Nr. 8??. Vlän>lmelation«prt<«: Im «lompton ganzj. ss. ll, halbl. fi. 5-»y. ffU, die Zustellung in» Hau« Ualbj. 50 lr, Mit der Pos» gan,j, ft, 15. holbj. ? 5<>, Dienstag, 3. Dezember. Inl«tt«on»gtb«l: F«» Neine Inserat« bl» ,, 4 Zeilen »b ll., qröheik p« Zeil« e ll.: bei esteren Wiederholungen pel Zeil« 3 ll. 1879. Amtlicher Theil. Erkenntnisse. Das t. k. Landesa.cricht als Pressa.cricht in Trieft hat auf Antrag der t. t. Staatsanwaltschaft mit den Ertcnntuisfen vom N.November 1870. Z. 97!)/?5W und 980/7^5,. die Weiter' Verbreitung dcr Zeilschl,ift „I/lmiiiioilaont,«" Nr, 877 vom 6ten November 187!) lucqen dcS Artilcls „^ppunti dibliuffruüei. ^louno lottoiu <1i, I'ru^ovnr«". ferner wegen des Artikels „ll (>omiei<> . die Weitevvrrbrcitung der Zeit-Mist ..80«;»" Nr. 44 vom 7 November 1879 wc«en des Artikels „Ix »rslli^l, I«i,i-u" nach ^ ''^ ^l, G, verboten. Das k. t, Lauoesssencht in Strafsachen in Leniberg hat aus Antrag der l, t, Stliatsanwallscljast mit dem Erkenntnisse vom .15. November 1879, H. 15521, die Ucitcrverbreitnng der Zcit-!chrift „1)/.w»!!i!< ,»ttl5!lli" Nr. 2ttl vom l5,. Novembe,- 1879 wegen des Artikels „lOumIil»,. I^>v6vv, 12, lmto^aä». 0 losiu nwwxoniui» ^ ^rilku^vi«" nach § !W0 S. G. verboten, Nlchtailttlicher Theil. Die Staatsschuld. Die von dcr Staatsschulden-Controlscommission des Reichsrathes soeben veröffentlichten drei Ausweise über den Schuldenstand zu Ende drK ersten Semesters (Ium) 1879 unterscheiden sich voll den bisher und zuletzt fur das zweite Semester l878 kundgemachten zwei Ausweisen sowohl der Forln als dem Wesen nach. In den bisherigen Ausweisen tonnte aller, dmgs auch aus dem Texte die Genesis und der Charakter der einzelnen Schuldgattungen erkannt werden. Allein in dcr jetzigen Form bringen diese Ausweise, abgesehen von der möglichst getreuen Ueberein-stimmung derselben mit dem Detailvoranschlage für die Staatsschuld, die geschlichen und thatsächlichen Verhältnisse auch äußerlich klar und prägnant znm Ausdrucke. Der Ausweis I umfasst die allgemeine Staatsschuld, zu deren Verzinsung und Kupitalsrückzahluug bie Länder der ungarischen Krone den im Gesetze vom ^- Dezember 1867 (N. G. Äl. Nr. 3 v. I. 1868) fest. ätzten Jahresbeitrag leisten. -, Der Ausweis 11 enthält jene Schulden, welche '^ dem Jahre 1868 entstanden sind und die im Reichs« lathe vertretenen Königreiche und Länder allein be« lasten. An diese reihen sich die garantierten Grund-entlastungs- und Landesschulden. Der Ausweis 111 — der Form und dem Inhalte nach in Uebereinstimmung mit deu nach Schluss eines jeden Monats im amtlichen Theile der „Wiener Zeitung" erscheinenden Kundmachungen der Control-Commission über de» Umlauf oer Partial-Hypothetar-Anweisungen und de» Slaatsuoten — enthält die ge-memsame schwebende Schuld. Der Kapitalsbetrag dieser Anweisungen wurde in genaner Ausführung der Bestimmungen m dem Gesetze vom 10. Juni 1868 aus dem Ausweise 1 dahin übertragen, während die hievo», entfallenden Zinsen dortselbst ausgewiesen bleiben müs-sen, weil hierauf bei Feststellung des vorerwähnten Jahresbeitrages der ungarischen Länder auch Rücksicht geuommen wurde. Den Ausweisen 1 und 11 ist eine summarische Hauptüberstcht und eiue Äergleichnng mit dem Stande zu Eude des Jahres 1878 beigegeben. Laut dieser Hauptüberstcht bezifferten sich, aus em füu,percentiges Kapital m österreichischer Währung umgerechnet.'zu Ende Iunl 1879: I. die allgemeine Staatsschuld auf 2 009.21:>,218 fl. 43'/« kr.. 11. die Schulden der im ?^chsrai vertretenen Königreiche und Länder auf ^.'. «;^^^^^,. im ganzen also mit 3050 5 >. ^ ' ? ^ ^ kr., daher gegen den Stand zu Ende Dezember 1878 per 3.001.580.839 fl. 69'/. kr hoher nm 55.389,357 fl. 83'/, kr. Mit Rücksicht der Uebertragung der Umlaufssumme der Partlcil-Hypo-thekarmiwechmgen zu Ende Dezember 1878 per 47 Mill. 997,597 fl. 50 kr. in dem Ausweise 111 ergibt sich un ersten Semester 1879 eine factische Schuldvermeh. rung nm 103.380,955 fl. 33'/, kr. Hievon entfallen anf dle allgemeine Staatsschuld 30.810.747 fl. 85 kr., uud zwar auf die cousulidierte, nicht rückzahlbare: .i) in Noten verzinsliche 30.415,032 fl. 20 kr., d) m Silber uerzinsllch, 401.715 fl. 05 kr. Unter der 8ud a find ..0.4lO,00^ fl. in Noten-, unter der uud b 400 000 fl. "' Silberrenle inbeanffeu, welche anf Grund des tz 2 im Gesetze vom -4, Dezember 1807 und nach Artikel 5 3^ Z'"""s^b«s für das Jahr 1879 zur Beschaf una wurde» '^^!?"' Kapitalsrückz.hlungen 'emittiirt wurden. Die Betrage a<1 ^ per 503^ fl. 20 kr. und 2.