Laibacher Taailatt. Rcdaction und Expedition: Bahnhosgasse Nr. 15. . ^ . ^ränumerationSpreise: ^ ^ ^ ^ ^ ^ ^ Nr. 134. N,L',7.L?LLW Donnerstag, 13.Zum 18 i 8.— Morgen: Basilius. «SKNAk-L II.Jahrq Mit der Post: Gan;jäbr.si.l2. o' zeigen bis s Zeilen 2V k. Snsertionspreilei Ein- Ueber den Begriff der Mobilisierung bringt die ministerielle „Presse" nachstehende Erläuterung, welche geeignet sein dürfte, einigermaßen beruhigend zu wirken: „Seit zwei Tagen durchschwirren wieder allerlei Mobilisicrungsgerüchte die Lust, werden zur Beeinflussung der Speculatiou an der Börse benützt und auch journalistisch ausgiebig verwerthet. Wir brauchen unsere Leser wol nicht zu versichern, daß diese Gerüchte durchaus übertrieben sind und eine „Mobilisierung" überhaupt nicht geplant wurde oder geplant wird. Um was es sich zunächst, wenn überhaupt weitere Truppeuverstärkung en in Siebenbürgen und Dalmazien nothwendig erscheinen, handelt, ist die Complettierung der dortigen, noch auf dem tiefsten Friedensstande befindlichen Garnisonen durch Einberufung ihrer Beurlaubten und ferner ein nicht beträchtlicher Nachschub aus den tiefer im Innern liegenden Garnisonen an die Grenze. Das ist noch lange keine „Mobilisierung", auch keine „partielle." Es läßt sich der Mißbrauch, welcher mit diesem Worte unaufhörlich getrieben wird, nur daraus erklären, daß, weil wir seit Einführung der neuen Wehrverfassung in Oesterreich eben keinen Krieg und daher auch keine umfassenden Rüstungen und keine Mobilisierung hatten, die Laien im militärischen ABC sich keine rechte Vorstellung von diesem letzter» Dinge machen können. Gebe Gott, daß die richtige, aus der leidigen Erfahrung geschöpfte Erkenntnis ihnen noch lange Jahre erspart und uns der Friede gesichert bleibt! Wir sprechen zu dieser Mittheilung ein aufrichtiges „Amen!" Parlamentarisches. Vorgestern sollte das Abgeordnetenhaus die am Freitag vor Pfingsten unterbrochenen Arbeiten wieder aufnehmen. Vor der Sitzung sollte auch der Ausgleichsausschuß wieder zusammentreten, um über den Lloydvertrag und das Einführungsgesetz sür die Ausgleichsvorlagen zu berathcn, und auch, um über die wegen des Artikels 40 des Bank-statuts zwischen beiden Häusern eingetretene Differenz schlüssig zu werden. Alle diese Gegenstände befanden sich auf der vorgestrigen Tagesordnung des Abgeordnetenhauses. Was den Schluß der Sessiou betrifft, so ist für denselben selbstverständlich noch kein bestimmter Tennin festgesetzt; dieser ist vielmehr von dein Fortgange der Ausgleichs-Verhandlungen abhängig. Wie der „N. sr. Pr." mitgetheilt wird, ist dafür auch der Beschluß entscheidend, welcher wegen Behandlung der Steuerreform nach dem Gesetze vom 30. Juli 1869 gefaßt werden soll. Sollte ein übereinstimmender Beschluß beider Häuser über diesen Gegenstand nicht zu erzielen sein, so ist die Regierung entschlossen, die Session auch diesmal nicht zu schließen, sondern blos zu vertagen, weil sie unter keinen Umständen die bisher erzielten Berathungs-resnltate bezüglich der Steuerreform preisgeben will. Ans Rumänien. Die rumänische Armee befindet sich in vor-theilhasten Gebirgspositionen in der Linie Tirgo-weschti, Curtea de Argis, Piteschti und Slatina, während die Russen, und zwar das elfte russische Armeecorps, seit 9. d. im vollsten Vormärsche auf Piteschti begriffen und bereits bis Titu und Golest vorgedrungen sind. Da die russischen Truppen auch iu eiuige von den Rumänen besetzte Ortschaften eingedrungen sind, so besorgt die Regierung jeden Moment einen blutigen Zusammenstoß. Um demselben vorznbengen, haben die Rumänen am 10. d. den Besehl erhalten, sich in den Richtungen von Piteschti, Curtea de Argis und Tirgoweschti zurückzuziehen. Durch diese russische Truppenbewegung ist die rumänische Armee factifch von Bukarest abgeschnitten. Die Regierung wird bei Rußland offiziell anfragen, in welcher Absicht die russischen Truppen in die rumänische Gebirgslinie einge- drungen seien. Sollte russijcherseits gar keine oder eine ausweichende Antwort ertheilt werden, so gedenkt Rumänien einen feierlichen Protest gegen dieses aggressive Vorgehen Rußlands an alle europäischen Mächte zu richten. — Fürst Karl und die Fürstin Elisabeth von Rumänien beziehen im Laufe dieser Woche ihr Sommerschloß Sinaia uuweit Kronstadt und werden - daselbst die Beschlüsse des Kongresses abwarten. Mit Rücksicht aus diese äußerst gefahrdrohende Lage nimmt die von der „N. fr. Presse" bereits signalisierte Note der rumänischen Regierung an ihre Vertreter im Auslande besonderes Interesse in Anspruch. Wie dieses Blatt weiter vernimmt, gibt die rumänische Regierung darin ihrem festen Entschlüsse Ausdruck, keinen Zoll Beßarabiens, wenn die Entschädigung dafür noch so glänzend wäre, abzutreten. Rumänien habe nicht nur eine Armee von 60,000 Mann zur Verfügung, sondern es sei auch die ganze Bevölkerung bereit, sich en masse zu erheben, um das bedrohte Vaterland zu vertheidigen. Die Note versichert in feierlicher Weife, daß Rumänien entschlossen ist, alles daranzusetzen, um sich seine Unabhängigkeit zu sichern, und soll die an den diplomatischen Agenten in Wien gerichtete Depesche noch speziell die Weisung enthalten, die österreichisch-ungarische Regierung hievon in Kenntnis zu setzen und in Wien anzufragen, welche Haltung unsere Monarchie dieser überaus ernsten Situation gegenüber einzunehmen gedenke. Die Note ist bereits zur Kenntnis des Grafen Andraffy gelangt. Tagesneuigkeiten. — Entdeckter Raubmörder. AusPecs-varad wird der „Fünfk. Ztg." geschrieben: „Vor acht Tagen erhielt das hiesige Stuhlrichteramt einen anonymen Brief mit der Mittheilung, daß der Tornister und die Stiefel des kürzlich ermordeten Szt.