(Poitcina plaeana v gotofini.) Mi« Zeitung h———-—=5^—— Erscheint wSchentllch zwetmal: Donnerstag und Sonntag früh.--- •Arttilcitima »*X *erealt*«a: PitftMOM «Ilca Kt. ». X«U»>&M 81. - A»tS.dig>°a«> o«be« i» bet «tiwalu.a gegen BmtMN MfltflfUi ®»b«l>ir» tnta*flt«fl«o»«in • Sitbal 3«laafi oUttelifiJjtto VW 10.-, halbiNrig VW SO.-. gcm,,»dr^ l)i»40 *4« da, luStamb atipwch««* SrhSha»«. - Nn««un in • 0 Mmmer 68 DonmrSlag den 24. August 1922 4.147.] Jahrgang Die Fetzen Papier. (Wiener Brief.) Wie sehr hatten sie sich einst, <4 ist nicht so lange her, über diese« Wort aufgeregt, die Mora-listen der Entente! Und heute? Hie und da hört man freilich noch von der „Heiligkeit" der Friedens-vertrüge sprechen, allein diese Phrase» verblassen zu wesenloten Schatten gegenüber der Wirklichkeit. Wirklichkeit aber ist. daß die FtiedenSverttüge durch die Entente selbst zerstört werden. Der rumänische Ministerpräsident konnte unlängst, angeblich im Namen der kleinen Entente, verkünden lassen, daß die Bestimmungen der Beiträge über den Schutz der Minderheiten null und nichtig seien; Lloyd George warf Poincarö vor, daß Frankreich den Vertrag von Versailles zerreiße; die leitenden Minister der Entente erklärten vor einigen Tagen in London, daß sie außerstande seien, der Kreditverpflichturig zu genügen, welche die Entente im Bertlage von Eaint Germain Txutfchösterreich gegenüber eingegangen ist. Uederrascht wurde dadurch allerdings niemand. Nur Toren konnten erwarten, daß die Staaten der Entente ihren vielen Versprechungen die Tat folgen lassen und Deulschisterreich Geld leihen würden, nur unheilbare Ideologen erwarteten, daß die Entente ihre BertragSverpfiichtungen erfüllen werde. Die Lage Deutschösterreichs hat sich deshalb durch den Londoner Beschluß uur insoserne geändert, als nun-mehr auch an der Donau das Lügengebäude der Erfüllung?polik zusammengebrochen ist und jeder« mann die harte, aber sehr heilsame Erkenntnis wird, daß die Bevölkerung der österreichischen Alpen-länder sich vor allem au« sich selbst heraus ihre Zukunft schaffen muß. Die finanzielle und wirt-schaftliche Lage ist erust, sehr ernst. Da« Valuta- Ausflug von Hilli nach Sutzvach. (Fortsetzung.) —. Gerührt verliessen wir diese« Gotte«h»u«, und nach einem Stündchen Wege» waren wir in dem P»l-last» der wirklich fürstlichen Oberburg. Hier stiftet« am 13. April 1140 der Patriarch P ereg rin »on Aquileja, mit dem Edlen Dyebald von «hagere und dessen Hau«fran Truta, ein Benediktincr-Kloster, welche« der mäch-tige Böhmenkönig Ottokar im Jahre 1274 in sei-nen besondere» Schutz nahm. Albrecht der Erste aber ernanute im Jahre 1236 die Grafen von S t a r -chand und Haynburg, Ulrich, Andrea« und Friedrich ,u Mgte» diese« Stifte«. Nach deren Absterde» aber wurden e« die Trafen von C i l l i. Al« eine Gränjstreitigkeit entstanden, hat Herzog Ulrich vo» Kirnten im Jahr« 1263 dem Abte Johann den Wald von Sul»» » ch ,uge« totochen. »llmählig gelaugte diese» Stift, gleich allen an-der», meist durch fromme Schenkungen »u seinen aller-ding« bedeutenden Besitzungen. Daß aber hier neben dem Mönch»« auch ein Ronnrnklostrr bestanden habe, ist eine Sage, deren Aadiheit urkundlich »u beweisen ich mich keine««»« getraue, wenn gleich bey A. I Cäsar eine Scholastica von Oberburg im »ierlehnten Jahrhunderte vorkömt. Im Jahre 1460 starb der Abt « a « p a r, und Kaiser Friedrich der vierte verboth den Mönche» einen neuen »bt ju wählsn, «eil er au« d«n Besttzun» Problem scheint alle« ia seinen Polypenarmen er-»rücken zu wollen, aber eS ist bisher noch kein Voll an der Valuta zugrunde gegangen. Auch Deuifchösterreich wird die furchtbare Krise, in der eS sich befindet, um so eher überwinden, je rascher und rücksichiSloser e« daraus die Konsequenzen zieht, daß die Entente den Vertrag von St. Germain selbst zerrissen hat und Frankreich sich anschickt, deu scheinbaren Rechtdboden der Vertrüge zu verlassen, um sich durch Gewalt, durch die Wiederaufnahme des Krieges da« zu erraffen, was eS sich in Ber° sailltS noch nicht zu sichern vermochte. Auch in den Arbeiterschichten der Alpenländer ist jene Stimmung längst verflogen, die vom Westen her da» Heil der Welt und den Anbruch deS tausend« jährigen Reiches erwartete. Aa ihre Stelle ist die Erkenntnis getreten, schmählich angeführt worden zu sein, und da« Verlangen nach einem wahren Frieden, der nur anbrechen kann, wenn der Krieg nach dem Kriege, der Imperialismus derjenigen, die sich heute die Herrschaft über unseren Erdteil anmaßen, ihr Ende gesunden haben. Lord Nörlhciiffc t Von Graf E. v. Zedtwitz. Die englische Presse, durch Jahrhunderte mit der britischen Press« eng verwachsen und groß ge. worden, galt einst als die beste der ganzen Welt. Der großen Vergangenheit eingedenk, hielt man auf eine vornehme, würdige Tonart, unsaubere Machen» schasten waren ebenso verpönt wie gehüstige Aus-fälle gegen innere oder äußere Gegner. Das alles Hot sich mit dem Amt eten Alfred Ha mkworch! sehr rasch und gründlich geändert. Dieser gründe,« die „Daily Mail", «in schmutzige« Halbpennyblatt. da« aus d,e niedrigsten Instinkt« der großen Masse spekuliert« und von der anständigen Presse scharf, gen diese« Kloster« ei» viithum i» Laybach grün, den wollte. Allein trotz de« kaiserlichen Verbothe« schritten die MSach« doch »u einer neue» Abteowahl, welche auf den einäugigen Bruder Gregor fiel. Kailer und Papst (P i u « der Zweyte) erklärten diese Wahl für nichtig ; allein drr Abt und seine Mönche widersetzten stch der Aufhebung