kurz vor seinem Ende bei dem «Priester und Kaufmanne» (!) Don Antonio del Medico in Venedig eine Sendung «africanischen» Marmors bestellt und hierauf eine Anzahlung von 300 fl. geleistet. Die Sendung wurde jedoch unterwegs mit Pfandrecht belegt, weil ein venetianischer Bildhauer und ein Triestiner Schiffsfrächter an den Nachlass Mislejs Geldansprüche erhoben. Robba holte sich nun beim Stadtgerichte die Ermächtigung, diese strittige Sache durch Aufgeben des freilich viel höher bewerteten Pfandobjectes beizulegen, da nach seiner eigenen Ansicht bei dem zu Venedig zu führenden Rechtsverfahren nur neue Kosten und kein Vortheil zu erwarten seien. Auch sonstige Forderungen wurden an Mislejs Erbe gestellt, so dass es beinahe den Anschein hat, als ob die Vermögensverhältnisse des Erblassers die Erwartungen seiner Hinterbliebenen etwas enttäuschten. Von besonderem Interesse erscheint jedoch Robba’s Bemühen, die Ueberlassung der Arbeiten für die innere Aus- berichtigt sich aber die Behauptung Vrhovec’, der p. 9S Robba «wohl einen genialen Künstler, aber unpraktischen Geschäftsmann» nennt. Mittheilungen des Musealvereines für Krain 1890. 9 Schmückung der Augustiner-(Franciscaner-) Kirche zu erwirken. Philippo di Giorgio, angeblich ein Bildhauer, wird bis jetzt fast überall als der Künstler des Hochaltars in dem genannten Gotteshause verzeichnet,20 doch ist es erwiesen, dass diese Angabe auf völligem Irrthum beruht. Giorgio war ein reicher Laibacher Patricier, aber kein Bildhauer; so erklärt sich auch von selbst die von Ilg p. CXIX gemachte Bemerkung, dass Giorgio als solcher nirgends erwähnt wird. Von ihm wissen wir zunächst aus amtlichen Nachrichten, dass er 1726 starb und in seinem Testamente Lucas Mislej mit der inneren Ausschmückung der Kirche sowie der Beischaffung einiger Paramente betraute, und zwar handelte es sich dabei an künstlerischen Arbeiten ausdrücklich um die Errichtung des Hochaltars von Marmor, der Beistellung des grossen Altarblattes in der Mitte und des kleineren oberen Altarbildes; es war also ein Lieferungsvertrag in Bausch und Bogen, und dem Uebernehmer die weitere Vergebung der nicht in sein Fach schlagenden Arbeiten völlig überlassen. Dafür bestimmte Giorgio eine Summe von 6000 fl., welche ratenweise nach dem Fortschreiten der Arbeiten ausbezahlt werden sollte, wobei eine Anzahlung von 1000 fl. sofort stattfand und Mislej thatsächlich eingehändigt wurde. Da Giorgio in den Acten stets als Cavaliere bezeichnet wird und als dessen Testaments-executoren vollwichtige krainische Edelleute, Sebastian Rai-gersfeld. Johann Anton Vermatti und Franz Wagathey, erscheinen, in den Verhandlungen ausdrücklich die testamentarische Widmung von 6000 fl. für den Altarbau sammt Anhang sichergestellt ist, so wäre es schon aus diesem Grunde höchst unwahrscheinlich, dass wir es hier mit einem Künstler zu thun haben, der noch dazu den Herstellungspreis seiner künftigen Arbeiten im vorhinein erhalten haben müsste, um bei seinem Tode Kunstauftrag und Geld einem anderen testiren zu können, wenn überhaupt eine solche Uebertragung rechtlich möglich ist. Wir haben vielmehr in ihm einen freigebigen Mäcenas und 26 26 So nach Dzimsky p. 49 auch Strahl p. 21 und Ilg p. CXIX. 13 1 Wohlthäter zu suchen, der ein Legat mit bestimmten Weisungen zu dem bewussten Zwecke widmete. Eingehendere Untersuchungen über die Familie di Giorgio und ihr Vorkommen in Laibach ergaben nachstehendes Resultat : Im letzten Viertel des XVII. Jahrhundertes lebte daselbst ein J. V. Dr. Johann Carl di Giorgio als Hausbesitzer auf dem alten Markte, der Capitalien bei. der Stadtgemeinde liegen hatte und nach seinen im Stadtgerichtsprotokoll niedergelegten mehrfachen Rechtshandlungen ein sehr vermögender Mann war. Er starb 1686, nach diesem Jahre wird in den Steuerbüchern das Haus unter der Bezeichnung «Giorgio’s sei. Erben» aufgeführt, letztere jedoch nirgends näher bezeichnet. Doch erscheint um diese Zeit ein Mathias di Giorgio in hervorragender Stellung. Er ist 1691 Stadtrichter, 1695 Vicestadt-richter, wiederholt städtischer Steuereinnehmer, ja 1697 bis 1699 sogar Bürgermeister. Neben ihm wird eine Maria Cordula di Giorgio, doch ohne nähere Angabe des Verwandtschaftsverhältnisses, genannt. Um 1724 findet Leopoldine Sophia de Giorgio, Wittib, Erwähnung. Ein Philipp ist aus den städtischen Rechnungs-, Steuer- und Gerichtsbüchern nicht speciell nachzuweisen, über ihn gibt dagegen die schon oben erwähnte Dismas-Congregations-Matrik Fol. 89 Aufschluss; er gehörte diesem Vereine Adeliger seit 1714 unter dem Beinamen «Der Wartende» als Mitglied an und wird auf dem ihm gewidmeten Wappenblatte als «Reichsritter, landsch. Buchhalteradjunct und General-Einnehmers-Amts-Verwalter» bezeichnet. Im Jahre 1726 starb er wahrscheinlich als der letzte seiner Familie, und es gierig das Haus laut Steuerbuchnotiz in andere Hände über. Der Verfasser stellt daher aus obigem die Hypothese auf: Philippo Giorgio war der jüngere Bruder Mathias’, diese beiden Söhne Dr. Johann Carl Giorgio’s. Philippo überlebte den älteren Bruder und vereinigte das gesammte Vermögen der Familie, über welches er bei seinem kinderlosen Tode verfügte und dabei für den oben erwähnten Altarbau eine grössere Summe bestimmte. Dass er somit kein Bildhauer war, steht nach dem Angeführten ausser Zweifel. 9* Mislej hatte mit dem Aufträge, den Hochaltar in der Augustinerkirche zu errichten, auch bereits den Vorschuss per iooo fl. übernommen, starb jedoch noch vor der Ingriff-nahme der Arbeit. Robba strebte nun von den Testamentsvollstreckern Giorgio’s die Uebertragung des mit seinem Schwiegervater geschlossenen Contractes auf seine Person an und verlangte von der Erbmasse Mislejs die Ausfolgung der ä Conto-Zahlung von IOOO fl. Dies wurde von dem Rechtsanwälte der letzteren (Robba trat jetzt als Curator des Mislej-schen Nachlasses zurück) mit der Behauptung bestritten, der Tod Mislejs sei ein «incidens», das die Giltigkeit der Contracts-bedingungen überhaupt auflöse. Da das Stadtgericht die Zurückweisung des «incidens» beschloss und Robba inzwischen durch besonderen Vertrag vom 21. Jänner 1728 mit den Sachwaltern des Georgio’schen Nachlasses sich die Ausführung der in Rede stehenden Objecte übergeben liess, so ist es wohl sicher, dass Robba diese seinen künstlerischen Fähigkeiten und Neigungen entsprechende Arbeit thatsächlich ausgeführt,'2' wie denn auch bereits Vrhovec, der gut unterrichtet zu sein pflegt, nach einer anderen Quelle im Stadtarchive ausdrücklich unseren Robba als den Meister des Hochaltars in der be-sagten Kirche bezeichnet.27 28 Um 1729 scheinen endlich die an Mislejs Nachlass geknüpften Schwierigkeiten geschlichtet worden zu sein, denn Robba übernahm nun das seinem Schwiegervater gehörige Haus neben dem Jesuitenseminar und betrieb daselbst seine Kunst und nebenbei das Steinmetzgewerbe bis in die Sechzigerjahre. Neben den zahlreichen künstlerischen Leistungen Robba’s, von denen neben dem allgemein bekannten Rathhausbrunnen die wichtigsten in der Dom^ St. Jakobs- und der Augustiner-(jetzt Franciscanerkirche) zu finden sind und deren vollständige 27 Dieser Sachverhalt modificirt im wesentlichen die auch zeitlich unmöglichen Angaben bei Dzimsky p. 49, denen Strahl p. 21 und Ilg p. CXIX gefolgt ist. 28 Vrhovec p. 185. Zahl durch Zusammenstellung der darüber zerstreuten zahlreichen Notizen bei den eingangs erwähnten Schriftstellern leicht zu ermitteln wäre, sei hier noch hinzugefügt, dass auch Robba bei der Anwesenheit Karls VI. in Laibach vielfach beschäftigt wurde. Für das im Vestibule des ersten Stockwerkes in Marmor ausgeführte «Bruststuckh» Karls VI. erhielt er 18 fl. Honorar. Da diese Porträtbüste gegenwärtig zu jedermanns Ansicht ausgestellt ist, ergibt sich die bequeme Gelegenheit zum Vergleiche zwischen den Ansprüchen älterer und moderner Künstler. Er errichtete bei derselben Gelegenheit auch eine «Ehrenpforte» beim Vicedomthore, wozu er 310 Pfund Gips verwendete, und schmückte ausserdem die Façade dieses Thores, wofür er gegen 400 fl. in Rechnung stellte. Zudem verlangte er noch ein «versprochenes recompens». Dass er gewöhnliche Steinmetzarbeiten keineswegs verschmähte und als echter und rechter Meister Handwerk mit Kunstfertigkeit verband, lehren uns mehrfache Rechnungen über derartige Arbeiten, so (1739) die Lieferung von Steinplatten für die Kapuzinerkirche, (1745) solcher für die städtische Bastei, endlich (1750) die Anfertigung der steinernen Stufen für das Rathhaus und der Steinpfeiler für die städtischen Ziegelhütten. Endlich sei noch einer bisher unbekannten schöneren Arbeit unseres Robba in der Domkirche gedacht. Im Jahre 1745 lieferte er im Aufträge der Stadt die schöne Pflasterung der St. Georgskapelle mit rothen, weissen und schwarzen Marmortäfelchen , die noch heute daselbst zu sehen ist, sowie die Deckplatte der für arme Rathsbürger bestimmten Kirchengruft daselbst. Diese ist in schwarzem Marmor ausgeführt und mit weiss eingelegten Todessymbolen geziert. Dafür bekam er 200 fl. Weitere Nachforschungen würden sicher noch andere Arbeiten dieses für Laibachs Sculpturgeschichte wichtigsten italienischen Meisters bekannt machen und so das Materiale für eine zusammenhängende monographische Darstellung seines Wirkens allmählich erweitern. Die als Zeitgenossen Robba’s erwähnten Steinbildhauer Mathias Vernitz (1722 bis 1742) und Matthäus Verbnik (1700 bis 1736) waren ohne jede künstlerische Bedeutung; letzterer fertigte das Stadtwappen am Zwinger bei den PP. Franciscanern (jetzt Lycealgebäude) an. Unter den meist in Holz arbeitenden Bildhauern nimmt als Zeitgenosse Robba’s den ersten Platz ein Heinrich Mi-chael Löhr, der von 1726 bis etwa 1752 erwähnt wird und, wenn auch nicht hervorragend künstlerisch thätig. doch ein vielbeschäftigter Meister war. Bis 1726 unbehaust, erwarb er 1729 mit seiner Gattin Maria Susanne zwei Häuser, von denen das eine auf dem alten Markte, das andere in der Chröngasse lag. Gelegentlich der Kaiserreise Karls VI. fertigte er für das Rathhaus ein Wappen und das Wahrzeichen der Stadt, den Lintwurm, an, wofür er 13 fl. verrechnete, jedoch überdies ein versprochenes Recompens von vier Thalern erhielt, seine Leistung wurde also ebenso hoch als die Robba’s für die vorhin erwähnte Marmorbüste geschätzt. Ein grösserer Auftrag wurde Löhr im Jahre 1737 seitens der Stadt zutheil. Die Stadtgemeinde beschloss, im Vereine mit der Bruderschaft «Redemptoris mundi» zwei neue Altäre in den Seitenkapellen der Domkirche aufzustellen, und zwar den einen unter dem Namen der stiftenden Corporation, den anderen in der St. Georgskapelle. Löhr übernahm am 10. November die Verpflichtung, binnen Jahresfrist die beiden Arbeiten nach den «extradirten» und «versigilirten abrissen» herzustellen, dabei die ganze Tischler- und künstliche Bildhauerarbeit zu verrichten, «wie nicht weniger besagte bayde althar mit feinester von beständigen gold, math vnd glanzendt zu vergulden, auch nach schönen vnd natürlichen Marmororth (Art) zu vbermallen vnd mit glanzendem gumi gawoal (Copal?) firneys zu vber-ziehen». Jedoch sollten die alten Statuen des h. Sebastian und h. Rochus wie auch der Rahmen des Marienbildes nach dem Abriss Verwendung finden. Dafür wurden ihm 700 fl. und 20 fl. Leihkauf als Preis zugesichert.29 29 Neben Löhr seien lediglich der Vollständigkeit halber noch die zeitgenössischen Bildhauer Johannes Messt (Most) (1715 bis 1735) und Anton Zehee (um 1715) genannt, von denen der Erstgenannte mehrere kleinere Löhr ist nebenbei als energischer und kräftiger Vertreter der zünftigen Rechte seines Standes beachtenswert, er war es, der zuerst nach langer Zeit wieder behördliche Massregeln zum Schutze des Kunsthandwerkes in Laibach anrief. Bei ihm arbeitete um 1736 ein Geselle Namens Josef Straub, der nach wenigen Monaten wieder austrat und bei den PP. Discalceaten (jetzt Barmherzigenkirche) auf eigene Faust Arbeiten übernahm. Löhr hatte die innere Ausstattung der Kirche contractlich zu besorgen und sah somit in seinem ehemaligen Gehilfen einen frechen Störer, den er in üblicher Weise mit der Pfändung des Werkzeuges strafte. Hierüber beklagte sich Straub beim Stadtgerichte, vorgebend, er habe die Arbeit in der Kirche direct vom Discalceatenprior übernommen, und für ihn sei der mit Löhr geschlossene Vertrag ungiltig. Es scheint thatsächlich in diesem Falle die Incorrectheit auch auf Seite der Patres gelegen zu sein, denn der Magistrat verfügte nichts Entscheidendes, sondern erklärte, einen Vergleich zwischen den streitenden Parteien anzustreben. Die Behörde hatte überhaupt oft ihre liebe Noth, derlei Beschwerden zu einem billigen Abschlüsse zu bringen, nicht nur die Bildhauer, auch die verwandten Gewerbe, wie Stuccatorer, Vergolder, Tischler klagten häufig über Wegnahme der ihnen gebürenden Arbeit durch nicht zünftige Fremde. Im Jahre 1737 arbeitete ein gewisser Nicolaus Reissmayey, Stuccatorer und Gipser aus Baiern, über Auftrag der Landschaft an der Achatzikapelle im Landhause. Die krainische Landschaft selbst muthete also der heimischen Kunstindustrie eine derartige Leistung nicht zu. Darüber erhoben Pietro Antonio Conti, Stuccatorer in Laibach, mit dem uns bereits bekannten Löhr und Luigi Bombaši eine Beschwerde beim Stadtgericht, und als dieses sich auf den ausdrücklichen Auftrag der Landesstelle berief, beim Vicedomamte, worin sie sich in den üblichen Klagen über die unbefugten Störer ergiengen und erklärten, dass nament- Holzbildhauerarbeiten für die Stadtgemeinde lieferte, letzterer schon 1719 den Karthäuserorden (wahrscheinlich nach Freudenthal) eintrat. lieh die Herstellung von Altären eine gemeinsame Arbeit der Holz- und Steinbildhauer sein müsse. Die Landschaft sei gar nicht berechtigt, Ausnahmen von den klaren Regierungs-decreten zum Schutze der zünftigen Gewerbe 30 zu gewähren. Das Einschreiten der Laibacher Kunsthandwerker hatte wenigstens den Erfolg, dass der geklagte Reissmayer veranlasst wurde, sich einer der gewerblichen Genossenschaften anzuschliessen, und so finden wir ihn auch wirklich von 1738 bis 1743 in der Reihe der städtischen Baumeister neben Conti als Stuccatorer eingetragen. Von der Maler- und Bildhauervereinigung hören wir in dieser Zeit seit langem wieder ein Lebenszeichen. Es scheint, dass die Genossenschaft, welche ja immer nur ein Scheinleben geführt, zu jener Zeit nur von den Bildhauern weitergefristet wurde, denn wir begegnen in den betreffenden Eingaben stets nur solchen, ja, man wäre fast versucht zu glauben, wir hätten hier mit einer neugebildeten, selbständigen Corporation zu rechnen, doch taucht daneben, namentlich in amtlichen Erlässen, die ursprüngliche Doppelbezeichnung wiederholt auf, so dass wir es thatsächlich noch mit der älteren, ursprünglichen Confraternität zu thun haben, von der sich die Maler aus unbekannten Gründen gänzlich zurückgezogen zu haben scheinen. Freilich, Männer wie Menzinger brauchten zur erfolgreichen Ausübung ihrer Kunst keine derartige Einrichtung, und Stümpern konnte erfahrungsgemäss auch diese nicht viel nützen. Am 24. Jänner 1738 erfolgte seitens der Laibacher bürgerlichen Bildhauer eine neuerliche Eingabe an den Landesverwalter Anton Josef Graf Auersperg, in der sie sich gegen den schon früher erwähnten Josef Straub und zwei andere selbständig gewordene Gesellen, Caspar und Friedrich Maucher, 30 Damit meinten sie das Patent Leopolds I. vom 9. Juli 1692 an den Magistrat von Laibach; dasselbe verbietet die Störung der bürgerlichen Gewerbe durch «nobilitirte und andere Personen, die wohl die commoda solcher Handtirung geniessen, ohne die onera zu tragen'». Erneuert wurde selbes durch Karl VI. ddto. 9. Februar 1718. wandten. Dieselben übernahmen contractmässig Kirchenarbeit, so beim Pfarrer in Wippach und in Unterkrain, und schädigten auf diese Weise die Rechte der zünftigen Laibacher Meister, während doch letztere sich befähigt fühlten, «mit guter unaus-stelliger Arbeit nach Ausweisung der von ihnen selbst in-ventirten Abrissen und in Händen habenden Attesten um billigen Preis zu bedienen». Die Erledigungsclausel des Landschaftssecretärs Franz Pogatschnik lautete wenig tröstend: Die Supplicanten sollen bekanntgeben, wo sich die Genannten aufhalten, sodann werde nach Anhörung des Pfarrers zu Wippach und der anderen ein Bescheid erfolgen. Das Vicedomamt erwies sich dem Begehren der Laibacher Künstler geneigter. Am 27. Jänner und am 19. Juli 1738 ergiengen von dort Befehle an den Stadtmagistrat, über Wunsch der Bildhauergilde die unbefugte Arbeit einzustellen und derlei Gesellen zu zwingen, in Arbeit zu treten oder das Land zu verlassen. Zwei Jahre später (21. März 1740) beschwerte sich Löhr jedoch neuerdings gegen die unbefugte Arbeit seiner ehemaligen Gesellen auf dem flachen Lande und bewog die ge-sammte Bildhauer-, Maler- und Vergoldergenossenschaft im selben Jahre, bei der innerösterreichischen Hof kammer in Graz um Ertheilung eines besonderen Schutzpatentes gegen die Störer und Fretter ihres Kunstzweiges einzuschreiten. Sie erwähnten darin sicherlich ihrer älteren Statuten und Satzungen, denn es erfolgte am 9. September aus Graz der Bescheid, dass die Supplicanten ihre Privilegienbestätigung beibringen sollten, damit auf Grund derselben ihrem Ansuchen willfahrt werden könnte. Das war eine schlimme Wendung. Eine solche Confirmation war, wie wir wissen, seinerzeit wohl aus Ersparungsrücksichten unterblieben; die Laibacher Künstler hatten für ihren engeren Wirkungskreis die Genehmigung durch den Magistrat und Vicedom für genügend gehalten. Jetzt rächte sich das Versäumnis. Kleinlaut gestehen nun die Meister in der Eingabe vom 20. März 1741 der innerösterreichischen Regierung, dass sie zwar mit einem förmlich bestätigten Privileg nicht versehen seien, berufen sich jedoch auf die allgemeinen gewerblichen Verordnungen von 1692 und 1718 und bitten unter nochmaliger Hervorhebung ihrer bedrängten Lage und erlittenen Störung, namentlich durch die Venetianer, für diesmal nur um ein «gewöhnliches» Schutzpatent. Hierauf forderte die Grazer Regierungsstelle sowohl dem Magistrat als auch dem Vicedom einen gutächtlichen Bericht über diese Angelegenheit ab. Die Verhandlungen und Erhebungen darüber gestalteten sich zu recht langwierigen. Ueber den Verlauf derselben erhalten wir zwar keinen actenmässigen Einblick, doch erfahren wir aus einem Originalschreiben des früheren vicedom’schen Amtsverwalters Freiherrn von Grimbschitz, dass die Laibacher Künstler behaupteten, während seiner Amtsführung sei eine ihren Ansprüchen günstige Entscheidung herabgelangt und müsse noch in dessen Händen sein. Grimbschitz widerspricht dieser Behauptung und reducirt die Angabe dahin, dass wohl einmal die Laibacher Maler einem fremden Kunstgenossen die Ausübung der Kunst hätten verbieten wollen und hierbei ein vom Grafen Blagay (Vicedom 1673 bis 1700) «zusammengesetztes Congestum» vorgebracht. Doch habe er darauf keine Rücksicht genommen, weil derlei Begünstigungen nur der Landesfürst ertheilen könne. Unter der ziemlich wegwerfenden Bezeichnung «congestum» des Grafen Blagay haben wir somit höchst wahrscheinlich die durch selben erfolgte vicedomämtliche Bestätigung der Confraternitätsordnung zu verstehen, deren Giltigkeit jetzt an massgebender Stelle angefochten wurde. Nach vollen vier Jahren, am 13. Juli 1745, gieng der abgeforderte Bericht des Stadtmagistrates an die landesfürstliche Behörde ab. Er bietet nichts Neues, zählt die Lasten der zünftigen Meister auf und betont, dass die Gesellen nicht mehr um Kost und Lohn Arbeit nehmen wollen, sondern ergiebigere Einnahmsquellen durch selbständige Thätigkeit auf dem Lande aufsuchen, wo- durch nicht nur die Meister, sondern auch das Publicum wegen häufiger Unfähigkeit der Arbeitnehmer geschädigt und betrogen würden. Aus diesen Gründen befürwortete der Magistrat die Erlassung eines besonderen Schutzpatentes. Leider ist der Abschluss dieser Angelegenheit mangels einschlägiger Acten nicht vollkommen sicherzustellen. Doch scheinen die Laibacher Künstler endlich erhört worden zu sein und eine ausdrückliche Bestätigung ihrer Satzungen erlangt zu haben. Wir besitzen eine flüchtig geschriebene undatirte Copie eines derartigen Patentes, das nach dem Eingänge (Maria Theresia noch ohne Kaiserintitel) vor dem 15. September 1745 entworfen worden sein muss und in den üblichen Ausdrücken und mit augenscheinlicher Benützung eines älteren (wahrscheinlich des Grafen Blagay’schen) Textes die Bestätigung der unter den krainischen Malern, Bildhauern und Vergoldern aufgerichteten «Artikel» durch den Vicedom im Namen der Königin enthält. Ob dieses Privileg die Hoffnungen der Laibacher Künstler erfüllte, bleibe dahingestellt. Von einem Aufblühen der genannten Gewerbe nach dieser Zeit durch Genossenschaftsglieder dürfte wohl auch dem genaueren- Kenner der einschlägigen Verhältnisse nichts bekannt sein. Was nachher Bedeutendes in den bildenden Künsten in Laibach geleistet wurde, geschah durch frei schaffende, verschiedenen Lebensstellungen angehörige Künstler, wie denn unter allen Zweigen des menschlichen Könnens keiner so schwer die Einzwängung in starre Zunftgrenzen verträgt, wie die edle, freie Kunst. Das Urbarium der Herrschaft Gottschee Yom Jahre 1574 Ein Beitrag zur Kenntnis der volkswirtschaftlichen, nationalen und politischen Verhältnisse von Gottschee bis zur definitiven Erwerbung des Ländchens durch die Auersperge. Von Prof. Peter Wolsegger. Uas Buch wurde vom Herrn Professor Obergföll im hiesigen Auersperg’schen Schlosse gefunden und von ihm schon mehrfach benützt. Es hat 477 beschriebene Blätter. Die sehr fleissige Schrift, die keine einzige Correctur zeigt, ist deutsch; die Eigennamen am Anfänge einer jeden Seite sind lateinisch. Controlirbare Fehler sind nicht vorhanden, ausgenommen bei ein paar Auslassungen von Wörtern, die aber von einer anderen Hand, einmal falsch, hineincorrigirt wurden. Das Urbar ist nach Vorlagen gearbeitet, die viel älter gewesen sein müssen. Die Ortsnamen,' welche dasselbe enthält, waren schon damals theilweise nicht mehr gebräuchlich. Dies ist daraus zu schliessen, dass der Schreiber bei Berechnung des Geldzinses für die einzelnen Hubentheile kleine Zettelchen benützt hat, von denen bei einzelnen Ortschaften noch einige zu finden sind und welche alle die jetzt gebräuchlichen Ortsnamen haben. Aus einem alten Urbar wurden ebenfalls herübergenommen die Geldzinse. Dieselben sind ausgewiesen mit Buchstaben in Schillingen und Hellern, dagegen daneben mit Ziffern in Gulden und Kreuzern. Auch sind einzelne Stücke, wie es scheint, genau abgeschrieben 1 Wo es nothwendig zu sein schien, habe ich zu den alten die neuen Ortsnamen hinzugesetzt. worden, so z. B. das über die «Landtgerichts Pidmarckh». Was die einzelnen Ortschaften anbelangt, so sind die meisten derselben auch heute noch vorhanden, wenn auch wahrscheinlich einzelne nicht mehr auf dem damaligen Flecke stehen.'2 Ein paar sind verschwunden, dafür sind in spätem Zeiten wieder viele neue hinzugekommen. Bei der «Errichtung dieses Urbars» war der Hubenstand in die grösste Unordnung gerathen. Die Huben waren im Laufe der Zeit vergrössert oder durch Verkauf, durch Abtrennung von Stücken als Aussteuer für Kinder, Erbthei-lung etc. zerstückelt und verkleinert worden; durch Ausrodung geeigneter Waldplätze waren neue Grundstücke entstanden. Sollte nach damaligen Begriffen Ordnung geschaffen werden, so musste das Streben dahingehen, womöglich gleich grosse Huben herzustellen.3 Wenn thunlich, wurden daher überall halbe Huben in den einzelnen Ortschaften von gleicher Grösse (im ganzen freilich sehr verschieden, an einigen Orten grösser, an anderen kleiner) gemacht und dies dadurch erreicht, dass man wahrscheinlich die von früher her zusammengehörigen Stücke wieder zusammenlegte oder solche, die willkürlich zusammengelegt worden waren, wieder theilte. Daher kommt es öfters vor, dass ein Unterthan in einer und derselben Ortschaft Mitbesitzer von zwei oder drei halben Huben ist.4 Besitzer von ganzen Huben sind sehr selten; die grösste Anzahl der Besitzer sind Halbhübler, ein sehr grosser Theil aber besitzt recht kleines Eigenthum. Nur ein Besitzer im Dorfe Mooschwald hat statt der Natural-Leistungen Geld zu zinsen. Im Urbar kommen auch viele Bürger der Stadt als zinspflichtig vor. Ihre Verbindlichkeiten beziehen sich auf Güter innerhalb des Burgfriedens der Stadt,5 deren Zinsen ebenfalls verpfändet waren. 2 Z. B. Römergrund, woher wohl auch die Namensänderung zu erklären ist. 3 Additionalartikel 4 und 5. 4 Ein Beispiel, welche Schwierigkeiten dabei vorkamen, bietet Inlauf. 5 Erzherzog Ferdinand liess 1614 den vom Kaiser Friedrich III. der Stadt Gottschee im Jahre 1471 ertheilten Burgfrieden, «dessen Berainung, weil Was den damaligen Culturzustand von Gottschee betrifft, so lässt sich aus dem Urbar selbst nicht sehr viel ersehen. Ueber Recht und Gericht, Erbfolge u. dgl. wird im Anhänge viel gesprochen. In früheren Zeiten, nach der Erbauung der Stadt, gab es ein Gericht in der Stadt und eines auf dem Schlosse Friedrichstein.6 Später jedoch scheint das Gericht über einen grossen Theil der Herrschaft den Bürgern der Stadt übertragen worden zu sein. Nur die zum Amte Rieg gehörigen Ortschaften unterstanden detn Spruche ihrer Sup-pane. Im Umkreise des Ländchens gab es noch zu Valvasors Zeiten schauerliche Waldungen. Soweit jedoch das Land bebaut war. was offenbar nur zum geringsten Theile der Fall war, gab es etwa zur Hälfte Ackerland und zur Hälfte Wiesen. Roggen und Gerste scheint wenig gebaut worden zu sein; Hauptfrüchte waren Weizen und Hirse. Auffallend sind die sehr starken Abgaben an Flachs. Von «Natur aus» war Gottschee ein «schwärer» (unwirtlicher) Ort.7 Selbst in den besseren Lagen konnte nur eine einmalige Aussaat stattfinden. In vielen Orten wird durch das Urbar selbst bezeugt, dass die Bauern sich nur «hertiglich» und mit «der Hauen erneren» konnten. Der Gottscheer Boden war damals wie heute Ueberschwem-mungen ausgesetzt. Weinbau wird nirgends erwähnt, und sagt Valvasor ausdrücklich, dass erst zu seiner Zeit in Altlag Weingärten angelegt wurden;8 in Weissenstein werden vor seiner Zeit vermuthlich auch keine gewesen sein. Von diesem Chronisten werden jedoch die Gottscheer wegen ihrer Arbeitsamkeit gerühmt. «Sie behelfen sich,» sagt er,6 «weil ihre Aecker derselbe, mitten in der Herrschaft Gottschee Landtgericht gelegen, in das zu gedachter Herrschaft gehörige Urbarium nicht eingetragen worden», neu abgrenzen, und befahl die Eintragung der Grenzen desselben in das bei «Be-reuttung der Herrschaft Gottschee» neu aufgerichtete Urbar. (Originalurkunde im Stadtarchiv zu Gottschee.) — Erst Wolf Engelbrecht von Auersperg erhielt die Stadt Gottschee vom Kaiser Leopold I. unter Vorbehalt ihrer Privilegien geschenkt. 6 Wolsegger im Deutschen Kalender f. Krain, 1889 p. 62. 7 Urkunde Ferdinands I. vom 24. Jänner 1546 im Stadtarchiv. 8 Valvasor I. 226; I. 214 ff. 9 III. 198. wenig Ertrag liefern, mit Spinnen und Holzhacken; Vermög-lichere handeln mit Leinwand.» Schon Kaiser Friedrich III. gab 1492 den Gottscheern das Recht, mit Vieh und Leinwand und anderen Landesproducten nach Kroatien und anderswo zu handeln, welches Recht noch von Erzherzog Karl 1571. bestätiget wurde. «Das Dorf Langenthon war mit lauter Schindelmachern besetzt.» 10 Auch anderweitige Holzwaren wurden erzeugt. So wird 1520 erwähnt, dass die Unterthanen von Gottschee auf Saumrossen ihre Holzarbeiten ausführten.1' Die Stadt selbst jedoch hatte weder Gewerbe noch Hantierung.12 Man wird keineswegs behaupten können, dass die Gott-scheer trotz ihrer Arbeitsamkeit beneidenswert waren. War schon von Natur aus der Ort unwirtlich, so muss noch berücksichtiget werden, dass im Verhältnisse zur Baufläche die Einwohnerzahl eine bedeutende war, weil der grössere Theil derselben nur sehr kleine Güter besass. Halbhuben mit 2 Tagbau und 2 Tagmahd und mehr sind nur in den besseren Lagen, und diese sind sehr häufig unter mehrere Besitzer vertheilt. Dazu kam die Ungunst der Zeit. Fast keine Gegend Krains wurde durch die Türken so hart mitgenommen wie Gottschee. Und diese Verwüstung brachte es naturgemäss mit sich, dass die Bewohner trotzdem zu grösseren Abgaben und Leistungen herangezogen werden mussten. Da waren die häufigen Aufgebote zum Kriegsdienste; die landesfürstlichen Steuern wurden immer höher, Mauten und Zölle behinderten Handel und Verkehr;, es traten öfter Missjahre und Krankheiten ein. Die Herrschaft wurde vom Landesfürsten versetzt, und dem Pfand-schafter war natürlich darum zu thun, den Pfandschilling wieder herauszubringen. Das Urbar deutet wiederholt an, dass die Pfandschafter dies nicht immer auf erlaubte Weise thaten, sondern durch Bedrückung der Bauern, Einführung neuer Ab- 10 Die Pfarren Nesselthal, Altlag und Tschermoschnitz (also um den Hornwald herum) hatten Holzhacker. 11 Dimitz, Geschichte Krains, VI. 104. 12 Obige Urkunde Ferdinands I. gaben und Dienste, selbst durch eigennützige «Aufschläge» auf die landesfürstlichen Steuern. Die Verwaltung der Pfand-schafter war nicht die beste, eine sparsame gewiss nicht. Im Anhänge des Urbars verwahrt sich z. B. der Landesherr dagegen, dass das Kirchengut auch fernerhin verschwendet oder etwa bei Ablegung der jährlichen Kirchenrechnungen verzecht werde.13 Dazu kam der Uebermuth der Pfandinhaber. Graf Georg Thurn, ein stolzer, roher Feudalherr, brachte die bedrängten Bauern zum Aufstand. Im Jahre 1515 erhoben sich dieselben und erschlugen den Grafen sammt seinem Pfleger Georg Stersen. Die Hinrichtung der Rädelsführer hielt den Brand nicht auf, der in Gottschee zuerst aufgeflammt war, sondern breitete sich über ganz Innerösterreich aus. Nun kamen erst recht schlechte Zeiten. Die Bauern unterstützten ihre Forderung nach «ihrer alten Gerechtigkeit» (stara pravda) mit Feuer und Schwert. In Gottschee kann man die unruhige Bewegung der Bauern länger als durch ein Jahrhundert verfolgen. Noch einige Jahre vor seiner Zeit, so berichtet Val-vasor,14 hatten sich die Bauern von Seele, «als sie um ihres Aufruhrs willen mit einer Kriegsmacht überzogen wurden», in die dortige Grotte zurückgezogen und dieselbe dergestalt «mit Offenlassung etlicher Schiesslöcher vermauert», dass man ihnen nicht beikommen konnte. Bezeichnend für die Stimmung der Bauern ist ein grobes Wandgemälde an der linken Seite des Langhauses der Kapelle in Seele. Es stellt die Hölle vor. Rechts an der unteren Ecke sieht man den Kopf des vom h. Michael gefesselten Höllendrachens, aus dessen weitem Rachen riesiggrosse Feuerflammen herausfahren. Ein wahres Gewimmel Verdammter: Könige, Fürsten und Herren — geistliche und weltliche — werden von Teufeln mit Gabeln und Haken in den Feuerpfuhl geworfen. Darunter steht zu lesen: «Potentes potenter tormenta patientur. 1632!»15 13 Vide unten. 14 I. 560. 15 Dasselbe wurde beim Brande 1888 blossgelegt. Besonders gefährlich war der Aufstand der kroatischen Bauern im Jahre 1573 gewesen, denen sich auch die Bauern Unterkrains anschlossen. Ein gewisser Ilia (Elias Gregorič), zu Ribnik in der Herrschaft Gottschee geboren, führte das Bauernheer an und zeigte viel kriegerische Begabung. Nur mit Mühe konnte er überwunden werden.18 Was war wohl natürlicher, als dass der sorgsame Landesfürst Erzherzog Karl nach Thunlichkeit Ordnung in seinen Ländern zu schaffen und den Grund der Unzufriedenheit der Bauern zu beheben suchte. Und aus diesem Streben ist wohl auch die Aufrichtung unseres Urbars hervorgegangen. Auszug aus dem Stock-Urbarium der Grafschaft Gottschee ddto Laibach, den 7. März 1574. Nachdem der Durchleüchtigste Fürst und Herr, Herr Carl Erzherzog zu Österreich etc. etc. nach Eintrettung in derselben Fürstl. Regierung befunden, das sich bey I. F. D. aigenthumblichen Herrschaften ... so auf ewigen Widerkhauff verkhaufft und sunst pfandschillingsweis verseczt seyn, mit den Urbarien, auch den Under-thannen, derselben Diensten . . . allerlay Veränderungen und Irrungen zuegetragen, so haben derwegen I. F. D. für derselben unvermeidliche Notturfft angesehen . . . das solch I. F. D. aigenthumbliche Flerrschafften, Ambter und Güetter durch derselben Ratte und inn-sunderhait hierzue verordente Commissarien, inmassen die zu Endt dises Urbars mit Namen und aigen Hannden underschriben sein, von neuem reformirn, und bei yeder Herrschafft oder Ambtern sonderlich ordenliche neue Urbar aufrichten und fertigen lassen. Demnach Sy, die Pfandtschafts-Commissarii, über die durch den Pfandt-Inhaber 1 geferttigte Einlag, gethanne Beschreibung, so er auf sondern der F. D. betielch übergeben, die Undterthannen in der Herrschafft Gotschee, im Fürstenthumb Crain, gelegen, auch derselben Güetter und Hüeben sambt den Zinsen und Diensten dauon 16 * 16 Dimitz, Geschichte Krains, VII. 35. Mitthellungen des Musealvereines für Krain 1890. iren selbst Amaigen nach und auf die in annder Weeg gehaltne Erkhundigung beschriben, und haben darauf sy, die Commissarii, drei diser neu reformirtten Urbar, nach wellichen die Zinss und Dienst, dessgleichen all annder Gefell nun hinfuran abgefordert, eingenumben auch in all annder Weeg denselben, und sonnderlich denen in Beschluss dises Urbars verleibten Additional Articln nachgegangen und gehandelt werden solle, aufgericht, ains I. F. D. neben ir, der Commissarii, Relation gehorsambist übergeben, das annder in I. D. Viczdomb Amt Crain erlegt und das dritt vorgedachtem jeczigem Pfandt-Innhaber zuegestellt, wie hernachuolgt: Hlieb Urbar. Oberlosin, Dorf, 4 gancze Hueben. (Jede Partei) '/2 Huebe = Tagpau 3, Wissmad 3. Petter des Steifan Sun 96 Sch. 1 Pf. schw. hat khain Supnicza dabei. — Anndre Heurafls Erben 96 Sch. 1 Haller. — Michel Eppich 97 Sch. — Anndre Steifan Wittib 97 Sch.— Blass Barthlme 97 Sch. — Hanns Pericz 100 Sch. — Michl Nodler 100 Sch. — Gregor Premier 99 Sch. (dienen jeder) Waicz '/2 M., Haber 4'/2 M., Hiersch 2 M. weniger '/2 Hfkm., Ayr 8, Huenner 3, Harreissten 20, Waicz '/» und Haber 1 Repasschäfl, Holz 1 Sämb, Robat 3 Tag, samentlich miteinannder Repasdienst 4 Käsl oder für ains ain Petacken,2 sein sy miteinannder schuldig 1 Sämb Hofwein zufuerren und so man inen ansagt, das Hoftraidt zur Müll zutragen. Nider-Losin, Dorf, 2 gancze Hueben (J. P.) '/2 Huebe = T. 2'/2 und W. 2'/2. Mathes Tschingl 39 Sch. 1 Pfennig schw. Der Suppan zu Nider Losin hat khain Supnicza. — Urban Pericz 53 Sch. 1 Haller. — Michel Nuesche 48 Sch. 1 H. — Steifan und Pauli Greynner 48 Sch. 1 H. — Waicz V2 M. Haber I M. Hiersch I Hfkm., Huem I, Harreisten 5, Robath 3 Tag. Diss dorf ist sambt denen von Neulosin, so diser Sup eingeleibt, 1 Samb Zehent Most zutragen schuldig. Khöflern, 8 gancze H. (Jede Partei) '/■> H. = Tagp. 2 und Wissm. 3. Urban Eppich 100 Sch. x Pf. hat 1 Khlaines Wissl, die Supp-nicza genant, tregt ungefarlich '/2 Füederl Hey. — Mathe des Gre-gorn Sun 100 Sch. — Urban Tschinckhl, Ambross Schaber und Andre Sturmb 97 Sch. 1 Pf. — Michl Orecha 100 Sch. 1 Pf. — Mathe Pfeiffer 96 Sch. — Paul Vienkh 117 Sch. — Petter Vienkh 96 Sch. — Anndre Schober 86 Sch.— Michel Romar 100 Sch. 1 Pf — Petter Eppich 100 Sch. — Andre Romar 93 Sch. — Petter Greynner 97 Sch. 1 Pf. — Ambross Nosche 85 Sch. — Paul Ostermann 98 Sch. — Lorencz Jurman 96 Sch. — Ambross Eppich 99 Sch. — Waicz 2 M. weniger V2 Hfkm., Haber 4'/2 M., Hiersch 2 M. und 1 Hfkm. Ayr 8, Hüenner 3, Harreissten 20, Waicz l/2 und Haber 1 Repasschäfl, Holz 1 Samb, Robath 3 Tag. — Anndre Sturmb hat 1 Ackher und dabey '/2 Tagpau 40 Sch. — In dissen Dorff geben die Unnderthanen samentlich 8 Khässl, item miteinander sein sy 2 Sämb Zehent Most zu tragen schuldig. Windischdorf 11 Hueben (jede P.) '/2 H. == Tagpau 2'U, Wissmadt i'/2. Hanns Sakher hat 1 Suppwissl auf 2 Füederl Hey — Michl Kraulan — Urban Jacob Wittib — Jacob und Leonhardt Suppan — Pauli Prenner — Merth Prenner — Lucas und Mathe Greulan — Gregor Zegoli und Michl Perlicz — Georg Erkher — Hannssl Prenner — Ulrich Wurczer — Pauli Prenner unnd Anndre vom Rigi — Jorgl Premier und Gergl Urbans Sun — Casspar Schuester und Georg Erkher — Leonhardt Stengl und Mert des Barthlme Sun — Petter Wurczer — Thomas Prenner — Ambross Schneider — Andre Greulan — Christan Khreen — Steffan Schneider — Ambross des Jacoben Sun — (dienen) 103 Sch., Waicz 2 M. weniger '/2 Hfkm., Haber 4'/2 M., Hiersch 2 M. und 1 Hfkm., Ayr 8, Huenner 3, Harreissten 20, Waicz '/2 und Haber 1 Repasschfl., Holz 1 Samb, Robat 3 Tag, — jarlichen raichen sy in disem Flechhen 11 Repaskhäs, fiieren 2 Samb Zehent Most, so man das Wasser Gotssche vischt, sollen sy das Schaf füeren, und für das Hey Rechen den Mayrgartten zeünen. — Undtersassen sein 9 in disem Windischdorf: Peter Tschechher — Steffan Stängl — Barthlme Prenner — Leonhardt Khünig — Steffan Schuester — Georg Träxl — Peter Traxl — Mathes Stänngl — Jacob Stänngl (jede) 8 kr. und Handtrobath 6 Tag. M itterdorf,3 Dorf, 6 ganczer Hueben (jeder) V2 H. = Tagp. 2V2 und Wissmadt 1 '/2. Thoman Osterman 62 Sch. hat khain Supp-Gerechtigkhait. — Michl Sakher 7 5 Sch. — Paul Stänngl 7 1 Sch. x H. — Petter Strauss 7 2 Sch. 1 Pf. schw. — Leonhardt Rathosse 7 5 Sch. — Barthlme Delecz 67 Sch. — Lucas Strauss 68 Sch. — Jacob Khod-nickh 71 Sch. 1 H. — Lucas Laboser 75 Sch. — Hanns Zäpe 74 Sch.— Urban Nepuch 75 Sch. — Ambross Heferli 72 Sch. 1 Pf. schw. — Hiersch 1 Hfkm., Ayr 8, Hüenner 3, Harreisten 20, Waicz '/2 und Haber 1 Repasschäfl, Holz 1 Sämb, Robat 3 Tag. Dis Dorf gibt Repas Khäs 6, fiieren miteinander 1 Samb Zehent Most. Orth, 4 ganze Hueben (jed. P.) 'U Huebe = 2'/* Tagp. und 2 Heymad. Jörgl Wobmer Suppan und Jacob Eppich 96 Sch., der Suppan hat khain Suppgründtl. — Jacob Khreen 91 Sch. 1 Pf. schw. — Michel Schneller 91 Sch. — Simon Heferli 94 Sch. 1 Pf. schw. — Peter Wuetrich 91 Sch. 1 Pf. schw. — Andre Pericz 91 Sch. — Gregor Eppich 97 Sch. — Steffan Ziglfist 96 Sch. 1 H.: Waicz 2 M. minder V2 Hfkm., Haber 4V2 M., Hirsch 2 M. und 1 Hfkm., Ayr 8, Hüenner 3, Harreissten 20, Waicz Vs und Haber 1 Repasschafl, Holz 1 Samb, Robat 3 Tag. Diss Dorf gibt Repas Khäss 4 und 1 Ross, den Zehent Most damit zufüeren. Obrer (jetzt Obrem) 5 gancze Hueben, j. Th. V2 H. = 2 Tagp. und 2 Wissm. Leonhardt Schneider 90 Sch. hat khain Supp Gerechtigkhait. — Barthlme Khreen 90 Sch. 1 Pf. schw. — Lucas Schuester 90 Sch. — Mathe des Pauln Sun 91 Sch. — Peter Frölich und Mert Wieterich 91 Sch. — Ambros Tscherne und Jacob der Wittib Sun 84 Sch. — Steffan Frölich 91 Sch. — Ambross des Friczn Sun 81 Sch. 1 H. — Paul Panczer 85 Sch. — Hanns Khropf 85 Sch. — Waicz 2 M. minder '/2 Hfkm., Haber 4V2 M., Hirsch 2 M. und 1 Hfkm., Ayr 8, Hüenner 3, Harreissten 20, Waicz V2 und Haber 1 Rpschfl., Holz 1 Sämb, Robat 3 Tag. Diss Dorf gibt von yeder ganczen Hueben 1 Repaskhäss = 5 Käss, ftiert 1 Sämb Zehent Most. — Undtersassen: Paul des Simon Sun 8 kr. und 6 Tag Robat. Kherndorf und Rain, 5 gancze Hueben, (j. P.) '/2 Huebe = 2 Tagp. und 2 Wissm. Mathe Osterman 95 Sch. 1 Pf. schwarz, hat 1 Suppgründtl, darauf er 1 Fuederl Farbm mäen khan. — Steffan Schuester 85 Sch. —• Hanns Hiris und Augustin Schuester 89 Sch. — Thomas und Ambross Wobmer 96 Sch. — Jacob Gregor 97 Sch. — Cristan Verderber 96 Sch. 1 H — Andre Heferl und Michl Khropf 99 Sch. — Barthlme Pricz und Nesa Wolfin 99 Sch. — Ulrich Schuesster 97 Sch. 1 H. — Hans Khropf 95 Sch. — Waicz 2 M. minder '/2 Hfkm., Haber 4V2 M., Hirsch 2 M. und 1 Hfkm., Ayr 8, Hiien-11er 3, Harreissten 20, Waicz Vs und Haber 1 Rpschfl., Holz 1 Samb, Robat 3 Tag. Uiss gibt Repasskäss 5, 1 Samb oder 1 Ross zum Zehent Most. — Undtersassen: Clement Jakher 8 kr., 6 Tag Robat. Moss bei Kherndorf (jetz keine Ortschaft) 1 Hueben, (jede P.) V2 H. = 1 Tgp. und 1 Hmd. Gregor Khotnikh und Bärthl Rothesl 77 Sch. — Mathe Verderber 81 Sch., Hirsch 1 M., Ayr 8, Hüenner 3, Harreisten 20, Waicz V2 und Haber 1 Repasschafl, Holz 1 Samb, Robath 3 Tag. Wie in deren von Kherndorf Nachperschaft und in gleichem Mitleiden. , ,. Sellen, Dorf, 8 g. Hueben, (jed. P.) /2 H. = 2 Tgp. und 2 Wssm. Blass Schelaun, Suppan und Hanns sein Sun 94 Sch., hat 1 kblaines Gründtl auf ‘/2 Füederl Hey. — Andre Sakher 97 Sch. — Hans Tschingl und Thomas Sturmb 98 Sch. — Simon und Thomas Peschli 95 Sch. — Lucas Huetter 94 Sch. — Mert Jaisen-zapf 98V2 Sch. — Georg Frölich 98 Sch. — Mathes Jaisenzapf 90 Sch. — Hanns Frölich 98 Sch. — Barthlme Peer 94 Sch. — Paul Herman 92 Sch. — Philipen Hiris Wittib und Mathe Hiris 96 Sch. 1 Pf. schw. — Georg Kolman und Michel Jaisenzapf 94 Sch. 1 Pf. schw. — Hanns Prämie und seine Geschwistriget 92 Sch. 1 Pf. schw. -— Hanns Hiris 91 Sch. — Mathe und Simon Grill 91 Sch. 1 H. — Waicz 2 M. minder 1 Hfkm., Haber 4'/2 M., Hirsch 2 M. minder ‘/2 Hfkm., Ayr 8, Hüenner 3, Harreissten 20, Waicz % und Haber 1 Rpschfl., Holz 1 Samb, Robat 3 Tag. Diss Dorf füert 2 Samb Zehent Most und gibt von jeder ganczen Hueben 1 Repas Khäss = 8 Käss. — Undtersassen: Ulrich Schlaun — Ambross Pericz — Paul Sturmb: 8 kr. und 6 Tag Robat. Klindorf, 8 ganczer H. (j. P.) '/2 H. = 2'/2 Tgp. und 2 Hmd. Gregor Schleimer 57 Sch., hat 1 khlaines Suppgründtl, tregt nichts als Farmbn und ain wenig grobes Hey. — Michl Schwar-sching 60 Sch. 1 Pf. schw., 1 Haller. — Paul Melcz 59 Sch. — Barthlme Gedrer und Paul Peer 55 Sch. 1 Pf. schw. — Leonhardt Gedrer 56 Sch. — Simon und Blass Rankheli 57 Sch. — Andre Gresse 57 Sch. — Urban Hiris 56 Sch. —: Hanns Vankhle 60 Sch. — Peter Tschingl 56 Sch. —• Michl Jaisenzapf 56 Sch. — Gori des Pauln Sun 56 Sch. — Paul Pericz 59 Sch. — Bärthl Melcz 63 Sch. — Jacob und Mert die Pern 57 Sch. — Ambross und Blass Rankheli 61 Sch. — Waicz Vs M., Haber 1 M., Hirsch 1 Hfkm., Huen 1, Harreissten 5, Waicz Vs und Haber 1 Rpschfl., Holz 1 Samb, Robat 3 Tag. Diss Dorf gibt Repaskhäss 8, zum Zehent Most 2 Samb. — Undtersassen Augustin Hohenstainer 8 kr., 6 Tag Robat. Malgarn, 6 ganze H. (jed. P.) Vs H. = 2 Tgp. und 2 Heym. Blass und Wolf Henigman 86 Sch. 1 Pf. schw. hat 1 khlai-nes Wissl im Feldbann Ackher gibt 1 khlaines Füederl Pley. — Ambross Eppich 86 Sch. — Georgl Khreen 87 Sch. 1 H. — Paul und Mathe Gramer 87 Sch. — Jacob Colman 87 Sch. x Pf. schw. — Paul Eppich 84 Sch. — Steffan Valkhner 87 Sch. 1 Pf. schw. — Thomas des Petern Sun 84 Sch. — Hanns des Pauli Sun 88 Sch. 1 H. — Thomas Kramer und Mathe Khreen 87 Sch. 1 H. — Mathe Hage 87 Sch. — Gregor Henigman 88 Sch. — Waicz r M. und 1 Hfkm., Haber 3, Hirsch i'/a M., Ayr 8, Hiien-ner 3, Harreissten 20, Waicz '/2 und Haber 1 RpschafL, Holz 1 Samb, Robat 3 Tag. Diss Dorf gibt 6 Repas Khäss, zum Zehent Most 2 Samb, dann sein sy schuldig das Traidt in die Müll zu-fueren. — Undersassen: Simon Malchar — Hanns Malc.har 8 kr., Robat mit der Hand 6 Tag. Maschwald, 10 g Hueben (jede P.) ’/2 H. = 2 Tagp. und 2 Hmd. Paul Zigliist Suppan und Georg Haberli 102 Sch. hat khain Supnicza. — Herr Franncz Urschin Graue zu Blagey 100 Sch.4 — Michl des Hansen Sun 102 Sch. — Gregor Plesche (dient nichts als) i8e Sch. — Lorencz Khropf, Andre Weczen Wittib und Jacob Dürnpacher 97 Sch. — Mathes Plassman und Urban Haberli 84 Sch. — Urban Strauss 100 Sch. — Mathe Thallians Wittib und Lucas Plesche 80 Sch. — Lucas Plesche 80 Sch. — Jacob und Mathe Khropf 107 Sch. 1 H. — Francz und Balthasar Haberli 95 Sch. i H. — Urban Khropf 100 Sch. — Ambross Verderber 111 Sch. — Barthlme Breyditsch in Sch. — Barthlme und Thomas Migutsch 95 Sch. -- Steffan und Urban Pirstl 100 Sch. — Lorencz Magutsch und Gregor des Cristan Sun 91 Sch. — Hannsen Fuxs 91 Sch. — Barthlme und Steffan Schieiner 91 Sch. — Valle Michls 90 Sch. 1 Pf. schw. — Waicz 2 M. weniger '/2 Hfkrn., Haber 4'/2 M., Hirsch 2 M. minder '/2 Hfkm., Ayr 8, Hüenner 3, Harreisten 20, Waicz Vs und Haber 1 Rpschfl., Holz 1 Sämb, Robat 3 Tag. Diss Dorf gibt Repas Khäss 10, ist schuldig 2 Samb Zehent Most zutragen. — Undtersassen: Ursa des Clementen Wittib 8 kr., Handt Robatii 4 Tag. — Von denen vier Hueben, darauf Mathe Plassman, Jacob Dürnpacher, Lucas Plesche und Mathe Thälians Wittib, sein verrnüg des altten Reformir Urbars 5 Brief und Khundschaften, wan das not ist, auf Reifnicz und Sey-senberg zutragen schuldig. Pacher (jetzt Altbacher) Dorf, 3V2 Hueben (jed. P.) Vs H. = 1 Tgpau und 1 Wissm. Thomass Strauss und Jacob Zekhe 5 5 Sch. 1 H. hat khain Supnicza. — Gregor Dietrich 50 Sch. 1 H. — Steffan und Ara-bross Samen 51 Sch.' — Gregor Grill 38 Sch. 1 H. — Gori Peer 49 Sch. •— Paul Jeisenzapf 48 Sch. 1 H. — Mathes Nikh 52 Sch. — Waicz Vs M., Haber 1 M., Hirsch 1 Hfkm., Huen 1, Harreissten 5, Waicz Vs und Haber 1 Rpschfl., Holz 1 Samb, Robat 3 Tag. Geben 3'/2 Repas Khäss, müessen Zehent Most tragen 1 Sämb. Rigi i Hueben (jede Partei) Vs H. = 1 Tgpau, 1 Wissm. Mathes Jakhe 34 Sch. 1 Pf. schw. — Peter Samide 39 Sch. 1 H. — Waicz '/2 M., Haber 1 M., Hirsch x Hfkm., Huen 1, Harreissten 5, Robat 3 Tag. Füeren 1 Samb Hofwein mit denen von Grinte- witz. . Kletsch, 4 gancze Hueben (jede Partei) /2 H. = 1 Tgp. und 1 Wissm. Caspar Mauser 50 Sch. 1 Pf. schw. — Mathe Gramer 97 Sch. — Urban Petsche 50 Sch. 1 H. — Barthlme Eppich 51 Sch. x H. — Michl Lobe 47 Sch. — Mathes Vokhe 45 Sch. — Hannss Cramer 48 Sch. — Paul Schneider 47 Sch. — Waicz Vs M., Haber 1 M., Plirsch 1 Hfkm., Huen 1, Harreisten 5, Waicz Vs und Haber Rpsschfl., Holz 1 Samb, Robat 3 Tag. Miteinander 4 Repas Khäss. Dise Nachperschaft mues ungeueidich vier, doch über fünf Fueder nit Raif (?) füeren. — Undtersassen: Urban Valckhner — Hanns Falckhner — Steffan Ci'amer: 8 kr., Handt Robath 6 Tag. Grintewitz, 2 Hueben (jede Partei) Vs H. = 1 Tagpau und 1 Wissmad. Mathe Hage 44 Sch. — Hanns Schneider 46 Sch. 1 Pf. schw. — Lucas Khünig 46 Sch. — Georg Khünig 46 Sch. — Waicz M., Haber 1 M., Hirsch 1 Hfkm., Huen i, Harreisten 5, Waicz '/2 und Haber 1 Hfkm., Holz 1 Sämb, Robat 3 T. — Diss Dorf gibt Repas Khäs 2, und 1 Ross neben denen von Rigi. — Undter-sassen: Hanns Hage —- Michl Kramer: 8 kr., Handtrobat 6 Tag. Khünschen (jetzt Kuntschen) t '/2 Huebe. Andre Mauser, 1 g. Huebe = 4 Tagp. und 2 Heymad, 40 Sch., Robath 6 'lag. — Mathe Künig, '/2 Huebe = 2 Tagp. 1 Wissmad: 20 Schilling, Robat 3 Tag. Lag (jetzt Altlag) 7 Hueben (jede Partei Vs H. — i'/s Tagpau und 1V2 Wissm. Barthlme Texisch und Casper des Mathesen Sun — Mathe des Mathe Sun — Ambross Gögl — Jacob Lobe — Simon Lobe ■— Jacob Falckhner — Mathe Gögl — Urban Marscher — Pangräcz Khögl — Mathe Strach — Gori Pogner — Peter Valckhners Wittib und Erben und Jakob Marscher — Andre Schmid — Lenz Mische und Gergl Schmid: 15 Sch. Ist jeder in disem Dorf 3 Tag Robat zu thuen schuldig, miiessen auch miteinander 2 Sämb Zehent Most fiteren. Undtersassen: Lorencz Rose — Urban Khropf — Blasi Labi — Osterman Wächter — Cristan Röse — Peter Schober — Florian Schober — Paul Schmid — Thomas Schmid — Michl Sturmb — Lucas Windisch: 8 kr., Handtrobat 6 Tag. Lakhner (jetzt Lacknern) 1 Huebe. Andre Herbst Vs H. — Blass Cosar '/2 H.: 15 Sch., Robath 3 Tag. Geben paid 1 Sämb Pretter, und mit den Warnbergern 1 Ross zur Weinfart. Dise 2 Underthonen haben weder Tagpau noch Wissmad und muessen sich also in dem Stainach mit der Hauen herttigelich erneren. Warmberg (jetzt Warnberg, vide bei Lakhner) 3 Hueben (jed. P.) Vs. H. = Vs Tagp., Vs Wissm. Jacob Strauss — Ambross Ramor — Simon Mische — Barthlme Pericz — Ambross Herbst — Lucas Ramb: 15 Sch., I Samb Pretter, 4 Tag Robat, Zehent Most sambt den Lakhnern 1 Sämb. Neu Lag, 2 H. Jacob Thalian, 'U Hueben, 15 Sch., Waicz ’/2 M., Robat 2 Tag. — Paul des Mathe Sun 3A H., 45 Sch., Waicz 1 '/2 M., Robat 6 Tag. — Hans Vinckh 7< H., 15 Sch., Waicz Vs M., Robat 2 Tag. — Michl Mische '/4 H., 15 Sch., Waicz ‘/2 M., Robath 2 Tag. — Andre Lampertter und Mathe Schmid '/4 H., 15 Sch., Waicz 'U M., Robat 2 Tag. — Veitl Lampertter ’/4 H., 15 Sch., Waicz '/t M., Robat 2 Tag. Diss Dorf gibt zum Zehent Most 1 Samb. Haben bei iren Gründtlen wenig Paufeld und Heymad. — Undtersassen: Jacob Gump, Simon Lamperter: 8 kr. und 6 Tag Robat. . Tieffenthal 3 gancze Hueben (jede P.) ‘/2 H. Thomas Pfeiffer — Hanns und Mathe Henigmann — Ambross Mathe Wittib und Hans und Mathe Henigmann — Hans Pfeiffer — Ulrich Cusaldt — Mathe Wolf: 30 Sch., Waicz I M., Haber 1 M , Robat 4 Tag. Hofwein zuefüeren diss Dorf 1 Samb. Sein in dem Stainach gesessen und muessen ire Gründtlen maistenthails mit der Hauen hertfiglich pauen. Winckhler (wahrscheinlich Winkel, Gemeinde Altlag) 1 Hueben (jed. P.) 1U H. Mathe Samide — Thomas Wolf — Barthlme Ktinig — Michl Künig: 30 Sch., Waicz '/2 M., Haber 1 M., Harreissten 5, Pretter 1 Samb, Robat 4 Tag. In zweyen Jaren mit den Hohenpergern 3 Samb Zehent Most zufueren schuldig. Hohenberg, 2 gancze Hueben (jede Partei) Vs H. = V2 Tagp. und Vs Wissm. Niel Kramer — Mathe Künig — Thomas Sonde — Leonhardt des Stefifan Sun: 30 Sch., Waicz 1 M., Haber 1 M., Pretter 1 Samb, Robat 4 Tag. In zweyen Jaren mit den Winkhlern 3 Samb-fart mit Hofwein. Tieffenreutter, 3 gancze Hueben (jede P.) Vs H. = Vs Tagpau und Vs Wissm. Mathe Weber — Basti Melcz -— Ambross Pericz — Basti Khreen — Ambross Rankheli — Gori Weber und Mathe Melcz 30 Sch. — Waicz Vs M., Hirsch 1 Hfkm., Robat 4 Tag. Zum Hofwein miteinander 1 Samb. Müllen auf Gotseer Wasser. Die gemaine Statt Gottsee I Müll daselbst 24 Sch. — Ambross des Jacoben Sun 1 Müll bey Win-dischdorf 31 Sch. I Pf. schw. Stadt Gotsee. Mathe Blassman von I Gartten zu Schalkhendorf dabey auch Stefifan Blassman ‘/3 hat, 18 Sch. von I Gartten bei seinem Mayrhof 18 Sch., von '/2 grossen Ackher, so vom Peter Khramer an ine khurnen 6 Sch., von I khlainen Ackherl, so Niel Plassman gehabt 8 Sch., von I Ackher, so Plass Pfersich gehabt 7 Sch. I Pf. schw., von 1 Ackher, so Michl Aibein gehabt^ 7 Sch. 1 Pf. schw., von 2 Ackhern, so Anthoni Khlin geh. 24 Sch. — Lorencz Khropf, von I Müll am Rain 24 Sch. — Hanns Khropf von I Müll 24 Sch. — Ambross Sturmb, von 1 Müll von Schalkhendorf in Alber Moss bei Sellen 24 Sch. — Barthlme Peer von I Müll von Schalkhendorf in der Khumpfen Grueben 17 Sch. — Philip Hiris Wittib und Erben von I Müll beim Loch im Moss 15 Sch. — Ambross Sturmb von I Müll an der Ratischen beim Loch 1 8 Sch. — Mathe Plassman von V2 Ackher, so des Michl Plassman gewesen 6 Sch., von 2 hertten Khäss Ackhern 24 Sch. — Barthlme Marintschitz von 1 Ackher so Gregor Fux gehabt 6 Sch. — Leonhardt Plassman und Peter Plassmans Kinder von V2 Hueben Zins 80 Sch. Steuer 56 Sch. — Mert Dueller ’/4 grossen Ackher 3 Sch., von V2 Gartten, so er von Jacob Walich ertauscht und züuor der Lienhart und Michl Paternoster ingehabt 23 Sch., von I grossen Ackher bey Gotts Leichnambs Kirchen, so er von Merth Pangräcz erkhaufft 30 Sch., von 1 Ackher, so er von Thoman Khestner gekhaufft 8 Sch — Merth Pangräcz von Vs Hueben, welche hieuor die Schillerin gehabt Zins 30 Sch. I Pf. schw. Steuer 28 Sch. — Jörgl Schwärczl '/< Ackher, so auch der Schillerin gewesen 30 Sch. — Lorenz Kropf von Vr Hueben, so Cristan Hannssl Sun gehabt Zins 45 Sch. Steuer 18 Sch. — Hannss Posars Wittib und Erben von 1 Gartten, so Mathes Sagar von dem Leonhardt Khirssner gehabt 1 s Sch. — Steffan Peers Erben von I khlainen Ackher 7 '/2 Sch., von 1 grossen Ackher 12 Sch., von I khlainen Ackher 7 V2 Sch., von 1 Ackher 12 Sch., von 2 khlainen Ackherl 15 Sch., von I Ackher bei Seeler Stift 7 7» Sch. — Steffan Fuxs von V2 Hueben 59 Sch. — Gregor Kalt Eisen von I Ackher 32 Sch., von I Ackher, so Jacob Graf gehabt 12 Sch., von '/2 Hueben Zins 45 Sch. Steuer 18 Sch. — Jacob Posar von 2 Ackhern und I Gartten 54 Sch. — Michl Käme von I Ackher 2 5 Sch., von Vs grossen Ackher 6 Sch. — Michl Tschinckhl von 1 Gartten 30 Sch., von V2 grossen Ackher 6 Sch. — Andre Graf von des Lagervvin V2 Hueben 45 Sch., von Vs Gartten 15 Sch. Steuer 15 Sch. — Gregor Thalian von V* Hueben 62 Sch. I H. — Jacob Sprennger von V« Hueben 6 2'/2 Sch. — Cristan Tschinkhl von I Thail herten Khäss Ackher 60 Sch. — Lorencz Khump von V2 Hueben 45 Sch. Steuer 23 Sch. 1 Pf. schvv. 