-Erzsebeter Bauers Kovacs von dem aus Püspök-Lak gebürtigen Melchior Ziegler nach D.-Boly für Jeuill'eton. Marjorie Da w. Nach dem Englischen des Thomas Bailey Aldrich. II. Edward Delaney an John Flemming, West 38. Street, Newyork. 9. August. Mein lieber Jack: — Ich erhielt heute morgens von Dr. Dillon Nachricht über Dein Befinden, und bin erfreut, zu hören, daß Deine Verletzung keine so gefährliche ist, wie das Gerücht wisfen wollte. Gleich einer gewissen Person, die man nicht gerne nennt, bist Du nicht ganz so schwarz, wie Du geschildert wirst, Dr. Dillon hofft, Dich in 3—4 Wochen wieder auf die Beine stellen zu können, wenn Du nur Geduld haben und seine Anordnungen befolgen willst. Hast Du meinen Brief vom letzten Mittwoch erhalten? W war sehr besorgt, als ich von dem Unfall horte. Ich kann mir vorstellen, welch' ein sanftes, frommes Kind Du bist, mit Deinem Bein im Gypsverbande. Es trifft sich verteufelt ungeschickt, gewiß, eben, da wir uns einen so herrlichen Monat zusammen am Meeresstrande versprachen ; doch müssen wir das Mißgeschick so gut als möglich zu tragen suchen. Es trifft sich ebenfalls unglücklich, daß der leidende Gesundheitszustand meines Vaters es mir unmöglich macht, ihn zu verlassen. Ich glaube zwar, daß es ihm besser geht: die Seeluft ist sein Lebenselement; doch bedarf er noch meines Armes, um sich beim Gehen darauf zu stützen, sowie eines Begleiters, der sorgfältiger über ihn wacht, als ein Diener es thun würde. Ich kann also nicht zu Dir kommen, mein lieber Jack, wie ich es gerne möchte, doch habe ich über hinlänglich freie Zeit zu verfügen, und so will ich Dir einen ganzen Postkasten voll von Briefen schreiben, wenn Du glaubst, daß dies Dich unterhalten kann. Der Himmel weiß zwar, daß ich kaum einen Stoff zum Schreiben habe. Wenn wir noch in einem der Häuser am Strande wohnten, so könnte ich Charäkterstudien für Dich machen und Deine Einbildungskraft mit Gruppen von Meergöttinnen füllen, mit über die Schultern herabwallendem, eigenem (oder fremdem), Rabenoder Blondhaar. Du solltest Aphrodite im Mor-gengewande, in Abendtoilette, sowie in ihrem hübschesten Badekostüm erblicken. Doch wohnen wir entfernt von alledem. Wir haben eine Wohnung in einem Farmhause auf einer Seitenstraße, zwei Meilen weit von den Hotels gemiethet, und führen da das beschaulichste Leben. Ich wünschte, ich wäre ein Novellist. Dieses alte Haus mit seinen sandbestreuten Fußböden, dem hoch hinaufreichenden Holzgetäfel und den schmalen Fenstern, die auf eine Gruppe von Fichten hinaus sehen, die sich bei jedem Luftzuge in Aeols-harfen verwandeln, wäre der rechte Ort, um eine Sommernovelle zu schreiben. Es sollte eine Geschichte werden, durchweht von Waldesduft und Meeresathem. Eine Geschichte, wie jene des russischen Schriftstellers mit dem seltsamen Namen — wie heißt er doch? — Turgnenieff, Turguenef, Turgenis, Toorgunifs. Turgenjew — niemand weiß, wie er zu schreiben ist. Doch, ich möchte wissen, ob selbst eine Liza oder eine Alexandra einen geringen Betrag verkauft wurden, und daß der Mörder die Waffenübung in Fünfkirchen mit-mache. Diese Angaben stellten sich als richtig heraus, und wurde Ziegler, ein schmächtiger Mann, von der Militärbehörde dem hiesigen königlichen Bezirksgerichte ausgeliefert. Nach zweistündigem Leugnen gestand er im Verhör seine That. Er sagte aus, daß er mit Kovacs in einem Wirthshause beisammen saß, wo Kovacs sich beklagte, daß er in Mohacs kein Vieh kaufen konnte. Beide traten den Heimweg an, und am Liptoder Hotter blieb Ziegler zurück, während Kovacs weiter giug. Er schlich ihm nach und hieb mit seinem Knüttel von rückwärts so lange ans Kovacs los, bis er besinnungslos zu Boden stürzte. Sodann nahm er Kovacs' stumpfes Messer aus der Tasche des Uebersallenen, sägte damit an dessen Hals herum und versetzte ihm mehrere Stichwunden. Ziegler diente in der Schweizerin zu Lak, wo er vor etwa sechs Wochen wegen Diebstahls entlassen wurde." — Der Pariser „Figaro" erzählt: „Samstag morgens erhielt Marschall Canrobert mit der Post eine Visitkarte zugeschickt. Sie enthielt den Namen des Marschalls Baragnay d'Hilliers und die drei Buchstaben: I'. ?. 