Nr. 267. Plänumeiationiftiei«: Im Lomptoll ganzj. fl. 11, halbj. fi. b-bo. Yllr die Zustellung in« H«u« halbj. 50 l,. Viit d« Post ganzj. ft, 15, halbj. fi.? 5u. Mittwoch, 21. November. Insertion«««»««: ffür llelne Instlate »<» zn 4 gellen 25 ti., größer« per Zelle 6 kr., bei ssl««« wleberholungen p,i Zille » ll. 1883. Amtlicher Theil. Se. l. und k. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung vom 11. November d. I. ^ergnädigst anzuordnen geruht, dass dem Hofrathe Ald Kanzleidirector des Herrenhauses des Neichsrathes «arl Ritter v. Roschmann«Hörburg aus Anlass ^er über sein Ansuchen erfolgten Uebernahme in den dauernden Ruhestand der Ausdruck der Allerhöchsten Zufriedenheit mit seiner vieljährigen treuen und aus« ^zeichneten Dienstleistung bekannt gegeben werde. Se. l. und t. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung vom 9. November d. I. dem ^llf« und Ministerialsecretär im k. und l. Ministerium U kais. Hauses und des Aeußern Joseph Ritter von ."lalfatti di Monte.Tretto anlässlich der über An Ansuchen erfolgten Uebernahme in den zeitlichen "tuhestand in Anerkennung seiner vorzüglichen Dienst-n "6, ^" ^'^ und Charakter eines Sectionsralhes ^ergnlldigst taxfrei zu verleihen geruht. Nichtamtlicher Theil. ^ Se. Majestät der Kaiser haben, wie das Präger Abendblatt meldet, dem Veteranenvereiue in ^llihlhausen zur Anschaffung einer Fahne 80 fl.. ferner zur Anschaffung von Feuerlöschrequisiten der wernemde Lrdsta im Bezirke Reichenau 80 fl. und der Gemeinde Limnitz im Bezirke Falkenau 60 fl. zu spenden geruht. Feier des Durchschlages des Arlberg-Tunnels. Innsbruck, 18. November. . Se. Excellenz der Handelsminister Baron Pino langte auf der Fahrt zum Tunneldurchschlage gestern ?°lgens 8 Uhr 45 Minuten in Innsbruck an. In !"ner Begleitung befanden sich der Chef des Präsidial, «ureau Sectionsrath Ritter v. Obentraut, der Eisen« Mnbau.Referent im Handelsministerium Sectionsrath Aliherr v. Lilienau mit dem Ministerialsecretär Dr. I^'ßl, ferner von der Generalinsftection Hofrath Ritter 3i P'schof, der Leiter der Baudirection Oberinfpector Schacher mit dem Inspector Wachtler. Auf dem ^ahnhofe in Innsbruck wurde der Handelsminister ^ dnn Statthalter Baron Widmann, dem Landes« ^llptinann Ritter v. Rapp, den Herrenhausmitgliedern Ritter v. Toggenburg und Baron Ceschi, dem Bürger-meister von Innsbruck Falk, dem Statthaltereirathe Baron Puthon, dem Oberbaurathe Prendinger und von dem Secretär der Il.nsbrucker Handelskammer Payr begrüßt. Nach einem Aufenthalte von 15 Mi« nuten wurde die Fahrt nach Landeck fortgesetzt, wel« cher sich der Statthalter und die übrigen genannten Herren anschlössen. Das Wetter ist günstig. Während der Fahrt durch das Zillerthal genoss die Gesellschaft das farbenprächtige Schauspiel des Sonnenaufganges. Die schneebedeckten Bergspitzen glühten im Morgen-rothe und verkündeten den Anbruch eines schönen Tages. Der nur theilweise bewölkte Himmel, die klare Luft gestatteten die weiteste Fernsicht. Zu den Festlich« leiten, welche auf der Westseile dcs Tunnels stattfinden werden, begaben sich Sectionschef Baron Puß« wald, Ministerialsecretär v. Anderlan und kaiserlicher Rath Dr. L'harzik, letzterer in Stellvertretung des Leiters der Baudirection im Handelsministerium. Die-selben hatten sich bis Salzburg in der Begleitung des Handelsmilnster« befunden und zweigten daselbst nach ihrem Reiseziele ab. Um 11 Uhr 45 Min. mittags traf Se. Excellenz Handelsminister Freiherr von Pino sammt Gefolge in Landeck ein und wurde vom Bezirkshauptmanne Scherer begrüßt. Ein Theil der Gesellschaft übernachtet in Landeck, während der Minister mit dem Statthalter von Tirol und dem größten Theile der Beamten nach dritthalbstündigem Aufenthalte mittelst Wagen die Fahrt nach St. Anton antrat. Ihre Excellenzen der Handelsminister und der Statthalter trafen um 4'/, Uhr nachmittags in dem reich mit Flaggen geschmeckten Orte St. Anton ein und wurden von den Herben der Äauunternehmung empfangen. Der Minister, der Statthalter, deren Gefolge, dann die Herrenhausmitglieder Ritter v. Toggenburg und Baron Ceschi sowie emige andere Hono« ratioren übernachten hier, während die Mehrzahl der Festgäste ihr Nachtquartier in Landeck haben und erst morgen früh zur Feier in St. Anton eintreffen. Das regste Leben herrscht in St. Anton; ein kalter, aber reiner Wintermorgen breitet sich über die Schneelandschaft. Eine Reihe von Wagen bringt neue Gäste, von denen viele erst gestern Wien verlassen hatten und die Nacht über von Landeck mit Wagen Hieher befördert wurden. Gruppen von Arbeitern füllen den Ort und umstehen den langen, mit Laternen reich geschmückten Zug, der zur Einfahrt in den Tunnel bereit steht. Vor dem Tunnelportale erhebt sich ein künstlerisch geschmückter Triumphbogen, an welchem um 9 Uhr die Feldmesfe in Anwesenheit der Festgäste gelesen wird. Um 10 Uhr wird sich der Zug vom Portale bis zur Station (4100 Meter) bewegen, von wo die Wagen bis zu 5400 Meter vorgeschoben werden. Nun wird sich die Gesellschaft zu Fuß bis zur Trennung«« wand begeben, dieselbe besichtigen und bis 5400 Meter zurückkehren. Hierauf folgt das Abfeuern der Durch« schlagsminen durch Se. Excellenz den Herrn Handels« minister Baron Pino. Während des Schuttabriiumens und Legens der Geleise wird die Vertheilung der Me-daillen durch den Herrn Handelsminister vorgenommen, wozu derselbe folgende Worte fpricht: „Meine Herren! Liebe Werkmeister und Arbeiter! Sie haben alle gemeinschaftlich an diesem großen Werke mitgearbeitet, die Einen mit ihrem Genie und Geiste, die Anderen mit ihrem Geschicke und ihrer Kraft; alle haben Sie sich um das Vaterland dadurch verdient gemacht. Die Medaillen, die Sie erhalten werden, sollen für Sie ein dauerndes Zeichen der Erinnerung an die zwar mühevolle und schwierige, aber mit glän« zendem Erfolge gekrönte Arbeit sein. Ich nehme daher mit größtem Vergnügen die Vertheilung der Me-daillen vor." Nach der Vertheilung der Medaillen wird durch die Durchschlagstelle zur westlichen Station im Tunnel (2600 Meter) gefahren, wo die gegenseitige Begrüßung der von Ost und West zusammengetroffenen Gesell« schaften stattfindet. Der vereinigte Zug fährt nach Langen. Hierauf Dejeuner, Besichtigung der Installa« tion und Rückfahrt durch den Tunnel nach St. Anton. Eröffnung des böhmischen National-Theaters. Prag, 18. November. Die feierliche Uebergabe des böhmischen National-Theaters seitens des Baucomitc's an den Landesausschuss und das Directions-Consortium fand heute vormittags auf der Bühne des neuen Theaters statt. Die städtischen und viele Privatgebäude waren schon seit frühem Morgen decoriert; besonders festlich geschmückt sind die Häuser in der Umgebung des Theaters. Das Innere desselben, das mit hohem lünst« lerischen Geschmacke ausgestattet ist und sich in go diegenem Glänze präsentiert, erstrahlte taghell im elektrischen Lichte. Das gesammte Künstlerpersonal, geführt vom Director Schubert, dem Secretär Sklenüt und dem ersten Regisseur Kolär jun., versammelte sich auf Feuilleton. Das böhmische National-Theater in Prag. I. Prag. 1«. November. 5. In der hundertthürmigen Hauptstadt des König-tw?^ Böhmen wurde heute unter großartiger Theil-l^llie aller Schichten der Bevölkerung ein Gebäude ..