ihre« Kloster« so hart» nöckig, daß man sie endlich mit dem Kirchenbann« belegt«, von welchem sie erst le«gtsprochen würd«», nach-dein der Abt alle Urkunden sammt dem Kirchenschatze, und namentlich auch da« Sliftsstgill »»«liefert«, welche» ihm Herr E»g«lb«rl von »u«r«brrg verheimlichen half. So kam die gänzliche Gründung deS L a yb ach er -vi»ihum» bi« »um Jahre 1464 »u Stande. Au« d«r späteren Geschichte dies«« Ölte« zeichne-te» unsere Ehroniker Scene» der muthwilligsten und »»grllosesten Aohheit auf. Während de« im Jahre 1635 i» der unlern Steyermark »»«gebrochenen Bauernauf« stände» wurden Gottethäuser und Küste« geplündert, an manchen Orten sogar die Tinwohaer gemordet, überall aber wüthende Grausamkeit ausgeübt. Doch nirgend« frev:lten die Empörer »uf eine so ärgerlich« Weis-, »l« hier in Oberburg. In drr erste» Hälfte de« vorigen Jahrhundert« ließ der Laybach«r-FÜrstbtschof. Graf Att«m», die Kirch« und da« Schloß Oberburg abbreche», und beyde vom Grunde au« neu erbauen. D»« derma-tige, weitläufige Schloß ist wirklich eine fürstliche Re. stden,. Die Kirche aber, unter d«n Kirch«» in neuerer Bauart, die größte und schönst« de» Lande», »ieht durch aber erfolglos bekämpft wurde. Erst kaufte man das Blatt aus Neugierve wegeu der aufdringlichen Retlame, die HarmSworth betrieb, gewöhnte sich aber allmählich an den rrhen, gehässigen Ton und schon nach kurzer Zeit wcr die „Daily Mail" ebenso eingebürgeit wie später Pearsons .Daily Expreß", die ihr edleS Vorbild womöglich noch zu überbieten suchte. Immerhin war damals die Stellung der alten großen Blätter noch fo fest, daß diese den Wettbewerb der neuen Schmutzpresse ertragen konnten. Da kam da« Krüger-Telegramm. Blitz» schnell erkannte Harmsworlh seinen Vorteil und be« gann in seiner „Daily Mall* sosmt eine wütende Deutschenh'tz?, die ihm nicht nur in den breiten Massen eine starke Gefolgschaft. sondern auch die Gunst zahlreicher Politiker und Finanzgewaltt'ger sicherte. Seither hat HarmSworth die Haß- und Lügenpropaganda gegen alles Deutsche systematisch und zielbewußt betrieben, denn er verdiente dab«i Unsummen und wußte diesen Verdienst stets wieder in Macht umzusetzen, indem er bestehende Zei» tungen auskaufte, neue begründete, mit unzähligen HaaS- und Familieublättern seinen Ideen überall Eingang verschaffte und so de» Krieg gegen Deutsch» land nicht nur vorbereitete, sondern in England überhavpl erst möglich machte. Die wachsende Macht dieses Mannes machte ei vielen der großen englische» Blätter schließlich unmöglich, sich seinem Einfluß zu entziehen, er brachte eines nach dem anderen in seine Gewalt, bis e» ihm schließlich gelang, mit Hilfe de» Bürsengewaltigen Lord Rothschild auch die »TimeS", das bedeutendste britische Organ, zu erwerben und in den Dienst der Deulschenhetze zu stellen. Kurz darauf gründete er auch in Amenka und Frankreich eigene Blätter und schloß mit dem „Malis" in Pari« ein enge» Bündnis. König Eduard VII. er» kannte den ungeheure» Wert, den dieser ZeitungS» gewaltige für feine Einkreisung«pvlitik hatte und beeilt« sich, sobald er zur Regierung kam. ihm den gebührenden Platz anzuweisen: au« Mr. HarmS» worth wurde Lord Northcliffe, der Propagandachef der deutschfeindlichen Politik vor dem Kriege. Seit» her habe» die zahllosen Zeitungen und Zeitschriften ihr« höh« Kupp«! dir Blick« d«« Wanderer« schon von Fern« aa sich, und vergnügt in ihrem Innern den Kenner durch ihre» schönen, kühne» Styl, und durch einig« seh« gelungen« Altarblätter, die meisten» von der Hand d«» Kremser'« Schmidt find/) Oberburg Ist auch heut zu Tage noch eine ,um Bi»thum Laybach gehörig« H«rrfchaft, »nd stand nur «inige Zeit hindurch, zugleich mit Altenburg, unter eamrralifchrr Verwaltung. Nachmittig« traten wir d«n Rückweg »on Ober-bürg üb«r St. Xaveri an, und gingen um n»ch Eulzbach }u kommen, nach d«m nahe» Markt« Lauf« f«n. Ein« klein« Streck« ausser demselben hört der Weg schon auf, fahrbar ,u sey». Wir bestiege» daher Saumpferd«. Der schmale Pfad zieht stch fortwährend an den Ufern der Sana hinauf, di« üb«r mootbe» deckt« Frts«nstück« daher schäumt. Noch ein kleine«, freundliche» Thal, da« in den lieblichsten Schattirungen de« herrlichst«» Grün pranget, und da« Flnßbett wird enger, da» Gebirge »llmählig höher und steiler. Sel» tener trifft man schon auf «lecker und Wiese», die nur eintet» hie und da au» dem dunkeln Bergwald« h«r-voiblicktn. Ziegen weid«» auf schroffen Klipp«nabhäng«n, und srlteaer w«:den die Wchnuogen der Menschen. *) Bon diesem schätzbaren .Künstler befiyt der C i l • lier-Krei« noch zwey Hochaltardläner; da» ein« in der Pfarrkirche zu Lochen «gg.- da» ander« i» jener ,u Windischseistritz. Beyd« stellen den h. Bartho-lorn&tt« vor. und b-urkunoen den Meister durch die Ber-schiedenheit der Darstellung. mit w«lcher er einon und den nämlichen Gegenstand zu behandeln wußte. «eilt 2 NorthcliffeS mit verdoppelter Kraft gearbeitet. unab« lässig gegen Deutschland und alleS Dmtsche in der Welt gewühlt, bi« alle Völker vorbereitet waren auf daS, was kommen mußte: den Krieg gegen Deutschland. Täglich mußte der Berliner Norhclisfe-Vertreter irgend etwa« Ungünstiges über Kaiser Wilhelm II. depeschieren, der Nachrichtendienst in Deutschland von deutschen Rüstungen, die Korre-spondenten im Auslande von deutschen Mach, nalionen draußen in der Welt melden. So wurde systematisch und zielbewußt gearbeitet, bis der Krieg gegen die bösen Deutschen in aller Welt ebenso populär war wie in England, als die Stunde