LMliirr WchM», (Organ der Verfassungspartei in Krain. Nr. 86. AbonnementS-Bedingnissr: Ganzjährig: Für Laibach fl. 1 — Mit Post fl. 5.— H»lbjä-ri,: . . . 2.— . . . 2.50 Vierteljährig: . . . 1.— . . . 1-25 Für Zustellung in s Haus: Vierteljährig 10 lr. Samstag, den 8. A-nl. Insertion? - Preise: Einspaltige Petit-Zeile L « kr., bei Wiederholungen » 3 Ir. — Anzeigen bis 5 Zeilen 20 Ir. ed »c t i o n, Adinin istrat ion u. Expedition : Herrengasse Nr. 12. 1882. Mitbürger! Am 11., 13. 14. I. ^ finde» die dießjährigen Ergänznngswahlen für den Gemeinderath der Landeshauptstadt Augenblicke, wichtiger als je, werdet Ihr zur Wahlurne schreiten. Es handelt sich um nichts Geringeres als um die Sicherung imd den Fortbestand jener Bedingungen des Gedeihens und der Zukunft unseres Gemeinwesens, die uns der bisherige liberale Gemeinderath iu eiuer dreizehnjährigen unermüdlichen und erfolgreichen Thätigkeit geschaffen hat. Vornrtheilslos und objectiv, uur vom Interesse der Stadt und ihrer Bewohner geleitet, hat die bisherige Gemeindevertretung die communaleu Verhältnisse, die sie seinerzeit iu einem keineswegs glänzenden Stande übernahm, auf allen Gebieten gebessert nnd namentlich die Finanzlage der Gemeinde zu einer so günstigen gemacht, wie sich einer gleichen zu erfreuen kaum eine andere Landeshauptstadt in der Lage ist. Der derzeitige Gemeinderath hat vor Allem anch die Anlehens-Operation glücklich durchgeführt, vermöge deren es einzig nnd allein möglich geworden ist, bedeutende Anlagen nnd Banten, Straßenerweiternngen, einen Schlachthof, eine Wasserleitung u. s w., überhaupt jene große» Maßnahmen, von denen die ganze Zukunft und Entwicklung der Stadt abhängen, und zwar ohne Belastung der Bevölkerung iu Angriff zn nehmen. Reges Schaffen und werkthätige Arbeit, darin erblickte die seitherige Vertretung der Gemeinde ihre oberste Aufgabe nnd sie hat es zu allen Zeiten verstanden, einseitige politische und Parteibestrcbnngcn und nnnützen Hader aus dem Rathsaale zu verbannen, die Würde nnd das Ansehen der Stadt hoch zu halten. ^^ ^ Mitbürger! Wen» Ihr wollt, daß die Angelegenheiten der Gemeinde so günstige und geordnete bleiben, wie bisher; daß anch künftig in der fortschrittlichen Entwicklung und Förderung des commnnalen Lebens mit gleich glücklichem Erfolge vorgegangen werde, wie alle die ^ahre her — dauu tretet bei den bevorstehenden Wahlen einmüthig für die Candidaten ein, die wir Euch hier empfehlen. Sie wurden sämmtlich iu öffentlicher Probewahl ans der Mitte der Wählerschaft als solche ausgestellt; Ihr kennt sie alle als tüchtige und geachtete Männer uud die Mehrzahl unter ihnen war bereits seit Jahren in verdienstvollster Weise im Gemeinderathe thätig. ^ Mitbürger! Wie so oft schon, folgt anch dießmal vollzählig und einmüthig unserem Rnfe, laßt Euch durch keine Pression uud Terrorismus abhalten, Enre Bürgerpflicht zn thnn — eingedenk der Wohlfahrt nnd Zukunft unserer lieben Vaterstadt, die bei den Wahlen in Enre Hand gklegt sind. Der Wahlkampf wird ein ernster sein, unsere Gegner werden die äußersten Anstrengungen machen, und ans jede einzelne Stimme kann es aukommen. Darnm gedenke Jeder der großen Verantwortung, die ihu trifft uud Keiner fehle am Wahltage! Zur Wahl imrdkn li»ps«Ii>k>i: Für den III. Wahlkörper (Wahltag Dienstag de« 11. April): Lire, I, Schriftenmaler, Mlvolttns IR«1!lin»nn, Fabrikant chirurgischer Instrumente nnd Messerschmied, ILi i, Tischlermeister. Für -en II. Wahlkörper (Wahltag Donnerstag -en 13. April): IVr. L i lei» ILvesIZttvNvr, k. k. Sanitätsrath, Llarl I v8k«vlv, Privatier, VZi. «UoI»r»i»i» M1rI>«I, k. k. Schulrath nnd Director der Oberrealschule. Für den I. Wahlkörper (Wahltag Freitag den 14. April) . Haudluugsgesellschafter, LVr. ttolrert v<»i» Advoeat, I-r. Advoeat, I-i. L 8uß»ptt»l8vl»tt8vl>, Advoeat Laibach, 30. März 1882. Das Bürgkr-Comite für die GemeindkrÄthswahlen Ein mißglückter kritischer Versuch. Die vom Bürgercomitä den Gemeinderaths-Wühlern gewidmete Broschüre über die Thätigkeit des Gemeinderathes in den Jahren 1869 bis 1882 wird vom „Slou. Nar" in einem langathmigcn Leitartikel besprochen. Wir halten es wahrlich nicht für nöthig, demselben, da dessen Oberflächlichkeit für den Leser schreckbar deutlich zu Tage liegt, eine allzu eingehende Erwiderung zu widmen Noch viel weniger fällt cs uns bei, ob der im Artikel enthaltenen Geschmacklosigkeit und Jnvectiven zu pole-misiren, die sich zumal in einem Falle, wie dem vorliegenden, wo nur rein sachliche Argumente entscheidend sind, von selbst richten. Wir wollen daher zunächst nur die Hoffnung aussprechen, daß keiner der nationalen Candidaten für den Gemeinderath bei dieser journalistischen Mißgeburt zu Gevatter gestanden ist, denn die rührende Naivetät und crasse Ignoranz, welche namentlich in Fmanzfragen hier zu Tage tritt, wären ein höchst trauriges Prognostiken für die künftige Verwaltung der Gemeinde, wenn sich unerwarteter Weise die Hoffnungen unserer Gegner bei den bevorstehenden Wahlen erfüllen sollten. Im Uebrigen beschränken wir uns zur Abwechslung für dießmal darauf, jene wenigen Punkte aus der versuchten Kritik hervorzuheben, welche teilweise richtig sind. So ist es ganz richtig, daß sich die Einkünfte der Gemeinde um 10 000 fl. jährlich gegen die frühere Periode gehoben haben, und diese Erhöhung war sogar eine noch bedeutendere, allein sie trat nur allmälig und keineswegs von selbst ein-, diese 10.000 fl. jährlich wurden ebensowenig bloß auf der Straße gesunden, wie dieß der Artikel rücksichtlich der von der Wiener Handelsbank gezahlten 100.000 fl. glauben machen will, sie waren auch nicht die Folge neuer Umlagen, sondern zum überwiegenden Theile der Erfolg rechtzeitigen und sachgemäßen Eingreifens des Gemeinderathes, insbesondere zur Zeit der Verpachtungen der Verzehrungssteuer. Da in dieser Periode auch sämmtliche lausenden Auslagen gestiegen sind, z. B. jene für Eon- Feuilleton. Wochen-Plauderei. Man behauptet immer, daß den gebräuchlichsten Conversationsstofs das Wetter bildet. Nun denn, es sei! Wollie man aber untersuchen, welches Thema dem Wetter zunächst komme, so möchte ich mit ziemlicher Gewißheit sagen — das Theater. Ich glaube annehmen zu dürfen, daß die meisten Leser mit mir darin übereinstimmen. In der Zeit vom Ende September bis zum Palmsonntage hörte man meist und in allen Kreisen von diesem oder jenem Theaterstücke sprechen, man interessirte sich um diesen oder jenen männlichen und weiblichen Mimen, ja selbst sein Thun und Treiben außerhalb der weltbedeutenden Bretter wurden als brauchbarer Conversationsstofs behandelt. Kommt der Palmsonntag, freilich dann verstummen nach und nach alle Theatergespräche, das lustige Völkchen der Schauspieler zerstäubt nach allen vier Windgegenden, und ebenso rasch man sich mit ihnen bekannt gemacht hat, ebenso rasch schwindet auch das weitere Interesse und die Erinnerung an dieselben. Mit den Schauspielern geht es auch nicht viel anders, wie mit dem Publikum. Sie acclima-tisiren sich während einer Saisonsdauer rasch an dem Ort, in dem sie gemimt, sie betrachten ihn als ihre neue Heimat, und gäbe es keinen Palmsonntag, sie würden Gott weiß noch wie lange am liebsten jn ihrem kaum warm gewordenen Neste weiterhocken. servationsbauten allein um jährlich mehr als 10.000 fl., so war es ja selbstverständlich, daß auch die Einnahmen gestiegen sein mußten, da sonst die Auslagen nicht bestritten worden wären. Es wäre aber auch ein Gemeinderath, der so glücklich ist, jährlich 10.000 st. oder wenn er einmal mehr Geld braucht, gleich 100 000 fl. auf der Straße zu finden, immer einem solchen Gemeinde-rathe vorzuziehen, der, wiejder seinerzeitige nationale, als er 100.000 fl. brauchte, dafür das ganze Gemein d e v e rm ö g e n bis auf den letzten Knopf verpfänden mußte. Die durch die jetzige Gemeindevertretung erzielte VermehrungdesStammvermögens nimmt der Artikel mit nur 110.000 fl. an und meint, es wäre dieß für 13 J»hre nicht viel. Nun ist zwar jede Vermehrung des Stammvermögens, die ohne Inanspruchnahme der Steuerträger und ohne Vernachlässigung der sonstigen Eommunalzwecke erzielt wird, immer aller Ehren Werth, allein mag man jene Vermehrung für hoch oder gering halten, so bleibt es doch gewiß, daß jene Verminderung des Stammvermögens um mehr als 50.000 fl, wozu der frühere nationale Gemeinde-rath nur vier Jahre (1864 bis incl. 1867) brauchte, eine ganz genügende war. Jene Verminderung besteht darin, daß vom Sparcafsedarlehcn pr................... 100.000 fl. nur..................................... 52.000 „ für das Stammvermögen der Gemeinde (nämlich zum Ankaufe von Tivoli), ________________ der Rest pr............................. 48.000 fl. aber zu laufenden Ausgaben verwendet, daß außerdem städtische Obligationen um............................... 2363 „ und das Golouc-Terrain um . . . 2534 „ verkauft wurden, so daß sich jene Verminderung des Stammvcrmögens bei der nothwendigen Rücksichtnahme auf die Belastung mit....................... 52.897 „ hcrausstellt, eigentlich aber noch um 10 OOOfl. höher ist, da die oben einbezogene im Jahre 1868 während der Suspension des damaligen Bürgermeisters bezahlte Kaufschillingsrate für Tivoli pr. 10.000 fl. schon anderweitig beschafft werden So aber treibt sie der verhängnißvolle Saisonschluß auseinander. Die meisten steuern der Residenz zu, um nach großer Mühe und Anstrengung ein meist nicht glänzendes Engagement an irgend einem Sommertheater zu erhalten, bis dahin aber vertreiben sie sich die Zeit in den bekannten Localen, die nur von Künstlern und Solchen, die es werden wollen, frequentirt werden. Ich versichere die Leser, daß cs in der Charwoche in einer solchen Künstlerherberge gar nicht uninteressant aussieht. Hervorragende Wiener Künstler pflegen dieselben in diesen Tagen ebenfalls zu besuchen und finden dabei ein ganz ergötzendes Bild. Da werden alle Triumphe der Wintersaison gegenseitig ausgetauscht; hier sehen wir einen ersten Helden und Liebhaber, der sorgfältig die verschiedensten Zeitungsausschnitte, natürlich lauter fulminante Necensionen über seine Glanzleistungen, sortirt; dort berichtet ein Jntriguant, der schon durch sein Aeußeres verräth, daß ihm zur Ähnlichkeit mit Lewinsky nichts mehr fehle, die fürchterliche Mähr, daß er den Franz Moor in Stockerau so canaillenartig spielte, daß ihm das Publikum nach der Vorstellung auflauerte, um seinen Ingrimm an ihm auszulassen. Hier sehen wir wieder einen Komiker, der von seinen zwerchfellerschütternden Leistungen berichtet und der sich den Namen eines Klosterneuburger Knaack oder Kremser Blasel errungen. Und die Damen? Gewöhnlich erscheinen sie erst des Abends. Die Eine ist die Braut des Grafen X. oder BaronS A., die Andere wird im Herbste am Hoftheater zu N. debü- mußte, indem das Sparcassedarlehm bereits Ende 1867 vergriffen war. Hätte man also während einer 13jährigen Thätigkeit das Stammvermögen auch nur um 110.000 fl. erhöht, so kann man sich damit immer Jenen gegenüber sehen lassen, denen es gelungen ist, dasselbe in vier Jahren um 50.000 fl. zu vermindern. Hinsichtlich des Lotterie-Anlehens meint der Artikel, daß man jetzt auch ein Darlehen von der Boden-Creditanstalt hätte bekommen können. Dieses Argument verfängt nicht im mindesten. Denn hiebei ist vor Allem zu bedenken, daß auf solchem Wege vielleicht wenige 100.000 fl. unter den onerosesten Bedingungen, gewiß aber niemals ein und eine halbe Million zu erlangen wären; weiter handelt cs sich aber nicht bloß darum, daß man ein Anlehen überhaupt austreiben könne, sondem wesentlich auch darum, was man dafür zu , zahlen hat, und wenn die Gemeinde heute ein Anlehen bei irgend einer Anstalt aufnimmt, so hat sie doch wenigstens 5 Percent Zinsen dafür zu ent- ^ richten und selbstverständlich seinerzeit das ganze Capital zurückzuzahlen. Für das Lotterie-Anlehen zahlt sie aber nicht einmal volle 5 Percent jährlich und damit zahlt sie nicht bloß die Zinsen, sondern auch das Capital zurück, ganz abgesehen von den bedeutenden Nebcnvor-theilen, welche ihr aus der Verwaltung des Tilgungsfonds und dessen Ueberschüsscn erwachsen. Richtig ist auch die Bemerkung des Artikel-, daß man jetzt noch nicht wissen könne, was in dm 50 Jahren, welche zur Abwicklung dieser Operation nöthig sind, Alles geschehen könne. Ja, wenn Leute von der Qualität jenes Artikelschreibers, wenn ungeschickte Händesich ^ mit der Verwaltung des Anlehen S- und insbesondere des Tilgungssondes befassen werden, dann hegen auchwirdie ernsteste Bes o rg niß, w ä h r end s o n st, lv enn die Leitung umsichtig und geschickt bleibt wie bisher, ein schließlich eS günstiges Resultat nicht dem mindesten Zweifel unterliegen kann. tiren und die Dritte wieder spricht von einer Vorladung zur Generalintendanz u. s. w. Geht die ^ Charwoche vorüber, dann denkt schon fast Niemand mehr an den Ort zurück, in dem er seine zweite Heimat gefunden zu haben glaubte und die Erinnerung an Land und Leute schwindet. Auch wir pflegen noch einige Tage nach Schluß der Theatersaison über dieselbe zu sprechen, nach kurzer Zeit jedoch werden wir kaum an dieselbe noch denken und höchstens, wenn uns eine Musikcapelle einen Walzer, dem es gelungen, die größten Beifallsstürme während der Saikon zu entfesseln, Vorspielen wird, kann eine ^ schwache Erinnerung wieder auftauchen. Der Ueber» gang zur Sommersaison wird sich jedoch Heuer durch ein besonderes theatralisches Ereigniß vollziehen. Die projectirten Dilettantenvorstellungen im Theater dürsten nämlich ohne Zweifel reges Interesse wachrufen, und da in dieser Zeit obendrein die Wahlen in den Gemeinderath fallen, so wird es an Anregungen , sehr verschiedener Art nicht fehlen. Politik soll freilich nicht in den Rahmen eines Feuilletons einbe-zogen werden, aber die Wahlen in den Gemeinde-rath sind ja nicht politischer Natur und darum ist es wohl erlaubt auch unter dem Striche von ihnen zu sprechen. Die Männerwelt findet allerdings genügenden Lesestoff über die in nächster Woche stattfindenden Wahlen an anderer Stelle. Die verehrten Damen dagegen dürsten unserem Leitartikel und verschiedenen Notizen kaum die verdienteAusmerksamkeit schenken, und ? Zum Schluffe meint der Artikel, die jetzige Gemeindevertretung habe nur ihre Schuldig-keil gethan. Wir aeeeptiren dich; mehr als daß sie ihre Schuldigkeit thue, kann man von keiner Gemeindevertretung verlangen, Alles, was eine Vertretung im Interesse der Gemeinde zu thun v er-mag, ist auch zu thun ihre Schuldigkeit und thue sie es nicht, so erfüllt sie eben nicht ihre Pflicht. Damit aber Jemand seine Schuldigkeit thut, dazu genügt nicht allein der gute Wille, den wir wohl bei jedem Kandidaten für ein öffentliches Vertrauensamt vorausfetzen wollen, dazu gehört auch unausgesetzte Thätigkeit und wirkliche Arbeit und dazu gehört auch die Fähigkeit, seine Schuldigkeit thun zu können. Was die wirklichen Arbeiten im Ge-meinderathe