^kr Bestimmung übergeben, das für alle Zeiten ein glides Denkmal musterhaften Gemeinsinnes und ^lttwilliger Hingebung bilden wird. Der Tempel der statischen Kunst, den die Nation sich auf dem Insten Punkte der an interessanten Baudenkmälern !»i^ ^ ^ reichen Landeshauptstadt errichtet hat, ist l>.z bloß eine Zierde Prags, sondern ein Schmuck sein ^"M Landes, das in so werkthätiger Weise «Na? Theilnahme an dem Zustandekommen des groß ^legten und glänzend durchgeführten Unternehmens °luck gegeben hat. Hai» "^ Eindruck, den das in edlen Formen ge« Nesck ^' stilvoll durchgeführte und innen wie außen yHlNackvoll ausgestattete Gebäude auf den Beschauer ^a ' '^ schvu mit Rücksicht auf seine unvergleichliche dt. sseradezu ein überwältigender. Im Vordergrunde blick ^e Hradschin mit seiner majestätisch herab-t<^"oen Königsburg, zur Seite rechts der Hochauf, h^de, mit reichem Baumwuchse ausgestattete Laurenzi« ^rn, ä« dessen Füßen der durch Inseln in mehrere ^ gespaltene Moldauflufs sich hinschlängelt, zur teick lmks die breite Ferdinandsstraße mit ihrem Hers!!'' vielgestaltigen Straßenleben, dazu die herrliche slew', it« ^2 Flanzensquai mit der altberühmten "krnen Brücke: all das bietet ein Gesammtbild, wie es kaum eine zweite Stadt Europa's aufzuweisen hat. Man mag sich von welcher Seile immer dem Nationaltheater nähern, so imponiert einem überall der herrliche Renaissancebau mit seinem goldgekrönten Kupfteldache, seiner reichen Ornament»! und seinen nach allen Seiten freistehenden Fa^aden. Es war ein glücklicher Gedanke des Schöpfers dieses monumentalen Kunstwerkes, den Schwerpunkt der architektonischen Durchführung in der symmetrischen Anpassung des Hauptgebäudes an die oberen und unteren Seitentheile zu suchen und zu finden. Dadurch wurde jenes Ebenmaß der Formen, jene Einheit der gesammten Conceft« tion erreicht, die nicht bloß auf den Kenner, sondern auch auf den Laien einen so wohlthuenden Eindruck macht. Die Hauptmasse des Gebäudes, welches vorn durch einen mächtigen korinthischen Säulenbau mit reicher Vallustrade abgeschlossen und an der Spitze mit einem reich vergoldeten Galleriedache gekrönt ist, repräsen» tiert das eigentliche Theater, während die übrigen anschließenden Theile des Gebäudes sammt dem bisheri« gen Interimstheater für die Theaterverwallung bestimmt sind. Das Hauptportal befindet sich in der Fndinands-strahe und bildet einen geschmackvoll ausgeführten, fünffach gegliederten Porticus mit einer reizenden Loggia. Letztere ist wohl nicht so geräumig wie jene der Wiener Hofoper, imponiert aber durch ihre reiche Plastik und ihre elegante Form. Sie bildet eine offene Halle, welche mit fünf niedrigen Kuppeln bedeckt ist. Prächtige korinthische Säulen tragen das Nrchitrav mit der Ballustrade, über welcher die von Schnirch ausgeführten Statuen Apollo's und der neun Mufen angebracht sind. In den dreieckigen Feldern zu beiden Seiten der Bögen befinden sich in Halbrelief verschie« dene allegorische Figuren, welche die Kunst repräsen- tieren. Im Innern ist die Loggia mit fünf Bildern von Tulka geschmückt, welche ».I trsseo in den Lunetten oberhalb der Verbindungsthür zwischen der Loggia und dem Hauptfoyer ausgeführt sind. Die Kuppeln sind polychromiert und mit den farbigen Wappen einzelner böhmischer Städte geschmückt. Oberhalb der Loggia befindet sich eine geräumige Terrasse, von der man einen herrlichen Ausblick über die Moldau von Wischehrad und Smichov zum Laurenzi-Berg, vor allem aber auf den majestätischen Hradschin genießt. Der Porticus und die Loggia sind mit dem Hauptgebäude durch viereckige Treppenhäuser verbunden, welche durch Wagners Statuen des Zäboj und deS Lumir flankiert erscheinen. An die Spitze der Thurm-chen kommen metallene Trigen von Schnirch, deren Sockel mit reichen Blumenfestons und anderen Verzierungen geschmückt sind. Die Facade in die Theatergasse ist durch eine architektonische Specialität ausgezeichnet. Es ist dies eine schöne Bogengallerie, welche nicht bloß durch ihre edelgegliederten Säulen und Bögen, sondern auch durch ihre Perspective ins Auge fällt. Oberhalb der Gallerie ihrer ganzen Länge nach befindet sich eine vom ersten Range des Zuschauerraumes zugängliche Terrasse; innerhalb der Gallerie sind zahlreiche Gaslampen an-gebracht, welche den Raum glänzend beleuchten. Oberhalb der Gallerie läuft die Hauptmauer deS Theater-gebäudes, welche durch korinthische Pilaster getrennt ist und in das Hauptqesimse mit der Ballustrade au«>-läuft. Sämmtliche Objecte wie überhaupt das ganze Gebäude sind reich mit Ornamenten und anderen Steinmeharbeiten geziert, welche dem Ganzen eiu ebenso fchönes als charakteristisches Gepräge verleihen. __________ (Wr. Abdp.) Laibachcr Zeitung Nr. 2ss7 ________2274 2l. November 1883. einem erhöhten Podium auf der Bühne, und im Proscenium erschienen Dr. Rieger, der Landesausschuss, Intendant Dr. Hkarda, LandesausschusL-Stellvertreter Dr. Ieräbek, der Präsident des Direclions'Consortiums Ritter von Skramlil und die Honoratioren. Namens des Bauconsortiums übergab Dr. Nieger den Bau seinem Zwecke mit einer warmen, die künstlerischen Interessen und Ziele des Institutes beleuchtenden Rede. Er empfahl in eindringlichen Worten die Anstalt dem Intendanten, dem Präsidenten des Consortiums, dem artistischen Director, der sich während seines kurzen Wirkens vollständig bewährt habe, und dem Personale; dasselbe möge bedenken, dass es zur Wirksamkeit auf einer Kunststätte ausersehen ist, welche die einzige ständige Bühne dieser Nation ist, entstanden durch den Opfermuth des Volkes, durch die Beiträge armer Witwen, durch den Zuschuss ärmlicher Arbeiter, die niemals den Kunsttempel sehen werden, zu welchem sie in Begeisterung beigesteuert, da sie nie die Reisekosten nach Prag erschwingen werden. Die Künstler mögen bedenken, dass es kein Haus auf Speculation gebaut ist, zur Befriedigung der Neugierde, sondern den hoch-sten Kunstzwecken dienen soll; dass es eine Schule zur Veredlung der Sprache, eine Musteranstalt für die Sprache und die Wiedergabe der nationalen Dichtung in Wort und in der Musik sein soll, damit von hier aus die Werke böhmischer Autoren ihren Weg finden zu anderen Nationen und Zeugnis ablegen, dass die böhmische Kunst und Dichtung nicht hinter derjenigen anderer Nationen zurückstehe. In demselben Geiste, in dem die Gründer des Baues ans mühselige Werk giengen, möge auch die nationale Kunstanstalt gedeihen. — Alle Anwesenden brachten ein dreimaliges Släoa und Nazdar aus. Präsident des Consortiums Ritter v. Skramlik erklärte hierauf namens des Consortiums, das Theater werde in diesem Geiste geführt werden und einzig und allein bestrebt sein, die echte Kunst dem Volke zu erschließen. Hiezu erbitte er sich die Unterstützung und Beihilfe der Bevölkerung, der Intendanz und der Journalistik, damit die Bühne die Kunstideale verwirklichen und ein Denkmal künstlerischen Ruhmes Werden könne. Director Schubert gelobte hierauf in besonders gehaltvoller Rede, dieser Ziele stets eingedenk zu blei« ben. Indem er die Hand des ersten Regisseurs der Bühne, Koläi jun., ergriff und mit demselben vortrat, gab er namens der Veteranen der Anstalt die feier« liche Versicherung, treu im Geiste jener Männer zu wir« ken, welche diesen Kunsttempel begründet und der Vollendung