MbllchclMMtlmg. Nr. 91 Pl äuu m^rat! onsprels : II» l^oinvloir ganzj. fl. I,, hailj, ss. 5.5.0. FUi die Z»stcll,mg in« Hauo lMbj. 50 ll. Mil bcr Post ganzi- ft. l5, halbj. ft. 7.5.N. Samst.,g, 23. April ^nscrlionsgebiihl bi« IU Zeilcn: lmal 00 li., !im. U»lr., Um. I fl.i sonst pr. Zcile Im. l!ll., iim. i< ll., lim. l» fr. u. s. w. Insertion»ft«mpel jcbesm. »v tr, l87«. Nlchtaintlicher Theil. Politische Uebersicht. Laibach, 22. April. Die „W. Abdpst." schreibt: Ein Berliner Correspondent dcr „Angsburger Allgemeine»! Zeitung" glaubt bie Vemcrkung aufsprechen und durch met)rcre Thatsache» beleuchten zu sollen, daß „das früher dem Wiener Cabinet gegenüber so tapfer gchandhabtc AnschwärzungS-system der preußischen Officiösen seit Wochen wieder bereits in voller Älülhe stehe." Es ist wohl richtig, baß in preußischen Müttern und in Eorrcspondenzcn aus Berlin neuerlich manche gehässige Daistellungen und Urtheile über österreichische Verhältnisse sich vernehmen lassen, allein wir haben Grund, diese Erscheinung nicht auf die iu den maßgebenden Kreisen zu Berlin herrschende Stimmung, sondern lediglich auf die subjccliven Anschauungen dcr Verfasser der betreffenden Artikel zurückzuführen. In dieser Ueberzeugung werden wir durch die Wahrnehmung bestärkt, daß jene abfälligen Stimmen aus Preußen iu dircctem Widerspruch flehen mit dem Touc notorischer pudlicistischer Organe der pl'cußischcn Regierung, insbesondere mit dcr anerkennen?-würdigen objectiven Haltung, welche die „Nordd. Mg. Zeitung" Oesterreich gegenüber delundet. In Ungarn glaubt man, wie dcr „Pester Lloyd" versichert, daß die Delegationen auf keinen Fall vor September zusammentreten werden. Dcr ungarische M i n i st c rw ech se l ist vom Kaiser genehmigt worden. Graf Milo erhielt die Entlassung sammt dem Großlrenz des VcopoldS-OrdcnS. der Handclsministcr Gorou6 wurde mit dcr provisorischen ^"tung dcs CoinmunicationS-Ministcrinms belrant. Nach Berichten auS l)lom hat cinc Ncdc dcs Cardinals Fürsten S chw a rzcn berg zu einem noch heftigeren Auftritte geführt, als die berühmte Stroß-inaycr'sche. Er sagte unter anderm: Die Zeit dcr Religionskriege sei vorbei, die dcr Verständigung gekommen. Der Erlöser, dcr gesagt habe: „Kommt Alle zn wir," wolle keine verdammenden, sondern er wolle versöhnende Worte ucrnchmcn von seiner Kirche. Es sei cbcnso unchrisllich als unverständig und unrichtig, die Protestanten mit Heiden nnd Atheisten in einen Topf ^u werfen, Die römische Kirche nnd die romanischen Vi-schüfe müßten hierin den Rath dcr dcul scheu nnd östtr-^'chischcn Prälaten annchiren. letztere verkehrten täglich "ui Protestanten und kennten sie besser, als wer sie nic s^e und ihre Bücher nie lese. Hier wurde der Cardinal von dem Vorsitzenden Legaten, dc Angelis, unterbrochen, dcr ihn bei dcr Sache zu bleiben ersuchte. schwarzen' bcrgs Antwort, daß cr völlig bei dcr Sache sei, führte zu cinciu so heftigen Wortwechsel zwischen dcn beiden Großwürdcnträgcrn dcs römischen Stuhles, daß, nachdem! der Angriffe gcnng hin- und hcrgcflogcn waren, nachdem, der Präsident den widerstrebenden Cardinal mit dcr Glocke lodtznllingcln versucht und dcr Chor der Bischöfe ihn schließlich lodlgczischt und gelärmt hattc. Schwarzen-bcrg außer sich und halb ohnmächtig dic Rcdncrbühne verließ und in sprachlosem Znstande nach seinem Sitze geleitet wurde. Cardinal Rauscher hat, wic die „Pr." hört, neuerdings seine Anschauungen über daö Concil und das U nfehlbarkcits - Dogma in einer Schrift! niedergelegt, die soeben in Neapel die Presse verlassen hat. In Rom fand sich leine Druckerei, welche den Druck übcrnchmcn wollte, vielleicht auch getraute sich dcr Verfasser nicht, das Manuscript cincm römischen Drucker zu übergeben, da alle unter dcr dircctcn Auf. ficht dcr Jesuiten slchcn und cs leicht hätte geschehen können, daß das Manuscript einfach abhanden gekommen wäre. Bis jetzt sind erst wenige Exemplare dieser in. tcrcssantcn Schr,ft hichcr gelangt. Wie dcr „Pr." aus authentischer Quelle mitgetheilt wird, hat sich dcr Cardinal in die vordersten Reihen dcr Opposition begeben nnd in seiner Schrift sich dahin ausgesprochen, daß die Einberufung eines ökumenischen Concils ganz inopportun gewesen sei, indem keine zwingenden Gründe dazu vorgelegen, und daß die Unfehlbarkeit nicht Dogma wcrdcn könnc, weil nic daran geglaubt worden sei und nic da an geglaubt wcrdcn werde. Was aber nicht geglaubt wcrden könne, das zum Dogma zu machen, sei widersinnig. Wir habcn neulich die Meldung von der 3Inffin° dung einer geheimen Patroucnfabrik in Mailand gebracht und lümicu heule noch folgende Details berichten. Bei dcr Aufcrtissung dcr Patronen scheint man auf eine cumtucllc gewaltsame Wegnahme dcr Gewehre dcr Nationalgardc gerechnet zu habcu, da sie für das Kaliber dieser Waffen passen. In der Fabr,k hat man nnlcr anderen Papieren auch ein genaues Vcrzcich-niß aller in Mailand befindlichen Wnfftnvcrkaufslädcn gcfnndcn, die bei dcm Ausbruch cincr Emculc zur Plün-dcruug signalisirt waren. Anßcrhalb dcr Porla Pcnczia hat man abermals cin gchcimcS Mnnitionsdcpot cnt-dccit. Untcr dcn Verhafteten befindet sich cin Indivi-duum. von dcm man glaubt, daß es cincn Rcvolvcrschuß auf cincu SichcrhcilSagcnlcn abscucrte, als er in dic Patroncnfabrik eindrang. Der Agent hattc nämlich dem Angreifer einen Schlag mit einem Knittel auf die Hand versetzt und an dcm Verhafteten wurden di« Spn» rcn cincs solchcn Schlages bemerkt. Dcr Schluß der Rede, welche Laa.ueronnitzre im Senate gehalten hat, ist wegen der darin enlhal tcnen offenen Anspielungen auf dcn Ernst dcr cmswäo tigcn Lage nicht unbemerkt geblieben. Dcr Franfais, daS Organ dcs Grafen Daru, schreibt hierüber: „Man hnt sich in unseren diplomatischen Kreisen gefragt, welche Gründe Herrn v. ^agueronni^rc bestimmen konnten, in seiner Rede die Fragen dcr auswärtigen Polilil inS Spiel zu ziehen. Nachdem er gesagt hatte, daß gtgen^ wärtig in Europa Fragen gestellt seien, welche schwer zu lösen wären, citirte er das bekannte Wort des Kai scrs: „Europa ist nur dann ruhig, wenn Frankreich zufrieden ist;" dann fügte cr im eigenen Namen die Worte hinzu, die sich in dem amtlichen Blatte nicht wiederfinden: „Und damit Frankreich zufrieden sei, muß Jeder auf seinem Platze bleiben." Man hat sich gefragt, ob unS nicht für die Zeit nach dem Plebiscit irgend eine Ueberraschung vorbehalten ist." Ollivicr's Rede im Senate findet bei den Im» pcrialistcn großen Beifall. Roche fort erläßt ein Pri vatmanifcst aus seinem Gefängnisse St. Magie. Dic Pllbiscitsbtwlgnng. Dem ..Wdr." wird anS Paris, 18. April, gcschric. bcn: Das Osl>rfiff zu nehmen, um den Boden für daS Plebiscit zu ränmcn; man ciwullct eine lange Rede ecS Vicc'Mlc ^ogucronlniüe u»d auch der Pr>nz Naoo, lcon soll sich, seinem ersten Vorsah zuwider, eniscblos» sei, hal'cn, das Wort zu crqreijen; trotzdem nlaubt ma» nicht, daß dic Berathung des Seualscoosults viel Zeit in Anspruch „chmcli werde. Er Hit an I,>lcresse oer< loren, scit dic plelnsciioslsche Manie sich aller Welt be^ mächtinte. Die Neqirrung thut ihr Möglichstes, i>m, nach OllivicrS Ausdruck, die Bevölkerung zur Abstim« mung zu „treiben." In dcr Hanplsladt natüilich ist ihre Thätigleil eiuc sehr bcschränkle; desto rcgcr tnlfallel sich dieselbe in den Provinzen. Es versteht sich van selbst, wrnn die Präfcclcn von dcm Ministerium den Auflrag erhalten, darauf zn llchlcn, daß sich die Wahler zahl» reich bci der Urne riüfindcn, so werden dieselben sich berufen glaubcu, zugleich die Ait dcr Abstimmung, das „Ja" atizuempfchlcn, wie eben die französischen Plü- .sl'llllsl'llNl. ^lllhelm Znrdano zweite Nlia;'sodic. ^lm zweiten Abend (verflossenen Donnerstag) bc> uann der Rhapsode mil Sigfrids Anlnnft in Worms n Hofe König Günthers (5>. Gesang). Der König, dcm sck?? ^.