MbacherHMunK. Nr. 143. «l<»ll»«l»ti«n«p»«l»z I« »o«ptol» ««»zj. si. «l, balbj. b.5N. NÜ, dl« Zustelln»« in» Han» halbl. 50 lr. Mil b« Post ganzj. fi. 15, halbj. fi. 7.ly. Freitag, 26. Juni >». l> ll. ». s. w. Inslrtt»n»st«»pel jldt»». »0 ll. 1874. Nichtamtlicher Theil. Vom Tage. Obgleich der bei Gelegenheit der neuesten Per so» nalveründerungen unliebsam eingetretene Form» sthler der mangelnden Conlrasignatur bereits längst auf' zellärt und abgethan erscheint, fahren einige Blätter, die durchaus Rlaclion wittern wollen, immer noch sott, das sattsam und bereite veraltete Thema neuerlich zu variieren. Mt Bezug auf die angeblich vom Grafen Nn-drassy brieflich abgegebene Aeußerung sagt daS »Neue Fremdenblall" an leitender Stelle: „Unsere slandalsüchtigcn Sensationsfabrilanten und nervenschwachen FreihcitSritler werden die ^ärmlrommel unverdrossen weiter rühren. Nur eines ist ihnen jetzt unmöglich gemacht: Graf Nndrassy läßt sich nicht weiter als der durch eine finstere Kamarilla über's Ohr gehauene, seinen nahen Sturz voraussehende ungarische Patriot darstellen, der nur darum gute Miene zum dosen Spiel macht, um für sein Heimatland zu retten, waS noch irgendwie zu retten ist. So wie.Andrasfy in dem Telegramm an Gitlo, spricht niemand, der den Boden unter seinen Füßen wanlcn fühlt, so redet nur, der fich der Fülle feiner Macht bewußt ist. Es wird unseren rcaclionriechenden FreiheilSverthei-digern also mchls weiter übrig bleiben, als den Mini« ster des Auswärtigen als einen Mitoerschworenen der Kamarilla darzustellen. Viel Glauben werben sie freilich nicht finden. Was John und Kühn begonnen, soll fortgesetzt werden; nicht umstürzen und einreihen, nein, vollenden und ausbauen ist die Aufgave, welche Varon Koller gestellt wurde. Keine politische und leine militärische Reaction da bleibt ja unseren Vollstrlbunen nichts anderes übrig, U0 tappt werben, frei» zugeben. Wir hoffen, daß unsere Diplomatie sich auf dem bevorstehenden Congreß ebenso klug benehmen wird, wie damals die nordamcritanische." — Inbelress deS Auswanderungsschwindels, vor dem bereits zu mehreren malen mit thatsächlichen Citaten gcwarnl wurde, meldet die „Oesterr.-Corr." folgendes: „Die am 9. Mai im Vremerhafen mit der öfter-relchisch'ungarlfchen Vrieg „Polifeni" aus Vrafilien zurückgelehrten 19 österreichischen Kolonisten find nach Leipzig weiter besördert worden und haben dort, von allen Mitteln entblößt, bei dem l. und l. Ge-neralconsulat nicht nur ihre Verpflegung, sondern auch die Vermittlung wegen Erlangung der freien Fahrt nach ihren Htimalsuemeinden angesprochen. Die Unglücklichen erklären, daß sie von AuSwandcrungSagenlcn und durch günstige Berichte ihrer eigenen Landsleule zur Aus» Wanderung nach Brasilien verleitet worden seien, und bestätigen durch ihre herzergreifenden Schilderungen alle blshcrigen Mittheilungen über die traurige hoffnungslose Lage der Emigranten in Brasilien. In Rio Janeiro befanden sich am 22. März scchs österreichische Familien mit 24 Köpfen, die im tiefsten Elend in dcr Rückkehr nach der Heimat die einzige Rettung erblickten. In Vllhla wurde die Rücklehr vol< 15 österreichischen Fa» milien, 50 bis 00 Köpfe stall, au« der Kolonie Mom; erwartet, und waren von beujelden am 6. März bereit« 36 Personen eingetroffen. Die Stimmung der m ulM, ihren Illusionen Getäuschten ist eine so erbitterte,' daß sie die ihnen angebotene freie Besörderung nach günstiger fituierlen Kolonien im Süden Brasilien« ablehnen, die Arbeit im Tazzlohn oder den Emlrilt in ein Dienst» Verhältnis verweigern und mit Ungestüm die Mittel zur Rücklehr nach Oesterreich verlangen. Es begreift fich, wie fehr die schwierige und misllche Lage dcr l. und l. Vertretung diesen Anforderungen und diefem Jammer gegenüber im Hinblick auf die ihr zur Verfügung stehen-dln geringen Fonds erschwert wird, und daß die äußersten humanen Rücksichten ihre Grenze in der Nicht-berechtigung, verunglückte Auswanderer auf öffentliche Kosten zu erhalten, finden müssen. Wenn die am '.». Mai in Vremerhafen eingelrofft' nen österreichischen Flüchtlinge auch günstige Berichte ihrer eigenen Landeleule als eine Verführung, der sie erlegen sind, anklagen, fo ist diese «nllage für sich allein wohl geeignet, das höchste Mistrauen gegen eine kürzlich in der in Trient erscheinenden „La voce cattollca" veröffentlichte Mittheilung des Pfarrers von Nooalebo herauszufordern. Der Pfarrer publicierl einen «nszug au» fünf Briefen von Bauern, die aus südtirolischen D»r-fern nach Vrafilien auswanderten und 40 Tage nach ihrer Ankunft über ihre Erlebnisse nach der verlassenen Heimat in einem Tone berichten, der nur zu sehr den Verdacht begründet, daß mit den Briefen »ieder nur eine plumpe