Mbllcher Zeitung. Nr. 232. fi. ll, halbj. fi. b.50. Für ble Zustellung >n« Hau» halbj. bu ti. Mll d» Post g«n,j. fi. li. h»l»>. N. 7.« Mittwoch, 9. Oktober »,l«rt«,,»,t»«hl bl» lo Zelle«: l«»l«oll. »m. «Utt., »m. l fi., lonN pt. Heilt lm.«ll., »m. Oll., »». lv tl. ». s. ». 3nsrrli«n»stempel ltbc»m. »Odi, l872 Amtlicher Theil. 3e. t. und l. Apostolische Majestät geruhten mit slllerhöchsttr Entschließung vom 1. Ollober d. I. den Nachbenannten die Bewilligung zu erlheilen, die ihnen verliehenen fremden Orden annehmen und tragen zu dürfen, und zwar: dem Vinielischiffs-Lieutenanl Hugo Deschauer den Orden der siamesischen Krone vierler Klasse — Vatlara» Vhorn —. dem Maschlnenbau'Obtringetzleur dritter Klasse Io» hann M 8 rath daS Ritterkreuz des königlich italienischen Kronordens und dem Marine-Commissarialsadjuncten dritter Klasse Wenzel Gorba den tunesischen NisciaN'Iftihlar»Orden bitter Klasse. Nichtamtlicher Theil. Wie schon in dem Erlasse des Ministeriums für Cultus und Unterricht vom 27. Oktober I86'.> ausge. sprechen und seither auch von dem Ministerium des Innern als oberster Instanz in Heimat«« und Zustän-digkeitssachen wiederholt erkannt worden ist, lann aus dem Reichsgesetze vom 3. Dezember 18er die allge» weinen Grundsätze des Vollsschulwcsens leine Gestim. Mung, aus welcher der von einer Gemeinde erhobene Ersatzanspruch abgeleitet werden lönnte. Es leuchtet aber ein, daß ein solcher aus einem ssronlande nach einem anderen gerichteter Ersatzansprnch nur auf eine reichsgesetzliche Bestimmung gestützt werden konnte und daß bloße landesgesehliche No« men zur Fun« Vierung eines liver das Geltungsgebiet dieser Normen hlnausreichenben Anspruches nicht genügen. Insbesondere lann die landesgesetzlich ausgesprochene Vcrpfiich» lung der Heimatgemeinden zur Erstattung des für zah» lurigsunfähige Kinder bestriltenen Schulgeldes nicht von allen Heimlltgemeinden in ganz Oesterreich, sondern nur von den im betreffenden Kronlande gelegenen verstanden werden. Nach einem Erlasse des Ministeriums für Bandes« Vertheidigung wird mit Rücksicht auf die zufolge des Gesetzes vom I. Juli d. I. erfolgende Aufstellung von Vandwehrcadrts die Bestimmung dcr Bervldnung vom 17. Juni 1870, wonach die im Genusse eines Quar» liergeldeS stehenden Landwehrpersonen auf die Geistel» lung eines Naluralquartiers seitens der Communen lei» nen Anspruch haben, aufgehoben. u„d tritt demgemäß die Einquarlicrungsoorschsifl vom 15». Mai 1851 im Sinne des H 20 des ^andwehrgesetzcs vom l3. Mai 186'.< auch in dieser Richtung für die Landwehr in Kraft. Nur die pandwehr.Bezillsftldwebcl lOberjüger) und Landwehr«Büchsenmacher, denen lin von den Ge» bührsansprüchen dcr analoge» Ehargengrade des Heere« abweichender O.uarliergeldel.Oenuß zusteht, bleiben wie bisher in dem bloßen Genusse dieses Quarliergeldes und haben bei der dauernden Vequarlierung auf die Bei» stellung eines Naluralquartier« feiten« der Communen auch fernerhin llinen Anspruch. Den Direktionen dcr Vürgerschulen wurde zur Pflicht gemacht, bci der Aufnahme der Schüler den Eltern llar darzustellen, daß die Klassen der Bürgerschule lein NtPlivalent für die «rsten Jahrgange der Realschulen bieten und daß alle Schüler, welche einmal Ncalschulstuditl, zu machen bestimmt sind. gleich in die erst« Klasse wirtlicher Realschulen einzutreten haben. Zur Action dcr Ncichsralhs-Dlllgalion. Die öffentliche» Stimmen beschäftigen sich fast au«» schließlich an leitender Stelle mit Beleuchtung der De» ballen des reichsrülhlichen Budgclausschusses. Für heule vernehmen wir die Aeußerung der ..Neuen Wochenschrift für Polilil und Vollswirtheschuft" liber die Action des reichsrälhlichen VudgclauSschusses. Die genannte Wochenschrift sagt: «Man wird der Majorität des österr. Budget« ausschussls die Anerlcnnung nicht versagen lönnen, daß sie sich redlich bemühte, das Budget des Kriegsministers in allen seinen Theilen zuzustutzen, so daß von den für 1873 aufgestellten Mehransprüchen nur ein minimaler Theil bewilligt wurde -- im Ausschusse.' In dilsem Momente, da