(kionoerausgave. Maxyurgex 30 Heller. ->»» ür>s, VervaNuaz, kulySrv«tlor»t Mardurg a. »rau, Edmuud bi' mied^asi« <-grrnlprrchrr »ir. »t. »» »m rl»;ug»pr«Ii«r Lbholrn mauatltch A. S-—, itrrteli. U.I8-— «»stelle» . , «-«>. . . !9-L« »irr«- P«» , , «HO. . . i»-LÄ «iil,rlnum«er »L H. kouutagrnumm» »» H. Nn;eioenannahm«i In Marburg »r.: ve^ ocr Barwallung, bl. Baisier und A- Blab«-In Lra,: Br, I. kienrrick, «arkgafie. — I« »lag-nlurt: Bei tzova'r Nachsg. kschauer. — In Wie»: Bei uvrn «NArigrnannahmrfirllr«, Varlchleibstellen - Zn Er»,, lklagrusurt, Lilli, ^'rtlou. Leibnie, Sladlerdburg, Pragrrdol, Murrdl, Wildon, W.-tzeislritz, blann, iüvhitlr. «Saurrbrunn, Windilch-Siraz, Spielleid, Lyrrn-dilülen, Ltrag, Unter-Lrauburg, Blkilwr-, ^Slirrinarkt, Böirschach, grirdau, uurdrn-der,, D-Nllch-Landilbcrg. ikibttl »Id. »rain^ S-HSnsteia, Ellaw tltahrenürra, LrtaU. »»„ostlr SY. Ashrg. Mardurr?, Donnek-stag öen 4. September igiy sy. Jahrg. Der Friede von Gt. Germain. Amtlicher Auszug aus Sen Frieöensbedingungen. Wkstungai-n und Radkersburg deutfchösterreichisch. — Wichtige finanzielle Bendrnmgen. Anfchlußverbot. — Oesterreich, nicht Neutfchösterreich! Marburg, 3. September, tt Uhr abends. Aus W i e n wird uns soeben telegraphiert: KB. St. Germain, 2. September. Um 7 Uhr abends erschien Generalsekretär Dutasta bei Dr. Renner und überreichte im Aufträge der Kommission die Antwort der Friedenskonferenz. Die wesentlichen Aenderungen im Friedensvertrage sind sehr geringer Natur. Deulschüsterreich wird sich nur mehr „R e-publik Oesterreich" nennen dürsen. Der Teil, betreffend den Völkerbund, ist unverändert. Weftungarn und ^abkersvurg sind ohne Volksabstimmung Deutschösterreich, Marburg ohne Volksabstimmung Jugoslawien zugewicsen worden, sonst wurden überhaupt keine territorialen Zugeständnisse gemacht. Deutschböhmen, das Sudetcnland, Kärnten und Nirderösterreich bleiben wie im früheren Entwurse völlig unverändert. Die Fragen, die die dcutschösterreichische Staatsbürgerschaft betreffen, bringen direkt chaotische Zustände. Die Wehrpflicht wurde ab geschafft. Nach den militärischen Bestimmungen wird nur ein Söldnerheer zur Aus-rcchterhaltung der Ordnung gehalten werden dürsen. Eine neu ausgenommene allgemeine Bestimmung erklärt die Unabhängigkeit j Oesterreichs für unantastbar, autzer mit ! Zustimmung des Völkerbundes. Oesterreich ! mutz sich jeder Handlung enthalte», die seine Unabhängigkeit direkt oder indirekt beeinträchtigt. Die wirtschaftlichen und finanziellen Bestimmungen sind etwas geändert. So hat die Repartitionskommission das Recht bekommen, gewisse Bestimmungen zu mildern. In dieser Kommission hat Oesterreich wohl einen Sitz, aber keine Stimme. Die finanziellen Bedingungen sind derart gehalten, datz ein wirtschaftlicher Zusammenbruch D e u t s ch ö st e r r e i ch s vermieden werden wird. In dem Abschnitt „Reparationen" sind keine wesentlichen Aenderungen enthalten. Eine Reparationssumme ist nicht bestimmt und der Re-parationskommission freie Hand gegeben, die deutschösterreichischc Republik zu schonen. Die geänderte Regicrungsform erleichtert auch die Wiederaufnahme freundschaftlicher Beziehungen. Die Bestimmung der Viehabliefe-rung wird aufrechtcrhalten. Die italienische Regierung erklärt sich bereit, die nach dem Wassenstillstandsvcrtrag beschlagnahmten Sammlungsobjektc zuriickzustellcn, soweit sie nicht durch den Friedcnsvertrag den Italienern zugesprochen wurden. In der auf die Finanzklauseln bezüglichen Antwort ist der Wunsch nach Herstellung der finanziellen Ordnung in Dcutschöstcrreich ausgesprochen, damit der neue Staat eine vernünftige Politik