Mystification in Szene geseht worden ift. E« wird in den Briefen von den glänzenden Aussichten der Auswanderer erzählt, von der Fruchtbarkeit de« Vß-denS, auf dem sie sich niedergelassen haben, von den freundlichen llimatischeli Verhältnissen, von dem Anblick der mit bereits reifer MaiSsrucht und reifendem Kasse« bedeckten Felder, der alle Herzen mit hochsreudiyen Hoffnungen auf Glück erfülle. Und schließlich ift nicht der-gessen, mit dcr Anführung, daß die neue Llnsiedlnng den Namen „Kolonie Neu.Tr,ent" erhallen habe, da« Gemüth derjenigen zu berühren, auf deren Verführung die Briefe berechnet sin^. Die Darstellung der Briefe steht in einem so grel-len Widerspruch mit notorischen Thatsachen, zu deren Bestätigung jede Post aus Brasilien neue traurige Zeugnisse liefert, daß die Briefe hoffentlich ihren Zweck verfehlen werben. Die „Voce caltolica" aber möge fich über die fchwere Verantwortlichkeit, hie fte mit der Veröffentlichung der Briefe übernommen hat, nicht tüuschen." Das ungarische Wahlgesetz. (Schluß.) Zweiter Abschnitt. Dcr Ee n tra lausschnh. tz. 17. In jeder Jurisdiction und in jeder solchen Stadt, welche auf Grundlage des tz 5 de« V.-«. V: 1848 einen Abgeordneten entsendet, ift zum Zwecke der Zusammenstellung und Rcctificicrung der Wählerliste», l»wie zur Leitung der ReichelagSabgcordnetenxchl »t» nur Mo. sondern auch Dicastillo ohne Widers"" räumen müsse, weil man im anderen Falle diese "^ schuften der Zerstörung preisgeben würde, oh" ^ schließlich halten zu können. Dorregaray da^ der Öberstcommandierende. sah mchr auf den CbMp^ und drang darauf, daß leine Position ohne Widerst^ aufgegeben werde. Die der carlistischen Sache unbe^ ergebenen Bewohner jener Ortschaften haben ihre Zerstörung geweihten Wohnungen schon verlassen. Gegen die Rinderpest. Professor Iess'en in Dorpat hat fchon volHg-zig Jahren Versuche angestellt, der Rinderpest n"< ^ß logle der Blattern. Impfung dadurch zu begegne"' ^ gesunden Thieren die Rinderpcst eingeimpft^ um sie vor der wirklichen Seuche zu fchühen. ^le Dieses Verfahren hat seitdem in Rußland °^ Verbreitung gefunden und Professor Icssen veröl! _________________________________________^M-^ «leuillelon. Die Schauspieler. Vine srztihlung von Wilhelm Marsano. (Fortsetzung.) IndeS hatll He?r Kriutner und einige andere An« vesen«»«n sich um F"y versammelt, um üder die ihnen oellündigttn G^ioorftellungen zu sprechen. Krautner v-,si«ene von dm oollftälioiasten Erfolge derselben vollkommen üverzeu t zu sein, denn schon daS Neußere, der Vl'ck, daS ganz' Wesen de« H'rrn Lenz bezeichne den denkenden Künftl c. Fritz lächelte. Einer der Nebcnstehen» den. e,n Mann von angenehmen Neutren, den man Fr'yen später a!! einen bekannten Novellisten vorstellte, b,m?llte daS Lä,eln und sprach: ..Ich alaube Sie zu v>'lfl hen. lieber '!enz. denn wahrscheinlich fällt Ihnen dieser Vu«l»suck. so wi manche andcre, die j'tzt stättlg gewor» den si,d. und w l4e die Kritik so häufiz und oft ohne Wahl gebraucht, eben so auf wie mlr. Oie Worte: denkender Künstler werden oft a«'g'führt und füst eben so oft »erden ble Leser damit angeführt. Unbeschadet der Meinung des Doctor« hier und in Bezug auf Sie, lleber Lenz, sind diese Worte im allgemeinen, mlt einer der L«blmg«au«drücke gewöhnlicher Correspondent«« geworben, die damlt auf eine, alles umfassende Art eine sehr gelungene Darstellung zu bezeichnen vermeinen. Venn »lr aber diese beiden Wörter zersetzen, wie viel liegt in ihnen! Schon der denkende Mensch ist eine aus« aezeichnete Erscheinung. Er tritt aus der Masse von Tausenden hervor, er mutz daS Ganze überschauend, mit oem Auge des Geistes, es innerlich zu ordnen wissen und aus beständiger Vergleichung und Abwägung der aufgefundenen Gegensätze, daS Wahre, Schöne und Nütz« liche zu scheiden wissen, um eS auf irgend eine Art, entweder für sich selbst oder für die Welt feststellen zu können. Nun da« Wort Künstler! Was bezeichnen diefe beiden Bilden nicht alles im echten Sinne de« Begriffes? Elnen Auserwählten deS Herrn, der ihn, begeistert van einem heiligen Funken seiner überirdischen Glorie, herab-aesandl auf die niedere Erde, um den Schöpfer in seinen Gebilden, sie mögen waS immer für einer Gattung an< gehören, würdig zu verherrlichen, den HimmelSfunlen finnlich anschaulich zu machen und so in die Brust derjeni» gen hinüber zu leiten, die zwar berufen, aber nicht aus» erwählt, den Sinn, die Freude und die Empfänglichkeit für das Schöne in sich tragen, ohne die Kraft und die Mittel zu haben, ihre Gefühle in irgend einer äußeren Form wieder geben zu können. Und nun der denkende Künstler — an sich jedenfalls ein Pleonasmus und soll e« eine Steigerung des Begriffes sein. so ist eS ein Mensch, bei