wir es nur mit Ausschußbeschlüssen zu thun haben, die für das Plenum maßgebend sein lönnen. aber es nicht sein müssen, liegt aber der Angelpunkt der Page, bli der es noch immer fraglich bltibt, ob wir e« bei ben consequent durchgeführten Ersparmssen mit pralti-schen oder mit theoretischen Erfolgen zu thun haben. Wir besorgen und hoffen da« letztere; wir besorgen es in jenen Punlten, in denen dir Ansprüche der Kriegs« Verwaltung den Rahmen des Friedensbudgels überschreiten und Summen fordern, die nur bei unmittelbar drohen» dem Kriege nothwendig wären' wir hoffen es betreff« jener Positionen, in denen nur da« Bedürfnis, zu streichen, die Erkenntnis von der Nothwendigkeit und Nützlichkeit der geforderten Summen überwogen zu haben scheint. Der Vudgelausschuß hat bei aller Gewissenhaftig, keil seiner Arbeit seine Ausgabt von einem zu kleinen Horizonte aus tlfaßt. Für ihn müßte nicht die finan» »,illle Frage all/in maßgebend fein, denn soweit sind die Berhällnisse in Oesterreich noch nicht gediehen, um liber der Kritik der Ziffern die politische i^age ignorieren zu lönnen. Wäre die Majorität de« hudgetaueschusfcs ir« gend ein mit lcinem parlamentarischen Körper zusam« menhängende«, zur Eonlrole berufene« (5omili, dann hätte die trockene, nüchterne Prüfung der Ziffern ihre volle Berechtigung. Aber diese Majorität repräsentiert eine in Oesterreich maßgebende politische Partei, und al< solche hat sie auch die Pflicht, nicht blos die Ziffern, sondern auch die Männer, welche dieselben unter ihrer Veranlwortlichlcit für den Staat als nothwendig bezeichnen, ins Auge zu fassen. Unter unseren Verhält-»isstn ist die Berathung eines Budgets ein politischer Act; in ihr kommt die TlcUung der Majorität zu den leitenden Staatsmännern zum Ausdrucke, und wcnn wir auch nicht so weit gehen, in den ccmslquent durchge« suhlten Streichungen ein ausgesprochenes Mistrauen«» volum erblicken zu wollen, ein Vertrauensvotum lvnnen wir in keinem Falle darin finden. 5ic Gründe, daß die Borgänge im Ausschusse auf die Situation zurückwirken müssen, liegcu auf der Hand. DaS gcmlinsanlt Budget ist leine dem Zufalle enrslam» me,nbe Arbeit, cs ist dies ein wiederholt gesichtetes, oon allen zwei Mmistcrien burchberathencs, in allen Punkteu lihnehin schon arlinblich restriligieltes Elaborat- Seine Polierulig bildet gewissermaßen einen Ehrenpunlt für jene drei leitenden Kurve» schuften, von denen jede in den Delegationen ihre politische Partei zählt. Die Eige»« thümlichleit der Zusammensetzung der Delegelionen bringt es mit sich. daß dies System der parlamentari» schln Majoritäten in beiden Rcichsvlstretut'gen auch auf diese Körperschaft seinc Anwendung finden muß. zumal wcnn, wie es jetzt faclisch der Fall ist, die diei Regierungen in jeder Beziehung solidarisch vorgehen. Daraus folgt allerdings nicht, daß die Delegationen da« Budget, wie es ist, acceptieren muffen, es hieße ja da« Budget» Bewilligungsrecht zu eincr Eomödic stempeln ; allein diese Rücksicht ist jede parlamentarische Majorität sich nno .sl'lM'lMl. « I. Stein malin. X. Kapitel. Der Weg zur Hölle. (Forlsetzlmz.) ,^«n?tt,^^°." "^" Tag. als die Thür des Ge^ fllngn.sses geossnel wurde. M,„ brachte den Gesang«. ?." <"^ 5^?°"" füllte irdene Eclale und ein kleines Weißbrod. Eva konnte sich nicht überwinden, etwas zu ae-nleßen. ' " Die beiden geschminkten Frauenzimmer langten um so gieriger nach dem Dargebotenen »nd schlürften den Kaffee in langen Zügen ein. Als die eine derselben wahrnahm, daß Eva den Imbiß verschmähte, rief sie: «Thun sie nur nicht so vornehm, gnädig.