^ H^Nucr das Bildniß VrunhildcnS gezeigt, m.s ^!, '" ihrem Anblick, heimlich schon nach ihrem sla!. ^,^l)»cnd, und spricht seinen Wunsch aus, dcn t,ci, !" ^'lifrid am Hofc zu scheu, von dcm cr schon < uimch Ra,h lind Hilfc im Kmupfc um die stolze Für-' hofft. Da hört man plötzlich von draußen cin Mil l ^ Dl'°lincn." Am ^Ithcin herauf lumml Sigfrid Ni' ^" Mannen nnd scincm Pflegevater, dciu schlnicd ^ nc, auch als Sänger berühmt nnd als Vaulcnschlägcr. ihm s "^ """ ^'' ^6"'U bcm Drachcntödlcr Sigsrid dcn Kön '^'^^' Hlincu entgegenschickt, um ihn in dcu ^ '^^"last zu geleiten und ihn durch festlichen Em-K m, ^" chrcn. sitzt Kricmhild. dic von dcS Hcldcn das A, ' ,'.'^^ ^'"^ '" lll'cr Kammer und ist. als lassen ^ z'"'"al. die stickende Hand ruhen zu sunken '!ü ^'"""' ">u Sigfrid in süßcn Schlummer gc iläm, v' ^'"'"^ 'br vom stalten, drn sie sclbcr gc-ih. /m?i «»!?" ^'" ^ °"f dic Falkenjagd geritten, wo fl°sscn l.,?^7."""'s"' ""b u' Stücke rcißeu. ..Da wie kl. m> ^liranen. als trüge sie Trauer, um eiu Wch de»lct V ^ ' NliißcrcS wisse." Die Mullcr Guta Kriell«l^ ^'^ ^" Tl""rn auf eincu fahrenden und ^ ?"'- Kricmhild durch ihre Anmuth zähn.cn Gernnt , ' "".bl'slercs Vcrhängniß verlieren wcrdc. "not br.ngt d.c Botschaft von Sigsrids Nahen und räth der Aufhorchenden, „ach HagcnS Eingebung, daß Kricmhildc sich schmücke, um dcm Fremdling zu gcsallcn, sonst drohe Gefahr. König Günther erwartet dcn Hclocn im wcitcu Prunlsaal. dessen Pracht anschaulich geschildert wird. Sigfrid blendet sie nicht, cr schenkt ihr leinen Blick, sondern fordert im naiven, kühnen Heldcn-drangc dcn König heraus, mit ihm um das Reich zu kämpfen. Dcr zornigen Erwiderung des Königs kommt ans HagcnS Wink deS ersteren Sohn, Gcrnot zuvor, indem cr dcn trotzigen Heldcn anffordcrt, vorerst dcn Willkommbecher aus dcr Hand dcr Königin zu nchmcn. Dicsc kommt mit Kriemhild, deren reizende Erscheinung dcr Dichter mit wenigen Zü^cn in homcrischcr Einfachheit schildert, und Gutn läszl nun Frcya's LicbcSlrank in dcn Becher fallen, dcn Kricmhild dcm Heldcn dar-bictct. Eine wahrc Perle dcr Dichtung ist diefc Bcgcg. niing dcr Bcidcn, wic Kriemhild sich schcut, ihn anzuschauen, und cr, wic aus cincm Traume erwachend, dcn Bcchcr crgrcift und nur zögernd ihn lecrt, die Augen „mit lodcrndcm ^cuchtcn" anf KriclnhildS Antlitz gc-richtcl. Er fühlt sich cnlwasfnct durch dcn Zauber dcr Holden und will ihr jeden Wunsch crfüllcn. „Wcnn's in dcr Wclt ist uud crrcichbar — ich will cS erringen, um dcincn Dank zu verdienen, o Kricmhild." Sie bittet ihn, die durch scinc Herausforderung in dcn Männern entflammte „Vohc" zn ..löschen." Sigfrid gehorcht gern nnd erklärt scinc Aufrcgnng dnrch Mnnthcrs Fragc nach scincm Valcr. Sigfrid ist cin Findling, ihn mußte daher die Fragc im Inncrstcn verletzen und in weicher Rührung spricht cr scinc Sehnsucht nach dcr Mutter auS. Mir hat's das Schicksal Vcrncm!, sie zil schauen, dir mich im SclMe Als noch ttaumloscn Kcim in's Dasein getragen', Mich lullte sie niemals mil leisem i'iede Als lrwSpenden Knaben a»lf ihren itnieeli Iu süßen Schlummer; ich wurde verschlagen In die weite Well als bewußtloser Säugling, O könnt' ich erlundrn und lüfsen voll Inbrunst Ihre heiligen Hände! — Sie schied wohl von hinnen. Trcuheizig versöhnen sich Sigfrio und Guntbcr, nnd sic gehen znm Mahle. Sigfrid niiumt reichlich von allem, „nr nicht von, Hirschwild, vom Ehrenbra-tcn, was Allcn auffällt. Viau bittet ihn, „einen Gissen nur," da wiid er „fast dßsc" und heflia, er esse tcin Hirschwild (wie später klar wird, wril ihn eine Hirschkuh gcsäligt). Wieder erneuert Gnlilher die Fra.ie nach SigfridS Herkunft, Ein solchcl Held könne nicht »icdligcr Abkn»fl fein. Nic sällt ans den Wollen durch irssriid riu Wunder Die Tugend uud Tbnllrast. dem nächtlichen Than gleich. Der wahllos bmcht die Wieseulsäutel. Ja. nährrud^r ftießl iu das uirdrige. siache, Wie bänglich am Bobeu flammcrudc Becten DeS Welittill'blutli«, als aus Eichr» bc« Wnlbrs Dcr Kö»i^ will Sigf'id helfe», das Reich „San-t.n" * zu erobern, und auch die Spur zum Vaterhause zn finden, und will nun Sigfrids Thaten aus seinem eigenem Mnndc hören. Sigfrid c,f>'l!!,t in dicscr Anfforderung deu Wink höherer Machlc, zwar selbst lanu cr nicht von seintn Thülcn rcdcil. Die flackernde Flamme will sliegr» nach obrn Nicht wühlend verweilen beim fertigen Werke Iu der misjisbrauutrn eigenen Asche, Mime dcr Schmird, Sigfrid« E.zicher, den der Himmel bedacht mit " kanten t>er Nibeluugeusagr. 652 fecten der Landdcvöltcrüu^ dies oder jenes ancinpfeulen. Sie müßten sotift nicht aus der Schule der Herren Rouher und Forcade hervorgegangen sein. Das offene ^and wird also in geschlossener Reihe mit Ja abstimmen, und die Präfccten werden schwerlich von den Freigeistern tilgen gestraft werden, wenn sie schon jetzt die Sicherheit eines glänzenden Erfolges hiehermelden. In Paris selbst wird die Regierung durch den „Centralausschuß für das Plebiscit von 1870" vertreten. Derselbe hält darauf, zu zeigen, was die conservative Partn zu leisten vermag. Die Geldsendungen strömen ihm massenhaft zu; die gesammte hohe Finanzwelt öffnet ihm ihre Beutel, und es war gestern schon ein Permögen von nahezu einer halben Million zusammen-geloinmen. Oafür läßt sich schon eine tleine Propaganda in Dorf und Stadt organisiren. Man hofft aber diese Summe zu verdoppeln. Dem Comit^ der demokratischen Presse, welkem sich bekanntlich die Hälfte der Linken des gesetzgebenden Körpers angeschlossen hat, werden die Mittel nicht so reichlich flößen. Es verfügt dagegen über eine größere Anzahl von viel gelesenen Blättern und wird sich obendrein mit den Arbeitern in Verbindung setzen. Seine Agitation richtet sich darauf, das verneinende Volum anzuempfehlen, unter welcher Gestalt dasselbe auch auftrete: als Wahlenthaltung, als Abstimmung durch lrere Wahlzettcl oder durch „Nein." Auf folche Art will man schließlich dahin gelangen, alle Wähler, die nicht mit Ja abgestimmt haben, als Gegner des Kaiserreiches zählen zu dürfen — denn es ist jetzt schon kein Zwei» fel mehr: das Plebiscit soll iiver Sein und Nichtsein des KüiserrcichcS