Laibacher Donnerstag den 6. November. Feldlager bei Chotim den 9. Oft. Nach Zurücklasslinq einer anqemesse-Nen Garnison in Chotim wird morgen das diesseitige Korps von hier aufbrechen , und den Marsch überPo-luschan nach Roman gegen die Sic-benbürqische Gränzen nehmen, wo inzwischen schon der Herr Feldmar-schallieuttnant, Baron von Spleny, Wit seinen unterhabenden Truppen bis Adschud an die Gränzen von der Wallachey vorgcrukt ist, und die von ^ dem Feinde noch immer beunruhigte Giebenbürgcr Passe Qjtos und Gy-wösch defet. Dcr Tatarchan nebst dem Seraskier, so vonnals zu Ias-sy gestanden , und gegen 30,000 M. geschäzet werden/, sind dermalen zu Mohilow Ncbov, und werden von dem kaiserl. russischen Hcrrn Fcldmar-schall Romanow observirt, welcher nnt seiner Armee am linken llftr des Pruthfiusses in Mignemenr von Jas-sy sieht, und das Elmptische Korps am rechten Ufer dieses F.usscs bey Hilboka gestellct hat. N)icn, vom ^3. Oktober. Die ohnlangst über Josephs Scheitel gc-lhürmte schwarze Wolke, zertheilt sich nun allmählich, indeme cr den nm» esten Nachrichten zl folge, immer weiter Vordringt, und der Feind sich nach und nach zurückzuziehen / beginnet. Jüngst schrieb (r hiehcr an einen seiner Vertrauten: „Ich bin Kay-str, und man laßt mir den ersten Rang unter den Erdenssrsien. Aber traurige Grösse, die so viel lastende Hcrr^ schersorge emschleyert. Die Zeit mw lier Sichtung ist nun da , wo ich aller Welt zeigen soll, daß man sich durch weise Standhaftiqkeit--------selbst über das Mißgeschick erheben kann. Es ist nicht so gegangen, wie ich vermuthete. Die gräßliche Seuche hat lausende meiner braven Krieger geraubt, und wieder tauftnde fraß des! Feindes, blinkendes Schwcrdt. Dieß! und das Geack^e meiner Unterthanen, die vor des Feindes Grausamkeit flohen , hat mein Her; gewaltig zerrissen ---------doch nie aber mcinen Muth geschwächt. Das Gefühl, daß ich mcine Schuldigkeit, als Führer meines Volkes thue, und die Bravour meiner Soldaten, wovon ich täglicher Augenzeuge bin , der Glaube an einen Gott, der keinen verlaßt, der ihm vertraut, macht mich stark und siebt mir die gewisse Ueberzeugung, daß noch Alles gut gehen werde." Aus dem Vanate sind die Privat« berichte selten, unbestimmt und von wenig Bedeutung. Man ersieht daraus , daß die Feinde dassclbe' noch! nicht ganz geraumer haben, und zu^ Zeiten noch Streifzüge aus dem Ge?! birge wagen. Die Hauptarmes, heißt! es, habe sich gegen Pancsova in Be^ wegung gesetzt, um die in dortiger Gegend verschanzten Feinde anzugreifen. Alr-Vradiski den 17, Oktober: Von dem Kroatischen Korps sind 4 Bataillone Infanterie. nebst Waldeck und Csavtonnsky Kavallerie angekommen. Der Generalmajor Baron Bu- denhoven ist mit dem Stäbe zu Neu-gradiska, und der Generalmajor Schmackers zu Ober - Bognchevze. Dcn is. sind 3 Bataillone: Palffy, Gnulay und Karoly, wie cs hclßt, nach Syrmien, abmarschirt, am 16. lst die Kriegskanzky, Feldapotheke, das Feldpostamt und Landcslonüms-sariat von Altgradiska nach Ncugra-disk abgegangen. Dl' Türken bey Türkisch. Gradiska sind dur !i ein Gerücht , daß der F-,ldmarschall Lau on mit 10,000 9^(lm Kavallerie nach Banjaluka marsch^re, sehr in Schre-ckcn gesetzt wordn; sie brachen so-glcich