%tWm Nr. 2338. D^amspnrch: Was rott begehren von der fiulmrft Femen: Das; Brot und Arbeit uns gerüstet sieben, Das; unsere Kinder in der Echnle lernen Und unsere Greise nicht mehr betteln gehen. ©. Herweg!;. t m Zer EchEknrtg 31415 Zeniralorgan des OesLerreichifthen Eisenbahn-Personales. Sprechstunden fl.nd jeden Tag mit der Sonn- und Feiertage rou lv Uhr ' Dociuutugi bi» ‘/34 Uhr nachmittags. Insertionspreis: Die einspaltige Millimeterzeile oder deren Raum 14 Heller. Bei Jahresauftrag Rabatt. NedaMon: Wien V/i, Zentagaffe Nr. 5. Re!>aKI!on»lchlub: Jwei logt vor dem Erscheinen de» 'Blattes. Abonnements-Bedingungen: Halbjährlich ...............................Kr. 2-83 Ganzjährlich................................... 578 Für das Deutsche Reich ganzjährlich Mk. 6'—. Für das übrige Ausland ganzjährlich 9 Franken. Erscheint jeden 1., 10. und 20. im Monat. Rr. 30 Wien, den 20. Sltober 1912. 20. Fahrg. Wichtig für die Agitation und zur Aufklärung über die den Eisenbahner» drohend»'» Gefahren: Jas Mittet® GMe im WmWeii WWemiiMs." Eine kritische Erläuterung von Franz Litt. Wir ersuchen unsere Ortsgruppen und Vertrauensmänner um weiteste Verbreitung dieser wichtigen Broschüre. Preis per Einzelexemplar 20 Heller. Bei Abnahme von mindestens 20 Stück entsprechender Rabatt. Zu beziehen entweder direkt durch die Druck-und Perlagsanstalt Earl u. Louis Schwabe, Wien V, Rüdigergasse 24, oder durch die Redaktion »»fertifr Blattes. SOftem -schenbilrser: „8s wird weiter konfisziert!" Zu unserer letzten Beschlagnahme. Die letzte Nummer unseres Blattes wurde zur Abwechslung wieder einmal konfisziert, und zwar fielen —- wie unsere Leser aus der veranstalteten zweiten Auflage ersehen haben — zwei Stellen aus dem Leitartikel dem staatsanwaltlick>cn Ucbcreifcr zum Opfer. Wir haben zunächst gegen das Konfiskationserkenntnis, womit sich der Herr Dr. Mager seine Bcschlagnahmeverfügung bestätigen lieh, den Einspruch angemeldet und cs wird auch überdies noch an anderer Stelle mit den zwei Herren, die jetzt in Wien auf die Presse losgelassen werden, ein ernstes Wort geredet werden. Die vormärzliche Art, nach der in Oesterreich jeder staatsanwaltschaftlichc Bureaukrat geradezu souveräne Herrscherrechte über die Presse besitzt, feiert nämlich gerade in den letzten Monaten wahre Triumphe. Kein Tag vergeht, an dem nicht irgendwo ein Blatt daran glauben must, dast das staatsgrundgesetzlich gewährleistete Recht der freien Meinungsäußerung eine Fiktion ist, und daß es noch immer gur lundesüblichen dritte gehört, den Geist des Widerspruches durch den Büttel erwürgen zu lassen. Natürlich sind es vor allem die sozialdemokratischen Blätter, die auf solche Weise wie Hunde an der Leine geführt werden, damit nicht durch sie das Staatswohl irgend-wie gefährdet wird. Auch bei dieser Konfiskation, mit der der Herr Mager unseren Treffschuß, den wir dem Staat aufs dicke Fell brannten, in so anerkennender Weise quittiert hat, handelte cs sich lediglich darum, dieSlritik zu unterdrücken, die wir an der Art und Weise übten, wie der Staat als Arbeitgeber auf seinen Eisenbahnen Sozialpolitik betreibt. Weil wir nämlich an die Tatsache, daß der Staat das, was er den Arbeitern der k. k. Staatsbahnen auf der einen Seite durch eine sogenannte Lohnregulicrung gibt, auf der anderen Seite durch eine verschlechterte Vorrückung wieder doppelt wegnimmt, ein paar harte, aber durchaus gerechtfertigte Worte geknüpft hatten, deshalb mußte diese Kritik durch den Knebel des feigen objektiven Verfahrens erstickt werden. Wir werden uns aber erlauben, noch an anderer Stelle über die ganz eigen- tümliche Art ein Wort zu reden, wie der Herr Mager seine Konfiskationspraris gegen uns handhabt. Es ist nämlich bezeichnend, daß die Konfiskation beinahe dreizehn volle Stunden nach der Vorlage des Pflichtexemplars erfolgt ist, so daß bei dem Umstand, als die Expedition der hohen Blattauflage längere Zeit beansprucht, beinahe der größte Teil der fertigen Blätter der Beschlagnahme zum Opfer fiel und in die Stümpfe kommen muß. In der Aera des natianalverbändlerischen Justizministers hat sich das Konfiskationsgcschäft so prächtig entwickelt, daß wir jetzt gleich zwei Pctßslaatsantoiilte in Wien haben, einer kann's schon nimmer dcrmachcn — aber nichtsdestoweniger brauchen die zwei Herren 13 Stunden Zeit zur Ucbcrlcgung, ob der ihre Bedenken erregende Zeitungsartikel gegen das Gesetz verstößt oder nicht. Aber die Herren Mager und H u b i n g c r täuschen sich wenn sic etwa meinen, daß wir uns durch ihre besondere Schncidigkeit davon abhalten lassen, mit der Staatsbahnvcrwaltung so zu reden, wie wir es für nötig halten. Bei Schwerhörigen muß man laut reden, auch wenn cs den Staatsanwälten auf die Nerven geht. Unsere Genossen aber bitten wir, durch eine rege Agitation d e n Schaden wieder g u t m a ch e n zu helfen, den uns der Staatsanwalt zugefügt hat. Werbet neue Mitglieder für die Organisation, auf allen Strecken und in allen Werkstätten, überall. Damit helft ihr uns, den Kampf für eure Interessen unerschrocken w e i t e r f ü h r e n z u können. Es ist die einzige und beste Antwort auf das System H o ch e n b u r g e r! Staatliche Sozialpolitik. Die Arbeiterfürsorge bei den österreichischen Staatsbahnen. Wir haben über die ganz eigentümliche Art. wie der österreichische Staat auf seinen Eisenbahnen Sozialpolitik betreibt, schon an dieser Stelle gesprochen und das Komödienspiel aufgezeigt, das jetzt unter dem Titel sozialer Fürsorgemaßnahmen in Szene gesetzt wird. Aber das System, das jetzt, wo die Lebenslage des unteren Personals unter der fortschreitenden Teuerung immer drückender wird, augenscheinlich aufgerichtet werden soll, muß noch weiterhin der Oeffent-lichkeit aufgezcigt werden, damit sie siebt, wie ranzig jenes „soziale Oel" beschaffen ist, mit dem unsere staatliche Lureaukratic gesalbt ist. An der Methode, wie der Staat den Eisenbahn-arbcitern „unter die Arme greift", um ihnen ihre soziale Lebenslage zu erleichtern, wird — wie man bereits an unseren früheren Darlegungen gesehen hat — auch der hartgesottenste Scharfmacher seine Freude haben können. Denn das Kunststück, daß man den Arbeitern eine Lohnerhöhung gibt, um sich auf der ai. :rcn Seite durch einen fein ersonnenen Trick für die dadurch entstehenden Ausgaben schadlos zu halten, ist unseres Wissens vom privaten Unternehmer nicht fertiggebracht worden und erst die staatliche Bureau-kratie, deren Weisheit auf anderen Gebieten versagt, hat das wunderbare Musterbeispiel erfunden, an das sich der private Ausbeuter wie an einem sorgfältig ausgearbeiteten Schema wird halten müssen. Der Staat, der sonst überall, wo man das Wesen des Fortschrittes richtig ersaßt hat, den sozialen Geist verkörpert, war freilich bei uns immer von jenem kleinlichen Krämergeist beseelt, der erst durch harte und mühevolle Kämpfe überwunden werden mußte. Aber die staatliche Burcaukratie hat. was bei uns das Schlimmste ist. aus keinen Erfahrungen Nutzen gezogen, und jo kommt cs, daß sie regelmäßig bockbeinig wird, wenn dem Notwendigen und Dringlichen irgendwo Rechnung getragen werden soll. Daß cs sich, wie schon erwähnt, um ein wohl-ausgeklügeltes System, um ein berechnendes Kunststück handelt, beweist nicht allein die Tatsache, daß den Arbeitern durch die verschlechterte Vorrückung genommen werden soll, was ihnen durch die Lohnaufbesserung, und zwar da nicht allgemein, gegeben wird, cs kommen auch weitere Kunstgriffe hinzu, mit denen die Eiscnbahnverwaltung ihre finanziellen Vorteile, zu wahren versteht. Da haben wir zunächst die Art, wie auch bei den Verschieb e r n der verstaatlichten Staatseisenbahn manipuliert wird. Diese hatten zu ihrem bisherigen Lohn eine separate Lohnzulage von 20 H. Mit 1. Jänner 1912 erhielten sie zwar die Lohnaufbesserung von 20 H.. aber gleichzeitig wurde ihnen d i e frühere Zulage e i n-gestellt. Ganz ähnlich erging es auch den W ä ch t e r s u b st i t u t e n bei der Nordwestbahn in Böhmen. Ten Vorarbeitern wurde bisher ein höherer Lohn bezahlt. Nach der „Regulierung" erhält ein Arbeiter, der Vorarbeiter wird, bloß eine Zulage von -10 H. auf seinen Lohn als Arbeiter, und zwar nur so lange, als er Vorarbeiter ist. Am käst-lichstcn wird die Vorgangsweise bei jenen,_ die schon früher Vorarbeiter waren. Ist der Betreffende zum Beispiel als Arbeiter mit 3 Kr. eingetrcten und mittlerweile Vorarbeiter geworden und crrejchtc damit Kr. 3'30, so werden von diese m Loh n 10 H. als Zulage berechnet, so daß. wenn der Betreffende seinen Posten als Vorarbeiter verliert, er eigentlich nur Kr. 290 erhält, also nach mehrjähriger Ver Wendung weniger als bei seinem Anfang. , In gleich wunderbarer Weise wurde au der A rbeitszeit „reformiert". Sic dauerte bekanntlich im Sommer von 6 Uhr früh bis 6 Uhr abends, mit Frühstücks- und Jauscnpauscn, und begann im Winter um 7 Uhr früh und endete ohne die erwähnten Pausen um 5 Uhr nachmittags. Tie „Reform" macht sich bereits fühlbar, indem eine Anzahl von Balm erhaltungssektionen angeordnet hat, daß auch im Winter von 6 Uhr früh bis 6 Uhr abends gearbeitet werden müsse. Daß es sich bei allen diesen Maßnahmen, die eigentlich die Verwirklichung der wie man weiß vom obersten Chef der Staatsbahnverwaltung angekündigten sozialen Reformen darstellen sollen, um zum Teil bedenkliche Verschlechterung handelt, ist so klar, daß auch der Dümmste nicht getäuscht werden kann. Und doch handelt die Regierung dabei ganz offenbar in der Annahme, nicht nur die einzelnen Arbeiter, sondern auch die weite Oesfentlichkeit irreführcn zu können. Deizn es wäre schlechterdings unbegreiflich, wie man sonst einen Weg einschlagen könnte, der notwendigerweise zur höchsten Erbitterung unter den betroffenen Arbeitern führen muß. Daß unter der Teuerung die Arbeiter am stärksten leiden, das hat selbst der Eisenbahnministcr anerkannt, und seine gewundenen Erklärungen mußten im Zusammenhang damit so gedeutet werden, daß man mit wirklichen Verbesserungen den Arbeitern in .ihrer hartbedrängten Lage bcizustchcn, die Absicht hat. Das ist heute freilich in gar keiner Weise geschehen, und die Wege, die man eingeschlagen hat, müssen als reiner Hohn empfunden werden, der dem Hunger der Notleidenden noch hinzu--gefügt wird. Wer auch soll noch in dieser Zeit, wo die Teuerung ans Lebensmark greift, den Glauben an die redlichen Absichten der Regierung und der Staatsbahn-vcrwaltung aufbringcn, wenn man sicht, wie die linke Hand nimmt, was mit der rechten gegeben ‘ wird? Wahrhaftig, eine saubere Sozialpolitik, mit der da der Staat in allen Kunstgriffen der Arbeiterbclnogelung voranspazicrt! MW- Der „Eisenbahner" erscheint in einer Auflage von 50.000 Exemplaren. "WIE Freilich, die Arbeiter können, wenn sie wollen, 'daraus viel lernen. Sonnenklar beweist auch diese Vorgangsweise, daß heute die Arbeiterschaft von diesem Klassenstaat, der nur Geld für die Bedürfnisse der Reichen, aber niemals für die Armen hat, nichts erwarten kann, wenn sie sich nicht selbst die Macht erwirbt. die nötig ist, um eine höhere Lebenshaltung zu erringen. Und da gibt es keinen anderen Weg, als vorerst noch die Indolenz zu besiegen, die leider noch immer unter den Arbeitern anzutreffen ist. Klarheit und Klassenbewusstsein vor allem, und eine starke, mächtige Organisation können die Widersacher besiegen, die wir hier so deutlich wieder am Werke sehen! Krieg und Wirtschaftslage. Das Damoklesschwert eines Weltkrieges, dessen Dauer und Folgen nicht abzusehen sind, hängt über Europa. Am Balkan ist die Flamme, die zu einem verheerenden Brand werden kann, eniporgezüngelt, der kleinste der Balkanstaaten hat seinen Ehrgeiz befriedigt, und der König Nikita darf lieh rühmen, in all seiner Erbärmlichkeit das Werkzeug der Geschichte .einen Moment lang gewesen zu sein. Denn die E: fachung des Dalkanbrandes bedenket den Beginn einer Periode von Unruhe und Gewalt für ganz Europa, einer Periode voll von Perspektiven tiefgreifender historischer und sozialer Umwälzungen. Ter 8. Oktober bedeutet vielleicht einen der wichtigsten Tage der Geschichte, die von da an im Sturmschritt dahineilcn wird, und so lächerlich klein unserem an ganz andere Großenverhältnisse gewöhnten Auge der barbarische Zwergstaat dort unten im verlorensten Winkel Europas erscheinen mag, cs ist der Kiesel, der die Lawine ins Rollen gebracht hat. Oder glaubt noch jemand, daß das Verderben in seinem Laus noch auf-gehalten wird? Seit Jahren haben wir dies Heranschleichen der Kriegsbestie vorausgesagt, und seit 1008, wo ein an sich so unbedeutender Akt wie die Verwandlung der bosnischen Okkupation in eine Besitzergreifung den Gegensatz zwischen Rußland und Oesterreich vor allen Augen enthüllt hat und dieser Gegensatz ganz Europa in das feindliche Lager von Dreiverband und Dreibund zerspalten hatte, seitdem konnte man gewiß sein, daß der Kriegsausbruch dort unten nur eine Frage der Zeit sein würde. Und als vor einem Jahre Italien das Verbrechen des Tripolisktieges beging, da war es klar, daß damit die ganze Orientfrage auf-gcrollt sei. Was ein Krieg, und noch dazu ein solcher, dessen Wirkung und Umfang sehr leicht alle Beispiele der Geschichte übertreffen kann, in wirtschaftlicher Hinsicht für die arbeitenden Volksschichten bedeutet, braucht wohl kaum erst gesagt zu werden. Schon jetzt, tue wir am Anfang der Entwicklung jenes Dramas stehen, da§_ leicht zu den gewaltigsten der Ge-, schichte werden kann, machen sich die Folgen Feuilleton. RWuugen. Allüberall Geschrei nach Brot, Vom Atlas bis Archangel, In halb Europa Hungersnot, Im halben bitt'rer Mangell Die Scheuern leer, die Steuern schwer, Die Ernten schlecht geraten — Doch immer mehr und immer mehr Und immer mehr Soldaten! Geld her für Pulver und für Blei! Für Reiter und für Rosse! Ehasscpots, Zündnadel, allerlei Weittragende Geschosse! Dem Kaiser Geld! Dem Papste Geld! Nur immer frisch von hinten Geladen! Denn der Lauf der Welt, Hängt ab vom Lauf der Flinten. Georg H e r w e g h. Dom österreichischen Beamten. Wenn jemand es etwa riskieren wollte, auf die Worte Hermann Bahrs als die eines Magisters zu schwören — der neue pruoccptor Austritte würde selbst nicht wenig über diesen Naiven schmunzeln — so hätte' er den Urgrund alles österreichischen Unglücks gefunden. In dem Buche „Austriaca" (Verlag von S. Fischer in Berlin) heisst's: „Wer den österreichischen Beamten nicht kennt, in .seiner ungeheuren Gewissenlosigkeit — verräterisch nach oben und unten — diesen grotesken Tyrannen, der alles wagen darf, weil er nichts zu verantworten hat. weil er immer anonym bleibt, weil er nirgends zu fassen ist. weil nichts ihn bändigt, kein Rechts-begriff, kein Pflichtgefühl, keine Liebe zum Vaterland, keine Rücksicht auf den Staat, keine Furcht vor dem Volke, der wird nichts von allem je begreifen können, was sich täglich bei uns hegibt." So ungeheuerlich, nach dem Vorbild eines Theätcr-bösewichts, diese Charakteristik geraten ist: jeder, der den österreichischen Bureaukraten erlebt oder erduldet hat, wird etwas richtiges darin fühlen. Freilich, wer ihn gründlich erlebt hat, der sieht doch noch ein wenig tiefer als Feuilleton, bemerkbar. Seit dem Tage, wo die montenegrinische Kriegserklärung erfolgt ist, jagt an der Börse ein „schwarzer Tag" den ändern. Die Kurse fallen rapid, und zeigen den Grad der beginnenden Unsicherheit im Wirtschaftsleben an. „Eine namenlose Angst," so sagt ein Berliner Börsenbericht vom 11. d. M.. „hat das Publikum ergriffen. Es stürmt an den Markt und bietet die Ware unterschiedlos zu jedem Preis aus. Gleichzeitig will die Spekulation sich ihrer Engagements entledigen. Ueberall Abgaben, nirgends ein Käufer. Die Kurse stürzen auch in Fällen, wo es gar nicht zu Abschlüssen kommt. Tic vorhandenen Kaus-limite sind schnell erledigt, immer weiter geht der Absturz, ohne Halt zu finde n." Freilich wäre cs für die Arbeiterklasse gleichgültig, wenn es sich dabei nur um die Verluste einzelner Wertpapierenbesitzer handeln würde. Aber schlimmer und am schlimmsten sind die Rückwirkungen des Krieges auf das internationale Wirtschaftsleben, die sich jetzt bereits bemerkbar machen. Die G c-treidepreise sind in den letzten Tagen ganz erheblist) gestiegen. Vor einigen Tagen erhöhte sich am Berliner Markt der Roggenpreis um 4 ME., später um weitere 7 ML Ta die Türkei griechische Schiffe, die mit russischem Getreide beladen sind, beschlagnahmt hat, haben die russischen Händler den Getreideerport gänzlich eingestellt. Ter russische Premierminister hat wohl den Rat erteilt, Getreide aus neutrale Schiffe zu verladen; aber das ist unmöglich, da bisher allein 80 Prozent des russischen Getreides auf griechischen Schiffen transportiert wurden. Die Roggen-, Weizen-, Hafer- und Gersteausfuhr Rußlands und Rumäniens stockt daher völlig und die Preise steigen in den sonst versorgten Ländern erheblich, zumal die kriegsgerüsteten Staaten selbst ihre Getreidevorräte vergrößern müssen. So erfährt die allgemeine Teuerung durch die Balkanmisere noch eine Verschärfung. In den Balkanländern selbst hat der Krieg zu einer fast völligen Stockung von Handel und Verkehr geführt. Das Personal ist durch die Mobilisierung entzogen. In Bulgarien und Serbien haben die Regierungen einen allgemeinen drei Monate gültigen Zahlungsaufschub verkündet. Alle Schulden sind danach erst Ende dieses Jahres zahlbar. Damit sind alle finanziellen Transaktionen in den beiden Ländern bis auf weiteres unterbunden. Auch der Verkehr mit dem Ausland leidet natürlich darunter. So warnt das deutsche Rcichsamt des Innern offiziell: „Die serbische Regierung hat für die Dauer des Mobilmachungszustandes ein Handels-Provisorium für das Inland erlassen, dessen Wirkung sich jedoch auch auf Zahlungen nach dem Ausland erstrecken muß, weshalb einstweilen Vorsicht he i der Kreditgewährung, geboten ist. Eine ordnungsmäßige Erledigung von Reklamationen durch die serbischen Behörden ist zurzeit ll i ch t z u e r w a r t e n, da bei allen Behörden der Geschäftsgang wegen der Einziehung der Beam-i ten stockt." Wirkungen reichen: der weitz, daß der österreichische Bureau-krat nicht allein für sich, wie er ist, verantwortlich gemacht werden katzn, daß er ebenso sehr ein Symptom eines tiefer verborgenen allgemeinen Zustandes bedeutet. Auf jeden Fall ist er, als TypuS, eine höchst bemerkenswerte, vielleicht nur mit sich selbst vergleichbare Erscheinung. Irgendeinen friedlichen Bürger, der bisher ehrbar und unangefochten, aber auch ohne Konnexionen und höhere Verwandschaft seine Strecke zog, trifft ein unvermuteter Blitz aus den mystisch umstrahlten Höhen. Ein wohlbegründetes Gesuch wird ihm abgeschlagen oder eine Verpflichtung auferlegt, die ihn empört, kurzum, er empfindet den Blitzstrahl als Ungerechtigkeit. Er geht zu dem Ami, das ihm als die Gewitterwolke erscheint. Man würde nun erwarten, daß er dort einen Olympier fände oder zum mindesten seine Abgesandten, die ihn aufklärten oder preussisch-korrekt abwiesen. Statt dessen empfängt ihn ein bestrickend liebenswürdiger Herr, von höchst konzilianten Umgangsformen, mit dem er sofort in ein vertrauliches, jovial oder humorvoll auge-wärmeltes Plaudern gerät. Der Mächtige, gleichviel, ob in einem Unteramt oder im Ministerium selbst, teilt ihm mit, unter vier Augen natürlich und unter schmeichelhaften Siegeln der Verschwiegenheit: er finde ja persönlich auch das Vorgehen nicht ganz einwandfrei. Er braucht vielleicht sogar einen entzückend starken Ausdruck, schimpft ein wenig darüber, w.ie's bei uns zugehe, lässt ein wenig Resignation durch-blicken (man hat'S keineswegs leicht) und versichert schliesslich: man würde ja persönlich sein möglichstes tun — aber------------------------ llr*' damit deutet man scheu und doch ein wenig respektlos demagogisch in noch umwölktere Höhen. Ist der also Empfangene ein Neuling, dann ist er hingerissen und dankt dem Beamten wie einem Menschen, der nicht etwa dazu da ist, Pflichten gegen den Staat und die Bürger zu erfüllen, sondern besonders netten Leuten Gefälligkeiten zu erweisen. Manchmal geht's vielleicht auch anders. Der Gewaltige ist nicht in der Laune zu einem freundschaftlichen Plauderstündchen (wer will's ihm verargen, was kann mehr ermüden?) und weist den Besucher nicht einmal korrekt-kühl, ganz einfach grob ab. Angenommen diesmal sei der Besucher ein Eingeweihter; er knickt also nicht zusammen, besteht vielmehr in ungewöhnlich klaren und bestimmten, vielleicht svgar schroffen Worten auf seinem Rechte. Tann wird der Bureaukrat in der Regel freundlich und bemüht sich, zu verstehen, zu entscheiden und — wiederum womöglich Gefälligkeiten zu erweisen. Das sind zwei Fälle; es gibt noch unzählige Variationen. Man weitz nie ganz genau, wie's kommt. Nur eines kann man immer wieder erwarten, datz der Beamte zweierlei Röcke trägt, die er gleichsam vor den Augen des Bürgers wechselt, einen offiziellen Die Zahlungseinstellungen aus dem Balkan und die Stockung der Zufuhr haben auch bereits zu Betriebseinschränkungen uni) Insolvenzen im Ausland geführt Insbesondere die Industrie Oesterreichs, das mit dem Balkan im regsten Güteraustausch steht, leidet darunter. So ist die Tertil-und Stickereiindustrie Vorarlbergs von der Balkan-krisis bedroht. Auch unmittelbar werden einzelne Arbeiterkreise unter der von der europäischen Diplomatie geschürten Krisis leiden. Arbeiterentlassungen haben in einigen wenigen Betrieben bereits stattgefunden. Das aber ist erst der Ansang, und der läßt schon erkennen, daß wir einer regelrechten P e-riode des wirtschaftlichen Elends entgegengehen, wenn der Krieg größere Dimensionen an-nimmt. Und cs ist Wohl, wie die Dinge liegen, kaum zu erwarten, daß uns das erspart bleibt, was jeder im Interesse der Kultur, die auf Jahrzehnte hinaus in den Boden gestampft wird, vermieden wissen will. Der Kamps um Konstantinopel, den dieser Krieg eröffnet, bedeutet vor allem für Rußland die stärkste Aufforderung, sein altes und wichtigstes Ziel, das es nie aus den Augen verloren hat, aufs neue auszunehmen und die Herrschaft über die Dardanellen zu erringen. Er bedeutet für Oesterreich die Gelegenheit, den Versuch zu machen, seinen imperialistischen Traum der Eroberung von Saloniki zu verwirklichen. Als Nachbar von Serbien, im Besitz von Bosnien und Herzegowina, ist Oesterreich ja selbst ein Balkanstaat, dessen Machtinteressen von jeder Aenderung unmittelbar berührt werden. Aber jedes Vordringen Oesterreichs stößt auf den Widerstand Rußfänds und erzeugt den Gegenstoß Italiens, das nach der albanischen Küste strebt. In Rußland herrscht der Absolutismus und ein Krieg um des Balkans willen findet zugleich die stärkste Unterstützung in der nationalistischen Strömung. Auch über die österreichische auswärtige Politik vermag die Volkskontrolle wenig und Italien wird jetzt von allen Fiebern des Chauvinismus geschüttelt. Und da sollen wir den Diplomaten glauben, ihr sanftes Zureden werde den Krieg lokalisieren? Jedes Ucbergreifcn dieses Krieges auf einen Großmachtstaat bedeutet aber das Lebendigwerden neuer Eroberungsgelüste in einem anderen Staate. Und so stehen die Völker Europas vor der Gefahr eines Weltkrieges, der alle Schrecken detz Krieges, verschärft durch die moderne Waffentechnik, über sie bringen müßte. Welche Kräfte aber dadurch im Innern der Staaten notwendigerweise aus-gelöst werden können, das wagt heute niemand zu prophezeien. Sicher aber ist, daß wir a m Vorabend großer historischer Ereignisse steten und das; dieser Anfang sehr» leicht der A n s a n g v o m Ende sein kan n. Die Arbeiterklasse aber muß jetzt jeden Augenblick ausnützen, um ihre Kräfte zu sammeln, die sie in den ernsten Tagen, die über uns kommen werden, dringender braucht als je! Amts- und einen höchst liberalen, vielleicht sogar radikalen Hausrock. Und weil er nie ganz genau wissen kann, welchen Rock er im gegebenen Falle braucht und den bequemeren Hausrock zwar gern anlegt, es aber doch nicht immer wagen möchte: deshalb ist der österreichische Beamte immer unsicher. Die Berufsausgabe, die er zu vertreten hat, gerät ununterbrochen und schon seit Jahrzehnten in den gefährlichsten Widerspruch mit der alltäglichen Wirklichen. Und doch hat er immerfort von Amts und Eides wegen diesen Widerspruch nicht etwa zu überbrücken (darauf hat mau „behördlicherseits" so gut wie verzichtet), sondern zu leugnen. Das ist so gemeint: Die offizielle, nach aussen aufrecht erhaltene Tradition des österreichischen Beamtentums setzt — noch immer — das zentralistische Oesterreich Josefs IT. und Maria Theresias voraus. Ohne dass die Grundlagen dieses Zentralismus: Absolutismus und deutsche Staatssprache hätten gewahrt werden können. Ja, gerade diese sachlichen Grundlagen jener alten Staaisform werden von Amts wegen unermüdlich als beseitigt und abgetan bezeichnet. An seine Stelle ist längst ein demokratisches, parlamentarisch, von den Majoritäten regiertes Oesterreich getreten, das den Nationalitäten so viele Rechte als irgend möglich von Staats Wegen gewährt. Der Zentralismus im alten Sinne ist Fiktion geworden. Wenn der böhmische Landtag streikt, dann arbeitet das Abgeordnetenhaus nicht, oder umgekehrt. Die Kämpfe an den Sprachengrenzen bestimmen immer wieder die kurzen Geschicke der Ministerien. Von den Teilen aus wird der Gesamtstaat gelenkt. nicht mehr vom Zentrum her. In die Beamtenschaft selbst, wenn wir nicht von der Institution sprechen, sondern von den lebendigen Menschen, die sic vertreten, sind längst zentrifugale Stimmungen und Gesinnungen eingedrungen. Die Beamten wenigstens gaben ihnen zum Teil recht deutlichen Ausdruck. Sie benützten oft genug ihre amtliche Macht zur Slawijierung oder Germanisierung — von den ungarischen Behörden gar nicht zu reden. Aber bas Beamtentum als Institution ruht immer noch auf einer vollkommen zentralistischen Staatsidee. Immer noch steht Galizien und Oberöstereich, Böhmen und die Steiermark, Schlesien und Krain unter denselben allgemeinen Gesehen — und tagtäglich fordert für deren Ausübung die Wirklichkeit in allen diesen Ländern besondere Einzelbestimmungen. So wird allmählich die Ausnahme zur Regel, weil die Regel selbst viel zu eng ist. Dennoch ist sie heilig, und der Beamte ist gezwungen, tagtäglich so zu tun, als wäre sie noch nie verletzt worden. Der deutsche Beamte zumal, der am längsten in jener zentralistischen Uebcrlicscrung lebt, auch wohl ihr von jeher mit dem meisten inneren Anteil diente und noch jetzt seiner Natur nach unter allen Volke:» Oesterreichs am meisten dazu geeignet ist, Sorget dafür, datz der «Eiseudahuer" auch vom rciseudeu Publikum gelefe« werde I -MM ©egen den Krieg. Tic Gesamtexekutivc der ö st e r-r e i ch i s ch c lt Sozialdemokratie erläßt folgenden Aufruf: An das arbeitende Volk aller Nationen in Oesterreich! Bulgarien und Serbien, Griechenland und Montenegro stehen in Waffen gegen die Türkei. Die Fürsten der Balkanhalbinseln haben den Mann ans den Armen seines? Weibes, den Vater von seinen Kindern losgerissen, sie in ihre Uniformen gesteckt und auf das Schlachtfeld geschickt. Schon sausen die todbringenden Geschosse durch die Luft. Schon streuen die Maschinengewehre die Garben des Todes. Schon zerstören Schrapnells und Granaten in furchtbarem Zündschlag Menschenleben uni) Menschenfleiß. Tausende werden auf dem Schlachtfeld fallen, Tausende im Feldlager der Cholera, dem Typhus erliegen, Sausende nach unsäglichem Leiden verkrüppelt zu Weib und Kind zurückkehren. Während der Tod auf dem Schlachtfeld erntet, darben daheim, des Ernährers beraubt, Mütter, Frauen, Kinder! Not und Hunger, Jammer und Verzweiflung überall! So enden die Menschlichkeit, das Christentum, die Kultur des kapitalistischen Zeitalters in den Greueln des Krieges! Aber so furchtbar die Schrecken des Balkankrieges sind, droht uns noch viel schrecklichere Gefahr. Tie Wirren im Südosten haben in ganz Europa kriegerische Gier geweckt. Die Staatsmänner der Großmächte spielen mit dem Feuer. Nie war die Gefahr des Weltkrieges größer als in diesen Tagen! Wenn es den Völkern nicht gelingt, die Staatsmänner der Großmächte zum Frieden zu zwingen, dann kann der Balkankrieg in einem Krieg der Großmächte enden: in einem Kriege, der die Millionenheere Oesterreichs, Deutschlands und Italiens, Rußlands, Frankreichs und Englands in Bewegung setzen, über alle Völker Europas das furchtbarste Elend heraufbeschwören, die europäische Zivilisation in einem Weltbrand vernichten würde. Der Erb- und Todfeind der europäischen Kultur, der russische Zarismus, rüstet zum Kriege. Eben erst blutbefleckt aus dem Vernichtungskrieg gegen die Völker des eigenen Landes zurückgckehrt, bedroht er jetzt den Frieden Europas. Der Zarismus, der die besten Söhne des russischen Volkes aus seinen Richtstätten, in seinen Kerkern, in den Einöden Sibiriens gemordet Hat; der Zarismus, der Polens nationales Leben erwürgt, der Ukraina das heilige Recht auf die Muttersprache geraubt, Finnlands verbriefte Rechte zerrissen, Persien geknechtet und zerstückelt hat — er wagt es nach alldem, sich als Befreier und Beschützer der südslawischen Nationen zu