1 H., von V* grossen Ackher 6 Sch. ^— Lorencz Ramors Erben von des Renner Gartten 30 Sch. — Gregor Steyrer von '2 Hbn. 90 Sch. Steuer 30 Sch., von I khlainen Ackher 7 V2 Sch. — Bartl Khlaubenschalkh von I grossen Ackher 12 Sch., von '/2 Ackher 15 Sch., von '/t Ackher 3 Sch., von 1 Gartten, so Caspar Aidner gehabt 18 Sch., von I grossen Ackher, so Hanns Grueber gehabt 12 Sch. — Paul Andricolle von I Thail herrten Khäss Ackher 48 . Sch., von V» Ackher 15 Sch., von /4 Ackher, so vorhin Hanns Fillensackh geh. 3 Sch., von I Ackher, so Mathe Kropf geh. 7 '/2 Sch. — Leonhardt Hage von des Paulln Hage Hueben 90 Sch. Steuer 36 Sch. — Mathes Khesstner von V2 H. 90 Sch. Steuer 50 Sch. — Hans Schwarcz gelassene Erben von 1 Thaill Ackher, so Leonhart und Michl Paternoster gehabt 46 Sch., von 1 grossen Ackher 12 Sch. — Anndre Schletrers Erben von ’A Hueben, so Cristan Schieferer geh. 45 Sch. Steuer 28 Sch., von 'U Hueben, so auch Cristan Schieferer geh. 45 Sch. Steuer 28 Sch. — Marina Lauretitschin, yezt des Mathe Jagerpacher Hauswirttin anstatt ire Kinder von V2 Hueben, so sy von Michl Schuester, Urban Khestner und Paul Stängl erlangt 45 Sch. Steuer 14 Sch., von 1 Garten bei der Strassen und Pfarrkirchen, so Michl Schusster und Urban Khestner geh. 9 Sch., von 2 Ackhern, so Urban Khestner geh. 1 5 Sch. — Hans Lauretitsch, von '/2 Hueben, so Michl Schuester und Urban Khestner von dem Paul Stangl erlangt 45 Sch. Steuer 14 Sch., von I Gartten beim Khatter an der Strassen unnder der Pfarkirchen 9 Sch., von I Ackher, so Urban Khestner gehabt davon den halben Thaill 7 V2 Sch. — Mathes Plesche von 'U H. so Jacob Kramer geh. 45 Sch. Steuer 15 Sch. — Mathe Rankheli von '/4 Hueben so Michl Eiben gehabt 37V2 Sch. Steuer 28 Sch. — Sebastian Jauckhen Erben von V2 H., so Hans Schmid gehabt 90 Sch., von I Ackher Steuer 28 Sch., von 1 Ackher 18 Sch., von des Georgen Schwaiger Hueben von 2 Ackhern 15 Sch., von V2 Ackher, so sy von Plesche übernumen I I Vs Sch. — Andre Khumpe von Vs H., so Merth Schmidts gewesen, 45 Sch. Steuer 23'/2 Sch. I H. — Caspar Erkher von 2 Ackherlen, so er von Mathe Ränkhelin und Balthe Sterbi-necz erkhaufft 15 Sch. — Michl Zankhe Erben von I Ackher, so des Jacob Schlesinger gewest 12 Sch., von I khlainen Ackher, so Michl Traxl gehabt 6 Sch. — Gretha Khröpfin von i khlainen Ackher, so Michl Plassman gewest 7 ‘/2 Sch., von des Steffan Schmuckh khlainen Ackher 7V2 Sch., von I grossen Ackher, so Gregor Kamer gehabt 6 Sch. •— Gretha Crisollin von 'U Hueben, so Andre Schmid gehabt 45 Sch., Steuer 15 Sch. — Ambross Kramers Wittib von des Cristan Ramers Ackher 24 Sch., von i Garten, so Mathe Plassman geh. 18 Sch. — Cristan Walds Erben von 'U Huben, so Georg Krabat geh. 45 Sch. Steuer 18 Sch. — Ambross Maurer von I Thaill hertten Khäss Ackher, so Hans Sibrer geh. 16 Sch., von I Thaill hertten Khäss Ackher, so Paul Haczl geh. 70 Sch. — Urban Strauss von V* H. 90 Sch. Steuer 45 Sch., von 1 Ackher, so er von Anthoni Khlin gekhaufft, 17 Sch. von 1 Ackher, so er von Mathe Khropf und Steffan Rambl gekhaufft 17 Sch. — Walthe Sterbencz von I Thaill V2 Hueben, so Michl. Aiben gewesen, 37 Sch. I Pf. schw., Steuer 28 Sch. —• Paul Ramb Erben, von V2 grossen Ackher, so Caspar Vinkh gehabt 6 Sch., von ’A Hueben 60 Sch. I Pf. schw. — Andre Sosse Erben Va Hueben 68 Sch. I Pf. schw. — Merth Söller von V2 Hueben, so Mathe Stangl geh. 118V2 Sch., Steuer 28 Sch., von Va H. 90 Sch. Steuer 36 Sch., von I Ackher, so des Schnellers gewesen 7 '/2 Sch., von V2 grossen Ackher, so Gregor Kramer gehabt 6 Sch. — Jörgl Graf von des Lagerwein '/2 Hueben 46 Sch. 1 Pf. schw., von Va Gartten 15 Sch. Steuer 15 Sch. von I Ackher, so von Peter Ziglfist erkhaufft 18 Sch. — Jacob Peer, von des Prainpergers V2 H. 90 Sch. Steuer 36 Sch., von des Petter Kramers grossen Ackher 12 Sch., von I Gartten, so Andre Schnellers gewesen, 30 Sch. Steuer 20 Sch. von V2 grossen Ackher, so Andre Schneller von Hans Tschinkhl gehabt 6 Sch., von I grossen Ackher so Mathe Fuxen gewest 12 Sch. — Mathe Khropfs Wittib und Steffan Rambl von I Thaill hertten Khäss Ackher 34V2 Sch. — Jörgl Schwaiger von '/2 H., so Gregor Maniczl gehabt 35 Sch., von I Gartten so des Peter Zappe gewest 30 Sch., von I andern Thaill, so Leonhardt Graf vom Michl Salier erlangt 30 Sch., von von I hertten Khass Ackher, so Caspar Graf gehabt 12 Sch., von 1 Thaill, so Püxenmaisters# Ackher gewesen 60 Sch., von 1 Ackher, so Kaspar Graf von den hertten Khäss an sich gebracht 12 Sch., von ‘4 H., so Pramperger vom Cristoph Kreen gekaufft 90 Sch. Steuer 56 Sch., von I Ackher, so des Peter Ziglfist gewesen 6 Sch., von 1 Ackher, so des Mathe Khropf gewesen 6 Sch., von I Ackherl, so er vom Simon Widmer erkhaufft 6 Sch. — Simon Widmer und Gretha Widmerin von 1 Thaill hertten Khäss Ackher 54 Sch., von 1 Gartten 18 Sch., von I grossen Ackher 12 Sch. — Leonhardt Plassmans Wittib von '4 Hueben, so Markho Plass- man geh. 45 Sch. Steuer 17 Vs Sch. — Sanct Barthlmes Kirchen von 1 grossen Ackher 12 Sch. — Marino Ziglfist von I Ackher, so Andre Kramer geh. 12 Sch. — Andre Kramers Erben von Vs Hueben 9 Sch. von I Ackher Steuer 28 Sch., von I khlainen Ackher, so Veitl Janckh geh. 12 Sch. — Paul Schelsackh von '4 H. 90 Sch. Steuer 45 Sch., von I Ackher 6 Sch., von 2 Ackhern 15 Sch., von 1 Ackher und Gartten 6 Sch. •—• Michl Schwaiger, von 3 khlainen Ackhern 2 2'4 Sch. — Leonhardt Schneller von */s H. 90 Sch. Steuer 36 Sch. — Michl Persche von etlichen Ackhern 2 7 Sch. von 1 Gartten, so Cristan Pangracz geh. 18 Sch. — Paul Jauckh von 2 Ackhern, so er von Michl Perschen er- khaufft 12 Sch. -— Marx Huetter von ‘4 Hueben 90 Sch. Steuer 3 2 Sch., von 4 Ackhern aus der Hueben, so Cristan Schmid gehabt 60 Sch. — Leonhardt Schmidts Wittib und Erben von V2 Hueben, so Hanns Stängl geh. 45 Sch. Steuer 18 Sch. — Michl Jerkher von I Thaill hertten Khäss Ackher, so Paul Andri-colle geh. 12 Sch. — Philip Schweiger von 2 Gartten 3 6 Sch. von 1 Gartten, so Peter Ziglfist gehabt 18 Sch., von 4 khlainen Ackhern, so er von seinem Schwecher, Gregor Strauss ererbt 30 Sch. von 1 khlainen Ackher, so von Urban Kästner herkhumen 8'4 Sch., von 1 grossen Ackher, so Jacob Newhat geh. 6 Sch. — Thoman Khestner von '4 Hueben 37 Sch. Steuer 15 Sch. von I grossen Ackher 12 Sch. — Anthoni Klin von 1 Thaill einer Hueben, so seyn Schwecher Jacob Janckho geh. 24 Sch. — Hans Plassmans Wittib und Erben von !4 H., so Jacob Khramer gehabt 45 Sch. Steuer 15 Sch., von 2 Ackhern, so Mathe Peer von Hans Grue-bern an sich gebracht 15 Sch. — Andre Loye von I ’4 grossen Ackher 18 Sch. von 1 Ackher 38 Sch., von I Ackher, so pösn Veitl geh. 8'4' Sch., von I ganczen Ackher, so er von Hansl und Michl Fux erkhaufft 18 Sch., von I Ackherli, so Ambross Kramer geh. 8V2 Sch. von I Ackher, so Niel Schelschakhen gewest 45 Sch. — Urban Golcze, von I Gartten, so Jacob Jankhe seinem Aiden Andre Lamperter geben 9 Sch. — Michl Fux von Va Gartten so durch Jacob Jankhe seinem Aiden Andreen Lampertter gegeben 9 Sch. — Ulrich Sibrers Wittib von V4 H., so Andreen Schmid gewesen 45 Sch. Steuer 15 Sch. — Ambross Spreiczer von des Mathe Stängl V2 Hueben 90 Sch. Steuer 56 Sch. von '/4 eines grossen Ackhers 3 Sch. — Michl Erkher von 1 Ackher, so Andreas Graf von Steffan Schmuckh geh. 8‘/2 Sch. — Gregor I lesche von V> grossen Ackher, so Merth Schmid geh. 6 Sch. — Blass Plesche von des Straussen Gartten, so zwischen des Marco und Bärthl Tuncke Gartten gelegen 13 Sch. von V2 Gartten und negst dabei gelegen 7 Sch. von I Ackher, so des Praunperger gewesen 12 Sch. — Gregor Wiettrich von '/2 Hueben 90 Sch. Steuer 45 Sch. — Leonhardt Grueber von I grossen Ackher, so Gregor Kramer gewesen x 2 Sch., von I Gartten, so Gretha Grueberin geh. 3 6 Sch. — Herr Jacob Peer, Pfarrer an der Rieckh, von 1V2 Ackhern, so er von Plesche als ein Erb übernumen 11 Va Sch. — Die gancze Statt Gottsee järlichen von iren Ackhern Hirschmass 16. Gomülcz oder Prundorf (besteht nicht mehr) 3 gancze Hueben (jede Partei) V2 Hueben. Michl Herbst — Mathe Mausser — Andre Khosar — Hannss Gerger — Paul Hofer — Peter Strauss — Lucas Premier und Michl Gerger: 15 Sch., Waicz 1 Repasschafl, Pretter I Samb., Robat 4 Tag. Sy geben I Samb zur Weinfur. Rattenstein (jetzt Rottenstein) 3 gancze Hueben. Petter Melchior Va H. 30 Sch. Pretter I Samb, Robath 4 Tag. — Gregor Mauser I H. 60 Sch. Pretter 2 Samb, Robat 8 Tag. — Pauli Lux 3/i H. 45 Sch., Pretter i'/a Samb, Robath 6 Tag. — Gregor Lux 3/4 H. 45 Sch., Pretter Va Samb, Robath 6 Tag. Geben miteinander Waicz 4 M. Hofwein fueren sy miteinander I Samb. Weissenstein i3/4 Hueben. Jacob Khumpe V* H. 15 Sch. Handtrobath 4 Tag. — Veitl des Gore Sun V* H. 15 Sch. Handtrobath 4 Tag. — Barthlme Schneider '/2 H. 30 Sch. Handtrobath 4 Tag. — Ambross Vinkhen Wittib und Erben s/s H. 22 Sch, Handtrobath 6 Tag. — Steffan Blass 'U 15 Sch., Handtrobat 4 Tag. — Paul Schobers Wittib Va H. 8 Sch. Handtrobat 2 Tag. Dise Nachperschafft gibt jar-lichen Waicz 3 M. füeren 3 Samb Most. Setscha (jetzt Setsch) 1 '.'s Hueben. Juri Waldin 1U H. 15 Sch. Handtrobat 3 Tag. — Urban Geselle Vs H. 22 Sch. Handtrobat 4 Tag. — Steffan Schneider und Ambross Wietrich 'U H. 15 Sch. Handtrobath 3 Tag. — Christoph Skhopiczer und Mathe Pfeiffer 1/1 H. 15 Sch. Handtrobat 3 Tag, miteinander Waicz 1 Mass, Pretter 2 Samb. Ebenthall 1V2 H. Leonhardt und Barthlme Pelsche Vs H. 22 Sch. Handtrobat 4 Tag. — Urban Khramer und Leonhardt Peer Vs H. 22 Sch. Handtrobat 4 Tag. — Merth Khramer und Gregor Petsche ‘A H. 15 Sch. Handrobat 3 Tag. — Andrfe 'Khramer und Caspar Pericz % H. 15 Sch. Handrobat 3 Tag. — Hanns Khramer und Urban Sigmund 'U H. 15 Sch. Handrobat 3 Tag. Miteinander Waicz 1 M. Pretter 2 Samb. Oberstain V« H. Thomas Mêlez V, H. 30 .Sch. Waicz I M. Haber I M. Handtrobat 4 Tag. Neupacher 2 Hueben (jede Partei) '% H. Lucas Mêlez — Mathe und Peter Wietrich — Peter Nickh und Steffan Samide — Michl Strauss und Ambross Samide g 2'/2 Sch. Waicz V2 M., Haber 1 M., Hirsch I Hfkm., Huen I, Harreissten 5, Waicz V* und Haber I Repasschäfl, Holz I Samb, Robat 3 Tag. Thomas Bartten (besteht nicht mehr, war bei Ebenthall) XU H. Gregor Plesche 'A H. 25 Sch. Waicz I Hfkm. Haber '/2 M. Hirsch 7a Hfkm. Huen V2, Harreissten 2'/2, Waicz 7a und Haber 1 Repasschäfl, Holz I Samb, Robath 3 Tag. Neulosin 1 gancze Hueben (jede Partei) ‘/2 H. Unndter Ambt zu Gotsee. Schalkhendorf, io ganczer Hueben (jede Partei) ‘/2 H. = 2 Tagpau, 2 Heymad. Andre Regler und Ambross Jurscheli, hat ein Suppgründtl, tregt 1 Fueder Hey. — Michl Hegler — Clement Schieiner — Clement Weber — Leonhardt Cusaldt — Mathes Hegler — Georg Hegler — Peter Hegler — Pangrätz Sturmbs Erben und Jacob Sturmb — Michl Praune und Paul Stängl — Gregor und Gergl die Weber gebrtieder — Ambross Glibe — Leonhardt und Georgl Schieiner — Basti Huetter — Bärthl und Caspar Sturmb und Peter Peer — Ambros Schieiner und Ambross Sturmb — Steffan Eppich und Mathe Hegler — Georg Khingaufs Erben und Basti Nikh — Balthasar und Steffan Eppich — Lucas und Jacob Praue : 84 Sch., Waicz Vs Hfkm., Haber 4V2 M., Hirsch 2 M. minder '/2 Hfkm., Ayr 8, Huener 3, Harreissten 20, Waicz '/■> und Haber r Repasschäfl, Holz I Samb. Geben samentlich in disem dorf von iren Gründten, so man die Jugent abnimbt 10 Khässl oder für yedes 2 Sch. — Müessen auch das Traidt in Garben in den Mairhof füeren und so oft es Noth thuet, denselben pessern, seubern, und wann sy den Sehne ob dem Schloss und Mairhof Tach oder Rünnen abzuweiffen und zuseubern erfordert werden, sein sy solche Arbait jeder Zeit zuuerruhten schuldig. Undtersassen: Caspar Khnoflach 8 kr., Handtrobat 6 Tag. Zwisslern 6 Hueben (jede Partei) V2 H. = 2V2 Tagpau, 2 Wissm. Hanns des Jacob Sun und Thoman Erkher, hat ein khlaines Suppgründtl bei I khlainen Fuederl Hey dauon zu gemessen 83 Sch. ■— Anndre Schl einer und Thoman des Mathe Sun 87 Sch. — Jörgl Veitls Sun 84 Sch. — Caspar und Ambross Stänngl und Thomas Erkher 83 Sch. — Georgl Zekhel 87 Sch. — Marco Schieiner 80 Sch. — Mathe Erger 83 Sch. — Andre Payr und Mathe Schieiner 87 Sch. — Urban Primus und Leonhardt Vicz •— Urban Knoblach und Hanns Talian 87 Sch. — Mathe Ergers Wittib und Erben 88 Sch. — Clement Wurczer 87 Sch.: Waicz '/2 Hfkm., Haber 4V2 M., Hirsch 2 M. minder '/2 Hfkm., Ayr 8, Huen-ner 3, Harreissten 20, Waicz ‘/2 und Haber 1 Repasschäfl, Holz I Samb, Robat 3 Tag. Dise Undterthanen geben 6 Repas Khäss von iren Hueben, zum Zehent Most miteinander 2 Sämb, muessen auch das Zehent Traidt zum Mayrhof fiteren. Undtersassen: Urban Maichin 8 kr., Handtrobat 6 Tag. Honekh (jetzt Hohenegg) 8 gancze Hueben (jede Partei) '/2 H. = 2'/» Tagp., 2 Wissrn. Paul Tödtman und Paul des Cristans Sun, hat 1 khlains Suppgründtl, so ungeuerlich 1 khlaines Fuederl Hey ertregt. ■ — Caspar Mulcz — Ambross Mulcz — Hanns Jeisenzapf — Paul, Lucass und Bärthl Khingauf — Peter Thetman — Caspar Stimpfl — Jacob Hofer — Lucas und Jacob Mülcz — Michl Köfler und Hans Mulcz — Oswald Mulcz und Michl Khöfler — Urban des Andre Sun — Simon Khestner — Leonhardt Herbst — Hans und Andre Stimpfl — Merth Nickh: 7 8'/2 Sch. — Waicz 1 Hfkm., Haber 4V2 M., Hirsch 2 M., Ayr 8, Huenner 3, Harreissten 20, Waicz Vs und Haber 1 Repasschäfl, Holz 1 Samb, Robat 3 Tag. Diss Dorf gibt 1 Repas Käss, muessen 2 Sämb Zehent Most tragen, das Zehent Traidt müessen sy zum Mairhof in die Gottsee fiieren. Khatzendorf, 4 gancze Hueben (jede Partei) '/2 H. = 1 Tagpau, 1 Wissm. Lucas Stimpfl und Steffan Herbsts Erben, hat khain Suppgründtl. — Paul Chrise — Hans Cosar — Hanns Schilschackh — Peter und Georg Khestner — Jacob Cosar — Jacob Khestner — Peter Krakher: 60Vs Sch., Hirsch 1 Hfkm., Ayr 8, Hüenner 2'/2, Harreissten 20, Robat 3 Tag. Fueren miteinander 1 Samb Zehent Most, gibt yeder für das dritte Huen 1 Sch. Dan sein sy schuldig Brief zutragen in die Gottschee oder Pöllan oder sonst wo mans schickht in der Gotschee.7 Ober Khatzendorff 1 Vs H. (jede P.) '/2 H. Gregor Cosar — Barthlme Crisse — Barthlme Khestner: 30 Sch. Waicz V2 M. Hirsch 1 Hfkm. Huen 1, Harreisten 10, Robath 4 Tag. Fueren miteinander in 2 Jaren 1 Samb Hofwein. Warnperg, 6 gancze Hueben (jede Part.) '/2 H. = 2 Tagp. 2 Heym. Peter des Casparn Sun und Gregor Hansske, hat 1 khlaines Suppgründtl, darauf '/2 Fuederl Hey gemäet wird 60 Sch. — Mathe Gorenicz 67 ‘/2 Sch. — Gregor und Peter Lampertter 67 Sch. Mittheilungen des Musealvereines für Krain 1890. ir — Peter des Michls Sun 67V2 Sch. — Anndre Walch 67 '/2 Sch. Mathes undThoman Schmalczl 67 7s Sch. — Mathe Plesche 67 '/2 Sch. — Thoman und Niel Plesche 67'/2 Sch. — Ambross Khatman und Peter Hansskhe Erben 67 V2 Sch. — Veitl Schmälczl 67 '/2 Sch. — Ambross Singeli 67V2 Sch. — Gori Pragsche 60 Sch.: Hirsch 1 Hfkrn. Ayr 8, Hüenner 2, Harreissten 20, Robat 3 Tag. Geben für das dritte Huen jeder 1 Sch. müessen 2 Samb Zehent Most zur Herrschaft tragen. — Undtersassen: Basti Schmälczl — Mathe Hansskhe 8 kr., Robath 6 Tag. Schwarzenbach, 8 gancze Hueben (jede Partei) V2 Hue-ben = 2 Tagp. und 1V2 Wism. Thomas Köstner, hat 1 Suppgründtl, tregt ungeuer 2 Fuederl Hey. 84 Sch. — Thomas Meichin Wittib und Erben 90 Sch. 1 schw. Pf. — Andre Sibrer und Peter Yicz 98 V2 Sch. — Peter des Marckho Sun und Jacob Marnitschitsch 90V2 Sch. — Michl Sibrer und Elsa Sibrerin Wittib 90V2 Sch. — Mathes Stimpfl 94 Sch. 1 Pf. schw. — Andre Plesche 9oV2 Sch. — Leonhardt und Peter Trampusch 90 Sch. 1 Pf. schw. — Georg des Markho Sun 90V2 Sch. — Bärthlme May und Leonhardt Pradtgesell 90’/2 Sch. — Niel und Michl Greusch 90 Sch. 1 Pf. schw. — Jacob Springer und Leonhardt Kramer 90V2 Sch. ■— Valle des Jacob Sun 90V2 Sch. — Leonhardt Wecz 87 Sch. — Bärthlme Welicz 90V2 Sch. — Ambross Wecz 90V2 Sch. — Waicz 2 M. minder 1 Hfkm. Haber 4V2 M. Hirsch 2 M. Ayr 8, Huenner 3, Harreisten 20, Waicz V2 und Haber 1 Repasschäfl, Holz 1 Samb, Robat 3 Tag. Geben von iren Hueben 8 Kass, und muessen 2 Samb Zehent Most fiieren Hasenfeldt, 6 gancze Hueben (jede Partei) V2 H. = 1V2 Tagpau, 2 Wissm. Caspar Jankhe, hat ain khlaines Gründtl zur Suppnicza, tregt 1 khlaines Scheberl Hey, so ungeuerlich 4 Kreiczer wert. 62V2 Sch. — Peter Game 64 Sch. 1 H. — Georgl Käme 64V2 Sch. — Georg Lampertter 64 Sch. 1 Pf. schw. — Caspar Schuesster 64’/2 Sch. — Lucas Schuesster 64V2 Sch. — Thomas Lampertter und Steffan Tscherne 64V2 Sch. —- Merth Katmans Erben 64V2 Sch. — Leonhardt des Lucasen Sun, Blass des Jacoben Sun und Ambross Khestner 64 Sch. 1 H. — Ambross Khestner und Ambross Hegler 6 4 ‘/2 Sch. — Steffan Heglers Wittib und Khünder und Georgl des Marco Sun 6 4'/- Sch. — Bärthlme Manntl und Bärthlme des Michls Sun 64V2 Sch. — Waicz 2 M. weniger 1 Hfkm. Haber 4'/2 M. Hirsch 2 M. minder V2 Hfkm. Ayr 8, Hiienner 2, Har-reissten 20, Robath 3 Tag. Für das dritte Huen gibt yeder 1 Sch. und 1 Samb Zehent Most sein sy zufüeren schuldig. Lienfeld 10 gancze Hueben (jede Partei) 7s H. — 2 Tagp. und 2 Heym. Peter des Lucas Sun und Georg Söller 87 Sch. 1 H., hat ein Gründtl zur Supp, tregt bei iVs Füederl Hey. — Mathe Khaterl und Urban Eppich 84 Sch. 1 H. — Barthlme Sattler und Gori Hannsskhe 84 Sch. 1 H. — Christan Rotte 85 Sch. 1 H. — Simon und Primuss Hannsskhe 8472 Sch. — Peter und Jacob Garsche 8472 Sch. — Jacob Sargheli 85 Sch. 1 H. — Caspar Dietrich 8472 Sch. — Ambross Turkh 85 Sch. 1 H. — Jacob Käme Erben, Andre und Paul Plesche 8472 Sch. — Marx Hegler und Clement Hansskhe Sch. — Urban Singeli und Michl Schwaiger 85 Sch. r H. — Gregor Garsche und Lorencz Saler 84 Sch. 1 H. — Peter Tscherne und Gregor des Paulln Sun 84 Sch. 1 H. — Mathe Singeli und Peter Tschinkhl 84 Sch. 1 H. — Paul Dulle und Merth Grill 8372 Sch. — Hans Cosar 8372 Sch. — Paul Plesche 83 Sch. 1 H. — Gregor Khuenczl 84 Sch. 1 H. — Caspar Söllers Erben und Hanns Oppi 84 Sch. — Waicz 2 M. minder 1 Hfkm. Haber 472 M. Hirsch 2 M. weniger 7a Hfkm. Ayr 8, Hüenner 3, Harreissten 20, Waicz 'I2 und Haber 1 Repas-schafl, Holz 1 Samb, Robat 3 Tag. Diss Dorf samentlich 10 Repas Khäss, muessen 2 Samb Zehent Most tragen. Undtersassen: Lorenz Gätterl 8 kr. Robat mit der Hand 6 Tag. Khrapfenfeld, 8 gancze Hueben (jede Partei) 7a H. = 2 Tagpau und 1 'k Wissm. Gregor Wolf und Cristan Payr 84 Sch. 1 H. hat khain Supp-gründtl. — Mathe Pressnigkh und Urban Zeckhe 8772 Sch. Dise halbe Hueben, weill sy jarlich durch das Wasser ausgetrennckht wird und sonst gar wenig Traidt erpaut, dient anderst nichts als den Zins und die Robat. — Anndre des Peter Sun 83 Sch. — Georg Yiteschikh, des Herrn Grafen Pfleger 80 Sch. — Lucas des Jure Sun 95 Sch. •— Steffan Gregor, Lucas des Steffan Sun und Gregor Eiban 95 Sch. — Anndre Erkher 8772 Sch. — Gregor Aibein, Niel und Paulle Schweticz 110 Sch. — Hannss Muess 95 Sch. — Jacob und Ambross Wolf 80 Sch. — Andre Rottl 80 Sch. — Basti Röttl 87 '/2 Sch. — Anndre Krackher, Steffan Müllner und Lucas Krakhers Erben 917?, Sch. — Pangracz des Steffan Sun und Jacob Gump 95 Sch. — Mathe Medecz 85 Sch. — Simon und Leonhardt Khump 84 Sch. Waicz 2 M. minder I Hfkm. Haber 4 72 M. Hirsch 2 M. weniger 1 Hfkm. Ayr 8, Hüenner 3, Har-reissten 20, Waicz lU und Haber I Repasschäfl, Holz I Samb, Robat 3 Tag. Geben samentlich 8 Repas Khäss. Für die Weinfart muessen sy den Weg auf das Schloss Fridrichstain8 machen, und wann derselb verschneit hiauf schauflen. Obermössl, 10 gancze Hueben (jede Partei) '/2 H. — 1 Tagpau und I Wissm. Peter Greusch hat I Suppgründtl tregt ungeuerlich t Füederl Hey, 92 Sch. — Mathe Greusch 92 Sch. — Barthlme Kramer 92 Sch. — Peter Osterman 92 Sch. — Leonhardt Sterbencz 92 Sch. — Leonhardt Wälsche und Peter Springer 92 Sch. — Hannss Springer 92 Sch. — Niclas Heferli und Ulrich Trampus 92 Sch. — Hanns Khaps und Michl Wächter 92 Sch. — Mathe Kalt Eisen und Niel Springer 92 Sch. — Gregor Walsche 92 Sch. — Hannss Jannkhe 92 Sch. — Peter Schwarschings Erben 92 Sch. — Hannss Khestner 911/2 Sch. — Hanns Springer 9 2 Sch. — Osswald und Anndre Herbst 92 Sch. — Peter Schauer und Anndre Khestners Erben 92 Sch. — Jacob und Barthlme Grennsch 92 Sch. — Mathe Vinckh 91'/2 Sch. :— Jacob Schmid und Ambross Schmids Erben 9U/2 Sch. — Waicz I Hfkm. Haber 472 M. Hirsch 2 M. minder 72 Hfkm., Ayr 8, Hüenner 3, Harreissten 20, Waicz '/2 und Haber I Repasschäfl, Holz I Samb, Robat 3 Tag. Diss Dorf dient miteinander 10 Repas Kass. Hofwein ist es schuldig zufüeren 3 Samb. Zu Deckhung des Schloss Friedrichstain und Ambthaus in dem Stadtl Gottsee sein sy Pretter zufüeren schuldig. Nider Mösl, 7 gancze Hueben (jede Partei) Vs FI. = 17s Tagp., 1 Wissm. Andre Kalt Eisen hat ain Suppgründtl, macht I Füederl Hey — Simon Schuesster — Thomas und Michl Köfler — Urban Springer — Blass Springer und Michl Walsche — Paul Springer — Blass Walsche — Ambross Schauer -— Lucas Köflers Erben — Paul Khöfler und Michl Springer :— Niel und Peter Springer — Niclas Springers Erben — Urban Walsch und Gregor Springer — Mathe und Barthlme Springer 102 Sch. Waicz 1 Hfkm. Haber 4V2 M. Hirsch 2 M. minder 1 Hfkm. Ayr 8, Hüenner 3, Har-reissten 20, Waicz '/2 und Haber 1 Repasschäfl, Holz 1 Samb, Robat 3 Tag. Geben miteinander 7 Repas Khäss, muessen sament-lich Zehent Most tragen 2 Samb. Undtersassen: Hanns Walsch 8 kr., Handtrobat 6 Tag. Dürnpach, 4 gancze Hueben (jede Partei) Va H. = 1V2 Tagpau, 1 Wissmadt. Clement des Michls Sun und Michl Schauer, hat 1 Supp-grundtl 1 Fliederl Hey darauf. — Georg Veitl — Lucas Yeidl Sun — Steffan Meichin und Thomas des Blasen Sun — Leonhardt Fricz, Urban Schauer und Mathe Schuesster — Ambross und Marco Schneeperger — Ambross Khrakher — Michl Mayerli: 60 Sch., Hirsch 1 Hfkm. Ayr 8, Huenner 2, Harreissten 20, Robat 3 Tag. Jeder gibt in disem Dorf für das dritte Huen 1 Sch. und miteinander 1 Samb zum Hofwein zufiieren. Otterpacb, 6 Hueben (jede Partei) V2 H. = 1V2 Tagpau und 1V2 Wissmad. Georg Puttrer 64 Sch. hat 1 Suppgründtl, tregt bei 2 Fiie-derl Hey. —- Michl Springer 64 Sch. — Niel Plesche 68 Sch. — Clement Hannsskho, Michl Maichin und Marco Schneeperger 67 Sch. —- Caspar Fleckh 63‘/2 Sch. — Hanns Buttrer und Ambross Mertten Sun 64V2 Sch. — Mathe Khump 64V2 Sch. — Peter Spraiczer 64V2 Sch. — Peter Khump 64V2 Sch. — Paul Khrabat 64Y2 Sch. — Thomas des Michl Sun und Paul Khump 64V2 Sch: — Lucas Jaisenzopf 64V2 Sch. — Waicz 1 Hfkm. Haber 41/2 M. Hirsch 2 M. minder '/2 Hfkm. Ayr 8, Hüenner 3, Harreissten 20, Waicz V2 und Haber 1 Repasschäfl, Holz 1 Samb, Robat 3 Tag. Geben samentlich 6 Repas Khäss, Hofwein füeren sy 1 Samb. Reinthall, 8 gancze Hueben (jede Partei) '/2 H. = 1V2 Tagp., 1Y2 Wissm. Ulrich Trampusch, hat 1 Suppgründtl, tregt bei 1V2 oder 2 Fuederl Hey. — Pangräcz Puttrer — Mathe Kumps Erben — Jörgl Schuester — Gregor Putrer und Niel Kump — Gori und Michl Springer — Hanns Mathe — Gori Preiditsch — Peter Persche — Paul Springer und Gregor Ostermans Erben — Peter Persche — Peter Knäphl — Mathe Putrer — Paul Rötl — Simon Persche und Jacob Mantl — Peter Springer und Peter Lenncz: 6o’/2 Sch. — Waicz I Hfkm. Haber 3 M. Hirsch x Hfkm. Ayr 8, Huenner 3, Harreissten 20, Waicz V2 und Haber I Repasschafl, Holz 1 Samb, Robath 3 Tag. Geben von iren Hüebenen 8 Repas Khass und zum Zehent Most 2 Samb. Undtersassen: Mathe Gumpe — Steffan Putrer — Pauli Schuesster — Urban Puttrer — Hanns Puttrer — Paul Rötl: 8 kr., Handtrobath 6 Tag. Verderb Verdreng 5'/2 H. (jede Partei) '/2 Hueben = 1V2 Tagpau und 1V2 Wissm. Mathes des Gori Sun, hat 1 Suppgründtl gibt 1 Fuederl Hey. — Barthl Kump — Leonhardt Schmid — Ambross Praiditsch — Hanns Spreiczer — Hanns Herbst — Hans Persche — Basti Sterbencz — Ambross Petsche — Blass und Caspar Knesspler — Georg des Parthe Sun: 18‘/2 Sch. 1 H. Robath 3 Tag. Müessen in disem Dorf miteinander 2 Samb Zehent Most füeren. Fliegendorf 2 gancze Hueben (jede Partei) V2 Hueben = 1V2 Tagp., 1 Wissm. Leonhardt Müllner, hat ain khlaines Suppgründtl gibt aber gar nichts — Mathe Gump, Peter Wittene und Ambross Müllner — Gori Sterbencz und Ambross Müllner — Marthe Wurczer und Hanns Knesspler: 20 Sch. Robat 1 Tag. Weill hieuorstehende Undterthanen gar unsicher und ire Güettlen in den Staudach, und nachent bei der Kulp haben, ist innen merers nit dan vorgemelter dienst und jedem 1 Tag Robat angeschlagen worden. Undtersassen: Hanns Dräxler — Thomas Schneider: 8 kr. Handtrobat 6 Tag. Undter Fliegendorf, 1 lU Hueben. Simon Lampertter und Georg des Larencz Sun Ts Hueben 15 Sch. Waicz '/2 M. Robat 2 Tag. — Lucas Röttl '/< Hueben 30 Sch. Waicz 1 M. Robat 3 Tag. •—• Georg des Gori Sun '/2 Hueben 60 Sch. Waicz 2 M. Robat 4 Tag, und 7s Hueben 15 Sch. Waicz 'U M. Robat 2 Tag. — Ambross Petsch 7« H. 30 Sch. Waicz 1 M. Robat 3 Tag. Undter Schgril 3 gancze Hueben (jede Partei) 'U H. = 1 'U Tagp., 1 Wissmad. Ambross Schneperger, hat ain khlaines Suppgründtl, gibt bei 3 Fuederl Hey. — Lucas Persche — Peter Persche — Ambross Persche — Mathe Schtnids Wittib und Erben — Hannss Lam-perters Erben 13V2 Sch. Robat 1 Tag. Das dise Nachperschafft so wenig zinst und robat ist die Ursach, das sy nit sicher und nahent bey der Kulp wohnen. Undtersassen: Simon Lampertter 8 kr., Robat 3 Tag. Oberschgrill 1‘/2 H. (jede Partei) '/2 H. = 1 '/2 Tagp. und 1 Heymad. Caspar Vidmeritsch — Ambross und Anndre Witine — Thomas Huetter: 24 Sch. Robat 2 Tag. Khuechlern 1 gancze Hueben (jede Partei) '/2 H. = 1 '/■> Tagp. 1 Heym. Merth Küche Wittib und Erben — Wolf des Mathe Sun: 25 Sch. Robat 2 Tag. Teutschau 6 gancze Hueben (jede Partei) V2 H. = 1 Tagp. und 1 Wissmad. Mathe Jestl, hat ain Suppgrundtl bei 1 Fuederl Hey. — Jerney Plese — Juri und Jacob Scheberli — Clement Osswald — Anndre des Lucas Sun — Bastian und Andre des Peter Sun — Lucas Magrin — Jure des Steffan Sun — Jure Agnitsch — Urban Lauretitsch—Caspar Schöberlin — Marco Agnitsch: 6 3’/2 Sch. Hirsch i Hfkm. Huen '/2, Harreissten 5. Thuen samentlich Wein-fart 2 Samb. Und wann man das Schloss paut, muessen sy ro-baten und auf die Creudenfeuer und Scart sehen als auch Brief zutragen in die Gottschee und geen Pollan.0 Undtersassen: Jacob Meisl 8 kr., Handtrobat 6 Tag. Ober Teutschaw, 2 gancze Hueben (jede Partei) '/2 Hueben. Jure Agnitsch — Pauli des Merthen Sun — Bastian Jackh-litsch — Ambross Thetman: 20 Sch. Harreissten 5, Robath 3 Tag. Prelibl (jetzt Pröribel) 4 gancze Hueben (jede Partei) 'U H. = 2 Tagp. 1 Heymad. Gori Ramb und Christan Wogrin, hat khain Suppnicza — Michl Ramb und Lucas Wogrins Wittib — Jerne Puchsche und Peter Ramb — Gori Wogrin — Hannss Manntl — Andre Ramb — Jacob Hullan und Primus Springer — Hanns Manntl: 127 Sch. Hirsch 1 Hfkm. Huen '/■>, Harreisten io. Müessen samentlich Hofvvein tragen i Samb. Für die Robat muessen sy den Kheller und Weg darczue in der Mottling pessern und machen, und volgents auf die Scart auch Creudenfeuer sehen. Undtersassen: Jerin Tedtman — Peter Ramb: 8 kr., Handtrobat 6 Tag. Graflindten 6'/2 Hueben (jede Partei) ‘/2 H. = 2 Tagp. und 1 Wissmad. Hanns Wolf und Markho hat ain Suppgründtl ungeuerlich bey 2 Fuederl Hey. — Mathe und Niel Schuesteritsch und Michl Schmid — Lucas Sterbencz — Ulrich Verderber — Andre und Blass Sterbencz — Barthlme Lauretitsch — Juuan Neisitsch und Neusitsch Erben — Hanns Osterman und Paul Waldauf — Peter Lauretisch — Jacob Thettman und Gregorg Vidasch — Lucas Lauretitsch und Barthlme Rambs Erben — Hanns Fleckh und Thomas Lauretitsch — Lucas, Thomas und Steffan Lauretitsch: 52 Vs Sch. Hirsch 1 Hfkm. Huen ‘A, Harreisten 5. Müessen für die Robat in diesen Fleckhen scarten. Hofwein fiteren sy 2 Samb. — Undtersassen: Bastian Schuesteritsch — Steffan Pechar — Clement Sterbenicz: 8 kr. Muessen für die Robath Brief hinund-wider tragen und volgends auch scarten und auf die Creidenfeur sehen. Tieffenprun (jetzt Römergrund) 1 ganze Huebe (jede Partei) V2 Huebe. Caspar Fleckhs Erben und Peter Rötl — Hans und Mathe Khaps und Barthlme Starüienicz: 52 Sch. Waicz 1 M. Hirsch V2 M. Huen 1, Harreissten 5, Robat 3 Tag. Dise Underthanen thuen mit denen beim See allwegen das ander Jar x Sam Weinfart. Beim See (heute Brunnse) 1 ganze Huebe (jede Partei) 7s H. Clement Schuessters Wittib und Erben — Anndre Ramb: 30 Sch. Waicz ’/2 M. Huen I, Harreisten 5, Robat 4 Tag. Thuen die Sambfart allwegen das ander Jar 1 Samb mit denen zu Tieffenprun. Neslthaal 10 ganze Hueben (jede Partei) 'A Huebe = i’A Tagpau und x’A Wissm. Jacob Mrincz hat 1 Suppgrundtl darauf ungefährlich 1 Fuederl Hey wegst, das Wasser thuet aber offtmals schaden das nichts wachsen mag. — Caspar Schuesster Wittib und Ei'ben — Steffan Krakher — Jacob Grabner und Marco Tabermans Erben und sein Wittib — Bartime Krumbsmaul Erben — Thomas Stanitsch — Barthlme Gsell — Peter Grabner — Marco Khreen und Jacob Grabner — Paul Khirein — Mathes Stelzer, Peter Jakhe und Urban Miesl — Simon Wrinskheli und Peter Krackher — Georg Jellan — Jacob Grabner und Bärthl Schuesster — Thomas Herbst — Andre Stelczer — Urban Mülle — Anndre und Paul Schuesster — Jacob Oberman — Andre und Niclas Mülle: 63‘/2 Sch. Hirsch 1 Hfkm. Harreisten 5. Müessen Hofvvein samentlich fiieren jerlich 4 Samb. und dan für die Robat ist yeder 2 5 Schintl zum Deckhen zufueren schuldig. — Undtersassen: Pauli Gellan 12 kr. — Georg Grabner 12 kr. — Anndre Stanss 12 kr. — Anthoni Herbst 8 kr. —• Barthl Jellen 8 kr. — Georg Stancz 8 kr. — Caspar Stelczer 8 kr. —• Michl Schneider 8 kr. — Thomas Kalteisen 8 kr. — Peter Gregor 8 kr., jeder Robat 3 Tag. Dise wenig Robat ist inen, weil sy vill Pedschafft und Brief in die Weingepürg tragen müessen, desto weniger angeschlagen worden. Undter der Stainwandt (schon damals «Steinwand unter») 2 Hueben (jede Partei) '/2 H. Barthlme Stelczer hat khain Suppnicza — Barthlme Jellan ■— Barthlme Füxl — Ambross Huetter und Hans Meichin Erben: 30 Sch. Waicz V2 M. Ayr 8, Hüenner 2 , Harreisten 5, Robath 4 Tag. Reichnau, 10 gancze Hueben (jede Partei) Vs H. = 1V2 Tagp. und V2 Wissm. Lucas Khestner — Gori Grabner, Caspar Khestner und Georg Krackher — Thoman und Jacob des Ambrossen Sün — Hanns Khump — Mathe Khusaldt und Mathe des Caspar Kusaldts Sun — Jacob Khumps Wittib und Erben — Michl Nitschemer und Simon Khrume -—• Augustin Khnespler — Leonhardt Ramb, Augustin des Mathes sein Wittib und Erben und Lucas Pfeiffers Wittib und Erben —- Georgen Schneiders Wittib und Erben — Peter Zingkhl —• Mathe Augustin und Leonhardt Veitls Sun — Mathe Füxl — Clement Knespler und Urban des Mathe Sun — Steffan Kump — Leonhardt Hessen Erben •— Leonhardt und Simon Fricz — Paul Wrinsskheli — Rueprecht Jellan und Paul Stimpfl — Gori Grabner und Hanns Khnesspler: 60 Sch. Hirsch I M. Ayr 8, Hüenner 2, Harreissten 20. Für die Robath gibt 17O jeder in disem Dorf 25 Schintl Pretter zum Deckhen, zum Weinzehent geben oder füeren sy 2 Sämb, und für das dritte Huen gibt yeder I Sch. Undtersassen: Gori Ftixl, Lucas Khöstner — Balthasar Nitschiemer — Ambross Poss: 8 kr., Robath 3 Tag. Friesach (jetzt Alt-Friesach) 4 gancze Hueben (jede Partei) ’/2 H. = 1V2 Tagp. 1V2 Wissrn. Georg Stelczer, Gori Jobstl und Gregor Zose — Jacob Khestner und Michl Jöstl — Paul Schuester — Michl Stelczer — Caspar Stelczer — Thomas Ramb und Jacob Tödtman — Michl und Görgl Zose — Peter Stelczer und Jacob Jöstl: 13'/» Sch. Für die Robat muess yeder 25 Schindtipretter inns Schloss füeren. Weinfuer muessen sy mit 2 Rossen verrichten. Khümerdorf 3 Hueben (jede Partei) % Hueben = 1 '/2 Tagp. und I '/2 Wissm. Simon und Lucas Ramb, hat ain Suppnicza, tregt ungefarlich ain Pürden Hey. — Blasen Rambs Wittib und Erben — Gori Ramb — Jacob Stelczers Erben — Thomas und Gori Stelczer — Peter Ramb: 19V2 Sch. Schindtipretter 25, I Samb Hofwein sein sy miteinander zufiieren schuldig. Undtersassen: Urban Schneider — Yalle Stelczer: 8 kr., 3 Tag Handtrobath. Neu Friesach 3 Hueben (jede Partei) '/2 Hueben = I Tagp. 1 Heymad. Paul Stelczer, hat khain Suppnicza — Gregor Stelczer — Gergl Stelczer — Larencz Khestner — Hanns Ramb — Mathe Rambs Erben: 13 Sch. Robot thuen sy in disem Dorff anderst nichts, als das sy Brief tragen, welche fast alle Tag zwaymal an sy khumbt. Zum Hofwein I Sämb. Muessen den Schnee von der Strassen der Ortten schauflen. Liechtenpach, 4 gancze Hueben (jede Partei) '/•• H. = 1V2 Tagp. und 1V2 Wissm. Peter und Marco Ramb — Hanns Schuesster und Barthlme Fleckher — Ambross Schmuckh und Mathe Ramb — Peter und Mathe Fleckh — Andre Marthin — Barthlme Schuesster •— Jacob Waiss — Wolfl und Merth Ramb: 30 Sch., Schintl Pretter 25 — Merth Ramb (überdies noch) mer von I Ackher 12 Sch. Hofwein müessen sy füeren I Samb. Undtersassen: Michl Ramb — Jorg Ramb — Caspar Schuesster — Michl des Anndre Sun — Dorothea Erasmen Fleckhen Wittib : 8 kr., Handtrobat 3 Tag. Tantzpüchl, I gancze Hueben (jede Partei) 'A lluebe. Mathe Ramb, hat khain Supnicza — Jacob Ramb — Basti Ramb — Merth Schmid: 20 Sch. Waicz '¡2 M. Harreisten 10, Robat 4 Tag. Sambfart miteinander I Samb. Püchl, 6 Hueben (jede Partei) */s Huebe = I'/2 Tag-pau, 1 '/2 Wissmad. Basti und Barthlme Fleckh, hat khain Suppgründtl — Am-bross Medecz — Veith Glienkher und Georgl Lackhners Wittib — Andre Teitschman, Lucas Gsell und Lorencz Fleckh — Gregor und Lenncz Fleckh — Mathe Schuesster, Clement und Leonhardt Müesl — Mathe Herbst — Steffan Schmuckh und Barthlme Ober-man — Gregor Rabuse Wittib und Erben — Georgl Obermann und Mathe Schuesster — Blass und, Jacob Rabuse — Lorencz Blass und Hanns Lackhner: 20 Vs Sch. Muessen yeder für die Robat 25 Schintl Bretter geben; 2 Samb Hofwein sein sy im Jar zufüeren schuldig. — Undtersassen : Paul Teitschman — Michl Fleckh — Lorencz Fleckh: 8 kr., Handrobath 3 Tag. Püechperg (jetzt Unter-Buchberg) 2 Hüeben (jede Partei) Vs Hueben = I Tagpau, I Wissmad. Leonhardt Khump und Georgl May, hat ain Suppnicza, tregt Vs Füederl Hey. — Jacob Kump — Franncz Göstl und Jacob Ognicz — Mathe Khumps Wittib und Erben : 15 Sch. Für die Robat thuet yeder in diser Supp 25 Schintlpretter geben, und miteinander I Samb zum Hofwein. Mitterpüechperg, I Hueben (jede Partei) 'U Hueben. Leonhardt Khump und Michl Gerle, hat khain Suppnicza — Peter Vogrin und Hannssl Thetman — Barthlme Gerle — Georgl Khump: 15 Sch. Waicz I M. Harreissten 5, Robat 4 Tag. Thuen im Jar I Sambfart. Tschiermoschnitz 3V2 Huebe (jede Partei) V2 Huebe = 1V2 Tagp. 1V2 Wissmad. Ambross Khaps und Plass Henneckhman — Caspar Petsch-auer — Anndre Ramb und Niel Stanitsch — üsterman Zakhl — Urban Petschauer — Simon und Jarne Henigman — Thomas Vienkh und Mathe Ramb: 12 Sch. Robat I Tag. Die annder Robat sein sy zuuerrichten schuldig wie die im Ruesspach. Undter-sassen: Barthlme Per Tänczl 8 kr. — Mathes Zolpe 8 kr. — Michl Henigman 8 kr. — Georg Lackhner 8 kr. — Michl Stancz 7V2 kr. — Georgl Spreiczer 7 */2 kr. — Mathe Jellan 7V2 kr. — Gori Lackhner 7 Vs kr. — Lencz Plisen Wittib 7 '/a kr. — Jacob Wolf 12 kr. und jeder Robat 3 Tag. Mitterdorf, 4 gancze Hueben (jeder Part.) '/2 Hueben = 1V2 Tagp. 1V2 Wissm. Jacob Pticzl, hat ain Suppnicza gibt I Füederl Hey — Thomas Petschauer — Thomas Schgedel — Balthasar Maczeli Wittib und Erben — Urban Püczl — Gregor Schgedel — Thomas Spreiczer — Georg Stanngl: 15 Sch. Robat I Tag. Müessen samentlich die zwen Keller in Schopfenperg und Gradenegg, die Teucht und den Weeg daselbst, so oift es noth thuet, helffen pessern und ir Aufsehen darauf haben. Presauitz, 3 '/2 Hueben (jede Partei) '/* Hueben = IV2 Tagp. und 1V2 Wissm. Caspar Stelczer und Jacob Griss, hat I Suppgründtl, tregt ungefarlich I Fueder Hey. — Pauli und Petter Chrise — Gregor Schneider und Caspar Pedtschauer — Clement Ramb und Am-bross Puczls Erben — Gregor Ramb — Ulrich und Michl Lampe — Jacob Friczen Wittib und Erben: 22V2 Sch. Robat I Tag. Die Kheller müessen sy inmassen die von Mitterdorff pessern und machen helffen. Undtersassen: Steffan Fricz 8 kr. — Simon Schmid 8 kr. ■— Petter Ramb 12 kr. — Mathe Pleye 12 kr., jeder 3 Tag Handtrobat. Ruespach 3 gancze Hueben. Lucas Dulter Vs Hueben = 1V2 Tagp. 1V2 Wissm. 15 Sch., hat ain Suppnicza und tregt I Füederl Hey. — Leonhardt Luschar und Basti Ramb Vs H. = 1V2 Tagpau und 1V2 Wissmad 15 Sch. — Niclass Troye Vs Hueben = I Tagp. und I Heymad 10 Sch. — Paul Troye Vs Hueben = I Tagp. und I Heymad 10 Sch. — Urban Spreiczer '/3 Hueben — I Tagpau und I Heymad 10 Sch. — Mathe Schneider und Peter Panhardt 15 Sch. — Ambross und Jacob Dille V2 Hueben = 1V2 Tagpau und I '/■» Wissm. 15 Sch. In disem Dorf sein sy jarlich und jeder innsunderhait I Tag Holcz zu hackhen schuldig. — Müessen auch auf die Kheller in Schopfen-perg und Gradenegg ir Achtung geben, und im Lesen den Weg zu denselben machen und, so offt es noth thuet, dieselben neben andern innen zuegeordenten Undterthanen pessern und pauen helffen. Undtersassen: Clement Speckh — Ulrich Par: 8 kr., Handt-robath 3 Tag. Ober Wilpach 7< Huebe. Leonhardt Henigman: 30 Sch. Die Robat, wie die von Ruess-bach zulaisten schuldig. Schmückh Püchl bei den Ressn (jetzt Ressen) 1 Hueben (jed. Part.) '/2 Hueben. Michl Striczl und Blass Stanitsch hat khain Supnicza — Jacob Pradtgesell: 15 Sch. Waicz I '/2 M. Die Robat verrichten sy wie die zu Ruesspach, allein das Sy auch auf die zwen Teicht sehen und dieselben pessern müessen. Stockhendorf 3 Hueben (jede Partei) ’/2 Huebe = I Vs Tagp. und 1V2 Wissmad. Peter Spraiczer und Thomas Ramb, hat khain Suppgründtl — Caspar Spraiczer — Ambross Spreiczer —' Urban Khrackhers Erben — Urban und Mathe Fricze — Veitl und Lucas Stelczer: 20 Sch. Muess yeder in disem Fleckhen I Tag Holcz hackhen und die Keller pessern helffen. Payrs-Eben (damals wie jetzt auch Sporeben) 2 gancze Hueben (jede Partei) V2 Hueb = i'/s T. und I Hm. Christan Wrinsskholi, hat khain Suppgründtl — Gregor Lu-schar — Thomas Lusar — Jacob Strüczl und Paul Lisa : 15 Sch. Müessen samentlich 4 Tag Holcz hackhen und auf die zwen Teüch und Keller ir Aufsehen haben wie die zu Ruespach. Lachin (auch wie jetzt Lachina) 3 gancze Hueben (jede Partei) V2 Huebe. Clement Mille, hat khain Suppgründtl — Lucas Stanitsch — Paul Sterbencz — Gregor Herbst ■—• Gregor Piczl und Mathe Schmuczkh — Jarne Roschitsch: 30 Sch. Hirsch V2 M. Robat 4 Tag. Ribnikh 2 gancze Hueben (jede Partei) '/2 Huebe = I'/2 Tagp. und I Wissmad. Leonhardt Jurman hat khain Suppgriindtl — Hannsl Rarnb — Urban Stanitsch — Lucas Striczl: 20 Sch. Thuen miteinander 4 Tag Holz hackhen. Sein auch schuldig auf die Keller zusehen, und da dieselben zupessern vonnötten, allerley Robat darzuthuen. Lackh Pühel (damals auch Logbichl, jetzt Altlagbtichl) I gancze Ilueben (jede Partei) ’/) H. Georg Schneider, hat khain Suppgriindtl — Peter Wolf — Gregor Rambs Wittib und Erben — Anndre Steürers Wittib und Erben: 30 Sch Robat 3 Tag. Tragen mit denen von Taubenprunn 1 Samb Hofwein. Taubenprün I gancze Hueben (jede Partei) '/, Huben. Peter Romar, khain Suppgüetl — Basti Stelczer — Mathe Khreen — Mathe Striczl und Gregor Kalt Eisen: 30 Sch. Robat 3 Tag. Thuen die Sambfart mit den Lackhpüchlern bede dörffer 1 Samb. Ober Taplwerch 3 Hueben (jede Partei) '/■> H. = i‘/2Tag-pau und I Heymad. Peter Gerger, hat ein Suppgüetl, tregt ungeferlich I Fueder Hey. — Leonhardt Maczeli — Michl Schäfler — Simon Ramb — Ambross Khumb — Barthlme Wogner: 15 Sch. Sollen im Jar miteinander 6 Tag Holcz hackhen, sunst sein sy miteinander Robat den Ruespachern gleich. Undter Tablwerch 3 ganncze Hueben (jede Partei) '/2 Huebe = iV2 Tagp. I Wissm. Hanns Gerger, hat khain Suppnicza — Merth und Ambross Petschauer — Thomas Schauer und Walthe Gerger — Paul Wobmer — Larencz Khlaubaussers Erben — Hannse Petschauer: 20 Sch. Robat I Tag. Muessen auch wie andere die zwen Keller pauen und alle gebiirliche Robath laisten. Bey der Alten Saag (jetzt Altsag) 1 Hueben (jed. Part.) 7-2 H. = 7. T. 7. W. Gregor Wüchse — Walthe Wüchse: 24 Sch. I Tag Robat. Sein auch die zwen Keller und den Weeg zumachen schuldig. Khrapflern 2 gancze Hueben (jede Partei) V2 Huebe = 1 '/2 Tagp. und I Heymad. Simon Wobmer und Niclas Wüchse — Andre Pachinger — (derselbe) Andre Pachinger —Ambross Medecz und Gregor Wüchse: 1 2 Sch. Robat 1 'Pag. Muessen auch miteinander die zwen Keller und den Weeg machen helffen. Ober Puechperg I gancze Hueben (jede Partei) 'U Huebe. Merth Schmuckh — Valle Medecz — Jorgl Oberman — Leonhardt Herbst und Simon Teilen: 15 Sch. Waicz 1 M. Har-reissten 5, Robat 4 Tag. Sein schuldig Hofwein zutragen I Samb. Pellan (jetzt Pöllandl) 3 gancze Hueben (jede Partei) ‘/■2 Huebe = IV« Tagp. und I Heimad. Jerne Henigman — Leonhardt Spiler — Ambross Struczl — Michl Henigman und Lucas Fackh — Jacob Plass — Jacob Falckh : 15 Sch. Robat I Tag. Muessen auch auf die zwen Keller ir Achtung haben, und da ettwas daran zupessern vonnötten, alle gebürliche Robat laisten. Undtersassen: Caspar Striczl — Andre Henigman: 8 kr. Robat 3 Tag. Müllen auf Tschermoschniczer Wasser. Georgl Stangl von I Müll 9 Sch., von 1 Sag und Stampf 5 2 7» Sch. — Urban und Hanns Püczl von I Müll 9 Sch. — Jacob Petschauer von 1 Müll 9 Sch. — Jarne und Blass Henigman von I Müll 9 Sch. — Hanns Petschauer von I Müll 9 Sch. — Barthl Playe und Clement Ramb von 1 Müll 9 Sch. — Michl Henigman von I Müll 9 Sch. — Ambross Khaps von I Müll 9 Sch., von 1 Saag 45 Sch. — Paul Lusar und Lucas Lackhner von I Müll 9 Sch. — Gregor Schgedl von 1 Müll im Millprun 9 Sch. — Hanns Püczl von I Mill 9 Sch. — Mathe Lampe von I Müll 9 Sch. — Pangräcz Pliss und Merth Petschauer von 2 Müllen 18 Sch. — Merth Petschauer von 1 Saag 30 Sch. — Ambross Wüchse von I Müll 9 Sch. — Gregor Wüchse von 1 Müll 9 Sch., von I Saag 180 Sch. — Lorencz Säger von 1 Müll 30 Sch. und von I Saag 20 Sch. — Peter Wobmer von 1 Müll 9 Sch. und von I Saag und Ackher dabey 180 Sch. — Simon Mauser von I Müll 9 Sch. — Thomas Vienckh von 1 Müll 30 Sch. — Leonhardt Henigman von I Müll 15 Sch. — Jerne Henigman von I Müll 30 . Sch. .— Balthasar Wüchse von I Müll 30 Sch. Schrigl, 2 gancze Hueben. Mathe Wrinsskheli und Mathe Erkher '/a Huebe; 30 Sch. Robat 1 Tag, hat khain Suppgründtl. — Peter Luschars Erben '/2 H.; 30 Sch. Robat I Tag. — Michl Friczl '/2 H. 30 Sch., Robat 1 Tag. — Blass Khacze und Andre Dille ‘/4 Hueben; 15 Sch. Robath 1 Tag. — Lucas Gregors Wittib und Erben und Andre Dille lU Hueben: 15 Sch. Robat I Tag. Sein schuldig wie anndere die Keller und den Weeg zupessern. Schernprun, 1 gancze Hueben. Paul Wittinger und Barthlme des Paulln Sun */* Hueben: 20 Sch. Robat 2 Tag, hat khain Suppnicza. — Urban des Jure Sun ‘/i Huebe: 20 Sch. Robat 2 Tag. — Mathe Persche und Merth Stanitsch '/2 Huebe: 40 Sch. Robat 4 Tag. Stalltorf, 2 ganze Hueben. Paul Gerger, I gancze Hueben 40 Sch. Waicz 2 M. Robath 6 Tag. — Andre und Hanns Gerger V2 Huebe: 20 Sch. Waicz 1 M. Robat 3 Tag. — Hanns Gerger '/2 Huebe: 20 Sch. Waicz 1 M. Robat 3 Tag. Kletsch 2 Vs Hueben. Leonhardt Spreiczer, hat khain Suppgietl. — Mathe Stelczer — Peter Stelczers Wittib und Erben — Mathe Schgedl und Petter Tscherne (jeder) von ‘/2 Huebe: 30 Sch. Waicz I M. Robat I Tag. — Paul Hass von '/s Huebe 10 Sch. Robat 2 Tag. Sein schuldig die Keller und den Weeg mit anndern iren Nachpern und darzue geordneten in guetten Paw zuhaltten. Ober Mittendorf 2 ganncze Hueben (jede Partei) V2 Huebe. Osswald Kumpe hat khain Suppnicza — Hanss Püczl — Caspar Hofer — Blass Gasse: 15 Sch. Waicz I Hfkm. Robat 4 Tag. Fridt Püchl (jetzt keine Ortschaft, wahrscheinlich Friedensberg) '/* Hueben (jede Partei) */8 Hueben. Georg Spreiczer, hat khain Suppgüetl — Leonhardt Spreiczer — Michl Kesstner — Peter Scheberlin: 20 Sch. Waicz '/2 M. Robath 3 Tag. Feicht Püchl 3/4 Hueben. Mathe Khump, hat khain Suppgrttndtl — Simon Gerger — Paul Mathel: 20 Sch. Robat 3 Tag. Pagerelitz (jetzt Pogorelz) V2 Huebe (jede Partei) ‘/4 H. Georgl Weber oder Ramb — Thomas Steyrer: 15 Sch. Robath 2 Tag. Anmerkungen. 1 Pfandinhaber war damals Georg Freiherr von Thurn, welcher die Herrschaft Gottschee, das Schloss Friedrichstein, die Stadt Gottschee, das Ober-und Unteramt Gottschee, das Amt Rieg, Bergrechte und Zehenten von drei Weingütern, als: «Tobligkh, Gradeneckh und Scheffendorf» in der Herrschaft Möttling, vom Kaiser Maximilian II. laut Urkunde ddto. Landeck, 3. Februar 1570, um 11.000 fl. und 1000 fl. Baugeld gekauft hatte. (M. f. K. 1865 p. 22.) 2 Petacka = 5 kr.-Stück. 3 Mitterdorf hatte keine eigene Pfarre. In diesem Dorfe bestand noch zu Valvasors Zeiten (Valvasor VIII. p. 795) die Filiale «Unser Frauen in Gottschee», welche zur Pfarre Reifnitz gehörte, während wohl damals schon Ober-loschin zur Pfarre Gottschee gehörte. (Valvasor ebendort p. 740.) Der Pfarrer in Gottschee bezog Einkünfte aus der zu jener Zeit herrschaftlichen Wiese bei Windischdorf (jetzt Pfarrsprengel von Mitterdorf). 4 Franz Ursini Graf zu Blagay war Pfandschafter von Gottschee im Jahre 1547* (Valvasor III. p. 198.) Sein gleichnamiger Sohn, der nach seines Vaters Tode Gottschee besass , bittet unterm 13. Jänner 1567 den Erzherzog Karl um Nachlass des dritten Pfenniges und Verwendung desselben zur «Besserung» einer geborstenen Stelle an der Stadtmauer, weil er durch die Türken so viel Schaden gelitten und seine Erbgüter verödet und zerstört seien. (M. f. K. 1864 p. 57.) (Die Urbarsteuer betrug 1603 jährlich iooö fl. und wurde an das Vicedomamt abgeführt [Bericht des Vicedoms Laibach 15. Mai 1603, M. f. K. 1864 p. 57] und scheint auch 1478 ebensoviel betragen zu haben.) (Monumenta habsbürg. p. 892.) Noch in der Urkunde Ferdinand^ II. vom Jahre 1642 (Stadtarchiv Gottschee) wird «die Wiese» des Grafen- Blagay erwähnt. Die Familie war also in Gottschee begütert; sie hatte auch eine Grabstätte in der alten Pfarrkirche, und sind heute noch Grabsteine von Familien gliedern erhalten. 5 Das «alte Reformir Urbar». Post vide unten. 6 Gottschee hatte also einen eigenen Büchsenmeister. Die Stadt war von Natur aus an einem festen Platze gebaut. Sie war von einem förmlichen See umgeben (Bericht des Vicedoms Laibach, 16. Mai 1614) und durch feste Mauern und Thürme verwahrt. Sie hatte wiederholt Kanonen und Pulver vom Landesfürsten erhalten. Zur Erhaltung ihrer Befestigungen wurden vielerlei Mittheilungen des Musealvereines für Krain 1890. 12 Einkünfte verwendet. Die Pfandschafter mussten Beiträge leisten, die Einkünfte der Pfarrkirche wurden, soweit sie nicht für den Gottesdienst nöthig waren, verwendet (Additionalartikel). Erzherzog Karl bewilligte mit Urkunde ddto. Wien, 6. September 1564 eine Brückenmaut in der Stadt — von 1 schw. Pf. von jedem Saum — (Urkunde im Stadtarchiv) und gestattete mit Urkunde vom 6. Juni 1575, dass die Strasse überlegt und durch den «alten Markt» (bei der Pfarrkirche, Wolsegger a. a. O. p. 59 Anm.) geführt, die Pflicht, die Maut zu bezahlen, aber auf eine Viertelmeile Weges — auf den Flecken Zwischlern zu — erweitert werden dürfe, weil dort die meisten Güter ohne Mautentrichtung durchgeführt würden. (M. f. K. 1864 P* 5^*) Die Gerichte Reifnit/., Gott-scliee, Pölland und Kostei hatten über Beschluss der Hauptleute der Grenze vom Jahre 1552 zur Besetzung der Festung Zengg im Nothfalle 300 Büchsenschützen zu stellen. (Dimitz a. a. O. p. 187.) 7 Zu Valvasors Zeiten gieng eine regelmässige Postverbindung von Laibach über Rudolfswert und Möttling nach Karlstadt, welche von der Landschaft unterhalten wurde. Dass dieselbe auch schon früher bestanden hat, ist sehr wahrscheinlich. (Vergl. Dimitz 7. Buch p. 165.) Im Ober- und Unteramte Gottschee war eine Art Postverbindung vorhanden. Drei Unterthanen im Dorfe Moschwald trugen Kundschaften und Briefe nach Reifnitz und Seisenberg. Von Gottschee aus lassen sich zwei weitere Verbindungen beobachten. Die eine geht über Katzendorf, Graflinden und Pölland. (Es gieng unzweifelhaft dort die eine Strasse an die Kulpa, resp. Weinitz, führte also über Zwischlern an der Nordostseite von Gottschee vorbei. Vide Anmerkung 6.) Auf dieser Strecke waren zur Beförderung von Briefen verpflichtet: Die Unterthanen von Katzendorf nach Gottschee und Pölland «oder sonst, wo man sie schickt», dann die Untersassen von Graflinden und die Unterthanen von Deutschau; die andere gieng von Gottschee (über Katzendorf), Neufriesach, Nesselthal in die Weingebirge, also nach Möttling. Diese Verbindung war besonders stark, weil es heisst, dass die Unterthanen von Neufriesach fast alle Tage zweimal Briefe tragen mussten. Es ist daher wohl möglich, dass man auf dieser Route die regelmässige Post — soweit man etwa damals von einer solchen sprechen kann — zu erreichen suchte. 8 Das Schloss . Friedrichstein wurde erbaut um 1422 bis 1425 vom Grafen Friedrich von Cilli. Im Streite dieses Grafen mit seinem Vater Hermann II. wegen dessen zweiter Gemahlin Veronica Desinze wurde es von dem ob dieser Ehe seines Sohnes erbitterten Grafen Hermann zerstört, nach der bald darauf erfolgten Aussöhnung beider aber wieder aufgebaut. Nach dem Aussterben der Cillier 1456 kam es zugleich mit der Herrschaft Gottschee an das Haus Habsburg und wurde von einem Pfleger verwaltet. Als solcher erscheint im Jahre 1478 Siegmund Piers, welcher im genannten Jahre durch den Kaiser Friedrich III. «zum Bau und Ausbessern» des Schlosses 300 Pfund Pfennige erhielt. (Monumenta habsb. III. p. 893.) Zu diesem Schlosse gehörte auch das kaiserliche Landgericht in der Gottschee (vide unten), welches aber nach der Erbauung der Stadt Gottscbee in die Stadt verlegt wurde. Das Schloss diente als Signalstation und Zufluchtsort der Unterthanen bei den häufigen Einfällen der Türken, und wurde deshalb darauf gesehen, dass es leicht zugänglich und in gutem Bauzustande erhalten blieb. Um das Schloss herum waren Felder und Wiesen, deren Bearbeitung den Unterthanen des Amtes Rieg oblag. Erst vor etwa 15 Jahren wurden die Wiesen mit Nadelholzbäumen bepflanzt. Im Schlosse selbst war eine Kapelle, «St. Johannis Enthauptung» genannt , in welcher dreimal im Jahre von einem Geistlichen aus Gottschee die hl. Messe gelesen wurde. (Valvasor III. p. 204.) Der schöne Altar aus Marmor neben dem Eingänge links in unserer Pfarrkirche soll aus dieser Kapelle stammen. Ob das Schloss der in Valvasor enthaltenen Zeichnung ähnlich war, kann man nicht wissen; heute sind nurmehr ganz unansehnliche Mauerreste erhalten, welche keinen Schluss auf den Grundriss des Baues gestatten. Schon zu Valvasors Zeiten war das Schloss nicht mehr bewohnt und war nur ein Thorhüter droben. (Vergl. Radies, M. f. K. 1862 p. 8.) Nach dem ersten Einfalle der Türken in Gottschee 1469, bei welcher Gelegenheit der Markt in der Gottschee, der jenseits der Rinsche bei der alten Pfarrkirche stand, sammt der wahrscheinlich 1339, spätestens aber 1363 erbauten Pfarrkirche verbrannte (Wolsegger a. a. O. p. 58 ff.), wurde über Befehl des Kaisers Friedrich III. (Urkunde vom Jahre 1471, abgedruckt Wolsegger a. a. O. p. 58) der Ort in die Rinscheniederung verlegt und die Stadt in einen durch Natur und Kunst hergestellten See hineingebaut, so dass diese eine sehr starke Festung wurde. Die Stadt erhjelt einen Burgfrieden von sehr bedeutender Ausdehnung, dessen Grenzen im wesentlichen heute noch giltig sind, grosse Freiheiten, Richter und Rath, wodurch also die Bürger in erster Instanz von der Gerichtsbarkeit des Pflegers von Friedrichstein eximirt wurden. In der Stadt wurde auch ein Amtshaus für die Herrschaft Gottschee gebaut, welches in den Urkunden von dieser Zeit ab und auch im Urbar erwähnt wird. Wahrscheinlich ist es dieses Amtshaus, welches der Vicedom Philipp Kobenzl von Prosegg in seinem Berichte an die niederösterreichische Regierung vom 15. Mai 1603 und das durch den furchtbaren Brand vom Jahre 1596 mit der Stadt «zerstörte Schloss» nennt. (M. f. K. 1874 p. 57 ff. Vergl. Parapat, Letopis 1874 p. 85 ff.) Im Jahre 1478, 30. März, wurde nun das kaiserliche Landgericht in der Gottschee, «welches zum Schlosse Friedrichstein gehört», vom Kaiser Friedrich III. an den genannten Siegmund Piers bis auf Widerruf gegen ein jährliches Bestandgeld von 32 ungarischen Ducaten Gulden überlassen. (Monu-menta habsb. II. p. 893.) Ob damals auch die Stadt verpfändet wurde, ist nicht wahrscheinlich, jedoch möglich, weil der Kaiser seine Einkünfte aus dieser Stadt nicht einbringen konnte. In einem Briefe an den Richter und Rath in der Gottschee vom 2. März 1478 (Monumenta habsb. II. p. 892) beklagt sich nämlich der Kaiser, dass die Gottscheer sich geweigert, «den An- stand unserer Nutz und Rent» auch «der hewrigen Nutz» in einer Summe von 1700 fl. zu geben, vielmehr das kaiserliche Mahnschreiben verlacht und verspottet hätten. Der Kaiser droht nun, den Bürgern «unser Landgericht in der Gottschee zu nehmen und einen andern zu lassen», der dann die Schuldigkeit schon einbringen würde. (Auffallend ist hier der Ausdruck «unser Landgericht in der Gottschee». In seiner Urkunde vom Jahre 1471 sagt der Kaiser nicht, dass er den Bürgern von Gottschee «das Landgericht in der Gottschee» übergeben habe. Gemeint ist also sicher das städtische Gericht im Gegensätze zu dem, welches zum Friedrichsteine gehörte. Spricht doch der Kaiser in der genannten Urkunde von «unserer Stadt Gottschee» und «unsern Bürgern daselbst in der Gottschee».) Wahrscheinlich ist dies deshalb nicht, weil die nachfolgenden Landesfürsten die Privilegien Friedrichs III. einfach bestätigten. (Solcher Bestätigungen sind erhalten abschriftlich in einer Urkunde Ferdinands III. ddto. Wien, 27. Juni 1642: von Maximilian I. 1493, König Ferdinand I. 12. März 1528, Erzherzog Karl 5. April 1567, Erzherzog Ferdinand, nachmals Kaiser Ferdinand II. 17. Februar 1597, Ferdinand III. in der genannten Originalurkunde, dann im Original vom Kaiser Leopold I. vom 10. Mai 1661, Josef I. 21. September 1707, Maria Theresia 4. Februar 1749, Josef II. 22. November 17S4 und Franz II. 5. September 1794.) Valvasor sagt, dass die Stadt Gottschee bis zu seiner Zeit landesfürstlich gewesen, obwohl die Herrschaft verkauft worden war. (Valvasor III. p. 199.) Die Einkünfte aus der Stadt wurden jedoch zugleich mit denen der Herrschaft Gottschee von der frühesten Zeit an gemeinsam verpfändet. Maximilian I. verkaufte nämlich, wie es scheint, schon 1493 (Parapat ebendort p. 83) mit Kaufbrief vom 3. Februar 1507 an Jörg Freiherrn von Thurn für 12.000 fl. rh. Schloss Friedrichstein sammt der Stadt Gottschee, die zwei Aemter (Ober- und Unteramt) Gottschee, das Amt Rieg, Bergrechte und Zehenten von drei Weingärten, als: «Toblikh, Gradenekh und Scheflenberg in der Grafschaft Möttling», auf Wiederkauf nach 16 Jahren. (M. f. Iv. 1865 p. 12.) Dagegen verpflichtet sich Jörg Thurn mit Revers vom 3. März 1507, auf Schloss Friedrichstein, Stadt Gottschee und das Amthaus daselbst 1000 fl. rh. nach Inhalt des Kaufbriefes binnen 16 Jahren zu verbauen. Das ist jener Jörg von Thurn, der 1515 von den aufrührerischen Bauern erschlagen wurde. Seine Witwe Helena, eine geborene Gräfin Frankopan, heiratete später den Vicedom von Cilli, Caspar Herbst, und wurde am 17. December 1521 die Ablösung des Schlosses Friedrichstein und Gottschee um weitere vier Jahre und am 18. Jänner 1527 für den Gemahl der Anna, Enkelin des Grafen Georg Thurn, für Johann Ungnad auf zwei Jahre verlängert. (M. f. Steiermark III. p. 208 und 212.) Dieser Johann Ungnad gab das nöthige Geld zur «Befestigung» von Gottschee, welche auf Befehl des Kaisers Ferdinand I. ddto. Innsbruck, I3ten Jänner 1533 vorgenommen wurde. (Mucbar, Geschichte Steiermarks VIII. p. 362.) Nach dem Jahre 1547 besass «Comitatum» (?) Gottschee Franz Ursini Graf zu Blagay und nach ihm sein gleichnamiger Sohn. (Vide Anin. 4.) Aber schon im Jahre 1569 ist ein gewisser Hanns Schweiger als lutherischer Prediger in Laibach bekannt, der früher Pfleger des Grafen Herbard von Auersperg in Gottschee und Tschernembl gewesen, so dass also vor dieser Zeit die Herrschaft auch im Besitze des genannten Auersperg gewesen sein wird. (M. f. K. 1864 p. 2.) Vom Kaiser Maximilian II. kaufte nun laut der in der Anm. I citirten Urkunde ddto. 3. Februar 157° ein Jörg Freiherr von Thum die Herrschaft, und dass dieser zur Zeit, als unser Urbar angelegt wurde, Pfandinhaber der in der genannten Urkunde angegebenen Stadt und Herrschaft gewesen, bezeugt auch das Urbar in recht launigerWeise. (Vide «Gerichts Pidmark», Schlussatz.) Der Vollständigkeit wegen füge ich die nun folgenden Pfandinhaber hier bei. Wann hernach die Herrschaft wiederum an die Grafen von Blagay gekommen ist, kann ich nicht angeben. Nach Valvasor III. p. 198 soll dieselbe Niclas V. Ursini an den Herrn Johann Jakob Khysel verkauft haben im Jahre 1619. Dagegen gibt Parapat nach einer Auersperg’schen Urkunde, die er nicht näher bezeichnet, aber eingesehen zu haben behauptet, das Jahr 1618 an, in welchem Jahre Khysel Stadt und Herrschaft von der fürstlichen Kammer gekauft haben soll. (A. a. O. p. 86.) Während dieser Zeit waren öftere Streitigkeiten zwischen den Pfand-schaftern und der Stadt vorgefallen; so sah sich König Ferdinand von Böhmen und Ungarn ddto. Wien, 5- März 1528, bemüssiget, den Bürgern den Fischfang auf der Rinsche neuerdings zu bestätigen und den Inhabern der Herrschaft Friedrichstein und Gottschee ausdrücklich zu verbieten, die Bürger in Ausübung dieses Rechtes zu behindern. Im Jahre 1546 hatte der Landesfürst dem «Stättl», weil es in unfruchtbarer Gegend gelegen, in beständiger Feindes-gefalir sei und keine «Handtierung treibe», einen Wochenmarkt bewilligt und bedroht jede Störung desselben mit 10 Mark lothigen Goldes für jeden, «so oft er es thue» (vergleiche dazu: «Urbar Standtgelt»), die Hälfte in die fürstliche Kammer, die andere Hälfte an die Bürgerschaft in der Gottschee. Von der Brückenmaut wurde schon oben gesprochen. Endlich im Jahre 1614 wurde, um allen Stieitigkeiten ein Ende zu machen, durch zwei fürstliche Commissarien, nämlich durch Andre Zigelfest und Zacharias Tänzer, die Berainung des städtischen Burgfriedens vorgenommen. (Urkunde im Stadtarchiv.) Sicher ist, dass vom Jahre 1619 ab Johann Jakob Khysel die Herrschaft besass. Wir finden nämlich, dass im Jahre 1621, 8. Juni, die innerösterreichische Kammer dem Vicedomamtsverwalter Johann Posarelli eröffnet, dass dem kaiserl, Rathe etc. Hanns Jakob Khysel die zweite Instanz im Gerichte Gottschee auf Lebenszeit verliehen worden sei, wie aus der Verschreibungsabschrift ersichtlich. Diese, ddto. Wien, 5. Juni 1621, bezeugt, dass die Herrschaft mit An- und Zugehör dem Khysel in Kauf überlassen wurde, dabei jedoch die durch den Vicedom ausgeübte Gerichtsbarkeit Vorbehalten. Dieser Hanns Jakob Khysel wurde im Jahre 1623 in den Grafenstand erhoben und erhielt das Prädicat Graf von Gottschee, dabei erhielt Stadt und Land den Titel einer Grafschaft. (Valvasor III. p. 198.) Auffallend hierbei ist, dass schon Graf Niclas Ursini Graf von Blagay, wie oben angegeben, im Schrannenprotokoll 1600 als Besitzer des «Comitatum Gottscheeviae» angegeben wird, und dass die Aufschrift auf unserem Urbar, und zwar auf dem Einbanddeckel (der allerdings in einer späteren Zeit aufgeklebt worden sein mag), Gottschee als Grafschaft bezeichnet. Endlich verkaufte Bartholomäus Graf Khysel die Grafschaft im Jahre 1641 an den Grafen Wolf Engelbrecht von Auersperg, von welchem sie dessen Bruder Johann Weichart erbte, welcher am 17. September 1653 in den Reichsfürstenstand erhoben wurde. Seit dieser Zeit blieb die Herrschaft im Besitze der Grafen von Auersperg und Gottschee und der Fürsten von Auersperg, und wurde im Jahre 1791 zum Herzogthume erhoben, als welche sie die Fürsten zu Auersperg, Herzoge von Gottschee, bis heute besitzen. Die Stadt Gottschee wurde aber laut Verordnung vom 30. September 1667 dem Grafen Wolf Engelbrecht von Auersperg, Grafen von Gottschee, für sich und seine Nachkommen als Eigenthum geschenkt, sine onere feudali, jedoch behielt sich der Landesfürst die höchste Gerichtsbarkeit, das Besatzungsrecht in Feindesgefahr und die landesfürstlichen Contributionen und Umlagen vor. Dagegen hatte der Graf die Stadt ohne landesfürstliche Beisteuer zu «erheben» und zu erhalten, und wurden auch den Bürgern ihre 1661 neuerdings bestätigten kaiserlichen und landesfürstlichen Privilegien und Freiheiten gelassen. (M. f. K. 1864.) Das Schloss in Gottschee wurde vom Fürsten Johann Weichart von Auersperg erbaut und zeugt heute noch, obwohl es im Laufe der Jahre Öfters abgebrannt ist, im wesentlichen die von Valvasor angegebene Gestalt. 9 Der Einbruch der Türken in Gottschee pflegte zu geschehen von Weinitz oder Kostei aus. Beide Orte waren stark befestigt. Die dazwischen liegenden Gottscheer Orte: Fliegendorf und Unter-Skrill waren ungedeckt und werden daher im Urbar als «unsicher» bezeichnet. Zum Schutze des Landes wurden umfassende Vorbereitungen getroffen. Im Gottscheer Lande selbst war, wie es scheint, ein ständiger Wachposten. Auf dem Spacha, einer Bergkuppe bei Pröribel, befand sich eine Kreutfeuer-Station. Nach Elze, M. f. K. 1865 p. 99, wurden an solchen Punkten Blockhäuser (Skrathäuser) errichtet und mit zwei bis drei Mann als Wachen besetzt. Diese hatten darauf zu sehen, dass die Kreutfeuer vorbereitet waren und zur rechten Zeit angezündet wurden. Daneben mussten aber auch die Wege abgegangen werden. Zur Erhaltung dieses Kreutfeuers auf dem Spacha, das von besonderer Wichtigkeit war, weil man von diesem Berge aus weit nach Kroatien hinuntersieht und der Berg auch in Krain weithin gesehen werden kann, waren die Unterthanen in Deutschau und Pröribel verpflichtet, dagegen hatten die Unterthanen und Untersassen von Graflinden die Aufgabe, die Patrouillengänge, und letztere noch die Aufgabe, die Briefbeförderung und Botengänge zu verrichten. Vom Spacha (Auslug) aus, wo eventuell das Feuersignal vom Schlosse Pölland etc. abgenommen wurde, gieng eine Signalkette über Friedrichstein, St. Anna bei Reifnitz, Ortenegg, Auersperg am Latschnig und Sonneck auf das Schloss Laibach, den Mittelpunkt der Landesverteidigung. Ein weiterer sehr wichtiger Punkt mit einem Kreutfeuer war auf dem St. Petersberge bei Oberwarmberg (St. Peter in monte, Pfarre Seisenberg) gehörte aber nicht mehr zur Herrschaft Gottschee. Wie wenig jedoch die beiden festen Schlösser, Kostei und Pölland, das Land schützen konnten, geht daraus hervor, dass im Jahre 1531 in der Herrschaft Ivostel oberhalb Pölland nur fünf besetzte Huben anzutreffen waren und dass Pölland fast menschenleer war. Beide Fierrschaften wurden mit Uskoken besetzt. (Schumi, Archiv, II. Bd. p. 183 ff.) Auch in Ossiunitz solle «nahent gar alles verderbt» gewesen sein, so dass man es mit Uskoken besetzte. Das Gleiche war 1548 in Alben der Fall. Von dort zogen die Uskoken aber- nach kurzer Zeit wieder ab. (Schluss folgt.) Kleinere Mittheilungen Kämpfe krain. Adeliger gegen die Yenetianer in Istrien. Seit der Thronbesteigung König Ludwigs I. von Ungarn (1342 bis 1382) war den Venetianern ein mächtiger und gefährlicher Feind für ihre Besitzungen in Dalmatien entstanden. In der ersten Zeit seiner Regierung hatte er jedoch mit näher liegenden Angelegenheiten (Beschwichtigung des Aufstandes in Siebenbürgen, Vergleich mit dem Wallachenfürsten Bazard, Zug nach Neapel zur Sühnung des Mordes seines Bruders Andreas) vollauf zu thun und unterstützte daher nur moralisch die natürlichen Gegner der stolzen Republik, nämlich den Patriarchen von Aquileja und den Grafen von Görz. Natürlich sah sich auch Venedig seinerseits um Bundesgenossen um, und es fehlte nicht an deutschen Rittern, die gerne in den Kriegsdienst der reichen Kaufleute eintraten. So wissen wir, dass der Graf von Ortenburg («Ortemburgh»), der ausgedehnte Besitzungen in Unterkrain, also nicht weit vom venetianischen Istrien, hatte, schon im Mai 1335 den Venetianern seine Kriegsdienste angelragen hatte. (Monumenta Slavorum meridionalium, tomus II.) Die Venetianer scheinen aber damals sein Anerbieten nicht angenommen zu haben, wenigstens finden wir die Ortenburger in der Folgezeit immer im Bunde mit den Feinden Venedigs. Im Jahre 1343 brach zwischen dem Görzer Grafen Albert IV. und den Venetianern ein Krieg wegen des Besitzes von S. Lorenzo del Pasinatico (Pasenatico) in Istrien aus. In diesem Kriege waren Bundesgenossen des Görzer Grafen: Hans (Anzel, Angelus) Pisanter, Gallus und Gallucius, alle drei aus «Postoina» (Adelsberg). Diese verwüsteten furchtbar die venetianischen Besitzungen in Istrien und brachten ihren Unterthanen (besonders den Capodistrianern) solche Schäden bei, dass die genannten Adelsberger bei dem am 21. August 1344 abgeschlossenen Frieden aus- drücklich davon ausgenommen und als offene Feinde Venedigs erklärt wurden. (De Franceschi, L’ Istria p. 178.) 