dem alle Kräfte der Seele im herrlichen Einklänge wirken, der zugleich tief und innig fühlen und den Ge-fsihlen den wahren, sicher zu dem erwählten Ziele führende« Weg vorzeichnen kann und sich so ein« mit dem, waS er will unh für richtig erkennt, der Begeisterung hingibt, den Augenblicken höchster Poesie: wo er schafft. — Kann man das alles auf einen Menschen »nlplndln, der eine an sich schon vielleicht gute Rolle ziemlich aut ' ' zu nennen beliebt — der ohne den heiligen, '"^„M" ruf, nur von den glänzenden Momenten beS ^^chc leben« verlockt, hinläuft und alle Zelt. Liebe 5" Spiel-und Studium gegründete Leistungen für leichte" ^ wert hält, da« er, wenn er nur dürftig lcfen »M ^t^ ben, sich gewaltsam verdrehen und tüchtig lü"'t" ^t, noch zehnmal besser auszuüben imstande zu se'" " ^^e der ist eine Pestbäule auf dem reinen. himmM" „ der Göttin. Durch solche wlrd die Kunst 3«" "" hs-Handwerke herabgezogen, durch solche verliert v« ^ hafte Künstler in den Augen der weniger Gevu°" ^ ^ nicht das Gold von der Schlacke zu reinigen ww« -^^,, seinen Werth und wird in eine Kategorie m» , Subjecten geworfen, die nur, um jedem ernsten. < gemeine Beste nützlichen GeschiM- ^ entfliehen, «m, einem regellosen Leben ungeahndet hingeben z« "« , den schmalen, geweihten Pfad der Kunst, mit PM'" Füßen, zu einem breiten, grundlosen Fah^e^ °u"r,^ Dies alles muß den wahren Künstler u"d dm «.^ freund schmerzlich verwunden. Darum HM '" ^c Schlechte in der Kunst. Wäre überall seit 3")" n eine gebührende Strenge gegen untaugliche >!">, ^ geübt worden und wären die Corrcsponbenten «'" ^er alje Ueberlegung mit denkenden Künstlern "^ DqrsieNuna., höchstem Kunstgenuß u. dgl. l° ' 1018 lichte kürzlich in der „Baltischen Wochenschrift" eine Abhandlung darüber, welche die bisher gemachten Er^ fahrungen zusammenfaßt. Die ,N. l. Z." entnimmt derselben folgende Daten: Die Großfürstin Helene ließ auf ihrem großen Oute Karlowla in Südrußland ein Institut »ür Rinder« Impfung begründen, dem ein Schüler Iessen'S, M. Raupach, Nfftstent dcr Veterinärschule in Dorpat, vorgesetzt wurde. Als im Jahre 1857 die Impfungen in Karlowla begannen — htlßt es nun iu der Abhandlung — bestanden daselbst Mi Rindolchheerden: eine größere Oclono-mieheerde von voctrlffllchlm Arbeitsvieh aus der dortigen Steppenrace, und eine kleinere Heerde von Milchvieh der alten englischen Devonshirerace. Bor 1857 schleppten die NlbcitSochsen, die wicoeryolt auf ihren Wegen mit rinder-Pestkranken Thieren m Äcrührung lamen und angesteckt wurden, nicht selten die Seuche ein und diese lostet« empfindliche Opfer, am meisten, wenn das «llglische Vich angegriffen wurde. In der Oclonomieheerde von Steppcn-vleh begann nun die Impfung und die nachgeborencn Kälber wurden, wenn sie I bis 1'/» Jahre alt waren, geimpft, so daß sich zuletzt in dieser Heerde lein erwachsenes Stück Vleli befand, welchcS nicht durch die Impfung geschützt war. Nach und nach wurde in dcm Institut auch Iungvlch reiner Steppenrace von benachbarten Vauern oder Gutsbesitzern aufgenommen und ge-impjt. ViS zum Iahte 1808 betrug die Auzahl der dort Geimpften 1704 Stück; davon genasen 1tt50, starben 114 gleich (i 46 Percent der ganzen Hcerde, meist im 1« bis I ^jährigen Älter und daher noch von lei-nem großen zlverlhe. Pon aUen liachgeblilbenen 1650 Rinder»» wurde lein einziges Stück jemals wieder von der Rinderpest ergriffen, ^o oft sie auch der Ansteckung absichtlich oder unabsichlllch preisgegeben waren. Die Hcerde von englischem Vieh wurde nicht gc-impft, wen el fllhlungsgtmasj die Impfung in ihr größere Verluste zuwege gebracht haben aürde. Weil aber die ArbeitSochsen ,hr nun nicht mchr die Riuderptst zu-schllppln tonnten, so wurde sie dadurch indirect geschützt und seit 1858 ist in ihr die Krankheit nicht mehr vor-gllomlnen. MS aber im Jahre 1871 die Rinderpest in erschreckender Wrise sich wieder näherte, muhte in Kar-lowta auf die Impfung dir nun in großer Anzahl vorhandenen jüngeren und ulleren Rinder iu der Oclouo-mieheerde Oedachl genommen werden. DaS geschah durch Herrn Raupach und seiucn jüngeren Bruder. Ihr letzter Verichl übertrifft alle frühcren von dort clnglsandtcn Weit an Interesse, 1. weil 1872 und 1>>73 in dem Impsinstitute oder von ihm aus in anderen Heerdcn die Zahl der Geimpften (l748) fast eben so groß war, als diejenige aller bisher b^t der Impfung unterworfen gewesenen Häupter; 2. weil nicht, wie früher, blos Vieh reiner Steppenrace, sondcm auch auS Kreuzung hervor-gegangeneS, ulcht nur Thiere von 1 bis 1V, Jahren, son-dern auch jüngere Kälber uud sowohl allere Kühe al« Ochsen geimpft wurden, endlich 3. well fast bei der Hälfte der angegebenen Zahl die Impfungen Nothimpfungen waten, die den