zugeführt haben. Mit einem dreimaligen Släva schloss die Feier. Bei der Matinee im böhmischen Landestheater waren der Oberstlandmarschall Fürst Lodkowitz, der Polizeidirector Hofralh Ritter von Stejslal und aus-wärtige Notabilitäten und Deputationen anwesend. Gegeben wurde: Ein Vorspiel von Smetana; Prolog von Vrchlicky, gesprochen von Frau Biltner; Fest-Ouverlure von Dvorak; Festcantate von Aendl, vorgetragen vom Gesangverein „Hlahol"; schließlich wurde ein lebendes Bild gestellt. Bei Nnbruch der Nacht wurde die Umgebung des National-Thaters elektrisch beleuchtet. Bei der Eröffnungs < Vorstellung im böhmischen National-Theater — gegeben wurde bekanntlich die Oper „LibuZa" von Smötana — nahmen die Festgäste in folgender Ordnung Platz: im ersten Logenrana.: Statthalter FML. Baron Kraus, Oberst, landmarschall Fürst Lobkowih, Bürgermeister Dr. Cerny, Fürst Karl Schwarzenberg, Dr. Rieger, Graf Harrach, Graf Franz Thun, Intendant Dr. Starda, Polizei-dircctor Ritter von Stejskal, die Baukünstler des Theaters, ferner Baron Ringhoffer und andere Honoratioren. In den Parterrelogen: die Landesausschüsse, Graf Karl Schönborn, Graf ClaM'Martinitz, der Com. ponist Smötana, der Landescommandierende FZM. Baron Philippovit, Filrst Taxis, der Theater°Ver-waltungsausschuss. Die weiteren Logen waren bestimmt für die Deputation der Stadt Krakau, für die mährischen Abgeordneten Arom, Hoppe, Kusy, Fan« deilik, für Frl. Hofmann vom Krakauer Theater, den Vertreter der Krakauer Musikakademie Niedzielski, den Lemberger Theaterdirector Dobrzenski. In ruthenischer Nationaltracht erschienen die Abg. Romanczuk und Fedorowicz, ferner Professor Szaramievicz und Sohn und Plosczansli. Aus Agram erschienen Theaterdirector Mandrovicz und Regisseur Anton; aus Laibach Gemeinderath Hribar und Professor Pletersnik, Vertreter des Laibacher Sokol; endlich werden eine Deputation der Krakauer Lesehalle und Vertreter sämmtlicher polnischen Zeitschriften der Vorstellung anwohnen. Vor Beginn der Festvorstellung im böhmischen National-Theater sammelte sich die ganze Ferdinandstraße hinab eine Menschenmasse an, welche die zur Vorstellung fahrenden Festgäste mit begeisterten Slüva-Rufen begrüßte. Die Ordnung wurde in musterhafter Weife aufrechterhalten. Die Festvorstellung war überaus glänzend. In der Statthalterloge waren der Stalthalter FML. Baron Kraus und der Statthalter von Mäh. ren Graf Schönborn anwesend. Außer den bereits angeführten Festgästen sind noch zu erwähnen: Der Gesandte Graf Bohuslav Chotek, Graf Friedrich Kinsky, Graf Zdenlo Thun. Die polnischen und ruthenischen Deputationen erschienen im Nationalcostiim. Smötana's Fest over „Libusa" wurde mit denselben Kräften wie vor zwei Jahren bei der ersten Eröffnungsfeier, den Damen Sitt, Reich und Fibich und den Herren Lew, Vavra, öech und Stropnicky gegeben. Die Ausstattung war glänzend und stilgetreu slavisch. Sämmtliche Mitwirkenden und der Com-ponist wurden von der Festuersammlung wiederholt gerufen. Lemberg, 18. November. Alle polnischen Blätter widmen der heutigen Feier der Eröffnung des czechi« schen National'Theaters in Prag Artikel mit den in» nigsten Glückwünschen und der wärmsten Anerkennung für die patriotische Opferwilligkeit und Ausdauer der czechischen Nation. Der hiesige Gemeinderath sowie sämmtliche literarischen Anstalten und Vereine sendeten Gratulations-Depeschen ab. Zur Lage. Die Wiener Abendpost vom 19. d. M. schreibt: Der heute stattfindende Durchschlag des Arl-berg-Tunnels bietet zahlreichen Blättern Stoff zu längeren Betrachtungen, in welchen fast durchwegs freudige Genugthuung über das Gelingen des gigan' tischen Unternehmens zum Ausdrucke gelangt. Nur die Deutsche Zeitung ist auch bei diesem Anlasse nicht befriedigt und versichert in griesgrämigem Tone, die Meinungen über den wirtschaftlichen Nutzen, den die Arlberg'Vahn für die diesseitige Reichshä'lste nach sich ziehen dürfte, seien getheilt, und es gebe Autoritäten, welche der Ansicht huldigen, dass das Werk durch „sehr geraume" Zeit keinen Vortheil abwerfen werde. Ob wohl die Wahrnehmung, dass die Deutsche Zei' tung diesmal mit ihren Pessimistischen Anschauungen und Vorhersagungen ganz allein geblieben ist und auch von ihren journalistischen Oppositions-College« vollständig im Stiche gelassen wird, dazu beitrage« wird, die gereizte Stimmung des „nur deutschen" Blattes einigermaßen zu verbessern? — Das Illustrierte Wiener Extrablatt schreibt: „Der heutige Namenstag Ihrer Majestät der Kaiserin wird durch ein für die gesummte Monarchie bedeu-tungsvolles Ereignis gefeiert. Fern von Wien, an den westlichen, von himmelhohen Bergen markierten Gren< zen des Reiches wird für den Gewerbefleiß beidel Reichshälften ein Ausfallsthor durch den Granit der Alpen eröffnet. Und wie das vollendete Werk den Völkern unter Habsbnrgs Scepter zum Heile, so gereicht die glückliche Schöpfung desselben, bei welcher der modernen Technik neue, glänzende Triumphe zu feiern gegönnt war, der österreichischen Wissenschaft und ihrer praktifchen Bethätigung zum Ruhme." — Die Morgen Po st sagt: „Heute begehen wir das Namensfest Ihrer Majestät der Kaiserin mit einem großartigen technischen Werke, welches einen Meilenzeiger bildet auf der Bahn des Fortschrittes und der Entwicklung und welches zugleich beredtes Zeugnis dafür ablegt, dass die Völker Oesterreichs über eine Summe intellektueller und materieller Kraft verfügen, welche sich aN die größten Aufgaben heranwagen darf." — Die Neue freie Presse äußert sich folgendermaßen: „Abermals ist ein wunderbares großes Werk der Technik vollbracht; ein Sieg der Cultur erfochten; ein Sieg, welchen späte Geschlechter dankbareren Herzet anerkennen werden, als manche der glänzendsten Waffen-thaten des neunzehnten Jahrhunderts. Oesterreich h" sich vor dreißig Jahren durch die kühne Erbauung der ersten Alpenbahn über den Semmering das erste Ruhmesblatt auf diefem fruchtbaren, friedlichen Felde der Ehre errungen; es hat nachher mit der Vollenduns der Brennerbahn eine neue Probe seines Könnens all" aelegt, und es steht durch die jetzt so glückliche Ausführung der Arlbergbahn wieder an vorderster Stelle des Eisenbahnbaues in Europa. Die Geschichte del Nrlbergbahn ist fast zwanzig Jahre alt, denn die erste parlamentarische Anregung derselben fällt in das Iaht 1864. Wenn man die Stadien verfolgt, welche diese Vorlage seither in den Landtagsstuben und im Reichs rathe durchlaufen hat, wenn man sich an die drel-tägige Redeschlacht erinnert, welche endlich im Miilj 1880 die Annahme der jetzt ausgeführten Trace sicherte, so kann in dieser dornenvollen Vergangenheit eine ge' wisse Sühne für umso reicheren Lohn der Zulun!' erblickt werden." Die Presse bemerkt: „Ein glänzendes Siegesfe" ist es, das Oesterreich begeht, ein Sieg der Wisset Hart am Rande. Roman aus dem Thüringischen von F. Klinck. (29. Fortsetzung.) 