verfolgen könne. In den ökonomischen Klauseln wird die Einseitigkeit der Meistbegünstigung für drei Jahre ausrcchtcrhalten. Doch wird die tschechoslowakische Republik und der polnische Staat verpflichtet, Oesterreich durch 15 Jahre in bezug auf die Gebühren auf Ausfuhr der Kohlen und bezüglich der Beschränkung der Kohlenaussuhr die Meistbegünstigung zu gewähren. Diese Staate» werden drei Jahre lang überhaupt keine Gebühren aus die Ausfuhr von stöhlen nach Dvutschösterreich legen und die Ausfuhr einer bestimmten Menge von Kohlen gestatten, die durch die Repartitionskommission bestimmt wird. Der Artikel über die Liquidation des in feindlichen Staaten sich befindlichen Vermögens des dentschösterreichischen Staates wird ausrrchterhalten. In der Antwort wird bemerkt, datz die Staaten von dieser Ermächtigung je nach Umständen Gebrauch machen können, aber nicht die Absicht haben, die zu persönlichem Gebrauche bestimmten Gegenstände von unbeträchtlichem Werte in die Liquidiernngsmasse einzubezichen. Die Bestimmung, datz deutsch öster- reichische Vermögen in den Gebieten der ehemaligen österreichisch-ungarischen Monarchie nicht liquidiert werden dürfen, wird dahin ergänzt, datz alle seit dem 3. November 1918 gegen solche Vermögen ergriffenen Mahregeln rückgängig zu machen sind und datz diese Vermögen in dem Zustande z» übergeben sind, in dem sie sich vorher befanden. In der Antwort wird a » tzcrdem bemerkt, datz diese B e-st immun gen sich auch aus Vermögen juristischer Personen beziehen. Im Verkehrswesen wird die Einseitigkeit der Meistbegünstigung und Parität von fünf aus drei Jahre verkürzt. Gegenüber den Staaten, denen Gebiete der österreichischungarischen Monarchie übertragen werden, wird die Einseitigkeit der Meistbegünstigung fallengelas scn und die Reziprozität in bezug aus die früheren Gebiete der Monarchie statuiert. Das Eisenbahn-material soll in rationeller und gerechter Weise liquidiert werden. Die Frage, ob auch die Drau, Save undTheitz der internationalen Verwaltung zu unterwerfen seien, wird einem späteren Zeitpunkte Vorbehalten. Die Marburger Frage auf der Friedenskonferenz. Wien, 3. September. Das „Neue Wiener Tagblatt" meldet aus St. Germain, datz die Aenderungen am Friedensvertiag niit Deutschösterreich grotztcils wegen der gcg„erischen Haltung der Vertreter der Nationalstaaten unmöglich war, welche alles S«tan haben, damit Dentschösterreich so wenig als möglich an die Hand gegangen worden ist. Mit Sicherheit mutzte man jedesmal, so oft sich in den Blättern un-günstige Stimmen über die Lage im Obersten Nat hören Hetzen, rechnen, datz dabei Benesch, Kramarsch und Trumbitsch oder auch die übrigen Vertreter der Nationalstaaten alle Kräfte aufgeboten haben, was sich auch am letzten Tage bei den verschiedenen Veränderungen erkennen ließ. Die Jugoslawen haben sich dabei gewöhnlich auf die Konzessionen, ö>e ste schon geben mutzten, berufen und sich dagegen gewehrt, weitere Zugeständnisse zu machen. Das hat sich besonders klar gezeigt im Kampfe um die Grenzen. Anfangs der Woche schien es, als ob Deutschösterreich noch welche Zugeständnisse znerkannt werden sollten. Zn Verhandlung stand die Frage , der Integrität der niederösterreichischsn Landesgrenzen und die Frage Marburgs, t Tittoni hat vorgeschlagen, es möge in, Marburger Bezirke eine Volksabstimmung staltsinden. Diesem Vorschläge hat man anfangs zugestimmt, aber am letzten Tage hat Tardjen die Frage nocheinmal behandelt. Lardieu ist der Präsident der Territorial-kommission, aber auch der Berichterstatter für jugoslawnche Fragen. Infolge seines Einspruches ist es gelungen, den Standpunkt