0. (pour xrenärö oonFö). Auf diese einfache Weife verabschiedete sich der sterbende Marschall von seinem alten Kameraden. — Erdbeben. Dem Erdbeben, welches die Stadt Cna in Venezuela zerstörte (14. April), ist auch eine große Anzahl von Menschenleben zum Opfer gefallen. Der am 19- v. M. in der Havanna eingelaufene Dampfer „Hadji" meldet, daß mindestens 300 Personen unter den Ruinen der Stadt begraben lagen. Ena liegt in dem fruchtbaren Thale des Tuh, ungefähr 30 Meilen von Caracas entfernt, >— umgeben von reichen Zncker- und Kaffec-Plau-tagen. Kurz vor 9 Uhr abends, ohne irgend eine voransgegangene Warnung, fielen plötzlich fämmtliche Häuser ein. Die große Kirche, der Stolz der Umgegend, hob sich, wie Augenzeugen behaupten, in die Luft und stürzte dann mit einem furchtbaren Krach in sich zusammen. Ein unter den Trümmern ausgebrochenes Feuer vervollständigte das Werk der Zerstörung. In vielen Familien kamen Verluste von sechs bis zehn Personen var. Der Stoß wurde in Caracas gespürt; die Kirchenglocken fingen plötzlich zu schlagen an und in manchen Häusern zeigten sich Risse. Die geängstigte Bevölkerung floh auf die Straße und erfüllte die Luft mit ihrem Jammergeschrei. Die Stöße wiederholten sich von Zeit zu Zeit, welche Erscheinung sich bis zum 3. Mai fortsetzte. Ein weiteres Erdbeben zerstörte einen Theil der Stadt Ocumera. Paulowna das Herz eines Mannes zu rühren im stande wäre, der beständig ein Ziehen und Stechen im Beine fühlt. Ich möchte wissen, ob eines unserer Jankeemädchen vom besten Typus, stolz und geistreich, Dir in Deiner gegenwärtigen be-mitleidenswerthen Lage zu einigem Trost gereichen könnte. Wenn ich es glaubte, so würde ich hinunter nach dem Strandhause eilen, um ein solches für Dich einzufangen, oder noch besser, ich würde mir gegenüber, auf der ändern Seite der Straße, eines für Dich ausfindig zu machen suchen. Stelle Dir ein großes weißes Haus jenseits, dem unfern beinahe gegenüber, vor. Es ist nicht sowol ein Haus, sondern vielmehr ein Schloß, vielleicht in der Kolonialperiode erbaut, von regelloser Ausdehnung, mit spitzem Dache und auf drei Seite« von einer weiten Piazza umgebe»; ein selbstgefälliges, hochaufstrebendes Stück Architektur mit der Nase in der Luft. Es steht ein wenig abseits von der Straße und hat ein dunkles Gefolge von Ulmen, Eichen und Trauerweiden hinter sich. Zuweilen, am Morgen und noch öfter des Nachmittags, wenn die Sonne von jenem Theil des Schlosses gewichen ist, erscheint auf der Piazza ein jugendliches weibliches Wesen, mit irgend Lokal- und ProvinM-Angelegenheiten. — (Beschlagnahme.) Die gestrige Nummer unseres Blattes wurde wegen einer die Mobilisierung betreffenden Notiz behördlicherseits mit Beschlag belegt. — (Dem Sanitäts berichte) des hiesigen Stadtphysikates für den Monat April l. I. entnehmen wir folgende Ergebnisse: Der Krankenstand war ziemlich bedeutend, vorherrschend entzündlich katarrhalische Zustände, Tuberkulose und Diphtheritis. Die Sterblichkeit war geringer, als im Monate März l. I.; es starben 84 Personen, 43 männlichen und 41 weiblichen Geschlechtes, 53 Erwachsene und 31 Kinder; hinsichtlich der Oert-lichkeit: im Zivilspitale 25, im Kiuderspitale 2, im Josefsfpitale 2, im Jnquifitionshaufe 1, im Zwangs-Arbeitshause 1, in der Inneren Stadt 21, in den Vorstädten 32 Personen, n. z.: in der Petersvor-stadt 8, Polana 7, Kapnzinervorstadt 6, Gradischa 4, Krakau 1, Tiruan 4, Karlstädtervorstadt l und Hühnerdorf 1. Im hiesigen Landes - Zivilspitale standen 711 Personen in Krankeuverpsleguug; hievon wurden 273 entlassen. In die Irrenanstalt wurden 9 Geisteskranke neu ausgenommen. Im Garnifonsfpitale befanden sich 205 Kranke; hievon starben 4 und geheilt entlassen wnrden 89 Männer. — (Das optisch-mechanische Kabinett), Rathausplatz, ehemals Lercher'sches Haus, eröffnet morgen die fünfte Serie seiner Ausstellung, enthaltend: Ansichten von Rom (Alterthümer), Pompeji (Ruinen, Gruben und Einstürze), Versailles (Paläste, Gallerien und- Lustgärten), Palastina (heilige Stätten), Sicilien (Tempel und Panoramen), Neapel (Hafen und Museum), Athen (Tempel und Ruinen), Frankreich (Schlösser und Gärten), Mi-ramare (Meerschloß), Dnino; Kostümbilder, Thier-stücke und kostümierte Opernszenen. Die vierte Serie erfuhr Vonseite sämmtlicher Beschauer nnge-theilten Beifall. — (Militärisches.) Das Reichs-Kriegsministerium hat an die österr.-nngarischen Bahnverwaltungen die Aufforderung gerichtet, einen minder zeitraubenden Expeditionsmodus für Truppentransporte, namentlich für den Mobilisiernngssall, ausfindig zu machen und sofort einzusühreu. — (Turnvereinen) diene zur Nachricht, daß der Turnverein zu Teplitz in Böhmen an alle deutsche» Turnvereine einen Aufruf richten wird, dahin abzielend, Beiträge zu dein in Teplitz zn errichtenden Denkmale für Seume, den „Spaziergänger nach Syracus", zu sammeln. — (Beschwerde.) Anch an unser Blatt gelangte neuerlich die Klage über die Schädlichkeit der den Quecksilberhütteu in Jdria entströmenden einem geheimnisvollen Penelope-Gewebe vonStickerei oder einem Buche in der Hand. Es ist eine Hängematte drüben angebracht, aus Fichtenfaserngeflecht verfertigt, wie es scheint. Eine Hängematte ist etwas sehr Kleidsames, wenn man achtzehn Jahre alt ist und dazu reiches Goldhaar und dunkle Augen besitzt, wenn man ferner in ein grünes Jllusionskleid nach Art der Dresdener Porzellanschäferinnen gekleidet und endlich wie eine Modedame aus der Zeit Ludwig XIV. chaus-siert ist. Und all' diese Herrlichkeit begibt