5. Baron von Esslingen und seine Gemahlin machten ein glänzendes Haus, obgleich Besuche nur in sehr beschränktem Maße gemacht waren. Es hatte sich bald ein großer, geselliger Kreis gefunden, der es sich zur Ehre und als einen Vorzug anrechnete, im Haufe des Barons zu verkehren. Die Baronin war allerdings die Tochter eines Müllers, die Thatsache ließ sich leider nicht hinwegleugnen, aber sie war, noch ein kleines Kind, nach Halle in daL Haus des Geheim« rathes Zander gekommen und mit den Töchtern des. selben erzogen worden. So lag die Angelegenheit wesentlich anders, und es war für Elfe durchaus kein Grund vorhanden, sich ihrer Abkunft erinnern zu wollen. , . ,.. ». m -c Das Leben in dem bunten, glanzenden Kreise übte auf die Baronin eine nie geahnte Wirkung aus. Es war kaum denkbar, dafs sie an Stille und Einsamkeit aewöhnt. mit einem gewissen Hang zur Ruhe, dem geselligen Treiben Geschmack abgewinnen konnte, und doch war es so. Anfangs hatte es sie wohl elmge Ueberwindung gekostet, sich einzunnschen, aber nun sie es einmal gethan, nun umkreiste sie wie em Schmet. terling das Licht, um sich die Flügel zu verbrennen. In den ersten Wochen hatte sie es bitter bereut, hierher gegangen zu sein; hier musste sie das Doppelte und Dreifache leiden. So hatte sie es sich nicht gedacht. Von einer quälenden Eifersucht gepeinigt, be« wacht« sie Kurts Schritte, und sie fand fo manchen ArchüUspuntt, der ihren finsteren Argwohn bestätigte, well ste chn stnden wollte. u " ' » ' Kurt dachte nichtt im Traum daran, seiner schönen Frau treulos zu werden. Er wollte sich nur nicht derjenigen aufdrängen, die ihn abgewiesen hatte, und er suchte Zerstreuung, um den Schmerz zu vergessen, den ihm der Gedanke bereitete, dass lein Weg zu dem Herzen des geliebten Weibes, das er doch so gern um ihrer Schwäche willen gehasst hätte, zurück« führe. Die Gatten fahen sich kaum noch anders, als in Gesellschaft anderer. Else, die es stets geliebt hatte, früh aufzustehen, fchlief jetzt bis in den hellen Tag hinein. War sie doch allezeit von dem vorhergegangenen Abend fehr ermüdet, und sie suchte auch einen Grund, nicht mehr mit Kurt fortan das Frühstück einzunehmen. Zu Mittag waren ja immer Gäste da, und so war sie vor einem qualvollen Zusammensein mit ihm vollständig gesichert. Die Zeit vergieng ihr wie in einem Traum, sie war in einer dumpfen Betäubung, aus welcher sie kaum zum klaren Vewusst-sem erwachte. Es war ein offenes Geheimnis, dass die Ehe dieser beiden Menschen keine glückliche war. So ausgelernt in der Velstellungskunst Waren weder Kurt noch Else. Die kalte Höflichkeit, welche sie einander gegenüber beobachteten, entsprang gewiss nicht einer gegenseitigen Zuneigung, und sie waren nicht mehr imstande, sich freundlich zu begegnen. Die Vermuthungen, welche man über diese sichtlich zur Schau getragene Abneigung hegte, kamen sogar der Wahrheit ziemlich nahe. Man war geneigt, alle Schuld auf Kurt von Esslingen zu werfen, und bemitleidete die fchöne, junge Frau, die unter der kalten Vleichgiltigkeit eines Narbaren zu leiden hatte. Er heiratete sie ihres Geldes wegen und überfah dabei zweifellos ihre Schönheit und Liebenswürdigkeit. Freiherr Felix von Dragoon war am eifrigst um die Gunst der schönen, vernachlässigten junge" Frau bemüht, und zwar nicht ohne Aussicht auf ^ folg. Er war ein schöner, stattlicher Mann mit eine^ etwas blassen, von einem dunklen Vollbart umgeben^ Gesicht. Er stand in dem Rufe, ein eifriger Verehrt' schöner Frauen zu sein, und man rühmte auf diesen' Gebiete sein großes Glück. Eine ernstliche Neig""s für eine schöne Frau hatte er wohl noch nie im Leb^ empfunden. Ihm waren die Wege geebnet, wenn ^ sie eben betreten, und er fand nie den geringst^ Widerstand. Das hatte ihn gelangweilt, und O"" seit Jahren wusste man nichts mehr von irgend ei»" neuen Liaison des Freiherrn zu sagen. ^ Mit Else's Erscheinen war der junge FreihA alsbald wieder der Alte geworden, und man hätte "«" sein müssen, um nicht zu sehen, wie eifrig er um ^ Gunst der schönen Frau bemüht war; folgte er H doch wie ihr Schatten. Seine Freunde konnten >'" eines Lächelns nicht erwehren, denn es war vorauW sehen, dass er hier endlich einmal den Widerst"' finden würde, den er fo oft muthwillig heraufbeschwor hatte. z Baron von Esslingen war schon lange auf "^ Gebaren des Freiherrn aufmerksam geworden, aber glaubte doch keine Ursache zu haben, demselben we" ^ Beachtung zu schenken. Iu einer besonders bme Stunde sagte er sich, dass es ihm schließlich gle»cy ' ^ könne, wem Else ihre Gunst zuwende. Noch w" z nicht vier Wochen in Berlin, und schon fühlte er, ^ er den unrechten Weg eingeschlagen, um si^ "^c-zu verschaffen, dass es zwischen ihm und Else "^ Haupt nie mehr zum Frieden kommen werde, giengen Weiler und weiter auseinander, von 4"g Tag vergrößerte sich die Kluft zwischen ihnen. . Sollte es so fortgehen? (Forts, folg" Laibacher Zeitung Nr. 267 2275 21. November 1883. Aast über h^ unbotmäßige Natur, ein Sieg der Technik über die spröde, widerwillige Masse, ein Sieg des ernsten Willens und der mulhvollen Energie über all die Scrupel und Bedenken, welche stets einem großen Werke sich entgegenstellten. Die gesummte Bevölkerung der Monarchie wild das Fest in freudigster Stimmung mit den lebhaftesten Sympathien begleiten, denn die Arlberg-Bahn ist ein Ehrendenkmal, welches baz neue Oesterreich sich seht, indem es zeigt, dass es Thaten zu vollbringen vermag, die Freund und Feind Achtung abzuringen geeignet sind. Und darum werden öie brausenden Iubelrufe, welche in Langen und Sanct Anton ertönen, lauten Widerhall finden in allen Gauen des Neiches." — Die Vorstadt. Zeitung ruft „unseren Siegern in der Arlberg-Frage und den wüthigen Ueberwindern des alten Bergriesen" ein herz« liches Glück auf! zu. — Die Sonn- und Mon« tags-Zeitung schließt ihre Ausführungen mit folgenden Worten: ..Der Durchschlag des Arlberg-Tun-nels ist ein glänzender Sieg der österreichischen Bahn« baukunst, dessen Folgen sich noch in ferner Zukunft geltend machen werden in beiden Hälften des Reiches, ein Ereignis, an das man noch lange mit stolzem Ge< fühle zurückdenken wird." — Der Sonn- und Feiertags-Courier sagt: „Ein glänzender Triumph der Wissenschaft und menschlicher Kraft über die Natur steht der Arlberg-Tunnel nunmehr da, und bald wird er bereit sein, das schnaubende Dampfross in sich aufzunehmen und damit den Interessen unserer Industrie und unseres Handelsverkehres einen unschätzbaren Dienst zu «tweisen. Es ist eine wichtige Rolle, welche die Arlberg'Bahn in der österreichischen Verkehrs» Politik zu spielen berufen ist, und bald nach ihrer Eröffnung werden die wohlthätigen Confequenzen des Neuen Schienenstranges zutage treten." — Die Pu< blicistischen Blätter nennen den Durchstich des Allberg-Tunnels eine «Großthat, ein imposantes Ruh-Meswerk der österreichischen Arbeit", weisen auf die hohe wirtschaftliche Bedeutung der Arlberg-Bahn hin und fahren dann fort: „Bemerkenswert ist, dass selbst die oppositionellen Journale diesmal von Lob und Aewunderung überfließen; sie müssen gestehen, dass die Legierung, dass das Ministerium Taaffe. welches sie so leidenschaftlich bekämpfen, sich ein großartiges, ein unvergängliche« Verdienst um die Staats- und Volkswirtschaft Oesterreichs erworben hat." — Diese Be-merkung über die Haltung der Oppositions-Blätter ist wohl nur cum ßrauo saliä aufzufassen; denn so weit geht die Objectivität jener Oppositions-Organe. welche der Befriedigung über das Gelingen des Arlberg-Durchstiches Ausdruck gegeben, doch nicht, dass sie sich dazu entschließen könnten, dabei auch dem Verdienste der Regierung um das Zustandekommen des großen