gebärden, ihre jugendliche Volkskraft in seinen Dienst zu stellen und ganz Europa in Flammen zu setzen, um sich die Herrschaft am Bosporus zu erobern! sich einer abstrakten, den Staat nur formal beherrschenden Pflicht hinzugeben — hat denn auch im Laufe der letzten Jahrzehnte sich eine Praxis angewöhnt, die ihn des lebendigen Zusammenhanges mit dem Volke und der Wirklichkeit an mehr als einer Stelle beraubte. Daneben finden sich immer wieder in erstaunlicher Fülle Beamte, die sich von der Institution unabhängig erhalten und durch eigene persönliche Wege ihren Beruf mit Kultur und Gegenwart verbinden. Wtzr sie bleiben zumeist wirkungslos, weil ihnen die Institution nicht folgt. Immer wieder von Zeit zu Zeit spürt man, datz von irgendeiner amtlichen Stelle aus eine persönliche Kraft wirkt: Förderung des Kunstgewerbes, oder einer alten Heimindustrie, oder Bodenreform, oder eine Erziehungs-ceform, oder Jugendspiele, irgend etwas dergleichen wird in Erwägung gezogen. Wer das meiste verläuft sachte im Sande. Es, fehlen die. lebendigen Wechselwirkungen zwischen Beamtentum und Publikum. Das zuckt die Achseln und spottet über den „grünen Tisch". Und der einzelne Beamte, der vielleicht mit starkem Kulturwillen und mit Schaffensfreude anfing, fügt sich dem System und sinkt in die graue österreichische Resignation, aus der man sich nur durch Fidulität, nicht aber durch Laten wiedererhebt. Man wird mir vorwerfen, eine ähnliche Kluft zwischen Beamten und Staatsbürger bestehe überall. Im Deutschen Reiche sei sie genügend oft besprochen, und in anderen Staaten zeigt sic sich selbst dem fremden Beobachter. Das Bild, das etwa Alexander Kielland von der norwegischen Bureaukratie entwerfe, biete höchstens andere Formen, aber dasselbe Wesen. Gewiß werden hinter dem öffentlichen, gesellschaftlichen, wirtschaftlichen Stiien die Institutionen des Staates immer ein Stück zurück sein; die Hauptaufgabe aller inneren Politik soll ja darin bestehen, diefeit Norfprung, den in der Entwicklung immer wieder das Leben vor allen festen Formen gewinnt, cinzuholen. Aber hier oben liegt das für die Beurteilung des amtlichen Oesterreichs Entscheidende: sein Beamtentum wird in jenem Bestreben, dem Leben der Völker und der Zeit nach-»zukommen, getrennt von einer Berufsauffassung, die rückwärts schaut. Die Vergangenheit ringt im österreichischen Beamten noch allzu schwer mit einer ungewissen Zukunst, und der Kampf zeitigt oie seltsamsten Erscheinungen in allen Stufen vom Komischen zum Tragischen. Gerade Hermann Bahr hat manche von diesen Erscheinungen geschickt, wenn auch 'zumeist zu sehr von außen erfaßt, vor allem in seinem Roman »Drill". Man darf es freilich nicht so eilig haben wie er. Man muß schon recht gründlich in das Problem: Staat und ÜMtstum hinabsteigen. Man wird aus einer solchen mehr als spielerischen über räsonnierenden Beschäftigung mit Oesterreich reichen Gewinn ziehen. I'"' Mit dein russischen Zarismus teilt der italienische Imperialismus die Blutschuld. Mitten int Frieden hat er die wehrlose Türkei überfallen. Mit Blut und Eisen, mit Galgen und Folter hat er die europäische Kultur nach Tripolis getragen! Sein Raubzug hat den Zwergstaaten des Balkans die ersehnte Gelegenheit zum längst geplanten Eroberungskrieg geschaffen. Zwischen Rußland und Italien in der Mitte, hat aber auch Oesterreich-Ungarn sich mit schwerer Verantwortung belastet. Dieses Reich, das seine Völker in dem Zeitalter der Teuerung vor der bittersten Not nicht zu schützen vermag; das den verheerenden Bürgerkrieg seiner Nationen nicht beenden kann; das Ungarn mit der brutalen Gewalt der Tisza und Lukacs, Kroatien und Slawonien mit der Diktatur des Euvaj beherrscht; das in Bosnien und der Herzegowina noch immer nicht das vor vierunddreißig fahren gegebene Versprechen erfüllt hat, die christlichen Bauern vom türkischen Feudalrecht zu befreien — dieses Reich schickt sich heute an, als hätte es im eigenen Lande nicht genug zu tun, am fernen Balkan als Richter nnd Ordner aufzutreten! Die Völker Oesterreichs haben nur e ! n Interesse am Balkan: friedlichen Warenaustausch mit den Balkanvölkern! Unsere Industrie will in Serbien und Bulgarien ihre Waren absetzen. Dafür wollen wir von den serbischen und bulgarischen Baueru Vieh und Getreide kaufen. Daß dieser Warenaustausch seit vielen Jahren erschwert und gestört worden, ist nicht die Schuld der Serben und Bulgaren. Es ist die Schuld der Agrarier in Oesterreich und in Ungarn. Um die Viehpreise in Oesterreich-Ungarn, von fremdem Wettbewerb ungestört, in die Hohe treiben zu können, haben die reichen Viehzüchter und Viehmäster es durchgesetzt, daß dein serbischen und bulgarischen Vieh unsere Grenzen gesperrt wurden. Kaufen wir von den Agrarftaaten des Balkans kein Vieh, dann sperren sie natürlich den Erzeugnissen unserer Industrie ihre Märkte. Das ist das Hindernis unseres Handels auf dem Balkan! Aber dieses Hindernis zu beseitigen, müssen wir keine Soldaten au die Grenze schicken. Es fällt, wenn wir die Macht der Agrarier in Oesterreich und Ungarn brechen, wenn wir ihre Zollinauem abtragen. N i ch 1 Krieg gegen Serbien, sondern Kampf gegen "die agrarische Hnngerpolitik — das ist d i e B a l k a n P o l i t i k, die wir brauche u! Die Kriegshetzer — die Wiener christlichsoziale Presse an ihrer Spitze — wollen uns einreden, Oesterreich müsse in den Sandschak einmarschieren, wenn Serbien dort Eroberungen machen wollte. Aber was mit dem unwirtlichen Bergland geschieht, ist nicht unsere Sorge. Wir wünschen den Eroberungsgelüsten der Balkankönige keinen Erfolg. Aber wir wollen auch nicht das Blut unserer Soldaten vergießen. um dem verrotteten türkischen Feudalismus die Herrschaft über slawische Bauern zu sichern. Wer im Sandschak herrschen soll, mögen sich Türken und Serben untereinander ausmachen! Die Interessen der Völker Oesterreichs werden dadurch nicht berührt. Und das kleine Serbien, das nicht mehr Bewohner zählt als die Stadt Wien allein, wird der stolzen Großmacht wohl auch dann keine Gefahr sein, wenn es um ein paar armselige Dörfer vergrößert wird! Ter ganze Sandschak ist nicht die Knochen e i nie s österreichischen Arbeiters wert. / Das ist nicht nur unsere Ansicht. Die Herrschenden selbst haben erst vor vier Jahren ausdrücklich Und feierlich vor ganz Europa bekundet, daß Oester-reich-Ungant keine Eroberungen auf dem Balkan will. Wohl hat der Berliner Kongreß im Jahre 1878 Oesterreich-Ungarn das Recht eingeräumt, Truppen im Sandschak zu halten. Aber im Jahre 1908 hat Oesterreich-Ungarn aus dieses Recht verzichtet und seine Truppen ans d e in Sandschak a b b e r n s e n. Es wäre der helle Wahnsinn, nt i t blutigen Opfern erobern zu wollen, was wir selbst freiwillig und aus eigenem Antrieb vor vier Jahren aufgc- geben haben! Darum hat Oesterreich keinen Grund, sich in die Balkanhändel zu mengen. Um des Sandschaks willen den Arbeiter ans seiner Werkstatt, den Bauern vom Pfluge zu reißen, das Blut unserer Brüder und Söhne zu opfern, in Zehntansende Familien Not, Jammer und Verzweiflung zu bringen, unserer Volkswirtschaft die schwersten Wunden zu schlagen, wäre ein beispielloses, ein unverantwortliches, ein nnsühn-bares Verbrechen! Oesterreich-Ungarn hat an dem armen, zer- stückelten südslawischen Volke schon schwer genug gesündigt. Es weiß die Südslawen, die seiner Herrschaft unterworfen sind, nur mit der militärischen Diktatur | zu regieren. Es hat die Bauern Serbiens durch seine großagrarische Wirtschaftspolitik zur Verzweiflung i getrieben. Wenn es jetzt auch noch das Blut seiner Söhne vergießen wollte, um die Herrschaft türkischer Feudalherren über serbische Bauern zu schützen; wenn es den serbischen Bauern, denen es selbst ihre.Waren nicht abnimmt, verwehren wollte, sich den Zugang zu anderen Absatzmärkten zu erkämpfen, dann würde es die Südslawen selbst in die Arme des russischen Zarismus treiben. Gerade weil wir Todfeinde des Zarismus find*, gerade weil wir in jeder Ausdehnung der Macht des Zaren die größte G e-f a I) r f ürdieeuropäi s ch c K nltn r erblicken, fordern wir, daß O e st e r r c i ch - U u g a in d e n südslawischen Nationen nicht mit der Waffe i ii der Hand c n t g e g e n t r e t e, d a ß es die Entfaltung ihrer VoIkskraft nicht hemme. Jit allen Ländern der Welt erhebt die Arbeiterklasse ihre Stimme gegen den Krieg, für den Frieden' Unsere Genossen in Rußland und in Pole n setzen, die furchtbarsten Opfer nicht scheuend, ihren Kampf gegen den völkermordenden Zarismus fort. Unsere Genosse» in I t a I i e n haben gegen den Raubkrieg in Tripolis protestiert. VIn Serbien und in Bulgarien haben sich die Vertreter der Arbeiterschaft in den Parlamenten mannhaft und tapfer der Kriegshetze widerseht. In D c u t s ch ( n n d, in F rank r e i ch, in E n glaub demonstriert die Arbeiterklasse für die Sache des Friedens! So steht den Kriegshetzern aller Länder und aller Nationen einig und geschlossen als stärkste Macht des Friedens die internationale Sozialdemokratie gegenüber. In ihrem Geiste erfüllen auch wir in Oesterreich unsere Pfilcht. Auch wir erheben unsere Stimme, zu mahnen und zu warnen. Auch für die Völker Oester reiche kann es in diesen Tagen der Gefahr nur eine n Feldruf geben: Keine Einmengung in den Balkankrieg! Nur eine Losung: Der Balkan den Balkanvölkern! Nur eine Parole: Erhaltung des Frieden»! Sie traurige Lage der Stationr-diener und die Verkehrssicherheit der Wiener Stadtbahn. Seitdem die Kondukteure von beit Zügen ^ber Wiener Stadtbahn abgezogen wurde», leibe» die Sta-tionsdiener unter besonders traurigen Verhältnissen. Es gibt wohl keine Arbeiter- oder Angestelltenkategorie in irgendeinem Betrieb, deren Arbeitskraft so unmenschlich und so rücksichtslos ansgebentet wird, wie die der Sta-tionsdiener der Wiener Stadtbahn. Sie haben einen Tag von 5 Uhr früh bis 12 Uhr nachts nnniiterbioche» Dienst zu leisten, die zweite Tour dauerte von 7 Uhr früh des einen Tages bis 7 Uhr früh am nächsten Tage. Sie leisten also 19 Stunden n it n n terbro ch e n Dienst. Jeder zweiten Tour müssen noch 7 Stunden, das ist die Zeit von 12 Uhr nachts bis 7 Uhr früh, bazn gerechnet werden, denn während dieser Zeit habe» sie dienstlich anwesend zn sein. Sie haben also 21 Stunden Dienst zn leisten. Wo in der Welt gibt es heute iiochäne u nn u t e rbrochene Arbeitszeit von 19 und 21 Stunden? Das ist mit vollem Recht als Rekord der Ausbeutung menschlicher Arbeitskraft zu bezeichnen. Denn hier haubclt es sich nicht um eilte 19-, 21- ober Mtündige Dienstzeit, die durch Ruhepausen unterbrochen wird, sondern es ist in buchstäblichstem Sinne des Wortes eine 19stiindige. ununterbrochene, anstrengende, Körper und Geist voll in Anspruch nehmende Arbeitsleistung. Als Beweis hiefür ein Beispiel: Der Fahrplan der Wiener Stadtbahn weist in der Strecke Hütteldorf-Meidling 197 Zuge und i» der Strecke Meiblittg-Hütteldors ebenfalls täri lich verkehrende 197 Züge aus, und zwar in der Zeit von 5 Uhr früh bis 12 Uhr nachts. D a s s i u d f n r i e d e » Ztationsdiener in 19 Stunden 197 Züge. Die Stunde hat 60 Minuten X 19 ergibt 1140 Minute». In diesen 111(1 Minuten verkehren 197 Züge. Wir haben also 1140 durch 197 zu dividieren, so ergibt sich, daß in einet Reihenfolge von 5-7 Minuten innerhalb 19 Stunden 197 Züge verkehren. Durchschnittlich verkehrt also alle 5 Minute» ei» Zug. Einen drastischere» Beweis für die unterbrochene Dienstleistung kann man wohl nicht erbringen, obwohl dieses Beispiel nicht als Rekord der Beweise, anzusehen ist. In de» Sta- tionsdiener ist also buchstäblich keine Zeit vorgesehen ihre Mahlzeit einzunehmen und ihre leiblichen Bedürfnisse. zu verrichten. Man wird einwenden, daß der Mann ja essen muß und auch itzt und das; er auch, seine leiblichen Bedürfnisse befriedigt. Gewiß tut er das, weil er sonst eben nicht leben könnte; ober wie er es macht! Während der Panse» vo» 2 und 3 Minuten würgt er btc kalten Bisse» hinunter, zwischen bett einzelnen Züge» heute ein Stück und morgen eines. Und seine leibliche» Bebürfnisse, bie muß er iit beit Geleiseanlagen, in den Tunnels und Nischen verrichten. Denn Aborte gibt es auf der Wiener Stabtbab» weder für die Stationsdiener noch für die Wächter. Die sind oben im Vestibül, die natürlich weder vom Stationsdiener noch vom Wächter in den kurzen Zugsintervallen erreicht werden können. Und diesen so furchtbar ausgebeuteten und tu ihren natürlichsten Rechte so schwer bedrückten Menschen ist da<-Leben nnd bie Sicherheit der ganzen die Stadtbahn benützenden Bevölkerung anvertrant. Wer den Wiener Stadtbahnverkehr kennt, wer aus eigener Anschauung weiß, wie die lebensfrohen nnd leichten Wiener alle die tausend Gefahren des Stadtbahnverkehrs trotz der Unfälle, die sich schon ereigneten, mißachten, der weiß zu beurteilen, welche heldenhaften, treue» nnd unschätzbaren Dienste die Stationsdiener. Tag für Tag leisten. Wen» aber doch hie und da die menschliche Kraft versagt, wen» bei dieser furchtbaren Ausbeutung von tausend Fälle» einer sein wird, wo in der elften oder neunzehnten Dieuststunde die Nerve» eines Stationsdieners versagen werden, wird dann die Staatsbahnverwaltung die Verantwortung für die Folgen ihrer _ sträflichen ©partout tragen? Nein, denn wir leben ja in einem Rechtsstaat, wo alle Menschen vor dem Gesetz gleich sind! Der Sta» Besucht nur Lokale, irr welche« der »Eisenbahner? «m fliegt! VW ■me» tionsdieiier, der entnervte, verliimgerte Held wird das > Opfer sei», cv wird in den Kerker wandern, seine Familie wird betteln — weil, mm, weil er nichts zu übersehen und zu vergessen hat, weil er keine Notdurft zu verrichten und weil er einfach nicht für sich, sondern für den zn sorgen hat. Lo werden bei uns die Menschen behandelt, denen alle Tage ihres Lebens die Verantwortung für Zehntausende von anderen Menschenleben anvertraut ist. Damit sind aber die Leiden der Stationsdiener noch nicht erschöpft. In der zweiten Tour müssen sich die Stationsdiener in der Zeit von 12 Uhr nachts bis 5 Uhr früh, wo sie dienstlich anwesend sein müssen, doch irgend-wo aufhalten. Für alle vier Bediensteten, die in den kleineren Stationen abwechselnd Dienst versehen, Stationsdiener und Portiere, ist hiefür ein unzulänglicher, schmutziger Raum bestimmt. Für alle vier Mann gibt es Moft eilte Bettstelle. Alle vier Mann zusammen haben eine und dieselbe Decke, denselben Polster, denselben Strohsack — vorausgesetzt, daß er so genannt werden kann — zur Verfügung. Die Betten sind voll Wanzen, Flöhe und sonstigem Ungeziefer. Die Decken, die einmal weiß waren, sind schwarz. Seit der Eröffnung der Wiener Stadtbahn int Jahre 1898 ist dieses Bettzngehör nicht gewechselt nnd nicht entsprechend gereinigt worden. In Meidling-Hauptstraße beispielsweise haben fünf Mann ?tne Decke nnd einen Polster zur Verfügung. Die Gegenstände können nie gelüftet werden, weil der Schlafraum tagsüber als Kanzlei benützt wird. Sie werden in eine Kiste verpackt. Derselbe Raum, in dem die Stations--diener schlafen, dient zugleich als Kanzlei für die Kanzleidiener, ■ als Speiseraum für die Parliere und als Stuf-bewahrungsraum für die den Reisenden gehörigen Waren. Hühnersteigen, Fleischhauerkörbe nnd andere wohl-riechende Utensilien find stets in diesem Raum, und man kann sich vorstellen, wie angenehm die Ruhe in diesem Tchweinestall ist. In der Station Meidling-Hauptstraße trägt auch der Vorstand durch sei» lümmelhaftes und unkorrektes Betragen noch viel znr Verschlechterung der Lage der Stationsdiener bei. So hat er die unsinnige Verfügung erlassen, das; die stationsdiener die Kohlen-',ettel mir in der Zeit von > bis ti Uhr ansprechen können, eilte Verfügung, die deshalb unsinnig und undurchführbar ist, weil die Stationsdiener bei dem Drei-minutenverkehr selbstverständlich nur dann die Kohlen-zettel und Freifahrtscheine :c. ansprechen können, wenn es ihr Dienst zulüßt nnd nicht dann, wenn es der Be-.luemlichfeit des Herrn Vorstandes entspricht. Lümmelhaft ist der Mann deshalb, weiter den Bediensteten, die sich wegen dieser unsinnigen Verfügung beschweren nnd mit die Aenderung bittlich werden, in schreiendem Tone >ie Tür weist, ihnen mit dem Hinauswerfen und mit Polizeiassistenz droht. Von diesen, Vorgehen dieses Menschen hat die Staatsbahndirektion hoffentlich noch keine Kenntnis. Denn wir könne» nicht glauben, daß sie bet Kenntnis dieser Verhältnisse einen derartigen Menschen noch länger zum Schaden der Staatsbahnver-ivaltung auf feinem Posten beläßt. Ein Mensch, der seine Untergebenen derart behandelt, also die Instruktion mit Absicht Übertritt, kann nicht als Vorstand fungieren und lehört daher von diesem Posten weg und auf einen am bereit Ort hin-, wo er sich mit sich selbst ausioben kann. Rmt steht der harte Winter vor der Tür. Die Ttationsdiener in den zugigen Stationen der Wiener Stadtbahn haben begreiflicherweise auch den Wunsch, ihre Ohren vor dein Erfrieren zu schützen. Sie wollen also eine Zipfelhaube tragen. Auch das ist ihnen nunmehr verboten worden. Heizbare Hütten gibt es ebenfalls nicht für die Stationsdiener und so werden wir diese armen Sklaven auch heuer wieder frierend und Utternb, mit den kummervollen Zügen im Gesicht ihren verantwortungsvollen Dienst verrichten sehen. Ein entsetzliches Bild europäischer Kultur im 20. Jahrhundert. Und nun betteln die Stationsdiener schon so lange um eine kleine Aenderung ihres Dienstttirniisses, um ein reines, menschliches Nachtlager, um ein bißchen Schutz vor Kälte, um die Möglichkeit, so wie andere Menschen essen und ihre sonstigen leiblichen Bedürfnisse befriedigen zn können. Wenn sie nur täglich um die Mittagszeit eine entsprechende Ablösung bekommen, wenn sie eilt reines Kammerl und ein reines Bettzeug zur Ruhe und den nötigen Schutz gegen die Kälte erhielten, sie wären vorläufig wieder zufrieden, sie würden mit doppeltem Eifer den Dienst versehen. Die Sache tieße sich auch vom finanziellen Standpunkt dtzr Staats-bahnverwaltnng sehr leicht machen, wenn nur einiger guter Wille da wäre. Aber der fehlt, es mangelt die Einsicht, und erst wenn der Rttf der Oessentlichkeit, erzwungen durch die Schrnerzensschreie über erfolgtes furchtbares Unglück, auf der Wiener Stadtbahn ertönen wird, dann erst werden Staat und Gesellschaft einsehen, welches furchtbare Verbrechen an den armen Teufeln und dadurch au der Verkehrssicherheit auf der Wiener Stadtbahn verübt wnrde. Möge unsere Mahnung gehört werden, bevor es zu fpät ist. Die Leiden der Blockwächter der Wiener Stadtbahn. Die Blockwächter der Wiener Stadtbahn haben ebenfalls bittere Magen. Vor allem darüber, daß sie zur Verrichtung ihrer leiblichen Bedürfnisse keine entsprechenden Einrichtungen haben. Ein Kübel wurde ihnen in den Dienstranm gestellt, den sie benützen sollen. TaS ist aber unmöglich, weil der Geruch nicht zn ertragen ist. Sie haben die Weisung erhalten, den Kübel ansznleeren. Dazu haben sie aber naturgemäß keine Zeit. Denn in den Zngsintervallen kann diese Verrichtung nicht besorgt werden, und so bleibt ihnen nichts übrig, als die Mauernischen zu benützen. Es wird auch wenige Wiener geben, die nicht schon Gelegenheit hatten, einen seine Notdurft berichtenden Blockwächter zn sehen. Die Bahnrichter erhielten kürzlich den Auftrag, die Strecke abzugehen und die Vorgefundenen menschlichen Erkreniente zur Anzeige zu bringen, und es wurden die Blockwächter tatsächlich bestraft. Dabei foll es schon vor-gekommen sein, daß das bahnamtliche Organ bei der Untersuchung des Falles konstatieren mußte, daß auch Hunde und andere Tiere ihre Exkremente in den Nischen der Wiener Stadtbahn abzulagern pflegen und daß daher nicht in allen Fällen der wahre Schuldige zu eruieren sei. Im Hanptzollamt wurde ein Abort hergestellt, wenn man diese Einrichtung so nennen kann. Es wurde nämlich über dem Abzugkanal vom Beatrirbad ein Brett angebracht und dieses bildet das Klosett für die Blockwächter. Auch diese Frage ließe sich bei einigem guten Willen der Staatsbahnverwaltung leicht regeln. Es wäre wirklich an der Zeit, diesem Skandal in unserer Hauptstadt ein Ende zn bereiten. Sie Pkksoimllommissionrkmhlen bei den f. I. Aaatsbahnen. Direktionsbezirk Innsbruck. Wie aus der folgenden Darstellung des Wahlergebnisses zn entnehmen ist, wurden insgesamt 4040 Stimmen abgegeben. Hievon entfielen auf die sozialdemokratischen Kandidaten 2099 oder 51 9 Prozent, auf die Deutschnationalen 493 oder 12 2 Prozent, auf die Christlichsozialen 23 oder 05 Prozent, auf die Kandidaten separater Vereine 212 oder 5'2 Prozent der abgegebenen Stimmen. Leere Stimmzettel wurden 717 abgegeben, das sind 18 4 Prozent. Wir haben also keine Ursache, mit diesem Wahlresultat besonders zufrieden zu sein, wenn wir auch mehr als die Hälfte aller Stimmen für unsere Kandidaten erhielten. Die 18 4 Prozent leere Stimmzettel wären gewiß bei einiger Agitation zu gewinnen gewesen. Wir werden also für die Zukunft zn lernen haben. Geradezu schmählich haben die Deutschnationalen mit 12-2 Prozent, und die Christlichsozialen mit 0'5 Prozent abgeschnitten. Jetzt weiß man endlich genau, wie es mit der stets in die Welt posaunten Stärke .des „Reichsbundes" und des „Verkehrsbundes" bestellt ist. Dies festzustellen, war notwendig, weil es sich hinsichtlich der Nationalen um ein Tätigkeitsgebiet handelt, in welchem der bekannte Ingenieur Snskein Innsbruck seine Kräfte entfaltet, und bei den Christltchsozialen, weil der Direktionsbezirk Innsbruck in den noch größtenteils schwarzen^ Gebieten von Salzburg, Tirol und Vorarlberg liegt. Es ist eine Freude, das konstatieren zu können, weil die Eisenbahner im Direktionsbezirk Innsbruck damit unzweideutig bewiesen haben, daß sie der nationalen und christlichen Demagogie nicht zugänglich sind. Das gleiche Ergebnis zeigten auch die übrigen Direktionen, mit _ Ausnahme der tschechischen Gebiete, soweit die Wahlresultate Vor-liegen. Nachstehend das Wahlresultat: Sektion Diener. Dien st zweige , = s || S| 1 «.5 i jfUJ i S® iS ' $ Es.; 93 lß 7541 449 7301 442 Sentralbiriili..................... 94 Bahnerhaltung..................... 805 Stationsdienst................... 930i iüu «ü ZugbegtcitungSdienst . . . .4971 431 355 Heizhausdienst.................ü 114! 112! 48 Lokomotivsahrdienst .... Werkstatt«; und Materiatdepot 257 : 215 150 SK I 3 425 404| 313 14' 68| 1231 27 14! 35| 281 r Zusammen. Sektion Uirterbcamte ,plI2 273911773 299| ii i I 1 I 57 r> . 13.36 . i 15t) . 49 27! 21! 2 • 29 1 61 2 81:561 22 I 1 D i e p st z w e i g e Zentraldienst.................. Bahnerhaltung ...... Stationsdienst................ Zngbegleitungsdienst . . . tzeizhausdienst................ Lokmnotivsahrdienst . . . Merkstütte und Materialdevot S cj g| 2 ^ i| uEi|e cj= a'-g j?5 ‘ ' ' SS 88 123 •ii), o-S 10 87 121 1 js.S 1.5 S .3 E; £ ^ "E -sS Ü jo s? 118105 62! 58 22012101162| 30 43 41 32! 2 40; 141 68 11 24! 7| 23 72 Zusammen. ||928|877j326|l94j 28j 72 56 56 186 20 Von unseren Kandidaten sind demnach gewählt: In der Sektion Diener: Gruppe B BahnaufsichtS- und Bahnerhaltnngrdienst: Franz Frauculov^ Wächter, Aigen; Johann Siegel, Signalfchiosser, Landeck. Ersatz: Josef Klaushofer, Bahnrichter, Radstadt; Johann Graf, Wächter. Jmsterberg. Gruppe C Stationsdienst: Johann Maier, Blocksignaldiener, Schwarzach; Alexander Slnbncr, Magazinsdiener, Willen. Ersatz: Alois Leidinger, Oberverschieber, Salzburg; August Dicht, Weichenwächter. Strengen. Gruppe v Zngbegleitungsdienst: Johann Mühlberger, Kondukteur, Bischofshofen. Ersatz: Paul Schmid, Kondukteur. Salzburg. Gruppe E Heizhausdienst: Johann Popelka, Wagenaufseher. Lindau. Ersatz: Johann Prandauer, Werkmann, Landeck. Gruppe F Lokomotivfahrdienst: Unterguggenberger, Lokomotivführeranwärter, Wörgl. Ersah: Franz Pichler, Heizer, Wilten. Gruppe G Werkstätten- und Materialdepotdienst: Karl Emminger, Werkmann, Salzburg. Ersatz: Paul Drexel, Werkmann, Feldkirch. In der Sektion Unterbeamte: GruKpe D Zugbegleitungsdienst: Karl Schmoller, Obcrkondukteur, Salzburg; Lorenz Markgraf, Oberkondukteur, Innsbruck. Gruppe E Heizhausdienst: . Leopold Steucregger, Wagenmeister, Salzburg; Anton Permoser, Wagenmeister, Innsbruck. Gruppe F Lokomotivfahrdienst: Georg Kirschbichler, Lokomotivführer, Landcck; Franz Motzhammer, Lokomotivführer, Bischofshofcn. Gruppe G Werkstätten- und Materialdepotdienst: Anion Schmid, Werkmeister, Salzburg; Franz Hübner, Werkführer, Meran. Im Direktionsbezirk Wien. Die nachstehende Zusammenstellung der Wahlziffern im Direktionsbezirk--Wien zeigt folgendes Bild: Abgegeben wurden insgesamt 7739 Stimmen. Hievon entfielen auf: Die sozialdemokratischen Kandidaten 4798 Stimmen — 61 9 Prozent; die nationalen Kandidaten 352 Stimmen — 4 5 Prozent; die christlichsozialen Kandidaten 77 2 Stimmen — 9 9 Prozent; die Sonderkandidaten 147 Stimmen — 1'8 Prozent; leere Stimmzettel wurden abgegeben 1350 — 17 4 Prozent. Auch im Wiener Direktionsbezirk haben die Nationalen und Christltchsozialen jämmerlich genug abgeschnitten. Es ist recht so. Diese Verräter an den Interessen der Eisenbahner haben hietnit die richtige Antwort erhalten. Das Wahlergebnis. Sekü»n Nnierbeamtc. Dienflzweigk ü e ä.E oiö St r- Z§ 0 5 II sx 'S Deutsch-nationale j| 1° II r. 8 Zentraldienst . 49 9 Bahnerhaltung .... 85 11 8 • • Stationsdienst .... 61 151 74 Zugbegleitungsdienst . . 212 94 HeizhauSdienst .... . . 42 5 Lokomotivfahrdienst .* . Werkstätie u. Material» • * 380 • 127 • • • dcpvt 41 27 7 . Zusammen. . 1834 1807 ! i 779 238 310i 51 1 5 424 Sektion Diener. Dienstzweige e . 2 1 s 5 S I S I § n fy.h A.L a q i’S ZV » - D 1 tS) 'S 2 Z Zentraldienst .... Bahnerhaltung . . . Stationsdienst . . . . jj ZugbrßlcitunftSbicnft .; . veizhauSdienst................ Lokomotiosahrdicust . . Werkstätte u. Material-depot . . ................ ! 57 1 673 11408 i 662 j 102 j 354 i 783 Zusammen . . j’5905 5623 1019 16 98 114 101 199 95 4 s-e ! 25 ; 71 462 96 . 026 Unsere Kandidaten wurden demnach in folgenden Dtenstzweigen gewählt: Untcrbcamtc: Gruppe B BahnanfsichtS- und Bahne rhnltnngSdienst: Franz Haas, Bahnmeister, HörmannS. Ersatz: Gruppe D ZugbegleitungSdienst: Josef Wabitsch, Oberkondukteur, Wien I. Ersatz: Viktor Parzer, Oberkondukteur, Heiligenstadt. Gruppe F Lokomotivfahrdienst: Franz Hartenthaler, Lokomotivführer, Wien I. Ersatz: Johann ©tnejfol, Lokomotivführer., Wien I. Gruppe G Werkstätten- und Materialdepotdienst: Michael Schauhuber, MagazinSmeifter, Wien, Material* depot. Ersatz: Johann Jedlicka, Werkführer, Wien. Werkstätie. Diener: Gruppe A Zentraldienst: Franz Barta, Kanzleidiener, Wien. Ersatz: Josef Heinrich, Drucker. Wien. Gruppe B Bahnaufsicht«- und Bahnerhaltungsdienst: Johann Brandstättcr» Wächter, Bahrrerhaltungssektion LeoberSdorf; Johann Schubert, Bahnrichter, BahnerhaltungSsektiou Wien III. Ersatz: Josef Schilhavy, Signrlschloffer, Signalwerkstätte Wien; Josef Schoderböck, Wächter, Bahnerhaltungsiektion Wien III. Gruppe C Stationsdienst: Josef Sommerfeld, Blocksignaldiener, Wien I; Johann Decker, Oberverschieber, Wien II. Ersatz: Josef Süß, Blockwächter, Braunschweiggasie; Matthias Moser, Verschieber, Wien II. Gruppe D Zugbegleitungsdienst: Josef Schober, Kondukteur, Wien IL Gruppe E HeizhauSdienst: Michael v. Joanowitfch, Wagenaufseher, St. Pölten. Ersatz: Alfons ÜSebam, Oberheizer, Hütteldorf. Gruppe F Lokomotivfahrdienst: Martin Frühauf, Heizer, Hüttcldorf. Ersah: Josef Stumpf, Heizer, Wien I. Gruppe G Werkstätten- und Matcrinldepotdicnst: August Frank, Oberwerkmann, St. Polten, Wufstäüc. Ersatz: Franz Wagner, Oberlvcrkmann, Gmünd, Wcrfftäüc. Im Dircktionsbezirk Linz. Abgegeben wurden insgesamt 487 0 Stimmen. Hievon entfielen auf: Die sozialdemokrarischen Kandidaten 3440 Stimmen «- 70 6 Pr.zcnt. Die nationalen Kandidaten 262 Stimmen Prozent. Die christlichsozialen Kandidaten 2 Stimmen Prozent. Leere Stimmzettel wurden abgegeben 873 Prozent. Das Wahlergebnis: Sektion Untcrbcamte. 53 004 179 Diener. Di-nftzweigc tiiiiunr. bcmo'r'mtcn v.fliioitals Ungültig Bahnerhaltung . . . 247 223 Station............... 243 199 ZugbegleitungSdienst 181 170 HeizhauStienst . . . 122 14 Lokomotivfahrdienst . 48 48 Werkstätte und Matc--rialdepotdienst. . . 180______146 24 44 11 34 108 800 113 108 Dienstzweige |! !_ e ? §-o .2= 3 5 ‘Cjl e £ § 5 B tii -» 0 3 CG Zentraldienst 70 60 20 1 ■ 16 Bahnerholiung .... 123 123 1 17- 52 41 4 11 15 StationSdienst .... | 481 104 134 1 . !70i } 43 Zugbegleitungsdieiist. . I 47« 126 1 4 HeizhruSdicnst .... Lolomotivfa »dienst . . | 306 [ 299 223 223 34 1 7 136I j 40 Werksiätte u. Material- depot 81 81 35 33 1 14 Zusammen . . 1061 i 10401 763 262 2 15 140' 128 ii I i i I 1 I i Sekt o» Diener. Dienstzweige [I c ü Zentraldienst .... Bahnerhaltung . . . . Stationsdienst . . . . Zugbcgleitungsdicnst. . Heizhausdienst . . . . Lolvmvtivsahrdicnst . . Werküätte u. tlltaterial-dcpol .................... Zusammen. II jsl & " d) 49j 49 j 36 1030 976 691 :Jl538 Jl491| ®j?7 j 379 i 339i iil| i : 711; 698! 570 60 41 40 13 9 2711 [359:1 8 | 66 | 17 128| . 