Impfer selbst thatsächlich von dem hohen Werthe und der «usführoatteit diefer hoffent. lich zukünftigen Tllgungsmaßregel der Rinderpest beim Steppenvieh überzeugten. An Präcaulionsimpsungel', nach Bezeichnungen der Vrüder Raupach, wmden nuSgeführt: Geimpft 805, er-lranlt 865, genesen 822, gefallen 43, Percent der Ge» sammlzahl 4 97. Nothmipsungen: geimpft 863, genesen 728, gtfalleu 165, Percent der Gcsammlzahl 15'63. Die größere Percentzahl des Verlustes bei der Noth- gtwtsen: die deutschen Bühnen würden nicht von der Spreu wimmeln, die sie ersüllt und in der manches wahlhusle Goldlorn rettungslos untergeht und vcischwin-det. Freilich muß man billig sein. Das Talent, wenn es auch nmllich da lsl, laim sich nicht mit einem male aus der Hülse ljuvordrängcn und als herrliche Frucht am Kunst- und Lcbensbaume plangen. Es muß gepflegt, aufgemuntert, geschützt werocn, denn das wirkliche Talent ist meist bescheiden, schüchtern. Wo Eigendünkel, Anmaßung ist, da ist entweder lein Talent vorhanden oder es tlstickt im Keime. Vorzüglich findet man dergleichen üppige Auswüchse be« lleinm Theatern und dort thut »hnen ein weiser Rath und eine kluge Leitung am meisten noth, gtlaae wo diese am meisten sehlt. Und doch sind di(se kleinen Bühnen für den ersten Anfang nlcht ohne Bollhlil, dcm, sie führen gleichsam mit einmal ganz in ^ue fllmdc Welt eine, wo eine heiße Zone sür das Talent zu scincr schmllen Entwicklung weht. oder zu seinem Verderben. Denn, wie viele der schönsten Zierden unserer grüßten Vühnen sind nicht auS den ärmlichen Treibhäusern herumziehender Gesellschaften hervorgegangen? Es ist traurig, daß wenn man sich bei der Erscheinung eines unbllaunten Schauspielers erkundigt, wo er hergekommen, und mau ersählt, er komme von einer kleinen herumziehenden Truppe, man, ohne ihn gesehen zu haben, schon über ihn den Stab bricht. Ist er brav, so »st es ein um so größeres Verdienst, daß er sich bei all den Untiefen oben erhielt. Die Wiege, aus d« das Talent aufsteigt, sei sie noch so unbedeutend, wird dvch nicht die Wirkungen desselben bestimmen sollen?" (Fortsetzung folgt.) impfung 8 hl natürlicherweise daran« hervor, baß, wenn bereits in ciner Heerde die Rinderpest cmSgebrochen ist und dann die Impfung unternommen wird, immer schon mehr oder weniger Angesteckte fich darin befinden, von denen stets viel mehr zugrunde gehen. Die Zahl der Erlranllen ist, da sie mit ooll.r Gewißheit nicht zu be» stimmen war, nicht angegeben, weil der Impfer nlcht immer während dcS ganzen Verlaufes der Impffolg'n zugegen sem konnte. — Unter den Thieren, welche der Nolhimpfung unterworfen wurden, befanden sich viele Arbeilsochsen. Hinzugezählt müssen 108 derselben wer-'den, welche der Pläcautionsimftfurcz unte-worsen waren, von denen 100 genasen und 8 zugrunde gingen. Oagesneuiglieüen. — (Erzherzog Kronprinz Rudolf) bestand am 22. d. in Wien abermals eiue Prüfung. Die Prüfung bezog sich auf den Pionierdienst, Lager-, Straßen- und Eisenbahnbau, Feldbrücken und Kriegsvrückenbau, besonders dcS österreichischen Vrückenbausystems. Der zweite Theil be. faßte sich mit Feldbefcstigung und Gemelruppendicnst. Die Befestigungen in der Schlacht von Caldiero (1805) uud die düppler Schanzin (1864) wurden als Beispiele im ganzen wie im Detail besprochen und zeigte sich der Krön« pnnz so wohlunterrichtet, daß Se. Maz. der Kaiser nach der von 7 bis 9 Uhr morgens dauernden Prüfung seinem Sohne wie dessen Instrucloren Höchstscinc Befriedigung Ubcr die Unterrichlserfolge auSfprach. — (Verlosung.) Um 1. Juli d. I. um 10 Uhr vormittags' wird im Beisein dcr StaatsschuldewControl-commission dcS ReichSrathes in dem sür Verlofungen be-stimmleu Saale im Bancogebäude, Singerstroße, die 40. Verlosung der Serien des Lolloanlehens vom Jahre 1854 vorgenommen werden. — (Zu den confesfionellen Gesetzen.) Das löniggrätzcr Consistorium forderte mittelst Circulare die Aicare auf, darüber zu wachen, daß bei Präsentation von Vcnesicialen im Sinne der consesstonellen Gesetze vorge« gangen werde. — (Borte nlaser.) Berichte aus dem Aöhmer, walde au den böhmischen Landesausschuß melden neuestenS eine kolossale Vermehrung der Borkenkäfer, die Verwüstun» gen sollen ungeheuer sein. — (Die Blei-Erzeugung in Oesterreich) beschränkt sich nahezu aus Kärnlen uud Böhmen; wohl cr-zcugt auch Steicrmarl, Krain und Tirol kleinere Men, gen, aber die Hauplproduction fällt weitaus aus die zwci «st genannte»» Länder und betlägt in Kärnten jährlich 50,000 bis «0.000 Ztr., in Böhmen 6000 bis 10.000 Zeulner. Das Nohbler bildet für mehrere andere Producle den Rohstoff, aus welchem sie gemacht werden, wie z. B. BleiMle, Mennige, Bleiwelß. Was die Blcigliitlefabnca-lion als selbständigen Industriezw-ig