Nr. 55. Dienstag, 9. März 1886. 105. Jahrgang. Leitung. An"MU^'°'^^ Postversenbu»,,! g°n,<ährin fl, 15.. haltiahiiss fl, 7,5«. Im Comptoir: '^^ .»ftrate b,s z,i 4 Zcllcn 25 li.. «rößcrc pr, ^cilv U lr.,- bei oslcrcn Wlcdclholimsscn pr. ^c,Ic » ll. Die „Laibachci .^citiüin" cischeint täglich mit N>i5nahme bcr Sonn- und Fcieitagl. Dii Ndmi«5>, die Nrdaction lwirnclflrnße ^5>. — Unftanfieitc Vrieft Amtlicher Hheil, .,. .^e. k. und k. Apostolische Majestät geruhten aller-^aolgst zu erneunen: den Fcldmarschatt-Lieutenant ^"^un Freihcrrn von Reinländcr, Commandanten dps i3'^a"^ric-Trl!ftpendivision, zum Commandanten d°. ^'^rps nnd Landwehr-Counnandanteu in Brüuu; ^" Mdmarschall-Licuteuaut Johann Freihcrrn von AcUdstätten, Commandanten der Mustü"dige Sitzilug der'Discussion von Ini-ders^ "^ägen gewidmet. Ogleich sicherlich nicht alle Wir si ^'^ Gesetzeskraft ansreifcn werden, so begrüßen volle A 1 "^ bem Gefühle der Dankbarkeit.' Wert-chre,'^ ?^uusscn enthält schließlich jeder nnd jeder legt HauspK Zeuguis ab für das anf beiden Seiten des ^' vorhandene Bestreben, das öffentliche Wohl auf dem Wege der Gesetzgebung zn fördern. Den Anfang der Sitzung bildete leider wieder ein Ordnungsruf. Dr. Pattai hatte in der letzten Sitzung in seiner Rede zu Guusten der Börfesteuer den ungarischen Ministerpräsidenten v. Tisza und dessen Regiernngs- llnd Venualtnugs-Principicn angegriffen, nnd dafür ereilte ihn heute der verdiente Ordnnngsrnf. Den größten Theil der heutigen Sitzung nahm die Discnssion des Türkischen Börsenstener-An trag es in Anspruch. Leider schweiften anch heute gerade so wie das letztemal fast sämmtliche Redner weit vom Gegenstände ab, und anstatt der Frage der Vörscnstcncr wnrde die Iudenfrage discutiert. Abgeordneter Superintendent Hanse sprach in geist- und würdevoller Weise gegen den Antisemitismus, gegen die Verhetzung von Rassen nnd Confessionen, gegen die Intoleranz nnd Verfolguugs-wnth. Der Präfiocnt sah sich zweimal genöthigt, den Redner, der gar zu weit vou dem in Verhandlung stehenden Gegenstand abwich, zur Sache zu crmahucu, mau wird iudesseu den Irrthum des Abgeordneten für Viclitz immerhin entschuldbar finden müssen. Aus der Börscnstcnerdebattc möchten wir noch hervorheben, dass der Abgeordnete Obrcza, der znrrst, und zwar bereits in der vorigen Legislaturperiode, eiuen Börsensteuer-Antrag gestellt hat,' für das Princip einer pcrcentuellcu Vesteueruug eiutrat (im Gegensah zur Idee einer fixen Gebür), und dass Dr. Pattai in einer sehr gclnnge-nen Rede vom Antisemitismus so viel über Aord zu werfen suchte, als dies bei seiner bekannten Stellung nnr irgendwie znlässig war. Die Schlussrcdc des Abgeordneten Türk, die ihm einen Nnf zur Sache von Seite des Präsidiums zuzog, verträgt weder noch verdient sie eingehendere Behandlung. Die Anträge der Abgeordneten Richter nnd Genossen auf Eiurichtuug von Arbciterzügeu und Äe-willignng von Preisbegünstiguugen auf dcu Bahnen für Arbeiter nnd von Sirgl und Genossen anf Prüfung der in Bezug auf deu Legalisicrnngszwang bestehenden gefetzlichen Bestimmungen wurden, der erste dem Elsenbahu-Ansschusse. der letztere ciucm Spccial-ausschusse zugewieseu. Ein Antrag des Abgeordneten Ritter von Jaw or ski auf Einführung vou Retorsions-Getreidezullen wurde einem speciellen Ausschusse zn-gewiescu. Widerspruch fand der Iaworski'schc Antrag auf keiner Seite, Abgeordneter Schwab vom Deutschösterreichischen Club' nnd Abgeordneter Türk (Antisemit) sprachen beide für denselben. So gerechtfertigt der Ruf der österreichischen Laudwirtschaft nach Schutz gegen die überseeische und rumänische Concnrrcnz und gegen die Wirkung der neuesten deutschen Zollgesetzgebung auch sein mag, wird man doch den Ruf nach Vorsicht, den der Abgeordnete Schwab erhob, den Hinweis auf das Interesse des Eonsumenten nicht überhören dürfen. Die nächste Sitzung des Abgeordnetenhauses findet erst Freitag den 12. l. M. statt. Hanptgegenstand, wenn nicht alleiniger, der Berathung wird die erste Lesnng des Scharschmid'schcn Sprachcnantrags sein. Lebhafte Discussioncn stehen uns demgemäß bevor, Dis-cussioncn, von denen wir nnr wünscheu können, dass sie der guten Sache der Förderung des nationalen Friedens dienen möchten. Nur wünschen, aber leider kaum — erhoffen. Die gestrige Sitzung nahm folgenden Verlauf: Die Regierung legt einen Gesetzentwurf vor, betreffend das Stcncrprovisorium währeud der Monate April nnd Mai 1»»tt. Die Abgeordneten Dr. Ja q ues, Dr. Rosen nnd Genossen bringen einen Antrag ein, betreffend die Entschädigung für unverschuldet Ver-nrtheilte. Die Abgeordneten Mauthner, Dr. Winter holler und Genossen beantragen ein Gesetz, betreffend die Begünstigung von Neubauten mit kleinen, billigen Wohnungen. Die Abgeordneten Dr. Fu ß und Genossen interpellieren den Unterrichtsminister, ob sich die Nachricht bestätige, dass das czechische Privat-Uutergymnasium in Tropftau vom Staate übernommen werden solle. Vor Ucbergang zur Tagesordnung kommt der Präsident auf ein Vorkommnis der letzten Sitzuug zurück, nämlich anf einen Paffus der Rede des Abg. Pattai, in dem bezüglich der Politik des ungarischen Ministerpräsidenten von Tisza der Vorwurf der Pflichtverletzung liege. Er erklärt, dass er nicht gestatten könne, dafs gegen den Leiter der Regierung der anderen Reichshälftc ein so unbegründeter Vorwurf erhoben werde, und ertheilt deshalb den, Abg. Dr. Pattai den Orduungsrnf. Hierauf wird die erste Lefung des Antrages der Abg. Türk und Genoffen wegen Einführung einer Vörsensteuer fortgesetzt. Abg. Obreza schildert dcu Verlauf der Verhandlungen über die Vörseusteuer in der vorigen Session im Subcomite' des Gebüren-ausschusses und im Ausschusse selbst. Er erklärt sich dafür, dass an das bereits gewonnene Materiale an« geknüpft nnd nicht erst die Regierung zur Einbringung eiuer diesbezügliche» Vorlage aufgefordert werden solle. Jeuill'eton. y Zisseuuerpoesie. "ärchen^°" dm Hel^n romantischer Kinderranb-^hne der ws braunen Gesellen, die sich gerue die swumen U?"eu neuncu, obgleich sie ans Indien vollen Schleiß "wderne Forschnng den gchcimnis-. ^le gebrackl ^Wg,m '"'d ""s mlf die richtige Mnheitcu d^'s/" Herkunft, Lebensweise und Ge-^udien von I /" beurtheilen zu köunen. Seit die unklarer Velln,,,k ""d Miklosich an die Stelle 6eW haben ?"M" Positive wissenschaftliche Daten rung der .'^' ^mlbMbcn ein reger Eifer znr Kla-Mrt auck, A?"""<" Fragen erwacht. Bekanntlich lhern un^bÄ5V I"sef z" dm eifrigsten For-3t? 'hm lias,.',, «ennern der Zigeunersprache, uud A?' des Kro ,r!"^ " ^"' ^sw' ethnographischen ^eseu der m? M" interessaute Abschnitte über das , Aber mN^^'" ^'^'uner zu erwarten. °?s innerste N s ""!"^ ""s einen so tiefell Blick in Uesie desselb3, '" ^"^ ^°"es zu eröffnen, wie die ^Usloc f "' - "b deshalb hat sich Dr. Heinrich von VZ der Me^ ^dienst um die Förde- ^"chlein über 3'^?