des Obersten Rates abermals zu ändern. Ls wurde zwar erklärt, datz gefaßte Be. ^ schlüsse nicht abgeändert werden können,! ^abcr inan begann neuerdings über die Be-! stimmung der Grenzen in der Plebiszitzone und über die Gestalt der Ausführung des Plebiszits zu verhandeln. Tardieu erklärte, es erfordere die Gerechtigkeit, daß die Bestimmung der Grenzen mit Rücksicht auf die gerneinsamen wirtschaftlichen Interessen geschehe und hat zu diesem Zwecke vorgeschlagen, daß die Zone, irr der die Volksabstimmung vor sich gehen sollte, auf die slowenischen Umgebnngsbezirke, dis Deutsch-östcrreich gar nicht gefordert hatte, ausgedehnt werden sollte. Line derartige Abstim mnng wäre für Dentschösterreich selbstverständlich vollkommen bedeutungslos gewesen. Tittoni, dessen Interessen in Bezug auf diese Frage mit denen Deutschösterreichs i parallel gelaufen sind, hat widersprochen, er blieb jedoch i» der Minderheit. Die Franzosen waren gegenüber Tardieu ge-Kunden. Balfonr, der sich in den Wirtschaft-lichen Fragen so warm dafür eingesetzt hat, Deutschösterreich die Lebensmöglichkeit zu wahren, nahm in Territorialfragen, wie es scheint, einen anderen Standpunkt ein. Die Marburger Frage wurde also im Sinne Tardieus gelöst. In der Freitagsitzung hat nun Tittoni diese Frage noch einmal angeschnitten, um überhaupt etwas als Kompensation dafür zu erreichen, daß in Marburg die Volksabstimmung unterlassen worden ist. Deutschösterreich wurde daher Nadkersburg zugesprochen und wie man hört, das linke Rfer der Mur. Alle übrigen Konzessionen « sind ins Wasser gefallen. Eine ausgezeichnete Karte von Deutschöfterreich ist zum Vreise von 10 K. in unsere? Verwaltung zu haben Deutschlands Wiederaufbau. Fieberhafte Anstrengungen. Prag, 3. September. Der Abgeordnete der tschechischen Nationalversammlung Sou-kup, der von einer Neiss aus Deutschland zurückkam, äußerte sich Journalisten gegenüber, daß in Deutschland alles am Werke sei um die drückenden Frisdensbedingungen möglichst rasch abzuschütteln. In fieberhafter weise würde die Organisation des Wiederaufbaues bearbeitet. Man sehe darin ei» vollständiges Bild wirtschaftlicher Konsolidierung. Gesandte für Wien. (Drahtbericht der „Marburger Zeitung".) Berlin, 3. September. „New Hork Herald« meldet: Großbitannien und Amerika werden nach Ratifikation des Friedensoer-trages'- mit Deutschösterreich einen Gesandten nach Wien entsenden. Der rumänische Imperialismus. (Drahtberichk der „Marburger Zeitung".) Bern, 3. September. „New pork Tribüne« schreibt: während sich die Pariser Konferenz mit den ethnographischen Fragen herumschlägt, hat das rumänische Schwert 'neue Grenzen gezogen. Rumänien will jetzt gegenüber dem jugoslawischen Staat dieselbe Methode zur Anwendung bringen, die es gegenüber Ungarn angewsndet hat. Der Münchner Geiselmord. München, 2. September. Vor dem Volksgericht begann gestern die Verhandlung gegen 16 angeklagte Funktionäre der Räte regierung wegen der bekannten Ermordung von 10 Geiseln, unter denen sich auch der wiener Professor und Kunstmaler Ernst Berger befand. Zur Verhandlung sind 200 Zeugen vorgeladen. Der Anklageakt schildert ausführlich die Ermordung der Geiseln und legt hiebei den Angeklagten ungewöhnliche Roheit und Brutalität zur Last. Liner von den Hauplangeklagen namens Seidl wird von dem Berliner Rechtsanwalt Theodor Liebknecht, einem Bruder Karl Liebknechts, verteidigt. Südslawische Außenpolitik. Marburg, 3. September. Unter diesem Titel schreibt im „Agramer Tagblatt" Spiridion Gopcevic: Solange nicht Bul garien mit unserem vaterlande ein Ganzes bildet, ist unsere Einheit auf dem halben Wege stehen