betrifft, fo findet sich derselbe in Kärnlen »n den Fabrllcn zu Gurlilsch und Ober^Vellach bei Villach. Die Production bewegt sich von 10.000 bis 15,000 Ztr. und findet ihre Verwendung zu Glasuren, Ficmsscn, Glaserzeugung u. s. w. Die Mennig« Erzeugung erfolgt in denselben zwei Etablissements mit eimm Hilsswerl ln Saag; die Erzeugung variiert zwischen 15,000 biS 20.000 glr. Was die BleiweiS-Erzcugung anbelangt, so wird solche nicht nur in Kärnlen, sondern auch in Sleiermarl, Tirol uud Salzburg bewerlstelligt. Sie schwankt zwischen 40,000 bis 50,000 Ztr. Wir müssen, da wir schon von der Blei-Industrie sprechen, auch noch kurz der Schrolterzeugung Erwähnung thun; sie findet statt in Villach, in Ourlitsch, in Krumpendo:s (Kärnlen), dann iu Isabellenlhal (Bezirk Mies in'Vöhmcn). Die Gesummt' erzeuguug dieser Werte betragt circa 20,000 Ztr. Die Erzeugung von Bleifabricaten (Comprejsionswaren) ist in Dber-Vellach, Wien und Gumpoldblllchen concenlriert. — (Aus den Bädern.) In Mcicheuberg swd bis zum 21. d. M. 665 Parteien mit 1080 Personen und in Rohllsch-Saucrbrun» bis zum selben Tage 269 Parteien mit 374 Pelsonen zum Curgeorauche angekommen. — (Die Conferenz der deutschen Bi» schöfe) hat am 24. d. in Fuloa begonnen. Zehn Blfchöfe, darunter jene von Paderborn, Mainz und Hreiburg, sind bereits eingetroffen; die Bischvsesitze von Köln, Posen und Trier sind durch Abgeordnete vertreten. — (Ein großer Bierstrike) brach am 21. d. in München aus. Die Nlb^ler der (icnlralwetlslätle haben den Strike eröffnet und ihnen schlössen sich noch circa 5000 Mann aus anderen Fabriken iu der gänzlichen Bicr-cnlhallung an. Nach der Behauptung des AlbeUerblcmes »Zeitgeist* hätten Samstag allein circa 10,000 Arbeiter das Biertrinlen eingestellt. Gegenwärtig geben 16 Wirthe infolge dcS Strifes den ^ller bereits zu 8 kr. ab. Under» feils sollen die Brauer fest entschlossen sein, von dem bisherigen Preise zu 9 kr. nicht abzuweichen. Den Unteroffizieren und Soldaten der Münchner Garnison wurde wegen des Bierstriles jeder Nachlurlaub entzogen. Locales. Zur Hühnerzucht. (Fortsetzung.) Den großen Bedarf an Fleisch verschafft sich Herr de Sora durch die abgängigen und beschädigten Pserde, die sich immer in den Ställen von Pari« und Umgegend vorfinden. Iu diesem Ende hat Herr de Sora eine ergene Abdeckerei bei Paris eingerichtet, wo die abgängigen Pferde ordnungsgemäß geschlachtet werden. Das Vlnt wird sorgfältig gesammelt und zu einem einträglichen Preise verlauft ; die Häute erhalten die Gerber; den Kopf, die Hufe, Sehnen u. s. w. die Keim- und Ultramarinfabriten; die größeren Knochen bekommen Dreher und Knopfmacher, während die kleineren zu Veinscbwarz und Knochenmehl verarbeitet werden. Selbst das Mark wird benlltzt und viele der seinen, wohlriechenden Lippenpomaden, welche so ftarl im Gebrauche sind, waren einst in den Knochen alter Pferde eingeschlossen. Für die Gedärme selbst ist Verwendung, so daß lein einziger Theil des gelödtelen Thieres unbenutzt verloren gehl. DaS Fleisch aber wird rein von den Knochen abgenommen und mittels einer Maschine durch sich drehende Messer in eine gleichmäßige feine Masse gehackt, hierauf leicht eingesalzen, in Fässer verpackt und per Eisenbahn auf die Eierplanlage gebracht. Der Verbrauch beträgt täglich beiläufig 22—24 Pferde, aus welchen Herr de Sora durch die oben an, gesührte ökonomische Ausnutzung schon soviel Prosit macht, daß das Fleisch fllr seinen HUhnerhof ihm sür weniger al» nichts geliefert wirb. Auf der Eierplantage befinden sich kühle Näume (kaum über dem Gefrierpunkte), in denen da« gehackte Fleisch aufbewahrt wird, so das es niemals sauer oder stinlenb wird; die Hühner fressen es mit Gier, sind dabei im besten Zustande und legen Jahr aus Jahr ein fast täglich bei jeglicher Witterung Eier. Eine lleine Zugabe von Salz un) schwarzem gemahlenen Pfeffer hat sich für das Geflügel sehr zulräalich erwiesen. Die Ställe, Schupfen, Zimmer und anderen Gebäude sind im Quadrate gebaut und schließen etwa 11—12 Joche ein; der Hof in der Mitte bildet den Hauplfntter« platz. Diefer ist durch Gillerwerl in Abtheilungen getheilt, so baß nur eine beschränkte Anzahl in einer Heerde ift, und diese sind jl nach verschiedenen Räumen rangiert. Kein Huhn wird älter als vier Jahre; am Lnde de« vierten Jahres wird es drei Wochen in die Maftftälle gebracht, wo es nur mit Korn gefüttert und bann lebendig nach Paris verlauft wird. Niemals erlaubt man einem Huhne zu brüten. Das Ausbrüten geschieht dielmehr auf künstlichem Wege. Die Bluträume sind mit Dampf geheizt und die Wärme ift in vollständiger Gleichmäßigleit gehalten. Eine Anzahl übereinander angebrachter Gerüste bilden die Nester, während Teppiche, Über