Werkes Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. Aber auch dieses demonstrative Stillschweigen der Verlegenheit hat seinen Wert. — Von auswärtigen Stimmen, welche sich mit dem Gelingen des Arlberg.Durchstiche« be-'chästigen, liegt uns heute dieSchlesifche Zeitung bor. Dieselbe schreibt: „An sich ein Wunderwerk, wird der anderthalb Meilen lange Arlberg-Tunnel bemer< lensivert durch die außerordentliche Schnelligkeit, mit welcher er gebohrt worden. Die zu überwindenden Schwierigkeiten waren weitaus größer, als solche bei Durchbohrung des Mont'Cenis und des Gotthard zu ^wältigen waren. . . . Jedenfalls ist der glänzende ^ieg am Nrlberg berufen, einen mächtigen Impuls zur weiteren Elitwicklung des Tunnelbaues auszu-üben." Sowohl die böhmifchen Provinz» als in erster "'nie die Präger Blätter, von denen Pokrok und Zahlreiche andere Journale im Festgewande erschienen und, widmen der gestern stattgehabten Eröffnung des dohmischen National-Theaters schwungvolle Leitartikel, in welchen sie der Freude der Nation darüber, "ass der .schöne Traum drs böhmischen Voltes endlich AUr Wahrheit geworden, das Ideal, welchem es ein halbes Jahrhundert zugestrebt, verwirklicht" ist, bereistest Ausdruck geben und auf die culturhistorische Bedeutung des Ereignisses hinweisen. Die Politik schreibt: „Der heutige Tag ist ein Triumph des böhmischen Volkes, er bedeutet eine Culturfeier desselben 'w edelsten Sinne des Wortes. Neben der Universität. °er hohen Stätte der Wlssenschaft, erhebt sich als ein Wahrzeichen unseres Strebens das National-Theater." Aus Genua ^Ud unterm 19. November gemeldet: Der deutsche "lon prinz ist mit Gefolge um 12 Uhr 20 Min. ^,chts hier angelangt. Der Bahnhof war illuminiert, ./ Flaggen und Fahnen in den deutschen und italie-Uchen Farben und mit Blumen geschmückt. Bei der Anfahrt des kronprinzlichen Zuges in den Bahnhof ^Me das „Heil dir im Siegeskranz". Der Krön-?l'"z wurde von sämmtlichen Civil« und Militär-^Horden, dem Botschafter von Keudell, der Munici-palltiit, den Consuln. dem Stäbe der deutschen Escadre. ! "?n der deutschen Colonie und den Officiern des gestern ^gelaufenen russischen Kriegsschiffes empfangen. Der Affect stellte dem Prinzen die Behörden vor, worauf l ^'^be für den ihm bereiteten Empfang lebhaft dankte. Volksmenge begrüßte den Kronprinzen mit be« geisterten Zurufen. Der Weg vom Bahnhofe bis zum königlichen Palais war illuminiert und beflaggt, und wurden der Kronprinz und sein Gefolge während der Fahrt von der Bevölkerung lebhaft acclamiert. — Um 1 Uhr morgens fuhr der von Carabinieri eskortierte Wagen mit dem deutschen Kronprinzen, in das kön. Palais ein. Im Vestibule war eine Ehrencom-pagnie aufgestellt. Nach der Ankunft im kön. Palais erschien der deutsche Kronprinz auf die lebhaften Zu« rufe der vor demselben versammelten Menge auf dem Balcon und dankte für die ihm dargebrachte Ovation. Der Prinz wird heute vormittags die Behörden em-pfangen. Vom Ausland. Der französische Ministerrath beschloss, sich dem Gesetzentwurfe Leliövres über die parlamentarischen Unvereinbarkeiten anzuschließen, einige Abänderungen zu verlangen, aber keine Cabinetsfrage daraus zu machen. Der Marineminister Peyron theilte dem Ministerrathe die jüngsten Depeschen aus Tonkin mit, welche die beunruhigenden Gerüchte von Courbets Erkrankung, dem beabsichtigten Bombardement von Canton u. s. w. widerlegen. Es wurde ferner beschlossen, dass der Conseilspräsident und derzeitige Minister des Auswärtigen, Ferry, sowie der Marineminister Admiral Peyron heute in den Ausschuss für Tonkin sich ver» fügen und Aufschlüsse ertheilen sollen. Die ..France" will wissen, dass das Cabinet geneigt sei, sich einem Amendement anzuschließen, welches die Credite für Tonkin auf 10 Millionen zu erhöhen beantrage, und dass dieses Nmendement von einem Mitgliede des republikanischen Vereines gestellt werden solle. Dem Figaro zufolge hatte der chinesische General Tso. Tsung, der „Befehlshaber im nördlichen Tonkin", feit einem Monate 6000 Verstärkungen erhalten und habe jetzt 20000 Mann unter sich; der annamitische Prinz Wuang, Commandant in Bac»Ninh, habe 8000 Mann zur Verfügung. Das Reuter'sche Bureau meldet aus Shanghai, in Hankau sei ein Adjutant aus Pengyulia eingetroffen, um 20000 Freiwillige für den Fall von Feindseligkeiten zwifchen China und Frankreich anzuwerben. Der Temp« erklärt die Nachricht der Mor-nilig Post über die bevo,stehende Einmischung Englands in die französisch chinesische Frage für unbegründet. — In der französischen Abgeordneten-Kammer soll heute auf Wunsch der Regierung die Budget-berathung beginnen, und zwar mit dem Budget des Ministeriums der auswärtigen Angelegenheiten. Crispi hielt am 18. d.M. in einer Versammlung seiner Wähler in Palermo eine Rede, in welcher er sagte: Er habe bei der Reconstituierung der ehemaligen Linken mitgewirkt. Die Partei ist nunmehr reconstituiert, nicht bloß um zu kämpfen, fondern um ihr traditionelles Programm auözuführen. Man fchreibt das Bündnis der gemäßigten Linken mit der Rechten der Nothwendigkeit zu, die republikanische Partei zu bekämpfen. Diese ist aber in Italien nicht zu fürchten; der wahre Feind unferer Institutionen ist die clericale Partei, welche sich Dank der Politik der gegenwärtigen Regierung verstärkt hat. Die Gegner der Wiederherstellung der ehemaligen Linken behaupten, dass man mit ihr die derzeitigen Allianzen gefährde. Ich glaube, dass Italien sich den central-europäischen Mächten auf dem Festlande und England zur See anschließen solle. Tagesneuigkeiten. — (K. k. Armee.) Das Verordnungsblatt für das l. l. Heer meldet: Se. Majestät der Kaiser ge< ruhten allergnadigst das nachstehende Allerhöchste Handschreiben zu erlassen: Lieber Admiral Freiherr von Pöckl Indem Ich Ihrer aus Gesundheitsrücksichten ge-stellten Bitte um Enthebung von Ihrem Posten als Chef der Marinesection des Reichs-Kriegsministeriums und Marinecommandant willfahre und Ihre Versetzung in den wohlverdienten Ruhestand genehmige, sehe Ich Sie mit lebhaftem Bedauern aus einer Stellung fchei» den, in welcher Sie Mir durch viele Jahre vorzügliche Dienste mit befonderer Hingebung geleistet haben. Empfangen Sie hiefilr bei den, Abschlüsse Ihrer langen activen Mllitärdienstzeit, auf welche Sie jeder-zeit mit Befriedigung zurückblicken können, Meinen wärm« sten Dank, und verleihe Ich Ihnen als sichtbares Merk, mal Meiner vollen Anerkennung das Großkreuz Meines Leovold'OrdenS mit Nachsicht der Taxe. Gödöllö, 17. November 1883. Franz Joseph m. p. Ferner haben Se. Majestät der Kaiser die Ueber-nähme des Vice-Abmirals Georg Ritter v. Millosicz. Stellvertreters des Chefs der Marinesection, auf sein Ansuchen in den wohlverdienten Ruhestand angeordnet und demselben in Anerkennung seiner fünfzigjährigen, im Kriege wie im Frieden gleich ausgezeichneten Dienstleistung das Commandeurkreuz des Leopold »Ordens mit der Kriegsdecoration des Ritterkreuzes taxfrei verliehen; der Contre'Admiral Maximilian Freiherr Daublevsty von Sterneck zu Ehren st ein, See»Arsenalscom-mandant in Pola. wurde, bei gleichzeitiger Beförderung zum Vice-Admiral zum Chef der Marlnefectlon und Marinecommandanlen, und der Contre-Ndmiral Alexander Eberan von Eberhorst. Präses der permanenten Artillerie'Commission in