anbelangt, so beweisen die Protokolle, daß auch zur Zeit, wo die Majorität im Gemeinde-rathe die nationale war, sämmtliche Referate mit sehr wenigen Ausnahmen nur von den Mitgliedern der Minorität erstattet wurden, und was die Fähigkeit anbelangt, so ist mit dem Zugeständnisse des Artikels, daß der Gemeinderath seine Schuldigkeit gethan habe, auch anerkannt, daß er die Fähigkeit dazu besaß. Wenn unvermuthet wieder einmal eine nationale Majorität im Gcmeinderathe herrschen sollte, so müßte sie ganz andere Resultate ausweisen können, als jene aus der Periode 1864—1868 waren, damit man sagen könnte, daß sie ihre Schuldigkeit gethan habe, vorläufig muß nach ihren Resultaten nur geschlossen werden, daß sie weder überdieersorderlicheArbeitskrastund Arbeitslust, noch über die nothwen-digen Fähigkeiten verfügt, um ihre Schuldigkeit thun zu können. Zur Charakteristik der Wahlbewegung. Die Wahlbewegung für die Gemeinderaths-Wahlen seitens der liberalen Wählerschaft nimmt einen ebenso lebhaften und würdigen, als befriedigenden Verlauf. Schon die Art und Weise, wie dieselbe eingeleitet wurde, zeugte von dem regen Interesse der Wähler, von dem richtigen Erfassen doch bin ich überzeugt, daß auch sie keineswegs ohne Interesse für den Ausfall der Wahl sind. Sie wissen ja wohl, daß das Amt eines Stadtrathes ein nicht so leichtes ist, und kennen genau die Dinge, die in sein Ressort gehören. Leider haben die Damen kein Wahlrecht für den Gemeinderath. Würden sie es besitzen, dann müßten sämmtliche Candidaten des Bürger-comit6's ohne Zweifel mit erdrückender Majorität gewählt werden, denn der weibliche Sinn trifft ja immer das Nichtige, Gute und Nützliche — und was könnte es für die Stadt Nichtigeres, Besseres und Nützlicheres geben, als die Mandate des Gemeinde-ratheS in die Hände dieser Männer zu legen! Aber selbst wenn es ein paar Wählerinnen geben würde, die aus purem Eigensinn nicht auf Seite dieser Candidaten sein wollten, sie müßten anderer Meinung werden, wenn sie jene grüne Broschüre zur Hand nehmen, die in den letzten Tagen herausgegeben wurde. Was erfährt man daraus nicht Alles? Eigentlich nichts, was man nicht schon hätte wissen und würdigen sollen, aber wie Viele gibt es, die dieß oder jenes gar zu leicht vergessen; nun aber haben sie es schwarz auf weiß, die überzeugendsten Thatfachen reden zu ihnen und sie können nicht zögern, bei der Wahl für die bisherigen Vertreter der Gemeinde einzustehen, die der Stadt neue Straßen gebaut und eine gar wichtige zum Bahnhofe eben jetzt bauen, die ein schönes Volksschulgebäude aufgebaut, die Errichtung einer großen Tabakfabrik in Laibach durchgesetzt, das wackere der hohen Bedeutung, welche gerade der heurige Wahlact für die Bevölkerung thatsächlich hat. Es muß als ein glücklicher Schritt deS früheren Wahl-eomitä's bezeichnet werden, daß es die ganze Action von allem Anfänge an in die Hände der Wähler selbst legte, indem bei der so zahlreich besuchten ersten Versammlung denselben die Gelegenheit geboten wurde, die Männer ihres Vertrauens in das Wahlcomit6 zu berufen und die Art der ganzen Wahlaction vorzuzcichnen. Männer aus allen Clasfen und Ständen der Bevölkerung, die ansehnlichsten Bürger der Stadt fanden sich zusammen, um die zu einer glücklichen Beendigung der Wahl notwendigen Schritte zu berathen und zwar — dieß mag sich die nationale Hetzpresse gesagt sein lassen — darunter meist Männer, die bei aller Gesinnungstüchtigkeit doch im politischen Leben nicht hervortraten, die sich an dem politischen Parteikampse nicht betheiligten, sondern, lediglich das Wohl der Stadt und ihr eigenes Interesse als Bewohner derselben vor Augen habend, in einem Momente sich zur Thätigkeit vereinten, wo cs eben dieses Interesse nicht mehr gestattet, ruhiger Zuschauer einer Wahlbewegung zu sein, die über die Zukunft der Landeshauptstadt auf eine Reihe von Jahren entscheiden soll. In dieser Thatsache, daß Heuer eine so große Anzahl in politischen Dingen sonst mehr oder minder nicht aetiv auftretender Bürger der Stadt von allem Anfänge an mit Entschiedenheit in die Wahlbewegung eintrat und ihr Programm im Sinne der Unterstützung der Prineipien der bisherigen Gcmcinderathsmajo-rität ausstellte, erblicken wir ein äußerst bedeutsames und günstiges Symptom für den Erfolg der Wahl zu Gunsten der liberalen Partei. Ebenso befriedigend und taktvoll gestaltete sich die bisherige Thätigkeit des von der Wählewerfamm-lung eingesetzten Bürgcrcomit6's, Die zahlreich besuchten Probcwahlen gaben von der Einmüthigkeit dcr Wählerschaft über die Personen der Candidaten und von der richtigen Beurtheilung der Eignung derselben Zeugniß. Außer den hinsichtlich ihrer Tätigkeit im Gemeinderalhe bereits seit Jahren wohl bckannten, uns demnach zur Wiederwahl anempfohlenen Gemeinderäthen wurden im dritten Wahl-körper drei hochehrenwerthe, des besten Namens sich Institut der Feuerwehr in's Leben gerufen, neue Wege im prächtigen Tivoliparke angelegt haben u. s. w. u. s. w. Und was bei unseren Hausfrauen am meisten in die Wagschale fallen dürfte, sie haben die von den früheren Stadtvätern gemachten Schulden in der Höhe von 100.000 fl. bis auf den Kreuzer abbezahlt und so sorgsam gewirthschastet, daß sie in jedem Jahre mehr einnehmen, als ausgeben. Nun, meine Damen, was sagen Sie zu so sparsamen Hausvätern? Sind diese nicht Ihr Ideal bei Ihrer eigenen Wirtschaft? Würden Sie nicht alle ihnen Ihre Stimme geben, falls Sie ein Wahlrecht besäßen? Sie haben, wie wir schon bedauert, keines, aber etwas können Sie doch dazu beitragen, daß Ihre Candidaten, nämlich die des Bürgercomitü's bei der Wahl durchdringen. Ermahne jede von Ihnen, die in dem glücklichen Besitze eines wahlberechtigten Mannes ist, denselben, daß er diesen Candidaten seine Stimme gäbe, erzähle ihm, wenn er es unterlassen haben sollte, die Broschüre zu lesen, was Sie aus derselben erfahren! Jenen Damen ab»r, die zufällig noch keinen Wähler zum Gemahl besitzen, rathen wir dringendst, die Entgegennahme jeder Huldigung in den nächsten Tagen davon abhängig zu machen, daß der betreffende Verehrer Ihnen früher einen feierlichen Eid leiste, nur für die Wahlliste des Bürgercomitä's zu stimmen. Sie sehen also, meine verehrten Damen, verheiratet oder ledig, wie viel Sie der guten Sache nützen können und welche von Ihnen könnte zurückbleiben, wo eS ein solches Ziel gilt! erfreuende Bürger, Mitglieder des GewerbestandeS, welcher im Gcmeinderathe eben nicht entsprechend vertreten ist, und im zweiten Wahlkörper ein seines Charakters und seiner Kenntnisse wegen hoch geschätzter, der allgemeinen Sympathien sich erfreuender Schulmann als Candidaten einhellig berufen. Alle Candidaten sind theilS durch Geburt, theilS durch langjährigen Aufenthalt in Laibach Angehörige dieser Stadt, deren Bedürfnisse sie genau kennen und für deren Wohl zu wirken sie ebensowohl durch ihre Fähigkeiten, als zufolge ihrer Vater-landsliebe geeignet sind. Die nationale Partei, welche die Gemeinderathswahl zu einem politischen Partcimanöver mißbrauchen möchte, wurde durch die kraftvolle und zielbewußte Action des Bürgercomit6's in nicht geringe Verlegenheit gesetzt. Ihre Lieblingsbehauptung, daß alles öffentliche Leben in Laibach aus der Thätigkeit einiger weniger Parteimänner beruhe und nur künstlich fortgefristet werde, wurde durch das vereinte Auftreten der Bürgerschaft jämmerlich über den Haufen geworfen. Das Zetergeschrei des „Slov. Nar." über das „Triumvirat Deschmann-Schaffer-Schrey", welches man des Landes verweisen soll, die Wuthausbrüche des nationalen Wahlcomits's, das in seinem Wahlaufrufe in roher Manier die liberale Wählerschaft verunglimpft und verdächtigt, die in gleicher Weise betriebene Agitation der mit ihren Kandidaturen von Haus zu Haus, von Amt zu Amt hausirenden nationalen Wahleandidaten — dem Allen wird, wie wir hoffen, durch das ein-müthige Eintreten der besonnenen Bürger zu Gunsten dcr bisherigen Gemeinderathsmajorität glücklich begegnet werden. Wie vortheilhaft hebt sich dem Treiben des nationalen Wahleomitss gegenüber, welches unge-scheut sein bekanntes und extremes politisches Programm auch als Zielpunkt der Wahlaction für die Gemeinderathswahlen hinstcllt, die Wirksamkeit des Bürgereomit6's ab. Die Candidaten desselben werden in Selbstüberhebung weder durch Schmähung und Verdächtigung dcr Gegenkandidaten, noch durch Terrorismus — Mittel, deren sich jedoch die nationale Partei beinahe ausschließlich bedient — sondern in ruhiger, objektiver Weise unter Hinweisung auf ihre bisherigen Leistungen und ihre Eigenschaften den Wählern empfohlen. In diesem Sinne — leidenschaftslos und sachgemäß — lautet auch der Wahlaufruf des Bürgercomitä's und ebenso die von demselben den Wählern gewidmete Denkschrift über die dreizehnjährige Thätigkeit dcr Gemeinderaths-majorität. Diese Denkschrift, welche sich heute schon in den Händen aller Wähler befindet, enthält in glücklicher Zusammenstellung eine gedrängte, objektive Darstellung der wichtigsten Leistungen und Erfolge des Gemeinderathes, sie bietet jedem Wähler Gelegenheit zum Ueberblicke des Schaffens und Wirkens der bisherigen Stadtvertretung, der wesentlichen vor-theilhaften Veränderungen in der Stadt, ihrer ge-krästigten finanziellen Situation und ihrer fortschreitenden modernen Entwicklung. In dem einfachen Gegenüberhalte des Einst und Jetzt kann jeder Wähler erkennen, wie eifrig und erfolgreich der liberale Gemeinderath seine Verpflichtungen erfüllte, wie sehr sich die Verhältnisse seit dem Ende der nationalen Commnnalwirthschaft zum Vortheile der Stadt geändert haben. Mit dieser Denkschrift, mit dem Appelle an die Wählerschaft, auch für die Zukunft die Leitung der kommunalen Angelegenheiten anzuvertrauen jenen Männern, die sich solche Verdienste um die Stadt erworben, mit der warmen Anempfehlung seiner Candidaten vollendet das Bürgereomit6 seine Aktion. Keiner brutalen Schimpfereien auf die Gegner, keiner Drohungen gegen andersdenkende Wähler, keiner Verlästerung der Gegenkandidaten und keiner ähnlichen Agitationsmittel hat sich daS Bürgercomitä bedient, ihm ist es ja nur um die Sache, nicht um die Personen zu thun. So spiegelt sich denn auch in der verschiedenen Art und Weise der Wahlbewegung der Unterschied der Parteien. Hier die ruhige, besonnene, für das Wohl der Stadt allein besorgte Thätigkeit des Bürgercomitä's, dort die leidenschaftliche, den Gegner verdächtigende, nur um den Wahlerfolg ihrer Agitatoren und um die Durchführung ihres politischen Parteiprogrammes mit allen Mitteln bemühte Propaganda des nationalen Wahleomitos. Auf beiden Seiten ist demnach offen Farbe bekannt worden! So mögen es auch die Wähler der liberalen Partei mit ihren Gesinnungen halten und Keiner scheue sich, durch Ausübung seines Wahlrechtes das zu bekennen, was er für das Wohl der Stadt für ersprießlich hält, dann wird auch Heuer der gerechten Sache der gerechte Sieg werden. Gegen die Slovenisirung der Aemter und Mittelschulen. In der nachbarlichen Steiermark ergreifen Journale und Gemeinden das Wort, um gegen die in Antrag gebrachte Slovenisirung der Aemter und Mittelschulen in der Steiermark Protest zu erheben. Die Grazer „Tagespost" constatirt in einem längeren Artikel, daß die im Jahre 1871/2 angestellten Versuche, betreffend die Slovenisirung der Mittelschulen in Krain, scheiterten, und bemerkt, daß ähnliche, in neuester Zeit bezüglich Istriens und der Südsleiermark angestrengte Versuche das gleiche Schicksal erleben dürften, nachdem der bisher lexikalisch dürftig aufgestapelte slovenische Sprachschatz noch nicht Gemeingut der slovenischen Nation geworden ist. Die slovenische Sprache befindet sich in einem noch unfertigen Zustande und wer die Sprache Preäern's mit dem heutigen Neu-slovenisch vergleicht, wird und muß M Neberzeugung gelangen, daß die Zeit zur Slovenisirung der Aemter und Mittelschulen noch nicht gekommen ist. Das genannte liberale Grazer Blatt bemerkt: „So natürlich und berechtigt die Forderung ist, daß der Elementarunterricht in rein slovenischen Gegenden der Jugend in ihrer Muttersprache veimittelt werde, als ebenso unberechtigt, undurchführbar und geradezu absurd muß das gleiche Ansinnen bezüglich der Mittelschulen bezeichnet werden. Den Anspruch auf nationale Mittelschulen können, will man den Zweck derse'ben nicht dem nationalen Chauvinismus aufopfern, füglich doch nur Nationen erheben, die auch gleichzeitig einen berechiigten Anspruch auf nationale Hochschulen erheben können, Nationen also, die durch ihre numerische Bedeutung, ihre geschichtliche Entwicklung und besonders durch ihre geistige Höhe, w e sich dieselbe in einer reichen Literatur ausspricht. Culturnationen geworden sind. Zu einer solchen kann man nicht durch Majoritätsbeschlüsse eines Parlamentes hinaufdeeretirt werden-, dazu bedarf es selbst bei einer bedeutenden Volközahl einer sehr langsamen stetigen Entwicklung. Den Slovenen fehlt nun. bei aller Achtung, die man dem fleißigen und begabten Volke zollen mag, zu einer eigenen Culturnation — noch sehr viel." Die „Marbürg er Zeitung" schreibt: „Die slovenische Sprache soll durch eine Verordnung bei den Gerichten eingeführt werden. Diese Nachricht muß auf einem Jrrthum beruhen , denn ein Gesetz kann nur durch ein Gesetz aufgehoben oder geändert werden und will das Ministerium die allgemeine Bestimmung der StaatSgrundgesetzc über die nationale Gleichberechtigung praktisch anmendcn. so kann dieß ebenfalls wieder nur in Folge eines Gesetzes geschehen. Die jetzige Mehrheit des Reichs-rathes wird zwar nicht ablehncn. wenn die Regierung daS, was die Verordnung enthalten soll, als Vor- läge einbringt, und kommt es in der Hauptsache auf Eins hinaus, ob eine Verordnung oder ein Gesetz die slovenische Gerichtssprache einführt; allein die Befugniß, eine Verordnung zu erlaffen, wo ein Gesetz gegeben werden muß, steht keiner Regierung zu — auch dem Ministerium Taaffe nicht." Die „Cillicr Zeitung" sagt: „In der Untersteiermark sprechen der Adel, die Geistlichkeit, der Beamtenstand, die Advoeaten, Aerzte, Notare, der Bürgerstand, die Lehrer, die Bewohner aller Städte und Märkte, die meisten wohlhabenden Dorfbewohner deutsch, Handel und Industrie befinden sich nur in Händen von Leuten, die entweder Deutsche sind, oder jedenfalls bester deutsch können als slovenisch; die deutsche Sprache versteht mit einem Wort jeder halbwegs gebildete Mensch bei uns — womit ich eine unumstößliche Wahrheit und Thatsache ausspreche, — welches ist also eigentlich der Grund, weshalb man die Slavisirung der Staatsanstalten als ein Gebot der Nothwcndigkcit hinstellt? weshalb man Untersteiermark slavisiren will? Betrachtet man irgend einen slavischen Agitator, so wird man sofort finden, daß er auch stets ein Halbpelzer sei. Es bedarf nur geringer Bildung, um unter den Agitatoren des künftigen Sloveniens ganz bedeutend, einflußreich und geltend zu sein — unter den Blinden ist