1346, am 20. Mai, beklagen sich die Venetianer darüber, dass der Patriarch von Aquileja, der Graf von Görz, dann die Grafen von Ortenburg im Einverständnisse mit dem Könige von Ungarn die venetianischen Besitzungen in Istrien belästigen. Der Senat beschloss, zum Patriarchen Gesandte zu schicken und ihn zum Frieden zu ermahnen, widrigenfalls ihm mit Repressalien gedroht wird. Mit den Grafen von Görz, Ortenburg und Pettau beschloss man aber, freundlich zu verfahren, ebenso sollen die Gesandten mit Anzel de Postoina in der ihnen am passendsten scheinenden Weise verhandeln. Bei den Grafen von Duino («Doyno») und Pettau, die in Venedig ein Anlehen zu bekommen gesucht hatten, sollen die Gesandten den Senat entschuldigen, dass er wegen zu grossen Kriegsauslagen ihrem Wunsche nicht entsprechen könne. (Monumenta Slavorum meridionalium II. p. 347 bis 350.) Im März 1347 erfuhr der Senat schon wieder, dass Jancil (Hans) di Postoina einen Plünderungszug ins venetianische Istrien beabsichtige. Der Senat schickte gleich einen geschickten Gesandten ab, um zu untersuchen, was an der Sache Wahres sei und um allenfalls den Adelsberger von seinem gefassten Plane abzubringen. (De Franceschi o. c. p. 180.) Im Jahre 1356 endlich begann König Ludwig I. seinen ersten offenen Krieg mit Venedig wegen des Besitzes von Dalmatien, und zwar im Bunde mit dem Patriarchen von Aquileja und dem Grafen von Görz. Ausserdem verschaffte sich König Ludwig noch folgende Bundesgenossen: Anzel di Stayn (Stein in Oberkrain?), Anzel di Postoina und Colenzio de Laymbacho (Laibach). Auch waren alle Einwohner des Karstes bereit, gegen die Venetianer aufzustehen. (Monumenta Slavorum meridionalium III. p. 310.) Als sich die Republik von allen Seiten mit Feinden umgeben sah, wagte sie einen verzweifelten Schritt. Sie liess nämlich durch ihren Bürgermeister von Montona, Rainer Da Mosto, mit dem gefürchteten Collenzius aus Laibach unterhandeln und ihm einen grösseren Sold anbieten, wenn er mit seiner ganzen Schar in den Dienst der Republik treten würde. Collenzius gieng wirklich darauf ein, und im venetianischen Archive (T. XV. 1. p. 170) hat sich folgende Nachricht aus dem Jahre 1357 erhalten: «Assumpti fuerunt ad stipendia et servitia Venetiarum quidam Collenzius cum postis triginta. Antedicte gentes et quilibet gentium hujusmodi teneantur et debeant guerrizare regem Hungariae, comitatus Pisini (gehörte damals den Görzern), Patriarchatum Aquilegiensem, Angelum de Stayn, Angejum de Postoine, omnes Car so s ac omnes et singolos seguaces, complices et adherentes regis Hungariae in Istria, Foro-iulio et ubique locorum preciperit eis potestas Mothone (Montona), vel alius qui pro dominio esset.» (Monumenta Slavorum meridio-nalium III. p. 360 bis 361.) Bald jedoch verliess Collenzius die Sache der Venetianer und kämpfte wieder für König Ludwig. Im Vereine mit Anzel de Stayn sammelte er 1359 seine Truppen (Fussvolk und Reiterei) bei Castel-nuovo, um damit ins venetianische Istrien einzubrechen. Unterm 18. Mai 1359 schrieb Peter Delfino, Hauptmann der istrianischen Landwehr, aus Umago an den Dogen von Venedig, dass Collenzius die Festung Pietrapelosa zu überrumpeln gedachte und dass er fast die auf Jagd ausgerittenen venetianischen Befehlshaber gefangen genommen hätte. Den ganzen Sommer über verursachte Collenzius den Vene-tianern sehr viel Schaden. Er zerstörte die Strassen auf venetiani-schem Gebiete, brach die Brücken ab, raubte die Unterthanen aus und nahm den venetianischen Adeligen Marco Belegno verräthe-risch gefangen. Deswegen schrieb der venetianische Senat am 11. November 1359 eine Taglie auf seinen Kopf aus, nämlich 1500 Lire wurden demjenigen versprochen, der ihn lebendig und 1000 Lire dem, der ihn todt überliefern würde. (De F'ranceschi, L’Istria p. 195.) Es ist anzunehmen, dass Collenzius infolge dessen Istrien verliess und sich einem andern Herrn verdingte, da König Ludwig schon im Jahre 1358 mit den Venetianern einen Waffenstillstand abgeschlossen hatte. Gutenegg (Gotenich) m Tschitscherboden. Valvasor (Ehre des Herzogthums Krain XI. p. 245) weiss vom Schlosse Gutenegg sehr wenig zu erzählen und ergeht sich lieber in etymologischen Deutungen dieses Namens. Allein diese sind ihm, wie gewöhnlich, gänzlich misslungen, denn wer wird ihm glauben, dass der Name soviel als «Ende (Ecke) alles Guten» bedeute, da gleich hinter Gutenegg der unwirtliche Karstboden beginne. Auf eine andere Ableitung dieses Namens scheint eine lückenhafte Abschrift des Capitelarchivs zu Udine (Schumi, Urkunden-und Regestenbuch des Herzogthums Krain p. 197) hinzudeuten, indem sie sagt, dass das Schloss «Gotenych» in contrata de Gotys (Göttis) erbaut wurde. Durch diesen Zusatz wird man gezwungen, an die Gothen zu denken, welche zwar auch auf der Strasse Fiume-Triest nach Italien gezogen sind, aber gewiss nicht die Gründung des Schlosses veranlassten. Ich finde auf der Specialkarte in der unmittelbarsten Nähe der Schlossruine Gutenegg (südlich vom innerkrainischen Zemon) einen Bach Gutnik (ergiesst sich in die Molja und durch diese in die Reka), der an der Bergkuppe Stragutnik (579 m, nördlich von Jelšane) entspringt. Ich halte das u in diesen beiden Namen für ein o, welches nach Innerkrainer Weise als uo ausgesprochen wird, und das t für die deutsche Aussprachsweise des slovenischen d, so dass der Name eigentlich Godnik richtig lauten müsste. Solche eigene Namen (Familiennamen) kommen auf dem Karst sehr häufig vor, und auch die Herren von Gutenegg schrieben sich im Jahre 1395 erwiesenermassen: Gwodnikar oder Gvothnicar. (Codex diplo-maticus istrianus.) Dies aber schliesst natürlich die Behauptung nicht aus, dass jemals die ganze Gegend «Godnik — contrata de Gotys» hiess. Noch im Jahre 1365 wird das Schloss in lateinischen Urkunden Gotnik genannt. Die Ruine Gutenegg liegt auf einem 570 m hohen Hügel südwestlich vom Dorfe Zabiče, fast knapp an der krainischen Grenze und nicht weit vom Reka-Ursprunge im Dleto-Walde. Der Weg vom Dorfe Zabiče führt einige 15 Minuten bergauf, dann 10 Minuten eben über eine kleine Fläche bis zu einem Wassergraben und schliesslich noch 10 Minuten über eine steile, mit Bäumen bewachsene Bergwiese. Auf einem schlechten Karrenwege kann man auch um den Hügel herum bis zur Ruine gelangen. Davor liegt der Burggraben, der mit Schutt und Ziegelsteinen angefüllt ist. Schon zu Valvasors Zeiten war Gutenegg eine Ruine, wie man aus dem betreffenden Kupferstiche ersehen kann, und jetzt ragen nur noch 4 bis 5 m hohe Umfassungsmauern empor. Das Volk nennt diese Ruinen Stari grad und erzählt sich manche Geschichten davon, so z. B. dass einmal ein Bauernmädchen in einem Zimmer des einstigen Schlosses eine mit Gold beschlagene Kiste fand, die voll Geld war. Als aber auf ihre Meldung hin Leute aus dem Dorfe sich an Ort und Stelle begaben, fanden sie keine Spur mehr davon. In den Zeiten der Türkeneinfälle soll das Schloss Gutenegg so stark besetzt gewesen sein, dass sich die Christenfeinde nie in die Nähe desselben wagten, wenn deren nicht wenigstens 300 beisammen waren. Das Schloss Gutenegg erbaute eigenmächtig ein gewisser Winterus de Pis in o. Da aber dasselbe auf dem Gebiete des Patriarchen von Aquileja stand, so wurde Winter vom Patriarchen Gregor nach Cividale citirt und musste am 7. Juni 1258 geloben, die in 14 Tagen zu fällende Entscheidung des Patriarchen, ob dasselbe stehen bleiben oder niedergerissen werden soll, abzuwarten. Zur Bekräftigung seines Versprechens musste Winter die Dörfer St. Viti (St. Veit in Fiume), Adowach (Castua?) und Postech, die er als rechtliche Lehen von der Kirche trug, dem Patriarchen übergeben. (Schumi o. c. p. 198.) Wie die Entscheidung des Patriarchen ausfiel, wissen wir nicht. Gewiss ist es aber, dass die Burg nicht mehr niedergerissen wurde. Winter selbst kommt noch zweimal als Zeuge der Görzer Grafen (in Pisino weilend) vor, nämlich 1261 als «Wintherus de Guteneke» und 1265 als «Vinterus de Guoteneck». Sein Sohn hiess Wlvinus de Goteneck und kommt im Jahre 1283 bei der Abschliessung des Bündnisses zwischen dem Patriarchen und dem Grafen von Görz gegen Venedig als Zeuge vor. So hat Winter von Pisino die Dynastie der Gutenegger gegründet. Diese waren Dienstmannen der Grafen von Duino, denen der Patriarch von Aquileja den ganzen Karst (lateinisch «Carsia», zwi-chen dem Isonzo, der Wippach, dem Nanos, Schneeberg, Monte Maggiore und dem Fiumaner Meerbusen), mit Ausnahme von Schwarzenegg und Castelnuovo, als Allodium überlassen hatte. Die Gutenegger verwalteten von ihrer Burg aus den ganzen östlichen Theil von Istrien, nämlich die ganze Pfarre Jelsane, von Pasijak angefangen bis an die kroatische Grenze; ferner Fiume, Volosca, Lovrana und Moscenice. Auch die Umgebung von Illyrisch-Feistritz gehörte zum Amtsbezirke Gutenegg, desgleichen die unter dem Orljak liegenden Tschitschendörfer Mune und ¿ejane. Ulvius’ Sohn hiess Gottfried von Goteneck, der im Jahre 1308 als Zeuge bei der Aussöhnung Hugo’s von Duino mit dem Görzer Grafen Heinrich vorkommt. 1366 war ein Gothe-nicher Freund der venetianischen Republik und half ihr, 500 Mann an der kroatischen Küste gegen die Rebellen von Kreta anwerben. Dieser Gothenecher war wahrscheinlich identisch mit jenem Philipp von Gutenegg, der mit seinem Lehensherrn Hugo VI. von Duino in einen Streit wegen des Eigenthumsrechtes auf die Burg Gutenegg gerieth. Der Görzer Graf Albrecht vermittelte in dieser Sache und bewog am 21. Januar 1367 Philipp zu Prem, sein Erbrecht und seinen Anspruch auf den dritten Theil der Burg Gutenegg an Hugo von Duino abzutreten. (Pichler, II Castello di Duino p. 192.) Dies bewog wahrscheinlich den Gutenegger, sich um ein anderes Gut umzusehen und erhielt auch wirklich im Jahre 1395 (■) vom Kaiser Sigismund das erledigte Schloss Wachsenstein am Ostrande des Cepicer Sees in der Pfarre Kozljak, daher auch das Schloss manchmal «Kozljak» (Cosliaco) genannt wird. In seinem Alter bedachte Philipp Gwodnikar die Kirche der h. Jungfrau «am See» (am Südrande des Cepicer Sees) mit mehreren Aeckern, und, seinem Beispiele folgend, erbauten seine Söhne, die Brüder Nicolaus und Hermann Gwodnikar, ein kleines, dem h. Petrus geweihtes Eremitenkloster am See, worin jetzt der Förster des der-maligen Gutsherrn zu wohnen pflegt. (Istrien, historisch-geographischstatistische Darstellung, Triest 1863, p. 250.)' Mit dem Stiftungsbriefe vom 7. November 1395 verleibten sie die Kirche mit ihren vermehrten Pfründen dem Kloster ein, welches den Paulianern nach der Regel des h. Augustin übergeben wurde und bis zum Jahre 1783 fortexistirte. (De Franceschi, L’Istria p. 259 und 378.) Schon im angeführten Stiftungsbriefe nennen sich die zwei Brüder: «Gvothnicar, appellati de Castro Waxenstain». Im Jahre 1422 nahmen aber die Brüder Johann und Georg definitiv das Prädicat «Wachsensteiner» an, und dieser Name blieb der Familie bis zu ihrem Aussterben im Jahre 1560. Von ihr erwarben das Schloss Wachsenstein die Grafen Barbo. (Valvasor o. c. XI. p. 625.) Wem die Duinoten die Burg Gutenegg nach dem Jahre 1367 anvertraut hatten, ist uns aus der Geschichte nicht bekannt. Nach ihrem Aussterben 1399 gieng auch Gutenegg an ihre Erben, die Grafen Walsee, über. (Dass die Görzer Grafen je Gutenegg besessen hätten, ist eine irrige, auf Baucer basirtnde Meinung Czörnigs, Görz-Gradisca p. 626.) Als sich die Brüder Reinprecht und Wolf- 190 gang Walsee im Jahre 1464 ihre Güter theilten, behielt letzterer Gutenegg mit seinem ganzen Bezirke bis Fiume und Moscenice. Als er aber schon im darauf folgenden Jahre starb, vermachte eiserne Besitzungen dem Kaiser Friedrich III. So kam Gutenegg an das Haus Habsburg und wurde zum Lande Kram geschlagen. Unter Kaiser Maximilian wurde aber der Kreis Fiume errichtet und zu ihm auch Gutenegg mit seinem ganzen Bezirke geschlagen. So verlor Gutenegg viel von seiner einstigen Bedeutung. Nur als eine feste Burg gegen die mordenden und brennenden Türken behielt es noch seine Wichtigkeit und wurde zu einer der bedeutendsten Beobachtungsstationen für türkische Bewegungen. Im Jahre 1553 wurden zu Clana und Guten-ekh 30 Fussoldaten als türkische Wache unterhalten. Das war gewiss der am weitesten gegen Nordwesten vorgeschobene Posten. Eine Quelle bei der Ruine Gutenegg heisst noch immer «Turek» und die Gegend herum «Turkova skulja». In privatrechtlicher Beziehung war auch Gutenegg (wahrscheinlich durch die kaiserliche Verleihung) an die Grafen Barbo gekommen. Von ihnen kam es an die Stemberg, dann an die D efinis und von diesen durch Heirat an die Freiherren Laz-zarini. (Valvasor o. c. p. 245.) Wann die Burg zerstört wurde oder von selbst zerfiel, ist nicht bekannt. Gewiss hat sie im Uskokenkriege des Jahres 1612, als von Venetianern gemietete Corsen das ganze östliche Istrien plünderten und zerstörten, viel gelitten. (De Franceschi o. c p. 3 1 o.) Nach der Verödung Guteneggs erbauten die Lazzarini, welche im ganzen Bezirke und auch in Fiume Gerichtsinhaber waren, nicht weit von der Ruine Stari grad ein neues Schloss, welches vom Volke Boben oder bobenska grajseina 1 genannt wird. Dieses Schloss sammt dem dazugehörigen Grundcomplexe (über 1000 Joch) verkauften die Lazzarini im Jahre 1807 um 40.000 fl. an den Herrn Zambelli de Petris aus Veglia. Von dieser Familie kam das Gut Gutenegg durch Kauf (um 18.000 fl.) im Jahre 1881 an den Herrn Fischer, den Pächter des nachbarlichen Gutes J a b 1 a n i c a im Kocanathale, südlich von Illyrisch-Feistritz. ' Vergleiche damit die Ortsnamen Buban, bubanski laz, südwestlich von Prem. Neihans-CastelniioYO am Karste. Bekanntlich führte schon zu Römerzeiten eine der wichtigsten Heeresstrassen von Aquileja aus über den Badeort Fons Timavi und die Stationen: Avesica, Ad mal um, Ad titulos nach Tersaticum = Tersatto bei Fiume. Nach den Distanzangaben der Itinerarien musste die Station «Ad malum» beim gegenwärtigen Orte Gradišče, 7'/2 km nordwestlich von Castelnuovo, gestanden haben. Dort in der Nähe (vielleicht bei Obrovo) kreuzte sich mit der erwähnten Heeresstrasse eine secundäre, aus dem Innern Istriens kommende, über Pinguente, St. Martin, Vodice und Golac führende Strasse, welche dann über Pregarje, Prem und Grafenbrunn nach Alten markt und der Japodenhauptstadt Me-tullum setzte. Diese Strasse führt noch heutzutage im Volksmunde den Namen «Stara cesta». (Cfr. Mittheilungen der Centralcommission 1880 p. XXI.) Die Grenze zwischen Istrien und Japodien bildete im Alterthume die in gerader Linie von Triest gegen Volosca verlaufende Scheidewand, die durch die Erhebungen Slavnik (1029 ni), Razsušica (1084 m), Sabnik (1024 tri), Gomila (1037 m), Orl jak (1106 m) und Sija (1234 m) markirt ist und an deren Südwestseite die Hochlandsstufe «Tschitscher-Boden» (450 bis 700 m) sich hinstreckt. Die istrische Binnenlandstrasse überschritt diese Grenze beim 764 m hohen- Passe Velika vrata, westlich von Castelnuovo. Es ist gewiss, dass die Römer hier eine Grenzbefestigung angelegt hatten, denn die Gegend daneben (in südwestlicher Richtung) heisst noch jetzt «Rimič», und nach der Versicherung De Franceschi’s (L’Istria p. 270) fand man dortselbst römische Münzen, Mosaikböden und Ziegelsteinschutt. An derselben Stelle, beim Dorfe Golac, entstand im frühen Mittelalter die Burg Carstberg (Carsperch), welches den Görzer Grafen als Inhabern der Grafschaft Istrien (Pisino) gehörte. Schumi (Urkunden- und Regestenbuch p. 332) ist im unklaren, ob er diese Burg nach Friaul oder auf den Karst versetzen soll, und doch weiss schon Valvasor zu erzählen (Ehre des Herzogthums Krain XI. p. 337), dass es «auf einem anmuthigen, hohen und zugespitzten Berge bei Golac unweit Mahrenfels lag». Schon zu seiner Zeit waren nur wenige Spuren davon vorhanden, der Schlossgraben war aber noch gut kenntlich. Nach De Franceschi (o. c.) kann man jetzt noch seine Ruinen und den Brunnen sehen. Die Görzer verliehen Carstberg ihren Vasallen, die sich nach der Burg nannten und schrieben. So begegnen wir schon um 1215 einem Chunradus de Carsperch. (Schumi o. c. p. 21.) Im Jahre 1269 lesen wir von einem Henricus de Carsperch, der Emma, die Schwester des Edlen «Magnardus de Sneperch» (Schneeberg), geheiratet hatte. Er kaufte von Heinrich von Cerno-mel 3V2 Huben zu Kal (bei St. Peter?) aus der Mitgift seiner Frau. Da er aber mit ihr keine Kinder hatte, noch welche zu bekommen hoffte, so übergab er sie dem Meinhard von Schneeberg, welcher dann am 7. Juli vom Patriarchen damit belehnt wurde. (Schumi p. 301 bis 302.) Um das Jahr 1280 soll nach Valvasor Carstberg den Herren Borsa d’argento übergeben worden sein, welches Geschlecht sich in die Familien Carstberg, Neuhaus (Castelnuovo) und Cerno-melj verzweigt haben soll. Ein gewisser Winter (nach Valvasor: «Je Bintero», vielleicht «Ser Bintero») von «Borsa d’argento», Herr von Carstberg, soll im Jahre 1313 das Schloss Castelnuovo erbaut haben, und seitdem verfiel Carstberg immer mehr. Die Vene-tianer stellten jedoch im Jahre 1492 die Befestigungen am Velika vrata-Passe wieder her, um dadurch Istrien vor einer türkischen Invasion zu schützen. Castelnuovo, der Nachfolger Carstbergs, ist jedoch viel älter, als man aus der Erzählung Valvasors entnimmt. Denn nach Kandier (Annali deli’ Istria) soll schon Heinrich IV. im Jahre 1067 dem Freisinger Bischof Besitzungen auf dem königlichen Boden zu P i r i a n und N i w e n b u r g geschenkt haben. « Pirian » ist nur verschrieben für Pirpan oder Pirpam (Birnbaum), und wir wissen, dass in den bischöflichen Acten von Triest die uralte Pfarre Hrušica, nördlich von Castelnuovo, immer mit diesem Namen bezeichnet wurde. (Cfr. Marsich, Regesti dell’ archivio capitolare, Archeografo triestino.) In diesem Sinne ist Schumi’s Urkundenbuch p. 324 zu corrigiren. Wenn aber auch Händlers Angabe eine irrige sein sollte, so steht es jedoch ausser jedem Zweifel, dass Castelnuovo schon in der zweiten Hälfte des XIII. Jahrhundertes gestanden hat. Damals hat nämlich der Görzer Graf Albert dem Aquilejer Hochstifte sehr viele Schäden zugefügt. In die Enge getrieben, musste er an einen Vergleich mit dem Patriarchen denken, und schon im Jahre 1267 verbürgte er seine Unterwerfung unter das Urtheil der Schiedsrichter durch die Schlösser Görz und Carsperch. (Font. rer. Austriac. I. 2.p. 87.) Der Ausgleich mit dem Patriarchen kam jedoch erst 1281 zustande, und im Punkte 8 desselben wurde bestimmt, dass «die Burg Carsberch je nach dem Willen des Patriarchen entweder fortbestehen oder niedergerissen werden soll. Das von den Görzern neu erbaute Castrum novum apud Cerolach (Ce-rovlje) soll aus Gnade des Patriarchen an Stelle des Carsberches weiter bestehen.» (Archeografo Triestino XII. p. 57.) Das neue Schloss Castelnuovo wurde am Abhange des Berges Gromada (678 tn) südöstlich von Hrušica erbaut. Dessen Ruine führt im Volksmunde wie gewöhnlich den Namen «Stari grad». Nach Valvasor soll jener Winter von Carstberg nach Erbauung des neuen Schlosses den Namen «Bintero di Castelnuovo oder Neuhaus» angenommen haben. Unter den Zeugen des XIV. Jahr-hundertes kommt auch ein Bursa de Neuhaus vor. (Czörnig, Görz-Gradisca p. 656.) Diese Familie hat sich später sehr verbreitet, nannte sich' auch Neuhaus von Neukofel (= Na školju, bei Škofije an der Reka), siedelte sich dann in Görz (wo sie San Mauro bei Salcano besass) und Cormons an und starb erst in unserem Jahrhunderte aus. Der erste geschichtlich bekannte Burgherr von Castelnuovo hiess A mal er ich (Amarlico). Diesem gab der Görzer Graf Heinrich im Jahre 1314 «eine Schar roher Kerle», die mit ihrem gleich rohen Herrn die Ruhe und die Ausübung christlicher Liebe in jenen Gegenden störte. (Manzano, Annali del Friauli.) Natürlich muss man das so verstehen, dass die Burgherren von Castelnuovo die Ausbreitung der venetianischen Herrschaft in Istrien zu verhindern und den Handel von Capodistria wegzuziehen suchten. Das Gebiet von Castelnuovo war sehr ausgedehnt. Im Jahre 1320 verliehen die Görzer Grafen den Herren von Castelnuovo auch die Orte Geloiz (Jelovice, südwestlich von Golac), V o d i c e und Pradem. Diese gehörten eigentlich zur Herrschaft Raspo (Razpor, verdeutscht: Raczpurg oder Rassburg, östlich von Pin-guente), die wir im Jahre 1358 mit Castelnuovo, 1510 aber mit der Herrschaft S. Servolo (slovenisch Strmec) vereiniget finden. Ja, Raspo war damals sogar eine wichtigere Burg als Castelnuovo selbst. Raspo betrachteten die Venetianer als den Schlüssel von Mitthpilungen des Museal Vereines für Krain 1890. 13 Istrien: «Clavis totius Histrie», und als sie es in ihre Hände bekamen, machten sie es zum Sitze ihrer Landwehr in Istrien. Die Görzer Grafen hatten also den ganzen Tschitscherboden bis zur Stufe Slavnik (1029 m), Sbevnica (1014 tnj und Sokolič (756 ni) zur Herrschaft Castelnuovo geschlagen. Dazu gehörte zweifelsohne auch Poljane (südwestlich von Castelnuovo), da diese Orte noch bis zum Jahre 1814 zur Grafschaft Görz gehörten. Die damalige Grenze zwischen den görzischen und duinotischen Besitzungen verlief so ziemlich längs der jetzigen Eisenbahnlinie Feistritz-Sapiane. Im Norden von Castelnuovo gehörte zu dieser Herrschaft die Gemeinde Ostrožno brdo (bis zum Rekaflusse), welche ebenfalls bis zum Jahre 1814 zu Görz gehörte. Ja, auch die ganze Herrschaft Schwarzenegg (östlich von Rodik), welche erst später selbständig wurde, dürfte ursprünglich zum Bezirke Castelnuovo gehört haben, dieser umfasste daher im Nordwesten noch die Gemeinden Sežana, Povir und Divača. Nach Errichtung eines selbständigen Amtes in Schwarzenegg reichte der Bezirk Castelnuovo im Norden nur bis zur jetzigen istrisch-görzischen Grenze. Gegen Westen erstreckte sich das Gebiet von Castelnuovo bis zur jetzigen Bezirkshauptmannschaftsgrenze zwischen Capodistria und Volosca. Zeitweise war jedoch auch der selbständige Bezirk S. Servolo (mit Fünfenberg) mit dem Amte in Castelnuovo verbunden. Winters von Neuhaus («Guinteri de Castro novo») Sohn hiess Nicolussius. Dieser wurde am 27. August 1336 in der Schlacht bei Br au lins als Parteigänger des Görzer Grafen gefangen genommen, jedoch gleich darauf gegen Erlegung einer Caution freigelassen. (Archeografo Triestino XIV. p. 56 bis 57.) Dieser Nico-lussio that sich auch im Kriege zwischen dem Görzer Grafen Meinhard und dem Patriarchen Nicolaus von Böhmen, 1352 bis 1355, hervor. Um den Grafen wirksamer bekämpfen zu können, nahm der Patriarch einen Söldnerhauptmann, Johann von Stain oder Stayngenberg (?) auf und schickte ihn auf die Burg Raspo: Von hier aus unternahm er Streifzüge in das Gebiet der Görzer Grafen und nahm ihnen sowohl als auch dem Nicolussio von Neuhaus viele Dörfer weg. Als aber der Patriarch mit dem Grafen am 22. September 1355 den Frieden schloss, liess er alle gefangen gehaltenen Parteimänner des Grafen in Freiheit setzen und verpflichtete Johann von Stayngenberg, dem Görzer Grafen die ihm gehörige Hälfte der Burg Raspo und alle sowohl ihm als seinen Vasallen (darunter namentlich Nicolussio) abgenommenen Dörfer zurückzustellen. Daraufhin verliess der Söldnerhauptmann Johann Raspo und gieng «in Svabiam in servicium domini ducis Austrie». (De Franceschi, L’Istria p. 188.) Im Jahre 1358 gab Meinhard von Görz seiner Schwester Elisabeth, verheiratet an den Grafen Georg von Krbava, als Mitgift die Herrschaften Raspo und Castelnuovo am Karst. Als der Graf Georg Miene machte, diese Herrschaften in die Hände der Venetianer zu spielen, löste sie Graf Meinhard um 1360 wieder aus. Damals waren die Görzer Grafen als Verbündete des Königs Ludwig von Ungarn in einen Krieg mit Venedig verwickelt. Sie zogen aus dem ganzen Karstgebiete ein Heer bei Gastelnuovo zusammen, wozu auch Galone de Stayn, Colenzio deLaym-bacho und Angelo di Postoina mit ihren Scharen gestossen waren, und wollten damit das den Venetianern gehörige Pietra-pelosa (östlich von Portoie) überrumpeln. Allein dies gelang nicht, die Venetianer schlossen Frieden mit König Ludwig und nahmen 1394 sogar Raspo dem Görzer Grafen weg und dehnten so ihren Besitz bis V o d i c e aus. Dies ereignete sich in folgender Weise. Die Brüder Meinhard und Johann Meinhard von Görz hatten ihrer Schwester Anna, die an den Grafen Johann Frangipan von Veglia, Zengg und Modrus verheiratet war, die .Herrschaft Raspurch um 10.000 Ducaten und die Herrschaft Castelnuovo um 8000 Ducaten auf Rechnung ihrer Ausstattung verpfändet. Nach dem Tode ihres Mannes gerieth die Gräfin Anna in Schulden und musste selbst ihren Silberschmuck in Venedig versetzen. Um sich aus ihrer Geld-noth zu helfen, schickte sie gegen Ende 1393 im Einverständnis mit ihrem Sohne Nicolaus zwei Gesandte mit dem Anträge nach Venedig, dass sie bereit sei, ihre Schlösser Raspurch und Castelnuovo den Venetianern zu verpfänden. Unterm 29. December erkannte der Senat die Wichtigkeit der Lage dieser Schlösser und dass insbesondere «Raspurch est talis et in tali loco situatum, quod dici potest clavis tocius Istriae, per quem salvabuntur et custo-dientur omnia loca a rapinis et latrocinibus solitis, ita quod multum faceret pro nobis et bono ac quiete statu illarum partium habere, specialiter ipsum locum, quia contrata melius habitabitur et cultiva-bitur cum notabili comodo terrae nostrae et illarum partium Istriae». 13' Aus diesem Grunde beschloss der Senat, mit der Gräfin wegen Pfändnahme beider Schlösser oder wenigstens Raspurchs zu unterhandeln und zu diesem Zwecke 10.000 Ducaten für beide oder auch für Raspurch allein zu verausgaben. Infolge dessen wurde am 4. Januar 1394 zu Venedig zwischen dem Dogen und der Gräfin Anna der Vertrag abgeschlossen, wornach die venetianische Regierung der Gräfin Anna sogleich 4000 Ducaten zur Auslösung ihrer versetzten Schmucksachen lieh und ihr noch 6000 Ducaten nach der Uebergabe von Raspurch in Zengg auszuzahlen versprach. Dahingegen versprachen die Bevollmächtigten der Gräfin im Vertrage, das Schloss «Raspurch, situm in partibus Chersorum (= Car-sorum) cum ómnibus et singulis edificiis, fortiliciis, villis, territoriis, pertinentiis, juribus et jurisdictionibus ac redditibus, usufructibus et proventibus ad ipsum castrum spectantibus et pertinentibus (ommissis) dare et concederé domino Duci». Gleichzeitig aber versprach der Doge feierlich den Bevollmächtigten der Gräfin, dass er und seine Regierung das Schloss Raspurch sammt Zugehör demjenigen zurückstellen werde, wer immer von den rechtmässigen Erben der Gräfin Anna, entweder bei ihren Lebzeiten oder nach ihrem Tode, und im Falle alle ihre rechtmässigen Erben oder Erbeserben ausstürben, entweder ihre Brüder Heinrich und Johann Meinhard oder ihre rechtmässigen Erben, die geliehenen Ducaten zurückzahlen würde. (Monumenta spectantia historiam Slavorum meridionalium IV. p. 320 bis 323.) Wahrscheinlich auf Betreibung der Görzer Grafen, vielleicht auch der Habsburger, die kurz vorher die Grafschaft Pisino von den Görzern geerbt hatten und ihre neue Erwerbung von den übrigen Erbländern abgeschnitten sahen, verlangte die Gräfin schon 1395 die verpfändete Herrschaft Raspurch gegen Rückerstattung der geliehenen Summe zurück. Der Senat stutzte darüber, dass die Gräfin das Pfand so schnell zurückverlange, nachdem er fest überzeugt gewesen war, dass die Gräfin die versetzte Herrschaft «usque ad máximum tempus non redimeret», daher hatte der Senat alle seine Grenzen in Istrien von Soldaten und anderen nothwen-digen Vertheidigungsmitteln entblösst, dann liess er in Raspurch auch mehrere merkliche Ausbesserungen zur Herstellung einer Wohnung für seinen Rector, den er auf zwei Jahre nach Raspurch geschickt hatte, anbringen, auch erwuchsen ihm mehrere Unkosten aus der Anschaffung von Unterkünften für seine Söldner, die er nach Raspurch und in andere Orte geschickt hatte. Aber trotz alledem zeigte sich der Senat bereit, der Gräfin innerhalb eines billig und ehrlich bestimmten Termines die Herrschaft zurückzustellen, «infra quem nos possumus reducere et reguläre paysina-ticos (d. h. die Landesvertheidigungsmiliz, slovenisch «krajine») nostros et ipsos fulcire gentibus et aliis oportunis», und bis sie sich auch wegen einer neuen Burg, die sie zur Sicherstellung ihrer Besitzungen von Grund aus erbauen wollten, umgesehen haben werden. Der Senat bat die Gräfin, sie möge ihm hierzu einen Termin bestimmen und nach Ablauf desselben das Lösegeld bereit halten. Gleichzeitig trug der Senat seinem Capitän von Raspurch und demjenigen von Capodistria auf, sie sollen die dortige Gegend gut auskundschaften und einen Ort ausfindig machen, wo man irgend eine Befestigung erbauen könnte, unter gleichzeitiger Vorlage des betreffenden Kostenausweises. 6. Mai 1395 schrieb der Senat seinem Gesandten bei der Gräfin in Zengg, er solle durch seine Weisheit und Gewandtheit bewirken, dass die Gräfin so lange als möglich den Vene-tianern Raspurch als Pfand belassen möchte, «ad minus usque ad complementum rectoris nostri» (d. h. bis zum Ablaufe der Dienstzeit des Rectors). Der Senat wäre sogar bereit, die am letzten Georgitage fällig gewordenen Einkünfte der Herrschaft der Gräfin zu überlassen, falls sie dieses verlangen würde; nur das, was dem Rector als seine Besoldung versprochen wurde, muss von den gedachten Einkünften abgezogen werden. (Monumenta etc. IV. p. 342 bis 345.) Der Gesandte der Republik führte seinen Auftrag gut aus, indem sich die Gräfin bereit erklärte (im Mai 1395), Raspurch den Venetianern noch auf drei Jahre überlassen zu wollen -— vom nächsten 1. Juli angefangen — vorausgesetzt, dass ihre Brüder, die Görzer Grafen, ihre Zustimmung dazu geben würden, wenn man ihr nur die Einkünfte der Herrschaft im voraus ausbezahlen wollte. Sie sei bereit, dem Rector aus diesen Einkünften das nöthige Holz, Heu und die ihm gebürende Anzahl Eier zu überlassen, und dazu gab der Senat seine Zustimmung am 27. Mai 1395 (o. c. p. 348). Auch die Görzer Grafen boten der Republik durch ihren Capitän von Latisana Raspurch an, und da die Venetianer keinen geeigneteren Ort zur Erbauung einer Befestigung ausfindig machen konnten, so waren sie bereit, bis 15.000 Ducaten den Görzern anzubieten, wenn diese ihnen Raspurch und Castelnuovo wenigstens auf acht Jahre als Pfand überlassen wollten (o. c. p. 391 bis 392). Von einer weitern Verhandlung der Görzer Grafen mit Venedig hören wir nichts mehr. Wohl aber bot die Gräfin Anna am 5. Januar 1397 den Venetianern ihre Herrschaft Castelnuovo um 300oDucaten an. Ja, sie bat sogar den Senat flehentlich um ein Darlehen von 3000 Ducaten auf Castelnuovo, aber aus unbekannten Gründen erfolglos. Dagegen aber wissen wir, dass Raspo weder von den Frangipans noch von den Görzer Grafen ausgelöst wurde, sondern dass das Schloss sammt Gebiet bis zum Jahre 1797 im Besitze der Venetianer blieb. Diese machten es zu einer Grenzfestung ersten Ranges und brachten dort die ganze istrianische Landwehr unter. Zu den Befestigungsarbeiten mussten sogar Capodistria und Muggia die nöthigen Arbeiter beistellen. (De Franceschi p. 249.) Castelnuovo fiel nach dem Tode der Gräfin Anna wieder den Görzer Grafen zu. Im Jahre 1426 versetzte Graf Heinrich die ganze Herrschaft um 2000 Ducaten der Stadtgemeinde von Triest, wodurch diese den ganzen südkrainischen und ostistrischen Handel an sich zu ziehen gedachte. Damals war aber die Herrschaft Schwarzenegg vom Gebiete von Castelnuovo schon getrennt und hatte ein eigenes Amt. Triest schickte nach Castelnuovo einen eigenen Capitän zur Uebernahme der Regierung ab. (De Franceschi p. 248.) Von den Triestinern übernahm die Herrschaft Castelnuovo entweder der Kaiser Friedrich III. selbst oder aber seine portugiesische Gemahlin Eleonora, welche Pfandinhaberin der Herrschaft Pisino war und im Jahre 1461 einem Adeligen ihres Gefolges, Finez, die Herrschaft Castelnuovo (nebst Piemonte) «ad dies vitae» schenkte. (De Franceschi p. 255.) Als im Jahre 1463 in Triest eine Revolution zu Gunsten der Venetianer ausgebrochen war, bemächtigten sich diese nicht nur der Stadt, sondern auch der ganzen Umgebung, darunter auch Castelnuovo’s. Die kaiserlichen Truppen entrissen jedoch alles Gewonnene den Venetianern wieder, und in dem durch Vermittlung des Papstes Pius II. (gewesenen Bischofs von Triest) zu Venedig abgeschlossenen Frieden mussten sie definitiv auf S. Servolo und Castelnuovo verzichten. Nur zur Zeit der Türkeneinfälle während der letzten Decennien des XV. Jahrhundertes suchten die Venetianer auch in Castelnuovo ihre Befestigungen zu errichten. (De Franceschi p. 264 bis 265.) Gegen Ende des XV. Jahrhundertes war Wolfgang Elacher (Edlacher, eine einheimische, am Karst begüterte Familie) Hauptmann in Castelnuovo. (Pichler o. c. p. 278.) Die Venetianer nützten, wie in Friaul, so auch auf dem Karste die schwache Regierung des letzten Görzer Grafen Leonhard aus und betrachteten sich schon als Herren seiner Hinterlassenschaft, die ihnen nach ihrer Meinung ja von selbst zufallen musste. Im Juli 1499 befestigte der Bürgermeister von Capodistria Domenico von Malipiero Golac («Golam») und schickte eine venetianische Besatzung nach Castelnuovo, an deren Spitze der Capodistrianer Damiano Tarsia als Hauptmann stand. Dieser meldete im Juli 1499 nach Venedig, dass sich die Türken dem Karste nähern und ihren gewöhnlichen Weg nach Friaul einzuschlagen gedenken, nämlich von Grobnik nach Klana (10 Miglien ä j'85 km), dann nach Castelnuovo (15 M.), S. Marco (= Matarija, 8 M.), S. Anzolo (= S. Daniel, 22 M.), Görz (15 M.) und Udine (25 M.). Infolge dessen wurden längs der ganzen Linie (auch in Monfalcone und Gradišča) Wachen aufgestellt, die durch Anzündung von Kreutfeuern das Herannahen des Erbfeindes des Christenthums bekanntgeben mussten. Im September avisirte der Capitän von Raspo, dass die Türken schon vor Modruš stehen und auf den Karst und in Friaul einzufallen gedenken. • Am 26. September waren sie schon in Los (Loče?), zogen dann durch den Wald (bei Hrpelje-Klanec?), übernachteten zu Cinqueville (Fünfenberg?) und fielen dann raubend und plündernd in Friaul ein. (M. Sanudo, Rapporti della republica Veneta coi Slavi meridionali, Arkiv za povjestnicu jugoslavensku, VI. p. 90.) Ende April 1500 wurden schon wiederum Türken avisirt, die in Friaul einzufallen gedachten. Damals lagen in Raspo 20 Mann venetianischer Besatzung, welche, statt auf dem einsamen Schlosse zu sitzen, lieber nach Castelnuovo abziehen wollten, um so der Hauptpassage näher zu sein (Ende Juli o. c. p. n7). Am 11. Juli 1501 war wiederum ganz Venedig in Aufruhr wegen einer Meldung des Statthalters von Friaul, die Türken seien schon in Castelnuovo (o. c. p. 217). Als im Jahre 1508 der erste venetianische Krieg ausbrach, eroberten die Venetianer in kurzer Zeit den ganzen österreichischen Karst bis Adelsberg und Fiume. Auch Castelnuovo fiel in ihre Hände. Aber die Kaiserlichen ermahnten sich bald, der Laibacher Bischof Christoph Raubar organisirte einen allgemeinen Aufstand gegen die Yenetianer, und nach seinen Verfügungen säuberte der kroatische Held Christoph Frangipan, der nachmalige Hauptmann der «Carsia», in kurzer Zeit den ganzen Karst von den Feinden. Am 29. September 1509 eroberte er mit Hilfe der Triestiner Freiwilligenschar Castelnuovo, bald darauf Raspo und Pisino und durchzog mit 500 Reitern plündernd fast ganz Istrien. Der Krieg dauerte mit abwechselndem Glücke auch in den nächsten Jahren fort, und im Jahre 1511 gelang es dem Damiano Tarsia, Pfandinhaber des Dorfes Dobillane (Dane?), sich wieder Castelnuovo’s zu bemächtigen. Die Venetianer verliehen es der adeligen Familie Govardi aus Capodistria. (De Franceschi p. 285.) Kurze Zeit jedoch dauerte die Freude der Venetianer, denn schon 1512 finden wir Castelnuovo wieder im Besitze Frangipans, der bis zum Jahre 1525 Pfandinhaber der Herrschaft Castelnuovo blieb. Am 5. Juni 1514 wurde Frangipan vor Marano gefangen genommen und zuerst in Venedig und dann in Mailand gefangen gehalten, bis er am 14. October 1519 von dorten entwich und zuerst nach Duino, dann aber in das viel sicherere Castelnuovo sich flüchtete. Im Februar des Jahres 1520 wurde er auch zum Capitän von Raspo ernannt und Ende 1520 zum General-Capitän von Gradišča und Marano gemacht, so dass die Bewachung der ganzen langen Grenze gegen Venedig in seine Hand gelegt wurde. Als Grenzhauptmann siedelte er in den Dörfern Mune und Žejane vertriebene Unter-thanen «aus Crabathen» an. Ihre Wohnplätze und Grundstücke gehörten früher zur Herrschaft Raspo, also den Venetianern. Frangipan nahm jedoch dieses Schloss ein und zerstörte es, das Gebiet jenseits des Gebirgszuges aber siedelte er mit Kroaten an. (Biedermann, Neuere slavische Siedelungep auf süddeutschem Boden.) Im Jahre 1521 wurde der Friede mit den Venetianern auf Grundlage des «uti possedetis» abgeschlossen, und so blieb auch Castelnuovo bei Oesterreich. Christoph Frangipans Nachfolger im Besitze der Herrschaften Adelsberg und Castelnuovo wurde durch die Verleihung des Erzherzogs Ferdinand ddto. Innsbruck, 3. April 1525, der General der kroatischen Grenze, Niklas Jurišič. (Oester-reichisches Gedenkbuch, Bd. XXI., Bl. 283. — Innerösterreichisches Hofkammer-Archiv vom August 1575, Z. 74.) Da jedoch die Grenzen nicht genau bestimmt waren, so gab es fortwährende Reibungen zwischen den beiderseitigen Unterthanen, bis endlich 1533 ein eigenes Schiedsgericht in Trient die Angelegenheit ordnete. Hier- nach blieb Castelnuovo zwar bei Oesterreich, jedoch wurde die dortige Jurisdiction dem venetianischen Unterthanen Jacob Govardi unter österreichischer Oberhoheit eingeräumt. (Czörnig p. 734.) Die Govardi wirtschafteten jedoch arg im Castelnuovanischen. Die Brüder Darius und Julius sowie ihr Vetter Rupert belästigten durch mehrere Jahre ihre Unterthanen durch Raub, Plünderung und Mord, erwiesen sich dem Landesfürsten ungehorsam und widerspenstig, indem sie immer auf den venetianischen Hinterhalt bauten und auf eine venetianische Occupation hofften. Sie erhielten auch im Verborgenen von der Republik Soldaten und Munition. Deswegen beklagten sich die Stände von Krain gegen die Govardi bei König Ferdinand, und dieser liess sie durch Dr. Johann Bapt. Pacholeb wegen ihres Ungehorsams und Frevelns vor die innerösterreichische Regierung citiren. Sie erschienen aber nicht, und der Triester Hauptmann Jacob Raunach erhielt den Befehl, «ex primo Decreto» gegen sie zu verfahren. Als aber alles nichts half, liess der König dem Raunach und Mathias Kholl, Pfleger zu Schwarzenegg, geheime Weisungen zukommen, das Schloss Castelnuovo anzugreifen und es mit allen Mitteln erobern zu suchen. Diese führten den Auftrag auch aus und nahmen mit einer «ziemlichen» Mannschaft um die Mittagszeit des 30. December 1550 das Schloss ein, nachdem es noch kurz vorher venetianischerseits mit Heu und Proviant gut versehen worden. Die Brüder Darius und Julius wurden sammt den Ihrigen in die Gefangenschaft abgefuhrt. Man brachte sie aufs Laibacher Schloss, wo sie verhört wurden. Was dann mit ihnen geschehen ist, weiss man nicht. Kholl blieb als Hauptmann in Castelnuovo zurück, und als solcher verlangte er von der Laibacher Regierung zur bessern Instandsetzung des Schlosses Waffen und Munition. Zu dem Zwecke erhielt er zwei Centner Büchsenpulver, eine Platte Blei .mit 164 Pfund, zehn Thiirspiesseisen und zwei Centner Eisen. Darüber wurde dem Könige Bericht erstattet. Dieser aber entschloss sich, das Schloss demoliren zu lassen, was am 9. und 10. April 1551 auch wirklich geschah, so dass das Schloss sehr ruinirt wurde. Später wurde es jedoch wieder ausgebessert. (Valvasor XI. p. 358.) Auch im zweiten venetianischen Kriege(16 15 bis 1617) spielte Castelnuovo eine wichtige Rolle, da es zum Angriffspunkte des venetianischen Proveditors Paolo Tiepolo ausersehen war. Er durchstreifte das Gebiet von S. Servolo, konnte aber im Castel- nuovanischen nichts ausrichten. Nur sein Hauptmann Scipione Verzi schlug Ende 1616 eine Schar Bauern aus Golac, welche am Rande des Tschitscherbodens erschienen waren und Miene machten, ins Gebiet von Pinguente einzufallen. (De Franceschi p. 320 bis 328.) Um das Jahr 1620 kaufte sich der Edle Benvenuto VI. von Petazzi die Herrschaft Castelnuovo vom König Ferdinand II., und als er im Jahre 1628 in den Grafenstand erhoben wurde, nahm er das Prädicat von Castelnuovo und S. Servolo1 an. Ergab das Schloss in Bestand dem Pupillo Marenzi, der dann ein neues Schloss, Mahrensfeld in Odolina bei Materija, erbaute. Im Jahre 1685 hat Benvenuto VII. die Herrschaft von den Marenzi wieder eingelöst. (Valvasor 1. c.) Vor dem Jahre 1690 hatten die Petazzi ihre Herrschaften Castelnuovo und S. Servolo der hohen Fiscal-Kammer in Graz verkauft. Die Kammer gab sie sammt der Grafschaft Pisino 1708 (als Tausch für die Murinsel und Cakathurn) an den geheimen Rath des Kaisers Josef I., den Markgrafen Herkules Turinetti de Prié und Pancalieri, der seinen neuen Besitz durch den Triestiner Daniel Calo verwalten liess. Am 1. September 1766 verkaufte aber der Markgraf Prié seinen ganzen istrischen Besitz um 240.000 fl. an die Markgrafen Montecuccoli aus Modena, welche ihn (mit Ausnahme der im Jahre 1848 abgelösten Gründe) noch jetzt innehaben. (De Franceschi p. 399.) 1 Zur Herrschaft S. Servolo (slovenisch Sacerb am Berge Strmec) gehörten folgende Dörfer: S. Servolo, Prebenek, Kastelec, Črnotič, Podgorje, Petrinja, Prešnica, Brgot, Klanec (mit einem eigenen Schlosse, denn 1526 kommt ein Herr Heinrich von Clainz vor), Očizla und Beka. Mit dieser Herrschaft vereinigten die Montecuccoli auch das obere Rossandrathal (Kačja dolina) mit dem Schlosse Fiinfenberg oder Vinchenberg (slovenisch Robida), welches an Stelle des schon im X. Jahrhunderte bestehenden Moccö, Mochö, Muchou, Michow (Mohov grad), östlich von Boršt, getreten war. Dieses Schloss war die östliche Grenzwarte des 'Priester Gebietes und kam 1382 an die Herzoge von Oesterreich. Um die übermüthigen Triestiner zu zähmen, schlug Herzog Ernst 1414 Moccö sammt Umgebung zu Krain, 1463 übergab der Befehlshaber Nicolaus Golob verrätherischerweise das Schloss den Venetianern, welche daraufhin auch S. Servolo und Castelnuovo eroberten. 1508 kam auch Moccö in die Hände der Venetianer, wurde aber 1511 zurückerobert. Da aber die Triestiner fürchteten, das Schloss könnte neuerdings von den Venetianern überrumpelt werden, so zerstörten sie es selber im October 15 n. Aus seinen Ruinen wurde später Fiinfenberg erbaut. Infolge der neuen Organisirung des Küstenlandes und der neuen Grenzbestimmung vom Jahre 1814 wurde der ganze ehemalige Bezirk von Castelnuovo zu Istrien geschlagen und nur das zur Grafschaft Görz gerechnete Ostrožno brdo wurde dem Lande Krain einverleibt. Ueberdies wurde die Kreisgrenze von der Karlo vica bis zur Razsušica so gezogen, dass der grössere westliche Theil des Bezirkes zum Kreise Triest, der kleinere östliche (mit Castelnuovo selbst) aber zum Kreise Fiume geschlagen wurde. Als aber im Jahre 1848 das «Illyrische Königreich» aufgelöst und eine neue Eintheilung der Bezirke vorgenommen wurde, wurde auch der Bezirk Castelnuovo fast genau in seinem alten Umfange (mit Ausnahme Raspo’s und des Tschitscherbodens) als Gerichtsbezirk erneuert und mit der Bezirkshauptmannschaft Volosca vereinigt. Prof. S. Rutar. Die Baumkirchersage in Krain. Anlässig der gelegentlichen Erwähnung des bekannten, lange Zeit irrthümlich als «steierischen Helden» gefeierten Baumkircher machte dem Unterzeichneten der Octavaner- A. Zdešar die Mittheilung, dass sich in seiner Heimat bei Horjul in der Umgebung Laibachs eine Sage über diese geschichtliche Persönlichkeit erhalten habe, die noch' im Gedächtnisse der älteren Dorfbewohner lebendig sei. Der Aufforderung um Aufzeichnung dieser Sage entsprach der Genannte in dankenswerter Weise und lieferte eine solche in nachfolgender Fassung, welche die Erzählung eines dort ansässigen alten Mannes möglichst treu wiedergibt. «Vorzeiten übte das Herrenrecht über die Bauern aus der Umgebung von Horjul und Verzdenec (Schönbrunn) ein mächtiger Graf Namens Andreas Baumkircher. Er war ein grausamer Herr für seine Unterthanen. Er und seine Knechte unterdrückten ohne Rücksicht den armen Landmann, der sich selbstverständlich nicht zu helfen vermochte. Vergeblich waren alle Bitten, wirkungslos die Thränen des Bauers. Als die Unterdrückten sahen, dass alles umsonst sei, giengen sie zum Kaiser, um dort Schutz gegen den harten Grafen zu suchen. Der Kaiser war den Bauern gewogen und gab ihnen das Recht, den Grafen tödten zu dürfen, falls sie ihn einmal nach dem Ave-Maria-Läuten ausserhalb seines Schlosses finden sollten. Die Lage der Unterthanen des Grafen wurde jedoch nur noch schlimmer. Während des Tages fand Baumkircher seine Freude daran, wenn er sah, wie die Landleute in der grössten Hitze mit Peitschenhieben zur Arbeit angetrieben wurden, den Abend aber verjubelte er im Kreise seiner Gäste in seinem wohlbewachten Schlosse. Auch der benachbarte Graf von Billichgraz war Baumkircher feindlich gesinnt. Er besprach sich daher mit den Bauern, um ihren grausamen Herrn aus dem W'ege zu räumen. Am bestimmten Tage, wenn Baumkircher auf die Jagd gehen sollte, wolle ihn der Graf von Billichgraz absichtlich beim Heimgehen aufhalten, unterdessen soll aber der Messner von Schönbrunn noch vor dem Eintritte der Dämmerung «Ave-Maria» läuten. Mit reicher Beute beladen kehren am bestimmten Tage Baumkircher und seine Knechte von der Jagd zurück. Da begegnet ihnen auch der Graf von Billichgraz. Mit freundlichen Worten hält der letztere Baumkircher auf — da ertönt plötzlich die Abendglocke vom Thurme in Schönbrunn. In scharfem Ritte hofft Baumkircher noch sein Schloss erreichen zu können. Auf einmal wird er aber von einer Schar bewaffneter Bauern angefallen. Nach kurzem Ringen wird der Graf niedergemacht, sein Gefolge zersprengt. Frohlockend dringen die Bauern in sein Schloss, sie rauben alles, w'as irgend einen Wert hat, tödten die Frau und die Kinder des unglücklichen Baumkirchers und stecken das Schloss in Brand. Weithin sah man die Flammen des brennenden Schlosses, und alle Bauern wussten, dass dem gewissenlosen Treiben des mächtigen Grafen nun ein Ende gemacht sei.» Mehrfache Nachfragen über die weitere Verbreitung, bereits vorhandene Aufzeichnungen und allfällige dichterische Bearbeitungen dieses Sagenstoffes, welche der Schreiber dieser Zeilen an orts- und literaturkundige Gewährsmänner stellte, wurden verneinend beantwortet, so dass wir es mit einer Volkserinnerung zu thun haben, die, an den Ort ihrer Entstehung gebunden, gegenwärtig bereits dem Erlöschen nahe ist und deshalb an dieser Stelle mitgetheilt zu werden verdient. Doch seien an den Inhalt noch folgende Bemerkungen geknüpft. Zunächst muss hervorgehoben werden, dass in Krain zwei Ruinen den Namen der Baumkircher, als der einstigen Grundherren, verewigen. In unmittelbarer Nähe von Wippach stand ein «Baumkircherthurm», der einst den Mittelpunkt eines stattlichen Gütercomplexes bildete, dessen Zinsen und Gülten noch lange Zeit später, als sie bereits mit der Herrschaft Wippach vereinigt worden, in den Urbarien des Laibacher Vicedomarchives als selbständige Gruppe aufgeführt erscheinen. (Vergl. Vicedomarchiv, Abth. Urbarialia.) Hier hausten angeblich die Ahnen unseres Andreas, der nach den Angaben Unrests u. a. hier geboren wurde, was schon darum glaublich erscheinen musste, weil sein Vater Wilhelm als landesfürstlicher Pfleger daselbst nachgewiesen ist. Ein zweiter Baum-kircherthurm befand sich jedoch in der westlichen Umgebung Laibachs, und zwar in der Nähe des Schlosses Hölzenegg bei Horjul. Der Altmeister der krainischen Topographie, Valvasor, bemerkt hierüber, dass nicht weit von dem um 1683 neu erbauten Schlosse Hölzenegg auf einem Berge ein Schloss gestanden, welches «Baum-kircherthurn» genannt wurde, von dem aber zu seiner Zeit nur mehr der Rest eines «halben, einrissigen wühsten» Thurmes sichtbar war. An Stelle der Ruine hätte nun der Freiherr von Billichgraz das neue Schloss erbaut, auf welches auch die Einkünfte der früheren Herrschaft übertragen wurden. ' Nach ihm ist diese Ruine der Stammort des Geschlechtes der Baumkircher, eine Angabe, deren Prüfung und Untersuchung hierorts nicht am Platze ist, doch sei auf die Behauptung des Autors hingewiesen, dass Wilhelm Baumkircher nach einem Manu-scripte in Freudenthal, auf welches sich Valvasor ohne nähere Angabe bezieht, hier gehaust haben soll. Unsere Sage kennt dieser Gewährsmann nicht, er erzählt den Untergang Andreas’ nach der in Steiermark üblichen Fassung. Unzweifelhaft geht aus allem die Thatsache hervor, dass die Baumkircher am Wrestrande des Laibacher Morastes Liegenschaften besassen und daselbst das Herrenrecht ausübten.1 Ihre Nachbarn mögen schon frühzeitig die Herren von Billichgraz gewesen sein, in deren Besitz das Gut der Baumkircher später über-gieng. Jedenfalls müssen die Baumkircher diesem Besitzthum rege Aufmerksamkeit — sei es im guten oder schlimmen Sinne — zugewendet und wohl auch längere Zeit daselbst gewohnt haben, weil die Erinnerung an dieses Herrengeschlecht noch bis in unsere Zeit in dem Gedächtnisse der ehemaligen Unterthanen haftete. Die krainische Form der Sage bietet insoferne Interesse, als wir an ihr im Vergleiche mit den geschichtlichen Thatsachen und 1 Dadurch berichtigt sich die Angabe in Krön es’ abschliessender Untersuchung über Baumkircher (Oesterr. Gymn.-Zeitschr. 1871 p. 5*5). nach welcher Hölzenegg als gleichbedeutend mit dem Wippaclier Besitzthum erscheint. der in Steiermark gangbaren Fassung derselben die Entstehung einer derartigen Volksüberlieferung deutlich wahrnehmen, die eigenartige Vermengung wirklicher Geschehnisse mit localen Zuthaten und die umgestaltende Kraft der Volksphantasie daran beobachten können. Die Nachricht von dem schrecklichen Ende des unbot-mässigen Recken, den der Eigennutz bis zur Empörung trieb, war mit den bekannten Einzelheiten (das vorzeitige Läuten der Abendglocke u. a.) bald in das krainische Besitzthum Baumkirchers gedrungen. Da die einfachen Landleute denselben selbstverständlich nur aus seinem Verhältnis zu ihnen als rauhen, erbarmungslosen Zwingherrn kannten, dessen politische Wirksamkeit und verwickelte Beziehungen zum Kaiser gänzlich ausser dem Bereiche ihres Verständnisses lagen, sahen sie in dem gewaltsamen Tode Baumkirchers zunächst wohl nur die gerechte Strafe für die oft schwer empfundene Härte ihres Gutsherrn; in späterer Zeit rückt das Verhältnis zwischen Schuld und Sühne noch enger zusammen, und so wird das grausige Ende des Helden selbst in die eigene Gegend verlegt. Die bekannte Entschluss- und Hilflosigkeit Friedrichs IV., der sich des trotzig gewordenen einstigen Parteigängers kaum zu erwehren vermochte, klingt in naiver Weise in der Behauptung durch, der Kaiser habe den Bauern angesichts der eigenen Ohnmacht die, wenngleich eingeschränkte, Selbsthilfe zugestanden. Die dunkle Erinnerung an die verrätherische Einladung und absichtlich hinausgeschobene Verhandlung, deren Opfer Baumkircher nach der steierischen Sage wurde, spiegelt sich in unserer Fassung in der Theil-nahme des Billichgrazers und dessen gleichartig listiger Handlungsweise wieder. Das ausschlaggebende Motiv, das zu frühe Läuten der Abendglocke, fehlt selbstverständlich auch der vorliegenden Fassung nicht, dieser Zug ist ja der wesentlichste, dem Volksbewusstsein zugänglichste der ganzen Erzählung. Verübtes Unrecht wird mit erlittenem gesühnt. Auch die historisch beglaubigte Zerstörung der Baumkircherfeste, dort durch den Kaiser verfügt, hier von den Bauern in begreiflicher Rachsucht unmittelbar nach der vollbrachten Befreiungsthat verübt, fehlt unserer Sage nicht. Wir haben es daher mit einer aus den geschichtlichen Thatsachen aufgebauten, in den Detailzügen vielfach mit der steierischen Fassung übereinstimmenden, jedoch innerhalb des Anschauungskreises der krainischen Bauern sachlich und local umgestalteten Volksüberlieferung ZU thun. Prof. Julius Wallner. Eine archivalischa Nachlese in Landstrass und Sitich. Im Uebereinkommen mit der Leitung des krainischen Landesmuseums unternahm der Unterzeichnete im Sommer 1889 eine Reise nach Landstrass und Sitich, um die dort noch befindlichen Reste der alten Kloster- und Wirtschaftsarchive einer Durchsicht zu unterziehen und daraus das geschichtlich Wertvolle, für das kraini-sche Landesmuseum zur Erwerbung Geeignete auszuwählen. Hierbei wurde er in ebenso opferwilliger als erfolgreicher Weise von seinem Collegen, dem auf dem Gebiete der Landesgeschichte vielfach thä-tigen Herrn Prof. A. Kaspret unterstützt. Die Erwerbung älterer Acten durch das krainische Musealarchiv aus den bereits scartirten Registratursbeständen der dermaligen Staatsherrschaften Mariabrunn und Sitich ist für das Museum von um so grösserer Wichtigkeit, weil bereits ein eiklecklicher Theil der auf diese ehemaligen Cister-cienserklöster bezüglichen Urkunden und Archivalien sich in dessen Besitz befindet, so dass es sich hauptsächlich um die möglichste Vervollständigung und Ergänzung des einschlägigen Materiales handelt, zudem hatte die hochlöbliche k. k. Dömänendirection in Görz bereits im Jahre 1888 in zuvorkommendster Weise einem derartigen Ansuchen der damaligen Musealleitung entsprochen und die Ueber-gabe der als geschichtlich wertvoll bezeichneten Registratursbestände an das Landesmuseum nur von einer genauen Bezeichnung und Consignirung des zur Erwerbung Gewünschten abhängig gemacht.1 Eine solche vorzunehmen, bildete die eingangs erwähnte Aufgabe des Unterzeichneten. Die geschichtlichen Verhältnisse des Cistercienserklosters Mariabrunn bei Landstrass, wohin sich die oben Genannten zunächst begaben, sind im allgemeinen bekannt und neuestens durch die treffliche Arbeit Milkowicz’ (Die Klöster Krams p. 85 bis 112) auf streng urkundlicher Grundlage sichergestellt worden, so dass an dieser Stelle von einer einleitenden Erörterung derselben abgesehen werden kann. Ueber den gegenwärtigen Bauzustand des Klostergebäudes und den ruinösen Verfall der einst so herrlichen Stiftskirche, sowie einige daselbst befindliche Grab- und Inschriftsteine u. dgl. hat der Schreiber dieser Zeilen einen Bericht an die k. k. Centralcommission 1 Im Herbste 18S9 erfolgte auch die Genehmigung seitens des hohen k. k. Ackerhauministeriums. für Kunst- und historische Denkmale in Wien2 erstattet, so dass er auch diese Seite hier nicht näher zu berühren braucht. Das Archiv, oder richtiger gesagt, die alte Registratur, lauter bereits scartirte Acten enthaltend, ist gegenwärtig im ersten Stockwerke des stattlichen Klostergebäudes, im ehemaligen Schüttboden an der Nordseite untergebracht; es ist dies ein grosses, geräumiges, ziemlich lichtes und trockenes Local, das freilich von zahlreichen Mäusen bevölkert wird, deren Spuren allenthalben an den Acten-beständen sichtbar geworden. In demselben Raume sind auch die älteren Acten des k. k. Bezirksgerichtes sowie der k. k. Domänenverwaltung aufbewahrt, die keinerlei historisches Interesse bieten. Der in Betracht kommende Actenbestand, über eine Waggonladung Bücher, Schriften etc. aller Art, war in der kurzen zur Verfügung stehenden Zeit zu sichten, von Verzeichnissen und Registern natürlich keine Spur vorhanden, deshalb musste rüstig gearbeitet werden. Bei der vorgenommenen Auswahl wurde der Grundsatz festgehalten, zunächst nur das bis zur Klosteraufhebung (17 86) reichende Material ins Auge zu fassen, wobei selbstverständlich solche Stücke, die sich mit der Aufhebung oder mit den damit verbundenen geschäftlichen oder wirtschaftlichen Operationen beschäftigen, auch späteren Datums berücksichtigt wurden. Sonst wurde diese Zeitgrenze nur dort überschritten, wo besondere Wichtigkeit des Actes oder die angestrebte Vollständigkeit einer Serie, wie bei den Urbaren, einen solchen Vorgang rechtfertigte. Ebenso wurde alles auf die Franzosenherrschaft (1809 bis 1814) Bezügliche für das Musealarchiv erworben, da diese Epoche der Landesgeschichte von höchstem Interesse ist und das vorliegende Material geeignet erschien, die bereits in Laibach befindlichen, diesbezüglichen umfangreichen Actenbestände zu ergänzen. Auch die im Rudolfinum bereits vorhandene Patent- und Decretsammlung wurde berücksichtigt, indem aus den Landstrasser Vorräthen das Brauchbare ohne Datumsgrenze behufs möglichster Vervollständigung entnommen wurde. Den weitaus grössten Theil der Acten und Bücher bilden die wirtschaft- 2 Infolge dieses Berichtes hat dieselbe in gewohnt thatkräftiger Weise bereits die mögliche Erhaltung der noch vorhandenen Reste ins Auge gefasst und die von der liochl. Forst- und Domänendirection in Görz über ihr Verlangen übersendeten Pläne der ehemaligen Stiftskirche wurden kürzlich von der II. Section als sehr interessant begutachtet. liehen Angelegenheiten in der Form von Urbaren, Zinsregistern u. s. w. Aus dieser Menge gelang es, einen grösseren Complex zusammenzustellen, und zwar beginnen die Urbare von Landstrass mit dem Jahre 1625 und reichen bis in die Zeit der Staatsherrschaft, daneben laufen zahlreiche Handurbare, Zinsregister, Auszüge u. dgl. zum Amtsgebrauche der Klosterverwaltung, bis in den Anfang des XVII. Jahrhundertes zurückreichend. Im Nachfolgenden sei eine Uebersicht über die zur Erwerbung durch das krainische Landesmuseum als geeignet und brauchbar ausgewählten Stücke gegeben: An Urbaren des Stiftes Mariabrunn solche von 1660 bis 1670, 1745, 1776 und 1781, Landstrass betreffende aus den Jahren 1625, 1688 bis 1692, 1700, 1741 bis 1745, 1750 bis 1778, 177 L 1772, 1774, I77S (Haupturbar), 1776, 1778, 1779, 1782, 1784, Stadt Landstrass 1756 bis 1770, ferner ein undatirtes Grundbuch älterer Zeit. Handurbare: Mariabrunn 1757, 1785; Landstrass 1677 bis 1681, 1743, 1751, 1753, 1758, 1760, 1761, 1762, 1763, 1765 bis 1782, 1766, 1767, 1769, 1771, 1774, 1781, 1784, 1791 bis 1794. Stiftsregister der Herrschaft Landstrass: zwei Stück aus dem XVIII. Jahrhunderte. Zehentregister von 1663 bis 1668, 1677 bis 1680, 1683, 1684 bis 1691, 1689, 1694, 1696, 1700 bis 1703, 1719 bis 1723, 1735. I74I bis i745> z74i bis 1746, 1745 bis 1750, 1756 bis 1761, 1760, 1762 bis 1765, 1773 bis 1777, 1779 bis 1783; ferner Sackzehent- und Getreidezehentregister von Neubrüchen zwei Stück, ebenfalls aus dem XVIII. Jahrhunderte ; endlich Vormerkbücher über Jugendzehent und andere kleine Giebigkeiten von 1705, 1751, 1752 bis 1755', 1755 bis 1759, 1760 bis 1767, 1765 bis 1768. Aus weit älterer Zeit stammt ein Robotregister von 1599, welches sicherlich grössere Beachtung verdient. Zahlreich fanden sich sogenannte Bergrechts- und Weinzehentregister vor, da die Umgebung des Stiftes bis in die gegenwärtige Zeit der Phylloxera-Verheerungen blühenden Weinbau aufwies; selbe beginnen mit 1613 und reichen in freilich recht lückenhafter Reihe bis 1803. Viele dieser Büchlein sind in beschriebenes Pergament gebunden, ein Beweis für die ehemalige Reichhaltigkeit der Stiftsbibliothek, Mittheilungen des Musealvereines für Krain 1890. 