Schriftleihing, Verwaltunjr und Buchdrucker«! fTelephon 25>^7» 25-68, 23'69 M a r b u r ß a. d. Drau, Badgassc Nr. 6 • Anzeigen und Abonnements-'Annahmc in der Verwaltung ♦ Bei 'Anfragen beilegen lll'. «liOi a-Q Preis 10 Rpt Krscheinf w(>qhcnll'ich scch-smal (mit Ausnahme der Feiertage) Bezugspreis: 'Abholen monatlich RM 2.—, bei Zustellunfj RM 2.10 Hinzeinummer RM 0.10. Unverlangte Zuschriften werden nicht zurückgesandt liutnrger ^tituag 3lr. 114 !ntart>urg a. 6.2>rau OltflttDOCD, 21. ?Rai 1941 81. 3aT)rgan0 U-Boot msenkl TaDhschiffe odt 33.000 int Grost«r britischer Kreuzer in Brand geworfen — Ein engiisclies Unterseeboot verniciitet Rio de .lanelro, 21. Mai. Mit der letzten Rede des USA-Außenministers Hull, in der dieser seine wirtschaftlichen »Zukunitsipiänex entwickelte, beschäftigt sich Marciel Mllio in der Zeitung »Imparcial«. Der bekannte brasilianische ,|ournaHst erkennt in Huils Ausführungen einen starken Mangel an Verständnis für die wirtschaftliche Wirklichkeit Südamerikas. Die Wirklichkeit bestehe darin, daß nordamerikanische Autos im Werte von m Dollar in Brasilien für 1500 Dollar verkauft würden, daß für Rundfunkgeräte aus USA, die dort 10 DoHar kosten, in Brasilien 2.S Dollar gefordert werden. Für ein Land wie Brasilien, das ohnehin durch den Kursunterschied belastet sei, könne ein Handel auf derart drückender Grundlage das panamerikanische Gefühl nicht steigern. Auf der anderen Seite seien Brasiliens Rohstoffe das Opfer unsinniger Sf>eku-latlonen. Was in den letzten Monaten mit Baumwolle vor sich gegangen sei, sei einfach traurig. Das USA-Kapital habe für weniger als den brasilianischen Selbstkostenpreis eine Produktion aufgekauft, deren wirklicher Wert In den Vereinigten Staaten fast der dopirelte sei. Fillio bringt dann noch mehrere Beispiele, um zu beweisen, daß brasiliani-.sche Erzeugnisse von den USA immer nur zu einem geringen Preise angekauft würden. Die brasilianische Wirklichkeit, so folgert er. sei daher, dal:! Brasilien seine Produktion billig und in entwerteter Währung verkaufen, dagegen teuer und in hochwertiger Währung kaufen nrüsse. Kr sclilieLU: • »Mit Recht wird gesagt, daß die südlichen Nachbarn der USA allmählich skeptisch geworden sind, gegenüber den nordanierikanisclien Redereien vom guten Willen.« Endzweck aller USA-Politik Argentinien und die arroganten Wirtschaftspläne Hiills Buenos A i r e s, 21. Mai. Für die üedankengänpe Hulls über dip nordanierikanischc Nachkriog< - Wirtschaftspolitik, die nichls weiter als Kriegs-proipaganda sei, bringt der Newyorkcr Sonderkorrespondent in dor Zeitung »Na- Hull und Südamerika BRASILIANISCHES BLATT ENTHÜLLT DAS WAHRE GESICHT DES USA- KAPITALISMUS cionc nur wenig Hc^^eisterung auf, indem er schreibt: Niemand verstände, wieso die Vereinig- ' ten Staaten plötzlich ihre bisherijren Theorien über fiiord würfen. Da aber seit vielen Jahren der kaufmännische Reingewinn der Endzweck aller USA-Politik gewesen sei, würde es auch hei dem neuen ' »Programm« nicht anders sein. Die ab- ' surden Grundsätze, welche Hull cntwik- ' kelte, müßten scharfe Kritik im ganzen Kontinent hervormfen. Besonders die ibero-amerikanischen Länder, welchen eine ganz untergeordnete Rolle zugedacht sei, könnten in keiner Weise zustimmen. Die Idee, Südamerika soll seine Landwirtschaftsproduktion umstellen, um nicht als Konkurrent für die Nordstaaten aufzutre- ■ ten, zeige die Rücksichtslosigkeit gegen- ' über den südlichen Nachbarn. .Argentinien, das trotz aller Wirtscliafts-nöto nicht so geschwächt sei, daß es un-' bedingt vor den USA-Wünschcn kapitulieren müßte, bleibe immer noch die Hofl- ' nung, daß der ersehnte FrieckMi aui:h die | internationalen Handc^'be/.ichungcn um gestalten würde. Ostafrika-Kries seht weiter IMMER WIEDER NEUE WIDERSTANDSZONEN Der Ring um England S t 0 e k h 0 I m, 21. .Mai. Der englische (jencralpostmeister inuP. sich zu dem Eingeständnis bequemen, I dafS die englische Recrjernng neuerdings j auch den Weg n.icli Irland für die i^)Si j nicht mehr ausreichend sichern kann. Er j gibt bekannt, daß wieder die Rcsainteii für Nordirland bestinuntcn Postsendungen von zwei Tagen >Mlnrcli feindliche P.in-wirkungc restlos verloren gi'gangen sind. Nach der Flucht aus Griechenland Englisches. Panzerrc^fmcnt ohne schwere Waffen Berlin, 21. Mai Der Heldenkampf der Italiener in Abes-sinien, die seit Monaten gegen eine gewaltige Übermacht britischer Truppen sich wehren, beleuchtet am besten eine britische Meldung, derzufolge selbst nach der Beendigung der wichtigsten Kampf, handlungen große Teile der britischen Sireitkräfte in Abessinien belassen werden müssen. Vor wenigen Monaten erst hatten die Engländer angekündigt, es würden nach der Niederrlngung Abessi« niens mehrere biiti.sche Divisionen für Europa frei werden. Die /nlilemiiäßige Überlegeiilieil der Briten trat nicht alk'in hinsichtlicli der eingeset/teii Truppen, sondern auch im Hinblick auf das Kriegsgerät in Erscheinung. Die Italiener mußten sich Schritt für Schritt auf bestiunnte Widerstandszonen konzentrieren, um möglichst viele feindliche Kräfte zu beschäftigen und zu binden. Im Oebiet von .\mbii entbrannte Mitte .■\pril der Kampf aufs heftigste. Die lta_ liencr wichen Schritt für Schritt zurück, stellten sich den dauernden feindlichen Angriffen, die von allen Seiten mit erheblicher Übermacht erfolgten. In den ersten Maitagen räumten die Italiener ihre StcL hingen am Passe Falage und am Fasse Togora. Von nun an beschränkte sich die Verteitligung auf einige wenige Hauptpunkte, gegen die der Feind mit allen Mitteln seine Angriffe anset/.le. Fin dichter und licfgcstaffeltLM* Artilleriegürtel aL ler Kaliber beschoß Tag und Nacht die Italiener, (jleichzeitig unterstül/.ten star_ ke englische Luftstreitkräfte tlie Angriffe der .Artillerie und Infanterie sowie der motorisierten Einheiten. Trotz dieses heftigen Druckes iiielt der heldenhafte Wi-iler.stand der Italiener die Briten bis in die letzten Tage in Schach. Erst als sich die Unmöglichkeit herausstellte, die Verwundeten zu bergen und die dringend notwendigen Trinkw?iS8er_ mengen heranzuholen, irat eine Lage ein, die es angebracht erscheinen ließ, keine weiteren Opfer unnütz zu bringen. Erst dann wurde die Übergabe befohlen. Das Hauptquartier der italienischen Wehrmacht hat Italien und der ganzen Welt die Namen der Truppenteile be-kanntgeg'jbcn, die sich in diesem Teil, abschnitt besonders bewährt haben. Darüber hinaus haben sich alle Verteidiger .Abessiniens vorbildlich gehalten. Daß im übrigen die Kämpfe in C)stafrika nicht abgeschlossen sind, geht aus den letzten .Meldungen des Haupt(.|uaiticrs der ilalie-nisehen Wehrmachl mit aller Deutlichkeit hervor. Das Deutschtum in USA Von Dr. Robert Pfaff-Giesberg Ankara, J\. Mai. hl Haifa sind weitere Verbände des elieinaiigen britischen K.xpeditioiiNkorps in ("iriechenland gelandet und infolge Überfüilung Muifas mit britischem Militär nach 'l'el Aviv weitertransportiert worden. Hierunter befanden sich auch Einheiten des 1. englischen i^anzerrcgi-rnents, die oline scliwcre Waffen ausgeschifft wurden. Das Regiment hat seine sänitlichen PanzeTwagen während der Phiclit in (iriechenland eingebnf^t. Syrische Hak gegen Briten EIN NEUER ANGRIFF AUF DEN FLUGHAFEN RAVAK VEREITELT P a ri s, 21. Mai Zum erstenmal hat sich nun die fi'an. zösische Armee in Syrien gegen die IJber-ffille der britischen Flieger zur Wehr gesetzt. Als sich die englischen Flugzeuge gestern neuerdings dem syrischen Flug, hafen Rayak näherten, eröffneten die frcnzösischen Flakbatterien gegen sie ein heftiges Feuer. D?e Folge war, daß die britischen Flieger zur Flucht gezwungen wurden und sich genötigt saHen, dire Bomben wahllos über freiem Gelände fallen zu lassen. Es gab weder Opfer noch Sachschäden. Andere Flugzeuge wajten Unmeng^'n von Flugblättern in arabischer Sprache über den Städten I>amaskus, .Meppo und i anderen größeren Orten ab. General Deutz, der Kommandant der französiseh- ^ syrisclien .Armee, hat unterdessen weitere Verfügungen erlassen, um die Landesverteidigung sicherzustellen. I-Ün Hrlaß, der sofort in Kraft getreten ist, verbietet lüe Veröffentlichung und Verbreitung von Nachrichten, die irgendwie mit der üf. l'entliclien Sicherheit und der l.andesver- j teidigung oder der jnililär'schen Lage im Zusannnenhang stellen. Die in Syrien und j L'banon ansässigen Engländer und .Ame-i rikaner haben auf Weisung ihrer Ktmsiiln (ias Land hereilt; verlassen und smd nach Palästina abgereist, Seit drei Jalirluunlerten ist fast unimter-brochen ein Strom ileutscher .Menschen aus der europäischen Heimat hinüber in da;^ (iehiet der \'ereinigten Staaten von .Nordamerika geflossen. Etwa 25 v. 11. der weißen Bevölkerung von USA, also über 20 Millionen Mensehen dürften nach amerikanischer Herechiuing deutscher Abstammung sein. Freilich ist der überwiegende Teil dieser Deutschstämmigen heule im angelsächsisch-amerikanischen Volkstum aufgegangen. Immerhin waren vor Ausbruch dieses Krieges doch gegen acht Millionen Deutschsprachige vorhanden, die allerdings in tler l-rhalt'ing ihre Sprache und kulturellen T.igenart, in ihrem Wesen und Volkstmn stets schwer bedroht waren. Die große Gefahr für das Deutsch-.\nicrikanertmn in US.\ lag schon immer darin, daß es räumlich sehr zersplittert war und daß so die großartigen kulturellen Leistungen der Einzelnen und die hervorragenden Taten vieler für das geistige, tinlitische, wirtschaftliche und staatliche Leben der neuen Well maßgeblich gewordener Deutscher selten dem Deutschtum zugute kamen, ia nicht einmal thin zugerechnet wurden. Schon sehr früh, um 1562, also vor der Kolonisation iIcs heutigen Nordamerika durch die Engländer werden in Süd-Carolina elsässische und hessische Bauern als erste Siedler erwähnt. Auch bei der Gründung von Neu-Holland sinil neben eigentlichen Niederländern viele Deutsche beteiligt gewesen und ihrer einer, Peter Min-nevit aus Wessel legte durch lürwerb di"" Insel .Manhaltaii tien Griiiurzur späteren Sl.'idl Ncwyork. Eine organisierle deutsche Einwande- rung aus l>eutschland setzte nach rirni dreißigjährigen Krieg cm. Religiöse Gründe trieben Anhänger der verschiedensten Konfessionen aus licm unduldsamen Vaterland hinweg in die l'reiheit des unermeßlich weiten, auf kräftige Hände und frischen Lebenswillen wartenden Kontinents jenseits des grolicn Wassers. Einer Aufforderung William Penns folgend kamen u. a. im Jahre l(i83 inennonitische Krefelder l-amilicn nach Pennsylvanicn und gründeten Germantown. die heutige X'orstadt von Philadelphia. Durch Nachschub aus der Heimat breiteten diese deutschen Kolonisten sich bald über ganz Pennsylvanicn, Virginia, Ohio. Kentucky, Indiana und Illinois aus und brachten es ilurch l'leiß und Redlichkeit zu besonderem .