entscheiden. Schon dieser eine Umstand genügt, um dazuthun, wie unbesonnen dic Regierung gehandelt, als sie auf den Gedanken des Plebiscits einging. Wer in aller Welt hicß das Kaiserreich, sich ganz aus heiler Haut selbst in Frage zu stellen? Wenn auch seine Majorität eine numerisch bedeutende ist, bleibt der Regierung nicht der moralische Eindruck zu befürchten, den ein verneinendes Votum der Städte hervorrufen würde? Und steht nicht selbst zu erwarten, daß die Majorität von 1870 geringer ausfallen werde, als die jenigc von 1852, wenngleich die Minister selbst das rothe Gespenst wieder im Lande herumführen, um den Leuten vor den Schrecknissen der Revolution bange zu machen? Drs Dictators Lopy Vlück und Ende. Soviel sich aus Zeitungen uud Briefen, die mit der brasilischen Post einliefen, ersehen läßt, scheint das Ende des bisherigen Dictators von Paraguay, Lopez, doch Thalsache zu sein. Eine amtliche Mittheilung des brasilischen Generals Camara. geschrieben auf dem linken Ufer des Aquidaban am 1, März und von schwer anzufechtender Echtheit, läßt keinen Zweifel mehr an der Sache. Sie ist un den Kriegsminister gerichtet und lautet: „Ich schreibe Ihnen aus Lopez' Lager in der Sierra, Der Tyrann wurde geschlagen uud, da er sich nicht ergeben wollte, vor meinen Augen getödtet. Ich forderte ihn auf, sich zu ergeben, als er völlig besiegt und ernstlich verwundet war, und da er sich weigerte, fand er den Tod. Ich beglückwünsche Ew. Excellenz zu der Beendigung des Krieges und dem vollkommenen Siege, den Brasilien über den Tyrannen von Paraguay errungen hat. General Resquin ist mit anderen Officieren in unsere Gefangenschaft gefallen." Diese Depesche — deren Absender von seiner erfreuten Rcgieruug sofort mit dem Tltel eines Visconde de PclotaS belohnt wurde — findet in einem Schreiben des StaatSralhcS Paran-hos aus Asuncion, der Hauptstadt des überwältigten Landes, ihre Bestätigung mit dein Zusätze: „daß auch Lopez' Mutter und Schwestern in der Gewalt der Truppen seien, während Frau Lynch, die Begleiterin des Dictators, sich mit wenigen Getreuen in die Wälder geflüchtet habe. Der einziac Widerstand, der etwa noch geleistet weiden könnte, sei in dem paraguitischcu Generale Caballero zu bekämpfen, gegen den eine Abtheilung brasilischer Reiterei vorgerückt sei. — Ueber Lopez' Leben liegen folgende Angaben vor: Er wurde geboren 183 l in Afccnsion, und war der Sohn von Carlos Antonio Lopez, der dem bekannten Dr. Francia als Dictator von Paraguay folgte. Im Jahr 1849 fandte der Vater den I8jährigen Sohn als General an dcr Spitze einer Armee von 10.00(1 Manu ab, um die Missionen von Corientos zn ve> wüste». Nachdem dcr junge Heerführer sich dieses Auftrags in der schonungs losesten Weise entledigt, sandte ihn der Vater im Ial'r 1852 als außerordentlichen Gesandten auf Reisen nach Europa. Er brachte 1 '/2 Jahr in England, Frankreich, Deutschland, Italien und Spanien zu, und tchrtc 185)4, begleitet von Ingenieuren und Handwerkern aller Art, heim. ^'e!t zwei Jahre vorher RosaS gefallen, war die Schisffahrt auf den Gewässern von Paraguay frei und dcr Handel wie die Industrie des Landes nahmen einen mächtigen Aufschwung. Im Jahr 18l>2 starb der alle Lopez, und der Sohn folgte ih.u in dcr Regierung und sing im Jahr darauf schon gelegentlich des vom General Flores in der Banda Oriental gefühlten Krieges Händel an. Als 1864 die Brasilier in die Vanda Oriental einfielen, forderte Lopez in emcm Ultimatum die Zurückbcrufung dcr brasilischen Truppen und erklärte den Krieg, im Fall man seinem Verlangen nicht Folge leiste. Seine ?Irmee war damals 70.000 Mann stark und vortrefflich zum Kriege geschult. Es war indessen sein Unglück, daß er sich mcht mit dcr Neutralität der Argentiner zufrieden geben tonnte und so selbst die Bildung dcr Tripel-Allianz zwischen Brasilien und den beiden Republiken veranlaßte. Bis zum Februar 1868, wo seine sicntc Festung Humaitn fiel, behauptete er sich stellenweise mit großen Vortheilen, von da an aber ging es mit ihm auf die Neige. Der Kampf um Angostura, das Ende 1868 verloren ging, machte dem Krieg im eigentlichen sinne des Wortes ein Ende, und der seitdem noch gefühlte verzweifelte Kampf war mehr das Ringen von Gneiillaschaaren als cin Krieg zu nennen. Seine Anhänger verließen ihn jedoch üichl bis zum lctzleu Augenblick, biö er lämftscnd dcn Tod suchte und fand. Lopez war cin starlcr, untersetzter Mann ohne tiefere Bildung, sprach indessen Fianzösisch und Englisch neben dem Spanischen geläufig. Obwohl er viel Indiancrblut iu seilicn Ad^rn hat, erinnerte sein ganzes Wcsen doch mehr an den Spanier. Sein Benehmen gegen Fremde war einnehmend und gefällig, Frau Lynch, eine Irländcrin, dic seit Jahren mit Lopcz als seine Gattin gelebt, ist den Bvasilicrn nicht iu dic Hände gefallen, ebensowenig wie seine beiden Söhne. Hagesneuigkeiteu. — (Der frühere Minister Dr. Berger) ist von einem bedauerlichen Unfälle betroffen worden, der jedoch glücklicherweise von keinen nachhaltigen Folgen begleitet sein wird. Dr. Verger glitt nämlich in seinem Zimmer aus und verletzte sich am linken Oberschenkel so bedeutend, daß ihm der Fuß förmlich gelähmt wurde und er sogleich zu Bette gebracht werden mußte, an welches er nach Ansicht der Aerzte längere Zeit gefesselt bleiben dürfte. — (Aus Afrika.) Der Wiener Gemeindcrath Dr. Natterer hat auf dem Grabe seines in Chartum verstorbenen Bruders, des Consuls Dr. Josef Natlerer, ein Monument aus Gußeisen errichten lassen, dessen Spitze mit der Figur eines Engels geziert ist. Die Bestandtheile des Monuments wurden von Wien ans nach Charlum befördert. Dieser Engel wird nun nach der Mittheilung des Consuls Hansal in Chartum von der Negerbevölkerung im weiten Umkreise als ein Abgott verehrt; ganze Processionen ziehen zu dem Vildn,sft, dem man Opfer und Geschenke aller Art darbringt. Man stellt ihm ganze Töpfe voll Marissa hin, behängt seinen Hals mit Glasperlen und Muschel-lctten und junge Frauen, deren sehnlicher Wunsch um eine Nachkommenschaft nicht in Erfüllung geht, setzen ihre cm-zigc Hoffnung auf die Hilfe dieses Cugels, Der Androug ist so start, daß ein eigener Wächter bei dem Denkmale aufgestellt werden mußte, und dieser macht bei der aber-gläubischen Bevölkerung des Sudan die besttli „Ge-schäfte." — (Zu den Vergiftungen in Papierfabrik ken) schreibt die „Wr. Mcd. W.": Es stellt sich nuu-mehr in Folge von gründlicheren Nachforschungen heraus, daß in allen Papierfabriken derartige rasch und tudtlich verlaufende Krankheiten vorgekommen, die aber niemals beachtet wurden. Es entsteht nun die Frage, wie dem Uebelstande für die Zukunft abzuhelfen sei. Die Hadern können beim Einkauf betreffs ihrer Schädlichkeit nicht beurtheilt werden, denn die Bergiftungscrschcüiungen treten eben erst während der Verarbeitung des Materials ein. Wenn nicht die Respirationöorgane der Arbeiler vor dem Einathmen des Hadcrnstaubes geschützt werden, ist dem Uebel kaum abzuhelfen. Die