das Lager bey der Festung ab, und schlugm es, 2 Stunden davon/ auf dcn Licvcstr Feldern, näher gegen Banjaluka, auf. Trieft den 3O. Okwber. Die den 26. hier eingeloffenc rußischen SchlNe, sind folgende: die Fregatte Minerva von Norden, bat 130 Matrosen und 28 Kanonen. Die Tartana Fürst von Potemkim hat 40 Malm, und 3 gefangene Türken. Siambeko Fürst von Calliziu 45 Mann. Tartana Koustantino s2 Matrosen und 6 gefangene Türken. Po-laka Halibali hat 41 Mann. Major Lambro Kaz?,ioni kominalldirte die ganze Fotte. Von dcn erbeuteten Türkischen Schiffen wurden nur 2 hiehcr gebracht, die übrigen 3 sind an die Malthescr verkauft worden. Diese Flotte kömt aus dem 3'rchi-pcl von Soria, wo sie dcn ganzen Sommer hindurch krenzte. Von Zan-te, wo sie sich 12 Tage aufticlt, vollendete sie ilre Fahrt in 14 Tagen Hieher, und wurde bis nach Meleda im Ragusaischen von 2 Venetianischen Fregatten, vou der Flotte des Admirals Emo begleitet. Sogleich nach deren Ankunft ist eine Staffrte, an den rußischen Generalen, der sich zu Pisa befindet, abgefertigt worden.— Laut Briefen vom 26, aus dem Ban-nat, solle der Herr F. M. Baron von Laudon im Hauptquartier ange-, kommen seyn, um das Generalkommando zu übernehmen. Nach Briefen aus S^rmicn hat Wan noch immer Ursache dort einen Angrijf der Feinde zu besorgen. Griechen und Juden, welche in Kon-stantinopel Korrespondenz haben, wollen wissen, der Divan sey sehr unzufrieden mit dem Großvezier, und habe ihn wirklich zurückberufen, weil er nicht, wie ihm befohlen war, gleich in Syrmien eingebrochen , und dort die Oesterreichische Armee angegriffen , sondern nach langen beschwer lichen Märschen in die Banatischen Gebirge sich gewagt hat, wo das Einbrechen und Vorrücken ohne Zweck war, und eine ungeheure Anzahl von Menschen und Vieh gekostet hat.' Es scheint daher der Großvezier wolle nun das Versäumte einbringen und den querst vorgehabten Einfall bey Scm-un ausführen. Fast taglich ziehen Ae Tü'fen aus der Festung und dem -^'achaer Lager in Schlachtordnung an das Ufer der Save; wahrschcin-ltch aber nur um sich zu üben, und ^us rege zu halten; den endlich ge-An sie unverrichtcter Dinge zurück, ^och heiße es, daß sie taglich Ver-l.larkungcn envarten. — Unserer Seits ljl man inzwischen beschädiget die Stadt Semlin noch mehr zu verschanzen, um dic Gegend vor jedem Ueber--falle zu sichern; deswegen wird bey dem Beschanierthor eine grosse Redoute erbauet, und die vor diesem Thore stehenden Häuser, May'.Höfe, Garten, Graben lc., die dem Feinde , bey.einem Ueberfall zum Hinterhalte dienen könnten, werden geschleift. Mit der Nicderreissung der Gebäude hat man bereits den Anfang gemacht. Dännemark. Unter dem 3. Okk ist ein Königs. Generalpardon für sämmtliche Ausreißer der Dänischen Armee bekannt gemacht worden. '^ Die letzten Hofderichte, die von der in Schweden eingerückten Hülfsarmee , am 14, Qktob. zu Koppenhagen bekannt waren, sind vom 4 un» 11. Okt. Am 4. Okt. war das Hauptquartier nach Ström bey Gö-^ rha - Elv verlegt, und man machte ! Anstalten, über diesen breiten Fluß ^ zu setzen. Die eroberte Stadt We-nersborg ist mit 2 Bataillonen , unter dem Generalmajor Mansdach be< setzt, und der Generalmajor Düring war nach Vahus