sich in die Hängematte und schwingt sich da wie eine Wasserlilie im goldenen Nachmittagssonnenschein auf und nieder. Das Fenster meines Schlafzimmers sieht auf diese Piazza hinaus, und so thue natürlich auch ich. Doch genug des Unsinns, der einem gesetzten jungen Rechtsanwalt übel ansteht, der seine Erholungszeit mit seinem kranken Vater verbringt. Schreibe mir eine Zeile über Dein Befinden, lieber Jack, setze mir Deinen Fall auseinander, sende mir einen langen, vernünftigen Brief. Wenn Du heftig und beleidigend wirst, so will ich Dir den Prozeß machen. Quecksilberdämpfe. Die Schädlichkeit dieser Dämpfe ist zu wiederholten malen constatiert worden, es gingen seit Neujahr 21 Thiere — Kühe, Kälber und Ziegen — zugrunde. Auf der Tagesordnung steht abermals eine Petition um Uebersetzung der Quecksilberhütteu auf von Wohnnngen und Viehstallungen entfernte Baustellen. — (Die „Laibacher Schnlzeitung") registriert in ihrer heurigen elften Nummer an leitender Stelle unter dem Stichworte: „Nach zehn Jahren" die Erfolge, welche die Nenschnle im Verlaufe der letztabgewichenen zehn Jahre errungen hat, und beleuchtet bei dieser Gelegenheit die Schul-verhältnisse von Einst uud Jetzt. Die Neuschule kann mit Stolz und Befriedigung constatieren, daß die Profezeihungcn der Gegner nicht in Erfüllung gingen und im Sande verliefe», die Agitation der Feinde des Jnstitntes der Nenschnle blieb wirkungslos. Die Neuschule hat der Schlange klerikaler Bevormundung und geistiger Knechtschaft den Kopf zertrete», Lehrerschaft und Schüler strebten während der letztabgewichenen zehn Jahre Lobenswerthes an, die Schulleitung überging aus klerikalen Händen in jene des Staates, die Lehrerschaft wurde unabhängig gestellt, der Volksfchnllehrer ist derzeit nicht mehr der Knecht des Pfarrers, sondern der Pionnier der Freiheit und des Fortschrittes, die Neuschule hat durchschlagende Erfolge errungen. Der Ansbau der Neuschule in Oesterreich möge zum Segen und Heile für Kaiser nnd Reich weiter schreiten. — Der zweite Artikel belehrt den Lehrer: wie er sich die Achtung und Liebe bei den Schülern und iu der Gemeinde erwerben kann? Dieser Artikel betont: daß vor allem anderem der Lehrer sich eines guten Namens und Rufes erfreuen »ruß; daß cs Aufgabe des Lehrers ist, eine vollständige Kenntnis der Natur und Eigenthümlichkeitcu seiner Schüler zu erlangen; daß der Lehrer den Fehlern der Kinder — Eigensinn, Neid, Schadenfreude, Faulheit, Lügenhaftigkeit u. s. w. — mit Würde und Ernst entgegentrete; daß der Lehrer das jugendliche Herz der Schüler für das Edle begeistere; daß er leidenschaftslos, nachsichtsvoll, in heiterer und fröhlicher Gemüths-stiinmnng vor die Kinder trete; daß der Lehrer klare und gründliche Kenntnisse im Schul- und Unterrichtswesen besitze, und schließlich, daß der Lehrer im eigenen Hause ein gesittetes und wohl-geordnetes Leben führe. — Aus der Serie der Lokalnachrichten heben wir folgende hervor: 1.) In der Erwägung, als die Masernepidemie seit 31stem v. M. namentlich im St. Jakobsviertel und den Nächstliegenden Vororten Laibachs zugenommen hat, wnrde über Antrag der ständigen Gesundheitskommission von der Stadtbezirks-Schulbehörde am I sten Juni der Schluß zweier Klassen der zweiten städtischen Knabenvolksschule, uud vom 4. bis inclusive 13. d. M. der Schluß auch der übrigen Klassen dieser Schule, der gewerblichen Vorbereitungsschule sowie der städtische» Mädchenschule verfügt, zugleich angeordnet, daß während dieser Zeit die genaue Desinficiernng sämmtlicher Zimmer dieser Schulen vorzunehmen sei und bei Wiederbeginn des Unterrichtes die an Masern krank gewesenen Schüler und Schülerinneu nur gegen Beibringung eines ärztlichen Erlaubuisscheiues zum Schulbesuche zugelassen zu werden haben; 2.) die Lehrerkonferenz für den Schulbezirk Umgebung Laibach wird am 24. Jnli l. I. in Oberlaibach abgehalten werden; 3.) die Lehrerkonferenz für den Schulbezirk Loitsch findet am 5. August l. I. iu Jdria statt; 4.) die Schulgemeinde von St. Veit bei Laibach feierte am 15ten Mai l. I. auf den: Großgallenberge ein Schnljugeud-fest; auch die Schuljugend in Commenda St. Peter bei Steiu beging an diesem Tage im Ropretischen Walde ein Schulfest. — (Die Rinderpest) ist in der Gemeinde Schellenberg des Szebener Comitates ausgebrochen. Kroazien, Slavonien und die Militärgrenze sind seuchenfrei. Dies wurde vonseite der kraiuifchen Landesregierung mit dem Bemerken zur allgemeinen Kenntnis gebracht, daß aus dem verseuchten Comitate die Ein- und Durchfuhr von Hornvieh aller Art, von Abfällen und Rohstoffen dieser Thiere, von Heu. Stroh u. dgl. nach nnd durch Kram unbedingt verboten ist. . ^ ^ < — (Sängerabend.) In den sinnreich de- corierten Lokalitäten der hiesigen Casinorestauration fand gestern ein fröhliches internes Fest statt, der Männerchor der philharmonischen Gesellschaft veranstaltete zn Ehren des Gesellschaftsdirektors Herrn RR. Dr. R v. Schöppl und des Gesellschafts-Musikdirektors Herrn Nedved, deren Namenstag auf heute fällt, eine Liedertafel. Eine ansehnliche Reihe von Vocälchören und Vocalquartetteu stand ans der Tagesordnung, und