Arbeiter sind indolent und entschließen sich nur gezwungen, solche Vorrichtungen zu benutzen; in solchen Fälleu muß eben zwangsweise vorge^ gangen werden. — (Feuerwehrtag.) Iu den Tagen vom 16teu bis 19. Juli d. I. findet in Linz der achte deutsche Feuer" wehrtag statt, verblinden mit einer Ausstellung aller ans das Feuerlöschwesen Vczug nehmenden Gegenstände, Modelle und Zeichnungen. Von Seiten der Regierung wurde ein Preis festgesetzt für die allfällig einlangende beste Abhandlung „über die Errichtung von Land, (Dorf-) Feuerwehren." Dieser Feuerwehrtag ivird von allen n. ö. freiwilligen Feuerwehren durch Abgeordnete beschickt werden. — lMue schwarze That.) Am 16. d. M. fand man einen schrecklich verstümmelten Leichnam bei dem Dorfe Nadelitz, unweit von Pribram. Dcr Ermordete war der Arbeiter Iarolimck, welcher von eiuer (5ise»bahnarbcit auf die Osterfeiertage nach Hause zurückkehrte, und eine Viertelstunde weit von seinem Wohnorte überfallen und erschlagen wurde. Dle Räuber fandeu für ihr Verbrechen wenig Beute vor, der Arbeiter hatte sein Geld seinem Weibe schon früher geschickt. Noch am selben Tage begab sich eine gerichtliche Commission an Ort und Stelle. Der Unglückliche hinterläßt eine Witwe mit vier Kindern. Die Sicherheit auf dem Lande befindet sich in einem klägliche« Zustande. — (Aus dem Erzgebirge.) Vei der am 13ten d. M. in Prag unter dem Vorsitze deS Herrn Statthaltern- Dauerndem Gedächtniß, das niemals dnntclt, Nnd einer Seele, die sammellid und dichtend Zu silßcm Gesänge dic Sage modelt, soll Sigfrids Kindheit erzählen, während Sigfrid hiu^ ausgeht, um nach seinen Gefährten zu sehen. Wie der Hcld aus dem Saalc schreitet mit dröhnenden Tut» ten, da Von damien getragen Fühlte Krimhilde ihr Herz vom Helden Und der Wonne vermähl!, ein stechendes Weh. Sie gedenkt dcS Traumes, und Habens einäugiges Angesicht mit dcn „nicht unterbrochenen buschigen Brauen" und dcr „scharfa^schlülwien, schnabclähnlich, zmn borsti« gen Bart hin sich bcuacndeu Nase" ist ihr das Bild des einen der Adler, die ihren gezähmten Falten Sig» slid, zerfleischen sollen. Damit cndet dcr fünfte Gc> sang, und der Dichter überging nun „ach kurzer Pause zum scchsten, wo Mime die Mär von ^igflids Kind heit erzählt. Mit einer lieblichen Schilt>c>ung des Leu^ zcs, — die Nalurschildcrulig in Jordans Dichtung ist immer voll bestrickenden Zaubcrs — mit welchem der Schmerz Mimes um seine mit dem Kmde geschiedene Gatlm in rührendem Geqcnsatz steht, beginnt er zu er< zählen, wie er beim Fischen im Nhem einc W-ege auf fängt, in welcher dcr kleine S'gflld lie^t, wie er sie sorgsam aus Land trägt; um schnell Nahruug zu schaffen für den hungrigen Säuglina, ein Hab,chtsnest nach hartem, prächtig geschildertem Kampfe, der Eier beraubt und. vom Baume hcllmttr «.(stieben, staunend acwahit, w'e tm« schneeweiße Hilschtuh sorgsam da5 Kind säugt. Als M>mc crwähnl, wie am Boden dcr Wiege Nunc» ,mt Blu, san unlebvar aeschrieben, das Wott ,,3'gfrid" erraten when. z,uen Aula. vom Erzohlcr beobuchtet. Es wird nun Si.wd« rasch«« Wachsthum und wunderbare Slärle g« will ihn dem Lebcnslose wieder z»führcu, das er ve» loren, er schmiedet daher heimlich fur ihn eine anseile-icilt Rüsluoa,, damit, wenn er feixe El»s crl'st gestimmt. In dicscm Haine wurden yvölf Hisf^ filr dm festlichen Umzug des Wagens dcr Golti» Hci'ha (dcr Erdc) achcgt. Als Oda eincS Taaes a„f W^d-wicscn heilsame Kränler für Kranke sammelt, höit sik cin ängstliches „Ml,rcn" (Stimme des Hirschwildc?) und tiifft, hclzueilcnd. einc Hirschkuh mit schneeweißen Haaren von einer mächtigen Schlange nmwunden, welche Sigfrid eben im Begriff ist, mit den Fäusten (ähn^ch wie der junge Herkules) zu erwürgen. Die Schwul glaubt in dem hcrilichen Jüngling voll Jugend "lid Schiwheil Bilder zu schei,, dcn Apollo der Germanen, den Hela zur Nettuna der heiligen Hiischtuh gesandt. Doch treuherzig cizählt ihr dcr Iünalinu, daß cr des weise» Mime Sohn, und als er im Walde m>ch c'"^ wunderlräftigen Wurzel gesucht, habe er die HirM"', seine alte Amme, rufen gehört und fei ihr zu Husc geeilt. In dieser Mittheilung sieht die Schcrin die Dcr° heißung künftiger Größe für Sigfrid. denn: Sandte die Göttin Ihre heilige Hinde, den Heldentnaben Äufznnähren, da»n war uon den Nornen Dies Kind erkoren zu tünftiger Vroße. 653 rathes v. Adda abgehaltenen Sitzung des Centralcomitö zur Beförderung der Erwerbsthätigkeit der böhmischen Erz. und Rieseugebirgsbewohner wurden folgende interessante Daten über den Stand und die Erfolge der im Erzgebirge bestehenden Musterwerkstättcu zur Erzeugung feiner Spitzen» gattungen mitgelheilt. Gegenwärtig bestehen folgende Muster-wcrtstättc:,: Mr Point ü l'aigu'ille zu GosscngrUn, Hcin-richsgrün, Schönlind, Frübus, Silberbach und Graslitz; für Point duchesse zu Graslitz und Neudorf; fllr Ehanlilly zu Vernau, Neudel und Trintfeifen- fllr Valenciennes zu Seifen, Gottesgab und Kupferberg. Diese Hl Mustcrwcrk. statten werden mit Ausnahme der auf Kosten des Central-comil« eröffneten Wertstätle in Kupferberg und einer von Herrn Wechsclmann in Neudcl errichteten Filiale aus deu Vorschüssen auf Rechuung der von Sr. Majestät dem Kaiser zu diesem Zwecke bestimmten Slaatslotterie erhalten. Die Zahl der unterrichteten Mädchen betrug in den Monaten Juni, Juli und August 1869 711, September, October und November 621, December 1869, dann Jänner und Februar 1870 691. Außer den Arbeitslöhnen, welche von Spihenhändlern und Factoren fllr die auf ihre Rechnung angefertigten Spitzcnwaaren bezahlt wurden, crhielen die Spitzcnarbeilerinncn in den Mustcrwcrlstätten von dem Unternehmer Herrn Wechselmaml in den obgedachlen drei Quartale» 23.450 fl. au Arbeitslohn. Im Allgemeinen lieferte das Referat die erfreuliche Ueberzeugung, daß ungeachtet der zu Überwindenden Schwierigkeiten, der geringen Theilnahme mehrerer Gemeindevertretungen, der Oppositiou von Cpitzeuhä'udlern und Factoren der Erfolg des seit ^'/2 Jahren bestehenden Unternehmens der Musterwertstä'lten ein sehr befriedigender ist, der auch dcu dauernden Betrieb der feineren Spitzenprodnction slir die Zukunft verbürgt. Die in den Werkstätten erzeugten Point ü l'aiguille- und Duchcsse - Spitzen haben bereits einen solchen Grad von Vollkommenheit erreicht, daß sie mit den Spitzen Belgiens concurriren können und auch schon nach Deutschland, Rußland und England erportirt werden; sie besitze« insbesondere den wesentlichen Vorzug vor den belgischen Spitzen, daß sie glänzend weiß sind, während jene eine gelbe Färbung haben. Die Ehantilly-Spitzen haben die französischen noch nicht erreicht. Die Valenciennes erfreuen sich eines großen und schnellen Absatzes. — (Ein neuer Dampfer.) Das ncuerbaule Eilschiff der Donau-Dampfschisfahrt-Gesellschaft, „Orient," machte am 18. d. M. Nachmittags seine erste Fahrt. Mit einem gewählten Publicum von geladenen Gästen fuhr es um 2 Uhr vom Gesellschafts'Gebäude in Pest ab, ging stromaufwärts bis Visegrad lind