^li'e erworben, als er jüngst ein 5""er veröffeut.^. "^"'s'' ^r siebenbürgischen Zi-«"EmftsiA^ aus welchen! wir ein Bild von Fben ge o u?"? "^ ^" Lebensanschannnqeu der-lutor iu um ^'?r Schm. früher hatte derselbe ^^bn.. ab7 i^'s"/"' P^beu dieser Poesie "lesmal ist ff,,,«. Sammlung eine weit vollständigere, da sie nicht bloß kurze vierzeilige Ge-dichtchcn. zumeist lyrischen Charakters, sondern anch Balladen, Märchen nnd Sprüche bringt. Die erste Sammlung der Zigcunerpoesien war von folgenden charakteristischen Versen eingeleitet, welche anch dem nenen Buche als Motto dicneu könnten: Meinen Vaier kannt' ich nicht, Mir an Frcnnden es aMicht; Meine Mittler längst schon starb Und mein Liebchen längst verdarb; Dn allein, o GcilMllanss, Ziehst mit nnr die Welt entlang. Mit demselben Ausdrucke düsterer Schwermuth beginnt auch die neue Sammlung, dcrcu erstes scchs- > zeiliges Gedicht in einer annähernden Uebersetzung lautet: ' fröhlich eilt der Vach dem Teiche zu; In den tiefen Teich die Ruse sanl, Und darüber ist mein Herze lrant Keine Rose l'lilht mir, finde leine Rnh', Und das brennt mich. bringt mir noch den Tod, DasS ich nimmer sinde meine Rose roth. Der Kreis von Ideen nnd Empfindungen, welche diese Gedichtchen umfassen, ist natürlich käu großer; Liebe, zumeist iu ihrer sinnlichen Bcdentuug, Freude am Essen und an bnnten Kleidern und Anhänglichkeit au Mutter — vom Vater ist selten die Rede — bilden den Grnndsluff dieser Dichtnugcn. Natürlich fehlt es an cynischen Wendungen nichts doch kommen anch humoristische und witzige Bcinerkuugen vor, wie sie dem ^ verschlagenen Wesen der Zigcnner entsprechen. Einen neuen Blick eröffnen nns die sogenannten «Balladen», welche nicht im streng der Poetik entspre- chenden Sinne aufzufassen sind, aber in der eigenthümlichen Fassung nnstreitig volles Interesse erwecken. Die folgenden Beispiele, welche ich aus den ungarischen Proben'Wlisloczki's übersetzt habe, mögen ein Beispiel dafür geben: 1. Das Mädchen und der Tod. Im Waldcsdunlel und im Wind Da sitzt ein schön' Zigeunerkinb Im Vaumesschattcn qanz allein Bei rother Flamme Feuerschein. Sie singt mit Liebesllagcton, Ein schöner Manu, ach, nahet schon. Der küsst sie aus den rothen Mund, Und liisst ihr säst die Lippen wund. Er weilt bci ihr die ganze Nacht.... Die Hähne kräh'n, der Taa. erwacht! Die Vösslein singen voller Pracht. O, sag' es mir, du Liebster mein, So sag' mir doch den Namen dein, Wo kommst du her, wer magst du sein? «O frage nicht und dränge nicht, Du müsstest sonst verderben Und, ach, noch henlc sterben!» So sag's mir nur, dn schöner Mann, Wie ich dich, Liebster, nennen lann, Wer bist du, der mich ganz gewann. «So wisse denn. so ,>"« ^"',?H. Der Tod ist's, der dich h"" "n "ssl, Die Misse mein dein Leben zahlt. Nun h"b' ich °U^ dir gesagl O hättest du doch me gefragt!» Laibacher Zeitung Nr. 55 454 9. März 1886. Er beantragt deshalb und um diese Angelegenheit zu beschleunigen und endlich einmal einem Resultate zuzuführen, Zuweisung an den Steuerausschuss. Abg. Dr. Theodur Haase erklärt sich mit der Begründung, welche der Antrag von antisemitischer Seite gefunden, durchaus nicht einverstanden. Es sei dies eine rein wirtschaftliche, finanzielle Frage und durchaus nicht eine Fra^e der Religion, der Rasse, wie dies die antisemitische Seite bezüglich der Börsensteuer betont. Der Antisemitismus sei eine Schmach für das Jahrhundert, eine Verleugnung der Cultur, der Menschen« und der Christeuliebc; es sei eiu Krieg, der mit Leidenschaft und mit den niedrigsten Mitteln geführt werde und wobei man sogar fo weit gegangen sei, das Ammenmärchen von den Blutbeschuldiguugen ueu aufzuwärmen und ihm sogar einen scheinbar wissenschaftlichen Aufputz zu geben. (Abg. Schöuerer ruft: Wo ist die Leiche der Esther Solomossy?) Der Antisemitismus ziehe immer weitere Kreise; man hetze in Büchern, in Zeitschriften (Schönerer: Sie sollten Ehrenjude werden); so sei erst kürzlich in einer Posener Zeitung ein Werk angekündigt, das die im Jahre 1199 erfolgte Durchbohrung von drei Hostien durch Juden schildere. (Präsident ermahnt den Redner, zum Gegenstande zu kommen.) Redner erinnert an Erlässe des Kaisers Josef II. zu Gunsten der Iudeu und spricht schließlich den Wunsch aus, dass sich die gesunden Elemente aller Nationen die Hand bieten mögen zur Unterdrückung des Antisemitismus, damit durch denselben nicht die Geister verwirrt, nicht die Gemüther verroht werden. (Beifall.) Abg. Freiherr von Oppenheimer erklärt sich principiell mit der Börsensteuer einverstanden nnd verwahrt die liberale Partei gegen den Vorwurf, dass sie die Ursache sei, warnm diese Steuer noch nicht eingeführt ist. Die Hauptsache sei die Schwierigkeit, welche sich der Durchführung eines richtigen Steuerftrincipes entgegenstelle. Redner hält die Contingentierung der Börsensteuer für das entsprechende Princip. Abg. Dr. Pattai polemisiert gegen den Abge» ordneten Haase, dessen Rede in eineil Hymnus für die Indenfchaft und in Declamationen für die Nothwendigkeit der Eindämmung des Antisemitismus ausgeklungcn habe. Er erklärt sich gleichfalls für das Princip einer percentualcn Börsensteuer, doch müfse der Procentsatz etwas mehr erhöht werden, wenn die Börsensteuer überhaupt einen Ertrag abwerfen und das Ganze nicht ein Schlag ins Wasser sein soll. Er spricht sich für eine mäßige Besteuerung der Waren« und Effectenschlüsse ans, wünscht dagegen eine schärfere Behandlung der Differenzgeschäfte. Abg. Türk hätte gewünscht, dass der Abgeordnete Haase einen Theil seiner angepriesenen Menschenliebe auch den Antisemiten widerfahren lasse. Er beharrt bei seinem Antrage, die Börsesteuer eiuem eigenen Ausschusse zuzuweisen, weil die Vorbcrathung, wie es die Erfahrungen bei derselben Angelegenheit im deutschen Reichstage gezeigt haben, die volle Thätigkeit eines Specialausschusscs in Anspruch zu nehmen geeignet ist. (Beifall links) Bei der Abstimmung wird der Antrag auf Zuweisung an einen eigenen, aus dem ganzen Hause zu wählenden 24glledrigen Ausschuss mit 99 gegen 96 Stimmen angenommen. Abg. Richter begründet seinen Antrag wegen Schaffuug von Arbeiter-Eisenbahn-Fahrkarten uud führt aus, dass dieser Antrag die unerlässliche Voraussetzuuq zur Schaffuug von Arbeiter - Colonieu in der Nähe großer Städte sei. — Der Antrag wird dem Eisenbahn-Ausschüsse zugewiesen. Abg. Siegl begründet seinen Antrag anf Prüfung der gegenwärtigen Bestimmungen über Lcgali-sieruug und erklärt, jede Regieruug uud jede Majorität werde sich große» Dank erwerben, wenn sie den Legalisierungszwang abschaffen oder wenigstens erleichtern würde. (Beifall,) Abg. Swoboda bezeichnet den Legalisierungs' zwang als eine der unpopulärsten Maßregeln, die trotzdem