der Einäugige König. Ich weise da auf Dr. Voänjak. Die Leute wollen bedeutend sein, und weil sie es auf gefcheidte Art nicht können, zollen sie der Verdummung, der Verblendung, wenn auch zum großen Nachtheile für's Volk, ihren Tribut. Die Herrschsucht der Halbpelzer ist die Ursache der unglückseligen Slavisirung sversuche." In dem genannten Blatte äußert sich ein Slovene, wie folgt: „Ihr konntet in allen Tagesblättern lesen, was die Abgeordneten der Landgemeinden Untersteiermarks anstreben. Sie wollen, daß die slovenische Sprache in den Mittelschulen von Cilli, Marburg und Pettnu als Unter-richtssprache eingeführt werde; sie wollen, daß bei Gericht das Slovenische Amtssprache sei, sic wollen, daß für Untersteiermark, Kärnten und Krain ein Oberlandesgericht in Laibach ereirt werde. Die Regierung hat Eueren Abgeordneten der Land-bezirke die Zusicherung gegeben, daß sie Gesetze zur Erfüllung dieser Wünsche schaffe» werde; und sic wird Eueren slovenischen Abgeordneten Wort halten; denn diese Gesetze sind der Preis, um welchen Euere slovenischen Abgeordneten gegen die Herabsetzung der Grundsteuer in Untersteiermark gestimmt haben, um welchen sie den Czechen eine ezechische Universität bewilligten, um den sie zur Einführung der Petroleumstcuer die Hand boten, der Preis, um welchen der Regierung alle finanziellen Anforderungen bewilligt werden, der Preis, um welchen der Unterricht Euerer Kinder um zwei Jahre verkümmert werden soll. Lohnt sich wohl dieser Preis, um die kolossalen Opfer, die sie Euch durch die Handlangerdienste an die Regierung aufbürden? Nein und abermals nein! Ich spreche hier nicht von dem Schaden, den die deutschen Bewohner der Untersteiermark durch die projectirten Gesetze erleiden werde» ; er ist gering im Verhältniß zu der enormen Schädigung der slovenischen Bevölkerung. Jetzt werden Euere Kinder leicht und mühelos in die deutsche Bildung eingeführt, während sie gleichzeitig in mehr als hinreichender Weise in ihrer Muttersprache Unterricht erhalten. Wenn die Mittelschulen slovenisirt werden, so ist cs selbstverständlich, daß Euere Kinder nach absolvirtem Gymnasium nur nothdürstig der deutschen Sprache mächtig sein werden, sic werden unfähig sei», die Studien auf einer deutschen Universität sorizusetzen und gezwungen sein, dic Pricsterseminarc zu süilcn. Die Folge davon ist eine U^berfüllung der Pricstcrscminarien und die Schaffung eines Proletariates von ab- Hiezu ein halber Bogen Beilage. solvirten slovenischen Gymnasiasten. Anderweitiger Broterwerb wird Eueren Kinder« erschwert, denn Krain ist ohnehin so stark bevölkert, daß seine Söhne in der ganzen Welt gleich den Böhmen verbreitet sind; auch sie werden nur im Besitze der slovenischen Sprache am Hungertuche nagen; Euere Kinder werden im günstigsten Falle Jahre lang auf Anstellungen warten müssen, während sie jetzt vermöge der Kenntniß der deutschen Sprache allen deutschen Coneurrenten überlegen sind; sie werden im Lande bleiben müssen, aber sie werden sich kaum redlich erhalten können. Im Handel und Wandel werdet Ihr nicht minder benachtheiligt sein, als in Bezug auf die nachtheiligen kulturellen Folgen dieser Gesetze. Und was soll Euch die slovenische Gerichtssprache nützen? Werden Euere Proeeffe leichter gewonnen wie bisher? und wird die Justiz überhaupt eine billigere und bessere wie jetzt? Mitnichten! Warum wollen also Euere Voänjak, Klun, Gödel re. dic slovenische Sprache in Schule und Gericht einsühren?! Weil es ihnen und ihren Hetzagcnten darum zu thun ist, daS Volk in Dummheit und Finsterniß zu erhalten. Je unwissender das Volk, desto leichter ist es zu betrügen, und weil die Aufklärung und die deutsche Cultur geeignet ist, der Bevölkerung über die selbstsüchtigen Zwecke der fanatischen Hetzer die Augen zu öffnen, darum muß sie beseitigt werden; Euere Vertreter, daß Gott erbarm, brauchen eben Schafe, um sie scheeren zu können: ^Llunäus vlllt äscixi, ergo äseipiatur." Der Gemeinderath in Marburg nahm in seiner am 30. v.M. abgehaltenen Sitzung nachstehende Resolution einstimmig an: „Der Gemeinderath der Stadt Marburg legt auf das Entschiedenste Verwahrung ein gegen dic von einzelnen slovenischen Partei männern beabsichtigte Slovenisirung der Mittelschulen Untersteiermark-und der Lehrerbildungsanstalt in Marburg und wird mit allen gesetzlich zulässigen Mitteln solchen Eingriffen in bestehende, den allgemeinen Interessen vollkommen entsprechende Verhältnisse entgegentreten, um hiedurch die Schaffung höchst bedauerlicher Zustände. welche einen Rücks chri tt in der Cultur der Bevölkerung und die Jsolirung derselben in der großen Verkehrs welt zur Folge haben müßten, zu verhüten. Er legt ferner aus das Energischeste Verwahrung ein gegen die Slovenisirung der Gerichte, dir Schaffung eines Oberlandesgerichtes in Laibach und Anweisung der untersteirischen Justizbehörden zu demselben, da hiedurch dic Lostrcnnung dcs von dcnselben gebildeten Gebietes von dcm Heimatlande Steiermark herbeigesührt würde, was die wie immer redende Bevölkerung, die in Leid und Freud', Noth und Gefahr stets treu zu einander und zu dem ungeteilten Heimatlande stand, nie und nimmermehr zugeben könnte, umso weniger, als die in den Städten und Märkten dic weitaus überwiegende Majorität der Bevölkerung bildenden Deutschen, welche dcm Staate durch ihre Intelligenz und ihren Besitz die größten Opfer bringen, hiedurch dcm geistigen und finanziellen Ruine preisgegebcn und eine Versündigung an der historischen Vergangenheit unseres schönen Heimatlandes vollzogen wurde. Wir hoffen von Oesterreich, daß eS uns ein treuer Schützer sein wird unscrcr wohlcrworbcncn Rechte, für deren Bestand und Erhaltung ivir jederzeit ein-treten wollen." Dic Repräsentanz der Stadtgemeinde Cilli folgte dcm wackeren Beispiele der Stadt Marburg, indem sie in ihrer am 3. d. M. abgehaltenen Sitzung nachstehende Resolution einstimmig aunahm: „Bei dem Umstande, als slovenische Pnrteimänner unausgesetzt thätig sind, die Städte und Märkte dcs steirischen Unterlandes ihres deutschen Charakter-zu entkleiden; bei dem Umstande, als man die Beilage zu Nr. 86 de» „Laibacher Wochenblattes". Mittelschulen UntersteiermarkS zu slovenisiren beab-fichtigt und dadurch der heranreifenden Generation die Möglichkeit benehmen will, ihr Fortkommen in der großm Welt zu finden, sieht sich der Gemeinde-Ausschuß der Stadt Lilli veranlaßt, gegen diese fortschrittS- und kulturfeindlichen Bestrebungen entschieden auszutreten und mit allen gesetzlich erlaubten Mitteln dagegen anzukämpfen. In erster Linie sind Petitionen gegen die Slovenisirung der Mittelschulen an beide Häuser des Reichsrathes abzusenden; des-gleichen sind Petitionen gegen die geplante Stove-msirung der Aemter und Gerichte an das Abgeordneten- und an daS Herrenhaus zu richten und darin darzuthun, daß dieses Bestreben der nationalen Parteimänner in dem Gedanken wurzelt, durch Slo-venisirung der Aemter und Gerichte Letztere vom Grazer Öber-Landesgerichte loszureißen, ein Ober-Landesgericht in Laibach zu errichten und dadurch den ersten Schritt zur Theilung unseres Heimat-landes zu thun. um der phantastischen Idee von der Gründung eines Königreiches Slovenien mit scheinbarer Berechtigung nachgehen und nachhängen zu können. Schließlich findet cs der Gemeinde-Ausschuß der Stadt Cilli wünschenswert!,, daß behufs gemeinsamen Zusammengehens der Deutschen Unter-steiermarks und zur leichteren Abwehr der die Deutschen wie die Slovenen in gleichem Maße bc> drohenden Aspirationen ein Parteitag in Untersteier-mark zusammentrete" Der Kampf der Deutschen und Slo-venen. Unter diesem Titel bringt die „Neue Freie Presse" einen aus drei Absätzen bestehenden, mit fach- und sachkundiger Hand vorzüglich geschriebenen Artikel, folgenden Jdeengang einhaltend: Das deutsch-österreichische Volk denkt Nicht ans Sterben, vielmehr ist es enlschlosscn, für sein Leben zu kämpfen und sich der von allen Seiten eindringenden Feinde, die ihm seinen viel hundertjährigen Besitz streitig machen wollen, zu erwehren. Die Lorbeeren der Ezechen und ihre großen parlamentarischen materiellen Siege lassen nun auch nicht mehr die Slovenen ruhen, die slavische Bewegung will nun auch das Deutschthum in Krain verdrängen. Es sei an der Zeit, daß für die südlichen Älpenländer (Steiermark, Kärnten, Krain und Istrien) eine große organische deutsche Partei gebildet werde behufs Abwehr der Verdrängung des deutschen Bürgerthums in der Untersteiermark und in den Städten Krains, und qeaen die Etablirung der Alpenslaven. Der erwähnte Artikel bekämpft die projeetirte Einführung der flovenischen Sprach- in Amt und Mittelschule, bestreitet die Nothwendigkeit der Errichtung eines flovenischen Oberlandesgerichtes in Laibach und erhebt gegen die rechte Seite des Ab geordnetenhauses den Anwurf, daß cs das Dentsch-thum in den südliche» Alpenländern verdrängen will und den Haß der Slavcn gegen Alles, was deutsch und eentralistisch ist, nährt Weilers wird constatirt, daß vor zwanzig Jahren die Slovenen kaum dem Namen nach bekannt waren ; das; in der Geschichte der Slovenen Alles zwcifclhast erscheine daß deren Cnltur uud Literatur keine epochemachende Stellung einnehme; daß bis zum 16. Jahrhunderte kein einziges schriftliches Dokument in flovenifcher Sprache existire, und daß daS erste slovenische Such im Jahre ibso in Tübingen erschien; daß die ganze slovenische Literatur bis in die jüngste Heit nur aus Gebetbüchern und aus Schriften kirchlichen Inhaltes bestand. Der slavische Schriftsteller Kopitar bemerkte: „Der ZeIotismns habe Trüber, Dalmatin und Boherisch zu krainifchen Schriftstellern gemacht, ein Unhold, vor welchem die liberalen Musen fliehen.» Durch das ganze 17. und 18. Jahrhundert lag das Slovenische in Vergessenheit begraben, dir slovenische Sprache mar herabgesunken zur „IblLnsliL Sprüda", erst Kopitar hat auf Grund tiefgehender Sprachforschungen mit Benützung fremder slavischer Elemente eine slovenische Grammatik abgefaßt. Der fachkundige Artikelschreiber sagt: „Noch gibt es keine slovenische Nation, das Windische ist der Jargon der dienenden Classe und der Bauern. Als die slovenischen Apostel der Nenzeit austraten, geriethen sie sich sosort in die Haare über die Wahl des — Alphabets, eS entbrannte ein jahrelanger A-B C-Krieg". Für die Entwicklung dcS Heutigen Slovenischen machten sich zwei Männer hervorragend verdient: Dichter Preschern und Fürstbischof Antott Martin Slomschek von Lavant." Die Aufstachelung der slovenischen Bevölkerung gegen die deutschen Bewohner KrainS rührt, wie im dritten Absätze des erwähnten Artikels bemerkt wird, aus der Aera Beleredi her. Wer erinnert sich nicht an die von nationaler Seite in Scene gesetzten Tumulte im krainischen Landtagssaale? Schon zu Toman's und Costa's Zeiten wurde die Sloveni-sirung der Volksschulen, des Gemeindcwesens, die Errichtung einer slovenischen Statthnltereiabtheilung die Einführung der slovenischen Sprache bei dem Oberlandesgerichte, die Bestellung slovenischer Re-serenten bei den Ministerien des Innern und des Unterrichtes angestrebt, und das heutige Programm der Slovenensührer lautet: Errichtung eines König-reiches Slovenien aus den slovenischen Landestheilen der Steiermark, Kärntens, Krains und Istriens. Unter Hohenwart s Führung und unter der Aeglde deS Ministeriums Taaffe hoffen die Slovenen Er süllung ihrer heißersehnten Wünsche. In Bezug aus die von gewisser Seite hochge priesenen Fortschritte der .slovenischen Literatur bringt der Artikel Folgendes: „Man nehme das neueste Buch über die Slo venen von Sumann (recte Schumann) zur Hand. Nicht Ein nennenswerlhes Werk ist darin ausgezählt, auf keinem Gebiete der Wissenschaften auch nur Eine Leistung!— und doch, welch' eine Fülle von Namen, Slcrn bei Stern! In Wahrheit aber iß cs ein Lallen, eine schülerhafte Production, ein jämmerliches Dilettantenthnm, was wir hier Alles als werthvolle Leistung angeführt finden. Ein wahrcs Pantheon thut sich aus; Jeder, der ein Paar lyrische Reime gesündigt, wird gewissenhaft registrirt; von einer Kritik ist keine Rede; man hat den wahren nationalen Größenwahn vor sich, die jämmerlichste Aufgeblasenheit bei totaler Nichtigkeit! Das möchten wir als den Fluch bezeichnen, unter welchem die nationalen Führer zu leiden haben. Welch' ein Nationaljubel bei dem Erscheinen eines Schul buches, wie sie zu Dutzenden in anderen Ländern herausgegeben werden! Und welch' ein zärtliches Verhältnis! zwischen Kritik nnd Production, welch eine liebevolle Freundschaft nnd Camaradcrie zwischen all den Taglöhnern des Schnlbüchennarktcs. Nicht Einen Historiker kann die slovenische „Nation" nenne»; alle historischen Arbeiten über die Ge biete der Alpenslaven (bis auf den fleißigen Dimitz) sind in deutscher Sprache erschienen. Nur zwei Pfarrer, Hitzinger ,,»d Terstenjak, schrieben slovenische historische Beiträge und erregten insbe sondere der Letztere — mit seinen burlesken Fabeln die sich auf Römersteine stützten, — die gerechte Heiterkeit der Welt. Zwölf Jahre lang amüfirte dieser Landpsarrer die Welt in Bleiwcis' „Novice" bis endlich, um dem Seandale ein Ende zu machen slavische Autoritäten den Mnnn Gottes in seiner ganzen Einfalt darstellten." Der ausgezeichnete Artikel schließt mit folgenden trefflichen Stellen: „Die falschen Propheten, welche daS friedliche slovenische Volk erbittert machen gegen das Deutschthum, eS lehren, daß es eine Todsünde sei. deutsch zu lernen, rauben ihm da» beste Gut. )aS einer höheren Bildung und Gesittung, die MöDchkeft/äuf'''weite' Hntfernüiigen hin dem materiellen Vcrdlensir"nachzü'gehen uNd .den Kampfs ück'S Dasein«it Wkereft Mitteln ' äufjunehmen. DaS ist ''Wm''W'M^De''der''BtrhSimifse. dir nicht Nehr'zü'dMscheiden erlaubt, sondern nur gestattet,'sich deck'BaE nätiöniiler Leidenschaft z« ügM Mit KrnunfkuNd Ucberlkgung könnten die SlobeneN SleknIiaEund der angrenzenden Länder unmöglich den^ÄeMü selgm. Die Tradition ist iq Religiün. MmM und Stä'ül' eine ehrwürdige Sache ->en" ndtköüalrN^HWern aber M staatliche Lrä? ditlvh nichtk MDMug^M znr'HurchsWtiNj; Brr, Machflcheü Gleichberechtigung nicht genng mit der ÄliUn^rkschaft der slovenischen Unterrichtssprache an der Volksschule in den win-dischen Gebieten, mit ihrdr Vertretung in verschiedenen Fächern an der Mittelschule, verlangt man auch die Beseitigung des Deutschen in allen diesen Gegendeq. So wird es denn auch im Alpenlande einen frischen Kamps geben. Das gewöhnlichste Terrain, sagt Victor Hugo, gewinnt-einen Glanz, wenn eS zum Schlachtfelde ivird. Wir haben gesehen, daß die Slovenen eine nennenswerthe Original-Pro-ductiou nicht desitzen. Dazu ist ein absoluter Mangel-an Aneignung sremden Geisteslebens hinzugetreten, und jetzt fehlt auch noch der gute Wille, vom Deutschen etwas zu lernen. WaS wird da« Ende fein? Die geistige Taubheit wird, wie die leibliches Stummheit zur Folge haben. DaS Ende und noch mehr die Folge