langte um 7 Uhr Abends, wie der „Pester Lloyd" mittheilt, schon wieder iu Pest an. Dieser Dampfer ist nach dem patenlirte» Systeme des Herrn Jackson in der Alt'Ofner Werfte erbaut worden, welches klne bisher nicht erreichte Schnelligkeit mit der größten Tragfähigkeit vereinigt. Derselbe ist wohl der größte Fluß-dampfer in Europa; seine Länge beträgt 250, feine Breite 27'/2 Fuß. Die nominelle Pferdelrast der Maschine ist 160, die effective 800. Das Schiff vermag eine Last von 1600 Tonnen zu tragen. Der „Orient" wird den Personenverkehr zwischen Galatz und Turn-Severin, bei großem Wasser zwischen Galatz und Pest vermitteln. Mit Venüz-zung dieses Eilschiffcs kann der Weg von London nach Constantiuopel in fünf Tagen zurückgelegt werde», wahrend die Linie über Marseille zehn Tage in Anspruch nimmt. — (Ein dalmatinischer Räuber.) Aus Zara, 19. April, wird der „Tr. Ztg." geschrieben, daß der berüchtigte Näuberhauptmaun Cavlina in einer Höhle des Velebit todt gefunden wurde. Wahrscheinlich hatte er sich dorthin gefluchtet, um den gegen ihn gerichteten Verfolgungen zu entgehen uud war den Strapazen und der Kälte erlegen. Er trieb sein uuseliges Handwerk schon seit 18 Jahren und auf feiue» Kopf war ein Preis von 1000 fl. gesetzt. Wenige Tage vorher waren im Vezirke Sinj die Brüder Kova^evic' und Kaltt verhaftet worden, deren ersterer otlomanischer Unterthan ist. — (Ost er feier in Rom.) Die diesjährigen religiösen Functionen und Ceremonien fanden unter massenhafter Anwesenheit von Fremden aus allen Theilen der Welt, und unter großem Zudrange der Bevölkerung statt. Imposant war die Procession in der St. Peterstirche am Gründonnerstage. Der hl. Vater stieg aus der Sirlinische» Eapelle über die berühmte Stiege in die große Basilica herab und trug mit fester Hand das Sanclissimnm sicheren Schrittes auf den Altar des heiligen Grabes. Als 1'<»»!,i-ü'x Milximuk war Pius IX. von seinem ganzen glänzenden Hofstaate umgebe», und es folgten demselben alle anwesenden Väter des Concils. Hierauf ertheilte er von der Loggia der Vatican'schcn Kirche den auf dem Platze rings, herum des Obelisken versammelten Gläubige» den aposto. lischeu Segen. Im Presbytcrium wusch der heilige Vater zwölf pricstcrlichcn Pilgern die Füße und iu dem oberen Atrium des Vaticaus war ein Tisch gedeckt und mit Spei sen für diese Pilger beladen, welche Pins IX. in Perfon bediente. — (Sonderbare Mildthätigkeit.) In Uebereinstimmung mit den Verfügungen eines uralten Testaments hat auf dem Kirchhof der St. Bartholomäus-Kirche in Smithfield eine höchst wunderliche Ceremonie stattgefunden. Eine vor langeu Iahrcu verstorbene Dame vermachte einen Fonds für eine Predigt an jedem Eharfreitage und für eine Spende von 6 <1. an 25 arme Witwen der Pfarre. Es ist aber ausdrücklich im Testamente stipulirt, daß die betreffenden Armen das armselige Geschenk vom Grabe der Erblasserin aufhebe» müsse» und daß diejenigen, deren Alter ein so tiefes Bücken unmöglich macht, die Sixpence nicht bekommen sollen! Der Gräbstein ist längst verfallen, aber die Predigt wird jedes Jahr gehalten und die hartherzige Ceremonie wird dadurch aufrechterhalten, daß die Geldstücklein auf einen benachbarten Grabstein gelegt werden. — (Die Lärmglocke der Kathedrale von Lausanne) brachte kürzlich die ganze Stadt in Bewegung. Eine Menge Menschen sammelten sich auf den Straßen, um zu vernehmen, i., welcher Richtung das Feuer ausgebrochen sei, einige Feuerspritzen rasselttn schon über die Straßen. Da aber der Thurmwächter stumm blieb, so erstieg der Polizeichef den Thurm uud fand da einen Engländer, der noch immer an der Glocke zog und auf die Frage, was das zu bedeuten habe, erklärte, daß er vergleichende Studien über den Klang der Glocken auf dem Con. tinenl anstelle. (5r halle fiir seine Versliche 12 Francs zu zahlen, die er auch mit Vergnügen crlegle. — lH" sen Mißgeburt.) Dem zoologischen Museum der Breslauer Uuiversität wurde ein hasenmißgcburt, zwei cleich den siamesischen Zwillingen durch ein Brustbein verbundene Hasen mit acht Füßen, übergeben. Die beiden Häschen waren nur zufällig uni's Leben gekommen. — (Ein Dieb stahl eigener Art) ist am 16leu d. M. iu Brüssel entdeckt worden. Eine beträchtliche Anzahl von amortisirlcn und bis zu ihrer Verbrennung in einem Archivsaale des Rcchuuugshofes »iedergelcglen StaatSpapicrcn (dieselben waren als solche blos mit einem rothen, sehr leicht tilgbaren Kreuze gcleunzeichnel) sind entwendet, und von den Thälern und ihren Mitwissern (lauter Männer Die Seherin vcrküuocl ihm seiuc künftige Größe in begeisterter Rcdc, in welcher sic auf dic Abkunft Sig frids vou König Siglmmd von Burguud, dem ältere» Bruder Gibichs, durch Hagen auf Geheiß scmcr Schwc-Ar Gulll. der Gemalin Gibichs, crmoidcl, hinweist. Die Bcwcyuxa, welche Guta über diese Erzählung Mime'S ztigt, bestätigt dessen AlMl>ia.cli ülicr dic Hcrlunfl Zicp lllds, und schloß der Rhapsode unter rauschcndcm Vci->all, indem er noch einen Epilog au das Auditorium Achtele, welcher so schön uud sinnvoll ist, daß wir dcu , U"k Aller zu verdiene» glauben, wenn wir ihn wört-uch hier folgen lasscu: Filr heut' sei's grnug. Nuu wünsch' ich zur Nacht euch Nuch trauliche Traume, Hoffentlich trag! ihr Erhobene Herzen mit cuch »lach Hanse. Und Seelen, erregt zu sanfter Rührung; Denn liebliche Bilder gebot und erlaubte Mein heutiges Ned. Ihr, liebende Heizen, ^chet im Traum, wie Sigsrid vom Tnnlhorn Herabsah auf Äriemhilds berauschende Nrize. Und ihr auch die Seele mit Souncnglanz füllte. Dann entsinnt euch der Zeit, da der süße Zauber Des erste» Blick's wie ein blendender Blitzstrahl Euch Vcide durchbebt und uerbundeu für immer. - «tuch, d,e ihr daheim der schonst^ Hoffnung Erfüllung findet, euch, glückliche Väter. ' Wann ,l,r euer SW.chen sauft und ruhig Umschlossen sehet vom Wen Schlafe. Euch zeige der Traum, wie ihr lreulich crziehcud Dem llebcu Kmde zum Kampfe des Bebens Gleich Mimen, möget der wüthigen Maunheil Niemals zerreißende Mstuug bereuen. Ihr, s.lige Mütter, ihr müget sehen An der Wiege des Lieblings ein lichtes Wunder. Die Königin der Fee» lommc uiit dem Füllhorn Glänzender Gabe» dcuüthe vermischend mitlhcilt Zum Mulhe der Manuheil die Milch der Milde, Und ich will träumen, ich halte dic Tuche Au6 dem rauschenden Nhciu ans k'aud gerettet; D'rin unversehrt als blühender Säugling Die Sage schläft, um. in meiurm Gesang..