154; 833| 43 I 38091 3553 2677 I i I Unsere Kandidaten wurden in folgenden Dienst-Zweigen gewählt: Sektion Untcrbeamte: Gruppe B BahnaufsichtS- und Bahncrhnltungsdicnst: Nuftali Vogelfänger, Bahnmeister, Linz. Gruppe D Zugdcgleitungsdienst: Franz Hattinger, Oberkondukteur, Linz; Karl Tobcr, Oberkondukteur, Attnang. Gruppe F Lokomolipsahrdicnst: Richard Wammcrscy, Lokomotivführer, Linz; Ludwig Konrad, Lokomotivführer, Wels. Gruppe G Werkstätten- und Matcrialdcpotdicnst: Karl Ncmctz, Werkführer. Linz; Leopold König, Werkführer, Linz. Sektion Diener: Gruppe A Zcnlraldicnst: Leopold Zauner, Kanzleidiener. Linz; Ferdinand Aschböck, Kanzleigehitfe, Linz. Gruppe B BahnaufsichtS- und BahncrhaltungSdicnst: Johann Frcyschlag, Wächter, Linz; Joharn Peter, Signalschloffer, Linz; Karl Topf, Bahnrichter, Steyr; Alois Lchner, Wächter, Beendig. Gruppe C Stntionsdienst: Josef Kinninger, Wächter, Simbach; Franz Marksteiner, Oberverschieber, Linz; Martin Wahlmüller, Btocksignaldiener, Linz; Johann Zodcrbauer, Magazinsaufseher, Linz. Gruppe D Zugbcgleitungsdicnst: Franz Lugmair, Kondukteur, Linz; Karl Sandner, Kondukteur/Linz. Gruppe E Heizhausdienst: Franz Mayer, Werkmann, Sinz; Alois Lindingcr, Werkmann, Linz. Gruppe F Lokomotivfnhrdinst: Rudolf Huber, Lokomotivführeranwärter, Linz; Franz Roither, Lokonwtivheizer. Attnang. Gruppe G Werkstätten- und Matcrialdepotdicnst: Kajetan Weiser. W-rkmann, Linz; Karl Pricfner, Werkmann, Linz. Im Dircktionsbrzirk Olmütz: .Die nachstehenden Wahlresultate sind leider unvollständig. Wir Fönen daher nur jene Ziffern berichten, die uns bekanntgegcben wurden. Abgegeben wurden nach dem vorliegenden Resultat 1332 Stimmen. Hievon entfielen auf: Die sozialdemokratischen Kandidaten 1076 Stimmen v. 80 70 Prozent. Die nationalen Kandidaten 118 Stimmen 8 7 Prozent. Ungültig waren 108 Stimmen ~ 81 Prozent. Das Wahlergebnis: Unterbeamte. Dienstzweige Sojinlbcn.ohattn Station............................. 167 160 ZugvegleittmgSdienst ...... 64 42 Heizhausdientt.....................13 n Lokomotivfahrdienst. . . .... 67 63 Zusauuncn . . 311 276 Zusammen. . 1021 Unsere Kandidaten wurden in folgenden Dienst zweigen gewählt: Sektion Nutcrbcamte: Gruppe C StationSdiensi: Franz Polk, Stationsmeister, Freudenthal. Ersah: Franz Knappe, Platzmeister, HannSdorf. Gruppe D ZugbegleitungSdienst: Rudolf Körner, Obcrkonduktcur, Mährisch-Schönbcrg. Ersatz: Josef Stcrba, Oberlonduktcur, Jägerndorf. Gruppe E Hcizhausdienst: Robert Kiistner, Wagenmeister, Hannsdorf. Ersatz: Alois Hafran, Maschinenmeister, Jägerndorf. Gruppe F Lokomotivfahrdienst: Eduard Pobuhky, Lokomotivführer, Jägerndorf. Ersatz: Eduard Rabenseifner, Lokomotivführer, Mährisch Schöuberg. Sektion Diener: Gruppe B Bahnaufsichts- und BahncrhaltungSdicnst: Emanuel Schiffner, Wächter, Mährisch-Noustadt; Johann Faulhammer, Bahnrichter, Freudenthal. Ersah. Rudolf (Schrift, Bahnrichter, Freudenthal; Johann Thiel, Wächter, Freudenlhal. Gruppe C Slationssienst: Josef Uhrner, Stationsdiener, Hannsdorf; Eugen Machala, Verschieber, Mährisch-Schönberg. Ersatz: Konrad Weiser, Verschieber, Mährisch-Schönberg; Paul KaraS, Wagenschreiber, Jägerndorf. Gruppe D ZugbegleilungSdienst: Adolf Scholz, Kondukteur, Jägerndorf. Ersah: Leopold Schuppler, Kondukteur, Mährisch-Schönberg. Gruppe E HeizhanSdienst: Emil Heinrich, Werkgehilfe, Mährisch Schönberg. Ersatz: Karl Groer, Werkgehilfe, Mährisch-Schönberg. Gruppe F Lokomotivfahrdienst: Karl Schmachtet, Lokomotivführeranwärter, Hannsdorf. Ersatz: Ernst Englisch, Heizer, Jägerndorf. Gruppe G Werkstätten- und Materiakdepotdienst: Alois Burkert, Werkmann, Jägerndorf. Ersah: Adolf Proksch, Werkgehilfe, Jägerndorf. Sie Gesetzgebung der Bereinigten Staaten über den Mendatzndienst. Die Gesetzgebung der 33cte;nigfcn Staaten tion Nordamerika hat im Jahre 1911, insoweit sie entweder den Schutz der Eisenbahnbediensteten betrifft oder auf die Dienstesvcrrichtungen derselben Bezug hat, einen ziemlichen Umfang angenommen. Das Hauptgewicht wird in letzter Zeit auch auf die Ausbildung des Personals gerichtet, was sich ebenfalls in der Gesetzgebung äußert. Bestimmungen, die die Zulassung in eine Dienstes-kategorie von einer Probezeit oder Prüfung abhängig machen, wurden in vier Staaten getroffen. Massachusetts verlangt, daß Lokomotivführer eine zweijährige Praxis als Heizer oder Lokomotivführerhelfer haben müssen, während Kondukteure zwei Jahre als Bremser fungiert haben müssen. In Michigan müssen Lastzugslokomotivführer ebenfalls drei Jahre als Heizer und Personenzugslokomotivführer, zwei Jahre in der Eigenschaft als Lokomotivführer bei Lastzügen gedient haben. Kondukteure müssen zwei Jahre als Bremser, Telegraphisten aber müssen 30 Tage unter einem erfahrene» Telegraphisten gearbeitet haben; außerdem müssen die letzteren mindestens ein Alter von 19»Jahren haben. Als Signalmann muß jemand vorerst eine dreimonatige Dienstzeit als Bremser mitmachen. In Indiana wurde ein Gesetz für bestimmte „Mannschaftsgruppen" geschaffen, welches bestimmt, daß von jeder Gruppe mindestens zwei Mann einen Signalkurs bestanden haben müssen. In Idaho müssen Lokomotivführer, Kondukteure, Heizer, Bremser, Verschieber oder Signalleute englisch lesen, schreiben und sprechen können. Einige Gesetze bestimmen das Minimum an Mannschaft bei den Zügen. Ein Passagierzug in Nevada mit zwei Waggons oder weniger muß vier Männer zur Bedienung haben, in anderen Staaten genügt die gleiche Mannschaft für vier Waggons; Pennsylvanien verlangt für vier oder mehr Waggons sechs Männer. Die Staaten, die nach dieser Richtung Gesetze erließen, sind: Kalifornia, Nevada, Ohio, Pennsylvania und Washington. Das Pennsylvaniagesetz verlangt außerdem, daß der letzte Waggon eines Personen- oder Erpreßzuges eine Plattform haben muß, außerdem einen Führerraum mit Heizvorrichtung. Ein Gesetz in Jndiania verlangt hingegen wieder ein Minimum der Verschubmannschaft. und zwar wird festgesetzt: Lokomotivführer, Heizer, ein Vormann und zwei Helfer. Diese dürfen keinerlei andere Verrichtungen vornehmen, solange sie beim Verschub I beschäftigt sind: der Vormann sowie ein Helfe" müssen außerdem ein Jahr als Bremser gedient haben. Ein Bundcsgesetz macht ferner zur Pflicht, daß Postwagen gesund und sanitär sein müssen, bgß nach dem 1. ^ult 1911 Waggons mit Holzkonstruktion nicht zwischen der Lokomotive und den Waggons mit Stahlkonstruktion laufen dürfen, nach dem 1. Juli 1916 aber müssen alle Postwagen Stahlunterbau haben. Das Blocksignalsystem bildet den Gegenstand von Gesetzen in Indiana, Minnscta und Wiskonsin. Ein Bundesgesetz aber ermächtigt die Interstate Cornrnerco Commission zu einer Ausgabe von 25.000 Dollar zur Untersuchung über die Benutzung von Blochsignalen, die Einrichtung der automatischen Zugskontrolle und zur Annahme solcher Entwürfe. Verschiedene andere Schutzmaßregeln beinhalten die Gesetze mancher anderer Staaten. Arkansas verlangt die Versicherung der Kreuzungs- und Hcrzteile der Schienen, um die vielen Fußverletzungen der Bediensteten hintanzuhalten; ein Gesetz dieses Staates verlangt auch die Beleuchtung der Weichen zur Nachtzeit. Oregon bestimmt hinsichtlich der Kreuzungs- und Hcrzteile der Schienen da? gleiche wie Arkansas, bestimmt auch noch, daß Sisinalleute lesen, schreiben und englisch sprechen können müssen. In Indiana müssen sowohl auf elektrisch betriebenen als auf Dampfbahnen Handbremsen angebracht fein. 5Det gleiche Staat bestimmt auch die Hohe und den Abstand der LeiiungSstangen für die Leitungsdrähte von elektrischen Bahnen oder Telegraphen, Telephons u. s. w. Um die bei Ausbesserung der Strecke beschäftigten Arbeiter gegen die Witterungseinflüsse zu schützen, bestimmt Oregon, daß für mindestens fünf Arbeiter eine Unterkunft zu errichten sei. Tic Lichtstärke des Loko-motivhauptlichtcs schreiben die Staaten Florida mit 2500 Kerzenstärken, Süddakota mit 1500 Kerzen stärken vor, wähl end Kansas und Wiskonsin bestimmen, daß das Licht auf eine Distanz von 800 Fuß in normalen Nächten zu scheu sein muß. Den größten Raum in der Gesetzgebung nimmt die Kesselinspektion ein. Indiana ernennt einen Kesscl-inspcktor, der regelmäßige Inspektionen vorzunehmen hat und die Beschaffenheit der Kessel vorschreibt: Texas verlangt noch dazu Luftbrcmsen. Vermont sieht erst eine Gesetzgebung über die Kessekinspcktion vor, aber nicht nur für Eisenbahnen, sondern auch für andere Betriebe, während ein Bundesgesetz einen Chefinspektor und zwei Inspektoren ausschließlich für die Kcsselinspek-ttotten bei den Eisenbahnen ernennt, die ihn zu assistieren haben. Der Chefinspektor teilt die Vereinigten Staaten in 50 Distrikte, woselbst immer ein Inspektor durch die Interstate Commerce Commission ernannt werden soll, der die Pflicht hat, alle in seinem Distrikt befindlichen Lokomotivkessel zu untersuchen und Defekte anzuzeigen. Kessel, die Defekte aufweisen, dürfen nicht eher in Benützung genommen werden, bis diese Defekte wieder behoben sind. Unfälle, die durch solche Defekte hervor-gerufen wurden, sollen ebenfalls angezeigt werden; die Interstate Commerce Commission kann solche Berichte abvcrlangen. In Connecticut wird weiters noch festgesetzt, daß jede Person, die Kenntnis von einem Kesseldesekt erlangt. diesen den Inspektoren zur Kenntnis bringen oll, der dann das Weitere veranlassen muß. Der Name des Anzeigers darf nicht verraten werden. In diesem Staate müssen die Eisenbahngesellschaften außerdem Unfälle überhaupt zur Anzeige bringen, die dann in einem Buche verzeichnet zur Einsichtnahme des Publikums aufliegen. Verschiedene andere Maßregel zum Schutze der Arbeiter trifft noch der Staat Washington, zum Beispiel dadurch, daß er vorschreibt, es seien Gebäude und sonstige Einrichtungen für die Bequemlichkeit der Beschäftigten zu errichten; auch in diesem Staate bestellt ferner die Anzeigepflicht für Unfälle, die Lokomotiven sind mit Tampfbremien zu versehen, die automatische Kuppelung der Waggons wird vorgeschrieben. Fußtritte und Fußbreiter und anderes. Die Schienenkreuzungen müssen in diesem Staate ebenfalls versichert sein und schwere Geldstrafen sind schließlich festgesetzt für alle Übertretungen dieser Bestimmungen. —B.— Hebet die Verhältnisse der Eisenbahner in elf enroväischen Ländern gibt eine interessante Arbeit Aufschluß, die im Auftrag des Internationalen Kongresses für gesetzlichen Arbeiterschub von 1910 vom Internationalen Arbeitsamt in Basel hergcstellt und dem diesjährigen in Z ürich stattgehabten Kongreß vorgelegt wurde. Von einem Teilnehmer des Kongresses wird uns darüber geschrieben: Vom Kongreß in Lugano (1900) wurde das Bureau der Internationalen Vereinigung für gesell lieben A'lleiterschutz (Präsident: Ständerat Genosse H. Scherrer [St. Gallens) beauftragt, auch 'über den Schutz der Eisenbahner und Verkehrsarbeiter Bericht zu erstatten. An die Sektionen und an die Regierungen Europas wurde ein entsprechender Fragebogen geschickt, der eine Fülle von Material zurückbrachte. ES ganz zu bearbeiten, war bisher noch nicht möglich (man hofft, bis 1913 fertig zu werden), weshalb das Internationale Arbeitsamt, geleitet von Professor Dr. Stephan Bauer, einstweilen eine Ausstellung über die Arbeitszeit, die R uhepause u und die Urlaube des E i f e n b a h n p c r s 0 n a l s anfertigte, und zwar über die Verhältnisse in Deutschland, Belgien. Finnland, Großbritannien. Ungar», Italien, Frankreich, Norwegen, Niederlande, Schweden und in der Schweiz. Um diese für unsere Leset sehr wichtigen Ergebnisse etwas verständlicher zu machen, sind wir gezwungen, die umfangreiche Tabelle zu zerlegen und zu erläutern, wobei in erster Linie folgendes zu beachten ist: A heißt Tauer der Tienstbereitschaft in Stunden. B „ Dauer der täglichen Arbeitszeit in Stunden. C . ununterbrochene Ruhezeit innerhalb 24 Stunden. D „ Dauer eines Ruhetages in Stunden. 4 F „ Zahl der Urlaubstage per Hahr. I „. mindestens. () bedeutet Ruhezeit außerhalb de» Wohnortes. Nehmen wir »zunächst das Personal der Bahnhöfe und des A b f e r t i g u n g s d i e n st e s. Es wurde folgendes ermittelt: A B C DB Deutschland ...............[10 8 [8 24 3-8 [10 (14) 1-2 (13) Belgien....................10-16 »Finnland..................12-18 Frankreich.....................— Großbritannien...............6-12 Ungarn ......... 12 Niederlande...................12 Italien....................10 12 B 8 (12) 9 01) 12-16 12 8-12 12 12 12 9 (8) 6/12 Sst8) 12 S?7) 24 32 24 21 28 18 (36) 10 11 8-9 9 30 32 28 24 6/15 8-28 7-20 11 : V . 8.40-9.50 B 9 (11) 10 12 12 10 10 11 12 9 Oj.6) 12 11 24 24 E 3-8 24 24 — 24 8-9 — - 32 Norwegen......................— Schweden . ................. Schweiz......................16 Dazu ist noch zu bemerken, daß in Ungarn die Abzugs- und Antrittswege der Diensttuer auf dem Be-triebsgelände eingerechnet wird, daß Pansen von 5 bis 10 Minuten, die der Betrieb nicht regelmäßig mit sich bringt, bald in die Marimalarbeitszeit eingerechnet, bald überhaupt ausgeschlossen werden. In einigen Ländern ist'eilte ununterbrochene Nachtruhezeit zwischen zwei aufeinanderfolgenden Dienstschichten überhaupt nicht vorgeschrieben. Ter Arbeitsweg gilt in den meisten Ländern als Ruhezeit! Nur in einem Lande hat man eingesehen, daß der oft weite Weg nach Hause alles andere denn Ruhezeit ist. Ueber die Verhältnisse beim t u n g s p e r s o n a I wurde folgendes Z u g b e g l e i-festgestellt: Deutschland......................[14 B 11 12-18 10 10-12 10*18 11-15 6-8 11 0 Ä 9 (7) D 24 E 3-3 24 32 24 28 21 6-15 10(18) 3 (7) 2 8 9 10 24 1£)2) 24 30 32 8-28 7-20 14 14 18 Belgien........................13 Finnland......................12-18 Frankreich....................12'/, QSrofjbriumcn................10- >2 Unaarn......................10-'18) Ita ien .....................11-15 Norwegen..................... — Niederlande.................. 10 Schweden ........ 8.40 Schweiz.........................[14 Für da» Personal des N a ch t dienstes gelten in dxei Ländern keine Vorschriften über die Tagesruhezeit. In anderen schwankt sie zwischen 6 bis 18 Stunden. Als Nachtzeit gilt in drei Ländern die Zeit von 6 bis 6 Uhr, in den übrigen ist sie ungemein verschiedenartig geregelt: 12 bis 1/q4 Uhr in Italien, 10 bis 5 Uhr in Norwegen und Niederlande, 11 bis 4 lthr Baden; ebenso verschiedenartig sind die Vorschriften über die Anzahl von Tagen, an welchen ein Eisenbahner ohne Unterbrechung im Nachtdienst beschäftigt werden kann: ein Monat in Ungarn und Schweden, 14 Tage in Frankreich und Italien: höchstens 7 Tage in Finnland. Ueber das Zu g b e f ö r d e r u n g 8 - (L o k o m ö-t i v) - p e r s o n a I sagt die Tabelle das folgende: Deutschland A 110 (14) 13 B 18 (18) C I 8 (6) 9 (8) 6-12 f 10 (7) D 24 E 3-8 32 32 24 28 24 6-15 3-8 6-28 7-20 14 Belgien................. Fimi and ...................... — 12-18 Frankreitz . . \.............. 12 10 Großbritannien ..... 8-12 8-12 Ungarn......................12-( 18) 12-(18) 12-C18) 24 Italien ...................10-13 — 9 (7) 24 Norwegen........................ — — — — Niederlande..................... 10 — — 28 — Schweden...................... 8-8.40 6-7.20 8-9 30 14 Schweiz......................... 14 11 10 32 [8 Man sieht: die Verhältnisse sind in den einzelnen Ländern ungeheuer verschiedenartig. Zum Beispiel wird für Nachtarbeit 25 Prozent Lohnzuschlag bezahlt nur in Norwegen, Ungarn, hie und da in Schweden und in der Schweiz. In den anderen Ländern gibts für die weit anstrengendere Nachtarbeit überhaupt keinen Zuschlag! Fast in jedem Lande hat es der Dienstchef in der Hand, nach eigenem Ermessen Uebcrzeitarbeit anzuord-neu! Die Eisenbahner oder ihre Vertrauensmänner werden gar nicht gefragtl Es folgt nun das B a h n b e w a ch st n g s p e r-sonal: Deutschland ..... Belgien................ Finnland................ Frankreich ............. Großbritannien . . . Ungarn .................... Italien . . . ...........14 Norwegen....................■— Niederlande , ...........16 S.weden .... Schweiz . ............ Der UeberSang von Tag- zu Nachtschicht wird in Belgien durch Ersatzpersoual durchgcführt. In anderen Ländern abwechselnd durch Verlängerung des Normal-stundcntages oder durch Ersatzpersonal. Nur in zwei Ländern gibt es einen 32stüudigen Ruhetag: Finnland und Schweiz. Schweden gibt eine 30stünd,ge Wochen-ruhe^auf den Privatbahnen, die meisten übrigen Länder 24 Stunden. Die Urlaubstage betragen im Maximum nach einer bestimmten Zahl von Dicnstjahrcn samt den Ruhetagen 80 Tage in der Schweiz. 72 in Frankreich, -18 in Beligcn, 42 in Ungarn, 51 in den Niederlanden, 5ti in Baden. (Die deutschen Zahlen beziehen sich in der Hauptsache auf Baden.) Ueber die Verhältnisse des Personals der Bahner Haltung sagt die Statistik folgendes: A B C d E (14) 12 (14) 16 24 3-8 12-16 12-16 8-12 24 28 12-18 12-18 6-12 32 24 —- 12 9 (8) 24 6-15 10-12 10-12 — 12 12 24 8-28 14 14 7 24 7-20 —- — —• 14 16 — 28 — 11 8-9 30 14 16 (12) 11 9 32 [8 Gelesene Nummer» des „Cisenbahncr" wirst man utcht weg, sondern gibt sie an Gegner und Indifferente weiter. 1— —— - --- 6-15 8-28 7-20 14 14 18 Deutschland Belgi-m . . Finnland . Frankreich.................. — Großbritannien.............. — Ungarn...................... 12 Italien..................... 10 Norme-' .................... — Niederlande ............... 16 Schweden.................... 12 Schweiz..................... 16 Für Beschwerden des Personals bestehen Arbeiterkomitees in Großbritannien: ferner seit 18. April 1911 in Italien, in Baden: in Schweden existieren bei den Privatbahnen 3 Bezirkskomitees und 1 Schiedsgericht für Eisenbahner, das aus 3 Mitgliedern der Arbeitgeber (Syndikat der Eisenbahngesellschasten) und^3 Mitgliedern des Verbandes der Angestellten besteht. Für die Schweiz werden angegeben: Ausschüsse für einzelne Ar-beiterkategoricn. Belgien ist hierin furchtbar weit zurückgeblieben, denn dort sind — ganz wie beim Gesinde im rückständigen Preußen! W Kollektivreklamationcn verboten! Für Frankreich liegt dem Parlament seit November 1911 ein diesbezüglicher Gesetzentwurf vor. Zum Schlüsse seien hier angefügt die Angaben über die Verhältnisse der Werkstätten- und M a g a z i n a r b e i t e r: A Deutschland .... 11 Bel neu ...... W 10 Finnland................W 9-9'/. Frankreich ..... ‘ — Großbritannien . . — Unaarn.................... 12 Itali n.................. 10-12 Norwegen ..... W 11 Niederlande .... — weben Schwe.z B 9 W 8'/. W 10 10-12 W9'/, C W12Y, M 12'/, 12 8 (7) 8-9 E 3-8 6-15 8-28 7-20 - 14 24 — D 24 24 24 24 24 - 32 14 18 - W9'/,-lO . . M16 W13 Mil W 10 Zur ersten Hilfe bei Betriebsunfällen des Personals bestehen bei den meisten (nicht bei allen) Bahnverwaltungen Rettungskästen und Samariterkurse, damit einer dem anderen sofort behilflich sein kann. Besondere Lahnärzte, die auch mit der Führung der Krankenstatistik betraut sind, bestehen nur in Baden und Finnland. In anderen Staaten bestehen lediglich Vertrauensärzte. Schutzvorrichtungen, insbesondere Temperaturschutzvorrichtungen für das Lokomotivpersonal, sind in sehr verschiedenartigem Umfang vorhanden. Soweit der Teil des Materials, der bearbeitet werden tonnte, der also noch sehr lückenhaft ist. Ter Kongreß von 1012 (10. bis 12. September in Zürich) hat die Absicht kundgetan, dieses Material bis 1913 wesentlich zu vervollständigen. Es wurde folgende Resolution einstimmig angenommen: „1. Das Bureau wird beauftragt, an die Eisenbahnverwaltungen mit dem Ersuchen heranzutreten, die Tabellen über Dienstbereitschaft, Arbeitszeit, Nachtruhe. Urlaube, Ruhetage zu vervollständigen. 2. Diese Tabellen sind sodann nebst den übrigen Ergebnissen der im Zuge befindlichen Erhebung einer Spezialkommission vorzulegen. Diese hat noch vor der nächsten Delegierten-vcrsammlnng zu berichten: a) über die Verschiedenheit der Unsallstärke derselben Kategorien des Personals in verschiedenen Ländern, und womöglich über die Ursachen dieser Verschiedenheit: b) über die Verschiedenheit der Dicnsteinteilungen (Dienstbcreitschaft, Arbeitszeit, Ueberzeit, Ruhezeit, Dauer des Ruhetages, Ur-laubstage) und über die nachweisbaren Ursachen dieser Verschiedenheit: c) über die Einrichtungen zur Verhütung von .Konflikten betreffs Arbeitszeit und Lohn im Eisenbahnwesen und ihre Ergebnisse: d) über die Grundlagen der Krankenstatistik im Eisenbahnwesen. 3. Die Spezialkommission ist ermächtigt, analoge Untersuchungen über die Arbeitsbedingungen der Telegraphisten (einschließlich Telefunken) und Telephonisten einznleiten." Man beschloß ferner, an die einzelnen Negierungen Gesuche betreffs Vervollständigung der Erhebungen über Urlaube zu senden. An einem Beschluß betreffs V e r l an aerung der Urlaube wagte man sich leider n:cht heran. Es sind eben in der Mehrzahl bürgerliche Philäntropen. die die Kongresse dieses bürgerlichen Vereines beeinflussen, und die wenigen Arbeitervertrcter darin sind nicksts wie Buben in der Hand der Drahtzieher. Es sind halt die Vertreter der christlichen und Hirsch-Dunckerschen Arbeiter, die Giesberts, Wieher, Tischendörfcr und Konsorten, die nie den Mut haben, Arbeiterforderungen gegenüber Negierungsvertretern zu verteidigen. So oft einer der Regierungsbureaukraten auf dem Kongreß die Stirn in Falten legte, ließen diese „Arbeitervertreter" alles an Forderungen der Arbeiter feige im Stich und duckten sich! Cs geht hier wie auf allen anderen Gebieten: Die aufgeklärte, denkende Arbeiterschaft muß sich selber helfen! Sie kan» und darf sich auf niemand sonst verlassen, sonst ist sie verraten und verkauft! Die Regierungen geben immer erst nach, bewilligen immer erst dann ein weniges, wenn die organisierten Arbeiter es nachdrücklichst fordern und mittels einer starken Organisation ihren Forderungen den nötigen Nachdruck verleihen können. T Rob. Albert, Zürich. 9ie christlichen Gewerkschaften in Jeutschland. In den letzten Tagen wurde in Dresden der achte Kongreß des Gcsamtverbandes der christlichen Gewerkschaften Deutschlands abgchalten. Es waren etwa 200 Delegierte erschienen. Die Verlegung des Kongresses nach Sachsen hatte natürlich propagandistische Absichten, denn in Sachsen ist bisher eine christliche Gewerkschaftsbewegung fast gar nicht vorhanden. Ist doch gerade Sachsen das industrielle Land des Deutschen Reiches, die Hochburg der Sozialdemokratie, und stellt eines der stärksten Korps zur Zweieinhalbmillionenarmee der freien Gewerkschaften. ES waren denn auch die ganzen Verhandlungen des Kongresses in keiner Weise inneren Verbandssragen oder der Beratung gewerkichaftlicher Probleme, etwa der Taktik in Lohnkämpfen, dem Unter-stützungswesen, den Unternehmerverbänden und dem zunehmenden Unternehmerterror gewidmet, sondern alle. Reden trugen agitatorischen Charakier, polemisierten ausschließlich gegen die Sozialdemokratie und die freien Gewerkschaften. Nun ist ja in den letzten Monaten die deutsche Oeffentlichkeit mächtig durch den bekannten Gewerkschaftsstreit erregt worden, der aus dem Gegensatz der Berliner und Kölner Richtung hervorgewachsen ist. Es handelt sich hiebei, um es kurz noch einmal zu wiederholen, darum, daß die christlichen Gewerkschaften bei der Aufnahme ihrer Mitglieder keinen Unterschied machen, ob die Leute katholisch oder evangelisch sind, und daß sie, wenn auch nur für den äußersten Fall und selbst das nur in der Theorie, den Streik als Waffe benützen zu wollen erklären, während die sogenannten katholischen Fachabteilungen (Sitz Berlin) in engstem Anschluß an die katholisch-konfessionellen Arbeitervereine stehen, nur Katholiken ausnehmen und schlankweg den Streik als unerlaubtes Mittel ablehnen. Die christlichen Gewerkschaften haben eine ihrer Hauptstützen in der westdeutschen katholischen Geistlichkeit, namentlich in dem verstorbenen Erzbischof Fischer von Köln, die Fachabteilungen dagegen in dem Klerus des inbiutriecivmen deutschen Ostens, an dessen Spitze der bei Kaiser und Reich sehr einflußreiche Kardinal-Erzbischof Dr. Kapp in Breslau steht. Man nennt nun jenen Teil des Klcrikalismus, der den christlichen Gewerkschaften gewogen ist, die Kölner Richtung, den anderen die Berliner Richtung. Wie bekannt, hat der PflPft vor einigen Monaten in der denkbar schärfsten Weise für die Berliner Richtung Partei genommen und über die Kölner Richtung beinahe den Bann ausgesprochen. Es ist das sehr begreiflich, wenn man die ganze Ent-Wicklung des deutschen Klerikalismus und seines politischen Ausdruckes, der Zentrnnispartei. betrachtet. Diese einst demokratisch-kleinbürgerliche Partei ist. je mehr der Mittelstand zusgmmenschrumpfte und die Arbeiter sich vom Klerikalismus freimachten, immer mehr zu einer Partei des Großagrariertums und der Großindustrie geworden und da paßte es den Oberen nicht mehr, daß ihre politischen Hilfskräfte, die christlichen Gewerkschaften, einen — wenn auch noch io abgeschwächten — selbständigen Arbeiters!andpunkt entnahmen. Anderseits ist für die christlichen Gewerkschaften das Festhalten an diesem Standpunkt, und sei es auch nur ein scheinbares, auf die Massenwirknng berechnetes Festhalten, eine unumgängliche Taseinsbedingung, ohne deren Erfüllung die christlichen Gewerkschaften einfach aufhören würden zu existieren, wie denn auch die katholischen Fachabteilungen absolut bedeutungslos und in der Oeffentlichkeit so gut wie unbekannt sind. Es war von vornherein selbstverständlich, daß auf dem Kongreß in Dresden, -aus dem 360.000 Mitglieder der christlichen Gewerkschaften vertreten waren, dieser Standpunkt scharf zum Ausdruck kommen mußte und das ist auch in den Reden des Generalsekretärs Steger-wald (Köln) und selbst des Reichstagsabgeordnetcn von Essen. Giesberts, .geschehen, jenes Giesberts. der sonst ein unbedingter Gefolgsmann des Zentrums ist. aber bei seiner großen Klugheit es stets vermeidet, sich dabei allzu sehr mit den Interessen der Arbeiter in Widerspruch zu sehen; wenigstens in Worten —die Werke sind die Abstimmungen der Zentrumspartei, die dem deutschen Volk immer schwerere Rüstungen, immer neue indirekte Steuern, immer höhere Zölle bringen und ihm zu guterlebt auch noch die Selbstverwaltung der Kranten-versicherung geraubt haben. Wenn man diese Stellungnahme des Dresdener Kongresses im Gewerkschaftsstreit feststellt, so ist man auch schon mit seiner ganzen Arbeitersreundlichkeit fertig und selbst diese Stellungnahme ist, wie wir gesehen haben, nur aus nacktem Eigennutz zu erklären: Die christlichen Gewerkschaften müssen stark bleiben, damit die Arbeiter noch weiter dem Zentrum und — sofern cs sich um evangelische Mitglieder handelt den konservativen Wahlrechtsseinden und nationalliberalen Scharfmachern in den Sattel helfen. Es war ja überaus bezeichnend, daß der millionenreiche Graf v. Carmer-Zieserwitz, der Reichstags- und Landtagsabgeordnete von Breslau-Land, namens der Junkerpartei diesem Ar-beitcrkongreß versichern durfte, daß die Interessen der Arbeiter bei niemand so gut aufgehoben seien wie bet den Konservativen; und kein Mensch lachte dabei! Wohl hat der Kongreß der Christlichen auch sozialpolitische Referate gehört und sich für die Forderungen der internationalen, sozialpolitischen Kongresse, an denen Vertreter aller sozialpolitischen Kreise, auch der sozialistischen Gewerkschaften, teilnehmen, ausgesprochen, ©d zum Beispiel für reichsgesetzliche Regelung des ArbeitS-nachweiswescns, für öffentliche Arbeitslosenversicherung und, bevor sie durch Gesetz eingeführt wird, für das Genter System der städtischen Zuschüsse zu den Arbeitslosenkassen der Gewerkschaften. Es wurde auch Vermehrung deS Arbeiterschubes in der Großeisenindustrie gefordert. Aber es war doch ausfallend, daß die Debatten über alle diese Angelegenheiten immer wieder nur zu den heftigsten Angriffen auf die Sozialdemokratie und die freien Gewerkschaften ausgenützt wurden. Von den Unternehmern war nur ganz nebenbei die Rede. So stimmte denn das Bild dieses Kongresses ganz gut zu der Heldentat, die die christlichen Gewerkschaften sich bei dem großen Bergarbeiterstreik im Ruhrrevier geleistet haben, wo sie nicht nur abseits standen und den Streik der vereinigten sozialistischen» liberalen und polnischen Arbeiter zu brechen halfen, sondern wo sie überdies zuerst und viel kräftiger als die Scharfmacher selbst den Schrei nach Militär und drakonischen Urteilen erschalle» ließen. Jetzt freilich tun sie, als bedauerten sie diese Urteile. Aber sie selbst, die die Machtstellung des Unternehmertums, der wüstesten Scharfmacher, eben erst so gestärkt, können sich jetzt nicht genug darin tun. dem sozialistischen Bergarbeiterverband die Schuld daran zu geben. Indessen wird das emsige Bemühen der „Christen", sich zu verteidigen, Wohl überall nur als die Folge der Erkenntnis angesehen werden, daß sie sich als die 2l n geklagten' fühlent Herr Spalüwsky und die anderen christlichsozialen Arbeitervertreter Oesterreichs. frje Bei dem Kongreß waren, werden allerdings vollstes Seelenverständnis dafür wie für die ganze Richtung haben. Sie vertragen sich ja mich so sehr gut mit ihren Agrariern und Scharfmachern. Der frühere preußische Handelsminister v. Berlepsch trat in einer längeren Rede entschieden für sein Lieblingsprojekt, das Reichseinigungsamt, ein, dem er weitgehende Befugnisse