dieser antideutschen und bildungS^ feindlichen Bewegung wird, sein — die Barbarei." Politische Wochen-Uebersicht. Die Regierung wird, wie angeblich gut insor-mirte Blätter erfahren haben wollci», von den am 15. d. zusammentretenden Delegationen einen Credit in-der Höhe von beiläufig 36 Millionen Gulden , beanspruchen u. zw. 26 Millionen für die zur Bewältigung der Jnsurrection aufgebotene Truppenmacht und 10 Millionen für Straßen- und Befestigungsbauten im Okkupationsgebiete. Otto Freiherr v. Apfa-Itrern legte im Herrcnhaufe des NeichSralhes dem ReichskriegS-Ministerium die Erfüllung des Wunsches nahe, daß in Hinkunst eine Einberufung der Reserve nur in dem im tz 10 des Wehrgesetzes vorgesehenen Falle stattfinde. Redner betonte, daß die Reserve bereits dreimal znr Ergänzung dcs Truppenstandes cinbe-rufen worden, ist. Dabei ist die Frage aufgeworfen worden, ob diese Einberufungen sich mit dem Wchr-gesetze vereinbaren lassen. Die Bevölkerung hat im Jahre 1878 diese Maßregel mit Seufzen, ja mit Widerwille» ausgenommen, sie ist indessen dem Ruse zu dcn Waffm ausnahmslos gefolgt. Hcuer wurde abermals mobilifirt, um den Ausstand in der Krivoscie nicdcrznwcrfen; diese Maßnahmen sind freundlicher ausgenommen worden, weil die Regierung dieselben mvtivirt hat. Es bleibt nun die Frage übrig, wie steht es mit der gesetzlichen Grundlage dieser Maßregel und wie steht es damit, das Interesse der Bevölkerung zu wahren, um für die Zukunft solche Maßnahmen zu vermeiden? Im tz 10 dcs Wehrgesetzes findet sich ein Princip hingcstelit, dem dieselbe nicht entspricht, da nach diesem Paragraph«: die Reserve nur auf Befehl dcs Kaisers, nachdem die Truppen vorher auf dcn Kriegsstand gebracht worden sind, einbcruscn werden kann. Dieb ist im Jahre 1878 nicht geschehen, da die Truppen nur aus dcn erhöhten Friedensstand gebracht worden sind. Der Kaiser hat den bisherigen Leiter der böhmischen Statthalterci. FML. Freiherrn v. Kraus, zum Statthalter in Böhmen eruannt. Der Reich4rat^ wird sich nach Lblaus der Osterferien Mit der Zolltarif-Vorlage und der Schulgesetz-Novelle beschäftigen. Dir Vertagung der ReiD-tath»sitzungen dürste erst Mitte Juni erfolgen. Dem Begehre» der ezechischen Partrifthrer um Auflösung des böhmischen Landtage» wurde feiten» der Regierung folgender Bescheid zu Theil: ,Würde der Landtag aufgelöst werden, dann hielte auch wahrscheinlich gleich die hohe Politik ihren Einzug in da» alte Gebäude auf dem Prager Fünf-kirchenplatze. ganz abgesehen davon, daß die Wogen der Wahlbcwegung gerade Heuer sicherlich höher gehen würden, al» e» für die Ruhe im Lande Böhmen nothtvrndig erscheint" Vom Jnsurrecttonsschauplatze. Nach vorliegende« osstriellm Berichten durch-Kreisten die k. k. Truppen die Gegenden bei Zagorje, Foüa, Gorazda, Pcrusica, Jfzar Karaula. Vikoc, Zereva-Glava. Bastan. Tientista. Koliei-Han, Kerükovi, KuSlat, Palizi, Vrbieo-Hoceva. Celebie, Krstac, Csa-»ica, Kreci. Visovo. Belenic. Stanjevo-Brdo. Pol-jevac. Gukovac u. a. Rächst mehreren dieser Ort-schäften kam e» zwischm k. k. Truppen und Jnfur-gmten zu ernsten Zusammenstößen, bei welchen die Aufständischen Verluste erlitten und gegen die montenegrinische Grenze gedrängt wurden. Entscheidende Gefechte fanden nicht statt. Unsere Truppen bestehen die außergewöhnlichen Strapazen mit Ausdauer und liefern in Folge derselben ein ansehnliche» Contingevt in die Spitäler ab. Ausland. Die bereit» z« wiederholten Malen angekündigte Begegnung der Monarchen Oesterreich» und Italien» soll im Monat Mai l. I. zu Monza stattfindm. Czar Alexander beabsichtigt, die kaiserliche Residenz von Peter»burg nach Mo»kau zu verlegen. In Deutschland feiert die klerikal-konservative Partei da» Fest der Auferstehung der Reaktion. deshalb übelste Stimmung gegen den Fürsten Bi»marck, welcher den Maigefetzen seinen bisherigen Schutz entzogen hat und alle Anstalten trifft, „nach Canossa zu gehen". Die Gemeinderathswahlen und der Handels- und Gewerbestand.*) Verehrter Herr Redacteur! Seit jeher zähle ich zur liberalen Partei und habe auch stet- bei allen Wahlen dieser meiner Ueberzeugung gemäß meine Stimme abgegeben. Im Uebrigen habe ich bisher niemals darnach gegeizt, im öffentlichen Leben eine Rolle zu spielen, und auch für die Zukunft gedenke ich schlecht und recht ein treuer Parteigenosse zu bleiben, ohne irgend weiter hervortreten zu wollen Wenn ich Sie dennoch bitte, mir einmal für einige Ausführungen in Ihrem Blatte Raum zu geben, so bewegt mich dazu einer-seit» die ganz besondere Wichtigkeit der bevorstehenden GemeinderathSwahlen und andererseits der Umstand, daß ich al- stiller, aber aufmerksamer Beobachter im Laufe der Jnhre mancherlei Erfahrungen über die Wahlen gesammelt habe, deren Veröffentlichung vielleicht doch Einen oder den Anderen meiner Mitwähler inleressiren und ihn veranlassen könnte, denselben eine erhöhte Theilnahme zuzuwenden. *> Obige Anschrift kam uu» von einem Wähler au» den Kreis«» de» Handel»ftande» zu. Wir veröffentlich«,, dieselbe mit größtem Vergnügen, einmal, weil sie von lebhaftem Interesse und Berständnisse für die Bedeutung der Sache rin erfreuliche« Zeichen gibt, und dann weil sie so viel richtige und bedeutsame Bemerkungen für die Wähler specieli au» de», Handel»- und Gewerbestande enthält, daß wir deren Beachtung nur auf'« Angelegentlichste empfehlen können. " Zunächst möchte ich aus einer langen Reihe von Wahlen eonstatiren, daß bei der nationalen Partei die ganze Action eigentlich stet» auf daS Ter-rorisiren. der Wähler hinausgelaufen ist. E» wurde vielleicht manchesmal in einem geringeren^ dann wieder in einem stärkeren Grade terrorisirr — so arg wie Heuer schon lange nicht — auch die Wählerclassen haben schon gewechselt, gegen die sich jeweilig der stärkste Druck richtete, aber immer ist schließlich der Wahlkampf auf nationaler Seite in eine reine Pression, in die Anwendung moralischer und materieller Zwangsmittel auSgeartet. Von einer sachlichen Anfechtung der Behauptungen und Leistungen der liberalen Partei, von der Begründung eineS eigenen sachlichen Programme- war da niemals die Rede. In Uebereinstimmung mit den vorjährigen GemeinderathSwahlen richten sich die nationalen Ein-schüchtcrungSversuche auch bei den bevorstehenden, vor Allem gegen die Beamten und gegen einen Theil deS Handels- und Gewerbestande». Bei den Beamten hofft man damit zu terro-risiren, daß man die Wahlen in den Gemeinderath, trotzdem sie offenkundig und der Natur der Sache nach einen rein localen Charakter und eine wesentlich materielle Bedeutung haben, fälschlich als eine große politische Angelegenheit hinstellt. Nun, ich bin zwar, in keiner Weise berufen, den Wählern auS Beamten-kreifen Rathfchläge zu geben, und bin auch überzeugt, daß diese den ebenso geschraubten al- perfiden nationalen Tiraden ohnehin keinen Werth beilegen, aber die Eine Bemerkung möge mir doch hier erlaubt sein, daß unter den Änderen mir gerade auch die Beamten, als die Träger der staatlichen Verwaltung und Rechtspflege besonder- berufen erscheinen, für den Fortbestand der bisherigen GemeinderathSma-jorität und für die Wahl von Kandidaten einzu-treten, die dieß verbürgen, und zwar nicht um großer politischer Principien willen, sondern einfach deswegen. weil eine liberale Gemeindevertretung die sicherste Gewähr für eine gewissenhafte Leitung der städtischen Verwaltung, für eine umsichtige, financielle Gebcihrung. für die Aufrechthaltung der Ruhe bisher gewesen ist und auch künftig sein wird, indeß noch unvergessene, traurige Erfahrungen au- früherer Zeit lehren, daß solche Garantien bei einer Führung der Stadtgeschäste durch die Nationalen nicht nur nicht geboten, daß dieSfallS vielmehr die gegründetesten Befürchtungen am Platze sind. Gegen die Wähler auS dem Handels- und Gewerbestande wird der TerroriSmuS wieder in anderer Weise geübt. Man greift zu materiellen Mitteln und scheut nicht vor förmlichen Drohungen, den GcwerbSbetrieb zu schädigen, Kunden abwendig zu machen und dergl., zurück, sei eS, daß derartige Pressionen in den Journalen verkündet oder von unverschämten nationalen Einpeitschern, vielleicht sogar von Candidaten selbst den Wählern bei aufdringlichen Besuchen mündlich vorgebracht werden. Ich habe wohl nicht nöthig, mich über die Unanständigkeit und Verwerflichkeit de» eben bezeich-neten Vorgänge» de» Näheren auszulassen, ich will auch nicht weiter davon reden, daß jeder gesinnungS-tüchtige Wähler sich durch einen derartigen Terrori-sirungSversnch in keinem Falle einschüchtern lassen, vielmehr da- allgemeine Beste im Auge behaltend — dessen Wahrung in letzter Linie ja doch nur wieder trotz eine- scheinbaren momentanen OpferS nur den Einzelnen zu Gute kommt — dann erst recht für seine Ueberzeugung bei der Wohl einstehen soll, aber meine StandeSgenossen mögen mir glauben, — ich rede au» eigener Erfahrung — daß eS mit diesen Drohungen, so aufrichtig gemeint sie von den betreffenden dunklen Ehrenmännern sein mögen, in der Wirklichkeit denn doch seine Wege hat. Diese nationalen Agitatoren, wenn sie auch während der Wahlen den Mund voll nehmen und riesigen Lärm schlagen, haben doch im Grunde hinterher aus da» große Publikum keinen Einfluß. Diese» wird vielmehr, mag e» sonst national oder liberal denke», nur dort kaufen, wo die Waare gnt und billig ist. So war e» immer und überall und so wird e» auch stet- bleiben. Und gerade die Herren nationalen Exal-tado- selbst sind bekanntlich in Geldsachen meist sehr knauserige Leute und wären am allerwenigsten bereit, ihre Großsprechereien auf Kosten de- eigenen Geldbeutel- zu realisiren. Ich will gerne zugeben, daß e- sür den Betroffenen sehr unangenehm ist, wenn plötzlich so ei» paar nationale Wahlhyänen mit bekannter Unverfrorenheit in'- Geschäft fallen und mit aufdringliche« Zureden oder wohl gar mit Drohungen, wie ich sie erwähnt, aus Einen eindringen. Mir ist e- auch passirt, aber nur einmal. Ich habe den betreffende» Herren mit aller Ruhe, aber auch mit unzweideutiger Klarheit meine Meinung gesagt, habe ihnen unverhohlen entdeckt, daß ich ihr Vorgehen mit einer anständigen Wahlbewegung für durchaus unvereinbar halte, habe ihnen auseinandergesetzt, daß bei mir mein Geschäft und meine Haltung in Wahlangelegenheiten zwei ganz getrennte Dinge sind, und habe ihnen schließlich sehr unumwunden erklärt, daß bei mir ihrer Liebe Müh' umsonst sei und immer umsonst bleiben werde, denn ich habe meine feste Ueberzeugung und dabei bleib' ich. Die Herren sind auf daS ziemlich verdutzt abgezogen und nie mehr wiedergekommen. Ich habe seither bei jeder Wahl Ruhe gehabt, Gott sei Dank aber alle meine liberalen und nationalen, deutschen und slovenischev Kunden behalten und mit allen stehe ich im Geschäftsverkehr auf gleich gutem Fuße. Meine Herr« Mitwähler au- dem Handel-- und Gewerbestande mögen e- nur machen, wie ich - gemacht, und gewissen zudringlichen Herren ebenso höflich al- bestimmt die Wege weisen und sie werden, ebenfalls ganz ungefährdet, sür weiter- unbehelligt bleiben. Der Fehler ist nur der, daß manche Wähler eine« Einschüchterungsversuch gegenüber nicht genug Energie besitzen. Darauf fpeculiren gerade diese gewisse» Agitatoren. Wo sie Festigkeit begegnen und entsprechend abgetrumpst werden, da ist eS, wie gesagt, mit ihrer Aufgeblasenheit bald vorbei und sie suche» daS Weite. Und noch ein Anderes möchte ich meinen Br» ruf-genossen zu bedenken geben. Wenn e- den liberalen Kreisen jemals einfiele, Repressalien zu übe» und angesichts eineS GegnerS. dem alle unerlaubte» Mittel recht sind, gleichfalls zu terroristischen Maßregeln zu schreiten: wie ginge eS den Geschäftsleuten dann in solchem Falle? Ich meine, wer die Geschäft-- und Creditverhältnisse in der Stadt kennt, wird meiner Antwort beistimmen: sehr übel ginge e- ihnen dann, viel mehr hätten sie dann z» fürchten, al- von den derzeitigen Drohungen der nationalen Wahlagitatoren. Aber — so denken und sagen wohl auch die meisten Geschäftsleute — die Liberalen sind viel zu anständig und greisen ohnehin niemals zu solchen Mitteln. Von der Seite haben wir also ohnehin nicht- zu befürchte». Richtig, so war e« und so soll eS hoffentlich bleibe». Doch Alles hat seine Grenzen und wenn die liberale Partei sähe, daß die Gegner mit ihre« TerroriSmuS nicht aushören und mit Drohungen etwa gar Erfolge erzielten, dann müßte sie eS sich am Ende auch überlegen. In einem Kriege, wo ei» Theil alle Gesetze de- Völkerrechte- immer und immer wieder mit Füßen tritt, da kann sie schließlich auch der Andere nicht mehr respectiren, ohne Gefahr zu laufen, ob feiner gulmüthigen Ehrlichkeit nicht nur den Kürzeren zu ziehen, sondern von de« rücksichtslosen Gegner obendrein verlacht zu werden. Gehen wir aber weiter und nehmen wir den Fall wirklich an, daß ein oder der andere Wähler durch ein rückhaltloses und offene- Eintreten sür seine Ueberzeugung — wovon im strengen Sinne eiatntlich nur bei den Landtagswahlen dir Rede sein könnte, wo durch mündliche Abstimmung gewählt wird und nicht bei den GemeinderathSwahlen, wo bekanntlich nur die Abgabe ununterschriebener Stimm--cttel stattfindet — tatsächlich ein persönliches Opfer -rächte, wird ein solches nichl andererseits reichlich ausgewogen? Ich sage nicht, durch die Erreichung «ine» idealen Zwecke«, sondern durch die ganz be-stimmten Bortheile, die jeder Einzelne und in erster Aeihe die Geschäftswelt davon haben, wenn die Leitung der städtischen Angelegenheiten auch künftig tu den bisherigen Händen bleibt. Handel und Wandel, Verkehr und Geschäft haben doch daS lebendigste Dedürsniß. daß die kommunale Verwaltung in geregelten Bahnen bleibe, gewissenhaft und unparteiisch «führt, daß die städtischen Finanzen in strenger Ordnung erhalten werden, daß im kommunalen Leben überall der Geist ruhiger Arbeit und ziel-Lrwußten Fortschritte» herrsche. Nur wenn die Zu-stände solche sind, kann an einen Aufschwung in geschäftlicher Richtung gedacht werden, nur dann wird man auswärtige« Capital hier investiren, «erden sich die Handelsbeziehungen lebhafter gestalten, sich Fremde hier neu ansiedeln u. s. w. Die seitherige liberale Gemeindevertretung hat vollauf bewiesen, daß sie e« versteht, solche Zustände in der Stadt zu begründen und zu erhalten, die nationale Partei aber vor Jahren traurigen Ange--enkens ebenso klar gezeigt, daß sie dieß entschieden r» icht versteht. Wo wäre daher der Geschäftsmann. 