« Frgu-lein, denn was wir sind. werden sie auch noch frllh 8tnug." „Ob sie ein Vischen besser in Garderobe gehen "ls wir/ fiel die andere ein, ..da« thut nichts zur Sache." Eva schauderte, unwillkürlich wandte sil sich ab. In demselben Mom.nl trat ciu Polizist ein und rief: „Fertigmachen." Dic Arrestanten machten so gut es ging ihre Toi» leite. Dann schrillen sie unter Vorauflrilt cines, Polizisten aus dem Nrresllocal heraus, während ein zweiter Polizist die Nachhut bildete. Eva athmete tief auf, als die fiische ^ufl ihre Wangen berühlle und das Blau des Himmel« ihre Augen erquickte. D«r dumpfe Kerker war verschwunden, und mit den grauen Wänden und vcrgillerlen Fenstern war auch die Angst gewichm, welche ihr da« Herz zu« schnullt. Hoffnung, frohe Hoffnung zog wieder ein. Der Zuz dcr Gefangenen bewegte sich durch die belebtesten Straßen. Ueberall hielten die beschäftigten Wandcrcr cin und velrachlelcn lie Unglücklichen, welche öffinllich gcblandmailt wurden. Dic Humanität hatte Halseisen und Planer längst abgeschafft, aber in Will-lichleit war nichts geändert, denn statt des Stehens am Pranger war die Sitte des H.rumführens l'tiliehallen, statt dcs hölzernen Pfahles bezcichneten zwei oder auch Mlhrcre lmiformililc Menschen den Stand der menschlichen Gesellschaft, auf den die H rumgeführlcn gestellt waren. Wcr in dm verhängnisvollen „Zug" erblickt wurde, war gcl'landma'll, einerlei, ob er schuldig odcr unschuldig in diese Gesellschaft gerathen, er wurde den Augen des Publicums ausgesetzt, licvor noch über scine Gchuld - wenn eine vorhanden - abgeurtheilt war. Anfangs beachtete Eva die forschenden Gesichter dtltr nicht, die mit Neuaierde die vorüberziehend! Nacht. ernte der Polizei betrachteten, aber al« ste durch di« P—straße kamen und sie zu dem Prachthause des rti» chcn Herrn Dolomie hinaufsah, da erblickte sie ein Oe-sichl hinter den hohen Spiegelscheiben, das sie anstarrte wie das Haupt der Medusa, und mit einem Wehruf brach sie zusammen. Sie halle da« Antlitz des allen Icun gesehen, sie sah, wie der alte Mam, sie erlannle, wie Schreck und Entsetzen sich in seinen Zügen mallen. Da erkannte sie ihre ^agc . s,- war gebranbmsrkl bci denen, die sie lannltn, di- sie und ihren Eharatter kennen sollten--------was würden erst die denken, denen sie fremd, ganz fremd wai > Wie ein Blitz schoß ihr das durch das Gehirn, und wie vom Vl'tze getroffen sank sie nicdcr. Einer ihier ^eidensgenossen hinderte ihren Fall und fing sie in feinen Armen auf. Sofort sprang einer der Polizisten hinzu und schüt. lelle Eva hcstig am Arm. ! «Nur leine Anslellcrei." rief er. «Sonst kannst du ! was erleben." j Und dann schleppten sie das Mädchen mit sich wie ! ein Opferlamm, das zur Schlach'banl geführt wird. S,e führten es vorbei an den glänzenden ^äden und hohen Häusern, sie zogcn e? durch das Gewühl der Straßen ^ vis in ein altcrthiimlicheS Haus. j Die Gefangenen wurden über die breite Diele, auf 5 der es von Beamten aller Gattungen wimmelte, die in ! geschäftiger Eile an sich felber vmbeiranriten. durch «inen . längeren Eorridor in eine Nrt Wartezimmer geführt. Von hier aus wurden die Gefangenen einzeln ln da 1642 den von ihr getragenen leitenden Staatsmännern schul« dig, sich in so hochwichtigen Fragen mit diesen ins Einvernehmen zu sehen. Und das ist ein Vorwurf, den die Majorität der österr. Delegation nicht wird entkräften tonnen. Schon auS der Antwort deS Kaisers beim Em« pfang der österr. Delegationen muhte sie an höchster Stelle erfahren, daß eine gewisse Solidarität in Betreff des gemeinsamen Budgets, speciell aber in Betreff des Kriegsbudgets bestehe, sie mußte daraus erkennen, daß j^der Schlag gegen das Budget nicht dieses allein trcffc und darum mutzte sie abcr auch mit d:n Männern ihres Vertrauens, dcn österreichischen Ministern, ebenso dcn Contact stchcrr', wie dies die ungarische Delegation ge-than halte. Das ist eine schwere politische Unterlassungssünde, und die Majorität der Verfassungspirtei hat schon durch sie allein ihrer Haltung in der Budgetfrage eine geqen die österreichische Regierung gerichtete Spitze gegeben. Geschah dies unabsichtlich, dann verräth es einen bebeu« tenden Mangel an politischem Scharfblicke; geschah eS absichtlich, dann stehen wir vor einem politischen Räldsel. auf dessen Lösung wir bis zur nächsten Session de« Riichsrathe« warlen müssen." ZUM Dullzet pro 1873. Der Budgelausschuß der österreichischen Delegation hat am 4. d. die Gerathung des Extra-Ordinariunls fortgesetzt. Titel XIV, Post 2: .Bau von neuen