die tHur gelegt, dazu dienen, jeden Lichtstrahl abzuhalten. Die ausgeschlüpften Küchlein »erden alsbald in die Pflegeschule gebracht und frische Vier an den Platz der leeren Schalen gethan. Vin fortwährender Nachwuchs junger Hühner ift so gesichert und überdies sind die Federn rmmer frei von Ungeziefer. Die Begattung wird zu jeder Jahreszeit gestattet. Nach unpilrleusHen Versuchen hat Herr de Sora seine Anftult von all' drn verschiedenen Zuchten ausländischen Grflligcls, wie Schanghai, Cochinchina und dergl. gereinigt und nur unsere allen hcimlschen Misthofsänger und ihre entsprechende» Gattinnen als die rentabelsten gehalten, weil die außerordentliche Größe des Körpers und der Vier auch nur durch außerordentliches Futter erzeugt wird, während zur Capaunerzucht in BcUachl kommt, daß das Fleisch der fremden Gattungen niemals fo gut und saftig ift, al« da« der eingebornen Hühner. T>er in der Anstalt erzeugte Dünger ift von keiner geringe», Bedeutung und wirb zu hohen Preisen von den Gemüsegärtnern der Nachbarschaft gekauft. Dies ist die Einrichtung der Sora'schen Vier- und Geflügelzucht-Anstalt bei Paris; wie rentabel dieselbe sein muß, wird jedem Geflügelzüchter einleuchtend sein und bedarf keines weiteren Kommentars. Sie legt uns unwillkürlich die naheliegende Fcage in den Mund, ob bei de« großen Konsum an liiern und Geflügel in Budapest und Wien und bei der leichten Communication zwischen Vuda-pest uud den gehlen Hauptstädten de« Continents eine der-aillge Anstalt bei uns nicht gleichsalls sehr einträglich wäre? Wir muffen diese bei den seit Jahren stelig zunehmenden Geflügel- und Vierpreisen unbedingt bejahen und können daher nur zur Errichtung solcher Anstalten bei un« an-rathen. Ein Umstand dUrfle in manchen Orten, wo eine solche Eierplanlage errichtet werden sollte, dieselbe allerdings erschweren, nemlich die billige Beschaffung des erforderlichen Fleisches. In der Nähe großer verkehrsreicher Städte, wie Budapest, Wien, London, Paris dürste es allerdings nicht schwer few, den erforderliche« Fleischbedars durch abgängige, alle Pferde und Abdeckereien zu decken, ander« ift dies jedoch aus dem stachen Lande, wo sich in dieser Nichlung Schwle-rigleilen ergeben dürsten. Allein hier laßt fich wieder für das Flnsch von Pserdcn ein Surrogat in der Errichtung ron „WÜrmeleien" finden, brfondelS wenn die Anstalt leine fo bedeutende Ausdehnung besitzt. Um sich durch Erziehung von Würmern da« Futter für Hühner zu erzeugen, gräbt man eine Grube. In diese wird eine !^age Häcksel oder Stroh gethan, darauf eine ^age Pjerdemist und Erde, hieraus kommt dann Blut, Res«, thierische oder Schlächterei'Nbsälle, Weintreber u. s. »., worauf das Ganze mit Brettern überdeckt wird. Diese organischen Stoffe gehen bald in Fäulnis über und es bilden sich eine Menge Inseclenlarven, die wan mit der Schaufel aus der Grube sticht und an die Hichner vertheilt. — Die ^lven wachfen fehr rafch bi« zur Vrvße eines Gerstenkornes. In 9 Tagen aber gehen sie im Sommer in die sogeuannlen Fleisch, oder Schmeißfliegen über, welche aus diesen Larven entstehen, welche daher rasch vn, füttert werden müssen. 1014 Z«r Erzeugung dieser Wllrmereien ist eine gewisse' Wii««e sowie ein gewisser Feuchtigteilsgrad nolhwendig, daher sie nur i« Sommer im Freien gezogen «erden tonnen, in heißen Sommern ater dafür gesorgt werden muß, daß die WUrmereien nicht vertrocknen. (Gchluß folgt.) — (Zur Erinnerung) an die am 28. Juni 1774 in L^lbach stattgefundene große Feuersbrunst wird am 29. d. in der hiesigen Domlirche eine Dank« und Nitt» feier abgehalten werden. Das „Eingesendet" in unserem heuligen Blatte enthält hierüber das Nähere. — (Todesfall ) Die Armen in Nassenfuß bedauern din Tot» eines ihrer größlen Wohlthäter, des Wundarztes Hill« Fr. Waschn itius; defsin Leiche wurde vor» gestern auf dem hüsizen Fliedhofe zur Eide bestaltet. — (Vom Leichen Hofe.) Im „Slov. Narod" erhebt sich eme Stimme, welche über die Entfernung von Grabdenkmälern aus dem hiesigen Friedhofe Klage führt, uamenlllch Über die Wegtäuwung des Denkmales an Ko-litel (qeft. 1639). eines in lllerarischen Kreisen bekannten poenfchtn üttlumenlesels, dessen Andenken insbesondere in slooenllchcn Kreisen verehrt wird. Die längere Klage des „Slooensli Narod" ruft der Frledhofsverwallung zu: „Lasset dle Todten ruhen!" — (Eine Lehrerversammlung) findet am 2. k. M. in Adelsberg statt. — (Vermißte«! Kind.) Am 18. d. begab sich die Witwe Anna Concilia aus Oberwinlel, Vezirl Seifen« berg, mil ihre« kleinen Kmde zur H«pfung nach Hof. V«! ihrer Nachhauselunft vermißte sie ihren siebenjährigen Eohn Franz. Derselbe konnte ungeachtet genauer Nachforschung lusher mcht aufgefunden weiden nnd es wird