nicht vor Umgehungen uud vor Irrthümern schütze. Auch die Kostspieligkeit des Legalisierungszwanges sei in Betracht zu ziehen. Abg. Dr. Kronawctter bemerkt, dass der Legalisierungszwang nur eiuer theoretische» Schrulle des Justizministeriums im Jahre 1871 cntspruugcu sei. Es sei uuverautworltich, wenn man der Bevölkerung so schwere Lasten auferlegt, ohue dass der Staat einen Nutzen davon hat. DerLcgalisicruugszwaugsei ganz überflüssig, wenn alle Zuschriften genau uach den Vorschriften erfolgen. Unter Hohenwart sei das Gesetz gekommen, nnter Aucrsperg geblieben, und jetzt sei auch keine Aussicht auf seine Abschaffung. (Beifall links.) Der Antrag wird einem aus 18 Mitgliedern bestehenden, aus dem ganzen Hause zu wählenden Ausschüsse zugewiesen. Es folgt die erste Lesung des Antrages des Abgeordneten Iaworski uud Genossen, betreffend die Einführung von Eingangszöllen auf Getreide. Abg. von Iaworski führt aus, dass die Nothlage der landwirtschaftlichen Bevölkerung nicht so sehr durch den Preisrückgang, als durch die Unmöglichkeit der Verwertung der landwirtschaftlichen Producte hervorgerufen sei. Es handle sich mit dem Antrage darum, die Möglichkeit zu schaffen, dass der Cousum des Inlandes durch den Ertrag des Inlandes gedeckt werde. Die Convention mit Rumänien, die hauptsächlich aus politischen Rücksichten geschlossen worden sei, habe große wirtschaftliche Nachtheile gebracht. Die Feststellung der Zölle, wie sie von Deutschland angenommen wurden, seieu nicht genügeud. (Beifall.) Abg. Schwab betout die Wichtigkeit des Gegen-standcs mit Beziehung auf die Lage der Landwirtschaft und beantragt die Wahl eines eigenen 24gliedrigm Zollausschusses. Abg. Türk begrüßt den Antrag Iaworski im Interesse der Landwirtschaft mit Befriedigung uud hofft, dass sich aus dcr Einführung der Gctreidc-zölle die Zollunion mit Deutschland entwickeln werde. — Der Antrag wird einem eigenen Zollausschusse zugewiesen. Politische Uebersicht. Inland. (Gemeinsame Ministerconferenzen.) Ministerpräsident Tisza wurde Samstag vormittags von Sr. Majestät in längerer Audienz empfangen. Von 12 Uhr mittags bis 4 Uhr nachmittags faud im Palais des Ministerpräsidiuins eine gemeinsame Miuistercou-ferenz statt, der die Minister Graf Taaffc, Duua-jewski, Varou Piuo, Tisza, Graf Szapary uud Barou Orczy beiwohnten. Es konnte nach einer Meldung der «Bud. Corr.» weder inbetrcff der noch nicht festgestellten zwei Tarifposten, noch bezüglich der zwei Differenz-puukte im Bankstatut, noch über die Veterinärconven- tion eine Verständigung erzielt werden. Sonntag fand uutcr Vorsitz Sr. Majestät eine gemeinsame Minister-berathnug statt, zu welcher Minister Graf SzecheM in Wien' eingetroffen ist. Es ist dies für jetzt jeden» falls die letzte gemeinsame Ministerberathung. (Parlamentarisch's.) In der Samstags-sitzuug des Vildgetausschusscs erklärte der FmauznuM-stcr, ob die Steuerreform noch iu dieser Session vor das Haus komme, häuge davon ab, ob die Ausgleichs-vorlagen noch in dieser Session verhandelt werden müssen. Die Frage betreffs Einführung einer kleineren Münzeinheit stehe mit dem gauzeu Complexe des Mü»^ weseus im Zusammenhange, uud seicu die Verhandlungen noch in der Schwebe, weshalb er sich noch mcht aussprechen könne. Der Ausschuss nahm die Resolution, dass die Frage einer geringeren Münzeinheit als der Guldeu erwugeu werde, an. Die Resolutionen betreff» der Ermäßigung d?r Salzpreise und der Wieder-eiuführuug des Viehsalzes wurden vom Ausschusse ^ geuommen, ebenso der vom Abg. Hierotiu wegen Alls-üliuug einer Pression anf die Regierung gestellte Antrag, die Salzeinnahmen nm eine Million niedngel einzustellen. Der Regieruugsvertreter verwies anf dlk fchwebendeu Verhandlungen mit Ungarn. (Bisch ofsconferenz.) Mit Bezug auf die lM vor kurzem stattgefundene Vischofsconferenz wird nach' träglich gemeldet, dass dieselbe zu einer vollständige" Erledigung der Congruafrage geführt habe. Ueber die Verhandlungen selbst wird strenges Stillschweigen beobachtet. (Diplomatisches.) Der österreichische Gesang in Belgrad, Graf Khevenhüller, dcr sich seit elMgtt Zeit in Wien befindet, kehrt heute nach der serbische" Hauptstadt zurück. Anstand. (Im deutschen Reichstage) wurde Samstag die Debatte über das Branntwein-Monopol zn ^ geführt. Abgeordneter Buhl gab im Namen der ^ tional-liberalen Partei die Erklärung ab, dass b.W" einmüthig gegen das Brautwein-Monopol stin^ werde; sie könne es nicht verantworten, dass »lehr " W0 000 selbständige Existenzen vernichtet werden solU^ Auch politische Bedenken sprächen dagegen, 70000 ^ . schleißer, die in so stetigem Verkehre mit dem Publlcu stehen, in die Macht der Regierung zu geben und > politisch abhängig zu machen. Die Ertragsberechl'^ leide an dem Fehler, dass sie die Ucbcrpruductiott u>^ iu Ncchuuug ziehe. Zu eiucr Erhöhuug dcr Ära" weiusteuer würde die national-liberale Partei aber. Hand bieten. Die Vorlage wurde an eine EommW verwiesen. ^ (Der Strike von Decazeville.) ^ einem Pariser Telegramm war die Hoffnung eine l.^ qerische, dass mit Schluss der Woche dic Znstände Dccazcville sich besser» werden. Der Strike danerN uud wie dies bei solchcu Conflicten stets dcr Fa"H sein pflegt, steigert sich mit dessen Verlängerung ^ die Erbitteruug, da untcr den Strilenden die 5MY fühlbar zu machen anfängt. «,^< (Der Friede von Bukarest.) Der "s-tausch dcr Ratificationen des Vukarester 3^ ^ss vcrtrages dürfte iu der Weise vor sich gehe", ^ ciu Exemplar des letzteren vom Sultan """ heN anderes vom Fürsten Alexander unterfertigt II. Der ferne Geliebte. Mütterchen, wie leib' ich schwer, Finde keine Freude mehr; Ach, mein Liebster weilt so fern, Darum stürb' ich gar so gern. Theures Mädchen, Btumc mein, Ach, dein Leiden macht mir Pein. , Will mit feinen Leckereien Dir den Liebsten wieder freien. Mütterchen, wie leid' ich schwer, Finde leine Freude mehr. Ach, mein Liebster weilt so fern, Darum stürb' ich gar so gern. Theures Mädchen, Vlume mein, Ach, dein Leiden macht mir Pein. Will ein Haus aus Zucker laufen, Dann kommt er gewiss gelaufen. Mütterchen, wie leid' ich schwer, Fmde leine Freude mehr. Ach, mein Liebster weilt so fern, Darunl stürb' ich gar so gern. Doch als starb das schöne Kind. Kam der Liebste gar geschwind, Küsst' die Todte auf den Mund. Und dcr Knss macht' sie gesnnd. Zum Schlusfe mögen noch einige charakteristische Sprichwörter der Zigeuner angeführt sein, welche die praktifchc Lebensweisheit derselben in seltsamer Beleuchtung zeigen. Hier einige dcr bezeichnendsten: Dem Richter ziemt der Stock, dem Priester die Bibel. Wer stets anf Gott vertraut, wird nicht fett. Ein Weib, das den Mann nie betrogen, ist so selten, wie ein singender Flsch. Eine Ehe ohne Kind ist wie die Schmiede ohne Hammer. Der Nachbar ist gut, wenn man ihm