\nsehen, Der Oktober, der Tag der Ankunft der ersten Krefelder im fahre lß83 wird noch immer iälirlich als ~ deutscher Tag''< im deutsch fühlenden AmeriVa feierüi'Ii begangen. Den .Mennoiiiten folgten im 17. und IS. .Jahrhundert noch viele, besonders pietistisch eingestellte protestantische dem. che l-jiiwandercr. darunter amii viele .Mitglieder der Brüdergemeinde und bäuerliche und kleinbürgerliche l'amilien aus Schlesien und Salzburg. Die erste wirkliche .Masseneinwanderung erfolgte 1700, wo KVOOO Pfälzer, tlie dem durch die Pfalzvcrwüstung Ludwigs Xl\'. verarmten Rheinland den Rücken kehrten, nach uii-s/iglichen Entbehrungen und Verlusten amerikanischen Hoden erreichten uml im 'miern des J-'taates N;'wyork von den iii-ili tnischcn Stäimneii Hoden erwarben. In iler I-olge ließen sich auch viele Deutsche in Carolina, Georgia und Louisiana nie» » Se'te 2. »Marburger Zeitung« 21. Mai 1941 Nummer 114 der, und vor dein Unabhängigkeitskrieg von 1775 war ihr Einfluß so grofi geworden, daU die englischen Kreise ernste Anstrengungen zu ihrer Bekämpfung unternahmen. Viel zu wenig ist in Deutschland auch die Tatsache bekannt geworden, daß die Bedeutung der Deutschen in USA zu Anfang des 10. Jahrhunderts derart geworden war, ilaß im jähre 1837 beinalic die deutsch'? Sprache offiziell zur gleichberechtigten Vcrfassungssprache neben dein l'nglischen erklürt worden wäre. Auch, daß noch heule rund 800.000 Nordameri-kaiier den pennsylvania-deutschen Dialekt sprechen und eine eigene Literatur darin geschaffen haben, ist bezeichnend für die Stnrke des Deutschtums. Während und nach der Unabhängig-keitscrklärung der Vereinigten Staaten vom englischen .Mutterland sind zahlreiche bedeutende Deutsche auf Seite des neuen Staatswesens ins Licht der öffentlichkeit getreten. Am bekanntesten wurde tlcr große Organisator der amerikanischen Armee Steuben (1730/U4), dessen F^ersön-lichkeit noch immer als Symbol deutsch-amerikanischer Hingabe für das Land des Sternenbanners gelten kann, liine Ftille hochbedcutender, für Kultur, Technik und Wirtschaftsleben, für Wissenschaft, für Kunst, Staatswesen und Gesellschaft Nordamerikas höchst wiciitiger deutscher Männer erhielten die Staaten in der Folge durch die politischen Wirren von 1848, die vielfach die besten deutschen Köpfe aus der dumpfen Welt der Kleinstaaterei vertrieben und sie im »Lande der Freiheit« ein neues Wirkungsfeld suchen ließen. Zu ihnen gehört unter vielen anderen der berühmte Politiker und Staatsniann Karl Schurz (1829/1006), dessen Wirksamkeit für den Aufstieg der USA zur modernen Großmacht nicht hoch genug eingeschätzt werden kann. Groß ist in diesem Sinne überhaupt der F.influß und die Teilnahme des deutschen Hlements am Sieg der Nord-staaten im amerikanischen Bürgerkrieg von 1861/65 gewesen, wo ganze Regimenter von Deutsch-Amerikanern voll Hin- gabe gegen die Sklaverei und den Feudalismus der Südstaaten kämpften und damit erst den frischen Lebensgeist und bewunderten Aufschwung des Yankeetums ermöglichen halfen. Trotz regen deutschen Vereinslebens, zahlreichen deutschen Zeitungen und beachtlicher Tätigkeit verschiedener Konfessionen zur Erhaltung des Deutschtums glitten von jeher zahllose Deutschstämmige in das allgemeine angelsächsische Amerikanertum ab. Die mangelhafte Unterstützung des deutschen Bewußtseins seitens des Reiches vor dem Weltkrieg war hieran mit schuld. Einen furchtbaren Schlag versetzte dem nordamerikanischen Deutschtum der Weltkrieg. Besonders in den Großstädten war die Auswirkung der Haßpropaganda, der maßlosen Anfeindungen und Bedrückungen schlimm. In der Zeit nach dem großen Krieg besserten sich die Verhältnisse wieder etwas, ja die innere Verbundenheit der Deutsch-Amerikaner wurde vielfach durch all die Nöte und Gefahren größer als je zuvor. BritiscbeTaikschilfe mit 33.000 fert versenkt B e r 1 i , 21. Mai. iJas Oberkommando der Wehrmacht gab gestern bekannt: Ein Unterseeboot unter Führung von Kapitänleutnant Lehmann-Willenbrock versenkte aus Geleitzügen britische Tankschiffe mit insgesamt 33.000 brt. Deutsche Sturzkampffüegerverbände bombardierten unter Jaj^dschutz Schiffsziele in der Suda-Bucht und Flugplätze auf der Insel Kreta. Sie warfen einen Kreuzer der York-Klasse in Brand, zerstörten sechs Jagdflugzeuge vom Muster Hurricane am Boden und setzten sechs Englisches U'Boot vernichtet / Kreuzer der York-Klasse m Brand geworfen Bei Vorstößen gegen die englische Südküste schössen deutsche Jäger in Luftkämpfen sechs britische Jagdflugzeuge und ein Kampfflugzeug ab. In der letzten Flakgeschüfie außer Gefecht. ^acht griffen Kampfflugzeuge Hafenan- Im Seegebiet um England vernichteten Kampfflugzeuge südwestlich Weymoutli ein britisches Unterseeboot und beschädigten in Milford Häven ein großes Handelsschiff schwer. anlagen an der Süd- und Südostküste Englands an. In Nordafrika beiderseitige Spähtrupptätigkeit. Der Feind flog weder bei Tage noch bei Nacht in das Reichsgebiet ein. Der deutsche Krlegsapparat »EIN NEUES VOLK, NEUE MENSCHEN, EINE NEUE ARMEE« Sofia, 21. Mai. f)cr hi'rvor.-tcchciuk' Charakterzug der neuen dcutschoii Wehnnacht ist, wie die Zeitung .vSlovf)« schreibt, ihr revolutionärer Geist, Mit größtem Erstaunen und Bewunderung habe das bulgarische V^olk die imcndliclien Kraftwagenkolonnen der deuf'^chen Divisionen tage- und wochenlang vorbeirollen gesehen. Und was sei alles in diesen Kolonnen zu sehen gewesen! Die gewaltige moderne Technik habe sich in diesen Kolonnen widergespiegelt. Neue Menschen, neue Waffen, neue Maschinen, neuer Geist, neue Ausbildung und Disziplin, und hierzu komme noch die genaue Spezialisierung: Jeder, vom General bis zum letzten Solda-1en, ein Meister auf seinem Gebiet. Das Blatt weist mit Bewunderung da- rauf hin, mit welcher Sicherhoit imJ Pünktlichkeit dieser ungeheure Kriegsapparat Deutschlands arbeite. ]")ies kom-nie vor allem in der genialen Ausarbeitung der Kriegspläne bis in die kleinst'.'U [Einzelheiten durch das deutsche Oberkommando sowie in der Präzision zum Ausdruck, mit iler die deutschen Flieger ihre Bomben abwerfen. Als kleinen Beweis erwähnt die Zeitung die deutschen Luftangriffe auf den Piräus. Die große und alles bewegende Losung der deutschen Armeeführer sei: größtmögliche Firfolge mit geringster Anstrengung. Besonders ansprechend sei das Kanierad-schr.ftsverhältnis zwischen Offizier und Soldat. In Anbetraclit all der überwältigenden Eindrücke müsse man ab-^chlie-ßend sagen: Ein neues Volk, neue AAen-schen, eine neue Armee! Bombea auf Marsa Malruh uud Tohrnh Ausgedehnte Brände hervorgerufen — fn Stellungen z Rom, 21. Mai. I^er italienische Wehrmachtbericht vom Dienstag hat folgenden Wortlaut: D.'.s Hauptquartier der Wehrmacht gibt bekannt: in Nordafrika haben wir an der To-bru!:-Front kleine gegnerische Unternehmen im Keime erstickt und dabei Gefangene gemacht. Verbände unserer Luftwaffe haben Marsa Matruk und Tobruk bombardiert, wodurch ausgedehnte Brände hervorgerufen wurden. Der Feind hat einen Einflug auf Ben-gasi durchgeführt. In Ostafrika hat im Abschnitt von Gon-dar ein eigener entschlossener Gegenangriff am 19. Mai den Feind aus den Stellungen geworfen, in denen er am 17. und IS.'Mai hatte Fuß fassen können. Die (Ie:n Feind zugefügten Verluste sind be-trächtiich. auch die eigenen sind empfindlich. Bastianini — (iouverrieur von Dalmatien Rom, 21. Mai. Giuseppe B a s t i a n i n i ist, einer amtlichen Verlautbarung zufolge, durch königliches Dekret zum Gouverneur von Dalmatien ernannt worden. Bastianini war bekanntlich zuletzt italienischer Bot-schaffor in 1-ondon. Goldene Tapferkeitsmedaille für den Herzog von Aosta Rom, 21. Mai Der K()nig und Kaiser richtete an den Herzog von Aosta ein Telegramm, in dem er dessen Leislimgen als Befehlshaber und Soldat anerkennt und ihm Mitteilung von der Verleihung der goldenen Tapfer-keitsmedaille, der höchsten militärischen Ostafrika den Gegner aus genommenen urückgeworfen Auszeichnung Italiens, macht. Diese Aus. Zeichnung gelte auch für die Truppen, die unter dem Befehl des Herzogs kämpften. 228 cnglisclic Panzerkampf wagen in Griechenland erbeutet Ankaira, 21. Mai. Bei der Sichtung des von dem- britischen F:xpeditionskorps auf der fluclit zurückgelassenen Kriegsgeräts wurde als bislieriffe Kanipiwagenbcute festgestellt: III leichte l^inzerkauiipiwagcn, 90 scln\-crc Krcuzer-Paiizcrkanipiwagen und jy i\'iii/.er.späli- und Infantcrie-Faiizen-kanipfwagen. Die Beute/ahlen erreichen damit allein an PaiizerkaTtiprwageii 2JH Fahrzeuge. F's konnte bei der Sichtung der Beute festgestellt werden, daM mehrere englische Panzeirverbändc ihr ges^amtes Kriegsgcrät bis auf den letzten Kaniipf-wageti im Kampf und aulf der Flucht ein-gcbül.it haben. „Ohne zu wissen, warum" Die Spanische Zeitung »Domingo« fragt nach cngl'iSchcn Kriegszielen Madrid, 21. AAai. Die Montagszeitung »Domingo« veröffentlicht unter der Überschrift »Ohne zu wisseMi, warum« einen Artikel über das Kriegs/.iel der Engländer. Nach 20 Monaten Krieg, so heißt es darin, könne man eigentlich eine Erklärung darüber erwarten, weshalb England den Krieg an Deutschland erklärt habe. Aber in England lasse man sich Zeit. Schon vor zwei Monaten habe Churchill zwei Kommissionen ernannt, die die englischen Kriegs-ziele erforschen sollten. Der eine dieser Ausschüsse stand unter der Leitung von Major Attlee, der andere s'etzte sich aus Professoren zusammen. Es sei überraschend. daß sich die englische Regierung nicht überlegte, ihre Kriegszielc festzustellen, eh'e sie sich entschloß, die Existenz ihres Eniipires aufs Spiel zu setzen. Niemand wisse auch, zu wcichem Ergebnis die beiden Kommissionen gekommen r'-eicn. Zweifelsohne gingen ihre Ziele auseinander. da die eine sozialistisch und die andere liberalistisch eingestellt gewesen sei. AAan k()nnc rbcr keinen Krieg führen, wenn man kein Ideal habe, für das man Keine Aushungerung Deutschlands ENGLANDS LAGE IST UNENDLICH SCHWIERIGER, GESTEHT »FINANCIAL NEWS« Berlin, 21. .Mai. Iii der englischen Presse mehren sich immer sichtbarer die Zeugnisse dafür, daß die Krnähnmgslage der Insel zu ernsthaften Besorgnissen Anlali gibt. In einer Veröffentlicluing der j^Financial News«, in der auf die Lage Englands hinsichtlich seiner Kmälirung hiu.gcwicscn wird, wird sogar — zum ersten Ma! in dieser Offenheit — das Eingeständnis geinacht. daß die englischen Bl-ockadc-Irnffnungcn auf eine Anshungcrung Deutsclilands offensichtlich zum Scheitern verurteilt sind. Das englische Blatt sagt wörtlich: Die Frauc der Nahruags-inittelzufuhren ist jetzt so dringend, daß wir es uns auf keinen Fall leisten können, irgendwelche Maßnahmen zu unterlassen. die geeignet sind, nnsero einheimische Versorgungslage zu verbessern. Wir können iii diese-m KrieiiC Deutschland nicht besiegen, indem wir seine Zivilbevölkerung wichtiger Nalirungsmittel berauben; denn Deutsohlamds Agrarpolitik ist seit .lahren auf den Kriegsfall zugeschnitten und stellt die Lieferung des notwendigen Bedarfs sicher. Unsere eigene Lage ist dagegen unendlich schwieriger. Die Nazi-Handelsstörer überfallen jetzt unsere Seeverbindungen und lombardieren nnsere Lagerhäuser in einem Ausmaße, das 1918 unmöglich gcwespi wäre. Die von uns zu ernähreitde Bevölkerung ist eHiehlich angewachsen und unsce Kricgsmaterialeinfuhr. die eine Besciiränknng der Lebensmittelzufuliren bedeutet, ist weit dringender als im Weltkriege.