- Erwachend, zu wachsen zn Wunderlräftrn. Denn sie so» erlegen den Lindwurm der i?i!ge, Mit der rill Jahrtausend uns kinder gelauscht Hal: Als ob unsre Vater, die furchllosen Helden, Dir Weltübcrwiuder durch Zucht und Wcisheil, Die das Tiefste erdacht uon dec! Daseins Bedeutung, Was der dichtende Geist uoch auf Erden enldcclt Hal. Nur Wilde gewesen, voll Wahn und Irrthum. So vertraue mein ^'icd iin lichlcn Traume, Von dem Fündliügsschluerz mein Volk zu erlösen, Und es stärlc mein Herz die stolze Hoffnung. Daß neidlos bezaubert die Zeitgenossen Dem i.'iede lauschen, und, zufrieden lächelnd, Nur Beifall winken die Barden in Walhall, Die Dichler der Edda, der edlc Firdusi Und Vater Homer, mein Fillner und Meister. So lasset u„s Jeden. Iünglmg und Iungsrau, Sorgende Männer uud sanfte Müller, U„s're liebsten Wünsche als wohl gelungen Getrost und vertrauend im Traum schon erleben; Doch wachend dann wirken mit wackerer Arbeit, , Daß diese Wünsche zur Wahrheit werden. der gebildeten Classe, zum Theil Beamte des Rcchnungs-hofs. wie man versichert) theils wieder in Umlauf geseht, lHeils gegen baares Geld auf offenllichcn Banken niedergelegt worden. Näheres über den Nelauf dcS Diebstahls (man fpricht von einer halben Million) ist nicht bekannt. — (Seeräuberei an der englischen Küste.) In Deal hat ein Praceß gegen neun Bootsleute begonnen, welche der Seeräuberei an der englischen Küste beschuldigt sind. Am 17. December vorigen Jahres enterien sie den holländischen Lootsenlutter Nr. 7 und verlangten Branntwein und Tabat. Als man ihnen sagte, es sei nichts au Bord, wurden sie handgemein und mißhandelten die Mann» schafl des Kutters. Die Entscheidung des Gerichtshofes ist noch nicht gefällt. — (Wozu die Statistik gut ist.) Dr. Bon. nitzres, der Held der Blatlern- und Impf - Epidemie, hat constatirl, daß sich unter hundert Personen, die sich zum zweiten male impfen lassen, 4s> Dculfche, 22 Amerikaner, 14 Frauzofen, 12 Engländer, 6 Belgier, 3 Spanier, 2 Russen und 1 Italicner befinden. Das Alter wechselt von 4—98 Jahren» die größte Zahl der zweiten Impfungen findet sich im Aller von Ali Jahren. — (Griechischer V r i g a n l a g g i 0.) Zu der telegraphischen Meldung, daß griechische Vriganten eine Gesellschaft von Reisenden in die Verge geschleppt haben und enorme Löscgelocr für deren ^reigebung verlangen, liegen jel)! folgende Details vor: Der irische Lord Mun caster, ein englischer und ein italienischer Legationssecretä'r, drei englische Touristcu uud zwei Damen, Lady Muncaster und ihre Schwägerin Miß L'Estrange, wurden in der Nähe von Marathon von Banditen aufgehoben. Die Damen wurden bald nachher wieder in Freiheit geseht, für die übrigen Reifenden aber wurde ein Lösegeld von 2000 L. verlangt. Zur Beruhigung des PublicumS wird hinzuge^ fügt, daß eine von dem Gesellschciflsrciseunteruchmer Cool ausgeschickte Echaar von 45, Personen, die sich gerade in Griechenland befindet, den Räubern entgangen fei. Die „Times" läßt sich über das ganze Ereigniß in einem fast scherzhaften Tone vernehmen, der augenscheinlich bercämet ist. die Flut britischer Entrüstung und den Ruf nach Züch ligung abzulenken. Sie stellt die Lage der Gefangenen als ungefährlich und das Lösegeld als mäßig dar, vergißt aber auch nicht, auszuführen, daß die griechische Regierung beim besten Willen nicht die in den Händen der Räuber Befindlichen erlöfen könne, es sei denn, sie entschließe sich selbst das Lösegeld zu zahlen. Zu Gewallmaßrcgclu sci leine Ver» anlassung und nebenbei könnten dieselben auch für die Ge< fangenen unaugcnehme Folgen haben, so daß man am be» sten thue, der Sache ihren natürlichen Verlauf zu lassen. Locales. — (Auszeichnungen.) Se. l. und l. apostolische Majestät haben mit allerhöchster Entschließung vom 14len April d. I. unserem Landömannc, dem Borstande des österreichischen Poslamles in Alcxandrien Joseph Busi? in Anerkennung seiner eifrigen und ersprießlichen Dienstleistung das Ritterkreuz des Franz-Ioscphs-Oroens allergnädigst zu verleihen geruht. — Se, l. und l. apostolische Majestät haben mit allerhöchster Entschließung vom 16. April d. I. dem Statchallcrelsecretär und Referenten der lrainischcn Grundlastcu-Ablösuugs- und Regulirungs-Landescommission Alois Tschick aus Anlaß der von ihm erbetenen Ber« scyung in den bleibenden Ruhestand in Anerkennung seiner vicljährigen, treuen und ersprießlichen Dienstleistung den Titel eines Regierungsralhes mit Nachsicht der Taxen aller» gnädigst zu verleihen geruht. — (Für die Karstbewaldung) hat das Acker-bauministcrium einen Plan genehmigt, dessen Ausführung mit diesem Jahre zu beginne» hat. Tanach sind 252 Istriancr Gemeinden in das Nctz der Karslbewaldang ein-bezogcn, und sollen im ganzen etwas über 111 Quadrat-meilcn bcwaldct werden. Die Bewaldung soll sich jährlich auf 756 Joch erstrecke«, wofür zwei Millionen zwei oder drei Jahre alter Walobänmc, dann eine Million Obst» und Maulbccrbämuc veranschlagt sind. Dieser Bedarf soll aus deu Baumschulen von Monte Seimino, Rodit und Görz gedeckt werden. Der Plan ist auf fünfzig Jahre bemessen. — (Das Programm für die am 26. Sep« tember in Wien beginnende Same n aus st el-lung), deren Dauer vorläufig auf acht Tage festgesetzt ist. ist von der t. l, Ackcrbaugesellschcisl in Wien versandt worden. Zweck der Ausstellung ist, eine» Ucbcrblick zu gewinnen über die wichtigsten der gegenwärtig im Kaiserstaate gebau« ten landwirtschaftlichen und horlicolen Sämereien, mit In, begriff der gesuchteren Waldfamen; jene Samenarten len, nen zu lernen, wclchc in vorzüglicher Qualität bereit« im Inlande producirt werden; jene Personen zu ermitteln, welche sich bcrc,tS mit Erfolg der Samenzucht und dem Samenhandcl gewidmet haben, sowie jene Gegenden, in welchen der Eamcubau in größcrem Maßstabe betrieben wird, und durch diese Ausstellung den Uebergang zu künftigen Eanleumärllcn anzubahnen. — (Der hier vor Kurzem gegründete Arbeiterbildungsverein) hält am nächsten Sonntag eine Gcncralvcrsammlung ab. Außer dem Antraae auf Errichtung eiucr Abtheilung sür ArbeUszuweisunaen und Gründung einer Kranlcncasse wird auch ein Anlraa auf Abänderung der Statuten eingebracht werden Wie wir hören, geht derselbe dahw, daß'die bisher ausgeschlos. ! sene Besprechung von politischen Fragen nunmehr fur zu-lMg erklärt wird. 654 — (Wiener Theuerung« enqu öte.) Herr Eec-tionschef v. Pretis war nach der Uebernahme der Leitung des Haudelsministeriumö durch seine vermehrten Dienstes-obliegenheilcn genöthigt, den Vorsitz in der Theuerung«-enqumecommission niederzulegen. Wie wir vernehmen, ist der bisherige Referent Herr Hofrath Dr. Klun mit dem Vorsitz betraut und Herr Oskar von Stahl als Referent bestellt worden. — (In derWiener Handelskammer) über» gab am 13. d.M. Herr Dr. M. Dollenz, Hof- und Gerichlsadvocal in Wien, im Namen des Herrn Präsidenten der Handels- und Gewerdetammer in Laibach drei Druckschriften, welche die Vortheile einer neuen Eisenbahnlinie (Trata - Lack -Pölland-Idria-Wippach-Eessana-Servola^Mug-gia) darstellen, die anstatt der Prcdildahn eine zweite Elsen-bahnverdindung des Vinuenlandcö mit dem adrialischen Meere herstellen soll. Diese Druckschriften wurden sämmtlichen Herren Kammern,ilgliederu mitgetheilt. — (Dr. Wilhelm Jordans dritte Rhapsodie) schloß würdig den Cyklus dieser durch Inhalt und Form einzig dastehenden Borträge, welche mit immer steigendem Peifalle aufgenommen wurden und welche wir als einen wahren Sieg deutscher Dichtung bezeichnen tonucn, einen Sieg, der beweist, daß unsere allen