schlug. DaS alles haben wir Deutsche erst gesehen, als diese Saat ausging und dann zu unserem Leid-wesen erfahren, daß die gerade, ehrliche FciedmS-Politik der deutschen Regierung mit vergifteten Wessen nicht gerechnet halte. DaS war unsere .Schuld". Northcliffe aber wurde drüben vom ersten Tage de« Krieges an wie sein zweiter gefeiert und eS war wohl nur selbstve. stündlich, daß die Leitung des britischen Propagandadienstes toüh-und deS Krieges seiner bewährten straft anvertraut wurde. Was NoUhcUffe in dieser Stellung geleistet hat. habe» wir zur Geniige erfahren. Seme Tätig, keil war eine Kette steler Et folge von dem Augen« blick an. da er die Leitung der Geschäfte übernahm bis zu jenem düsteien Tage, als seine Agenten den deutschen Matrose» vormachten, daß in der britischen Floite der Bolschewismus herrsch« und diese nur auf daS Beispiel drr deutschcn Genossen warte, um zum offenen Aufruhr übeizagehen. So Holle Northcliffe in Wilhelmehafen die ruhmreiche alte Flügge nieder' und führte die deutschen Geschwader, die im Kampse nicht bezwungen werden konnten, — „om Schnürchen', wie Admiral Beatiy sich au», drückte, nach Scapa Flow. Was Sir Cawp.ll Stuait, Kapitän Tuchy und andere über die Mo lhodeu der Northcliffe-Propaganda geschrieben haben, wird steiS ein furchtbares Denkmal bleiben für daS, was Skrupellosigkeit vermag. Als der Kucg beendet und der Propaganda« diei.st aufgelöst war, kehrte Northcliffe, mit Ehren überhäuft, zu feiner früheren Tätigkeit als Zeitung«« magnat zurück. Wohl waren viele seiner Mitarbeiter sehend gewotdeu auf seinem Wege; Hamillon Fyfe uns so manche andere bekämpften nun daS Werk, dem sie so lange gedient. Doch was bedeutete »as für den Mann, drr sich nicht nur Ehren und Güter, sondern auch Anscheu und ungeheure Macht er« worden hatte und eS unternehmen konnte, auch dem Stärksten entgegenzulreteu: Lloy) Gcorge. Die er« bitterte Fei»d!chaft zwischen dcm ersten Minister uud Lord Northcliffe ist seit Bcendigung dcS Krieges immer schälfer hervorgetreten. Der Zeitungsmann konnte eS dem Premier nicht verzeihen, daß dieser nun seiner Dienste so gar nicht mehr bedürfte und bekämpfte Lloyd George immer schärfer und leidenschast-licher in der ganzen ihm zur Vcsügung stehenden Presse. Der Weg führt bild durch rauschende SießbZche und hemmend« Sestrippe; bald erhebt er sich kühn und steil bis nahe »u des Berges HSHen hinaus, und bald senkt er sich wieder in jäher Abdachung bi« zu de» Stromes Tiefen hinab. Gefahr droht dem Wanderer hier an mancher Stelle; denn nur ein unglücklicher Tritt, und Reiter und Roß stürzen in den schauerlichen «bgrund hinunter. Regenwolken zogen am Himmel hinauf. Tief im Thale s-hca wir ein niedliche«, mit Nadelholz besetzte« Cyland, auf welche« der scheidende Tag sein ersterbende« Licht noch senkte. Endlich kamen wir auch diesen Berg-rück« hinunter, und mit grauendem Abende träfe» wir, ziemlich durchnäßt, in dem D»«fe Leutsch ein. Hier war unsere erste Frage, welche« Wetter wir für den folgenden Tag erwarten dürfen ? „Da« Wasser trübt sich; e« wird regnen!" war die nieder« schlagende Kunde, die man un« gab. — SesprSche mit de« Dorfrichter, tn dessen Hause wir übernachteten, kürzten un« diesen Abend. Regengüsse begleiteten die Dämmerung de« kom-wenden Morgen«, und man wollte un« darchau« nicht rathen, unsern Weg fortzusetzen; denn der Fluß wuide immer trüber, und zugleich kam die Nachricht, der Steg in der Nadel setz eingestürzt. Aber unsere Sehnsucht, diese merkwürdige Staute dennoch zu sehen, war zu >roß, und die Möglichkeit einer baldigen zweyten Reise »u ungewiß, al« daß »tr die Unannehmlichkeiten de« Wege« und der Witterung scheuend, so nahe am Ziele t»r unmännlichen Rückkehr un« hätten entschließen Mime«. (Schluß folgt.) Silliti Zeitnah Natürlich hatt« die« seinen Grund nicht nur in per« sönlicher Feindschaft, sondern vor alle» in eine« tiefgehenden politischen Gegensatze: Lloyd Georqe will den Bestand de« britischen Weltreiche« dadurch sichern, daß er den Frieden für alle erträglich und damit dauerhaft macht. Northcliffe glaubte nicht an den Frieden, sondern sah nur einen Waffenstillstand, den nach seiner Meinung die Deutscheu und Russen be« nützen würden, sich sür die kommende Abrechnung vorzubereiten. Daher der Kamps der Northclisf-presfe gegen den Premier und seine Politik, in dem man schließlich so weit ging, Lloyd George und seinen Außenminister unmittelbar vor der Washingtoner Konferenz jede geistige und moralische Eignung zu ihren Aemtern abzusprechen. Und nun kam, was noch vor wenigen Jahren niemand für möglich ge« hallen hätte: ol» die Vertreter der ,Dai!y Ma'l" und der „Times* am nächsten Tage, wie immer, in Downingstreet ihre Informationen entgegennehmen wollten, wurde ihnen mitgeteilt, daß ihre Besuche ans den Ministerien fernerhin nicht erwünsckt seien. Zur gleichen Zeit trat Mr. Kerr, der frühere Se« kceiär Lloyd Georges, in den Vorstand der „United NewSpaper Ltd." ein und damit rückte der „Daily Ehrouicle" an den früheren Platz der „Times" vor. Natürlich folgte der Maßregelung der Northcliffe« blätter alSvald eine Interpellation im Unterhause und die Antwort, die Lloy) G.orge persönlich er« teilte, enthält folgende interessante Feststellung : „Die „TimcB" weide trotz allem, waS in den letzten Jahren vorgefallen sei, im Auslande immer noch für die Vertreterin d.s amtlichen und gebildeten England gehalten. In England wisse man, daß sie diese SteLuug längst eingebüßt habe, im Auslande aber werde diese Tatsache erst nach und »ach bekannt." 