« Die kommendein Wochen und Monate werden diese Schwierigkeiten in einem AusmaLle anwachsen lassen, das man in rntrland offenbar, wenn auch vereinzelt, schon zu ahnen beginnt. kämpfe. Churchill könne seinem Volk nichts entgegensetzen, was der neuen Ordnung entspreche, für die die Achse kämpft. England kämpft nicht für das soziale Wohlergehen seines Volkes, sondern für den status quo. Demokratische Humanitär Britische Söldlinjse pressen fremde Seeleute in en^^lische Dienste Berlin, 21. Mai. Belgisdie Matrosen berichten wiederholt aus neutralen Häfen, daß sie gezwungen würden, auf britischen Schiffen oder auf solchen Schiffen, di'e im englischen Dienst stehen, zu fahren. Aus einem Bericht eines Belgiers aus Portugal geht hervor, mit welchen Methoden die Söldlmge Englands zu Werke gehen, um di'e Seeleute in englische Dienste zu pressen. In Portugal besorgt dies der »Konsul« der belgischen Scheinregierung, der alle dort lebenden Belgier auffordert, das Land zu verlassen nnd sich in von England kontrollierte Länder zu begeben, da 'er für sie keine Aufenthaltsgenehmigung erlangen könne. Diese Handlungsweise ist ein typischer Fall dafür, daß die demokratischen Prinzipien immer nur so lange in Geltung bleiben, wie es den d'emokratischen Weltbrandstiftern für ihre Machenschaften ins Konzept paßt. Da sie jedoch sehr häufig die Maske fallen lassen, lernen auch diejenigen, die bisher den falschen Propheten gefolgt sind, das wahre Gesicht der demokratischen Humanität kennen. „Mit Pest und Hun^^er" Der Hoover-Hllfsausschuß über Englands KricKsdele Washington. 21. Mai. »Die englische Regierung hat einen gewaltigen Fehler begangen, als sie den von Deutschland angen^oimnienen Hoover-Plan, der die Belieferung aller besetzten europäischen Ivänder init Lebensmitteln vorsah, ablehnte«, erklärte der soeben aus Europa zurückgekehrte Vertreter des MoovcT-Hilfsausschusses, Gilbert Redfern, im einem Interview mit der »New York Dai'ly News«. In den davon betroffenen Ländern sehe man als Kriegsziel Englands nicht die Rettung der Demokratie an, sondern allein die Niederringung Deutschlands und der von Deutschland besetzten Länder mit den verwerflichsten Mitteln, wie Pest uiid Hunger. ,,Zum Endsieg berufen'* Frülierer bolivianischer Qeneratkonsul über Deutschland Buenos Aires. 21. Mai. Den von der bohvianischen Presse veröffentlichten und auch von argentinischen Blättern aufgegriffenen Äußerungen des ehemaligen Präsidenten Ouintanilla, worin er entgegen der früheren deutsdi-freundlichen Haltung eine ausgesprochen gehässige Einstellung ausgedrückt hat, tritt der frühere bolivianische Generalkonsul in Bilbao Rioja entgegen. Nach fünfjährigem Aufenthalt in Deutschland konnte er feststellen, daß das Dritte Reich auf Grund der einzigartigen Ordnung und Disziplin und 80 Millionen Menschen umfassender gerechter Sozialfürsorge vom Schicksal dazu berufen ist, als führende Nation unter den Völkern den Endsieg über Großbritannien davonzutragen. „Freiwillige Kriegsbeiträge" Bangkok, 20. Mai. Ständfig zuneliinende Klagen werden, wie man aus Britisch-Malaya erfährt, in maluischen Wirtschaftskreisen über die sogenannten »freiwilligen Kriegsbeiträge« laut, die in zwangsweisen Abzügen von den Gehältern eingeborener Angestellter bestehen. Die Sultane und die AngesteW-ten englischer Herkunft werden hierzu nicht herangezogen. Den einheimischen AtigestellteTi der meisten Gummiplantagen, Zinnminen, Handelshäuser und der Regierungsbehörden wird dagegen ein Gehaltsabzug von 5 bis 10 v. Ii. zugemutet. Niemand verweigert diese Abzüge, weil er sonst Gefahr läuft, seine Stellung zu verlieren. Eine andere beliebte Methode ist die Schaffung einer Reihe von Fonds, die mit Beteiligung offizieller Stellen und durch Anmeldung und Drudk ins Leben gerufen werden. Automobilfalrrer z. B., die dem »Kampf-Fond der Autofahrer« nicht freiwiilHg ihren Trilmt zahlen, haben keine Aiis-.«ciclit auf größere Benzinrationcn. Einem Versicherungsagenten in Opoh wurde seine Ration von monatlich 1^0 Gallnnc auf 16 Gallonen herabgesetzt, weil er sich weigerte, während eines einzigen Monats für zwei Fonds Beiträge zu entrichten. Klagen über diese Vorkommnisse werden von den Behörden als unloyal ßebrandmarkt. Ntjurmer 114 »Marfckifgier Zei4fltig« 21. Mai 104! Seite ^ Die deutsch-türkischen I Beziehungen I Ein Leitartikel des Abgeordneten Sadak < Ankara, 21. Mai. In der Zeitung »Akschani« widmet der Albgeordnete Sadak den deutscii-türki-schen Beziehungen einen Leitartikel, in dem CS u. a. heißt, daß die politische Linie der Türkei bedingt sei durch ihre eigenen nationalen Vertcidigungsintercssen und durch den Wunsch, außerhalb des Krieges zu bleiben. Der rasche Verlauf des Balkanfeldzug^ lia'be dieser türkischen Auffassung Recht gegeben. Deutschland habe in 18 Monaten Kriegführung bewiesen, daß es nach einem neuen militärischen Plan handle, der den einzigen Zweck habe, England zu treffen. Die Beurteilung der türkischen Politik durch den Führer sei ein Beweis für die realistische I>enkungswcise Deutschlands über die Türkoi. Gewisse ausländische Zeitungen hätten von den deutschen Angriffszielen gcs.prochen, z. B. gegen die Meerengen. Diese Märchen seien jedoch anderswo entstanden als in Berlin. Englische Niederlagen ohne Ende ENGLANDS VERHALTEN FÜR SEINE AUSSICHTSLOSE POLITIK CHARAKTERISTISCH daß der bisherige Verlauf des Krieges, der von den Mächten der Neuordnung /-wecks Beseitigung aller Ungerechtigkeiten der britisclien Politik und Seehcrrschaft ge- Deofscilland und Kroaflen Berlin, 21. Mai. Ülier die EhTstcllutig maßgeblicher po-litisoher Kreise Großdeutschiands zur Begründung des Königreidics Kroatien geben die folgenden Ausführungen der »Deutschen diplomatisch - politischen Korresipondenz« interessante Aufschlüsse. Es heißt dort ii. a.: »Di© Gründung des neuen 'kroatischen Königreiches ist ein symptomatisches Zeichen für die Entschlossenheit der Acbsenpolitik, an Stelle dor Unterordnung, die sie als Folge der Pariser Zwangs vertrage in den verschiedensten Teilen Euroipas vorfand, ohne Verzug geordnete und stabile Verhältnisse eintreten zu Hassen. Die Krone Kroatiens, getragen von einem Prinzen des savoy-ischen Königshauses, ist ein Symibol und ei-ne Gewähr dafür, daß das kroatische Volk in vollkommener Eigenständigkeit nunmebr seinen Platz im neuen Euro'pa als vollwertiges Mitglied eingenommen hat. Damit hat auch jener verhäiignis-voile Dilettantismus seme Verurteilung gefunden, mit dem großmäulige Staats rnänner in Versailles entweder mit diabolischer Absicht oder aus rauinfremder Unkenntnis die Verhältnisse in Europa und nicht zuletzt im Südosten so gestaltet haben, daß dort die Gegensätze erst recht zum Ausbruch 'kommen mußten. Der schnelle Zusammenbruch Jugoslawiens, das nicht zuletzt durch die Verführertricks des amerikanischen Agenten Donovati in offenen Gegensatz zu den Achseniinächten gebraolit worden war, vor allem aber der Befreiungsjubel der unter zwanztg-jährfger Knechtschaft schmachtenden nicht serbischen Bevölke-rungstei'le sind ein vernichtendes Urteil für alle diejenigen, die behauptet haben und nodi zu behaupten wagen, das Europa von Versailles sei kerne Mißgeburt gewesen. Das neue Europa beginnt utiter der zielbewußten Führung der Achse seine natürliche Gestalt anzunehmen. Die deutsche Nation insbesondere fühlt sich dem kroatischen Votk durch Jahrhundertealte Beziehungen in guten wie in bösen Tagen in bewährter Freundschaft verbunden. Der aufrichtigen Sympathie des Deutschen Reiches kann die kroatische Nation schon aus diesem Grunde gewiß sein.« Vor grundsätzlichen Erklärungen des Poglavnik Agrani, 21. Mai. Der kroatisdie Staatsführer Dr. Ante Pawelitsch wird am MittwHDcli in einer großen, vom kroatischen Rundfunk übernoniimenen Rede vor den Angehörigen der Agramer »Ustascha« grundsätzliche Erklärungen über die kroatische Politik nach der nunmehr erfolgten endgültigen Festlegung der ixiiitisclien Lebensform des jungen Staates abgeben. Eine sofortige Reise des zum König von Kroatien proklamierten Herzogs von S|x)lcto nach Agram wird In maßgebenden römischen Kreisen nicht erwartet. Auch die Festsct>;ung des Krftnungstatres köinie erst zn einem späteren Zeitpunkt erfolgen, weil die Vorbereitung dieser Zeremonie und die Schaffung des kroatischen Staates eine rjewisse Zeit erfordern. S 0 f i a, 21. Mai. Nach Meinung einiger politischer Kreise seien, wie der hiesige Rundfunkkommentator erklärt, die englis-chen Drohungen, syrische Häfen und Flugplätze anzugreifen, keine Überraschung gewesen, zumal seit dem Fall von Dakar, der die Weltöffentlichkeit erregt habe, solche englischen Heldentaten weiter nicht verwun-derl'; h seien. Kbensowonig sei verwun-deil'L'h, wenn die Engländer Paris mit Luftangriffen bedrohten. Es dürfte hierbei nicht vergessen werden, daß von den Deutschen, die gegen Frankreich Krieg geführt hätten, Paris angegriffen worden sei. Das Verhalten Englands sei für seine aussichtslose und haltlose "Politik kennzeichnend. Ein Starker habe es nicht notwendig, zu solchen Mitteln zu greifen. Im gleichen Zusammenhange weist das .Regierungsblatt »Dnes^< u. a. darauf hin, führt werde, England einen Sehlag nach dem anderen erlitten habe. Weder ein politisches noch ein ^lilitärisches Unternehmen Englands sei in der let/.ten Zeit mit Erfolg gekrönt w(;rden. Überall habe England Niederlagen erlitten, dio von verderblich'or lüinwirkung auf das Ansehen des in seinen Grundfesten erschütterten l'jiipires seien. In den Trümmern werde iedoch eine neue, gerceht'c Internationale Ordnung 'entstehen, das sei die eiserne Logik der Ereignisse. Eine politische Ordnung, die aufgebaut gewesn sei auf verwerflichen Methoden nnd Taten, gehe ihrem Untergang entgegen. Eine neue Welt befestige ihren Wog, der eme neue Aera im T eben der Menschheit eröffnen werde. Triumph der Vernunft BRASILIANISCHE PRESSE ZUR Rio de Janeiro. 