4b groß oder klein, der nicht da« größte und eigenste Interesse hätte, dafür zu sorgen, daß die Majorität de« Gemeinderathe« unverändert dieselbe bleibe und Laß rin nationale« Regiment im Rathhause mit allen seinen schon dagewefenen gefährlichen Konsequenzen hintangehalten werde. Daß sich rin Wähler denke: Alle« recht schön, aber auf meine Stimme wird e« ohnehin nicht an-kommen, sollen eS nur die Anderen machen — da«, hoffe ich, kann gar nicht mehr Vorkommen, denn die Erfahrung de« vorigen Jahre« hat eS ja deutlich «elehrt, daß e« auf eine Stimme ankommen könne, und Heuer ist ein ähnlicher Fall gewiß nicht au«-geschloffen. Einer anderen Meinung aber möchte ich im Vorhinein noch begegnen, al« ob rin wider jede« Erwarten etwa eintretende« Unterliegen der liberalen Partei nur für rin Jahr von Nachtheil wäre. KeigeSwegS! Die Folge wäre bei der Art der juccessiven Erneuerung der Mitglieder, wie sie im Gemeinderathe stattfindet, vielmehr die, daß e« später mehrjähriger ununterbrochener Erfolge bedürfte, um die verloren gegangene Majorität wieder zu ge-Winnen. Ebensowenig möge sich Jemand mit dem Gedanken trösten, wenn ein unglückselige« Geschick die Nationalen an « Ruder brächte, die werden sich durch ihre Fehler ohnehin bald wieder unmöglich machen, und einem liberalen Gemeinderathe wird c« wohl abermal« gelingen. Alle« in'« gute Geleise zu -ringen. Da könnte doch eine bittere Täuschung tommen! Allerdings hat der jetzige Gemeinderath nach jahrelanger angestrengter Arbeit nicht nur alle Schäden der früheren nationalen Mißwirtschaft gut gemacht und überdieß die Lage der Gemeinde zu einer überaus befriedigenden gestaltet. Aber es liegt ja nicht in seiner Macht allein, daß e« ihm ein zweites Mal ebenso gelänge. Ein nationale« Regi-Vient könnte leicht Folgrn haben, die dauernde und irreparable Nachtheile zumal in finanzieller Be-ziehung nach sich ziehen, und die auch die hingehendste Arbeit und die reichste Erfahrung eine« darauf folgenden liberalen GemeinderathcS nicht mehr wett zu machen vermöchte. Ich ende mit dem Wunsche, daß meine bescheidenen Ausführungen insbesondere bei meinen Mitwählern aus dem Handels- und Gewerbeftande «ine freundliche Würdigung finden möchten, und drückt Ihnen, Herr Redacteur, meinen Dank für die Aufnahme derselben und meine vollkommene Hochachtung au«. Ihr ganz ergebener Ll. 8. Laibach, 6- April 1882. Locale Nachrichten. — (Der zukünftige Bürgermeister.) Die nationale Wahlagitation gestaltet sich von Tag zu Tag ungeberdiger und die verschiedenen Agita-toren, unter welchen die Studenten- und nationale Juristenwelt eine hervorragende Rolle spielen sollen, begeistern sich gegenseitig durch die rosigsten und überschwänglichsten Hoffnungen, denen sich dieselben über den Wahlerfolg hingeben. Es soll sogar bereitst» die Zukunft ein slovenischer Bürgermeister in Aussicht genommen sein. Obwohl nämlich die Function deS dermaligen Bürgermeisters noch ei« Jahr lang fortdauert, hoffen die Nationalm doch, dah derselbe, wenn der zum Glücke ganz unwahrscheinliche Fall eintrete und die Majorität des Gemeinde-rathes sich zu einer nationalen gestaltete, seine Stelle niederlegen werde. Und hierin dürften die Herren Recht haben, da es nicht die Gepflogenheit der Liberalen ist, sich an solche Ehrenstellen auch unter Verhältnissen anzuklammern, welche eine gedeihliche Wirksamkeit nicht ermöglichen; anders hat es freilich Dr. Costa gehalten, welcher auch, nachdem der Gemeinderath eine liberale Majorität erhielt, ja nachdem er — Dr. Costa — bereits als Bürgermeister suspendirt war, diesen Posten immer noch nicht aufgeben wollte, bis endlich der Gemeinderath aufgelöst wurde. Welchen Verlust diese Resignation unseres dermaligen hochverehrten Bürgermeisters, die wir im Vertrauen auf den Wahlerfolg der liberalen Partei allerdings nicht in Aussicht zu nehmen brauchen, für die Stadt bedeuten würde, werden alle unbefangen Denkenden leicht bcurtheilen. DaS unermüdliche, musterhafte administrative Wirken unseres durch seltene Charakter- und Geisteseigenschaften ausgezeichneten Bürgermeisters wird sich in keiner Weise ersetzen lassen, am allerwenigsten aber wird in den Reihen der nationalen Streber, welche sich an die curulischen Stühle der Stadtvertretung schon seit Jahren erfolglos herandrängen, auch nur halbwegs ein Ersatz für Bürgermeister Laschan zu finden sein; denn um die Geschäfte einer Groß-commune sachgemäß und würdig leiten zu können, genügt eS wahrlich nicht, wenn man nur in nationalen Vereinen und WahlcomitöS eine Rolle gespielt hat. — (Die GemeinderathS-Candidatur deS Herrn Hribar,) welcher Agent der Versicherungsgesellschaft „Slavija" ist, erheischt selbstverständlich die entsprechende Reklame. Diese besorgten bereits „Slovenec" und „Slov. Narod", indem sie unter Hinweisung auf die nicht slovenifche Denkungsart ihres hiesigen Repräsentanten die altbewährte „wechselseitige Brandschadenversicherungsanstalt" heruntermachen und für Versicherungen dringend die „Slavija" empfehlen. Es ist dieß eine bedenkliche Irreführung des versichernden Publikums. Wir sind nicht näher informirt über den finanziellen Stand dieser Anstalt und haben nur gelesen, daß deren letzte Bilanz eine kritische Beurtheilung in der Presse fand. Was jedoch die Wirksamkeit der „Slavija" in Krain betrifft, so ist es eine bekannte Thatsache, daß eS keine Versicherungsgesellschaft hier gibt, welche mit den Versicherten so hart verfährt, wie die „Slavija". Man frage bei den Gerichten, wie viele Hunderte von Klagen auf Zahlung der Versicherungsbeträge gegen die arme Landbevölkerung jährlich eingebracht, wie viele Executionen geführt, wie große Kostenbeträge um der geringfügigsten Prämie wegen von dem Lanvmann bezahlt werden müssen. Zwei Advocatenkanzleien werden mit diesen Klagen beschäftigt und fahren wohl dabei. Die Bevölkerung am Lande wird von den Agenten überlaufen und versichert oft ohne genaue Kenntniß der Statuten der Anstalt ihr Eigenthum bei derselbe!»» Die Folge dessen sind die erwähnten zahllosen, sonst bei keiner der hiesigen Versicherungsanstalten vor-kommenden Klagen, Processe und Executionen, welche gerade kein Bild segensreicher Thätigkeit dieser An-stalt bieten. Die Agenten derselben geben oft auch Versicherungen ab, die nie zu Stande kommen, uni» eS werden oft Leute geklagt, die niemals einen Versicherungsvertrag unterschrieben. Dieß Alles find notorische Thatsachen, welchen gegenüber e« sich sehr sonderbar ausnimmt, wenn die „Slavija" auS Rücksichten für ihren hiesigen Agenten und ihre czechische Provenienz dem Publikum anempfohlen wird. — (Dr. Zarnik über den Werth der Schulzeugnisse aus dem Slovenischen.) In der letzten Gemeinderathssitzung wurde zur Verleihung eines ausgeschriebenen Kanzleipraktikanten-postenS beim Stadtmagistrate durch die Personal» und Rechtssection ein daselbst als Diurnist in Verwendung stehender Bewerber anempfohlen, der sich auch mit einem guten Zeugnisse über die am hiesigen Gymnasium zurückgelegten Prüfungen auS der slovenischen Sprache auswies. Dr. Zarnik, dem dieser Bewerber nicht zu Gesichte stand, erklärte derartige Zeugnisse als einen Humbug und beantragte» eS möge der Gemeinderath eine Nachprüfung de» Genannten veranlassen. Wir glauben, daß der genannte Gemeinderath mit einem derartige» Verbiete den slovenischen Sprachmeistern an den Mittelschulen, die doch zumeist seiner Partei angehören, einen sehr schlechten Dienst erwiesen hat. Es ist eben für Dr. Zarnik in allen Angelegenheiten, wo die Kenntnis deS Slovenischen von ihm verlangt wird, nicht diese, sondern einzig und allein die Parteistellung des Betreffenden maßgebend. Die Nationalen ertheilen sehr gerne auch die völlige Absolution von dieser Anforderung, die sprechendsten Beweise hiesür sind die Reichsrathsabgeordneten Fürst Windischgrätz, Graf Hohenwart, Graf Margheri, Ritter von Schneid. — (Zur GerichtS-Sprachenfrage.) DaS städt. del. Bezirksgericht Cilli hat vor Kurzem über die in slovenischer Sprache eingebrachte Klage des BlaS Sporin durch Dr. Joseph Sernec gegen M. Tekaus durch Dr. E. Glantschnigg in Cilli wegen 80 fl. den Geklagten mittelst Contumaz-urtheileS sachsällig erklärt, weil derselbe und dessen Vertreter Dr. Glantschnigg sich weigerten, auf die in slovenischer Sprache von einem Advocaten verfaßte Klage Rede und Antwort zu geben. Dr. Glantschnigg überreichte gegen dieses Urtheil die AppeallationSbeschwerde. Das Oberlandesgericht irr Graz hat nun in Stattgebung der Beschwerde da» Urtheil erster Instanz, sowie die Verhandlung und den über die Klage erflossenen Bescheid aufgehoben und verordnet, daß die nicht in der bei Gericht landesüblichen deutschen Sprache vom Advocaten Dr. Joseph Sernec verfaßte und überreichte Klage zu Gericht nicht angenommen wird, und daß es dem Kläger freistehe, dieselbe in deutscher Sprache einzubringen. Die Gründe der zweiten Instanz lauten wie folgt: Die Annahme der von Dr. Joseph Sernec verfaßten Klage äe xrks. 23. November 1881, Z. 14.838, verstößt gegen die Vorschrift des § 13 a. G.-O. und ist mit einer von amtS-wegen zu wahrenden Nichtigkeit behaftet, weil sie nicht in der bei den Gerichten in Untersteiermark allein üblichen deutschen Gerichtssprache von einem derselben kundigen Advocaten, dem also die mit dem bezogenen Ministerialerlasse vom 15. März 1862, Nr. 865, für nur der slavifchen Sprache kundige Parteien geschaffenen Erleichterungen nicht zu Statten kommen, überreicht wurde, und eine nachträgliche Abänderung der Anordnung des § 1b a. G.-O. weder durch den nur einen Grundsatz enthaltenden Artikel 19 des Staatsgrundgesetzes vom 21. December 1867, N.-G.-Bl. Nr. 142, noch durch ein anderes Gesetz erfolgt ist. — (Erkünsteltes und Natürliches.) Die letzte slovenische Vorstellung des dramatischen Vereine» mit einem aus dem Kroatischen übersetzten Lustspiele war sehr schwach besucht, von einem gewählten Publikum war keine Spur wahrzunehmen, wie es bei den gedachten Aufführungen in der Regel der Fall ist. Eine ertödtende Langweile herrschte im Hause, gesteigert durch den schleppenden Gang der Handlung und durch die Unbeholfenheit bezahlter Dilettanten, denen man es an jeder Bewegung ansah, daß sie nur gegen Taggeld aufgenommene Handlanger seien, alles sehnte sich aus den Theaterräumen hinaus, um wieder frische Lust zu athmen. Da spielte ganz unerwartet das Theaterorchester während der letzten Scene den Strauß'schen Walzer »Nur für Natur" aus dem „Lustigen Krieg" und siehe da, die durch die kroatisch-slovenische Muse schier zur Verzweiflung gebrachten Zuschauer applaudirten auf das Lebhafteste den Klängen der Musik des Walzerkönigs. Diese Scene ist beredter, als die weitläufigste Kritik über das bisherige Wirken des dramatischen Vereines. Es gebricht diesem Vereine eben an Allem, was man von ihm zu fordern berechtigt ist. Sowohl die von ihm aufgeführten Stücke als die ihm zu Gebote stehenden dramatischen Kräfte erheben sich nicht über das Niveau der allergewöhnlichsten Mittelmäßigkeit. Und zu allem Dem mußten viele Taufende aus dem Landesfonde herhalten. Wollte man schon dem armen Steuerträger in Kram einen vergnügten Abend verschaffen, so wäre es viel praktischer gewesen, eine gute Musikbande zu organisiren, sicherlich hätten die von ihr aufgespielten Strauß'schen Walzer das Publikum besser amüsirt, als die Abgeschmacktheiten, womit der dramatische Verein die in das Theater eingepeitschten Zuhörer abquält. Solch' jämmerliche Zustände können sich nur dort entwickeln, wo jede Kritik streng verpönt ist. Um das Maß des Unglückes der „Slovenßks. Hialia" voll zu machen, ist seit der neuen Aera zu den Lobhudeleien der nationalen Blätter über die wunderbaren slovenischen Productionen auch noch die „Laibacher Zeitung" mit ihren Posaunenstößen hinzugekommen. Allein trotz dieser ofsiciösen Reclame will sich ein besseres Publikum zu den slovenischen Vorstellungen nicht einfinden. Eine geradezu komische Wendung nehmen die Lobhudeleien, welche die „Laibacher Zeitung" dem kroatischen Lustspiele spendet, wenn man die „Novice", ein sonst in Beweihrauchungen sehr freigebiges Blatt, zur Hand nimmt, worin jenes Opus als ein Machwerk erklärt wird, womit man die slovenische Bühne künftighin verschonen möge, während Herr Peter Radio in der Amtszeitung den Lesern in Aussicht stellt, auf die Besprechung jenes Meisterwerkes noch zurückzukommen. Wer hat Recht? Herr Peter v. Radiö oder Herr Aleäovec? Wir glauben, die Preßleitung der Amtszeitung ersuchen zu müssen, sie möge der Lobeswuth ihres Officiosus, der jede nationale Lappalie als ein großes Eulturwerk preist, Einhalt thun, denn bei so handgreiflicher Reclame muß auch dem gläubigsten Leser der „Laibacher Zeitung" der großartige Schwindel, der mit der Verherrlichung der nationalen Bestrebungen getrieben wird, in die Augen springen. — (Ein Belobungszeugniß für die Führer der liberalen Partei in Krain.) In der „N. Fr. Presse" ist vor Kurzem ein von fachkundiger Hand geschriebener, sensationeller Artikel über „den Kampf der Deutschen und der Slovenen" erschienen. Als Astwort darauf bringt „Slov. Narod" mit Bezug auf die bevorstehenden Wahlen einen langen Schimpfartikel über das Triumvirat „Desch-mann-Schaffer-Schrey", dem wir einige Kraftstellen entnehmen. Es heißt daselbst: „So' lange dieses Triumvirat herrschen wird, kann eS bei unS nicht zum Frieden kommen. Aus bloßem Fanatismus will die deutsche Clique in Krain nichts hören und nichts sehen, nur darum nicht, weil jenes Triumvirat eS nicht zuläßt, daß ihre Parteigenossen für etwas anderes Aug' und Ohr haben. Die deutschen Wähler sind Marionetten, weiche so marschiren und tanzen müssen^ wie ihnen diese-Triumvirat vorgeigt. Diese drei sind die politischen Terrorisanten, eirrzeln« ihrer Gesinnungsgenossen würden sie schon selbst gerne einsargen, wenn dieß nur ruhig ' bewerkstelligt werden könnte. Sie üben eine politische Inquisition aus, man kann schon nicht mehr in dieser Atmosphäre leben, in welcher jede Meinungsäußerung verboten ist, wenn sie nicht vorher der Censur jenes Triumvirates unterzogen wurde." Zum Schlüsse ist „Narod" so nm«, die deutschen Wähler zu beschwören, sie mögen ja nicht die vom bürgerlichen Wahleomitv vorgeschlngenen Cadidaten wählen, und zwar um unseres eigenen Seelenheils willen, um sich endlich jener abscheulichen Unterdrücker jeder freien Meinungsäußerung auf eine anständige Art zu entledigen. — (Gegen die Slovenisirung des Görzer Gebietes.) Der Gö^zer Llindesschulrath wird demnächst dem Cultus- und Unterrichtsministerium eine Denkschrift vorlegen, worin der Nachweis erbracht wird, daß die auch vort geplante Slovenisirung der Mittelschulen nicht durchgeführt werden könne. — (Für den Neubau des Landes-Museums „R u d o l s i n u m") sind bisher folgende Beiträge theils im Baaren eingegangen, theils zugesichert worden: Karl Luckmann, Landtags-Abgeord-neter 100 fl., Landeshauptmann Graf Thurn 200 fl.. Josef Ritter von Pagliaruzzi 10 fl., Karl Desch-mann 100 fl., Ottomar Bamberg 50 fl., Dr. Robert von Schrey 50 fl., Graf Ignaz Attems, Herrschaftsbesitzer in Rann 50 fl., Dr. Victor Ruß, Reichsrathsabgeordneter in Wien 20 fl., Frau Josefine Terpinz 200 fl., zusammen 780 fl. Außerdem hat die Stadtgemeinde Laibach einen in zwei gleichen Raten, nämlich bei der Grundsteinlegung und bei der Dacheindeckung zahlbaren Beitrag von 5000 fl. und Herr Alois Praschniker in Stein die Lieferung von 10V Centnern „Roman-Eement" zugesichert. Zu demselben