(1 d P^ 1715 ft. <>5 kr. betreffen bare Kapitals-anfzahlungen aulässlich der Unificielung. Nachdem sich jedoch d,c allgemeine consolidierte rückzahlbare Schilld um 7.3^0,705 fl. 89 kr. und die schwebende Schuld um 43,930 ft. 20'/, kr., zusmnmen um 7.304,090 fl. I^i /, kr. durch Rückzahlungen vermindert hat; so ucr-v eibt fur die gesammte allgemeine Staatsschuld eiue Vermehlung um 23.452.051 fl. 09'/, kr. Die con-I"ud,erte, nicht rückzahlbare Schuld der im Reichs- rathe vertretenen Königreiche und Länder hat sich durch Emission von 100 Millionen Gulden in vierpercenti-gen Goldrente-Obligationen (zu 5 p(5t. umgerechnet) um 80.000,000 fl. vermehrt, dagegen die consolidierte rückzahlbare Schuld um 5733 ft. 33'/, kr. und die schwebende Schuld um 59.303 fl. 2'/, kr., zusammen 05.096 fi. 30 kr. vermindert, wornach eine Vermehrung ad 11 um 79.934,903 ft. 04 kr., daher im ganzen ud 1 und 11 um obige 103.386,955 ft. 33'/, kr. resultiert. Die garantierten Grundentlastungsschulden haben sich im ersten Semester 1879 um 3.561.873 ft. und das garantierte galizische Nothstandsanlchm um 20 ft. veinnnoert, und betragen jene 180.722,755 ft. 50 kr., letzteres 80 fl. Die gemeinsame schwebende Schuld bezifferte sich zn Enoe I,im 1879 aus 411.999.709 fl. 50 kr. Wäh-rend der Umlauf der Pclrtial-Hypolhrkar-At.weisungen sich um 45990,150 fl. erhöhte und auf 90.987.745 ft. 50 k''. stieg, verminderten sich die hiemit in Verbindung stehenden Staalsnoten um 42.990,307 fl. und betrugen 321.012.022 fl. Unter Ablschnung der Steuer bezifferten sich die cinjähligeu Zinsen 1.) von der allgemeinen Staatsschuld auf 114,284.180 fl. 19 kr., 2.)'von den Schulden der im Reichsraih vertretenen Königreiche und Länder auf 15.399,050 fl. 90 kr., zusammen nach dem Stande zu Ende Juni 1879 auf 129,083.843 fl. 15 kr. (gegen die Summe zn Ende Dezember 1878 per 122.834,305 st. 73'/, kr., daher höher um 0.^49.477 fl. 41'/, lr.). und zwar in Noten anf 71.833,850 fl. 62'/, kr., in Silber auf 45.248.792 fl. 52'/, lr. und in Gold auf 12.601,200 fl.; endlich von den garantierten Grund-enllastuiigsschulden auf die von den Fonden zu zahlenden 8.974,900 fl. 87'/z kr., wovon eine 10percrntige Steuer an den Staatsschatz in Abfuhr gebracht wird. Oestcrreichischcr NeichSrath. 7. Sitzung des Herrenhauses. Wien. 29. November. Das Gesetz, betreffend die Bewilligung zur Ausdehnung des Georg Herrn v. Stubeuberg'schen Real-Fioeicommiffes in Slelermart, wird ohne Debatte in zweiter und dritter Lesung anqenontmen. Nach Erledigung einiger Petitionen wird die Wahl von 15 Mitgliedern m die Commission für bosnische Angelegenheiten vorgenommen. Als gewühlt erscheinen: R. v. Arneth. Freiherr u. Brenner, Freiherr v. Haerdtl, Freiherr v. Hem, R. v. Hasner, Freiherr v. Hübner, v. Latour, Fürst Friedrich Liechtenstein, Moser, Graf Rechberg, Graf Serenyi, Graf Friedrich Thun. Frei- Jeuilleton. Was die Liebe vermag. °"Wl, frei nach dem Englischen bearbeitet v,n Ed. Wagner (Verfasser der „Meza"). (Hortsel)una..) s. Miss Winham erholte sich nicht so rasch, wie '^ geäußert, ,„, Gegentheil verschlimmerte sich ihr ^'Mand. HZ wurde deshalb ihr Arzt gerufen, unter ,">en Anordnungeil fic langfam genas. Es dauerte ,,"c volle Woche, ehe sie das Bett verlassen und in ^"n Lehnstuhl sitzen konute. , Das Wetter war während dieser acht Tage ans' ^Nnend uugünstig gewesen, so dass die Bewohner ^ Schlosses liu' H.mse verweilen mussten. Miss sH'psun hatte das'Vergüügen. beständig in dcr Ge-ilm> ! ^'ffv'ds sein zu tonnen, und jeder von kn fühlte dae Bedürfnis, den anderen zu beobachten, ih^,, lsbcth hatte alle ihre Künste augewendet, um diese ./,'^"'dlen in ihre Netze zn verstricken, uuo i.'ttt, ^len ihr auch sehr gewogen und mnerhü-lt sich f"nde, 1 '"'l ihr, wcun sie sich allein im Zimmer bc° "lila? ' '""' "ber Valerie zug'gen, so hatte er nur Ul" "nd Ohren und Worte'für diese. Zeiten f'k ""l unermüdlich in ihren Aufmerksani-Dn! a ^1^'^ Heniu, der sie unentbehrlich wurde, ^r Ai "?" ^"ll über war sie bei ihr; nur wenn sie sjch nd kam, besta,ld Atiss Winham darauf, dafs ^hul.».^^^^^"ftszimmer beaab. damit fie einige "ug N'lde für die Müheu des Tages. Mr. Clif- ford erwartete das Erscheinen des Mädchens mit Ungeduld, und seme Bewunderung verwandelte sich rasch ln leidenschaftliche Liebe zu Valerie, welche glühender ^l? Wenige, welche er vor Jahren für ihre un-gluckllche Mutter empfunden hatte, ^z Z"/feiten Tage, "^chdem die Herrin des Schlosses ^.,^/erl.ssen hatte, saß sie morgens in einem ^3! awKa.nin und blickte gedankenvoll vor sich ^ nste^l^'"^^"^^ den feinen Regen qegen die m e/.m . ^ ^"^ ^^l und die Berqe wa^n wie Mit emem dichten grauen Schleier überzogen. -Ualcnc war von der alten Dame mit einem Anf. ttage zu der Haushälterin geschickt worden, und M.ss Wlnham befand sich mit Gertrnoe allein im Z.mmer. ..Wo befindet sich Mr. Clifford?" fragte die Herrin plö!jkch. ..Es ist kein Welter zum Iaqen," „Er ist mit Miss Thompimi im Gesellschafts, zimmer. S,e si„d imuier zusammen." „Uud schmieden Unheil," murmelte die alte Dame fluster, „^b »lochte wohl wissen. w"s sie zusammel, sprechen. Dass sie nicht meine Krankheit betlagen, ist a/wijs." ..Miss Thompson deukt nur an sich selbst," sagte Gertrude. ..uud Mr. Clifford vielleicht auch." „Es qeziemt sich nicht für dich. fo uou ihnen zu spreche». Gertrude." verwies ihre Herrin ihr streng. „Ich denke, dass sie n,cht schlechter sind. als audeie Menschen. Aber diese V.'lerie ist ein reizendes Mäd. chen; weuu ich doch eine Eukelm hätte, die ihr gliche! Ich daclite inouer. ich hätt.» kei» Gefühl. Gcrirude. aber dieses Mädchen Hut eö verstanden, mein Herz neu zu beleben." ..Und sie ist so gut," erwiderte Gertrude eifrig, „ich bin nur eine alte Magd, aber sie spricht so freundlich mit mir und achtet mein Alter. Ich wollte sie wäre von Rang und Stand, Miss Winh^m." ' „Und von meinem Blut!" seufzte die Schlossherrin. „Es thut mir leid, dass ich so abstoßend und lalt gewesen bm. Ich Hütte mehr