Kriegs« Pulvermagazinen in den Festungen mit Ausnahme von Pola", ist mit 50.000 fl. eingestellt. Referent Dr. Demel beantragte die Streichung dieses Postens, bis bestimmt ist, tn welchen Festungen neue Pulvermagazine zu errichten und welche Summen hiezu im ganzen er« forderlich sind. Oberst Tunller erklärte, es seien über dreißig'neue Pulvermagazine nothwendig mit einem Aufwandc von anderthalb Millionen. Mit Olmütz soll der Anfang gemacht werden. Dr. Demel und Dr. Herbst verweigerten die Be« willigung, bis ein bestimmter Plan vorliegt. Wickenburg und Wcebcr plaidierten für die Pulvermagazine in Olmütz, weil der Bau im Interesse der Stadt ist. Die Bewilligung wird jedoch abgelehnt. Post 3: ..Ndaptierung des LagerwerleS Nc. XVII. zu Olmütz zum zeitlichen Artillerie.Munitions-Magazin und zu zwei Friedens-Pulverma^azinen". ist ebenfalls mit 50.000 fl. eingestellt. Der Referent beantragte die Bewilligung von 30.000 fl. Herbst und Gislra waren dagegen, weil Friedens, magazine im Kriegsfalle zerstört werden müsstn und im Fricden daS Pulver in Brunn aufbewahrt werden lann. Gistra's Antrag auf Bewilligung van 8000 fl. wurde angenommen. Post 10: „Herstellungen in den Arresten", mit 15.000 fl. eingestellt, wurde gestrichen. Titel XV, Post 1 : „Fortsetzung des Baues zweier permanenter Festungswerke in Kralau". ist mit 200.000 fi eingestellt. Der Antrag des Referenten auf Bewilligung von 100.000 ft. wurde angenomimn. Post 2: „Arlillcrii'Kaserne in Hermannstadt", mit 150.000 fl. eingestellt, rief eine lebhafte Debatte hervor, weil bereits 1872 ohne Bewilligung d.er Delegationen mit dem Baue benonnen wurde. Dr. Gielra erklärte den Vorgang für eine Wllllürlichleit: durch solche Vor» lommnisfe werde das Bewilligungsrecht der Delegation illusorisch. Oberst Tunkler verlangte für 1872 elnen Nach-tragscredit von 140.000 fl., für 1873 einen neuen Credit von 250.000 fl. Dr. Demel beantragte die Ve-williguna eines Nachtrags.Eredits von 50.000 fl. und für 137?» 150.000 fl., weil 1872 nicht der ganze ge-forderte Betrag verbaut worden ist. Der Antrag des Referenten wurde angenommen. Post 6 des Titels XVI: „Ndaptierungs. und Zubauten in der Caoalerie Kaserne zu Slockerau". ist mit 200 000 fl. eingestellt; auf Antrag deS Referenten wur-den 70 000fl. bewilligt. Titel XVIII, Post 8: „Vornahme von astronomischen Ortsbestimmungen in den südlichen Nachbarländern der Monarchie", wurde von Kühn und An-drassy befürwortet und vom Ausschusse angenommen. Auf Veianlassung Herbsts traten am 4. d. abends sämmtliche böhmische Delegierte zusammen, um in der Frage der Präsenz«Dienstzcit Beschluß ;u fassen; von den übrigen Delegierten war niemand zur Conferenz zugezogen. Herbst wünschte, daß über die Frage der Präsenz« zeit ein Parteibeschluß vorliege. Der Petionsausschuß verhandelte am selben Tage über die Petition der pensionierten Offiziere wegen Erhöhung der Ruhegehalte. Zaillner referierte und be« antragte, die Petition dem Kriegsminister zur Würdi» gung und Berücksichtigung abzutreten. Pipitz beantragte den Zusatz, in besonders berücksichtigenSwerthen Fallen solle der Kriegminister aushelfen. Es wurde beschlossen, den Kriegsminister in dieser Angelegenheit zu hören. Auf private Anfragen mehrerer Delegierter hat die Kriegsverwaltung zugestanden, daß bei der Erhöhung des Präsenzstandes um 28,000 Mann für Kasernenbauten allmälia 28 bis 30 Millionen als außerordent» liche Nebenlosten der Präsenzstand-ErhShung beansprucht werden müssen. In der am 5. d. staltaefundenen Sitzung des Oudqetausschusses wurde Titel 20: Gebühren der Ueber« zählia/n. wofür dic Regierung 896.129 fl, verlangt und wozu noch 28.630 fl. als Gebühen für Marine.Ueber« iählige kommen, m!t 814 759 fl. eingestellt; Titel 2l nach rem Rcgierungsantrag erledigt; Titel 22. Grenztruppen, wofür 1.205.075 ft. begehrt werden, wurde mit 1,195.075 fl, eingestellt und die Resolution angenommen, die Auflösung der Grenzregimenter mög» lichst zu beschleunigen. Hierauf fand die Berathung für die Nachtrags« creditc statt. Die Creditanspcuch