ver« wulhei, daß dieses Kind ins Wasser gefallen und erlrun, len sei. — (Ein Schadenfeuer) tam angeblich durch Brandlegung am 17. d. um b Uhr morgens auf dem Dach« boden dcs ^osef Lo^ar'schen Hauses in Tominje, Bezirk Ulelsbelg, zum Äusdtuch. Der Brand äscherte den Dach« ftuhl ein und velursachle einen Schaden von 350 fl. — (UnglUck beim Pöllerfchießen.) In St. Veit bel W'ppach näherle sich Sonnlag den 21. t». ein v«rzet^nzähnger Buische utivo,sichtig einem Püller, dessen Ladung noch nlchl abgefeuen war, indem er glaubte, der Zünder hade veriagt. Iu dem Momente, als er neues Pulver au>« Hünoloch schulte«, ging der Püller los und der Bursche «tMl so bedeutende Verletzungen, daß er bald daraus starb. — (Geschichte von Krain.) Wie wir der nnselem yeuttgen lUlalle deillegenden Subscripiions-Elnladung «NlNchwen, Hal es der l. l. Finanzralh und Secrelär del, hlesi^n ljlstullschen Vereins, Herr August Dimih, unternommen, elne e,ä)ichte vo^l Klain, welche bis zum Ende der !illuzösi,chen Herrschaft in Illyllen reichen soll, zu schielben. D^« Well. für o«ssen Glündllchleit die j^hie» langln h^lvlljcheu Smdien dea Verfassers sowie dessen genuue Kcnulin« aller localen Quellen bürgt, wird gewiß das glotze Inte, ssi siaden, da b»eher lein die Geschichte von Klllw emgehcnd vehlludelade« Well tflstiert. Daösclbe wlll» cilca 30 dls 40 Diuckdogen uwfassiu und ei scheint in scchs Vltserungen zum Subscriplionspreise von Emem Gulorn per ^«felung lm Verlage von Ignaz v. Klein» »ayl k ^edor Ba m b e rg in Lübach. Nach Vollendung des Welles wlld der Prels desselben auf neun Gulden «höht. — (Die „Laibachec S chul zeilung"), Num. »er 12. blmgl: 1. Nn leitender Stelle ein n Artilel unler dem tuel „^'ehlerelend in Krain". In demselben wlro die ^fage dec lrai,nschen Lehre schaft als eine wahllich bedauclNiwenhe gesch ldert: Die Mlramontanen stemmen sich noch fort mu allei Kraft gecsta»deu, daß durch de» heftigen Wiud die Flammen llber den breiten Laibachflusz getragen und in einigen Stunden 139 Häuser, daö Jesuiten-Collegium, Gymnasium und Seminarium, die Kirche» Sl. Jakob, Lt. Florian und der heil. Rosalia iu Asche gelegt und mir mil der grüßten Anstrengung die übrige Stadt von der Verheerung bewahrt wurde. Eine» Monat später, dcu 28 Juli, ist aber auf der St. Pctersvorstadl uacht« II Uhr das Feuer auögsbrochen, und es sind bis zum Morgen 140 Häuser nebst vielen Wirth jchaftSgcbäudeu ein Raub der Flammen geworden. Hunderte Fa milleu halicu Hab nnd Gut verloren uud laum daö i.'elieu gerettet. Wie die uiwcrgcsjlichcu, um ^'aidach hochverbienlcn Herren: Bürgermeister Hrabecztl) und schon 1^10 der Sladt^farrer zu 2t. Ialob Ioh. Ehrys. Pohliu aus dem Muude der Zeugen uud Vcrunglllcttcu selbst hörten uud später crziihllm, war damals eine solche Angst und ActrllbniS, Aufregung uud Besorgnis, Wehmnlh und Trauer, Muth- und Trostlosiglcil, Fincht uud Gchrcclci, unier allcu Stadlbewohuern, wie sich solche wohl beulen, aber nicht beschreiben läßt. Um diese Unglücks- und Schreclmstage auch dcu späteste» Nachkommen iu der (triuneruug zu bewahren, Golt fiir die Rettung der anderen Sladttheilc zu dantcu, die Nliwenduiig ähnlichen Unglllcks zu erfllchm, hat die Bürgerschaft mit dem Staol-magistrate den Wunsch anögedrilckt und das O^lillXe s>lmachl i daß auf immerwährende Zeilen im Schlosz t,glhurmc lägllch abends, im Wmter um 8, »m Sommer um !1 Uh>-, zur Ehic des heil. Florian geläutet, jährlich am 4. Mai, am Fcstc diese« HcK ligen, eine Biltprozession, au der sie uud ,hre viachlommen sich belheiligen wollen, von der Domlirche »ach Sl. Florian vom jeweiligen Dompfarrcr geführt, uud am 29. Ium. am Feste der «posteljürsten Peter uud Paul, in der Dompfarrlirchc, wohin da. malö die jctzigcu Pfarren St. Ialob, Maria-Äerlündistung und TyrnllU gehäncu, die erst I785 errichtet wurde», das Allrrheiligstc den ganzen Tag znr Anbttung ausgesetzt und diese Andacht mit dem Tedeum beschlossen werden solle. — Der Dompfarrcr ist diesem frommen Wunsche gern cnl-gegengelommcu und hat mit Geuchmlgung dcs hochw. fiirstbischüfl. Ordinanals die Erfüllung des Gelübdes für sich und seine Nachfolger bereitwillig Überuommeu. — Die Prozession wird alljilhrig am 4. Mai vou »hm nach St. Florian geführt uud die hl. gefuu-! glne fclcillchc Segenmcsse dem Gelübde gemäß auf die Meiuung der Stadtgemcindc aufgeopfert. Die Bürger und der Stadt-magistral bcciferten sich vorzüglich iu dcu früheren Jahren, dieses von den Voreltern in Uuglückstageu gemachte Gelübde treu zu erfüllcu. Und noch erilmern sich viele mit Freuden, wie der hochverehrte Bürgermeister uud wahre Vater ^'aibachs, Johann )lcp. Hraoeczly, auch im hohe» Alter, bis au da« L»dc seincS gesegneten WirlenS, diese Prozession