geben will. Selbst von Giesberts mußte sich Herr v. Berlepsch auf den unbeugsamen Widerstand der Jndustriekönige Rheinland-Westfalens gegen jeden solchen Versuch Hinweisen lassen, der solche Vorschläge als Utopie erscheinen läßt. Aber wenn Herr V. Berlepsch gar nicht begreifen wollte, warum die sozialistische Arbeiterschaft ihr ganz unberechtigtes Mißtrauen gegen den Staat und seine Organe nicht ausgeben wolle .... auf diesem Kongreß konnte er die Gründe dieses Mißtrauens allerdings nicht erfahren. Denn Arbeiter, die mit allem stets und grundsätzlich zufrieden sind und sich ausschließlich nur gegen ihre Klassengenossen wenden, hie lernen den Vater Staat nicht kennen! Jas »oalitiousrecht der Ksenbahner in Sahen». Von L. Brunner (Berlin). Ter Süddeutsche Verband für das Eisenbahn- und Postpersonal, neben der Reichssektion der Eisenbahner des Deutschen Transportarbeiterverbandes die einzige Organisation unter Hunderten in Deutschland, in der die in Staatsbetrieben Beschäftigten freigewerkschaftlich organisiert sind, hatte während der letzten Jahre sehr gute Fortschritte zu verzeichnen. In allen drei Bundesstaaten, Bayern, Baden und Württemberg, auf die sich das Organisationsgebiet dieses Verbandes erstreckt, war die Entwicklung eine gleich gute, und soweit Baden und Württemberg in Frage kommt, das Verhältnis zu den anderen Eisenbahnervcrbänden, nationale, Hirsch-Dunckersche, christliche u. s. w.. ein leidlich gutes. Nicht so in Bayern, wo der Süddeutsche Verband dein zentrumschristlichen Bayrischen Eisenbahnerverband nicht unerheblichen Abbruch verursachte. Das Zentrum sah die Mitglieder seines Eisenbahnerverbandes schwinden, was für dies gleichbedeutend mit einem Rückgang der Wahlstimmen war und deshalb Anlaß genug, die Regierung gegen den „staatsfeindlichen, sozialdemokratischen" Süddeutschen Eisenbahnerverband scharf zu machen. Von den 156 Sitzen des Bayrischen Landtages hat das Zentrum 92, also die Mehrheit besetzt, und diese Macht im Parlament sucht es mit aller Entschiedenheit, aber auch mit aller Rücksichtslosigkeit auszunützen und dauernd zu festigen. Die politische Hetze führte dazu, daß die Negierung Beobachtungen und Erkundigungen über das Wirken des Süddeutschen Verbandes veranstaltete und am 15, August erließ der Verkehrsminister v. Fraueu-dorfer eine Verfügung, die sich gegen den Verband richtete. Es wurde darin gesagt, daß sich in dieser Vereinigung eine Richtung bemerkbar mache, die sich der Sozialdemokratie nähere. Die Beamten und Beamtenanwärter wurden vor dieser Richtung gewarnt. Es wurde behauptet, daß der Eisenbahnbeamte^ mit Rücksicht auf feinen Treueid zur monarchistischen Ätaatsverfassung zu halten habe. Den Eisenbahn- und Postleitungen wurde aufgegeben, in Zukunft Beobachtungen darüber anzu-stellen, ob eine engere Zusammengehörigkeit zwischen dem Verband und der politischen Sozialdemokratie nuftreten werde. Die sozialdemokratische Fraktion brachte darauf folgende Interpellation im Landtag ein: „Was hat die bayrische Staatsregierung zu ihrem Erlaß vom 15. August 1911 veranlaßt und wie will sie die Gesetzmäßigkeit desselben begründen?" Der Abgeordnete Roß Häupter begründete die Interpellation, wobei er unter anderem daraus hinwies, daß das Zentrum, um seine Organisation als die allein seligmachende hinzustellen, das vollständige Verbot des Süddeutschen Eisenbahnerverbandes fordere. Der Redner warnte vor gewaltsamer Unterdrückung, es sei ganz ausgeschlossen, daß inan den Arbeitern dauernd die gesetzlichen Rechte entziehen könne. .Herr v. Frauendorfer tat nun keineswegs, was das reaktionäre Zentrum von ihm gefordert hatte. Er trug den Forderungen dieser zur Zeit mächtigen Partei in vielen Punkten Rechnung, erklärte aber, daß ein strikter Nachweis darüber, daß der Süddeutsche Verband sozialdemokratische Politik treibe, nickt erbracht sei. Daher könne er seinen Eisenbahnern die Zugehörigkeit zu diesem Verband nicht verbieten. Würde er es trotzdem tun, so müsse er konsequenter Weise diejenigen maßregeln, die sich trotzdem anschließen oder nicht austreten würden. Die Beamten müßten zu diesem Zweck aber vor den Disziplinargerichtshos gestellt ^werden. Käme dieser zu der Ueberzeuguug, daß der Süddeutsche Verband keine sozialdemokratische Politik treibe, so würde die Disziplinarstrafe aufgehoben und das Verkehrsmi nisten um lächerlich gemacht. Der Verkehrsminister hatte damit dem Zentrum eine arge Niederlage bereitet. Es war aber für jeden Verständigen von diesem Augenblick an klar, daß das Zentrum nun nicht nur den Kampf gegen den verhaßten Süddeutschen Verband, sondern auch gegen den Minister führen würde. Und dieser Kampf wurde in der Tat von ihm mit dnrckschlagendein Erfolg geführt. Nicht mir der Verkehrsminister fiel ihm zum Opfer, das gesamte Ministerium Podewils demissionierte und an seine Stelle trat eilt der regierenden Zentrumspartei in allen Stücken willfähriges Ministerium mit dem Freiherrn v. Hertimß als Präsidenten und v. Seidlein als Verkehrsminister an die Leitung. Jetzt konnte der Vernichtungskrieg in verschärfter Weise beginnen, die Hetze gegen den Verband hatte übrigens noch gar nicht nachgelassen. " Den zum Ziele führenden Weg hatte inzwischen der preußische Eisenbahnminister v. Breitenbach gewiesen, indem er am 16. Dezember 1911 eine Verfügung ergehen ließ, wonach den preußisch-hessischen Eisenbahnern — auch auf Elsaß-Lothringen wurde die Verfügung ausgedehnt — ganz allgemein jede Beteiligung an soziol- demokratischen und „anderen ordnungsfeindlichen Bestrebungen, Vereinen und Versammlungen" verboten wurde. Jeder neueinzustellende Arbeiter oder Bedienstete hat einen Revers zn unterschreiben, in dem er diese Verfügung als für sich rechtsverbindlich anerkennt und sich verpflichtet, danach zu handeln und allen Anordnungen der Verwaltung Folge zu leisten. Der Einfluß Preußens machte sich nun bei der Zentrumsregierung in Bayern um so -leichter geltend, als in Preußen zur Zeit das Zentrum mit seinem reaktionären Anhang ebenfalls die Regierung beherrscht. In der Sitzung des bayriscken Landtages am 28. September hat der Verkehrsminister v. Seidlein eine Rede gehalten, die der Abgeordnete Segitz als eine der schlimmsten Hetzreden bezeichnete. Der Minister sagte unter anderem: Er habe schon in seiner letzten Rede darauf hingewiesen, daß in ihren Umsturzbestrebungen die Sozialdemokraten sich nicht allein auf politische Organisationen beschränkten, sondern sich auch die freien Gewerkschaften, die Konsumvereine, Baugenossenschaften und Jugendorganisationen dienstbar machten. Eine Neuerung an den Vollzugsbestimmungen seines Vorgängers zu dem Erlaß sei nicht getroffen worden. Man habe in der letzten Zeit in außerdentschen Staaten Erfahrungen zur Genüge gemacht: so in Frankreich mit der Sabotage und dem Streik der Eisenbahnarbeüer m England, wo es fast zur Hungersnot unter der Bevölkerung gekommen sei. Da könne die Regierung nicht gleichgültig Zusehen. Er brauche aber nicht einmal aus das Ausland Bezug nehmen. Er könne auch auf bayrische Vorkommnisse Hinweisen, auf den Streik in Nürnberg im lebten Jahre. Man müsse also auch aus fleinere ^treit-fälle achten, um gegen diese Gefahr gesichert zu sein, weil die Verkehrsstörung in einem einzigen Falle von unberechenbaren Folgen sein könnte. Was nun die Sozialdemokraten als berechtigte Forderungen cmsehen, gehe daraus hervor, daß in ihren Forderungen zum vorliegenden Eisenbahnetat 42 Millionen für die Arbeiter verlangt würden. Die Sichrer des Süddeutschen Eisenbahnerverbandes müßten doch wissen, welche direkt unerfüllbaren Forderungen sie damit ausstellten. Das Personal werde durch die fortgesetzten maßlosen Angriffe auf die Verwaltung i» der sozialdemokratischen Presse so verhetzt, daß die Führer es schließlich nicht mehr in der Hand hätten. , , Wir müssen, so schloß der Minister, von unteren Beamten uni Arbeitern verlangen, daß sie ans das Mittel des Streiks verzichten, und wir werden bei Neu-aitfgU nehmen de ii die Unterschrift eines Reverses verlangen und werden uns unser weiteres Vorgehen Vorbehalten. Die bayrische Regierung beabsichtigt also ganz nach preußischem Muster gegen die freie Gewerkschaft der Eisenbahner vorzugehen und ihnen das Koalitionsrecht zu entziehen, denn die Beschränkung des Verbots auf das Streikrecht ist eine Täuschung, Koalitionsrecht ohne Streikrecht ist für die Arbeiter ein Messer ohne Heft und Klinge oder was ein Minister ist ohne Portefeuille. Die Rede gegen den Süddeutsche!, Verband und gegen das Streikrecht hielt der Verkehrsminister, obgleich, wie nachträglich bekannt wurde, der Vorstand des Süddeutsche, i Verbandes am 21. September au das Verkehrsministerium, an beide Kammern des Landtages und an die zuständigen Referenten ein Schreiben gerichtet hat, in dem es heißt: „Der Gesamthauptvorstand des m Frage stehenden Verbandes erklärt, daß von seitei^ des Süddeutschen Eisenbahn- und Postpersonals derStreiknichtals gesetzlich zulässiges Mittel zur Verbesserung der Lage der Arbeiter und Beamten der Verkehrsverwaltung betrachtet wird nnd wir nns wohl bewußt sind, daß ein solcher die schwersten Erschütterungen des Erwerbslebens herbeifübren würde. Auch erlauben wir uns zu bemerken, daß unsere Organisation der General-fommil oii der Ge-verkfclxiUen Deutschlands nicht angeschlossen ist und daß der Hauptverband es unseren, den örtlichen Gewerksw.sts'artellen angeschlossenen Ver-waltuugsftellen uahegore ’t hat, aus diesen auszuscheiden, llnt-r Berücksichtig» -a di^'er Tatsacken gestatten wir uns das höfliche Ersuchen zu stellen, daß uns sowohl von der königlichen Staatsregierung wie auch von den hohen Kammern der Reichsräte und der Abgeordneten das gleiche Entgegenkommen wie bisher bezeugt werden möchte." Ob dieses Schreibens sind wir derart erstaunt, daß es uns schwer fällt, an die Echtheit desselben zu glauben. (Die Echtheit hat sich mittlerweile bestätigt. Die Redaktion.) Hat der Vorstand des Süddeutschen Eisenbahnerverbandes dieses Schreiben verfaßt, dann hat er damit selbst fertiggebrackt, was durch jahrelange Zentrumshetze und die Ministerstürze nicht zu erreichen war. Damit möchten wir heute den Bericht schließen. Ueber die Angelegenheit sind aber die Akten noch nicht geschlossen. _____ ßo!omotittftt6rtt=9ttitisIonftren$*). 11. Erholungsurlaube für die Lokomotivführer respektive Lüroniotivführeranwärter muffen ohne Rücksicht der Sub-stitutimiskosten nach rechtzeitig angemeldeter Wahl der Bediensteten, und zwar bis zu 10 Dienstjahren 14 Tage, von 10 bis 20 Dienstjahrcn 21 Tage, darüber hinaus 28 Tage gewährt werden. Krankheit, Waffenübung und sonstige Urlaube dürfen den Anspruch nicht schmälern und dürfen daher solche Absenzen als Erholungsurlaub nicht gerechnet werden. Den Personalkommissions- und Krankenkasseausschußmitgliedern sowie den Mitgliedern des Vorstandes nnd des Schiedsgerichtes der berufsgenossenschaftlichen Unfallversicherungsanstalt ist zwecks Information und Berichterstattung tiirnusftemäfs ein Urlaub zu gewähren und sind diese Mitglieder mit temporären Freikartenlegitimationen zu beteilen. Der zur Vertretung der Interessen der Lokomotivführer und Lokomotivführeranwärter notwendige Urlaub der Funktionärs des Unterstützung?-- und Rechtsschutzvereines österreichisch-ungarischer Lokomotivführer in Wien, des Lokomotivführer-Vereines in Böhmen, des Unterstützungs- und Rechtsschutz»«- *) Siehe den Bericht im „Eisenbahner" Nr, 23, 1912, eines bosnisch-herzegowinischer Lokomotivführer, des Lokomotiv-führervereines in Ungarn, dann der Gewerkschaft, ist als Diensturlaub zu betrachten und daher in den Erholungsurlaub nicht einzurechnen. Die sonstigen bestehenden Bestimmungen des Urlaubs normales verbleiben in der heutigen Fassung. 12. Die ständigen Bezüge eines definitiv oder provisorisch Angestellten während einer Krankheit erfahren durch ein volles Jahr keine Kürzung und wird, wenn in diesem Zeitraum der Angestellte noch nirfit genesen ist, über die Beibehaltung oder Entlassung respektive Pensionierung desselben entschieden. Falls einem erkrankten Bediensteten auf Grund des Unfaüversicherungsgesetzes eine Unfallsrente gebührt, so werden die ständigen Bezüge in der Dauer eines Jahres nicht unterbrochen und werden durch die Unfallversicherung entweder tut Sinne eines Betriebs-, gegebenenfalls eines Verkehrsuusalles für den Verlust an variablen Bezügen ergänzt und dieses Krankenjahr, wie das aktive, anderthalbfach berechnet. Während einer Suspendierung, ferner einer Untersuchungshaft und während der Abbüßung einer Freiheitsstrafe auf Grund eines dienstlichen Deliktes sollen die ständigen Bezüge in voller Höhe zur Auszahlung gelangen. Sämtliche ständige Bezüge sollen am letzten Tage des Monats im vorhinein zur Anszahlung gelangen. 13. Die Regelung der Arbeitszeit hat derart zu erfolgen, das; die durchschnittliche Höchstleistung auf der Strecke mit 8, beziehungsweise dort, wo starker Nachtdienst zu versehe» ist, mit 7 Stunde» beim Personenzug, nnd 11, beziehungsweise 10 Stunden beim Lastzug und auf Lokalbahnen bestimmt wird, wobei die fahrplanmäßige Fahrt daher beim Schnellzug 5 Stunden, beim Personenzug 7 Stunden und beim Lastzug 9 Stunden nicht überschreiten darf und nach zwei aufeinanderfolgenden Nachtdienstleistungen in der Dauer von 4 Stunden und in die Zeit von 7 Uhr abends bis 9 Uhr früh fallend, jeder Dienst in der Zeit von 7 Uhr al>«nds bis 9 Uhr früh entfällt. Beim Reservedienst ist die Arbeitszeit mit 12 Stunden und einer darauffaüenden Ruhezeit von 24 Stunden zu t>f messe». Alljährlich sollen 52 dienstfreie Tage in der Dauer von 86 Stunden gewährt werden. In die Bemessung der Dienstzeit ist die wirkliche Vor bereitungs- und Ausrüstezeit einzurechnen. Die einer Dienstzeit nachfolgende Ruhezeit außerhalb des Domizilortes darf nicht weniger als 11 Stunden betragen. In der Regel hat der Grundsatz zn gelten, daß der Dienst nicht mehr als 80 Prozent, die Ruhezeit nicht weniger als 70 Prozent betragen darf. Als Ruhezeit im Domizil sind min bestens 45 Prozent der Gesamtheit zu gewähren. Die Dienstvorstände und die jeweils mit der Personals kommandierung betrauten Bediensteten sind unter Androhung strenger Disziplinarstrafen persönlich dafür verantwortlich zu machen, daß die Vorschrift über Dienst- nnd Ruhezeiten ent sprechend gehandhabt werde. Die diesbezügliche Ueberwachnng ist den gewählten Vertrauensmännern zu übertragen. Ein Ab-gehen von der Vorschrift wäre nur im Falle des Eintretens außerordentlicher Ereignisse (Elementarereignisse, Entgleisungen. Felsstürze, Überschwemmung :c.) mit entsprechender Entschädigung für die gesteigerte Arbeitsleistung statthast. 14. Aufhebung der Bestimmung, wonach ein Bediensteter in seiner dienstfreien Zeit ohne Erlaubnis, beziehungsweise ohne Meldung bei seiner Vorgesetzten Dienstbehörde sich nicht vom Domizilorte entfernen darf. 15. Aenderung der Vorschriften über die Untersuchung des Seh- und Gehörvermögens auf Grundlage der Durchführung im praktischen Dienstverhältnisse, wobei die Bestim muug eingehalten werden mutz, daß derjenige, der die Ueber-prüfung einmal ohne Anstand abgelegt hat, von jeder weitere» Überprüfung des Farbensinnes zu befreie» ist. Kreiierung von Uuterbeamteuposteu für die wegen Farbeubliudheit ober wegen schlechtem Seh- und Gehört)er mögen vom Fahrdienst abgezogenen Lokonwtivsührer. Dieselben sind als Werkmeister in den Werkstätten oder Heiz Häusern, eventuell als Magazinsmeister, Kanzlisten zu verwenden, wobei ihnen jedoch ihre Vorrückung uach der Norm der Lokomotivführer zu gewährleisten ist. Jene Anwärter, die aus gleiche» Ursachen vor» Fahrdienst abgezogen wurden, ist die Erreichung des Unterbeamtenranges in derselben Zeit wie ihren Kollegen im Fahrdienst zu gewährleisten. Jene Lokomotivführer und Anwärter, die aus Lolonw-tiven, welche mit Blauöl- (Rohöl)Heizung, Automaten, Glockeu-rauchfängen oder Turbinen ausgerüstet sind, Dienste leisten und infolgedessen an ihrem Gehörvermögen Schaden leiden, ist die-: als Unfall anzuerkennen und . eine Unfallsrente zu gewähre» Aenderung der bestehenden Signalisierung der Strecke durch Abschaffung der farbigen Signale und Einführung zweckentsprechender Signale mit weißem Sicht. Zn der vorstehenden Forderung brachte Genosse R »-zicka folgende interessante Begründung: Ich habe eingangs verwiesen, daß ich später erkläre» werde, warum wir die strenge Ueberprüfung des Seh- und Gc-hörver'mögens bei der Aufnahme verlangen, und zwar aus dem Grund, weil nach ärztlichem Ausspruch die Farbenblindheit keine im Laufe der Jahre gekommene (angeworbcitc) Krankheit, sondern eine angeborene ist. Der Arzt soll den Mann — und das ist unser Wunsch — bei der Aufnahme gründlich überprüfen und muß auch, wenn das was uns die Wissenschaft lehrt — und woran wir nicht zweifeln können — richtig ist, schon bei der Ausnahme sagen können, daß er farbenblind ist und es nicht erst später wurde. Wir sehen daher, daß diese strenge Ueberprüfung für die Existenzen des Nachwuchses von Bedeutung ist und wir glaubeu die Existenzen unserer Nachkommen durch dieses zu sichern. Mit welchen Schikanen die Untersuchungen durchgeführt werden, ist Ihnen bekannt, und wenn ein Kollege auf Grundlage der Farbenblindheit abgezogen wurde, müßte es mit guten Dingen Angehen, wenn er wieder fahren darf. Ilm Ihnen die Unzweckmäßigiekt. ja geradezu die Unrichtigkeit der dermalen bestehenden Ueberprüfunasvorschrift ans Grund der pseudoisochromatischen Stillingschen Tafeln aus-zuzeigcn, werde ich Ihnen einige Beispiele von Überprüfungen vor Augen führen. Vor einigen Monaten wurden zirka elf Lokomotivführer von Hütteldorf vom Fahrdienst wegen Farbenblindheit abgezogen. Warum? Es wurden ihnen von dem, den Bahnarzt substituierenden Arzt die Tafel, enthaltend die Ziffer 7, gezeigt und sie im Gegensatz zu der Bestimmung, die Benennung der Ziffer vor-zunehmen, um die Farbe, weiche die Ziffer umgeben, gefragt. Die Tafel zeigt braun, mancher mochte sagen grau, in welchem Sinne auch die Kollegen antworteten. Daß nun diese Farbe gegen Licht gehalten blau ergibt, konnte natürlich keinem ein* fallen, es wurden somit die Kollegen farbenblind gemacht, lvaS wohl kein Kunststück ist, wohl aber noch weniger eine richtige Augenüberprüfung, um so weniger, als sämtliche Kollegen bc| bet" UeBerptiifuufl im Sofcntolitifüfirerbctrcin durch das Anomalo- : ffoj.) sich als farbeulüchtig gezeigt haben, daher die unrichtige Vorgangsweise in der Heberprüfung schuld an der Farbenblindheit dies «'Kollegen war. Die Ueberprüfung zweier Kondukteure in unserem Verein ergab das Resultat, daß derjenige, der im Anomaloskop vollständig entsprach, die Stillingschen Tafeln nicht entziffern konnte, während der andere, der vollkommen farbenblind war, mit Ausnahme der schwersten — grauen, die auch vielleicht wenige von Ihnen genau bezeichnen würden — präzis lernt-zeichnete, (Bewegung,) Ebenso geschah dieses bet Kollegen M., welchen der eine Arzt als grünblind, der Chefarzt dann als graublind bezektmete (Heiterkeit), der aber vollständig farbenblind war und trotzdem die Stillingschen Tafeln kannte. unter den heute obwaltenden Verhältnissen niemand sicher ist, daß er, trotzdem er cs nicht ist, vom Fahrdienst wegen Farben-dlindheit abgezogen wird, will ich damit noch beweisen, das; es einige Bahnärzte gibt, die bei den Negelschen Tafeln erklären, daß „schwarz" grau sei (Heiterkeit), wo doch bestimmt jeder auSgclacht würde, der zu einer in der tiefsten Trauer gehenden Dame sagen würde: „Hat die ein schönes, graues Kleid", oder ein kahlschwarzes Haar, als schönes, graues bezeichnen würde. (Stürmische Heiterkeit.) Glaubt nun ein Kollege, er muß unter jeder Bedingung eine vollständig graue Tafel finden, kann es ihm leicht passieren, daß er eine Tafel mit den lichtgrünen — schmutzigen — Pünktchen als rein grau bezeichnet, und' ist aber „farbenblind" erklärt, oder sagt er, es ist keine hier, ist er wieder „farbenblind", weil er das „grau" nicht kennt. Das nennt man darin einwandfreie Ueberprüfung der Augen auf „Farbensinn". (Stürmischer Beifall.) Wie gefährlich gerade diese Farbenüberprüfung und wie verhängnisvoll für die Existenz jedes' einzelnen, mag daraus entnommen werden, das; erst vor kurzem nicht weniger als 54 Kollegen des Wiener Direktionsbezirkcs zur Ueberprüfung des Farbensinnes geben muhten. (Bewegung.) Wie wenige diese bestehen werden, werden wir ja sehen. Wir müssen daher alles daransetzen, diesen Feind, insbesondere der Lokomotivführer, zu beseitigen (Zustimmung) und verlangen daher die lieber-Prüfung bei der Aufnahme sehr streng, die weiteren aber so, wie der Dienst es praktisch verlangt. (Lebhafter Beifall!) Nun lvcrbcit wir auch in Zukunft anders Vorgehen müssen gegen leichtsinniges Abziehen infolge angeblicher Farbenblindheit, und zwar werden wir genötigt fein, unsere Rechte gerichtsorbnungs-gemäß feststellen zu lassen. (Stürmischer Beifall.) _ 3ch komme nun noch zu der Forderung der Abschaffung der farbigen Streckensignale und Einführung zweckentsprechender anderer Signale und glaube, das; so mancher sich sagt, na, das ist nicht möglich. Gut, liebe Freunde, versuchen wir einmal die Möglichkeit zu beweisen, was ich glaube am besten dadurch zu können, indem ich darauf verweise, daß wir bereits „weiße Lichter als Haltesignale" haben. Denken Sic, liebe Kollegen, an die sogenannten Wegcsignale, die oft unbekümmert mit oft Hunderte von anderen weihen Lichtern als Haltsignal beachtet werden müssen, wenn dieselben nicht die Ihnen bekannte richtige Anzahl von Lichtern ausiveisen. (Zustimmung.) Ich wollte damit natürlich nur beweisen, daß eben alles geht, so wie es jetzt sehr gut geht mit den weißen Lichtern an der Spitze des Zuges auf der eingeleisigen Strecke, wo so mancher geglaubt hat, jetzt wird’s einen Zusammenstoß nach dem anderen geben, wogegin das Gegenteil eher zu trifft, da doch bekanntlich das weiße Licht fünfmal so intensiv ist, als wie jedes farbige. Durch unsere Anregung wollen wir auch jene Herren, die beim grünen Tisch sich ihr Köpflein anstrengen, um immer wieder alles mögliche zu ersinnen in puncto Beschneidung der Bezüge unserer Kollegen, oder um dieses oder jenes Zirkular zur immer schärferen Auslegung zu bringen, um damit den Dienst immer komplizierter zu gestalten, aufmerksam machen, ihren Geist im Interesse des Dienstes, zur Verbesserung desselben und zur Sicherheit des Verkehres anzustrengen. Es wurden bereits in anderen Ländern Versuche mit Leuchtkörben, Silhouetten und dergleichen mehr gemacht und sind wir der Ansicht, daß man endlich auch in dem lieben Oesterreich daran denken könnte, Verbesserungen zu machen. Wir, als Stand, sind gerne bereit, soviel als möglich mitzuhelfen. (Stürmischer Beifall.) 13. Die gewählten Vertrauensmänner des Personals, welche sämtliche dienstliche Angelegenheiten mit dem Vorgesetzten zu regeln haben und insbesondere zur Erstellung der je* lveiligen Turnusse heranzuziehen sind, müssen seitens der Bahn-vawatiung anerkannt und bereit Wahl amtlich durchgeführt werden. 19. Die Lokomotivführer und Anwärter sollen für ben Sommer einmal jährlich ein schwarzes Mohairkleid mit schwar-5er Mohairtappe, für den Winter jährlich ein schwarzes Tuch-flcib und eine schwarze Tuchkappe erhalten; weiters soll der Lokomotivführer einen kurzen Pelziock mit schwarzem Pelz und einen schwarzen Tuchmantel, dessen Tragzeit auf zwei Jahre festgesetzt werden soll, erhalten. Nebstdem soll der Lokomotivführer ein Paar Filzstiefel bekommen. 20. Au Stelle der biönun bcsteheitben Kilometer- und Stundengelder nebst allen wie immer gearteten Prämien, soll eine Tagesdiät zur Auszahlung gelangen. Dieselbe soll ohne Unterschied des Stationsortes für die Führung von Schnell-und Personeuzugen mit 7 Kr. per Tag, das ist per Monat L17 Kr., per Jahr 2555 Kr. bemessen sein. Für die Führung aber übrigen Züge und auswärtigen Reserven sowie aller wie immer gearteten Bereitschaften und Dienstleistungen, mit Ausnahme der Domizilreserven, soll die Tagesdiät Kr. 5'50 betragen, das ist per Monat Kr. 17050, per Jahr Kr. 1907-50. Für Dienste in der Domizilstation (Reserve) soll eine Tagesdiät von 4 Str., per SMorait 121 Sr., per Jahr 1460 Kr. zur Auszahlung gelangen. 21. Für jeben begonnenen Tag ist, unbekümmert um Me Sauer bet Dienstleistung, die volle Tagesdiät in Anrechnung zu bringen, ebenso der turnusmäßige freie Tag. Ein Entfall kann daher nur bei Urlauben und Krankheiten cintretcn. 22. Für jeden geleisteten Nachtbienst ist außer ber vorgenannten Tageödiät eine Nachtzulage von 2 Kr. auszube-,zahlen. Als Nachtdienst gelten jene, welche in der Zeit von 7 Uhr abends bis 9 Uhr früh fallen und eine Mindestdauer von vier Stunden haben. 23. Der Dienst auf einer kalten Lokomotive oder Regie-fahrt ist im Sinne der Lastzugsdiäten in Verrechnung zu bringen. 24. Das Zehrgeld für das Lokomotivpersonal wird außer der Tagesdiät und der Nachtdienstentschädigung laut ber ber* zeitigen Bestimmungen verrechnet. 25. Die ben Dienst als Lokomotivheizer versehenben Lokomotivführeranwärter sollen von den unter Punkt 20 bis 24 bezeichneten Nebenbezüge» 80 Prozent, bic Berufsheizer 70 Prozent erhalten. (Schluß folgt.) Inland. Die neuerlichen Millionenbewilligungen für Rüstungs-zwecke. Seit der Annerion Bosniens und der Herzegowina steigern sich die Militärlasten Oesterreich-Ungarns, die auch früher schon enorme waren, ins Ungeheuerliche. Bei der Annexion waren es 300 Millionen Kronen für Kriegsausrüstung, zu deren Tragung die Bevölkerung Oesterreich-Ungarns verpflichtet wurde: dazu kamen die 250 Millionen Kronen für die Dreadnoughts, dann die 100 Millionen Kronen normaler Steigerung und 100 Millionen Kronen außerordentlicher Zlnforderungen. Nun benützte die Heeresverwaltung die Situation auf dem Balkan, um neue große Kredite für Heer und Marine anzusprcchen, und die nie versagende Willfährigkeit der Vertreter der bürgerlichen Parteien in der österreichischen Delegation bewilligte prompt die ordentlichen und außerordentlichen Kredite für Heer und Marine. (L- find 81'6 Millionen Kronen: 41"6 Millionen als außerordentliches Erfordernis für das Heer und 40 Millionen als außerordentlicher Kredit für die Kriegsmarine, die angesprochen und bewilligt wurden und dabei stellen diese 816 Millionen Kronen nur einen Bruchteil der Neulasten für den Militarismus dar, die der Bevölkerung Oesterreich-Ungarns wiederum anferlegt werden sollen, die auf mehrere Jahre verteilt werden und fast eine halbe Milliarde Kronen erreichen sollen. Diese Neubelastung erfolgte, wiewohl erst vor wenigen Monaten neue große Rüstungskredite bewilligt worden sind und wiewohl das Kriegsministerium darauf verzichtete, in den nächsten Jahren neuerliche Ansprüche zu stellen. Sichhaltige Gründe dafür, daß neuerlich dem Militarismus schwere Millionen geopfert werden sollen, sind nicht vorhanden, werden doch sowohl von maßgebender Seite Mobilisierungsabsichten geleugnet als auch unsere Wehrfähigkeit als vorzügliche bezeichnet wird. Das Kriegsministerium hielt lediglich den Zeitpunkt für günstig, die Unruhen am Balkan zur Durchdrückung seiner Anforderungen zu benützen und es würde dessen Unersättlichkeit nicht immer neue Nahrung finden, wenn die bürgerlichen Parteien sich halbwegs ihrer Verpflichtungen gegenüber der Bevölkerung bewußt wären. Die bürgerlichen Abgeordneten wissen aber, was sie ihrem Anhang bieten können. Die Vertreter der deutschbürgerlichen Beamten hätten, um ein Beispiel anznführen, genau so wie die Arbeiter, alle Ursache, gegen die neuen Rüstungs-kredite aufzutreten, die neue Steuern und die Verschärfung der Teuerung mit sich bringen müssen. So sic eine ehrliche Politik treiben würden, hätten sie die Verpflichtung. ihre parlamentarischen Vertreter anzuhalten, gegen die Militäranforderungen einzutreten. Man lese aber in der „D c u t s ch ö st e r r e i ch i f ch e n Eisenbahn-b c a m t e n - Z e i t u n g" wie sich die deutschnationalen Eisenbahnbeamten mit den neuen Krediten für Militärzwecke iind mit der Politik ihrer Abgeordneten absurden. Es heißt in der Nummer 41 dieser Zeitschrift im Leitartikel: „Die jetzigen Militärforderungen werden, ebenso wie es bei der Wahlreform der Fall war, mit einer imposanten Majorität angenommen werden. Es wäre ein ebenso lächerliches als vergebliches B c m ü l) c n, dagegen an kämpfe n z u wolle it." Es wird also nicht einmal der Versuch gemacht, die bürgerlichen Abgeordneten zur Einhaltung ihrer Verpflichtungen verhalten zu wollen und cs wird ihnen von den deutschnationalen Eiscnbahnbcanitcn für den gegenwärtigen und jeden künftigen VoUsvcrrat sogar noch ein Freibrief ausgestellt und ein Generalablaß erteilt. An dem Tauschhandel zwischen den Negierungen und den bürgerlichen Parteien, in dem Protektionen für die Anhänger der Negierung nnd Beflissenheit, dein Willen der Regierung zu dienen, die Tauschobjekte sind, nimmt der Anhang der bürgerlichen Parlamentarier seinen Anteil. Er ist der Nutznießer der eingeräumten Protektionen, er muß sich auch mit Akten der Regierungsdienerei abfinden. * Der Wiedereintritt der „deutschen Arbeiterführer" in den Nationalverband. Noch ist in aller Erinnerung der Anfang der Komödie, der feierliche Austritt der drei Abgeordneten der deutschen „Arbeiterpartei K ui r sch, Seidl und Fahr n e r aus dem Nationalverband, und schon berichtet die bürgerliche Presse über den Schlußakt, daß nämlich die Drei wieder dorthin gehen, wo ihre geistige Heimat ist. Es mag ihnen verflucht schwer gefallen feilt, eilte Zeit lang allein in der Wüste des Nationalismus herumzuirren, und man atmet mit ihnen erleichtert auf, da sie wieder zur Karawane stoßen. Sie sind ja nicht gern ausgetreten ans dem Nationalverband, haben alle die Purzelbäume, die er machte, getreulich mit gemacht, und erst als die Begeisterung des Natioiialverbaitdes für die Wehrrefornt ihnen allzu bedenklich erschien — nickt der Sache, sondern der Wähler wegen — schieden sie in aller Freundschaft aus dem Nationalverbaud. Sie find ihm auch iu Treue zugetan gewesen während der Zeit der Trennung, nnd als einige gelbe Unterlaufe!