fü? Elementarschäden in Fiume wurde angenommen. Bezüglich eines Nach' lrayserediles von 934 423 ft. wegen Oagenerhöhunq für Mililärbeamte wurde auf Antrag Gislra's die Reaierung aufgefordert, eine Vorlage um elnen Theuerungsbeilrag in genannter Höhe der Delegation vorzulegen. Bei dem Nachtragscredit für den Bau von Fuhrwesens.Depots pr. 310.000 ft. tadelte Gistra das Vorgehen der Regierung; diese Bauten seien nicht so drin« gend, er beantragte jedoch die Bewilligung. Herbst meinte, das sei eigentlich lein Nachtragscredit, sondern eine Ueberschreilung. H?rbstS Antrag aufNichtbewilligung de« Nachtrags« credits wurde angenommen. Der Nachtragscredit für die Monitors im Betrage van 45.000 si. wurde be« willigt, ebenso^ener für Varacttnspital'Vauten mit 80 000 Gulden, die übrigen Nachtragscredile wurden ange« nommen. Die Reorganisation >er Artillerie in Deutschland gibt der berliner „Prov. Corresp." Anlaß zu sachgemäßen Bemerkungen. Da in dieser so wichtigen Waffengattung eine bedeutende Erhöhung des Etat« vorgenommen werden soll, so wlrb gleichzeitig zur Einhaltung der gesetzlichen Friedeus-PräsenMrle de« Heere« der Stand der Linienlnfanterle- und Iägerbatall-lone um je acht Mann herabgesetzt. Die wichtigsten Aenderungen sind nach obigem Blatte in Kürze folgende: „Nach den in Bezug auf die Feldartilleric getroffenen Anordnungen sollen beim Gardecorp« so wie beim 1. bis 11. ArmeecorpS je 2 neue schwere Batterien er« richtet und je 2 leichte Batterien in schwere umgeformt werden, während da« 14. Armeecorps um 6 neue Bat» terien vermehrt wird, von denen jedoch 3 erst im Herbst nähsten Jahres hergestellt werden sollen. Die Gesamml-oermehrung würde sich also auf 30 schwere Batterien belaufen: Dagegen wird die Zahl der reitenden Batterien gegen den Etat um 3 vermindert. Auch bei dcn Mann« schaften der Felddatterien findet eine Verminderung statt. Die Hauptleule dritter Klasse bei der Feld- und Festungs-artillerie so wie die Vorstände der Handwtrlsstälten bei der Feldartillerie kommen in Wegfall. Die Zahl der Stabsoffiziere als Artillerieoffiziere der Plätze und Vor« stände der Artilleriedepots wird von 4 4 a>,f 16 (für die Hauptplätze) verringert; die übrigen Stellen werden je zur Hälfte durch Hauplleute erster und zweiter Klasse wahrgenommen. Die bestehenden Festunasa-tillcrie-Regi« menter und Abtheilungen werden in itper gegenwärtigen Zusammensetzung als ssußarlillerie«Regimenler ur.d Fuß« artillcrie-Bataillone beibehalten. Der gcgcnwättige Etat der Compagnien zu 100 Mann wird um 2 Gefreite und 17 Kanoniere erhöht. Dagegen werden auch auf diesen Elatsatz die zur Zeit noch zu 146 Köpfen gebil« dclen Compagnien herabgeführt." Der Wahlgeseh-Enlwurs für Hessen. Die „Darmst. Ztg." bemerkt über den den Ständen vorgelegten Wahlqeseh'Entwurf »laästlendc«: „Der erste Gegenstand, welcher das neue M Vorsteher Herr Josef Hoge in Himerberg Hau«.Nr. 17 wieder zum Gemeindevorsteher und zu Gerne inderäthen die Herren Johann Springer Hau»'Nr. 19 und Peter Perz, Haus'Nr. 3 in Salzern, gewählt. — (Die^ilalnica in Lack) hält am 13. d. M. eine Jahresfeier unter Beigabe einer Tanzunter, Haltung und Tombola ab: an diesem Tage wird auch die Neuwahl des Ausschusses stallfinden. — (Die Millärlapelle Baron Kühn Nr. 17) enthusiasmiert, dem „Cittadino" zufolge das triester Publicum. Die beliebte Kapelle wird derart ge< fucht, daß sie oft an einem Tage an zwei Orten zu gleicher Zeit in Action treien und sich adiheilen muß. — (Nus dem Amtsblatt e.) Kundmachung betreffend die Auflage eincs neuen Postcour« . Buches. — Ofserloerhandlung betreffend die Lieferung von Ersorder» nissen sur die Strafanstalt am Hastellberge. — (Theater.) O. F. Berg greift au« der Urne des Wiener Lebens eine Episode aus dem ^ahre 1848, sp'nnt sie im Kriegsjahre I860 fort und läßt sie im Jahre 1871 zum Vortheile aller handelnden Personen - den letzten Nalionalgardisten, der sein Feuer fllr die Sache der Märzfreiheit im Jahre 1848 rmt dem Tode bUßen muß'e, ausgenommen — sich in Frieden abwickeln. O. F. Verg ist ein dramalisches