21. Mai. Frankreichs neue Politik begen:net in der bra'silianischcn Presse stärkstem Interesse. Das Blatt »Maiodia« nennt sie den Triumph des gesunden Menschenverstandes, Grotesk sei die Haltung derer, die Frankreichs Stellungnahme verurteilen und es zum Verrat seiner wirklichen Interessen zwingen wollen. Es sei politisch noch menschlich verständlich, ein Land strafen zu wollen, welches durch einen Akt der Energie und Unabhängigkeit sein Unglück zu besiegen sucht. Überlassen wir das dem Engländer, der für alles, was seinem Ma«en. seinem Geldsack fremd ist, kein Gefühl besiitzt. Diese Tatsachen, abgesehen von vorhergehender militärischer Zusammenarbeit, die in schändlichstem Imstichlas- NEUEN POLITIK FRANKREICKS seil der Verbündeten endete, sollen anscheinend nach Meinung Äcwisser Politiker als einfache Zwischentalle in den Geschiclitsarchiven Frankreichs archiviert werden, nur weil sie den Interessen des britischen F^mpires dienten. Hearst; »Frankreich überläßt den phantastischen Idealismus anderen« N e w y 0 r k, 21. Mai. In einem Leitartikel von »New York Journal American';; schreii)t Hearst u. a., daß Frankreich keine andere Wahl als die der Zusammenarbeit mit Deutschland habe. Außerdem habe Frank.eich kein Vertrauen in die Hilfeversprechen Englands und der USA. So habe Frankreich beschlossen, den phantastischen Idealismus anderen zu überlassen. Mächten stimmt die Zeituni; Nacion^ der Rede des argentinischen Außenministers Guinjazu in Washington anläßlich eines Banketts der panamerikani-Union grundsätzlich zu. Für Argentinien iielte außenpolitisch nach wie vor diJ gleiche Linie, wie sie bereits der frühere Außenminister Cantilo auf der panamerikanischen Konferenz in Lima im Jahre 1938 'dahin zusammengeiaRt hat: Kontinentale Solidarität — eigene Politik. Auch die Ausfülirungen (iuiniazus erkannten an, daß Argentinien auf Grund der Wirtschaftsstruktur und der y:eogra-phischcn Lage mit dem Handel F^uropa'; eng verbimden sei. Diese Tendenz werde sich nach Kriegsende früher öder spater zwangsläufig durchsetzen. Abfuhr für Roosevelt DAS STOCKHOLMER »AFTONBLADET« GECiEN DIE USA-(iELUSTE BEHERRSCHUNG DER WELTWIRTSCHAFT ZUR Stockholm, 21. Mai. »AftonbladeL« nimmt zu einer Rede Rooseveks in einem Leitartikel Stellung. Präsident Roosevelt habe in einer Rede Befürchtigungen geäußert, daß der internationale Handel, von den totalitären Staaten beherrscht, eine Angriftswaffe werden würde. Kr habe es auch notwendig gefunden, daß die USA die »moralische Führung« in der liberalen Wirtschaftspolitik behalten müßten. I3ei einem »internationalen Handel, in dem die totalitären Staaten dominieren«, dürfte es sich wohl, so sagt das Blatt, vor allem um einen Welthandel handeln, in dem die europäischen Länder in größtmöglichem Maße nicht nur auf das Wohl der einzelnen Völker bedacht sind. sond";-n auch das gemeinsame Wohl der alten Welt berücksichtijien. Es ist innner schwer gewesen, schreibt »Aftoinbladet« weiter, die Völker in Europa dazu zu bringen, diese Gesichtspunkte zu beachten, und die Durchführung des Einheitswerkes in diesem Maßstabe ist eine gigantische Autgabe, Ein geeintes Europa jedoch so zu betrachten, daß man schon bei dem Gedanken an sein Zustandekonmien bereit iu, zu den Waffen zu greifen, um die Konsolidic-nmg zu verhindeni, zeigt \ven'j;er die Sorge um eine glückliche Gestaltung de Zusammenarbeit in der gan-^en Welt als vielmehr die Furcht, sel'bst die Herrschaft zu verlieren. Was den Vorted betrifft, der darin liegt, daß die USA die »moralische Führung« in der Wirtschaftspolitik innehaben, so hat wohl jeder Europäer Gelegenheit dazu, sich sehr skeptisch zu verhalten; ist doch eine der wichtigsten Einzelheiten die Kontrolle der amerikanischen Truste über das Öl, das für den Weltverkehr und für iede moderne Produktion notwendig ist. Die Goldpoliitik und die Kämchcn Truppen, die Mitte Mai bei Tschuki, lOO Kilometer südlich v(jn'Han^tschau. ihren Höhepunkt erreichten, endeten, wie der Sprecher des japanischcti Heeres am Dienstag bekanntgab, mit der teilweisen Vernichttnig von fünf chinesischen Divisionen, deren Reste in die Flucht sc-schlafen wurden. Mehrere hohe Offiziere sowie Stabsoffiziere wurden gcfan;;en-senommen. Die chinesischen Verluste werden auf über 20.000 Mann .'s'cscliät':i. Die Tschekiang-Känipfe haben damit, wie dcT Sprecher andeutete, einen vorläufi-sen Abschluß k'crunden. England bettelt in Sch^.ngh^i Bargeldlose »Sympathien« auf Bestellung Schanghai. 20. ^\al. Nach zweiiuonaticcer Werbung in der chinesischen Bevölkerung Schaiigiiais fand sich etwa ein Hundertstel der Bevölkerung bereit, Churchill hi einem k«--meinsamen Telegrannn die Sympatiiie und .\chtung ausziisiirechen. Das \'orha-ben, Geldspenden zu sammeln, wurde aufjieiceben. da keine Aussicht bestand, einen nennenswerten Betra,'^: zusammenzubringen. Daher zog man vor, sich auf eine itwralischc Unterstützung Londons« zu beschränken. Die en',rlischen Behörden wurden gebeten, .die Tcle-.urammabsendimg zu übernehmen. Die Werbung, die vor allen Dina^n unter Analphabeten betrieben wurde, is: inzwischen zum Gespött der clrchen lins die Möglichkeit, unsere Brüder drauLSen nicht nur in ihrem Heldentum, sondern auch in ihrem I.eben und Treiben zu beobachten und lassen uns so an all dem snoHen Geschehen teihielmien. Wohl wenij^e denken daran, dal] es so etwas früher nicht sab, dalj wir auf kär,'j:liche Nachrichten und Berichte angewiesen waren, die der Wirklichkeit in keiner Weise auch nur nahekonniien konnten. Heute sehen wir dank unserer hochentwickelten Fihntechni'k die Wirklichkeit in allen ihren Schattierungen vor uns und köinien uns so ein na^turgetreues Bild machen von den Freij^nissen des Krieges, wie es voriier nie möglich gewesen ist. Wir denken aber dabei oft nicht an die Männer, die diesen schweren Dienst versehen müssen, die mit ihrer Kamera in vorderster Front stehen, die sich selbst täglich und stündlich in I.ebensgefahr befinden und nur das eine Bestreben haben, alles aufzunehmen, um der Heimat echtes Kriegsleben mit allen seinen Mühsaien. Opfern und Heldentaten zu vermitteln. Diese Männer, uns unsichtbar, sie sind es. die uns das wertvolle Bildmaterial schaffen, diese pa'k-^kenden Kun<;twerke, die unser Staunen, lindere Bewunderung imd unseren Stolz erregen. Wie viele körperliche Strapazen, wie viele unsäglichen Mühen und wieviel F.insatzbercitscliaft mit diesem schweren Dienst verbimden sind, davon können wir uns. weim wir vor der Leinwand sitzen, gar keine Vorstellung machen. Es gehört nicht nur Geistesgegenwart, blitz- artiges Überschauen, rascheste Wahl und berufliches Geschick dazu, sondern auch hohes künstlerisches Verständnis, das sie oft Aufnahmen machen läüt, die in ilirer Schönilieit und Lebensechtheit als Kunstwerke anzusprechen sind. Was immer auch fern der deutschen Heimat für [>eutsch'lands Größe geschieht, die Kameramänner vermi^'teln es uns in herrli- chen Aufnahmen, die keiner Phantasie bedürfen, um sie in ihrer ganzen Bedeutung verstehen zu können. Wenn wir beim Betrachten dieser Dokumente aus Deutschlands größten Tagen dieser tapferen Männer gedenken, dann erfüllt uns ihre Einsatzbereitschaft mit Dankbarkeit und Stolz und unsere bestell Wünsche begle.i'ten sie. VOLK und KULTUR ßroser Cbeoter Die Aufführungen der letzten Zeit, Wv^r heifte die Entwicklung; des Grazer Kunstlebens seit dem Anschluß Österreichs zum Anlaß nehmen wollte, ein zusammenfassendes Urteil darüber zu fällen, der könnte es ungescheut mit einem Satze wagen; Sowohl die Bühnen als auch das Konzertleben der steirischen Gauhauptstadt haben in den drei Jahren einen stetig zunehmenden Aufschwung zu verzeichnen, der sich sowohl auf die Zahl der Veranstaltungen als auch auf den W'ert der I.eistung gleicherweise verteilt. Wohl ein besonderes Beispiel hiefür bieten die städtischen Bühnen. Zurzeit ist es das Schauspi'el, das mit einer gerundeten Aufführung des seit hundert Jahren in Graz nicht gespielten Dramas von Christian Dietrich Grabbe, »Don Juan und Faust«, seinen Beitrag zu der im Gange befindlichen Grabbe-Renaissance leistet. Der Spielleiter Dr. Viktor Warsitz unterstrich das Handlungsmäßige und ließ die gedankliche Problematik dafür ein wenig zurücktreten, was dem malerischen Bühnenbild Faul Mahnerts wiederum zustatten kam, dessen projizierte Hintergründe endlich auch der bisherigen Raunibegren-zung des Horizontes neue Möglichkeiten verlieh. In den Hauptrollen bewegten sich Arthur AAenz als Faust, grüblerisch und von schwerer Gedankenfracht beladen, und Karl Blühm als Don Juan, im Stile genießerischer Diesseitsphilosophie, in der theatralischen Welt Grabbes. Viktor Warsitz als schwarzer Ritter verschmolz die beiden Symbole Teufel und Tod zu einer Gestalt in der L'onkung der Schritte seiner beiden Opfer, ohne freilich der immei' wieder auftretenden dramatischen Fehlkonstruktion Grabbes damit begegnen zu können. Klara Klotz als Donna Anna war der ruhende Pol in der Erscheinungen Flucht. Ein von L'eibenskraft strotzender l-oporelln war Heinrich Trimbur. Beinahe zu gleicher Zeit kam das stei-rische I.andestheater mit einer sehr geschickt aufgemachten Inszenierung von Goldonis »Der Diener zwei'er Herren« heraus. Da anzunehmen ist, daß das Landes-theater damit auch in das Unterland kommt, soll über das Stück weiter nichts mitgeteilt werden, als daß die Spässe Truf faldinos, den Günther Hendrichs sehr beweglich und mit einen Schuß knabenhaften Humors ausstattete, die Lacher auf seiner Seite hatte. Um ihn hemm ein gut znsnm-mengespieltcs Ensemble. Eine besonders glanzvolle Auffülirung erlebte die Strauß-Op'erettc ^(»Wipne»' Blut«, Sie ging anläßlich des Doppelt Jubiläums von Fritz Voglar, der manciiem älteren Marbgrger gewiß auch ein lieber Bekannter sein dürfte, in Szene. Vierzij; Jahre ist Voglar beim Theater und dreißig Jahre davon wirkt er am Grazer Opernhaus. Er ist in Montprels geboren und war unter der Direktion Fischer einige Jahre vor dem Weltkriege auch am Marburger Stadttheater tätig, von wo er durch Direktor Grevenberg nach Graz geholt wurde. Der Zufall wollte es, daß der Schreiber dieser Zeilen seinerzeit einer Aufführung derselben Operette »Wiener Blut« unter der Staibführung von Fritz Voglar am Marburger Stadttheater bei-wotfin'en konnte. Und so war es höchst reizvoll zu sehen, daß Voglar, verglichen mit einst, an Temperament und Zügigkeit wahrlich nichts eingebüßt hat. Als ewig Junger leitete der beliebte Dirigent s'eine 4200. Grazer Aufführung, eine Leistunt', die gewiß einmalig dasteht. Die Aufführung am letzten Samstag stand im Zeichen liebender Anteilnahme von selten des Publikums. Es regnete Geschenke, Blumen und Beifall. Auch die Darsteller waren bemüht, dem Jubilar zuliebe ihr Letztes zu geben. Allen voran Fred Raul als g'wich-ster Kammerdiener Josef, der immer alles sagt wie's is', und Elsa Balster als cham-'pagnerlebendigc Probiermamsell. Da« Bühnenbild Hans Hamanns, der auch die Kostüme entwarf, atmete Wiener Luft und war ganz auf bunte Wirkung gestellt. Die Spielleitung lag in Otto Langers bewährter Hand. Der öffentlichen Ehrung des Jubilars nach dem zweiten Akt ging 'eine interne im Salon des Bürgermeisters voran, wo Sladtkämmerer Dr. Verdino, in Vertretung des Oberbürgermeis'ters Dr. Kaspar, sowie l.andeskulturwalter und Reichspropagandaleiter Gustav Fischer, Indentdant Dr. Rudolf Meyer und Vertreter der Bühnenvorstände, der Kollegenschaft und des Orchesters Fritz Voglar Ehrengaben überreichten. Im Schauspielhaus kam zum Wochenende als Neueinstudierung das erfolgreiche Lustspiel von l^eo l^mz »Der Mann mit den grauen Schläfen« heraus, ein prächtiger Ulk mit funkelndem Dialog. Hier schoß Josef Eschenbrücher in der Doppelrolle des alten