Sympathien für die Heimat der Sage, für die Zusammengehörigkeit mit dem großen deutschen Vaterlande nicht erloschen sind, daß unsere Herzen nvch immer trotz Bruderzwist und unverständigen Racenhasses mit all' ihrer Wärme an der großen Vergangenheit des Volkes hängen, welchem wir die größten Güter der Menschheit, Veredlung und Fortschritt, zu danken haben. Herr Jordan fand, als er seine Nednerblihne betrat, einen Kranz auf derselben, welchen ihni die Damen zum Andenken an die unvergeßlichen Tage des 19., 21ten und 22. April gewidmet, und dessen Vand oie Inschrift trägt: Wir fröhlichen Blumen, im Frühling erblühet, Wir sind gesendet dem Sänger der Sage, — Der liedgewaltig zum Leben sie weckte, Die schlummernd verschollne, vom Haubcrschlafe, — Zu sprechen dem Meister der Musik der Sprache, Dem Dichter, den Dank der Damen von Laibach. Lebhafter Beifall begrüßte fchon das Erscheinen des Säugers, den wir mit Wehmuth scheiden sehen und dem wir nur mehr ein herzliches Lebewohl mit dem Wunsche des Wiedersehens, wenn es ein freundliches Geschick ermöglichen sollte, zurufen können. In dem letzten Vortrage entfaltete der Rhapsode alle seine Vorzüge, und die zahlreiche, andächtig lauschende Zuhörerschaft lohnte ihn zum Schlüsse mit reichlichem Beifall. Wir werden kommenden Montag auch diese letzte höchst interessante Rhapsodie eingehend würdigen. — (Vereinsnachrichten.) Heute Abend nach dem Concerte des Herrn Ander findet im Iischer'schen Salon wieder eine Turner kneipe statt, zu welcher auch die freiwillige Feuerwehr freundlichst eingeladen ist. — Morgen Früh 6 Uhr findet eine Gesa mm tli buug der Feuerwehr statt. — (St. Georgöfeier.) Wie alljährlich, fo wird auch morgen, Sonntag den 24. d., die kirchliche Feier des heil. Georg, als Laidacher Stadtpatron, auf dem hiesigen Castellberge stattfinden, und zwar Vormittags um 10 Uhr und Nachmittags um 4 Uhr. Von Seite der k. k. Etrafanstaltsbchörden wurde aus diesem Anlasse die Verfügung getroffen, daß dem Publicum von 9 bis 11 Uhr Vor-, und 3 bis 5 Uhr Nachmittags der Zutritt in den Hofraum der Strafanstalt gestattet wird. — (Schadenfeuer.) In der Nacht vom 16. auf den 17. d. M. um halb 1 Uhr brach in dem Wirth-fchaftsgcbäude des Lucas Pablo von Klanz Feuer aus, welches iu kurzer Zeit die Wohn^ und Wirtschaftsgebäude dieses VesitzerS und von weitern acht Grundbesitzern sammt allen Vorräthen und Meierrüstungen einäscherte. Dem Lucas Babic verbrannten auch drei Klihc, ei» Ochs und ein Kalb; die Entstehungöursache des Feuers ist unbekannt. Dem weiter« Umsichgreifen des Feuers, welches selbst der Stadt Krainburg hätte gefährlich werden können, wurde durch die zweckmäßige Leitung der städtischen Feuerspritzen durch den Gemeinderath Thomas Pauschler und durch die Thätigkeit des Leopold Iugoviz, welcher mit seiner eigenen Spritze am Ärandorte erschien, Hinhalt gethan. Die Beschädigten waren für ihre abgebrannten Gebäude bei der wechselseiligen Brandschadeuversicherungs-Anstalt mit verschiedenen Betragen assecurirt. —> (Herr P. N. Feuscr) der einige Zeit hindurch in Laibach als Grundbesitzer oeü Laibacher Moors verweilte, wurde von der steierischen ^,indwirlhschaftsgesellschaft zum Wanderlehrer gewählt, welche Stelle er vorher bei der n, ö. Landwinhschaflsgesellschast vcrsehen. — (Tod'fall.) In RnoolfSwerlh starb der Herr Canonicus Anton Velin. — (Linie S t. Peter-Fiume.) Ueber die Fortschritte auf dieser Linie finden wir in der „Tr. Ztg" folgende Daten: Im Monate Jänner wurden auf der Strecke zwischen Narein und Eappiane die «Zrdarbciten auf 15 Stelle» in Angriff genommen und hievei eine Erdbewegung von 2902 3ch. Rth. erzielt. Die Sohlenstollen in den Tunnels Nr. II (Iaccis, 770 Fuß lang) und Nr. III (Küllenbcrg, 930 Fuß lang) sind mit den Längen von 935 bez. 993 Fuß seit November vollendet. Der Eohlen-stollen im Tunnel Nr. IV (Maloberzhe) ist bis zu einer Länge von 1248 ssuß gediehen; auch wurde der Stollen in der ganzen Ausdehnung verbreitert, um größere Rollwägen verwenden zu tönuen. Im Februar waren ans dieser Linie täglich durchschnittlich 245 Taglöliner und 30 Pro-fcssionisten mit 130 Karren in Verwendung und 5100 Curr.-Fuß Rollbahnen aufgestellt. Außerdem waren 38.900 lfd. Fuß Tchunen nebst Kleinmaterial für Rollbahnen, 60 Hlück Rollwagen und 210 Slück Karren vorräthig. Die Arbeitsleistung beim Unterbau betrug End^: Februar 2-6 Proc. Bei dem in Angriff genommenen Tunnel Nr. IV (Maloberzhe lg. 1975 Fuß) war der mit 7 Fuß im Geviert ausgearbeitete Sohlenstollen auf 1255 Curr.-Fuß gediehen. An der Nordseite desselben sind auch die Regu-llruugsarbeücn bereits ausgeführt. Ein Object mit 9 Fuß Lichtweite bei Prof. Nr. 13 -j- 116 ist vollkommen fertig. Weiters wurden für den eigentlichen Bau verschiedene Vor-bereitungsarbeiten bewirlt. In der Wittigne-Schlucht wurde zunächst dem Viaducte eine größere Varakc mit Wohnungen, Magazinen und Stallungen errichtet. An Werkzeugen wurden größere Mengen beigestellt. Für die Zufuhr der Baumaterialien wurde beim Maloberzhe-Tunuel ein Com« municationsweg, welcher die Nord- und Südseite desselben verbindet, hergestellt. Die Auöstcckuug der definitiven Vau-linie ist nunmehr incl. einer Variante bei Nutawacz bi« zur Grenze dcs Fiumaner Gebietes vollendet. Das Ergebniß der auf letzterem Territorium am 22. Jänner d. I. abgehaltenen politischen Begehung war insofernc ein vollkommen befriedigendes, als sich die sämmllichen anweseu. den Commissionsmitglieder für die Annahme der projeclir-ten Bahnlinie aussprachen. Nrucsle M Paris, 21. April. (N. Fr. Pr.) Der ..Figaro" will wissen, der Kaiser besitze die Copic cines Arieses deS Herzogs von slumale an diV' «lilictrrtcncn Miüisttr Glisset nnd Daru, m wclchcm ihncn lMalhen wirt>, auf ihrc Portefeuilles zu verzichten, wcil dadurch die orlcam- ^sllschc Pulte, sich liewogm fühlcn weroc, bei dem Ple- i biscit ein negatives Volum abzugeben. — Die Posl- , lichördcn wurden bereits vcrstcwdigt, daß sie am Samslag acht Millionen Facsimiliell dcs Kaisers an die Wähle, ! zu versenden haben werden. H«lea!'»pl)isci,e W,c»»jllsl ursf uom 22 April ! 5pcrc. Melalliquc« 60,65, -- 5pcrc. Metalliqneö mil Mai. und Nuuemdcr-Zmsm 6>).65 - ^pcrc. Nlltioiial-A!ii <»!),n». , - 1860er ^!nll>iiu!itthm litt.25. Hnülactic» 713. - Hrcdii- Acliei! 