wurde» diese Gesangspiecen meisterhaft ausgeführt. Großen Beifall errang das m-mitte des Männerchores neu constitnierte zweite Voealqnartett; Heiterkeit, Witz und Humor, Gemüth-lichkeit und Brüderlichkeit waren die Devise, das Losungswort des gestrigen Festabendes, an welchem 40 Sänger theilnahmen. Es gab eine Menge von Toasten: RR. v. Fladuug toastierte auf das Wohl und gedeihliche Wirken des Gesellschaftsdirektors Schöppl; Dr. R. v. Schöppl hob die Verdienste des Gesellschaftsdirektor - Stellvertreters Herrn v. Fla-dung hervor und warf einen Rückblick auf das Wirken der Gesellschaft in früherer Zeit; Professor Seydler registrierte die Verdienste des Gesellschafts-Geschichtsschreibers Dr. Keesbacher; Sanitätsrath Dr. Keesbacher öffnete seine reiche poetische und humoristische Ader und beleuchtete seine bisherige Thätigkeit im Schöße der philharmonischen Gesellschaft nnter Beisatz geistreicher und historischer Daten; Buchhalter Leiblin würzte den Sängerabend durch Vortrag pikanter komischer Gedichte; RR. v. Fladnng toastierte auf das Wohl der Gesellschaftssekretäre und Redacteur Müller auf die die Gesellschaft belebende Harmonie. Von 8 Uhr abends bis 12 Uhr nachts reihten sich Lieder und Toaste abwechselnd einander an, und die Teilnehmer des Festabends verließen die Sängerhalle in bester Stimmung, den Gefeierten des Tages, den Herren RR. Dr. R. von Schöppl nnd Musikdirektor Nedved. nochmals ein begeistertes „Er lebe hoch!" zurufeud. — (Lehrerkonferenz.) Die Jahreskonferenz der Lehrer des Schulbezirkes Stadt Laibach wird am 4. Juli l. I. nachstehende Tagesordnung erledigen: 1.) Mittheilungen des Bezirks-Schul- inspektors über die von ihm bei den Jnspeetionen gemachten Wahrnehmungen. — 2.) Wie soll der Sprachunterricht an den städtischen Volksschulen eingerichtet werden, damit derselbe der zweifachen Aufgabe: der Ausbildung für das bürgerliche Leben und der Vorbereitung für die Mittelschule, möglichst entspreche? — 3.) Wahl der Lehr- und Lesebücher für das Schuljahr 1878/79 behufs Vorlage au die Bezirks-Schulaufsicht nach Z 8 des Reichs-Volks-fchulgesetzes, — 4.) Bericht der Bibliothekskommission über Stand und Rechnung der Bezirks-Lehrerbibliothek. Anträge zu Anschaffungen von Büchern und Lehrmitteln wollen bis 1- Juli bei der genannten Kommission schriftlich eingebracht werden. Wahl der Kommission für 1878/70. >>) Wahl des ständigen Ausschusses der Bezirks-Lehrerkonferenz für 1878/79. — 6.) Wahl der Abgeordneten in die Landes-Lehrerkonserenz. — 7.) Selbständige Anträge, welche bis 1- Juli bei dem ständigen Ausschüsse schriftlich einzubringen sind. — (Künstlerstipendien.) Künstler aus dem Bereiche der Dichtkunst, Musik und der bildenden Künste aus den im Reichsrathe vertretenen Königreichen und Ländern, welche auf Zuwendung eines Künstlerstipendiums Anspruch zu haben glauben, werden aufgefordert, sich diesfalls bis 31. Juli l. I. bei den betreffenden Länderstellen in Bewerbung zu setzen. Die Gesuche haben zu enthalten: 1.) die Darlegung des Bildungsganges und der Persönlichen Verhältnisse des Bewerbers; 2.) die Angabe der Art und Weise, in welcher er von dem Stipendium zu dem Zwecke seiner weitern Ausbildung Gebrauch machen will; 3.) die Vorlage von Kunstproben des Bittstellers. — (Aus der Bühnen Welt.) Herr Boll-mann, Direktor des Marburger Theaters, erhielt nach Meldung der „Marb. Ztg.'' vom Gemeinderathe in Pettau die Bewilligung, im Verlaufe der nächsten Wintersaison auf der Pettauer Bühne 40 Vorstellungen (wöchentlich zwei bis drei) zu geben. Der Pettauer Gemeinderath bewilligte zu diesem Zwecke eine Subvention von 300 fl. — (Aus den Nachbarprovinzen.) Schauspieldirektor Röder hat nach Bericht der „Cill. Ztg." im Gartensalon des Hotels „zum goldenen Löwen" in Cilli ein Sommertheater errichtet. — Der Bienenzucht-Filialverein in Cilli hält am 16. d. in St. Martin im Rosenthale eine Wanderversammlung ab. Die Waldwirtschaft in Kram. IV. Es sei uns schließlich gestattet, die seinerzeitige Waldwirthschast in Krain auf Grundlage historischer Daten, die der hier domieilierende Schriftsteller Herr Peter v. Radies im fürstlich Auersperg'scheu Archive zu Laibach gesammelt und unter dem Titel: „Die Sorge um deu Wald in Krain" in der „Wiener landwirthschastlichen Zeitung" der Oeffent-lichkeit übergeben hat, näher zu beleuchten. In Zeiten des Mittelalters ist für das Waldwesen Krains, insbesondere Oberkrains, vieles geschehen, namentlich durch die Markgrafen von Krain, durch die Bischöfe vou Brixen und Freisingen; in erster Linie erfreuten sich im Jahre 1004 die Waldungen im obern Savegebiete nächst Veldes und im Jahre 1072 jene in der Wocheiner-Feistriz eines gute» Bestandes; schon in den Jahren 1156 und 1269 stand die „Forst- und Jagdmeisterei" auf Schloß Neuburg an der Kanker und im Bischofshofe zu Bischoflack in Blüte. Im 15. Jahrhunderte begannen die großen Walddevastationen am Karste. Kaiser Friedrich III. gestattete mit Rücksicht auf die Hebung des Triester Handels die Fällung hoher Mastbäume in den Forstgebieten auf dem Karste. Gegen diese Devastationen wurden wol Schutzmaßregeln