/ die noch Lehrlinge in der Demagogie sind, die Sacke ernst nahmen und anf den Nationalverbaud in Zeitungen und Versammlungen schimpften, dämpfte die Reicksparteileitung der Gelben sofort ihren blinden Eifer und gab die Ordre ans, de» Nationalverband nicht anzurempeln. Neben diesem kleinen Liebesdienst leistete die Partei der auf die Spitze getriebenen Demagogie den Nationo(verbünd-lern auch noch größere, so zum Beispiel agitierten die bekanntesten Macher der Gelben bei der Nachwahl in Neutitschein für den deutschbürgerlichen Kandidaten. Wurde so die innige Seelenverwandtschast zwischen Deutschgelben und Deutschbürgerlichen auch nach außen hin bekundet, dann war wohl die endgültige Wiedervereinigung derer, die von Natur ans znsammengehören^ in Bälde zu erwarten. Und nun, da sich im Schöße des glorreichen Nationalverbandes neues Leben regt, da der Berg zu kreißen beginnt, um nicht nur eine, sondern gleich mehrere Mäuse zu gebären, ist auch für die drei Lieblinge des Bürgertums die heiß ersehnte Gelegenheit da, dem Nationalverband wieder in die bereitwilligst geöffneten Atme zu eilen. Sie haben wieder heiingefun-den, was um so leichter war, als sic ja nie in der Fremde waren. Tie Neuorganisation des NatioiialverbandeS. Seit Monaten schreibt und spricht man von der Neuorganisation des Deutschen Nationalverbandes, nun endlich geschieht, nachdem so viel Tinte verschrieben! wurde und so viele schöne Reden über das unerschöpfliche Thema gehalten wurden, eine Tat. Man erstaune nicht zu sehr, es ist eine nationalverbändleris che Tat, das sagt deutlich genug, was von ihr zu halten ist. Es soll nämlich zur Wahrheit werden, was seit Wochen lärmend an gekündigt wurde: D i e Partei der Parteilosen wird geschaffen! Am 1. Oktober wurde sie geboren, obwohl man aus sachlichen Gründen bis zum 1. April hätte warten sollen. Beigetreten sind bis jetzt zehn Abgeordnete, Vorsitzender wurde Abgeordneter Dr. Erle r..Die Partei hat sich sogar einen eigenen Namen gegeben, sie nennt sich „I u n g d e u t s ch e V e r-einigung." Warum just so? Weil sie „verjüngend" auf das nationale Leben wirken, auch die Jugend mehr als bisher zur Mitarbeit heranziehen soll. Worin die „Verjüngung" bestehen wird, wie man sie sich verstellt, wird nicht gesagt, es ist genug, daß man sie ankündet. Ebenso klar sind auch die anderen Programmsätze. „Die Aufgaben der Jungdeutschen Bewegung liegen in der Kräftigung des Volkstums durch Stärkung seiner Machtmittel." Was soll man sich da wohl vorstellen? Ach, die zehn Jungdeutschen wissen wohl selber kaum, was das heißen soll, aber es klingt ganz hübsch und warum soll man eine klangvolle Phrase nicht in ein Programm aufnehmen, das nur aus Phrasen besteht? * Die Schwarzen Hetzen zum Krieg. Die klerikale Clique in Oesterreich und ihr Organ, die „Reichspost", Hetzen ununterbrochen zum Krieg, zu Eroberungen am Balkan. Zuerst wollen die frommen Eucharistler in der Unterdrückung der christlichen Albaner einen Vorwand zum Einmarschieren finden, mm find es wieder die kriegerischen Unternehmungen Serbiens, die Oesterreich zntn Kriege drängen sollen. Während die Großmächte wenigstens so weit einig zu sein scheinen, daß sie sich von den Balkanhäudeln fernhalten und den Krieg auf dem Balkan beschränkt wissen wollen, hetzt die „Reichspost", das Organ für Verherrlichung des Altarsakraments, aber auch des Menschenmordes, folgendermaßen zum Kriege: Die Donaumonarchie soll sich papierene Fessel anlegen lassen, soll sich heute schon, am Vorabend des Krieges, binden — wie immer cS auch am Balkan zugehen möge — keine selbständigen Maßnahmen zu treffen. Das Wiener Kabinett soll dem Schlagwort von der „Lokalisierung des Balkanbrandes seine vitalsten Interessen unterordnen, e § soll sich sein Schwert für alle Fälle v e r l ö t en lassen. Wenn man irgendwo glauben sollte, daß Oesterreich-Ungarn ruhig bleiben könnte, wenn der Status quo über den Haufen gerannt wird, daß es sich vor ein Fait. aecompli wird stellen lassen wollen, dann ist man schlecht informiert. Die sogenannte europäische Gemeinsamkeit darf nicht an die Opfer-Willigkeit Oesterreich-Ungarns Zumutungen stellen, die die öffentliche Meinung nicht ertragen könnte". Daß ein Eingreifen Oesterreichs in die Balkanhändel zu einem Weltkrieg führen müßte, ist den frommen Euchariulern und ihrem Leichenschänderblatt wohl klar, aber das frömmelnde Gesindel will Blut sehen. Vor allem anderen soll Oesterreich wieder den Sandschak besetzen, den es 1908 als völlig wertlos den Türken wieder zurückgegeben hat, und den nun Serbien wieder an sich reißen will. Nun soll aber zwischen Frankreich und Rußland vereinbart werden, daß Rußland mit Oesterreich nur jo lange gemeinsam Vorgehen solle, als Oesterreich weder den Sandschak besetzen, noch eine kriegerische Aktion gegen Serbien ansangen werde. Wenn also die schwarzen wegen eines Schandsackes kämpfen wollen, dann soll man die Kerle himmterjagen. Daß sie aber mit Gut und Blut der österreichischen Völker spielen und dann bei einem eventuellen Ausbruch des Krieges s i ch hinter die Kutten verkriechen, dagegen muß man sich euer» gisch verwahren. * Vom „Hochverräter" zum Stiefelwichöpatriote». Es ist noch gar nicht lange her, da gebärdeten sich unsere Deutschradikalen in ihren antidynastischen Gefühlen als begeisterte Hohenzollernverchrer. Aber ebenso wie aus den radikalen „Los von Notn"-Gehem von einst die Bundesgenossen der Klerikalen geworden sind, so haben sich die Herren, seitdem sie die -Liebesdienste der Regierung a la K r o h und Heine in Anspruch nehmen, schön langsam zn staatstreuen Patrioten entwickelt. Vor ein paar Tagen erst hielt der deutschradikale Abgeordnete Dr. S o in nt e r als Delegationsmitglied in der Delegationssitzung eine warme Rede für die neuen Rüstungskredite, in der er diese als u n b c-Singt notwendig für unsere Armee bezeichnetc und hinzufügte: Wir verhehlen uns nicht, baß Tag und Stunde kom>"en kann, wo die Zeder des Diplomaten bricht und d i e Kanonen zu sprechen an fangen muffen. Denn bei aller Friedensliebe muh ich sagen, das; wir für eine Politik der Schwäche und Würdelosigkeit nicht zu haven sind. Höher als die Sorge um die Hintanhaltung der Erschütterung der Börsenkurse muh uns Deutschen die Erfüllung der geschichtlichen Bestimmung unserer Monarchie gelten und aus dieser Gesinnung heraus grüßen wir die Armee und hoffen, daß sie das Vertrauen, bas mir in s i e setzen, vom obersten General bis zum u n t c t ft c n Mann in e r n st c r Stunde‘rechtfertigen wird. Am Abend — beim DelcgationSdincr — wurde Herr Sommer vom Kaiser angesprochen, der seine B e-frtebtftung aussprach über „di e schöne und interessante Rede", die Herr Sommer gehalten hatte. Eine „nationale Errungenschaft". Der Deutsche Nationalverband hat schon wieder eilte „Errnngensckast" zu verzeichnen. Mit Befriedigung verzeichnet nämlich die „O stdeutsche Rundschau" die Nachricht, daß der Bischof von Lcitmeritz, Tr. Groß, zum Weihbischof in Salzburg ernannt wurde. Zu dieser Freude hält sich die „Ostdeutsche Rundschau" berechtigt, weil Dr. G r o ß „e i n d e u t s ch e r P r i e st e r" ist, und so meint das einstige „Los von RonV'-Blatt: „Weit über Böhmen hinaus wird die Berufung Dr. Groß' nach dem Salzburger Bisutm und seine da- smt verbundene Auserscluing für den Erzbischofsstuhl Sadurch von großer Bedeutung sein, daß Tr. Katsch-tbaler ein eifriger Förderer der klerikalen Projekte zur Errichtung einer k a t h o l i-Fch.cn Universität in Salzburg ist und an der Spitze der katholischen Univcrsitätsvcrenie steht. In der Person Dr. Gros;' erhält nun der greise Fürsterzbischof einen Mitarbeiter und Nachfolger, dessen Energie sehr bekannt t st." In Wirklichkeit steht die Sache freilich so, dag Dr. Gros; deshalb zum Nachfolger des Salzburger Kardinals K a t s ch t h a l e r ernannt wird, tu c t l er eine derv e rlätzlich st err Stützen des Klerikalis-m u s i st. Pater Groß war noch vor wenigen Jahren Stadtdechant in Falkenau in Böhmen, wo er der klerikalen Agitation im Egcrlande zur Ze i t der „Los von Noust'-Bcwegniig gute Dienste leistete. So wurde unter seiner Patronanz versucht, Dr. Ge fern a n n zur Zeit, als dieser noch seine klerikalen Agita-tionsvcrsaiurnlungen hielt, die Wege in das Egerland zu ebnen, allerdings mit wenig Erfolg. Pater Groß, der übrigens die Gräfin N o st i tz, eine Stütze des klerikalen Adels, für sich hatte, erhielt dann den Lcitnieritzer Bischof-stufst und gilt nun als Kardinalanwärter von Salzburg. Er soll also auf eine der höchsten Stellen berufen werden, die die kirchliche Hierarchie zu vergeben hat. Daß auch das von unseren Dcutschradikalen und einstigen „Los von Rom"-Männern als ein Erfolg für das Deutschtum ausgegeben wird, zeigt wohl deutlich, wohin es mit diesen Leuten gekommen ist. Deutscher „Freisinn" im Drange der Geschäfte. Welch' eine rare Pflanze der deutsche „Freisinn" ist, das ist ja schon männiglich bekannt. Aber, was da in den letzten Tagen ein Organ des „freisinnigen" „Deutschen Nationalvcrbandes", nämlich das „Deutsche Agrarblatt", getrieben hat, das ist schon zu bunt. In seiner Nummer 73 vom 11. September tat es wieder einmal recht freisinnig und schnitt einige Wahrheiten über das grofee Wiener Psaffenthcater. Damit aber erregte cs das Mißfallen der Schwarzen in- und außerhalb des „Deutschen Nationalverbandes", und so mußte es sich bequemen, folgende de- und wehmütige Abbitte zu bringen: „Eucharistischer Kongreß. In N um in er 73 unseres Blattes v o m 11. September 1912 war auf Seite 4 eine abfällige Bemerkung über d c n E u ch a r i st i s ch e n Kongreß c n t h a l t c n, welche in einem großen Teil unseres Leserkreises Acrgernis erregt. Dasselbe war ini Drange der Ncdaktions-geschäfte aus einem anderen Blatte über» ii o m me n worden und st ehe n wir nicht an, den dort gebrauchten Ausdruck sowie die dies» fällige B c m erkung zurückzunehmen, b e-ziehungs weise zu desavouiere n." Wenn diese „Freisinnigen" schon wirklich einmal ein freisinniges Wort gebrauchen, so geschieht es nur unüberlegt „im Drange der Nedaktionsgeschäfte", in der Eile der Arbeit, die es sie vergessen läßt, daß sie als bravv Untertänige der schwarzen Sippschaft höchst freisinnig zu kuschen haben. Der kohlrabenschwarzen Reaktion oller» untertänigster Freisinn __________________ Ausland. Reminiszenzen zu in englischen Eisenbahnerstrcik. Zu dein im Vorjahre stattgefundenen Streik der englischen Eisenbahner veröffentlicht der neue Sekretär des Transportarbeiterverbandes, RobertWilliams, am 26. August im „Daily Herald" einen Aufsatz, der manches enthält, was ungemein lehrreich ist. Er trägt den -ritel: „Die Sackgasse" (The Lmpnsso). Man wird sich erinnern, wie nach dem Eisenbahnerstreik Syndikalisten und streiklustige Redner beständig mit einem großen allgemeinen Streik der Transportarbeiter drohten. Williams schilderte diese Atmosphäre in humorvoller, aber treffender Weise: „Wenn der große konsolidierte Verband der Schornsteinfeger von Großbritannien, Irland und den Kolonien mit einem halsstarrigen vorstädtischcn Arbeitergcber im Streit lag, mußten die Transportarbeiter die Arbeit Niederlagen. Wenn sich die Association der Eiscremeverkäufer weigerte, die Forderungen des allgemeinen Verbandes der Eiscreme- und Bratkartoffclkarrenschieber zu bewilligen, was war dann anderes zu tun, als einen allgemeinen Streik der Transportarbeiter zu erklären?" Nach all diesem „Bühnendonner" waren wir, als der Streik wirklich kam, gänzlich unvorbereitet. Gewiß hatten die Arbeiter Anlaß zu Klage», aber die Tatsache bliebt doch bestehen, daß 80.000 Mann streikten, um einen Menschen zu zwingen, der Gewerk,chaft beizntreten. Man hätte von Anfang an dem Streik Grenzen setzen sollen. B e n T i l l e t sah als alter Kämpfer sehr klar, daß das Terrain ungünstig war und riet vom Kampfe ab; aber die Mitglieder des Londoner DistriktSauSschusses konnten nicht zurückgehalten werden. Man glaubte, ein paar Tage der allgemeinen Arbeitseinstellung würden die Arbeitgeber zur Räson bringe», und erlitt Schiffbruch. Das war die Folge des Mangels an Organisation; nichts oder wenig war getan worden, um einen allgemeinen Streik vorzu-berciteu. Wie stand es zum Beispiel mit der Gleich-forinigkcit im Verband? Einige Gewerkschaften standen gleich »ach der ersten Woche des Kampfes mit leeren Kassen da; andere bezahlten drei, vier, fünf oder sechs Wochen Streikgeld. Wir redeten uns ein, die Leute kehrten nicht zur Arbeit zurück. Lord Devonport wußte cs bester. Kann man die Leute, die die Arbeit wieder auf-nahmen, mehr tadeln als diejenigen, die diese anarchische Konkurrenz zwischen den Gewerkschaften aufrecht erhalten? Wir bedürfen einer tätigen Propaganda, um den Gewerkschaftern die ersten Grundsätze des Gewerk-schastswc,ens beiz»bringen. DaS Vertrauen der Streik-fuhrung zur Negierung war wirklich rührend. Lloyd George schien des,er zu wissen als wir, wie es mit einem nationalen Streik stand; er sagte uns freimütig, daß die Regierung ihre Einmischung von dem Maße abhängig machen werde, in dem der nationale Streik erfolgreich sein würde. Wie gewöhnlich war die Regierung bereit, zu intervenieren, wenn der Sieg der Arbeiter wahrscheinlich schien, um sie dann um die Früchte zu prellen. Tie Eisenbahner erlaubten ihren Mitgliedern, mit Streikbrechern zu arbeiten und diesen zu helfen. Das kann als Entschuldigung für die Fuhrleute angeführt werden, die, obwohl sic organisiert waren, Streikbruch übten. Beklagenswert war auch der Beschluß des Streikkomitees, den Transport von Nahrungsmitteln zu erlauben. Ein Teil der Fuhrleute durfte demnach arbeiten, eine Lage der Dinge, die der andere Teil nicht verstehen konnte. Ferner muß die Frage aufgeworfen werden: Weshalb sind die Eisenbahner dem Internationalen Transportarbeiterberband angeschlossen und weshalb weigern sie sich, trotzdem die Frage eines Anschlusses an den nationalen Transportarbeitcrverband auch nur zu diskutieren? * Dir christlichen Gewerkschaftler über das Koalitionörccht der Stnatcangcstklltcil. Zurzeit tagt in Dresden dar Kongreß der christlichen Gewerkschaften Deutschlands/llnter den sonst recht belanglosen Debatten, die dort abgeführt werden, ist die Stellungnahme zum Streikrecht der Staatsarbeiter, die in einer Rede eines Herrn G u t s ch e zum Ausdruck kam, besonders bemerkenswert. Herr G u t s ch e besprach nämlich die rechtliche Stellung der Staatsarbeiterschaft im Vergleich zu jener der gewerblichen Arbeiter. Die christlichen Gewerkschaften, so sagte der Herr Referent, ve r l a n g e n das Streifrecht für gewisse Staatsarbeiterkategorien nicht. Dein Referat und der folgenden Debatte wohnte der Präsident der sächsischen Eisenbahnen bei. der jedenfalls an den „braven Kindern" seine Freude hatte. * Einc Bahn durch ganz Australien. Mitte September wurde in Port Augusta in Süd-australicn der erste Spatenstich zu einer Bahn vollzogen, von der man eine weitere Festigung des australischen Staatenbnndes, der „Commonwealth", erhofft. Die Bahn soll hervorragende strategische Bedeutung haben. Sic geht von der Südküste bis zur Nordwestküstc des Kontinents: ihren Anfang nimmt sie in Port Augusta, nördlich von Adelaide, wo ein spitzer Meerbusen tief in das Land ein-M'ingt. Die Länge der Bahn wird etwas über 1700 Kilometer betragen. Sie soll innerhalb eines Zeitraumes von drei bis vier Jahren fertiggestellt sein und ungefähr 80 Millionen Mark kosten. * Warum es nicht zum allgemeinen Ausbruch dcö spanischen Eisenbahnerstreiks kam. Man schreibt uns: Das Unterbleiben des allgemeinen Streiks der spanischen Eisenbahner hat seine „Geschichte" — und diese „Geschichte" verdient, bekannt zu werden, denn sie bildet ein interessantes Kapitelchen des Klassenkampfes in Spanien, der straff organisierte Formen anznnehmcn beginnt. Dein Ministerpräsidenten Canalcjas ur< dem Füher der „radikalen Republikaner" L e r r o u x war der immer mächtiger werdende Eisenbahnerverband ein Dorn im Auge. C a n a l e j a s befürchtete seine revolutionäre Tätigkeit „im gegebenen Augenblick". Und L e r r o u x, dem es in Katalonien . leider noch gelingt, eine große Masse von Arbeitern mit seinen Phrasen zu betören und zu blenden, bekam Angst, daß ihm seine Truppen in Barcelona abspenstig gemacht werden könnten durch den Anschluß der katalanischen Eisenbahner an den unter sozialistischer Führung stehenden Eisenbahner-Verband. An der Spitze der katalanischen Eisenbahnerorganisation steht R i b a l t a, ein willenloses Werkzeug L e r r o u r' der schon vor dem ersten Kongreß, den der Nationalverband im Juni in Madrid abhielt, gegen eine stärkere Zentralisation polemisiert hatte und den Wunsch aussprach, daß der Streik sofort erklärt werden sollte. Es fanden darauf Verhandlungen zwischen ihm und dein Genossen B a r r i o, dem Vorsitzenden des Zentralverbandes, statt, auf Grund deren R i b a l t o versprach, ans dein Madrider Kongreß sich den Vorschlägen, kein Datum festzusetzen, anzuschließen. Das tat er auch. Als der Kongreß jedoch.den Beschluß gefaßt hatte, den Streik nicht vor einem Jahr zu erklären, hielten C a n a-lejas und Lerrour den Augenblick für gekommen, um zu handeln. Sie nahmen beide an, daß der Verband Sklave des Kongreßbeschlusses sein werde und daß die verfrühte Erklärung eines Teilstreiks zu einer Spaltung des Verbandes führen müßte. Diese Taktik mußte auch den Eiscnbahngesellschaften gut erscheinen. L e r r o u r brachte es rasch fertig, Ribalta zu bestimmen, die katalanischen Eisenbahner zum sofortigen Streik anfzufordern: die anarchistischen Elemente late» freiwillig das übrige und scheuten vor keiner Verdächtigung der Sozialisten zurück, als diese vor einer Uebereilnng .warnten. Von Madrid her traf bei Ribalto in Barcelona der schärfste Protest gegen die Verletzung der Disziplin und der Kongreßbeschlüsse ein. Als Ribalte sich weigerte, eine andere Haltung einznnehmen, sandte Barrio sofort an alle 49 Gruppen des Landes, aus denen der Verband besteht, die Bitte, dem katalanischen Komitee telegraphisch ihre Meinung zu übermitteln. R i-b a l t e erhielt darauf von 43 Gruppen die Bitte telegraphiert, den Streik nicht zum Ausbruch kommen zu iassen. Das veranlaßte Ribalta, in einer Versammlung im Barcelonaer Velcdroni-Park zu erklären, daß er „persönlich gegen den Streik wäre". Aber Lerrour wachte: die Spaltung schien sicher. Am Tag darauf bat Ribalta in einer anderen Ver'i' nilung um Verzeihung für seinen „Schwächeanfall von gestern". Als es nun feststand, daß die Katalonier unter allen Umständen streiken würden und die Arbeitseinstellung auch tatsächlich erfolgte, entschloß sich das Zentralkomitee, das Referendum zu veranstalten mit dem ausdrücklichen Hinweis darauf, daß cs sich um einen Solidaritätsstreik handle. Das Resultat ist bekannt: eine gewaltige Mehrheit sprach sich für den Streik aus. Sobald das die Regierung erfuhr, sah C a n a l e j a s ein, daß er einen gefährlichen Weg betreten hatte, und L e r r o u x merkte ebenfalls, daß seine Hoffnung zuschanden ging. Und nun ereignete sich folgende ergötzliche Komödie: In den Regicrungsblätern ließen der Ministerpräsident. C a u a> lejas und der Minister der öffentlichen Arbeiten Vil- lau ueva die „energischesten Maßregeln" ankundigen-die sie ergreifen würden gegen den Streik und es kam ja auch wirklich zu einer, im übrigen völlig unwirkiamen „Mobilisation". Aber zu gleicher Zeit sandte die Regierung als offiziösen Abgesandten den Abgeordneten A m et d a i n s G e >v e r k-s ch a f t s h ans zu B a r r i o, um dem Eisenbahnerverband das Versprechen der Regierung anzubieten, in den Cortes Gesctzentlvllrse einzubringen zur Verkürzung der Arbeitszeit und zur Erhöhung der Löhne. Zu gleicher Zeit wurde dieses Anerbieten auch Ribalta unterbreitet, der es den Streikenden von Katalonien nach einigem Zögern zur Annahme empfahl. Barr io in Madrid stellte die Bedingung, daß ihm das Versprechen der Negierung in einem von C a n a l e j a s Unterzeichneten Brief schriftlich gegeben würde, und diese Bedingung wurde erfüllt. Der Brief ist im Besitz des Eisen» bahnervcrbandcS. Inzwischen hatten die Katalonier schon aufgehört, zu streiken und damit war für den Ausbruch des allgemeinen Streiks, der in der Nacht vom 8. Oktober stattfinden sollte, kein Grund mehr vorhanden. Es ist ein Zeichen für die Disziplin der Mitglieder des jungen Verbandes, daß der Gegenbefehl so glänzend befolgt wurde. Daß es auf den andalusischen Bahnen, im tiefsten Süden Spaniens, trotzdem zu einer Arbeitseinstellung kam, hängt mit den ganz besonderen Verhältnissen zusammen, die auf jenem trostlosen spanischen Bahnnetz herrschen. . „ , • D „ Es wird sich nun zeigen, was Canaleias voi-fchläat. Es kann natürlich so lächerlich wenig sein, daß die Möglichkeit eines Streiks zu einem späteren Datum keineswegs dadurch ausgeschaltet wird. Die Regierung wird vielleicht die Gelegenheit benützen, um eine „Regelung des Strcikrcchts" der Eisenbahner in, dem Liime. vorzunehmen, dvsz sie ihnen dieses Recht illusorisch macht. Das allein könnte den Anlaß zu einer Bewegung geben, die dann nicht am „Vorabend des Kampfes eingestellt würde, sondern bei der sich die Kräfte des Verbandes und der Regierung wirklich wessen würden. Einstweilen bat die Arbeiterorganisation auf Grund ihrer Kampfgeste allein schon einen vorläufig zwar nur moralisch starken Sieg errungen. Aus dem Gerichtssaal. Einc Geldquelle, nu8 der der Wahlfonds für Herrn Ertl gespeist wurde. Ans W i c n e r - N e u st a d t wird uns berichtet: Josef Piringer war Sekretär der Allgemeinen Arbeiter-Krankenkasse in Neunkirchen. Als Sozialdemokrat wurde er in den Gemeinderat von Neunkirchen gewählt. Als nun auch Deutschgelbe in den Vorstand der Kasse eintraten, ist Piringer ebenfalls ein Gelber geworden; da er feinen Charakter auf diese Weise geosfenbart hat, ist e8 kein Wunder, daß er jetzt auch die Kasse zu bestehlen anfing. In einer Revision, die .er Verband der Arbeiter-Krankenkassen vornahm, wurde festgestellt, daß Piringer in anderthalb Jahren 30 0 0 Kronen unterschlagen hat. Etz wurde nun die An-zeige gegen ihn erstattet, die Anklageschrift bezifferte den Schaden geringer. Nach der Entdeckung des Verbrechens hat Piringer dem Vorstand der von ihm geschädigten Krankenkasse mitgeteilt, daß sich die gelben Macher Stark, Steiner und Seemann von ihm 686 Kr. für die Reicksratswahl zur Förderung d c t Kandidatur des Führers des NeichLbundeS deutscher Eisenbahner" Ertl auSgeborgt. aber bis zur Entdeckung nur 500 Kr. zurückgczahlt haben, fo daß sic also gewußt haben, er verwende Gel. der der Kasse für sich. Piringer wurde zu drei Monaten schweren Kerkers verurteilt. ______ Soziale Hygiene. Bekämpfung der Tuberkulose im Stnatelml,»betrieb. Tie Staatsciscnbahnvcrwaltung geht daran, nach dem Vorbild anderer Länder, insbesondere Frankreichs, Deutschlands und Englands Fürsorgestationcn zur Verhütung und Bekämpfung der Tuberkulose unter den Bediensteten der österreichischen Staatsbahnen, und zwar zunächst in den Wiener Bahnhöfen, zu errichten. Ten Fürsorgcstellcn obliegt vor allem eine vorbeugende Tätigkeit, zu der auch die Belehrung übr die Verhinderung der Verbreitung der Tuberkulose gehört. Eine Andere Aufgabe der Fürsorgestcllcn. in welchen auch die Tuberkulinbehandlung eingeführt wird, besteht in der genauen Untersuchung zweifelhafter Fälle und in der Fürsorge für die spezialärztliche Heilpflcge der Kranken. Mit der Leitung der Wiener Fürsorgestcllcn der StaatSbahncn wurde der frühere Oberarzt der Heilanstalt Alland Dr. Erhard Such betraut. Auf Grund der in Wien zu sammelnden Erfahrungen beabsichtigt das Eisenbahnministcrium auch außerhalb Wienö in den bedeutenderen Stationen ähnliche Fürsorgestcllcn für die StaatSbahnbcdicnsteten zu errichten. Die traumatische und die Rentenneurose, lieber die, die Heilung der Unfall schaden ungünstig beeinflutzenden Einrichtungen der Arbeiter-Unfallversicherung und über die Entstehung der sogenannten „R enten neurose" schrieb in der „Wiener medizinischen Wochenschrift" Dr. Karl Ru ding er eine beachtenswerte Abhandlung, die auch im Verlag von Moritz Perles, Wien, Seilergasse 4, als Separatabdruck erschienen ' ist. Dr. Rndinger sieht im Mangel einer geeigneten Behandlung jener nach einem Unfall eingetrctenen Erkrankung des NervenapparateS, die allgemein mit traumatischer Neurose bezeichnet wird, die Ursache des Entstehens der sogenannten R c n t e n n e u r o s c. Die herrschende Praxis der Unfallenrschädigung bedient sich, führt Dr. Rudi n g e r aus, bei der traumatischen Neurose des ebenso billigen als den objektiven Zustand des Verletzten wirksam bessernden Heilmittels der Zeit. Während sich im Verlauf des sogenannten Heilverfahrens das Befinden des Verletzten objektiv bessert, wird aber das subjektive Krankheitsgefühl des Verletzten nicht überwunden und daraus entstehen bei der schließlichen Abschätzung der ErwerbSeinbutze durch den Arzt Differenzen in der Einschätzung, die einerseits der Verletzte seinem subjektivem Befinden nach vernimmt und dem ärztlichen Befund auf Grund des objektiven Zustandes. Di« Folgen dieser Differenzen sind materielle Schädigungen der Verletzten bei dem Ersatz ihrer durch den Unfall erlittenen Erwerbseinbuhe. Die vornehmlichste Ausgabe der Unfallver-sicherungsgesetzgebung, erklärt Dr. Rudinger weiter, sollt« es fein, einen natürlichen Ersatz der durch einen Unfall Kiribrike her burch äHetlitttd d es Un s a l l sch a d c nS anzustreben. Der Verletzte, Bei ; 'dem nervöse Störungen eingetreten sind, sei während des Heilverfahrens auf sich selbst angewiesen. Ihm fehle eine beruhigende, ärztliche Aufklärung über den Grad seiner Krankheit, der Antrieb der Existenzsorgen zur Arbeit, der dem nicht-versicherten Arbeiter eine moralische Stühe im Kampf gegen die Nervosität ist und der ihm vom Wiedereintritt der Arbeitsfähigkeit überzeugende und ihn kräftigende Einflüsse einer Arbeit, wie sie in entsprechend eingerichteten Heilanstalten verordnet und überwacht werden könnte. Im Deutschen Reich ergäbe die Behandlung der bei Unfällen Verletzten in den deutschen Volksheilstätten die vollkommene Heilung von 50 bis 70 Prozent der vorkommenden Fälle, das zur Errichtung und zum Betrieb solcher Anstalten notwendige Kapital decke sich reichlich durch die Rentenersparnis und diese Umstände sprächen auch bei uns für die Notwendigkeit der Errichtung derartiger Anstalten. Das Anstreben eines natürlichen Ersatzes der erlittenen Erwerbseinbutze würde auch jene Ungerechtigkeit der Unfallversicherungsgesetzgebung cinschränken, von der besonders die jüngeren Bediensteten betroffen sind und die darin besteht, datz die Rentenversorgung nicht auf das normale Steigen deS Einkommens im Verlauf der Dienstzeit Rücksicht nimmt. Zur Heilung der Unfallschäden in derartigen Anstalten hält Doktor Rudingcr eine Verpflichtung des Verletzten für notwendig, sich der Anstaltsbehandlung unterziehen zu müssen. Damit setzt sich Dr. R u d i n g e r in Widerspruch zu den Anforderungen, die die Versicherten an der Krankenversicherung und Unfallversicherung stellen, die bekanntlich aus mehrfachen Gründen den Zwang zur Anstaltsbehandlung verpönen. Die Ueber-windung des Widerwillens gegen die AnstaltSbchandlung, die vielleicht mit dem Besserwerden unserer KrankenanstaltSver-hältniffe und einer allgemeinen Besserung in der Auffassung der sozialen Funktion der Ikrbcitervcrsicherung cintreten könnte, ist ebenso problematisch als die Heilbehandlung der traumatischen Neurose selbst. Die Untersuchungen Dr. N u d i n-g e r s über den Einfluss der langen Karenzzeit des Heilverfahrens in der SchadcnSentschädigung auf die Entstehung der Rentenneurose sind aber jedenfalls sehr wertvoll. Streiflichter. Ein reicher Dividenbenscgcn erwartet jene, die so glücklich sind, Aktien der Aussig-Teplitzer Eisenbahn zu besitzen. Wie die „Bohemia" zu Berichten weiß, hat die Bahn bereits in den äbgelaufcnen drei Vierteljahren VA Millionen Kronen mehr eingenommen als in der gleichen Periode des Vorjahres. In den abgelaufcnen drei Vierteljahren ist die Einnahme des alten Netzes auf 12,040,006 (+ 1,310.618) und die der Lokalbahn auf 2,848.404 (+ 100.603) angcwachsen. Es ergibt sich sonach eine Gesamteinnahme bis Ende September von 14,888.410 Kr. und eine Mehreinnahme von 1,411.221 Kr. oder, wenn man die diesjährigen provisorischen Ziffern richtiger mit den analogen provisorischen Ziffern des Vorjahres vergleicht, eine Mehreinnahme von 1,507.616 K r. Der Güterverkehr ist andauernd lebhaft; er wies im September ein Plus von rund 117.000 Tonnen aus und wäre noch größer gewesen, wenn nicht infolge der sächsischen Manöver die Rückkehr der A. T. E.