Freunde haben können. Ich möchte wohl wisfen. ob ich Martin Clifford und Elsbelh falsch beurtheilt habe! Gertrude." fagte sie Plötzlich rasch, ..bringe mir meinen Mantel. Ich will hinuntergehe» und mich überzeugen, wie sie von mir sprechen." Die alte Dienerin erschrak. „Sie sind noch zu schwach", wandte sie ein. „Ich möchte doch wissen, wer meinen Zustand besser kennt, du oder ,ch?!" rief ihre alte Herrm zur-ncild. „Ich will hinunter, um meme Gäste zu überraschen." Gertrnde beeilte sich. um dem Befehl der Dame nachMummen. Sie legte den bis an die Erde reichenden, mit Pelz gefütt<>tcn Tuchmanlel ihrer Herrin um und setzte ihr eiue Haube auf. ..Wenn Miss Gloom kommt, ehe ich zurück bin, so sage ihr nur. dass ich ihrer in dcr nächsten Stunde "icht bedarf", sagte die Matrone. Gertrude öff»ete die Thür und Mifs Winham, den Stock in der Hand, trat hinaus auf den Corridor. Als sie die Treppe hil,abli.estiegen war, kam ihr Plötzlich der Gedanke, ihre Gäste zu belauschen. Zu einer auderu Zeit würde sie diesen Gedanken verworfen habe»; aber heute war ihr darum zu thun, zu erfahren, wie ihre Verwandten von ihr sprachen. «38« hen v, Wehli, Fürst Winoischgrätz, Freiherr v. Win» terstein. In die Budget-Commission erscheinen gewählt: R. u. Arneth. Freiherr v. Aezecny. Graf Rudolf Chotck, Fürst Czartoryski, Freiherr v. Engerth, Ha« dietinck. Freiherr v. Koller, R. v. Millosich. Moser, Graf Nostiz. v. Plener, Graf Rechberg, Graf Leo Thun, Fürst Schönburg. Fürst Ioh. Adolf Schwarzen« berg. Fürst Trauttmansdorff, Dr. Unger, Freiherr v. Wehli, Fürst Windischgrätz, Freiherr v. Winterstein und Graf Wrbna. Der Tag der nächsten Sitzung ist unbestimmt 18. Sitzung des Abgeordnetenhauses. Wien, 29. November. Präsident Graf Coronini eröffnet die Sitzung um 11 Uhr. Am Ministertische: Dr. v. Stremayr, Dr. Ziemialkowsky, Falkenhayn. Dr. Prazak. In einer Zuschrift des Ministerpräsidenten wird mitgetheilt, dass der Grazer Advocat D. Rintelen von Sr. Majestät dem Kaiser zum Mitgliede des Reichsgerichtes ernannt wurde. Abg. Ruß berichtigt das Protokoll der letzten Sitzung in dem Punkte, dass der Centralgebarnngs-ausweis pro 1878 der ersten Lesung zugeführt wurde, obwohl derselbe keine Regierungsvorlage sei. Der Präsident bemerkt, dass er das Protokoll nicht schon früher berichtigt habe, weil er sich nicht berechtigt haltc, Mittheilungen über Vorgänge in der Sitzung aus dem Protokoll zu eliminieren. Abg. Granitsch meint, der Präsident habe dies-falls ganz correct gehandelt. Abg. Graf Hohenwart erklärt als Obmann des Budgetausschusses, dass dieser letztere einstimmig den Gebarungsausweis bloß als einen Behelf für seine Arbeiten bezeichnet habe, über welchen selbstverständlich kein Bericht an das Hans zu erstatten sei. Abg. R u ß begnügt sich damit, dass diese Debatte im Protokolle erscheinen werde. Abg. Hall wich interpelliert den Obmann des Legitimatimisausschusses. Smolka, wann derselbe seinen Bericht über die beanständeten Wahlen erstatten werde. Abg. Smolta erwidert, dass der Legitimations-ansschuss wegen der vielen anderen Ausschüsse nur wenige Sitzungen halten konnte, dass aber jetzt, insbesondere nachdem der Ausschuss über das Princip einig a/word'.'n, von welchen aus die Wahlen zu prüfen seien, die Arbeiten desselben rasche!' vonstatten gehen werden. Gegenstand der Tagesordnung ist die Fortsetzung der Specialdcdattc über das R inderpestgesetz, ^ 40 bestimmt, dass das unbedingte Verbot der Einsuhr von Rindvieh erst am I. Jänner 1882 in Wirksamkeit tritt. Abg. Granitsch beantragt, diesen Termin schon vom !. Juni 1881 eintreten zu lassen, damit Deutsch« land sehe, dass man bei uns Ernst macht nnd uns endlich seine Grenze für den Viehexport öffne. Abg. Iaworsti bekämpft diesen Antrag, weil ein etwas längeres Uebergangsstadinm unbedingt nothwendig sei. Abg. Tausche unterstützt den Antrag Granitsch' im Interesse der böhmischen Landwirtschaft. Abq. Löblich appelliert an das Hans, dass es der Stadt Wien die Möglichkeit biete, den geänderten Verhältnissen entsprechend sein Appruvisionierungs-wesen zn regeln, wozu eiu längerer Zeitraum erfor- derlich sei. Er beantragt, den Termin bis 1. Jänner 1883 zu verlängern. — Abg. Fux beantragt Iten Juli 1882. Nach längerer Debatte wird der Ausschussantrag angenommen. Ueber die vom Ausschusse beantragten Resolutionen entspinnt sich eine längere Debatte, in welcher Abgeordneter Neuwirth betont, dass sämmtliche Resolutionen zwecklos sind bis auf jene, welche die Regiernng auffordert, ein Einvernehmen mit der ungarischen Regierung bezüglich der Erzielung eines gleichlautenden ungarischen Gesetzentwurfes zu suchen. Nachdem noch viele andere Abgeordnete theils für, theils gegen die Resolutionen gesprochen, werden dieselben abgelehnt, mit Ausnahme der vom Abgeordneten Ne>l-wirth empfohlenen Resolution. Schluss der Sitzung halb 4 Uhr. — Nächte Sitzung Montag. — Tagesordnung: Wehrgesetz. Deutschland und Russland. Die Berliner „Nat.