ergriffen, jedoch diese erwiesen sich theils als ungenügend, theils als unpassend, theils als zu spät ergriffen, Oberwaldmeister Wolsgang Petran übte 1520 ein strenges Amt in Krain und gerieth deshalb mit der Landschaft in Coufliet; die Bergwerkiudustrie in Jdria, das Bergwerk Eisnern und die fürstlich Auers-perg'schen Eisenwerke nahmen bedeutende Holzquan-titäten in Anspruch, und Erzherzog Karl von Jnner-österreich fand sich 1575 bestimmt, die Kultur des Waldes ganz eindringlich anzuempfehlen. Im Jahre 1643 erschien ein Patent, welches das Waldwesen, die Erhaltung und Förderung der Waldungen in Krain scharf ins Auge faßte. Dieses kaiserliche Patent lautet: „Wir Ferdinand der Dritte, von Gottes gnaden, Erwählter Römischer Kayser re. Embietten N. allen vnd jeden Geist: vnd Weltlichen, Obrigkeiten, Prälatten, Freyherrn, Rittern, Hanptlenthen, Verwesern, Vitzdo'mben, Pfandschafftern, Stätten, Märckten und sonsten allen Unsern Vnderthanen vnd Getrewen in Gemain, was Wirden, Standt vnd Wesens die seyu, denen diß Vnser General-Mandat zu lesen oder zu vernemben sürkombt Vnser Gnad vnd geben euch hiemit zu vernemben, daß Wir über die berait vor disem zu vermahlen ausgefertigten General-Mandat zu Vnferem nicht geringen Verdruß und Misfahlen zu vnderschidlich mahlen erindert worden, wie nemb-lichen in Vnserm Fürstenthumb Krain die vnzeittige den gemainen Wesen hochschädliche durch mehrseitig ernstliche vnd mit hoher Peen oder Straff hoch-verbotten Außhack: Verwiest: vnd Verödung der Wälder zu höchster Empfind: vnd Entgeltnuß der Inwohner zumahl aber höchstbefahrender auffliguug vnd endtlichen vndergangs der vom Allmächtigen so reich gesegneten Berckwerck so gantz vnd gar ober Hand genomben, daß nunmehr ohne allen Scheuch mit fürsetzlicher beyseitsstel: vnd despectierung der vorigen Verbott vnnd Gebotten, daß Sengen, brennen, gereith vnd Einsäng zu machen, auch das Pöch Vnd Lorietporen wie nit weniger behörlicher ein-treibung deß hochschädlichen Gais Vichs vnd Ab-hackung der Aste und Wipfl kein auffhören seyn will: Was Vns aber solch straffmäßig verübende Vngebür zu nicht geringen Mißfallen geraichet, be-vorab aber das der schuldige Gehorsamb Vuseres General-Mandats so gantz vnd gar in Windt geschlagen vnd dem priv: vnd eigenem Nutzen mit fovnwidetbring-licheu Schaden vorgesetzet würdet. So haben Wir Vns demnach in Gnaden entschlossen zu würklicher Abstellung aller hierob erzählter Verwiest: vnd entgegen ersprießlicher Hayung (Hegung) solcher Wälder und Holtzungen damit die edlen Berckwerck zu des gemainen Weseus Wohlfahrt vnd deß Lands un-widersprechlichem Nutzen in ein mehrers anformben gebracht, dieselben möglichist befördert vnd im auff-rechten Stand erhalten werden möchten eine allgemeine ausführliche Waldordnung verfassen vnd aufrichten vnd volgents dieselb zu Männiglichs Nachrichtung pnblicieren zu lassen. Hierenzwischen aber vnd bis diese Drdnung vollstendig ins Werck gericht wirdt Wir allen hiemit wie gnädigst als ganz Ernstlich anfferlegt wirdt vnd befohlen haben wollen, daß Ihr die obangezogene Landschädliche Verschwend: vnd Verödung der Wälder vnd alle andere zu der Edlen Berckwercks Ruin vnd Vndergang verübende Vngebür bey Ewere Vnderthanen mit bedro: vnd würklich sürkehrender Leib vnd Gutts-Straff nicht allein würklich vnd ernstlich einstellen, sondern auch daran und darob seyn sollet, damit die Höltzer vnd Waldungen wiedernmben mit allermöglichister an-ziglnng gepflanzt vnd in guten Standt gebracht werden. Wie Wir dann hiemit ferner gnädigst sta-tniren wöllen, daß die erfindende Verbrecher auff erstes Begehreu Vnserem bestellten Ober-Perckrichter in Crain vnd getrewen lieben Carl Witzen soweit sich die zu denenselbigen Berckwercken gelegenen Waldungen erstrecken. In Vnter Krain aber dem-selbigen Perck-Richter vnd im Vbrigen Vnserm drinigen (darin befindlichen) Vorstmeister soweit sich dessen Aufsicht und Jurisdiction erstreckt vnd einer vnd anderer in gewisse Erkundigung bringen kann zu gebürlicher unverschonter Bestraffung, (darauß ihnen der sechste thail zufahlen: das vbrig aber mit Abzug des Verkostens treulich zu verraitten verbunden seyn sollen:) verschafft vnd würklich ge-stellet werde, als im widrigen die Aigenthumber derselben gerechtsambe so sie ansolchen Höltzern vnd Waldungen haben, gäntzlich verworcht vnd verlohren haben sollten. Vnd damit sich nun ditsfalls nie-mandt mit der Allwissenheit entschuldigen solle können; So wollen vnd befehlen Wir schließlichen hiemit, daß solch Vnser General-Mandat aller Arthen im Landt auff den Cantzlen zu dreh vnderschidlichen mahlen öffentlich verlesen auch sonsten im Landt hin vnd wider pnblieiert vnd affigiert werde. Dann daß meinen Wir so gnädigist als ernstlich. Geben in Vnserer Kayserlichen Residenz Stadt Wien den VierundzwanzigistenTag Marth im Aintausent Sechß-hundert Dreyvndvierzigisten Vnserer Reiche deß Römischen im Siben: deß Hungarischen im Achtzehenden vnd deß Böheimbischen im Sechzehenden Jahr- , Ferdmand m/p. I.. 8. H. F. v. Dietrichstein. M Nanäatum 8g.era6 Lassar-sas LlLMatis kroprium. Seyfridt v. Ehrnfels." Leider hatte dieses