-Wagen aus Deutschland sich stark verzögert hätte. Für das restliche Jahres-guartal kann angesichts der günstigen Kohlenabsatzverhält-nisse und der guten Schiffahrtaussichten sowie des besseren Rüben- und Ernteertrages mit weiteren Mehreinnahmen gerechnet werden. Wenn man die infolge der gesteigerten Regie und der erhöhten Personalauslagen aufzuwendenden Mehrausgaben mit rund 600.000 Kr. veranschlagt, so verbleibt ohne Berücksichtigung der Erträgnisse des letzten Jahresviertels auf Grund der bisherigen Ergebnisse ein Mehrertrag von rund einer Million Kronen. Da zur Aufbesserung der Dividende, welche im Vorjahre mit 88 Kr. bemessen wurde, auf 110 K r. ein Betrag von 838.090 Kr. notwendig ist, so rechnet man in den der Verwaltung nahestehenden Kreisen Bereits jetzt mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit auf eine Dividende von 110 Kr., wobei auch darauf hingcwiesen wird, datz die Gesamteinnahmen beider Netze in den ersten drei Vierteljahren des Jahres 1007, für welches 130 Kr. Dividende verteilt wurden, 16,897.814 Millionen Kronen betrugen, also um fast eine Million niedriger waren als im laufenden Jahre. Das Einkommen der Herren Aktionäre wird sich also ganz bedeutend steigern, ohne daß sie das gering st e dazu getan haben. Wollen aber die Bediensteten und Arbeitgeber dieser Bahn auch nur eine ganz bescheidene Aufbesserung haben, so nennt man sie begehrlich und wenn man ihnen doch einen Bracken gibt, so erst dann, wenn man schandenhalber nicht mehr ausweichcn kann. Ja, noch mehr, bei dieser millionenreichen Bahn werden Praktiken geübt, die darauf abziclen, Bediensteten sogar das vorzubchalten, worauf sie begründeten Anspruch haben. So mancher arme Teufel wäre im Lauf der letzten Jahre um sein gutes Recht gekommen, wenn nicht die einzige Organisation, die cs ehrlich mit den Eisenbahnern meint, der Rechtsschutz- und Gewerkschaftsverein, den Kampf mit der mächtigen Bahngesellschaft ernröglicht hätte. Deswegen ist aber auch diese Organisation denen so verhaßt, die die Erhöhung der Dividenden der Aktionäre als ihre Hauptaufgabe betrachten. Wer, wenn hohe Beamte die Organisation bekämpfen, die dafür hohe Gehälter und Tantiemen einstecken, so kann man dies schließlich noch begreifen, fast unbegreiflich aber ist es, datz es bei dieser Bahn noch Bedienstete und Arbeiter gibt, die ihren einzigen Freund, die Organisation, verlästern und bekämpfen und gelbe Vereine gründen, die von den Aktionären, Verwaltungsräten und deren Kreaturen mit Wohlgefallen betrachtet und gefördert werden. Würden diese Leute nur einen lichten Augenblick haben, so müßten sie sich doch sagen, daß das, was den Verwaltungsräten und der Direktion recht ist, für die Bediensteten und Arbeiter schädlich sein muß. Dieser lichte Augenblick wird ja doch schließlich noch kommen, da nicht anzunehmen ist, daß alle die, die beute die ehrliche und wirkliche Organisation bekämpfen, nur elende Kriecher und Speichellecker sind. Ein Etscnbahnunfall im Meidlinger Südbithuhos. Am 12. d. M. gab es in der Station Mcidling^Südbahnhof einen Eisenbahnunfall. Es handelte sich um einen Zusammenstoß. Es verbreitete sich das Gerücht, daß viele Personen verletzt seien. Dieses Gerücht hat sich zum Glück als sehr übertrieben herausgestellt. Es hat bei dem Zusammenstoß bloß drei Verletzte gegeben, von denen zwei überhaupt keine Spital-behcuidlung brauchen. Wir erfahren über den Unfall folgende Details: Der küdbghnschnellzug, der gestern früh über die Pottendorfer Linie nach Wien fuhr, ist bei der Pottendorferbrücke mit einer Verschubgarnitur, die über den Wechsel hinausgefahren ist, zufammengestotzen. Der Anprall war recht heftig und alle Passagiere wurden arg durcheinander geschüttelt. In den Coupes sielen die Gepäckstücke aus den Netzen, mehrere Waggons erlitten Beschädigungen. Die Reisenden waren in große Angst geraten, da man im Zuge über den Umfang des Unfalls noch nicht klar war. Es ergab sich, daß in dem Schnellzug drei Personen Verletzungen erlitten haben, und zwar die 41jährige Private Josefa P i r k e r aus Mürzzuschlag eine Nervenerschütterung und eine Kontusion der Wirbelsäule, der aus Steinamanger zugereiste Emil Philipp eine Rißwunde an der rechten Schläfe und der Oberingenieur Viktor B o n d y aus Budapest Wunden am Mittelfinger und am Daumenballcn der rechten Hand. Die Verletzten wurden aus den Waggons gebracht. Aus der Lokomotive des Schnellzuges, die trotz der Beschädigung betriebsfähig war, und aus zwei Waggons wurde rasch eine Zugsgarnitur zusammengestellt und mit ihr wurden adic drei Personen in den Meidlinger Südbahnhof gebracht. stDort hatten sich unterdessen außer den Bahnärzten die beiden Ambulanzen der Rettungsgesellschaft eingefunden. Sie und die Bahnärzte verbanden die Verletzten. Frau Pirker mußte in das Sophienspital gebracht werden. Die beiden Herren entfernten sich allein, lieber die Ursache des Zusammenstoßes sind bahnamtliche und polizeiliche Untersuchungen im Gange. Wie verlautet, hat die Rangiermaschine das Signal überfahren und ist beim Einschnitt knapp vor dem Meidlinger Südbahnhof auf das gleiche Geleise gelangt, auf dem der Schnellzug einfuhr. Sie fuhr in den Zug hinein. Da der Schnellzug wegen der nahen Station seine Geschwindigkeit schon gemindert und der Zugsführer überdies Konterdampf gegeben und die Vaküumchremse gezogen hatte, war die Wucht des Zusammenstoßes gemindert. Von der Generaldirektion der Südbahn wurde über den Unfall folgende Nachricht ausgegebcn: Ter in Wien fahrplanmäßig um 8 Uhr 30 Minuten früh fällige, über die Poitendorfer Linie verkehrende, um 23 Minuten verspätete Kärntner Schnellzug Nr. 10 ist heute vor dem Einfahrtssignal der Station Meidling an einem Verschtchzug angefahren. Drei Reisende und ein Bediensteter wurden leicht verletzt. Ein Personenwagen entgleiste mit einer Achse. Erhebungen wurden unverzüglich eingeleitet. Demonstration der ZugSbeglciter der Nordbahn. Den Zugsbegleitern der Nordbabn wurde die erbetene Diensteinteilung für die Winterperiode nicht gewährt. Sie wurden gezwungen, nach einer Diensteinteilung zu fahren, die die Kräfte des Personals übermenschlich in Anspruch nahm. Außerdem wurden den ZugLbegleitern die Fährgebührenver-dienste auf Betreiben des Revidenten Sommer in der Direktion bedeutend verkürzt. Endlich wurde verfügt, daß die Fahrgebühren statt am 11. eines jeden Monats, wie stets bisher, am 15. ausbezahlt werden. Die Vertrauensmänner bemühten sich seit mehreren Wochen vergeblich, eine Aenderung dieser Zustände durchzusetzen. Die Verfügung über die spätere Auszahlung der Fahrgebühren schlug dem Faß den Boden aus. In einer am 14. d. spontan stattgefundenen Versammlung, zu der weit mehr als dreihundert Zugsbegleiter erschienen waren, erklärten die Leute einstimmig, nicht mehr zu fahren, solange nicht ihren berechtigten Wünschen Rechnung getragen wird. Der Vertreter der Organisation hatte große Mühe, die erregte Masse von der Durchführung dieses Beschlusses abznhalten. Alle Zugsbegleiter begaben sich hierauf in das Direktionsge-bäude, wo sie sich demonstrativ versammelten. Die Vertrauensmänner legten der Direktion noch einmal den Ernst der Situation nahe. Nach langen Verhandlungen erhielten sie vom Hofrat Bojgner die Erklärung, daß die vom Personal verlangte Diensteinteilung bewilligt und die Fährgebührenredu-zierung aufgehoben werde. Die übrigen Forderungen müssen einer höheren Instanz vorgelegt werden. Diese Zusage beruhigte vorläufig die erregten Gemüter. Die Bediensteten traten hierauf ihren Dienst wieder an. Es ist traurig, datz das Personal durch die Treibereien untergeordneter Organe gezwungen wird, die ihm gebührenden Rechte durch Demonstrationen zu erkämpfen. Dienstinrnusverschärfungen beim Wagenaufsschts-pcrsonal. Die Reorganisationsbestrebungen der k. k. Staats-bahnverwaltung zur Verbilligung des Betriebes scheinen übereifrigen Elementen in den Verwaltungsstellen die Köpfe derart zu verdrehen, daß sie auf ihrer Suche nach Ersparnissen gar nicht mehr zu erwägen vermögen, welche Gefahren sie durch ihre im Bureau ausgeheckten Anordnungen im Verkehr heraufbcfchwören. Ihr ganzes Sinnen und Trachten ist dabei nur von dem einen Grundsätze geleitet, die Reform auf den Buckel des niederen Personals durchzuführen, damit die Sinekuren bei den höheren Verwaltungsstellen möglichst bestehen bleiben. So ivurde beispielsweise in letzter Zeit im Heizhaus der k. k. St. E. G. in Bodenbach ein Ükas affichiert, mittels dessen nebst einer Neuregelung des Enilohnungssystems des im Lohnverhältnis stehenden Wagcnaufsichtspersonals, beziehungsweise dessen Substituten, folgendes angeordnet Ivurde: „Die k. k. Direktion hat mit obigem Erlaß noch verfügt, daß die Einstellung von Substituten aus dem Stande des Werkstättenpersonals nur im äußersten Falle stattsinden darf. Es sind vielmehr die Substitutionen durch Zusammenziehung der Dienstturnuffe durchzuführen. Es wird daher ab 1. September 1912 bei Abgang von Wagenuntersuchungspersonal der Ausfall durch Einschalten des sogenannten füuf-scheinigen Dienstturnus (12 — 12 — 24 — 12 — 12) gedeckt und wollen Sie Ihre Dienstleistung für den Rest des Erholungsurlaubes aus beiliegender Diensteinteilung entnehmen. Der Heizhausvorstand: Zabel." Tatsächlich mußten die Wogenaufscher im verschärften Turnus den Dienst versehen, damit ihre Kollegen, welche den Erholungsurlaub noch rückständig hatten, denselben antreten konnten. Allgemein war man jedoch der Meinung, daß es dabei sein Bewenden und nach Beendigung der Erholungsurlaube der frühere normale Dienstturnus ohne Einschränkung wieder in Kraft treten und bleiben wird. Sagt doch der letzte Satz des ominösen Erlasses unzweideutig, „daß die Zusammen, ziehung dev Turnus sich nur auf die restliche Zeit der Erholungsurlaube erstrecken soll". Wie erfahrungsgemäß bei derartigen Anordnungen seitens einzelner subalterner Vorgesetzter zum Schaden des Personals Hebelgriffe gemacht werden, mußten wir auch hier wahrnehmen, daß wir uns getäuscht haben. Herr Heizhausleiter Zabel hat in dem Erlaß offenbar «in Rezept gefunden, das nicht nur gegen die Erholungsurlaube, sondern auch in sehr wirksamer Weise zur Be- kämpsung von Bedienstetenerkrankungen auzuweuden sich eignet. So werden für Erkrankte ebenfalls keine Substituten mehr beigestelli, sondern einfach der Turnus zusammengezogen. Darunter leiden naturgemäß nicht nur die Bediensteten, sondern auch die Sicherheit des Verkehres wird in Frage gestellt. Muß die Untersuchung der Wagen unter normalen Verhältnissen sehr oft wegen Mangel an Zeit nur ganz flüchtig geschehen, wobei aber immer noch die gefährlichsten Gebrechen entdeckt werden, so entfällt dieselbe aber ganz, wenn es an den unumgänglich erforderlichen Kräften gebricht. So wurde beispielsweise in der Nacht vom 5. auf den 6. d. M. für einen erkrankten Wagenaufseher kein Substitut beigestellt. Die Folge davon war, daß 372 Wagen weder bei ihrem Eintritt noch beim Abgang untersucht wurden. Dazu rollten diese Wagen über die in 20 Promillesteigung liegende Strecke Bodenbach—-Ossegg. Wie leicht auf diese Art infolge Wagengebrechens Katastrophen entstehen, denen Menschen zum Opfer fallen können, ist für jedermann klar. Nur die Herren in den Bureaus scheinen dies nicht begreifen zu wollen. Das zeigt auch die saumselige Art der Behandlung der in dieser Sache bereits erfolgten Intervention bei der k. k. Direktion der St. E. G. Es ist bei uns in Oesterreich leider so: man muß erst durch Tatsachen belehrt werden, dann glaubt man ^aran. Die k.' k. Generalinspektion täte gut, hier einzugreifen, bevor noch diese unsinnige, frivole Sparerei mit den Wagenaufsehersubstituten Folgen im Verkehr nach sich zieht. Das Heizhaus der Südbnhn in Innsbruck. Man schreibt unS: Wer den Dienst eines Lokomotivführers nur annähernd kennt, muh zugeben, daß der Lokomotivführer mit Recht großen Wert auf einen gut geschulten Heizer legt. Die Schulung des Heizers darf nicht darin bestehen, den noch Unerfahrenen durch Schikanen und Drangsalierungen den Dienst zu verleiden, noch weniger darin, diesen bei kleinen Unzukömmlichkeiten gleich zu verändern. Nur mit einem gut behandelten Heizer ist ein sorgfältiges, ruhiges, den Dienst gewiß förderndes Zusammenwirken möglich. Dies scheint Herrn Ogrinz besonderes Unbehagen zu bereiten. Gründlich wird die Eintracht, die höheren Ortes stets als Tugend dem Personal empfohlen wird, zerstört, den Ogrinz sagt: „Die Freundschaft zwischen den beiden ist mir zu groß, die müssen voneinandergegeben werden", was auch manchesmal geschah. Kommt aber ein Führer oder ein Heizer mit berechtigten Beschwerden, dann ändert sich die Sache und justament müssen Führer und Heizer zusammen weiter fahren, bis der Fall eintritt, datz während der Fahrt der Führer dem Heizer die Kaffeeflasche am Schädel hauen will, der Heizer hingegen mit der Kohlenschaufel in beängstigende Nähe des Führerschädels gelangt, so daß derselbe sich schließlich aus Furcht vor weiteren Tätlichkeiten ablösen läßt. Wie es mit der Sicherheit in solcher Situation bestellt ist, möge jeder selbst beurteilen. Die Vorschriften zur „Wahrung der persönlichen Sicherheit" scheinen bei Ogrinz nicht zu existieren. In allen Ecken werden jetzt Maschinen repariert, auch dort, wo die vorge-schriebeneu Sicherungssignale fehlen. Der vor kurzem vorgekommene Unglücksfall, bei dem einem kräftigen jungen Manne der Brustkorb eingedrückt wurde, wäre ausgeschlossen gewesen, wenn die Schlamperei nicht schon die zulässigen Grenzen überschritten haben würde. „ . . Wenn die Maschinen, statt nach Ankunft, erst vor Abfahrt ausgerüstet werden, dann kann das Maschinenpersonal tu einer Stunde, die sie vor der Abfahrt bei der Maschine zu sem hat, mit der Arbeit nicht fertig werden. Dann ist es logisch, datz der Heizer nach jedem Rucker, nach jeder kleinen Bewegung der Maschine abspringm, zwischen den Puffern durchkriecheu muß, um wieder einige Löcher zu schmieren, um bis zur Abfahrt fertig zu werden. Solche Unglücksfälle sind besonders bei Kohlenverladerampen unvermeidlich. Wenn sich der Heizhausleiter Herr Ogrinz in den angeführten Fällen unter das Niveau einer praktischen Denkungsart stellt, sollte man doch annehmen, datz er dort, wo man leicht menschliche Leiden mildern kann, menschlicher handelt. Weit gefehlt! Ein Lokomotivführer, welcher durch den schweren Gang bei* Steuerung einer nach der periodischen Reparatur iuui zuge-wiesenen Maschine (2013) einen Leistenbruch bekam, kam mit der Bitte zu O g r i n z, er möge gütigst seinen Zustand berücksichtigen und ihm eine andere, in Wechselbesetzung fahrende Maschine zuweisen, bevor sich sein Zustand verschlechtert. Mit einer Mimik, die einem Bänkelsänger an stehen würde, antwortete Ogrinz: „Nein! Vor dem Ersten wird nichts geändert. Sie müssen mit dieser Maschine fahren, welche Ihnen zugewiesen ist. Ihnen ist überhaupt keine Maschine reckt, in Wien werden Sie andere Maschinen bekommen." Der so angcruffelte Führer sagte: „Ja wohl, Herr Chef, und auch eine andere Behandlung des dortigen Herrn Heizhauschef!" Der Mann mußte sich, um ernstlichen Komplikationen vorzuberwen, krank melden und einer Operation unterziehen, was er dem Ogrinzschen Wohlwollen zu danken hat. Welchen Vorteil die Gesellschaft hat, wenn Ogrinz die Bediensteten, statt deren berechtigte Bitten zu willfahren, unbarmherzig in die Spitäler treibt, ist leicht berechnet. . Damit dem Personal nicht der Vorwurf der Nörgelet gemacht wird, will es zeigen, daß es auch die von Ogrinz erworbenen Verdienste zu würdigen weih. Ein wegen mehr-facher Beleidigungen von Berufskollegen gerichtlich sack,fälliges Jndividium steht in besonderer Gunst des Herrn O g r.t n z. Er Bort auf den Namen Artur Kraschewitz, und wir wollen dieses Subjekt gebührend kennzeichnen. .» Die Veranlagungen dieses Kraschewitz konnten ber den früheren HeizhauSchefs nickst zur Entfaltung kommen, da letztere so vernünftig waren, Zuträgern und Ohrenblasern die Türe zu weisen. Erst unter der Aera Ogrinz reiften ferne Talente stundenlang schnuppert diese Zierde des Führerstandes im Heizhaus herum, bis er einer jener Personen Begegnet, die seine „Wahrnehmungen" für bare Münze halten, um dieselben an Ort und Stelle zu Gehör zu bringen. Es rst soweit gekommen, daß in Fällen, wo Kollegen über Unzukömmlichkeiten im Heizhaus oder über _ ungerechte Strafen in Gegenwart des K r o s ch e w i h in der Vohnrestau-lation Franzensfeste plauschten, dies Herr Ogrinz den anderen Tag schon mutzte, daß Ogrinz den Kritikus, der sich erlaubte, an seinem Verwaltungsgeme zu zweifeln, herbeizitierte und datz er diesem den Magen ausräumte. K r a s ch c w i tz wurde in Kufstein beobachtet, als er um 1 Uhr nachts die Fenster der Restauration abpatromllierte, um zu erspähen, was für ein Personal um diese Zeit wohl noch anwesend ist. Tags darauf wurde schon ein Führer, der zu dieser Zeit in der Restauration saß, vor Ogrinz zitiert dem er die untierbiensteten Vorwürfe über nächtliche Schwärmerei machte. ES wird vermutet, daß da Kraschewitz im Spiele war. Daß Kraschewitz die ihm zugemuteten „Tugenden" besitzt, leitet das Personal von einem besonders krassen Fall ab: Der Lokomotivführer R., der nicht besonders in der Gunst des Herrn steht, führte längere Zeit Schnellzüge mit 8. 206. Kraschewitz bekam diese Maschine zu einer Erfordernistour zugewiesen. Im Heizhaus angekommen, rannte er sogleich zum diensthabenden Souckfcf, meldete ihm, daß die Maschine des R. total vernachlässigt sei, datz die Boxkeile ganz los bis an die Tragfedern herunter stehen, daß die Maschine deshalb stark stoße, und daß er in Kufstein infolge schlechten Haltens der Bremse beinahe eine bayerische Maschine zertrümmert hätte u. s. w. Infolge dieser Meldung wurde bekannt, daß 9t von der Maschine abgezogen werde. Da man. sich iedock früher noch Gewiß- Heit verschaffen mußte, wurde die Maschine bau Schlossern untersucht und es stellte sich die gänzliche Unwahrheit der Angaben des Kraschewitz heraus, so daß die eingetragenen Reparaturen ausgestrichen werden mußten. Welche Verdienste hat sich Kraschewitz denn erworben, daß er bei Ogrinz persona gratissirna ist? >n Anschein eines strammen Regimes zu erwecken und Glauben zu machen, daß die während seiner Aegide in hofier cm Maße diktierten Strafen der Ausfluß seiner umsichtigen Amtstätigkeit sind. In Wirklichkeit iagt er aber Nur nach Anlässen, strafen zu können, während sonst sein Pflichtbewusstsein nicht besonders entwickelt ist. Wie sehr Ogrtiiz das Ansehen der Gesellschaft fcnfirt und wie er für derer Aiwftelltc besorgt ist zeigt ein Fall, welcher am 30. September 1912 ein trat, Herr Ogrinz machte eine „Dienstsabrt". hielt die Kasseschlüssel warm in der Xafche und die Auszahlung der Glätter muffte, da kein Geld zu haben war, unterbleiben. Die Worte, welche die zahlreich anwesenden Frauen über die Gesellschaft ausschütteten. waren alles eher, als schmeichelhafte bis einige Angestellte die Frauen ^ausklärten. daß die Gesellschaft kein Versäumnis trifft, sondern den Herrn Chef. Wir werden auch weiter nicht ermangeln, über die Ur-farf.cn der heutigen Uebelstände im Heizhaus Innsbruck Klaruna zu schaffen. Die Häuser der EinfansttienhSnser-Bnugenoffenschaft für du onvalrner. Ass die, wie sie fieft jetzt bezürc^net, (£ i n-M ? i) r f ö nt t lt c n h 5 u f e r«® a u a e n o f f c n f ch a {I und thrS genossenschaftliche Tätigkeit begann, wurden im „Eisenbahner ausfuMich die Bedenken genen den Einfamilten-bänserbau erörtert und es wurde Vor OvtimiSmnS auf diesem Gebiete gewarnt, die .Schwierigkeiten des BaneS von Ein» mmittcimusc'-n für Eisen^ahnbedicnstcte zu gering einzu-schätzen. Die E. B. G. batihre Bautätiakeit begonnen und cs zeigt sich, nun ui der Wirklichkeit, wie schwer und um welchen BreiS die Idee des Einfamilienhauses für Eisenbahnbedien-stete zu lasen ist. Wir haben miS St. Polten, also aus einem Orte, wo t>w Bedingungen zum Bauen günstig sind, eine Zu-schritt erhalten, die Kritik an d-m dort gebauten Häusern der ®- ubt und die wir nachstehend veröffentlichen. Unser Gewährsmann schreibt: Auch zu uns, wie in alle größeren Orte, ist die Botschaft von Einfamilienhäusern gedrungen und hat auch liier ein Echo gefunden. Eine Anzahl Eisenbahner ließ sich als Mitglieder der E. B. G. aufnehmen. Sie waren nämlich der Meinung daß man zu annehmbaren Bedinaungen durch die ■i 5U Einem eigenen Heim kommen könne. Als im Juli mit dem Bau van 11 Häusern begonnen wurde, mag mancher UicnBaTincr mit Neid auf seinen Kollegen geblickt haben, und doch verdienen die Bauenden eher bemitleidet denn beneidet zu werden. Mancher weiß selbst noch nicht, daß er, gelinde gesagt, in eine verzwickte Situation geraten ist. Wie wenig sich die Bauenden um ihre eigene Sache kümmern, geht daraus hervor, daß _ ne weder einen Plan, noch einen detaillierten Kostenvoramchlag in Händen haben. Aber eines haben sie: die Gewißheit, nach ,Fertigstellung des Baues zahlen zu können, bas; sie schwarz werden, obwohl die Wohnungen alles andere denn praktisch sind. Man kann ruhig behaupten, die Herren Bautechniker der E. B. G. haben sich bei diesen Häusern sehr wenig angestrengt. Es ist_in St. Pölten so wie in Amstctten, nur daß in ist. Pölten die Gemeinde sich dagegen verwahrte, daß die Bodenstiege von außen geführt werde. Dieses Patent der E. B. W. konnte also nur in Ainstetten und dank der Vorsicht ver Baubehörde nicht auch in St. Pölten ausgesührt werden. ES sind aber trotzdem Fehler gemacht worden, an denen die Hausbesitzer sehr zu leiden haben werden. So ist unter anderem der Kellereingang von außen, so daß, wenn i e Bewohner^ in denselben gehen wollen» sie im Winter oft erst werden «chnee kchauseln muffen. Der Aufgang auf den Boden ist an der Rückseite des Hauses angebracht, so daß man, um auf den Boden zu gelangen, um das Haus gehen muß, was gewiß weder bequem noch angenehm sein wird. Auch die WasservenorgungSlrage ist sehr ungünstig gelöst, so daß die Bewohner einen kleinen Spaziergang machen müssen, um zu Wasser zu gelangen. Weiter muß bemerkt werden, daß die Fenster der Keller auf der Rückseite des Hauses angebracht sind, so daß man bei der Einlagerung von Kohle und Holz wieder um daK ganze Haus gehen mutz. Waren die Fenster teuf der Straßenseite angebracht, wäre das gewiß praüischer. Es wurde den Leuten gesagt, daß ein Schupfen eingebaut wird, welcher eventuell als Stall für Kleintiere benützt werden kann. Derselbe wurde gebaut, jedoch führt mm von diesem sehr kleinen Schupfen die Bodenstiege in die höheren Regionen, so daß auch dieser kleine Platz noch lichter wird. Am Boden aus der jeweiligen Giebelseite ist ein Fenster für eiu Mansardenzimmer vorgesehen. Nun fragen wir. ob das von den Herren der E. B. G.. als ein Fortschritt betrachtet wird, wenn man durch den Stall in ein Zimmer gehen muß. Tritt der Fall ein, daß dieses Zimmer vermietet werden soll, das heißt, wenn einer der Besitzer einmal soviel Geld hat, um sich dasselbe machen zu lassen, wird sich dann ein Mieter finden, welcher auch Vorliebe für Gerüche aus dem «stall Hat, von der Vorliebe für die lieblichen Insekten, welche einen Stall jahraus, jahrein bevölkern, gar nicht zu sprechen? Von dem genialen Erfinder dieser Bautype wurde auch ein Raum vorgesehen, welcher zur Aufbewahrung van Speisen dienen soll. Da die Eisenbabner wenig ispeisevorräte haben, hat man diese Speise dementsprechend dimensioniert, so daß sie kaum die Größe eines Abortes hat. So ideal wie die vorher be<-sprochenen Einzelheiten ausgeführt sind, sind auch die Fragen der Türen und Fenster gelöst. Jeder Raum hat zwei Türen und ein Fenster; die Fenster sind nicht, wie sonst üblich, in der Mitte der Mauer, sondern etwas seitwärts angeordnet, so daß im Raum finstere tsefen vorhanden sind. Man wird einwenden: ja, haben beim die bauenden Eisenbahner nicht gewußt, was sie eigentlich bauen? Wir können sagen: nein, denn es hat bis heute keiner einen Plan und keiner einen Kostenvoranschlag, so daß heute keiner weiß, was er eigentlich wird zahlen müssen. Aber zahlen wird ein jeder, und zwar gehörig; denn es ist fieute schon klar, daß diese Häuser der E. B. G. teurer zu stehen kommen, als wenn einer privat taut. In St. Pölten haben in diesem Jahr mehrere Eisenbahner privat gebaut und zahlen dem Baumeister und der Sparkasse das Haus ab. Seinem wird das Haus so t' 'er zu stehen kommen, wie cs den Genossenschaftern nach allen Anzeichen zu stehe» kommen wird. Die privat Bauenden haben zweifach profitiert, erstens die praktischere Bauart und dann die billigeren Baukosten. Auch sind sie der Gefahr euihoVn, ein genossenschaftliches Risiko tragen zu müssen, denn die Genossenschaft macht nichts umsonst, was auch nicht verlangt werden kann, aber wie es in St. Pötten ist, das ist etwas stark. Schon beim Grundkanf hat die Genossenschaft sich ihren Teil gesichert, indem sie zum Grundpreis 50 Prozent Aufschlag machte. Denn der Grund wurde von seiten der Gemeinde um den Betrag von 2 Kronen per Quadratmeter an die E. B. G. verkauft. Die Mitglieder müssen jedoch 8 Kr. per Quadratmeter zahlen und ebenso verhält es sich mit den Baukosten. Bei denselben macht die Genossenschaft einen Aufschlag vou 6 Prozent, so daß mancher van den mit großem Vertrauen zur E. B. G. ausgestatteten Eisenbahnern seine Vertrauensseligkeit mit einem Obolus von 700 bis 1000 Kr. zu bezahlen haben wird. K. k. Bahnerhnltungssektton Wischin. Die Streckenwächter erhielten trotz Ablauf der BeziigSfrist kein Brennmaterial weder für ihre Wohnungen noch für die Dienst-hfitten. Als dieselben beim Herrn.Inspektor deswegen Beschwerde führten und um Abhilfe baten, da ja ohne Brennstoff in der vorgeschrittenen Jahreszeit überhaupt kein Auskommen ist, wurden sie kurz »''gefertigt: „sie mv'en sich das anderwärts suchen, falls sic nicht zufrieden seien." Es wird wähl schon an der Zeit f'itt, daß die Direktion selber Ordnung macbt und den Herrn Streckenvorstand über seine Pflichten belehrt. Aus den Amtsblättern. Erhöhung der Zahl der Delegierten im Arbcitcrzcntrn!