-Ztg." veröffentlicht uuter der Ueberschrift: „Zur Lage" einen bemerkenswerten Artikel über das Verhältnis Deutschlands zu Russland. In demselben wird darauf hingewiesen, dass die „Hlf-nachrichten" der letzten Zeit zu den factischen Verhältnissen keineswegs passen und dass, wenn ein Forscher der Zukunft aus diesen Nachrichten folgern woll e, die Intimität Deutschlands mit Russland sei nie so innig gewesen als heute, dieser Schluss ganz irrthüm-lich wäre. Der deutsche Charakter habe gewisse Eigenthümlichkeiten, mit denen man rechnen müsse, wenn man den gegenwärtigen Zustand der öffentlichen Meinung begreifen wolle. Weiter heißt es dann in dem Artikel: „Lange hat man mit Gleichmnth die Ausfälle und Angriffe der russischen Presse über sich ergehen lassen; die Art, wie Fürst Gortschakow Frankreich vor Deutschland iu dem laufenden Sommer gewarnt hat, begann schon das deutsche Blnt zu erwärmen. Man gieng die Geschichte unserer Beziehungen zn Russland in einer rückschauenden Betrachtung durch und kam zu der Frage, wie cs überhaupt möglich war, dass ein solches Auftreten Russlands Deutschland gegenüber geschehen konnte, ohne dass sich die Befürchtung augenblicklicher Repressalien auch nur entfernt damit verband. Und so gelangte man zu dem Resultate, dass es Russland, abgesehen von deu freundschaftlichen und intimen Beziehungen zwischen den Herrscherhäusern, an dem Respect fehlt, den eine Natwn der anderen schnldet. Gerade zu jener Zeit erschien eine Publica» tiou. die mehr als jede andere geeignet war, das Schiefe der Stellung darzulegen, in welche wir zu Russland gerathen waren: wir meinen die Aufzeichnungen des verstorbenen Geheimrathes Schneider, obgleich und gerade weil sie sich ganz hcnmlos geben. Deutschland aus dieser Stellung befreit zu haben, ist ein Verdienst des Reichskanzlers, und vielleicht nicht eines seiner kleinsten. Er hat zwar vor wenig Jahre» noch non dein thnrmhohen Verhältnis zn Russlmid gesprochen, aber wenn man überdenkt, wie gerade Fürst Bismarck persönlich von der Methode russischer Diplomatie betroffen wurde, so darf man sich überzeugt halten, wie es nur die wichtigsten Interessen des Staates waren, die ihn verhinderten, die richtige Antwort alöbald z» qeben. Die jüngste Reise des Reichskanzlers »ach Nie» darf man als die lang meditierte Antwort auffassen. Uud je mehr das deutsche Neben dem Gesellschaftszimmer war ein anderes Gemach, welches der Schlossherrin als Bibliotheks« nnd Morgenzimmer diente. Hier waren ihre Bücher, hier regulierte sie ihre Rechnungen mit dem Verwalter und der Dienerschaft, und nicht selten speiste sie hier. Sie öffnete leise die Thür dieses Zimmers, welches nicht halb so groß war wie das Gesellschaftszimmer und mit diesem durch emen breiten, mit einer Portiere versehenen Eingang verbuuden war. Ein dicker Teppich be-occkte den Fußboden, welcher den Schall ihrer Tritte derart dämpfte, dass er nicht bis in das andere Zim» nler dringen konnte. Neben dem Eingang ins Gesellschaftszimmer stand ein Lehnstuhl; auf'diesen setzte sich Miss Winham nnd bog mit der einen Hand die Potiöre ein wenig zurück. Durch die dadurch entstandene Oeffnung konnte sie das ganze Gesellschaftszimmer übersehen. Miss Thompson saß am Kamin; sie hatte den Kopf kokett erhoben und ihr Antlitz lächelte. Sie hielt eine Stickerei ill den Händen, und diese rnhten auf dem Schoß. Sie beobachtete Clifford, welcher aufgeregt im Zimmer auf- und abgieng und dabei mit ihr sprach. Die jnnge Dame hatte soeben Clifford als ein Geheimnis mitgetheilt, dass Miss Winham schon längst die Absicht gehabt habe, sie — Miss Thompson — zu ihrer Erbin einzusetzen, und dass ein diese Bestim» müng enthaltendes Testament sich in den Händen des Edinbnrger Anwaltes der Schlossherrin befinde. Clifford war bei dieser Erklärung aufgestanden und durchmaß das Zimmer mit unruhigen Schritten. Miss Thompson folgte ihm mit den' Augen, zuversichtlich eineu Heiratsantrag erwartend. In diesem Moment kam Miss Winham, hoffend, ein freundliches Wort zu hören, welches ihre beiden Verwandten über sie sprechen würden, in das Nebenzimmer und blickte hinter der Portiere hervor. „Ist das wahr. Elsbeth?" fragte Clifford. „Hat die Tante ihr Testament gemacht und Sic zu ihrcr Erbin bestimmt?" „Zu ihrcr Universalerbin, mich ganz allein. Clifford," erwiderte Miss Thompson. ,Ihr ganzes bareö Geld, welches sich in der Bank befindet, ihre Häuser in Edinkmrg. ihre Güter in England und dieses Schloss mit seinen Ländcreicn, kurz, ihr ganzer enormer Reich« thum. Ich werde viele Bewerber finden und eine glänzende Partie machen. Sie hat sehr geizig gelebt und wenig verbraucht." „Sie sprechen sehr achtungsvoll von ihr," be< merkte Clifford sarkastisch. „Aber wenn Sie hoffen, anf Grund des Reichthums eine prunkvolle Partie zn machen, so werden Sie bis zu Ihrer Verheiratung wohl noch zwanzig Jahre warten müssen." „Ich branche nicht so lange zu warten. Miss Winham wird deu nächsten Frühling nicht erleben." „Wenn unsere Tante ein solches Testament gemacht hat, wie Sie es sagen, so werde ich es anfechten." rief Clifford erregt. „Ich bin ihr Großneffe und habe ein größeres Recht an die Erbschaft als Sie; denn Ihre Verwandtschaft zu ihr lässt sich kaum beweisen. Ich werde das Testament anfechten und ich werde zn meinem Rechte gelangen. Ich werde Beweise beibringen, dass die alte Dame unzurechnungsfähig war." (Fortsetzung folgt.) Volk Zeit und Ruhe gewonnen hat, um über diese Reise und ihre Bedeutung nachzudenken, um desto rückhaltloser hat es die Politik gebilligt, welche hie< durch signalisiert wurde." Schließlich erklärt die „Nat.