Pola, zum Stellvertreter des Chefs der Marinesection ernannt. — (Allerhöchstes Namensfest Ihrer l. und t. Apostolischen Majestät der Kaiserin.) Aus Wien. 19. November, wird berichtet: Aus AnlasS des Allerhöchsten NamenSfestes Ihrer Majestät der Kai« serin haben heute vormittags in allen katholischen Kirchen und in den Bethäusern der anderen Confessionen feierliche Gottesdienste stattgefunden, welchen die Gemeindevertretungen, die Schuljugend und ein zahlreiches Publicum beiwohnten. — I» der griechischen Kirche „zur heil. Dreifaltigkeit" wurde aus gleichem Anlasse ein festlicher Gottesdienst abgehalten, dem die Mitglieder der hiesigen griechischen Gesandtschaft, der Vorstand der griechischen Cultusgemeinde sowie der Lehrkörper und die Schüler der griechischen Nationalschule beiwohnten. — (Todesfall) In Wien starb Wilhelmine Freifrau von Pittel, Gattin des l, k, Obersten Freiherrn von Pittel, im Alter von 48 Jahren. — (Drohender Wassermangel in Wien.) Wiener Blätter schreiben: Vom Präsidium des Ge-meinderathes erhalten wir folgende Mittheilung: Im Hochquellengebiete haben im Laufe des Herbstes äußerst geringe Niederschläge stattgefunden. Infolge dessen hat der Wasserzufluss in den Hochquellen in letzter Zeit bedeutend abgenommen und ist noch fortwährend im Sinken begriffen. Ueberdies ist auch der Grundwasserstand im Schwarza-Gebiete ein so niedriger geworden, wie er seit Jahren nicht beobachtet wurde. Da Störungen in der Wasserversorgung Wiens zu befürchten sind, wenn nicht bald bedeutende Niederschläge erfolgen, hat der Bürgermeister Nhl schon in den letzten Tagen den Leiter des Wasseroersorgunas'Departements, Rath Stabler, den Vaurath Mihatsch und die Ingenieure des StadtbaU'Nmtes beauftragt, alle möglichen Maßnah« men betreffs Crsparungen bei der Wasserabgabe in Vor< schlag zu bringen. — (Selbstmord im allgemeinen Krankenhause.) Der im Wiener allgemeinen Krankenhause in der medicinischen Abtheilung in Behandlung gestandene Kutscher Josef Weigsamer. 46 Jahre alt. Ottalring. Lebhartsgasse Nr. 61 wohnhaft, hat sich Samstag nachts durch ein Fenster des Anstandsortes vom zweiten Stock-werke in den Hofraum hinabgestürzt und ist bald darauf an den Folgen der hiebei erlittenen schweren Verletzungen gestorben. — (Der eigentliche Reisezweck Holubs.) Die in Rom erscheinende „Capitale" bringt folgende Notiz: „Der böhmische Reisende Holub begibt sich heute mit 143 Kisten und 6 Dienern nach Afrika zu dem Zwecke, um zwischen Böhmen und dem afrikanischen Continente Handelsbeziehungen einzuleiten." Es scheint, dass dem Verfasser dieser Notiz die commerzielle Bedeutung der Meereskiinste Böhmens aus Shakespeare's „Wintermärcheu" vorgeschwebt hat. Locales. — (Verleihung.) Se. k, und k. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung vom 11. November d. I. dem Finanzsecretär Martin Golf in Laibach in Anerkennung seiner eifrigen und ersprießlichen Dienstleistung taxfrei den Titel und Charakter eines Finanzrathes allergnadigst zu verleihen geruht. — (Aus dem Gemeinderathe.) Horts.) GR. Sullje begründet seinen selbständigen Antrag, es möge ein neues Statut für die Stadtgemeinde Laibach geschaffen werden. Der Gegenstand sei allseits bereits bekannt, daher eine eingehende Erörterung nicht nothwendig. Für die Schaffung eines neuen Gemeindestatutes spricht gewiss der Umstand, dass dasselbe aus dem Jahre 1859 datiere und dass sich die VevölkerungSanzahl der Stadt Laibach seit damals um mehr als ein Drittel vermehrt habe. Das Gemeindestatut sei als provisorisches geschaffen worden, es sei daher längst an der Zeit, dasselbe durch ein dem Zeitgeiste entsprechendes zu er-setzen. Redner schildert nun die Bemühungen des Gemeinderathes und des Kramer Landtages, dieses provisorische Statut entsprechend zu modificieren. Redner streift auch in kurzen Zügen die Verhandlungen Über dasselbe in der letzten Session deS Krainer Landtages, erklärt aber. ins Meritorische der Sache nicht eingehen zu wollen, da er sonst Persönlichkelten berühren müsste, er aber jede persönliche Polemik als schädlich betrachte. Nunmehr sei es an der Zeit, die Berathung eines neuen städtischen Statutes ernstlich in die Hand zu nehmen, und da dasselbe an hundert Paragraphe umfasse, mit der nenen Gemeinde-Ordnung in Einklang zu bringen sei, Auseinandersetzungen mit dem Landesausschusse und in erster Linie mit der h. Regierung nothwendig feien, so gilt es, sofort an die Arbeit zu gehen, daher beantragt Redner: „Die Personal« und Rechtssection wird beauftragt, »«kürze den Entwurf eines neuen städtischen Statutes zu verfassen." Der Antrag wird angenommen. (Fortf. folgt.) Laibachcr Zeitung Nr. 267 2276 2l. November 1883. — (Kammermusik-Abende.) Die Direction der philharmonischen Gesellschaft, ermuntert durch die außerordentliche Theilnahme, welche der im vorigen Jahre von ihr veranlasste Kammermusikabend'Cyclus bei unserem kunstsinnigen Publicum gefunden hat, veran< staltet auch heuer einen solchen Cyclus von vier Kam« mermusik'Abenden. Der Subscrivtionsbogen liegt bei Herrn C. Kariger auf, und beträgt die Subscription für eine Person fur alle vier Abende 2 si. 50 kr., für eine Familienkarte il zwei Personen 4 fl., für jedes Familienmitglied mehr 1 fl Die Mitwirkenden find die Herren: Musikdirector I. Zührer (Clavier), Conccrt-meister Gerstner (Violin I), Pfcsferer (Violin II), G. Moravec (Viola). Das Cello übernahm Herr Musikdirector Korel aus Marburg, ein ausgezeichneter Cellist, der sich schon in Laibach anlässlich der Beethoven-Feier seinerzeit als solcher zu bewahren Gelegenheit hatte. So können wir einem ganz besanderen Kunstgenüsse entgegensehen. Auch ist die unserem Publicum genehmere Einrichtung getroffen, dass die Kammer« musikabendc um 7 Uhr abends stattfinden. Es steht zu hoffen, dafs sich nicht bloß die Mitglieder der Phil-harmonischen Gesellschaft, fondern auch überhaupt alle Kunstfreunde unserer Stadt an diesem künstlerischen Unternehmen betheiligen werden, umsomehr, als ein allenfalls erübrigter Ueberschuss zur Stärkung des bereits in bescheidenem Anfange bestehenden Kammermusikfondes verwendet werden wird. Es haben sich übrigens so viele Subscribenten betheiligt, dass das Unternehmen bereits als gesichert betrachtet werden kann. Tage und Programme der einzelnen Productionen werden besonders bekanntgegeben werden, nur wollen wir nicht unerwähnt lassen, dafs für die Programme durchwegs Bestes und stellenweise auch Neuestes aus dem Gebiete dieses edlen Kunstgenres zur Aufführung in Aussicht genommen ist, — (50jähriges^ Sängerjubiläum) Angesichts der Thatsache, dass der älteste Gesangsverein Oester« reichs (der Wiener Männergesangsverein) erst 41 Jahre besteht und dass nur zwei Musikvereine in Oesterreich das erste Halbjahrhundert ihres Bestandes überschritten haben (Wien und Prag), ist es gewiss eine merkwürdige Erscheinung, dass ein Sänger der philharmonischen Gesellschaft, Herr Franz Eder, diefertage fein bdjähriges Jubiläum der ununterbrochenen activen Theilnahme als ausübendes Mitglied feiert. Der Männerchor der Phil« harmonifchen Gesellschaft veranstaltet auS diesem Anlasse am Donnerstag, den 22. d. M, im Casino-Glabsalon einen ftrogrammlosen „Sängerabend" zu Ehren des Jubilars. Wir werden ersucht, bekannt zu geben, das» zu demselben alle Mitglieder der philharmonischen Gesellschaft fammt Familien freundlichst eingeladen sind. — (Für den Narodni Dom) hat, wie dem „Slooensli Narod" aus Prag gemeldet wird, die „Vanka Slavija" die Summe von 1000 st. gespendet. — (Offert-Ausschreibung.) Am 15. Dezember l. I, um 10 Uhr vormittags werden beim k. 5. Militär-Hafen-Commando in Pola zwei Offert>Verhand-lungen: u.) betreffend die Uebernahme und Ausführung der Iimmermaler.