was stehlen kann. Seinen besten Freund sieht jeder nur im Spiegel. Eine Geige ohne Saite ist wie ein Haus ohne Frau. Alle Wege führen ins Grab. Der Gram ist der Zahnschmerz des Herzeus. Es schien mir besser, ohne viele Reflexionen uud verwäffernde Bemerkungen den Lesern das interessante Material zu bieten, damit es ihrer Phantasie, ihrer eigenen Forschung überlassen bleibe, aus den angeführten Beispielen den Schluss auf das Wesen des Volkes zu ziehen, dessen Geistesblüten diese Dichtungen bilden. Dr. Sigmund Sonnenfeld. Glaube und Herz im Kampfe. Eine Erzählung aus dcm Leben. Von Harriet Vrknewald. (Fortsetzung.) Das schöne Farbenbild der scheidenden Sonne verlor allmählich seinen glutathmendcn Purpurschimmer. «Wirst du nie den Glaubeu an meine Liebe verlieren?» klang es plötzlich, mitten in Daniels Wortc voll heißer, glühender Leidenschaft, ernst, feierlich von Annie's Lippen. Der junge Mann blickte sie nnen Moment starr an: «Annie!» rief cr schmerzlich, «was hat dich auf solch eiuen Gedanken gebracht?. «Unser Schicksal, uusere Verhältuissc,» gab sie rasch zurück. «Eiu schwaches Herz tö'uute mit der Zeit irre wcrdeu an dem Glaubeu eiuer ewigeu Liebe uud in solch einem hcrbcu Kampfe die Treue einbüßen.» In diesem Momente lag ein trüber Schatteu über den schöuen Augen dcr juugcn Dame. Doch er schwand ^ Ms rasch, als ihr Blick dem des Geliebten begegnete- ^ ihr aus seinem Autlitze entgegenstrahlte, das A^„g, Ausdruck einer unwandelbaren, heiligen ^^saa^ die uur iu einem kraftvollen Herzen Wurzel l^v^ach das sich eher vcrbluteu würde, als treulos und ,^ iu seiuem Gefühle zu werden. . ^A Annie schmiegte ihr Haupt an Daniels ^ «Meine Lebenssoune, mein Lebenslicht!» kam '.^„ig ein Hauch iiber ihre Lippen. Die reinste ANg des Weibes lag in den zwei Worten. «nB^ Schwer nnd düster rollten jetzt die Meeres ^ über die endlos scheinende Wasserfläche hin- ?" ^ Minute trug das Schiff das junge Paar nay' nähcr seinem neuen Heim! , ..^ ^ Dunkel war ihnen die Zukunft, verschw^^ Pfad. den sie wandeln sollten, nur zwei ird'pie ^d folgten beiden in das ferne fremde Land -^ Trene! !V. Capitel. HM. Mehr als ein Jahr war verflossen. ^' IlF kraftlose Wintersonnc neigte sich zum Untcrga ' ^y letztcu Strahlen fielen in den Ladcn der iw« " ^hre Osterlitz. Die alte Frau war in dem e' ^^ äußerlich mcht älter geworden, aber aus 'y . ^>" sprach doch ein verschlossen getragenes Lew- ^ ^' Mutter hatte iu der gauzen Zeit auch mcht Hc< uou ihrem Stthuc erhalten. Das nagte an "^g dc> dcr einsamen, verlassenen alten Frau, tne ^ e Kinde geopfert und uun, statt Fr"lde "" ^.,,g, lcbcu, uur Kmumcv und Schmerz zürnn Lllibachcr Zeitung Nr. 55 45b 9. März 1>W. Aud. Diese beiden Exemplare bilde», zusammen einen «ct des Natifications-Instrnments. Seitens Serbiens WW der andere Act der Ratifications-Urknndc der -Pforte in doppelter Ausfertigung übergeben, welche em Exemplar derselben nach Sofia übersendet. Tagcsucuiglcitcn. Se. Majestät der Kaiser haben, wie das «Pra. ger Abendblatt» meldet, der Gemeinde Skalitz znrVe-Mltung der Schnlballkosten 200 fl. zu spenden geruht. ^- (Erzherzog Karl Stefan in Lussin-brande.) Se. k. Hoheit Erzherzog Karl Stefan und ^lne bauchte Gemahlin sind Samstag mn 2 Uhr nach ""tags auf der Yacht «Fantasie» in 'Lussin-Grande ein-Mroffcn, Der Hafen und die Stadt waren festlich gc-Mnlckt. besonders der Landungsplatz, woselbst ein Pa-^lUon zur Begrüßung errichtet wurde. Das städtische Wahr-Men. der Uskokcnthnrm. war reich bewimpelt und mit Matrosen besetzt. Pöllcrschüsse und Glockengeläute vcrkün-"8 en die Ankunft der Yacht. Auf den Oalabootcn des vascncapitanates fuhreu der Bczirkshaufttmann Truxa h» ^" Hafeucapitäu Morin entgegen, llm sich an Bord st tt ^'" erzhcrzoglichen Paare zur Verfügung zu l>,w ' ^ ^"pitänsbootc, welches die kaiserliche Standarte ^'schifften sich Erzherzog Karl Stefan nnd Gemahlin ^ , "^' Bürgermeister, an der Spitze der Gemeinde-m "lug. bcgrilftte dieselben, nachdem sie gelandet, im camen der Bevölkerung, woranf ein weißgekleidetes Mäd-Orl Erzherzogin ein Bouquet aus Myrtcu uud m '^" überreichte. Hierauf begab sich das erzhcrzoglichc bildet "' ^^ Kirche, vor welcher die Schuljugend Spalier Sch,.^.'"nb sodann in die erzherzoglichc Villa, an deren Ali?,! ^" Mädchen abermals ein Bouquet überreichte. Ca, l ^ Belcuchtuug der Stadt, des Hafens, des Mauats-Dampfcrs nnd der übrigen Schiffe statt. ^ ^'(Jubiläum des Papstes.) Man schreibt Nril>s4 ^' ^ass ä"l würdigen Feier des fünfzigjährigen ^ 'Jubiläums Sr. Heiligkeit des Papstes Leo XIII. nächsten Jahre schon jetzt allenthalben in der tathu-'^tveck l ^ Vorbereitungen getruffeu werden. Zu diesem sich ^ !'^ in Rom ein Ceutralcomite" gebildet, welches ^ ^uch mit dem Prujccte der Veranstaltilng eiuer intcr^ liiw'^" Ausstclluug christlicher Kunstgcgcnstände an« >»"N) der Inbiläums-Festlichtciten beschäftigt. ^ "" (« Nenes Lebcn blüht ans dcn Nni ->vtssl>ns!f. ^"^ Herrn Dr. Schlic m ann, den berühmten in ' '"Michen Forscher, hat sich das schöne Dichtcrwort alis?'^lnucr Weise bewährt. Er hat dicscrtagc, wie viertel - buchtet wird, in dem vornehmsten Stadt-Man ,"" '^"^ ^ür 600000 Mark angekauft. Wenn eifria ' ^"'^" wusste, dass Dr. Schlicmann nnr darnm dienst'" "^" classischer Erde wühlt, um der Wissenschaft tauben ^ erweisen, löllnten abergläubische Gemüther ' Dr. Schliemann sei ^ ein Schatzgräber. Noch i^ (Die erste Liebe.) Sie: «Du liebst mich doch lnei„e ""'-' " ^: «Wie sollte ich nicht! Bist du doch Nam, ""^ "nzigc Liebe.» — Sic: «O du böser Nisi,,«.'^"zähltest b" lnir doch uculich, du hättest eiust 'Nein, ^""^" Anna geliebt.» - Er: «Freilich, sie war iwttte und einzige Liebe.» Der Earneval. O, du berückender, Mädchen entzückender, Frauen erhebender, Herzen belebender, Taschen ausleerender. Schulden vermehrende Mchtelann tagender Tollheiten wagender, Lurns entfaltender, Nimmer veraltender - Herrlicher Carneval! Seidrfammtraufchcnder. Noben ausbanschendcr. Edrlstcinstrahlcnder. Goldiger, prahlender, Vlumen reich spendender, Schmachtender, tändelnder. Flimmernder, gleißender. Liebe verheißender, ssrackdominierendcr, Claqncparadierender — Herrlicher, reizender Karneval! O, du trompetender, Lockender, flötender. Tanzender, schwingender. Jauchzender, singender, Herzender, springender, Geigender, klingender, Hüpfender, schwebender. Göttlich belebender, Keck musicierender, Lustig marschierender - Herrlicher, reizender, prächtiger Carncual! O, dn nie pausender. Ballsälrhausendcr. Czardasentbrcnnender, Cotillonrennender, Walzer sich drehender. Dameuwahlslehrnber, O, quadriliierender. Flott galoppierender, Fanfaren blasender, Mazuvkarasender — Herrlicher, reizender, prächtiger, hinlmlischcr Carncval! O, du verjüngender, Unlustbezwingcnder, Frohsinncrweckcnder, Schelmischer, neckender, Lebenversüßcnder. Träumerisch