Füllhorn; er schultet die Bluten seiner Muse fabrikmäßig über die ^Uhne; er schafft Charaktere der verschiedensten Temperamente; er zeichnet einen Cyklus von sentimentalen, heißblütigen und drasli. schcn Szenen; er mischt den Brei durcheinander, und das muß ein Ganzes bilden. Wir betonen es heule ;u wie» verholtem male, daß Provinzstä'dle localen Bllhncnwerlen, deren Handlung sich in Wien abwickelt, leinen besonderen Reiz abgewinnen können. Der „lehle Nationalgaldist" sUhrl uns eine Wiasse Charakterbilder vor: einen Kauf. mann, der aus Brodneid falsche« Zeugnis ablegt, durch Denunciation das Todcsurlheil seine« Geschäftsfreunde« herbeiführt und fchließlich durch ein humanes Tistament Neue und Leid an den Tag legt; einen jungen srciheil«. begeisterten Geschäftsmann, der dem lriegsrechllichen Ur» theile verfällt; eine treue Gallin und gu?e Müller, die den Becher dcs Leiden« allzufrüh fchlurfen muß; ein echte« wiener leichlfinniges Fruchte!, dem zwölf Stockstreiche em. psindlicher erscheinen, al« der Tod durch Pulver und Blei oder sechsjährige Festungsstrafe; einen lheilnehmenden Oberoffizier, der in Szenen tritt, die dem streng« milllärischen Charakter widerstreiten; einen verliebten Privaldiener, eine gelreue Copie seines Slandesgenossen im „Figaro"; lurz, der Verfasser bringt un» eine Anzahl von Charallcren und Szenen, fchatlierl sie mit sentimentalen und lomifchen Farben, mifcht Wahrscheinliches mit Unwahr» scheinlichem und nennt das Product — Vollsstück. Die Inhaber der Hauptrollen, die Heiren Car ode (Grllner), Ausim (DusI), Mioancr (Hansel), Wauer (Tau> bei). Kranz (Nawralil); die Damen Frl. Brand (Anna), Vrambilla (Minna). Frau W a u e r (Net'el) wiren bemUht, diesem Vollsstucke einen, aber nur schwachen Eisolg zu erringen.' Ein großer Theil der darstellenden Kräfte konnte dem wiener Dialekte nicht gerecht werden; wir muhten iiderdi.es Gedächtnisschwache und einige Slv> rungen in der Action registrieren. Der ..letzte National» gIrdist" wurde gestern auch von dem nur spärlich besuchten Hause justificien; wir werden ihn auf unserer Blihne wohl nicht mehr fehen. Herr O. F. Berg möge uns ob dieses frommen Wunsches nicht zllrnen! Neueste Post. (Oristinal Telegramm der „Laibacker Zeitung") Wien. tt. 4>ktol>e.r. Die heutige „Wr Htst veröffentlicht eine Knndmachnnss. womit der H»andels»ninister die Sequestration der österreichischen Bahnlinie der ltcmberss (5;eruo» wiy Iassyer (flsrnbalin^escllsfhast anordnet. )lea.>eruna.Srath Varyckar wurde zun« Hequr ster bestellt, der am H d. sein Amt antrat. telegraphischer Weckselcnr» vom 8. Oltobsr Papier-Rente 65.45. — Sllber-Nente 7^)70. — '»k... 5!»°« - «»lthen 102. — iv»ul »ctlln »60 - «' 327.60. - London Il'9, — Kilb^ 107 8',, — ll l _ calen 5.25',. — ?tav°leo«»d'or 8.75 Handel und Volkswirtschaftliches. »udolfswerth, 7, Oktober. Die Durchschnitt» - Preise stellten sich aus lxm heutitzen Martte, wie folgt: st. ll. st. ^1. Weizen per Mehen ö 7b vutler pr. Pfund . — «orn ,. 4 50 Eier pr. Sülcl . . ^ 1! Gerste .. 3 lN Milch pr M°ß . — 10 Haser .. l 70 stilidftei'ch pr Psd - 24 Halbfrucht .. 5 50 Kalbfleisch .. — «5 Hribm „ — — Schweinefleisch „ — 24 Hirse ^ 4 «0 Schöpsenfleisch „ — IX Kulurul) „ 3 70 Hllhndel pr Gt«< — 85 Troilvfel « l 40 tauben .. - -l'inss» „ 6 40 Htu pr tent,,', . l 80 llilissn „ - - Stroh .. . — V0 Fisolen « - — Holz, harte» 3'i". »lfl k — Niiidßschmlllz pr. Pfd. — 50 — weichs». .. — — Schweineschmalz ,. - 52 Ntin.rother. pr Vimsr l« — Kplck. frisch. . 34 ^ w^ß,r . n .. Sprcl. geräuchcltPfb, -— Llinsamen per M-Hl,, — — Angekommene Hremde. Nm 7. Oktober, ««»s»»»«. Nittrr v, Dittll, l, l, Major, Gall ^ " Wirn, - Elsensläbtsr. Handelsm., Ungarn. ^leulenllnt. Saurrbriiim. Singer, itauiü, , -^ii ouli Plochdssgsr, Vaumlistsr - Pauün, Kaffir, Lirestorf. -- Miqhrlti, Handslem.. Gör;. dl Zul,ani. Haboi,. VrKal. Filchrrn. — Widgai, ilunstgärlner, Oraz. — Schlll»!?, i'ehrer, Hiültiibttg. — N°l,«li, Trieft, «t»««4 ^U>«»n. Fui. l, l i,'itutsnnnt, Vläfi, Ämabt, mit Sohn, l'lih und Klo«. Klluflle,, Wien. v, Oohlsi. Privat, Hiaslllig. — Dreiwiiift. Tarvi«. - Kormy-s. llanfm. Vrod un drr Klllpa. «>«t^l «u^»p«^. v. Vebrnau, Tilsit T^bovii. Inge» »i^ul, »nid Potlogar, Trieft. Is«»«,,»^»,. Verger, l t. Förster. Idri» iinloel), Neali« läiriitnscher, Dol, ^lteleololoilische Heobachluilljen i» ^aibach. d ll. Mg, 740», ^.It.