gesandt, um sich deffcn zu bemeistern. In Weners-borg und Vrinkekullen hat man be-^ trachtliche Getreidemagazine gesunden. ^ Die neue Brücke über Götha-Elv, ^ die 4O.5OO Rthl. gckostet hat, war auf Befehl des Landeshauptmanns abgebrochen. — ! Nähere Umstände sind noch nicht bekannt gemacht worden. Ilnw^schen melden Privatbcrichte, das Dänische Heer habe sich dcn 7. Oktober der i Stadt Gochenburg genähert, und die? ^ selbe aufgefordert, sich zu ergeben. ' Sie soll nur eine geringe Besatzung ^ (von 14.QO Mann) gehabt haben, i und die Bürgerschaft schon willig ge-^ Wesen seyn , sich zu ergeben, als der l König den 3. mit einem Korps von l 40QO Mann ankam , ;um Theil Da-s' lekalier, die auf Post und Bauernwagen eilig herbey gebracht worden > find. Der König, befand sich in Ge-^ fellfthaft des Englischen Gesandten am ^ Dänischen Hofe, und begab sich hier-l auf n>ch der Festu'.ig Elvsborg , die ' am Eingänge von Gothenburg liegt. Die neuesten Nachrichten aus Norden sind folgende: Den 13 Okt. ist ^ zu Kopenhagen ein Kourier angekom^ men , ll ch brachte die Nachricht, daß ^ auf Verlangen des Königs vou Schwe-^ den ein Waffenstillstand auf 8 Ta-^ ge ( einige sagen auf 2 Monate) von dem Primen Karl zugestanden worden. Gothenburg soll zwar von den Dänen noch nicht eingenommen , aber von allen Seiten eingeschlossen gc-halien werden. Der, König von Schweden selbst befindet sich bloquirt in dieser Stadt. Der preußische Minister Varon v. Borke ist am nämlichen Tage von Kopenhagen nach Go-thenburg abgereiset, um den König Von Scheden ernstlich zum Frieden zu bewegen. Seine Flotten zu Karls-frona und Sweaberg sind noch immer in der nämlichen unangenehmen Lage. Aus Ielkovacz in Bosmen gibt ein Privatscheiben vom 21. Qktob. folgende Nachrichten. ! Den 1 d. M. wurde durch den Hauptnnn v. Kussevich, Kapitain- lieutenant Sivkovich und dem Nech, MlNgsfühver des Kroatischen Pionierskorps Wunsch, die himcr Dubitza bis gegen Pridor sich erstreckende Bosnische Be:,irke Kne;pole Popovi-na auf Befehl des kommandirenden Hrn. Generals koufkribiret.--------Es wurden 502 Mann dortiger Unterthanen von der gricbischen Religion, zmn Wchrstande vorgelnerfet, und ^aus solchen alsogleich , nach allerhöch^ z ster Bewilligllng , ein besonderes Freykorps unter Kommando des Haupt-^manns v. Kllssevich vom ersten Ba-nalregimente, errichtet, welches bis ic>. Oktober schon auf 703 Mann anwuchs, und den 11. nach abge-.legtem Eide der Treue die äussersten ^Vorposten gegen Bridor be^o-j. Den 12. Okt. bewillkommte diese neue Truppe das erstemahl unter Anfüh" rung ihres Konlmandanten einen:ahl< reich anrückenden Haufen der Feinde/ und brachte diese durch ein sehr gul angeordnetes Feuer gar bald zu»! weichen. Ueberhaupt ist nun durch dicscs Freykorps das ganze türkisch Ko;oraner und Prozoraner Gebirge unserer Bothmassigkeit unterworfen und vor allen feindlichen Anfallen ge-schüfet. Schwede»^. Nach Berichten ausGothenburg voM 12. d. M. ist auf die überreichten Vorstellungen der Gesandten von Londoll und Berlin, der Anfangs auf 8 Tage zwischen Dänemark und Schweden eingegangene Waffenstillstand, auf 2 Monathe verlängert worden. Wahrend dieser Zeit Hosset man alle Irrungen ,in Norden beyzulegen.