14 die ihre unbrauchbar gewordenen älteren Handschriften derartig verwenden liess.3 An Urkundenverzeichnissen fanden sich leider nur zwei jüngeren Datums; hierher gehören auch die Memorien, das Stift betreffend, aus dem XVIII. Jahrhunderte. Inventare und Kirchenregister sind Mariabrunn betreffende aus den Jahren 1654 und 1786 vorhanden, einiges Interesse bietet wohl auch das Ortschaftenverzeichnis des Land-strasser Besitzthums von 1781 und der Ausweis über sämmt-liche Unterthanen dieser Herrschaft. Zur Aufhellung der wirtschaftlichen Verhältnisse des einstigen Cistercienserklosters dienen weiters die Waldrechtsregister von 1743, 1760 bis 1771 und für die einschlägigen Verhältnisse der späteren Zeit die Waldmeister-Instruction von 1794 und ein Fascikel «Waldsachen» aus dem Anfänge des XIX. Jahr-hundertes. Von besonderem Werte erscheinen auch die Fischerei-Acten, da selbe bis ins XVI. Jahrhundert zurückreichen. Ueber die Stiftsausgaben berichten Exitus granarius 1732 und Exitus pecuniarius von 1715, ferner das Besoldungsbuch der Residenzofficiere von 1707 und die Dienerschaftsregister aus dem vorigen Jahrhunderte. Von grösstem geschichtlichen Wert sind jedoch mehrere Stücke, welche sich auf die Thätigkeit einzelner Aebte unmittelbar beziehen, so z. B. das Inventar nach dem Abte Gregor Alexius von 1621, das Ausgabenbuch des tüchtigen Abtes Georg (1638 bis 1659), der in bedrängten Zeiten die Einkünfte des Klosters zu bessern verstand, und die Eingabe des Abtes Alanus wegen Caduci-tät des Stiftes (1710), ferner Correspondenzen, die Aebte von Sitich betreffend, die meist dem XVII. Jahrhunderte entstammen. Dieser sowie mehrere andere Fascikel von Originalbriefen, Decreten, Eingaben und Entscheidungen, die gleichfalls zum grossen Theile dem XVII. Jahrhunderte angehören, dürften bei genauer Prüfung und entsprechender Ordnung manchen wichtigen Beitrag für die innere und äussere Geschichte des Land-strasser Klosters enthalten; zudem sind, wie schon die flüchtige Durchsicht lehrte, viele Stücke darunter, welche wegen der eigenhändigen Unterschriften und Originalsiegel der Aebte höchst bemerkenswert erscheinen. 3 Vergl. Milkowicz: Klöster in Kinin p. 109. Ueber die rechtlichen Verhältnisse des Stiftes und der Stadt Landstrass bieten nachstehende Acten mancherlei Aufschlüsse: Landesgerichtliche Confinien und Acten über die Gerichtsbarkeit der Stadt Landstrass, ein B erg thai dungsbuch von 1683, ein Gerichtsprotokoll von 1590 und endlich ganze Stösse von Haupt- und. Gegenweisungen, Pro-cessacten u. s. w., von dem XVI. bis an das Ende des XVIII. Jahr-hundertes reichend. Hierher gehören auch die Abschiede, das Stift Landstrass betreffend, und einzelne zur Aufbewahrung im Landesmuseum ausgewählten C r i m i n a 1 i a. Letztere wurden nur insoweit berücksichtigt, als ihr Gegenstand oder dessen Behandlung einiges culturhistorisches Interesse beanspruchen kann, darunter mehrere Processe aus dem XVIII. Jahrhunderte; der Processus criminalis gegen Michael Polabac und ein alphabetisches Repertorium der Uebelthäter von 1769. Ausserdem gehören in diese Gruppe noch verschiedene Protokolle civilrecht-lichen Inhaltes, Kaufbriefe im Original (darunter zwei Pergamenturkunden von 1560) und Kaufbriefsabschriften von 1792, Inventur s- und Intabulationsprotokolle, Verzichtsbriefabschriften, Schuldobligationsregister von 1780 mit Interessenquittungen von 1784 bis 1-785, endlich Verlassenschaftsabhandlungen von 1803 bis 1805, die lediglich als Muster ihrer im zurückgelassenen Registratursbestande zahlreich vertretenen Gattung Aufnahme fanden. Zur Ergänzung der im krainischen Landesmuseum bereits vorhandenen Sammlung von älteren Patenten und Normalien wurde in der Landstrasser Registratur manch wertvoller Beitrag vorgefunden, nämlich fünf Fascikel verschiedener landesfürstlicher Verordnungen und Circularien, meist dem XVIII. und beginnenden XIX. Jahrhunderte angehörig; der Index der Patentsammlung 1775, die kaiserliche Vorschrift über das neu eingerichtete Studium von 1752, ein Normalienbuch von 1802 bis 1806, der Unterricht und die Rechnungsvorschrift fürWirtschaftsämter nebst drei mächtigen Bänden mit «Beilagen», ein sprechender Beweis für die ebenso schwierige als umständliche Gebarung der Patrimonialämter; Normalien in Kirchen Sachen, Decreta der Provinzialsynode 1777 und ältere Apotheker-Taxen. Militärische Conscriptionsangele-genheiten berührt das von 1771 stammende Militärbuch der 14* Herrschaft Landstrass; für die Geschichte der öffentlichen Gesundheitspflege in Krain wird vielleicht der Fascikel Čar take n bau in Jessenitz anlässig der Cholera (1832) Einschlägiges enthalten. Was die zu Landstrass gehörigen Güter, Liegenschaften, Dörfer und einverleibten Pfarren betrifft, so sei das darauf bezügliche archivalische Materiale in alphabetischer Anordnung der Ortsnamen hier angeführt: An zenberg: Bergrechtsregister 1641 und 1775. Dorf Frei hau: Zinsregister 1696 bis 1700. Gut Grundlhof: Inventar. Gutenhof: Urbar von 1699. St. Jakob: Urbar von 1758, Zehentregister, Zinsregister von 1677 bis 1680, 1705^31722, 1712 bis 1715, 1727^31730, 1765, 1766 bis 1770. Kay er, Maichau und Landstrass: Verschiedene Inventare aus dem XVIII. Jahrhunderte. Klingenfels: Verschiedene Acten, Inventare aus dem XVIII. Jahrhunderte, Rechnung des Verwalters von 1729 bis 1731. Kronau: Zinsregister 1626 bis 1630, 1753 bis 1757. Pfarre St. Mare in (bei Erlachstein): Urbar 1690, Inventare von 1813 und 1816. St. Maria Magdalena: Registerium. Maichau: Zinsregister 1774 bis 1778, 1782 bis 1786. St. Michael: Rechnungsbuch der Filialkirche. Neuberg: Urbar und Zinsregister 1709 bis 17 13, 17 12 bis 1714, 1729 bis 1733, 1772 bis 1776. Oberbrustdorf: Zinsregister 1774 bis 1778. Persberg: Zinsregister 1714 bis 1718. Pletriach: Ausstandsregister 1673, Bestandbuch, Zinsregister, Besitzstand der Studienfondsherrschaft. Rann: Zehentregister 1723 und 1773. Rebernik: Zehentregister 1676 bis 1683. Rupertsdorf: Handurbar 1679 und 1691. Pfarre Sichelburg: Conscriptio parochiae Sichelburgensis 1768 und andere Acten. Straža: Urbar und Bergrechtregister von 1765 und 1783. Sromlje: Die Pfarre betreffende Acten aus dem XVIII. Jahrhunderte. Thurn am Hardt: Collationirte Abschrift des Haupturbars aus dem XVII. Jahrhunderte. V i d e m : Die Pfarre betreffende Acten. Voitschberg: Bergrecht- und Zehentregister. Endlich eine Reihe von Inventar en der dem Stifte einverleibt gewesenen, in Steiermark gelegenen Pfarren : S t. A n n a am Babenberg, St. Georgen bei Reichenegg, St. Johann am Gupfberg, Kalobje, Ponigl, Sibika, St. Stefan, Süssenberg und St. Veit, sämmtliche aus dem Jahre 1807. Die Actenstücke aus der Zeit der Franzosenherrschaft bestehen zunächst in Steuer- und Abgabenregistern, einer Rôle de la Contribution foncière commune St. Bartholom ae, dem Gestionsprotokolle der Landstrasser Herrschaft vom Jahre 1812 (wichtig wegen der darin registrirten Regierungserlässe), dem Registre de la Correspondance von 1810, den Militär - Conscriptionsacten, den Acten des Landstrasser Friedensrichteramtes, den an die Gemeinden hinausgegebenen Fragebogen über die ökonomischen und sonstigen Verhältnisse mit den eingelangten Antworten (von den Gemeinden Gross-dolina, Zerina, Ostrog, Oberfeld, Gelosic, Gradiska, Ber-gana), endlich in einigen Fascikeln mit Briefen, Amtscorrespondenzen, behördlichen Aufträgen u. s. w. Unter den sonstigen zur Ueberstellung an das Musealarchiv ausgewählten Schriftstücken und Büchern seien noch besonders hervorgehoben zwei slovenisch geschriebene Actenstücke aus dem XVII. Jahrhunderte, die wegen ihrer verhältnismässigen Seltenheit von höchstem Interesse sind, ein Incunabeldruck «Con-cordantiae bibliae», Basel 1499, und der Rechnungsausweis der Landstrasser Rosenkranzbruderschaft. Nach zweitägiger x\rbeit war das vorhandene Materiale durchsucht und gesichtet. Das als brauchbar Ausgeschiedene wurde in 283 Fascikel und einzelne Stücke gegliedert, aufgezeichnet und harrt gegenwärtig der thatsächlichen Uebersendung an das lcrai-nische Landesmuseum. Wenige Wochen darnach gieng die Reise nach Sitich. Dieses altehrwürdige Cistercienserstift überragte zu allen Zeiten an Grösse, Bedeutung und Einfluss das Kloster an der Gurk, deshalb wäre auch die Vermuthung gerechtfertigt, dass hier eine noch weit reichere Ausbeute an Archivalien der PJrlösung harrte. Doch erfüllte sich diese Hoffnung keineswegs, das Siticher Archiv ist nach der Klosteraufhebung verloren gegangen, d. h. durch unglückliche Verhältnisse zersplittert, bruchstückweise verkauft oder an verschiedene Archive abgegeben; einiges besitzt das Rudolfinum, anderes ist verschollen und verloren. Die im Klostergebäude zurückgebliebenen Acten wurden in zwei Räumlichkeiten, der Prälatur und der sogenannten alten Kanzlei, aufbewahrt, namentlich das erstere Local bot in jeder Beziehung ungenügenden Schutz für dieselben. Da die hohen Glasfenster des einstigen Prachtbaues schon längst ausgebrochen sind, so wurden die Fensteröffnungen nothdürftig mit Brettern verschalt, deren Ritzen und Sprünge allen Atmosphärilien ungehinderten Zutritt Hessen, zudem wird dieser einst dem Zwecke glänzender Repräsentanz dienende Raum gegenwärtig als Rumpelkammer und zum Trocknen der Wäsche benützt, so dass es nicht wundernimmt, wenn ein grosser Theil der zu einem grossen Haufen aufgeschichteten Papiere schon fast gänzlich durch Feuchtigkeit zerstört ist. Vor Jahren soll dieser Schriftenstoss noch beträchtlich umfangreicher gewesen und jedem Besucher die beliebige Auswahl freigestanden sein. Dieser traditionellen Ueberlieferung der Orts- und Hausbewohner ist leider volle Wahrscheinlichkeit zuzumessen, auf solche Art lässt sich das Verschwinden des sicher recht wertvoll gewesenen Actenmate-riales sowie die auffallende Gering Wertigkeit des heute noch vorhandenen Restes erklären. Der in der alten Kanzlei untergebrachte Theil ist gut verwahrt, doch enthält derselbe meist Administrativacten der Gutsverwaltung aus dem XIX. Jahrhunderte, ist daher für vorliegenden Zweck belanglos. Die vorhandenen Archivreste wurden bereits vom hochverdienten krainischen Geschichtsforscher Dimitz sowie durch den rührigen Herausgeber des Archivs für Heimatskunde Schumi einer Durchsicht unterzogen, neuerdings aber durch Milkowicz als nicht geringwertig bezeichnet (a. a. O. p. 203), weshalb eine Nachlese immerhin lohnend zu sein versprach. Die nach genauer Durchsicht gewonnene Ausbeute entsprach zwar weder quantitativ noch qualitativ den gehegten Erwartungen, bildet aber immerhin eine nicht zu unterschätzende Ergänzung und Bereicherung des Laibacher Musealarchivs, insbesondere des darin bereits vorhandenen Siticher Materiales. Die in dem alten Prälatensaale (jetzt eine mit Stuccaturver-zierung und kunstvoll eingelegter Thüre geschmückte Wäschetrockenkammer !) aufgestapelten Papiere gehören vorwiegend dem XIX. Jahr- hunderte an und sind meist völlig wertlos. Darunter befanden sich jedoch einige Stösse von älteren Urkundencopien, Decreten, Abtscorrespondenzen und Briefen, meist aus dem XVII. Jahrhunderte, die bei der Geringfügigkeit der über Sitich vorhandenen Archivalien doppelt willkommen erscheinen. Verhältnismässig am zahlreichsten sind Urbare der zu Sitich gehörigen Güter vertreten, so von Feld, Tiefenthal, Temenitz, Niederdorf u. s. w. aus dem XVII. und XVIII. Jahrhunderte. Ueber die wirtschaftlichen Verhältnisse des Stiftes werden ein Inventar von Sitich aus dem XVI. Jahrhunderte, die Sold register von 1658, die Ausgabenbücher von 1633 und 1655, das Pensionsbuch von 1680 und Verpflegs-Ausgabenbücher aus dem XVII. Jahrhunderte manchen Aufschluss geben. Den gesammten Besitzstand der dem Kloster einverleibten Pfarren bietet das umfangreiche Haupt urbar von 1662. Neben diesen Urbarialien und den erwähnten Correspondenzen wurde noch ein nicht unbeträchtlicher Convolut Gerichts- und Processacten ausgesucht, darunter Weisungen und Gegenweisungen, soweit selbe nicht bereits zu lückenhaft und verfault erschienen. Im ganzen konnten 36 Fascikel und Bände nebst drei Original-Pergamenturkunden (Kaufrechtsbriefe von 1555 und 1594) als zur Erwerbung durch das Rudolfinum geeignet bezeichnet und abgesondert werden, welche gleich den Landstrasser Archivalien der thatsächlichen Uebergabe an dasselbe entgegensehen. Der Schreiber dieser Zeilen kann nicht ohne die Bemerkung schliessen, dass es sehr empfehlenswert erschiene, in ähnlicher Weise allmählich sämmtliche Herrschafts-, Gemeinde- und sonstige Archive und Registraturen zu durchforschen, um dadurch zu einer planmässig angelegten Aufnahme der thatsächlich noch vorhandenen Bestände im ganzen Lande zu gelangen. Manche nebenbei gemachte Beobachtung in archäologisch-kunstgeschichtlichem Sinne könnte überdies eine derartige Thätigkeit auch auf den anderen Gebieten der geschichtlichen Landesforschung erspriesslich und erfolgreich machen. Zunächst würde aber dadurch in den zahlreichen noch vorhandenen älteren Archivbeständen des Landes allmählich das historisch Wertvolle vom Wertlosen getrennt, ersteres unter der Voraussetzung verständnisvollen Entgegenkommens seitens der Besitzer entweder der Erwerbung durch das Landesmuseum oder wenigstens einer sicheren Aufbewahrung und Erhaltung an dem Standorte zugeführt, letzteres könnte dann schadlos der allfälligen Veräusse-rung und Vernichtung preisgegeben werden, die leider bisher so häufig ungesichtetes Materiale traf und trifft, wobei der unwiederbringliche Verlust manches archivalischen Kleinodes zu beklagen ist. Die Durchführung einer solchen systematischen Archivsaufnahme wäre eine würdige Aufgabe der hierzu berufenen Kräfte und bildet die dringend nothwendige Vorarbeit zu einer den Anforderungen der Wissenschaft völlig entsprechenden geschichtlichen Erforschung des Landes. D ... ,, Prof. Julius Wallner. Die satyrisch-humoristisehe Poesie in Krain während der Befreiungskriege. Wenn die genannte Dichtung an diesem Orte besprochen werden wird, so soll damit nicht etwa gesagt sein, dass bloss diese Art in Krain um die genannte Zeit gepflegt worden. Sie ist vielmehr nur ein Theil der Poesie der Befreiungskriege in diesem Lande, welche vielfach in ernstem Tone erklingt und einen sprechenden Beweis für den regen patriotischen Sinn und das grosse Interesse der Bevölkerung unseres Kronlandes an den Tages- und Zeitereignissen liefert. Dabei genügt nun dem kräftig entwickelten vaterländischen Gefühle und der den bedeutsamen Geschehnissen zugewandten Aufmerksamkeit die innerhalb der Marken des eigenen Landes auftauchende Poesie nicht: das Interesse verbreitet sich über die literarischen Erzeugnisse anderer Länder, erstreckt sich sogar auf Dichterproducte früherer Jahrhunderte, die vereinzelt in der Form von Uebersetzungen wieder auflebten und infolge der vielen Berührungspunkte zwischen den Ereignissen von einst und jetzt ein willkommenes Mittel der Erhebung und Ermuthigung boten. Die ernsten sowie die humoristischen Schöpfungen sind theils in slovenischer, theils in deutscher Sprache verfasst, und ich will, um den Nachweis für die Reichhaltigkeit dieser Literatur in Krain in der bezeichneten Epoche zu erbringen, auf einige der wichtigsten von jenen, die ein ernstes Gepräge an sich tragen, hinweisen. In der heimischen Sprache geschrieben finden wir zunächst Vodniks «Landwehr-lieder» (Pefmi sa Brambovze) aus dem Jahre 1809,1 ferner in der 1 Broschüre mit dem obigen Titel, ohne Angabe des Druckortes, Verfassers und Verlegers. 217 Levstik’schen Sammlung seiner Lieder:s «Jauchzer der österreichischen Soldaten» (Uk estrajških vojakov) [1813], «Lied auf des Kaisers Namenstag» (Pesen na cesarjev god), «Neu-Illyrien» (Ilirija oživljena), «Das erlöste lllyrien» (Ilirija zveličana), «Der Sieg» (Premaga) [1814], «Des Friedens Namenstag» (Mirov god) [1814]. Daneben kann genannt werden das in Möttling am 4. November 1814 gesungene «Lied zum feierlichen Namensfeste Franz I. etc.»2 3 Von Dichtungen in deutscher Zunge mögen erwähnt werden in erster Linie die Schöpfungen Fellingers:4 «Empfindungen der Krainer bey der Ankunft ihres allgeliebten Kaisers Franz I.», «Volkslied der befreyten Krainer», «Dem hohen Kaiserpaare. In Laybach», «Epilog. Vor dem hohen Kaiserpaare auf dem Theater zu Laybach.» Daran schliessen sich andere, deren Verfasser theils bekannt, theils unbekannt sind: «Der zweyte Kampf des Bundes» von dem sonst nicht bekannten Autor Fr. Rink,5 6 ferner drei Gedichte des Cillier Professors Suppantschitsch, nämlich: «Das Bild der Zeit. Zur allerhöchsten Geburtsfeier Sr. Oesterreichisch kais. Majestät», «Frühlings-gruss (Geschrieben in der Nacht vom letzten April auf den ersten May 1814», «Beym Jahreswechsel»,0 «Friedenslied» von J. Selan,7 «Die Rückkehr des Kaisers nach Wien bei erfolgtem Frieden» von Karl Meisel, der, ein geborener Laibacher, als fruchtbarer Volksdichter und Parodist bekannt war.8 9 Unbekannten Ursprungs sind: «Der 12. Februar 1814»° und «Jetzt oder nie».10 Von den zwei hier zu nennenden Uebertragungen bringt die eine Stellen aus 2 Die Aufschrift lautet: «Vodniks Lieder» (Vodnikove Pesni), herausgegeben und verlegt von der Matica Slovenska, 1869, Druck von Jos. Blasnik in Laibach, S. 94 ff.; S. 6 ff.; S. 12 ff.; S. 32, 33; S. 33; S. 93 ff. 3 Die slovenische Aufschrift lautet: Pesem Ob slavnimu godu Franceta I. Estraiharskiga Zesarja poleg vishe: Gott erhalte Franz den Kaiser na godbo sloshene po Josephu Haydn: peta v ’ Metliki 4. dan mesza Listopada 1814. Laibacher Wochenblatt zum Nutzen und Vergnügen (= L. W. Bl.) Nr. 45 (1814). 4 Enthalten in dem Werke: Fellingers «Gedichte», II. Band, herausgegeben von Dr. Kumpf, Klagenfurt 1821 , gedruckt bey A. Gelb, S. 58 ff., S. 62 ff., S. 129 ff., S. 147 ff. 5 L. W. Bl. Nr. 29 (1815). 6 L. W. Bl. Nr. 23 (1814); Nr. 22 (1814); Nr. 1 (1815). 7 L. W. BI. Nr. 25 (1814h 8 L. W. Bl. Nr. 29 (1814). UeberK. Meisel vergl. Dimitz, IV. Th. p. 291. 9 L. W. Bl. Nr. 7 (1814). 10 L. W. Bl. Nr. 41 (1814). einem aeschylaeischen Drama: «Das Trauerspiel des Aeschylus. Die Perser etc.»11 (23 Stellen), die andere befasst sich mit einem älteren lateinischen Gedichte: «Worte eines deutschen Fürsten aus dem XVII. Jahrhunderte.» 12 Die Namen der Verfasser bleiben auch hier verschwiegen. Bei einer näheren Betrachtung der oben genannten dichterischen Leistungen wird man gewahr, dass sie dem grossen gemeinsamen Boden des europäischen Völkerlebens entsprossen, von einer allen Nationen gleicbnrässig zukommenden Denk- und Empfindungsweise durchdrungen sind. Die humoristisch-satyrischen Schöpfungen sind aber eine Species eines Landes, die unter dem Einflüsse des Volkscharakters und der massgebenden Lebens Verhältnisse ihre besondere Färbung und Form erhält und daher die Geistes- und Gefühlsrichtung eines Volkes schärfer kennzeichnet. Den Reigen der letztgenannten eröffnen zwei Volkslieder in der heimatlichen Mundart, die in ihrer Eigenthümlichkeit und Urwüchsigkeit unser regstes Interesse in Anspruch nehmen. Das erste betitelt sich: «Ein neues Lied von den Franzosen» (Ena nova pesem od Franzosov).13 Es ist ein Goldkorn echter Volkspoesie, ausgezeichnet durch die grosse Anschaulichkeit der Darstellung und die kernige, oft recht derbe Diction, voll wahren Volkshumors. Der Grundgedanke darin ist, dass der Tag der Vergeltung für die Franzosen komme. Die in den elf Strophen aneinandergereihten Sätze lassen sich in zwei Gruppen sondern: die einen zählen die Vergehen der Franzosen, die Vergeltung fordern, auf, wobei die letzteren nicht gerade mit den schmeichelhaftesten Bezeichnungen bedacht werden, die anderen führen die Art und Weise der Vergeltung an, deren detaillirte Ausführung in der Drastik des Humors ihren Glanzpunkt findet. Ausgehend von dem bereits mitgetheilten Grundgedanken, macht der unbekannte Dichter, der eingangs gesteht, dass er sich selbst schon diese Zeit herbeiwünscht und von dieser Vergeltung launig sagt, es würden den Franzosen die Spässe (fhpafi), die sie mit ihnen getrieben, heimgezahlt werden, als Vergehen und Albernheiten, den Uebermuth, die Sündhaftigkeit, den Eigennutz (der Dichter nennt den Franzmann einen 11 L. W. Bl. Nr. 14 (1814). 12 L. W. Bl. Nr. 19 (1814). 13 Erhalten als gedruckte Flugschrift, zwei Octavblättchen stark und aufbewahrt im krainischen Landesmuseum. «eigennützigen Wolf» (vouk famopafhni), die Menschenschlächterei, die Verkehrtheit ihrer Weisheit, den Königsmord, die Undankbarkeit gegen ihren wohlthätigen König Ludwig, ihre Tyrannei, den geplanten Mord an anderen Herrschern, die Gottesleugnung, ihre Grillenfängerei namhaft. Da die Vergeltung nur von einem Vergelter ausgehen kann, so wird als erster Gott genannt, der ihre Sündhaftigkeit vor aller Welt aufdecken wird, sodann werden angeführt die verbündeten «Könige», von den Völkern: der Türk, Engländer und die Moscowiten. Das Mittel der Vergeltung und Heilung ist nun Pulver und Blei. Geheilt sollen die Franzosen zunächst werden von ihrer Narrheit, oder, wie der Dichter sagt, «die Kugeln werden ihnen die Narrethei aus dem Kopfe putzen» (Sdej bodo tvoje norofti Kugle is glave Spuzale), geheilt sollen sie aber auch werden von ihrer Grille, die Gleichheit und Freiheit auszurufen. Dies drückt der Dichter in der Bitte aus: Gott möge dem Kaiser Franz die Macht verleihen, diesem französischen Narren bald die Grillen aus dem Kopfe zu treiben, so dass er nimmermehr wünschen wird, die Worte «Freiheit» (Frajail) und «Gleichheit» (gliha) auszusprechen, sondern dass er auf seiner Stirne lesen wird, wie ein König geachtet werden soll. Büssen sollen sie ferner für den Königsmord. Bei der dichterischen Formung dieses Gedankens gesellt sich zum Humor die Ironie, die auch in anderen Strophen sich geltend macht und zuweilen zu heissendem Spott sich verschärft. Bezüglich des Königsmordes wird gesagt, die Kugel wird den Franzosen zur Erkenntnis seiner Unthat bringen, und wenn sie ihn «in den H. gebrannt und er sich überschlagen hat» (De bofh ratal vertoglov), wird er dreimal Vivat rufen, «es lebe die Republik», während sich das Blut wie das Wasser aus einem Bache ergiessen wird. Die Vergeltung seitens der durch die Franzosen gefährdeten Fürsten wird in höchst originellen Bildern, die durch eine Beimengung spöttischer Ironie noch einen besonders wirksamen Farbenton erhalten, dargestellt. Von ihnen heisst es nämlich, sie werden dem Franzmann «harte Kirschen werfen» und mit schwarzem Pulver sein heisses Fett anräuchern. Ferner wird von der angebotenen Schlacht wie von einem aufgetischten köstlichen Mahle gesprochen. Derb-humoristisch wird erzählt: «Die Fürsten werden euch euere nimmersatten Bäuche (vampi) vollgiessen, zur Speise (fhpifho) Klösse aus hartem Blei reichen und Nudeln aus euerem Fleische mit ihren Säbeln schneiden. Die Mandeln (gleichsam den Nachtisch) werden die Kugeln in den Büchsen und die Patronen vertreten, Bomben und Kanonen werden zum Schluss der Kaffee sein. Auch an Getränk wird es nicht fehlen. Ihr werdet fliessende Bäche um euch sehen, und wer da will, soll mit seinem Blute unsere Gesundheit trinken.» Weiter wird vom Kampfe gesagt, dass «ein furchtbares Feuer und Kartätschen zu ihnen kommen werden, wovon ihnen gewiss auch etwas in die Hosen kommen wird». Dies wird nun die Vergeltung sein für alles, was sie die ganze Zeit hindurch verübt, und, wie es der Autor nochmals hervorhebt, für die Tödtung Ludwigs. Bei dieser ihnen drohenden Gefahr werden die Franzosen, die Empörer (puntarji), spöttisch aufgefordert, Napoleon zu befragen, ob er sie noch schützen könne, aufgefordert, alle ihre Künste (kunfhti) anzuwenden oder sich dem Schwerte preiszugeben. Zum Schlüsse wird noch erwähnt, es geschehe den «unbarmherzigen Tyrannen» recht, wenn die ganze Welt über sie, als die «schrecklichen und abscheulichen Schergen» (ilrafhni nu gerdi brizhi), herfällt (zhes vas leti), und ihnen geweissagt, dass sie, die Schlauköpfe (tizhi), den Rächern in die Hände fallen werden. Das zweite Product der Volkspoesie: «Das Lied von Massena» (Pesem od Masena),14 ist mit Bezug auf den Frieden zu Pressburg im Jahre 1805 und den Abzug des Generals von Laibach am 4. Jänner 180615 gedichtet. Dabei muss hervorgehoben werden, dass der Verfasser, obwohl er es, wie dies der Titel beweist, eigentlich auf Massena abgesehen hat, dennoch auch des Schaltens der Franzosen und der Lage seines Landes gleichsam in einer Einleitung zum Hauptthema gedenkt. Nachdem er in der ersten von den 14 Strophen die Laibacher und Kramer überhaupt aufgefordert hat, sich über den Beginn einer schönen Zeit, den Friedensschluss und ihre Rettung zu freuen, schildert er zunächst das arge Treiben der Franzosen im allgemeinen, um die Freude der Bevölkerung über die Befreiung von diesem Alp zu begründen. Es wird nämlich nur gesagt, sie hätten nichts «Löbliches» (Prov nezh hvale uredniga) gethan, nur alles «durchstöbert» (fo ufe fteknili). Weiterhin werden die Folgen ihrer Raubgier und List (demgemäss bezeichnet sie der Dichter treffend mit: Falken und Füchsen [jailrobi in lefizej) angeführt. Kein Ei und keine Henne wird es mehr geben, ebenso 14 Aus den Aufzeichnungen des Herrn Regierungsratlies Globocnik. 15 Vergl. Pimitz, IV. Th. p. 263, 264, wo auch auf dieses Lied hingewiesen wird. verschlang der Franzose das beste andere Geflügel: daher sind die Krainer «arme Waisen» (uboge frotice). Zudem wird unter dem eisernen Drucke der Wirklichkeit an die Gelderpressungen und Brandschatzungen10 erinnert. Volksthtimlich derb wird die Begierlichkeit der Franzosen «säuisch» (Pofherti fo bli kakor fvine), ihr unsittliches Verhalten «hündisch» (U fadershan kakor pese) genannt. Und nun wendet sich der Dichter seinem eigentlichen Helden, dem General zu, von dem er sagt, er geniesse geradeso wenig Achtung wie die andern. Zuerst berichtet er von einem Befehle Massena’s, Mäntel, Hemden, Schuhe16 17 bereit zu halten, da an den Franzosen alles zerrissen gewesen sei. Jetzt aber erfolgt der höchst derbe Angriff auf den General wegen seines Gedärmkatarrhs. Es wird gefragt, wohin seine Kraft entschwunden, da er von seinem Unterleibe beherrscht werde, es wird gesagt, dass ihm seine Freude entflohen, denn was hülfe Länderbesitz, wenn die «Aftersperre» in Verlust gerathen. Der Autor theilt weiter mit, es sei in seiner Nähe wegen der Luftverpestung nicht auszuhalten gewesen, es habe nicht genug rasch alles entgegen gereinigt werden können. Davon wisse der «Fürstenhof» (Firfhtov hof) am meisten zu erzählen, in welchem noch immer geräuchert und gelüftet wird. Nach einem obscönen Ausfall auf seine Krankheit und die sie begleitenden Uebelstände wird seine Abreise von Laibach gutgeheissen und erklärt, dass ihn jeder Bürger leicht vermisse. Derb-humoristisch sagt der Dichter, sie hätten schon die Leintücher getrocknet, um ihm mit ihnen zu räuchern. Alle Krainer wünschen ihm schliesslich Glück: er möge ohne Gefahr stets Sclave seiner Krankheit sein. Wie in dem ersten Volkslieder so werden auch hier die Franzosen und Massena mit oft nicht wiederzugebenden Schimpfwörtern überhäuft; sie heissen beispielsweise: Schwindler (fleparji), Betrüger (golufi), Falotten (faloti), Narren (norzi), Diebe (tatje). Nicht minder gelungen in seiner derb-komischen Art ist ein Franzosen-Vaterunser mit der Aufschrift: «Gebeth beim französischen Krieg» 18 (namenlos). Die einzelnen Worte und Bitten des Vaterunser werden theils dazu verwendet, das arge Treiben der Franzosen im Lande und besonders den Bauern gegenüber zu schildern, 16 Ebendaselbst p. 263. 17 Vergl. Dimitz am o. a. O. 18 Handschrift auf den beiden Vorderseiten eines Doppelquartblattes, im Besitze des krainischen Landesmuseums. so: ihre Gottlosigkeit, ihre Raubsucht, ihre Erpressungen, ihr Schuldenmachen, ihre Verführungskünste am weiblichen Geschlechte, ihre rohe Behandlung der Untergebenen, theils um Verzeihung vom Himmel zu erbitten wegen des Ausbleibens der Opfergaben und des tobenden und fluchenden Ingrimms über die Bedränger, schliesslich um die Befreiung von den Franzosen, um deren Niederlage, um Ruhe und Frieden zu erflehen. Ebenso wie früher werden auch in diesem Stücke Schimpfnamen den Feinden gegeben; sie heissen: Schlingel, Lumpenkerls und Eselstreiber, Brut. Die Paraphrase erhält durch die Wahrheit der Empfindung, die sich in derb-volksthüm-lichen Ausdrücken Luft macht, ihre volle Wirkung. Sodann begegnet uns auf diesem Gebiete Val. A^dnik, der ebenso den komisch-saty-rischen wie den ernst-gefühlsmächtigen Ton getroffen. In Epigramm-for.m werden bedeutsame Ereignisse und bedeutende Persönlichkeiten schon seit dem Jahre 1797 zum Gegenstände launiger Erörterung gemacht, die bisweilen einen Zusatz von Lob oder Spott erhält. Es finden sich von ihm drei Epigramme auf das im Jahre 1799 vom österreichischen General Kray eroberte Mantua unter dem gemeinsamen Titel: «Freude über die Erwerbung Mantua’s 1799» 19 vor. Das erste, auf einen Freudentrunk der Sieger hinweisend, wendet sich folgender-massen an Mantua: «Unser Mantua — Leer wird die Flasche — Bring noch des Weins.» Das zweite drückt die besondere Freude über die Erwerbung der Stadt aus mit den Worten: «Kaiserlich Mantua — Gern dich ergeben hast — Bleibst uns zu eigen.» Das dritte enthält einen Wunsch für beide Theile: «Mächtiges Mantua — Ehr’ du des Landes — Glück wünschen wir dir — Uns Frieden dafür.» Ein anderes Epigramm beschäftigt sich nach Art der Kalcn-derprophezeiungen mit dem Charakter des abgelaufenen und des herannahenden Jahres. Es lautet: «Vom Vorjahr der Kalender spricht: — Eiserner Blitzschlag und Kanonen. —• Der heurige verschweiget nicht: —Werd’ ’nen Vater und den Fried’ bekommen.»20 Hatten die genannten Sinngedichte Eroberungen und Friedensgeschenke im Hinblicke auf das österreichische Volk zum Inhalte, so sind in einigen anderen Herrscher und Volk der Franzosen die Zielscheibe des Spottes, der durch die ehrenvolle Hervorhebung ihrer Gegner nur noch an Schärfe gewinnt. Von einem dieser, von dem berühmten Flottenführer Nelson, heisst es: «Brauchst nicht zu 19 Levstik p. 31. 20 Levstik p. 32: «Das Jahr 1814» (Leto 1814) überschrieben. fürchten — Wenn auch ohn’ die rechte Hand — Steckst doch mit der linken — Die Franzosen in Brand.»21 Sodann von der Furchtbarkeit der Alliirten («Die Alliirten vom Jahre 1813 bis 1815» [Zdruzenci 1813. do 1815. letaj): 22 «Es krieget ein Degen—Von selt’ner Art — Gen Europas Kriegsschrecken — Ist schlecht er verwahrt.» Befasst sich ein nur mehr der Form nach hierher gehöriges Gedichtchen mit den wieder österreichisch gewordenen Schulen,23 so spricht in einem anderen «Kleinpeter» in einem komisch-naiven Tone seinen Dank für den erkämpften Frieden und dessen Wohlthaten aus. «Kleinpeters Dank» (Zahvala Petra Malega)24 hat folgenden Wortlaut: «Kleinpeter, euch dankt er — Dass ihr den Franzmann geschlagen — Dass wieder Friede kann tagen — Leben mög’ die Gerberei — Ebenso die Strumpfwirkerei — Vivat Mutter Einbrenn(suppe) — Dass sie doch nie uns wegrenn’.» Diesen slovenischen Epigrammen lassen sich ebenso gelungene in deutscher Sprache an die Seite stellen. In diesen werden besonders wichtige Ereignisse der Zeitgeschichte, Eigenthümlichkeiten der Franzosen, Bestrebungen und Verheissungen Napoleons in Verbindung mit seinem Geschick, die Macht der Alliirten u. s. f. im Lichte der Satyre vorgeführt. Drei sehr treffliche,25 die keinen Verfasser nennen, mögen an die erste Stelle gesetzt sein. Die ersten- beiden werden als «Gelegenheitsgedichte» bezeichnet. Die Bedeutung der Alliirten für Napoleon kennzeichnet treffend das erste: «Die Alliirten — unsere Bezwinger?» — Rief Bonaparte, «das ist Gottes Finger!» — «Nein!» sprach sein kluger Adjutant, — «Nicht Finger — Gottes ganze Hand.» Das zweite bemerkt mit Humor, dass Napoleon, der einst Sansculotten regiert, nun zu anderen Sansculotten, zu Schottlands Kriegern, exilirt ist. Das dritte hat eine eigene Aufschrift: «Glücklicher Erfolg,» und erzählt davon, wie die Verheissung des Corsen betreff des Heils des Continentes erfüllt worden: «Das Glück des Continentes verhiess Napoleon; — An seiner Statt erfüllt’s — Bellorophon.» Die schärfste Satyre auf Napoleons organisatorische Thätigkeit enthält wohl das Epigramm: «Die Ratzen auf der Insel 21 Levstik p. 31 mit der Aufschrift: «An Nelson» (Nelsone). 22 Levstik p. 32. 2:1 Levstik p. 34. Es trägt an seiner Spitze die Worte: «Die Schulen wieder österreichisch» (Sole spet estrajske). 24 Levstik p. 34. 25 L. W. Bl. Nr. 32 (1815). Helena.» Eine Zeitungsanekdote. (Adespoton.)26 Sie hat folgenden Wortlaut: «Ich habe mir erzählen lassen, — Und selbst die Chronik stimmet ein, — Dass Ratzen mitten in dem Rhein, — Den bösen Bischof Hatto frassen; — Was Himmel wird auf Helena gescheh’n, — Verjagt sie nicht von dort Napoleon — Durch eine neue Constitution! — Kann es ihm besser als dem Hatto geh’n?» Harmlosen Humor verrathen zwei andere, in deren einer über die Stimmung und Lage Frankreichs und der Verbündeten im Jahre 1814 bei Benützung von Barometerbezeichnungen berichtet wird. Vor der Angabe des «Barometer-Zustandes»27 werden als Ueber-bringer dieser Mittheilung die Kosaken, als Autor dieses Bonmots ein französischer Officier bezeichnet. Der poetische Witterungsbericht bringt folgendes Detail: «Die verbündeten Mächte — Schön; die französischen Generale—Veränderlich; Frankreich — Regen; die Regierung — Sturm; der Schatz — Trocken.» In dem anderen wird die Verehrungswürdigkeit einer Dreieinigkeit, nämlich die der Kaisertrias, auch für Nichtchristen hervorgehoben. Diese humoristischen Zeilen werden einem jüdischen Kaufmanne in Fürth bei Nürnberg zugeschrieben und lauten: «Als Israelite zwar geboren — Und auf den Einigen geschworen, — Bin ich anjetzo doch bereit, — Zu verehren die Dreieinigkeit. — Ich sag’ es daher frei, — Dass diese wirklich sei: — Alexander I.— Franz II.—Friedrich WilhelmIII.»48 Die Haltbarkeit des Pariser Friedens vom 30. Mai 1814 wird durch eine den Ryswicker Frieden29 betreffende numismatische Notiz beleuchtet. Durch ein Loch in der aus diesem Anlasse geprägten Denkmünze sollte die Haltlosigkeit des bezeichneten Friedensschlusses symbolisch angedeutet werden. Indem nun mit diesem schon im vorhinein stark angezweifelten Frieden der Pariser Friede des Jahres 1814 zusammengestellt wird, werden zwar die Gründe, die eine längere Dauer des letzteren erwarten lassen, angeführt, doch durch die lakonische Bemerkung «Irren ist menschlich» die Gleichwertigkeit beider Friedensabschlüsse erkannt. Recht launig ist ferner ein grösseres poetisches Gebilde: «Epistel an den jungen Herrn 1814 von einem Bürger Europens»,30 gehalten. Der 2ä L. W. Bl. Nr. 42 (1815). 27 L. W. Bl. Nr. 8 ([814). 28 L. W. Bl. Nr. 28 (1814). 29 L.W.Bl.Nr.31 (1815), angeführt unter: Friedensmünze vom Jahre 1697. 30 L. W. Bl. Nr. 1 (1814). unbekannte Dichter will dem jungen Jahre, wie dies jedem Kinde schon bei der Taufe geschieht, die Hölle heiss machen und ein «Friedens-Pactum» mit ihm schliessen. Bei dem grossen Elende Deutschlands und deshalb, weil schon das Vorjahr die Friedenshoffnung durch den grossen Sieg geweckt, möge es den Frieden verwirklichen, Freuden bringen und die Menschlichkeit zur Herrschaft gelangen lassen, da man die französische Juristerei schon satt bekommen habe. Noch sind zwei Satyren in ungebundener Rede, in der Form des Dialogs abgefasst, anzuführen, von denen die eine das Gepräge der ernsten Satyre an sich trägt, die andere an das Komische streift. Den Gegenstand der Polemik bilden einerseits die Franzosen und Napoleon, andererseits Napoleon allein, die verdienten, aber auch sehr herben Tadel und Spott erfahren. Die erste, sich selbst als «Gespräch im Schattenreiche zwischen Moreau und Narbonne»31 32 bezeichnend, führt uns eine Begegnung zwischen den beiden genannten Männern vor, bei welcher Moreau sein Erstaunen über das Erscheinen des Generals Narbonne ausspricht und ihn fragt, woher er gekommen. Nachdem er ihm dies sowie die erlittenen Niederlagen und Schäden der Franzosen in der jüngsten Zeit mitgetheilt, wird das Gespräch auf den Charakter der Franzosen und auf Napoleon gelenkt. Während Narbonne als feuriger Patriot sein Volk und seinen Herrscher vertheidigt, ihrer Grösse und ihrem Niedergange ein lebendiges Gefühl entgegenbringt, anerkennt zwar Moreau die Fähigkeit der Franzosen, über die anderen Völker zu herrschen, hebt aber auch die Verkehrtheit ihrer oft von Gewaltthätigkeit begleiteten Reformirungssucht bei den beherrschten Völkern hervor, durch welche sie ihre Herrschaft selbst erschüttern. Daher trifft auch den Plan Napoleons von einer Universalmonarchie der schärfste Tadel, da dieser bei den zum Bewusstsein ihrer Menschenwürde gelangten Völkern Europa’s auf den heftigsten Widerstand stossen werde. Der einzige Ausweg aus diesem Völkerconflicte sei — der Friede. In der zweiten, sehr scharf zugespitzten Satyre: «Gespräch auf dem Schlachtfelde bey Mont St. Jean zwischen Hut und Mantel»,3'2 entspinnt sich zwischen diesen beiden Bekleidungsstücken Napoleons an dem bezeichneten Orte ein Zwiegespräch. Der Mantel, ein begeisterter Anhänger und Lob- 31 L. W. Bl. Nr. 3 (1814). 32 L. W. Bl. Nr. 29 (1815). — Die Schlacht selbst ward am 18. Juni 1815 geschlagen. Mittheilungen des Musealvereines für Krain 1890. 15 226 redner seines Herrn, wird durch die vernichtende Ironie des nüchternen Hutes, der unter anderen hämischen Bemerkungen auch diese fallen lässt, dass andere Feldherren noch grösser seien als Napoleon, da sie sich nicht, so wie er, hätten schlagen lassen, ganz in Wuth versetzt, so dass er letzteren fordert. Gerade bei diesem Auftritte findet sie ein englischer Soldat, der sie in seinen «Schnappsack» packt und seinem General behufs Weitersendung nach England übergeben will. Dort soll nach seinem Ausspruche Napoleons Hut, wie einst der Gesslers, als Symbol der wiedergewonnenen Freiheit auf Stangen aufgehängt werden. Diese kurze Betrachtung dürfte wohl den Erfahrungssatz bestätigen, dass der Volkshumor und die Zeitsatyre in bewegten, ereignisreichen Epochen kräftige Blüten getrieben hat, und zeigen, dass auch die besprochenen Erzeugnisse des Witzes und Sarkasmus während der Befreiungskriege sich durch die grosse Lebendigkeit und Anschaulichkeit der Darstellung, durch eine treffliche, bisweilen überraschende Pointirung, durch Originalität der Erfindung auszeichnen. Indem die satyrische Poesie den bedeutsamen Ereignissen folgt, gewaltige und gewichtige Persönlichkeiten ins Auge fasst, liefert sie ein gutes Stück Zeitgeschichte, oft in der grellsten Beleuchtung. Prof. Alexander Pucskd. II. Abhandlungen naturwissenschaftlichen Inhaltes. 15* Mycologia Carniolica. Ein Beitrag zur Pilzkunde des Alpenlandes. Von W. Voss. II. Die höheren Basidiomyceten, mit den Familien derZitter-, Haut- und Bauchpilze (Tremellini, Hymenomycetes et Ga-steromycetes) sind —- wie im ersten Theile hervorgehoben wurde — im vorigen Jahrhunderte durch Scopoli studirt worden. Seinen gründlichen 'Beobachtungen verdankt die Wissenschaft eine Reihe allgemein anerkannter Arten, von denen so manche mit neuen Speciesnamen späterer Forscher in den mycologi-schen Werken aufgeführt worden sind. Die Forschung der letzten Jahre hingegen hat Scopoli's Vorrecht in den meisten Fällen zur Geltung gebracht. Auf die Verbreitung dieser Pilze in Oberkrain war zunächst mein Hauptaugenmerk gerichtet. Dabei ergaben sich manche andere Arten, die damals überhaupt unbekannt waren oder nicht unterschieden wurden. Während in der zweiten Auflage von Scopoli’s «Flora carniolica» bei 150 Arten beschrieben sind, so konnten im Folgenden 439, als in Krain vorkommend, bezeichnet werden; daher zwei Drittel jener Species, die für Niederösterreich nachgewiesen sind und um 89 Arten weniger, als man aus Oberösterreich kennt. Hingegen sind in Steiermark bisher nur 361 Arten aufgefunden worden.1 — Mit Berücksichtigung des Flächenraumes und der 1 Conf. Beck, Uebersicht der bisher bekannten Kryptogamen Niederösterreichs. Wien 1887. — Poetsch und Schiedermayr, System. Aufzählung der im Erzherzogthume Oesterreich ob der Enns bisher beobachteten samenlosen Pflanzen (Kryptogamen). Wien 1S72. — Wettstein, Vorarbeiten zu einer Pilzflora der Steiermark, I. und II. Wien 1885, 18S8. Bodenverhältnisse Krains, kann dieses Ergebnis immerhin als ein günstiges bezeichnet werden. Weniger günstig stellt sich ein Vergleich mit Salzburg, über welches Gebiet insbesondere die mehr als 30jährigen Beobachtungen Sauters vorliegen. Ich bin mir daher wohl bewusst, dass spätere Pilzkenner, denen neuere Bilderwerke zur Verfügung stehen, noch manche Art oder Form ■— besonders unter den Agaricineen — beobachten und dadurch die Landesflora bereichern werden. Auf die Unterlagen (Substrate) der höheren Pilze sowie auf deren Abänderungen und Ausbildungsweisen wurde eingehender Rücksicht genommen. Einige der aufgezählten Basidiomyceten scheinen in pflanzengeographischer Beziehung von grösserem Interesse zu sein. Krain nimmt Antheil an drei grossen Florengebieten Europa’s. Auf dem Boden des Landes begegnen sich die Arten der baltischen, der pontnischen und der alpinen Flora. — Wettstein"- hat meines Wissens zuerst darauf aufmerksam gemacht, dass manche Humusbewohner für einzelne dieser Gebiete ebenfalls bezeichnend sind und in denselben häufiger auftreten, während sie in den anderen Florengebieten fehlen oder doch weit seltener zu finden sind. Als Arten, welche die pontnische Flora bezeichnen, können Polyporus laccatus, Daedalea Kalch-brenneri, Lentinus coriaceus, Tulostoma mammosum genannt werden. — Der baltischen Flora gehören viele Boleten, Le-piota- und Amanita-Arten fast stets an, während die alpine Region viele Cortinarius-, Panaeolus- und Omphalia-Arten besitzt, wie auch Polyporus cinnabarinus und Clavaria pyxidata vorzüglich in höheren Gebirgslagen angetroffen werden. — Andere hingegen, als Corticium caeruleum, Hydnum suaveolens, Polyporus Pes Caprae, P. arcularius, Agaricus caesareus, A. Coccola, Clathrus cancellatus, Tuber gulosorum und Elapho-myces-Arten, dürften dem mediterranen Florengebiete beizuzählen sein. Eingehende Beobachtungen in dieser Richtung werden noch Klärung dieser Verhältnisse bringen. 2 Verhandlungen der zoolog.-botan. Gesellschaft, Jahrg. 1888, p. 161. II. Familie: Tremellini Fries. Zitterpilze. 1. Ditiola Fries. 1. D. lentiformis (Scopoli in Flor. carn. Ed. II., T. II., p. 481, als Elvela. 1772). — Syn. Helotium radicatum Alb. et Schw. in Consp. Fung. 348. (1805.) Ditiola radicata Fries. Herdenweise auf einem Strunke von Pinus sylvestris L. bei Rosen-bacli im September; bei Idria (Scop.). 2. Dacryomyces Nees. 1. D. deliquescens (Bulliard in Histoire des Champign., p. 219, T. 45s, Fig. 3, als Tremella). Duby, Botan. Gallic. II., p. 729. — Syn. Tremella lacrymalis Pers. Auf faulendem Fichtenholze, an Bretterwänden u. dg!, während des ganzen Jahres gemein bei Tivoli, auf dem Schlossberge bei Laibach; Lees und Veldes in Oberkrain. 2. D. abietinus (Pers. in Observ. I., p. 78, als Tremella). — Syn. D. stillatus Nees, Calloria stillata Fries. An faulenden Baumwurzeln, Zäunen u. dgl. gleichfalls während des ganzen Jahres bei Laibach. 3. Calocera Fries. 1. C. furcata Fries, System, myc., p. 486. Zwischen Moosen an abgestorbenen Fichtenstrünken im Herbste. In den Waldungen der Rosenbacherberge stellenweise. 2. C. viscosa (Pers. in Comment. d. fung. clav., p. 53, als Clavaria). Fries, System, myc. I., p. 486. Zwischen Moosen an faulenden Stämmen auf dem Golovcberge bei Laibach im Juli. 4. Guepinia Fries. 1. G. rufa (Jacq. in Miscell. I., p. 143, T. 14. als Tremella). 1773. — Syn. Elvella rufa Schrank, Bairisch. Flora II., p. 581. 1789. Tremella helvelloides DC. Guepinia hel-velloides Fries. Auf der Erde zwischen Moosen in den Waldungen des Krimberges (hinter dem Dorfe Oberigg) im September; längs des Fussweges von Podnart nach Birkendorf in Oberkrain. Von K. Deschmann wurde diese Art im St. Cantianer Walde bei Rakek beobachtet, wo sie stellenweise auf den prächtigen Waldwegen zwischen dem Kalkschotter gar nicht selten zu finden ist. 2. G. merulina (Pers. in Myc. europ. I., p. 279, als Phialea). Quél. Ouelq. esp. IL, p. 11. — Syn. Dacryomyces con-tortus Ces., Guepinia Buccina Saccardo, Mycologia Ve-netae Specimen, p. 6, T. VIII., Fig. 1—6. Auf berindeten, zu Geländern verwendeten Eichenästen im Parke zu Kaltenbrunn im Juli. Ist der G. tubaeformis Fuckel ähnlich und dürfte sich wohl nur durch geringere Grösse und die Form der Sporen davon unterscheiden. 5. Naematelia Fries. 1. N. encephala (Willdenow im Botan. Magazin I., p. 17, als Tremella). Fries, Systema mycol. IL, p. 277. An abgestorbener Fichtenrinde bei Laibach im Herbste nicht selten anzutreffen; bei Veldes in Oberkrain. 6. Auricularia Bulliard. 1. A. mesenterica (Dickson in Crypt. Brit. L, p. 20, als Hel-vella). Persoon, Myc. europ. L, p. 97. Herdenweise an abgestorbenen Eichen auf dem westlichen Gipfel des Grosskahlenberges ; auf Aesculus Hippocastanum L. in Alleen bei Laibach; auf altem Werkholze in Schalkendorf bei Veldes; an Juglans regia L. auf dem Ulrichsberge bei Zirklach; auf Fagus sylvatica L. ebenda. 2. A. Auricula Judae (Linné in Spec. plant., p. 1625 als Tremella). — Syn. Elvela sambucina Scopoli. Flora carn., Ed. IL, T. IL, p 478. Auricularia sambucina Martius Flor, erlang., p. 459. Exidia Auricula Judae Fries, Systema IL, p. 221. Hirneola A. J. Berkeley, Outlines of Fung., p. 289. Exsc. Thuemen, Mycotheca univ. 2015 (auf Sambucus). An den Stämmen verschiedener Laubbäume ; bis nun an : Acer Negundo L. In einem Garten Laibachs (Dr. J. Kosler) durch mehrere Jahre. Aesculus Hippocastanum L. In Alleen nächst Laibach. Corylus Avellana I,. Von Scopoli bei Idria beobachtet. Hedera Helix L. Nach einem Exemplare des krainischen Landes- museums. Robinia Pseudacacia L. Im Laibacher Stadtwalde. Sambucus nigra L. Bei Laibach; Schalkendorf bei Veldes; Ulrichsberg. Viburnum Opulus L. Bei Idria nach Scopoli’s Flora carniolica. 7. Tremella Fries. 1. Tremella glandulosa Bull. Champ., T. 420, Fig. 1. — An alten Stämmen von: Populus tremula L. Bei Laibach nicht selten im Herbste. Prunus Avium L. Auf dem Ulrichsberge bei Zirklach. 2. Tr. mesenterica (Schaeffer, Icones fung., pag. 108, T. 168, als Elvela). Retzius in Act. holm. 1769, p. 249. An abgestorbenen Strünken sowie an Werkholz im Herbste nicht selten; bei Laibach; Zalilog bei Eisnern; auf der Grmada bei Billich-graz (leg. Deschmann); bei St. Katharina ob Zwischenwässern; bei Veldes. Ein Pilz, der durch die gallertigen, goldgelben Fruchtkörper, deren Oberfläche mit gehirnartigen Falten oder Windungen versehen sind, sofort zu erkennen ist. „ 3. Tr. lutescens Persoon, Synops. fung., p. 662. Die hellgelben, an ihrer Oberfläche mit welligen, gewundenen Falten versehenen Fruchtkörper dieses Pilzes Anden sich hin und wieder an Carpinus-Aesten im Walde bei Tivoli. 4. Tr. foliacea Persoon, Observat. myc. II., p. 98. An Fichtenrinde bei Unterrosenbach nächst Laibach im Herbste. Die lappigen Fruchtkörper sind an ihrer zimmtbraunen Farbe leicht kenntlich. Schalkendorf bei Veldes. 5. T. fimbriata Persoon, Observat. myc. II., p. 97. An abgestorbenen Aesten und Stämmen bei Laibach im' Herbste. Durch eingeschnittenen, wellig-gefransten Rand der Fruchtkörper und schwärzlich-olivengrüne Farbe ausgezeichnet.3 8. Tremellodon Persoon. 1. T. gelatinosum (Scopoli in Flora carn., Ed. II., T. II., p. 472, als Hydnum). Fries, Hymenomycetes Europaei, p. 618. — Syn. Hydnum cristallinum Flor. dan. Im Plerbste an faulenden Strünken, seltener auf liumösem Waldboden bei Laibach und anderorts im Gebiete im Herbste gemein. Einer der reizendsten Pilze unserer Flora, dessen reinweisse, krystallartigen Tremella sarcoides (Dicks.) sieh bei Ombrophila s. Karst. Hüte, die eine spatelförmige oder löffelartige Gestalt besitzen und an der Unterseite das Stachel- oder zapfenartige Hymenium tragen, sofort auffallen. Man findet die Hüte fast immer an den Stämmen der Nadelhölzer. III. Familie: Hymenomycetes Fries. Hautpilze. a) Clavariei. Keulenpilse. 1. Pistillaria Fries. i. P. coccínea (Corda in Sturm, Deutschi. Flora, 3. Abth., 2. Bdchn., p. 59, Taf. 27, als Scleromitra). Fries, Epicrisis, p. 587. — Herdenweise an trockenen Stengeln von: Cynanchum Vincetoxicum R. Br. Auf dem Uirichsberge im Mai. Scrophularia nodosa L. Ebenda. Nach Dr. Winters Meinung (Die Pilze etc., I. Bd., I. Abth., p. 297) ist diese Art identisch mit P. micans (Pers.). 2. Typhula Fries. 1. T. erythropus (Persoon in Comment., p. 84. als Clavaria). Fries, Observât. IL, p. 297. Von Dr. Welwitsch auf Holz in der Adelsberger Grotte beobachtet ; ich fand den Pilz reichlich an der aus Nadelholzstämmen hergestellten Zimmerung im Bergwerke Littai mit den Sclerotien (nach de Bary: Sclerotium crustuliforme Desm.), die in den Rindenrissen eingesenkt sind. Einzelne Fruchtkörper zeigten gabelige Verzweigung der Stiele, wovon jeder ein Keulchen trägt; bei anderen sind die Keulchen gegabelt; also wohl Verwachsungen. 2. T. tenuis (Sowerby in Engl. Flora als Clavaria). Fries, Systema I., p. 495. An dürren Halmen von Juncus effusus L. im Doblica-Graben bei Zirklach; Mitte Juni. Die schwärzlichen Keulchen messen etwa 3 — 5 mm. 3. T. muscicola (Persoon in Observ. mycol. II., p. 60, Tab. III., Fig. 2, als Clavaria). Fries, Epicrisis, p. 585. Zwischen sehr feuchten Laubmoosen an dem Stamme einer Esche (Fraxinus excelsior L.) bei Radmannsdorf in Oberkrain. Die weissen, zarten, etwa I cm hohen Fruchtkörper entspringen einem kleinen gelblichen Sclerotium; die Stiele sind kahl, die verdickte Keule walzenförmig. Die Basidosporen fand ich sichelförmig und farblos. 4. T. complanata (de Bary als Clavaria). Schroeter, Pilze, p. 441. — Syn. T. juncea Karsten. Gesellig in Wäldern, an faulenden Blättern im Herbste. Ich fand bisher nur die Sclerotien, welche von Tode als Sc. complanatum beschrieben worden sind. 5. T. variabilis Riess in Klotsch, Herb, vivum mycol., Cent. XVII. (Cit. bei Schroeter). An faulenden Blättern, Stengeln u. dgl. Auch hier wurde nur das Sclerotium, welches Tode Sc. Semen nannte, nicht selten beobachtet. 3. Clavulina Schroeter. 1. C. Kunzei (Fries in Systema myc. I., p. 474, als Clavaria). Schroeter, Pilze, p. 442. Truppweise an sandigen, feuchten Waldstellen der Rosenbacherberge bei Laibach; bei Podnart in Oberkrain. Von Juli bis September. Eine der schönsten Clavulina-Arten, deren reinweisse, gebrechliche Fruchtkörper wiederholt gabelästig sind und etwa 6—8 cm Höhe erreichen. 2. C. cristata (Holmskiold in Beata ruris Otia fungis danicis als Ramaria). Persoon, Synops. fung., p. 591. Reichlich iiruHerbste auf feuchtem Waldboden der Rosenbacherberge. 3. C. cinerea (Bulliard in Champ., p. 204, T. 354). Schroeter 1. c. p. 443. In den Waldungen des Golovcberges bei Laibach ; stellenweise im September. 4. C. coralloides (Linné in Flora Suecica, Nr. 1268, als Clavaria). Schroeter 1. c. p. 443. Von Scopoli in den Wäldern von Idria beobachtet. NB. Schroeter trennt Clavulina von Clavaria, da die Basidien nur zwei Strigmen besitzen, die Sporen gross, fast kugelig sind und eine dicke, farblose, glatte Membran besitzen. Bei Clavaria haben die Basidien vier S erigmen ; die Sporen sind kugelig, elliptisch oder eiförmig, ihre Membran ist farblos und dünn. Auch an trockenen Clavulina-Arten sind die Sporen ihrer festen Membran wegen mikroskopisch leicht nachweisbar , wodurch sich diese von den weissporigen Clavaria-Arten leicht unterscheiden lassen. 4. Clavaria Vaillant. *- Halocoryne Fr. Fruchtkörper einzeln, ungetheilt, keulenförmig. 1. C. falcata Persoon, Comment., p. 81, Tab. 1, Fig. 3. Auf feuchtem Sandboden in den Anlagen bei Tivoli nächst Laibach unter Gebüsch im October. 2. C. canaliculata Fries, Observ. mycol. IL, p. 294. Id. Hy-menomycet. Europ., p. 678. Im November auf feuchter Erde in den Waldungen der Rosenbacherberge. Durch die reinweissen, röhrigen, später zusammengedrückten Fruchtkörper leicht kenntlich. 3. C. Lígula Schaeffer, Icones fung., p. 116, T. 171. — Syn. C. caespitosa Wulfen in Jacq. Miscellanea austr. IL, Tab. 12, Fig. 2. Auf feuchtem Waldboden im Walde bei Tivoli. August. 4. C. pistillaris Linné, Flora suecica, Edit. II., p. 456. In den Wäldern Krains (Scopoli) ; in den Waldungen unter dem Gipfel des Kumberges in Unterkrain (Deschmann). Im Walde beim Rotli-weinerfall in Oberkrain. * Syncoryne Fr. Fruchtkörper ungetheilt, am Grunde biischelig verbunden. 5- C. fragilis Holmskiold in Otia I., p. 7, var. gracilis Pers. (als Art). Auf Grasplätzen bei Laibach im Herbste stellenweise. 6. C. vermiculata Micheli, Nova Plantarum Genera, p. 209, T. 87, Fig. 12. — Syn. C. vermiculata Scop. Flora carn., Ed. II., p. 483. In Wäldern, wahrscheinlich bei Idria. 7. C. argillacea Persoon, Comment., p. 74. Auf sandigen Stellen bei Tivoli im August. 8. C. fusiformis Sowerby, Engl. Fungi, Tab. 234. In den Waldungen der Rosenbacherberge im Herbste. Die gelben, bis 8 cm hohen, oft röhrigen Fruchtkörper sind rasenweise verbunden oder auch einzeln. * Ramaria Holm. Mit mehr oder minder stark entwickeltem Stamme, der sich wiederholt korallenförmig verzweigt. Ochrosporae. Sporenpulver ockerfarben, Membran der Sporen gelblich. 9. C. grisea Persoon, Comment., p. 44. Auf dünn begrasten Plätzen der gemischten Wälder bei Laibach; nicht selten im September. 10. C. abietina Persoon, Comment., p. 46. Unter Fichten in den Anlagen bei Tivoli nicht selten im Herbste. Durch die ockergelben, reich verzweigten Fruchtkörper, die einem ziemlich dicken Stamme entspringen, auffällig. 11. C. formosa Persoon, Icon, et Descript., p. 1, T. 3, Fig. 5. Im September in den Waldungen des Krimberges. Die orange-rosen-farbigen, einem dicken Strunke entspringenden Fruchtkörper erreichen die Höhe bis io cm. Essbar. (Ziegenbart.) 12. C. rufescens Schaeffer, Icones Fung., T. 288. Einzeln in den Waldungen Lei Tivoli; häufiger auf dem Laibacher Felde bei Kaltenbrunn. Ist essbar und kommt öfter auf den hiesigen Markt. Durch gelben Stamm und röthliche Spitzen der Fruchtkörper ausgezeichnet. 13. C. aurea Schaeffer, Icon. Fung., T. 287. Ebenfalls in den Waldungen bei Tivoli; auf dem Laibacher Felde und auf der Straza bei Veldes im Herbste. Im Aeussern ähnlich der CI. flava, von welcher sie sich durch die Farbe der Sporen und mehr elastische Substanz leicht unterscheidet. Leucosporae. Sporenpulver weiss, Membran der Sporen farblos. 14. C. pyxidata Persoon, Comment., p. 47, T. 1, Fig. 1. An faulenden Eichen in den Waldungen des Vini vrh ob Franzdorf im Juli. Eine durch den Bau des Fruchtkörpers ausgezeichnete und dadurch leicht kenntliche Art. Dieselben sind 8—12 cm hoch, lederfarbig oder röthlich gefärbt; der Stamm ist dünn und kahl, mitunter reichlich verzweigt. Die Aeste stehen fast quirlig, kandelaberartig, mit becherartigen Erweiterungen an ihren Enden, von deren Rand mitunter zahlreiche Spitzchen ausstrahlen. Im Gebiete, wie auch sonst, selten. 15. C. Botrytis Persoon, Comment., p. 41.. —• Syn. CI. coral-loides Scop. Fungi Hung., p. 150. CI. plebeja Wulf. Im Herbste stellenweise in Laubholzwäldchen der Rosenbacherberge und auf dem Krim. Als Speiseschwamm öfter auf den Markt gebracht. 16. C. flava Schaeffer, Icon. Fung., T. 175. Auf dem Rosenbacherberge; auf dem Golovc und Grosskalilenberge; auch auf der Straza bei Veldes. Ein Pilz, welcher auch auf dem hiesigen Markte verkauft wird. NB. In einigen Theilen Oberkrains, beispielsweise in der Veldeser Gegend, nennen die Landleute die grossen gelblichen oder röthlichen Keulenpilze «Krempeljci», abgeleitet von krempelj = Kralle. b) Kxobasidiacei. 1. Exobasidium Woronin. 1. E. Vaccinii (Fuckel, Botan. Zeitg. 1861 als Fusidium). Woron. Abh. d. naturf. Gesellsch. z. Freiburg, IV. Bd., 4. Heft. — An den lebenden Blättern von: Vaccinium Myrtillus L. Auf dem Golovc und den Rosenbacherbergen. Vaccinium Vitis Idaea L. Bei den Weissenfelser Seen; im Pisnica-thale bei Kronau ; im Martulikgraben ; im Uratathale bei Mojstrana ; auf dem Wege nach Kranjska Dolina ob Görjach; zwischen Podnart und Birkendorf. er) Forma: Andromedae.- Syn.E. Andromedae Karst, in Thuemen, Mycotheca univ. 1110. Exs. Rabenhorst-Winter, Fungi europ. 2720. Kerner, Flora exs. Austro-Hungarica 1958. An den Stengeln und Blättern von: Andromeda polifolia L. Auf den Morastwiesen, besonders längs der Abzugsgräben, bei Lauerza und Scbwarzdorf nächst Laibach. ß) Forma: Rliododendri. — Syn. E. Rhododendri Cramer in Rabenhorst, Fungi europ. 1910. An den Blättern von : Rhododendron hirsuturn L. In der Alpenregion reichlich verbreitet ; so auf dem Kamenvrh bei Wurzen (leg. K. Desclimann) ; am Bela-Ufer bei Karnervellach (leg. V. Plemel) ; auf dem Stol bei Jauerburg; im Martulikgraben bei Kronau und im Koroska-Graben des Loiblthales. Dieser Pilz, dessen Mycel im Innern der Nährpflanze wuchert und an der Oberseite der Blätter die Sporen abgliedert, verändert die Wirtspflanze in sehr verschiedener Weise. An Vaccinium Myrtillus bilden sich in den Blättern kleine linsenförmige, wenig verdickte Gallen, die an der Unterseite das weisse Sporenpulver tragen. An Vaccinium Vitis Idaea entstehen an den Blättern ziemlich grosse blasenförmige Auftreibungen, an den Stengeln Verdickungen. Die von diesem Pilze befallenen Individuen von Andromeda polifolia fallen schon von der Ferne durch ihre rothe, ins Bläuliche spielende Färbung auf; sie sind gewöhnlich stark verlängert und gelangen nicht zur Blüte. An Rhododendron endlich verursacht der Schmarotzer die Bildung von runden, innen fleischigen Blattgallen , welche Erbsen- bis Haselnussgrösse besitzen. Ihre der Sonne zugewendete Seite ist roth, die andere gelblich gefärbt, daher sie die Schweizer «Alpenrosenäpli» nennen. Tritt hierauf Sporenbildung ein, so sind diese Gallen, die gewöhnlich an der Oberseite der Blätter sitzen, mit einem weissen Pulver bestäubt. 