-ausschus; der k. k. Staatsbahncn. Das k k. Eisenbahnministerium hat sich laut Erlaß vom 8. August 1912, Z. 80.201/4, mit Rücksicht auf den durch die Verstaatlichungen erfolgten Zuwachs an Arbeiterpersonal bestimmt gefunden, die Zahl der Arbcitcrzentra!ausschuß»i:t-glieder und deren Ersatzmänner jeder Sektion von je vier ans je fechs Delegierte üu erhöhen. Korrespondenzen. Hütteldorf. (He izhaus.) Von Zeit zu Zeit versucht die Heizhausleitung, oder was sich oben dafür hält, Ordnung zu machen; energisch, kraftvoll Ordnung zu machen, um wieder Ruhe zu haben auf einige Zeit. Kommt nämlich eines jener Jnspektionsorgane, die alles sehen, das sich greifen oder riechen läßt, dein heizhauslichen Misthaufen zu nahe und bekommt eine Nase voll, teilt er diese weiter aus, wodurch eben die Heizhaus-leitung energisch wird. Die>e dekretiert dann, daß der Misthaufen ab 1. Oktober nicht mehr zu stinken hat und der Schmutz nicht mehr zu existieren hat; sonst gibt es strenge Strafen. Der Misthaufen aber freut sich weiter seines Daseins und breitet sich immer mehr aus. Am Lande mm zieht man aus dem Misthaufen logische Schlüsse, die auch auf Heizhäuser angewandt, volle Gültigkeit haben; man sagt nämfich • Wo der größte Misthaufen, ist der reichste Bauer, und: Wo die schmutzigsten Ma-ichinen sind, die größten Tantiemen. Den ganzen Sommer über hatte das Maschincnversonal keinen freien Sonntag, die Heizer nicht einmal freie Wochentage. An den Auswaschtagen mußten die Heizer mit anderen Maschinen fahren, anstatt an ihrer die notwendigsten Jnstandhaltuugsarbeiten verrichten zu können. Der Personalstand wurde durch Kranke, Beurlaubte. Singe-rückte, leichtfertig vom Dienste Abgezogene vermindert, ohne daß Substituten angesprochen worden wären. Die Maschinen versauten, die Tantiemen wuchsen. Die auswärtigen Stationen benützen die Maschinen in den kurzen Pausen zum Berschub. Kein Aufsichtsorgan, das dieses schändliche Treiben sieht, demselben ein Ende bereiten würde; aber den Dreck auf den Maschinen sehen, vielmehr greisen sie endlich. Wie mit den Menschen, wird auch mit dem Putzmaterial gespart. Trotz alledem kämpft das Maschinenpersonal mit dem Mute der Verzweiflung gegen diese Schmutzwelle, und in manchen Fällen erringt der Reinlichkeitssinn den «ieg. Nun hat aber auch die Heizbau'Ieitung Maschinen in eigener Pflege, die sogenannten StehMaschinen. Dieselben haben kein ständiges Personal, sie wandern von einer Hand zur anderen; an ihren Auswaschtagen sollen die notwendigen Arbeiten unter direkter Anordnung der teilenden Heiz-hauSorgane durchgeführt werden. Man sollte nun meinen, daß eine Heizhansleitung, die von ibrcm Personal Reinlichkeit und Ordnung verlangt, sich die gute Gelegenheit nicht nur mit Worten, sondern mit Taten, mit gutem Beispiel voranzuleuchten/ nicht entgehen lassen wird. Weit gefehlt! Diese Steh-Maschinen sind die ausgesprochensten Mistwagen, wie sie in ganz Europa wohl nicht mehr anzutreffen sind. Mit fehlendem Werk-zeugzeug, blasenden Stopfbüchsen, rinnenden Robren werden sie wochenlang in Dampf gehalten, bis der Kesselstein die Armaturen, Bleischrauben und Boxwände verlegt. Es war deshalb auch gar kein Wunoer, daß zwei junge Leute, die mit solch eiinm Totenwagen Dienst machen mußten die Bor versengten und dadurch ihre armselige Existenz vernichteten. Will die Heizhaus-leitung Reinlichkeit haben, üann soll jie statt mit Erlägen, den Anfang im Heizhaus mit Putzlappen machen, dann wiro dos Personal freudig dem guten Beispiel folgen. Wien-Penzing. Am Westtahnhof, Personen,eite, treibt sich der Wächterkontrollor Stich herum, der sich durch Denunzieren und Verleumden der Blocksignaldiener ein außertour-liches Avancement verdienen will. Stich, ein ausgepichter Christlichsozialer, wie solche Musterexemplare nur im «chon-brumter Tiergarten zu finden sind, würde besser tun, wenn er sich mit eigenen dienstlichen Arbeiten befassen möchte, denn vom Dienst eines Blocksignaldieners versteht er einfach nichts, dazu fehlt ihm so ziemlich alles. Unbegreistich scheint es, daß das Bahnamt diesem son» derbaeen Wächterkontrollor immer noch Glauben schenkt. Am besten wäre es, wenn man diesen Stich, wenn er denunzieren kommt, sofort mit einem kräftigen Ruck vor die Tür setzen möchte. Saaz. (Ein verhütetes Eisenbahnunglück in Obernitz.'» Am 15. September 1912 wurtc durch den Einfahrlswächter in der Station Obernitz ein schweres Eisen, bahnunglück verhütet. Den genannten Tag hatte in Obernitz Offizial Lipa Dienst, und zwar als Dispositionsbeamter. Als die Personenzüge schon einfahrcn sollten, ries Offizial ti t p betteln, um leichter nach Wien zu kommen. Wir können die Kollegen in Wien nur bedauern, welche einen solchen Menschen unter sich betommen. Seinerzeit einer der ungestümsten Draufgänger der Gewerkschaft, ist er heute einer der größten Gegner. Und warum? Weil es der Zentrale unmöglich war, in Sachen, welche Stöhlcr in seiner Dummheit gemacht hat, irgend etwas zu unternehmen. Hat er eine Dummheit gemacht, haben die Kollegen sofort für ihn zur Direktion bitten gehen müssen, um ihn aus dein Schlamm zu ziehen. Haben sie sich geweigert, in Sachen zu intervenieren, welche im voraus aussichtslos waren, so war er ganz wild, schimpfte, „daß wir keine Kollegen sind" u. f. w. Wir geben zu, daß matt zwei Herren nicht dienen kann, aber man benimmt sich anständig uNd trachtet, es weiter zu bringet-, aber nicht auf Kosten der Kollegen. Amstetten, Äm 4. Oktober l. I. wollte die Frau des in Ainstetten stationierten Heizers W a tz i n g c r in der Station Haag den Persouenzug Nr. 18 zur Rückfahrt nach Amstetten benützen. Als die Frau in Haag dem diensthabenden Beamten ihren Lebensmittelfreifahrtsschein zum Abstempeln beim Per-sonenschalter vorlegte, wurde ihr erklärt, daß sie den Lebens-mittelfrei fahrtsschein, welcher zur Fahrt von Amstetten nach fliitji und retour ausgestellt ist, von und nach Zwischen-statwnen nicht benützen dürfe, da er für eine derartige Ver-ivendung ungültig sei. Krau W a tz i n g e r mußte sich, um weitere Unannehmlichkeiten zu vermeiden, eine Perfonalkartc lösen. Jetzt fragen wir aber eine k. k. Staatsbahndirektion Linz, ob ‘ für ihren Amtsbereich der Ministerialerlaß vom 29. April 1912, Z.' 1552/6a, keine Gültigkeit besitzt, oder ob er in der Station unbekannt ist oder in Vergessenheit geriet. Dieser Erlaß des k. k. Eisenbahnministeriums erschien ütt Villacher Direktionsamtsblatt Nr. 28 vom 5. Juni 1912 und die Bediensteten werden ci sich nie gefallen lassen, daß ihnen Begünstigungen, die ihnen vom l. l. Eisenbahmniitistsrium gewährt wurden, von irgend einem kleinen Stationspascha streitig gemacht werden. Oder hat die k. k Staatsbahndirektion Linz ein Recht, sich über Anordnungen des Ministeriums hin» wegsetzen zu dürfen, oder haben ein solches Recht die dieser Direktion unterstehenden Stationövorstärrde.? Wir ersuche« daher eine k. k. StaatSbc-hndireUion Lutz, ihre Organe dahw-aehend zu belehren, daß Erlasse des L k. Etsenbahnministerium« dazu da sind, um auch vom Herrn ©tatipnsunrstatüi von Haag eingehalten und nicht zum Schaben der Bediensteten ignoriert zu werden. Die Bediensteten müssen sich sehr schöne Gedanken machen, tuum sic sehen, wie schlecht manche Herren betreffs Kenntnis der Verorbmingen und Erlässe der Vorgesetzten Be-tzörden beschlagen sind! Hermagor. (S t a a t s b a h n.) Wie bekannt, sind in dieser Station in der Zeit vom März bis August dieses Jahres zwei Unglücksfälle mit tödlichem,Ausgang zu verzeichnen. Man möchte glauben, daß dies der k. f. Staatsbahndirektion in Villach Anlaß genug wäre, die Verhältnisse in dieser Station zu untersuchen, um solchen traurigen Fällen vorznbeugen. Aber da irrt man sich gewaltig. Die k. k. Staatsbahndircktion rührt keinen Finger. Nun, wir wollen aber dieser Behörde gewiesene Personal zu vertreten und ' sie vor Unfällen unb Lebensgefahr zu schützen. Die Hauptschuld an den sür bas Personal unerträglichen und für die Bahnverwaltung geradezu schädlichen Zustänben trägt ber Werkstättenvorstand Herr Inspektor Rauch. Es mußte so kommen! Weil Herr Rauch fein Vertrauen zum Personal hat, weil sich Herr Rauch nicht selbst überzeugt und berechtigte Wünsche und praktische Vorschläge von seiten des Personals kurzerhand ablehnt, um die Ratschläge eines W a I c n t a und Lederer strikte zu befolgen. Trotzdem letzterer das Krankenjahr macht, ist er noch immer juristischer Ratgeber des Herrn Rauch. M a t e r i a l v e r-waltet Walenta und Personaloffiziant Lederer, ein würdiges Paar als Berater des Inspektors Rauch! Gleiche Brüder, gleiche Kappen! Schuld sind auch bie Werkstättenarbeiter, bie zur Beseitigung biescr Zustänbe nichts beitragen wollen, indem sie der Organisation noch immer scrns'cben und müßig Zusehen, wie andere den Kampf gegen ihre Bebriickcr führen. Nur an ber Ma.ht ber Organisation bricht sich ber ltebcrmut der Peiniger, ihrer nicbcrbriicfenbcn Tendenz wirkt bie Kraft der Organisation entgegen. An dem Bewußtsein und der Zusammengehörigkeit stärkt sich der Einzelne, hebt sich sein Selbst-Bewußtsein, erwacht seine Würde.' Lasse! kleinliche, persönliche Zänkereien beiseite und schließt euch der Organisation an, um brutale Anmaßungen übermütiger Leute energisch abzuwehren! Wciz. (K. k. Staatsbahn.) Seit längerer Zeit kamen im Frachicninagaziit in GleiSborf kleinere Diebstähle von Getreide und Kukuruz vor. Durch die Achtsamkeit der Arbeiter wurde der Täter eruiert und am 19. August l. I. Beim Bahnamtsvorstand die Anzeige erstattet. Wie wir ans sicherer Quelle erfahren haben, dürfte der Vorstand des BahnamteS Gleisdorf die Anzeige nicht an die k. i. Staatsbahndireklion Villach eingesendct haben. Da nun der Herr Vorstand in Erschienen II ift der XVII. Jahrgang «Ileres » ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ « » a • ■ ■ ■ » : b : ■ ■ » ■ n ■ ■ ■ ■ » » » :b:: per 1913 und wird derselbe nach Maßgabe der Ablieferung an die Besteller versendet werden, ysy Jeder Käufer erhält ein Heftchen über 3V die Fahrbegünsiignngen bcS Personals aus beit europäischen Eisenbahnen gratis verabfolgt. Der Preis per Exemplar ist nebst einer Versicherung bei tödlichem Unfall aus SOO Kronen nur 1 Krone 26 Heller. Das neue Jahrbuch ist >'ür alle Mitglieder und Kollegen bei unseren bekannten Vertrauensmännern gegen Barzahlung in beit Stationen zu haben. Genossen! Agitiert allerorts für dieses schöne und inhaltsreiche Büchlein, damit es eine große Verbreitung findet. Sec gentralüoritcni). ■ ■ ■ • i n ■ a b ■ a a b ■ b » a jkä o b a i laBBeoeasaeeafeue»««1 ■ a ■ ■ ■ » ■ ■ » » ■ ■ a a a ■ a a a a a a a a a ■ e ■ a a a a a a Im: a a a a a a a a e • a a a b o a a a B B a a a a a a a a a a a a B B a b i a a a ■Baaaaaaaai •■BBBBBaaai Gleisdorf jede Kleinigkeit zur Anzeige bringt, wenn diese sich gegen einen Arbeiter ober einen niederen Bediensteten richtet, so berührt cs uns sonderbar, baß der Herr Vorstand die am 19. August von den Bediensteten eingebrachte DiehstahlSanzeige nicht an die k. k. Staatsbahndirektion Villach weitergeleitet hat. Oder fürchtet der Herr' Vorstand; daß durch eine unparteiische und gründliche Untersuchung noch andere unangenehme Vorkommnisse in der Station Gleisdorf aufgedeckt würden? Jedenfalls ist hier etwas nicht in Ordnung. Wir werden die weiteren Vorgänge in dieser Station sehr genau beobachten und gelegentlich darüber berichten. Ezernowitz. (Zur außerordentlichen Generalversammlung des L e b e n s m i t t c l m a g a-z i n iS.) Die organisierten Eisenbahner führen seit Jahren einen Kampf gegen die schädliche Wirtschaft im Lebensrnittel-Magazin in Ezernowitz. Das für alle Mitglieder des LebenS-mittelinagnzins schlecht und unpraktisch verfaßte, des demokratischen Ge-ankens entbehrende und keine Rechte einräumende Statut des Lebensmittelmagazins, haben die christlich-sozialen Vcrkehrsbündler auszunützcit verstanden, unb sind mit dem komplett christlichsozialen Ausschuß dort eimnar-schiert. Jetzt möchten sie im Ausschuß ein- für allemal sitzen nnd Mitglieder des Lebensmittelmagazins, welche nicht zu der verlogenen Verkehrsbundpartei gehören, sekkieren. Der größte Teil der Bukowinaer Eisenbahner ist indifferent und dem christlichsozialen Terrorismus zugänglich. Das schuf die Möglichkeit, daß in dieser für die Eisenbahner so wichtigen Institution, welche wenigstens teilweise die Lebensmittelteuerung bekämpfen soll, die Christlichsozialen groß wurden. Christlichsozial sein, bedeutet persönliches Interesse vertreten und daher sicht cs auch mit ber Beachtung ber allgemeinen Interessen im Czcrnowitzcr Lcbensmittelmagazin traurig aus. Am 3. März l. I. wurde die Generalversammlung des Lebensmittelmagazins abgehaltcn, unsere Ortsgruppe der zentral organisierten Eisenbahner in Ezernowitz gab einen Aufruf in deutscher und polnischer Sprache heraus. Die Vcrkehrsbündler eigneten sich mit Lug, Trug und Diebereien viele Legitimationen, welche zugleich als Stimmzettel gelten, an und preßten solche von Mitgliedern direkt mit Gewalt heraus. Die Liste der vereinigten oppositionellen Mitglieder des Lebensmittelmagazins unterlag gegen bie der Vcrkehrsbündler mit 104 gegen 340 Stimmen. ES war auch keine Rede davon, daß in der Generalversammlung der kleinste ober vernünftigste Antrag der Oppositionellen durchgedrungen wäre, weil die Klerikalen gegen die Sozialdemokraten und Fortschrittlichen ihren persönlichen Hatz zur Geltung brachten. Assistent Krawezuk äußerte sich, daß gegnerische Anträge prinzipiell niedergestimmt werden. Unterbeamte, wie Rokosz, O n u l cak, B a r a n, Nikorowicz, W oj cic ch otosk y, Pfeifer und andere konnten als Vorgesetzte leicht bis zu 30 Legitimationen von den Mitgliedern etnhetmsen. unb diese unter ihren Gewährsmännern verteilen und sich damit so eine Majorität sichern. Wir möchten sehen, wie die Sache stünde, wenn das 30-LcgitimationSsystem einmal verschwinden würde, ob bie großen Maulbrescher auch eine Majorität zusammen-bringen würden. Bekanntlich wurde der Beschluß des Lebens-mitlelmagazinauöschusscs gefaßt, daß Ausschußmitglieder Legitimationen von den Mitgliedern des Lcbensmittclmaga-zins persönlich nicht einziehen dürfen, um die Unparteilichkeit besser wahren zu können. Warum hat das Ausschußmitglied, Herr 8! o k o s z, trotzdem Legitimationen von Mitgliedern eingezogen? Wir haben Beweise in Händen, Herr Rokosz! Um dem Schwindelshslem mit den Legitimationen Grenzen zu setzen, wurde mit nachfolgendem Schreiben von 112 Mitgliedern des Lebensmittelmagazins die Einberufung einer Generalversammlung verlangt: An den geehrten Vorstand des Lebensmittelmagazins für Bedienstete der k. k. österreichischen Staatsbahnen Ezernowitz. Auf Grund bes § 18, Absatz 2 des Statuts, ersuchen wir die Einberufung einer außerordentlichen Generalversammlung. Als Zweck der außerordentlichen Generalversammlung gebe» wir an: I. Statutenänderung, unb zwar: 1. Streichung im zweiten Absatz des § 20 der Worte unb Zahlen, welche lauten: „oder deren Vertreter (§ 21). 2. Vollständige Streichung des zweiten Absatzes im § 21 wie folgt: Den Mitgliedern steht cs frei, Behufs Ausübung des Stimmrechtes ihre Stimme mittels schriftlicher Vollmacht an ein anderes Mitglied zu übertragen, jedoch dürfen nicht mehr als 30 Stimmen (einschließlich der eigenen) in einer Person vereint werden. 3. An Stelle des zweiten Absatzes des § 21 soll cs' heißen: In der Generalversammlung hat jedes Mitglied gleiches Stimmrecht sowie gleiches Wahlrecht. Dieses Rech> muß persönlich ausgeübt werden. II. D i e Krise im Vor st and des Lebensmittelmagazins für Bebicnstete ber österreichischen Staatsbahnen sowie die Einhaltung des § 10 zu den Lebens-mittelmagazinstatuten. Ezernowitz. am 11. August 1912. (Es folgen 112 Unterschriften von Mitgliedern des Lebens, mittelmagazins.) In folgendem Schreiben wurde bas Verlangen nach Emberufuneg der Generalversammlung begründet: An den geehrten Vorstand des Lebensmittelmagazins für Bedienstete bei t. £. österreichischen StaalsBahnen. Ezernowitz. Im Nachhang zu unserer Eingabe vom 11. August 1912 betreffend das Verlangen nach Einberufung einer außerordentlichen Generalversammlung auf Grund des § 18, Absatz 2 des Ltatuls mit ber Tagesorbnung: I. ©totutcnänbcruitg, unb II. Die Krise im Vorstanb. erneuern wir dieses Verlangen, Bitten somit nochmals um Ein-Bcrufung dieser außerordentlichen Generalversammlung mit der oben angeführten Tagesordnung und Begründen dieses Verlangen wie folgt: Ad I. Der Wahlmodus ist den Mitgliedern nach unserer Anschauung ungünstig, weil das Vertretungsprinzip cd ermöglicht, daß die Vorgesetzten einen Druck bei der Walil aus-üben unb weil ferner nur die unmittelbare Ausübung des Wahlrechtes das Interesse ber Mitglieder an der Genossenschaft wachruft. Unter einem erklären wir, das; wir, im Falle die von uns beantragte Statutenänderung von der Mehrheit der Generalversammlung abgelehnt werden sollte, den Eventualantrag stellen werden, daß der zweite Absatz des § 21 wie folgt lauten soll: Den Mitgliedern steht cs frei, behufs Ausübung des Stimmrechtes ihre Stimme mittelst schriftlicher Vollmacht an ein anderes Mitglied zu übertragen, jedoch dürfen hiedurch nicht mehr als zwei Stimmen (einschließlich der eigenen Person] in einer Person vereint werden. Ad II. ES ist uns bekannt, daß ber Obmann seine Stelle ansänglich niedergelegt hat. Wenn er diese Stelle auch behalten hat, kann cs den Mitgliedern nicht gleichgültig sein, aus welchen Gründen sich der Obmann zu diesem Schritt entschlossen hat. Ferner ist das Mitglied Archipp unter Berufung auf § 10 der Statuten am 1. August 1912 ausgeschlossen worden. Nun ist dieser Ausschluß, selbst wenn dessen Begründung für wahr genommen wird, statutenwidrig, da er von einer falschen Interpretation ausgeht. Da mm die Gefahr besteht, daß diese Interpretation weiter praktiziert wird, muß den Mitgliedern Gelegenheit gegeben werden, ihre Anschauung ehestens zu äußern. Ezernowitz, am 25. August 1912. (Es folgen 108 Unterschriften.) Schon jcht will man uns versichern, daß wir auch jetzt bei der außerordentlichen Generalversammlung nichts gewinnen werden, die Ehristlichsozialen hätten alles gut in den Händen und werben schon trachten, das; in gegnerische Hände recht wenig Legitimationen kommen. Wir machen aber alle diese Herren von der christlichsozialen Verkehrsbunbpartci aufmerksam, baß wir nicmanb schonen werben, daß wir alle Gaunereien zur Anzeige bringen werben, koste es, was es wolle. Es müssen auch im Lebensmittelmagazin georbnete Ver^ hältnisse einziehen. Klostergrab. (Aufhebung ber Heizhausexpo-fiturleitung.) Als vor drei Jahren bie Vorstanbstelle int hiesigen Heizhaus zur Neubesetzung gelangen sollte, gab sich unsere Stadtvertretung bie größte Mühe, und cs gelang ihr auch mit Hilfe ber beiben Abgeordneten Dr. Herolb unb Kroy, bic über Aufforderung der Gemeindevertretung Beim Eiseit-bahnministerium intervenierten, daß diese «telle durch einen Deutschen besetzt würbe. Herr Kommissär I. Ritsche! würbe aus Görz hichcr versetzt unb bald barauf zum Oberkommissär besörbert. Wie bic „Duxer Tante" berichtete, herrschte banials über biefen Erfolg unter unseren Gerneinbegrößen lauter Jubel. Herr R. würbe in bie besten Kreise ber Bevölkerung eingeführt unb hoch geehrt als deutscher Volksgenosse, welcher hauptsächlich das Heizhaus von ben Tschechen reinigen sollte. Auch versprach man sich von feinem Deutschtum große Vorteile zur Unterbringung beutschnationaler Arbeiter im Heizhaus. Die Hcizhausbebienstetcn. besonders bie Heizer unb Kohlenlader, erkannten gar bald, daß Herr R. wohl ein beut-scher Volksgenosse, aber ein ausgesprochener Prämienjäger sei. Die Abschaffung der Ueberstunben bei den Kohlenladern ist ein ganz besonderer Stierbienst bcS Herrn R. Auch richtete er seine ganze Aufmerksamkeit barauf, ben normierten Maschinenstand des Verkehrs in jeder Weise herabzumindern. Obzwar in ber Strecke Wiesa-Moldau ein schwächer« Verkehr bei künftiger mv« ® ‘5e® druttos eilige treten ift, so Tonnten bei gutem Willen iy’,b Vorschlag des Herrn R. das Klostergraber Ma-ichnienpersonal den Verkehr zwischen Brüx-Klostergrab>Moldau abw'.ckeln, wie es schon früher einmal bestand. Daß das Sparen und SlitCiu cn gute Früchte trägt, geigte sich am deutlichsten dadurch, daß Herrn R. außer den unbekannten ausgezahlten Prämien und Remunerationen voriges Jahr 1000 und heuer 11Ö0 Kr. Tantiemen auöbezahlt wurden. Daß sich Herr R. mit besonderen Plänen für sein Vorwärtskommen befaßte, soll nachstehendes beweisen. Wie ein MinisterialamtSblatt verlautbarte, wurde die HeizhauSexpositur in Klostergrab aufgehoben und dem Heizhaus Bodenbach zugewiesen, welche bis jetzt dem Heizhaus Saun zugewiesen war. Diese Angelegenheit hatte nicht nur die Stadtvertretung und die Hausbesitzern gewaltig erregt, ftc gab auch sämtlichen Bediensteten Veranlassung, die verschiedensten Meinungen über Herrn R. auszusprechen. Gar oft hörte man die deutschen Volksgenossen darüber klagen, was für Nachteile aus der Aufhebung der Heizhauservositur erwachsen, auch wird ausgesprochen, daß sich die früheren tschechischen Vorgänger des Herrn R. eine Auflösung der Heizhaus* crpositur in Klostergrab nicht träumen ließ, das mußte erst unter einem deutschen Ingenieur und Volksgenossen vollzogen werden. Es ist wohl jedem klar, daß niemand anderer als .Herr R. den höheren kompetenten Dienststellen die Pläne zur Aushebung der Expositurleitung unterbreiten konnte, wobei durch seinen zweimonatigen Krankenurlaub, zu dem keine Substitution nötig war, der Beweis erbracht wurde, daß hier ein Oberkommissär überflüssig sei. Wer das Tirektionsamtsblatt vom 25. September l. I. kiest, findet sich sofort zurecht in dieser ganzen Angelegenheit. Genanntes Amtsblatt verlautbart: Aus Dienstesrücksichten werden versetzt: „R. I., Maschinenoberkommillär und Vorstand der Heizhausexpositurleitung in Klostergrab, bei Enthebung von diesem Posten wegen Auflassung desselben, seiner vollkommen zufriedenstellenden Dienstleistung, in der Verwendung der Heizhausleitung Bodenbach, bei welcher er mit der fallweisen Vertretung des Vorstandes in Angelegenheit des Zugförderungsdienstes betraut wird." Gewiß wird ein jeder diese Anerkennung begreifen, wenn er erfährt, daß durch die Auflassung der Expositurleitung in Klostergrab jährlich mindestens 4000 Kronen erspart werden. Gewöhnlich pflegt inan Anerkennungen erst bei liebertritt in den dauernden Ruhestand auszusprechen. Auch ist dann begreiflich, warum Herr R. als junger Ingenieur bei dieser Gelegenheit als Lohn treuer Dienste einen höheren Posten (Jnspektorposten) erhält. Daß man sich schon längst mit Plänen befaßt, einen Teil des Maschinen- und ZugS-personals von Klostergrab nach Wien zu versetzen, nun dazu jst der erste Schütt getan, die anderen werden allmählich Nachfolgen. Was eine größere Versetzung des Personals für die industriearme Stadt Klostergrab bedeutet,, braucht wohl nicht weiter erörtert werden. Herr Hans Knirsch, der gegenwärtige Abgeordnete unseres Städtewahlkreises, verdankt seine Wahl zum größten Teil der Agitationsarbeit der deutschen Eisenbahner und unserer deutschen Stadtvertretung. Herr Knirsch war ein ganz besonderer Freund des Herrn R., der denselben auch wiederholt in seiner Wohnung besuchte. Wäre c8 da nicht im Interesse der Stadt sowie feiner deutschen Volksgenossen feine Pflicht gewesen, rechtzeitig die Aushebung der HeizhauS-expositur zu verhindern? Aber Herr Knirsch pfeift auf seine Wähler wie der R. auf feine Volksgenossen, wenn es sich darum handelt, selbst vorwärts zu kommen. Seit dieser Aufhebung wurde der vertrauliche Umgang einiger OrtSgrößen abgebrochen, das bedeutet wohl, daß man erkannt hat, daß man sich in der Person und den an sie geknüpften Hoffnungen gewaltig getäuscht hat, und das; das von Deutschen geprägte Sprichwort nicht immer zu trifft: „Deutschen kann nur durch Deutsche geholfen werden." Igln». (K. k. Oesterreichifche N o r d w e st b a h n.) Die Unterlunftsräumc, i» welchen bei schlechtem Wetter in den ^ugs- und Arbeitspausen die Bediensteten und Arbeiter ihr Ejscn entnehmen sollen, oder wo sie sich aufhalten sollen, wenn sie sich einige Minuten Raft gönnen können, sehen gerade so aus, als wollte die Station Jglau durch Ersparnisse an den notwendigsten Instandhaltungen das Defizit der k. k. Staatsbahnen decken. Die Verschieber der Nordseite müssen erst eine Strecke laufen, um ins Stellwerk zu gelangen, dort ist ein txleiner Raum frei, doch selten gelingt es einem, dort Unterkunft zu erlangen. Es vergeht auch schon nahezu die Ruhepause, wenn inan den Weg vom Arbeitsplatz und umgekehrt izurücklegt. Noch ärger sieht es mit dem Kommandierzimmer iaus. Dort lagern die Arbeiter de? Fahrdienstes stundenlang in einem kleinen, jeder Sanitätsvorschrift Hohn sprechenden Raum auf dein Fußboden herum. Wer vom Glück begünstigt ist, erobert vielleicht einen Platz auf der Bank. Wenn ein solcher »Reservemann" von dem Lagern am Fußboden die Glieder abgedrückt und verrenkt hat, wird er erst zum Dienst komman-i3";Crt. Der Fürsorge der Direktion ist es aber zu danken, daß E'" solcher Mann nicht allzulange ohne Unterbrechung Dienst denn kaum ist er zwei oder drei Stationen im Dienst tjcfahtcit, muß ihm der Zugsführer wieder „abhängen" und in Megte führen. Wenn die,er Arbeiter im Fahrdienst es nicht borzieht, in Regie auch auf der Bremse sitzen zu bleiben, kann er sich wie ein Stuck Vieh am Fußboden des Hüttelwagens niederhauen und wa> ten, bis er wieder zum Dienst „getrieben" wird. Oft kann man am Bahnhof die Zugsbegleiter hören, wie sie sich scheuen, in dieses Kommandierzimmcr zu gehen, denn es fürchtet sich jeder, daß er von dort Ungeziefer mit nach Haufe bringen könnte. Bei der Wasserstation sittd die Kasernen für die Zitaimer Zugspartien. An den Kasernen “ügebaut sind Worte. Die Mauern sind von dem Unrat so angefogett, daß dieser meterhoch an den Kasernenmauern sicht» rar ist. Daß bei dem Geruch, der auSströint, gerade nicht am netunbeften zu schlafen ist, wird höchstens nur der Assistent |P a I nt e bezweifeln. Nun kommt die Verschieberkaserne an der Südseite, eitt Raum bon drei Meter Länge und anderthalb Meter Breite. Wenn schon dieser Raum an und für sich zu Stein ist, daß darin eine Verschitbpartei sich ihr Essen wärmen lind verzehren könnte, so ist auch noch das zu bedenken, daß in / piesem Raum auch die bei Nacht bei den Zügen dienstleistenden !Magazinsarbeiter Unterkunft suchen. Nebenan befindet sich hoch solch ein Käfig. Die einst vor Jahren weiß gewesenen (Mauern starren Don Schmutz, und wer ein gutes Auge hat, kann bemerken, wie die Wanzen mit diesem Käfig jschaukeln. Es wird auch nicht lange dauern, und eines Schönen Tages wird der entfahrende Staatsbahnzug, statt vordem Einfahrtssignal vor dem Einfahrtswechsel halten müssen, denn dieses Wanzennest wird von diesen Tierchen auss Geleise rci'ückt worden sein. Gerade wie zum Hohn stehen vis-ä-vis feioei Zelte aufgestellt. Die Oberbauarbeiter müssen, weil ihnen leine entsprechende Unterkunftshütte fehlt, ihr mitgebrachtes Mittagessen kalt im Freien verzehren. Am Bahnhof stehen Zelte leuf ge stellt, wie wenn wir uns an der türkisch-montenegrinischen Grenze befinden würden. Diese Zelte wären besser zu verwenden, wenn man selbe den Oberbaupartien auf die Strecke ^glau-Wiese und Wiese-BranzhauS mitgeben würde. Herr Inspektor! Auch das sind Menschen, die bei dem Hundewetter Ihr Mittagessen unter Dach, geschützt vor Regen und Wind, pcrzehren wollen. Wozu liegen die Zelte im Magazin? Wollen Cie denn gerad. immer nur an den ärmsten Teufeln Erspar» risse machen? Ist es nicht genug, daß diese armen Arbeiter lei der Sohnrcgitlicrung im Vorjahr und auch Heuer leer aus» hingen? Ueberall haben die Arbeiter 10 bis 20 H. zubekommen, pur die Arbeiter der Strecke Jglau bis Branzhaus erhielten nichts, Sind das schlechtere Arbeiter oder bcifpüten diese leinen {junger? BersammlungsberlchLe. Gegen die Feinde der Eisenbahner und Staats-angestellten. Innsbruck. Samstag den 5. d. M. fand Hier eine großartig besuchte Versatninlnng der Eisenbahner und Staats» angesiellten statt, in der die Abgeordneten Genossen T o m-s ch i k, Glöckel und A l> r a nt referierten, lieber die letzten auf die Eisenbahner Bezug habenden Ereignisse referierte Genosse Tomschik. Er verwies einleitend auf die wachsende Teuerung, die im vorigen Jahre die StaatsbaHnbediensteten nötigte, an das Eisenbahnministerium mit Forderungen heraii-zutreten. Die sozialdemokratische EisenbaHnergewerkschast formulierte die Forderungen. Aber int Gegensatz zu ihrer früheren Gepflogenheit hat sie diesmal ihre Forderungen vor bereit Ueberreichtmg nicht publiziert, um den verantwortungslosen nationalen und christlichsozialen Organisationen nicht die Gelegenheit zu geben, die Forderung in einer unernsten, die Sache schädigenden Weise hinauszu-liziticren. Schon diese kluge Maßnahme hat den nationalen Organisationen Anlaß gegeben, die sozialdemokratische Organisation zu verdächtigen. DaS weitere besorgten sie dann aus Anlaß der Ucbcrrcichung der Forderungen, wo ihm (Tomschik! ein geheimes Techtelmechtel mit dem Eisenbahn-minister vorgeworfen wurde, obwohl er weder im Eisenbahn-ministerium in der Angelegenheit der Forderungen vorsprach, noch mit der Deputation gegangen ist, weil diese, lauter aktive Eisenbahner, ihre Forderungen selbst vertrat. Trotzdem er nicht im Eisenbahnministerium war, hat der 'Abgeordnete Heine (natürlich ein Nationalverbändler) erklärt, daß er durch ein Schlüsselloch horchte, wie Tomschik einem Ministerialrat sagte: „Geben Sie mir die zweijährige Vorrückung und Sie sehen mich int Eisenbahnministerium nie Wiede r." Der Horcher am Schlüsselloch hat natürlich st a r k gelogen. Tomschik erörterte dann die weiteren Phasen des Lohn» kampses, wie das Eisenbahnministerium nach Iteberreichiutg der Forderungen in einem Kommunique die Berechtigung der Forderungen bestritt und, als dann die Teuerungsdetnon-strntionen in Wien der Regierung den Ernst der Situation zeigten, in einem neuen Gontiituniquö eine Ausbesserung nicht bloß den Eisenbahnern, sondern den gesamten Staats» bediensteten versprach. Redner schilderte dann, wie unernst die Regierung ihr Versprechen nahm, wie, als die Regierung die bekannte Vorlage im Hause einbrachte, die Deutschnationalen und Ehrisilichsozialen, die vorher sogar mit einem Ultimatum eine Pression ausüben wollten, die Eisenbahner im Stiche ließen, wie der Nationalverbändler Heine, als der Ministerpräsident der nationalverbändlerischen Deputation erklärte, daß er mehr geben wolle als 14 Millionen, gleich in eine deutschnationale Eisenbahnerversammlung gelaufen ist und dort verkündete, daß er 33 Millionen schon im Sacke habe. Tomschik besprach dann ausführlich das Zustandekommen des bekannten 38 Millionen-Antrages, der als ResolutionI-antrag im Hause eingebracht werden mußte, weil die meisten Nationalverbändler sich weigerten, für ein Gesetz zu stimmen, das die Regierung verpflichtet, die beschlossene Ausbesserung auch durchzuführen. Der Resolutionsantrag ist vom Abgeordnetenhaus allerdings c i n st i nt m i g angenommen worden, aber nur weil die meisten bürgerlichen Parteien sich bewußt waren, daß diese Resolution von der Regierung nicht ansgesührt und daß sie den Eisenbahnern nicht mehr geben will als 21 Millionen, welche der Ministerpräsident Gautsch zusagte. Die 21 Millionen sind beit Eisenbahnern tatsächlich aufgebessert. Im Marz forderten die Nationalverbändler und Christlichsozialen in einer Interpellation, daß auch die restlichen 18 Millionen den Eisenbahnern aufgebessert würden. Bei der Beratung des Budgetprovisoriums wollte die sozialdemokratische Fraktion der deutschnationalen und christlich-sozialen Interpellation einen Nachdruck geben und ließ durch den Redner (Tomschik! den Antrag stellen, die. 17 Millionen ins Budget einzusetzen. Gegen diesen Antrag schürte die Regierung und sämtliche bcutf.dj nationalen und chri st lieh sozialen Abgeordnete n, darunter auch sogenannte Eisenbahnervertreter, haben geschlossen gegen ben sozialdemokratischen Antrag gestimmt. Nachdem noch Abgeordneter Genosse GS l ö ck e t gesprochen hatte, versuchte es der bekannte Herr SuSke vom „Reichsbund" in höchster Verlegenheit den Nationalderband einfach zu verleugnen. Trotzdem er selbst auf das Programm des Deutschen Nationalverbandes kandidierte, hatte der Mensch den Mut, diese in Innsbruck jedermann bekannte Tatsache zu bestreiten und zu behaupten, daß er nur als Gewerk- schaftler kandidierte und überhaupt keiner politischen Richtung a n gehöre. Die Versammlung hat den Herrn SuSke, der heute abends bei der jungdeutschen Geburt wahrscheinlich wieder ein Patentpolitiker sein wird, natürlich gründlich ansgelacht. DaS reizte ihn und er legte gründlich loS, verwickelte sich aber in schon ganz jämmerliche Widersprüche, die natürlich die Heiterkeit der Versammlung noch steigerten. Abgeordneter Genosse A b r a nt deckte in kurzen, aber kräftigen und treffenden Worten den säubern Herrn Suske zu, ebenso Genosse To m s ch i k. Das hinderte den Herrn Suske nicht, seine Kapuzinade nochmals zu wiederholen. Genosse Glocke! hat in feinem Schlußwort dann dem Herrn gründlich die Larve vom Gesicht gerissen und aufgezeigt, was von der deutschen Gewerkschaftsbewegung zu halten ist, deren Führer sich in Versammlungen nur dadurch zu verteidigen wissen, daß sie ihre Gesinnung verleugnen. Die Versammlung endete um 2 Uhr nachts. Penzing. Am 15. Oktober fand in Ribisch' GasthauS, XIII, Reinlgasse 11, eine sehr gut besuchte Versammlung der Oberbauarbeiter statt, bei welcher Genosse Gtlhofer als HauptticrtremenSmmm von seinen Arbeitskollegen Abschied nahm, da er infolge Versetzung aus ihrer Mitte scheiden mußte. Genosse Hofbauer schilderte, unter welch schwierigen Verhältnissen der Scheidende seine Funktion übernommen und ausgeiibt hat und wie e3 ihm trotzdem gelungen ist, durch seine Arbeitsfreudigkeit für seine Arbeitskollegen sowie für die Organisation Nützliches zu leisten und sprach die Hoffnung aus, daß dies auch dem Nachfolger gelingen wird. Schließlich sprach Genosse Hofbauer dem scheidenden Vertrauensmann im Namen sämtlicher Vertrauensmänner der Oberbauarbeiter sür seine aufopferungsvolle Tätigkeit den herzlichsten Dank aus. Genosse Sommerfeld hob die Tätigkeit des 06genannten in der Ortsgruppe hervor und sprach demselben für die Mitarbeit im Namen der Ortsgruppe den besten Dank aus. Herr Bahnmeister Zeller verwies daraus, daß G i U hofer immer in würdiger Weise die Arbeiter vertreten habe und hofft, daß dies auch bei feinem Nachfolger der Fall sein werde. Schließlich wurde Genosse Josef H o m o l k a als Haupt* Vertrauensmann der Oberbauarbeiter von Wien I einstimmig gewählt. Saalfelben. Bei der am Sonntag den 6. Oktober stattgefundenen Generalversammlung wurden folgende Genossen in den Ausschuß gewählt: Rupert Blatzky, Obmann, Johann Ein öder, Stellvertreter; Gottfried Groß, Schriftführer, Josef F e i l m a y r, Stellvertreter; Joses B r n g g e r. Kassier, Josef Pustetet, Stellvertreter; Anton Wechselberger, Bibliothekar, Peter Herzog. Stellvertreter; v^er Pf eff et und Johann ili 0 t h e n c i ch e r, Revisoren. Zuichrts.en sind zu richten an den Obmann Genossen B 1 a tz t h. Genosse Adols Müller aus Wien referierte übet den neuen Strafgesetzentwurf. ! Linz-Ardning. Am 6. Oktober sprach in einer gut Be«t juchten Versammlung in Ardning Genosse Weiser ans Linz ‘liber „Zweck und Nutzen unserer Organisation". 