fließender, Champagnerströmcndcr. Sorgen nns nehmender, Märchen hinmalender, Nicht zu bezahlender — Herrlicher, reizender, prächtiger, himmlischer, göttlicher Carneval! Local- und Prouinzial-Nachrichten. Gemeinderatl). (Schluss,) GR. Valentincic referiert namens der Stadt-vcrfchöneruugsscction über die Herstellung eines eisernen Gitters ober den Stufen vor dem Tivoli-Schlossc. Referent beantragt, es mögen das Pflaster nnd die Stufen theil-weise umgelegt, theilweisc durch neue Stücke ersetzt werden. Die Stciumetzarbeiteu würdcu 2U2 fl,, das aus gcgosscuem Eisen von der Fabriksftrma Tönnies herzustellende Gitter 480 sl, losten, insgesammt also 809 fl.; Referent beantragt die Genehmigung diefcr Anträge. GN, Nolli bezeichnet den Preis für das gusseisernc Gitter als zu hoch uud glaubt, es werden sich durch eine Concurrenzausschrcibuug billigere Preise crzieleu lassen. Ueberhaupt aber scheme ihm ein gusseisernes Gitter viel zu schwer für diesen Platz. GR. Dr. Ritter von Blei weis - Trsten isti cntgegnct, es verfüge in Laibach niemand über Einrichtungen zur Erzcuguug gegossener Eisengegenstände, als die Fabritsfirma Tönnics. In der fürstlich Aucrspcrg'schcn Eisengießerei ill Hof seien wohl derartige Eiurichtuugeu. allein wcuu man das Gitter dort auch billiger herstellen würde, wären die Transportkosten sehr hoch. Bürgermeister Grasselt, erklärt sich gegen den Antrag, das Gitter aus Gusscisen herzustellen. Der Platz sei jedermann zugänglich, daher der Beschädigung sehr ausgesetzt. Mau sehe doch nur das Gitter aus Gusseisen bei dem Oberrealfchulgcbäudc au nnd betrachte, was für Beschädigungen zwei bösartige Burschen dort augerichtcl habcu. Zudem sei das gnsscisernc Gitter dort nicht pas« send. Der Herr Bürgermeister empfiehlt, es möge das städtische Äauanlt beauftragt werde««, rasch eine» Entwurf dem Gemcindcrathe vorzulegen, demzufolge das Gitter aus Schmicdeifeu hergestellt werden soll, dessen Kosten zudem geringer sein würden, als jene für ein gusseisernes Gitter. GR. Professor Zupan bemerkt, gusseiserne Gitter seien längst antiquiert und das schwächste Kind könne die« selben beschädigen: aus diesem Gruude unterstütze er den Antrag, dass das Gitter aus Schmiedeisen in geschmackvollem Stile hergestellt werde. GR. Nolli schließt sich der Meinung an. das Gitter aus Schmiedeisen werbe schöner, billiger und zweckeutsprcchcnder sein. GR, Hri-bar ist entgegengesetzter Anschauung und glaubt, das Gitter aus Schmicdeiseu werde weit mehr kosten. Zudem aber sei die Reparatur der Stufen nicht aufzuschieben. Das schmiedeiserne Gitter werde heuer 'nichts fertiggestellt werde» können, daher möge man die theilweisc Renovierung des jetzigen Holzgitters anordnen. Referent GR. Valcntincic wundert sich, dass alle gehörten Einwendungen erst heute vorgebracht werden. Früher habe niemand gegen das gusseiserne Gitter remon-striert, alles war damit einverstanden, selbst der städtische Ingenieur. Bei der Abstimmung wird der Antrag des Bürgermeisters Orasselti, das Gitter aus Schmiebeiseu herzustellen, angenommen und der Magistrat beauftragt, schleunigst den Plan hiezn vorzulegen. Hieranf wurde die Sitzuug nach dreistündiger Dauer geschlossen. __________ Aus dem Schwurgcrichtosaale. (Fortsetzung.) Kaum war die Anklageschrift verlesen, erhob sich der Angeklagte nnd sagte: «Hoher Gerichtshof, ich bitte ums Wort!» Der Präsident des Gerichtshofes erklärt dem Angeklagten, es werde ihm an Gelegenheit dazu nicht fehlen. Anf Befragen des Präsidenten, ob er sich schuldig fühle, erklär! Kralj, er sei nicht schnldig. Der Prä' sident fordert nnn den Angeklagten auf, sich zu verantworten. Kralj sagt, er sei am Sonntag den 14. Jänner, morgens um 7 Uhr, von St. Martin an der Save mit seiner Stieftochter Johanna Taskar nach Laibach gegangen. Er hatte ob feines Landwehrpasses und beim Uhrmacher zu thun und wollte, da er kein Geld hatte, einige Wäschestücke im Pfaudamtc versetzen, das Mäd chen aber musste nach Stozce zum Bürgermeister gehen, da sie dorlhiu zuständig gewesen sei, um ein Dienftboten-buch zu erlangen, da sie in der Laibacher Spinnfabril Arbeit zu erlaugcu hoffte. Auf dem Franeiscanerplatzc verabschiedeten sie sich, die Stieftochter trug zum Handelsmanne Fabiani auf dem Kviser-Iosefsvlatze den itorb mit den zinnernen Maßen, die er dort vertanscn wollte, und gieng dann nach Stozce, der Angeklagte aber rief vor dem Gewölbe des Handelsmannes Peter Laßnik einen Dicnstmann nnd übergab ihm die Wäschestücke, damit er selbe im Pfandamtc versetze. Bis 11 Uhr habe der Angeklagte vor dem städtisch delegierten Bezirksgerichte den Dieustmann erwartet, der um diese Stunde erschien und ihm den Erlös für die versetzte» Wäschestücke, etwas über 4 fl,, übergab. Im Potoru'schcn Auskoche in der Petersvorstadt hatte er mit seiner Stieftochter die Zusammenkunft verabredet. Dort sei er auch nachmittags mit derselben zusammengetroffen. Er habe sodann die Stieftochter im Auskoche gelassen und fei zur Bäckerin Bonrar gegangen uud habe bort ein Laib Brot getauft und in ein Tüchel eingewickelt. Sofort sei er wieder iu den Pokorn'schcn Anstoch rückgekehrt, wo ihn die Stieftochter erwartete, nnd habe dort '/, Liter Wein verlangt. Da aber im Potorn'schen Auskoche lein Wein zu haben war, gieng er mit dem Mädchen in das vi8-ü-vi8 ersten w """""'barer Sehnsucht erwartete sie in den «Nisse dM - ^" Vricsboten. in der Hoffnung, es Doch Tan ""'""l eine Nachricht von Daniel kommen, von it),,, ^ "'" Tag versloss. ohne ein Lebenszeichen üng M ä" I"'Um. Der Winter machte den, Früh-Natur hH l2 lam der Sommer, der Herbst; die Daniel l)l,.s. ^ abermals in ihr kaltes Schuceaewand. Die M t"M". N'Granen "jl'lchte 'W "Ht. oft jedoch fielen , htcn Liebesm,.?"l N'nen Brief, den ihr Sohn als s"" ^id. das er'-s ^""ckgclassell. Wenn sie. trotz all l!" sein Mick ' ^ angethan, nnr stille Segenswünsche Me Vtutt^l"rb" Seele trna.. so war es die reinste, Wnste Heum ! ' die dem Herzen der Jüdin das ^"' znsprack, 3^" hochherzigen, echt weiblichen MMi> All2 .5""»,, hatte die stolze englische '^"- Anne , ^ ächter «us der Familie ver-"? deren O^ "^^ ihre Anqehöriqen eine Todte, kochen ^ f ^ Eltern einen harten Flnch ans-^ Saral, «,.^ ^""s Erbthcil für die Lebende! f^ >""hen DÄw/« dem Ladensenster und blickte anf !?'" der Briefs 5" ^'genüberlieqenden Häuser. Da wassr herauf.'' Ein Senf er hob U H"ren vM nt'"^'- ^ ^tte längst das Hoffen d n" ^siqnat o " ' ^" brennende Sehnsucht war ? ""bel,q a "n K"!^'"- S'o wird schli ßlich mit ^/"n NiN ' ?"w"tranen der trcneste Frennd K'" uud Nsb' das Entsagen der Obsten Hoff-Uueu haben S.'" 