>Arbeiten in den marine-ärarischen Ge< bäuden in Pola auf die Dauer von zwei Jahren, d. i, vom 1. Jänner 1884 bis 31. Dezember 1885, im veranschlagten Kostenbeträge von 1400 Gulden; d) betreffend die Uebernahme und Ausführung der Instand-haltungs.Arbeiten in den marine-ärarischen Gebäuden in Dignano auf die Dauer von zwei Jahren im veranfchlagten Kostenbetrage von 1500 fl. stattfinden. Offertformulare können bei der Handels« und Gewerbelammer in Laibach erhoben weiden. — (Landschaftliches Theater.) Indem Wir uns für die morgige Nummer eine eingehende Besprechung der gestrigen wohlgelungenen Aufführung von Schillers Wilhelm Tell vorbehalten, constatieren wir heute schon, dass der Beneficiant Herr Niedt (Stauf-facher) freundlichst empfangen wurde und einen Lorbeerkranz hinaufgereicht erhielt. Das Debut des Frl. von Kanih im Drama — die Dame gab die Bertha von Bruneck — hatte einen vorzüglichen Erfolg; Frl. von Kanitz, die, nebenbei bemerkt, brillant aussah, erntete gleich nach der ersten Scene lebhaften Applaus und Hervorruf, -^-en. — (Unbestellbare Vriefpostsendun gen.) Beim k. l. Postamte in Laibach erliegen seit 7. November d. I. folgende unanbringliche Bricfpostsendungen, über welche die Aufgeber verfügen können, und zwar au: Bratuzevich Fanni. Steueramtscontrolors-Gattin in ?, Bergcr Josef in Wien, Cerne Marieta in St, Luzia, Groschel Johann in Iagorje. Grum Johann in Graz. Inkrat Helena in Stein. Kanz Elise in Laibach. Majdiö Josef in Trieft, M. I in Ramle. Nr. 5555 in Laibach. Pratnik Franz in Marburg. Prinöic Michael in Loitsch. Prelc Antonia in Trieft, Petschar, Sftinnfabriksdirector in Klagenfurt, Snazi (Lnasi) Peter in Oberlaibach, Tre-buschek Jakob in Trieft. Wahrmann Richard in Wien, Verbiö Franz in St. Martin bei Liltai, Weber Johann m Salzburg. Wiener Filiale der Commanditgesellschaft für Pumpen und Mnschinenfabrication W. Garwens in Wien, Nednar, Michael in Nruck a. d. Mur, Zrsl Iotze in ^uzmt Kuient Na« in Hrastmk. Innz Theresia in Vt. Peter W RudulsLwert. Rosenkranz Alosia in Oeden. burg, Iamsek Josef in Trifail. Gräfin Erbödy Louife in Wien. Robert 103 in Wien, „Bescheiden in der Fremde" Nr, 1 in Wieden, Dimnil Franz in Flume, Ielliniö Martin in Gospic, Pavdlica Jan in Gospic, Papes Maria in Seisenberg, Fürst Franz in Podgrad, Markik Johann iu Wien, Max Graf VrintS zu Fallenstein in Wien. Tlusti Raimund in Bad Hall. Puz Elena in Trieft, Barton Emma in Florenz, Boziö Johann in Podoettise. Kovacic Milo in Sisfel. — (Literatur.'") DerConducteur; von Waldheims Ausgabe des officiellen Coursbuches. Das jüngst erschienene Heft umfaföt die vom 15. Oktober an giltigen Fahrpläne der österreichischen und ungarischen Eisenbahn- und Dampfschiff^Course, enthält einen verlässlichen Führer für die Hauptstädte, dann Eisenbahn« karten von Oesterreich«Ungarn und Mitteleuropa, auch mehrere Stadtpläue und viele gut ausgeführte Städte-uud Landschaftsbilder. — Nr. 57 des überaus praktischen Wochenblattes für alle Hausfrauen Fürs HauS (Preis vierteljährig 1 Mark) enthält: Der Frauen Wacht am Rhein. — Vermietungs»Bureaus. — Pflege der Alten. — DeS Spinnrads Klage. — Das elektrifche Licht im Hause. — Winteraufenthalt in Oberitalien. — Der Brautkranz. — Herbstgedanten. — Türkische Frauen. — Wurstmacherinnen. — Deutsche Mädcheunamen. — Kinder-aedanken. — Kinderbücher. — Wiegenlieder. — Weißer Elefant. — Obsternte. — Treiben der Maiblumen. — Negenwürmer in Blumentöpfen. — Entfernen der Schildläuse von einem Oleanderbaum. — Behandlung der <üu.I1u,. — Edelweiß. — Einfache Kleider. — Entfernen von Blutflecken. — Geschwindseife. — Scheuerfeife. — Nervöse Schmerzen. — Gute Schuhwichse. — Knopf-lochmaschine. — Wollsachen. — Blaues Satinkleid. — Wäscheschrank. — Gardinen. — Für die Küche. — Fernsprecher. — Echo, — Briefkasten der Schriftsteller. — Silbenräthfel. — Der Markt. — Anzeigen. — Probenummcr gratis in allen Buchhandlungen. — Notariell beglaubigte Auflage 25000. — Im Verlage von A. G. Liebeslind in Leipzig erscheint demnächst eine neue Folge der prächtigen Schnada» hüpfet von Hans Grasberger unter dem Titel: „Nix für unguat". Die erste Sammlung der eben so launigen als tiefgründenden Vierzeiler des trefflichen Poeten („Z>in Mitnehm'", Wien, 1880, Zamarski) hat rasch die Sympathien des großen Publicums und die herzliche Zustimmung der berufensten Kenner des Volksgesanges gefunden. * Alles in dieser Rubrik Angezeigte iN zu beziehen durch die hiesige Buchhandlung Jg. v. Kleiumayr « Fed. Vambera. Neueste Post. St. Anton, 20. November. Se. Majestät der Kaiser haben aus Oödöllö an Se. Excellenz den Herrn Handelsminister Baron Pino folgende Depesche zu richten geruht: Ich habe Ihre Anzeige über das Gelingen des großen Werkes mit Freude und besonderer Befriedigung entgegengenommen. Franz Joseph m. p. Original-Telegramm der «Laib. Zeitung." Wien, 20. November. Das Fremdenblalt vernimmt von wohlinformierter Seite, dafs Anfang der nächsten Woche die gemeinsamen Minister, dann Taaffe, Dunajcwski, Pino und Welsersheimb in Budapest ein-treffen, um mit de», ungarischen Ministern, welche dermalen wegen des Reichstages nicht nach Wien kom< men können, die bereits während der Delegationssession begonnenen Berathungen über Gegenstände administrativer Natur, welche einer principiellen Erledigung bedürfen, fortzusetzen. Prag, 20. November. Der „Pokrol" schreibt: Durch zwei Tage wiederholen sich in einzelnen Gaffen zwecklose und unzeitige Demonstrationen. Es sind dies zumeist unerfahrene Knaben, namentlich Handwerkslehrburschen, welche in den Gassen lärmen, und wir sind überzeugt, dafs jeder verständige und gebildete Mensch diesen nächtlichen Lärm verurtheilt. Wir warnen unsere gesammte besonnene Bevölkerung, insbesondere die studierende Jugend, vor solchen Demonstrationen, welche in der gegenwärtigen Zeit unserer Sache nichts nützen und derselben eher schaden können. Budapest, 20. November. „Nemzet" demen' tiert die Meldung, wonach der serbische Kirchencongress noch heuer nach Budapest einberufen werden foll. Der Pester Lloyd bespricht die Haltung Bulgariens zum serbischen Ausstände und hebt die durchaus correcte Haltung des gegenwärtigen bulgarischen Cabinets hervor, welche zur Befestigung desselben und zur Con' solidierung des Staatswesens nicht wenig beitrage. Bulgarien erwarb sich nicht nnr die Achtung, sondern auch die Sympathie Europa's. Paris, 20. November. Admiral Courbet meldet telegraphisch, dass die abgesendeten letzten Verstärkungen am 9. d. M. eingetroffen sind. Der Admiral verlangte leine weiteren Verstärkungen, und werden dem« nach die für einen eventuellen Fall vorbereiteten Ver< stärlungen erst dann abgesendet werden, wenn Courbet dies verlangen sollte. Wie versichert wird, soll in diesem Falle Divi'sions-General Millot entsendet werden, ual die Expedition in Tonkin zu befehligen, und diefer der Brigadegeneral Negries beigegeben werden. London, 20. November. Sir William Siemens ist gestorben. St. Petersburg, 20. November. Aus Anlass des heutigen fünfzigjährigen Dienstjubiläums des gewesenen Kriegsministers Grafen Mil jut in erhielt derselbe ein kaiserliches Handschreiben, welches hervorhebt, dass die vieljährige Arbeit dez Jubilars zur Vei-vollkommnung der militärischen Organisation Russlands gegenwärtig die Möglichkeit gewähre, die Thätigkeit der Regierung vornehmlich der friedlichen Entwicklung der reichen Kräfte des Vaterlandes zuzuwenden. Belgrad, 20. November. Die bereits erwiihn< ten, zum Tode verurtheilten Urheber des Aufstandes aus Boljevac sowie die Insurgentenfiihrer Dioi«! und Gjusit wurden gestern in Zajöar standrechtlich erschossen. Kandel und Volkswirtschaftliches. Ausweis über den Gefchäftsstand der k. k. priv. Wechsel« fettigen Brandschaden-Versicherungsanstalt in Graz mit 31. Oktober 1883. Versich erungs stand: I. Gebäude-Abtheilung: 92 607 Theilnehmer, 213 991 Gebäude. 