Zwecke spendete die Gesellschaft Leykam-Josessthal den namhaften Beitrag von 200 fl. Wir gehen wohl nicht fehl, wenn wir annehmen, daß namentlich die gewerbliche Bedeutung des neuen Museums, welches bekanntlich auch für Gewerbeausstellungen und zur Aufnahme einer Musterwerkstätte bestimmt ist, die erwähnte industrielle Unternehmung zu dieser Unterstützung bewog, und ist wohl die Erwartung berechtigt, daß dieses edle Beispiel auch bei anderen industriellen Unternehmungen Nachahmung finden wird. — (Der Gruppe Laibach des deutschen Schulvereines) sind jüngst mehrere Damen beigetreten. Wir begrüßen mit Befriedigung die erwachende Theilnahme der weiblichen Welt an dem für die kiainische Jugend so bedeutsamen Wirken dieses Vereines. Gerade die Frauen, welche auf das Geistes- und Gemüthsleben der Kinder einen so wichtigen Einfluß ausüben, sind gewiß nicht die Letzten berufen, die Zwecke eines Vereines zu unterstützen, welcher der Jugend den Unterricht in einer Cultursprache zu sichern und demnach die wahre Bildung derselben zu fördern geeignet ist. Nachdem dem deutschen Schulvereine statutengemäß Jedermann ohne Unterschied des Geschlechtes als Mitglied beitreten kann, so hoffen wir, daß das erwähnte Beispiel kein vereinzeltes bleiben wird. — (Der Deutsche Schulverein) läßt sein Banner auch über den großen Ocean hinaus flattern, und zwar mit günstigen Erfolgen. AuS einem Berichte dieses Vereines entnehmen wir, daß die in Amerika domicilirenden Slovenen be->uss Gründung deutscher Schulen in Krain dem obgenannten Vereine namhafte Geldbeträge ein- gesendet haben. Die in fremden Welttheilen Kami-cilirenden Slovenen können sich ihr Heimatland« ^ Oesterreich nur als ein deutsches denken. — (D«S Tivoti-Cdmitä) hat die Anlage eines neuen Weges am Saume deS gegen Leopoldsrnhe zuführenden WaldeS beschlossen, welcher demnächst zur Ausführung kommen wird. ES wird damit ein schöner Aussichtspunkt auf der Anhöh« und eine neue schattige Promenade in dem Tivoliwalde, wohin der Weg weiter abzweigen soll, ge» wonnen werden. (Die philharmonische Gesellschaft in Laibach) schloß ihre Saison 1881/8L' am 4. d. M. mit einem großen Concerte ab. Unter Nedved's tüchtiger Leitung executirte daS stark besetzte Orchester Beethoven's 7. Symphonie, dem Geiste des unsterblichen Compositeurs vollkommen entsprechend, ! Claviermeister Herr Zöhrer bewährte beim Bortrage des Rubinstein'schen v-moll-Concertes seine bekannte Virtuosität und Opernsänger Herr Friedrich E r l (Tenor) würzte den amüsanten Musikabend mit gefühl- und ausdrucksvoll zu Gehör gebrachten Gesangspiecen. Die zahlreich versammelt gewesene Zuhörerschaft spendete nach jeder Programmnummer wohlverdienten stürmischen Beifall. — (Landschaftliches Theater.) Die Grazer Kinderkomödien-Gesellschast unter Leitung des Direktors G. LöcS gastirt am 15., 16. und 17. April in unserem Theater. Zur Aufführung gelangen drei Zaubermährchen: 1. „Vater Ruprecht und die feindlichen Brüder', 2. „Robinson Crusov", 3. „Klein Däumling oderGoldelse und der verzauberte Prinz." Diese Vorstellungen werden seit Jahren in allen Grazer Journalen als höchst inte res» sant für Groß und Klein geschildert und erfreuen sich in Graz großer Beliebtheit. Der Besuch dieser außergewöhnlichen Gastvorstellungen, deren nur drei stattfindcn werden, wird gewiß auch bei unS ein recht lebhafter sein. — Die deutsche Bühne schloß am Vorabende des Palmsonntages mit dem Strauß'schen „Lustigen Krieg" die Saison 1881/2 ab-Die Theatcrdirection Mondheim-Schreiner wird die Ueberzeugung gewonnen haben, daß anerkannt gute Operetten der Theaterkasse reichlichen Ertrag zuführen. — Wir werden ersucht, als Ergänzung der in unserer letzten Nummer gebrachten Notiz über die am 11. und 12. d. M. zum Besten des hiesigen KinderspitaleS stattfindenden Theatervorstellungen bekannt zu geben, daß zu diesen Vorstellungen auch Studenten-Eintrittükarten zu 30 kr. ausgegeben werden. > ^ — (Krainische Ballgesellschaft.) Am 28. d. M., Nachmittags um 5 Uhr, findet in Laibach (im Hotel „zur Stadt Wien") die achte ordentliche Generalversammlung der Actionäre der krainischen Baugesellschaft statt. — (Eine große Feueröbrunst) fand am 10. d. M. im Orte Sinowiz bei Soderschiz, Bezirk Gottschee, statt; neun Wohn- und zwei Wicth-schastS-Gebäude wurden ein Raub der Flammen. — (E in wuthver dächtigerHund) wurde am 4. d. M. in Krainburg erschossen. Die Stadt-gemeinde-Vorstehung verfügte die erforderlichen Sicher-heitsmaßregeln. — (Rudolfsbahn.) In Villach traf aus Wien die Nachricht ein, daß Villach als der zukünftige Sitz deS Oberbetriebsamtes der Rudolfs« bahn für die steirische und kärntische Linie bezeichnet sei. — (Don der Südbahn.) Die zwischen Wien und Triest verkehrenden Schnellzüge werden in nächster Zeit mit größerer Geschwindigkeit fahren. Die BetriebSdirection hat neue Eilzugsmaschmen mit größeren Triebrädern bestellt und mit Rücksicht auf die Nachtstunden und den Umstand, daß dieser Zug vorwiegend von Reisenden auf größeren Strecken imd im Anschlußverkehre über Nabresina nach Italien benützt werden wird, auch eigene Schlafwagen erbauen lassen. (Für dasAnastasiusGrün-Denk- m a l), welches in Graz errichtet werden soll, spendete Frau Gräfin Gisela Welsersheimb den namhaften Betrag von 500 fl. — (Der Gauturn tag) für die Provinzen Steiermark, Kärnten, Krain und das Küstenland findet im Juni l. I. in Graz statt. — (Entrichtung von Zollgebühren.) Die .Wiener Ztg." bringt eine Finanzministerial-„erordnung, womit für den Monat April 1882 festgesetzt wird, daß in denjenigen Fällen, in welchen bei Zahlung von Zöllen und Nebengebühren, dann bei Sicherstellung von Zöllen statt des Goldes Silber-münzen zur Verwendung kommen, ein Aufgeld von 1SV, Percent in Silber zu entrichten ist. — (Gegen die Reblaus.) Die Grazer Statthalter« richtete vor Kurzem an die weinbautreibende Bevölkerung eine Warnung vor dem Einkäufe und Bezug fremder Reben und erinnerte an die Ministerialverordnung, welche die Einfuhr »on bewurzelten Reben, Schnittlingen, Rebholz, Rebenlaub, Trestern, schon gebrauchten Spalieren und Pfählen auS Ungarn und Italien verbietet. — (Bei der Triester Ausstellung) wird in der Zeit vom 1. August bis 15. November auch das Molkereiwesen der Monarchie vertreten sein. Die Einleitung und Vermittlung der bezüglichen Vorarbeiten, insbesondere die Ertheilung von Auskünften, die Führung der Correspondenz mit den Producenten, Ausstellern, landwirthschastlichen Cor-porationen u. s. w. und die etwa erforderliche persönliche Intervention hat für das Gebiet der Alpen-und Karstländer (Tirol mit Vorarlberg, Salzburg, Steiermark, Kärnten, Krain, Görz. Istrien, Triest und Dalmatien) kaiserlicher Rath Professor Kaltenegger in Brixen übernommen, an welchen daher Anfragen oder Betheiligungserklärungen unmittelbar gerichtet werden wollen. Ebenso wird sich derselbe demnächst, sobald das Specialprogramm für diese Collectiv-ausstellung festgestellt ist, mit den interessirten Kreisen, sowie mit einzelnen Producenten in'S Einvernehmen (Ueber das Erdbeben am 30. v.M. in Nudolfswerth und Umgebung) schreibt uns ein Augenzeuge, der das Erdbeben in Agram im Jahre 1880 mitgemacht hatte, daß es diesem durchaus nichts nachstand. Der Erdstoß trat um 2 Uhr 20 Minuten Nachmittags ein, er war senkrecht zur Erdoberfläche, dauerte durch zwei bis drei Sekunden und war von einem so fürchterlichen Getöse begleitet, als wäre eine Salve von mindestens 20 Geschützen unregelmäßig gelöst worden. Dabei bewegte sich der Fichtenwald im nahen Gebirge wie beim heftigsten Ungewitter und der Berg bei StraLa schwankte ebenfalls, so daß es grauenhaft anzusehen war. All' dieses bei heiterem Himmel und ruhiger Luft. Die Erscheinung trat mit besonderer Heftigkeit in der Pfarre Preöna auf, bei St. Bartelmä war keine Spur davon, am Gurkuser bei Meißkirchen war daS Erdbeben kaum merkbar. Landstraß und Möttling gingen ganz frei aus, in Seisenberg spürte man einen schwachen Stoß. — (Haupttreffer.) Der im Jahre 1879 in Villach verstorbene, in der hiesigen Handelswelt bestens bekannte Privatier Vincenz Geldner hat unter anderen hochherzigen Stiftungen in seinem Testamente auch für Studirende der Rechtswissenschaft, insbesondere für Candidatcn einer Lehrkanzel für Nationalökonomie ein Stipendium im Betrage von 8000 fl. errichtet. Dieser Stiftung ist bei der letzten Ziehung der Donauregulirungslose der Haupttreffer von 90.000 fl. zugesallen. Nach Schluß des Blattes. Unmittelbar vor Absendung der letzten Post nach Schluß des Blattes kommt uns noch der „Slov. Narod" vom Donnerstag Abend zu. Das Blatt enthält eine solche Summe der rohesten und gemeinsten Ausfälle, wie sie sich auch an dieser Stelle selten beisammen finden. In diesem Augenblicke können wir nur auf einige dieser unqualificirbaren Pöbel-haftigkeiten mit wenigen Zeilen zurückkommen. So wird vor Allem unser hochgeachteter Direktor der Oberrealschule, Herr Dr. Mrhal, ob seiner von allen Seiten mit Befriedigung begrüßten Candidatur für den Gemeinderath in unbeschreiblich cynischer und infamer Weise angegriffen, obgleich es doch das primitivste Rechts- und Anstandsgefühl verlangen würde, wenn von nationaler Seite ein Beamter candidirt wird, der liberalen Wählerschaft doch das gleiche Befugniß zuzugestehen. An anderer Stelle des Blattes werden wieder gesinnungstüchtige Staatsbeamte. die den Nationalen ein Dorn im Auge sind, der Negierung zur Maßregelung und Degradirung anempfohlen. Gegenüber solchen Frechheiten journalistischer Gassenjungen, wird, deß sind wir gewiß, die einsichtsvolle Bürgerschaft, werden die principien-treuen Wähler des Beamtenstandes bei der Abgabe ihrer Wahlzettel die gebührende Antwort zu geben wissen. In der nämlichen skandalösen Nummer des „Slov. Narod" wird auch das in unserem letzten Blatte enthalten gewesene Eingesendet des Bürger-comitä's, betreffend die angebliche Zurückweisung einer ihm liberalerseits angetragenen Candidatur durch Herrn Regierungsrath Baron Pascotini, unverschämterweise angezweiselt. Demgegenüber können wir nur neuerdings das fragliche Eingesendet in vollem Umfange aufrecht erhalten und wir können sogar noch beifügen, daß auch Herr Baron Pascotini dasselbe als durchaus der wahren Sachlage entsprechend anerkannt hat. Ejiigesendet. Den Bestrebungen jener Partei gegenüber, welche gegen die Wiederwahl der Heuer ausscheidenden Gemeinderathsmitglieder so eifrig und noch dazu mit so unwürdigen Mitteln kämpft, muß doch noch ein bisher nicht genug gewürdigter Umstand erwähnt werden, nämlich jener, daß zufällig unter den ausscheidenden Gemeinderäthen sich in Mehrzahl solche befinden, welche der Stadtvertretung nahezu am längsten angehören, wie dieß bei den Herren Dr. Sup-pantschitsch, Dr. Suppan, Dr. Schrey, Dr. Keesbacher und Leskovic der Fall ist. Andererseits muß auch das ausscheidende Gemeinderathsmitglied, Herr Joses Luckmann, welcher dermalen das erste Mal zur Wiederwahl gelangen soll, mit Rücksicht auf seine eifrige Thätigkeit in der dreijährigen Periode seines Wirkens und zufolge seiner Erfahrungen in allen Zweigen der Coinmunalverivaltung, namentlich aber in Betreff der Administration des LotterieanlehenS-sondes als ein hochbewährtes Mitglied des Gemeinde-rathes bezeichnet werden. Das nationale Wahlcomitv muthet nun den Wählern zu, daß sie alle diese Männer, die sich in den Communalgeschästen so gut auskennen, also der Gemeinde durch ihre Erfahrungen die besten Dienste leisten können, fallen lassen und an ihre Stelle Neulinge, die sich bisher nur um den nationalen Sport, aber nicht im Mindesten um Communalsachen interessirt haben und die auch eine? erfahrenen Führers entbehren, setzen sollen. Wir sind überzeugt, daß dieß ein schlechter Tausch wäre und daß derselbe, mag er auch den einseitigen Zwecken einer politischen Partei entsprechen, doch der Stadt unmöglich zum Vortheile gereichen kann. Das Sprichwort „von den neuen Besen, die gut kehren", läßt sich eben nicht überall anwenden, die Stadt Laibach würde unter den gegebenen Umständen geradezu die unheilvollsten Erfahrungen darüber machen. Neue, unerfahrene Gemeinderäthe und ein neuer, geschäftsunkundiger Bürgermeister mit gebundener nationaler Marschroute — das kann schön werden! Mehrere Bürger. (I»oi»p'8 Mit Bezug auf die im Jnseratentheile enthaltene Empfehlung, betreffend die Heil-methode des Herrn I. F. Popp in Heide 1 24 -i- 8 0 0-0 S-4 0 0 -k- Sv 0 0 Witterung«-4> 2 Millimeter. Wochenmarkt-Durchschnittspreise. Laibach» 5. April. Mkt.- Mz-- Mkt.- Mgz.- fl-kr. si. kr. fl.>kr. fl. kr. Weizen perHektolit. 9 10 >0 68 Butter per Kilo 82 _ Korn „ S 85 6 07 Eier per Slück — 2 — Geiste „ 5 04 5 45 Milch per Liter — 8 — Hafer „ g 74 3 -2 Riudfleisch pr. Kilo — 56 — Halbfrucht „ — - 7 20 Kalbfleisch „ — 50 — — Heiden „ 5 04 6 — Schiveinfleisch „ — 60 — — Hi!- S 20, 5 37 Schöpsenfleisch „ — 30 — Kukuruz „ 6 40 6 26 Hendel per Stück — 40 — — Erdäpfel 100 Kilo 2 86 — — Tauben „ Heu 100 Kilo 18 — — Linsen per Heklolit. 9 I! — — 2 86 — — Erbsen „ Kisolen „ 9 10 I Stroh 100 „ Holz, Harle» , pey 1 78 Rindschmalz Kilo I o?! — — 4 s^-Meler — — 6 10 Schweinschmalz „ — 84 — — Holz,weich. „ — — 4 20 Speck, frisch „ — 72, - — Wk»i,roth.100Liter — — 20 — „ geräuchert 1 ,. weißer 18 looo kuläen derjenige» Dame» welche nach Sebrauch meiner Sommersprossen-Salbe sowohl die Sommersprossen, wie Leber-, Schwangerschaftsflecken und Sommerbrand, überhaupt jede den Teint beeinträchtigende Färbung nicht verloren. Persende gegen Nachnahme 1 Tiegel fl. 2.10. Saarv im Vv8tokt. Die Haare an unliebsamen Stellen »u vertilaen, so daß selbe nicht wieder wachsen, ist bi- heute ein schöner Wunsch qewesen. da kein Mittel befriedigte. ..Aussehen" wird daher mein Mittel machen, welche- nicht nur die Haare vertilgt, sondern auch den Nachwuchs verhindert, umsomehr als ich die volle Garantie für das Gelingen übernehme, indem ich mich verpflichte, im Falle de» Nichtgelingens den vollen Betrag retour zu geben Preis eine» kleinen N. 5, elne» xro»»en N. 10. IToKvlt I'Iseliei', Dr. der Chemie. 8-S AVI«-»». Z., « I. (689) , -» >» »»»« Üv8tsrrviok8 uuä ä65 kurrlLHäos, okos I'orlo unä 8i>c>8vn, l,ei reellster Ije6ienu»k i!U billigsten l'reinen. Lei grüsseren ^uttriizvn eots;>rvi:I>vn>l6r Iis,Ii»tt. MGLIR MLRU Vloo, I., VoUrsUo 22. ^situußs - Vsrreiclilnsse, Xsilsomesser kraneo. MNik «FUFKFH der berühmtesten VBMV Aerzteattestirten und verordnen Hr.kopp'sZahnmittel ali die vest eristirenden zur Gesunderhaltung der ZLHne und de« Munde«, Zahlreiche Zeugniffe Ir» »er- der rr-ti»» schiedener med. Auto- ^u,itel- ritäien lun^oo. Nr, >'«>>>> »/.»diiinio«-! wurden neuerdings im Wiener k. k. allgemeinen Aran-kenhause durch Prof. I»r. in Anwendung gebracht und als vorzüq lich befunden. Durch 3U Jahre erprobte» ^LlKmiI-.UlI^Vii886r von I « k. k. Hot-Zabn-arzt in ien, I., Bogner-gaffe 2. Radieai - Heilmittel sürjeden Zabnschmerz.so auch jeder Krankbeit der Mundhöhle ». de« Zahnfleische«. Bewährtes Gurgeiwaffer bei chron. Halsleiden. 