2. Microstoma Niessl. 1. M. Juglandis (Bérenger in «II seciume de Gelso Att. di Treviso, Vol. 7, 1849,» als Fusidium). Schroeter, Pilze, p. 414. — Syn. M. pallidum Niessl, Vorarbeiten z. e. Krypt. Flora v. Mähren, p 28. An der Unterseite lebender Blätter von : Jug-ans regia L. Im Sommer nicht selten in und um Laibach; in Gärten bei St. Veit, Lees und Veldes. Das Mycel des Pilzes wuchert in der Blattsubstanz, Öfter blasenförmige Auftreibungen veranlassend. Die aus den Spaltöffnungen des Blattes hervortretenden Basidien entwickeln farblose spindelförmige Sporen, die auf der Unterseite der Blätter schnee-weisse, I—2 cm lange und breite Ueberzüge bilden. 2. M. album (Desmazieres in Ann. sc. nat. 1838, X. T., p. 309, als Fusisporium). Saccardo, Sylloge fung., Vol. IV. — Syn. Torula quercina Opiz, Coniosporium quercicola Lasch, M. quercinum Niessl. An der Unterseite lebender Blätter von: Quercus pedunculata Ehrh. Im September bei Rosenbüchel nächst Laibach; selten. c) Telephorei. 1. Corticium Persoon. c) Hypoclinus Fries. Fruchtkörper flockig-filzig, mitunter etwas fleischig, oft mit filzigem, fast pulverigem Hymenium. 1. C. Sambuci Persoon, Dispositio fung. 21. — Syn. Thele-phora calcea var. sambucina Pers. An alter rissiger Rinde von: Sambucus nigra L. Bei Laibach nicht selten. ß) Eucorticium. Fruchtkörper häutig, fleischig oder lederartig, von gleichmässiger (ungeschichteter) Structur, auf der Unterlage flach ausgebreitet und gewöhnlich fest anhaftend. Hymenium warzig. 2. C. comedens (Nees in Systema, p. 239, als Telephora). Fries, Epicrisis, p. 565. — An abgestorbenen, abgefallenen Aesten und Zweigen von: Carpinus Betulus L. Bei Laibach häufig im Herbste. Quercus sp. In den Waldungen der Rosenbacherberge. 3. C. incarnatum (Persoon in Synops., p. 573’ als Thelephora). Fries, Epicrisis, p. 564. — An feuchtliegenden, abgestorbenen Laubholzästen; so an: Castanea vesca Gärtn. Auf dem Golovc im Herbste nicht selten. Fagus sylvatica L. Ebenda. Robinia Pseudacacia L. (Thelephora lateritia Pers.) Im Stadtwalde; bei Oberschischka nicht selten. 4. C. cinereum Persoon, Disposit., p. 31. — Syn. Thelephora cinerea et Th. Picea Pers. An der Rinde von: Fagus sylvatica L. Auf der Mala planina ob St. Leonardi bei Zirklach. Tilia ulmifolia Scop. Im Walde bei Tivoli, Ende Juli. Sporen hyalin, oval oder eiförmig, gerade, selten bogig, 3—4 p. 1., 1 p. br. 5. C. quercinum (Persoon in Synops., p. 573, als Thelephora). Fries, Epicrisis, p. 563. An abgestorbenen Eichenästen (Qu. pedunculata Ehrh.) in den Waldungen der Rosenbacherberge gemein. 6. C. caeruleum (Schräder in Spicilegium, p. 187, als Thelephora). Fries, Epicrisis, p. 562. — An abgestorbenen Aesten von: Carpinus Betulus L. Im Winter bei Unterrosenbach. Quercus sp. Bei Lees in Oberkrain. Eine durch die schöne blaue Farbe ausgezeichnete Art; jüngere Fruchtkörper sind am Rande weiss, byssusartig. 7. C. leve Persoon, Dispositio, p. 30. An faulenden Strünken in den Waldungen bei Laibach nicht selten; October bis April. In der Jugend fleischfarben, später bräunlich, von der Unterlage ablösbar, am Rande von vveissen, schimmelartigen Fäden umgeben. 8. C. lacteum Fries, Epicrisis, p. 560. — Die milchweissen, häutigen Fruchtkörper an der Bocke von: Aesculus Hippocastanum L: Stellenweise in den Alleen Laibachs im Herbste; an Ampelopsis in den Anlagen bei Tivoli. 9. C. giganteum Fries, Epicrisis, p. 559. An der Rinde von Pinus sylvestris L. und Abies pectinata DC. bei Laibach nicht selten im Herbste. Die Fruchtkörper bilden auffallende weisse Ueberzüge auf der Rinde der genannten Nadelhölzer; sie sind oft 20—30 cm lang, leicht ablösbar, beim Trocknen werden sie knorpelig. 2. Stereum Persoon. 1. St. Pini Fries, Epicrisis, p. 553. — An abgestorbenen Aesten von: Pinus sylvestris L. Bei Laibach während des ganzen Jahres, besonders im Herbste. 2. St. abietinum Fries, Epicrisis, p. 533. An alten Tannenbrettern ausgebreitete braune Krusten bildend; bei Laibach nicht selten. 3. St. tabacinum (Sowerby in Engl. Fungi, Taf. 25, als Auri-cularia). Fries, Epicrisis, p. 550. — An abgefallenen Zweigen von: Castanea vesca Gärtn. Auf dem Ulrichsberge bei Zirklach. Corylus Avellana L. Bei Laibach. 4. St. rubiginosum (Dickson in Plant, crypt. brit. I., p. 20, als Helvella). Fries, Epicrisis, p. 550. Auf Holz in der Adelsberger Grotte. 5. St. sanguinolentum (Albertini u. Schweinitz in Conspect., p. 274, als Thelephora). Fries, Epicrisis, p. 549. Auf Holz in der Adelsberger Grotte. Diese und die vorangehende Art wurden in sehr grossen und schön entwickelten Exemplaren von Welwitsch aufgefunden. (Flora 1838, II. Bd., p. 431.) 6. St. spadiceum (Persoon in Synop., p. 568, als Telephora). Fries, Epicrisis, p. 549. Zwischen Hypnum an der Rinde von Quercus pedunculata Ehrh. auf dem Schischkaberge im November. 7. St. hirsutum (Wildenow in Prodrom., p. 379, als Thelephora). Persoon, Observ. II., p. 90. An alten Stämmen von Carpinus bei Laibach; im Ortenegger Forste bei Reifnitz; auf dem Ulrichsberge; an Castanea vesca Gärtn. auf dem Golovcberge und auf Quercus-Zweigen bei Tivoli. Von Welwitsch auch an Holz in der Adelsberger Grotte beobachtet. Var. incisum Voss, Verh. d. zoolog. botan. Gesellsch. in Wien, 1882, p. 110. Herdenweise an alten Strünken bei Kroisenegg. Ist St. hirsutum typisch ausgebildet, so sind die Fruchtkörper seitlich, ohne Stiel angewachsen; die Oberseite ist behaart, etwas gezont, der stumpfe Rand gelb; das kahle glatte Hymenium der Unterseite des Hutes ist gelb, doch in der Farbe variabel. Oft ist der Fruchtkörper so befestigt, dass nur die Hymenial-Schichte freiliegt und von der Oberseite kaum etwas wahrgenommen wird. Bei der Spielart ist der normal befestigte Hut vom Rande her fingerförmig getheilt. 8. St. purpureum Persoon, Dispositio, p. 30. Ende December an den Aesten der Hainbuche (Carpinus Betulus L.) bei Tivoli. 9. St. ochroleucum Fries, Hymenomycetes Europ., p. 639. An abgestorbenen Eichenästen bei Oberrosenbach im April. 10. St. acerinum (Persoon in Observat. II., p. 37, als Corticium). Bildet weisse Krusten an der Rinde von Acer campestre L. und ist eine sterile Form, die etwa zu einer anderen Art gehört. Mittheilungen des Musealvereines für Kram 1890. rö 3. Aleurodiscus Rabenhorst. 1. A. amorphus (Persoon in Synopsis, p. 657, als Peziza). Rabenh. Fungi europaei 1824. Conf. Schroeter, Pilze, p. 429. — Syn. Thelephora amorpha, Corticium amorphum Fries. An abgestorbenen Aesten und Stämmen der Weisstanne bei Tivoli im März. Die herdenweise auftretenden Fruchtkörper sind becher- oder flachscheibenförmig, etwa 0*5 cm breit, am Rande weissfilzig. Das Hymenium ist scharlachroth. Diese Farbe blasst ab beim Trocknen, kehrt jedoch nach Schroeter wieder, wenn die Scheibe mit Ammoniak befeuchtet wird. 4. Xerocarpus Karsten. 1. X. farinellus Karst. Symbolae ad Mycolog. fenn. IX., p. 52, in Meddel af Soc. p. Fauna et Flora fennica 9. 1882. An der Rinde von Rothtannen (Abies excelsa DC.) im Tivoliwalde bei Laibach im November. Bildet krustenförmige, weisse, mehlige, ziemlich dicke Ueberztige. Dr. P. Magnus in Berlin hatte die Güte, die hiesigen Funde mit Karsten’schen Orginal-Exemplaren zu vergleichen und fand sie vollkommen übereinstimmend. 5. Thelephora Ehrhardt. * Fruchtkörper umgewendet (Hymenium nach oben, resp. aussen gewendet), meist verschiedene Gegenstände überkrustend, daher verschiedengestaltig. 1. Th. caesia Persoon, Synopsis, p. 579. — Syn. Corticium caesium Pers. Observat. myc. I., p. 15, T. 3, Fig. 6. In den Waldungen bei Laibach im Herbste nicht selten; verschiedene Vegetabilien überziehend. (Forma tenuior, glabrata, grisea; Beatus Kalchbrenner in litteris ad me.) 2. Th. crustacea Schumacher, Enumeratio II., p. 399. Auf sandig-lehmiger Walderde im Walde bei Tivoli, Juli bis September; durch umbrabraune, am Rande weisse Farbe kenntlich; in den Waldungen des Tolsti vrh im Ilovca-Gebirge bei Veldes, auf der Erde zwischen blossgelegten Wurzeln alter Fichten weite Stellen überziehend. 3. Th. sebacea Pers. Synops., p. 577. Auf dem Erdboden, abgefallene Blätter, Stengeln, Föhrennadeln u. dgl. incrustirend. Ebenfalls bei Tivoli im Herbste und nicht selten. 4. Th. fastidiosa (Persoon in Comment., p. 97, als Merisma). Fries, Systema mycolog. I., p. 435. Anfangs September im Walde bei Ortenegg, einen Rasen von Poly-trichium juniperinum incrustirend. Riecht sehr unangenehm. 5. Th. spiculosa Fries, Systema I., p. 434. Gleichfalls im Ortenegger Walde, einen Farnwedel am Grunde über-krustend. * Fruchtkörper hutförmig-halbirt, horizontal, fast sitzend oder ausgebreitet zurückgebogen. 6. Th. laciniata Persoon, Synopsis, p. 567. Im Grunde faulender Striinke, auch auf dem Erdboden in den Waldungen der Rosenbacherberge. Eine seltenere Art, die gewöhnlich im Herbste zur Entwicklung kommt;.durch dunkel-rothbraune, scheibenförmige, am Rande zerschlitzte Fruchtkörper ausgezeichnet, die das Hymenium auf der Unterseite entwickeln. 7. Th. terrestris Ehrhardt, Plant. Crypt. Nr. 179. Auf dem Waldboden in dachziegelförmigen Rasen, mitunter verschiedenartige Vegetabilien umwachsend. Ebenfalls im Herbste auf den Rosenbacherbergen. * Frucbtkörper aufrecht, ungetheilt oder strauchartig verzweigt. 8. Th. palmata (Scopoli in Flora cara., Ed. II., p. 483, als Clavaria). Fries, Systema I., p. 432. In höheren Bergwäldern Krains (Scop.); auf sandigem Waldboden der Rosenbacherberge, auf dem Golovc und anderorts nicht selten. Fruchtkörper braun, mit stielförmiger 2—4 cm hoher Basis; die handförmig getheilten Aeste verbreitert, fast büschelig, glatt. Geruch unangenehm. 9. Th. coralloides (Scopoli in Flora carn., Ed. II., T. II, p. 478, alsElvela). Fries, Systema I, p.432. Conf. Streinz, Nomenclátor fung. In den Wäldern bei Freudenthal nächst Oberlaibach (Scop.). 10. Th. anthocephala (Bull, in Champ., p. 197, T. 452, Fig. 1, als Clavaria). Fries, Systema L, p. 433. In den Waldungen der Rosenbacherberge im Herbste. 11. Th. caryophyllaea (Schäffer, Icones, p. 115, T. 325, als Elvela). Pers. Synopsis, p. 5Ö5- In den Wäldern bei Freudenthal mit Th. coralloides von Scopoli beobachtet. 6. Cyphella Fries. 1. C. villosa (Persoon in Synops., p. 655, als Peziza). Karsten, Fungi fenn. 719. Herdenweise, meist dicht gedrängt, auf abgestorbenen Kräuterstengeln; so an: Aconitum paniculatum Lam., Clematis Vitalba L., Artemisia vulgaris L., Dorycnium suffruticosum Vill., Astragalus Glycy- 16* phyllos L., Litliospermum officinalis L., Origanum vulgare L., Saponaria officinalis L., Sedum Telephium L., Teucrium Chamaedris L. und Thymus Serpyllum L. auf dem Ulrichsberge bei Zirklach. Ferner an: Digitalis ochroleuca Jacq. Im Konjski-Graben bei Stein. Gentiana Cruciata L. Im Kankerthale bei Krainburg. Malva Alcea L. Bei Zirklach im Reka-Graben. Senecio nemorensis L. Auf der Kreuzeralpe bei Stein. Die Fruchtkörper dieses, zierlichen Pilzes sind sitzend, allseits mit weissen, zottigen Haaren bekleidet; in trockenem Zustande kugelig, feucht hingegen offen, becherförmig, das röthliche, glatte Hymenium zeigend. 2. C. Digitalis (Albertini u. Schweinitz in Conspect., p. 315, als Peziza). Fries, Systema II., p. 201. An der Rinde von Pinus sylvestris L. bei Lees in Oberkrain. Die Fruchtkörper einzeln, herdenweise, gestielt, fingerhutförmig. Stiel bräunlich, gekrümmt; Hut hängend, braun, aussen mit angedrückten Fasern bekleidet. Hymenium auf der Innenseite des Hutes anfänglich weiss, dann grau. 3. C. muscigena (Persoon in Synops., p. 572, als Thelephora). Fries, Epicris., p. 567. Am Stamme grösserer Moose; so an Polytrichium commune bei Oberrosenbach. 4. C. alboviolascens (Alb. et Schw. in Conspect., p. 322, als Peziza). Karsten in Monograph. Peziz. Not. pro Fauna et Flora fenn. X., p. 191. •— An dürren Zweigen von: Cytisus radiatus DC. In Gesellschaft mit Pyrenopeziza Vossii Rehm und Seynesia didymosphärioides Rehm ad inter. an der Sommerstrasse, die von Raibl nach Predil führt zur Blütezeit der Wirtspflanze (Juni). 7. Solenia Hoffmann. 1. S. ochracea Hoffm. Deutschi. Flora II., T. VIII., Fig. 2. — Herdenweise an der Rinde abgestorbener Zweige von: Aesculus Hippocastanum L. In den Alleen bei Laibach im Herbste. Ainus viridis DC. Im Doblica-Graben bei Ulrichsberg; scheint selten. Pyrus communis L. Auf dem Ulrichsberge bei Zirklach. Fruchtkörper röhrenförmig, trocken geschlossen, I—2 mm hoch, o • 5 mm circa breit, weitläufig stehend, aussen mit zottigen, ockergelben Haaren bekleidet. 2. S. anómala (Persoon in Observât. L, p. 29, als Peziza). Fuckel, Symb. myc., 1. Nachtrag, p. 2. — An abgestorbenen Aesten von : Juglans regia L. Bei Laibach im Herbste; auf dem Ulrichsberge. Cornus sanguínea L. Auf dem Ulrichsberge. Tilia platyphyllos Scop. Rosenbach bei Laibach. Fruchtkörper sehr dicht gestellt, so dass dieselben eine weit ausgebreitete Kruste bilden; stiellos, trocken kugelig geschlossen, feucht offen mit eingebogenem Rande, mit hellbraunen, zottigen Haaren aussen bedeckt. 8. Craterellus Persoon. 1. C. sinuosus Fries, Epicrisis, p. 533. Rasenweise in feuchten Schluchten der Rosenbacherberge im September; an den Abhängen des Tolsti vrh im Ilovca-Gebirge unter Fichten. Fruchtkörper trichterförmig, gestielt 4—5 cm hoch, aussen grau, geadert. 2. C. cornucopioides (Linné in Species Plant. II., p. 150, als Peziza). Persoon, Mycolog. europ. IL, p. 5. — Syn. Elvela c. Scop. Auf der Erde und am Grunde alter Stämme mit der vorigen Art im September bis October nicht selten. Bei Idria schon von Scopoli beobachtet. 3. C. lutescens (Persoon in Synops., p. 489, als Merulius). Fries, Epicrisis, p. 532. Exs. Kerner, Flora exs. Austro-Hungarica 767. (Leg. A. Paulin.) Mit den beiden vorigen Arten und sehr häufig im Herbste. d) Hydnei. Stachelpilse. 1. Grandinia Fries. 1. G. crustosa (Persoon in Observât, myc. II., p. 16, als Odontia). Fries, Epicrisis, p. 528. Auf Balkenholz bei Laibach im November. Bildet 5—6 cm lange, weisse Krusten, welche der Unterlage fest anliegen und gleichgefärbte, dichtstehende, abgerundete oder am Scheitel etwas vertiefte Warzen tragen. 2. Phlebia Fries. 1. Ph. merismoides Fries, Systema Myc. I., p. 427. — An der Rinde alter Stämme von: Carpinus Betulus L. Im Walde bei Tivoli. October bis November. Aesculus Hippocastanum L. In den Alleen Laibachs. Die Fruchtkörper dieses leicht kenntlichen Pilzes liegen der Unterlage ziemlich fest an und incrustiren zuweilen die an der Rinde wachsenden Moose. Die Farbe der Unterseite ist weisszottig, jene der Oberseite hell fleischfarben, später mit einem Stich ins Bläuliche ; der Rand meist pinselförmig verlängert. Die dicht gedrängten Runzeln des Hymeniums einfach und gerade. 3. Radulum Fries. 1. R. laetum Fries, Elenchus I., p. 152. — Syn. Corticium hydnoideum Pers. An den Aesten von Carpinus Betulus L. bei Zwischenwässern im Herbste. 2. R. quercinum (Persoon in Observât. IL, p. 17, als Odontia). Fries, Epicrisis, p. 525. Bei Tivoli an der Borke abgestorbener Eichen im November. 4. Irpex Fries. 1. I. obliquus (Schräder in Spicilegium, p. 179, als Hydnum). Fries, Elenchus I., p. 147. — An abgestorbenen Aesten von : Robinia Pseudacacia L. Im Stadtwalde bei Laibach; bei Tivoli. 2. I. spathulatus (Schräder in Spicilegium, p. 178, als Hydnum). Fries, Elenchus, p. 146. An Fichtenrinde in den Waldungen der Rosenbacherberge. 3. I. lacteus Fries, Elenchus L, p. 145. — An der Rinde kranker Stämme von : Sorbus aucuparia Crantz. Auf dem Grosskahlenberge im Frühjahre. 5. Hydnum Linné. 1. H. diaphanum Schräder in Spicileg., p. 178, T. III., Fig. 3. An faulendem Birkenholze auf dem Grosskahlenberge bei Laibach. Fruchtkörper dünn, häutig, durchscheinend und weiss. Stacheln gleichfalls weiss gefärbt, beim Trocknen gelblich werdend. 2. H. pudorinum Fries, Hymenomycet. europ., p. 612. Im Laibacher Stadtwalde an der Rinde von Crataegus. (Leg. A. Paulin.) Nach Kalchbrenner etwas abweichend gebildet, doch am besten mit obigem Namen zu bezeichnen. 3. H. diversidens Fries, Systema I., p. 411. An abgestorbenen Fagus-Aesten auf dem Golovcberge im Herbste. Die Fruchtkörper dieser Art sind ohne bestimmte Gestalt, 4—5 cm lang, 2—3 cm breit und weiss gefärbt. Die Stacheln zeichnen sich durch ihre ungleiche Länge aus, welche nach Winter zwischen 5 —15 mm schwankt. 4. H. Schiedermayri Heufler, Oesterr. botan. Zeitschrift 1870, p. 33. — An entrindeten Aesten von: Pyrus Malus L. Im Laibacher Stadtwalde. (Leg. A. Paulin.) Ein dem Apfelbaume mitunter recht schädlicher Pilz, dessen gelbe Fruchtkörper mit hängenden, I—2 cm langen, pfriemlichen Stacheln versehen sind. Die Gestalt der Fruchtkörper ist unregelmässig, knollenartig und hängt zumeist mit dem Sitze des Schwammes, der frisch angenehm riecht, zusammen. 5. H. coralloides Scopoli, Flora carn., Ed. IL, T. II., p. 472. An alten Strünken bei Idria. Auf morschem Holze im Schneeloche des Hornwaldes von K. Desclimann beobachtet.4 6. H. Auriscalpium Linné, Flora Suecica Nr. 1260 Exs. Kerner, Flora exs. Austro-Hungarica 763. (Leg. A. Paulin.) Auf feucht liegenden, faulenden Föhrenzapfen im Frühjahre und Herbste. In den Waldungen der Rosenbacherberge nicht selten und einer der zierlichsten Stachelpilze. Die Hüte sind halbkreisförmig, an der Ansatzstelle des Stieles eingebuchtet, braun und behaart, etwa I cm breit. Die Stiele messen 3 — 4 cm in der Länge, sie sind gleichfalls braun wie die Stacheln an der Unterseite des Fruchtkörpers. Mitunter findet man auch kreisrunde, central gestielte Hüte. 7. H. melaleucum Fries, Observ. I., p. 141. Truppweise auf feuchten Waldboden in den Waldungen der Rosenbacherberge im Herbste. 8. H. nigrum Fries, Observ. I., p. 134, et Systema myc. I., p. 404. Im Nadelholzwalde bei Utik nächst Laibach im August. 9. H. zonatum Bätsch, Fleuch. Cont. II., p. 109. In den Waldungen der Rosenbacherberge im October; nicht häufig. 10. H. cinereum Bulliard, Champ., p. 309, T. 419. Auf dem Grosskalilenberge ; im Möschnacher Walde bei Radmannsdorf. 4 Das «Schneeloch» liegt im Gottscheer Bezirke, etwa lJ/2 Stunde von der Kuntschner Grotte, und ist ein mächtiger Höhleneinsturz mit senkrechten Felswänden, etwa ioo m tief, in dessen Grunde selbst zu heissester Sommerszeit bläulich-grüne Eismassen lagern. 11. H. compactum Persoon, Synops., p. 556. H. floriforme Schaeffer, Icon. T. 146, Fig. 1—3, 5 und 6 passen auf die hiesigen Stucke. In den Waldungen bei Laibach, wie Rosenbacherberge und Golovc, ziemlich häufig, meist mit H. imbricatum, H. zona-tum und Polyporus confluens. 12. H. suaveolens Scopoli, Flora carn., Ed. IL, T. II., p. 672. Von Scopoli bei Idria entdeckt. In den Waldungen bei Ortenegg nächst Reifnitz. Ausgezeichnet durch compacten, in der Jugend verkehrt kegelförmigen, sodann erweiterten Hut, dessen Oberfläche höckerig, etwas filzig und bläulich gefärbt ist. Das Fruchtfleisch ist gleichfalls charakteristisch, oben weiss, unten blau oder gänzlich blau. Die Stacheln der Unterseite sind dünn, violett gefärbt. Riecht nach Anis. 13. H. violascens Alb. et Schw. Conspect., p. 265. An moosigen Stellen in den Waldungen des Schischkaberges bei Laibach. 14. H. repandum L. Species plantarum II. 1647. In allen Waldungen der Schiefergebirge bei Laibach im Herbste nicht selten; im Möschnacher Wald bei Radmannsdorf; in Tannenwäldern bei Idria (Scop.). 15. H. rufescens Schaeffer, Icon., T. 141. — Syn. H. repandum L. var. rufescens Fries, Epicrisis, p. 506. Im Möschnacher Walde bei Radmannsdorf; auf dem Golovcberge im Herbste häufig. 16. H. squamosum Schaeffer, Icon., T. 273. Mit der vorigen Art im Spätherbste hin und wieder. 17. H. imbricatum Linné, Flora Suecica, 1257. Die «Hirschzunge» findet sich mit den vorangehenden Arten nicht selten in den Waldungen des Schiefergebirges bei Laibach und verbreitet sich weiter nach Oberkrain, wo ich sie im Walde bei dem Rothweiner-fall sowie an den Abhängen des Tolsti vrh im Ilovca-Gebirge in prächtigen Stücken sah. Da dieser Art Scopoli nicht gedenkt, so dürfte sie in Innerkrain weit seltener sein, vielleicht auch fehlen. e) Polyporei. Rohrenpilse. 1. Merulius Haller. 1. M. lacrymans (Wulfen in Jacquin, Miscellanea II., p. in, als Boletus). Schumacher, Enum. Flor. Saell. II., p. 371. — Syn. M. vastator Tode, M. destruens Pers., Serpula lacrymans Karst. In Häusern an Gebälke, Fussböden und Mauerwerk, diese Gegenstände in kurzer Zeit zerstörend und durch Ausdünstung den Menschen schädlich. Ich beobachtete den «Hausschwamm» in Kellern und feuchten Häusern zu Laibach ; in den Kellern von Oberrosenbach und im Hause der Volksschule in Gottschee. 2. M. serpens Tode, Abhandl. d. Halle’schen Gesellsch. I., P- 355- An Pfostenholz bei Laibach im November. Die Fruchtkörper sind im jugendlichen Zustande gelb, später zimmetbraun, endlich fuchsroth ; der Rand bleibt weiss. Bei Unterrosenbach traf ich solche, deren Länge bis 30 cm betrug, bei einer durchschnittlichen Breite von 5—6 cm. 3. M. tremellosus Schräder, Spicilegium, p. 139. In dachziegelförmigen Rasen an der Rinde von Castanea vesca Gärtn. auf dem Rosenbacherberge im Herbste. An Rinde und Holz von Quercus pedunculata Ehr. in der Golovcwaldung (flächenförmig ausgebreitet mit umgebogenem, filzigem Rande. Mat. III. 306). 2. Daedalea Persoon. * Mündungen der sporentragenden Höhlungen labyrinthförmig gewunden. 1. D. unicolor (Bulliard in Champig., p. 365, als Boletus). Fries, Systema I., p. 336. An den Stämmen von Carpinus Betulus L.,. Corylus Avellana L. und Castanea vesca Gärtn. bei Laibach häufig. Var. zonata Thuemen, Oesterr. botan. Zeitschr. 1876, p. 19. An dem Stamme von Aesculus Hippocastanum L. mit zahlreichen Hüten bei Laibach. An Fagus-Stämmen in den Waldungen der Ilovca in Oberkrain. Auf Prunus Avium L. auf dem Ulrichsberge. 2. D. quercina (Linné in Flora Suecica, Nr. 1213, als Agari-cus). Persoon Synopsis, p. 500. An Quercus-Stämmen und an Brückenholz überall gemein; vom Eichenschwamme wurde auch ein Stück in den hiesigen Pfahlbauten gefunden und findet sich im Landesmuseum.5 An Fraxinus excelsior L. bei Lees. Var. resupinata Sacc. Myc. Venet. Spec., p. 58. Hin und wieder an Balkenholz. Auf dem Schlossberge zu Laibach ; bei Kaltenbrunn. Nicht selten bildet sich der Eichenschwamm unregelmässig aus und bleibt lange Zeit, öfter auch gänzlich, steril. Das Mycélium dringt dann 5 Sieh: Voss, «Holzschwämme aus den Laibacher Pfahlbauten» in Oesterr. botanische Zeitschrift 1886, p. 111. gewöhnlich aus Spalten von Pfosten u. dgl. hervor und erhebt sich zu einer unförmlichen, an der Oberfläche warzigen Masse. (Himantia dae-daloides Thuem. Mycotheca univ. 1699.) 3. D. Poetschii Schulzer, Oesterr. botan. Zeitschr. 1879, p. 289. Im Herbste nicht selten an Zaunbalken; öfter in Hüten, die o • 5 m Länge bei 1—2 cm Breite erreichen. Bei Laibach. Var. resupinata mihi, Mat. III. 281. Ebenda. 4. D. Schulzeri Poetsch, Oesterr. botan. Zeitschr. 1879, p. 289. An Baumstrünken und alten Stämmen; zumeist an Populus. Auf dem Grosskahlenberge; in den Anlagen bei Tivoli nächst Laibach. * Sporentragende Höhlungen gerade (Trametes Fr.). 5. D. gibbosa (Persoon in Observ. I, p. 21, als Merulius). Pers. Synops., p. 501. — Syn. Trametes gibbosa Fries, Epicrisis, p. 492. An alten Stämmen mehrerer Laubhölzer (Fagus, Ainus) bei Laibach; auf dem Golovcberge; bei Karnervellach. 6. D. Kalchbrenneri (Fries in Rabenh. Fungi europ. 1411 als Trametes). An alten Strünken bei Kroisenegg; ziemlich reichlich im Frühjahre. Unweit Schloss Smerek bei Weixelburg in Unterkrain. 7. D. rubescens Albertini u. Schweiniz, Conspect., p. 238. — Syn. Trametes rubescens Fries. An alten Stämmen oder Aesten von: Fraxinus excelsior L. Im Herbste bei Lees in Oberkrain. Salix Caprea L. In den Waldungen des Gutes Karlovca bei Gross-laschitz. Sorbus Aria Crantz. Auf dem Hügel Straža bei Veldes im August. 3. Polyporus Micheli.8 «) Fruchtkörper von verschiedener Substanz und Gestalt. Substanz weiss, seltener gelblich, roth oder violett, jedoch nicht braun. 1. Untergattung: Physisporus. Chevallier. Karsten 1882 (Poria Persoon z.Th.), Polypori resupinati Fries z.Th. Fruchtkörper flach ausgebreitet und der Unterlage fest anliegend. 6 6 In der Systematik der Gattung Polyporus folgte ich im wesentlichen Dr. Schroeter. * Substanz der Fruchtkörper und Röhren weiss. ** Poren entfernt stehend, punktförmig. 1. P. corticola Fries, Systema I., p. 385. An der Borke alter Stämme von Aesculus Hippocastanum L. in einer Allee bei Laibach. ** Poren dichtstehend, Mündungen ziemlich gross, oft ungleich, eckig. 2. P. vaporarius (Persoon in Dispositio, p. 70, als Poria). Fries, Observat. II., p. 260. An sehr zersetzten Baumwurzeln und von denselben auf blosse Erde übergreifend. Im August bei Tivoli nächst Laibach. Durch das lockere, flockige Mycel und die weiten, eckigen Mündungen der Röhren kenntlich. 3. P. Radula (Persoon in Observation. II., p. 14, als Poria). Fries, Systema I., p. 383. An der Rinde von Carpinus Betulus L. und weite Strecken iiber-kleidend. Ebenda im Herbste. 4. P. sanguinolentus (Albertini u. Schweiniz in Conspectus, p. 257, als Boletus). Fries, Systema I., p. 383. Zumeist an faulenden Strünken grössere Krusten bildend, die bei Druck eine blutrothe Farbe annehmen und zuletzt schmutzig-braun werden. Bei Tivoli im Herbste. 5. P. vulgaris Fries, Systema I., p. 381. . Auf faulenden Fichtenbalken bei Lees in Oberkrain. Die oft sehr ausgebreiteten Fruchtkörper meist weiss, doch auch blassgelb. 6. P. molluscus (Persoon in Synops., p. 547, als Boletus). Fries, Systema L, p. 384. An faulenden Eichenstrünken in den Waldungen der Rosenbacherberge. 7. P. callosus Fries, Systema I., p. 381. In fast 1/2 Meter langen, leicht ablösbaren Lappen auf altem Briicken-holze nicht selten bei Laibach. Auch Mat. III. 292 dürfte kaum von dieser Art zu trennen sein. Etwa ist P. obducens Pers. nur ein älteres Exemplar. 8. P. Medulla pañis (Pers. in Synops., p. 544, als Boletus). Fries, Systema I., p. 380. Auf den Balken der Zimmerung alter Stollen des Kohlenbergwerkes zu Sagor; in der Adelsberger Grotte (Welwitsch); an alten, faulenden Stämmen bei Oberrosenbach. Var. ramealis Thuemen in Mat. II. 288. P. píleo crustáceo, effuso in laciniis rameisque diviso. So nennt v. Thuemen eine höchst merkwürdige monströse Form dieses Polyporus aus oben genanntem Bergwerke. An der Oberfläche des Pilzes erheben sich reichlich verzweigte Myceläste, etwa 4—5 cm hoch und federkieldick, mit reinweisser Farbe. Das ganze, nicht selten in aufgelassenen Stollen vorkommende Gebilde erinnert lebhaft an die mineralische Eisenblüte. * Substanz der Fruchtkörper und Röhren gelb, roth oder violett. Derartige Polyporeen kamen bisher nicht zur Beobachtung. 2. Untergattung: Apodoporus (Apus Fries). Fruchtkörper ungestielt, meist mit breitem, seltener mit schmalem Grunde angewachsen, von der Unterlage, wenigstens im oberen Theile, abstehend. Röhren nach abwärts gerichtet. A. Carnosi. Fruchtkörper anfangs fleischig und saftig (Bjercandera Karst, z. Th.). 9. P. lacteus Fries, Systema I., p. 359. An Zaunbalken im Laibacher Stadtwalde. Die Fruchtkörper dieses Pilzes sind reinweiss, fleischig-faserig, ziemlich gebrechlich und von verschiedener Gestalt. Röhren lang; Mündungen weiss. 10. P. destructor (Schräder in Spicilegium, p. 166, als Boletus). Fries, Systema mycolog. I., p. 359. Auf den Balken der Zimmerung im Bergwerke Idria; im Kohlenbergwerke Sagor. Meist in resupinirten Formen und fast ganz aus Röhren bestehend. Der Fruchtkörper ist von wässerig-fleischiger Substanz, zerbrechlich , bräunlich oder schmutzigvveiss, innen gezont. Die Poren verlängert, rundlich, häufig zerschlitzt und schief herablaufend, schmutzig-weiss. 11. P. suberosus (Wahlenberg in Flora upsal., p. 457, als Boletus). Fries, Systema myc. I., p. 505. An alten faulenden Eichen auf dem Schischkaberge bei Laibach im Herbste; nicht häufig. 12. P. caudicinus (Schaeffer als Boletus 1763; Conf. Schroeter, Pilze, p. 471). — Syn. P. caudicinus Scop. var. 2, Flora carn., Ed. II., T. II., p. 524. 1772. Boletus sulphureus Bulliard, Champig., p. 347. 1791 —1798. Polyporus sulphureus Fries, Systema I., p. 357. Die lebhaft schwefelgelben, im frischen Zustande saftreichen, getrocknet hingegen eine leichte zerreibliche, weisse Substanz des Hutes besitzenden Fruchtkörper an den Stämmen verschiedener Laubhölzer nicht selten. An. Castanea vesca Gärtn. Auf dem Golovc- und Ulrichsberge. Prunus Avium L. Bei Lees in Oberkrain. — Cerasus L. Bei Idria; von Scopoli beobachtet. — domestica L. In einem Obstgarten bei Radmannsdorf. Salix alba L. In den Anlagen bei Tivoli nächst Laibach. Nicht selten findet sich P. caudicinus auch an bearbeitetem Holze (z. B. an einer sogenannten Getreideharfe bei Lees) und erscheint öfter in monströsen, keulenförmigen und allseits mit Poren bedeckten Fruchtkörpern. (Ein derartiger, etwa 1/'2 m breiter Fruchtkörper entwickelte sich aus dem Holze eines Schraubstockes im Heizhause der Südbahnstation Laibach.) 13. P. fuliginosus (Scopoli in Flora carn., Ed. II., p. 470, als Boletus). Fries, Epicrisis, p. 451. Am Grunde alter Stämme bei Idria. 14. P. imbricatus (Bulliard in Champig., p. 349, als Boletus). Fries, Systema myc. I., p. 357. — Syn. Boletus caudicinus var. 3 Scopoli, Flora carn., p. 470. An alten Baumstämmen bei Idria. Dieser Pilz ist dem P. caudicinus sehr ähnlich; er ist durch gelbbraune matte Farbe des Hutes, durch die ockergelben bis bräunlichen, endlich blass rostfarbigen Poren und durch das feuchte braune, trocken weisse Fleisch unterschieden (nach Winter). Nach Streinz ist Polyporus caudicinus var. 3 Scop. auf P. lobatus Gmel. zu beziehen. B. Lenti. Fruchtkörper anfangs faserig-fleischig, dünn, trocken lederartig. Oberfläche fein-filzig oder zottig, nicht gezont. 15. P. amorphus Fries, Observat. I., p. 125. Herdenweise an der Rinde von Abies pectinata DC. Auf dem Schlossberge zu Laibach. 16. P. dichrous Fries, Observat. I., p. 125. An faulenden Strünken von Pinus. Auf dem Rosenbacherberge bei Laibach. 17. P. fumosus (Persoon in Synop., p. 530, als Boletus). Fries, Observ. II., p. 257. An der Rinde alter Striinke bei Kroisenegg; nicht selten. C. Firmi. Fruchtkörper von Anfang an trocken und saftlos, von fest faseriger oder wergartiger, jedoch nicht holziger Beschaffenheit. Oberfläche mit einer dünnen Haut bekleidet (Inodermi Fries). 18. P. abietinus (Dickson in Plant, crypt. III., p. 21, als Boletus). Fries, Systema I., p. 370. An Fichtenstämmen in den Waldungen bei Laibach nicht selten. Die meist dachziegelförmig geordneten Hüte haben eine grauweisse, zottige und undeutlich gezonte Oberseite; die Poren der jungen Fruchtkörper sind purpurn, sie werden hierauf violett und verblassen endlich. Da die Röhren häufig zerschlitzt sind, so erinnern derartige Hüte an jene von Irpex, besonders I. fusco-violaceus. Var. coriaceus Bätsch. An morschen Bretterwänden bei Waitsch nächst Laibach. 19. P. versicolor (Linné in Flora Suec., Nr. 1254, als Boletus). Fries, Systema myc. I., p. 368. — Syn. B. imbricatus Scop. flor. carn., Ed. IL, T. II., p. 468. Das ganze Jahr hindurch gemein an alten Strünken, mitunter in sehr schönen, rosettenartig geordneten Hüten. Sowohl bei Laibach als auch an anderen Orten wurden verschiedene Spielarten beobachtet, als : 1. Var. albus Saut. Im Braunkohlenbergwerke Sagor. 2. Var. nigrescens (P. nigrescens Lasch). Auf dem Grosskahlenberge und Golovc ; auf dem Uirichsberge an Crataegus Oxyacantha. 3. Var. pallida. Bei Kaltenbrunn ; an Zäunen bei Tivoli. 20. P. zonatus (Nees ab Esenb. in System d. P. I., Fig. 221, als Boletus). Fries, Systema myc. I., p. 368. An dem Stamme von Celtis australis L. im hiesigen botan. Garten. Es fanden sich mehrere Fruchtkörper, die jung grau gefärbt waren, später hingegen gelb und einen weissen Rand hatten (Conf. P. angu-latus Schuhmacher). 21. P. velutinus (Persoon in Dispositio, p. 70, als Boletus). Fries, Systema, p. 368. An alten Stämmen bei Dobrova nächst Laibach ; an Holz im Braunkohlenbergwerke Sagor; in der Adelsberger Grotte (Welwitsch) ; auf dem Golovc. Var. lutescens Pers. An Laubholzästen bei Veldes im September. 22. P. hirsutus (Schräder in Spicilegium, p. 169, als Boletus). Fries, Systema, p. 367. In den Waldungen des Gutes Karlovca bei Grosslaschitz ; auf dem Ulrichsberge an Fagus-Zweigen und auf Prunus domestica L. Ist steifer behaart, als die vorangehende Art und besitzt keinen sammtartigen Glanz. Von Varietäten wurden beobachtet: 1. Var. fusco-marginatus Kalchb. An Fagusstrünken auf dem Grosskahlenberge ; an Zäunen bei Waitsch ; im Uratathale bei Mojstrana. 2. Var. resupinatus Voss, Mat. III. 297. In rundlichen, fast nur aus Röhren bestehenden Fruchtkörpern an der Unterseite von Brettern, die als Brückenholz dienten. An den Kanten überwuchsen die Hüte und zeigten hier die normal gebildete Oberfläche in einzelnen Fällen. Bei Kroisenegg. 23. P. albidus Trog, in Fries, Epicrisis, p. 475. — Syn. Boletus flabelliformis var. 2 Scop. An alten Strünken der Laub- und Nadelhölzer. An Ainus von Scopoli beobachtet; an Abies excelsa DC. auf dem Schlossberge zu Laibach. 24. P. serialis Fries, Systema I., p. 370. — Syn. Trametes s. Fries, Hymenomycetes europaei, p. 585. An alten Pfosten bei Tivoli und bei Lauerza nächst Laibach. 25. P. innodorus (Fries in Hymenom. europ., p. 584, als Trametes). Ende September an Eichenstrünken in den Waldungen der Rosenbacherberge. (Bestimmt von Kalchbr.) Diese Art fehlt bei Winter. 26. P. suaveolens (Linné in Flora Suecica, Nr. 1255, als Boletus). Fries, Systema I., p. 366. — Syn. Trametes s. Fries, Epicrisis, p. 491. Im Laibacher Stadtwalde an den Stämmen alter Weiden (Salix alba L.) ; an Ainus bei Unterrosenbach. Das ganze Jahr hindurch und nicht selten. Durch die weisse oder grauliche Farbe der Fruchtkorper und anisartigen Geruch leicht kenntlich. 27. P. cinnabarinus (Jacquin in Flor, austr. IV., Taf. 304, als Boletus). Fries, Systema I., p. 371. — Syn. Trametes cinnabarina Fries, Hymenomycetes europ., p. 583. An morschen Aesten von Fagus in höheren Gebirgslagen nicht selten ; so im Planicathale bei Ratschach in Oberkrain ; im Jesenica-thale bei Assling; im Ilovcawalde bei Radmannsdorf; bei Trojana (leg. Prof. V. Konschegg). Eine unserer schönsten Polyporeen, die durch ihre zinnoberrothe Farbe sofort kenntlich ist. D. Lignosi (et Fomentarii) Fries. Fruchtkörper vom Anfang an fest, von holziger Beschaffenheit, ausdauernd. 28. P. annosus Fries, Systema L, p. 373. — Syn. Trametes radiciperda Hartig, Wichtige Krankh. d. Waldbäume, p. 62. In ausgedehnten Krusten an den Wurzeln von Abies excelsa DC. und Pinus sylvestris L. auf dem Grosskahlenberge; bei Kroisenegg mit halbirten Hüten. Nach Hartigs Untersuchungen ein sehr gefährlicher Feind unserer Wälder, der nicht nur Nadel-, sondern auch Laubhölzer befällt. Die Fruchtkörper des Pilzes richten sich na:h der Unterlage und sind infolge dessen sehr mannigfaltig. Normal gebildet sind sie halbkreisförmig, meist dachziegelförmig. Die Oberfläche der Hüte junger Pilze ist kastanienbraun, seidigglänzend und concentrisch gezont. Alte Fruchtkörper sind mit einer schwarzen Kruste überzogen. Die Innensubstanz ist weiss, die verschieden geformten rundlichen oder eckigen Poren hingegen hell ockerfärbig. 29. P. pinícola (Swartz in Vet. Akad. Handl. 1810, p. 88, als Boletus). Fries, Systema L, p. 372. An der Rinde von Pinus sylvestris L. in den Waldungen des Gutes Karlovca bei Grosslaschitz; an Holz im Kohlenwerke Sagor; auf dem Laibacher Schlossberge. Die Fruchtkörper dieser Art sind dick, hufförmig, die Innensubstanz holzfarben. Junge Hüte sind oberseits röthlichbraun, im Alter schwärzlich, der Rand hingegen lebhaft zinnoberroth. Die Mündungen der Röhren junger Schwämme sind weiss, später licht gelbbraun. NB. Winter citirt (Die Pilze, I. Bd., i. Abth., p. 422) als Synonym Trametes Pini Fuck. Symb. myc., 1. Nachtr., p. 8.; eben dieses Citat findet sich auch in Thuemens Mycothea univ. Nr. 7. Es ist unrichtig, denn bei Fuckel sind 1. c. Uredineen beschrieben. Hingegen steht auf Seite 2 Trametes Pini Fries, Epicrisis, p. 489. Einen gleichnamigen, von Fuckel beschriebenen Pilz gibt es daher nicht 30. P. cinnamomeus Trog, in Flora 1832, p. 556. An dem Stamme einer Vogelkirsche (Prunus Avium L.) bei Lees in Oberkrain. 31. P. marginatus Fries, Epicrisis, p. 468. An der Rinde von Fagus sylvatica L. in den Forsten des Gutes Karlovca; auf Fraxinus excelsior L. im Parke zu Lustthal bei Laibach (Non Polyp, fraxineus [Bull.] Fries, Conf. Mat. I. 368). 3. Untergattung: Pleuropus. Fruchtkörper gestielt; Stiel seitenständig. A. Carnosi. Substanz des Fruchtkörpers wenigstens anfangs weichfleischig, später brüchig. 32. P. confluens (Alb. et Schw. in Conspectus, p. 244, als Boletus). Fries, Systema I., p. 355. Am Grunde alter Stämme in den Waldungen des Grosskahlen-berges; im Möschnacher Walde bei Radmannsdorf. B. Lenti. Substanz des Fruchtkörpers anfangs zähfleischig, trocken zähfaserig oder lederartig. 33- P- giganteus (Persoon in Synops, p. 521, als Boletus). Fries, Systema I., p. 356. In mächtigen Rasen am Grunde alter Stämme in den Save-Auen bei Jesca nächst Laibach im September. 34. P. Pes Caprae Persoon, Champ. comest., p. 241, T. 3. Auf dem Golovcberge ober Rudnilc im October; unter Fichten an den Abhängen des Tosti vrh im Ilovca-Gebirge. Die Hüte dieses Pilzes sind dick, öfter rasenförmig verwachsen; die seitlichen halbirt, kastanienbraun und glatt, später hingegen dunkelbraun und schuppig. Die Stiele sind seitenständig, am Grunde oft verdickt oder in der Mitte bauchig. Die Poren sind gross und gelblich gefärbt. 35. P. betulinus (Bulliard in Champ., p. 348, als Boletus). Fries, Systema I., p. 358. An den Stämmen von Betula alba L. in den Waldungen des Gutes Karlovca bei Grosslaschitz; bei Kroisenegg nächst Laibach; auf dem Ulrichsberge bei Zirklach und hier in prächtigen Stücken. Die Fruchtkörper dieses häufigen Pilzes sind halbkreis- bis nierenförmig , stumpfrandig, am Hinterende stielartig zusammengezogen; die Innensubstanz ist anfänglich fleischig, später korkartig und weiss. Ober-seits färbt der Hut röthlich-grau und ist ungezont. Die kurzen Röhren der Fruchtschichte lassen sich bei älteren Schwämmen ablösen; ihre Mündungen sind weiss. 36. P. squamosus (Hudson in Flora, angl., p. 626, als Boletus). Fries, Systema I., p. 344. — Syn. caudicinus Scop. var. 1, Flora carn. II., p. 469. Im Frühjahre einzeln an alten Strünken auf dem Laibacher Schlossberge; an dem Stamme von Pyrus Malus L. in einem Garten. Var. juglandis = P. juglandis Pers. Mycolog. europ. II., p. 38. An der Rinde von Juglans regia L. im Herbste. Dieser Pilz kommt mitunter auf den Laibacher Markt. 37. P. umbilicatus (Scopoli in Flor, carn., Ed. II., T. II., p.466, als Boletus; 1772). — Syn. Boletus melanopus Pers., Dis-posit., p. 70. 1797. Polyporus melanopus Fries, Systema I., P- 347- Mittheilungen des Musealvereines für Krain 1890. An alten Stämmen und faulenden Strünken, Baumwurzeln u. dgl. im Herbste. Die zähfleischigen, später lederartigen Hüte sind halbirt, anfangs flach, später nabel- oder trichterförmig vertieft, weiss, gelblich oder bräunlich, schuppig. Der Stiel geht allmählich in den Hut über und ist am verdickten unteren Ende sammthaarig und schwarz. Die kurzen, I—2 mm langen Röhren laufen weit am Stiele herab; die Mündungen sind weisslich. 38. P. picipes Fries, Epicrisis, p. 440. An Weidenstämmen im Stadtwalde; an Fagus sylvatica L. in den Waldungen der Ilovca bei Radmannsdorf. 39. P. varius (Persoon in Observat. I., p. 85, als Boletus). Fries, Systema L, p. 352. An den Stämmen der Laub-, selten der Nadelhölzer. An Pinus sylvestris L. auf dem Schischkaberge bei Laibach; an Fagus-Stämmen auf dem Laurenziberg bei Billichgraz; auf dem Strunke von Tilia platy-phyllos Scop. zwischen Radmannsdorf und Lees; auf Cytisus Laburnum L. an den Abhängen des Ulrichberges. 4. Untergattung: Mesopus Fries (Eupolyporus Schroeter). Fruchtkörper central gestielt. ri. Carnosi. Fruchtkörper fleischig, trocken brüchig. 40. P. ovinus (Schaefifer, Icones, T. 121, 122, als Boletus). Fries, Systema I., p. 346. Truppweise und nicht selten in den Waldungen der Rosenbacherberge bei Laibach; auf dem Golovc; im Möschnacher Walde bei Radmannsdorf; beim Rothweinerfall; in den Waldungen des Iiovca-Gebirges. 41. P. ramosissimus (Scopoli in Flor, carn., Ed. II., T. II., p. 470, als Boletus; 1772). — Syn. Boletus umbellatus Pers. Synops., p. 519. 1801. Polyporus umbellatus Fries, Systema I., p. 354. Im Herbste in Wäldern am Grunde alter Stämme. Aus einem gemeinsamen dicken Stamme entspringen zahlreiche Stiele, deren jeder einen kreisrunden, braun, seltener weiss gefärbten Hut trägt, B. Lenti. Fruchtkörper anfänglich zähfleischig, sodann lederartig oder holzig. 42. P. brumalis (Persoon in Disposit., p. 27, als Boletus). Fries, Systema I., p. 348. An alten Stöcken bei Kroisenegg nächst Laibach im Herbste und Frühjahre; selten. 43. P. Vossii Kalchbrenner, Verh. der zoologisch-botan. Gesellschaft in Wien, Jahrg. 1879, p. 689. Auf Werkholz am Ufer des Wocheiner Sees im August. Hut ca. 3 cm breit, regelmässig. Anfangs convex, dann flach, breit gebuckelt und am Scheitel etwas eingedrückt, von zäh-fleischiger Consistenz, ockergelbbraun, mit fuchsrothen Schüppchen bedeckt. Stiel central, 2 — 3 cm hoch, ca. 4'5 mm dick, nach unten schwach verdickt, kahl, kastanienbraun. Röhren etwas herablaufend, sehr enge. Mündungen oder Poren rund, stumpf, blass. Kalchbrenner gab nachfolgende Diagnose: Mesopus, Lentus. Pileus carno - lentus , regularis ; e convexo planus , s 11 b g i b b u s, ochraceo-fuscescens, squamulis rufis eleganter variegatis. Stipes centralis, deorsum leviter incrassatus, subundus, totus castaneus. Pori breviter decurrentes, minuti, rotundi, obtusi, pallidi. Dieser Polyporus steht dem P. brumatis Fr. nahe; besonders jener vermuthlichen Mittelform «poris minutis, rotundis, obtusis», welche Fries, Hym. europ., p. 526, erwähnt; doch wegen des nicht genabelten Hutes und des dunkelfarbigen, fast schwarzen Stieles hat er wohl Anspruch, als eigene Art zu gelten. Zu den pleuropoden: P. melanopus Fr. und P. cyathodes Swartz kann er wegen des durchaus centralen Stieles und des schuppigen Hutes ohne Zwang nicht gestellt werden. 44. P. arcularius (Bätsch in Elenchus p. 97, als Boletus). Fries, Systema I., p. 342. An abgeholzten Stämmen, Zäunen und Balken nicht selten. Im Laibacher Stadtwalde (an Populus); bei Schwarzdorf und Kaltenbrunn; auf dem Ulrichsberge an Crataegus Oxyacantha L. ß) Substanz des Fruchtkörpers braun. Sporenpulver weiss; Membran der Sporen farblos (Ochroporus Schroe-ter, als Gattung). 5. Untergattung: Poria Persoon pr. p. Fruchtkörper vollständig auf der Unterlage angewachsen, krusten- oder polsterförmig. 45. P. contiguus (Persoon in Synops., p. 544, als Boletus). Fries, Systema I., p. 378. An der Rinde abgestorbener Aeste von Corylus Avellana L. bei Laibach. 46. P. ferruginosus (Schräder in Spicileg., p. 172, als Boletus). Fries, Systema I., p. 378. An dem Stamme einer alten Rothbuche (Fagus sylvatica L.) und diesen auf weite Strecken überziehend. Auf dem Veldeser Schlossberge im September. Ein mehrjähriger, fast nur aus Röhren bestehender Pilz. 17* 6. Untergattung : Apodoporinus Schroet. Fruchtkörper ungestielt, mit breitem Grunde aufsitzend und von der Unterlage abstehend. Röhren auf der Unterseite, nach abwärts gerichtet. A. Carnosi. Fruchtkörper anfangs fleischig - saftig, später erhärtend. 47. P. resinosus (Schräder in Spicilegium, p. 171, als Boletus). Fries, Systema L, p. 361. An der Rinde der Nadelhölzer in dachziegelförmigen Rasen. In den Forsten des Gutes Karlovca bei Grosslaschitz. B. Stupposi. Substanz des Fruchtkörpers von Anfang an trocken, faserig, zuletzt fast wergartig weich oder korkartig. Oberfläche filzig oder zottig. 48. P. lutescens Persoon, Mycolog. europ. II., p. 71. Auf der Rinde von verschiedenen Laubhölzern, wie Berberis, Cornus, Carpinus ; nach Exemplaren, die das hiesige Landesmuseum besitzt. C. Lignosi. Substanz des Fruchtkörpers bald holzartig erhärtend. 49. P. radiatus (Sowerby in Engl. Fungi, T. 196, als Boletus). Fries, Systema I., p. 369. An Stämmen von Fagus sylvatica L. in den Forsten des Gutes Karlovca bei Grosslaschitz. 50. P. fulvus (Scopoli in Flora carn., Ed. IL, T. IL, p. 469, als Boletus). Fries, Epicrisis, p. 465. Auf dem Stamme von Cerasus bei Idria. 51. P. salicinus Fries, Systema I., p. 376. An dem Stamme von Salix fragilis L. bei Kaltenbrunn ; an Weidenästen bei Stranje nächst Stein. 52. P. Ribis (Schum, in Enumérât. II., p. 386, als Boletus). Fries, Systema I., p. 375. Am Grunde alter Stämmchen von Ribes rubrum L. in Schalken-dorf bei Veldes, Ende August. 53. P. Evonymi Kalchbrenner, Enumérât. II., Nr. 1232. Auf dem Ulrichsberge bei Zirklach im Herbste und am Grunde alter Stämme von Evonymus. 54. P. fomentarius (Linné in Flora Suecica, Nr. 1252, als Boletus). Fries, Systema I., p. 558. An dem .Stamme von Fagus sylvatica L. bei Krainburg ; an jenem von Pyrus communis L. bei Laibach ; an Pfählen im Laibacher Pfahlbau. (Vergl. : v. Thuemen, «Ueber einen prähistorischen, aus den Pfahlbaustätten bei Laibach stammenden Polyporus.» Verb. d. zoologisch-botan. Gesellsch., XXIX. Bd., 1879, S.-B. p. 52.) Polyporus fomentarius, der echte Feuerschwamm, ist seltener als P. ignarius, der unechte Zunderschwamm, aus dem hier meist Zunder hergestellt wird. Aus P. fomentarius verstehen die Bauern der Gegend von Bischoflack, Mützen zu verfertigen. Als Zunder wird in Unterkrain und dem angrenzenden Kroatien oft das Holz roth- und weissfauler Stämme, bei Altenmarkt und Zirknitz das Eichenleder (Xylostroma Corium) verwendet. 55. P. nigricans Fries, Systema I., p. 375. An einem Weidenstamme bei Kaltenbrunn, fast 0*3 7n breit. Ist von dem vorigen nur durch eine glänzend schwarze, harte und glatte Oberfläche verschieden. Schroeter sieht darin eine Altersform des Polyp, fomentarius. 56. P. ignarius (Linné in Flora Suecica, Nr. 1520, als Boletus). Fries, Systema I., p. 375. Im Laibacher Stadtwalde an Salix alba; an Fagus sylvatica L. in sehr grossen Hüten in den Forsten des Gutes Karlovca bei Grosslaschitz ; bei Idria (Scop.) ; in den Schneeberger Waldungen. 57. P. laccatus Kalchb., Oesterr. botan. Zeitschrift 1885, p. 81. Im Innern einer hohlen Weissbuche (Carpinus betulus L.) bei Poljana nächst Laibach. P. laccatus ist eine sehr ausgezeichnete Art und unterscheidet sich von allen einheimischen Polyporeen leicht durch den harzigen Ueberzug, der die Oberseite des Pilzes und das Hymenium bedeckt, wodurch ihnen ein glänzendes, lackirtes Aussehen verliehen wird. Er steht am nächsten dem von Cuming auf den Philippinen gesammelten und von C. Montagne in Cent. III. des plantes cellulaires exot. nouv. (Ann. sc. nat. Oct. 1842) beschriebenen P. ochreo-laccatus, der gleichfalls einen harzigen Ueberzug hat, sich jedoch vor allem durch die Oberfläche des Hutes von P. laccatus unterscheidet. (Conf. Wettstein, Oesterr. bot. Zeitschr. 1885, p. 81.) P. laccatus wurde zuerst in Niederösterreich (an alten Stämmen lebender Kirschen- und Pflaumenbäume in Gärten um Pressbaura ; A. Kerner) beobachtet und hierauf auch in Steiermark (Wotschberg bei Rohitsch; Merlica-Planina bei Cilli) aufgefunden. 58. P. odoratus (Wulfen in Jacquin, Collect. II., p. 150, als Boletus). Fries, Systema I., p. 373. — Syn. Trametes odorata Fries, Epicrisis, p. 48g. An alten Stämmen, besonders an Strünken in den Waldungen der Rosenbaclierberge ; an Abies excelsa DC. in den Waldungen des Gutes Karlovca. In Höhlen und Bergwerken wird dieser durch fenchelartigen Geruch ausgezeichnete Schwamm in verschiedener Weise monströs, was zur Aufstellung mehrerer Pseudoarten Veranlassung gegeben hat. Das mächtig entwickelte, jedoch steril bleibende Mycel nannte Link Ozonium auricomum; es findet sich nicht selten an Holz in der Adelsberger Grotte und im Bergwerke Sagor. 7. Untergattung : Polystictus (Fries) Karsten. Fruchtkörper gestielt; Stiel mittelständig. 5g. P. perennis (Linné in Flora Suecica, Nr. 1245, als Boletus). Fries, Systema I., p. 350. In den Waldungen der Rosenbaclierberge nicht selten ; mitunter in sehr schönen Individuen; unter Fichten an den Abhängen des Tosti vrh im Ilovca-Gebirge. Auch Scopoli erwähnt dieses Pilzes als Boletus coriaceus in Flora carniolica Ed. IL, T. IL, p. 465. y) Sporenpulver braun; Sporenmembran gleichfalls braun. Auf der Oberseite der Fruchtkörper werden Co-nidien abgeschnürt (Phaeoporus Schroeter als Gattung). 60. P. hispidus (Bulliard in Champig., Taf. 210, 493, als Boletus). Fries, Systema I., p. 362. Wurde von Scopoli an Strünken und an der Rinde der Bäume beobachtet und als Boletus hirsutus beschrieben. 61. P. applanatus (Persoon in Observât. IL, p. 2, als Boletus). Wallroth, Flora crypt. II., p. 591. An alten Baumstämmen auf dem Laibacher Schlossberge ; in den Waldungen des Gutes Karlovca bei Grosslaschitz. Ueber die Conidien-bildung dieses Pilzes vergleiche: Schulzer, Oesterr. botan. Zeitschrift 1880, p. 321, und Fuckel, Symb. myc. 2. Nachtrag, p. 87. 4. Fistulina Bulliard. 1. F. hepatica (Hudson in Flor. angl., p. 625, als Boletus). Fries, Systema I., p. 396. An dem Stamme einer abgestockten Eiche auf dem Golovcberge im September; bei Veldes in Oberkrain. Ist im Gebiete selten. 5. Boletus Dillenius. aj Tephroleuci. Röhren des Hutes anfangs weiss oder grau. 1. B. castaneus Bulliard, Herb., p. 324, T. 328. Selten im Herbste in den Waldungen bei Rosenbach. 2. B. cyanescens Bulliard, Champ., T. 369. In lichten Gehölzen an den Abhängen des Golovcberges einzeln und nicht häufig. Eine Form mit flachem, strohgelbem Hute. 3. B. felleus Bulliard, Champ., T. 379. Vereinzelt in den Waldungen der Rosenbacherberge im Herbste. 4. B. scaber Bulliard, Champ., T. 132, 489. 1. Var. fusco-niger. Nicht selten im Herbste bei Laibach; auf Bergwiesen bei Schalken-dorf in Oberkrain; im Möschnacher Walde bei Radmannsdorf. 2. Var. aurantiacus. Auf wiesigen Hügeln bei Radmannsdorf; auf Bergwiesen im Ilovca-Gebirge. 5. B. versipellis Fries, Boleti, p. 13. In lichten Gehölzen bei Laibach im Herbste, und zwar eine Form, die Schaeffer B. rufus nennt, in Icon. fung., p. 74, beschreibt und auf T. 105 unter Fig. 5 abbildet. 6. B. strobiliformis Villars, Hist. d. plant. III./ p. 1039. Voss, Ueber Boletus strobilaceus Scopoli und den gleichnamigen Pilz der Autoren. Verh. d. k. k. zoologisch-botanischen Gesellschaft, Jahrg. 1885, p. 477—482. Mit zwei Textabbildungen. An sandigen Stellen, in Hohlwegen, besonders unter überhängendem Erdreiche. Im Ilovcawalde bei Radmannsdorf Ende August. Hut polsterförmig, 5 — 12 cm breit, schwärzlich - umberbraun, mit dicken, flockigen, dachziegelförmigen -Schuppen, welche oft sparrig abstehen , bedeckt; Fleisch beim Zerbrechen sich schwärzend oder roth werdend. Röhren angeheftet, etwas herablaufend , mit weiten, eckigen, anfangs weissen, dann braunen Poren. Stiel gleichdick, 8 —16 cm lang, oberwärts gefurcht, weiss, am Grunde braun. Sporen fast kugelförmig, schwarzbraun. In der ganzen Gestalt an Hyduum imbricatum erinnernd. An oben angegebenem Orte habe ich ausführlich dargelegt, dass Scopoli’s B. strobilaceus von den späteren Schriftstellern meist verkannt wurde; ein Irrthum, der sich sofort aufhellt, wenn man die bildliche Darstellung und Beschreibung Scopoli’s (Annus hist. nat. IV., T. I., Fig. 5) mit jenen Abbildungen vergleicht, die gewöhnlich für den Scopoli’schen Pilz angesehen und citirt werden (z. B. Rostkovius). Beide Arten haben allerdings beschuppte Hüte; bei B. strobilaceus Scop. sind die Spitzen der Schuppen nach aufwärts gerichtet, bei B. strobiliformis Vill. hingegen nach abwärts — daher «imbricatus». Dieser letztere Pilz erinnert allerdings lebhaft an Hyduum imbricatum, der Scopoli’sche jedoch gar nicht. B. strobilaceus Scop. hat glatten, B. strobiliformis Vill. einen netzadrigen Stiel. b) Euchroi. Röhren nicht weiss oder grau, meist lebhaft gelb gefärbt. 7. B. hydriensis (Hacquet in Plant, alp. carniol., p. 11, T. 2, Fig. 4, als Chathrus; 1782). Voss, Oesterr. botan. Zeitschrift 1882, p. 40. — Syn. B. strobiloides Krombh. Von Hacquet bei Schwarzenberg ob Idria und beim Forsthause Merzla rupa im Juli entdeckt; in feuchten Schluchten der Ortenegger Waldung bei Reifnitz im September; auf Lehmboden beiVisevca zwischen Ulrichsberg und Stein im Juni in mehreren Stücken. Der Hut ist fleischig, etwas schwach gepolstert, dunkel umberbraun mit einer schwachen Beimengung von Carmin (im lebenden Zustande), 8—16 cm breit, durchaus mit sehr grossen, gestutzt-pyramidalen, festfleischigen Protuberanzen (Warzen) versehen, die keineswegs durch Aufspringen der Haut entstandene sparrige oder dachziegelförmige Schuppen genannt werden können.7 Die Röhren sind entsprechend lang, am Stiele an.stossend, in der Jugend fast herablaufend, umberbraun. Die höchst ungleich geformten unregelmässigen, im ganzen auffallend grossen, anfangs trüben Löcher werden bald dunkelbraun. Der meist etwas gekrümmte, in den Hut sich erweiternde Stiel ist voll, 1*3 — 2*5 cm dick, und seine Länge entspricht ungefähr dem Hutdurchmesser. Er ist feinflockig-schuppig, mit dem Hute gleichfarben. Der erst bräunlich - weisse Schleier (Velum partiale) geht durch röthlich in schwarzbraun über und verschwindet. Das Fleisch ist beim Anbruch trübbraun, wird aber an der Luft braunschwarz. Geruch etwas nach Moder, doch nicht schlecht. Die Sporen sind schwarzbraun, kugelig, mitunter ins Eiförmige oder Ovale, und haben einen Durchmesser von er 008 — er 01 mm. (Schulzer v. Müggenburg in litt, ad me.) Juni bis October.8 8. B. luridus Schaeffer, Icon., Tab. 107. In den Waldungen der Rosenbacherberge und des Golovc nicht selten; besonders im Herbste. 9. B. Satanas Lenz, Schwämme, T. 8, Fig. 33. Mit der vorigen Art und zur gleichen Jahreszeit. 7 Hacquet beschreibt die Oberseite des Hutes: «Superne pileus nodis distinctus, quorum figura fructibus pinus pineae similis est.» In der That ist der Vergleich der Oberseite des Hutes mit dem Zapfen einer Pinie sehr treffend, nur müssen wir uns den Zapfen im geschlossenen Zustande, vor Ausstreuung der Samen, vorstellen. Besonders das Exemplar, welches ich der Güte des Herrn S. Robic verdanke, zeigt dieses sehr gut. 8 Ich finde die Sporen dunkelbraun, die Membran mit netzförmigen Leisten besetzt und gewöhnlich kugelig. Die Länge der Durchmesser auch 8 — 11 [l (= o • 008 — o-oii mm). 10. B. edulis Bulliard, Champ., p. 322, Tab. 60 u. 494. In den Waldungen der Rosenbacherberge ; auf Bergwiesen ober Zwischenwässern ; im Möschnaclier Walde bei Radmannsdorf ; bei Veldes. Der Steinpilz in Krain, vulgo «Jurčki», ist nebst der Speisemorcliel in Laibach der wichtigste Marktpilz. Bei Idria gleichfalls häufig. (Scop.) 11. B. pachypus Fries, Observât. L, p. 118. Auf dem Golovcberge bei Laibach im Herbste. 12. B. olivaceus Schaeffer, Icônes, Tab. 105. Ich habe diese Art hier nicht beobachtet, doch dürfte B. bovinus var. i Scopoli als solche anzusehen sein. 13. B. calopus Fries, Systema I., p. 390. In Laub Wäldchen bei Lees in Oberkrain. (Conf. B. terreus Schaeffer, Icon. T. 315.) 14. B. subtomentosus Linné, Flora Suecica Nr. 1251. Im Herbste bei Laibach, und zwar in jener Form, welche Schaeffer auf Tab. 112, sub. Fig. 2 abbildet. 15. B. variegatus Swartz, Vetensk. Akad. Handl. 1810, p. 8. Anfangs September in den Waldungen der Rosenbacherberge. 16. B. bovinus Linné, Flora Suecica Nr. 1246. Ein sehr gewöhnlicher Pilz der früher genannten Waldungen; ebenso bei Lees und Veldes in Oberkrain. Zumeist unter Nadelholz und im Herbste. 17. B. granulatus Linné, Flora Suecica Nr. 1249. In den Waldungen der Rosenbacherberge; auf dem Golovc und Krim. 18. B. flavus Wither, Arrangement IV., p. 280. Auf Wiesen bei Krainburg und in Wäldern bei St. Martin von Scopoli im October beobachtet. (B. luteus, Scop. flora carn., T. II., p. 465.) 19. B. luteus Linné, Flora Suecica Nr. 1247. Ende September bei Unterrosenbach nächst Laibach. Hat den mit bräunlichen Punkten besetzten Stiel des B. granulatus L., jedoch den kennzeichnenden Ring. (Vergl. : Rabenhorst, Kryptog. Flora, 1. Aufl., I. Bd., p. 442, Nr. 3625.) f) Agaricini. Blätterpilse. 1. Lenzites Fries. 1. L. abietina (Bulliard in Herbier de la France, Tab. 442, Fig. 2, als Agaricus). Fries, Epicrisis, p. 407. An alten Zäunen aus Coniferenholz. Man trifft meist mehrere Hüte an demselben Holze ; dieselben stehen reihenweise nebeneinander und fliessen zusammen oder sie stehen übereinander und behalten dann ihre regelmässige, halbkreisförmige Gestalt. Fruchtkörper mit gezähnten, ja geschlitzten Lamellen kommen vor. 2. L. sepiaria (Wulfen in Jacquin, Collect. I., p. 347, als Aga-ricus). Fries, Epicrisis, p. 407. Das ganze Jahr hindurch an altem Fichtenholze; auf Fichtenstrünken an den Gehängen des Tosti vrh im Ilovca- Gebirge bei Veldes mit schönen, normal gebildeten Hüten. Hier möge das sterile Mycel eingeschaltet werden, welches Alex, v. Humboldt in «Flora Fribergensis Specimen» auf Seite 112—114 unter dem Namen Ceratophora Fribergensis beschrieben und auf Tab. I. abgebildet hat. Schon Welwitsch sammelte das zunderartige, mit hornförmigen Auswüchsen versehene braune Mycel in verschiedenen Entwicklungsstadien in der Adelsberger Grotte; A. Pokorny auf dem Stege über die Kluft der grossen Luegger Grotte. Letzterer hat in «Flora subterránea» die bestimmte Ansicht geäussert, dass sowohl die Welwitsch-schen als auch seine Exemplare nicht als Mycelium einer Polyporee angesehen werden können (nach E. Fries des P. odoratus), sondern zu einem Lenzites gehören. Die best ausgebildeten Stücke stehen dem L. sepiaria besonders nahe. Ich selbst fand Ceratophora Fribergensis an der Zimmerung des Theresienschachtes im Idrianer Bergwerke. Einzelne Stücke zeigten an den Zweigenden Ausbreitungen mit kleinen, doch deutlich erkennbaren Lamellen; ich schloss mich daher der oben dargelegten Ansicht an. Da jedoch die Pfosten der Zimmerung aus Eichenholz hergestellt sind, so dürfte nicht an Lenzites sepiaria, sondern an eine andere Art zu denken sein. Auch R. v. Wettstein hat dieses zunderartige Mycel beobachtet. Der Zusammenhang mit den Fruchtkörpern von Lenzites sepiaria konnte nicht nur daran erkannt werden, dass an einzelnen Stellen dieses Mycels solche zur Ausbildung kamen, sondern auch durch einen Culturversuch, der mit Erfolg ausgeführt wurde. (Vergl. «Vorarbeiten zu einer Pilzflora der Steiermark II.» in Verh. d. zoolog.