-Ztg.", das» die äußere Geschäftigkeit, welche die deutsch-russischen Beziehungen eben charakterisiert, an der inneren Sachlage nichts ändern kann. Jetzt noch weise der in Berlin gedruckte „Chraschdamn" Deutschland die Stelle an, die russische Reichspolitit zu unterstützen. Diese Zumuthung, obgleich in höflicher Form gestellt, sei der Sache nach gewiss eine tief beleidigende. Die Haltung der deutschen Politik werde dafür sorgen, dass Rnssland den Standpunkt gewinnt, von dem es seine Stellung zu Deutschland begreifen lernt. — „Nachdem man auf die Provocations Russlands hin einmal angefangen hat, sich auseinanderzusetzen, so haben wir den Wunsch, dass diese Auseinandersetzung eine recht gründliche sei, sie wird dann eher vor Wiederholungen schützen, als Versuche, die Sachlage hinter schimmernden Aeuherlichkeiten zu verdecken." Der „Köln. Ztg." berichtete man vor kurzem aus Moskau: „Unter dein Titel „Russland und Deutschland" veröffentlicht die russische Monatsschrift „Rus-kaja Neü" („Russischer Staat") einen längeren Artikel, für welchen der Titel „Geschichte des Deutschenhasses in Russland" bezeichnender wäre, mit einer solchen Genauigkeit verfolgt der Verfasser seine Entstehung und Entwicklung von dem Zaren Iuhann dem Schrecklichen an bis auf die neueste Zeit. Ein ähnliches Werk hat die russische Presse trotz ihrer maßlosen Ansfälle gegen Deutschland nicht aufzuweisen, deun noch nie hat man den Deutschen in so ungeschminkter Rede gesagt: „Wir hassen euch, weil wir euch hassen müssen, weil wir ein Recht dazu haben." Zur Bezeichnung, wie sehr die Deutschen in Russland gehasst werden, wird sodann unter anderem aus der genanuteu Abhandlung in der russischen Monatsschrift Folgendes mitgetheilt: „Die Freundschaft zwischen Rnssland nnd Deutschland ist eine rein persönliche, zufällige. Sie ist auf der Persönlichkeit beider Monarchen, auf verwandtschaftlichen Begehungen nnd deren Vergangenheit begründet; dieselbe wurzelt jedoch nicht im Volle und hat teiue Zukunft. Der erste deutfche Name, welcher wie eine Gewitterwolle über Nussland emporstieg und unsägliches Eleud über das Land brachte, war der Name des Deutschen Buon, und von dieser unseligen Epoche des vorigen Jahrhunderts fasste der Hass gegen die Deutschen im russischen Volke Wurzel. Nach der französischen Invasion vom Jahre 181^, heißt es weiter, und hauptsächlich während der Regieruug des Kaisers Nikolaus wurde Russland von einem Heere dentscher Gutsverwalter überschwemmt, welche nach nnd nach Adelsrechte erwarben und selbst Grnndbesitzel wurdeu. Diese deutschen Verwalter nnd Gutsbesitzer wurden erbarmungslose Blutsauger der russischen Bauern und behandelten dieselben mit kaltblütigel Grausamkeit nicht besser als das Zugvieh. Seit dieser Zeit wuchs im russischen Volke jene feindliche, bittern Hass athmende Stimmung gegen die Deutschen empor» und dieses Gefühl hat sich erhalten und ist erstarb bis auf deu heutigen Tag. Dass im russischen OennM nichts liegt, was es zu dem Deutscheil zieht, ist ewe Thatsache, die jeder Russe erkennt, und das« .jed" Deutsche uns von ganzer Seele wieder hasst, ist e» nicht weniger . . . Zwischen dem russischen und dew deutschen Volke ist nicht die geringste Sympathie un^ es hat auch nie eine solche gegeben. Diese SympatA besteht auch nicht bei den intelligenten Klassen, welcy sich infolge vieler Ursachen in großer Mehrzahl 3 den Franzosen hingezogen fühlen; fie ist bei ".^ Armeen beider Reiche ebensowenig zn finden. Was letzter Zeit als Sympathie hätte erscheinen kön"^ war welter nichts, als der gegenseitige Austausch äune licher Höflichkeiten, von welchem die Masse des run schen Heeres uuberührt geblieben. So erscheint ve als einziges Band einer Frenndschaft zwischen A! land nnd Deutschland die Freuudschaft beider il"" archen. Doch Monarchen sind sterblich." ^K Weiter wird in der Moskauer Corrcspolldenz ^ rheinischen Blattes hervorgehoben, dass die P" , A Nussland, welche den Krieg gegen Deutschland mull!"? stärker uud zahlreicher sei, als man glaubt. „ zst Der oben skizzierte Artikel der „Nat.-Ztg- ^ wohl als indirecte Antwort auf die Auslassungen ^ „Rustaja Rec" zu betrachten. Die Veröffenl'M .', desselben am Vorabende der Ankunft Gortschalo'v" ^ Berlin verleiht aber dieser scharfen Polennl g" eine ganz besondere Vedeutuug. ^^^^ Oaqesnenigkeiten. ^ — (Die Vermählung in Madrid.) "^ Samstag in der Atochn-Kirche in Madrid ^'"^09'" mählttna des Königs Alfonsu mit der Frau Crz^ g),c Christine gieng unter aroßem Pompe ^r ''"' „ge Truppen bildeten in allen von dem Vermahl u^b passierten Straßen Spalier. Die kiwigliche -U",^ sich. nachdem sie im Marincministenum d«cH ^! tleider angelegt, mit ihrer Mntter und dem Gel^^ l einem anderen Wege als der König nach o« 2887 K'rche, woselbst das diplomatische Corps und die Groß. wrdeuträger die Ankunft der höchsten Herrschaften er« warteten. Nach der Ceremonie fuhren Ihre Majestäten >n der königlichen Equipage durch die Stadt. Beim Ein» wtts ins Palais defilierten die Truppen vor den Majestäten, welche von der Volksmenge mit begeisterten Zupfen begrüßt wurden. Ihre tais. Hoheiten Erzherzog "ainer und Gemahlin werden sich nach den