'h' Schicksalsbnch zn ver-' ^""h Osterbtz, ""5" ^""' ti'fm Se.lfzer zog ' 'Utz von dem Fenftev zurück; wozu sollte sie den Mann erwarten, der für so viele Grüße nnd innige Liebesbcweise ans den fernsten Ländern brachte, der nnr ihr das Herz noch schwerer machte, als es ohnedies schon war, so oft sie ihn erblickte. Nach Verlanf von wenigen Minnten trat der Briefträger in den Laden der Witwe. Er hielt ihr ein Schreiben entgegen mit der kürzen Bemerkung: «Der Vr'ief ist gar ans Antwerpen; gute Nacht!» «Gnte Nacht!» klang es leise znn'l'ck von den bebenden Lippen der alten Frau. Der Postbote war längst in dem gegenüberliegenden Hanse verschwunden. u»d Sarah hielt noch immer den Brief in den zitternden Händen. Ihr Blick ruhte mit nbcrscligem Ausdruck anf der Adresse, die des Sohnes Schriftzüge trug. Warum zögerte die Mutter so lange, den Arief zu öffnen, der ihrem heftig pochenden Herzen endlich Nachricht von dem Kinde brachte? Sie wusste ja nicht, was das Schreiben enthielt nnd ob es ihr statt Freude nicht neue Schmerzen in die Seele senken würde! Nach einigen Augenblicken hatte sich ihr heftig erschüttertes Gemüth so weit beruhigt, dass sie den Brief öffnete nnd mit zurückgehaltenem Athem las: Antwerpen, 8. Jänner 186«. «Geliebte Mutter! Dein Daniel blieb lange stumm, zu lange für sein thenrcs Mnttcrherz! Eine innere Stimme flüstert mir zn, dass dn mich nicht daraus verstoßen! Ich küsse dir für diese EnaMgüte in heißer Dankbarkeit die Hände. Annie ist seit vierzehn Monaten mein. durch das Gesetz mein angetrautes Weib. Wir sind glücklich i» dcs Wortes höchste«', reinster Deutung. Unsere felsenfeste Liebe hatte zwar schon manchen Sturm zu bestehen, doch sie hat sich, wo möglich, dabei in veredelnder Kraft nm nnsere Seelen geschlungen nnd uns einander noch theurer gemacht. Doch lass uns dir gegenüber von jedem Schatten schweigen. Wir wollen der Mutter nnr die Lichtblicke erschließen. Und Licht, das reinste Licht strahlt in nnd nm nns seit gestern, wo uns ein Knabe geboren wnrde. O Mutter, sende uns deinen Segen über das Meer, sende ihn der jungen Mutter, unserem Kinde, deinem Enkel! Lass ihn, wenn doch Groll nnd Sckmerz an deiner Seele nagt. nnser Versöhnnnqsopfer sein. Wir weihen das Kind der Großmutter. Schenke ihm dcine ganze Liebe! Verwandle den harten, schweren Flnch von Annie's Eltern, der uns bis hierher gefolgt, in Glück mud Segm! Wir verlassen iu einigen Wochen Antwerpen und wollen nns in Dcntfchland niederlassen, wo mir durch die Vcrmittlunq des Capitäuö D., unseres treuesten Freundes nnd Nathgebcrs, eine gnte Stelle als M"ftt-lehrcr gesichert ist. Meine Annie sehnte sich '""'"' nnter deutschen Eichen zu wandeln. Nun ist auch dlc,cm Trmnnc die Erfülluug nahe!» ^ ^ , . _^ Ais hierher hatte Sarah Osterlitz den ^ ^ ge lesen, unu vermochte sie nicht mehr zudränqen, die heiß nnd des Briefes fielen, welches nochmals ^)"oeu iunigen Worten der Bitt/ .."' den Segen der Großmutter für das Kind Ausdruck lieMey. sstortichlM» folgt.) Laibacher Zeitung Nr. 55 456 9. März 1886. der Bierhalle gelegene Hren'sche Gasthaus und bestellte daselbst '/^ Liter Wein. Als er denselben ausgetrunken, habe er zu seiner Stieftochter gesagt, dass er nun auf dem Zabjet im Inquisitenhause zu thun habe, da er je» manden wegen einer Schuld klagen müsse. Dies sei etwa um halb 5 Uhr abends gewesen. Der Ziehtochter habe er bedeutet, sie möge auf ihn im Hren'schen Gasthause warten, bis er zurückkomme, worauf diese erwidert habe: «Ich werde nach Hause gehen!» In der Nähe des Inquisitionshauses sei er einem Manne begegnet, welcher ihm sagte, er miisse beim städtisch, delegierten Bezirksgerichte auf Stempel klagen. Der Angeklagte sei sodann zum Gebäude des städtisch-delegiertcn Bezirksgerichtes gegangen, in der Laube aber habe eiu ebenfalls unbekannter Herr ihm gesagt, es sei heute nicht der richtige Tag, Klagen einzubringen, da müsse er am Samstag kommen. Darauf sei der Anklagte in die Tirnau gegangen, um einen Dienstmann, dem er ein Medaillon und eine Busennadel zum Verkaufe übergeben habe, aufzusuchen. Vor dem Hause des Matevze, beim Gasthause «zum Nr. Eins», habe er den bewussten Dienstmann getroffen, der ihm die unverkauften Gegenstände retournierte. Gegen 6 Uhr sei der Angeklagte ins Gasthaus «zum Polarstern» gegangen, habe dort ein Krügel Bier getrunken und einen Schinken gegessen und sich mehr als eine Stunde in diesem Gasthause aufgehalten. Von dort sei der Angeklagte in das Verkaufsgewölbe «pri voxw» des Herrn Pavlin gegangen und habe dort ein halbes Liter Slivovitz gekauft. Von dort sei er beim Brauhause Perles vorüber zum Standplätze der Fiaker vor dem «Hotel Elefant» gegangen und habe, da ihm der Weg nach St. Martin doch zu weit war, einen Fiaker aufgenommen, der ihn bis zur Besitzung des Herrn Fabiani in St. Martin geführt habe. Er sei zum erstenmale in seinem Leben mit einem Fiaker gefahren und habe geglaubt, die Fahrt werde höchstens 20 kr. kosten. Unterwegs habe er den getauften Slivooitz getrunken und sei dann stark betrunken gewesen. Der Fiaker habe sich selbst bezahlt gemacht, indem er ihm, da er betrunken war, das letzte Geld im Ve» trage von 2 st. 50 kr. abgenommen habe. In seine Wohnung zu St. Martin an der Save sei er, wie er glaube, gegen 9 Uhr abends gekommen und habe sich gleich zu Bette begeben. Ob ihn seine Frau am selben Abende um seine Stieftochter gefragt habe, wisse er nicht. Am anderen Morgen habe ihn seine Frau gefragt, wo die Johanna sei, und er habe darauf geantwortet, vielleicht sei sie nach Dobrova um den Taufschein gegangen, da ihr möglicherweise der Bürgermeister in Stozcc das Dienst« botenbuch nicht ohne den Taufschein habe ausfolgen wollen. Da die Stieftochter jedoch längere Zeit nicht nach Hause gekommen, sei er selbst besorgt gewesen. Gegen Mittag sei er zum Brunnen gegangen, um Wasser zu holen, und da habe ihm ein Bauer Namens Gorenjec erzählt, es sei nächst dem Eisenbahnviaducte bei Uomat der Leichnam eines 17- bis 20jährigen Mädchens aufgefunden worden. (Fortsetzung folgt.) — (Diner beim Herrn Landespräsidenten.) Gestern hat der Herr Landespräsident Baron Winkler abermals ein Diner gegeben, zu welchem folgenden Herren erschienen sind: Die Landesschulraths-Mitgliedcr Regierungsrath Hozhevar, Landesschul-Iu-spector Smolej und Schulleiter Prapotnik, die ?. ?. Franziskaner Provinzial Eustachius Ozimek und Guardian Callistus Medic, die Pfarrer Karun und Ho-cevar und der evangelische Pfarrer Knieszner, Landesgerichtsrath Sajic, Tabakhauptfabriks-Oberinspector N e» zori, die Landtagsabgeurdneten Robic und Stegnar, die Gymnasial-Directoren Suman und Wies thaler, der Director der Lehrer- und Lehrerinnen-Bildungsanstalt Hrovath, die Gymnasialprofessoren Märn und Ple-tersnik, die Realschulprofessoren Kriznar und Üevec, Institutsdirector Waldherr, Bezirkscommissär von I a« bornegg und Bezirksarzt Dr. Kapler. — (Personalnachricht.) Der Landeshauptmann