und jungen Milanovici den Vogel ab. Ein schaus.pielerisches Bravourstiick des sehr begabten Darstellers, der auch die Spielleitung innehatte. Neben ihm die immer mehr Gebiete der Darstellungskunst erobernde Anni Maier als Sabine und Paula Nova als Frau Behrens, beide sehr kultiviert im Spiel. Als fünftes Rad am Wagen, voll Humor bei der Sache, Hansjörg Adolfi und als weiblicher Casanova Paula Stenner in versöhnender Frechheit. Es war ein lustiger Abend, für den die Grazer mit freigebigem Beifall dankten. Kurt Hildebrand Matzak. (Scherl-Bilderdienst-M.) Frühjahrsausstellung der Preußischen Akademie der Künste in Berlin Am Sonnabend, den 17. Mai, wurde die diesjährige Frühjahrsausstellung der Preußischen Akademie der Künste im ehemaligen Berliner Kroniprinzenpalais eröffnet. Unter den zahlreichen Kunstwerken ist auch die hier gezeigte Plastik von Adolf Abel, Berlin, »Römisches Mädchen« zu sehen. Links von der Plastik das Cemälde von Rudolf Hengstenberg, Potsdam, »Inferno Dünkirchen«. * '-I- Eisässische Volksbühnen gegründet^ In den letzten Wochen haben sich in verschiedenen Städten und Dörfern des Elsaß die früheren elsässlschen Mundart-bühnen und die Theaterverein'e zur »Kol-marer Volksbühne«, »Mühlhauser Volksbühne« usw. vereinigt. Damit soll der früheren Zersplitterung und dem Dilettantismus ein Ende gesetzt werden. Das frühere »Eisässische Theater« Überbringt den neuen Volksbühnen eine gute Tradition, die sogar bis ins 17. Jahrhundert zurückreicht. + John-Brinckmann-Preisträger gestor-•ven. In der Seestadt Rostock starb im Alter von 6^) jähren der Heimatschriftsteller Wilhelm Schmidt. Er hat neben vielen plattdeutschen Gedichten und Erzählungen mehrere Bücher und Bühnenstücke in niederdeutscher Mundart geschrieben. Mit der Gründung der ersteh Heimatvereinc in Mecklenburg um die Jahrhundertwende und mit seinen Vortragsabenden ist er ein unermüdlicher Bewahrer d'es niederdeutschen Volkstums geworden. ' Kind, komm heim! ROMAN VON J. SCHNEIDER-FOERSTL Urheber-Rcchtsschutz durch Verlair Oskar Meister. Werdau. 79 ..Uan wüßte wenigstens, daß sie in gute' Hände kämen und man sein bares Geld dafür erhielte. Joachim war es recht. Er hatte über, haupt selten etwas auszusetzen an dem, was Christian vorschlug. Das ist schön von ihm, dachte der Alte. Man hatte ja auch seine Erfahrung auf dem Hof und setzte seinen Stolz darein, die Herrschaft zufrieden zn stellen. Von den Jungen ver-v;uchs keiner mehr so sehr mit seinem Hrotherrn und dessen Grund und Botlen. Sie waren nicht mehr so seßhaft und wechselten zu gerne von hier nach dorthin. maulten hei jedem Anlaß und trugen gleich die Nase hoch, wenn sie sich li'imal hart angefaßt glaubten. Es brach-1- eben jede Zeit ihre eigene Art Menschen hervor, und alle hatten sie ihre Licht, und ihre Schattenseiten, überall gab Vor- und Nachteil. Solange er leb. I:. würde er es halten wie er es bisher gehalten hatte; Treu und verläßlich sein, f iiiiL' viel Worte und schöne Reden. Er sah zu Joachim hinüber und glaub. Ii y.u bemerken, daß dessen Gesicht milde nn ' verhärmt und auffallend blaß in i' r Farbe war, Rauernarbeit wollte eben /Ml i'.i sft wie Bnuprnleben p:cwohnt sein. i:r war ;ai lange in der l-rt-mde draußen ^ewCbcn und hatte zu viel anderes ken. nengelernt. Da fand man sich dann nur mehr schwer zurecht, und es dauerte eine gute Weile, bis das andere vergessen war. Er war sehr neugierig, einmal Frau Sp'rmgs Bekanntschaft zu machen, von der er schon so viel gehört hatte. Er hat. te ?uch manches von ihrem Unglück vernommen und bezweifelte, ob es stimmte, daß geteiltes Leid halbes Leid sei. Der junge Herr sah ganz danach aus, als ob er es doppelt trüge. Der Steinweg nach. Rottenbuch hinauf zwang sogar den Hassak zu einem ge_ mäßigteren Tempo, und als sie dann oben durch das Tor fuhren, stand ihm und der Rosalinde trotzdem der Schaum von den Mäulern. Sie macht es mir nicht gerade leicht, dachte Fandor, als ihn nur ein Mädchen in schwarzem Kleid und weißer Schürze empfing und mit einer höflichen Vernei-gung den langen Gang zurück und dann die Treppe hinauf voranschritt. Er hatte gar nicht Zeit, das neuerstandcne Rotten, buch zu bewundern; denn das helle Licht des NöfiLT.ittags fiel grell durch die Tür, die das Mädchen eben öffnete, und die itinge Dninc, welche vom Balkon herein, kam, blieb wie angewurzelt sirhen. »Joa. chimlc Er hob den Arm und ließ ihn wieder fallen, suchte in Johannas Gesicht und las nichts als eine grenzenlose Bestürzung darin. »Wie kommst du denn hierher?!« fragte er, ohne seine Erregung verbergen zu können. »Du mußt niir das erklären — ich weiß nicht, was ich denken soll!« »Ich bin hier in Stellung,« sagte sie. »Frau Spiring weiß um unsere Verwandt. Schaft. Sie gab an, sie wolle heute auf den Fandorhof und dich besuchen, und ich sollte hierbleiben, bis sie zurückkäme.« Er schüttelte verwundert den Kopf, griff nach dem verknüllten Bogen in der Tasche und überzeugte sich, daß er richtig gelesen hatte; »Die Frau Deiner Liebe wartet auf Dich.« Erst war es ein großer roter Kreis, der ihn umjagte, dann wurden es blaue und grüne Ringe, in deren Mitte Johanna stand. Sie sah, wie er den Arm ausstreckte, und wich einen Schritt zurück, hörte das Schrillen des Telephons auf dem Schreibtisch nebenan und nahm den Hö. rer ans Ohr. »Hier Rottenbuch — Johanna Rizius!« Lenores Stimme klang ihr hell und klar ins Ohr: »Habe ich's recht gemacht, kiei. nes Mädchen? — Ist er gekotnmen? — Wo ist er denn? — Sagen Sie ihm doch, daß ich ihn sprechen möchte!« Johanna winkte zu Fandor hinüber, der noch immer auf der gleichen Stelle stand. »Frau Spiring möchte mit dir reden! Bitte, Joachim!« Er holte erst noch einmal Atem, ehe er in die Membrane sprach. ■ Lerere,c, sagte er unsicher. »Ich weiß aichi--« »Das glaube ich nicht!« unterbrach .sie ihn. »Du weißt sicher, was du tun mußt: Deine Base in den Arm nehmen und glücklich sein! — Wir kommen erst morgen abends zurück. Michael hat Freunde hier in München getroffen, denen wir uns widmen wollen. Wenn du recht nett bist, dürft ihr euch mit tms in der Kapelle un. •ten trauen lassen. Es hat aber Eile, Lieber. Wir wollen Weihnachten schon ver_ heiratet sein!« »Lenore--« »Ja, Achim --?« Er hörte ein silbernes Lächeln, in dem — wenn er sich nicht täuschte — ein leises Weinen mitschwang »Lenore!« Das Knacken und das darauffolgende helle Tuten sagte ihm, daß sie eingehängt hatte. Als er sich umwandte, sah er in Johannas blasses, fragendes Gesicht. »Du darfst mir nahebleiben.« sagte er, als sie einen Schritt von ihm zurücktrat, »Lenore ist die großmütigste Frau, die je einem Mann ihre Liebe geschenkt hat. Konnn, mein Mädchen? Wir haben Leid genug getragen, bis diese Stunde für ims wurde.« Sie wollte lange nicht begreifen, was er ihr zwischen seine Küsse hinein zu sagen hatte; dann aber, als sie es restlos erfaßte, schlang sie die Arme um seinen Hals und weinte lautlos. Sie durfte wieder heim zu ihm und auf den Fandor. hof... Von diesem Tage an aber ward der Mönch von Rotlcnbu;'h nie wieder gesehen. — En de — IVttmmer IM Stile 5. AUS STADT UND LAND Meldet Bwk Ordnung im Arbeitsleben LOHN UND PREIS IN DER UNTERSTEIERMARK AB 19. MAI NEU GEREGELT M a r b u r g, 21. Mai. Im ZuKc der Anj^Ieichung der Lebens-uiid Wirtschaftsverhältnisse der Unter_ Steiermark an die angrenzenden üebiete der Steiermark und zur Vorbereitung der Eingliederung der untersteirischen Gebiete in das üroßdeutsche Reich Ist mit den Verordnungen über die vorläufige Rc_ gelung der Preise, Löhne und Gehälter und über die Einführung weiterer arbeits-i'cchtlicher Vorschriften, die in den Nununern 12, 13 und 14 des Verordnungs. und Amtsblattes des Chefs der Zivilverwaltung in der Untersteiermark veröffentlicht wurden, ein besonders wichtiger Abschnitt erreicht. Das Bestreben des Chefs der Zivilverwaltung, des Gauleiters und Reichsstatt, halters Dr. LI i b e r r e i t h c r, geht dahin, die Einheit des vergrößerten Reichsgaues Steiermark so schnell wft; möglich auf dein Gebiete der Verwaltung, des sozialen und wirtschaftlichen Lebens zu schaffen. Ein derartiges Ziel kann nicht mit einem Schritt erreicht werden. Die mit dem 19. (1., also einen Monat nach Übernahme der Zivilverwaltung» in Kraft tretenden Preis-, Lohn- und Gehaltsvorscbriften bedeuten eine weitgehende Angleichung an gleich, artige Verhältnisse in der übrigen Ste'or. mark. Sie geben jedoch noch Spielraum für die endgültige Anpassung, Soweit es die wirtschaftlichen Bedürfnisse notwen. dig machen, werden weitere Maßnahmen folgen. Auf Grund der brtffinntgegebenen Vorschriften wird sich zunächst ein Preis-und Lohnspiegel einspielen, der anläßlich der Eingliederung der Untersteiermark in das Großdeutsche Re'ch nur noch gewis. ser Verfeinerung bedarf. Die Verordnung über Preisgestaltung in der Untersteiermark konnte alle Erfahrungen berücksichtigen, welche im Frieden und Kriege durch mehr als vier Jahre auf dem Gebiete der Preisbildung gemacht wurden. Es ist auch nicht Zufall, sondern bewußte Absicht, daß diese Verordniing gleichzeitig mit der Einführung arbeits. rechtlicher Vorschriften und mit der Angleichung der Lohnverhältnisse erlassen wurde. Besteht doch zwischen Preisen und Löhnen ein nicht wegzudenkender innerer Zusammenhang, da von den Preisen die Kaufkraft des Geldes, von dieser die Höhe der Löhne und Gehälter, davon wieder die Menge des Geldumlaufes und von dieser schließlich die Stabilität der Währung abhängt. Oberste Aufgabe der staatlichen Preisbildung und Wirtschaftsführung ist es nun, diese StnbMität ebenso wie die Festigkeit von Preisen und Löhnen unter allen Umständen zu sichern. Es muß jedem Bewohner der Untersteiermark möglich sein, den notwendigen Anteil an den vorhandenen Lebensgütern zu erträglichen Preisen zu erwerben. Pflicht eines jeden Wirtschafters aber ist es, ver- dic grundsätzliche 48-Stundenwochc, der bezahlte Urlaub, die Fcicrtagsberahlung usw., wie der nationalsozialistische Staat sie den arbeitenden Menschen zubilligt; eingeführt. Die Löhne und Gehälter selbst gewähren der arbeitenden Bevölkerung für die Gesamtheit der BcvölkerunR be., f ^ stehenden wirtschaftlichen t^RC in Ein- h ! lilang zu bringen und zu erhallen. Dies | umfassende Verordnung unteNtrenger*^ Beachtung des OrundJ 7^"^" setzes; »Oeineinnnutz ceht vor liieen-' ü ^ 1 v '.t antwortungsbewußt mitzuarbeiten und sein Preisgebareii von sich aus mit der nutz«. Ordnungen, Kollektivverträge) aufgeho. Die grundlegende Bedeutung, die der isodaß das Recht der Arbeiter der Verordnung über die Führung arbeits- | m der Untersteier, rechtlichcr Vorschriften in der Untersteier- | '^i^rk in kurzer und emprägsamer Form mark zukommt, besteht neben der voll, Uiuf völlig neue, der Anschauung des kommenen Neuordnung der Löhne und i t^roßdeutschen Reiches entsprechende Gehälter der Arbeiter und Angestellten ! Grundlagen gestellt wurde. Erwähnens-in Industrie, Handwerk, Handel und Land-! wert ist schließlich