117 044 369 fl. Versicherungswert. II. Mobiliar-Abtheilung: 1? 160 Versicherungsscheine, 26 Mill. 199 069 fl. Versicherungswert. III. Spiegelglas-Abtheilung: 161 Versicherungsscheine, 42 236 Gulden Versicherungswert. Schäden: I. Gebäude < Abtheilung: zuerkannt in 359 Schadenfällett 304 052 fl. 31 lr. Schadenvergütung, pendent fur 10 Scha-denfälle 6223 fl. 74 tr. Schadensumme. II. Mobiliar - Abtheilung : zuerkannt in 60 Schadenfällen 23134 fl. 2? lr. Schadenvergütung, pendent für 4 Scha-denfällc 888 fl. 63 lr. Schadensumme. III. Spiegelglas » Abtheilung: zuerkannt in 5 Schadenfällen 157 fl. 81 kr. Schadenvergütung. Subventionen: Vom 1. Jänner bis 31. Oktober 1883 an Feuerwehren und Gemeinden zur Anschaffung von üüschrcquisiten 3852 st. 50 lr. Mefsrvefond mit 31. Dezember 1862: 1 086 373 fl. 6 kr. Graz im November 1883. (504b) (Nachdruck wird nicht honoriert.) RudolfSwerl, 19. November. Di« Durchschnltts'Preise stellten sich auf dem heutigen Marlte wie folgt: _^_!^ ^Ä Weizen pr. Hektoliter 8 65 Eier pr. Stück . . — — Korn „ b 72 Milch pr. Liter . . — » Gerste „ b 40 Rindfleisch pr. Kilo . - 4s Hafer „ 2 77 ^Kalbfleisch „ - 48 Halbfrucht „ 6 51 l Schweinefleisch „ — 43 Heiden „ 5 21 Schöpsenfleisch „ ^ 40 Hirse „ 5 21 Hähndel pr. Stück . — 30 Kuluruz „ 5 21 Tauben ., . — 20 Erdäpfel pr.Mcter-Ztr. 3 40 Heu pr. 100 Kilo . — -^ Linsen pr. Hektoliter — — Stroh 100 „ . — ^ Erbsen „ — — Holz, hartes, pr. Cubil- Fisolcn „ — — Meter .... 2 ?! Rindsschmalz pr. Kilo — 88 — weiches, „ — -" Schweineschmalz „ — 96 Wein, roth., pr.Heltolit. 16 -" Speck, frisch, „ ^ 60 — weißer. „ 10 -" Speck, geräuchert, ., — 80 I 'Angekommene Fremde. Am 19. November. . Hotel Stadt Wieu. Knoh, Reis., sammt Frau; Weltmann und Soltesz. Reisende. Wien. — Moze, Wippach. Gasthof Südbahhof. Haydn, Reis., Graz. — Kobilar, Agent, Littai. — Käbcr Maria, Pola. — Bammger, Brauer. Laibaa> Verstorbene. Den 19. November. Andreas Konobel, Sträfling' 37 I., Castellgassc Nr. 12, Kehllopsschwindsucht. — Francis Zeme, Kreisphysilers. Witwe, 88 I., Polanastraße Nr. 1"» Marasmus. » Im Spitllle: 1 Den 16. November. Anna Kurent, Inwohner!"' 70 I,, chronische Lungcntuberculose. — Johann Selan, Arbeit"» 39 I., Pyämie. . « Den 17. November. Elisabeth KoZel, Magd, 21 3" Typhus. . Den 18. November. Maria Oresel, Inwohne""' 70 I., Lungenentzündung. ^. Theater. Heute (gerader Tag): Gastspiel der Iwerglomiler Kiß I^i! und Jean Piccolo: Unsere Lehrbuben. Aocalposft "" Gesang und Tanz in 3 Acten von Alois Nerla. Musik """ Kapellmeister F. Stenzel. Meteorologische Beobachtungen in Laiback^ 7 U. Mg. 739.55 4- 1.0 SW. schwach Nebel 8.90 20. 2 „ N. 740.34 4- 2.9 NW. schwach bewiillt Rege" 9 „ Ab. 742.16 4. 2.6 NW. schwach Negen z Vormittags Nebel, nachmittags und abends Negen. ^ Tagesmittel der Wärme -s- 2.2°, um 0.8° unter wn^iorn^. Verantwortlicher Redacteur: P. v. Radics. 22»» Course an der Meuer sorse vom 30. November 1N83. <«»« d«»M.«»««««,««.> »ell, Wo« «t««ts.«nlehe». ^«teMtnte.......7»bli ?!»- '.Uberrnitt.......79<5j ?9 ß0 ,A" <°/, Vtaat«l, ganz« e«o „ i»z »o 13» 70 ,^>» 4°/° hn« - - »»«4» Etaat«l»st . . 100 ^ I',i-.i?il,c «^"« » .50, 170 75 171 »5 '°»°'««ute»sche«ne . per St. »,- 3» — ^» vefl. «olbrente, stlnerftei . 98'ik 98 3b "«Iltrr. slotenrente, steuerftei . 93 40 93 üb ^»». Volbrent« ««/, . . . , i,ü — l2ü »u " . 4«/» .... 87— b7 15 » Paplerrente 5°/» .... 84 9i 55 !0 » «llenb.«lllll. i«ofi. ö.W.S. 139 «5 i»»"?5 » vftbah».Priorit8ten . . 91 «0 91 l0 » Vtaate.vbl. (»n«. Oftb.) 1,3- - — — » , vom 1.18?» «s 75 »7 2« ^, ^Przmie«'«wl.«»l00fl.«.»0. 1,3 75 114 — ^htib.Ntg.^ose <,»/, 100 ft. . . no — 110 «5 ^rnnbeutl.. Obligationen (für i00fi.«.,Ft.). U« böhmische.......10«50 — » ^°N°f>,lscht.......S9„. «,4(. /° "ahlilche.......104— 105 — ° «nl«d«l>ftn««»llch«. - . .105—1«-z, ° °b«r6ft«rleichifche . . . .104«------ /» fteilllche.......104 _ ,05— ./" «oalilch« un^ flauonische . 100 — 10» — °/° ft«benbitr«lllt<.....»»10 »»60 Gelb Ware b'/, Temesvar-Vanater . . . »u>^ 39 76 L«/<, un«arisch<......100 ^0 100 ev «nbe« lffeutl. «nlehn». D°nnu«Meg.»Lose z°/„ loo fi. , i,5 75 Ils'lb dto. «nltihc 1«?«, steuerfrei . i»«-5c, 10» — «nleb,n b, Stabtgemewbc Wien I01'?li I0z-cc> «ulehen b. Vtadtgemeinde Wien (Sllbcr eder Gold) ....____------- Piämitw>«nl.d.Vtadtgem.wien 134 60 1»4 7L Pfandbriefe tftliNOfl.) «odenc,. allg. «fter». 4'/,«/, Volb li!,-l<) i«ü^. dto. in 50 , , 4>/, «/« »5 lb «2 ?b bto. m 50 . , 4°/, . 91-50 »l 30 bto. !prämien'Schulbverschl.3»/, 97 öo 3« — Oeft. Hdpotbelenbanl loj. b»/,°/» 10c — ico>50 l)tft..ung. Vanl Verl. 5°/, . . ioe ?a 100 »V bto. , 4>/,'/<>. . 9»-»o 9U35 ^"« /> "/, - ' »I 00 93 7« Nnz. allg.»lld»creblt.«ctl«naes. in Pest in 84I. vnl. 5'/,°/, . 101— 10» 50 Priorität«. Obligationen (für 100 fl.). «il,!,,ilche «arl»Ludwig»Vahn » — 10« «a Viebcnbürg«......92 — 9z 4» Vta«t«bahn 1. «nilsfion . . . iui 5« lgz llo Vübbahn k «»/<,......U7 za «h 2b » .. 5 5»/»......„0 7K 1,1 30 N»«'«allz.Vah» . . . , g^.^g ,h_ Diverse Lose (per StümVsl«. 1 II _ Vanluereiu, Wien«, iou ff. . int,n ,/,4 «s, Vbncr..Nnft., 0est,800fl. S.4o°/« 2" 5N »10 k° «rbt,.«nft. f. Hand u. «. i«^ ,^«3 ,'«°9° DepoNtenl,,, Ally. i!W st. . '. . A.U ,^ 1^ L«coi»!pte°Oel., Niederöft. «00 fi, U._ 3^ ^ ?änder^nl°ft !«i«fl.».5a°/.Hts,(Vat,.PH..Z,)800fl.S 108 — IS» 50 Pur,VobenbachcrH.,H.«N0fl,G,__________ 2lisabeth»Vahn 20a fi. HM. . . ,z,3 «0 2»3 75 „ ^!i,!;'Vilbwe!<> »5iL stran,»Ioscs'Vcl^n »an fi. Gilb 19» 50 »00 — KüuftllcheN'NarclciHif.^ofl.S,---------------- Valz.Karl.eilbw!^.«, 200«. «M. 2«ll 8N ,83 «0 ««»»ilöftachcr lt>8.300»l. ö.W. «6^ — W3 — llahlenb?rg^) Eisen» bahnoVesell. ^aa fi. 0, W. . . ,67-z5 I6?l>a Lloyb, öft.'Ung., Trieft üWfl.HV.'. «^4— 626 -Vefterr. Norbweslb, »00 N, Gilb. i»< s,a l»5 — btc». nway»Ges.,Wr. 17««, ?. W, 21» la 2i8'4a , wr., neue 1N0 ft. . . »15I »«5a Traneftort'NesMchilst 100 ss. . —'— —- — Turnau'ilralup 305 fl. 3, W. . —-» —— Nng..aali,, Hisen!», »00fl, <35 Nng. Narbofibahn «oa fl. Vllb« «5 — 145-zl Nng.w:>lb.(»tallb.Hraz)»<»Ufi.O. 1«3 — 1«35« 50 57 — Dlontan-Gesells. öfterr.»alpine . L» 74 S4-Präger «ilen-Inb.»Ges, «00 fl. — —'— S»lgo«Tarj. «isemaff. 100 fi. . 111 112'— wassens..— —'— Devise«. Deutjch« Plätze...... 59 10 5» «