1 SBmnotuit}. Am 6. Oktober sprach hier in einer gut bei suchten Versammlung Genosse Hack über „Die Forderungen der Eisenbahner". Oberbern. Am 29. September fand hier eine gut be« suchte Versammlung der Magazinarbeiter statt, in welche* Genosse Wawret s ch k a aus Teschen über „Die yorbe« rungett der Magazinarbeiter" referierte. Falkena» n. b. Cfficr. In der letzten Versammlung der Lokomotivführer in Fallenau, die gut besucht war, erstattete der Genosse Hans Tausch seinen Bericht von der Reichs-konserenz. Sein Bericht wurde befriedigend zur Kenntnis genommen und zum Schluß der Versammlung folgender An-irctß einstimmig annenünuuen: „Dem Genossen Äenzel T hü r in c r, Lokomotivführer in Kontotau, wird in Anbetracht seiner im Interesse seiner Kollegen nuSgcübteu Tätigkeit als Personalkommissionsmitglied der vollste Dank sowie das vollste Vertrauen ausgesprochen und wird derselbe et« sucht, die aus ihn gefallene Wahl eines Erekutivkomiteemii-gliedes anzuitehmen." Wenn auch bedauerlicherweise gerade in Komotau, in seiner Domizilstation, die Tätigkeit und die Verdienste Thür m c r s von einigen Nörglern verkannt werden, das Personal der Heizhäuser von Wickwitz bis Eget wird ihm eilte ungeschmälerte Achtung jederzeit entgegenbringen. __________________________ Ans den Organisationen. ■ Stablau. (Todesfall.) Am fl. Oktober fand hier unter zahlreicher Beteiligung das Leichenbegängnis des Genossen Franz G r ö g e r, OberTonduIteur der k. f. St. E. G., in Stadlau statt. Genosse (Stöger war ein ruhiger, jederzeit bereitwilliger Mitarbeiter und langjähriger Funktionär unserer Ortsgruppe. Genosse Baba w s k h hielt ihm am Grabe einen ergreifenden Nachruf. Möge ihm die Erde leicht sein! Innsbruck IV. Den Mitgliedern der Ortsgruppe Innsbruck IV diene ljicmit zur Kenntnis, daß künftighin die Monats* Versammlungen laut Beschluß der letzten AuLschußsitzung regelmäßig jeden zweiten Montag im Monat um 8 Uhr abends im Arbeiterheim in Innsbruck stattfinden werden. Wenn ausnahmsweise die Abhaltung dieser Versammlung zwingender Gründe halber auf einen anderen Zeitpunkt verlegt werden müßte, wird dies den Mitgliedern rechtzeitig gut Kenntnis gebracht. Rrmotmt. Die Monatsversammlungen werden von nun an jeden ersten Sonntag nach dem Dritten in Herrn Georgs Gasthaus in Oberdorf, Leipzigerstraße, um 2 Uhr nachmittags abgehalten. Fällt der Dritte auf einen Sonntag, fo findet die. Versammlung an diesem Tage statt. Die nächste Versammlung findet da'her Sonntag den 3. November im genannten Lokal statt, und eö wird allen dienstfreien Mitgliedern zur Pflicht gemacht, dieselbe zu besuchen. Mitgliedsbücher sind zur Abstempelung mitzubringen. Dielitz. Bei der am 30. August I. I. stattgefunbenen Ge» neralberfammlung wurden folgende Genossen in den Ausschuß gewählt: Franz Gruschka, Olmtann, Franz örubt), Stellvertreter; Joses Gielcr, Kassier, Johann St an Tie toi cg und Josef Czader, Subkassiere; Lea Z i n n, Schriftführer, Robert Sig inu n b, Stellvertreter; Otto Hilf che r, Josef .ft o tz nt a n n und Joses Chalupa. Kontrollore; Schnür, Blahut und Mo schloss kt,. AuSfchußmitglieder. Korrespondenzen in VereinSangelegenheiten sind an den Obmann Franz Gruschk a, Schießhausstraße 44, in Kassen-angelegenheilen an den Kassier Jofef Gielcr, Alschergasse 5 in Bielitz, zu richten. Dnx. Jene Mitglieder, die sich mit den Monatsbeiträgen im Rückstände befinden, werden aufgeforbert, ehestens nachzuzahlen, da sonst nach den Statuten vorgegangen wird. Dtc Mitglieder der Sterbekasse, welche länger als drei Monate im Riickstanbe find, haben keinen Anspruch auf bie Sterbequote. Pöchlarn. Die organisierten Bebiensteien bet Station Pöchlarn rufen bem nach Siegmutibsherberg versetzten Assistenten Herrn Kraus ein herzliches „Lebewohl" zu. Herr Kraus war stets und gegen jedermann ein humaner und gerechter Vorgesetzter, mit bem es eine Freude war, Dienst zu machen. Besonders das Zugs» und Lokomotivpersimal erachtet es als feine Pflicht, Herrn Kraus für die stets gerechte Behandlung ibren Dank aitszufprechen. Wir gratulieren den Bedien-steten von Siegmuubsherl’crg zu diesem Vorgesetzten herzlich, Sic organisierten Bediensteten der Station Pöchlarn. TöppeleS. Die Mitglieder, welche länger als drei Monate mit den Beiträgen im Rückstand sind, werden auf den § 9 bet Vereinsstatuten aufmerksam gemacht. Görkau. Die Monatsversammlungen werden ab 1. Oktober 1012 jeden ersten Sonntag im Monat in Hüblers Gasthaus um 3 Uhr abends abgehalten. Die Mitglieder werden auf, gefordert, die Versammlungen fleißiger zu besuchen. Jene Mitglieder, welche mit ihren Beiträgen länger als drei Monate im Rückstand sind, werben in ihrem eigenen Interesse aufgefordert, dieselben ehestens zu begleichen, ^andernfalls sie als ausgetreten betrachtet werden müssen. Solche austretende Mitglieder sind verpflichtet, ihre restlichen Monate nachzuzahlen. _______ _____________________________________ Fachtechnische Rnndschau. (So weit es die Raumverhälinisse gestatten, werden wir an dieser Stelle von Zeit zu Zeit durch bewährte Mitarbeiter fach-technische Fragen einer Besprechung unterziehen.) Eine Umwälzung im Lokomvtivban? Auf der Strecke Winterthur-Frauenfeld in der Schweiz wurden Ende August sehr interessante Versuchsfahrten unternommen mit einem total neuen Lokomotivtypus, ES ist eine sür bie preußischen Staatsbahnen bestimmte Schnellzugsmaschine von 1000 Pferdestärken mit zwei Diesel-Motoren zur Lieferung der Triebkraft. DaS Untergestell kommt aus den Borsig-Werken in Berlin, die beiden Motoren stammen von Gebrüder Sülzet in Winterthur und wurden dort eingebaut. Sie stehen schief gegeneinander und übertragen je 500 Pferdekräfte auf die gemeinsame, quer zur LängSmitte des Wagens liegende Kurbelachse, von wo durch Kurbekantrieb die beiden vorn und hinten im Gestell angebrachten Betriebsachsen in Bewegung gesetzt werden. Aeuhetltch hat die Lokomotive große SleTmlichfcit mit den am Simplon verwendeten elektrischen Maschinen; beim Betrieb macht sich IauteS Pusten und Oelgeruch unangenehm bemerkbar. So wäre also die Steinkohle bei bet Solomotibe nicht nur durch Elektrizität, sondern auch durch das im Explosionsmotor wirkende Rohöl ausgeschaltet. WaS vor wenigen Iahten noch unerreichbar schien — die Herstellung völlig betrieb»?] sicherer Diesel-Motoren mit Vor- unb DlMI.nir -- das bat nun die rastlos fortschreitende Technik dennoch fcrtiggebracht. Bereits haben von Diesel-Motoren betriebene Schiffe große Weltreisen bestanden. Italien baut heute schon eine größere Anzahl von Torpedobootzerstörern und Torpedobooten, die nicht mehr mit Dampfkesseln und Dampfmaschinen, sondern mit Diesel-Motoren ausgestattet werden, lind namentlich in der englischen wie amerikanischen Kriegsmarine wird gegenwäriM die Frage des Diesel-Motorschiffes auf das ernstljchsie und eifrigste studiert. Das Prinzip des Diesel-Motors besieht darin, daß das rohe Petroleum in kleinen Portionen durch sehr hohen Druck zerstäubt, eingespritzt und durch diese selbe Kompression so stark erhitzt wird, daß es sich selber entzündet und durch die bei dieser Explosion entstehenden Gase die Triebkraft des Motors liefern. Weil die Heizkraft des Petroleums ungleich größer ist als diejenige der Steinkohle, und das Rohöl zudem noch ziemlich billig, wird von den Technikern mit Recht behauptet, daß der Diesel-Motor die billigste Kraftmaschine sei. Es kostet bei uns — die Schätzungen schwanken begreiflich und sind von örtlichen wie technischen Verhältnissen sehr stark abhängig — eine Pferdekraftstunde: 1. durch Steinkohle und Dampfmaschine erzeugt 8 bis 9 Rappen; 2. durch Elektrizität (Wasserkraft) erzeugt 5 bis b Rappen; 3. durch den Diesel-Motor erzeugt l'/i bis 3 Rappen. Die Betriebskosten des Diesel-Motors mögen im Interesse der Geschäftsrellamc von den Fabrikanten und ihren Ingenieuren etwas gar knapp berechnet sein, so daß man namentlich für den Dauergebrauch dieser sehr teuren und wahrscheinlich bald abgenutzten Motoren mit eiwas höheren Ansätzen rechnen muh: die Tatsache bleibt bestehen, daß der Diesel-Motor die weitaus billigste Betricbskraft darstellt. Und damit eröffnen sich auch für den Eisenbahnbetrieb neue Perspektiven. Für wie lange? Genau so lange, als der Diesel-Motor nicht allgemeines Betriebsmittel geworden und das Großkapital die Gewinnung von Petroleum auf der ganzen Erde nicht vertrustet hat. Bereits liegt ja der ganze amerikanische und westeuropäische Petroleumhandcl im Belieben der Rockesellerschen Standard Oil Company und dieser Prozeß wird — dank der von Herrn Sulzer-Ziegler so über alles Maß verhimmelten liberalen Wirtschaftsordnung — norb viel rascher als bisher fortschreiten. Je mehr Diesel-Motoren, je mehr Nachfrage nach Petroleum, desto größer auch das Interesse, die gesamte Erdölproduktion zu vertrusten und den Preis in die Höhe zu treiben. Die Grubenbaronc wie die Eclektrizitätskonzerne werden an dieser Vertrustung Mitwirken, um den Preis der Diesel-Kraft zu steigern und dadurch denjenigen der Steinkohle und de? elektrischen Stromes zu halten. So wird man in Bälde die betrübliche Erfahrung machen, daß ein wunderherrlicher technischer Fortschritt daS Mitte! abgeben muß, um ein Naturgut der Erde, das zum Allgemeingut bestimmt erscheint, den Menschen wegzunehmen, auf dag sie c6 im Detail ungeheuer im Preise übersetzt kaufen und konsumieren und derart wieder Milliarden tn_bie Taschen weniger Geld fürsten fliehen lassen. DaS, Herr Sulzer-Ziegler, ist Ihre schöne, liberale Wirtschaftsordnung, welche die Fortschritte der Technik nicht nur nicht fördert, sondern in ihrer sozial guten Wirkung geradezu annulliert. . . * Bestünde eine vernünftige Deltordnung, die Staaten aller Erdteile würden durch die Erfindung des Diesel-Motors dazu geführt, die Petroleumgewinnung der ganzen Erde staatlich zu monopolisieren und den Preis gemeinsam fest-zusetzen. DaS wäre im großen, waS wir im kleinen in der Schweiz schon Besitzen in dem Konkordat aller größeren Kantone für Salzgewinnung. Dann könnte der Petroleumpreis tief gehalten^werden, und trotzdem würden noch schöne Ileberschüffe in die Staatskassen fliehen. Es müßte die Entwicklung des Diesel-Motorbeiritpes in Fabriken und auf den Eisenbahnen auch dämpfend zurückwirkcn auf den Profithunger jenes Kapitals, das in Kohlengruben und Elekrizitätswerken angelegt ist. Und das hätte wiederum zur Folge eine Entspannung des Geldmarktes, ein Zurückfliehen von Kapitalien in den Hypothekar- und Kleinverkchr. . . . Ja, wenn! Aber weil wir eben noch nicht leben in einer vernünftig organisierten Welt, sondern der famosen „liberalen Wirtschaftsordnung", um wieder mit Herrn Sulzer-Ziegler zu sprechen, so wird der unermeßliche Nutzen, den die allgemeine Einführung des Diesel-MotorS, dieser billigsten Betriebskraft, der Menschheit bringen könnte, von dieser nur zum kleinsten Teile ausgcschöpft werden kynnen. Billige Kraft und Betriebsmittel wären wohl ein Segen für ganze Völker, der denkbar größte wirtschaftliche Fortschritt — aber ihm stemmt sich entgegen das Profitinteresse des heute noch herrschenden Großkapitals, oder, wie Herr Sulzer-Ziegler dem vereine ehemaliger Polytechnika: weismachcn wollte, die unvergleichliche liberale Wirtschaftsordnung. Gerade dieses eine Beispiel der neuen Diesel-Motorlokomotive zeigt uns, daß die Technik wohl gern der Menschheit größter Tröster und Helfer wäre, daß sie es aber nicht fein darf und kann, weil sie vom Privatkapital in Ketten gelegt ist. (Grütlianer.) Maschinelle Ausführung von Erbarbeiten im amerikanischen Eisenbahnbau. Daß man im amerikanischen Eisenbahnbau die Anwendung maschineller Hilfsmittel in der ausgedehntesten Weise durchzuführen sucht, ist bekannt. Zum Heben von Schienen u. s. w. werden zum Beispiel sogenannte Eisenbahnkrane, die auf Wagen montiert sind, benützt; sie tragen nicht wenig zur schnellen Erledigung von Geleisever-kegungen bei. Erdtransporte werden meist in der Weise durch-geführt, daß die Beladung der auf einem verlegten Geleise ziehenden Transportwagen mit Hilfe von Schaufelbaggern vor-igenommen wird. Ein solcher Bagger wird maschinell betrieben. Auch das Entladen der Erbmassen wird wieder mit Hilfe einer ^mechanischen Einrichtung durchgeführt. Zu diesem Zweck sind die Plattformen der verwendeten Wagen durch Brücken miteinander verbunden. Auf dem ersten Plattwagen hinter der -Lokomotive steht eine Winde, die durch ein Seil mit der auf pem letzten Wagen placierten Vorrichtung zum schnellen Entladen verbunden ist. Diese Vorrichtung ist ein sogenannter Pflug, ein der Größe der Wagenkasten angepaßtcs Gestell, das durch die Zugkraft über die Wagen gezogen wirb und dabei Die Erbmassen vor sich verschiebt. Tie Wagen sind mit Klapp-itiircn versehen, so daß 'die vor dem Pfluge hergcschobenen Erbmassen durch diese Oeffnungen auf das Gelände zu beiden Seiten de§ Geleises entleert werden. Mit einer derartigen Einrichtung ist cü möglich, durchschnittlich 14 Wagen in sechs ' Minuten von den Erdmengcn zu entladen. Ilm nun das entladene Erdreich neben dem Geleise schnell zu glätten, läßt man es nicht wie bei uns mit Schaufeln auveinanderwerfcn, sondern man Hai auch hicfür wieder eine mechanische Einrichtung ersonnen. Diese besteht aus einem Wagen, der auf dem Geleise fährt und mit seitlichen Streichbretter» versehen ist. Das Ebnen der Erdmassen wird nun einfach durch das Ziehen des Wagens mit Hilfe der Lokomotive bewirkt. Die Streichbretter find verstellbar, so daß man die entladenen Erbmassen in preiteren oder höheren Schichten glätten kann. Sclbsttnppelung und Bremsvorrichtungen. Wie das Westerreichisch-ungarische Eisenbahnblatt" erfährt, werden in Kit k. k. Staatsbahnwerkstätten derzeit Proben mit neuen Bremsvorrichtungen unternommen, die im Falle der Be. Währung eingeführt werden sollen. Wie man uns ferner mit-teilt, hat ein Handwerker in Oberösterreich eine Sclbstkuppe-lung für Eisenbahnwaggons erfunden und darauf ein österreichisches Patent erhalten. Tie aus diesem Anlaß ausgesprochene Vermutung, es besiehe ein Staatspreis von 20.000 Kronen auf eine selbsttätige Kuppelung, beruht auf einem Irrtum. Bisher wurden an 2000 Lösungsversuche unternommen und auch der Verein d. E V. hat sich damit befaßt. Selbst wenn aber eine solche Erfindung sich bewähren sollte, könnte sie nur auf internationalem Wege zur Einführung gelangen, da die Waggons auf andere Bahnnetze übergehen müssen. Verschiedenes. Bittcrwassrrmilitarislnus der bürgerlichen Delegierten. In die wohldurchwärmten Hosen Troff 's den Delegierten feucht, Denn man tappt int Ahnungslosen Und die Zeitung schreibt: Vielleicht... Je nun, ach, man weiß nicht sicher . . . Jcdennoch . . . ? Es könnt' wohl sein . . . Gibt es was, das fürchterlicher Tobt im friedlichen Gebein?! Also dachten sie, die Wackern Dort im trauten Sitzungssaal, Und sie hüben an zu gackern. Wie die Not cs anempfahl. Und sie hüben an, zu bauen Auf die Wehrmacht, wie sonst nie. Und sie schenkten ihr Vertrauen, Hochachtung und Sympathie. Und so hat sich dank der Hosen, Wo cs feucht und feuchter ward. Herrlich selbst dem Ahnungslosen Oest'reichs Kraft geoffenbart. (Muskert.) ES geschehen noch Wunder! Im „Tiroler Anzeiger", natürlich einem gut katholischen Blatt, lesen wir folgende „wunder"schöne Geschichte: Dienstag den 24. September wurde im Jesuheim in Gtrfcm das 20jährige Fräulein Irma Wiiing plötzlich auf unerklärliche Weise geheilt. DaL brave Mädchen war an beiden Füßen vollständig gelähmt und konnte sich nur mit Mühe auf ihren Krücken fortbewegen. Den Fuß zu biegen oder das Knie zu beugen, war ihr unmöglich. Noch am Montagnackmittag nahm sie ein warmes Bad, wobei sie von der Pflcgefchwester in dasselbe hinein- und herausgehoben werden mußte und am Dienstagvormittag noch konnte sie nur mit Mühe auf ihren Krücken zur Hauskapelle gelangen. Einige Stunden später ging sie frei und fröhlich ohne Krücken, ohne Hilfe Stiegen auf und auf. Das Mädchen hatte am 17. September eine Novene (Gc-betSübung) zu Unserer lieben Frau von Lourdes begonnen und voll sicheren Vertrauens fortgesetzt. Am Dienstag, als am letzten Tag derselben, schleppte sie sich nach dem Mittagessen hinab in den Hof zur großen Lourdcsstatue die dort auf hohem Sockel steht, um die Novene zu beschließen. Dort angekommcn, drängte es sie alsbald, sich niedcrzuknien, und siehe da, es gelang. jo daß ein Mädchen, das sie begleitet hatte, erstaunt sagte: „Aber Irma, du kannst ja knien!" Sie verrichtete nun ihre Andacht weiter und eine halbe Stunde später stand sie auf, legte ihre * Krücken an die Statue und ging freudestrahlend der ehrwürdigen Schwester, die in der Nähe eine Kinderschar beaufsichtigte, entgegen......... Ein noch größeres Wunder ist, wie kürzlich berichtet, in LourdcS selbst passiert. Im letzten Jahre haben die geschäftskundigen Frauen aus der wundertätigen Grotte eine Einnahme von Sy2 Millionen Franken herausgewirtschaftet. In unserer materialistischen Zeit gewiß ein Wunder! WaS die Engel heute singen. Einst sollen — so berichten die heiligen Bücher — die Engel den Hirten auf dem Felde erschienen sein, wobei sie sangen: „Ehre sei Gott in der Höhe und Friede den Menschen auf Erden." Das ist natürlich schon lange her, wie die Engel noch so naiv sangen; heute sind sie praktisch geworden und singen ganz anders. Wenigstens er-ählt uns dies die Oktobernummer des frommen „St. Boni-aziusblattes". Sie bringt eine Geschichte, in der die Engel, bervorlugend aus allen Himmelsfensterchen und blinkenden Sternlein folgendes singen: „Macht eure Herzen weit auf für die größte Not eurer Zeit und werdet treue Mitarbeiter des St. Bonisaziushellers. Das ist natürlich eine sehr bedenkliche materialistische Gesinnung, die da die heutigen Engel der Erzählung des Blattes zufolge äußern, indem sie sich soviel um die Heller des Blattes kümmern, aber auch eine große Unwissenheit, wenn sie die Gcldsorgcn des Bonifaziusblattes als die größte Not unserer Zeit nennen. Wissen denn die Engel nichts von der allgemeinen Teuerung, von der schrecklichen Wohnungsnot. Aus der Partei. „Der Kampf." Arbeiter, Parteigenossen! Am 3. Oktober erschien das erste Heft des sechsten Jahrganges. „Der Kampf", die Revue der deutschen Sozialdemokratie in Oesterreich, ist zweifellos eine der stärksten Leistungen der. letzten Jahre unserer Partei. Wir können mit Stolz melden, daß die Anerkennung, die sich diese Zeitschrift in der ganzen Internationale erworben hat, eine ungcmein große ist. Der „Kampf" hat alle Vorteile für sich, vor allem, daß er unbelastet von Vorurteilen ins Leben trat. So wurde in dieser Zeitschrift wirklich eines der wichtigsten Erziehungsmittel unserer Partei geschaffen. Kein Parteigenosse, der in der Partei, wo immer wirken will, wird diese Revue entbehren können, die eine ungeheure Summe von Aufklärung über so viele Parteiprobleme gebracht und die sich zum Ziel gesetzt hat, das sozialistische Denken in Oesterreich zu befruchten und fruchtbar zu machen. Die deutsche Sozialdemokratie in Oesterreichs bat ihrer i Monatsschrift zwei wichtige Aufgaben gestellt: sie soll erstens ! der Vertiefung der sozialistischen Erkenntnis innerhalb verdeutschen Arbeiterschaft in Oesterreich dienen, sie soll uns zweitens in zwangloser Diskussion der Lösung vieler schwieriger Fragen des proletarischen Befreiungskampfes näherbringen. Der Erörterung der nationalen Probleme und der Probleme der auswärtigen Politik, den großen Fragen der wirtschaftlichen Entwicklung und der sozialen Gesetzgebung, den Problemen, die aus der Entwicklung unserer politischen, gewerkschaftlichen und genossenschaftlichen Organisationen erwachsen, wird der „Kampf" auch in Zukunft die größte Aufmerksamkeit schenken. Der Ausbau der Arbeiierversicherung. die Reform der Steuergesetzgebung, die Abwehr der agrarischen Bestrebungen, das Vordringen der Arbeiterschaft in die Landtage und Gc> meindevertretungen stellen ihm neue wichtige Aufgaben. Die folgenschweren Entschließungen unserer Vertrauens Männer im freien Wettkampf der Argumente vorzubereiten unseren Rednern und Schriftstellern neue Waffen zu schmieden die proletarischen Massen selbst jede Erscheinung unseres öffentlichen Lebens in ihrem Zusammenhang mit der wirtschaftlicher und politischen Gesamtentwicklung verstehen zu lehren — das sind die Aufgaben unserer Monatsschrift. Sie wird nicht nur allen Genossen unentbehrlich sein, die sich um ihre Fortbildung im Geiste des wissenschaftlichen Sozialismus bemühen, sondern auch allen, die, außerhalb unserer Partei stehend, den Aufstieg der Arbeiterklasse in Oesterreich, die äußere Erstarkung und die innere Kräftigung ihrer politischen, gewerkschaftlichen und genossenschaftlichen Organisationen studieren wollen. Die bewährtesten Vertrauensmänner des österreichischen Proletariats sind Mitarbeiter unserer Monatsschrift. — Keine Bibliothek darf den „Kampf" vermissen. Jeder Vertrauensmann einer Arbeiterorganisation abonniert die sozialdemokratischc | Monatsschrift „Der Kampf". Für die Parteivertretung der österreichischen Sozialdemokratie: Dr. Viktor Adler. Ferdinand S k a r e t. Für die österreichische Gewerkschaftskommission: Anton Hueber, Sekretär. Für die Redaktion: Otto Bauer. * Adolf Brau n. Karl R e n n e r. Für die Verwaltung: Georg Emmerling. Inhaltsverzeichnis des ersten Heftes: Karl Renner: Fünj Kampfjaüre. •— "Cito Bauer: Die Gesamtpartei. — Reinhard littet: Mehr Demokratie. — Heinrich Schneidmadl (Sankt Pölten): Zum Entwurf eines neuen Organisationsstatuts. — Josef Witternigg (Salzburg): ^Reformen im neuen Organi-sationSstatüt. — Adolf Braun: Sozialpolitik und Klassenkampf. — Ernst Hübel: Eine Niederlage des Separatismus. — Oskar Helmar (Wiener-Neustadt): Die Parteischule in Klagenfurt. — Emil Strauß (Prag): Josef II. — Josef Luitpold Stern: Lüge. Abonnements jährlich 6 Kr., halbjährig 3 Kr., vierteljährig Kr. 1'50, werden durch die Verwaltung „Der Kampf", Wien V, Rechte Wienzeile 97, die Volksbuchhandlung, Wien VI, Gumpendorferstraße 13, sowie durch die Kolporteure entgegengenommen. rts g :-ucht •- ur echt bei A. Copoi, Baudr-Wäscheinduslrlc, Schahoglück, Böhmen. Illast. ie t Preisliste graüs. AM Lienz unD giflnzDöis. Anläßlich der auS TienstcSrück^ sichten e.io gten vBetfcrung unserer Genossen und Koll-'geii F.rdina.td Kern > und Karl Müber nach Lienz undLco. o.b , Sfnöar nach raivborr, rufen wir Den* I selben ein r istigoS „tolfia aus" zu und etmotien, daß sie auch in den neuen Toini^ilen unserer Lache treu bleiucn. Ortsgruppe Laibach* ' 1912« Funggeslügel Garant, lebende Ankmikt, Iran o jeder Station. 20 etücf (ltate ifttc Brat lliihner, 12 Smct »roste fe.lc Molen-enten, 6 Stück »roste leite Niesen gättle Iranko per Nachnahine Liefert I. Mager, Skalat 507 (Lest.). BecK 5 Söhne ■ C'j k. u, k. 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Co im ist ein raetfttfflffiir KlTmi^sBc^iw// s x. >5# Surrogat für Sl / \ä^R Alkohol und he* £SBE*2$89 Zfrä n wirkt, dass der 'WMLLÄ'. _ Trunkslichtige ■HK ALKOHOL 1 «r Jt E&Mm u® • ' heuen wird. mm%£& ^°°m ßt von- ßB*&W&ii2'\x I kommen an- S oohtidlicli und ^ 1____________fS wirkt so inten- ü^'N». —— ■.. . ■„— ■■■.«Ja siv, dass auch stark Lruu^siifiltige i'eraoneu einen liückfail 1.. mals bekommen. Coom ist das Neueste, was die \i isscnschaft in dieser Beziehung hervorgcbrachfc liafc und hat derselbe bereits Tausend© von Menschen aus der Not, dem Elend und Ruin errettet. Coom ist ein leicht lösliches Präparat, das zum Beispiel die Hausfrau ihrem Cat.ten im Morgengetränk geben kann, ohne dass er das geringste davon merkt, in den meisten Fällen versteht der Betreffc-de gar nicht, weshalb er plötzlich Spiritus nicht vertragen kann, sondern glaubt, dass der übertriebene (ieuuss davon der Grund dazu ecin wird, wie man oft eine gewisse Speise verabscheuen kann, wenn man dieselbe zu oft genossen hat. * Coom sollte jeder Vater seinem Sohne, dem Studenten, geben, ehe er beim Examen durch fällt, wenn er dem Trunk auch nicht besonders ergeben ist, so schwächt der Alkohol doch sein Gehirn. Ueberhnupt sol.te ein jeder, der nicht willenskräftig genug ist, sich dem Genuss geistiger Getränke zu enthalten, eine Dose .,Coom“ einnehmen. Selbiges ist völlig unschädlich. Der Betreffende konserviert dadurch seino Gesundheit und erspart sehr viel Geld, das sonst zu Wein, Bier. Branntwein oder Likör verwendet worden wäre. Herr R. F. schreibt: Coom Institut, Kopenhagen, Dänuemark. Ich bitte, so güt?» zu sein, eine Sehachtel Coom zu senden mit Postnachnalime ä 10 Kronen. Ich habe einen Freund, der sich sehr stark dem Trunk ergeben hat, und möchte ihn gern abgewöhnen. Mit dein bis Jetzt "csandtcn Coom habe ich schon drei Personen abgewöhnt; sie sind jetzt ganz tüchtige Männer, nur wollen sich die Menschen bei uns nicht an re den lassen. Vielmal dankend, verbleiben wir Sic ohrend. R. F. Diösgyör gysinelcp. Li. XI. 11*10. Ungarn. Das Coom Präparat kostet 10 Kronen und wird versandt ge(,en Vorausbezahlung oder gegen Nachnahme nur durch Coom Institut, Kopenhagen 314, Dänemark. Briefe sind mit 25 Heller, Postkarten mit 10 Heller zu frankieren Webwaren in S. 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