-botan. Gesellsch. in Wien, Jahrg. 1888, p. 185.) . 3. L. variegata Fries, Epicrisis, p. 406. Dachziegel förmig an Strünken von Quercus pedunculata Ehrh. auf dem Golovcberge und bei Kroisenegg im Herbste. 4. L. betulina (Linnéin Flora Suecica, Nr. 1244, als Agaricus). Fries, Epicrisis, p. 405. An der Rinde von Carpinus, Betula und Fagus im Gebiete weit verbreitet. Ein Stück dieses Schwammes fand sich auch in den Laibacher Pfahlbauten vor. (Sieh: Voss, Holzschwämme aus den Laibacher Pfahlbauten in Oesterr. botan. Zeitschr. 1886, p. 111.) 5. L. albida Fries, Epicrisis, p. 405. An der Zimmerung der Stollen des Braunkohlenbergwerkes Sagor. Der Fruchtkörper war schneeweiss, oberseits mit silberartig - glänzendem Haarfilz; die Lamellen durch Anastamosen oft verbunden. 2. Schizophyllum Fries. 1. Sch. alneum (Linné in Flora Suecica, p. 452, als Agaricus). — Syn. Sch. commune Fries, Systema I., p. 330. Häufig an Baumstrünken, Zäunen, abgefallenen Zweigen im Gebiete überall häufig und schon von Scopoli beobachtet worden. 1. Var. incisum Thuemen, Oesterr. botan. Zeitschr. 1876, p. 19. In den Waldungen der Rosenbacherberge; im Stadtwalde und bei Lees. Seltener auf Ainus viridis L. im Doblica-Graben bei Zirklach. 2. Var. rotundum Voss. Pileus rotundatus, fere pedun-culatus. An abgeholzten Fagus-Stämmen am Fusse des Grosskahlenberges im November. Fruchtkörper kreisrund, gleichsam gestielt und die Lamellen daher nach aufwärts gerichtet. 3. Panus Fries. 1. P. stypticus (Bulliard, Champ., T. 140, als Agaricus). Fries, Epicrisis, p. 339. An Baumstrünken und an Zäunen das ganze Jahr häufig. Bei Laibach gemein; auf dem Ulrichsberge an Cytisus alpinus L. ; Schalkendorf bei Veldes. 2. P. rudis Fries, Epicrisis, p. 398. An Fagus-Striinken in den Waldungen der Ilovca bei Radmannsdorf. 3. P. conchatus (Bulliard in Champ., T. 298, als Agaricus). Fries, Epicrisis, p. 398. Herdenweise an den Stämmen von Populus tremula L. auf dem westlichen Gipfel des Grosskahlenberges bei Laibach. 4. P. torulosus (Pers. in Synops, p. 475, als Agaricus). Fries, Epicrisis, p. 397. — Syn. Agaricus carneo-tomentosus Bätsch, Elenchus, p. 90, Taf. 8, Fig. 33. An Baumstrünken (Quercus?) bei Oberrosenbach nächst Laibach im September. 4. Lentinus Fries. 1. L. compressus (Scopoli in Flor, carn., T. II., p. 458, als Agaricus; 1772). — Syn. Agaricus jugis Fries, Systema I., p. 177. (1821.) Lentinus jugis Fries, Epicrisis, p. 393. (1836.) An Nadelholzstämmen von Scopoli, wahrscheinlich bei Idria, gefunden. 2. L. pulverulentus (Scopoli in Flor, carn., T. II., p. 432, als Agaricus). Fries, Epicrisis, p. 391. Bei Idria an Strünken und Wurzeln. 3. L. coriaceus (Scopoli in Flor, carn., T. II., p. 458, als Agaricus; 1772). — Syn. L. hispidosus Fries, Epicrisis, p. 389. (1836.) An Balken und Strünken, wahrscheinlich bei Idria aufgefunden. Nach Schützers gütiger Mittheilung hat er diesen Schwamm, ein Jahrhundert nach Scopoli, bei Grosswardein in Ungarn wiedergefunden und in Kalchbrenners «Icônes», T. 29, Fig. 2, abgebildet. 5. Marasmius Fries. a) M y ce na. Stiel hornartig, röhrig. zäh und trocken, mit Rhizomorpha-artigem Mycel. Hut fast häutig und glockenförmig, später ausgebreitet, mit geradem Rande. 1. M. epiphyllus Fries, Epicrisis, p. 386. In den Waldungen bei Laibach an abgefallenen Blättern und Blattstielen im Herbste. 2. M. perforans (Hoffmann in Nomencl., p. 245, als Agaricus). Fries, Epicrisis, p. 385. An faulenden Fichtennadeln in den Waldungen der Rosenbacherberge ; fast das ganze Jahr. 3. M. androsaceus (Linné in Species plant. IL, p. 1644, als Agaricus). Fries 1. c., p. 385. Auf den Zweigen von Abies (Scop.). Auf abgefallenen Blättern, Nadeln u. dgl. mit dem vorigen. 4. M. Rotula (Scopoli in Flor, carn., T. IL, p. 456, als Agaricus). Fries 1. c., p. 385. An trockenen Zweigen von Corylus und anderer Bäume (Scop.). Truppweise an faulenden Zweigen in den Waldungen der Rosenbacherberge ; zwischen Zirklach und Ulrichsberg. b) Collybia. Hut zähfleischig, später fast lederartig, gefurcht oder runzelig; Rand anfänglich eingerollt; Stiel schwach knorpelig; Mycel flockig. 5. M. ramealis (Bulliard in Champig., T. 336, als Agaricus). Fries 1. c., p. 381. An modernden Stengeln, Wurzelstücken u. dgl. Auf dem Golovc-berge im Herbste; auf Buchenzweigen bei Podnart in Oberkrain. 6. M. scorodonius Fries, 1. c., p. 379. In den Waldungen bei Laibach im Herbste nicht selten und durch den knoblauchartigen Geruch ausgezeichnet. 7. M. prasiosmus Fries, Epicrisis, p. 376. — Syn. Agaricus alliaceus Scop., Flor. carn. II., p. 454. In den Wäldern bei Idria. 8. M. pyramidalis (Scopoli, Flor. carn. II., p. 433, als Agaricus). Fries, Epicrisis, p. 375. In den Waldungen bei Laibach, schon durch den Entdecker beobachtet. 9. M. oreades (Bolton in Fung. Halifax, T. 15 1, als Agaricus). Fries 1. c., p. 475. Auf Grasplätzen, an Rainen etc. bei Laibach. Die Fruchtkörper wachsen gewöhnlich gesellig, kreisförmig oder reihenweise. 10. M. urens (Bulliard in Herbier, T. 528, Fig. 1, als Agaricus). Fries 1. c., p. 373. In den Waldungen bei Laibach stellenweise. 6. Nyctalis Fries. 1. N. Asterophora Fries, Epicrisis, p. 371. Auf den faulenden Hüten der Agaricus- und Russula-Arten im Herbste. In den Waldungen der Rosenbacherberge nicht selten; im Föhrenwalde vor Utik nächst Laibach fast häufig und oft 6—10 Fruchtkörper auf einem Hute. Die Oberseiten der Fruchtkörper sind reichlich mit der stacheligen Chlamydosporen — Asterophora agarieicola Corda — bedeckt. 2. N. parasítica (Bulliard in Champig., p. 609, T. 574, als Agaricus). Fries 1. c., p. 372. Gleichfalls an den Hüten abgestorbener Agaricus- und Russula-Arten, doch im Gebiete nur vereinzelt. Unterscheidet sich von der vorigen Art nebst den äusseren Merkmalen, dass die Chlamydosporen nicht auf der Oberseite des Hutes gebildet werden, sondern an den Lamellen entstehen und diese, wie die ganze Unterseite des Hutes, in Form eines dichten, braunen Pulvers bedecken. 7. Cantharellus Adanson. 1. C. muscorum (Roth im Cathalog. botan. I., p. 238, als Merulius). Fries, Systema I., p. 238. Auf alten Eichen zwischen Moosen ; Rosenbacherberge bei Laibach im Herbste. 2. C. hispidus (Scopoli in Flor, carn., T. IL, p. 462, als Merulius; 1772). — Syn. Helvella tubaeformis Bull. Champ., T. 461. Cantharellus tubaeformis Fries, Systema myc. I., P- 319- An faulenden Strünken bei Idria. 3. C. infundibuliformis (Scopoli 1. c., p. 462, als Merulius). Fries, Epicrisis, p. 366. Exc. A. Kerner, Flora exs. Austro-Hungarica 762. Wohl in allen Waldungen Krains anzutreffen. Die ausgegebenen, von A. Paulin eingesammelten Exemplare stammen von den Rosenbacherbergen bei Laibach, in deren Schluchten dieser Pilz, ferner Craterellus lutescens, C. coruncopisides und C. sinuous häufig zu finden ist. 4. C. aurantiacus (Wulfen in Jacquins Collectanea II., Tab. 14. Fig. 3, als Agaricus). Fries, Systema I., p. 318. In den Waldungen der Rosenbacherberge, doch meist vereinzelt und im Herbste. 5. C. cibarius Fries, Systema I., p. 318. — Syn. Agaricus Cantharellus Linné, Flora Suecica 1207. Ein sehr häufiger Schwamm in den Waldungen Laibachs, welcher schon von Scopoli aufgezeichnet wird. Er gelangt häufig auf den Laibacher Markt und wird vulgo «Lesice» genannt. Auch in den Waldungen Oberkrains ist Cantharellus cibarius nicht selten, so im Möscli-nacher Walde bei Radmannsdorf; in den Waldungen an der Rothwein bei Veldes; auf dem Ulrichsberge.9 8. Russula Persoon. I. R. lutea (Hudson in Flora anglica, p. 611, als Agaricus). Fries, Epicrisis, p. 611. — ? Syn. Agaricus incanis Scopoli, Flora carn. II., p. 441. In Buchenwäldern, wohl bei Idria. 9 Für diese Art schlug H. Karsten (Ueber Pilzbeschreibung und Pilzsystematik; Flora 1888) den Namen Cantharellus Cantharellus vor. Obwohl diese und ähnliche Bezeichnungen (z. B. Carpobolus Carpobolus H. Karst.) strenge dem Prioritätsgesetze entsprechen, so dürften sich die Mycologen kaum mit einer so weitgehenden Anwendung desselben befreunden. 2. R. aurata (Withering in Arrangement, T. IV., p. 184, als Agaricus). Fries 1. c., p. 361. Im August im Nadelholzwalde vor Utik bei Laibach. Eine Form mit rothem Hute, welche durch das citronengeibe Fruchtfleisch, durch einfache und breite, an der Scheide ebenso gefärbte Lamellen und durch den weissen. glänzenden und fein gestreiften Strunk leicht kenntlich, übrigens im Gebiete selten ist. 3. R. olivacea (Schaeffer in Icones, T. 204, als Agaricus). Fries 1. c., p. 356. Bei Unterrosenbach im Herbste vereinzelt. Hut olivengrün, Stiel blass-rosa, Lamellen gelblich. 4. R. rubra (De Candolle in Flore frang. II., p. 140, als Agaricus; pr. p.). Fries 1. c., p. 205. Mit der vorigen Art und auf dem Golovcberge im Herbste nicht selten. 5. R. virescens (Schaeffer in Icon., T. 94. als Agaricus; excl. Fig. 1). Fries 1. c., p. 335. In den gemischten Wäldern des Schiefergebirges (Rosenbacherberge, Golovc) bei Laibach vereinzelt; im Mösclinacher Walde bei Radmannsdorf. 6. R. furcata (La Mark in Encyclop. I., p. 105, als Amanita). Persoon, Observat. I., p. 102. An denselben Orten wie die vorige Art. Eine Form mit dunkelbraunem, schwach glänzendem und trichterförmigem Hut, weissem Stiel, ebenso gefärbten, gegabelten und entfernt stehenden Lamellen. 7. R. adusta (Persoon inSynops., p. 459, als Agaricus; pr. p.). Fries 1. c., p. 350. Gleichfalls mit den vorigen Arten. Die Hüte sind gewöhnlich trichterförmig, rauchgrau gefärbt. Der Stiel besitzt die gleiche Färbung; die Lamellen sind anfänglich weiss, später grau; das Fruchtfleisch schwärzlich. 8. R. nigricans (Bulliard in Champig., T. 212 u. 579, Fig. 2, als Agaricus). Fries 1. c., p. 350. Bei Unterrosenbach im Herbste. Die Hüte sind oft reichlich mit Nyctaiis asterophora bedeckt. 9. Lactarius Fries. a) Russularia. Stiel central. Lamellen anfänglich blass, dann sich verfärbend, dunkler werdend, endlich weiss bereift. Milch weiss, mild oder später scharf. 1. L. subdulcis (Bulliard in Champ., T. 227, als Agaricus). Fries, Epicrisis, p. 345. In den Waldungen der Rosenbacherberge im Herbste. 2. L. tithymalinus (Scopoli in Flor. cara. II., p. 452, als Agaricus). Fries 1. c., p. 347. In den Wäldern bei Laibach. 3. L. oedemantopus (Scopoli in Flor. carn. II., p. 453, als Agaricus). Fries 1. c., p. 345. Wurde von Scopoli in Unterkrain, demnach jedenfalls zwischen Laibach und Reifnitz, gefunden. Ist nach Winter eine Subspecies von: 4. L. volemus Fries, 1. c., p. 344. In gemischten Waldungen bei Zwischenwässern im Herbste. 5. L. rufus (Scopoli in Flor. cara. II., p. 451, als Agaricus). Fries 1. c., p. 247. In den Waldungen bei Laibach. 6. L. quietus Fries, Epicr., p. 343. An begrasten Stellen der Waldungen um Laibach. b) Dapetes. Stiel central; Lamellen nackt; Milch orangegelb. 7. L. deliciosus (Linné in Flora Suecica, Nr. 1211, als Agaricus). Fries 1. c., p. 341. Nicht selten in unseren Wäldern (Scop.). In den Waldungen des Schiefergebirges bei Laibach im Herbste häufig; auf dem Krimberge; bei Podnart in Oberkrain; im Walde bei dem Rothweinerfall; im Savethal bei Zwischenwässern und auf dem Grosskahlenberge. Dieser Hutpilz hat den slovenischen Namen «Plesnice», wird aber selten zu Markte gebracht. Nicht selten sind die Fruchtkörper durch Hypomyces lateritius Tul. verunstaltet. c) Piperites. Stiel central. Lamellen unveränderlich, nackt. Milch weiss und meist scharf. 8. L. velleréus Fries, 1. c., p. 340. An lichten Waldstellen des Grosskahlenberges; auf Wiesen bei Lustthal nächst Laibach ; bei Lees in Oberkrain. 9. L. piperatus (Scopoli in Flor, carn., p. 449, als Agaricus). Fries 1. c., p. 340. Hie und da in schattigen Wäldern (Scop.). Kommt auch bei Laibach vor. 10. L. rusticarais (Scopoli 1. c., p. 452, als Agaricus). 1772. — Syn. Agaricus pyrogalus Bull. Champ., T. 529, Fig. 1. 1791. Lactarius pyrogalus Fries, Epicrisis, p. 339. In den Wäldern des Laibacher Gebietes von Scopoli aufgefunden. 11. L. torminosus (Schaeffer in Icones, T. 12, als Agaricus). Fries, Epicrisis, p. 334. Auf Heideboden bei Kaltenbrunn im Herbste. 12. L. scrobiculatus (Scopoli 1. c., p. 450, als Agaricus). Fries 1. c., p. 334. In den Wäldern bei Idria. Auf dem Rosenbacherberge bei Laibach im Herbste. 10. Hygrophorus Fries. a) Hygrocybe. Ohne Schleier; Hut feucht klebrig, trocken glänzend, meist nackt. Stiel hohl und weich. Der ganze Fruchtkörper zart und gebrechlich, wässerig. 1. H. spadiceus (Scopoli in Flor. carn. II., p. 443, als Agaricus). Fries 1. c., p. 332. In höher gelegenen Wäldern Krains. 2. H. conicus (Scopoli 1. c., p. 443, als Agaricus). Fries 1. c., P- 331- In Wäldern bei Freudenthal (nächst Oberlaibach) vom Entdecker gefunden. Nicht selten in den Umgebungen Laibachs, z. B. auf den Rosenbacherbergen, auf Wiesen bei Stephansdorf; bei Lees und Veldes in Oberkrain. Der Pilz erscheint gewöhnlich im September und besitzt gelbe und scharlachrothe Hüte. Auch eine Form mit weissen Lamellen (Conf. Schaeffer, Icon., T. 15, Fig. 2, 3) wurde beobachtet. 3. H. flammans (Scopoli 1. c., p. 443, als Agaricus). — Syn. Hygrophorus miniatus Fries, Epicrisis, p. 330. Auf begrastem Waldboden bei Idria. 4. H. multicolor (Battarra in Fung. Ariminensis hist., T. XIX., Fig. B, als Hydrophorus). 1755. — Syn. Agaricus cocci-neus Schaeffer, Icon., Tab. 302. Agaricus miniatus Scopoli, Flora cara. II., p. 442. Hygrophorus coccineus Fries, Epicrisis, p. 330. Bei Idria, ober Prindl. (Scop.) b) Comarophyllus. Schleier fehlt. Hut derb, glanzlos und in feuchter Witterung nicht klebrig, sondern nur Mittheilungen des Museal Vereines für Krain 1890. 18 feucht. Stiel glatt, kahl oder faserig. Lamellen bogig, entfernt stehend. 5. H. niveus (Scopoli, Flor. carn. II., p. 430, als Agaricus). Fries 1. c., p. 327. Auf Grasplätzen höher gelegener Wälder. 6. H. virgineus (Wulfen in Jacquin, Miscell. II., T. 15, Fig. 1, als Agaricus). Fries 1. c., p. 327. Im Herbste auf Grasplätzen bei Kroisenegg. 7. H. pratensis (Persoon in Synopsis, p. 304, als Agaricus). Fries 1. c., p. 326. Auf Wiesen und Hutweiden bei Kaltenbrunn im September. 8. H. caprinus (Scopoli in Flor, carn., p. 438, als Agaricus). Fries 1. c., p. 326. An mit Kräutern bestandenen Stellen bei Idria. c) Limacium. Mit klebrigem Velum universale, öfter auch mit flockigem, ringförmigem oder randständigem Velum partiale. Hut schuppig oder oben rauh punktirt. Lamellen herablaufend. 9. H. limacinus (Scopoli in Flor. carn. II., p. 422, als Agaricus). Fries 1. c., p. 323. In den Wäldern bei Laibach im October. 10. H. leucophaeus (Scopoli in Flor. carn. II., p. 423, als Agaricus). Fries 1. c., p. 323. In den Wäldern bei Idria. 11. H. purpurascens (Scopoli in Flor. carn. II., p. 424, als Agaricus). — Syn. Agaricus pudorinus Fries, Systema myc. I., p. 33. Hygrophorus pudorinus Fries, Epicrisis, p. 322. Bei St. Cantian in Innerkrain im October von Scopoli entdeckt. Da Agaricus purpurascens Scop. schon 1772 veröffentlicht wurde, so ist der Artname unbedingt dem Fries’schen vorzuziehen. Allerdings muss alsdann H. purpurascens (Albertini und Schweiniz in Conspectus, p. 182, 1805) anders benannt werden. 12. H. cossus (Sowerby in Engl. Fungi, T. 121, als Agaricus). Fries 1. c., p. 321. Ende December im Tivoliwalde bei Laibach. 13. H. Mugnaius (Scopoli in Flor, carn., p. 429, als Agaricus; 1772). Syn. Agaricus chrysodon Bätsch, Elenchus, Contin. II., p. 79, Fig. 212 ; 1789. Hygrophorus chrysodon Fries 1. c., p. 320. Bei St. Cantian in Innerkrain. (Scop.) ii. Paxillus Fries. 1. P. jacobinus (Scopoli in Flor, carn., p. 438, als Agaricus). — Syn. Agaricus atrotomentosus Bätsch, Elenchus, p. 89; 173. Paxillus atrotomentosus Fries, Epicrisis, p. 317. In Wäldern bei Krainburg, circa 25. Juli. (Scop.) 2. P. filamentosus (Scopoli in Flor. cara. II., p. 441, als Agaricus). Fries 1. c., p. 317. In Wäldern bei Laibach. (Scop.) 12. Gomphidius Fries. 1. G. maculatus (Scopoli in Flor. carn. II., p. 448, als Agaricus). Fries l.c., p. 319. In Wäldern bei Laibach. Hut weiss, im Alter schwarz gefleckt. Stiel gelb. 2. G. viscidus (Linné in Flora Suecica, Nr. 1229, als Agaricus). Fries 1. c., p. 319. —Syn. Agaricus lubricus Scop., Flor. carn. II., p. 447. In Wäldern bei Freudenthal nächst Oberlaibach. (Scop.) 3. G. glutinosus (Scbaeffer in Icon., T. 36, als Agaricus). Fries 1. c., p. 319. Im September nicht selten in feuchten Schluchten der Rosenbacherberge bei Laibach; auf Wiesen bei Veldes. Var. roseus Fries, Systema I., p. 315. (Ag. speciosus Scop.) 13. Cortinarius Fries. a) Hydrocybe. Hut kahl oder mit weissen Fasern bedeckt, feucht, doch nicht klebrig; trocken sich entfärbend. Stiel nackt und steif. Schleier zartfaserig, selten unregelmässig gürtelförmig. 1. C. fasciatus (Scopoli in Flor. carn. II., p. 456, als Agaricus). Fries 1. c., p. 315. In Nadelholzwäldern höherer Gebirgsgegenden Krains. 2. C. acutus (Persoon in Synops., p. 316, als Agaricus). Fries 1. c., p. 814. Unter Nadelholz am Fusse des Grosskahlenberges im August. 3. C. zinziberatus (Scopoli in Flora earn. II., p. 455, als Agaricus). Fries 1. c., p. 309. Im Weichenthale bei Idria. 4. C. castaneus (Bulliard in Champig., T. 268, als Agaricus). Fries 1. c., p. 307. Im October in den Waldungen des Golovc bei Laibach. b) Telemonia. Hut feucht, hygrophan, anfangs kahl oder von den weisslichen Fasern des Velums bedeckt. Fleisch dünn. Stiel mit ringförmigem oder schuppigem Velum und an der Spitze mit unscheinbarer Cortina. 5. C. rigidus (Scopoli in Flora earn. II., p. 436, als Agaricus). Fries 1. c., p. 302. In Nadelholzwaldungen bei Idria im October. 6. C. ictericus (Scopoli in Flora earn. II., p. 439, als Agaricus; 1772). — Syn. Agaricus limonius Fries, Observat. II., p. 56; 1818. Cortinarius limonius Fries, Epicrisis, p. 296. Bei Idria im September. 7. C. quadricolor (Scopoli in Flora earn. II., p. 446, als Agaricus). Fries 1. c., p. 295. Im October in Buchenwäldern nicht häufig. 8. C. armillatus Fries 1. c., p. 295. In feuchten Schluchten der Rosenbacherberge bei Laibach im October. c) Dermocybe. Hut dünn, anfangs seidig-flockig, sodann kahl; trocken nicht hygrophan. Rinde des Stieles fester als das Innere, elastisch oder zerbrechlich. Velum einfach-faserig, seltener gürtelförmig. 9. C. cinnamomeus (Linné in Flora Suecica, Nr. 1205, als Agaricus). Fries 1. c., p. 288. —- Syn. Agaricus betulinus Scopoli, Flora earn. II, p. 445. Bei St. Cantian. 10. C. santalinus (Scopoli in Flora earn. II., p. 444, als Agaricus; 1772). — Syn. Agaricus sanguineus Wulf, injacq. Collectanea II., p. 107. Cortinarius sanguineus Fries 1. c., p. 288. In Wäldern bei Idria. d) Ino loma. Hut trocken, schuppig oder faserig; fleischig. Velum einfach; Stiel fleischig, schwach knollig. 11. C. hispidus (Scopoli in Flora carn. II., p. 444, als Aga-ricus; 1772). — Syn.Agaricus bolarisPers. Synops., p. 291. Cortinarius bolaris Fries, Epicrisis, p. 282. In Wäldern um Schwarzenberg bei Idria. 12. C. Bulliardi (Persoon in Observat. II., p. 43, als Agaricus). Fries 1. c., p. 282. Ende September in feuchten Schluchten der Rosenbacherberge bei Laibach. 13. C. cinereo-violaceus Fries, Hymenomycetes europ., p. 361. — Syn. Agaricus violaceus Schaeffer, Icon., T. 3. Scopoli, Flora carn. II., p. 421. In den Wäldern bei Idria. e) Myxacium. Hut fleischig, dünn; Velum universale klebrig, infolge dessen auch der Stiel; Lamellen angewachsen, herablaufend. 14. C. viscidus (Scopoli in Flora carn. II., p. 441, als Agaricus). — Syn C. arvinaceus Fries, Epicrisis, p. 274. Zwischen Moosen in höheren Wäldern Oberkrains von Scopoli beobachtet. f) Phlegmacium. Velum partiale spinnwebig; Hut klebrig, gleichmässig fleischig; Stiel trocken und derb. 15. C. ferrugineus (Scopoli in Flora carn. II., p. 423, als Agaricus). Fries, Hymenomycetes europ., p. 347. In den Wäldern bei Laibach. 14. Coprinus Persoon. a) Veliformes. Fruchtkörper sehr zart, später längs des Rückens der Lamellen gespalten, faltig gefurcht. Stiel dünn und röhrig; Lamellen sehr zart. 1. C. stercorarius (Scopoli in Flora carn. II., p. 427, als Agaricus). Fries 1. c., p. 251. —- Syn. Agaricus stercorarius Bulliard, Champig., T. 542. Auf Rindermist. 2. C. domesticus (Persoon in Synops., p. 404, als Agaricus). Fries 1. c., p. 251. Auf Schuttplätzen bei Laibach im Herbste. 3. C. petasiformis (Corda in Icon., T. 7, Fig. 300, p. 27, als Agaricus). Truppweise in der grossen Grotte von Luegg (Pokorny : «Zur Flora subterránea der Karsthöhlen»). I11 der Adelsberger Grotte im Steingerölle in der Nähe des «Vorhanges» auf faulem Holze. Ein sehr hinfälliger Pilz. a) P e 11 i c u 1 o s i. Lamellen von der fleischigen oder häutigen Oberhaut überzogen, so dass der Hut nicht längs derselben zerreisst, sondern unregelmässig zerschlitzt und umgerollt wird. 4. C. deliquescens (Bulliard in Champig., T. 558, Fig. 1, als Agaricus). Fries 1. c., p. 249. Gesellig an alten mulmigen Stämmen bei Tivoli im Juli. 5. C. truncorum (Schaeffer in Icon., T. 6, als Agaricus). Fries 1. c., p. 248. Reichlich an Weidenstrünken. (Scop.) 6. C. micaceus (Bulliard in Champig., T. 246, als Agaricus). Fries 1. c., p. 247. An faulem Holze (Scop. Ag. lignorum) ; an Holz im Braunkohlenbergwerke Sagor ; im Bleibergwerke Littai ; am Grunde alter Rosskastanien in den Alleen bei Laibach. 7. C. fimetarius (Linné in Flora Suecica, Nr. 1213, als Agaricus). Fries 1. c., p. 245. Auf Mist und auf Düngerhaufen. (Scop.) Im Mulme alter Pappeln bei Laibach, und zwar var. cinereus (Agaricus cinereus Schaeffer); desgleichen auf Kuhmist bei Lees und auf Düngerhaufen in Schalkendorf bei Veldes. Ein zarter, etwa 10—12 cm hoher Pilz mit häutigem Hute, welcher sich beim Ab welken nach aufwärts krümmt und so einem zierlichen Becher bildet. August - September. 8. C. fuscescens (Schaeffer in Icon., T. 17, als Agaricus). Fries 1. c., p. 244. In dichten Rasen am Grunde von Aesculus Hippocastanum L. bei Laibach im Herbste. 9. C. clavatus (Battarra in Fung. Arim. hist., T. 26, Fig. C, als Hydrophorus). Fries 1. c., p. 242. Im October an feuchten, gut gedüngten Sandstellen bei Laibach nicht selten. 10. C. ovatus (Schaeffer in Icon., T. 7, als Agaricus). Fries 1. c., p. 242. Bei Idria von Scopoli beobachtet. 11. C. comatus (in Flora danica, T. 834, als Agaricus). Per-soon, Disposit., p. 62. Anfangs September bei Tivoli sowie an Waldungen der Rosenbacherberge nicht selten anzutreffen. 15. Agaricus Linné. A. Section: Coprinarii. Sporenpulver schwarz. 1. A. (Psathyrella) disseminatus Persoon, Synops., p. 403. Auf dem Golovcberge bei Laibach an alten Stämmen und auf humusreicher Walderde im Herbste. 2. A. (Panaeolus) fimicola Fries, Syst, myc., p. 301. An Grasplätzen und gut gedüngten Stellen im August. 3. A. campanulatus Linné, Flora Suecica Nr. 2117. Auf Pferdemist in den Hohlwegen des Golovc ; bei Schalkendorf unweit Veldes vom August bis October. B. Section: Pratelli. Sporenpulver schwärzlich- oder bräunlich-purpurn, selten braun. 4. A. (Psathyra) spadiceo-griseus Schaeffer, Icon., T. 237. Einzeln oder gehäuft am Grunde alter Stämme. Vom August bis October bei Laibach. 5. A. gyroflexus Fries, Epicrisis, p. 232. — Syn. A. digitali-formis Bull. Im Mai rasenweise am Grunde alter Stämme des Laibacher Stadtwaldes. 6. A. (Psylocybe) udus Pers., Synops., p. 414. Zwischen Sphagnenpolstern im Herbste. Auf dem Laibacher Moore bei Laverca. 7. A. (Hypholoma) fasciculare Hudson in Fries, Syst. myc. I., p. 288. Im Mai nicht selten in den Föhrenwäldchen des Laibacher Feldes zwischen Kaltenbrunn und Hrastje. 8. A. sublateritius Fries, Epier., p. 221. — Syn. A. lateri-tius Schaeffer. An und neben alten Strünken bei Laibach im Herbste nicht selten. 9. A. (Stropharia) semiglobatus Batsch, Elench., p. 141. Herdenweise auf Pferdemist; auf dem Golovcberge ; bei Lees und Veldes. Vom August bis September. 10. A. stercorarius Fries, Syst. myc. I., p. 291. Auf stark gedüngtem Boden im Stadtwalde nicht selten. 11. A. merdarius Fries, Syst. myc. L, p. 291. Auf Viehweiden bei Lees in Oberkrain und vertrockneten Mist bewohnend. Im August. 12. A. (Psalliota) campestris Linné, Flora Suecica Nr. 1205. Nach Scopoli auf höher gelegenen Weiden bei Idria. Ich selbst beobachtete den Champignon in folgenden Spielarten: 1. Var. alba Berk. Bei Laibach im Juli. 2. Var. praticola Vitt. Auf Wiesen bei Laibach im Herbste. 3. Var. vaporarius Krombh. Auf Mistbeeten in Gärten. Als Speiseschwamm wird der Champignon nur selten verwendet. 13. A. arvensis Schaeff., Icon., Tab. 310, 311. — Syn. A. pratensis Scop. Im August auf Wiesen und Weiden bei Idria. C. Section: Dermini. Sporenpulver ockergelb, gelbbraun oder braun. 14. A. (Crepidotus) mollis Schaeff., Icon., Tab. 213. Herdenweise an alten Stämmen in Kaltenbrunn nächst Laibach. 15. A. (Naucoria) hemisphaericus Scop., Flor. carn. II., p. 448. 1772. — Syn. A. sideroides Bulliard. In den Umgebungen Laibachs an faulem Holze im Herbste. 16. A. semiorbicularis Bull., Champ., T. 422. — ? Syn. A. longipes Scop. Im October bei Laibach zwischen Moosen. (Scop.) 17. A. (Tubaria) muscorum Hoffm., Nomencl. I., p. 181. Am Grunde alter bemooster Baumstämme bei Apno nächst Ulrichsberg im Herbste. 18. A. (Flammula) paradoxus Kalchbr. in Schulzer etKalchbr., Icônes, T. XVI., Fig. 1. Im September auf der Erde in den Waldungen der Rosenbacherberge. (Teste Kalchbr.) 19. A. (Hebeloma) fastibilis Fries, Epier., p. 178. In den Waldungen der Rosenbacherberge im Herbste. Auf den hiesigen Fund passt: Schaefler, Icon., T. 221. 20. A. (Inocybe) destrictus Fries, Epicr., p. 174. In den Rosenbacherbergen auf feuchtem Waldboden zwischen Moosen. 21. A. carptus Scop., Flor. earn. II., p. 449. In höheren Wäldern bei Idria. 22. A. lacerus Fries, Syst. I., p. 257. — Syn. A. cristatus Scop. Ebenda. 22 a. A. lanuginosus Bull., Champ., T. 370. Zwischen Moosen in den Waldungen der Rosenbacherberge. 23. A. (Pholliota) marginatus Bätsch, Elench., Cont. II., p. 65. Ende Mai auf zerfallenen Föhrenwurzeln bei Josefsthal nächst Laibach. 24. A.mutabilisSchaeff., Icon.,T. 9.— Scop.Flor.carn.il., p.440. Auf faulendem Holze in Gärten Idria’s; an alten Baumstämmen in den Waldungen der Rosenbacherberge, 25. A. squarrosus Müller in Flora danica, T. 491, var. reflexus. — Syn. A. reflexus Schaeffer, Icon., Tab. 80. An faulenden Eichenwurzeln in den Waldungen der Rosenbacherberge. 26. A. luxurians (Batt.) Fries, Epicris., p. 164. — ? Syn. A. dryadeus Scop. 27. A. blattarius Fries, Systema I., p. 246. Forma robustior, ad Agaricus Arrhenii Fries accedens. (Kalchbr.) Auf der Erde in den Waldungen der Rosenbacherberge. D. Section: Hyporrhodii. Sporenpulver rosa oder hochroth. 28. A. (Nolaena) vinaceus Scop., Flor. earn. II, p. 444. Fries, Systema I., p. 157. Id. Hymenomycetes europ., p. 208. Zwischen Blättern von Fagus bei Idria. 29. A. (Leptonia) placidus Fries, Systema I., p. 202. — Nach Streinz syn. mit A. elegans Scop. In Gehölzen bei Idria. 30. A. (Clitopilus) Orcella Bull., Champ., T. 573, Fig. 1. Auf moosigem Waldboden des Krimberges bei Laibach im Herbste. 31. A prunulus Scop., Flor. earn. II., p. 437. In Föhrenwäldern bei Reifnitz. (Scop.) Auch bei Laibach. 32. A. (Entoloma) sericellus Fries, Systema I., p. 196. Truppweise an Rainen, auf feuchten Wiesen und schattigen Hügeln bei Radmannsdorf im Herbste. 33. A. rubellus Scop., Flora earn. II., p. 445. In hohlen Buchen, wohl bei Idria. 34. A. (Volvaria) parvulus Weinmaiin, Hymenom. Ross., p. 238. Auf der Erde in Gärten bei Laibach nicht selten. E. Section: Leucosporii. Sporenpulver weiss. 35. A. (Pleurotus) septicus Fries, System, myc. I., p. 192. Im September in den Waldungen der Rosenbacherberge an faulenden Blättern, Halmen, Aestchen u. dg!. 36. A. limpidus Fries, Epicr., p. 135. — ?Syn. A. lacteus Scop., Flora carn. II., p. 458. An faulenden Strünken bei Idria. 37. A. serotinus Schräder, Abbild, d. Schwämme, Fase. 3. Im October auf dem Stamme einer abgestockten Eiche bei Tivoli. 38. A. brumalis Scop., Flora carn. II., p. 459; 1772. — Syn. A. salignus Pers., 1801. An Weidenstämmen im Herbste. 39. A. ostreatus Jacq., Flora austriaca, T. 288. Im October herdenweise am Stamme von Aesculus Hippocastanum L. in den Alleen bei Laibach. 40. A. lignitalis Fries, Systema I., p. 94. An Zäunen aus berindeten Eichenästen bei Laibach im Herbste. Nach Kalchbrenners Ansicht passt die Beschreibung nicht ganz auf den hiesigen Fund, welcher sich dem A. limpidus nähert. 41. A. inclusus Scop., Flor. carn. II., p. 424; 1772. — Syn. A. ulmarius Bull., Herb., T. 510, var. verticalis, stipite centrali Sacc. Syll. V., p. 341. In Höhlungen am Grunde der Strünke; nicht selten ober Kobila bei Idria. 42. A. striatulus Fries, Systema I., p. 193. — Syn. A. mem-branaceus Scop., Flor. carn. II., p. 459; pr. p. An Strünken bei Idria. 43. A. corticatus Fries, Observat. I., p. 92. An alten Baumstrünken bei Kaltenbrunn im Herbste. 44. A. (Omphalia) fibula Bull., Champig., T. 186. An feuchten, moorigen Wiesen am Fusse der Rosenbacherberge bei Laibach. 45. A. campanella Bätsch, Elenchus, p. 74. Zwischen Moosen an alten Stämmen bei Oberrosenbach im April. 46. A. umbelliferus L., Flora Suecica Nr. 1192. Auf nacktem Heideboden des Moorgrundes bei Laverca im Herbste; an faulenden Blättern und Baumrinden bei Idria. 47. A. sphagnicola Berk., Engl. Flora V., p. 67. Truppweise auf Sphagnen - Polstern an den Abhängen des Golovc gegen Kroisenegg im Mai. 48. A. Epichysium Pers., Icon, pict., T. XIII., Fig. 1. An bemoosten Ulmen (Ulmus campestris L.) im Parke zu Kaltenbrunn im August. 49. A. (Mycena) corticola Pers., Synops., p. 394. Zwischen Moosen und Flechten an Baumrinden (besonders Aesculus H.) in den Alleen bei Laibach. Zur Zeit der Herbstregen häufig mit braunen, grauen oder blauen Hüten. 50. A. stylobates Pers., Synops., p. 390. Conf. Ditmar in Sturms Deutschl. Flora, 3. Abth., I. Bd., p. 59, T. 29. An faulenden Blättern und Stengeln in den Waldungen der Rosenbacherberge und meist im August. 51. A. epipterigius Scop., Flor. carn. II., p. 453. Zwischen moosigen Baumwurzeln und an Strünken bei Idria; auch bei Laibach nicht selten. Forma terrestris, albicans. Kalchbr. Im Herbste zwischen Moosen in den Waldungen der Rosenbacherberge. 52. A. acicula Schaeff., Icon., T. 222. — Syn. A. coccineus Scop.; A. Scopolii Lasch. Zwischen Moosen bei Idria, selten. Zwischen Mnium undulatum Huds. auf dem Rosenbacherberge im Herbste. 53. A. metatus Fries, Systema I., p. 144. — Syn. A. tener Scop. An Strünken und bemoosten Baumwurzeln bei Idria. 54. A. sulphureus Scop., Flor. carn. II., p. 454. — Syn. A. al-calinus Fries, System, myc. I., p. 142. An Strünken zwischen Hypneen bei Idria im October. A. sulphureus Bulliard (1783!) gehört zu Tricholoma. SS- A. polygrammus Bulliard, Champ., T. 395. Gesellig an alten Baumstämmen bei Tivoli im October. 56. A. gallericulatus Scop., Flora carn. II., p. 455. An faulendem Holze und an Strünken bei Idria. An Baumstämmen gemein in den Waldungen bei Laibach. 1. Var. albidus Sacc., Myc. Venet. Spec., p. 19. 2. Var. rhodophyllos Sacc. Ibid. Beide mit der normalen Art, doch seltener, namentlich die letztere Varietät. 3. Forma subterránea. Ag. gallericulatus findet sich nicht selten in Bergwerken und Grottenräumen, wo die Fruchtkörper mannigfaltig verbildet erscheinen. Schon Welwitsch sammelte derartige Gebilde in der Adelsberger Grotte. Po-korny beobachtete sie auf einem mit Schlamm bedeckten Holzstücke in der grossen Grotte bei Luegg, und zwar in einer Form, wo der winzig kleine Hut von einem langen, schlanken und stark behaarten Stiele getragen wird. Er fand jüngere Pilze, deren Stiel bis 30 cm lang, der kegelförmige Hut etwa 4 — 6 mm breit war. Diese Form beschrieb Hoffmann in «Vegetabilia in Hercyniae subterráneas collecta», p. 5, Tab. III., Fig. 1, als Agaricus myurus. Auch im Bleibergwerke Littai beobachtete ich Fruchtkörper, deren Stiel etwa 15 cm lang war, und wo der Hut als kleiner Knopf aufsass. 57. A. flavo-albus Fries, Epicr., p. 103. Ende September zwischen Moosen bei Unterrosenbach. 58. A. lineatus Bulliard, Champ., T. 522, Fig. 3. In Fruchtkörpern mit rein-weissen und gelblich-braunen Hüten. Zwischen abgefallenem Laube bei Oberrosenbach. 59- A. (Collybia) laceratus Scop., Flora carn. II., p. 439. In Nadelholzwäldern bei Idria. 60. A. stolonifer Jungh. in Linnaea V., p. 396. In den Waldungen der Rosenbacherberge zwischen Moosen, faulenden Aestchen, Kiefernadeln u. dgl. 61. A. esculentus Wulfen in Jacq., Collectanea II., T. 14. Fig. 4. Im April truppweise auf Heidepiätzen und zwischen Moosen bei Tivoli. 62. A. collinus Scop., Flora cara. II., p. 432. Auf bebuschten Hügeln zur Blütezeit des Colchicum, auch bei Laibach auf Triften im Herbste. 63. A. velutipes Curtís, Flora londinensis IV., T. 70. Herdenweise in den Rindenrissen von Aesculus Hippocastanum L. in den Alleen Laibachs; auf dem Grosskahlenberge. Befällt kranke Bäume und bildet die Fruchtkörper im Spätherbste; er ist leicht kenntlich durch die gelb-braunen Hüte und die sammethaarigen, schwärzlich-braun gefärbten Stiele. 64. A. ramosus Bulliard, Champ., T. 102. — Syn. A. umbili-catus Scop. Nach Regen zwischen Baumwurzeln; häufig bei Idria. 65. A. longipes Bulliard, Champ., T. 232. — Syn. A. macro-urus var. 2. Scopoli. In Wäldern bei Idria. 66. A. macrourus Scop., Flora carn. II., p. 446. — Syn. A. radicatus Relhan. In den Waldungen bei Idria. 67. A. tabescens Scop., Flora carn. II., p. 446. Um Idria. 68. A. (Clitocybe) grumatus Scop., Flora carn II., p. 423. Bei Idria. 69. A. laccatus Scop., Flora carn. II., p. 444. Bei Idria; an sonnigen, etwas sandigen Stellen auf den Rosenbacherbergen im Herbste häufig. In folgenden Spielarten: 1. Var. amethystinus (A. amethysticus Bull.). Ebenda. 2. Var. rosellus (Ag. rosellus Bätsch). Ebenda. 70. A. concavus Scop., Flora carn. II., p. 449. Wälder bei Idria. 71. A. cyathiformis Bull., Champ., T. 575, Fig. M. An lichten Waldstellen der Rosenbacherberge. 72. A. catinus Fries, Epicr., p. 72. Auf feuchter Walderde im Thale der Idrica, vulgo «Strug». Mitte August. (Teste Kalchbrenner.) 73. A. inversus Scop., Flora carn. II., p. 445'. In Buchenwäldern des Strug bei Idria. 74. A. gallinaceus Scop., Flora carn. II., p. 443. Bei Idria oberhalb Prindl. 75. A. candicans Persoon, Synops., p. 456. Zwischen faulenden Blättern in den Waldungen auf der Nordseite des Grosskahlenberges im September. 76. A. virens Scop., Flora carn. II., p. 437. — Syn. A. viridis With. Im September in den Wäldern Oberkrains. 77. A. amarus Fries, Systema I., p. 87. Zwischen Moosen am Grunde alter Stämme in den Waldungen der Rosenbacherberge. 78. A. (Tricholoma) bicolor Pers., Syn. Fung., p. 281. — Syn. A. personatus Fries, Syst. I., p. 50. Truppweise und im Herbst^ ziemlich häufig im Walde bei Tivoli. 79. A. gambosus Fries, Syst. I., p. 50. Auf Bergwiesen Innerkrains, namentlich in der Gegend zwischen Oblak und St. Veit bei Šilce, nicht selten. Der Maischwamm, auch Gräsling oder Raslig, wird in der dortigen Gegend von den Landleuten höher geschätzt, als die dort häufig vorkommenden Morcheln. Sein slov. Name «Brusence» oder «Risance» hat Bezug auf die eigentümlichen Wachsthumsverhältnissei unter denen er auftritt. Er wächst in geschlossenen Ringen oder Kreisen, wo nach Verschwinden des Schwammes ein sehr üppiger Graswuchs sich einstellt; daher der Name «Brusence», indem eine Colonie dieser gesellig wachsenden Schwämme eine Fläche von der Grösse einer grossen, kreisrunden Schleifsteinplatte (brus) einnimmt. Der Name «Risance» steht mit dem Volksaberglauben im Zusammenhänge, dass dort ein Zauberring gezogen war. Also ähnlich wie in England und Deutschland (Hexenringe), sowie in Skandinavien (Elfenringe). Der Schwamm kommt im Mai auch auf den Laibacher Markt, doch selten. (Deschmann.) 80. A. elytroides Scop., Flora cara. II., p. 424. In Wäldern bei Idria. 81. A. tristis Scop., Flora carn. II., p. 438. In Buchenwäldern, ebenda. 82. A. cerinus Pers., Syn. fung., p. 321. — Syn. A. soderel-lus Scop. Bei Oberlaibach. 83. A. variegatus Scop., Flora carn. II., p. 434. Ebenda. 84. A. terreus Schaeffer, Icon., Tab. 64. Truppweise auf Wiesen und unter Gebüschen bei Laibach im Herbste. 85. A. Russula Schaeff., Icon., Tab. 58. Scop., Flora carn. II., P- 435- Nicht selten in Wäldern bei Idria. 86. A. equestris L., Flora Suecica, Nr. 1219. — Syn. A. cras-sus Scop. In Wäldern bei Idria; auch bei Laibach und Veldes. 87. A. (Armillaria) mucldus Schrad., Spicil., p. 116. — Syn. A. valens Scop.? An Strünken bei Idria. 88. A. melleus Vahl in Flora danica, Tab. 1013. In den Waldungen der Rosenbacherberge; auf dem Grosskahlen-berge; im Savethale bei Zwischenwässern. Das kräftig entwickelte Mycel des Pilzes wurde als Rhizomorpha subcorticalis und R. subterránea beschrieben. Das erstere fand sich sehr schön ausgebildet unter der Rinde von Carpinus auf dem Laibacher Schlossberge, unter jener von Quercus bei Roseneck. Das letztere Mycel kommt als var. caudata Nees ab Esenb. nicht selten im Braunkohlenbergwerke Sagor vor. 89. A. aurantiacus Schaeffer, Icon., Tab. 37. — Syn. A. rori-dus Scop. In den Wäldern bei Idria. 90. A. (Lepiota) amianthinus Scop., Flora carn. II.. p. 434. In Wäldern und auf Triften bei Idria. 91. A. cr.status Bolt., Fung., T. 7. Im Herbste nicht selten auf Grasplätzen bei Laibach; bei Kaltenbrunn und Veldes; auf dem Krimberge. Leicht kenntlich durch den weissen, in der Mitte bräunlichen Hut, der mit anliegenden oder abstehenden braunen Schüppchen bedeckt ist. 92. A. Friesii Lasch in Linnea 1828. — Syn. A. acutesqua-mosus Weinm. Im September nicht häufig auf Grasplätzen in den Gartenanlagen «Tivoli» bei Laibach. 93. A. procerus Scop., Flora carn. II., p. 418. In liumösen Wäldern bei Laibach; selten bei Idria. Auf Kleefeldern gegenüber Rudnik, mit Hüten mit über 20 cm Durchmesser; auf Bergwiesen in der Wochein ; im Ilovcawalde bei Radmannsdorf; auf Hügeln bei Lees und Veldes. 94. A. (Amanitopsis) vaginatus Bull., Champ., T. 98; 512. 1. Var. albus (A. fungites Bätsch). Schalkendorf bei Veldes. 2. Var. plumbeus (A. plumbeus Schaeff.). Im Möschnacher Walde bei Radmannsdorf und in den Waldungen der Ilovca. 3. Var. badius (A. badius Schaeff.).' An trockenen Stellen der Rosenbacherberge bei Laibach. 95. A. (Amanita) leccinus Scop., Flora carn. II., p. 434. In den Wäldern bei Idria. 96. A. asper Fries, Systema I., p. 18. Einzeln im August an lichten Waldstellen der Rosenbacherberge. 97. A. pustulatus Schaeff, Icon., T. 39. — Syn. rubens Scop. Um Sairach und bei Idria; stellenweise im April und Mai in Waldungen bei Oberrosenbach; im Möschnacher Walde bei Radmannsdorf. 98. A. solitarius Bull., Champ., T. 48. — Syn. A. albellus Scop.; pr. p. In den Wäldern bei Oberlaibach und Freudenthal. 99. A. excelsus Fries, Systema I., p. 17. — Syn. A. pustu-latus Scop. Im Frühjahre auf Weiden und in den Wäldern bei Idria. 100. A. pantherinus DC., Flore franç. VI., p. 52. Mitte October in den Waldungen der Rosenbacherberge. (Conf. Schaeffer, Icon., T. 90.) 101. A. muscarius L., Flora Suecica Nr. 1235. In den Waldungen bei Idria. (Scop.) Auf dem Golovc und im Föhrenwäldchen vor Utik bei Laibach; auf dem Grosskahlenberge; in Bergwäldern bei Vigaun in Oberkrain. Dieser Schwamm heisst beim Landvolke «Muhja goba» (Muha = Fliege) oder auch «Musence». 102. A. stramineus Scopoli, Flora carn. II., p. 418. •— Syn. A. Mappa Fries, Epicrisis, p. 6. Bei Laibach in den Wäldern um Rosenbach. (Scop.) 103. A. phalloides Fries, Systema I., p. 13. Im October auf feuchtem Waldboden der Rosenbacherberge und des Golovc. 104. A. Coccola Scopoli, Flora carn. II., p. 429. In Bergwäldern bei Idria. 105. A. caesareus Scopoli, Flora carn. II., p. 419. Bei Laibach und Krainburg sowie an anderen Orten. (Scop.) Unter Eichen bei Podrece im Savethal bei Zwischenwässern; bei Grosslupp in Unterkrain. (Deschmann.) Dieser in Wäldern, auf Triften, Heiden und ähnlichen Orten wachsende Schwamm findet sich häufig auf dem Laibacher Markte. Die Landleute nennen denselben «Karzelj», wohl auch «Kaiserling», und bringen die meisten von den oben genannten Loca-litäten. Den Namen «Kaiserling» bezeichnet schon Scopoli in der ersten Ausgabe der Flora carniolica als gebräuchlich. IV. Familie: Gasteromycetes Fries. Bauchpilze. a) Phalloidei. 1. Phallus Micheli. 1. P. impudicus Linné in Flora Suecica Nr. 1261. In Wäldern bei Idria (Scop.); auf der Südseite des Laibacher Schlossberges unter Haselgebüsch im Juni; unter Gebüsch auf dem Golovc in der Nähe von Kroisenegg im October ; im Tivoliwalde (als «Teufelsei»). 2. Clathrus Micheli. 1. C. cancellatus Linné. Systema vegetab., p. 107. Hin und wieder im Herbste in Gärten, z. B. in der Baumschule zu Kroisenegg unter Haselnusstauden. Nach Krombholz (Cit. in Raben* horsts Kryptogamen-Flora, i. Aufl.) kommt der Gitterpilz bei Laibach zwischen «Zscheschin» und «Genschmer» vor. Beide Orte sind hier völlig ungekannt ; entweder liegen dieselben überhaupt nicht in Krain, oder die Namen sind durch die Schreibart so verderbt, dass sie nicht zu deuten sind. b) Hymenogastreï. 1. Rhizopogon Fries. 1. Rh. rubescens Tulasne in Giornal. bot. Ital. II., p. 58. In Kieferwäldern auf dem Golovc ; bei St. Margarethen ob Zwischenwässern; nicht selten bei Strobelhof nächst Laibach; auf dem Gross-kahlenberge und im sandigen Boden des Veliki hrib bei Veldes. Die Fruchtkörper erscheinen im Herbste, vom August bis September, und sind meist etwas von der Erde entblösst. 2. Rh. luteolus Fries, Symb. Gasterom., p. 5. Selten im sandigen Waldboden auf dem Golovcberge. c) Sclerodermeï. 1. Scleroderma Fries. 1. S. vulgare Hornemann, Flora danica, Tab. 1969, Fig. 2. — Syn. S. spadiceum Pers. Auf feuchter Walderde, auch an Baumstrünken. Auf den Rosenbacherbergen und dem Golovc bei Laibach; bei Veldes und auf dem Ulrichsberge. 2. S. Bovista Fries, Systema myc. III, p. 48. In den Waldungen des Golovcberges im September. 3. S. verrucosum (Bulliard, Champ., T. 24. als Lycoperdon). Schroeter, Die Pilze, p. 704. — Syn. S. citrinum Pers. In den Waldungen bei Laibach stellenweise im Spätherbste. Ausgezeichnet durch die braunen Fruchtkörper mit lebhaft gelber Beimischung. 2. Polysaccum De Candolle. 1. P. tuberosum Fries, Systema myc. III., p. 55. Im März auf sandigen Waldblössen des Golovcberges. Ist selten, doch gewöhnlich alljährlich anzutreffen. Mittheilungen des Museal Vereines für Krain 1890. d) Tulostomeï. i. Tulostoma Persoon. i. T. mammosum (Micheli in Genera plant., p. 217, als Lyco-perdon). Fries, System, myc. III., p. 42. Von Wulfen bei Görz beobachtet. (Scop.) Bei Trojana in Ober-krain (V. Konschegg). e) Lycoperdinet. 1. Lycoperdon Tournefort.10 * Der obere Theil der Peridie zerfällt unregelmässig. Der fruchtbare Theil ist vom unfruchtbaren Theile der Gieba durch eine Grenzlinie geschieden. 1. L. caelatum Bulliard, Champign., T. 430. Auf Bergwiesen, Weiden und Triften; in Oberkrain zwischen Lees und Veldes im Herbste. * Die Peridie besitzt eine regelmässig begrenzte Oeffnung; der unfruchtbare Theil der Gieba ist vom fruchtbaren Theile durch eine Grenzlinie geschieden. 2. L. depressum Bonorden, Botan. Zeitung 1857, p. 611. Vereinzelt im Herbste auf feuchtem Waldboden bei Laibach. 3. L. pusiilum Bätsch, Elenchus Cont. IL, Fig. 228. Auf Wiesen, Brachen und auf Feldern zwischen Lees und Radmannsdorf; bei Veldes und auf dem Ulrichsberge. * Peridie unregelmässig zerfallend; die Grenzlinie zwischen fruchtbarem und unfruchtbarem Theil der Gieba fehlt. 4. L. Bovista Linné, Species plant. 1653, pr. p. Auf sterilen Weiden. (Scop.) Auf Wiesen bei Roseneck und bei Laverca nächst Laibach; auf Bergwiesen der Ilovca in Oberkrain. Ein durch seine Grösse ausgezeichneter Schwamm, dessen Fruchtkörper öfter 20—30 cm im Durchmesser erreicht. * Peridie mit begrenzter, regelmässiger Oeffnung ; die Grenzlinie fehlt. 5. L. gemmatum Bätsch, Elenchus, p. 488. Varietas 1 : excipuliforme Scopoli, Flor carn. IL, p. 488. In Tannen- und Buchenwäldern bei Idria. Bei Oberrosenbach nächst Laibach im September. (Conf. Schaeffer, Icon., T. 187, Fig. 1.) Varietas 2 : perlatum Persoon, Observât. L, p. 4. Truppweise in den Waldungen der Rosenbacherberge. Varietas 3: echinatum Persoon, Disposit., p. 53. Vereinzelt in den Waldungen des Golovcberges. 10 Die Arten dieser Gattung nennen die Landleute der Veldeser Gegend «Puhlej»; abgeleitet von puhati = stauben oder dampfen. Varietas 4: papillatum Schaeffer, Icônes, Tab. 184. Am Rande der Getreidefelder ; auf trockenen Wiesen bei Kroisenegg. 6. L. pyriforme Schaeffer, Icônes, Tab. 285. Im September nicht selten in den Waldungen bei Laibach. 7. L. constellatum Fries, Systema myc. III., p. 39. An sandigen, doch feuchten Stellen der Rosenbacherberge im Herbste ; sehr vereinzelt. 8. L. areolatum Rostkovius in Sturm, Deutschi. Flora III., Taf. 5, p. 13. Ebenda; auch unter Gebüsch auf dem Krimberge. 9. L. punctatum (Rostkovius 1. c., 5. Bdch., Tab. 12, p. 27, als Langermannia). Bonorden, Botan. Zeitung 1875, p. 596. Anfangs November im Fichten Wäldchen nördlich vom Militärexercier-platze gegenüber Kaltenbrunn (Deschmann). Der etwa 8 cm lange, gerade oder gebogene Strunk trägt die kugelige, gelblich-braune, dünnhäutige und daher gebrechliche Peridie, die nach der Reife in einzelne Felder zerreisst. Das Capilitium ist als kugelig-flockige Masse abhebbar. Am Strunke bemerkt man allseits Gruben und Furchen. Die Sporen sind gelbbraun, kugelig, stachelig und fallen ungestielt ab. 2. Bovista Persoon. 1. B. plumbea Persoon, Synopsis, p. 137, T. 3, Fig. 4. Auf dem westlichen Gipfel des Grosskahlenberges im Herbste ; auf Wiesen in der Wochein. 2. B. nigrescens Persoon, Disposit. Fung., p. 6. Auf Bergwiesen bei Zeyer in Oberkrain im October. 3. Geäster Micheli. 1. G. coronatus (Schaeffer, Icon., T. 183, als Lycoperdon). Schroeter, Die Pilze, p. 702. — Syn. L. fornicatum Huds. In Wäldern bei Idria. In Nadelholzwäldchen bei Salloch nächst Laibach ; an der Nordseite des Ulrichsberges bei Zirklach. 2. G. fimbriatus Fries, Systema III., p. 16. Im Walde hinter Tivoli bei Laibach im September; im hinteren Vratathale bei Mojstrana und in der Feistritz bei Stein. 3. G. rufescens (Persoon in Synops., p. 134, als Geastrum). Unter Gebüsch in den Waldungen der Rosenbacherberge im October; selten. 4. G. stellatus (Linné in Species I., 1753, als Lycoperdon. Conf. Karsten, Ueber Pilzbeschreibung und Pilzsystematik, 19» p. 30). — Syn. Lycoperdon stellatum Scopoli, Flora carn. II., p. 489; 1772. Geastrum hygrometricum Persoon. Geäster hygrometicus Fries. Bei Idria und in den Waldungen der Rosenbacherberge bei Laibach ; an den Abhängen des Tosti vrh im Ilovcawalde bei Veldes. f) Nidulariei. 1. Crucibulum Tulasne. 1. C. leve (Bulliard in Champig., pl. 40, u. Tab. 488, Fig. 2, als Nidularia). — Syn. C. vulgare Tulasne, Ann. sc. nat., III. Serie, I. Bd., p. 90. Peziza crucibuliformis Schaeffer; Scopoli. An faulendem Holze bei Idria. Auf feuchtliegenden Zweigen, Stengeln, Holzsplittern im Sommer und Herbste nicht selten bei Laibach; in der Wöchein; auf dem Ulrichsberge. 2. Cyathus Haller. 1. C. hirsutus (Schaeffer in Icones, T. 178, als Peziza). H. Karsten 1. c., p. 30. —Syn. Peziza cyathiformis Scopoli, Flora carn., p. 486, pr. p. Cyathus striatus Hoffmann, Veget. crypt., p. 33. Herdenweise auf feuchtem Waldboden, auf faulenden Pflanzen-theilen etc.; Rosenbacberberge bei Laibach; Ilovcawald bei Radmannsdorf ; auf dem Ulrichsberge bei Zirklach. 2. C. Olla (Bätsch in Elench. fung. als Peziza). Pers. Syn. fung., p. 237. — Syn. Nidularia vernicosa Bull. Cyathus vernicosus DC. Auf faulenden Ranken bei Rosenbiichel nächst Laibach; auf morschem Holze bei Sidros nächst Ulrichsberg. Ist seltener als die vorige Art. D. Ordnung: Ascomycetes Bary. I. Familie: Gymnoasci Brefeld. Nackte Schlauchpilze. 1. Taphrina Fries.11 1. T. Pruni (Fuck. in Enum. fung. Nassoviae, p. 29, als Exo-ascus). Tul. — An den Fruchtknoten von: Prunus domestica L. Bei Stefansdorf nächst Laibach ; St. Katharina ob Zwischenwässern; Pokojise bei Franzdorf; Lees und Stein in Ober- 11 Conf.: Johannes «Om svampslägtet Taphrina» in Oefversigt af Kongl. Vetenskaps-Akademiens Förhandlingar. Stockholm, 18S5, p. 29 — 48, Tafl. 1. krain.12 Die bekannten Missbildungen der Pflaume, wobei die Fruchtknoten in ein langes, hornartiges und kernloses Gebilde — Taschen, Narren, Hungerzwetschken -— auswachsen, werden hierzulande «Rozicki», d. i. Bockshörndl, oder auch «Kilovec» genannt. Die Landleute sehen die Ursache in einer bestimmten Luftrichtung zur Blütezeit des Baumes. Prunus Padus L. Nicht selten in den Anlagen Tivoli bei Laibach. — spinosa L. Auf dem Grosskahlenberge beobachtet. 2. T. bullata (Berk, et Broome in Journ. horticult. soc. of London, p. 48, 1854, als Oidium). Tul. — An jungen Blättern von: Crataegus monogyna Jacq. An Hecken bei Laibach im Mai. — Oxyacantha L. Ebenda. 3. T. deformans (Berk in Outlines of Brit. Fungol., p. 376, als Ascomycetes). Tul. — Syn. Exoascus d. Fuck. An den Blättern von: Pérsica vulgaris L. In Gärten Laibachs; Treboje bei Zirklach. Der Pilz erzeugt die «Kräuselkrankheit» der Pfirsichbäume, wobei die stark vergrösserten Blätter blasige Auftreibungen zeigen, die anfänglich grün, dann roth gefärbt sind. 4. T. Tosquinetti (Westendorp in Herb, crypt. Beige, Nr. 1293, als Ascomyces). Magn. Hedwigia 1890, p. 24. — An den Blättern von: Ainus glutinosa Gärtn. Bei Laibach nicht selten. 5. T. Alni incanae (J. Kühn in Rabenh. Fungi europ. 1616, als Exoascus). Magn. 1. c., p. 25. — Syn. Exoascus Alni Bary var. strobilinus Thuem. E. amentorum Sadebeck. In den Tragblättern der weiblichen Blüten von: 12 Mit Rücksicht auf die Funde im Gebiete der Steiner Alpen möge hier folgender Platz finden. Velika planina ist die schöne Alpe ober St. Primus, nordöstlich von Stein, mit ca. 1550 m Seehöhe. Man unterscheidet auch die um etwa 50 m niedere Mala planina. Auf der erstem sind zwei grossartige Eisgrotten, Velika und Mala veternica genannt, woraus die Hirten wegen gänzlichen Mangels an Quellwasser das Eis holen, um es am Feuer zu schmelzen. Der Konjski graben, Konjski dol der Generalstabskarte zieht fast bis zur Mala planina; er ist der erste Graben rechts, den man, von Županje njive in das Steiner Feistritzthal gehend, zur Ansicht bekommt. Der Korošica-Graben, vom gleichnamigen Bache durchrieselt, zieht vom rechten Feistritzufer gegen den Krvavec hinauf. Das Thal zwischen Zvoh und Košuta nennt man Koren, ca. 1600 m, und es liegt beiläufig in der Mitte zwischen der Kreuzer und Mokritzer Alpe. Ainus incana DC. Im Laibacher Stadtwalde; am Ufer des Veldeser Sees; bei Mojstrana; Egg ob Podpec (Deschmann). 6. T. Sadebeckii Johans. 1. c., p. 38. — Syn. Exoascus flavus Sadeb. An den Blättern von: Ainus glutinosa Gärtn. Bei Unterrosenbach im Juni. Unterscheidet sich schon äusserlich durch die kleinen gelblichen und schwach ausgewölbten Blattstellen von T. Tosquinetti. 7. T. aurea (Pers. in Synops., p. 700, als Erineum). Fries. — An der Unterseite der Blätter von: Populus nigra L. Bei Laibach und Lees in Oberkrain. 8. T. Carpini (Rostrup im Botan. Centralblatt, Bd. 5, p. 154, als Exoascus). Johans. 1. c., p. 41. — An den Blättern von: Carpinus Betulus L. Bei Laibach; Veldes. Das im Holze ausdauernde Mycel des Pilzes bewirkt die Bildung sogenannter «Hexenbesen» an der Hainbuche. 9. T. Ulmi (Fuck. in Symb. myc., Nachtrag 2, p. 49, als Exoascus). Johans. 1. c., p. 43. — An den Blättern von: Ulmus campestris L. In den Anlagen Tivoli bei Laibach. II. Familie: Pyrenomycetes Fries. Kernpilze. a) Gruppe: Erysipheae Tulasne. Mehlthanpilse. 1. Sphaerotheca Leveille. 1. Sph. pannosa (Wallr. in d. Verh. d. naturf. V. z. Berlin, I. Bd., p. 43, als Alphitomorpha). Lev. Ann. sc. nat., III. Ser., T. XV. (1851), p. 138. — An den jungen Trieben von: Rosa centifolia L. In Gärten nicht selten. Vom Rosenmehlthau findet sich besonders häufig die Conidiengeneration des Pilzes (Oidium leucoconium Desm.) und bedeckt als weisses Pulver reichlich Stengel und Blätter. Zu Ende der Vegetationszeit erscheinen spärlich die Peri-thecien. 2. Sph. Castagnei Lev. 1. c., p. 139. — An den Stengeln und Blättern verschiedener Pflanzen; bisher an: Alchemilla vulgaris L. In der Ortenegger Waldung bei Reifnitz. Bidens cernua L. An Gräben des Laibacher Moores bei Laverca. Cucumis sativus L. Laibach; Josefsthal; Lees; Veldes. (Nur Conidien.) Erigeron canadense L. Im Ortenegger Walde; auf dem Ulrichsberge. Humulus Lupulus L. Bei Laibach gemein; Radmannsdorf; Ulrichsberg ; Grahovo bei Zirknitz. Dieser häufige Mehlthau befällt auch die Fruchtzapfen des wilden Hopfens (zwischen Radmannsdorf und Lancovo beobachtet) und bringt sie in ganz ähnlicher Weise zur Verkümmerung, wie ich es für die Culturpflanze seinerzeit beschrieb (Verh. d. k. k. zoolog.-botan. Gesellsch. in Wien, 25. Bd., p. 613—620.) Sanguisorba officinalis L. Unweit Scheraunitz (Zerovnica) bei Zirknitz. 2. Podosphaera Kunze. 1. P. tridactyla (Wallr. in Flora crypt. Germ. II., p. 753, als Alphitomorpha). De Bary, Beiträge III., p. 48. — Syn. P. Kunzei Lév 1. c., p. 135, pr. p. An den Blättern von: Prunus domestica L. In Obstgärten zu Lees. — spinosa L. Waldungen der Rosenbacherberge bei Laibach. 2. P. Oxyacanthae (DC. in Flore frang. VI., p. 106, als Ery-sibe). Bary 1. c., p. 48. An den Blättern von : Sorbus Aucuparia Crantz. Waldungen der Rosenbacherberge. 3. P. myrtillina (Schubert in Flora Dresd. II., p. 356, als Sphaeria). Kunze, Mycolog. Hefte II., p. in. — Syn. P. Kunzei Lév. 1. c., pr. p. An den Blättern von: Vaccinium Myrtillus L. Rosenbacherberge; Golovc. Die sehr kleinen Perithecien finden sich im Spätherbste an der Unterseite der abgefallenen Blätter der Nährpflanze. 3. Erysiphe (Hedw.) DC. «) Perithecien mit farblosen Stützfäden und zweisporigen Schläuchen. 1. E. Linkii Lév. 1. c., p. 161. — An den Blättern von: Artemisia vulgaris L. Auf Brachen bei Krainburg im October. ß) Perithecien mit farblosen Stützfäden und mehr-sporigen Schläuchen. 2. E. Graminis DC., Flore frang. VI, p. 106. — An den Blättern verschiedener Gräser; bis nun an: Hordeum vulgare L. Im Juni 1881 epidemisch bei Laibach erschienen. Poa pratensis L. Nicht selten auf Wiesen bei Laibach. — trivialis L. Ebenda. Triticum repens L. Ebenda. Häufig tritt nur der Conidienpilz (Oidium monilioides Link) auf, ohne dass es zur Bildung der Perithecien kommt. 3. E. Martii Lev. 1. c., p. 116, pr. p. — Diese, an mannigfaltigen Gewächsen vorkommende Erysiphee wurde im Gebiete an folgenden Pflanzen beobachtet. Actaea spicata L. In Gebüschen zwischen Lees und Radmannsdorf. Der Pilz, früher an dieser Pflanze nicht bekannt, wurde ausschliesslich an den fast reifen Früchten beobachtet, die von einem dichten weissen Filze bedeckt waren. Dieser Filz wird von sehr zahlreichen einfachen, langen und hyalinen Perithecien - Anhängseln (Stützfäden) gebildet. Die befallenen Früchte waren saftlos und infolge dessen kleiner als die gesunden. Astragalus glycyphyllos L. Sehr häufig auf dem Schlossberge bei Veldes; Uirichsberg; Scheraunitz bei Zirknitz. Cytisus nigricans L. Auf dem Grosskahlenberge bei Laibach. — purpure us L. Auf dem Hügel Straža bei Veldes. Hypericum hirsutum L. Auf dem Berge Slivnica bei Zirknitz. — Lathyrus pratensis L. Auf der Mala planina (ca. 1500 m) bei Stein. Trifolium rubens L. Botan. Garten in Laibach; Radmannsdorf. Diese Form neigt zu E. communis, da die Anhängsel der Perithecien an der Ursprungsstelle braun gefärbt, dann jedoch hyalin sind. Trifolium pratense L. Bei Veldes im September. Vicia segetalis Thuil. Bei Grahovo nächst Zirknitz. — sylvatica L. Bei Alpen ober Assling. (Herbar V. Plemel.) 4. E. Umbelliferarum De Bary. — Syn. E. Martii Lev., pr. p. Von der vorangehenden Art durch cylindrische Conidien unterschieden. Sie fand sich an: Angelica sylvestris L. An dem Ufer des Veldeser Sees im September. Chaerophyllum hirsutum L. In der Pokluka-Schlucht bei Obergöriach Einzelne unreife Perithecien enthielten den Pilz: Cicinnobolus Cesatii De Bary. Heracleum Sphondylium L. Bei Lees in Oberkrain; mit dem gleichen Pilze behaftet, dessen Früchte in einzelnen Conidien zur Ausbildung kamen. Grahovo bei Zirknitz. Pastinaca sativa L. Auf Wiesen bei Veldes (besonders an den Früchten). Pimpinella Saxifraga L. Auf Schutthalden bei Laibach; in Bergwäldern bei Vigaun in Oberkrain; Ulrichsberg bei Zirldach. y) Perithecien mit braunen Stiitzfäden. 5. E. tortilis (Wallr. in Verh. naturf. P'reunde I., p. 35, als Alphitomorpha). Fries, Systema III., p. 243. — Syn E. Corni Duby. An der Blattunterseite von: Cornus sanguinea L. Auf dem Ulrichsberge bei Zirklach. 6. E. communis (Wallr. 1. c., p. 31). Fries, Summa Veget. Scand., p. 406. — An den Blättern von: Aconitum Napellus L. Bei St. Leonardi ob Ulrichsberg, ca. 802 m. — paniculatum L. Auf der Mala planina ob Ulrichsberg, ca. 1086 m. Balsamita major Desf. Scheraunitz bei Zirknitz. Biscutella laevigata L. Auf der Mala planina bei St. Leonardi ob Ulrichsberg. Caltha palustris L. Bei St. Ambrosius ob Ulrichsberg, ca. 1086 m. Clematis recta L. Bei Laibach; Radmannsdorf; Veldes; Ulrichsberg; Otok im Zirknitzer See. Convolvulus arvensis L. Grahovo bei Zirknitz; Schlossberg bei Veldes. Geranium palustre L. Teinitz bei Zirklach. Paeonia officinalis L. Massenhaft im Schlossgarten zu Jauerburg. Prenanthes purpurea L. Tivoli bei Laibach; selten. Polygonum aviculare L. Wohl überall gemein. Laibach; Lees; Radmannsdorf; Veldes; Jauerburg und Kronau. Ranunculus acris L. Auf Wiesen bei Lees und Veldes; Ulrichsberg; Grahovo bei Zirknitz. Ranunculus repens L. Rosenbacherberge bei Laibach; Ulrichsberg. Thalictrum Aquilegifolium L. Bei Vašek nächst Zirklach. Thesium montanum Ehrh, Straža und Ufer des Veldeser Sees; Bergwälder bei Vigaun in Oberkrain. Verbascum orientale M. a. B. Bei Laibach. (Nur Conidien.) 