1 große Flasche zu fl. 1.40, 1 mittlere zu fl. t und 1 kleine zu 5tt kr. I'op,,, vegetabil. Zahnpulver macht nach kurzem Gebrauche blendend weiße Zähne, ohne dieselben zu schädigen. Pr> iS pr. Schachtel KÄkr. I'opp » Anatherin - Zahn pasta in GlaSdosen zu fl. l.22. bewährte« Zahn-reinigungSmittel. I'npp »aromat.Zahnpasta, da« vorzüglichste Mittel für Pflege und Erhaltung der Mundhöhle und Zähne, per Stück 35 k . I»oi>p » Zahn - Plombe, praktische« uud silverstei Mittel zu« Selbstplombiren hohler Zähne. Prei« pr. Etui fl. 2 10. k«pp < Kräuter-Seife, da« beste und sicherste Mittel, um Frostbeulen, Hautschrunden, Flechten, Hautkrankheiten ». Unrein heiten jeder Art vorzubeugen oder zu beseitigen »nd dem Teint Glanz und Frische zu verleihen. Prei« 3» kr. Da« P. T. Publikum wird gebeten, ausdrücklich k. k. Hof-Zahnarzt Präparate zu verlangen und nur solche anzunehmcn, welche mit meiner Schutzmarke versehen sind. — Depot» befinden sich in >.»!-d»> I, bei 6. Karinger, 2. Svoboda. Julius v. Trnkoczv, E. Birschitz, G. Pucoli, Apotheker , Baso Pet>i?iö, L. Pirkeri, Galant,riewaaren-bandlungen ^ I«-I»I,> nx! I. Kupferschmidt, Apotheker; «i», lik. Ick - F. Bo»,che«, Ap. ; >>>»-!»: I. Warto, Apotheker, li, «inlnirx: ü. Schaunik, Apoth.; Ituilolt»,,l: ü. Rizzoli. Apotheker, sowie in säinmtliche» Apotheken und Galant,riewaaren - Handlungen xram?. l7>^2^20 t o ^ nn 2 n^ ^ --.'k ^ ^ H«r LNkiNr. Verkauft werden: Zinshäuser mit Gärte» in Laibach. Vermiethet wird: Lin großes Maiinzi» in Laibach. Dienstplätze >vunschcu: »a»z-lcischrcibcr, Ausselier, Mnftn-ziucurc, HandlimgS - Loininis und Lel,rli»s>e, G>!t»>vi>IK-schnfleriu, Haushälterin, Hcrr-schaflSkvchi», kassiemnieii, >ti»dsmädche», Rutscher und Äueäite. Gepachtet wird: Eiu größere» Gasthaus. Näheres i» D'. FlKlIvi-'« Annoncen - Burea u in Laibach. <77») Lasses- u. Thee-Jmport-Haus, Krll88l68 8086131 - LüM Vkr83IIltt-6k8l!dUl. Zu Lnxi'vA-L^i'ol^en offeriren a^ »Liilkiirx, ver Post ti-Lne«» gegen Nachnahme bei kneier Emballage in Säcken ^ 5 Kilo 21. echt arabischer fl. 7.1V 22. -NenLilo, sehr edel , 6.L0 24. I., gelb, edel » L. 30. Lubn. grün, kräftig „ L. 27. o». sehr ergiebig „ 5.— 25. II.. gelb, edel „ 4.4V 32 ^»ntn.i. reinschmeckend „ 4.V5 33. ergiebig „ 3,8V 34. Mo, kräftig und rein .. 3.?V H»ee. per '/r Kilo von fl. —.75 bis fl. L.LV. ILu-t-». lii ver Faß 5 Kilo fl. 1.7L. virsoter Versandt, prompte n^^IIe Bedienung; über lirrir« «, und sowie kleine stehen t, »neo zu Diensten. Wir bitten um Ihre Aufträge und (K91) empfehlen uns 26—12 Kilke a: jc»ri>ljerg K. bei L. kvik. Vivo. k. k. conc Haupt-Agentur Prospecte gratis. (713) 10—8 LilCss, Vdeo direkt au» II »El kti per Post portofrei incl. Verpaifung w>e bekannt in reeller feinschme-ckender Waare in Säckchen von 8 5 lii>» W unter Nachnahme. fl. ö. W. k!o. sein, kräftig . , . 3.45 !»»„« an«gi-big, kräftig . ».KV r»i>», rr. grün kiäktig . . 4.1V >ilt»r»^n»,allerleinst.,milde 4.!>0 c-«, I«a. blaugrün, kräftig . L.— Nnlchm. L.4« I'vil-Ii»«!-,«, hochfein grün. L.8L »>>^»»iur»,großbodn.delikat L.VL .-N>-n<»>Ia, braan. superfein ti.llL >L.. hochedel brillant 7.20 1srili l>«^l-ftlne>-», echt fg. 4.!»L -INoro».echt edel,feurig 7.S« von Mocca und liampinas, sehr beliebt.............L.9L 11>e^^ Iün<». Lonrr« et 2 10 >i»»< I»>n^. rr...........».L« I a„lt»>. fein grün . . . !i.LV eriraf. I »teln^i., «rtraf. pr. S Kilo 1.4V Ausführliche Preitliste gratis »nd franco. (77Ki 12—1 ^.V.LUUllLvr,Hamburg. Ich versende unter Garantie derEchtbeit gegen vorherige Kassa sendung oder per Nach »ahme eine» i ^ Originalkrug X 8 de« weltberühmten 1 fenoi.I»«'!' Kni-zia l»^I»I,«»I<1^i »7«>kr.FrancoKr»g u. franco Einballaae. Derselbe wird bei den feinsten Tafeln nach dem Speisen serviit. befördert die Verdauung ». ist zudem Magenleidenden von unbezahlbarem Werlhe. Mindeft-abgabe r «rüge. Sinzig und all»,» bei I 8- 8 Ober-Nngarn. (75I>) ^u.kuntt ortlioilt IlSütonseol uoil svnävt aus Vorland«» I,anäll»rton unä I'ronpoeto unä feinico ävr 6o»ot»Ib»vo»inL>?>>t>j?t« <71k) >2—6 tt»,-,»,, »»»iburx. . Schnelle und sichere Hilfe für Magenleiden und ihre Folgen Die Erhaltung der Gesundheit berulit einzig und allein in der Erhaltung und Beförderung einer guten Verdauung, denn diese ist die Grundbedingung der Gesuudlieit »nd des körper. liehen und geistigen Wohlbefindens. Da» bestb«, währte »«„«»»Ittel, die Verdauung zn regeln, eine richlige Blutmischung zu eniele», die verdorbenen und fehlerhaften Vestandtheile des Blutes ,u entfernen, ist der seit Jahren schou allgemein bekannte und beliebte Nr. Ml> 8 I^I»vn8b»l8am. Derselbe, ausden besten, heilkräftigstenArzuei, kräuteru sorgfäliigst berellek, bewährt sich ganz ziwerläß-lich bei allen Verdauungsbeschwerden, namentlich bei Appetitlosigkeit, sanremAusstoßen,Blähungen, Erbrechen» Leib- und Magenschmerzen, Magen-krampf, Ueberladung des Magens mit Speisen» Verschleimung, Blutandrang, Hämorrhoiden» Frauenleiden, Darmkrankheiten, Hypochondrie und Melancholie (in Folge von Verdauungsstörungen); derselbe belebt die gesammte Thätigkeit der Verdauung, erzeugt eiu gesundes und reineS Blut und dem kranke» Körper wird seine frühere Kraft und Gesundheit wiedergegebe». 2» Folge dieser seiner auSgezcichiieteu Wirksamkeit ist derselbe nun ein siche-res nnd bewährtes geworden und Hai sich eine allgemeine Verbreitung verschafft. Eine Flasche 50 kr., Doppelflasche 1 fls Lausende von Anerkennungsschreiben liegen zurAnsicht bereit. Derselbe wird auf fraukirte Zuschriften gegen Nachnahme des Betrages nach allen Richtungen verschickt. Herrn Apotheker B. Fragner in Prag. Ich habe im Oktober 1878 von Ihrem „Dr. Rosa s Leben«-balsam" 1 Flasche gekauft, ich habe nämlich schon viele Jahre an Magenkrampf gelitten, wa« mich veranlaßtc, einen Versuch zu machen. Nach einer Zeit von 8—14 Tagen hat sich dieses Leide», Gott sei Dank, ganz verloren. Ich ersuche daher mir < Flasche» zu senden, um denselben als Hausmittel bei der Hand zu haben; ich kann diese« Mittel jedem derartigen Leidenden anempfehlen. Achtungsvoll ergebenst r»i-I ?<,>>,>, Strohhutfabrikant in Dresden. DE" ^ » r i» ,» i» x. Ilm unliebsamen MißverstLnduisseu vorzubeugeil, ersuche die P. T. Herren Abnehmer, überall ausdrücklich : Dr.Nosa'sLebeuöbalsani aus B.Fragners Apotheke in Prag zu verlangen, den» ich habe die Wahrnehmung gemacht, daß Abnehmern an manchen Orten, wenn selbe einfach L/ebeiiSbalsam und nicht ausdrücklich Dr. Nosa'ö Lebensbalsam verlangten, eine beliebige, nicht wirkende Mischung verabreicht wurde. vr. k05L'S Iivdvll5dLl8LM zu beziehe» nur im Haupldepot des Erzeugers B. Fragner, Apotheke „zum schwarze» Adler" >» Prag, Ecke der Spor-»ergasse 205—III. r G. Pieeoli, Apotheker; I. S v o-b o d a, Apotheker ; Jul. v. Tr » koczy , Apotheker; Wilh. M a y r, Apotheker; r Karl 8av»ik, Apotheker; «»«>«»>t»r Dom. Rizzoli, Apotheker; 8t«l» i Joses M o L n i k, Apotheker. Sämmtliche Apotheken und größere Material- Handlungen in Oesterreich-Ungarn habenDepotS _____________dieses Lebensbalsamö. Prager Rniuersnl-Hauirsnllie, ein sicheres nnd erprobtes Mittel zur Heilung aller kiltzünduugcn, Wunden und Geschwüre. Selbe wird mit sichere», Erfolge angewe»det bei der Lulzüuduug, Milchstockttng »nd Verhärtung der weibliche» Brust bei dein Entwöhnen des Kindes, bei Abscessc», Bliilschwäre», Eiterpusteln, Karbunkeln; bei Aagelgeschw^ re», beim sogcnaniilc» Wurm am Finger oder an derZehk! bei Verhärtungen, Anschwellungen, Driisc»lleschwnlsten; bei Fcttgewächje», beim Ileberbeiuc; bei rheumnlischen mw gichtischen Anschwellunge»; chronischen GelcnkSentzu»-duugen am Fuße, Knie, Haud und Hüsten; bei Verstauchungen ; beu» Anstiege» der Kranke», bei SchweißsüpkN nnd Hühneraugen; bei nufgcspruugcuc» Hände» ww flcchtenartigen «schrunde» ; bei Geschwülste» vo»> »ticy der Jiiseete»; bei allen Schäden, eilerndcn Wnuden ; KrebS-geschwüren, offenen Fiihen, Entj»ndtt»gc» der Knochenhaut ic. Alle Entzündnnge», Geschwülste, Btrkärluugeu, A»lchwcllu«gcn iverden i» kürzester Zeit geheilt; »w e» aber schon zur Eiterbildung gekommen ist, wird da» Geschwür in kürzester Zeit ohne Schmerz aufgezogen »ud geheilt. I» Dosen»» LS und 35 kr. Li v I» Ö » I» » I 8 » IN Da» erprobteste und durch viele Versuche als da» verläßlichste Mittel bekannt zur Heilung der Schwerhörigkeit u»o zur Erlangung de» aänzlich verloreuen Scliöre». 1 Fläschchen I fl. ö. W. <743, -S-L I?. ALiMvr's «eitungs- undAnnoneen-Bureau in Laibach besorgt honorarfrei Pränumera-rionen und Annoncen in Wiener, «Srazer, Triester, Prag» u. andere Blätter. SivdtvLttv beste« Heilmittel gegen Gicht u. Rheumatismen aller Art, al<: G'sichtt-, Brust-, Hals- und Zahnschmerzen, Kovf-, Hand- und Fußgicht, Gliederreißen, Rücken- und Lendenweh. In Paketen zu 7« kr. und halben zu 4V kr. bei (747) 1!i—s Herrn v. IrllkovLZs, „zur Einhorn-Apotheke" in 8ichm HD MM« AeilDilstm. - oder Stickhusten.) Der Keuchhusten, diese bösartige Kinderkrankheit, wird binnen 8 'L',,««-« xrii»,» Ilel» »och dem vom Geh. Exped.-Aint des H. köngl.Bayr.StliatSministerininS deS Innern unter Erlaß voin 8. Febr. 1870 bemilligten u. vom köngl. Obermedicinal-AuSschusse München gut befundenen Mittel. Gegen Einsendung von 1 fl. 80 kr. ö. W. ibei Familien mit mehreren Patienten 3 fl.> mittelst Postanweisung erfolgt umgehende Zusendung. Freilassing i» Bayern» (7S2130-5 k§- ZM< Z--- dr 8 xz v« os ^ . "°.s s ",-i .SZL .L ^ Durch den k. k. aulschließl. pri». Haarstärker werden die überraschendsten Erfolge erziel«, denn schon nach zehnmatiqer E nieuchtnng der Haare sieht man schon dieWirkung. Mein Haarstärker ist vollkommen giftfrei und das sicher wir-kendste Mittel zur Beseitigung der grauen Haare. K. l. Privilegiums-Inhaberin K). kl8vl»vr, Atelier für Haarbilder und Haar-fiechterei, I., Habsburgergaffe 1a, HR Iv>». Preis per Flasche fi.2,mitP°stvei-sendung fl. 2.2V, Haarwuchs.Essenz allein fl. i. Ich kann Ihren Haarstärker mit bestem Zeugniß empfehlen, da er bei mir in kurzer Zeit die beste Folge hatte und wofür ich Ihnen stdr dankbar bin. Cdritia» «ert» I-, Leder-Galanteriewaaren-Erzeuger, W ien, VII. Bez., Kaiser-straße Nr. 59. (777) ä—1 Lin V^i n« In» ist unausbleiblich, wenn man rationell nach den „lückbri»-aenden Spiel.Jnstruetiouen de» ProfcssorS «. v. «i'N«'«, Westend Berlin» spielt. Wie immer war anch der Monat März reich an Wb 'L' « -- >» »'«, welche auf die ertheiuen Jnstmctwnen fielen und von welchen u>ir aus den vcr scbiedenen Gebenden des Reiches die folgenden hervorheben: Laura Groner, Wien, I Judenplatz 7. Gertrud Semlitsch, Witwe, Marburg, Steiermark. Goldamer, Schloffermeister, Äirscmag N. Oe. Meter Trepera, Görgeny Szt. Jmre, Siebenbürgen. Anton Knrja» Rakofzen, b. Gr.-sonntag» Steiermark. ^ ^ . Joh. Gricz, Magazineur, Nekek, Krain. Korber, Taglöhner, Trieft, Greta >81. Maier, Schankwirth, Olbersdorf (Äleinbressel ^ Nr. 50), Oest.-Schlesien. ! ) AnSkiiiift ertheilt bereitwilligst ,i»«I ti-aiik« Nrofessor «. v. Schriftsteller der Matlieniatik Herlln___________________________________ I>ei» L>»iinei» in der Provinz erbietet sich zur Besorgung aller in das Gebiet der weiblichen Bedürfnisse einschlägigen Commissionen beziehungsweise zur Vermittlung mit hiesigen Geschäften Frau L. 8ot»n!>Id«l. Wien, Lederergaffe ZU Al« Porto für etwaig« Korrespondenz sind 2t> kr. in Brief-marken beizuschließen. (778) Z-1 „KMaMm in Richter'» LerlagS-Anstalt, Leivzig, erschienenen Broschüre: >,Der Kranken- frcund", denn ich ersehe daraus, daß eS vielfach selbst für Schwer kranke noch Hilfe gibt, wenn nur die richtigen Mittel zur Hand sind". — So und ähnlich lautende Briefe lausen täglich ein nnd sollte daher jeder Leidende diese» Schristche» ohne Perzug bestellen, um so mehr, als die Zusendung derselben von Karl Gorlschek, k. k. Universitäts-Buchhandlung, Wirn I.. SiefanSplatz «, kostenlos e>f°lgt. (5gd> LBa« UvurWlv in s>üWs8-6onfection für Damen empfiehlt ,u billigsten Preise» LMiiith, PreschernMH. Z> »m»n r »W U» 8WRM. Bei der Wiener nnd Pariser Wrlt-ansstellnug mit den höchsten Preisen ansgezeichnet. <67I> 24-10 Allgrmein brliebr wegen ihrer vor»il Qualität, sind ,n beziehen durch Kaiser!, und königl. Allerhöchste Anerkennung Goldene Medaille Paris 1878. Eine Fahrstunde von der Station Feldbach der Ungar» Westbahn. Beginn der Saison R. Beginn der Traubencur Anfangs September. Alkalisch.munatische und Eisensäuerlinge, Ziegenmolte, Milch, Fichtennadel- und Quell-soolzerstäubungs-Jnhalationen, kohlensaure Bäder, Stahlbäder, Snßwasserbäder, Fichtennadelbäder, kaltcS Vollbad mit Einrichtnng zu Kaltwasser-Cnren. Dorzüglichstes und gesundestes Erfrischungsgetränk; sein großer Gehalt an freier Rolilensäurc, feine znr Förderung der Verdauung genügende Menge von doppelt kohlensaurem Natron und Kochsalz, sowie der Mangel an den Magen beschwerenden Kalk-verbindungen mache» de» Johannisbrunnen ganz besonders empfehlenswerth bei Magen- und Blasenleiden. Zu beziehen dnrch alle grosieren Mineralwasser-Handlungen. In bei L»««,, Lit. Anfragen und Bestellungen von Wagen, Wohnungen und Mineralwässern bei der Vriillllva-oirovlioll io Vlviedvaberß. <790110-1 cnim ziocui.. Lailisch, LlMgrrMay, l792> 3-l. «ouveLutvs für die Frühjahrs- und Somilicr-Saison. U'MU »- r»l>rllt»i»»r>» «ro»- und »«»«II- EIV8 mcn 8Iiio>>lmlö86.1!Il!icIi8Üc!iti^. iilutilinie. liliitoliilizclik iiml kecviivrllezeelltM 1 vlkeir über die vortressliche Wirksamkeit des vom Apotheker ^„11,>8 Hvr-l» bereiteten unterphosphorigsauren AL" IL»IIi-I!i8vi»-8A'l'«p8.-ÄE Herrn Julius Herbabny, Apotheker in Wie». »lllt I»V8 Bei meiner vieljährige» und anSgebrcitetenPrariS habe ich unendlich oft Gelegenheit, Ihren unrerpkosphorigsauren Kalk-Eisen-Syrup i»Anwendung zn vringen, und war die Anwendung desselben stets mit dem besten Erfolge gekrönt. Bei Lnngentnberknlose im ersten Ätadünn war der Erfolg jederzeit überraschend, bei Bleichsucht ebenfalls; so anch bei Skropheln der S.Kinder in kleinen Kavcn angewendct, erzielte ich immer die besten Resultate. ES ist dalier dieser nnterphoSpliorigsaure Kalk-Eisen-Syrnp allen denen, welche mit diesen Leide» behaftet sind, mit dem besten Gewissen wärmstens anznempfehle», wer dc»sclbe» mit Ausdauer gebraucht, wird sich stets von dem besten Erfolge selbst überzeuge». Indem ich Ihne« genelunige, diese Zeilen zum Wohle der leidende» Menschlieit zu veröffentlichen, zeichne ich ° hochachtungsvoll »«««Ino, P akt Arzt Heiligen-Dreifaltigkeit, in W.