5eith-r hat sich der Kampf der Northcliff presse gegen Lloyd George nnd sein Kabinett noch mehr verschärft, wobei dieser die Eyauoinistenpresse Frankreich«, die Blätter BanvreS in Italien und bi« zu einem ge-wissen Grade auch die amerikanische Hearstpresfe nach Klüften sekundierten. ES ist nur natürlich, daß^der Gegensatz zwischen den Aiischauunzen Lloy) Georges und Norihc'.iffeS auch und vor allem in ihrer Stellung Deutschland gegenüber zum Ausdruck kam, denn die .Gegend Über der Nordsee" ist nach wie vor eilieS der wich-tigstcn Gedine der britischen Politik. Waren e« vordem politische und Flottensragen, so sind es heute in der Hauptsache Handels« und Wirtschaft« orgeu, die hier oie Wege des Forcign office bestimmen. Northcliffe wußte so gut wie wir, daß der h'Ulige KurS der britischen Politik ganz gew'ß nicht dcm Wunsche entpringt, Deutschland in seiner furchtbaren Laze Erleichterung zu verschaffen, sondern der bitterm Notwendigkeit, die vernichtenden Folgen vo>> Bcr« saillcS, Spa und London auf die britische Wirtschaft nach Möglichkeit abzuschwächen. Trotzdem schürte er weiter den Deulschenhaß mit allen Kräften und ar-beiteie nach wie vor unentwegt zum Schaden Deutschlands und der deutschen Sache, wo immer sich ihm Gelegenheit bot. Wir haben daS während der »onferenzen von London und Cannes gesehen und zuletzt in G:nua, wohin Northcliffe seinen ersten Gehilfen, Herrn Stecd, entsandt hatte, dessen ungeheuerliche Verleumdungen im Bunde mit der fran« zösischen Hetzpresse wiederum die ganze Welt gegen Deutschlai!» ausgebracht haben. Doch auch Northcliffe selbst war eifrig an der Arbeit. Noch vor wenigen Wochen weilte er „inkognito" im Rheinland, und ließ dann in der „Daily Mail" und „Time«' eine Artikelserie erscheinen, die zu dem Gehässigsten gehört, waS er je geschrieben hat. Neues wußte er freilich nicht zu sagen, sondern nur die alten Lügen, Ver« dichtigungen und Verleumdungen, die er knr; zuvor »och über die abgetrennten Deutsche» Südosteuropa« wieder ausgestreut hatte. Sofort nach der scharse» K»itik Lloyd Georges wußte ganz England, daß jene Worte nicht so sehr der „Times" galten als ihrem Herr», Loro North-ci-ffe, und «S ist bezeichnend, daß dieser außerhalb seiner eigenen Presse kaum einen Verteidiger fand. England war eden seine® Gebühren« längst müde, feit man erkannt halte, daß Northcliffe au« keinerlei idealen Motiven gehandelt hatte, sondern lediglich aus Geld- und Profitgier und unersättlichem Ehr« geize. Mehr alS ein anständig denkender Engländer hat in den letzten Jahren unumwunden zugegeben, daß eS für die englische Politik kein Ruhmesblatt sei, sich diese« Manne« bedient zu haben. So dachte man in Sagland allgemein, schon bevor Lloyd George durch seine Erklärung im Parlamente offen von Northcliffe abrückte und wenn man auch dessen Arbeitskraft and Energie allgemein anerkannte, so w«r e« doch damal« schon klar, daß der Stern de» I Nummer 68 einst Allgewaltigen am politischen Himmel im Nieder' gehen war. Nun ist Lord Northcliffe vor wenigen Tagen gestorben und wenn die britische Presse jetzt bestrebt ist, seine Verdienste um daS Reich in« rechte Licht zu setzen, so sieht man gerade ans diesem etwas künstlichen Bemühen, wie schwer e« dem Engländer fällt, hier das alte Wort nicht zu ver« gefsen: de mortui« nil nist b«n« 1 Dieser Mann hat sich in seinem Vaterlande kein ehrende« Andenken gesichert, noch weniger aber bei un« Deutschen, deneu er zwei Reiche zerstört, ein« furchtbare Gegen-wart und ein« düstere Zukunft bereitet hat durch seine Lebensarbeit, die dem Hasse, stets dem Haffe gewidmet war. Haß aber hat, solange die Welt» geschichle zurückreicht, steiS nur Hiß erzeugt und niemal« gute Früchte getragen; anch die Arbeit NorthcliffeS wird einst »ihre Früchte tragen, wenn fein Andenken längst erloschen sein wird. JtolitifdK Rundschau Inland. ..Wir steh«« vor der Katastrophe!" Wie man bis jetzt beobachten konnte, steht die Oeffentlichkeit und die Prcfse mit einer gewissen Ergebung zu. wie die Prei,e von Tag zu Tag steige», bis sich dann plötzlich wieder der Schlacht, ruf gegen die Teuerung erhebt und im ganzen Blätterwald« widerhallt. So war e« seinerzeit, als die Gemlindezerichte zur B-kämpsung der Teuerung aktuell waren, und so ist es jetzt, da von Getreide-ouSsuhrverbot und allen möglichen Verordnungen gegen daS fernere Anwachsen der Lebensmittelteuerung die Rebe ist, die gerade in den letzten Ta^en mit einem Rucke um etwa 25 Prozent stieg. Besonder« der Beograder Presse hat sich eine gewisse Nervosität bemächtigt, welche die ganze Politik in den Hintergrund treten läßt und die Teuerung allein zum Gegenstände ihrer Betrachtungen macht. So schreibt die Beograder Zeiiung „Balkan" u. a. folgendes: „Wir stehen vor der Katastrophe l Die Regierung ist verpflichtet, die unnötigen Reisen nach Ljubljana beiseite zu lassen und sich in eine Regierung der Rettuch, de« Vaterlandes zu verwandeln, und ver-flucht fei der. der ihr nicht hilft. Auch der König sollte feine» Aufenthalt in Marlenbad unterbrechen und in die Hauptstadt zurückkehren. Seine Sommer« fcische in der gegenwärtigen Situation wäre sehr unpopulär. Also weg mit Marieubad, weg mit der kleinen Entente l Wenn un« durch die Schul» der Regierung die Katastrophe ereilt, wird unS die ganze kleine Entente nicht retten! Die Haut ist unS näher als da« Hemd. Weg auch mit der Frage de« Prinzen Georg. Der Pünz mag wenigsten« in diesem Augenblicke die Leute mit