Festlichkeiten "°ch Lissabon begeben. Der König und die Königin em-pfiengen zahlreiche Glückwünsche. Die Stiergefechte finden am Montag und Dienstag statt, — (König Alfonso im Theresia num.) Die „Wiener Awiopost" veröffentlicht unter diesem Titel «we umfangreiche Schilderung des Aufenthaltes König «lfonsos im Thercsianum. Die Schilderung, die aus on berufensten Feder herrührt, theilt mit, dass Prinz Wonso im 15. Lebensjahre am 1, Februar 1872 unter ^m Namen eines Marquis de Covadonga ins There» sianum eingeführt und in die Uniform des Hauses ein» ^kleidet wurde. Es wurden ihm im ersten Jahre jene Gemächer eingeräumt, in denen Kaiser Carl VI. lebte und starb und seine Tochter Maria Theresia geboren Wurde. Im zweiten Jahre wurde ihm ein anderes Appartement in unmittelbarer Nähe des Akademiedirectors angewiesen. Da der Prinz bei seinem Eintritte der deutschen Sprache noch nicht mächtig war, nmsste er Einzelunterricht in französischer Sprache erhalten; erst später Wurde der Unterricht durchaus in deutscher Sprache fortgesetzt. Turn-, Reit-, Fecht-, Schwimm- und Tanzunter-ncht nahm der Prinz in Gemeinschaft mit anderen ^glingen. Täglich nach den» Nachtmahl erhielt er die Vefuche seiner Kameraden. „Da gieng es freilich in dem kotzen, luftigen Saale recht bunt uud lustig zu, uud Mancher blaue Fleck verrieth noch am folgenden Morgen das tolle Treiben des Vortages." An Sonn- und Feiertagen leistete er freundlichen Einladungen Folge, mit denen er von mehreren Mitgliedern des Kaiserhauses, .besonders häufig von Seite des Erzherzogs Rainer nnd der Erzherzogin Marie, erfreut wurde. — Die eigentliche Erziehung des Prinzen leitete der Akabemie-Director Hofrath Ritter v. Pawluwfki. Der fünfzehnjährige Jüngling war in der Schule des Lebens frühzeitig herangereift und daher allen Altersgenossen an Erkenntnis und Erfahrung weit voraus. „Diese herrlichen Eigenschaften hatten freilich auch manche Kehrseite, allein keine derselben war bedenklich. Sobald daher die Individualität studiert und erkannt war, galt es nur, das bereits glücklich begonnene Werk in gleichem Sinne fortzusetzen, das noch Mangelnde zu ergänzen, Unterricht und Erziehung in harmonische Uebereinstimmung zu bringen, den Geist an Selbständigkeit zu gewöhnen, damit er sein Urtheil mehr durch eigenes Nachdenken, als durch fremde Bevormundung bilde und berichtige, vor allem aber die mächtige Gewalt der sein Gemüth bestürmenden äußeren Ein-drücke abzuschwächen und die Objecte der Aufmerksamkeit dem Ater und dem Grade der Ausbildung gemäß einzuschränken, damit sich fein. die weitesten Kreise umfassendes, von einer südländischen Phantasie be» herrschtes Seelenleben ruhiger und intensiver gestalte," -- Der Prinz, der eine ansehnliche deutsche Bibliothek sammelte und in seine Heimat mitnahm, las mit Vorliebe die deutschen Classiker; von seinem LieblinzSwerke z N., von Schillers „Don Carlos", hatten sich ganze Zeiten seinem Gedächtnisse eingeprägt. Für Musik war keine Z?it, aber auch keine besondere Begabung vorhanden, "l" letzten Juli 1874 verließ der Prinz das Theresia. "Uln. um durch militärische Studien in England ""d durch rechts, und staatswissenschaftliche Stuben in Bonn seine Ausbildung zu vollenden. Die Po-eschen Ereignisse nöthigten ihn, die kaum begonnenen Studien zu unterbrechen, da er am 29. Dezember 1874 zum Könige proclamiert wurde. — Das Theresianum b"f den König Alfonso zu seinen dankbarsten Zöglingen suhlen. Sämmtliche Lehrer und Erzieher sowie der Director und Curator der Allstalt wurden mit Orden decoriert. und schon im ersten Jahre seiner Regierung gründete er in Madrid ein dem Thercsianum ähnliches ls den, entfernten Sttafhause gefesselt, unter Bewachung von Gefangenwärtern durch die Stadt in das Schwur» ^richtslocalc geführt. Nun sollte die Verhandlung gegen Danzig dcs Raubes und Diebstahls beschuldigte ver-cgenc Gcbirgsbaueru durchgeführt werden, uud man ^uyn, Anstand, diese Bande aus dem Gefängnisse nach w" Schwurgcrichtslocale z„ führen, und verlegte die "Handlung in das StrafhauS, wo ein kleiner Saal ,"""z'g Beschuldigte, achtzig Zeugen, zwölf Geschworne ." zwei Ersatzmänner, die Richter und Sachverständigen ^ lassen ,^ vermag und wo nicht einmal entsprechende sck^ ^ Geschwornen vorhanden waren. Die Ge-Än?""" erklärten, in diesem Locale absolut ihres vcutl "'^ '""""' z» können; es wurde die Inter-"!, des Herrn LandesgerichtS'Präsidenten von Auf. feuberg angerufen, der auch die Einwendungen der Ge-fchwornrn begründet fand und die Abhaltung der Verhandlung im Residenzgebäude verfügte." — (Zum Verlaufe der „Presse") Die „Presse", gegenwärtig nach der amtlichen „WienerZeitung" das älteste Blatt Wiens, ist cmS den Händen seiner bisherigen Besitzer in die des Herrn Adolph Nassau übergegangen. Herr Adolph Nassau war durch Jahre Redacteur der finanziellen Rubrik der „Neuen Freien Presse". Per Kaufpreis für die „Presse" beträgt in. elusive der Druckerei (der bestausgestattetcn Zeitungs. druckerei Wiens), aber exclusive der beiden bisher zum Besitz der „Presse" gehörigen Häuser. 