noch, daß Unter. wirtschaft darin, daß sie auch gleichzeitig j schreilungen oder übersclireilungen die. eine alle Arbeiter und Angestellten umfas_iser Verordnung strafbar sind. Ausnahmen sende Regelung der allgemeinen Arbeits- i können nur mit ausdrücklicher Zustim» bedingungen bringt. Es wird, um einige j mung des Chefs der Zlvilverwaltung ge. Einzelheiten hier aufzuzählen, einheitlich ' troffen werden. Steirischer Heimatbund Erf<>l«r®tch« Werbetätigkeit \m Kre4se CUM C i M i, ^0. Mai. Am vergangenen Sonntag wurden^ iri zahlreichen Ortschaften des Kreises Cilii WerbcversammlungCTi des_ Steirischen Heimatbundes* abgehalten. Überall folgte die Bevölkerung den Ausführungen der Redner mit groliem Interesse. Die steigende Autmenksamkeit und die sachlichen Zwischenrufe der Anwesenden zeigten deutlich, wie sehr der Aufbau einer neuen besseren Ordnung von aHeii Schichten -der 'bodenständigen Bevölkerung herbeigesehnt wurde, besonders erfreulich war die starke Beteiligung der Arbeiter. Keuschler und Kleinbauern, auf die die Worte ül^er die gerechten sozia-ilen Einrichtungen im Großdeutschen Reiche gewaltigen Eindruck machten. Beachtenswert ist die Aufbaufre-ude der Frontkämpfer des Weltkrieges, die w sicherlich hi zahlreichen Ortsgruppen des Steirischen Heimatbundes das Rückgrat der Organisation bilden werden. Begeistert lauschten die Anwesenden in St. Georgen an der Südbahn den Austühruiigen des Redners. Fast 300 Personen nahmen an dieser Kundgebung teil. In Trennenberg waren 180 Bauern erschienen, in Ponfgl 350, ebensoviel in St. Veit. Am schönsten war die Versammlung in Windisch-Landsberg. Sie fand dort unter freiem Himmel vor 300 Arbeitern und Bauern statt, die besonders darauf hingewiesen wurden, daß sie an der Grenze des Großdeutsclicn Reiches lebend doppelte Verpflichtung zur Mitarbeit im Steirischen Heimatbund haben. Anwesend waren auch hier vor- SUdflllMM rechtzeitig und nicht erst in den letzten Tagen mmmmmmmmmmmsmBSsmmmmmmiMmmmmmmmmmmmmmmmßmsm Unser neuer Roman »LME SCHWARZEN PFERDE« VON TARJEI VESAAS Morgen beginnt die »Marburger Zei-j Liebe zu dies<*r seiner zweiten Frau. Und tung« mit dem Abdruck eines neuen Ro-........ man'S. Es ist ein Werk des bekannten Nor wegers Tarjei Vesaas, der uns mitnimmt in die den deutschen Soldaten und damit dem ganzen deutschen Volk, vertraut gewordene Berglandschaft seiner Heimat. Da ist einmal Ambros, Herr und Großbauer in Förnes, kraftvoll, stolz und hart und doch oft so weich wie ein Kind. Mit einer geradezu leidijnschaftlichen Hingabe hängt, er an seinen vier Pferden, die ihn weitum berühmt machen und — dem Roman den Namen geben. Da ist ferner des Hofes Herrin. Sie stammt gleichsam aus einer anderen, viel zarteren Welt. Ambros zerbricht an der unerwiderten Ifofd Jhum Den berufsmäßigen Hero'ld und Stimmführer des nahenden Sommers nennt Uhland den »frühschieierischen Gucku«. In Schillers Teil, im Gesang der Hirten heißt es: »Wir fahren xu Berg, Wir kommen wieder. Wenn der Kuckuck ruft. Wenn erwachen die Lieder.« Viele Dichter könnte man noch anführen, die des Kuckucks gedenken. Aber sie sind auf ihn aufmerksam geworden erst durch ihre Studium der alten Mythen und Sagen der Völker, zumal der nordischen Völkerfaniilien. Hier war der Kuckuck der Vogel Donars, des germanischen Frühlingsgottes, des Wettergottes, der damit über alles Wachstum und somit schließlich über das Leben, seine Fortpflanzung und seine Dauer herrschte Darum frugen ehedem und fragen wohl hie und da auch noch heute gläubig oder halbgläubig beim Kuckucksruf im Walde manche Menschen, die Rufe zählend, wie viele .lahre zu leben ihnen noch vergönnt sein möge. Wie nun die Macht und das Ansehen Donars stürzte, fiel auch sein Vogelbote, der Kuckuck, mit in die Verdammnis. Der alte Gott Dona»" ward, um seine Verehrung auszurotten, schlechthin zum Bösen, zum Teufel ges'empelt und so blieb es dem Kuckuck nicli* erspart, zum Teufelsvotjc' r.n voi'ücn. So hoch dereinst sein Anseilen gewesen war — hatte er doch gleichsam an dem allen Germanenvölkem heiligen Lebensquell gesessen — so schlimm war jetzt sein Leumund nach .lalirhunderten geworden. »Geh zum Kuckuck!« bedeutete nichts anderes als »Geh zum Teufel!« Ähnliche Wendungen mit ähnlichem Sinn waren und sind: »Der Kuckuck soll ihn holen!« — »...zum Kuckuck jagen«, — »in des Kuckucks Namen«. — »da plagt ihn d^>ch der Kuckuck«. — »den liat der Kuckuck hergeführt«, — »er kommt damit noch in des Kuckucks Küche«. — »er ist ganz und gar des Kuckucks«, — »das glaube der Kuckuck!« m>d am Ende »geht alles zum Kuckuck!« Eriimert es noch an den alten Gewi^t-tergott Donar, wenn wir sagen: »Das ging ja wie der Kuckuck!« statt: »Das ging ja wie der Blitz!«, so kann die Redensart »TX)t:i Kuckuck!« ein Ersatz sein sowohl für das ältere, dem Donargedankenkreis entlehnte »potz Blitr!« (»Ei. potz Blitz, das ist ja die Gustel von Blasewitz!«) wie auch für das einer vie' späteren Sprachentwicklungsperiode entstammende »potz Teufel!« Denn da ist der Donar der alten Gläubigkeit längst durch den Teufel der Donarablehnung ersetzt. Im Elsässischen hieß es statt Kuckuck auch Güxel oder Guxel. in anderen; Sprachgebieten Gauch, und so haben wir in urallen Pflanzemiatnen zu Ehren des damals noch aberglilnbisch hocligeschätz- da sind noch eine Menge Haupt- und Nebenfiguren. Sie alle schildert der Dichter so überaus echt und lebensvoll. Seine tiefe Verbundenheit mit den großen und geheimen Mächten der Natur und seine liebevolle Anteilnahme an dem Kleinsten und auch scheinbar Unbedeutendsten gibt Ihm die Kraft und Gnade, sich auch im Größten zu bewähren. Erschllttert stehen wir am Ende des vielfarbigen und überaus fesselnden Buches vor einem Schicksal, das sich mit unet+>ittlicher Notwendigkeit erfüllt. Der Roman »Die schwarzen Pferde« wird jedem ein Erlebnis sein und unvergeßlich bleiben. rnirnmmmmmmmgmmm. nehmlicli Frontkämpfer, die der Rede jubelnd folgten und am ScWusse der Kundgebung spontan ein Treuebekenntnis zu Führer und Reich ablegten. Versammlung der Luttenberger Ortsgruppe L u 11 e n b e r g, 20. Mai. Kür;;lich wurde in der Kreisstadt Luttenberg die erste Versammlung der Ortsgruppe des Stcirischen Heiinatbundes im eigenen Heime abgehalten. Der mit Hakenkreuzflaggen und frischem Grün geschmückte Saal konnte nicht allen Teilnehmern, die auch aus den Uingebungs-dörfern zahlreich erschienen waren, genügend Raum bieten. In den Vorräumen und im Hofe standen dichtgedrängt die Untersteirer, um den .\usführungen des Orlsgrurpenführers Dr. M o o r zu folgen. Ortegruppenführer Dr. Moor umriß einlegend das Unrecht und die Niederträchtigkeit, die das Untorif nd von den serbischen F'.indringlingen erleiden mußte. Nunmehr ist dieses schöne deutsche Land wieder fre\ das große Aufbauwerk kann beginnen. Kein heimattreuer und vaterlandsliebender Untersteirer darf dab^i fehlen. Mit der Aufforderung an allr deutsch denkenden Untersteirer, dem Steirischen Heimatbund beizutreten, '^chloft der Ortsgruppenführer seine Rede. D'C-Nationalhymnen beendeten die Versamni-lung. Ortsf^ruppengründung in Ruppersbach. S t. M a r g a r e t h e n a. P., 20. Mai. In Ruppcrsbach wurde mit dem Sitze in St. Margarethen a. P. eine Ortsgruppe des Steirischen Heimatbundes ins Leben gerufen. Die Gründungsversammlung mußte wegen des großen Andranges der Bevölkerung im Freien abgehalten werden; rund 600 Personen waren erschienen. Die Versammlung eröffnete Ortr^-gruppenführer Johann B a u m a n n. Anschließend erklärte Gauredner Pg. Roßmann Ziele und Zweck des Steirisch'.'n Heimatbundes. Sämtliche Zuhörer stimmten mit Begeisterung den Ausführungen des Redners bei. Auch in dieser Ortschatt bewies sich eindeutig die Heimattreue de> Unterlandes. Kundgetmng in Striedau S t r i e d a u, 20. Mai. Striedau war Zeuge einer großen Kundgebung. .Am vergangenen Samstag fand die erste Versammlung der Striedauer Ortsgruppe des Steirischen Heimatbundes statt. Die Turnhalle der Schule konnte dio Volksmenge nicht fassen. Man mußto draußen im Freien eine Rednertribüne aufrichten, datmit alle Striedauer die Worte der Redner vernehmen konnten. Der ten Kuckuck eine Kuckucks- oder Oauch-biiMiie einen Kiick'""'*^k'ihl. einen Gnii»;li-iaucli, Gauchliaicr, üauchwcrniut, eine Kuckucksorcliis und ein Ackergauchheil. Scliließlich, als man den Kuckuck und seine Lebensgewahnheiten mit wissenschaftlicher Genauigkeit beobachtete, trat zutage, wie starke Züge von Selbstsucht sich da unschön breitmachten, und seitdem reden wir vom »Kuckucksei«, das einem anderen Vogel ins Nest gelegt sei, und wir übertragen das auch gelegentlich auf menschliche Verhältnisse. Es zeigte sich, daß der Kuckuck mit dem Wiedehopf nähere Freundschaft hält, und so wurde das Wort geprägt »vom Kuckuck und seinem Küster«. \\x)l>ci für Kuckuck eigentlich das Wort »Teufel« zu setzen ist. und aus dieser Auffassung heraus läßt auch der alte Poet Claudius den »Kuckuck und seinen Küster« auf dem Blocksberg tanzen. Wir sehen, der gute, alte, früher einmal so hoch im Volke verehrte Kuckuck ist damit schon selber »zum Teufel gegangen«. Wir sind Im letzten Jahrhundert wieder sachlicher geworden, und es ist wohl niemand, den es nicht besonders frühsommerlich berührte und den es nicht wie ferner Olockenton anklänge, wenn er aus der Waldesstille heraus plötjllcli das geheimniserfüllte. dunkle Rufen des Kuckucks verniinmt. Urteil Zwei Anekdoten um den großen Tonkünstler .Moizart war sielwn Jahre alt. als er der Kaiserin Maria Theresia und ihrem riemalil vorgestelll wurde. Er. ein unbefangenes kindliches Gemüt, sprang der. Kaiserin auf den Schoß und küßte sie herzhaft ab. Die Kaiserin nahm seine kindliche Keckheit gar nicht übel und beschenkte ihn mit einem schönen Kleide. Als der Knabe ein Jahr später die Pompadour in Paris ebenso herzlich ab-küsjien wollte, wehrte sie seine Küsse ab, worüber Mozart unwHMg ausrief: »Wer ist Sic denn, daß Sie mkh nicht küssen wrll? Hat mich doch die herrliche Kaiserin geküßt!« Kaiser Joseph IL schrieb sich selbst für seine schöne Baßstinime zuweilen eine Arie, die er gewöhnlich im Kreise seiner Vertrauten mit großem Beifall vortrug. Einst machte er steh an eine große Arie und ließ sie in einer italienischen Oper einlegen, die in seinem Privattheater in Schönbrunn aufgeführt wurde. Sorgfältig verschwieg er gegen jedermann, wer der Kon>ponist dieser Arie sei. Allein, wie es in .solchen Fällen zu gehen pflegt, noch vor der Aufführung wußte ein jeder um dieses Geheimnis. Die Oper begann, und als man zu dem ei-ngelegten Musikstück kam, wurden Sänger und Komponist mit rauschendem Beifall belohnt. Nach beendigter Oper ging der Kaiser zu Mozart, der sich auch unter den Zuhörern befand, und fragte ihn: »Nun. Mozart, was sagt Ihr zu der Arie?« »Je nun», antwortete der gutmütige Tonkünstlcr treuherzig, »die Arie ist wohl gut. der Vortreffliche aber, ^r sie 5:cmacht hat. ist doch noch viel besser!