« rvlndflill ganz bew. ^ 2 ,. N 739» 414.4 O schwach gan, bew, 0c«. >0«Nb. 768^4 ^-1«., windstill gan, bew. Da«Iagt«mitt?l brr Wurme -j- 12 9", um 0 3' llbli dem Normale. Aliciiilmoliiillies »t,d«,sl„ii: .«yuo, o. z< l l > »> m o l, r. ThomaK Temliner. l. l. Oberlieutenalil de« 17, i'm,sii InsanllNt.MsgiMsnte, gibt in sfinem lind >>n Nainln ssinlr Bchwisssermnüsr. Schwägerin nnb ss»tt« unmllndiff,» itindf« tut schmll^Iicht Nachricht von dem Tode sliillr gelitdten Gattin, bezishüng?-wlise Tochter, Schmeftsr und Mutter, Frau Lcopoldine Temliner geb. v. Call, wrlcher am 7 Oltoblr 1^72 „m I llhr MXtag nach linjsn ütidrn ersolssts. Do« l'lichsi'bsglmgnie findst vom Garnisonsspilale ans, Mittwoch nachmiltog 4 Uhr. slatl. Die Vssblichtne wirb de.n frommen Nndenl«, em< psohltn. F ° ib « ch . 7. Ollober l87i. ^NslpNl»l»ri^i Wis». 7. Oktober. Die Prolongation war nicht wotMil. nbcr auch nicht diUlleud. Spsculaüoli^papiert wann rrlaliv nicht bedsuls»b in Umsah lind ,hsr etwo« »al!,r-H»»v!^»»v!l»u/z. dik Stimmung im Schranken war und blicb fest Vssouder« brlebt ware»! Iunndrigtr s/27) u»d s'aiilllsiicn (^^). besonder» ofieriert (bi« 122) Lommissionlbanl ' ^. Allgemeine Vta«t»slhuld. 5l»r 100 fl. " Silber " p/brnar-Nuoufi 65 N 65 !l'' " «"°er , ^«Wuer-Iull 70 55 70,65 ^,.v^,«»9 «P"l-O.t°b,r . 70 5<5 70 65 '7^!^(4,'),.^,^^1^ , , 1860 zu 500 st. . w'^5 i^N ^ ^ ^860 »u 100 fl. . i^'ls^^ ,.,«' , " l^4znI00fl. . .^"f" 4« ^laats-Domänln-Psandbrlfss z„ l L0 fi. » W. in Eilber . . 1,5, 115, s.s, »«. ^vn»d,»tlaftu«g»'Vblin«,tiv„e„ Filr 100 fl. O.l^ ,tt..^, Rühmen .... ,"l>pL< 9675 97.2Ü «2'.izim .... ^ b ^ 78. 79.-«Kbtr-Olsterr:,ch. . ^ b . U4.— W. 0bcr-0lnerrc'" Ungarn .... « 5 « 79.- 7l».5O Q'. Andere öffentliche Nnleben Donauregnlirungelosl zu 5pen-«reditl. «lttlen von Iran«po»tnl,«ern,h. lnungen Veld walls, 3'^^ ..76^177.^ Cllrl-^udwig-V»hu . . . ' '.233^5 233 75 «Ilslldrth-Wesibalin ... 24^ — ^ä<^ f^) Elisabeth-Westbahu (Lin, - «üb.' ' weiser Strecke).....^.______ ßtrdmaut.«»sNordbahu . . . z065—zo7o, Fünst»rchn,,V»rel»s'V«h« . —.—____ ftr«n'.,Iost»'2e.^»lv . . 23ö - 824 — !LlN-l,?rn,n . ------- —. illovd, »flsrr, ..... 525 — 530 — vrfisrr. MorbwtNbahn . . .212 75 213 25 Nudolf?-Vabn..... 179 s/_» 179.75 Sisl,fndiirl>,sr «ahn . . 178- 179^- S»ao:ebllh»...... 821 — 322__ Stttbahn........ 207,80 2<>8.- Glld.uorob Verbind. V»hn . I??5,0 17« — Thcih'Vahn . . . , . 249 50 250 — Ungarische Nordoftbahn . . . 16l - 162. Ungarische Oftbahn . , . 130, . 13050 Iramway........ 327.5<» 328. r. Vfandbrlef» (fltr 100 fl ) «,. öfi Vodm:! — l°.in33I.rii ^ld «,«,« zu 100 fi ö W.....1«6.5<1 187. ' Nnbolf-Gtiftun, ,n 10 fl. - - "öd 15. Weisel ls««n) «eld W«r, «u»«bur, fllr 100 fl lildb. «. 91 8,1 91 90 Fl°lillur!»,M.100 fl. delto 32 - !<2 10 Hamburg fnr 1l)0 Vlarl Van« 80 20 N» ?/> i!°ndol,. für ll) Pfund p'erliu, 109.. ,., ^ar«', M 100 ß?«ne« ... 4^ 45. < »»«rs »e» Mel»l»»»e« ». »lün,-l»nc»tst." Ueber das nichjte" Conclave laßt sich da« neapolitanische Blatt „Roma" vernehmen »ie folgt- .Man streitet sich im Vatican gegenwärtig um zwei Fragen: Wo wird das nächste Conclave abgehalten werden, und wer wird nach dem Tode Pius IX. den Stuhl Petri besteigen? Die Jesuiten bleiben dabei, das Conclave muß außerhalb Italiens, oder vielmehr, wie sie sagen, außerhalb des Territoriums, welches das so« genannte Königreich Italien ausmacht, abgehalten wer« den; und sie sind für die Stadt Trient. Sie rathen dem Papste nach wie vor, Rom und Iialien baldmög» lichst zu verlassen. Ein kleiner Kreis von Prälaten ist dagegen. An ihrer Spitze steht der (Cardinal An» tonllli." Nach der „Gazzetta d'Italia" hätten die Jesuiten einen Mittelweg gefunden, welcher dem heiligln Vater sehr wohl gefiel, weil er