7. E. Galeopsidis DC., Flore frang. VI., p. 108. — Syn. E. lamprocarpa Lév., pr. p. An den Blättern von: Galeopsis pubescens L. Im Walde bei Tivoli nicht selten. — versicolor Curt. Ebenda. — Tetrahit L. Auf Brachen bei Lees in Oberkrain. Lamium Orvala L. Auf dem Schlossberge bei Veldes und an Wegen bei Schalkendorf; Ulrichsberg; Vižence bei Zirklach. Stachys palustris L. Rosenbacherberge bei Laibach; am Ufer des Veldeser Sees. 8. E. Cichoriacearum DC., Flore frang. II., p. 274. — Syn. E. lamprocarpa Lév., pr. p. An den Blättern von: Centaurea Jacea L. An Wegrändern bei Tivoli nächst Laibach. Lappa major L. (E. Montagnei Lév.) Bei Laibach und Radmannsdorf; auf der Slivnica bei Zirknitz. Sonchus asper Vill. Auf Schuttplätzen im Laibacher Stadtwalde. — oleraceus L. Ebenda. Symphytum officinale L. (E. horridula Lev.) Laibacher Stadtwald. — tuberosum L. Auf dem Ulrichsberge bei Zirklach. Taraxacum officiuale Wigg. Am Rande der Felder bei Görjach nicht selten. Plantago lanceolata L. Am Ufer des Veldeser Sees. E. Cichoriacearum unterscheidet sich von der voranstehenden Art durch ungelappte Haustorien und frühere Sporenreife. Anmerkung. Hierher gehört wahrscheinlich der bekannte und schädliche Rebenmehlthaupilz, Oidium Tuckeri Berk., dessen Peri-thecien mit Sicherheit nicht bekannt sind. Ich beobachtete denselben bei Laibach an Reben, die als Mauerverkleidung gezogen werden, und zwar am «rothen» und «gelben» Gutedel, Muscateller und Katarka-Rebe. Auch in den Weingärten bei Rudolfswert in Unterkrain tritt der Reben-mehlthau meist alljährlich auf. 4. Microsphaera Löveille. 1. M. Astragali (DC. in Flore frang. VI., p. 105, als Ery-siphe). Saccardo, Sylloge I., p. 42. — Syn. M. holoseri-cea Lev. — An den Blättern von: Astragalus glycyphyllos L. Auf dem Schlossberge bei Veldes. 2. M. Berberidis (DC. in Flore frang. II., p. 275, als Erysiphe). Lev. 1. c., p. 159. — An den Blättern von: Berberis vulgaris L. Botanischer Garten in Laibach; auf der Straza bei Veldes (an diesem Fundorte findet sich der Pilz fast nur an der Blattunterseite). 3. M. Evonymi (DC. in Flore frang VI., p. 105, als Erysiphe). Saccardo, Sylloge I., p. 11. — Syn. M. comata Lev. An den Blättern von: Evonymus europaeus L. In den Gartenanlagen Laibachs; Kaltenbrunn ; Gebüsche bei Lees und Schalkendorf in Oberkrain. 4. M. divaricata (Wahr, in den Schriften d. Gesellsch. naturf. Freunde zu Berlin, I. Bd., p. 39, als Alphitomorpha). Lev. 1. c., p. 155. — An den Blättern von: Rhamnus Frangula L. In den Waldungen der Rosenbacherberge stellenweise. 5. M. penicillata Lev. 1. c., p. 155. — Syn. M. Hedwigii Lev. An den Blättern von: Ainus glutinosa Gärtn. Bei Rosenbüchel nächst Laibach im October. Viburnum Lantana L. Im Parke zu Kaltenbrunn. — Opulus L. In den Parkanlagen zu Laibach nicht selten. 6. M. Friesii Lev. 1. c., p. 156. — An den Blättern von: Betula pubescens Ehrh. Auf dem Moore zwischen Schwarzdorf (Crna vas) und dem Krimberge im August. 7. M. Lonicerae (DC. in Flore frang. VI., p. 107, als Ery-siphe). Winter, Die Pilze etc., I. Bd., 2. Abth., p. 36. — Syn. M. Dubyi Lév. An den Blättern von: Lonicera alpígena L. Im Koroska-Graben des Loiblthales Anfangs September. 8. M. Ehrenbergii Lév., p. 155. — An den Blättern von: Lonicera tartárica L. In den Gartenanlagen zu Veldes. 5. Uncinula Léveillé. 1. U. Bivonae Lév. 1. c., p. 151. — An den Blättern von: Ulmus campestris L. In den Gartenanlagen bei Laibach. 2. U. Salicis (DC. in Flore frang. II., p. 273, als Erysiphe). Winter 1. c., p. 40. — Syn. U. aduna Lév. Auf den Blättern von: Populus nigra L. Im Stadtwalde bei Laibach; Grahovo. Salix purpurea L. Im Stadtwalde. 3. U. Aceris (DC. in Flore frang. VI., p. 104, als Erysiphe). Saccardo, Sylloge I., p. 8. — Syn. U. bicornis Lév. An den Blättern von: Acer campestre L. Bei Laibach nicht selten; Grahovo bei Zirknitz. Zumeist mit stark entwickelten Conidien. Acer pseudoplatanus L. In den Tivoli-Anlagen .zu Laibach. Gewöhnlich mit spärlichen Conidien, jedoch reichlicher Perithecien-Entwicklung an der unteren Blattfläche. 6. Phyllactinia Lév. 1. Ph. suffulta (Rebentisch in Flora Neomarch., p. 360, als Sclerotium). Saccardo, Sylloge I., p. 5. — Syn. Ph. guttata Lév. Exs. Kerner, Flora exs. Austro-Hungarica (auf Corylus). An den Blättern von: Berberis vulgaris L. Im Reka-Graben bei Zirklach. Betula alba L. Rosenbacherberge bei Laibach; Ulrichsberg. Corylus Avellana L. Bei Laibach sehr häufig; Krimberg; Ulrichsberg; Scheraunitz bei Zirknitz. Carpinus Betulus L. Auf dem Ulrichsberge bei Zirklach. Fraxinus excelsior L. Alleen bei Laibach; Lees; Vigaun in Oberkrain. — Ornus L. Auf dem Grosskahlenberge; bei Veldes; Ulrichsberg.13 Pyrus communis L. Auf dem Ulrichsberge. 13 Auf dieser Nährpflanze mit sehr geringer, fast mangelnder Conidien-Entwicklung. 7. Eurotium Link. 1. E. herbariorum (Wigg. in Prim. Flor. Hols., p. ui, als Mucor). Link, Observ. L, p. 29. — Syn. E. Aspergillus glaucus Bary. An verschiedenen faulenden Vegetabilien ; häufig auf schlecht getrockneten Herbarpflanzen, Brot, Fruchtsäften etc. 8. Aspergillus Micheli. 1. A. flavus (Bary in Beiträge III., p. 20, als Eurotium). Brefeld in Rabenh., Fungi europ. 2135. Auf faulenden organischen Substanzen nicht selten. 9. Pénicillium Link. 1. P. crustaceum (Linné in Spec. plant. IL, p. 1656, als Mucor). Fries, Systema I., p. 407. — Syn. P. glaucum Link. Auf verschiedenen faulenden Substanzen, wie Brot, Käse, Leder und dergl. Besonders häufig auf stark gummihältiger Tinte und auf Fruchtsäften, wo dieser Pilz eine dicke, ablösbare Haut bildet. Ist der gewöhnlichste Schimmelpilz. 10. Lasiobotrys Kunze. 1. L. Lonicerae Kunze, Mycol. Hefte IL, p. 88. — An den Blättern von: Lonicera alpigena L. Im Koioska-Graben des Loibithales. — Xylosteum L. Bei Veldes und Jauerburg in Oberkrain. 11. Apiosporium Kunze. 1. A. Fumago Fuck., Symb. myc., p. 87. — Auf dürren Blättern von: Fagus sylvatica L. Abhänge des Grosskalilenberges bei Laibach. 2. A. pinophilum (Nees in System der Pilze, p. 279, als Antennaria). Fuck, Symb. myc., p. 87. — Die Conidien-form, Antennaria oder Torula pinophila, im Frühjahre nicht selten an den Zweigen und Nadeln von : Abies pectinata DC. Waldungen der Rosenbacherberge. 3. A. Citri Briosi et Passerini. R. Academia d. Lincei 1877. Conf. Thuemen: «Die Aschenkrankheit und Blattfleckenkrankheit der Citronenbäume, » Klosterneuburg 1878. — Der Conidienpilz wurde beobachtet an den Blättern von : Citrus medica L. In Gewächshäusern Laibachs. 4. A. Rhododendri Fuck., Symb. myc., p. 87. — Die Coni-dienform (Torula Rh. Kunze) häufig an den Blättern von: Rhododendron hirsutum L. und Rh. intermedium Tausch. Auf der letzteren Pflanze an den Abhängen der Mezakla bei Moj-strana. 12. Capnodium Montagne. 1. C. Salicum (Albertini et Schweiniz in Conspect., p. 368, als Dematium). Mont. Ann. sc. nat., III. Ser., XI. T., p. 234. Die Conidienform (Fumago vagans Pers., Cladosporium Fumago Link.) auf den Weidenblättern nicht selten; ferner an Quercus pedunculata Ehrh., Corylus Avellana L., Populus tremula L. und Arnica montana L. Auf dem abgefallenen welken Laube entwickeln sich während des Herbstes die Perithecien. 2. C. Tiliae (Fuck. in Symbolae myc., p. 142, als Fumago). Saccardo, Sylloge I., p. 74. Auf abgefalienen Lindenzweigen im Herbste. 3. C. Corni Awd. in Rabenh., Fungi europ. 835. — An der Oberseite der Blätter von: Cornus sanguinea L. Im Stadtwalde bei Laibach. Ein sehr zweifelhafter Pilz. 13. Asterina Leveille. 1. A. Hellebori Rehm in Voss: «Materialien zur Pilzkunde Krains V. (Verh. d. k. k. zoolog.-botan. Gesellsch. in Wien, Jahrg. 1887, p. 213, T. V., Fig. 3).» — An abgestorbenen Blättern von: Helleborus altifolius Hyne. Bei St. Peter ober Vigaun (841 m) ; bei Podnart und Jauerburg in Oberkrain. August. Perithecia minutissima, punctiformia, gregaria, in maculis cinereis rotundatis, I—4 mm diam. superioris foliorum aridorum pagina sessilia, globosa, atterrima, parenchymatice fusce contexta, ad basim byphis se-ptatis, rectangulariter ramosis, fuscis, c. 6 ¡1 er. praedita. Asci clavati, 8 spori, 36—40 : 6. Sporidia clavata, 2-celIularia, cellüla utraque 2-nu-cleata, superiore latiore, recta, hyalina, disticha, 9 : 3. Paraphyses desunt. Die sehr kleinen punktförmigen, gehäuften, sitzenden Fruchtgehäuse des Pilzes stehen auf 1 — 4 mm im Durchmesser messenden grauen Flecken, auf der oberen Fläche der vollständig abgewelkten (vielleicht schon zweimal überwinterten) Blätter. Diese Fruchtgehäuse sind schwarz, sitzend und kugelförmig; sie bestehen aus braunem Parenchymgewebe und , werden an ihrer Basis von ebenso gefärbten gegliederten und rechtwinklig-ästigen Hyphen (Stiitzfäden) getragen; die Breite derselben be- trägt 6 [x. Die keulenförmigen Schläuche sind achtsporig, 36—40 tx lang und 6 [x breit. Die gleichfalls keulenförmigen, in zwei Reihen geordneten Sporen sind hyalin und zweizeilig. Die obere Zelle ist breiter als die untere, jede enthält zwei Nuctei. Die Sporen sind gerade und haben bei 9 p. Länge 3 tx Breite. Paraphysen fehlen. Von den zahlreichen Arten der Gattung Asterina, die besonders in tropischen und subtropischen Ländern häufig anzutreffen sind, ist nur eine Art (folgt man in der Umgrenzung der Gattung dem Vorgänge Dr. Winters bei der Neubearbeitung der Pilze für die zweite Auflage von Rabenhorsts Kryptogamen-Flora) sicher für Mitteleuropa nachgewiesen. Die Auffindung dieser zweiten Art ist daher sicher von Interesse. b) Gruppe: Nectrieae Tulasne. 1. Gibberella Saccardo. 1. G. pulicaris (Fries in System, myc. II., p. 417, als Sphaeria). Sacc. Michelia I., p. 43. — Syn. Botryosphaeria p. Cesati et Notaris. Auf dürren Zweigen von: Sambucus nigra L. Bei Lees und auf dem Ulrichsberge bei Zirklaclr. 2. Pleonetria Saccardo. I. P. Lamyi (Desm. in Ann sc. nat., II. Ser., Tom. VI., p. 246, als Sphaeria). Sacc., Sylloge II., p. 559. — Syn. Nectria L. Notaris. An dürren Aesten von: Berberis vulgaris L. Bei Laibach nicht selten; auf dem Gross-kahlenberge; Ulrichsberg; bei Veldes; Grahovo nächst Zirknitz. Nicht selten finden sich an den befallenen Zweigen die Conidien des Pilzes, die Tubercularia vulgaris Tode und T. confluens Pers. 3. Nectriella Saccardo. 1. N. Rousseliana (Montagne in Sylloge, p. 224. als Nectria). Sacc. Sylloge fung. II., p. 452. — Syn. Stigmatea R. Fuck. An den abgewelkten Blättern von: Buxus sempervirens L. In Gärten bei Laibach; im Schlossgarten zu Podwein bei Radmannsdorf. 4. Nectria Fries. 1. N. cinnabarina (Tode in Fungi Mecklenb. II., p. 9, als Sphaeria). Fries, Summa Veget. Scand., p. 388. — An dürren Rinden verschiedener Holzarten und oft mit dem Conidienpilze Tubercularia vulgaris. Bisher auf: Aesculus Hippocastanum L., Carpinus Betulus L., Castanea vesca Gärtn., Fraxinus excelsior L., Robinia pseudacacia L. und an den Ranken von Rubus sp. Alles bei Laibach oder dessen näherer Umgebung. Insbesondere auf Rosskastanien tritt diese Nectria oft in Aufsehen erregender Weise in den Alleen der Stadt auf. 2. N. sinopica Fries, Summa, p. 388.— An den Zweigen von: Hederá Helix L. Auf dem Grosskahlenberge; Schlossberg bei Veldes. Der dazugehörende Conidienpilz Tubercularia sarmentorum Fries, pr. p., ist auch nicht selten zu finden. 3. N. coccinea (Pers. in Synops., p. 49, als Sphaeria). Fries 1. c., p. 368. — An dürren Aesten und Zweigen von: Cytisus Laburnum L. Im Herbste auf dem Ulrichsberge. 4. N. ditissima Tulasne, Select. Fung. Carp. III., p. 73. An den Rändern der Krebswunden der Aepfelbäume (Pyrus Malus L.). Dieser Pilz, welchen ich in Obstgärten zu Lees und Veldes wiederholt beobachtete, wurde früher mit anderen Nectria-Arten verwechselt. Nach der Untersuchung Goethe’s ist N. ditissima als alleinige Ursache des Apfelbaumkrebses zu betrachten. (Conf. «Ueber den Krebs der Aepfelbäume» in den «Monatsschriften des Vereines zur Beförderung des Gartenbaues» für 1879.) 5. N. Cucurbitula (Tode in Fung. Mecklenb. II., p. 38, als Sphaeria). Fries, Summa, p. 388. — An abgestorbenen Aesten und Zweigen von: Pinus sylvestris L. Stellenweise bei Laibach; in den Waldungen des Ulrichsberges bei Zirklach. 6. N. sanguínea (Sibthorp in Flora exoniens., p. 404, als Sphaeria). Fries, Summa, p. 388. — An entrindeten Aesten und Zweigen von: Acer Pseudoplatanus L. Auf dem Ulrichsberge. Sambucus nigra L. An Hecken bei Laibach stellenweise. 7. N. Coryli Fuck., Symb. myc., p. 180. — In den Rindenrissen dürrer Aeste und Zweige der Laubhölzer. Bisher an: Corylus Avellana L. Unterrosenbach bei Laibach; Veldes. Cytisus nigricans L. Auf dem Ulrichsberge im April. Ligustrum vulgare L. Ebenda, sowie auf Salix alba L. (Forma: Salicis Rehm). An den Zweigen von Ligustrum und Cytisus befand sich der Pilz in jenem Stadium, wo die Schläuche mit ungezählten spermatien-artigen Körperchen erfüllt sind , welche Keimungsproducte der Sporen sein sollen. Auffallend bleibt, dass von den diese Producte liefernden Sporen nie etwas zu sehen ist. Saccardo nennt diese Ausbildungsweise des Pilzes: Chilonctria Cucurbitula. 8. N. lecanodes Česati in Rabenh., Herb. myc. , Ed. II., Nr. 525. — An den absterbenden Thallus von: Peltigera aphthosa (L.) Willd. Bei Poženek nächst Zirklach. — canina (L.) Hoffm. Auf dem Ulrichsberge im März. 9. N. lichenicola (Česati in Hedwigia, Jahrg. 1858, Nr. 1, als Cryptodiscus). Saccardo, Sylloge II., p. 498. •— Auf dem Lager von: Peltigera canina (L.). Gut entwickelt im September auf dem Ulrichsberge; Hügel Straža bei Veldes. 10. N. episphaerica (Tode in Fungi Mecklenb. II., p. 21 , als Sphaeria). Fries, Summa, p. 388. — Auf dem Stroma von : Diatrype Stigma (Hoffm.). An Zäunen bei Tivoli nächst Laibach; selten, doch öfter sehr schön entwickelt. 5. Hypomyces Fries. 1. H. rosellus (Alb. et Schw. in Conspect., p. 35, als Sphaeria). Tulasne, Select. Fung. Carpol. III., p. 43. Auf faulenden Agaricus- und Russula-Arten; besonders in der Coni-dienform: Trichothecium agaricinum et candidum Bon. nicht selten in den Waldungen bei Laibach. 2. H. chrysospermus Tul. in Ann. sc. nat., Ser. IV., T. XIII., p. 16. Insbesondere auf grösseren Boletus-Arten und namentlich häufig in der Chlamydosporen-Form: Sepedonium mycophylum Nees, wodurch die faulenden Fruchtkörper mit einer lebhaft gelben, schmierigen Masse überkleidet werden. Auf dem Golovcberge bei Laibach im Herbste nicht selten. 3. H. asterophorus Tul., Select. Fung. Carpol. III., p. 55. Die Perithecien dieses Pilzes finden sich im Hyphenfilze der Aste-rophora agaricicola Cda. auf den Hüten von Nyctalis Asterophora Fries. In feuchten Schluchten der Rosenbacherberge und bei Utik nächst Laibach im Herbste. In Bezug auf die Zusammengehörigkeit der Chlamidosporen zu Hypomyces oder Nyctalis sind die Ansichten getheilt. 4 H. violaceus Tul., Ann. sc. nat., Ser. IV., T. XIII., p. 14. An der Oberfläche von Fuligo septica (Aethalium septicum). Bei Vigaun in Oberkrain. 5. H. lateritius (Fries in System, myc. II., p. 338, als Sphaeria). Tul., Ann. sc. nat., Ser. IV., T. XIII., p. 11. Findet sich auf dem Hymenium von Lactarius deliciosus und verunstaltet die Fruchtkörper dieses Pilzes in ganz eigenthümlicher Weise. Im Herbste in den Waldungen des Krim- und Rosenbacherberges beobachtet. 6. Hypocrea Fries. 1. H. rufa (Pers. in Observ. I., p. 20, als Sphaeria). Fries, Summa Veget. Scand., p. 383. — In der Conidienform als Trichoderma lignorum (Tode) Harz = T. viride Pers. An faulenden Baumrinden, Aesten, Fruchtschalen u. dgl. im Herbste häufig bei Laibach. 7. Polystigma DC. 1. P. rubrum (Pers. in Observ. II., p. 101, als Xyloma). DC., Comment. Mus. Hist. nat. Paris. III., p. 337. — An den Blättern von: Prunus domestica L. Laibach; Lees; Vigaun; Veldes; Radmannsdorf. — spinosa L. Grosskahlenberg; Save-Ufer bei Lees. An den lebenden Blättern finden sich die Spermogorien, während die Perithecien auf dem abgewelkten Laube zur Ausbildung gelangen. 2. P. ochraceum (Wahlenberg in Flora Lapponica, p. 518, als Sphaeria). Sacc. Comp., Pyrenomycet., p. 20. — Syn. P. fulvum DC. An den Blättern von: Prunus Padus L„ Sehr reichlich in der Spermogonienform zwischen Radmannsdorf und Lees im August. 8. Epichloe Fries. i. E. typhina (Pers. in Icon, et Descript, I., p. 21, als Sphaeria). Tul., Ann. sc. nat., Ser. IV., T. XIII., p. 18. — An den lebenden Halmen von: Agrostis vulgaris Wilh. Auf dem Golovcberge. Anthoxanthum odoratum L., Brachypodium pinnatum P. B., Dactylis glomerata L., Holcus lanatus L., Poa nemoralis L. und P. trivialis L. Bei Laibach. Calamagrostis Halleriana DC. Hügel Straža bei Veldes. 9. Claviceps Tulasne. 1. C. purpurea (Fries in Systema II., p. 325, als Sphaeria, pr. p.). Tul., Ann. sc. nat., Ser. IV., T. XX., p. 43. — Das Dauermycel (Sclerotium Clavus DC., pr. pr., Mutterkorn) in den Blüten von: Aira caespitosa L. Auf dem Golovc bei Laibach ; Ulrichsberg. Arrhenatherum elatius M. K. Auf Wiesen bei Laibach nicht selten. Brachypodium pinnatum P. B. Am «Wilden See» bei Idria. Bromus erectus Huds. Botanischer Garten in Laibach. — giganteus L. Ebenda. Festuca glauca L. Ebenda. Mittheilungen des Musealvereines für Krain 1890. 20 Festuca elatior L. Auf Wiesen bei Laibach. Holcus lanatus L. Auf dem Golovcberge nicht selten. Lolium perenne L. Bei Laibach gemein; Ulrichsberg bei Zirklach. — temulentum L. Auf Saatfeldern bei Laibach nicht selten. Phalaris arundinacea L. Sümpfe bei Lustthal nächst Laibach. Phleum pratense L. Auf Wiesen bei Laibach. Secale Cereale L. Allgemein und mitunter ziemlich häufig. Sesleria varia Wettst. (olim S. coerulea Ard.). Auf Felsen bei Jauer-burg; Kokriska dolina bei Ulrichsberg. Triticum repens L. Auf Wiesen bei Laibach. Die Stylosporenform des Pilzes (Fusarium heterosporium Nees) findet sich nicht selten an Lolium perenne L. 2. C. microcephala (Wallr. in Beiträge IL, als Kentrosporium). — Das Dauermycel (Sclerotium Clavus DC., pr. p.) wurde beobachtet an : Molinia coerulea Mönch. (M. altissima Host.) In den Waldungen der Rosenbacherberge im Herbste gemein. Nardus stricta L. Auf dem Golovcberge nicht selten. Phragmites communis Trin. Sumpfstellen des Moorgrundes. 3. C. setulosa (Quel, in Champ, d. Jura, p. 487, als Cordyceps). Saccardo, Sylloge IL, p. 566. — Das Dauermycel an: Poa annua L. Auf Wiesen bei Laibach stellenweise. 10. Cordyceps Fries. 1. C. militaris (Linné in Spec. Plant., Ed. III., T. II., p. 1652, als Clavaria). Link, Handbuch III., p. 347. An todten Schmetterlingspuppen in den Waldungen der Rosenbacherberge. Häufiger in der Conidienform (Isaria farinosa Fr.) zu finden. 2. C. cinerea (Tul. in Sel. Fung. Carpol. L, p. 61, als Tor-rubia). Sacc., Sylloge IL, p. 570. Auf einer todten Carabus - Larve, die von Erde bedeckt war. Im Tivoliwalde Anfangs Juli, doch selten. 3. C. capitata (Holmsk. in Otia, T. L, p. 38, als Clavaria). Link, Handb. III., p. 347. — Auf den Fruchtkörpern von: Elaphomyces variegatus Vitt. In einem Walde zwischen Steinbüchel und Leibnitz in Oberkrain; gleichfalls selten. 4. C. ophioglossoides (Ehrenb. in Beiträge III., p. 88, als Sphaeria). Link 1. c., p. 347. — An den Fruchtkörpern von: Elaphomyces granulatus Fr. Ende November im Tivoliwalde bei Laibach, doch sehr vereinzelt. (Fortsetzung folgt.) lieber das Klima des Karstes. Von Prof. Ferdinand Seidl. ln der ebensosehr an sorgfältig gesicherten Ergebnissen wie an Anregungen reichen Arbeit über die Temperaturverhältnisse der österreichischen Alpenländer hat Director Prof. Dr. J. Hann auf die ausserordentlich bedeutenden Wärmeunterschiede aufmerksam gemacht, welche von der Ostküste der Adria landeinwärts in der Richtung der Breitenkreise sowie mit zunehmender Seehöhe zur Geltung gelangen. Es ist dies auch die Gegend, in welcher, wie derselbe Autor nachgewiesen, selbst in den mittleren Zuständen der Wintermonate dicht gedrängte Isobaren heftige, unter dem Namen «Bora» bekannte, dem Föhn verglichene Fallwinde hervörrufen. Seit diese allgemeinen Untersuchungen bekannt geworden sind, wurden, Dank den Bemühungen des Directors Osnaghi, in dem vielleicht extremsten Theile des in Rede stehenden Gebietes, nämlich am eigentlichen Karst im Territorium von Triest, in verschiedenen Seehöhen, auf der ersten, schroff im Hintergründe der grossen Hafenstadt sich erhebenden Kalksteinterrasse, drei meteorologische Beobachtungsstationen ins Leben gerufen, welche, in Verbindung mit der auf der Höhe des Karstplateaus gelegenen Station Adelsberg, eine eingehendere Information zunächst bezüglich der Temperaturvertheilung in diesem Gebiete gestatten. In dieser Absicht wurde folgendes Materiale von Beobachtungen verwendet: Triest cp = 450 39% Ä = I3°46'E. v. Greenw.; Seehöhe li — 26 m; Beobachtungstermine Jh, 2h, gh; die Monatmittel für die 30jährige Periode 1851 bis 1880, berechnet durch Reduction der Reihe 1866 bis 1885 nach Laibach, von Hann 1. c.; verwendet wurden ferner die mit den nachfolgenden Stationen gleichzeitigen Beobachtungen. Beobachter: Dr. V. Gallo, Dr. V. Farolfi, Professoren; Director Ferd. Osuaghi. Sveti Križ (Santa Croce) cp — 45° 44', 1 — 13042'; h — 200 ni; yh, 2h, o/l\ April 1885 bis Juni 1889; Lücken interpolirt nach Triest, die Morgenbeobachtung März bis August anscheinend wegen Strahlung zu hoch, daher nicht verwendet. Beobachter: Fr. Pelizon, Ant. Ciargo, Lehrer. Občina (Opcina) qi = 45°4i', l = I3°47'; h = 320 in; Jh, \h, o/1 (y/l); April 1885 bis September 1889. Beobachter: A. Valentič, Lehrer. Bazovica (Basovizza) (f — 450 39', l = 130 52'; h = 372 m; yh, 2h, 9Ä; April 1885 bis September 1889. Beobachter: And. Cok, Jos. Pertot, Lehrer. Die Monatmittel wurden mit doppeltem Gewichte der Abendbeobachtung gebildet und vermittels der ausgeglichenen Differenzen gegen die gleichartig gerechneten Mittel von Triest auf die 30jährige Periode 1851 bis 1880 reducirt. Es wurde also ein gleichförmiger täglicher Temperaturgang für diese Stationen und Triest angenommen, wodurch eine Correction auf 24stündige Mittel unnöthig wurde. Obwohl die Annahme nicht völlig zutrifft, so ist sie doch die plausibelste für die Mittelbildung, die bei den günstigen Beobachtungsterminen an und für sich schon zu recht guten Resultaten führt. Die Beobachtungen von Santa Croce, Občina und Bazovica sind in der Triester Zeitschrift «Amico dei campi» in extenso abgedruckt. Adelsberg

O £ Decbr. *- 'S >—» Triest . . . 47 5'4 8-1 i3'° 17'4 21*7 24-1 23-6 iç'8 15*3 9'5 5'5 14-0 Sv, Križ . . 3'4 4' 67 11 '4 15-8 200 22-5 22-1 i8’4 i3-8 8-0 4-0 12-5 Občina . . . 1/6 2-4 5*4 io’6 15-1 I9’4 21’7 2 TO i7’o 12-5 6-6 2 6 11'4 Bazovica . . I-3 2-0 49 9*9 14-2 183 20*7 20-3 16-5 I 2" I 6-3 2-3 107 Ade'.sberg . — 1*2 —O'I 3*2 8-4 12 2 163 18-8 P ¿0 14-6 IO'I 3-8 -0-4 8-7 Demnach bestehen folgende Differenzen zwischen Triest und den Karststationen: Jänner rO 2> 9> 9)- beziehungsweise '/4 (7, 1, 9, 9) der gleichzeitigen Beobachtungen für die Jahreszeiten an. Des Vergleiches halber sind für Klagen-furt die entsprechenden Abweichungen, vom wahren Mittel abgeleitet, aus einer 40jährigen Reihe hinzugefügt. Adelsberg konnte zu diesem Vergleiche nicht beigezogen werden. Man sieht, dass der die Extreme mildernde Einfluss der Adria T riest ! Občina Winter Frühling Sommer Herbst Winter Frühling Sommer Herbst 7* — 0'8 — o’6 — 0-3 — 0 • 8 — 1 • 2 — ii — 0-4 - ii 1 ■ 7 2-4 30 2•2 ! i*7 2’S 3-0 2 • I 9 h — °'5 — 0-9 — i‘4 1 0 ■^r 1 O GO — 0-7 — i‘3 — °‘5 Bazovica Klagenfurt Winter Frühling Sommer Herbst Winter Frühling Sommer Herbst lh — i-3 — i-3 — o-9 — 1 . 1 — 2 • 1 — 2-9 — 2 -o — 2 •2 2^ 2 • 2 3-i 36 2-8 3'4 5‘2 S’S 40 9h — 0-5 — 09 — i‘3 — 0 8 — 0-3 — 0 • 8 — I •2 — 0-8 landeinwärts abnimmt. Dafür kommt die dem Karst eigen-thiimliche starke nächtliche Abkühlung zur Geltung, und ist in der beträchtlichen negativen Abweichung der Luftwärme vom angenäherten Mittel um gh abends sogar an der Küste erkennbar. Nicht weniger bemerkenswert ist die rasche Erwärmung, welche im Sommer die Temperatur um morgens bereits über diejenige der Abendbeobachtung hebt. Der kahle Karstboden nimmt die Wärme tagsüber sehr rasch auf, um sie auch ebenso bald auszustrahlen, wenn die Sonne unter den Horizont getaucht ist. Die Temperaturvertheilung am Karste in verticaler und horizontaler Richtung wurde mit Hilfe der entsprechend modi-ficirten Formel gerechnet, welche Weilenmann gelegentlich einer ähnlichen Untersuchung bezüglich der Schweiz begründet hat und die seitdem auch schon auf einem andern Gebiete gedient hat (Ferd. Seidl, Temperaturvertheilung im Gebiete der Karawanken, Meteorol. Zeitschr. 1887, p. 313). Da die Wärme-Aenderung mit der geographischen Breite auf dem Terrain zwischen Triest und Adelsberg kaum in Betracht kommt, dagegen die Seehöhe und die geographische Länge als um so wichtigere Factoren der Wärmeverleihung auftreten, so wurden diese allein in die Rechnung einbezogen. Bezeichnet demnach a die mittlere Temperatur eines Zeitabschnittes im Meeresniveau und im Meridian von Sveti Kriz, dagegen t die Temperatur eines Ortes am Karste, dessen Seehöhe um h Hektometer und dessen geographische Länge um / Minuten ostwärts abweicht, so wird angenommen, dass die Gleichung besteht: t=a-\-b.h-\-c.l-\-d. hl worin a, b, c, d die zu ermittelnden Constanten sind. Dieselben ergeben sich mit Hilfe der Methode der kleinsten Quadrate, und so ist demnach die Temperatur im Gebiete zwischen Triest und Adelsberg in der durch folgende Gleichungen ausgedrückten Art von Seehöhe und geographischer Länge abhängig. Jänner ... t = 5'36 — 1-029 h — 0080 / -)- 0-009 hl Februar . , . / = ö’ ii — i '038 h — 0-099 l -f- 0 015 hl März .... t = 8 • 61 — o ■ 962 h — o ■ 053 l -f- o ■ 009 hl April .... i = 13-22 — o'8S4 h + 0-009 / — 0-002 hl Mai........t = 17 • 57 — o - 844 A -f o-oi8 / — o ■ 008 hl Juni.......t = 21 89 — 0-879 ^ + o-oiö l — 0-007 M Juli......./ = 24-41 — 0-909 h — 0-015 ^ — o-ooi hl August ... / = 23-99 — 0-932 h — 0 027 l -|- 0’002 hl September . t = 20-35 — 0-987 h — 0.959/4-0-010^/ October ... / = 15'68 — 0-955 h — 0-017 * 4- o'002 hl November . I = 9-81 — o - 939 h 4- 0-002 l — o - 007 hl December . . / — 5* 78 -— 0*925 /2 -f-0*010/ — o 008 hl Jahr......./= 14-40 — 0-940 h — 0 024 / 4- o-ooi hl Rechnet man mit diesen Gleichungen die Temperaturmittel der Beobachtungsstationen, auf Grund deren jene aufgestellt wurden, zurück, so erhält man folgende Differenzen zwischen Beobachtung und Rechnung. Beobachtung — Rechnung. Jänner Febr. März April Mai Juni 3 Aug.. —> bi) -5 Sept. Octbr. Novbr. Decbr. -•056 — ■075 ' O29 033 0 to •040 •009 --•003 —•035 •007 ■ 026 •O34 * Man erkennt sofort, dass die jährliche Variation der Temperatur mit der Seehöhe und mit der geographischen Länge dem Wesen nach völlig übereinstimmen. Die Maxima fallen nach Zeit und Rang zusammen, und den Jahresabschnitten relativ geringer Wärme-Abnahme mit der Höhe entspricht eine ebensolche landeinwärts, oder vielmehr das Zeichen der Temperaturänderung verkehrt sich in das entgegengesetzte, und es nimmt die Wärme seewärts ab. Auf einen Längengrad bezogen lauten die Extreme der Temperaturänderung nach Osten hin: Februar — 5 90 C September — 3 * 5 Mai + 1 ' 1 December -J- o • 6 Ein reichlicheres Beobachtungsmaterial dürfte vielleicht dort das negative Vorzeichen zur alleinigen Herrschaft bringen. Wie im allgemeinen anderswo, nimmt die Temperatur landeinwärts im Winter ab, doch wieder am Karste ausserordentlich stark; in dem Gebiete der Karawanken beträgt die Abnahme nur O'OOOi pro Minute, in Russland nach Hann pro Längengrad O’3i0. Im Sommer dagegen wird die Temperatur im allgemeinen landeinwärts höher infolge der geringem Wärmecapacität des festen Bodens gegenüber derjenigen des Wassers. Am Karste kommt jedoch dieses Verhältnis bereits in den Monaten April bis Juni zum Ausdruck und macht von Juli bis October dem entgegengesetzten Platz, indem während dieser Zeit, und zwar im September, die Temperaturabnahme ostwärts sogar ein zweites Maximum erreicht. Noch mehr befremdet die aus dem gegenwärtig vorliegenden Beobachtungsmaterial sich ergebende, ostwärts gerichtete Wärmezunahme im November und December. Der dem Producte hl anhaftende Coefficient der Gleichungen bleibt in seinen Werten beträchtlich hinter den ersten zweien zurück, demnach auch die Sicherheit seiner Bestimmung. Im Verlauf ist er ihnen gleichartig, wie folgende Ueber-sicht der Abweichungen vom Jahresmittel zeigt, doch ist das letztere positiv. In Hinsicht auf die Vorzeichenfolge kann Jänner Febr. :cj § April 'ci _ 5 ’S i Jllli bi) < Sept. rO O O I Novbr. 1 Decbr. •008 OI4 •008 —•003 — • 009 * — '008 — *002 •001 •009 •OOI — 008 ■ OO9 * man sagen, dass durch diesen Coefficienten die Grössen der Wärme-Aenderung in der Richtung des Breitenkreises entgegengesetzt beeinflusst werden. Ueberblickt man die Gleichungen, welche sich auf die Vertheilung der Luftwärme auf dem Gebiete, das sich von dem geschützten, unter marinem Einfluss stehenden Küstensaum über nackte Kalksteinwüsten bis zur freien Höhe des Karstplateaus erhebt, so zeigt sich, dass die bestimmenden klimatischen Factoren in einer seltenen Combination thätig sind, einen eigenthtimlichen Erfolg auszugestalten. Der Gegensatz mariner und continentaler Beeinflussung scheint zur Erklärung nicht auszureichen, daher mögen hier noch die Monat- und Jahresmittel der Bewölkung von Triest und St. Magdalena (oberhalb Idria) angeführt werden, als ein die Ein- und Ausstrahlung der Wärme wesentlich mitbedingendes Element. | Jänner Febr. S3 '■ei S April Mai Juni Juli W) < Aug. Sept. Octbr. Novbr Deebr. Jahr lh I*IO 1-07 ro8 rog n3 1*10 I '20 I * I I I-I4 °‘99 0-88 0-95 i'07 2* °'73 079 O7I o-6o 0 79 0-88 077 074 074 079 074 0 72 075 0-90 093 088 0-83 0'90 0^98 0-94 °'91 0-97 0-98 0'9I o'S4 o’9i Mittel .... o’9i o'93 0^89 0-84 0-94 00 O' ö 0-97 0'92 °'95 o'9i 0-84 0-84 0*91 b) Bei Bora aus NE, Stärke > 3. Zahl der Tage 43 25 20 8 10 9 3 I 2 14 16 20 21 201 ih 1-05 i’o8 I-09 I-09 I ‘20 °'93 i'o6 1*09 1-03 1-05 °'97 I '22 foS 2h 087 1-05 ro6 0-97 I-I4 °'99 I OO 085 1-03 o'96 0-88 1*04 °'99 9^ 0-93 0^0 085 ri5 ro8 i ' 17 0'9I 0-88 0-94 I * I I 1-03 i'i9 1-03 Mittel . . . ^ °‘95 1*01 1*00 IO7 i-i6 103 0 99 °'94 1*00 1*04 0-96 115 1-03 Bazovica. Häufigkeit des NE 2* = 10 gesetzt. 7 h IO IO 12 IO iS 18 25 9 14 9 IO 1 I 1 12 2 h IO IO 10 IO IO IO IO 10 IO IO IO IO IO 9 ^ 11 13 16 27 25 23 31 22 15 18 13 13 14 Durchwegs ist die Aenderung der Temperatur mit der Höhe bei NE grösser als im Mittel aller Luftströmungen und Windstillen, und da die Häufigkeit der Fallwinde, zu denen wenigstens die NE- und E-Richtungen zu zählen sind, eine sehr bedeutende ist, so erkennt man, dass der beträchtliche verticale Temperaturunterschied pro ioo m wesentlich durch diese Winde hervorgerufen wird. Dafür spricht das Verhältnis der Häufigkeit des NE zu den drei Beobachtungsterminen, welches oben angegeben ist, und wie man sieht, sich den Aenderungen der verticalen Temperaturvertheilung anschmiegt. Im Folgenden ist die Häufigkeit der Winde aus NE und E in Procenten der Gesammtanzahl der Beobachtungen des betreffenden Zeitraumes angegeben. Die Angaben für Triest sind dem Jahrbuche des Triester Observatoriums entnommen (sowie auch die oben angeführten Monatmittel der Bewölkung); die übrigen Daten sind neu berechnet. Häufigkeit der Winde aus NE und E in Procenten. Jänner Febr. März April Mai c ß 1 ß > Aug. Sept. Octbr. Novbr. Decbr. u. ""S » Bazovica 4 !/2 Jahre s» CO 1 41 28 * 34 39 40 43 il 4' 39 * 43 42 Adelsberg 3 Jahre 57 61 54 45 36 * 34 * 54 56 48 * 70 70 54 Triest 17 Jahre . . 49 36 * il 36 33 30 * 29 * 40 40 45 45 48 39'7 Eine doppelte Periode, die mehr oder weniger an diejenige der verticalen Temperaturänderung erinnert, ist nicht zu verkennen. Doch bieten bei der überaus grossen Veränderlichkeit der Windrichtungen für denselben Monat aufeinander folgender Jahre selbst 17jährige Mittel noch nicht normale Verhältnisse. Bemerkenswert aber ist die einfache Periode der Luftdruckdifferenzen Laibach—Triest, abgeleitet aus den 30jährigen, aufs Meeresniveau reducirten Luftdruckwerten, welche Hann veröffentlicht hat (Luftdruck Mittel- und Südeuropa’s). Wir lassen jene hier folgen. Jänner Febr. März April Mai Juni » Aug. Sept. Octbr. Novbr. Decbr. Jahr Druckdifferenz Laibach-Triest '2'4 i • 6 I *o 0'4 er 2 * 0*2 * 0-5 0-7 I • I 1-3 2-0 2 • 6 I * 2 mm Die Druckdifferenz hat also eine einfache Periode, sie ist am grössten im December, sinkt gegen Mai und Juni, um dann zuerst langsam, später (November) rasch zuzunehmen. Die Windgeschwindigkeit auf der Insel Lesina hat jedoch, wie Hann gezeigt hat (Annalen d. Hydrographie 1888), ein doppeltes Maximum im April und November und die zugehörigen Minima im Februar und August. Der diesem Ergebnisse zu Grunde liegende Zeitraum umfasst die Jahre 1871 bis 1885. Es muss hier nur noch bemerkt werden, dass das zweite Maximum der Fallwinde in dem Zeiträume unserer Be- Mittheilungen des Musealvereines für Krain 1890. 21 obachtungen, wie die nachfolgende Uebersicht fiir Bazovica zeigt, durch den Ost hervorgerufen wurde, dessen Frequenz einen entgegengesetzten jährlichen Gang hatte, als der NE. Jänner Febr. März April Mai Juni Juli Aug. 5 —h č>5 5 Sommer 37 3 i • 8- 16 • 9 —1-9 69 — 9 68 17 Herbst . 40'4 4-1 7-0 — 2-6 82 — 5 72 2 Jahr . . 738'i 2-4 6-9 — 2’2 Triest. 76 — 8 72 9 Winter . 761-5 I ' O j 2-8 — 2-4 56 — 1-8 53 3 1001 Frühling O ON IO I • 2 1 io-9 — 1'9 53 — I '4 53 7 912 Sommer 59'8 1-2 21-7 — 1-4 56 — 8 54 20 688 Herbst 63-5 40 11-8 — 3' i 57 — G 47 0 938 Jahr . . 761 0 1-9 ii -8 . — 2‘2 55 - '4 52 8 8S5 Man bemerkt, dass sowohl in Laibach als auch in Triest an Boratagen im Mittel 8 bis 9 °'0 des Himmels über den Normalwerten (63, 44) mit Wolken bedeckt sind. Der Zustand des Himmels wird jedoch am besten gekennzeichnet durch die Worte, mit welchen Lorens R. v. Liburnau die «habituelle Bora» «als einen Nordostwind definirt, welcher besonders zur Winterszeit aus einer dichten, auf den Karsthöhen lagernden Wolkenmasse bei sonst heiterm Himmel über die Karstgehänge herabströmt und sich von anderen Winden durch eine ausserordentliche Heftigkeit und insbesondere durch die in Pausen wiederkehrenden, ganz specifisch gewaltigen Stösse (Refoli) unterscheidet» (Quarnero, p. 57). Und auch Pogacnik erwähnt in seiner Schilderung der «Bora des WippacherThaies» (Uebersicht der Witterung in Oesterreich etc. 1859) dieselbe Wolkenlage, welche im Volksmunde als «zastava» bekannt ist und als Vorbote der Bora gilt. Die meteorologischen Aufzeichnungsjournale lassen dies — wie leicht einzusehen — nicht so deutlich erkennen. So ergeben sich für Adelsberg aus 287 Boratagen folgende, für die Jahreszeiten geltende, die gleichzeitige Bewölkung von Triest überragende Procentgrössen: Winter 14, Frühling 18, Sommer 9, Herbst 12. Ihrem continentalen Ursprünge gemäss kommt die Bora schon in Laibach als relativ trockener Wind an, indem durch sie die relative Feuchtigkeit daselbst im Winter um 3 °/0, im Frühjahr um 14%' durchschnittlich um 8 °/0 unter das Mittel gedrückt wird. Viel trockener jedoch langt sie in Triest an, durchschnittlich um i4°/0, wobei nicht zu übersehen ist, dass hier die Mittel der Feuchtigkeit durch die häufigen bora-artigen Strömungen selbst schon wesentlich beeinflusst sind. Es ist demnach auch die gleichzeitige Differenz gegen Laibach zu berücksichtigen. Während die Bora die Station Laibach mit einer Feuchtigkeit von 89 °/0 verlässt, langt sie in Triest mit einer solchen von 56°/0 an. Dies geschieht zu einer Zeit, wo der Karst durch seine Oberflächenbeschaffenheit am wenigsten trocknend wirken kann. Im Gegentheil ist die Feuchtigkeit über dem Karstrücken eine erhöhte, indem die vom Laibacher Becken daselbst hinaufgedrängte Luft, indem sie sich abkühlt, feuchter wird und die oben erwähnte Wolkendecke bilden hilft. Die Trockenheit, welche die Bora an der adriatischen Küste erzeugt, ist zwar durchschnittlich keine so bedeutende wie die des Alpenföhns, doch hat sie zweifellos gleichfalls in der hinabsinkenden Luftbewegung und der hierbei stattfindenden dynamischen Erwärmung ihre Ursache. Die Senkung der Boraluft und die ihr entsprechende Entfernung vom Sättigungspunkte ist aber bei Bora viel geringer als bei dem Alpenföhn. Sehr bedeutende Trockenheitsgrade sind doch auch bei Bora schon verzeichnet worden, und die Minima der Feuchtigkeit, welche für 17 Beobachtungsjahre das meteorologische Jahrbuch von Triest (Band I) anführt, haben sich eingefunden am 5. Februar mit 15% bei E3 und am 21. Mai 1875 in gleichem Betrage bei ESE3. Noch grössere Trockenheit fiel auf den 3. Mai 1886. Damals verzeichneten Laibach und Triest folgende Zustände: Feuchtigkeit Bewölkung Windrichtung 11. Stärke ih 2.h g h nh 2^ g/t ih 2^ 9h Laibach . . 39 20 34 O 4 9 NE i NE 5 NE 4 Triest . . . 25 13 30 ■ O 7 2 NE 4 NE 4 N 2 Obirgipfel . 89 77 84 6 4 IO NW 6 NW 5 NW 5 Es dürfte nicht bedeutungslos sein, dass in Laibach der NE schon den dritten Tag wehte. Wenn die feuchte Luft des dortigen Moorbeckens bereits über den Karst abgeflossen ist — nach mehrtägigem NE — dann ist der NE auch in Laibach ausgeprägterer Fallwind und erlangt grosse Trockenheit, während in der Höhe des Obirgipfels die Feuchtigkeit beträchtlich ist. In den untersuchten 132 Boratagen 'hatte Laibach an 40 Tagen 305 mm Niederschlag, darunter sind 6 Gewittertage; Triest zählte gleichzeitig nur 20 Tage mit 138 mm Niederschlag und 3 Gewittertage. Die blosse Durchsicht der Aufzeichnungen von Cilli lehrt, dass daselbst die Boratage des Karstes noch häufiger von Niederschlag begleitet sind wie in Laibach. Adels- Triest berg Laibach Cilli Zahl der Tage .... S6i 287 274 142 Wahrscheinlichkeit . . 0-24 0-36 0'42 £>■64 Einen ähnlichen Gegensatz in Bezug auf Feuchtigkeit und Niederschlag zeigen die Süd- und Nordseite der Alpen bei Föhn in Tirol und der Schweiz. Die Analogie lässt sich noch vervollständigen. Der mittlere Windweg an einem Boratage in Triest betrug 1001 km im Winter, 688 km im Sommer, während die beiden andern Jahreszeiten, wie die Tabelle zeigt, diese Extreme vermitteln. An zwei Tagen des Jänner 1885 überschritt die Tagesgeschwindigkeit des Borasturmes sogar das Doppelte des Mittels (1. Jänner 2018, 18. Jänner 2112 km). Ein ähnliches objectives Mass der Windgeschwindigkeit für Laibach fehlt; die Schätzung der Windstärke ist zu subjectiv, um unmittelbar vergleichbar zu sein. Doch ist es gewiss kennzeichnend, dass an den in Rede stehenden 132 Tagen mit einer Windstärke in Triest, welche sich in den obigen Beträgen der mittleren Windwege darstellt, in Laibach nicht immer Luftströmungen aus dem NE-Ouadranten verzeichnet wurden; unter 396 Beobachtungen finden sich 29 Windstillen und 76mal schwache Winde aus den Richtungen zwischen SE und W notirt, und für die N-SE-Strömungen sind nicht selten niedere Grade aufgezeichnet. Es werden demnach die Ströme gegen die Adria hinab-stiirzender Luftmassen nicht immer und ausschliesslich aus dem in der rückwärts verlängerten Stromrichtung gelegenen Laibacher Moorbecken gespeist, und die Bora erhält ihre kennzeichnende Heftigkeit erst auf der adriatischen Seite des Karstes. Ferner wurden am Obirgipfel in einer Seehöhe von 2047 m an unseren Boratagen nicht selten mehr oder minder starke S-, SW- und W-Winde aufgezeichnet. Seinerzeit wurde auf die aus dem Wolkenzüge erwiesene, oberhalb der Bora befindliche scirocca'e Gegenströmung sogar eine eigenthüm-liche Theorie der Bora begründet (Lorenz 1. c., p. 63). Sollten die adriatischen Luftdruckdepressionen mitunter so niedrig sein, dass bereits in einer Höhe von 2000 ni eine Umkehrung des Gradienten stattfinden kann oder ist ihr Umfang in solchen Fällen ein eng begrenzter ? Eine Erörterung dieser Fragen fällt nicht mehr in den Bereich unserer Untersuchung, die beiweitem nicht den Anspruch erheben will, eine erschöpfende zu sein. Die Abweichung der Temperatur von der normalen ist an Boratagen in Laibach wie in Triest eine nahezu gleiche; sie scheint am kleinsten im Sommer, am grössten im Herbst zu sein (vgl. die Tabelle) und im Mittel —2'2° zu betragen. Charakteristisch ist das negative Vorzeichen für Triest. Die Bora ist demnach ein relativ kalter Fall wind, während der Föhn den Alpenbewohnern durch ausserordentliche Wärme auffällt. Die Ursache der Verschiedenheit ist leicht aufzuklären. 39 Boratage aus den Wintern 1854, 1855, 1879 ergeben folgende gleichzeitige Mitteltemperaturen für Laibach, Adels- berg und Triest. Laibach................._4.j Adelsberg .... — 4 * 7 Triest........... 2 • r Indem die Luft von Adelsberg 250»« in die Tiefe sinkt, um die Seehöhe von Triest zu erreichen, erwärmt sie sich um 5‘2°, gleichzeitig schreitet sie westwärts zu höheren Isothermen und gewinnt hiedurch gemäss den Reductions-gleichungen 1'4°, so dass sie mit der thatsächlich beobachteten Temperatur von nahe 2° in Triest anlangt. Hier erscheint sie trotz des doppelten Gewinnes gegenüber der hohen normalen Wintertemperatur von Triest (5'2°) doch noch kalt. Die niedrige Temperatur Adelsbergs bei Bora entsteht allerdings nicht daselbst, da die normale Differenz Adelsberg—Laibach im Winter positiv ist. Zu dieser Jahreszeit besitzen die freien Karsthöhen einen Wärme-Ueberschuss von 0’ 6° im Mittel gegenüber dem ausserordentlich erkaltenden Thalbecken Laibachs, welches wie Klagenfurt im Winter am Grunde eines eisigen Luftsees begraben ist, dessen wenige Wasserdünste durch die stark erniedrigte Temperatur doch zu häufigen dichten Nebeln condensirt werden. An Boratagen des Winters ist, wie obiges Beispiel zeigt, die Temperaturdifferenz entgegengesetzt, die höher gelegene Station hat die niedrigere Temperatur. Diese kann jedoch nicht von vorwiegend aus der Höhe sich hinabsenkenden Luftmassen herrühren, denn die Temperatur am Obirgipfel bei NE ist nach Hann — 9 • 6°, und sie würde durch Senkung der Luft um 15 Hektometer ebensoviel Wärmegrade gewinnen, also in der Seehöhe von Adelsberg mit —|— 5 ■ 40 erscheinen. Wird dagegen die Herkunft der Boraluft Adelsbergs seitlich in der Höhe des Karstplateaus und im Laibacher Moorbecken gesucht, so wird die thatsächlich beobachtete Temperaturdifferenz erklärlich. Laibach hat allein infolge der östlichen Lage einen circa 1' 50 kältern Winter als Adelsberg (Adelsberg h = 545 m Wintertemperatur — —er 6°; Laibach h = 297 m Wintertemperatur = — 1 ■ 20, bei der Temperaturzunahme von i° pro 100 Meter resultirt für Adelsberg in der Seehöhe Laibachs — crö -}- 2 ■ 5 = i'9, was zu hoch sein dürfte, da die verticale Temperaturänderung auch von Krain aus beeinflusst wird. Nach Hann ist die Wintertemperatur im Niveau von 250 m über den Thalsohlen in den Ostalpen o"6 höher als am Grunde derselben. Demnach ergäbe sich, Adelsberg Winter = — 1 ■ 2; im Mittel 0'3°, immer noch 1 '5 mehr als Laibach in gleicher Höhe zukommt). Wird dieser Betrag aus der Temperatur Laibachs an Boratagen (—4'i) ausgeschieden, so ergibt sich die gleichzeitige Temperatur Adelsbergs um 2'i° niedriger, um welchen angenäherten Betrag sich die Luftmassen beim Emporsteigen um 2507« abkühlen. Die Luftmengen, welche als Bora den Karst überschreiten, strömen demnach zum grossen Theil zunächst seitlich aus den Luftschichten in der Plateauhöhe herbei, werden dem Laibacher Becken und dann den weiter östlich und nordöstlich sich anschliessenden relativ kalten Gebieten entnommen, über welchen sich die von mehr oder minder ferne herkommenden conti-nentalen Luftströmungen noch besonders abkühlen. Alsdann verlieren sie nochmals an Wärme, indem sie den östlichen Karsthang hinansteigen. Trotz des doppelten Gewinnes, indem sie nicht nur vom Laibacher Moor an (welches noch kühler sein dürfte als die Stadt) gegen höhere Isothermen fortschreiten, sondern auch am adriatischen Gehänge des Karstes hinabsinkend dynamisch sich erwärmen, langen sie im thermisch ausserordentlich begünstigten Golf von Triest doch relativ kalt an. Die Tabelle «Gleichzeitige Witterung an Boratagen» lehrt, dass eine negative Temperaturabweichung in Laibach zu allen Jahreszeiten eine der Bedingungen zum Entstehen der Bora ist. Als mittlere Temperatur an Boratagen ergibt sich darnach für Laibach 6-9°. Nun ist Laibach im Jahresmittel (9'i°) um 2-4° kälter, als Triest in gleicher Seehöhe wäre (14-0— 2-5 = 11 • 5). Wenn ausser diesem Betrage als Zuschuss noch die Temperaturänderung beim Aufsteigen bis zur Karsthöhe —2'5° und beim Absinken auf dem andern Gehänge —|— 5 • 2° berücksichtigt wird, so erhält man als Temperatur der in Triest ankommenden Luftmassen 12 o°, während thatsächlich 11 • 80 beobachtet wurden, in ganz befriedigender Uebereinstimmung, da ja die Annahme, dass die mit grosser Geschwindigkeit dahineilenden Luftmassen die Temperatur der verquerten höhern Isothermen sich aneignen, eine übertriebene ist. Der Temperaturunterschied infolge der geographischen Längendifferenz gesellt sich mehr oder weniger zu dem verticalen, so dass dieser pro 100 Meter grösser wird als i°. Koppen fasst seine Ansicht über den Charakter der Bora in folgende Worte: «Sei a ein Punkt-auf dem Kamme und b einer am Fusse des Gebirges, deren Höhendifferenz n . 10 m, so wird die Luft, die von a nach b hinabsteigt, sich um n . iO° erwärmen und dabei vom Sättigungspunkt sich entfernen, wenn die Bewegung rasch vor sich geht; bei langsamer Bewegung können Strahlungseinflüsse die Wirkung der Compression verdecken oder die Dampfzufuhr der Temperatursteigerung die Wage halten. Ist die Temperatur bei a nur um etwa n . O' 5 0 niedriger als jene in b vor Eintritt des Fallwindes, respective in dessen Umgebung, so wird der rasche Transport der Luft von a nach b die Temperatur in b um n . (1 o—o • 5) = »,O'50 zeitlich und räumlich steigern und da die warme Luftmasse keine wesentliche Dampfzufuhr aus der kältern Umgebung erhalten kann, die relative Feuchtigkeit stark verringern; das Absteigen wird in diesem Falle bewirkt durch Aspiration, welche wegen des Gebirges nicht durch horizontale Bewegung befriedigt werden kann. So entsteht der Föhn. Ist dagegen die Temperatur der Luft bei a um mehr als n . i 'O0 niedriger als jene in. resp. um b, so kommt die fallende Luft trotz ihrer Erwärmung relativ kalt unten an ; die Trockenheit wird wegen theilweiser Mischung mit der umgebenden warmen Luft weniger ausgeprägt sein, als im ersten Falle, wenn die letztere zugleich feucht ist; das Absteigen wird vorwiegend bewirkt durch labiles Gleichgewicht infolge von Dichtigkeitsdifferenzen. So entsteht die Bora.» (Koppen: Met. Zeitschr. 1882, p. 467.) Ebendaselbst heisst es weiter: «Sowohl bei dem Föhn als bei der Bora kann die Luft vor dem Windfall dem entgegengesetzten Hange des Gebirges hinaufgeweht sein oder auch in der Kammhöhe seitlich zugeströmt, eventuell aus noch grösserer Höhe hinabgestiegen sein .... Anderseits muss, wenn kalte, trockene Luft einen Abhang hinaufgeschoben wird, dieselbe auf der entgegengesetzten Seite als kalter Fallwind — Bora — auf-treten, aber ein vorhergegangenes Aufsteigen ist zur Erreichung dieses Resultates nicht erforderlich, da die Temperaturdifferenz zwischen einem warmen Meere und einem kalten Hinterlande auch über die Höhe der trennenden Küstenkette hinaus sich erstrecken kann und ein Hineinstürzen der kalten Luft in die warme zu bewirken imstande ist.» Es ist ersichtlich, dass Köppens Lehren im wesentlichen auch für die Karstbora zutreffend sind. Doch drängen die in unserer Untersuchung über den Temperaturcharakter der Bora zutage getretenen Thatsachen zu folgender Präcisirung bezüglich der Karstbora: Ein Fa 11 wind wird zu Bora, wenn am Fusse zu beiden Seiten des von ihr iiberwehten Gebirges ein horizontaler negativer Temperaturunterschied besteht, welcher grösser ist als der positive Effect der bei den verticalen Bewegungen der Luftmassen stattfindenden dynamischen Temperaturänderungen. Im entgegengesetzten Falle entstünde Föhn. Eine andere Bedingung zu Bora, wie zu Luftströmungen überhaupt, liegt in der Vertheilung des Luftdruckes. Die Tabelle «Gleichzeitige Witterung an Boratagen» berücksichtiget dieses Element nur in der allgemeinsten Form. Der Luftdruck erscheint an Boratagen zu beiden Seiten des Karstes als übernormaler, am adriatischen Gehänge jedoch mit geringerem Ueberschuss. Indessen wirklich vergleichbar werden die Luftdrucke erst, wenn der Höhenunterschied der Barometer eli-minirt wird. Die obigen bereits mit der Schwerecorrection versehenen Luftdruckwerte wurden auf die Seehöhe von 500 m, in welcher der Ausgleichung der Druckunterschiede keine Hindernisse mehr entgegenstehen, reducirt, und dazu wurde die Formel verwendet: l°gb = log Ji- ll I 8429 ( I + O ■ 004 t)( 1 + 0'0026 COS 2Cp) ( I + ßh) hierbei ist ß — f R, und der Wasserdampfgehalt der Luft ist in der Temperatur-Correction und der Constanten aufgenommen (Hann, Luftdruckvertheilung in Mittel- und Südeuropa, p. 196). Die Monatmittel des Luftdruckes für die 30jährige Periode 1851 bis 1880 von Laibach und Triest sind bereits von Hann (1. c.) mitgetheilt worden, für Laibach wurden sie von demselben Autor auch auf das Niveau von 500 m reducirt, die Reduction für Triest wurde unter Verwertung der Temperaturabnahme am Karst besonders vorgenommen. Die mittleren Luftdruckwerte in diesem Niveau für die einzelnen Jahreszeiten sind demnach folgende: Winter Frühling Sommer Herbst Jahr Laibach . . . 7185 716-1 718-4 718-6 717-9 Triest .... 717-2 716-0 718 2 717-8 7I7'3 Gradient . . 20 0 • 2 03 I * 2 09 Angegeben sind auch die entsprechenden Luftdruckdifferenzen, bezogen auf den Aequatorgrad (111 km), die sogenannten Gradienten, die als Mass des Gefälles der Luftströmung dienen. Die nachfolgende kleine Uebersicht stellt die analogen Werte für 132 Boratage zusammen, wovon 56 auf den Winter, 29 auf den Frühling, 21 auf den Sommer und 26 auf den Herbst 1885, 1886 entfielen. Winter Frühling Sommer Herbst Jahr Laibach . . . 720-4 718-2 720-0 722-3 720-2 Triest . . . . 7178 710-7 719-2 721-1 718-7 Gradient . . 3'9 2-3 1 • 2 i-8 2-3 Wenn von Buchan ein Gradient von i-24, welcher in England im Jänner besteht, als «einer der steilsten Monatsgradienten, die auf der Erde existiren», bezeichnet wird (Ref. in Met. Zeitschr. 1883, p. 289). so gibt der mittlere winterliche Gradient von 2-o mm ein so viel als möglich vorstellbares Mass für die ausserordentliche Bewegtheit der Luftmassen des Karstes. Es muss bemerkt werden, dass die Borastiirme in ihrer vollen Heftigkeit auf dem Osthang des Karstes un-gekannt sind, demnach der Gradient für die Strecke Adelsberg-Triest noch bedeutender ist. Zur Zeit der Borastürme selbst sind die Gradienten noch um vieles grösser, im Winter 3-9 und im Jahresmittel noch 2'3. Die Gradienten einiger vehementer Borastürme während der Wintermonate 1885 und 1886 wurden besonders berechnet und sind in der auf folgender Seite sich befindlichen Uebersicht zusammengestellt, welche zugleich die übrigen in Laibach und Triest gleichzeitig beobachteten meteorologischen Elemente vorführt. Hann fand bei Föhnstürmen als Luftdruckdifferenz pro Aequatorgrad zwischen Altdorf und Basel den Betrag 2 ■ 3 im Mittel von sechs Fällen. Dieselbe herrschte im Flachlande im Niveau von 278 Meter, zwischen dem Alpenkamm und dem unmittelbaren Vorland in der Höhe von 1780 Meter bestand in einem Falle ein Gradient von 3 9 mm. Unsere Zusammenstellung zeigt, dass die vehementeren Borastürme durch ein viel grösseres Luftgefälle verursacht werden. Der Gradient Mittheilungen des Musealvereines für Krain 1890. Gleichzeitige meteorologische Verhältnisse an Tagen mit Borastürmen in Triest. Luftdruck Temperatur Feuchtigkeit Bewöl- kung Wind Wind- weg Gradient in 500 m Nieder- schlag 1h 2* gk 7* 2* gh lh 2 h gh 7h 2h 9* ih 2 Ä gh 24 St. km mm Triest . . * 1885 Jänner i. 763-6 63-7 66-2 6'2 6*i 3'9 62 72 69 9 IO 5 NE 8 NE 7 NE 7 2018^ Laibach . 42’3 43'1 44-8 1*2 2-4 o*8 96 79 68 IO IO IO O E i NE 2 /5 7 Triest . . » » 18. S9'° 6i-o 62-8 4-2 6-1 3'4 65 57 65 IO 3 IO NE 8 NE 8 NE 8 2IIZL-i Laibach . 397 41-2 43'6 1-8 2*1 — i*6 96 84 8.0 IO IO 0 E 4 E 2 E 2 r 1 Triest . . 1886 » IO. 49'1 47'5 46-2 1*0 1-8 0-4 57 64 62 0 IO IO NE 4 NE 7 NE 8 1402 0 Laibach . 24-9 25-8 26-6 -3'8 — 3'0 — 3'° IOO IOO 96 IO IO IO — 0 E 2 E4 j 2 Triest , . » Febr. 9- 73'6 72*2 72-4 0*2 3'° 0*2 41 50 62 3 0 0 NE 7 NE 6 NE 6 i689\8 I Laibach . 54'8 S2'5 52-3 — I 1*0 — 3'2 — 4'2 IOO 87 IOO IO 10 IO E 2 NE 2 NE 2 r 7 7 Triest . . 1885 März II. 622 64-0 65-0 2*2 6-2 5'2 SS 59 61 7 2 0 NE 8 NE 6 NE 7 1?93\ 6.0 Laibach . 42-4 42-5 43'8 — 0-4 4'4 0*0 59 4' 68 7 O 0 E 5 E 5 E 3 Triest . . » Novbr. 3- ÖO'O 60-9 61-7 11-4 12-3 12-5 59 65 60 9 7 0 NE 6 NE s NE 5 *5H\ 2 Laibach . 38-9 389 39'3 7-6 9-6 . 8-2 94 89 98 IO IO IO NE 2 NE 2 W 2 ,3 5 0 Triest . . > » 10. 65-2 653 66-4 9*2 12*2 i°'S 84 i>3 62 10 I 0 NE 6 NE 6 NE 6 1546) ,.n Laibach . 43'° 43'5 44'3 8-2 9'4 7'4 81 76 80 IO IO IO NE 2 NE 2 NE i J (-3 9 Triest . . » Decbr. IO. 50-2 52'9 56-2 — 0-3 0*0 — 0*2 79 45 81 IO IO 7 NE 7 NE 6 NE 3 15 Hl Le-i 0 Laibach . 32-2 3°'5 317 — 4'2 — 4-0 — 6*2 IOO IOO IOO IO 10 IO NE i NE 3 NE 2 1 5 Triest . . » » n. 60-4 60-7 62-6 2-4 3-0 1*2 46 44 46 3 0 0 NE 7 NE 6 NE 5 Laibach . 377 38-. 39'9 — 2*6 — i'4 — 2-4 92 80 83 10 0 IO W 2 NE 2 NE i J Von Prof. Ferdinand Seidl. vom 9: Februar 1886 iibertrifft diejenigen der heftigsten sonst bekannten Stürme und nähert sich dem Gradienten der stärksten tropischen Orkane (10 bis 12 mm). «Die grosse Heftigkeit, welche die beiden Arten von Fallwind, Föhn und Bora, häufig erlangen — bemerkt Koppen in der citirten Besprechung von Hanns Arbeit: «Ueber den Föhn in Bludenz» — ist durch ausserordentliche Grösse der horizontalen und verticalen Gradienten bewirkt und diese ihrerseits durch die Verhinderung des Luftaustausches, resp. der stetigen Ausgleichung entstehender Druckdifferenzen zwischen beiden Seiten des Gebirges, wodurch sehr grosse Unterschiede des Druckes und der Temperatur sich ausbilden können, die dann durch wenige niedrige Stellen des Kammes ihre Ausgleichung suchen und unterhalb derselben localen Sturm her-vorrufen. Der starke verticale Gradient abwärts rührt bei dem Föhn davon her, dass die Luft im Thale ihren Druck mit jenem in der benachbarten barometrischen Depression mehr auszugleichen imstande ist, als die über dem Kamme frei mit dem hohen Drucke hinter dem Gebirge communi-cirende, bei der Bora hingegen durch die Nachbarschaft der wärmern Luftmassen .... Doch wird auch bei der Bora die Aspiration, jenes «Auspumpen» der Thäler oder Golfe, durch eine in der Nähe erschienene Depression gewiss häufig eine bedeutende Rolle spielen, sowie anderseits die einmal hervorgebrachte rasche Temperaturzunahme nach oben auch beim Föhn den fernem verticalen Luftaustausch erleichtern wird.» Das Vorhandensein eines Luftdruckminimums im Süden oder Südwesten des Karstes, meist über der Adria selbst, bestätigt die Durchsicht der Wetterkarten von Boratagen. Doch zieht wohl nicht nur die saugende Wirkung der Luftdruckdepression die Luftmassen immer weiter landeinwärts zurückgreifend zu ihrem Centrum heran, sondern das grössere Gewicht der kalten Luft, die hinter dem Karstplateau lagert, wirkt seinerseits ebenfalls als Ursache der Gleichgewichtsstörung. Diesbezüglich ist nicht nur der 6. Februar 1886 be- lehrend, sondern ganz besonders der December 1879, der kälteste in den Alpen seit mehr als 40 Jahren. Laibach hatte eine mittlere Temperatur von — 11 '8°, iO‘4° unter dem Normale, hierbei wechselnde Winde von der Stärke 1 , nur am 9. Tage des Monates wird dieselbe übertroffen durch einen E 5 und einen E 3; dagegen wurde in Triest 2Ömal Bora von einer die Stufe 4 übersteigenden Intensität aufgezeichnet. Dass es auch Fälle mit warmer Bora — die dann den Namen Föhn verdient — geben kann, ist nicht ausgeschlossen. In der That sind solche den Beobachtern nicht entgangen. Wirerlauben uns hier als ein Beispiel den Fall vom 10. Jänner 1888 anzuführen, indem wir die gleichzeitigen Witterungsverhältnisse von Laibach und Triest in Folgendem mittheilen: Luftdruck Tempera- tur Feuch- tigkeit Bewöl- kung Wind Wind weg Gradient ih 2/, 9 h ih 2.h 9 h ■jh 2^ 9 h 7h 2* 9h lh ?* Triest . . 709-5 72-0 74-4 TO 8-4 4-6 62 5° 59 0 0 0 E i NE 3 NE 4 584 1*8 Laibach . 45'9 48-3 5°-5 1*2 4-2 0*0 68 62 81 0 0 IO E 2 E 6 E 2 Der E war schon in Laibach als ungewöhnlich warmer Wind aufgetreten, gewann alsdann aber nöch dynamisch die gebärenden 2 • 70 und ausserdem einen geringem Betrag von den höheren Isothermen. Anderseits hat K. Deschmamt auf einen manchmal in Laibach auftretenden warmen SW-Wind aufmerksam gemacht, der die Wege rasch trocknet und von der Landbevölkerung gefürchtet wird, da er den blühenden Obstbäumen Schaden anthut (Dr. Keesbacher, Krain und seine öffentliche Gesundheit). Dies ist ein echter, den Karsthang herabgesunkener Föhn, angeregt durch Barometermaxima, die im Südosten Europa’s auftreten gegenüber entsprechend situirten Depressionen. Allerdings bringt er auch aus der freien Atmosphäre herabgekommene Luftmassen mit, da er in S. Magdalena oberhalb Idria (h = 854 m) auch schon mit seinem Kennzeichen auftritt. Im täglichen Gange der meteorologischen Elemente an (132) Boratagen ist es bemerkenswert, dass die Schwankung des Luftdruckes, die wir als Abweichungen für ’jh, 2h, gh vom Tagesmittel in nachstehender Tabelle mittheilen, in Triest das ganze Jahr hindurch eine grössere ist als in Laibach. Die Triest Laibach 7a 2^ qA ■¡h 2^ 9Ä Winter .... 0*2 — °'5 0-7 0 • 1 — °'5 0-4 Frühling . . . — 0-7 — 0-4 I • I — 0-3 — 0-3 0 • 6 Sommer. . . . — o'S — 0*2 0-7 — 0-2 — 0 2 0-4 Herbst .... — 0-7 — 0-4 I • 2 — 0-4 — 0-5 °'9 Jahr — o'5 — 0-4 °'9 0-2 — 0-4 06 beträchtliche Vertiefung des Barometerstandes am Morgen und die ebenso auffallende Erhöhung in übernormalem Ausmasse am Abend, insbesondere in Triest, scheint daraufhinzudeuten, dass die adriatischen Depressionen an Boratagen gegen Abend sich verflachen, dagegen zur Morgenbeobachtung nahe ihrer bedeutendsten Tiefe sind. Dies steht in Uebereinstimmung mit Hanns Befund (Windrichtung und Windgeschwindigkeit auf Lesina, Ref. in Met. Zeitschr. 