* Seife b. >Marhurger ZeHung« 21. Mal 1941 Nummer 114 Aueeifeit in der Oltarburgrr 3eilung Die Inserenten der »Marburger Zeitung«c werden ersucht, ihre Anzeigenaufträge SCHON AM TAGE ZUVOR BIS 18 UHR in der Verwaltung einreichen zu wollen. Ft)R DIE SAMSTAGNIJMMER müssen die Inseratenaufträge spätestens Freitag um 17 Uhr erteilt werden, um berücksichtigt und wunschgemäß ein. geschaltet werden zu können. Oirtsgjuppcnführcr von Strietlau, Enuiic-rich Grcjjforintschitscli, eröffnete die Kund gebung. Dann sprach der Luttenbcrger Örtsgruppenführcr Dr. Moor über den vernichtenden Einfluß und die wirtschaft-iichen, politischen und kulturellen Folgen der serbischen Herrschaft während der letzten 23 Jahre im Gebiet der Unterstei-erniark und wies allen heimattreucn Un-tersteircrn den Weg in die Zukunft — das Hineinwachsen in das GroBdeutschc Reich durch den Sieirischen Heiniatbund. Nach ihm ergriff Hans H a r i n g, der Leiter des Führungsanitcs II in der Kreis-führtfng Luttenberg, das Wort. Auch er berührte die großen Ereignisse der Jetz-ten Juhrc und schilderte die Stärke und Größe des Deutschen Reiches. Theater in Marburg ^ Am DoiinerstaK, den 22, d. eröffnet das Steirische Landestlieatcr Graz Vinter der Leitung des Intendanten Dr. von Xylan-der seine ständigen Ensemible-Oastspielc am Marburger Tlieater. Bis auf Avciteres werden ScJiauspiclauffüiirungen an i5a4iis-tagen und Scinitagen stattfinden. Als erstes Werk wird morgen, Donnerstag Franz Qrillparzers dramatisches Mäxchcn »Der Traum ein Leben« gegeben. Die Vorstellung beginnt um 19.30 Uhr. Für die weiteren Gastspiele sind folgende Stücke in Aussicht genommen: »Minna von Barnlichn«, »Iphigenie auf Tauris«, »Der zerbrodiene Krug« u' »Frühere Verhältnisse« (an einem Abend), »Der Diener zweier Herren«, »Deimliciic Brautfalirt^. »Scanipolo«, »Die vier (iesellen«, »Familie Hannemann«, »Meier Helmibreclit«, »Strom« und »Gespenster«. Das Steirische Ltindestlieatcr wird aulierdeni in den Wehrmachtsstandorten irn Unterland Vorstellungen für die Wehrmacht gelben. ßezugscheinrege^ung Ehiführuitg von Bezugscheinen für Spinnstoffwaren, Schuhe und Leder In seiner er^sten Verordnung vom 14. April 1941, die die voriäufige Regelung des Wirtschaftsleibens in der Unter-steierniark behandelt, hatte der Chef der Zivilverwaltung angekündigt, dat» die gesamte Versorgung auf das im Reichsgebiet bestehende Bewirtschaftungs-system zu gegebener Zeit überführt werden würde. Schon einen Monat nach der Übernahme der Verwaltung der Unter-Steiermark durch den Chef der Zivilverwaltung hat es sicli als möglich und notwendig erwiesen, die Versorgung der Bevölkerung der Untersteiermark mit Spinnstoffwaren. Sdiuhen und Lcder weitgehend den Bewirt.scliaftuiigsgrund-sätzen im Reich anzupassen. Durch die Verordnung des Ciiets der Zivilverwaltung über die vorläufige Regelung des Verbrauches von Spinnstoffwaren, Schuhen und Leder vom 15. Mai 1941 werden Spiimstoffwarcn und Schuhwaren, die auch im Reich nicht bezug-besohränkt sind, für den Verkauf freigegeben. Bezugbeschränkte Spinnstoffwaren. Schuhwaren und Leder (Sohlenleder) können gegen Bezugschein bezogen werden, wenn der Politische Kommissar, dem die Ausstellung der Bezugsclieine übertragen worden ist, den Bedarf des Antragstellers anerkennt. Bezugsclieine für Spinnstoffwaren, Schuhe und Leder können deshalb Personen nur für die Waren imd die Mengen erhalten, deren iJie zur Ergänzung ilircr unbedingt notwendigen Ausstattung, und zwar unter Anlegung eines kriegsmäßigen Malistabes bedürfen. Jede Person hat deshalb vor der Antragstellung sorgfältig zu prüfen. ob ihr Bedarf zur Frsänzung ihrer Ausstattung unabweisbar ist. Bei Stellung eines unbccrründcten Antrages setzt sie i^ich der Gcfiihr der Bestrafung: ^^•CKcn fliinisterns ans. weil hei ihr aiicrcn nn-tnen we'-den kann. daM sie d'c Ab^ii:!it hatte, sich eine zusätzliche entbehrliche Versorgung zu sichern. * m. Himmelfahrts-' und Fronleichnams-tag sind Werktage. Mit Rücksicht auf die Erfordernisse der Kriegswirtschaft werden der Hinmielfahrts- und der Fronleich-naniKtag in diesem Jahre auf die nachfolgenden Sonntage verlegt. Der Himmel-fahrts- und der Fronleichnamstag gelten daher nicht als Feiertage im Sinne der arbcitsrechtWchcn Vorschriften. Gleichzeitig verweisen wir auf eine diesbezügliche amtliche Kundmachung im Anzeigenteil der heutigen Nummer. ni. 80. Oeburtstag. Aus P et tau wird uns berichtet; Heute feiert Frau Anna Schneditz, die Witwe nach dem be_ kannten Landcsgerichtspräsidcnten von Krain, Hofrat Guido Schneditz, in voller geistiger Regsamkeit und Frische ihren Geburtstag. Die allseits verehrte grei. se Jubilarin ist ein Vorbild deutscher Gesinnung und Treue. Trotz der langen Jahre der Willkür und Fremdherrschaft bewahrte sie ihren Glauben an Deutschland und genießt nun froh das Glück der Befrciuung unserer schönen Heimat, m. Todesfälle. In Marburg, Kärntner. Straße 90, verschied am 20. d. der Arbei. ter Alois K e b r i C im Alter von 78 Jahren. Am selben Tage ist in Pobersch bei Marburg der 68-jährige MüHergehilfe Anton Janzek-oV'iC gestorben. Ferner starb in Pettau am 19. d. der Geschäfts, leiter Josef B e r I i n g e r. WIRTSCHAFT llllillllllllillillllllllllllfllllllllllllllllllilllllllllllinillllllllllllIHHiilHIIIIIIIIIIItlllllllitlHIlHllinilillllillllllltflIIIIIIIIIHIIIIiINtllHIIIHIIIIIIIIIII Europäische Leistungsstelgerung EUROPAS ZWISCHENSTAATLICHER GÜTERAUSTAUSCH IM WACHSEN. Der Welthandel befindet sich in großer Ujiruhe, denn die gewöhnlichen Handels-routcn verfallen mehr und mehr. Weder der Dollar, noch die SOS-Rufe des englischen Kabinetts können den internationalen Güteraustausch beleben. Der geschlossene europäische Kontinent macht dagegen eine rühmliche Ausnahme. Seit dem Kriegsausbruch hat der zwischenstaatliche Güteraustausch Europas ansehnlich zugenommen und an der weiteren Steigerung wird ständig gearbeitet. Die Gemeinsamkeit der europäischen wirtschaftlichen Belange wird immer mehr Allgemeingut des politischen Denkens innerhalb unseres Erdteils. Kerngebict des europäischen Handels ist, wie es nicht anders sein kann, der deutsche Markt, aber aus dieser Tatsache leitet die deutsche Wirtschaftsführung nicht nur das Bewußtsein ihrer Stärke, sondern auch den Willen zum Verständnis für die europäischen Nachbarstaaten ab. Deutsche Handelsdelegationen sind unermüdlich unterwegs, um den wirtschaftlichen Zusammenhalt zu vertiefen und zugleich die nationalwirtschaftlichen Interessen der Vertragspartner zu berücksichtigen. Die letzt abgeschlossenen Wirtschafts-besprcchmigcn in Preßburg waren nicht zuletzt von dem Gedanken getragen, der Slowakei zu emer weiteren Entfaltung ihrer wirtschaftlichen Kräfte zu verhelfen. Zur Intensivierung der slowakischen Landwirtschaft, die noch lange nicht da.s Höchstmaß ihrer Leistung.sfähigkeit erreicht hat, wird Deutschland Maschinen und Geräte, Saatgut und Zuchtvieh zur Verfügung stellen. Von ähnlichen Absichten werden die deutsch - rumänischen Wirtschaftsbesprechungen geleitet, die jetzt in Bukarest begonnen haben. Auf deutscher Seite versteht man die Schwierigkeiten, mit denen die rumänische Wirtschaft seit Jahren zu kämpfen hatte. Man ist gewillt, wie schon im Vorjahr in dem großen deutsch-rumänischen Vertragswerk festgelegt wurde, den Rumänen bei der Überwindung der wirtschaftlichen Desorgani- sation durch Bereitstellung von Maschinen und Fachkräften zur Hand zu gehen. Ein neues rumänisches Rahmengesetz schafft außerdem die Grundlage für eine geschlossene staatliche Lenkung der Produktion auf landwirtschaftlichem wie auf industriellem Gebiet. Gleichzeitig hat Kroatien, der jüngste europäische Handelspartner, die ersten Alaßnahmen zur Kontrolle auf Förderung der Wirtschaft ergriffen. So steht die europäisthe Wirtschaft weiterhin Im Zeichen realer Zusammenarbeit mit dem Ziele neuer Leistungssteigerungen. Zug um Zug mit der Durchführung dieser und ähnlicher Vorhaben und Verträge, die sich vom Schwarzen Meer bis zum nördlichen Polarkreis erstrecken, wird die engHsche Blockadc gegen Europa ihren Einfluß verlieren. * X Kroatisch-steirische Kompensationsgeschäfte. Zwischen kroatischen und stei_ rischen Wirtschaftsführern fanden 'am Dienstag in Agram Besprechungen über die provisorische Regelung von beiderseitigen Kompensationsgeschäften statt. X Die schweizerischen Forderungen gegen Jugoslawien und Griechenland. Nach einer Meldung aus Zürich hat der schweizerische Bundesrat zum Schutze der schweizerischen Waren- und Finanzforderungen gegen Jugoslawien und Griechenland seinen Beschluß vom 6. Juli 1940 über die Regelung des Zahlungsverkehrs mit verschiedenen Ländern vorsorglich auch im Verkehr-mit diesen Staaten für anwendbar erklärt. Es handelt sich um dne ein^itwerlige Maßnahme, an deren Stelle zu gegebener Zeit eine vertragliche Neuregelung des Zahlungsverkehrs treten wird. Die für den Verkehr mit Jugoslawien und Griechenland bisher gelten Bestimmungen werden damit hinfällig. Der erwähnte Bundesratsbeschluß sieht eine Anmeldung sämtlicher Forderungen sowie die Einzahlung der Verpflichtungen auf besondere Sperrkonten vor. Tennis aus. Die erste Begegnung vom 6. bis 8. Juni findet in Budapest statt, während vom 1. bis 3. August der Rück, kämpf In Breslau vereinbart wurde. , t Die 22, Offenbacher Ruderregatta mußte aus technischen Gründen vom 8. auf den 20, Juni verlegt werden. : Ein KajaK-Slalom findet am 15. Juni in München im Floßkanal Thalkirchen über 350 Meter statt. : Ein Vierländerkampf hn Radfahren kommt im Rahmen der Breslauer Jubi, läums-Sportwoche zur Durchführung. Teilnehmer sind Deutschland, Italien, Dänemark und Holland. : Die VOrscMußriunde der deutschen Handballmeisterschaft wird am 8. Juni mit folgenden Paarungen ausgetragen: In Berlin: Elektra (Berlin) gegen Polizei (Hamburg) und in Brieg: Reinecke gegen Hindenburg. : Der Radländerkamfrf Deutschland—^ Schweiz wurde vom 15. auf den 22. Juni verlegt. Der Kampf wird in Zürich ausgetragen. Die Schweizer treten am 3, August in Nürnberg zum Rückkampf an. ; Zürn neuen rumänischen Sportführer wurde Oberstleutnant Constani Medelea-nu eingesetzt, der zuvor die militärische Abteilung det rumänischen Hochschule für Leibesübungen leitete. TURNEN UND SPORT llllllllllllllllllllliillllllliilllilillillllllllllilllllilliilillliillliiiillillllilllllltllllllMllllilllllililllllililllillillllllllllllllllitlinHiilllliitllillllllllinili der Norweger Tiller den deutschen WeL tergewichtsmeister Eder zum Gegner erhält. : Rapid—Wien in Graz. Als Mcister-schaftsgegner des Grazer Sportklubs tritt am kommenden Sonntag Rapid-Wien, der Sieger der Grufupe IV zur deutschen Fußballmci*5terschaft, in Graz an. In der steirischen Fußballmeisterschaft werden am nächsten Sonntag vier Spiele ausgetragen; in Graz spielen Sturm — Rosenthal, Wacker — Donawitz und Reichsbahn Graz—Reichsbahn Knit-telfeld, während GAK in Kapfen'berg antritt. : Die steirische StraBenmeisterschaft der Radfahrer wird am 8. Juni auf der Rundstrecke Dörfla — Hausmannstätten — F'ernilz — Dörfla ausgetragen. : Tennisjugend im Lehrgang. In Wuppertal hat ein großangelegter Lehrgang der Reichslcistungsgruppe Tennis der IIJ begonnen. I3is zum 25. d. werdi:n 32 Mädels geschult, anschließend finden sich 30 Jungen ein, die unter Leitung von Tennislehrer Abel bis zum 31, Mai geprüft werden. : Der deutsche Meister im 110-Meter-Hürdenlauf, Ernst Becker (Berliner SC), hat sich den Fuß gebrochen und ist zu einer längeren Rupepause gezwungen. : Tillcr und Tandberg boxen in Berlin. Anläßlich des Schwergewichtsnieister-schaftskampfes Lazek—Külblin finden am 7. Juni in Herlin nTextilfachmann« an d. Verw. 2817-7 "" FRÄULEIN " mit Kanzleipraxis sucht Stelle. Perfekt in Deutsch und Maschinschreiben. Unter »Sogleich« a. d. Verw. 2813-7 iu Mßiek 2 FACHINGENIEURE suchen 1 möbliertes Zimmer mit separiertem Eingang womöglich im Stadtinnern. Anträge unter >Zinimer« a. d. Verwaltung. 