von Steiermart, Gundaker Graf Wurmbrand, hat sich mit der verwitweten Fran Therese Gräfin Hoyos, geb. Gräfin Wenkheim, verlobt. — (Todesfall.) In Commenda St. Peter bei Stein ist am 6. d. M. der Inhaber der dortigen Herrschaft, Herr Marcus Cernic, im Alter von 64 Jahren gestorben. — (Carnevals-Chronik.) Mit dem heutigen Tage wird Prinz Carneval zu regieren aufgehört haben. Das Carnevals-Nepertoire für heute ist jedoch noch sehr reichhaltig. Im Casino«Glassalon findet außerordentlich lang war, eine gar kleine Zahl jener Glücklichen auf, die dcu Bund fürs Lebe» geschlossen haben. Die Ehe-Unlust der Männer scheint sich auch in Laibach als ein sociales Uebel einnisten zu wollen. Die Ursache dieser Erscheinung dürfte auch hier, wie in anderen größereu Städten, nicht in der Abneigung der Männer, sondern vielmehr in den von Tag zu Tag mehr hervortretenden Mängeln der weiblichen Erziehung liegen. Aber dieses Capitel ist nicht so lustig, um in der Carnevals-Chromt besprochen zu werden. . . — (Strafhausarbeit.) Wie man der «Tagespost» aus Kötschach in Kärnten schreibt, treffen dort ime April sechzig Sträflinge aus der Laibacher Strafanstalt ein, nm bei den Wildbachverbauungen als Arbeiter verwendet zu werden. Bekanntlich hat das k. k. Justizministerium, die Beschwerden des Gewerbcstandes wegen der Schädigung durch die Strafhausarbciten berücksichtigend, die Frage in Erwägung gezogen, ob man die Sträflinge nicht zu Wildbachuerbauungen verwenden solle. — (Jour fix.) Der gestern abends abgehaltene Iour fix des Lehrervercines 8Wvon3!i0 m'iwIMa sti-näU-o war wieder recht zahlreich besucht. Bei gemüthlicher Unter« Haltung, Gesang und Tanz verlief der letzte Untcrhaltungs-abend der Carnevalssaison in der heitersten Stimmung. Wie wir vernehmen, werden im Laufe der Fastenzeit anlässlich der Iour fixes des genannten Vereines wissenschaftliche und unterhaltende Vorträge gehalten werden. — (Großer Brand.) Aus ttlagenfurt wird telegraphisch berichtet: Vorgestern abends um halb 8 Uhr brach in dem großen Mühleu-, Brennerei- und Vichmast-Etablissemcut des Franz Pnnt schart nnd Söhne in Simedsach bei Klagenfurt ein Vrand ans, welcher durch die angestrengte Thätigkeit der ausgerückten Artillerie aus der Kaserne in Sanct Peter, der Fabrils-Feucrwehr und der Feuerwehr in Klagcufurt auf die Stallungeu beschränkt wurde. Das Wohn- und Fabrikgebäude sowie das Mastvieh lounten gerettet werden. Zwei der Brandlegung verdächtige Individuen wurden verhaftet. — (Vom Theater.) Zum Vortheile unseres vortrefflichen Komikers, des Herrn Adolf Nakowits ch, wird Freitag den 12. d. M. «Eiu Vöhm in Amerika» gegeben werden. Dieser Benefizvorstellung dürfte durch den Umstand ein ganz besonderes Lustre zutheil werden, dass der Benefiziant ein vom Restaurateur Herrn Rudolf König gedichtetes Couplet: «Seg'ns, so reden d'Leut wos z'samm, 's ist oft ka Wurt nüt wohr», zum Vortrage bringen wird. — (Auch ein Ball.) Ein speculativer Bürger in Radkersburg ladet die Laudleute aus der Umgebung zu einem Balle in sein Weingarthaus ein. Dort crcdenzt er seinen Gästen Wein in Hülle und Fülle; sie tonnen bei den Klängen der Musik tanzen und sich nnterhaltcn nach Herzenslust; Brot und Fleisch muss jeder selbst mit« bringen und als Entree — eine gediegene Fuhre Mist als Dünger in den Weingarten des Festgebers. Da es nun Leute genug gibt, welche für einen Naufch eine Fuhre Dünger leisten, so soll, wie man versichert, der Mistball sehr rentabel sein. — (Der Conducteur.) Von WaldhcimZ Ausgabe des officiellen Cursbuches, welches die Fahrpläne der österreichischen und ungarischen Eisenbahn-, Post- und Dampfschiff-Cursc enthält, ist soeben der Märzbaud ausgegeben worden, in welchem auch die bezüglichen neuesten Aenderungen verzeichnet erscheinen. Aunst und Aiteratuv. — (Landschaftliches Theater.) Obwohl wir die O. F. Berg'schen Lebensbilder, welche alle mehr oder weniger Rührstücke sind, nicht sonderlich zu bewuudern imstande sind, so müssen wir doch den gelungenen Inter-pretationen derselben die gehörige Würdigung zollen. Das Quadrifolium Gilzinger, Wildau, Rakowitsch und SPrinz in den entsprechenden Rollen: Pater Kilian, Gustl (Köchin), welche der Titelrolle (Pfarrersköchin) eine eigenartige Färbuug zu verleihen wusste, Privatdiener Stieglitz uud Lieutenant Ernst von Stein — hat wirklich, jeder in seiner Art, so Vorzügliches geleistet, dass der im rauschenden Beifalle sich documentierende Erfolg als eine natürliche Folge des hübschen Zusammenspieles erschien. Original-Telegramme der Laib. Zeitung. Budapest, 8. März. Das Oberhaus nahm, nach. dem der Finanzminister und der Ministerpräsident die gegen das Vndget erhobenen Bedenken in beifälligst aufgenommenen Reden widerlegt hatten, den Budget» Entwurf in der Generaldebatte an. Paris, 8. März. Der Gerichtshof von Villefranche vernrtheilte die Urheber der Nnrichen dun Decazevillc wegen Angriffes auf die Arbeitsfreiheit zu viermonatlichem Gefängnis. Marseille, 8. März. Im Golf von Marseille herrscht cm so heftiger Sturm, dass die Paketboote den Hafen nicht verlassen können. Madrid, 8. März. Die Vermählung der Infcmtm Eulalia hat gestern mit dem bekamen Leremomell stattgefunden. Madrid, 8. März. Wie verlautet, wird die Re-gentin den Herzog von Scvilla begnadigen. Madrid, 8. März. Es wcrdcn mehrfach Ueber-schwcilimuna.cn, Orkaue und Schiffbrüche signalisiert, London, 8. März. Gladstone hat sich leicht erkaltet und hütet das Actt; der heutige Mimsterrath wurde deshalb in seiner Wohnung abgehalten. Constantinopcl, 8. März. ' Eine Note der Pforte erklärt, dic voll den Mächten beschlossenen Aendcrui,-gcn des tiirkisch-lmlgarischen Uebercinkommcns, abge' sehen von der bereits zugegebenen Eliminiernng des militärischen Theiles, anzunehmen. Darnach wird das Generalgouvernement Ostrumeliens gcmüß dcm Verlmtt Vertrage dem Fürsten voll Bulgarien übergeben. Die provisorische Verwaltung functioniert bis znr Sanction des revidierten organischen Statuts seitens der Eoli-fcrenz weiter. Die' Note ersucht schließlich die Mächte» die Botschafter ill Constantinopel zur Theilnahme "» der Conferenz zu ermächtigen. . Constantillopcl, 8. März. Die Coufercnz soll noch im Laufe dicscr Woche zusammentreten. Man glaubt, dass sic ihre Arbeiten in Einer Sitzung erledigen werde. Constalltinopcl, 8. März. Infolge der von Fw"' reich unternommenen Schritte veranlasste die Pfo^ die provisorische Anfhebnng der an der rnmelische» Grenze etablierten Zollinic. ____. Wolkswirtschastliches. Laibach, li. März. Auf dcm heutigen Markte sind erschien"' 2 Wagen »lit Getreide und 17 Wagen niit Holz. Durchschnitts'Prcisc. ^. N, ,lr, ss,,ir, si, j l,^, ^1-. Weizen pr. Heltolit. 6 58 7^68 Vutter pr. Kilo . . - »0 "" ^ Korn » 5 3li 6^ Eier ftr. Stilcl . . —! 2 "^ Gerste . 4 39 5! 