253.80 — Loudon 123,50. - Silber 120.35. N, l ' Dncaicn 5 85',,. Verstorbene. Deil 16. April. Dem Herrn Johann Justm, Handelsmann, sein jtind Thella, alt 4", Jahre, in der Krakaiworstadt Nr. 76 au der ^iehirnlählnung, — Wenzel Wrang, Iiistitiitsanner, alt «0 Jahre, im BersorgiulgshcmftNr, 5 an der Briistwassechlcht, Den 17. April. Dem Herrn Kaspar Naglas, ?ackirer und Hausmeister, sein Kind Maria, alt 1 Jahr und 1« Tag/, in der Stadt Nr. 20« an Fraisen. — Maria Krizai, Institiitsarme, alt 60 Jahre, im Versorgnngshallse Nr. 4 an wiederholtem Cchlagfluß. Den 18. April, Anton Frit), pensionirter Inquisitionshans' Aufseher, alt 78 Jahre, ill der Stadt Nr. 91 au Erschöpfung der Kräfte. Den 19. April. Jalob Berce. Zwäugling, alt 3^ Jahre, im Zwaugsarbeitshaose Nr. 4? an der Llingciilähmnng. — Dem Herrn Heinrich Woschner, Schneider, sein Kind Rudolf, alt 1 Jahr, in der Gradijcbauorstadt Nr 39 an der Oehiruhautentziindung. Den 20. April. Herr Josef Hilschcr, Organist lind Clauier lehrer, starb im 5!) Lebensjahre in der Zt. Peteröuorstadt Nr. 143 am Schleimschlage. — Maria Alth, Znckerwcrkuertäuferi», alt 66 Jahre, in der Tirncnivorstadt Nr,«',, an der ^ungenlähmnng. -^ Herr Johann .Ka>'lellitz, Milirter !. t. Statlhaltcrei Hilfsämter Director uud Besifter des goldenen Verdienstlrenzes mit der Krone, alt 73 Jahre, in der Stadt Nr 2^8 an der Herzlähmuug. Franz Mauckart, Zwä»gling, all 5>!-l Jahre, im Zwaugsarbeits-hause Nr. 47 an der Darmlähmnng, Den 21. April, Der wohlgcoorne Herr Dr. Heinrich Costa, Mil, t. t. Obrvamtsdirector, Ritter deZ Franz Josef Ordens, Mitglied vieler gelehrten Gesellschaften ?c,, alt 74 Jahre, in der Stadt Nr. 215 an den Krämpfen in Folge mehrerer Schlag« »fälle. 'Allstekommeuo Fremde. All! 2s» April. 2tadt TUie». Die Herren: Seiter, Kaufm., von Graz Schmalzt, Handelsm,, von Wien, — Buchreiner, Kfm., uon Trieft. Siegel, OberIngeniexr, voil Wien. «Hullmajer, Lehrer, v^n Aick, Mjo, Kaufm., von Trieft. - - Syz, Fa-brils Besitzer, von Gratwei». — Kaindel, t. t ObcrTelegra phist, von TriVst. — Ierai, Besitzer, von Neuhaus. - Moro cutti, Prioalicr, von Wien. - Nolh, Privatier, von (Yraz, Augiistin, Privatier, von lhraz. Olcfant. Die Heiren: Bonic, Kfm., von Karlstadt. - - Ober< mann, von Gottschrc. - Holländer, Fabrikant, ans Baiern, — Blau, Kfm., von Tnest, Frl, Pölz, Kammerjungfer, von »<, -^13 n O, »mßin. heiler <».,.> .10.. Ab. '<30',« j 7.., O, schwach heiter Sttrlieiihclle Nacht. Rrif. Souliiger Tag. Fcdcrwolteil. Nachinitlags wiiidiss, Abendrolh, DaS Tagesmiltil drr Wärüil: -s-7'!", iiüi 0 1° n»!cr dem Normnle. ^>'ra»!N!or!lich,'r Nsda^lriü : Ig»a; v. K l e > « >n n y r. Mit dein Gefühle des linsten Schmerze« geben die Gefrrügtcu ihren Verwandt«,-», Freunde!! iixd B^a»,,- ^W ^W lcn Nachricht vl'ii del» höchst littiühcnden Hiiischeidc,! ^» ^> ihlci« iniiigslgclislilei! Valero, riiclsichtlich Schwicgcr- ^> ualll'S, dc« Herrn ^D ^> l. l. i»b, ^^Ütircctor, Ütitl« d<-ö l. l, ,zran, Joseph Ordens, ^> ^> lilncübiiviicr von ü^i^'lftOrcvth, (ihrcn , concspl'üdircndcs »nd wnllichc« Mil^ücd vieler gclchvlci! Gesellschaslc» u. s. w. ^> ^ welcher aiu 21. d M im, 3'/, Uhr nach Mitternacht W im 74. Lcdenejahre, »nch lurzeni beiden, versehen mit ^D ^> dcn heil. Sterdesalramrilteu, selig im Herrn einschlief ^ DaS i,'cjchc»Iicssä!,gilis; findrt SnmStag dc« 23. d. M, W ^ NachüliüassS 5> Uhr von, Hanse Nr. 215> in der Herren- ^ M Mr statt, ^ ^> Die heil. Seclelitucssell »ucrden in mehrcre» Kirchen ^W ^W gellsen, ^> Dcr lüiucraeßlichc Verlillchcllc wird dc»! frommen ^ Alideolcil mid Oebelc empfahlo». ^ M ^,'ai bach, nll, 2l, April l870. <)sy M W Tr. ^.H.lsotta, Sohn. «olueliaTchollmnyer geb. ^ M (sosta, Tochie,'. Franz TchsUmayer, Echwiei^lsuh». M NlFrll'llNpslsNt ^.^len, 21 Äuril I,n ^^rgcschäfle setzte, i5rco!Uic!ic» niid Anglo zil hc,,en Einsen ei», crmäsjiglm di.srldc,! >il>cr im >l>^!^v,i ^lrlailie, erstere vo» ^<).I<< di« 2!»7.8»>, ^l<^lnl>l^lU)l. lctzicrc von 324 di« 3l!,. !t.'ü'ml)cndc.!i bcml'gtm sich gcgcn ^'st^ril liedentend ljcbcssm, ;wischi.'» 200,^0 und 1!»!»,l0. Tramway hosserte» sich bis 207 n,n l5 fl>. ernläsjigtl'» dlnin adcr ihre Reprisc bi« 202.50. In Baiitvcn-in wind? 2.^l> 5)0 —257 gemacht. Die Miclagöborsl,' wnr, uoii i iliig!.'» Schwa>ilu»geil abgesehen, im Allgemeine» hei geringem Geschäfte ziemlich fest. Reu!!,' imd LtaatSK'se, warcu gcuau zil den gcslrigm Eursc» im Verkehr nild auch die llberwie^iidc Mchrznhl der Ba»s. und Eiscndahiipapierc dchauptele sich auf ihren, gestrige,! Niveau-Fraiicobank hudeil sich liiö 118 !>> um 4 fl,, H^nidelöbaitt bi« 114 im, 3 st, Gcgc» Hchluß helelitc sich die Sl,ln>iilil>g, Nenle, Domäm'ii, Buntpfandbriese uud Prioritälen, darunter anch j,c»c dcl' Südbahn, wilrdeu ;u steigenden Eursei, aiiö dem Martte genommen. Allch fltr Actirn mehrerer Nütcruehlmingen fanden sich willigere Käufer. Drvifcil waren offcrirt »»d iioliren dlirchq^hends lief^- ^T. Allgeiueine Htaatoschuld. Für 1U0 si. Geld Waar, Einheitliche Staatsschuld zu 5 p2t.: in Noten verzins!. Mai-November 60,70 »i«»80 ,. „ „ Fcdruar.Augnst 1^0,65 W.75 „ Silber „ Jänner-Juli . 70.70 70 2« „ „ „ Nprll-Oclodcr. 69.^'5 70 05 Vteueranleheu rUltzahIbar (^) , 98 75 99.— (i) . 97.50 98.- kose v I, 1839......230.— 231.- „ „ 1854 (4'/,) zn 250 fl. 90.- 91.- „ I860 zu 500 ft. . . 96.50 96,75 „ „ I860 zu 100 fl. . . 1<>6— 1W50 ., „ 1864 zn 100 st. . 119— 119.^5 StaatslDomäncl! Pfandbriefe zu 120 ft. d W. j,i Slber . . 127.25 12750 Für 100 fl. ,_^. G,'ld Wnar ^?""" - - - - zu5p4 ^ Un<,arn.....b, 7U80 ?^>^ O. Actie» von Bankinstituten. Geld Waare Nnglo-östcrr. Van! abgest. . . 319 — 310.50 Aüglo-niigar. Baut .... —.— —.— Vllutvercin.......254.— 255.— Boden-Ereditllnstalt .... 387 — 389.— Creditcinstalt f, Handel u. Gew. . 358 20 258.40 Crcdüanstalt, allgem. ungar. . - 88 50 89,— Escomvte-Gcsellschaft, u. ü. . .862. 866.-Frmico-österr. Banl . . , .119.-119,50 Gemrlllbllnl.......«6,— 87 — Natiollalvanl. .....715 — 71? — Niederländische Vanl .... 99 - 100.- Vcrcinsbanl.......110-110 50 Vertehrslillnk.......II1.l>0 I>2.50 Wiener Banl......76, ?7.- >V. Actien von Transportuoternek- munstcn. Geld Waare Alsüld-Fiilmaner Vahu . . . 172,— 173 — Vl'hm Westbahl,.....23650 237.50 Earl-Vudwig-Bahn.....2:^7.- 237,50 i)o!!ail Dampfschiffs. Gesellsch. . 589 - 59«» - Elnavnh-W.ftvahll.....190 75>9I75 Fevdiuand«-Nu>dbahn , . . 2215 — 2220,— F!U!«tlrcheu-Barcser-Vllhn . . 173 75 174 50 l yrunz-I«stp!,«.t,b. ijfterr........379.— 381 — Omnibus........—.— —. Nudolsö-Bahii......164.50 165,- Siebeiibiirgcr Bahn . , , 16775 16825 Slaalöbllh».......393.— 395.— Slldbah».......202,20 202.50 S»d.l,ordt> Verbind. Bahn . . 177 50 178.-- Theiß-Bahn.......230 - 230,50 Tramway........20350 204,— «. Pfandbriefe (für 100 fl.) Mg. üst Vot>m-Eredit-Plustal! Geld Waare verlusvar ,u 5 pCt. m Silber 107 50 107 75 t>to.in33I.ri!ckz.zu5pEt.il!ö.W, «)0,25 90 75 Natlonalv. auf 0. W. verloSb. zu 5 pEt........98... 98.30 Ocst.Hypb. ,u 5'/, pLt. rllckz. 1878 98.- 99.- Nilg. B°d.-riorilätHobliaationen. ^ 10) ft. ii. W. Geld Waare Elis.-Wcstli. in S. verz. (I. Ennss.) 93 25 93 75 Fel'dwauds'.Nordl,, in Silb vcrz. 106.- 106 50 Franz-Iosephs-Bohn .... 9560 9.'.8l> O.'' ssrantfurt a.M. 100 ft. octto 102.55 102 7>i Hamburg, fllr 100 Marl Vm:c° 91,- 911 l!o,ido!,, flir 10 Pfund Sterling 123 50 >23 ", pari«, für 100 Francs . . . 49.-- ^"^ <5o„r« der Oeldsorten li. Miinz-Ducatn . 5 ft. 86 lr. lift. «. "-/tllpoleonSd'or . . 9 .. 85j .. 9 ,. Ai " Vcrei.löthaler. . , 1 .. «1 i « ' ' "^' " Silber , . ^.^50 ,. 120 .. 7b „ »rmuische Grunt>eutl°ttung«-Oblin'.l'ouen. Pr. v°tu°ttrun«: V6— Geld. 94 W°are