2816-6 OUtM Stetteu STENOTYPISTIN für sofortigen Eintritt gcsucht. Bedingung: Volksdeutsche, Beherrschung der deutschen Sprache in Wort und Schrift, perfekte Maschinschreiberin. Persönliche Vorstellung. Länderbank Wien, Aktiengesellschaft, Filiale Marburg a. d. Drau, Herrengasse 24. 2809-S KÖCHIN welche alle Arbeiten verrichtet, mit Jahreszeugnis, wird aufgenommen. Auskunft im Geschäft, Domgasse 6. 2772-3 STENOTYPISTIN der deutschen Sprache mächtig, jüngere anlernbare Kraft, wird per sofort oder später aufgenommen. Vorzustellen bei Firma Josef Martinz, Marburg a. d. IVau, Herrengasse Nr. 18. 2773-S ^S^H ULF REI ES'm ÄDCHErT zu deutschem Ehepaar gesucht. Kleine Mithilfe u. An-Icrnung. Anträge unter »Anständig« an die Verw. 2819-8 Schwer enttäuschter MANN wünscht mit einem hübschen Mädchen - Naturfreundin - bekannt zu werden. Zuschriften mit Lichtbild unter »Diskretion 200« an die Verwaltung. Verordnung Oömr dim mlnuiwmlllgm Rmgmiung der Fclcrfaf« In dmr UntmrMtmImrmark In Angleichung an die reichseinheitlichc Regelung ordne ich auf Grund der mir erteilten Ermächtigung an: Der 6. Jänner (Dreikönigstag), 22. Mai (Christi Himmell'ahrtstag), 29. Juni (Peter u. Paul), 15. August (Maria Himinelfahrt), 1. November (Allerheiligen) und 8. Dezember (Maria Empfängnis) gelten für die Dauer des Krieges nicht als Feiertage im Sinne der arbeitsrechtiichen Vorschriften. % Der Fronleichnamstag wird mit Rücksicht auf die Kohlenförderung und die sonstigen Produktionsfnöglichkeiten auf den nächsten Sonntag verlegt. .An den übrigen auch reichsrechtlich anerkannten Feiertagen, und zwar am 1. Jänner Ostermontag Pfingstmontag 25. und 26. Dezember hat Arbeitsruhe wie an einem Sonntage zu herrschen. Marburg a. d. Drau, den 15. Mai 1941, 2820 Dr. Uibmneiihmr. Isiiiplerde-Ausgabe in Wind. Feistritz Leihpferde werden ausgegeben. 22. Mai für Bezirk Luttenberg ^Sammeltransport) und Marburg (Einzelausgabe) 23. Mai für Bezirk Pettau (Einzelausgabe) 24. Mai für Bezirk Rohitsch (Einzelausgabe) Die übrigen Bi:zirke sind «chon vorher mit Leihpferden beliefert worden. Verspätete Ansuchen werden nach Möglichkeit am 24. Mai nachmittag erledigt. Im Auftrage: Dr. Franz Entgeltlich« Mitteilungen I J * Dr. M. Facharzt für innc/e Krankheiten, ordiniert Mieder regelmü- | fißig Luthergasse II. 27.S.? | * Strumpfreparaturen aller Art schnell i und billig bei Bata, Marburg, 2477 Verordnungs-und Amtsblatt des Chefs der Zivil-Verwal-tunsf in der Untersteiermark von Nr. 1 bis 12 sowie auch Preislisten für GAST-UND KAFFEEHAEUSER sind erhältlich im Verlage der Marburger DruGherei Marburg a. d. Drau, Badgasse 6 IN CILLI bei Herrn Karl Kogt^j, Deutsches Haus, Zimmer 5 bei Herrn Georg Es sind Forsclier von Ruf, ernste r^änner der WissenschaH, Pioniere des Forlschritfs. Wenn sie ein Heilmittel zur Verwendung freigeben, dann hat es erfolgreich die schwierigsten Prüfungen übersfanden. Dafür bürgt das ni9av«tK • Kreuz. IN PETTAU Pichler Aufnahme ständiger Bezieher bei beiden oh-angeführten Vertretungen und bei der Druk-kerei in Marburg. Bezugspreis: Abholen RM 0.05 = Din 1.— per Stück. Bezug im Abonnement per Post RM 1.23 r: Din 25.— monatlich. » Hornhaut und Hühneraugen entfernt schmerzlos »Bata« Marburg. 1871 7 Stadtiheater in Marburg Eröffnungsvorstellung! Donnerstag, den 22, Mai GASTSPIEL DER STÄDTISCHEN BÜHNEN GRAZ »Per Traum ein Leben« Dramatisches Märchen in 4 .Aufzügen (6 Bildern) von Franz, GRILLPARZER Beginn: 19.30 Uhr. I:nde gegen 22 Uhr. Kundmachung FREIE UND FREIWERDENDE WOHNUNGEN UND LOKALE sowie Wohnungen, die infolge Flucht der Besitzer nicht benützt sind, sind dem Städtischen Wohnungsamt, Domplatz 11 schriftlich bekanntzugeben und sind die Hausbesitzer oder Hausverwalter für die strikte Hinhaltung dieser Anordnung verantwortlich. Vüienso siml alle moblierlen Zimmer, die sich zur Vermietung eignen, anzumelden, Vermietete Zimmer, die frei werden, sind unvorzüglich bekanni-zugeben. In keinem Falle darf eine Vermietung ohne Wissen des Wohnungsamtes staltfinden und werden in Hinkunft Zuwiderhandelnde strengstens bestraft. Der Politische Kommissar der Stadl Marburg 2658 Wohnungsamt. I. A., JÄGER Steiri$€her Heimatbund Kreisführung Marburg-Stadt Aufstellungen über die Erfassungsräume im Kreis Marburg-Stadt. Anmeldungen zum Steirischen Heimatbund werden in der Zeit vom 17. bis 25. Mai in folgenden Räumen entgegengenommen: Ortsgruppenführung Brtinndorf (Gemeinde Brunndorf) Kirchplatz No 2 Zeit: 9—13 und 14—19 Ortsgruppenführung Freidegg (Gemeinden: .Meilingberg, Koschak, Freidegg) Villa Mirim, Mellingberg 71 Zeit: 9—13 und 14—19 Ortsgruppenführung Fretdegg (Gemeinden Walberg, Maletschnig, St. Peter) St. Peter, Schulgebäude Zeit: 15—20 Ortsgruppenführung Garns (Gemeinden: Gams, Roßbach) Garns 124 Zeit: 14—20 Ortsgruppenführung LeiterL».>€rg (Gemeinden: Kartschowin, Potschgau, Unter-potschgau) Villa Miri"i, Mellingberg 71 Zeit: o—13 und 14—19 Ortsgruppenführung Marburg I, II, III und IV (Stadtgebiet linkes Drauufer) Sophienplatz (Reisebüro) Zeit: 9—13 und 14—19 Ortsgrnnpenführung Marburg V und VI (Stadtgebiet rechtes Drauufer) Turnsnal der Volks- und Bürgerschule, Magdalencngasse Zeit: 9—r .....' 14—19 Ortsgruppenführung Pobersch (Gemeinden: Pobersch, Zwettendorf) Turnsaal, Friedhofgasse Zeit: 9—13 und 14—19 Ortsgruippenführung Rotwein (Gemeinden: Oberrotwein, Unierrotwein) Gcnreindeamt Rotwein Zeit: 9—13 und 14—19 Ortsgruppenführung Thesen (Gemeinde Thesen) Pctt''ucrstraße 33 Zeit: 15—20 2651 Seite 8. »Marburger Zeitung« 21. Mai 1041 Nummer 114 Vorschriflsmässige Aulo-Kennzeichen lieferl fSt. 50491 F' Max Gerhold, Graz, PranHerpsse 12 .'IS Moderne 4- bis S-Zfirüüerwohnuiii mit Bad und Garten, cvcnt. [iinfamilicnhaus, dringend zu mieten tjesiicrit. Anträßc unter »Villenviertel« an die Vcrv\'. 264 ö fliUi^SrnrnämmS^ BURG-KINO hernrut 22-19. ZwieltcHt Ein Ufa-Film mit R, Heidelberg, V. Staal, P. Wegener, C. Rad-datz, Urs. ürablcy, Wll. Rose. Neue deutsche Wochenschau. Kür lugendllche nicht zugelassen!' Achtunsi Kduf.eute und Bäcker! All hpiitc wieder töjrlirh frischr PRES^HEFE m altbcltannlcn Lasrer » ERHUrC, ; 7T>9 Rrisrrstrassf 22 Stempel-, Schildei-, Abzeichenfabrik Gravier- und Prägeanstalt MAX QERHOLD. GRAZ Fabrik: Prankergasse 12, Ruf 50-49 Niederlage: Murgasse 12. Ruf 01-36 liefert alle Gummi- und Metallsiempel nacti Vorschrilt 2515 Vorführungen: Heute 1(i, 18.30 und 21 Uhr Karten von 10—12 und ab 15 Uhr ESPLANAPE h'ernrut 25-29. Über alles In der Weif b hin K;irl Ritter-Kllm der UFA mit Paul Hartinnnn, Hanne» Stilzer, Fritz Kampers, Oskar Sima, Maria Bard, B. Drews, C. Löck, M. von Dittmar. Neue deutliche Woclienscliau. Für jugendliche zugelassen! Leset und verbreitet die„Marliur6er Zeitung" Unerwartet hat uns gestern, den 19. V iMii 10 Uhr vormittags unser herzensliehci üatte, liruder, Onkel, Schwager, Herr Beriinger Josef Bäckereigeschäftsleiter bei Herrn Ornig verlassen. Das Begräbnis findet am 21. V. um 4 Uhr nachmittags von der l.cichenhallc des Krankenhauses in Pettaii ins statt. Die hl. Seelenmesse wird am Freitag, den 23. V, um R Uhr früh in der Stadtpfarrkirche in Pettan gelesen werden. Pettau. den 21. Mai 10*11. Berlinger Stephanie, Gattin; Josef und Johanna, Kinder und die übrigen Verwandten. 2797 Das Bürgermeisteramt Maria-Rast sucht einen hauptamtlich ang^estellten Gemeindesekretär 27PR Volksdeutscher, zweisprachijr, womög^lich in Gemeinde-Angfelegenheiten bewandert Der Am t s bü rg ermei s ter Mdria"RAtt bei Marburg a. d. Drau Versciläffte Hundekontumaz! Es wirtl nochmals darauf hingewiesen, daß über das j;esanjtc Sladt-l^ebicl Marburg; die » verschärfte Hundekontumaz (Maulkorb- und Leinenzwang) verhängt wurde. « Die Entfernung von Hunden aus dem Sperrgebiete ist untersagt. Das Mitnehmen von Hunden in öffentliche Lokale und Geschäfte ist gleichfalls verboten, ebenso das freie Herumlaufen von Hunden und Katzen. Jedermann ist verpflichtet, den Ausbruch der Wut oder das Auftreten von wutverdächtigen Erscheinungen sowie jeden ' Htmdebil^ an Menschen oder Tieren unverzüglich «anzuzeigen. Die Polizeiorgane haben die Weisung, jede Fahrlässigkeit oder Übertretung auf das strengste zu ahnden. 2770 Aufruf Die Freiwillige Feuerwehr der Stad't Marburg hat nach einem 70-jährigem Bestände ihre Tätigkeit als Verein eingestellt. Die Bedeutung des Feuerlöschwesens erfordert nun die Schal-fung einer straff organisierten, vom Führerprinzip geleiteten uiul reichseinheillich gestalteten Hilfspolizeitruppe. Der Dienst in der Freiwilligen Feuerwehr ist demnach ein ehrenvoller, opferbereiter Einsatz für die deutsche Volksgemeinschaft. Zur Erreichung dieses Zieles fordere ich daher die Volksgenossen unserer Stadt auf, sich sogleich zur freiwilligen Dienstleistung in der neu aufzubauenden Feuerwehr zu melden. Neuanmcldungen werden beim Kommando der Wehr in der Kärntnerslraße entgegengenommen. Der Politische Kommissar- Knaus Die Presshefefabrik der Brüder REININGHAU5 A. 6.. GRAZ. empfiehll ihre PRESSHEFE in stets frischer erslklassiger Qualität allen Verarbeitern, Wiederverkäufern und Konsumenten der Untersteiermark und Ostkärntcns. Dauerbesieliungen erbeten an % Brüder Reininghaus, AMimnaatalluhatt für Brauerei- und Sßlrltus-Industrie Graz, PoMath 442. 2600 Sehmerzerfiillt geben die Unterzeichneten allen Verwandten, l^reunden und Bekannten die traurige Nachricht, daR ihr innigstgeliebter Gatte, Vater, Großvater, Herr Emmerlcii ScMess Prokurist dtr Firma Rakutch in Marburg, den 20. V. 1941 um 7,50 Uhr im «i'j. l.ebensjahre verschieden ist. • Das Leichenbegängnis des unvergeßlichen Üahingcschic' denen findet Dcnnerstag, den 22. V. 1941 tun 16 Uhr von der Aufbahrungshalle in Pohersch ans auf den städt. Friedhof statt. Die hl. Seelenmesse wird am 23. V. 1941 um 7 Uhr in der Domkirchc gelesen werden. Marburg a. d. ürau, den 20, V. 1941. 2796 DIE TIEFTRAUERND HINTERBLIEBENEN Uauptschriftleiter Anlon G^rscliiick, SlcllvorlrclcmUir lUiiplscIirifllGilcr UUo Kwsppr — PrHPk flpr „Atnrlnirüer l^nirk^rei"