zur Nufcrlianuug aller jederzeit begleitete. — Da« Läute» täglich abends am Schloßberge hat der liibl. Stadtniagistrat angeordnet und dasselbe ist. weuu ich »icht irre, erst 1«5l) uulerbliedeu, als die Fcuersignale uichi luchr mit Ka- lioueuschllssen, sondern »nil dem Glockenläuten gea/be» werbe» durften, Iu drr Dumlirchc ist die Tjotiuan^acht am 2!». Juni, dc^ü Fche der heil. Apostelsursten jährlich genau abgehalleli wordt». Heuer wird au diesem Feste zur hundertjährige» Feier da« Aller-heiligste deu ganze» Tag zur Anbetung ansgesetzt, die Andacht um 7 Uhr abends mit der Litanei und mit dem Tedeum von Sr, fürstbischöfl. Gnade» beschlösse» und dabei mit den Glocken aller Kirche» Laibachs geläutet werden. Verehrte Ncwoh»er Laibachs! Obiges habe ich vor 34 Iahreu i» der Domlirchc aM Souutagc vor den, Pctti uud Paulifcstc auf dcu auödrücklichcu Wunsch des gcuauutcll seligen Herr» Vllrgfrmeisters iu der P«-digt zum Theile erzählt uud später üfters die ZuhUrer au die Veranlassung dieser Volivaudacht erinnert, zur zahlreiche» Theile nähme au derselben ciugeladeu und aufgemuntert. Zur hundertjährige» Feier erachte ich cS für mciue Pflicht, dies zum blcibeudcn Andenken auch hicmil zu veröffentliche». Versetzen wir uus iu deu lommcuden Tagen im Geiste um 100 I^h« zurück; deule» wir »us in die lummer- und sorgenvolle Lage, in die bangen Gefühle unserer unglückliche», hart heimgesuchte» Vorfahre», au deu traurige» Morge» des 2l». I»ni und 29. I«l> deS vergangenen IahrhundcrtcS; erinxern wir »us liebe- «nb thciluahmsvoll au ihre große Angst nud Noth, a» ihre fromme« Wünsche »nd Gelübde; bemühen wir unS diese jcht und iu lünf-ligcn Jahren :n 25. Ium. Pc»l,ier.N(»tt K9 9'». -- Güt-sl.Neutc 74 75. - 13^« Vlams'Aulehln 1<^,9 85. .. Us;iil-A>liln »96. - eredU.N.ties 221'ii5. - ^oudon IIl5i0. - ^i!i)cc ll)b 75 - «. f. Mi.u,«»«" cateu. - Napolcüüöo'l^ 894 Wie«, 85. Iuui. 2 Uhr. Schlußcoulse: t '/2>'2b, Anglo 136 5)0, llmo» «9 25, Fraucobaul 29 75, Halldelsbanl «2 ^5», Vercinsbaul nt»ll ««^«»,»«. Trink mit stamilie »ud Auua Wal^'' Tarviö. — Fritsch, Trifail. - Valenliim', Jugriiieur, SteY^ — Vlazetovit, Major, u»d Genliscr, Hauptmann, Trieft' ^ Watzlcr, Wien. !»«««,^«». Vrandl, Rotterdam. - Mozes v. Nueren, Holla"^ ff ' IßH ß^ ? ^ , AZ " ^ N !; ° ?° !D ____Z^'5« ^ ^ ^ ^ «o ^? «U.Mg ?3K«« <11.< O. schwach i heiter^ ^8.g5 25. 2 „ N. > 735,^ ^1').^ W schwach brüllt «tea" «0 ,. Ab. I ?36«< ^.12« , W. schwach bewölll ! Morge»« ganz heiter, vormittag« leicht bcwiillt, Ost"'«^ Nachmittag« Wcftwiud. gegeu drei Uhr Landregen mit g""'S"' Unlcrbrechungen, a»hallc»o bis abe»bS nach acht Uhr. Dü«^°^^ mitlcl der Wärme -^ 14U'. um 4 5" »nlcr dem Nonnale. liieraulwarillcher Net>actc»r i Igüal v lll elnmav^^__. >N,'^sc'l,^^i<4»»- Wien, 24. Iuui, Der beuorstchenden Feiertage und der dadurch bedingte» längeren Pronlougaliou Wege» war die Börse im allgemeinen wenig lhälia. ohne sich '« '^" OVt »l Vc« l»i)i« durchaus günstige» Stimmung beemflussc» 6— K6) — ^ 19d4.......9» 50 397t» , 1W0.......109 — 109 25 , 1860 n, 100 fi. . . .IN— 11t 50 . 1ž^^4.......131 50 132 - Domänen-Pfandbliefe . . - 121 7b 122 25 PrilMltnantthlN dir Etllbt Nieu 100 40 100 7o »«l<»tm ^^' . . ?9t.0 UOb0 V^nau.«t,uU«ruu,s.L<>se . . . b« 70 36 90 Uu, «ismbahn.Nnl..... 9540 9560 Ung. Pramteu.Nul...... 7850 79 Wituer it«ft«lt ..,,.. «el8b»2l7b «llli ^2lf Ereditanstalt, ungar. . . . 155 25 156'— Depositenbank...... 131 - 133 - ««compteaufialt...... «60 - 870 — Frauco.Vant...... 29 7b 30 - Hlludelsbanl. ...... 6225 6275. slalioulclbanl...... 995— 996 — Oesttrr. °?lg. Vanl .... 4450 45L0 Oefterr. Nanllles'llschoft . . . 1«5- 186 — llnionbaui....... 99— 9950 ^rewiblul....... 5 2b 575 Vcrke^Shnul....... 86— 87-. «»»ge». «eld War« «llM.Vahn.......14450 145 — «llrl.Lndwig.Bahn . . . . ' 2L8 — 25850 z>2UllU.Vdtch.Vl,hn (i!w,.Vudlveis,r Strecke).......188-- 189- Flrdw«l«,N«db^N . . . 2(93 2089- ^r«,«Ieleph»«»^n.....2(.3 50 204 - Lemb.-«,ern..I»ssy'V^n. . .145-146-ch. ...,,, 465— 468 — 0««r. 75«bwtst»«H«. ! I .182—188^ Nudolft.Vahn.....159 25 159 75 Glnatebllhu......826 — 326 50 Sübbahn........140 50 14150 Theiß.bahn.......23^ 50 283 - Ungarische «„rdoftl^ch;, . . . 119 50 120-Ungarische Oftbuhu .... 52- 5250 Tra»w«,y.«tftllsch......141- 141- »«ugtsellschsfteoi. Nllg. österr. Naugesellschaft . . 56 - 56 25, Wiener Vaugestllschnft.... 65 50 6b 75 Pf««db,ii<^«..... 79>— 79t>0 «t,lU«l»«hn . ^ , : .1'ii,00i40» ----------------- ------------^-^ y,„. ^'bbahn ^U^......'^'50 10^ sildbllhn. Voul '. . ! ' '2^5028^ !lnz. Ostbahn......66- bb« lrtdil.8.........160- I6Ü'^ «u"Vll,.L.......is- I2-" »nl«b«l,........AA ^ z^ntlurl........A A 546' Ho'nbnr,........,??7<) "^" «ndon........^2K 44