Patent, wie die im fürstlich Auersperg'schen Archive im Fürstenhofe zu Laibach aufbewahrten Schriften Nachweise», nicht die gehofften günstigen Erfolge. Die in Krain damals übliche Walddevastation wurde Vonseite der Regierung mit Erlässen vom 5. September 1739 und 13. Mai 1749 eingestellt; die Verordnungen von 25. August 1770, 23. November 1771 und 28. April 1779 bezweckten Schonung der jungen Waldpflanzungen, verboten den Eintrieb ies Gaißviehes in die Waldungen, befahlen die Ausrottung des Schwarzwildes (Wildschweine) in den Waldungen, empfahlen die Pflege und Hegung des Rothwildes, untersagten das Feueranmachen in Wäldern; in den Jahren 1781, 1785 und 1789 ergingen neuerdings scharfe Befehle gegen die mehr und mehr sich ausbreitenden Walddevastationen, im Jahre 1773 wurde die Verwendung der Birken-und Lindenstämmchen bei kirchlichen Prozessionen untersagt. Aus dieser historischen Skizze entnehmen wir, daß die Regierung das Ihrige zum Schutze der Waldungen gethau hat und daß Vonseite der Waldeigenthümer viel und durch Jahrhunderte gesündigt wurde. Es wird derzeit die Aufgabe rationell gebildeter Forstwirthe nnd Forstverwaltungsorgane fein, sich den Schutz der Waldungen in Krain ganz besonders angelegen sein zu lassen. Es ist Pflicht der Gegenwart, der Nachwelt einen entsprechenden, die Erfordernisse deckenden Waldbestand zu sichern und die Pflege des Waldes nicht allein der guten Mutter Natur zu überlassen, sondern auf dem Gebiete der Waldknltur dnrch Saat, Pflanzung und Schonung eifrigst Hand anzulegen. Vom Büchertische. Das 9. Heft des zweiten Jahrganges der im Verlage Leykam-Jofefsthal in Graz erscheinenden Monatsschrift „Heimgarten", herausgegeben von P. K. Rosegger, enthält folgende Aufsätze: Zwei Kreuze. Eine Erzählung von Anton Ohorn. — Hoch hinaus. Eine Erzählung von Marie v. Roskowska (Schluß). — Bei ihm zu Tische. Eine Erinnerung aus Studententagen von P. K. Rosegger. — Die Blume im Thale. Gedicht von Robert Hamerling. — Ueber das Volkslied. Von August Silberstein. — Aus dem neuen Tirol. Von Dr. Albert Jlg. Wie mit dem Herrgott ningegangen wird. Eine Geschichte mit einigen „Merks" von L. Anzengruber. — Abschied. Gedicht v. E. Obendors- — Der Sessel im Empfangsfaalc der Marquise von Pompadour. Von Dom Freason. — Mein süßes Kind, Du weißt noch nicht.... Gedicht von Hans Malser. — Der Naturforscher auf dem Pegasus. — Ein Rettungs-Hans ! — Ein Mann der Wunder. Gedicht v. L. Foglar. — Kleine Laube: Der Widerspruchsgeist als Hei-ratskandidat. Ein Schwank von P. K. Rosegger. — Bitt gar schon — singa lass'n! Gedichte in Salzburger Mundart von Dr. Märzroth. — Ein Jahr aus dem Leben einer Dorfschönen. Zu Papier gebracht von P. K. Rosegger IX. — Philosophie in der Bauernjoppe. Gedichte von Otto Ludwig Müller. — 's Jungferngift. — Ich möchte sterben. Serbisches Volkslied. — Bücher: Berliner Witz. — Schlitzwang. Ein Roman aus dem 8. Jahrhundert. Von Adolf Glaser. — Am Hochkar. Eine Novelle in Versen von Ernst Ranscher. Besprochen von Ernst Keiter. — Notizen. — Postkarten des „Heimgarlen." Bestellungen hierauf besorgt die hiesige Buchhandlung v. Kleinmayr L Bamberg. Lebensmittel-Preise in Laibach am 12. Juni. Weizen S fl. 10 K., Korn 6 fl. 1 kr., Gerste 5 fl. 20 kr., vafer 3 fl. 41 kr., Buchweizen 6 fl. 1 kr., Hirse 6 fl. 1 kr., Kukurutz 6 fl. 20 kr. per Hektoliter; Erdäpfel 2 fl. 50 kr. per 100 Kilogramm; Fisolen 10 fl. — kr. per Hektoliter; Rindschmalz 92 kr., Schwcinfett 82 kr., Speck, frischer 72 kr., geselchter 75 kr-, Butter 80 kr. per Kilogramm: Eier 1*/g kr. per Stück; Milch 7 kr. per Liter; Rindfleisch 54 kr., Kalbfleisch 52 kr., Schweinfleisch 68 kr. per Kilogramm-, Heu 1 fl. 60 kr., Stroh 1 fl. 42 kr. per 100 Kilogramm; hartes Holz ü fl. — kr., weiches Holz 4 ^ — kr. per vier C.-Meter: Wein, rother 24 fl., weißer 20 fl. ver 100 Liter. Verstorbene. Den 12. Juni- Alois Jeraj, Lederhändler und Hausbesitzer, 28 I., Karlstädtcrstraße Nr. 11, Lungentuberkulose. Den 13. Juni. Johann Perhauz, Handlungs-prakticant, 17 I., Florianigasse Nr. 12, Lungentuberkulose. Witterung. Laibach, 13. Juni. Morgens und vormittags trübe, nachmittags Aufheiterung, schwacher O. Wärme: morgens 7 Uhr 16'2°, nachmittags 2 Uhr --- 21'2" 6. (1877 285°; 1876 -j- 21'8° L.) Barometer im Steigen, 736 03 mm. Das gestrige Tagesmittel der Wärme -j- 20 5", um 2'1° über dem Normale. Gedenktafel über die am 15. Juni 1878 stattfindenden Li-citationen. 2. Feilb., Pernus'sche Forderung, Mittervellach, BG. Krainburg. — 3. Feilb., Pugel'sche Real., Podgoro, BG. Großlaschiz. — 3. Feilb., Hren'sche Real., Zagorica, BG. Großlaschiz. — 3. Feilb., Sterzinar'sche Real., Devence, BG. Lack. — 3. Feilb., Wernig'sche Real., Altlack, BG. Lack. — 2. Feilb., GasperiL'sche Real., Niederdorf, BG. Reifniz. — 2. Feilb., Tekauz'fche Real., Rakitniz, BG. Reisniz. — 2. Feilb., Krizmann'fche Real., Podtabor, BG. Reifniz. — 2. Feilb., Kosmerl'sche Real., Hrib, BG. Reifniz. — 2. Feilb., KraKnci'sche Real., Budanje, BG. Wip-pach. — Reass. 