ihm die Unannchmlichleilen einer Winlerreise ersparte. Dieses Project ist der fran» zösischen Regierung durch den päpstlichen Nuntius und den Monsignore Nardi, die beauftragt wurden, sich mit dem Grafen Remusat und dem Herrn Thiers vertrau« lich zu besprechen und das Terrain zu sondieren, mit» getheilt worden. Der Papst soll sich demnach, statt in? ÄuSland zu gehen, nach Cvitavccchia begeben, ftu n ge n und dessen Verwal-tung von feiten de« Staates namentlich dahin einge» richlct werden, daß diese .sonos >« qeben. ist die Einrlch» tur sprach de« Fürsten Bismarck mil einem italienischen Journalisten. Danach hätte Fürst ViSmavck dem Redacteur des genannte,, Blattes die lebhafteste Sym» pathie für Italien kundgegeben. Zwischen Deutschland und Italien gebe eS zahlreiche Punkte der UebereitNtim' mung, gute und dauerhafte Gründe, um in Eintracht zu leben, während nichts vorhanden wäre, was die bci-dcn Nationen ernstlich entzweien lönnte. Man habe gesagt, daß das »crgrößerte Preußen, oder vielmehr das aeeignele Deutschland schließlich mit Italien Streit anfangen würde, um einen militärischen Zugang zu dem adriatischen Meere zu erlangen. DaS sei jedoch leine ernsthaste Annahme. Der serbische Kriegsminister hat Anordnungen wegen Einberufung dcr ersten und zweiten Klasse der Landwehr zu Herbstübungen in der Dauer von zwei, beziehungsweise sechs Tagen erlassen. Der General'Gouverneur von Slutari beschloß, Waffenstillstand zu halten, bis die Gren^Com» mission die Frage entschieden haben würde, ob die Montenegriner ein Recht auf daS Gebiet bei Lipova haben. Die Aufregung unter der beiderseitigen Bevölkerung ist groß. „Sei nur ruhig! Willst du unterschreiben?' „O lasscn Sie mich. lassen Sie mich frei," flehte Eoa. „Ich bin ganz unschuldig. Sie lcl'.ncn mich ja und die Toni auch. Kann man schlecht sein. nicnn man die Toni zur Freundin hat?" Und dann rief sie, in laute Klagen ausbrechend: ..Wilhelm. Wilhelm'/' „Wlllst du sofort ruhig sein", flüsterte der Beamte und legte ihr ein Papier hin. „Hier unterschreibe." „Nein — nie — nie." Der Veamt« klingelte. Zwei untere Polizeibeamte erschienen. ..Nehmt dieS Mädchen mit. Sie kommt auf eiu Jahr ins Slraf-ArbeitShauS." Die Polizisten näherten sich. ..Willst du folgen?" Der eine dcr beidcn faßte Eva an. „Ich mache dich frei, du unterschreibst ja nur zum Echelr,." Er drückte Eva die Feder in die Hand. Von der Berührung des Polizisten bis zum Tod erschreckt und angewidert, abgemattet und de, Sinne beraubt, hörte sie nur daS eine Wort „frei. frei." Da wußte sie nicht, was sie that — sie unterschrieb. «Ihr könnt gehen", herrschte der Beamte Korn die beiden Polizisten an. Diese entfernten sich. Die übrigen Formalitäten, welche noch erforderlich waren, machten leine große Mühe mehr. Eva sagte mechanisch nach, was ihr vorgesagt wurde, sie verstand ja nicht, was sie sagte, sie wußte nicht, daß sie sich lossagte vou der Wclt, der sie angehörte, sie wußte »ichl, daß sie in dicscm Augenblicke verlauft wurde - verlauft mit Leib U',d Seele!! A»me. arme Eva! Der Bcamte Korn geleitete sie durch das Vor» zimlncr bis an daS Thor. wo bereits eine Droschehielt. Er hod Eoa in dcn Wagen. Hier faßten sie zwei dlirre Knochenarme fest an wie Schraubzwingen. daS adscheu» liche alte Weib, das sie gestern auf den Wall gelockt, hatte sie wieder in ihrcr Mach'. Eva ward ohnmächtig. ..Fahr' zu", rief der Geante, „du weißt wohin." Dcr Wagen fuhr in scharfem Trabe davon. Kaum hatte dcr Wagen sich entfernt, als Antonie auf daS Stadthaus zueilte. Mit hastigen Worten erzählte sie dem Beamten Korn daS rälhscihaf'c Ausbleiben ihrer Freundin Eva. Korn lachte. „Nengstigtn sie sich nur nicht, tie wird sich schon wicder finden, wenn eS Zeit ist." ..Wisscn sie. no sie ist?" ..Nein, abcr ich kann eS mir wohl denken. „Und sie", sügtc er mit einem seltsamen Blick auf Antonic hinzu, ..werden früh genug mit ihr zusammen sein." Mit diesen höhnisch gesprochenen Worten entfernte er sich. Nnlonie stutzte. ..WaS bedeutet das?" fragte sie sich. „Eva, Eva, wo bist du?" (Fortsetzung