1888), wornach die Bora das Maximum der Windgeschwindigkeit um 8A a, das Minimum um Mitternacht erreicht. Mit dieser Bemerkung möge unsere Darstellung beschlossen werden, welche nur die Absicht hatte, einige besonders auffallende Züge im Klima des eigenthümlich situirten Karstes etwas eingehender zu besprechen und die hierüber vorhandenen Ansichten auf Grund von Beobachtungen auf ein breiteres, inductives Fundament zu stellen. Kleinere Mittheilungen. Verzeichnis der bisher in Krain beobachteten Vögel, Von Ferdinand Schulz. Seit mehr als 15 Jahren mit der Präparirung der für das hiesige Landesmuseum «Rudolfinum» bestimmten Thiere betraut, ist im Laufe dieser Zeit ein so grosses, aus Krain stammendes Vogelmateriale durch meine Hände gegangen, dass ich wohl sagen kann, dass der grösste Theil der in Krain vorkommenden Vögel von mir beobachtet wurde. Die Notizen, die ich mir hiebei zu machen Gelegenheit hätte, sowie vielfache diesbezügliche Anregungen von Seite meines verewigten Chefs, Herrn Karl Deschmann, und das unumgänglich nothwendige Studium der einschlägigen Literatur gaben den Anlass zur Zusammenstellung nachfolgenden Verzeichnisses. Die Nomenclatur ist nach der in den Berichten des Comités für ornithologische Beobachtungsstationen in Oesterreich-Ungarn, redigirt von Victor Ritter v. Tschusi zu Schmidhoffen und K. v. Dalla-Torre, gebrauchten festgestellt. I. Ordnung. Rapaces — Raubvögel — Ujedi. 1. Vultur monachus, L.; Grauer Geier; Sivi jastreb. Ein Exemplar wurde im Mai 1878 bei Grosslaschitz erlegt; sehr selten. 2. Gyps fulvus, Gm.; Brauner Geier; Plesec. Kommt in Ober-krain vereinzelt vor. Im Jahre 1886 hat ein Paar in der Kerma in Oberkrain gebrütet. 3. Milvus regalis, Cuv.; Rother Milan; Rujavi skarnjek. Zwei Exemplare sind im Rudolfinum vorhanden; ist seit 15 Jahren nicht mehr beobachtet worden. 4. Milvus ater, Cuv.; Schwarzbrauner Milan; Kostanjevi škarnjek.1 5. Cerchneis tinunculus, L.; Thurmfalke; Navadna postovka. Sommervogel. Kommt Ende März zu uns und zieht Mitte August wieder davon; brütet häufig in Felswänden, alten Schlössern und Thürmen. Aus der Stadt Laibach, wo früher dieser Falke viel häufiger auf den Kirchthürmen brütete, ist er dermalen von den Dohlen stark verdrängt worden. 6. Cerchneis cenchris, Naum.; Röthelfalke; Južna postovka. Durchzugsvogel. Vereinzelt während des Zuges. 7. Erythropus vespertinus, L.; Rothfussfalke; Rudečonoga postovka. Vereinzelt; das letzte Weibchen wurde 1889 bei Idria erlegt. 8. Hypotriorchis aesalon, Tunst.; Zwergfalke; Mali sokol. Sehr selten. Das im Rudolfinum vorhandene Exemplar wurde im Jahre 1866 auf dem Moraste erlegt. 9. Falco subbuteo, L.; Lerchenfalke; Skrjančar. Brütet vereinzelt in der Umgebung von Reifnitz; scheint mit den Lerchen zu kommen und zu gehen. 10. Falco peregrinus, Tunst.; Wanderfalke; Sokol selec. Vereinzelt. Im Jahre 1879 wurde ein Männchen auf dem Moraste erlegt. 11. Falco lanarius, Pall; Würgfalke; Morilni sokol. Ein Exemplar wurde im December 1887 auf dem Moraste erlegt; scheint früher in Krain noch nicht beobachtet worden zu sein. 12. Astur palumbarius, L.; Habicht; Veliki kragulj. Einer der häufigsten Raubvögel; brütet als Standvogel in Krain überall in ausgedehnteren Waldungen. 13. Accipiter nisus, L.; Sperber; Skobec. Häufiger Standvogel; brütet in Krain gern in Nadelholzwäldern. 14. Pandion haliaetus, L.; Fischadler; Ribji orel. Eine in Krain minder seltene Erscheinung. Ein Männchen wurde im Jahre 1888 und ein Weibchen 1889 an der Save erlegt. 15. Aquila pennata, Gm.; Zwergadler; Mali orel. Ein Weibchen wurde im Mai 1889 bei Gurkfeld erlegt. Dieser Vogel wurde zuvor in Krain noch nicht beobachtet. 16. Aquila fulva, L.; Steinadler; Planinski orel. Nicht seltener Standvogel; brütet in Oberkrain in der Wochein, Kanker und um Jauerburg, in Innerkrain bei Franzdorf (Pekel) und am Schneeberg, in Unterkrain um Gottschee. Ein Vogel, der mir alljährlich in einigen Exemplaren zur Präparirung übergeben wird. 17. Haliaetus albicilla, L.; Seeadler; Jezerski orel. Nach Frey er 2 soll der Seeadler im Oberkrainer Hochgebirge und um Reifnitz beobachtet worden sein; das letzte im Rudolfinum vorhandene männliche Exemplar wurde im November 1869 bei St. Martin an der Save erlegt. 18. Circaetus gallicus, Gm.; Schlangenadler; Kačar. Nicht selten in Krain; brütet im Pekel-Graben bei Franzdorf, von wo aus dem Rudolfinum schon einige Exemplare eingesendet wurden. Im Jahre 1888 wurde ein Weibchen bei Zirknitz und 1889 ein Weibchen bei Loitsch erlegt. 19. Perms apivorus, L.; Wespenbussard; Sršenar. Standvogel; horstet in Nadelholzwaldungen. Ein Horst mit zwei Jungen wurde von mir im Jahre 1876 bei Brunndorf ausgenommen. 20. Archibuteo lagopus, Brünn; Rauchfussbussard; Kocasta kanja. Im November 1886 wurde ein Exemplar bei Gurkfeld in Unterkrain erlegt. 21. Buteo vulgaris,. Bechst.; Mäusebussard; Mišar. Standvogel. Einer der gewöhnlichsten Raubvögel; brütet häufig in den Waldungen um Laibach. 22. Circus cyaneus, L.; Kornweihe; Poljska kanja. Erscheint vereinzelt während des Zuges im Frühjahre und Herbste; selten hie und da z. B. auf dem Moraste auch ausser der Zugzeit. 23. Circus cineraceus, Mont.; Wiesenweihe; Pepelnasta kanja. Seltener als die Kornweihe. 24. Circus aeruginosus, L.; Rohrweihe; Močvirska kanja. Vereinzelt auf dem Moraste während der Zugzeit. 25. Athene passerina, L.; Sperlingseule; Mali skovik. Brutvogel, brütet bei Oberlaibach und in Oberkrain. 26. Athene noctua, Retz.; Steinkauz; Čuk. Sehr vereinzelt; 1867 wurde ein Männchen bei St. Cantian (Bezirk Gurkfeld) erlegt. 27. Nyctala Tengmalmi, Gm.; Rauchfusskauz; Kocasti skovik. Brutvogel in Oberkrain, sehr selten. 28. Syrnium uralense, Pall.; Ural-Habichtseule; Uralska sova. Sehr häufige Eule bei uns; brütet in der Nähe von Laibach (Tivoli- wald) in hohlen Räumen; Standvogel. Das Rudolfinum besitzt 12 Exemplare in verschiedenen Färbungen, darunter auch junge Exemplare, die nicht dunkel gefärbt sind. Es ist nicht anzunehmen, dass die Habichtseule im Jugendkleide dunkel gefärbt ist. 29. Syrnium aluco, L.; Waldkauz; Navadna sova. Standvogel, brütet in der Umgebung von Laibach häufig. 30. Strix flammea, L.; Schleiereule; Pegasta sova. In Unterkrain häufiger Brutvogel. 31. Bubo maximus, Sibb.; Uhu; Vir, velika uharica. Ein nicht seltener Standvogel. 32. Otus vulgaris, Flem.; Waldohreule; Mala uharica. Standvogel; auch um Laibach häufig. 33. Brachyotus palustris, Bechst.; Sumpfohreule; Močvirna uharica. Während der Zugzeit häufiger. II. Ordnung. Fissirostres — Spaltschnäbler — Širokljuni. 34. Caprimulgus europaeus, L.; Nachtschwalbe; Legen, ležetrudnik. Seltener Brutvogel. Im Jahre 1880 fand ich ein Nest bei Roviše (Pfarre Arch) in Unterkrain; das Nest mit zwei halbflüggen Jungen befand sich am Boden unter einer Haselnuss-Staude. 35. Cypselus melba, L.; Alpen Segler; Planinski hudournik. Sehr selten; ein aus Krain stammendes Exemplar ist im Rudolfinum vorhanden. 36. Cypselus apus, L.; Mauersegler; Hudournik. Während der Zugzeit in manchem Jahre häufig. 3 7. Hirundo rustica, L.; Rauchschwalbe; Kmetska lastovica. Sommervogel ; in Laibach selten, sonst häufig. Ankunft zwischen 22. und Ende März, Abzug Mitte bis Ende September. 38. Hirundo urbica, L.; Stadtschwalbe; Hišna lastovica. In Inner-krain sehr häufiger Sommervogel; kommt Anfangs April und zieht Ende September davon. 39. Hirundo riparia, L.; Uferschwalbe; Breguljica. Sehr selten; im Herbste 1889, am 5. October, wurden 25 bis 30 Stück um Laibach beobachtet. III. Ordnung. Insessores — Sitzfüssler — Sedci. 40. Cuculus canorus, L.; Kuckuck; Kukavica. Gemeiner Sommervogel; kommt gewöhnlich zwischen dem 10. und 20. April und zieht Ende August ab. 41. Merops apiaster, L.; Bienenfresser; Cebelojedec. Sehr selten in Krain; die letzten zwei Exemplare, Männchen und Weibchen, wurden bei Seisenberg 1879 erlegt. 42. Alcedo ispida, L.; Eisvogel; Vodomec. Häufiger Standvogel an allen Gewässern Krains. 43. Coracias garrula, L.; Blauracke; Zlatovranka. Sommervogel; brütet bei Laibach in hohlen Bäumen; kommt zwischen 20stem und Ende März oder Anfangs April und zieht gegen Ende August ab ; seit einigen Jahren häufiger. 44. Oriolus galbula, L.; Goldamsel; Kobilar. Häufiger Sommervogel; kommt um den 25. April und zieht gegen Ende August ab. IV. Ordnung. Coraces — Krähen — Vrani. 45. Pastor roseus, L.; Rosenstaar; Rozasti drozeg. Sehr selten; die letzten Rosenstaare wurden im Jahre 1871 bei Littai erlegt. 46. Sturnus vulgaris, L.; Staar; Skorec. Brütet vereinzelt in Unter-krain. Ankunft zwischen 15. und Ende Februar; zieht gegen Ende October in grossen Scharen ab. 47. Pyrrhocorax alpinus, L.; Alpendohle; Kramparcica. Häufiger Brutvogel in den Oberkrainer Gebirgen. 48. Pyrrhocorax graculus, L.; Alpenkrähe; Planinska vrana. Ein Exemplar ist im Rudolfinum vorhanden; scheint seit mehr als einem Decennium in Krain nicht mehr beobachtet worden zu sein. 49. Lycos monedula, L.; Dohle; Kavka. Sehr gemeiner Brutvogel; brütet in Laibach auf den Thürmen, Häusern und grösseren Bäumen; kommt Ende Jänner, zieht Ende November ab. 50. Corvus corax, L.; Kolkrabe; Krokar. Brütet vereinzelt in Krain; in Innerkrain bei Illyrisch-Feistritz in einer Felswand alljährlich, ferner in der Kanker und im Gebiete der Julischen Alpen. 51. Corvus corone, L.; Rabenkrähe; Črna vrana. Im Winter kommt die Rabenkrähe im Vereine mit der Saat- und Nebelkrähe in Laibach und in der Umgebung Laibachs nicht selten vor. 52. Corvus cornix, L.; Nebelkrähe; Siva vrana. Standvogel; das ganze Jahr hindurch häufig zu beobachten; brütet auch in der nächsten Nähe von Laibach. 53. Corvus frugilegus, L.; Saatkrähe; Poljska vrana. Im Winter häufig. 54. Pica caudata, Boie.; Elster; Sraka. Häufiger Standvogel, besonders in Unterkrain. 55. Garullus glandarius, L.; Eichelheher; Soga. Häufiger Standvogel. 56. Nucifraga caryocatactes, L.; Tannenheher; Orehar, krekovt. Ziemlich häufiger Standvogel, besonders in Nadelholzwäldern; brütet in Oberkrain auf der Ilovca und Mežakla, bei Franzdorf auf dem Vini vrh und bei Laibach auf dem Krimberg. V. Ordnung. Scansores — Klettervögel — Plezavci. 57. Gecinus viridis, L.; Grünspecht; Zelena žolna. Ziemlich häufiger Standvogel. 58. Gecinus canus, Gm.; Grauspecht; Pivka. Standvogel. 59. Dryocopus martius, L.; Schwarzspecht; Črna žolna. Vereinzelt, Standvogel. 60. Picus major, L.; Grosser Buntspecht; Veliki detel. Nicht seltener Standvogel. Im Winter durchmustern diese Vögel häufig in den Gärten der Stadt die Obstbäume. 61. Picus leuconotus, Bechst.; Weissrückiger Buntspecht; Belohrbtni detel. Kommt in Oberkrain vereinzelt vor. 62. Picus medius, L.; Mittlerer Buntspecht; Srednji detel. Selten in Gebirgswäldern. 63. Picus minor, L.; Kleiner Buntspecht; Mali detel. Seltener Standvogel. 64. Pocoides tridactylus, Chr. L. Br.; Dreizehiger Buntspecht; Tro-prstni detel. Vereinzelt in Hochgebirgen um Idria, Reifnitz und auf der Ilovca (Oberkrain). 65. Junx torquilla, L.; Wendehals; Yijoglavka. Häufiger Brutvogel bei Rudolfswert, St. Margarethen und Rovise bei Arch in Unterkrain. 66. Sitta europaea, Meyer; Gelbbrüstige Spechtmeise; Brglez. Häufiger Standvogel; brütet in der nächsten Nähe von Raibach. 67. Tichodroma muraria, L.; Alpenmauerläufer; Planinski plezavec. Kommt vereinzelt vor. Im August 1878 traf ich den Alpenläufer auf der Spitze des Triglav (2864 m Seehöhe), ferner 1868 an den Felswänden bei Sagor und im Winter 1861 an einer Gartenmauer in Rudolfswert. In den Steinbrüchen bei Gorica nächst Laibach kommen alljährlich einzelne Exemplare vor. 68. Certhia familiaris, L.; Langzehiger Baumläufer; Dolgoprstni plezavec. Standvogel, nicht selten. 69. Upupa epops, L.; Wiedehopf; Navadni vdeb. Sommervogel; kommt Ende März oder Anfangs April zu uns und zieht Ende August davon. In Unterkrain bei Gurkfeld und Rudolfswert nicht selten. VI. Ordnung. Captores — Fänger — Lovci. 70. Lanius excubitor, L.; Raubwürger; Yeliki srakoper. Sommervogel; kommt Anfangs Mai und zieht gegen Ende August wieder ab. Einzelne Exemplare wurden auch schon im De-cember beobachtet. 7 1. Lanius minor, L.; Kleiner Grauwürger; Sivi srakoper. Häufiger Sommervogel; in den Herbstmonaten sehr häufig auf dem Moraste. 72. Lanius rufus, Briss.; Rothköpfiger Würger ; Mali srakoper. Sehr selten; ein Männchen und Weibchen sind im Rudolfinum vorhanden. 73. Lanius collurio, L.; Rothrückiger Würger; Rujavi srakoper. Häufiger Sommervogel; kommt gegen Ende April und zieht gegen Mitte August ab. 74. Muscicapa grisola, L.; Grauer Fliegenschnäpper; Sivi muhar. Vereinzelt an den Ufern der Laibach; im Frühjahr und Herbst nicht selten. 75. Muscicapa parva, Bechst.; Zwergfliegenfänger; Mali muhar. Sehr selten; ein Weibchen ist im Rudolfinum vorhanden. Scheint seit längerer Zeit in Krain nicht mehr beobachtet worden zu sein. 76. Muscicapa luctuosa, L.; Schwarzrückiger Fliegenfänger; Crno-glavi muhar. Sehr selten. 77. Muscicapa albicollis, Temm.; Weisshalsiger Fliegenschnäpper; Belovratni muhar. Nistet in Innerkrain.3 78. Bombycilla garrula, L.; Seidenschwanz; Pegam. Kommt während strenger Winter hie und da nach Krain; die letzten wurden im Jänner 1873 hier beobachtet. 79. Accentor alpinus, Bechst.; Alpenbraunelle; Planinska pevka. Vereinzelt; im Winter 1888 wurde ein Männchen auf dem Laibacher Schlossberge gefangen. 80. Accentor modülaris, L.; Fleckenbraunelle; Siva pevka. Vereinzelt. .81. Troglodytes parvulus, L.; Zaunkönig; Stržek, palček; Standvogel; kommt im Winter nicht selten in den Gärten der Stadt vor. 82. Cinclus aquaticus, Briss; Bachamsel; Povodni kos. Standvogel; häufig an der Laibach und Gurk, an der Save, ihren Ober-krainer Zuflüssen und an den Seen Krains. 83. Poecile palustris, L.; Sumpfmeise; Trstna senica. Standvogel; erscheint im Winter an den Futtertischchen bei Tivoli nicht selten. 84. Poecile lugubris, Natt.; Trauermeise; Norčava senica. Am Karst im Lippizaner Walde.4 85. Panis ater, L.; Tannenmeise; Menišček. Standvogel; erscheint im Winter gemeinsam mit der Sumpfmeise vereinzelt an den Futtertischchen bei 'Pivoli. 86. Parus cristatus, L.; Haubenmeise; Čopasta senica. Standvogel; ist häufig im Winter an den Futtertischchen bei Tivoli zu beobachten. 87. Parus major, L.; Kohlmeise; Velika senica. Standvogel; häufig zu jeder Jahreszeit. 88. Parus coeruleus, L.; Blaumeise; Modra senica. Standvogel; ist im Winter nicht selten an den Futtertischchen bei Tivoli zu sehen. 3 Freyer, Fauna Krains. 4 Freyer, Fauna Krains. 89. Acredula caudata, L.; Schwanzmeise; Dolgorepka. Standvogel; erscheint im Winter in grösseren Scharen, gewöhnlich vor dem Schneefall. 90. Panurus biarmicus, L.; Bartmeise; Brkasta senica. Im Rudol-finum sind zwei Exemplare, Männchen und Weibchen, vorhanden; scheint seit 15 Jahren hier nicht mehr beobachtet worden zu sein. 91. Regulus cristatus, Koch; Gelbköpfiges Goldhähnchen; Copasti kraljicek. In Schwarzwäldern bei Idria.5 6 92. Regulus ignicapillus, L.; Feuerköpfiges Goldhähnchen; Kraljicek. Nicht häufiger Brutvogel; ist bei Feistenberg in Unterkrain brütend beobachtet worden. VII. Ordnung. Cantores — Sänger — Pevci. 93. Phyllopneuste sibilatrix, Bechst.; Waldlaubvogel; Grmovsica, sikavka. Während des ganzen Sommers 1889 wurde ein Männchen und Weibchen im Tivoliwalde bei Laibach beobachtet. Brutvogel. 94. Phyllopneuste trochilus, L.; Fitislaubvogel; Kovacek. Brutvogel; ist im Frühjahre vereinzelt an der Laibach zu beobachten. 95. Phyllopneuste rufa, Lath.; Weidenlaubvogel; Vrbja listnica. In Vorhölzern, besonders der Sclnvarzwälder.8 96. Hypolais salicaria, Bp.; Gartenspötter; Rumena listnica. Während des Zuges im Frühjahr vereinzelt. 97. Acrocephalus arundinacea, Naum.; Teichrohrsänger; Trstnica. Auf dem Moraste vereinzelt. 98. Acrocephalus turdoides, Meyer; Drosselrohrsänger; Trstni drozeg. Brutvogel; an mit Schilf bewachsenen Teichen nicht selten. 99. Calamoherpe aquatica, Lath.; Binsensänger; Lisasta penica. Sehr selten; ein Exemplar ist im Rudolfinum vorhanden. 100. Calamoherpe phragmitis, Bechst.; Schilfrohrsänger; Bicja penica. An Teichen und auf dem Moraste vereinzelt. 5 Frey er, Fauna Krains. 6 Freyer, Fauna Krains. ioi. Sylvia curruca, L.; Zaungrasmücke (Klappersänger); Brolica penica.7 i0 2. Sylvia cinerea, Lath.; Dorngrasmücke; Siva penica. Erscheint während des Frühjahrszuges vereinzelt an der Laibach. 103. Sylvia nisoria, Bechst.; Sperbergrasmücke; Pisana penica. Sommervogel; kommt im Frühjahrszuge nicht selten an der Laibach vor. 104. Sylvia atricapilla, L.; Schwarzköpfige Grasmücke; Črnoglavka. Sommervogel; erscheint zwischen 20. und Ende April, doch nicht häufig. 105. Sylvia hortensis auct.; Gartengrasmücke; Vrtna penica. Während des Frühjahrszuges vereinzelt. 106. Merula vulgaris, Leach.; Schwarz- oder Kohlamsel; Kos. Häufiger Standvogel, besonders in den Weingegenden Unterkrains. 107. Merula torquata, Boie.; Ringamsel; Komatar. Brutvogel; in Oberkrain auf der Alpe Mežakla und llovca gemeinsam mit der Wachholderdrossel nicht selten. 108. Turdus pilaris, L.; Wachholderdrossel; Brinovka. Brutvogel; in Oberkrain nicht selten. 109. Turdus viscivorus, L.; Misteldrossel; Carar. Standvogel; in Unterkrain häufig. 1 10. Turdus musicus, L.; Singdrossel; Navadni drozeg. Sommervogel; besonders häufig in den Weinbergen Unterkrains. Erscheint gegen Mitte bis Ende Februar und zieht Ende September wieder ab. in. Turdus iliacus, L.; Weindrossel; Vinski drozeg. Sommervogel; erscheint im Frühjahre gemeinsam mit der Singdrossel. 112. Monticola saxatilis, L.; Steindrossel; Slegur. Brutvogel in Innerkrain (Illyrisch-Feistritz) und in Unterkrain (Weinitz). 113. Ruticilla tithys, L.; Hausrothschwänzchen; Črna tašica. Sommervogel; erscheint gegen Ende März und zieht Ende October bis Anfangs November wieder ab. 114. Ruticilla phoenicura, L.; Gartenrothschwänzchen; Podgorelček. Sommervogel; nicht selten um Laibach; erscheint Ende März, zieht Ende September und Anfangs October ab. 115. Luscinia minor, Chr. L. Br.; Nachtigall; Slavček. Sommervogel; in Unterkrain sehr häufig; erscheint um den 20. April bis Anfangs Mai. 7 Freyer, Fauna Krains. 116. Luscinia philomela, Bechst.; Sprosser; Ponosna penica.s 117. Cyanecula leucocyanea,Chr. L. Br.; WeissternigesBlaukehlchen; Modra tašica. Seltener Sommervogel; kommt um den 25. März bis Anfangs April und'zieht im August wieder ab. 1 18. Dandalus rubecula, L.; Rothkehlchen; Rudeča tašica. Häufiger Sommervogel; kommt Anfangs März und zieht Anfangs October ab; einzelne bleiben über den Winter hier. 119. Saxicola oenanthe, L.; Grauer Steinschmätzer; Belorepec. Sommervogel; kommt Ende April und zieht Anfangs September ab. 120. Pratincolla rubetra, L.; Braunkehliger Wiesenschmätzer; Rujavi prusnik. Sommervogel; nicht selten in Auen. 1 2 1. Pratincolla rubicola, L.; Schwarzkehliger Wiesenschmätzer; Črnovratni prusnik. Sommervogel; bei St. Martin in Unter-krain nicht selten. 1 22. Motacilla alba, L.; Weisse Bachstelze; Bela pastaričica. Häufiger Sommervogel; erscheint vereinzelt schon um den 10. Jänner, häufiger um den 25. Jänner, allgemein um den 20. Februar und zieht Ende November ab. 123. Motacilla sulphurea, Bechst.; Gebirgsbachstelze; Gorska pastaričica. Brutvogel in Oberkrain; im Gebiete der Steiner Alpen nicht selten. 124. Budytes flavus, L.; Gelbe Bachstelze; Rumena pastaričica. Brutvogel; kommt später als die weisse Bachstelze und zieht früher als dieselbe ab, manche überwintern auch' hier. 125. Anthus aquaticus, Bachst.; Wasserpieper; Vriskarica. Zugvogel; kommt im Herbste mit dem Wiesenpieper vereinzelt auf dem Moraste vor. 126. Anthus pratensis, L.; Wiesenpieper; Navadna cipa. Kommt während des Herbstzuges auf dem Moraste massenhaft vor. Der Durchzug findet in der Regel vom Ende September und während des ganzen Octobers hindurch statt. 127. Anthus arboreus, Bechst.; Baumpieper; Drevesna cipa. Brutvogel ; vereinzelt um Laibach. 128. Agrodroma campestris, Bechst.; Brachpieper; Rujava cipa. In sandigen, steinigen Gegenden, besonders auf Anhöhen.9 129. Galerida cristata, L.; Haubenlerche; Čopasti škrjanec. Standvogel; brütet häufig auf den Feldern um Laibach. Frey er, Fauna Krains. Freyer, Fauna Krains. 130. Lullula arborea, L.; Heidelerche; Gozdni škrjanec. Sommervogel ; vereinzelt. 131. Alauda arvensis, L.; Feldlerche; Poljski škrjanec. Häufiger Sommervogel; erscheint Mitte bis Ende Februar und zieht während des Octobers ab. 132. Melanocorypha calandra, L.; Kalanderlerche; Veliki škrjanec. Auf dem Karste.10 VIII. Ordnung. Crassirostres — Dickschnäbler — Debelokljuni. 133. Miliaria europaea, Swains.; Grauammer; Veliki strnad. Während des Zuges, jedoch nicht alljährlich zu beobachten. 134. Emberiza citrinella, L.; Goldammer; Navadni strnad. Gemeiner Standvogel; kommt im Winter häufiger um Laibach vor. 135. Emberiza cirlus, L.; Zaunammer; Plotovni strnad. In Zäunen und Gebüschen.11 12 136. Emberiza hortulana, L.; Gartenammer, Ortolan; Vrtni strnad. In Innerkrain in Gebüschen.1'2 137. Schoenicola schoeniclus, L.; Rohrammer; Trstni strnad. Vereinzelt während des Herbstzuges auf dem Moraste. 138. Plectrophanes nivalis, L.; Schneeammer; Snežni strnad. Istim August und September im Hochgebirge nicht selten beobachtet worden. 139. Passer montanus, L.; Feldsperling; Poljski vrabec. Gemeiner Standvogel. Nistet zumeist in Baumhöhlungen, auf Wiesen oder an lichten Waldstellen, selbst in der Stadt in und auf den Verzierungen der Gebäude. Auf dem Gebäude des Rudolfinums nisten drei Paare mit dem Haussperling und den Dohlen vereint. 140. Passer domesticus, L.; Haussperling; Domači vrabec. Sehr gemeiner Standvogel. 141. Fringilla coelebs, L.; Buchfink; Šinkovec. Häufiger Standvogel; bleibt zumeist auch über den Winter hier. Anfangs Februar hört man den ersten Finkenschlag. 142. Fringilla montifringilla, L.; Bergfink; Pinož. Strichvogel in höheren Gebirgswäldern; kommt zur Winterszeit zeitweise massenhaft um Laibach vor. :° Freyer, Fauna Krains. 11 Freyer, Fauna Krains. - 12 Freyer, Fauna Krains. 143. Fringilla nivalis, L.; Schneefink; Planinski ščinkovec. Auf Hochalpen. 13 144. Coccothraustes vulgaris, Pall.; Kirschkernbeisser; Dlesk. Brutvogel ; in manchen Gegenden nicht selten. 145. Ligurinus chloris, L.; Grünling; Zelenček. Häufiger Standvogel ; im Herbst in grösseren Scharen auf den Feldern zu beobachten. 146. Serinus hortulanus, Koch; Girlitz; Grilček. Häufiger Sommervogel; nistet nicht selten in Gärten und in den Alleen um Laibach. 147. Citrinelia alpina, Scop.; Citronenzeisig; Laška konopljišica.14 148. Fringilla linaria, L.; Flachsfink, Meerzeisig; Morski čižek. Zugvogel; erscheint zur Zugzeit zeitweise in grösseren Scharen mit dem Zeisig und anderen Vögeln auf den Feldern um Laibach. 149. Chrysomitris spinus, L.; Erlenzeisig; Cižek. Standvogel. Im Herbst kommt der Zeisig in grösseren Scharen auf den Feldern um Laibach vor. 150. Carduelis elegans, Speth.; Stieglitz; Lišček. Häufiger Brutvogel; bleibt bis in den Spätherbst bei uns. 151. Cannabina sanguinea, Landb.; Bluthänfling; Repnik; Brutvogel in Gebirgswäldern; im Herbst erscheint er in grösserer Menge auf der Laibacher Ebene. 152. Pyrrhula europaea, Vieill.; Gimpel; Kalin. Seltener Standvogel; im Herbst zeitweise häufig. 153. Loxia pityopsittacus, Bechst.; Föhrenkreuzschnabel; Veliki blask. Sehr selten mit dem Fichtenkreuzschnabel in Nadelholzwäldern. 154. Loxia curvirostra, L.; Fichtenkreuzschnabel; Mali blask. Häufiger Standvogel; war im Jahre 1889 massenhaft zu beobachten. 155. Loxia bifasciata, Chr. L. Br.; Weissbindiger Kreuzschnabel; Beloperutni blask. Sehr selten; im Jahre 1889 wurden in Krain einzelne beobachtet. Das Rudolfinum bekam ein Weibchen. 13 Frey er, Fauna Krains. 14 Freyer, Fauna Krains. Mittheilungen des Musealvereines für Krain 1890. 23 IX. Ordnung. Columbae — Tauben — Golobi. 156. Columba palumbus, L.; Ringeltaube; Grivar. Sommervogel; erscheint gegen Ende Februar und zieht Anfangs October ab. 157. Columba oenas, L.; Hohltaube; Lesni golob. Häufig vorkommender Sommervogel; erscheint Ende Februar oder Anfangs März und zieht während des ganzen Octobers hindurch ab. 158. Columba livia, L.; Felsentaube; Skalni golob. Erutvogel; kommt in den Karstgrotten, wo sie auch brütet, mit Hohltauben häufig vor. 159. Turtur auritus, Ray.; Turteltaube; Grlica. Sommervogel; besonders in Unterkrain häufig. Erscheint Mitte April, zieht gegen Ende October davon. X. Ordnung. Rasores — Scharrvögel — Kure. 160. Syrrhaptes paradoxus, Pall; Steppenhuhn; Sadža. Auf dem Mannsburger Felde wurde im Jahre 1863 ein Männchen erlegt. Im Jahre 1888, 12. Mai, wurden im Bezirke Rudolfswert bei Hönigstein ein Stück gefangen und im Bezirke Loitsch bei Martinjak am 14. Mai zwei Stück beobachtet. rö i.Tetrao urogallus, L.; Auerhuhn; Divji petelin. Standvogel, in steter Zunahme begriffen; kommt selbst in der nächsten Nähe von Laibach vor. Wird Anfangs April balzend verhört. Um den 20. Mai hört derselbe auf zu balzen. iÖ2.Tetrao tetrix, L.; Birkhuhn; Ruševec, škarjevec. In Oberkrain nicht seltener Standvogel; wird gewöhnlich gegen Mitte Mai verhört, Mitte Juni hört er auf zu balzen. 163. Tetra medius, Meyer; Rackeihuhn; Srednji petelin. Bastard zwischen Auerhuhn und Birkhuhn; Seltenheit. Ein Exemplar, das im Rudolfinum vorhanden ist, wurde im Jahre 1884 auf der Črna gora bei Lengenfeld in Oberkrain erlegt. 164. Tetrao bonasia, L.; Haselhuhn; Gozdna jerebica. Standvogel; in einigen Revieren häufig. 165. Lagopus alpinus, Nills.; Alpenschneehuhn; Snežni jereb. Im Gebiete der Oberkrainer Alpen vereinzelt. 166. Perdix saxatilis, M. & W.; Steinhuhn; Skalna jerebica. Im Karstgebiete häufiger, seltener in Oberkram, letztere sind merklich grösser. 167. Starna cinerea, L.; Rebhuhn; Jerebica. Standvogel; häufig. 168. Coturnix dactylisonans, Meyer; Wachtel; Prepelica. Häufiger Sommervogel, besonders in der Gurkfelder Ebene in Unter-krain; erscheint Ende April und zieht Anfangs October wieder ab. 169. Phasianus colchicus, L.; Fasan; Navadni tetrev (fazan). Seit Jahren bei Thurn am Hart (Gurkfeld) Standvogel. XI. Ordnung. Grallae — Stelzvögel — Dolgovezniki. 170. Glareola torquata, Meyer; Halsband-Giarol; Komatna tekica.15 * 171. Otis tarda, L.; Grosstrappe; Velika dröplja. Im Rudolfinum befinden sich zwei Weibchen und ein Männchen. Im Jahre 1866 wurde das letzte Weibchen bei Mannsburg erlegt; seit 15 Jahren wurde die Trappe in Krain nicht mehr beobachtet. 172. Otis tetrax, L.;'Zwergtrappe; Mala dröplja. Zwei Exemplare sind im Rudolfinum vorhanden; das letzte Exemplar wurde im Jahre 1863 erlegt. 173. Oedicnemus crepitans, L.; Triel; Prlivka. An den Savemündungen bei Laibach; Brutvogel, jedoch nicht häufig; Ankunft April, Abzug November. 174. Cursorius europaeus, Lath.; Rennvogel; Tekalec. Im Jahre 1847 wurde das letzte Exemplar in Krain erlegt. 175. Charadrius pluvialis, L.; Goldregenpfeifer; Deževnik. Im September und October in einzelnen Schwärmen auf dem Moraste und auch sonst hie und da zu beobachten. 176. Eudromias morinellus, L.; Mornell; Severni dular. Sehr seltener Zugvogel. Im Jahre 1887 wurde ein Männchen auf dem / Moraste erlegt. 177. Aegialites cantianus, Lath.; Seeregenpfeifer; Beločeli deževnik.10 178. Aegialites hiaticula, L.; Sandregenpfeifer; Komatni deževnik. An der Save nicht selten. 15 Nach Freyer von Zois im Jahre 1842 am Kleingraben bei Laibach beobachtet. 179. Aegialites minor, M. & W.; Flussregenpfeifer; Mali deževnik. Vereinzelt an Flüssen, Teichen und Seen. 180. Tringa helvetica, L.; Nordischer Kiebitzregenpfeifer; Črni dular.17 18 181. Vanellus cristatus, L.; Kiebitz; Priba. Während der Zugzeit nicht selten; erscheint Anfangs März und zieht im October ab. 182. Haematopus ostralegus, L.; Austernfischer; Morska sraka Drei Exemplare sind im Rudolfinum vorhanden; ist seit 15 Jahren in Krain nicht mehr beobachtet worden. 183. Grus cinereus, Bechst.; Grauer Kranich; Žrjav. Seltener Zugvogel; der letzte Kranich wurde im Jahre 1886 bei Littai an der Save erlegt. XII. Ordnung. Grallatores — Reiherartige Vögel — Čaplje. 184. Ciconia alba, Bechst.; Weisser Storch; Bela štorkla. Seltener Zugvogel. 185. Ciconia nigra, L.; Schwarzer Storch; Črna štorkla. Brutvogel; bei Freudenthal sind im Jahre 1889 drei Junge aus einem Horste ausgenommen worden. Meines Wissens wurde der schwarze Storch früher noch nicht brütend in Krain beobachtet. 186. Platalea leucorodia, L.; Eöifelreiher; Žličarka.IS 187. Falcinellus igneus, Leach.; Dunkelfarbiger Sichler; Plevica. Während des Zuges an der Save und auf dem Moraste sehr selten; der letzte Sichler wurde im Jahre 1887 an der Save erlegt. 188. Ardea cinerea, L.; Grauer Reiher; Siva čaplja. Zugvogel; an Seen, Flüssen und auf dem Moraste nicht selten. 189. Ardea purpurea, L.; Purpurreiher; Rujava čaplja. Seltener Zugvogel. 190. Ardea egretta, Bechst.; Silberreiher; Srebrasta čaplja. Sehr seltener Zugvogel; im Jahre 1890, am 3. Jänner, wurden zwei Stück bei Bischoflack erlegt. 191. Ardea garzetta, L.; Seidenreiher; Bela čaplja. Vereinzelt während des Zuges; in Mai 1889 wurde ein Weibchen bei Littai erlegt. 17 Freyer, Fauna Krains S. 28, Nr. 178. 18 Nach Freyer von Zois im Jahre 1841 beobachtet. 192. Ardea ralloides, Scop.; Rallenreiher, Schopfreiher; Čopasta čaplja. Während des Zuges mitunter nicht selten. 193. Ardetta minuta, L.; Zwergreiher; Mala čaplja. Während der Zugzeit mitunter nicht selten. 194. Nycticorax griseus, Strički; Nachtreiher; Ponočna čaplja. Nicht häufiger Zugvogel. 195. Botaurus stellaris, L.; Rohrdommel; Bobnarica. Seltener Zugvogel. 196. Rallus aquaticus, L.; Wasserralle; Čapovoznik. Zugvogel; an Bächen und Teichen sowie auf nassen Wiesen nicht häufig. 197. Crex pratensis, Bechst.; Wiesenralle; Kosec. Brutvogel; erscheint im Mai und zieht mit den Wachteln ab. 198. Gallinula minuta, Pall; Kleines Sumpfhuhn; Mala tukalica. Vereinzelt 199. Gallinula porzana, L.; Getüpfeltes Sumpfhuhn. Grahasta tukalica. Vereinzelt.. 200. Gallinula chloropus, L.; Griinfüssiges Teichhuhn; Zelenonoga tukalica. Nicht seltener Zugvogel. 201. Fulica atra, L,; Schwarzes Wasserhuhn; Črna liska. Zugvogel; nicht selten. XIII. Ordnung. Scolopaces — Schnepfen — Kljunači. 202. Numenius arquatus, Cuv.; Grosser Brachvogel; Skurh. Brutvogel; nistet auf dem Moraste jetzt seltener, als. in früheren Jahren; Ankunft zu Josefi. Im Jahre 1889 wurden noch am 19. December sechs Stück und am 22. zwei Stück an den Ufern der Laibach beobachtet. 203. Numenius tenuirostris, Vieill.; Dünnschnäbliger Brachvogel; Tenkokljuni skurh. Ein Exemplar ist im Rudolfinum vorhanden; scheint seit 15 Jahren hier nicht mehr beobachtet worden zu sein. 204. Limosa lapponica, L.; Rostrothe Uferschnepfe; Rudeči kljunač. Ein Exemplar ist im Rudolfinum vorhanden; scheint seit 15 Jahren hier nicht mehr beobachtet worden zu sein. 205. Limosa aegocephala, Bechst.; Schwarzschwänzige Uferschnepfe; Črnorepi kljunač. Während der Zugzeit vereinzelt. 206. Scolopax rusticola, L.; Waldschnepfe; Sloka. Während der Zugzeit in manchem Jahre nicht selten; erscheint gegen Mitte März; der Herbstzug findet im October statt. Einzelne Exemplare überwintern alljährlich an geeigneten Stellen, auch brütend wurde die Waldschnepfe bei Reifnitz beobachtet. 207. Gallinago scolopacina, Bp.; Becassine; Kozica. Nicht seltener Zugvogel; erscheint Anfangs März. Der Herbstzug findet während der Monate October und November statt. 208. Gallinago major, Bp.; Grosse Sumpfschnepfe; Coketa. Während der Zugzeit in manchen Jahren nicht selten; Frühjahrszug Anfangs April bis Mitte Mai, Herbstzug Mitte August bis Mitte October. 209. Gallinago gallinula, L.;Kleine Sumpfschnepfe; Puklež. Während der Zugzeit nicht selten; Frühjahrszug Mitte Februar bis Ende März, Herbstzug October und November. 210. Totanus fuscus, L.; Dunkler Wasserläufer; Črni martinec.10 2 n. Totanus calidris, L.; Gambettwasserläufer; Zeleni martinec. Seltener Zugvogel. 212. Totanus glottis, Bechst.; Heller Wasserläufer; Zelenonogi martinec. Sehr seltener Zugvogel. 213. Totanus stagnatilis, Bechst.; Teichwasserläufer; Jezerski martinec. Selten während der Zugzeit. 214. Totanus ochropus, L; Punktirter Wasserläufer; Pikasti martinec.19 20 215. Totanus glareola, L.; Bruchwasserläufer; Močvirski martinec. Nicht selten auf dem Moraste und an der Save. 216. Actitis hypoleucus, L.; Flussuferläufer; Mali martinec. An der Save vereinzelt; dürfte auch hier brüten, da er während des ganzen Sommers beobachtet wird. 2 17. Machetes pugnax, L.; Kampfschnepfe; Togotnik. Während der Zugzeit vereinzelt auf dem Moraste. 218. Tringa alpina, L.; Alpenstrandläufer; Spremenljivi dular. Selten. 219. Tringa subarquata, Güldenst.; Bogenschnäbliger Strandläufer; Krivokljuni dulnik. Während der Zugzeit in kleineren Gesellschaften, jedoch nicht häufig; im Jahre 1876 wurde während der Ueberschwemmung des Laibacher Moores im Mai ein Männchen und Weibchen erlegt. 220. Tringa minuta, Leisl.; Zwergstrandläufer; Mali prodnik. Vereinzelt an der Save. 19 Freyer, Fauna Krains. 2° Frey er, Fauna Krains. 221. Himantopus rufipes, Bechst.; Grauschwänziger Stelzenläufer; Strelcar. Vereinzelt an der Save. 222. Recurvirostra avocetta, L.; Avosettsäbler; Sabljarka. Ein Exemplar ist im Rudolfinum vorhanden; seit 15 Jahren nicht mehr beobachtet worden. XIV. Ordnung. Anseres — Gänseartige Vögel — Gosi. 223. Anser albifrons, Bechst.; Blässengans; Lisasta gos. Sehr selten; ein Weibchen wurde im März 1888 bei Gurkfeld erlegt. 224. Anser cinereus, Meyer; Graugans; Rumenokljunasta gos. Im Zuge an Gewässern spärlich. 225. Anser segetum, Meyer; Saatgans; Divja gos. Zeitweise nicht selten an der Laibach und Save. 226. Cygnus olor, Gm.; Höckerschwan; Nemi labod. Ein Exemplar ist im Rudolfinum vorhanden; sehr selten. Seit 15 Jahren wurde in Krain der Höckerschwan nicht mehr beobachtet. 227. Cygnus musicus, Bechst.; Singschwan; Labod pevec. Zeitweise im Winter in mehreren Exemplaren zu beobachten; im Jahre 1889 wurden zwei Weibchen bei Reifnitz und am Zirknitzer See erlegt. 228. Spatula clypeata, L.; Löffelente; Zlicarica. Zugvogel in den Monaten März bis April, September und October. 229. Tardorna cornuta; Brandente; Morska raca. Seltener Zugvogel. 230. Anas boschas, L.; Stockente; Navadna divja raca. Standvogel; während des Winters häufig. 23 1. Anas acuta, L.; Spiessente; Raca dolgorepka. Zugvogel in den Monaten März, April, September und October; nicht häufig. 232. Anas strepera, L.; Mittelente; Ivonopnica. Zugvogel im März, August und September; selten. 233. Anas querquedula, L.; Knäckente; Regele. Zugvogel; nicht selten an der Save und Laibach sowie an kleineren Bächen. Ankunft im März und April. 234. Anas crecca, L.; Krickente; Krehelc. Zugvogel im Februar, März, August bis November; ziemlich häufig. Einzelne Exemplare überwintern auch hier. 235. Anas penelope, L.; Pfeifente; Navadna zvizgavka. Nicht seltener Zugvogel im Februar, März, October und November. 236. Fuligula rufina, Pall.; Kolbenente; Tarkasta žvižgavka. Sehr vereinzelt; im Jahre 1862 wurde ein Männchen erlegt. 237. Fuligula nyroca, Güldenst.; Moorente; Kostanjeva raca. Zugvogel im März und September bis October; selten. 238. Fuligula ferina, L.; Tafelente; Sivka. Häufiger Zugvogel an der Save und Laibach; Ankunft Februar und März, Abzug October bis November. 239. Fuligula marila, L.; Bergente; Rujavka. Sehr seltener Zugvogel. 240. Fuligula cristata, Leach.; Reiherente; Čopasta črnica. Zeitweise häufiger Zugvogel, jedoch im allgemeinen selten. Im Jahre 1890 wurden an der Laibach mehrere Exemplare erlegt. 241. Clangula glaucion, L.; Schellente; Zvonec. Seltener Zugvogel im Jänner, Februar, November und December. 242. Harelda glacialis, Leach.; Eisente; Zimska raca. Am Zirknitzer See wurde im Jahre 1858 ein Exemplar erlegt; ist seit der Zeit in Krain nicht mehr beobachtet worden. 243. Oidemia fusca, L.; Sammetente; Črna raca. Seltener Zugvogel im März und September bis October. 244. Mergus merganser, L.; Grosser Säger; Veliki žagar. Zugvogel, vereinzelt am Laibachfluss. 245. Mergus serrator, L.; Mittlerer Säger; Srednji žagar. Häufiger als der grosse Säger. 246. Mergus albellus, L.; Kleiner Säger; Mali žagar. Zeitweise nicht selten an der Laibach. XV. Ordnung. Colymbidae — Taucher —■ Potapljalci. 247. Podiceps cristatus, L.; Haubentaucher; Čopasti ponirek. Zugvogel; sparsam. 248. Podiceps rubricollis, Gm.; Rothhalsiger Steissfuss; Rujavovratni ponirek. Zugvogel; vereinzelt. 249. Podiceps nigricollis, Sundev.; Ohrensteissfuss; .Severni ponirek. Zugvogel; vereinzelt. 250. Podiceps minor, Gm.; Zwergsteissfuss; Mali ponirek. Standvogel; häufig an allen Gewässern. 251. Colymbus arcticus, L.; Polarseetaucher; Severni slapnik. Zeitweise während des Winters nicht selten an der Laibach und an der Save. 252. Colymbus glacialis, L.; Eisseetaucher; Ledeni slapnik. Vereinzelt an Seen und an der Laibach; im Jahre 1889 häufig an der Laibach. 253. Colymbus septentrionalis, L.; Nordseetaucher; Rujavogrlasti slapnik. Vereinzelt an den Seen und an der I.aibach. 254. Pelecanus onocrotalus, L.; Gemeiner Pelikan; Nesit. Zugvogel; sehr selten. Im Jahre 1869 wurden an der Save bei Lustthal zwei Stück erlegt; ferner wurde im Jahre 1888 ein junger Pelikan auf dem Moraste beobachtet. 255. Carbo cormoranus, M. & W.; Kormoranscharbe; Crni morski vran. Zugvogel; selten an den Seen, an der Laibach, Save und Kulpa. 256. Carbo graculus, L.; Krähenscharbe; Vranski vran. Zugvogel; sehr selten; das letzte Exemplar stammt aus dem Jahre 1841 (bei Reifnitz erlegt). 257. Carbo pygmaeus, Pall.; Zwergscharbe; Mali vran. Zugvogel; das letzte Exemplar wurde bei Wördl unweit Rudolfswert im Jahre 1854 erlegt. ■ XVI. Ordnung. Laridae — Möwenartige Vögel — Galebi. 258. Larus marinus, L.; Mantelmöwe; Velika tonovsica. Zugvogel; das letzte Exemplar wurde am Wocheiner See im Jahre 1841 erlegt. 259. Larus fuscus, L.; Häringsmöwe; Rujava tonovsica. Zugvogel; sehr selten; das letzte Exemplar wurde im Jahre 1887 auf dem Moraste erlegt. 260. Larus canus, 1^.; Sturmmöwe; Siva tonovsica. Zugvogel; vereinzelt an der Laibach. 2Öi.Xema ridibundum, L.; I^achmöwe; Navadna tonovsica. Brutvogel; nicht selten; werden durch den ganzen Sommer hindurch an der Laibach beobachtet. 262. Rissa tridactyla, L.; Dreizehige Möwe; Triprstna tonovsica. Zugvogel; sehr selten; im Rudolfinum ist ein Exemplar vorhanden. 263. Lestris catarrhactes, L.; Grosse Raubmöwe; Velika govnacka. Zugvogel; auf dem Moraste wurde im Jahre 1841 ein Exemplar erlegt; sehr selten. 264. Lestris pomarina, Temm.; Mittlere Raubmöwe; Roparska tonov-šica. Zugvogel; auf dem Moraste wurde im Jahre 1862 ein Exemplar erlegt; sehr selten. 265. Sterna fluviatilis, Naum.; Flusseeschwalbe; Navadna mahavka. Strichvogel; auf dem Moraste nach heftigen Stürmen nicht selten. 266. Sterna minuta, L.; Zwergseeschwalbe; Mala čigra. Seltener Strichvogel. 267. Hydrochelidon leucoptera, M. & Sch.; Weissflügelige Seeschwalbe; Beloperutna čigra. Sehr seltener Strichvogel. 268. Hydrochelidon nigra, Boie.; Schwarze Seeschwalbe; Črna čigra. Strichvogel; alljährlich auf dem Moraste zu beobachten. Ueber die geographische Verbreitung von Viola Zoisii Wulf. Von W. Voss. Dieses schöne, grossblumige Alpenveilchen schien bisher der Karawankenkette eigenthümlich zu sein. Carl Freiherr von Zois entdeckte es auf dem Stol und sandte die neue Pflanze seinem Freunde, dem Botaniker Wulfen, der dieselbe unter obigem Namen beschrieb. Als sich noch der botanische Garten Laibachs im ersten Hofraume des Lycealgebäudes befand, wurde darin Viola Zoisii durch Jahre von Hladnik mit gutem Erfolge cultivirt. Bei der Uebersiedlung des Gartens gieng sie verloren und war verschollen. Man wusste nur, sie komme am Stol vor, eine Hochalpe, die bei den damaligen Verkehrsverhältnissen schwer zugänglich war. Sie wurde dort von späteren Botanikern vergeblich gesucht, da man der Meinung war, die Blütezeit fiel in die Monate Juli oder August, und betrachtete daher das Veilchen als ausgerottet.1 Karl Deschmann jedoch war auf den glücklichen Gedanken gekommen, Viola Zoisii in früherer Zeit zu suchen, und richtig, er fand sie an dem bezeichneten Standorte in alter Pracht. Sie findet sich auf den Alpenmatten des Stol oberhalb der Krummholzregion an begrasten Stellen in grosser Menge und verbreitet sich von Ullepitsch, Oesterr. botan. Zeitschr., Jahrg. 1883, p. 324. der Belšica angefangen bis zur Košuta bei Neumarktl. Die Blüte entwickelt sich im Mai oder Juni. (Mus.-Ver. f. Krain 1858, p. 117.) Ebenfalls auf der Belšica, ferner auch auf der Bärenthaler Kočna ober Karner-Vellach, und hier in grösserer Menge, wurde das Veilchen von Valentin Plemel beobachtet. (Mus.-Ver. 1862, p. 360.) In Pachers «Flora von Kärnten» (III. Abth. 1887, p. 167) findet man noch andere Punkte der Karawankenkette verzeichnet, wo das Veilchen (theils von Rainer Graf und Jabornegg, theils von Kokeil und Zwanziger) gefunden wurde. Es kommt auf dem Weinasch, der Matschacher Alm, auf der Ortača und Zelenica vor. Die Grenzpunkte der Verbreitung in den Karawanken sind demnach in Nordvvest die Bärenthaler Kočna (R. Graf, Plemel) und in Südost die Košuta bei Neumarktl (Desch7nann). Diesen Fundorten sind in letzterer Zeit neue, sehr abseits gelegene zugewachsen, und zwar liegen diese in Südbosnien, Hercegovina2 und Montenegro. Auf den Hochgebirgen dieser Länder fand dieses Veilchen Dr. Günther Beck, Ritter v. Mana-getta, und verzeichnet in seiner «Flora von Südbosnien», p. 82 (1887), die Treskavica, die Prenja - Planina (2012 ni) sowie das montenegrinische Grenzgebirge Maglič- Planina (2388 ni) als Standorte. Nach den Ergebnissen einer zweiten Reise (1888) kommt Viola Zoisii — wie mir Ritter v. Beck mitzutheilen die Güte hatte — auf allen Hochgebirgen des Narentagebietes (Bjelašnica, Visočica, Belja Planina, Veles Pl., Plasa Pl. etc.) sowie in Montenegro (Maglič und Volujakstock) vor. Die Blütezeit fällt im Juni bis August und hängt ab von der Grösse der Schneefelder und deren Abschmelzen. So weit die Untersuchungen reichen, dürfte die Bjelašnica PL, aus welcher die Bosna entspringt, den krainischen Standorten der Viola Zoisii am nächsten liegen; dort kommt auch Daphne Blagayana Frey, vor, massenhaft Poa pumila Host. u. a. Aus Dalmatien ist die Pflanze nicht bekannt. Von Interesse ist, dass Viola Zoisii nicht immer rein gelb vorkommt, sondern auch halb bleichviolett oder ganz bleichviolett, doch sehr selten. Das Vorkommen dieses Veilchens schildert Beck in folgender Weise: «Oft sind die ausgedehnten Schneemassen umsäumt von der gelben kleinen Viola Zoisii Wulf, von den Polstern der Saxifraga Prenja G. Beck und Saxifraga glabrata Brt., von dem herr- 2 Das Narentagebiet. liehen Crocus Henffelianus Herb., dessen zarte Blüten ähnlich wie die Soldanella-Arten imstande sind, den Winterschnee zu durchbrechen; weiters von Thlaspi alpinum L., Soldanella alpina L. und Plantago montana Lam. Die südbosnischen Hochgebirge erreichen eine Höhe, welche sich zwischen 2000 und 2200 m Seehöhe bewegt; gegen Montenegro zu und daselbst das Grenzgebirge darstellend, sind dieselben höher aufgebaut und erreichen im Kamme des Maglic und im Volujak (2400 m) ihre höchste Erhebung. Trotz dieser verhältnismässigen geringen Höhe zeichnen sich alle südbosnischen Gebirge durch grossen Reichthum an Schnee aus, der selbst in den heissesten Sommern noch die tieferen Dolinen der Alpenregion ausfüllt. Dieser Schneereichthum begünstigt aber anderseits wieder eine reiche Entfaltung alpiner, ja selbst glacialer Pflanzen.» Diesen Schneeverhältnissen dürfte es wohl zuzuschreiben sein, dass Viola Zoisii in Südbosnien und Montenegro später zur Blüte gelangt als in Krain, obwohl dieses Land nördlicher gelegen ist. Durch die Auffindung dieser Pflanzenart an den bezeichneten Orten ist wohl die Annahme genügend begründet, dass Viola Zoisii, in der gleichen Weise wie Daphne Blagayana und wahrscheinlich auch Trochobryum carniolicum, der politischen Flora angehört, welche sich, wie A. Kerner nachgewiesen hat, in früherer Zeit viel weiter in die südöstlichen Alpen erstreckte.3 Im Anschlüsse möge noch auf die gewiss merkwürdige That-sache hingewiesen werden, dass A. Fleischmann in seiner «Ueber-sicht der Flora Krains» (Laibach, 1844) den damals ermittelten Standort dieser Pflanze [Stol] gar nicht verzeichnet, sondern Viola Zoisii in die Julischen Alpen, zwischen Ledine und pri Jezerih in der Wochein, versetzt. 3 Trochobryum carniolicum Breidler und Beck wurde von S. Robic auf dem Ulrichsberge bei Zirklach im Jahre 1882 entdeckt. Kürzlich ist dieses hochinteressante Moos auch in Südserbien gefunden worden, und zwar in der Umgebung von Leskovac. (Conf. Wettstein, Oesterr. botan. Zeitschr., Jahrg. 1890, P- I7°.) Naturhistorisches aus den Karawanken. Von W. Voss. Wir verlassen den von Laibach nach Tarvis verkehrenden Bahnzug in der Station Assling (585 in) und wandern auf guter Bergstrasse an einem Steinbruche vorüber, welcher eine rothweiss gefärbte Kalkbreccie, den sogenannten Asslinger Marmor, liefert, in 11/2 Stunden nach der Ortschaft Alpen (auch Heiligenkreuz oder Planina genannt), die 950 m hoch in einem anmuthigen Gebirgs-thale liegt, dessen Abschluss die Alpen Kocna, Golica und Rozica bilden. Auf den üppigen Alpenma.tten der sehr ausgedehnten Gemeinde Alpen überrascht das häufige Vorkommen der Süssdolde (Myrrhis odorata Scop.), der schwarzen Rapunzel (Phyteuma nigrum Schm.), der rothblühenden Nachtnelke (Melandrium sylvestre Röhl.) und der gelben Trollblume (Trollius europaeus L.); an feuchten Stellen hingegen ist der Sumpf-Schachtelhalm (Equisetum palustre L.) und der Alpen - Knöterich (Polygonum viviparum L.) reichlich vertreten. Unmittelbar vor Alpen liegt an der rechten Seite der Strasse eine Felspartie, die der Rhododendronfelsen genannt werden könnte, da hier zuerst das Alpenröschen (Rhododendron hirsutum L.) bis zur Strasse herabreicht. In Gesellschaft dieses Alpenstrauches wachsen noch viele andere reizende Arten, von denen folgende hervorgehoben zu werden verdienen: Die dünne Segge (Carex tenuis Host.), der grünstenglige Streifenfarn (Asplenium viride Huds.), das Engelsüss (Polypodium vulgare L.), der dreiblättrige Baldrian (Valeriana tripteris L.), der Eelsenbaldrian (V. saxatilis L.), der Schönstrahl (Bellidiastrum Michelii Cass.), das Alpen-Berufungskraut (PIrigeron alpinus L.), der Waldlattich (Homogyne sylvestris Cass.), die klebrige Kratzdistel (Cirsium Erisithales Scop.), die herzblättrige Kugelblume (Globularia cordifolia L.), der breitblättrige Ehrenpreis (Veronica latifolia L.), die Paederota Ageria L., das quirlige Läusekraut (Pedicularis verticillata L.), die Alpenminze (Calamintha alpina Lam.), die moosartige Moehringie (Möhringia muscosa L.), der grossblütige Heiderich (Erysimum Cheiranthus Pers.), die neunblättrige Zahnwurz (Dentaria enneaphyllos L.), Kernera saxatilis Rchb., der keilblättrige Steinbrech (Saxifraga cuneifolia L.), der haarige Kälberkropf (Chaerophyllum hirsustum L.) mit rosa Blüten, der Strahlensame (Heliosperma quadrifida A. Br.), die Alpenrebe (Atragene alpina L.) und die Alpenrose (Rosa alpina L.), daher eine ähnliche Vegetation, wie an den Felswänden des Pericnik. Von Alpen steigt die Strasse längs des Jesenica-Baches an, und in einer weiteren Stunde etwa ist der Bergbau Reichenberg erreicht, wo auf Bleiglanz nnd Eisenspath gegraben wird. Neben diesen Haupterzen liefert dieses Werk auch Zinkblende und Realgar, welcher einer Quarzbreccie beigemengt ist. In diesem Bergbaue hat Herr Bergverwalter Heinrich Fessl auch sehr interessante Pflanzenreste in der obersten alpinen Carbonformation beobachtet, und zwar den Kammfarn, sogenannt nach der Theilung des Wedel (Pecopteris arguta Bgt., P. pteroides Bgt.), Cordaites sp. Auch in dem nahen, gegen das Jauerburger Gereuth hinziehenden Lapenj-Graben wurden bei den «Stare jame» schöne Abdrücke von Palmenblättern gefunden. Es gehören diese Reste der Sabal-Palme (Sabal major Ung.), einer der wichtigsten Charakterpflanzen des Tertiärs an, und sie bestehen in Bruchstücken des grossen Fächerblattes oder aber zu Calamus Mellingi Stur, der Schilfpalme. Beide Fossilreste stimmen völlig mitTrifailer Funden und bezeichnen die Sotzka-schichten.1 Längs der Strasse erfreuen das Auge die blassrosa angehauchten Blüten des Rhododendron Chamaecystus L.; das gelbe Alpenveilchen (Viola biflora L.) besäumt deren Ränder; die mehlige Primel (Primula farinosa L.), deren Blätter unterseits wie mit Mehl bestäubt erscheinen, und Pinguicula alpina L., das Alpenfettkraut mit weissen gespürten und mit zwei citronengelben Flecken gezierte Blüten schmücken sumpfige Stellen. Einen wunderschönen Anblick gewähren die Alpenreben (Atragene alpina L.), die stellenweise an den Fichten emporklettern und deren blaue Blüten sich lieblich vom dunklen Grün des Nadelholzes abheben. Im Gebüsche wächst die gelbe Walderbse (Orobus luteus L.), die Nelkenwurz (Geum rivale L.) oder der eisenhutblättrige Hahnentuss (Ranunculus aco-nitifolius L.). Wahrhaft prächtig leuchtet vom Ufer des Baches eine Gruppe des schönen Frauenschuhs (Cypripedium Calceolus L.) herüber. Hinter Reichenberg betritt man Alpenmatten, auf denen vereinzelt das amethystblaue Eryngium alpinum L., Alpen-Mannstreu, 1 Stur D., Verh. (1. geolog. Reichsanstalt 1886, p. 383, u. 1887, p. 225. gefunden wird, während bei den Heuhütten (Ziganie der Generalstabskarte) reichlich Chenopodium Bonus Henricus L. wuchert. Eryngium alpinum nennen die dortigen Hirten «Zaspanke», soviel wie Schlafblume, und erzählen, dass diese Pflanze, unruhigen Kindern in die Wiege gelegt, denselben Schlaf bringe. Demnach ein Gegenstück zu unserem Schlafapfel, der auf Rosen vorkommenden moosartigen Galle von Rhodites rosae L. Der Weg folgt alsdann dem Rande eines Buchenwaldes, und dem aufmerksamen Beobachter wird eine zwischen Moosen wachsende seltene Orchidee: die Korallenwurz, Corallorrhiza innata R. Br., kaum entgehen. Der korallenartig verzweigte Wurzelstock breitet sich im Humusboden aus, und die Pflanze entbehrt als Humusbewohnerin des Blattgrüns. Elin hierzulande seltenes Pflänzchen, welches in Fleischmanns «Uebersicht der Flora Krains» nicht enthalten ist. In Gesellschaft dieser Orchidee kommen das dreiblättrige Schaumkraut (Cardamine trifolia L.) und der rundblättrige Steinbrech (Saxifraga rotundifolia L.) vor. Dieses Buchengehölz durchschreitend, erreicht man Alpenweiden und bald darauf den Kocna-Sattel (1442 ni). Ein grosser Theil Kärntens liegt zu unseren Füssen. Kor- und Saualpe, das Nockgebiet des Treffener Thaies mit dem Hochalpenspitz begrenzen den Horizont im Norden. Aus der Tiefe blauen die Gewässer des Faaker- und WÖrther-Sees herauf, und unser Blick schweift in die Gegend Villachs und Klagenfurts. Die Nordseite der Karawanken zeigt sich hier in furchtbarer Schroffheit und bildet einen prächtigen Hintergrund der kleinen Ortschaft Maria - Elend, die tief im Thale liegt. Tritt man vom Sattel zurück, so erblickt man im Süd die mächtige Masse des Triglav-Stockes. Im Kocna-Sattel zeigt die Pflanzendecke schon alpinen Charakter. Unter den niederen Gesträuchen fallen die Grünerle (Ainus viridis D. C.), die Bärentraube (Arctostaphylos alpina Spr.), die Zwerg-Eberesche (Sorbus Chamaemespilus Crntz.), die Glanz-Weide (Salix glabra Scop.), Rhododendron Chamaecistus L. und die Zwergkiefer (Pinus Mughus Scop.) auf. Die krautige Pflanzendecke setzt sich aus Carex firma Host., die steife Segge, Poa alpina Host., Sagina procumbens L., Thlaspi praecox Wulf., Veronica aphylla L., Bartschia alpina L., Pyrola rotundifolia L., Gentiana verna L. und var. angulosa, Gentiana acaulis L. und Potentilla alpestris Hall, zusammen. Pedicularis verticillata, die bei Alpen 10 bis 15 cm Höhe erreicht, hat hier einen sehr kurzen, etwa 3 bis 4 cm hohen Stengel. Selaginella spinulosa A. Br., das dornige Bärläppchen, und die seltene Mondraute (Botrychium Lunaria Sw.) sind in der Grasnarbe versteckt. Wunderlieblich ist ein Band aus Silberwurz (Dryas octo-petala L.) anzusehen, welches sich der Grenze von Kärnten und Krain ziemlich genau anschmiegt. Diese Vegetation treffen wir, wenn der Besuch des Sattels Mitte Juni erfolgt. Die Kocna- und Golica-Wiesen sind um diese Zeit meist noch wenig entwickelt, daher deren Begehung sich etwa im Juli empfiehlt. Die Kocna-Alpe erhebt sich vom gleichnamigen Sattel um weitere 11 o ?n, daher bis 1552 m, und auf ihren Matten wachsen nebst früher genannten Arten noch Lycopodium Selago L., der Tannenbärlapp, sogenannte Gletscherweiden, wie Salix reticulata L., die reizende Soldanella minima Hoppe, die kleinste Drottelblume, ferner die schwärzliche Fetthenne (Sedum atratum L.), der Alpenlattich (Homogyne discolor Cass.), die Alpen-Milchlattich (Mulgedium alpinum Cass.) und Traunfellners Hahnenfuss. (V. Plemel.) Das auf dieser Höhe Mitte Juni blühende Leimkraut ist nach Herrn Ulle-pitsch' Mittheilung nicht Silene acaulis L., sondern S. exscapa All. Sie blüht rosenroth, hat braun gefärbten Kelchrand, die Kelchblätter sind weder gefältelt noch gerifft, die fünf Nerven kaum bemerkbar, die silberweissen Griffel ragen in elegantem Bogen aus dem Schlunde weit heraus. Ebenso finden sich Unterschiede in der Anheftung der Staubfaden und in der Ausbildung der Frucht. (Conf. Oesterr. botan. Zeitschr. 1883, p. 324.) Die Alpe Golica steigt vom Maria-Elend-Sattel in drei Absätzen bis 1836 m. Ihre Abdachung gegen Krain ist bis zur Höhe mit Wiesen bedeckt, während der Berg kärntnerseits steil abstiirzt. Zur Blütezeit des Narcissus poeticus L. erscheint diese Höhe, von ferne gesehen, oft wie mit frischgefallenem Schnee bedeckt; auch die Alpen-Anemone (A. alpina L.) bringt stellenweise einen ähnlichen Eindruck hervor. Für den Pflanzenfreund ist die Golica sehr lohnend und sichert demselben bei geringerer Mühe eine reiche Ausbeute. Häufig ist Botrychium Lunaria Sw., Lycopodium alpinum L., Selaginella spinulosa A. Br. Von Phanerogamen wären hervorzuheben I.uzula maxima D. C., die grösste Hainsimse; die Grün-erle, Ainus viridis D. C.; das lieblich vanilleduftende Kohlröschen, Nigritella angustifolia Rieh, oder richtiger Nigritella nigra (L.); der gesteifte Seidelbast, Daphne stiata Ttt.; die Knopfblume (Scabiosa lucida Vill.); die ldettenartige Distel, Carduus arctioides W.; Hypo-chaeris uniflora Vill., das Ferkelkraut; die rosenrothe Schlangenwurz (Scorzonera rosea W. K.); der safrangelbe, pyrenäische Löwenzahn (Leontodon pyrenaicus Goun. vel croceus Haenke). Selten hingegen ist das früher genannte Eryngium alpinum geworden, welches einstens viel häufiger auf dieser Höhe zu finden war, jedoch angeblich von Hirten behufs Verbesserung des. Heues fast ausgerottet wurde. Ferner findet sich Bartschia alpina L., der Alpenhelm; Gentiana verna L., G. Amarella L., G. pannonica Scop., Saxifraga Aizoon Jacq., S. caesia L., Steinbreche, die durch die Kalkausscheidungen der Blätter beachtenswert sind, das schöne Hartheu (Hypericum pulchrum L.), das frühblütige laschelkraut (Thlaspi praecox Wulf.), die Bärenklaue (Heracleum austriacum L.), Helio-sperma quadrifida A. Br., der Strahlensame und die durch ihre grossen gelben Blüten auffallende Trollblume (Trollius europaeus L.), welche uns schon von Alpen her bekannt ist. Wir kehren entweder nach Assling zurück und können bei genügender Zeit noch die naheliegende Ortschaft Birnbaum besuchen, wo auf Gips gegraben wird, oder wir können auch durch den Lapenj - Graben absteigen, erreichen das Jauerburger Gereuth, suchen beim Javornik-Ursprung nach Petrefacten, wie Fenestrella plebeja M. C., Crinoidenresten und erreichen rechtzeitig die Station Jauerburg. Berichtigungen. In der «Chronik des Vereines», p. VII, Z. 6 von unten, ist statt «sieben Monatsversammlungen» richtig «acht Monatsversammlungen» zu lesen. In dem Aufsatze: «Die satyrisch-humoristische Poesie in Ivrain während der Befreiungskriege», p. 223, Z. 8 von oben, soll es statt «Kleinpeter» richtig «Peter Maly» heissen, sowie sich auch infolge eines Versehens beim Lesen, Z. 14 von oben, das Wort «Einbrenn(suppe)» statt «Berzankawein» findet; demgemäss lauten die beiden Schlussverse in ihrer richtigen Fassung: «Vivat der Berzankawein, Er mög’ uns stets beschieden sein.» Der Verfasser. Seite V A. Vereinsangelegenheiten: I. Chronik des Vereines.................................... II. Rechnungsabschluss des Musealvereines für Krain für die Zeit vom i. Juli 1888 bis Ende December 1889.................XVI III. Verzeichnis der mit dem krainischen Musealvereine im Schriftentauschverkehre stehenden Körperschaften und Vereine . . XVII IV. Mitgliederverzeichnis........................................... XXI B. Abhandlungen: I. Historischen Inhaltes. Valvasor als Historiker. Von Prof. Anton Kaspret .... 3 Beiträge zur Rechts- und Verwaltungsgeschichte Krains. Die Supanei-Verfassung. Von Wlad. Milkowicz (Fortsetzung) . 41 Die Chronik Puzels aus dem krainischen Cistercienserstifte Sitich. Von Wlad. Milkowicz ................................... 53 Krains mittelalterliche Handelsbeziehungen zu den Städten an der adriatischen Küste. Von Prof. Simon Rutar .... 71 Beiträge zur Geschichte der Laibacher Maler und Bildhauer im XVII. und XVIII. Jahrhunderte. Von Prof. Julius Wallner 103 Das Urbarium der Herrschaft Gottschee vom Jahre 1574. Von Prof. Peter Wo Is egg er...................................... 140 Kleinere Mittheilungen: Kämpfe krainischer Adeliger gegen die Venetianer. Von Prof. Simon Rutar .................................................. 184 .Gutenegg (Gotenich) am Tschitscherboden. Von Prof. Simon Rutar........................................................ 1S6 Newhaus-Castelnuovo am Karste. Von Prof. Simon Rutar. . 191 Die Baumkirchersage in Krain. Von Prof. Julius Wallner . 203 Eine archivalische Nachlese in Landstrass und Sitich. Von Prof. Julius Wallner...........................................207 Die satyrisch-humoristische Poesie in Krain während der Befreiungskriege. Von Prof. Alexander Pucskö.......................216 II. Naturwissenschaftlichen Inhaltes. Mycologia Carniolica. Ein Beitrag zur Pilzkunde des Alpenlandes, II. Von Prof. Wilhelm Voss (Fortsetzung) .... 229 Ueber das Klima des Karstes. Von Prof. Ferdinand Seidl . 307 Kleinere Mittheilungen: Verzeichnis der bisher in Krain beobachteten Vögel. Von Ferdinand Schulz...............................................341 Ueber die geographische Verbreitung von Viola Zoisii Wulf. Von Prof. Wilhelm Voss.........................................362 Naturhistorisches aus den Karawanken. Von Prof. Wilhelm Voss 365 Berichtigungen.............................................................369