geblieben. Solange wird es auch keine Ruhe auf dem Balkan geben, denn Jugoslawien und Bulgarien werden zu ihrem eigenen Schaden die erbitterten Rivalen bleiben, solange jedes für sich lebt. Die Liebe zum Feinde ist die schwerste aller Pflichten, gar wenn der Feind unser Bruder ist. »arum ist es auch menschlich verständlich, wenn die Serben im Anblicke des Jammers und der Verwüstung, die die Bulgaren über ihr Land gebracht haben den grimmigsten Haß gegen den bulgarischen Bruder empfinden. Aber es sind, bei aller der Größe ihrer unsterblichen Heldentaten doch nur kleine Menschen, die so die ver-nunft durch das Gefühl betäuben. Sie sind so klein, wie so viele heute lebende Männer, die sich alle sehr groß dünken, Die Verhandlungen M Wung der Krise in Belgrad: Belgrad, 3. September. Die Verhandlungen zwischen der Regierung und der Opposition werden fortgesetzt. Im Laufe der Verhandlungen des vor-geftri-gen Tages gingen die Demokraten bis zu den äußersten Grenzen der Nachgi-M-gkoi-t. Sie «Märten sich bereit, sieben Portefeuilles zu behalten, den Radikalen fünf abzutreten, -während die übrigen -unter die anderen Parteien zu verteilen wären. In der Konferenz wurde auch über die Verteilung der Portefeuilles gesprochen, wobei das Ministerium des Innern -Gegenstand eines besonderen Interesses war. Minister Pr i-b-i co-v i c erklärte sich gern bereit, zurückzutpeten, falls seine Person das Hindernis der Verständigung bilde. Die Radikalen forderten das'Portefeuille des Innern für sich, während es die kleineren serbischen Gvuppen für Danilo D-imovic beanspruchen. -Es wurde ferner über die Frage der Agrarreform verhandelt. Pro-t -i c und M edakovie widersetzten sich der beabsichtigten Lösung. Prot i c -erklärte den Standpunkt des Privateigentums absolut zu vertreten. Bodenbesitz sei nur -an die Freiwilligen und Invaliden gratis zu geben. Zar Abstimmung üböv das P»dg«-tz>»>»«fee<. Bezüglich des Großgrundbesitzes müsse die Durch ü'chrnng der Agrarreform eingestellt w > Die Demokraten willigten darauf nimi , 'voraus die Verhandlungen -abgebrochen wurden. Im Laufe des -gestrigen Tages änderte sich die -Situation. In der Früh stimmten die, Radikalen der Lösung der Agrarreform im Sinne des Gesetzes zu, forderten -aber die Sistierung aller früheren Erlässe provisorischen -Charakters. Gleichzeitig behnrrten sie auf dem Rücktritte des Ministers Dr. Polj-a-k und beanspruchen sein Portefeuille für Dr. Dr-askovie. Eine andere Meldung -lautet: -Im Lause des ganzen gestrigen Tages klärte sich die Situation nicht. Die Verhand-llungen .zwischen den einzelnen -Gruppen führten zu keinem Resultate und d-i-e Beschlüsse vom Vormittag wurden nachmittags widerrufen. -Während'des Vormittags hieß -es, daß der Nationalklub ins Kabinett eintr-itt; es wurden -MN 4 Uhr nachmittags die -Verhandlungen zwischen Demokraten -und Radikalen plötzlich wieder aufgenommen. Die Radikalen verhalten sich zieiinlich unnachgiebig. heraldisch links) gewandt, heraldische Farben, auch des -umgebenden Feld-eS, sind nicht -erkennbar. Das Wappenschild lehnt offenbar -an .mittelalterliche Vorbilder an und ähnelt -etwas dem Frankfurter Wappenadler, wie -ih-n zn-m Beispiel die Bereinsta-ler der Freien Stadt Frankfurt aufweisen. Von einem amtlichen Erlaß, der den bisherigen Reichsadler -abschafst und das beschriebene neue Bild an die Stelle setzt, ist bisher nichts bekannt geworden. Fremdenfperre in Salzburg Salzburg, 3. September. Der Stadtmagistrat hat dir strengsten Maßnahmen zur Durchführung der am l. September in Kraft -getretenen Vorschriften, betreffend die Fremdensperre, getroffen. Unbefugt über den Termin sich aufhalten-de Fremde werden der Bestrafung zu-geführt und zur sofortigen Ab-! reise verhalten -werden. Gin Rieseneinbruch. 