seinen Briefen und Forderungen verschonen. Die Regiernng soll sofort das Parlament einberufen, um die soziale Katastrophe zu verhindern." — Was da« Beograder Blatt unter sozialer Katastrophe verstehe, ist nicht recht er-findlich, denn unser Nachbarland Oesterreich zeigt uns, daß dieser AuSoruck in der Nachkriegszeit eine beträchtliche Dehnbarkeit angenommen hat. Auch der „Balkan' wird lange nicht so heiß essen, al« er in seinem zitierten Artikel kocht. Bergarbeiterstreik in Slowenien. Am SamStag sind in Trbovlje, Hrastrnk und Kos< »je ungefähr 12.000 Arbeiter iu den Streik getreten, denen sich am Montag auch die Knappen« schast von Sagor angeschlossen hat. Die Leiter des Streike« fähren alS unmittelbaren Grund sür da« Niederlegen der Arbeit da« Verbot einer Arbeiter-Versammlung durch die BezirkShauptmannschaft Celje an. auf der im Hinblicke auf die Zntnveniion de« Minister« sür sozial« Fürsorge über die Mittel zur Verhinderung des Streikes hätte beraten werden sollen. Die Streikleitung hat an dir streikende Bergarbeiterschaft einen Aufruf erlasse», in de« den Arbeitern geraten wird, die Bergreviere zu ver-lassen und bei den Bauern Arbeit zu suchen. Die Gastwirte werden ersucht, die Wirtshäuser zu schließe». In den Revieren möge absolute Stille herrschen, Ansammlungen auf den Straßen sind verboten. Die ersten Tage deS Streike« sind tn allen Revieren vollkommen ruhig verlaufen. Ausland- Die Krise in Oesterreich. Der österreichisch: Bundeskanzler Dr. Seipel ist vor einiges Tagen mit dem Finanzminister Legur nach Prag abgereist, wo Beratungen zwischen den österreichischen und tschechischen Staatsmännern über Nummer 68 Cilfktr Zeitung «rite 3 die durch die Londoner Absage entstandene Lage und über verschieden« noch nicht gelöste Fragen in bem Verhältnisse der beiden Länder stattgesunden haben. Wie zu erwarten war, ist daS Resultat dieser Be-sprechungen der billige Hinweis aus die „nicht iv unterschätzende Wichtigkeit" deS Völkerbundes. Ja Wiener politischen «reisen hat sich die Meinung festgesetzt, daß tn der gegenwärtigen Lage drei Dinge übrigbleiben: westliche Geldhilfe, Anschluß an Deutsch-land oder — die Katastrophe. Von einer vierten Möglichkeit berichtet der Pariser Malin: nämlich von der Uebernahme der österreichischen Verwaltung durch eine amerikanische Bank nach eine« Vorschlage Banderlip's. Der Unbeständigkeit der Wechselkurse ln Mitteleuropa, die den Handel zwischen den Donauländern unmöglich macht, soll durch die Grün« düng eines Zentralamt» in Wien abgeholfen werden, das die Handels- und Jndustrieabichlüsfe mit ame-rikanlschen Dollars zu sundieren hätte. Der Dollar würde so die Geldeinheit für den internationalen Warenverkehr zwischen den einzelnen Staaten Mittel-euiopaS werden. , Die Ersparnisse im deutfchösterreichifchen Staatshaushalte. AlS der deutschösterreichische Finanzminister im Juni sein Finanzprogramm entwickelte, sprach er davon, daß im Staatshaushalte rund 50 Milliarden Kronen erspart werden können. Nach den Vorschlägen der mit der Durchführung betrauten Kommission be-lausen sich die Ersparnisse jedoch aus l 16 Milliarden nach der seinerzeit vom Finanzminister seiner Schätzung za Grunde gelegten Parität oder aus rund 500 Milliarden nach der gegenwärtigen Pa-ruät, wodurch daS durch die innere Anlrihe zu dickende Restdefizit um ein Viertel vereinzelt wird. Dabei ist die Möglichkeit einer Aenderung in dcm Betriebe der StaatSbahnen noch nicht in Rechnung gezogen. Die Konferenz der kleinen Entente tn Prag. Wie ouS Prag gemeldet wird, haben die 'Staatsmänner der kleinen Entente aus der Präger Konserenz nachfolgende Probleme zu beraten: Ver» tiefung und Verlängerung de« Bundri Vertrages zwischen der Tschechoslowakei und Jugoslawien: Eintnlt Polens in den Verband der kleinen Entente; Stellungnahme der kleinen Entente zu allen aktuellen Frage«, die aus der Lölkerbundversawmlung in Genf am 4. September aus der Tagesordnung erscheinen werden. Unseren Staat wird in Gens der Außenminister Dr. Rinc c vertreten. Bekanntlich werden dort mehrere Fragen behandelt iverden, die Jugoslawien besonders berühren. England für den griechischen Einmarsch in Konstantinopel. Die englisch französischen Interessengegensätze, die auf der erfolglosen Londoner Konferenz zutage traten, scheinen ihre praktische Auswirkung im nahen Osten erfahren zu wollen. Einem Berichte dcS Bcr> ltner Tageblattes zufolge hat der englische Kommissär in Konstantinopel erklärt, England habe gegen einen Einmarsch der Griechen in die Stadt nichts einzu-wenden. Diese Erklärung hat die griechische O^ffent-lichkeit bis zur Fieberhitze begeistert, in Athen fanden große Manifestationen für England stat'. Gunaris hat den Vertretern der Presse große Ereignisse vor-hergesagt, die in einigen Tagen eintreten würden. Der griechische Patriarch, ein bekannter Anhänger venizelos', entsandte zwei Metropoliten an die grte-chische Front, die die griechischen Truppen in ihrem Erobernngswillen bestärken sollten. Eine deutsch russische Allianz? Der Korrespondent der Londoner Times in Riga melde», daß Tschitscherin, Litwinow und KereSziuSki gegenwärtig mit der deutschen Regierung über eine sormelle Alliao, verhandeln, wodurch die früheren Abmachungen ausgehoben würden. Die Unterzeichnung stehe bevor. Ein unabhängiges Turkestan. Wie auS Baku gemeldet wird, hat die Moskauer Regierung die Unabhängigkeit von Turkestan verordnet. Die Delegierten der Regierung von Buchara, Turkestan und Schiwa haben sich versammelt, um die