120.000 si. Der Besihwrchsel vollzog sich am I. Dezember. Der neue Eigenthümer hat die sämmtlichen Contract« zu Gunsteu der Mitarbeiter übernommen, uud es findet daher kein Redactionswechsel statt. Dagegen tritt der bisherige Chef.Administrator der „Presse", Herr Dr. Hofmann, zurück. An der Tendenz der „Presse" wird nichts ge. ändert werden, sie wird nach wie vor Organ der Liberal-Conservativen bleiben. Locales. Aus dem Vanitiitsberichte des Uaibacher Giadt-Physikatcs für den Monat September 5879. entnehmen wir folgende Daten: I. Meteorologisches (Beobachtungsstunden 7Uhrf,üh. 2Uhr u!id9Uhr). Luftdruck: Monatmittel 736 6 mm.; Maximmn 744-9 mm. am 3. um 7 Uhr; Minimum 730 8 mm. den 9. um 2 Uhr. Lufttemperatur: Monatmittel 15'8" 0.; Maximum -l- 27-6" am l. d.; Minimum -j- 7-0° am 12. d. Dunstdruck: Monatmittel 110mm.; Maximum 15 4 mm. am 19. d. mn 2 Uhr; Minimum 7 1 mm am 13. d. um 7 Uhr. Feuchtigkeit: Monatmittel 83 Percent; Minimum 38 Proceut am 6. d. um 2 Uhr. Bewölkung: Monatmittel 4 4 (zum Verhältnisse l ^!^" wolkenlose, 11 theilweise und 8 qauz bewölkte Tage. 7 > n o ^ ^'^!N' Beobachtet 37mal Ostwind. 2mal ^^"'"^?''l2"'°l W., 4mal NW., und 18mal Windstille. Vorherrschend waren Ost und Südwest Niederschlage waren 12, in Summe nur 47 7 mm. Maximum innerhalb 24 Stunden 9 1 mm. am 19. d., Gewitter waren am 1. und 9. d. Das Tagesmittel der Wärme war 16mal über, 13mal nnter, am 25. d. gleich dem Normale; am diffe. rentesten am 19. d. 5 2" über und am 8. d. 27° unter demselben. Morgcnnebel wurde 9mal, Abendroth 3mal be« obach^et, am 9. d. war auch Wetterleuchten II. Morbilität. Dieselbe war ziemlich bedeu« tend; vorherrschend war der katarrhalische Krankheits-A^ m ^1 Verdauungsorgane, daher häufiq Durch-Me, Brechdurchfälle und Darmkatarrhe, besonders un Säuglings- und Greisenalter: vereinzelt Diphcheritis. Rothlauf und Typhus. UI. Mortalität. Dieselbe war ziemlich bedeu-tend. Es starben 89 Personen (gegen 88 im Vor-monate Angust und gegen 73 im Monate September 1878). Von diesen waren 49 männlichen und 40 weid-Uchcn Geschlechtes. 61 Erwachsene nnd 28 Kinder, daher das weibliche Geschlecht um 9 Todesfälle mehr zahlt nnd die Erwachsenen beinahe mit zwei Drit-theilen an der Monatssterblichkeit participierten. ' Das Alter betreffend wurden: todt geboren......3 Kinder und starben: im 1. Lebensjahre .... 13 vom 2. bis 5. Jahre . . 9 „ .. 5. .. 10. „ . . 3 ,. " w. „ 20. „ . . 4 Personen « 20. „ 30. „ .10 " N. „ 40. „ . . 12 " A " ^ I - - 11 « 50. „ 60. ,. . 8 ! .. 60. „ 70. 7 " " 70. ,. 80. ' ' 7 " " «0. „ 90. ^ . . 2 über 90 Jahre alt .... o ^ Summe . "89"Persönen^ Die Todesursache in Rücksicht auf das Alter betreffend wurden todt geboren 3 Kinder. Im 1. Lebensjahre swrben 13 Kinder, und zwar: au Brechdurchfall 5. an Enteritis und Darmkatarrh ,c 2, an Fraisen. Trismus. Durchsall und Magen-tatarrh je 1 Kind. Vom 2. bis 20. Jahre starben 16 Personen, nnd zwar: vom 2. bis 5). Jahre 9 An Darmkatarrh 5, an Diphche, ilis, Meningitis Tnberculose und Slickfluss durch Erhängen (Mord) je I Kind; vom 5. bis 10len Jahre an Nlutzelsetzung. Enlkräftung und Typhus ic 1 Kind; vom 10. bis 20 Jahre an Tuberkulose 3; au Rothlanf 1 Person. Vom 20. bis 60. Jahre starben 41 Personen, und zwar an Tubcrculose 13, an Gebärmutterkrede 4, an Schlagflnss. Wassersucht, Puerpcralfieber je 2. an äsmvuük vx epilvMu, Psoasabscess, Moholismus, ^ ! Pyopneumothorax, krebsdyskrasie, Gehirnerweichung, j erlittenen Verletzungen, Wirbelsaulebruch, Selbstmord durch Erhängen, Herzfehler, Starrkrampf, Darm-katarrh, Nervenschlag, puerperaler Bauchfellentzündung, Magenkrebs, Lungmemphysem, ^kraj^Zjti progressiv» uud Septicämie je 1 Person. Ueber 60 Jahre alt starben 1« Personen, und zwar an Marasmus 5, an Tubrrculose 3, an Lunaen-emphysem und Hydropericardium je 2, an Durchfall, Urämie, Gehirnlähmnng und Blntzersehung je 1 Person. Die häufigsten Todesursachen waren: Tuber-cnlose 20mal. d. i. 22 5 Proccnt, Brechdurchfall. Duräifall und Darmtatarrh 18mal, d. i. 20 2 Procent der Verstorbenen. Von den zymotischen Krankheiten gab der Typhus 2mal. Diphtheritis und Rothlauf je Ilnal die Todesursache ab. Der Oertlichtcit nach starben: im Eivilspitale 38, im Elisabeth'Kmoerspiwle 1, im Siechenhause 3, in der Stadt und den Vororten 47 Personen. Letztere vertheilen sich wie folgt: Innere Stadt 12, PeterS-vorstadt 5, Polanavorswdt 9, Kapuzinervorstadt 7, Gradischa 3, Krakau 3, Tirnau I, Karlstädteroor-stadt 4, Hradectydorf I, Hühnerdorf 1, Moorgrund lIlouza) 1. (Echluss folgt.) — (Allerhöchste Spende) Ihre Majestät die Kaiserin hat dem hiesigen, Allerhüchstihren Namen führenden Kinderspitale einen Unterstühungsbeitrag von einhundert Gulden zu spenden geruht. — (Baron Schwegel.) Der ReichKraths-abgeordnete Freiherr v. Schwegel hat an den Obmann des Elubs der Liberalen eine Zuschrift gerichtet, in welcher er feinen Austritt aus dem Club anmeldet. Baron Schwegel motiviert feinen Austritt, indem er erklärt, dass er dem Clubbeschluss in der Wehrfrage sich nicht anschließen, aber auch der Abstimmung sich nicht enthalten könne, da er in seinem Wahlprogramme, auf Grund dessen er gewählt wurde, die Nothwendigkeit einer zehnjährigen Verlängerung des Wehrgesehes betont hcbe. Schließlich gibt Baron Schwegel die Versicherung, dass er sich von der Vcrsassungspartei hiedurch nicht trennen wolle und in allen anderen Fragen mit derselben gehen werde. — (Ein Winterbild.) Der Schneefall, der gestern und vorgestern mit kurzen Paufen fast ununterbrochen niedergieng, hat die Straßen unserer Stadt sowie die Umgebung Laibachs m eine dichte und bereits ziemlich hohe Schneedecke eingehüllt, die sich diesmal allem Anscheine nach wohl durch lä, läge bekunden würde, nicht ertheilen, so lange ihre Principien nicht liekanut sind. Dzwonkuwski ist für den Majoritätsantrag. — Morgen Fortsetzung. Wien, 1. Dezember. Ziehung der Lose des 1864er Anlehens. Serie 1763 Nr. 20 ist Haupttreffer, Serie 2288 Nr. 23 gewinnt fl. 20.000. S. 1 l 1 Nr. 6 gewinnt fl. 15.000, S. 1190 Nr. « gewinnt fl. 10.000. Weitere gezogene Serien: 819 ll79 1231 1527 l8I2 2054 2480 3088 3121 und 3778. Wien, 3U. November. joll. Dn' deutsche Standpunkt bleibt aber der frühere, wonach die Heran?