459.U0» k Beute. --- k Wien, 3. September. Am 31. August, P-un'k t! I so nsTmortt dst>' putsche drangen bisher unbekannte Täter -in Allgemeine Zeitung": Die vierzehn Punkte die Kanzleiräu-nil-ichke-iten in der Ilnteroifi--Wilsons »waren die Grundlage, -auf der das ziersdirigiernngsstelle -auf der Marin-hilf-er-de-utsche Volk -im -guten Glauben auf deren Umm- erbr-acheu eine Kasse, -in der die LL zelne bestimmte Fragen, wie -die Freiheit -der Mve »üd Unteroffiziere bestimmten -Gchalter Meere, -Vorbehalte gemacht. In dem Ergab- -in der Höhe von 450.000 K sich befanden, ms der -Pariser Küiiferenzvechaüdluu'geii, Das Geld befand sich -in einer -Kassette und vvn denen Deutschland geflissentlich strn- mit dieser gestohlen. Ein Polizeihund gehalten würbe, war nichts -mehr -von der, s ' ch. .. seinerzeit anerkannten V-evhandlnngsgrnnd-s ^ähm d-re Witterung auf nur suhile zu läge wi-cderzuerkennen. Alan -legte dies zur > verschlossenen Tür eines U-b-ikationsran-»ieS, -Entlastung -Wilsons so aus, daß er gegen lden ' " ' ^------------ -Wid-erstaild seiner -Assoziierten -seine Grundsätze nicht habe durchsetzen -können. -Nun erfahren wir -ans L-ansings diplomatischer Antwort, daß offenbar von a-m-erik-anischer Seite nicht -einmal -versucht worden -ist, diese -Grundsätze zur -Geltung zu -bringen. -Wie verträgt es sich mit der Idee der Völkevlig-a, d-i-e angM-ich ihren -Ausgang von den Vereinigten Staaten genommen haben soll, daß sie -einem rechtlichen Unfug z-ngestimmt haben, van dessen Unaes-etzl-ichkeit -sie überzeugt weil sie ihrer Rachsucht alle Zügel schießen lassen durften. Rache ist zu allen Zeiten ein schlechter Berater gewesen und sie ist es erst recht in der Politik, die die Kunst der Klug> heit sein soll. Unsere ganze Außenpolitik muß auf diesen einen Punkt gerichtet werden: die vollständige Einigung der südslawischen Stämme, wir arbeiten uns selbst entgegen, wenn wir bei der Friedenskonferenz unsere Entschädigungsansprüche gegen Bulgarien zu hoch stellen. Entschädigungen von Bulgarien haben nicht viel Sinn. Deutschland, Oesterreich und Ungarn, das sind die Staaten, die für den angerichteten Schaden voll aufkom-men müssen. Gegen Bulgarien ist nur eine Politik am Platze : diejenige Bismarcks gegen-über Oesterreich nach 1866. Nie vergessenen 14 Vunkte. Amerika versuchte gar nicht, sie zur Geltung zu bringen Berlin, 3. September. Zu dem Berichte -der „New York World" -über -das Krenz- in welchem d-ann tatsächlich di-e Kassette vor gefunden wurde. Sie war -aber -ihres Inhaltes -bereits entleert.- Hier wurden zwei der mutmaßlichen Täter festgenommen, -und zwar zwei Solda-ten, die in di-es-em Raiim-e beschäftigt waren. von dessen -Un-gesetzlichkeit 'sie -überzeugt waren? Der neue deutsche Reichsadler. Berlin, 3. September. -Der neue Dienst--stempel des deutschen -Reichsm-inisteriums des -Innern weist im Mittelfelde einen neuen, die kai-serljchen -Abzeichen entbehrenden Reichsadler aus: Krone, Mittelschild -und Ordenskette fehlen, der Kopf ist nach rechts Landesvizepräsibent Nr. Zerjav in Marburg Marburg, 3. September. Am 5. und 6. September wird -.der Vizepräsident der Landesregierung für Slowenien Dr. Gregor Zerjav dienstlich in unserer Stadt verweilen und an beiden Tagen im Amtslokal des Herrn Regierungskommissärs Doktor Pseiser im Rathause in der Zeit von 9 bis 13 Uhr Parteien empfangen. Kurze Nachrichten. Das Ultimatum an Serbien und der Oberste Gerichtshof. Wien, 3. September. -E-ind Wiener Frächterfirma hatte dadurch