Schaffung eines mohamme-dänischen nichtdolschewrkischen Staates zu besprechen. Aus Slaüt und Land. Anmeldung der militärpflichtigen Jahrgänge 1872 bis 1899. Der Stadimagistrat Eelje verlautbart: Huf Grund einet Erlasses deS Militärkreist« Celse, Zl. 18.430/M vom IS. Juni l. I., wird bekanntgegeben: Alle Militärpflichtigen der Jahrgänge 187S bi« 1899, die in Jugoslawien nicht al« Soldaten gedient, sondern bloß ihre Kader-dienstzeit in der ehemaligen österreichisch-ungarischen Armee absolviert haben, sei e«, daß sie al« un-tauglich anerkannt oder befreit wurden, haben sich bei ihren ZuständigkeitSgemeinden zu melden. DeS-halb werden alle Militärpflichtigen der Jahrgänge 1872 bis 1399, die In der Stadt Celje Heimat», zuständig sind und in Jugoslawien nicht alS Soldaten gedient haben, aufgejordert, sich während der AmlSstunden, d. i. von 9 bis 12 Uhr vormittags, im Zimmer Nr. 9 des städtischen Magistrates zu melden, und zwar: Jahrgang 1899 bis 1891 vom 23. bis 26. August l. I.; Jihrgang 1890 bi» 1883 vom 28. bi« 31. August; Jahrgang 1382 (1884?) bis 1872 vom I. September bte 4. Sep. tember l. I. Abwesende Militärpflichtige müssen von ihren Eltern oder Verwandten (Siüdern, Schwestern uiw.) g«meldet werden. Wer sich in der festgesetzten Zeit nicht meldet, wird strengstens be-strast werden. Die Ausrede, daß er nichts davon gewußt habe, gilt nicht all Rechtfertigung. — UnS erscheint In dieser Kundmachung einiges unklar. Im Erlasse deS M'litärkreiseS ist vo:i Militärpflichtigen die Rede, die ln Jugoslawien nicht als Soldaten gedient, sondern bloß ihre aktive Dienstleistung in der österreichischen Armee abgedient und d-nm als untauglich erkannt oder befreit wurden. In drr Anordnung der Gemeinde heißt es. e» müßten sich alle Militärpflichtige», die in Jugoslawien nicht alsSoldaten gedient haben, melden. Wie verhält cS sich nun mit Personen, die in der ehemaligen Armee den Krieg, al'o mehr als die Kaderdienstzeit, mitgemacht und als Angehörige äl-terer Jahrgänge in Jugoslawien nicht a!ü Soldaten gedient, auch nicht untauglich erklärt, nicht befreit, sondern schon gelegentlich einer früheren Anmeldung in da« Grundbuch der jugoslawischui Armee ringe-tiagen wurde»? Mit Rückjich! auf die anzedrohti strenge Bestrafung wird es notwendig lein, daß die Gemeinde näher erklärt, was sie unter Militär-Pflichtigen, die in Jugo>lawien nicht als Soldaten gedient' haben, verstryt. Alt Heidelberg. Der frische Mut der Mar-Kurzer Studenten, der sie aus ihrer österlichen Theater-reise durch die Woiwodiua vo> Ersolh zu Ersolg geführt und unseren schwäbischen Landeleuten lieb gemacht hat, trat auch bei der üussuhrung von Alt-Heidelberg im Hotel Uuio.» unverkennbar in Er-scheinuug. Denn wie dort kernen sie auch h er am Tage der Ausführung au, machten sich an die Sache, fabrizierten die Kulisien und was dazu gehört, un) abends wurde eben gespielt. Unv gut gespielt. Ueber das Stück selbst ist schwer wa» f\ sagen. Vielleicht daS eine, daß feine leise Vnclogtnhiit heule vielfach verlegen wirkt. Ato daS wurde reichlich ausgeglichen: in dem einen Zuschauer durch die ivunderschönen Jugenderinnerungen, die es erweckte und miikling'n ließ, in dein anderen durch die hinreißend^ da und dort allerdings etwig zir ftaif unterstrichene Komik, d e von den einzelnen Prrsoatn ausging. Richt zuletzt auch dnrch die Gerührlheit, dir das L'.ebeSschick-sal deS jungen Fürsten auf dem deutschen Thrönchen auslöste. Die Spieler holtet, au? dem Stücke heraus, waS herauszuholen war. Herr Kammerdiener Lutz war prächtig. Fräulein Kätie ein süßer, liebn:, ein-ziger Fratz. Der Ecdp.inz wurde seiner Rolle völlig gerecht. Die Befangenheit, die auch in den Szenen der Heidelberger S:»dentenzeit nicht ganz abgelegt werden kann und seine auch t>a noch nicht ganz ech!e Ausgelassenheit sind einfach wesentlich. Ja den zwei lrtz'en Akten gab er Höhepunkte ganz feinen Können». Der alle Lehrer, zweifellos eine der schwierigeren Rollen, war gui. Wie wir hören, wurde st« erst im letzten Augenblicke von einem der Herren über-nommeu. Die Leistung, die dieser drauS machte, ist also umso beachtbarer. Das Volk, in diesem Falle die Studenten, machten sich so gut als eS ging. Die Bierleiche, die sie produzierten, war vielleicht ein biScheo zu echt. Man sah altes in allem Spielge-übtheit. Da» staunenswert zahlreiche Publikum war dankbar und begeistert. Eine Begeiferung, d>e au« der Dankbarkeit erfloß, wieder einmal ein deutsches Stück sehen zu können. Die Marburger Studenten werden in unserer Stadt immer mit allen Freuden gesehen werden, auch wenn sie uns einmal ein an« deres Stück bringen sollten. Die akademische Jugend ln Neusatz gegen die Jugoslawische fortschrittliche nationalistische Jugend. Wie das Deutsche Bo'.kSdlatt meldet, fand vor einigen Tagen in Neu-satz eine Versammlung der dortigen akademischen Jugend statt, aus welcher ber Vorsitzende In aus« fllhrllcher Red« die Jugoslawische fortschrittliche nationalistische Jugend verurteilte. ES wurde eine längere Resolution angenommen, auS der wir nach-folgenden Absatz in deutscher Uebersetzung wiedergeben: Wenn man die bisherige Tätigkeit der Lokalorgani-satlon der I. R. N. O. in Neusatz betrachtet, so konstatiert die akademische Jugend aus Grund von Tatsachen mit Unzufriedenheit, daß diese Organisation nicht nur in ihrer Mitte Leute duldet, welche durch ihre Vergangenheit da« Ansehen der Bewegung selbst schädigen und profanieren, sondern daß auch die Tätigkeit der Organisation in allen ihren