« > gabc des Welfenfonds nur gegen den Verzicht des! Herzogs von Cumberland auf die hannover'sche und die braunschweig'schc Erbfolge zuläfsig ist. — Dem „Deutschen MontaaMatt" zufolge will Gortschalow nach kurzem Aufenthalte in Petersburg nach Italien gehen, falls in Petersburg nicht andere Dispositionen stattfinden. Gortschakow verlässt heute Berlin. Serajewo, 30. November. (Deutsche Ztg.) M Kriegsministerial-Erlass vom 21. November d.I. wurden die beiden in Bosnien befindlichen Gebirgsbatterien des 9. Festungs. Artilleriebataillons nach Innsbruck verlegt. Const anti novel. 30. November. (Deutsche Ztg.) Der Khedive hat die Pforte verständigt, dass der Krieg zwischen Egypten und Abessynien unvermeidlich geworden sei. und forderte er sie zur Hilfe-leistung auf. Edinbllrg. 30. November. Gladstone hat auf zwei Meetings gesprochen und bezeichnete die Finanzpolitik der Regierung als eine unredliche. Das Aufhören der türkischen Herrschaft auf der Balkan-Halbinsel stehe bevor. Die Erbschaft der Türken müsse an die den Balkan bewohnenden Völker übergehen. Wachsam-keil sei nothwendig Russland und Oesterreich gegen/ über. welches letztere vielleicht die russische Suprematie durch die peinige zu ersetzen beabsichtigt. Telegraphischer WechfelcurS vom I, Dezember. Papier . Rente 68 4u. — Silber " Rente 70 65». - Woll»' Rente 81 05. - 18U0er Staats.Anlehen 128 60. - Aanl.Actien 341. - Credit - Acticn 279 75 - London 116 55. — Silber - -, K. k. Münz-Ducalcn 5 53 - 20 . Franlen « Stücll 930. 100'Neichsmarf 5770. Wien, 1, Dezember. 2'/, Uhr nachmittag«. (Schlusscurse) Credltactien 279 40. 1860er Lose 128 60, 1864er Lose 16b 2b, österreichische Menle in Papier 68 42, Staatsbahn 264 50, Nordbahn 929-75, W^rcmleustücfe 930. türsische Lose 18 ^, mizM'ische llledit>iclic!l 259 25, Llnlidactie,, 60s -, Üiterreichischt Al,ü!ulm,l 137 30. Lombarden 82 -. Unkmbnnl 94 25, Co,n< nlima'a»leh,!, 118 50. ElN,pt!sche —, Goldrente 81 -. ungarisch«' Muldrcnte 95 6.°,, Schwchcher Änstekommette Fremd?. Am I. Dezember. Hotel Stadt Wien. Zieger. Reis.; Irschicl. Tischlermeister, und Michl. Kfm. Wien, — Schuntar, Doctor, Lack. - Kornfeld, Brunn. — Kaclha, Prag. Hotel Elephant. Steinbrecher, Rittmeister, Arnoldstein. -^ Dr. Fruschlluer. Wien, Mohren. Martini. Reis,. Frankreich, - Äarlic. Graz. " Korosec, Feuerwerker, Straß. Pibcrnil, Stein. Baierischer Hof. Maliencig, Uoine. — Ivaniii und Rasetii, Iiumc. Sternwarte, v. Ostroznil, Privat, Cilli. — Iochanes, Agent, Graz. Verstorbene. Den 30. November. Maria Ievc, Hausbesitzers' tochter. 4 I, 2 Mon., Schwarzdorf Nr. 26, Diphtheritis. Den 1. Dczembcr. Maria Noval, Inwohnerin, 62 3-, Domplah Nr. 15, Lungenlähmung. Im Civilspilalc: Den 29. November, Josef Nolek. Inwohner. 76 I. IVl»ril8m»« 8mnll3 — Vlas Remölar. Inwohner. 70 I., Lungen" entzündung. — Domenico Pavlin. Taglöhner, 25 I. LnngeN' cntziinoung. Den 1. Dezember. Anton Vovk, Taglöhner, 443-, beiderseitige Lungenentzündung. Berichtigung. Im gestrigen Ausweise soll es anstatt Aluisia Vreslvar.SchuhmachcrSgattin — Schuhmacher» tochtet/ '^'/» Jahre alt. heißen, Meteorologische Beobachtungen in Laibach^. z N ZZ^ zz ? -« ?;Z 5 "i ßZ3 Z? 2 Z3 ?8- '7l^Mg7 M^I?!'— 80 Ö. schwach 'Schnee' ,4.50 1.2., N. 723 3» ! __ 54 NW, schwach Schnee «ck««« ss „ Ab., 723 76, ^. 6 4 NW.schwach bewölkt . ! Schncefall. abends noch anhaltend. Die Schneedecke 25 Lenti-meter hoch. Das TagcSmittel der Temperatur - 6 6", "M 80' unter dem Normale. Verantwortlicher Redacteur: OttomarVamber« '^M'jt^tNHt. Wien, 29. November <1 Uhr.) Die Stimmung war günstig, der Verlehr belebt, und es nahmen an demselben Anlage- und Spcculationspapiere gleichmäßigen Antheil. Pcwierrente........ 6840 58i>0 Zilberrent'' 70 75 70 85 Holdrente 80'90 81 — ^se, 1854..... 12350 124 — I860..... 128 25 128 50 . l860 (zu 100 fl.) 132- 13250 . 1864........ 168 168 50 .!>,«. Prämien««»!..... 106 - 106 50 Eiedit-L.......... 173- 173 50 ^.idolss'i!......... 18— 18 25 ,,. der Htadt Wien 11780 11810 iulierungs-Losc . , 113' 1l3 50 ,:lcu. Pfandbriefe . . 143 50 143 75 ^, Schahjcheinr 1861 rück» zaylvar......... 10125 10150 t^sterr. Schahscheine 1882 rückzahlbar ...... 101 — l0l50 .^.--.arische Ooldrenie .... 9540 9550 -"frische Eisenl'ahn'Anleihe . 115 50 116-Ungarische Eisenbahn Anleihe. ^umulativstückc...... 11350 1137b Ungarische Schatzauw. vom I. t874.......... -'- —'- 'üilchen der Stadtqemeinde )^ie„ in « «...... 99-80 10020 3ranz.Ioseph.Nayn .... 9550 9580