2. Feilb., Lessar'sche Real., Grdb. aä Reifniz, BG. Reifniz. — 2. Feilb., Debeuz'sche Real., Präwald, BG. Senofetsch. — 2. Feilb., Bencina'sche Real., Travnik, BG. Reifniz. — 2. Feilb., Kcrzc'sche Real., Kcr-zete, BG. Reifniz. — 2. Feilb., Bricelj'sche Real., Oberkaschel, BG. Laibach. — 1. Feilb., Ljubii'sche Real., Unter-schleiniz, BG. Laibach. — 2. Feilb., Hren'sche Real., Kom-polje, BG. Großlaschiz. — 2. Feilb., Marolt'sche Real., Großlaschiz, BG. Großlaschiz. — 2. Feilb., Hegler'sche Real., Podgoro, BG. Großlaschiz. — 2. Feilb., Mesojedec-sche Real./Gurkdors, BG. Rndolfswerth. — Relic. Ko-ritnik'scher Real., Haselbach, BG. Gurkfeld. - 1. Feilb., Ahlin'sche Real., Weißenstein, BG. Laibach. -- 1. Feilb., Roznik'sche Besitzrechte, Stoziea, BG. Laibach. Wiener Börse vom 12. Jnni. Telegramme. Berlin, 12. Juni. Eine kaiserliche Verordnung verfügt Neuwahlen für den Reichstag am 30. Juli. Der Kronprinz empfing nachmittags die Kvngreßbevollmächtigten separat nach Ländern. Die Reihenfolge im Kongresse wird die alphabetische sein; für ceremonielle Behandlung ist das Ceremoniell dem Wiener Kongresse entlehnt; die Wahl Bismarcks zum Präsidenten ist zweifellos Der Kongreß wird Geheimhaltung proklamieren; die mit Drucksachen für den Kongreß beschäftigten Arbeiter werden auf Verschwiegenheit vereidigt. Berlin, 12. Juni. Der Kaiser verbrachte den gestrigen Tag im Lehnstuhle und schlief nachts ungestört. Petersburg, 12. Juni. Das Fieber der erkrankten Kaiserin ist allmälig im Abnehmen, die Kräfte sind jedoch nicht im Zunehmen. Brüssel, 12. Juni. Die Liberalen gewannen bei den Wahlen im Senate die Mehrheit von drei, in der Kammer von zehn Stimmen. Aktgemeine staats-scknktl. Papierrente 63 70 Silberrente...........j 66'30' Goldrenle.............! 74-80 Staatslose, 1839. . . 1854. . . 1860. . . I860(5tel) 1864. . . Grnnäentkastungs-ivnen. Galizien .... Siebenbürgen . Temeser Banat Ungarn.......... Anäere össentliHe Ankelten. Donau-Regnl.-Lose Ung. Prämienanlehen Wiener Anlehen . . . Aetien v. Zanken. Kreditanstalt f.H.u.G Escompte-Ges., n.ö. . Nationalbank. Aetien v. Transport Unternekmunjien. Msöld-Bahn .... Donau-Dampfschiff Elisabeth-Westbahn Ferdinandö-Nordb. Franz-Joseph-Bahn Galiz. Karl-Ludwigk Lemberg - Czernowit; Lloyd-Gesellschaft . Geld Ware 63 70 63 75 66'30 66 40 74-80 74 85 334'— 335'- 108 50 103-75 114'— 114 50 122 75 123 — 138-50 138 75 86 25 86-50 76 50 77 — 77 50 78-— 78 50 79 — 104 60 104-75 79 — 79 25 94 — 94 25 23150 23175 819— 820 - 119 25 119-35 444 - 446 — 175 25 >175 75 2150 2155 134 — 134-50 251 75 .252 — 123 75 124'— 486 — 483'— Nordweftbahn .... RudolfS-Bahn .... Staatsbahn........... Südbahn............... Ung. Nordostbahn . . Vsamlbriese. Bodenkreditanstalt in Gold............ in österr. Währ. . . Nationalbank..... Ungar. Bodenkredit- . Prioritäts-Oblig. Elisabethbahn, l.Em Ferd.-Nordb. i. Silber Franz-Joseph-Bahn Galiz.K-Ludwigb,i.L Oest. Nordwest-Bahn Siebenbürger Bahn StaatSbahn, 1. Em. Südbahn L, 3 Perz. L5 „ . Krivatkose. Kreditlose.......... Rudolfsstiftung. . . Devisen. London Geld 109 50 117-50 260-50 75 — 115 — 109 25 91 — 99-10 95 50 92 50 105 — 89 20 10175 89'— 65 50 155 50 113— 91-25 164 50 1450 11810 Ware 110 — 118 — 260'— 75-50 115 50 109 75 9125 99 20 96 — 105 50 89-40 102 25 89 25 65 75 156'— 113 50 94 50 165 — 15 — Gektlsvrten. Dukaten.................561 20 Francs...............9-42*/, 100 d. Reichsmark . .>5810 Silber..................103-05 5 62 9 43 5820 10315 Telegrafischer Kursbericht am 13. Juni. Papier-Rcutc 63 85. — Silber-Rente 66 15. — Gold-Rente 74'80. — 1860er Staats-Anlehen 113 75. — Bauk-actien 826. — Kreditaetieu 234 80. — London 117 45. — Silber 102.80. — K. k. Münzdukaten 5 59. — 20-Fraues« Stücke 9-39. — 100 Reichsmark 57'95. echt, per Flacon 84 kr., stets frisch vorhanden bei l ILiU inxvl. (266) 2 Fracht- und Mgntbriefe mit Süd- und ^»dolfsbahnstcmpel stets vorrathig in V. Akeinrmlijr A F. Kamberg8 Buchhandlung in Laibach. AngekommeneFremde am 12. Juni. Hotel Stadt Wien. Bresl-mayr n. Entremont, Kflte., Wien. — Perz, Commis, Steyr. — Sartori, Ka-nischa. — Friedrich Amalie und Schmiech, Inspektor, Klagenfurt. — Fitz, Triest. Hotel Elefant. Altstädter, Groß-Kanischa. — Büchler, Agram. — Soukup und Fäber, Kauslte., Wien. — Nagy, Reis., und Gutts-bacher, Graz. — Prek s. Gemaliu, Marburg. — Haschuik, Pfarrer, St. Georg. — Rakofche, Pfarrer, Süßenheim. Hotel Europa. Wagner,Linz. Kaiser von Oesterreich. Pir-mann, Steiermark. Mohren. Hiter nnd Fili-panitsch, Belovar. Flaschenbier ^ (Märzen^Export) aus der ii ükr köbrRkr in Leopoldsruh bei Laibach wird in Kisten von 25 Flaschen aufwärts versendet. Bestellungen aus Biere in Gebinden und Flaschen werden direkt in der Brauerei oder in deren Depots mit Eiskellern: in Triest bei Herrn O. LorlE', Monte verdc Corso Nr. 43—45; Agram bei Herrn Anti,, «imkl, Seidenspinnergasse Nr. 512; Cilli bei Herrn ^iiton I'rixuei-, „Hotel Elefant", Ringstraße Nr. 32; Tarvis bei Herrn Lvonbnrckt II;renbuvk ? Krainburg bei Herrn kranr volenr, Handelsniann, und bei Herrn keter Handelsmann in Laiba ch, erbeten. (278) 1 Druck von Jg. v. Kleinmayr L Fed. Bamberg. Verleger: Ottomar Bamberg. Für die Redaction verantwortlich: Franz Müller.