btS« herigen Taten unernst, sinnlos, gesetzwidrig, terrori-stisch, also in absolutem Gegensatze mit der bestehen-den staatsrechtlichen Ordnung steht, weShalb sie die . akademische Jugend mit Entrüstung verurteilt und ablehnt. In der Angelegenheit des Prinzen Georg ist eS noch zu keiner Entscheidung gekommen. Wie die Beograder Politika meldet, hat die Regierung im Sinne deS Beschlusses des Ljubljanaer Kronrate» versuch», den Prinzen Georg zu einer friedlichen Lösung feines Streites mit dcm Hofe zu veranlassen. Ja diesem Sinne verhandelte auch der Vertreter des Ministerpräsidenten, Kosta Timolijev i. mit ihm, aber der Köntgisohn beharrte aus seinen Forderungen. Die Regierung beriet hierauf neuerdings und faßte einen Beschluß, der sofort nach Marienbad telegra-p^iert wurde. Wie die Politika meint, dürste die Regierung im Sinne deS Punktes D des Artikels 20 der Hofstatuten die Ausschließung deS Prinzen Georg vom Hose auf immer vor geschlagen haben. Der KönigSsohu würde in diesem Falle gewöhnlicher Bürger werden; sollte er auch dann noch nicht Ruhe geben, würde seine Ausweisung auS dem Staate v.rsitgt werden: er würde also alle R:ch!e eineS Mitgliedes des Herrscherhauses und die eineS gewöhnlichen Bürgers verlieren. Eine Parlamsntswache. Wie Beograder Biälter meiden, wird, um die Ruhe und die Ord-nung im Parlamente ausrecht zu erhalten, statt der bisherigen Gendarmerie und Polizei eine besondere ParlamentSwache aufgestellt werden. Diese Wache wird nur in Fällen des notwendigen Einschreitens den Sitzungssaal betreten dürfen. An den jugoslawischen Flottenmanövern in der Adria werden die Schiffe.Galeb", „Gavran", .Sokol", „O.'ao" und .Kobai" »eil-nehmen. All diese neuen Fahrzeuge hat Deutschland auf Kosten de: Reparationen geliefert. Eine Eisenbahnerschule wird in Jugo« slawlen errichtet. Die Bewerber müssen fünf Gqm-uasialllassen absolviert haben und erhalten während deS KnrseS Gehalt und Teuerungszulagen. Neue IvvO-Dinarnoten. Wir bekommen in verhältnismäßig kleinen Zwischenräumen immer wieder neue Banknoten, allerdings gerade die nicht, die im Kleinverkehre am dringendsten nötig wären: die 5-Dinarnoten. Wie an» Beograd gemeldet wird, gelangen in Kürze neue Banknoten zu 1000 Znncrr, die in Paris ausgearbeitet werden, in den Verkehr. Die Noien werden bis En»e August fertiggestellt, woraus sie sofort gegen die alten ausgetauscht werden sollen. Eisenbahnunglück. Bor einigen Tagen fiel der RechnungSassiiteut bei der Finanzdirektion in Maritor Franz Mlakar in dem Tunnel zwischen PrirgerSko un» SlovenSka Bistrica unter die Räder deS ZugeS, die ihm Arme und Beine abfuhren. Er starb bald nach dem Unfall. Enver Pascha gefallen. In den schweren Kämpfen, die Enver Prscha In den letzten Wochen mit den roten Sowjetiruppen hatte, ist die Abtei-lnng, bei der sich der Pascha selbst befand, umzingelt worden. Bei einem verzweifelten DurchbruchSverfuche wurde Enver Pascha getötet. Mau fand seine ganz von Wunden bedeckte Leiche später aus dem Kamps» platze. Mit Enver Pascha ist einer der energischsten Führer der jungtürkischen Bewegung anS dem Leben geschieden. Aus kleinen Ansängen hat er sich mit einer bei Orientalen seltenen Energie emporgearbeitet. An» dem kleinen Offizier wurde noch und »ach der Militärattache in Berlin, der Reorganisator der türkischen Armee und der zielbewußteste Kriegs-minister, den die Türkei je gehabt hat. Enver Pascha war der Nationalheld der Türken, vor einiger Zeit soll er zum Emir von Turkefta» proklamiert worden sein. Die dortige mohammedanische Bevölkernng sah in ihm einen Vertreter de» Kalifen. Zur Erlangung dieser Würde würd« eS Saver von besondere» Nutzen, daß er mit einer türkischen Prinzessin verheiratet war. Enver bereitete den Bolschewiken groß« Sorgen, er errang in Ferghana so große Sriolge, daß die Sowjetreglerlttig sich gezwungen sah, tn Seite 4 Cilliec Zeitung Nllm»er 63 Rvssisch-Mittelosiea Reformen durchzuführen, um die aufständische Bevölkerung zur Ruh, zu dringen. Schon traf Enver Vorbereitungen, um ein unab« hängige« Thanat au« Turkestan, Chiwa und Buchara zu schössen, al« da« Srieg«gli!ck sich gegen ihn wen-bett. Er wurde wiederholt von den Roten Truppen geschlagen und nun hat er, fern von der Heimat, den Tod Im Kampfe gesunden. Ein sonderbare» Schicksal. Solin Roß, der sich gegenwärtig auf einer Reise in Persien de-findet, schildert in der Wiener N. F. P. sein Zu-sammentrifien mit einem Oesterreich«?, der ein«« jener sonderbaren Schicksale erlebt hat. wie sie nur der Krieg möglich «achte. Ursprünglich Dr«hermeist«r in Wien, kam «r durch di« Allgemeine SlekerizitilSg«. sellschaf« nach P«tn«burg. Al« der Krieg ausbrach, sollte er interniert und verschickt werden. Ein befreundeter Polizeimeister aber nahm ihn in seine eigen« Wohnung in Hafi, bi« rr al« Ingenieur für die russische «rieg«invustrie mobilisiert wurde AlS solcher kam er nach Baku und später nach Trape« zunt. AIS diese« von dtN Russen geräumt wurde, blieb tr zurück und schloß stch d«n Türken an. So wurde er unter Nouri Pascha Art'lleriegeneral, zog mit vor Baku und nahm an d«r Erstürmung der Stadt «eil. In Baku blieb er alS Ingenieur unter allen don anseinandrrsolgtnden Regirrungen. Bon den Bolschewiken wurde er al« früherer Sv^alde« mokrat »ehrmal« verhaftet, schließlich aber gewann er deren vertrauen in solchem Maß«, daß ih« di« Bakuer Kriegswerkstäiten anvertraut wurden. Die« benutzte er, um zu gelegener Zeit nach Pursten über-zugehen. Er rüstete ein Sch-ff mit fünf Kanonen