Schaden erlitten, daß die Nor-d-ba-hu einen am 20. Juli 1014-nach -Bcl-gr-ald anfge-ge-benen Patentmö-belw-agen -Mit Einrichtungsstücken -am 25. Juli die s-erbi-sche Grenze überschreite» ließ, obwohl -au d-ies-cm Tage -um 6 11-hr abens -das ö-sterrei-chisch-ungaris-ch-e Ultim-atu-m -a-blief. Die Firma klagte.das Eiseirbahnärar auf -Schaden-ersntz für die verlor-engegau-gene Sendling, weil die -Regieru,n-g -gewußt habe, daß es infolge des Ultimatums zu-m Kriege kommen müsse, und -daher verpflichtet gewesen wäre, die Sendung zurückz-ubehalteu. DaS Handelsgericht hat die Klage abg-e-wlesen -und der -Oberste Gerichtshof best ä t- i -g t'-e d-ies-es Urteil mit der Begründung, die Regi-cru-n-g -hake den Kriegsfall -nicht voraussehen können. Rach fünf Fahren fei es ja -leicht, die -später -eiu-getretenen Ereignisse -als uotwe»d-ige Folge der dn-m-aligen Ursachen zu bezeichne»,. Für die Bdhu-verwal-tung sei, solange der Krieg noch nicht -erklärt war, kein Grund -Vorgelegen, d-en Perfonen-und Güterverkehr mit -Serbien eiuzustellen. Eine solche Maßnahme -hätte den Anschein einer -feindseligen -Handlungsweise erwecken und die allgemeine -Lage verschärfen können. Das -Gut -sei somit durch höhere Gewalt, nämlich durch unabwendbare und n n v o r-h erge-s e h -e n -e kriegerische Ereignisse verloren gegangen. Ein Urgroimesse Schillers. In dem wärt-teuiber-gischen Städtchen Möctmühl ist der Kaufmann Karl Krieger, Pin Urgroßirvffe Schillers, gestorben. Seine Familie geht auf Schillers Schwester Lm-fe zurück, die als Gattin des St-a-dtp-farrers Mag-i-ster -Johann Friedrich Fr-a-nckh von 1805 bis 1831 im Möclmü-Hler Stadtpfarrhause lobte. Von, Möck-mü-hler Schiller-Sta-mm lebt neben der Witwe Karl -Krie-gers und ihrer drei Kinder noch d-i-e Witwe An,alle Kirßling-Kri-cger -die in ihrem Hause noch -zahlreiche Famitien-pnp-iere und Schiller-Andenken z» eine», kleinen Museum vereinigt -hat. , Flucht eines Kommunisten. Die beiden Kommn-uisten -Szigetvary und I m r e, die sich beim Sturze der Räter-e-giernng nach Deutschösterreich geflüchtet -hatten, wurden an die Grenze abg-escho'ben. Nach der Ue-ber--gabe -an die uugar-i-schen Behörden -flüchtete Szigetvary ans St. -Gotthard. Ein Rathaus eingeäschert. In Winlels-b-ühl, der alten fränkischen Reichsstadt, ist -das Rathaus, eines der ältesten Gebäude -der Stadt, ausgebr-aunt. Der Schaden ist -bedeutend. Die großartige Georg-Pfarrkirche, einer der bedeutendsten Schätze der Spät -gotik in Deutschland, war stark gefährdet. Infolge des -Brandes wurde die -Frau des Kantors Fischer vor Schreck vom -Schlage tödlich getroffen. Der Hungerkünstler Sncci gestorben. Ter seinerzeit vielgenannte Hungertünstler Sncci ist dieser Tage gestorben. In einer Zeit, da der Hanger keine Kunst mehr ist, da sich so>viele darin üben, mußte sein Stern ynturgemäß er blassen, und in der Tat hat man auch seit Jahren von Sncci nichts mehr gehört. biegen die Verwendung amerikanischer Truppen in Schlesien. Rotterdam, 1. September. „Central News" melden aus Neuyork, daß der republikanische Senator Wood gegen die Ent" sendung amerikanischer Truppen nach Schlesien Einspruch erhoben hat. Die versiegte Quelle. -Maiim Freundin fragte die elfjährige kleiu-e Tochter ihre» -Nachbarin: ,Marnm bringst du mir keim' Leben-smi-tt-e-l -mehr?" -Hast mir doch immer Fett -u-ild -Eier besorgt!" Darauf die K-leine-,M-ut-ter -ist nicht mehr -auf de»' P o st!" Die heute abends zur Ausgabe kommende Folge der Marburger Leitung enthält dir neuesten, soeben aus Wien einlaufenden telephonischen Berichte. Verantwortlich« Schriftleiter i. B. «loi» «i-l. — Druck und Verlag von Er»«»