8 Milch pr. Liter . . — ^ ^ ^ Hafer » 3 25 3 23 Rindfleisch pr. Kilo — M ^^ Halbfrucht »-------6,70, Kalbfleisch . — ^^^ Heiden » 3 90 5M Schweinefleisch .—54-^^. Hirse » 5 6 543 Schöpsenfleisch » —^l^^. Kukuruz » 4 87 5 21 Händel pr. Stück . — i"b ^ Erdäpfel 100 Kilo 3 57-------Taube» » — !is ^ Linsen pr. Hektolit. 8-----------Heu 100 Kilo . . 2 15 ""^ Erbsen » 8-----------Stroh . ..215^ Fisolen » 8 50-------Holz, hartes, pr. ! ^. Nindäschmalz Kilo — 90------- Cubilmcter lM ^ ^ Schweineschmalz» —78-------— weiches, » 2,^^? Speck, frisch, , — 52-------Wein,roth.,100Lit. — -^ A^. — geräuchert » — 64-------— weißer, » ^l^^ landschaftliches Theater. ^, Heute (ungerader Tag): Die Teufclsmühle ^ Wienerberge. Volksmärchen mit Gesang in 4 Acten Friedrich Hcusler. — Musil von Wenzel Mittler. Ansang <; Uhr. Verstorbene. ,. Den 7. M ä rz. MariaSutte,Arbeitc'rstochter, NI-<^^,, gasse Nr. 3, Pneumonic. — Vcirthlmä Prhne, Arbeiter, ^ ^, Rosengasse Nr. 3, Grhirnaftoplexie. — Alois Widmar. D«")- g söhn. 9 Mon., Aller Markt Nr. 20. Fraisen. — Ioha"," ^ <,ßc Imiy, Spcnglergehilfe, 19 I. 6 Mon., Maria.Thcrch"'!' «< Nr. 7, Wassersucht. — Moriz Wagner, Agent, 33 I„ ^"U Nr. 8. Tuberculose. „,-, I„ Den «. März. Josef Stalling«. Taglohuer, -"«„. Polauadamm Nr. 50, Tuberculosc. — Francisca T>"l)S, wohuerin, 76 I., Kuhthal Nr. 1, Altersschwäche. Im Spitale: «. Den l.März. Thomas Kos, Arbeiter, 31 I-, ^"' i> !t)»iü pulmomim. — Johann Mauser, Hausierer, 29 o' dorliuiokjj« pulmanum. ^ I,, Den 2. März. Anton Rezun, Schuhmacher, ^ Lungl'ittuberculosc. vjtiu>" Den 3. März. Franz Terlcp, Gärtner, 55 3/ ^iu» «orcii». — Maria Remsgar, Inwohucrin, 68 I, "" senil,». <>?q.^' Den 4. März, Marianna Koiir, Arbeiterin, "^'' tium corcli». <. , 42 3'' Den 6. März. Lulas Iudof, Finanzwachaufsey", Den 7. März. Alois Gcrcar, Inwohner, 4!) ^-'^ I" sterbend überbracht. — Philipp Naglii, Zimmermaler. I'utiei'culoül!' siulmonüm. Lottozichlmgcn vom 6. März. Wien: 39 51 6 82 12-Graz: 75 8 66 72 26.^^-! Meteorologische Bcobachtnussen iu^aibach^. ^77Ü. Mfs 734,42 -^6.2 ^i^mä^i?^^Mcr ^ 8.2.N. 734,11 1,0 SO. mäszig h"ter 9.M. 735,9? -1,6 NO, heftig Tagsilber heiter, windig; auf den Alpen Scy" ^„e nachts Nordost, stoßweise heftig. Das Tagesmittcl o^ — 1,9", um 4,5« unter dem Normale. ^^-^^ Verantwortlicher Redacteur: 8c»,was- 82tin mervoilleux (ss""5,F^ fl. 1,l5 per Meter !^^M^ »ritse losicn 10 lr. 457 Course an der Wiener Börse vom 8. März 1886. N°ch dem oM^n C°ursbi°tte. Gelb Ware Staats-Anlehen. ^ '......«^? «^Y jZ^ 4°/„ Vtaatsloft ' «.,«,' st' i^-^iA '' ,8«,>». "/" ^..sl">ze 500 „ !40'25 140 »5 izN^.^M'Mel ,00 ,4UVU,4,'->«K4» ° °^ ' - '00 „ 170 25,70 75 Lom„.>p,«." ^ , ' ' 5" >' 1 '""''"nlrnscheinc , , pcr St, s>2'_____- vsN»?/^,^°ldlentc, steunsre« . ,14 75!,4 »5 '»ril. Notenrente, steuerfrei . loi 85,0205 >"!!>, Golbreitte 4°/„ .... 104-75,04 uo ." N.^°"° '''/o, ....»57« 9,v«5 T.'"U'-^lnl.»lc»fl,ö,W.S, 158 25,58 7.'. " ^'"«yn'^rioriläloi! . . 10U'.!0I01 80 " ^'"«te.Ob,,(N„g.Ostl'nhn) 1X7- ---" <>^' '' , ^ "l>'" ^ l87N . 1IL — Il5 s,<, ti!e!ü m ">? ' l. l^luo sl. ö. W 1!il 75 ,22 2 Vc «°»teg,.^se 4^ ^0 sl. . , ,55-185 40 Grundeutl.. Obligationen °°tH,V.......'<"-'-' ^°/°>"cihN.......>05'-!05.e<< ''>N^K ^^e ' — >04?5,W2s. °°'° sieA^ >//'d l'"°nische' ,' ܰ^5° ,«°^5 Oeld Warc 5>"/n Temeser Vanat . . , . ,05 —l«5 5» 5.<"<, ungarische......105—,05 50 Andere öffentl. Nnlchen. Donau»teg,»^ose 5"/„ ,00 sl. , i>7-—1,7-50 tlo. «nlcihc l^7«, stcxcrsrei . ,05— — — Anlcben b, Stablsscmcinde Wien ,»4'50lO5 — Anlchcn b, Sladtgümeinde W«en (E'.illi« und Gold) , , . . —-— — — Pr«micl!°«»l, d, Slabtgcm, Wlc>> 125 00 12K'8« Pfandbriefe (sllr I0N fl.) Bodtncr. allg. öslerr.4'/,"/« Gold. ,«« 75 ,L7 »5 dlo. in 5.U „ „ <>/, °/n l!!1'25 1U1'75 t^to, in 5,0 „ „ 4°/„ , »«40 9<> i!o. Pillmiün«Schulbverschr, !l"/n W'25> !»<»-75 Qcst,Hyprlhclcnr>anf 'Oj, s,>/,"/„ n,U50i«i- Ocst,-u»g, Van! v«l. 5°/« . . 102 3» i«2'7l> dlo, „ <'/,"/<> . !02'4s'IU!i'75 bto. ,. 4"/„ , . »8'8(» W 3N Ui,g, allg. Votencrcbil'Acticngci. in Pcs! in '.>, ,«»!» vr>l, 5i>/,"/<> 1«, - '02 . Prioritätö.Obligntionen «i!l ,«0 st,) -No,db>chn in ^,ibcr >o» 75109 »/> ttranz-Irsc^Bahn..... y« 5,0 ^.yy Galiz, :w0 sl, e. 4'/,«/» . ioi'8NlO2'- iDcstcrr, illordncftlial)»! . . . ,ll5»«0lo. . ,,»—,18^0 ^ail'ach>'r Prien»?lnleh. lt<> st, 21 75 z« 2s, Oscncr i'osc <0 sl..... 4^ 25, <7 — Palffy l'ose 4N fl..... « 4«. . Nolhc» Krcliz. öfi. Ges. v, ><»!!. ,42,, ,4 <0 lltüdols^^sc 1» fl..... Lo i!s. 20 75. Salm-i?ose ,'sc 40 fl. . . . s,z» 25 5.3- Waldsteinci'ose !l0 fl, ... zz 50 33-! 5 Wiübischgrälj l,'l,sc w s!, . . 4S — 45 5U Vanl-Nctie« Baulvcrci», Wicner, K»u fl. . ,i,4n^i,«o Bdncr.'3lnst.,Ocst.i!00fl.S,4U"/„ «41,5.0^2 — l!rd»,-?lns!, s.Hand.u.G. il!<»sl, z»,«^«^^ ^n «ircdilbanl. Allss, U»g, L00sl, . »o5,z!h3N5^.'> Dcpl'si!cnda„l, Allg,2UU sl, , ,9^_„,7'— sl.i!f,«/^. yi 5« «2 — i'ändcrb,, öst, ^00 sl. G. .<>(»n/n li, li«»»!,!: «0 Ocslcrr, Una- Vanl .... 873-—«75 — U„io»banl wo fl..... 7!,,sy 7420 «crlchrsbanf. Allg, ,40 sl. . ,55 00,5« 50 Gelb Ware Actten von Transport» Unternehmungen. (pcv Stück), Nlbrcchl-Bahn »c>0 sl, Silber . —---------— Msöld°stium.»Vahn «u« fl. Silb. »81—l9,25 ?luss sl. . . ,79 50,ft« — „ Wcstbabn i!»o fl. . , .«»«,—,7,- Vuschtichradcr Eish, 500 fl. !lVl, 790'—79k — „ silt. I«) Ü0U sl, . ,98 . 194' — Dl'nau - Dampfschiffahrt« - Ges. Oeflcrr, 500 fl. LM. . . . 494'—495-— D>a,!-Sil, 00 sl,S. —'—! —-— cilliabcth.lftr,!,»! li<»<> sl. «HM. . zl4'>'75>8«:'25 „ ^'»iz-Budwci«! Aw sl, . ltic, 25>zü? - „ Sl»b..Tir,1lI,!t.,«?»2!>0fl,S. 2»? 25.z!<>7 75. Fcvdüiaüt's'Nordb. ,000 sl, ÜM. 23l!z,.«avI-i.'UdW,g-Ä.z0l> i!N7ü5> Wra» KöjlachcrE,'^.«U0fl.ö.W. 22»—2»a — Kahlcnbriss Eiscnl'llhn w« fl. . 3!» »95» Kaschau Oberl». Liscnb. ^00 sl. E. I54'5U,55 — i'cml'crss (5»crnowitz°Iassv Eisen» dahN'Octtllschaj« i!<»u sl. ö, W. 23^502is> — i!lovb,öst, u»g„ Tviests.ttusl.CM, ^3,-«^5 — Oeflcrr, Nordweslb. roc» fl, Silv, ,74—,74^5 dto, . Silkcr . ,«»-—iß« zis, Prag T>»fcr «iiscnd, I5><, fl, Sild. 25.^ z>g ^. Rudolf-^ ahn U»U jl, Silber . il»,zc>,<,l <>(, Sicbcnblirner (iisenb. i!00 sl, , ,8'.' 75^,90 — Slaalecijenbahn !iuu sl. ö. W, . 255 »0!»be 20 Veld ^ Ware Sildbahn zoo fl. Silber , , , III«'—12« 25, Si!d-3iordb,.30 sl, ,,,154 __ Uiiss, N°rdi,slbahn 800 fl, , l7!,ü5 Un«Ncstl'(Na2l>-Graz)i!,. ", ,7« 75 IndnftricNcticn (per Eliiil), Lghdi und Kindber», ltisen» und E!»hl«Ind, in W,cn 100 fl. . —---------— ltiscnl'nhnw,^'eihss, I, «« 00 fl, . »485 »5. 75 Wasscnf.-G,, Oeft, in W, ,00 fl, ,5« —15« — Irisailer Hohlcnw. «1 «0 ei!» London.........,»5 8012« — Pari« .........b« — 50 05 Petersburg .......—— — — Valuten. Ducatcil........ f» »3 5 94 ilU-Francs-Stillle..... »»9 lb — Silber......... —-—! —-— Deutsche Mcichsbanlnolen . . ßi