und 300 Gewehren au« und fuhr mit den ge-Neuesten feiner Beamtin und «theilet nach Enseli. Wenn diese« Unternehmen gegenüber der bolfche-wikischen Regierung auch Hochverrat war. so wurde e« von der Zentrale der kommunistischen Partei jedoch nicht nur gebilligt, sondern sogar gefördert, denn diese unterstützte damal« die Ausstand«bewegung in Nordpersien. So kam der frühere Wiener Dreher-meister zu Mirza »ülschüt Khan und wurde dessen Intendant, Zeugmeister und «riegiinzenieur. D'Annunzio au« dem Fenster ge« «orsen. Wie die Blätter vor einiger Zeit berrch teten, ist der italienische Dichter und Nationalhero« D' Annunzio eine« Abend« von dem Balkon seiner Billa am Gardase« gefallen und hat bei diesem Sturze ziemlich schwere Beschädigungen erlitten. Wie e« sich nun herausstellt, wurde sein Fenstersturz nicht von einem plötzlichen Uebelsein verursacht, sondern die Geliebte de« Dichter«, die Klavierkünstlerin Frau Baracca, hat ihn vom Balkon in txn darunter ge. legenen Garten hinuntergeworfen. Ein reicher Adookatenlohn. Die Frau, de« Gendarmen Zarko Brkic in Siapar hat von einem amerikanischen Goldonkel vier Millionen Dollar geerbt. Der Advokat, der ihr zu ihrer Erbschaft verhelfen soll, wird die Hälfte de« Betrage« al« Honorar erhalten. Der gar lebt? Im Zusammenhange mit der Nachricht, daß sich Groß'ürst Kqrill am 3. August in Pari« zum Anwärter aus den russischen Thron au«rief, teilte der in Ungarn lebend« Fürst Galizin einem AusHorcher de« ungarischen Telegraphen- und Korrelpondenzbüro« mit, feiner Mei-nung seien di« russischen Verhältnisse reis skr di« Wiederherstellung de« Kaisertum«. Kyrill sei der älteste Neffe de« Ziren und hätt«, wenn der Zar und der Thronfolger wirklich tot sein sollten, den begründetsten Anspruch al« Nachsolger sür drn Zarrnthron. Fürst Galizln gab der Hoffnung AuS« druck, daß der Zar und der Thronsolger Alex« in Sicherheit an einem verborgenen Platz« l«b«n. Jubiläum der Lutherbibel. Am 17.Sep-tember 1522 wurde der erste Druck von Luther« Neuem Testament« in Wittenberg der O'fsentlichkeit übergeben. Die vierhunderijährige Wiederkehr diese« Tage« wird in allen evangelischen Gemeinden 'Deutsch-land« durch besondere Gottesdienste, Jugendversam«. lungen usw. sestlich begangen werden. Wle alt werden dle Pflanzen? Rosen 400. der Wcia 130, der Eieu Über 46t) Jahre, der Wacholder 510, Tannen (Fichte, Kiefer, Zypresse) 300 bi« 400 Jahr«, die Buche 900, di« Lind« bi« 1000, Eich« über 1000 Jahre. Eibe bi» L000 (un. sichere Schätzungen geben ihr bi« 3000 Jahr«). Aber da» sind noch nicht di« ältesten pflanzlichen Lebewesen. Die Mammutbäume Kalifornien« (W«l-lingtonia, Sequoni>z) von wert über 600 Meter Höh« und über 30 Meter Ftammumfang sind wieder-holt aaf ein Alter von 4000 bi« 5000 Jahren be» rechnet worden Der Drachenbaum von Orolava (Teneriffa) wird sogar auf 6000 Jahr« geschätzt. Au» dem beletzten Rheinland. Der Laodrat de« Kreise« Meisenheim in der preußischen Rheinprovinz, Dr. Ernst ScheW, der sür den Schutz der einheimischen Bevölkerung gegen einen rabiat«» französischen Gendarmen eintrat, wurde vom fran-zöstschrn Kriegsgerichte in Main; wegen Beleidigung des Gendarmen zu drei Monaten Gesängni« verur» teilt. Die Bergisch-Märkische Zeitung wurde von der Interalliierten Rheinlandkommifsion im besetz'.ea Ge« biete verboten, weil da« Blatt in einem Artikel voa der Syphiltsierung ganzer Gebiete in den besetzten Teilen gesprochen hatte, wa« geeignet erscheine, die „Würde" der Besatzungtruppen zu verletzen. Faschisteneinbruch in vozen. Wie »i« deutschen Blätter melden, veranstalteten gelegentlich der Faschistenunruhen in Italien einig« hundert Faschisten, die vom Süden gekommen waren, einen Umzug durch di« Stadt Bozen und verlangt««, daß aus allen öffentlichen Gebäuden sofort di« Trikolore gehißt werde. Bei mehreren Gasthäusern, die in ihren Schildern noch den Tiroler Adler führten, wurden die Schilder heruntergerissen. Die Gasthäuser mußten schließen. Während de« ganzen Tage« waren weder Polizei noch Karabinieri zu s«h«n. Niemand getraut« sich, d«n Faschist«« «ntgegenzutreten. Sie fuhren nachmittag wieder weg. j9port. Fuhballwettspiel Achletiksportk'.ub Celje gegen E^kovacki SporlSki Klub &akovac 3:2(1; 1). Die ziemlich verjüngt ausgestellte Mannschaft der Athletiker konnte am 15. August einen einwandfteun Sieg erringen. Abgesehen von dem unverzeihlichen, unsportlichen Benehmen einiger Eakovacer Spieler verlief daS Spiel ansang« recht anregend; e« wurde flott kombiniert. Bei der verschiedenen Spielweise zweier Mannschaften sind unter Umstände« Zu-sammenstiße unvermeidlich, Spieler aber, die sich handgreiflich zu ihre« Rechte verhelsen wolle«, gehören aus keinen Sportplatz. Daß dabei auch der Schiedsrichter angegriffen wurde, ist hier °der erste bedauerliche Fall. Gerade voa Spielern diese« Gegner« hätte man die« nicht erwartet. Herr Och« sührte da» Spiel mit bekannter Geschicklichteit glücklich zu Ende. Grosse Fabrik Bosniens sucht für ihre Keparatur-Werkrätte baldigst I Dreher, 1 Schmied, 1 Kupferschmied und mehrere Maschinen- und Kesselschlosser. Offerte an die Verwaltung des Blattes unter ,Nr. 28155.* Kam «osortigen Eintritt wird «in tüchtiger Kontorist in allen kauftslnniichen und besonder» in LohnTenrechnnnjjenrbeiten verliert, Ton grcMea Unternehmen Slowenien« gesucht. Offert mit Zeugnissen and Geh*lt»ansprachen lind an die Verwaltung de« Blatte« unter .Dauernder Poeten *8X50" in richten. 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