-Büheln bei Marburg, 14. April 1881. Preis einer Flasche 1 fl. 25 kr., per Post 2<» kr. mehr für Packung. -MU Wir bitten ausdrücklich v«i» ll«-»-!»»»»»») zu verlangen, und ans obiqe de« hördl. Protokoll. Schutzmarke zu achte», die sich auf jeder Flasche befittde« mutz. kknlsMi'Mlluilgii-Ijkpot tur ilie kioviiirl!!!.' ^ikii. ..M k» Iieiriglick" i«8»^IKdi» i^tol»ti^ ^»^i^«I«i>. So kann auch ich au«rusen. und erfreut statte ich Ihnen hiermit von ganzem Herzen meinen innigsten Dank ab, da ^«t> wunderbaren und heilkräftigen Aiinketmaner'schcn Klettenwurzel-Essenz und Pomade kam ich in kaum zwei Monaten wieder zu einem ürvigen Haarwuchs, und auch der Bart, dessen Herrorkommen ich f-ll-st bezweifelte, stellt sich sehr dicht ein. Ich danke dafür Gott und der Heilkraft der Natur, bei Ihnen werde ich meinen Dank, da ich nächstens nach Wien komme, mündlich abstatten. I. Kandier, Maschinenmeister in Budapest» Nach Anwendung einiger Flacons Ihrer Winkelinaver'schen Klet-tenwurzel-Vssenz konnte ich meine Perrückc, welche ich bereits ein Jahr getragen habe, wieder wegqeben und habe setzt wieder mehr Haare, wie ich früher je gehabt Lon diesem Resultat kaun sich bei mir Jedermann überzeugen. I. Wendt, WirthschaslSbesitzer in Neusiedl bei Laa a. d. Thaya, N.-Oe. Ich habe mir 2 Flacons Ihrer echten Winkelinaver'schen Klettcn-> wurzel-kssenz bringen lassen Und bti Anwendung derselben, trotzdem ich ^kaum 20 Jahre alt bin, eine» großen und schönen Bart i» wenige» Tagen erhalte». Ich drücke biermit meinen Dank aus und zeichne Laurenz Maguser Mn. i» Krapp lKrain). Meinen innigsten Dank für Ihre Winkclmaver'sche Kletten-nach deren 18tägigem Gebrauch ich im Beuye eines prächtigen DollbarteS bin. Ich kann Ihre wunderbaren Erzeugnisse Jedermann auf's Beste empfehle». Josef Berger Ritter von Elg i» Wien. Diese, sowie viele ION andere Dank- und Anerkennungsschreiben, welche bei mir im Originale >u jedermann« Einncht bereit liegen, machcn jede weitere Anpreisung der WinkclinaNer'schen Kletten-Wurzel-Essenz und Pomade überflüssig, den» das Gute lobt ,,ch selbst. ^ 1 L-lacon Winkelmayer's Klettenwurzel-Essenz . . . i>0 kr. ' 1 Tiegel „ „ Pomade ... ^0 kr. 1 Klacon ,» »» ^el .... LO kr. Bei Postversendung (gegen Baareinsendnng oder Postnachnahme) 10 kr. mehr für Berpacknng. Central-Versendungs-Depot: .1 Wie», VI., HuMMlMllWM Filial-Devot «i<-n: Philivv Neustein, Slvotheke „zum beiligen Seovold", I., Plankengaffe, ycke der Sviegkl-aalse — In l»r»L: I. z ü r st, Avotheker am Porzic. — In Nri„»> s. E d e r, Avotheker. — .„I KI»x<>,>k„r« ^ W > l b. n Dietrich Arotheker. Bnrgaafle 37l. — Auch in den meisten Avorheken und Par,»mer>e-Se,chäfte». -E- Zr!,r wird gebeten, »m den viele» Wlschungen vor,»de»ge„. immer ««üM» »Mzu verlangen und darauf zu achten, auf jedem Flacon die Firma I. Winkelmaver, Wien, VI.. Gumpendorferstraße ISS, angebracht ist. lS>2> 12-K »»»»»»««»»>»»»»< ß »II U 8pvoulLUoll8- ! liLus« in allen Eonibina- l ^ tionen der freien Specu- l M lation, Consortien und l G Prämien vollführt aner- i kannt reell und discret l zuOriginalcursenIWL an l der einzig und allein für i Oesterreich - Ungarn l maßgebenden TWll II < ^ » - L L ^ das Bankhaus „l,eitl>!> -(Halmai), Wien, Schot-tenring IS. Fachgemäße, l rasche und erprobte Jnfor-mation, telegr. Avis!» Probenumniern d. sinanz. t u.Periosung«bl.,,Leitha", sowie inhaltsreiche Bro-, schüre (fämmtl. e»rop. Los-G fvielpläne, Erläuterung der D Anlage-, SveculationSarten l G und Papiere >c.) franco und ! ^ 8-6 gratis. (742> l r in noch so veralteten Har«> röhren». Blasenleiden re», Syphilis, Nasen-, Hals- ll. Haut - Krankheiten u. Mannet-schwäche In allen Folgen der Lelbstschwäcknng, Samenfiuj, Pollutionen, Ueberreizung.vlerven-Kraukheiten, weißem Fluß,andt-renDamenleiden, Brüchen,Hämorrhoiden leitet schonend mit gewissenhafter Sorgfalt und daher Vielfalt documentirtein besten Erfolge IVl. emeritirter Secundararzt der betreffenden Fachabtheiluiig des Lran-kenhauseS, Viva, Stadt, Seilkk-gasscl, (nächst d. Graben), von 10—5 Uhr und meistens auch brieflich. (576)50-2S Riedelslindislh - mmüMiW D«pffchUchilS' GchWA Direkte u. regelmäßige Postdampfschifffahrt zwischen «i»n» _ - » — ------------ M» R -» I» abwechselnd von koNvräLm und ^msisräam: Samstags, von Avv-Vork: Mittwochs. Zwischendeck Äi k. >l>0. Passaaepceise ab Rotterdam und 'Amsterdam : die »1,^««In« i» Rotterdam, sowie «vir. agepiciie nv '.'correroain m 1.CaiüteMs.M.-2.Laii>,eMk.2S». Näliere Au>k»nst wegen Guter-TcanSport undPasfage ertl>e,Il ^ »>,> " I., Kolowratring t) Ungar».______________ ÄLien, Eenernl-Agent fiir Oesterreich (768 > 40-3 > »i I k, PI IV Letlmaareil M Mikanl, Wien, VM., ^erchenselderstraße 36, empfiehlt sein reichhaltige» Lager aller Gattungen Bett-waaren, u. zwar trisenbetten, Bcttelnsätze, Matratzen, abgenähte Bettdecken, Bettwäsche rc., sowie seine grove Aiiiwahl von Bettfedern.Alaumen,Dunen und gesottenem Roßhaar. «rett-Courante sammt Zeichnungen gratis und franco. <8S7118—S . chwächcznslandc dcs K2»pcrS und deL GcislkS. Gcschlcchtlichc Auijschwcisungcn, Onauic uud daraus entstandcue Folge-Iranlheitcu als: !pl»tain>ull,. kranlhaste ^ PMutioncu, RülkcnmarkSleidcn, Zerrüttungen deü Nerven: Sns!em8 und männliche Impotenz Deren rationcllc Heilung durch die weltberiilunte» und unschätzbaren Oberstabsarzt I)r, Miiller'schc» Miraculo-Präparate. (738) 12—L Bierte üluslage. Preis 5« Ps Gegen ^inseu-duug von Ps. iu Brles,»arten ersolgt Franco-Zusendung iu Couvert. Depositeur Karl Üreilen-baum, Braunschweig. _____________________ .IlimMlil-, Kim-, Tischler-, Ulignrr-». ^skMsjvlz-KicHcrlligl' I ittil W>ülilvi8v», Laibach, Brichl Nr. 27, Lärchen. Fichten, M»en, Eiche», Nns,. Kirsch, Bir», Eschen, Nnslen Linden, Erle», Pappel -e. Dachschindeln, Schaufeln uud Hammersticle, Fap-dauben, Reifen, Stangen, Speichen. in ollen Hol.zgnttun^en nnd Dimen sionen billigst.____________________ ^ Nühmlischiiltll aller El,s»e,»e: ^Singer, Wheeler L Wilson, Howe, Cylinder- und Handnähmaschiuen, FI. «ollmaiin, I., Rothenthurmstrusie »S. die vi-M«« u,,,I I-'Ini,»» j„ dieser Branche, gegründet 1S6I. «u-führlichc illnstrikte Preislisten werden gratis ziigksaiidt. (698) 10-6 Gebrauchte Maschine» reparirt oder umgetanscht Ich erachte es für n>eine angenehme Pflicht, Herrn I. I. K. Popp in Heide (Holstein) für die ausgezeichnete Cur hiermit meine,i Dank z» sagen. Nachdem ich 4 Jahre hindurch an einem litt und verschiedene Aerzte ohne jede» Resultat consnltirte, vertrante ich mich endlich der Cur des Herrn Popp an, nnd bin jeht nach einer sechSwöcheutlichen Behandlung aller meiner Leiden enthoben. Indem ich dieses einfache Heilverfahren den leidenden Mitmenschen bestens empfehle, sage ich Herrn Popp nochmals meinen herzlichste» Dank. Hochachtungsvoll HmlSeigenthüinerin. Als Zeugen : ^«»«. , Ricinerstriche. ^«1». Korbflechter. B u d a p e st, am 26. December 1880, Soroksarergasse Nr. 58. AllenVerdauungSlcidendeii gibt die Broschüre „Magen', und Darnikatarrh" zweckmäßige Winke, dieselbe wird aus Wunsch unentgeltlich versandt von I. 2. g. Pop p'S Polyklinik in Heide iHolstein.) (779) 3—l «MoKrapd, patentirter Verbesserte vorzügliche Ve-i-vii-II'nIti^u»»»-.'»!»,,». wie auch vi« IknUixunkr.'t-l'iut^ wird bestens emvfohlen. Die mittelst Hektograph hergestettten Abdrücke werde« von den Postanstalten zu dem mäßigsten Portosatze wie andere Drncksorten befördert. (707) 10-S Lries-, 8chrislei>- »!>i> MflilMl-ürdilel. Der Ordner ist auS Holz gefertigt und viel vraktischer, ali et» alvbabetischkrBrirskaste». Prei-ver S-Iüek von » sl. answ«r«s. — Zll«' strikte Preiscourante und bektograxhirte Slbdrücke gratis und srantt. -W U' Visu, I., SLdoilborßvrstrLsso S. »aar-Letter. Dic erst« und großartigste, nuf wissenschaftlicher Basi» gemachte Erfinduna ist da« vom Haarkünstler E. H. Tannert neuentdeckte Praservati» für «ahlköpfe, wo »och die geringste Spur von kleinen flaumigen Fäserchen vorlianden ist : ferner für Diejenige», welch« ihr Haar veriodisch oder bei und nach hitzigen Krankheiten, durch starke« Binden, durch Xovfschweiß, Tragen schwerer oder harter Kopfbedeckungen, durch nervöse«, chronische» oder rheu» malische,' 'lopsleideu verlieren oder zum Thcile schon verloren haben. Bei gründlicher, radikaler Kur eine« Kadlkovfe« entivickelt sich da« Haar i»> s. bi« «>. Monat und wird bi« ,u eine,» Jahre wieder so kräftig und üvvig. wievor dein An«fallen. Bei schütteren Haaren >der wo dieselben stark »»«gehen, ist bloß ein :i—<,noiia»icher Gebrauch »othwendig, ua, einen dichten und festen Haarwuch« wieder zu erlange». Danii diese« außerordentliche, absolut unfehlbare Präservativ i» >^ol>,e seiner eolossal großen Wirkungskraft sich einen Weltruf erwerben nnd diese Wohlthat von Ar», und Reich l'iÄt benützt werden kann, so ist die Anschaffung dessen in Berücksich' tignng seine« großen Werthe« sehr erniaßigt, 1 Flacon sammtGrbrauch-anniclsunq fl. 1.ttt»;in die Provinz u,l>a«'Au§land gegenNachnahme von fl. Für Wien und Umgebung wird dasselbe spesenfrei in'K Hau» gestellt. (7dl) l» 2 Iltttt» -IRt tt«> - Wien, Füilfhaus, Turnergasse 7. Interesse de« P. T. Pnblikitin« mach« ich aufirerksai», daß der Äebrauch settslosf» H.Utiger Haarwuch«,niltel für den Haarboden absolut schLdiich ist. Der Nrfinder deS Haar-Vt«tter. Druck von Leykam-JosefSthal in Graz. Lerleger und verantwortlicher Redacteur: Franz Müller in Laibach. Beilage zum „Laibncher Wochenblatt". Meden der Meicßsratßs - Abgeordneten Stilkitt »ml D aMitsrtLlll; über den Gesetzentwurf die Miidmmg der Aeichsratös-Wal-lordnung bttreffend. WM.I88L. Druck und Perl.iq der (Yeuoffkiisch>ist^Ducbdrlickerei, Wie», IX. Alserstrasie MdllktzHmA 7)6 rt^LZ ^ d tznu;r^io'!i!E-sk!!msKr'»«5' «'-1 io offenherzig zu sein. (Keäi' / ömLs.) Ich kann daher auch den vorliegenden Gesetzentwurf trotz seiner widerspruchsvollen und principienlosen Bestimmungen vom Standpunkte des Partei-InleresseS begreifen, aber auch nur von diesem Standpunkte: und wenn ich von diesem Standpunkte aus nach dem Zwecke deS Gesetzentwurfes frage, kann ich diesen Zweck nur in dem Bestreben finden, durch dieTheilnng des böh- mischen Großgrundbesitzes die Verfassungspartei im Ab geo rd n et enh a us e für immer > udie Minorität zu versetze» uud außerdem i» den Alpenländern, in Böhmen, in Mähren und Schlesien vielleichtdenDeutschliberalen einige Mandate abzunehmen. (So ,'sr es/ML«,) Das ist so einfach und klar, das ist so richtig und wahr, daß, ganz abgesehen von der formellen VerfassuugSfrage, unser deutsches Volk dies längst erkannt und ausgesprochen hat, ohne durch entgegengesetzte Versicherungen geblendet zu werden und ohne etwa plötzlich den verehrten Redner aus dem böhmischen Großgrundbesitze oder für die Salzburger Landgemeinden als Liberale zu verketzern. KnLs.) Wenn übrigens noch ein Zweifel darüber gestattet wäre, daß der vorliegende Gesetzentwurf nur im Pari eiin ter esse verfaßt und eingebracht wurde, so müßte selbst der verstockteste Zweifler durch die Betrachtung der Vorgänge bekehrt werden, die sich im Ausschüsse abgespielt haben. Der hochverehrte Berichterstatter der Minorität hat diese Vorgänge in einer so ausgezeichneten und gewiß muster-giltigen Darstellung ausgesilhrt, daß mir zur Ergänzung nur sehr wenig zu sagen übrig bleibt. Der verehrte Herr Abgeordnete für die Salzburger Landgemeinden*) hat sich, um zu beweisen, wie ernst und liberal sein Wahlresormantrag gemeint ist, und daß dieser Antrag nicht eiwa blos ein Aufputz, wie er sagte, für ein erst später erschienenes Kinklein, nicht die KindeSwäsche für dieses, sondern ein wirkliches lebendiges Kindlein gewesen sei, darauf berufen, daß dieser Antrag schon am 28. Jänner 1881 eingebracht wurde, während die lex Zeit Hammer erst im Mai 1881 vorgeschlagen worden ist. Das ist richtig! Allein, wenn der Herr Abgeordnete diesen Antrag wirklich für sein eigenes nnv lebendiges Kindlein gehalten hat, so hat er diesen Antrag als ein rechter Rabenvater behandelt. (Lsr'k«7-L«r< Denn nicht nur, daß er es zugelassen hat, daß vom 10. März 1881 bis 25. Jänner 1882 gar keine Sitzung stattgefunken, sondern er hat auch über Vie nicht von uns — denn in der ersten Sitzung hatten wir »och nicht das Wort ergriffen — sondern von den geehrten Herren der Majorität geäußerten zahlreichen Bedenken gegen den ursprünglichen Antrag, welcher dem Anträge des Abge-oldneten für die Iosesstaot ziemlich ähnlich war, sich sofort bereit erklärt, zurückzuweichen und auf de» Cenfus von 5 fl-einzugehen. Aber auch dies wurde damals noch allseitig al-bevenklich erklärt und beanständet. Nun wird der hochverehrte Herr Abgeordnete für die Salzburger Landgemeinden in die Lage kommen, über den Antrag des Abgeordneten für die Iofefstadt, der ja seinem ursprünglichen Anträge zum Verwechseln ähnlich ist, zur Tagesordnung überzugehen- Ant/ uncö //sr'tönksrt ^r'nLs.) Allein selbst der Antrag, den er dann mit Beschrän-kung auf den Cenfus von 5 fl. eingebracht hat, fand im Wahlreformausschusse von Seite der Majorität eine höchst abfällige Benrtheilnng uuv namentlich wurde hervorgehobe», daß man unmöglich über einen solchen Antrag be>chließen könne, ohne die nöthigen Daten zu besitzen und die Acuße-rung der Regierung gehört zu haben. Der Wahlreform-ansschuß, der sich vom 10. März 1881 bis zum Iännec 1882 Ruhe gegönnt hatte, trat überhaupt erst zusammen, als das Gerücht entstand, daß bei der bevorstehenden Er-gänzungSwayt im böhmischen Großgrundbesitze das (Lompro-miß nicht mehr gelten soll. Um nun den Herrn Ministerpräsidenten sowohl über die vorliegenden Anträge des Herrn Abgeordneten für die Salzburger Landgemeinden und de-Abgeordneten für die Joses,ladt, als über die lox Zeit-Hammer zu vernehmen, wurden einige Versuche gemacht, denselben in den Ausschuß einzuladen i/nd es gelang auch wirklich, am 11. Februar den Herrn Ministerpraiivenlen im Ausschüsse zu begrüßen. K'nL».) Damals erklärte *) Li'nbachrr. sich der verehrte Herr Ministerpräsident zwar für die Isx Heithammer, aber bezüglich der übrigen Anträge lautete sein Urtheil hoMungsloS für die Antragsteller. Ueber den Antrag Kronawetter sagte er — ich habe mir selbst Notizen gemacht — „da werden alle Principien auf den Kops gestellt" KnLs); und über den Antrag Lienbacher sagte er: „auch dieser geht sehr weit und die Regierung hat gar keine Daten, kam, sich daher darüber nicht schlüssig machen." Nachdem sich der Herr Ministerpräsident damals die Anträge, die er nicht mehr im Gedächtnis zu haben erklärte, weil es schon lange war, daß sie eingebracht wurden, hatte vorlesen lassen KnLs), hat er in dieser Weise sich über die Anträge ausgesprochen........ Plötzlich, am 6. März, überraschte uns der verehrte Antragsteller mit dem neuerlichen Vorschläge auf die Wahlberechtigung der Fünfgulkenmanner und erklärte, es seien zwar auch bis jetzt keine Daten eingelaufen, aber so viel stehe fest, daß für Galizien, Dalmatien und Istrien dieser Antrag gar keine wesentliche Bedeutung habe, sondern nur für die westlichen Länder. (Lsitö-Lsü li'-rLs.) Auf das hin wurde im Prmcipe beschlossen, das Wahlrecht der Fiinf-guldenmänner zu accepiiren und die Regierung um Lieferung irgendwelcher Daten anzugehen, und die Regierung hat auch wirklich bis 10. März im telegraphischen Wege von einigen großen Städten Daien eingeholt, die dem hohen Hause nach Erstattung des Berichtes vorgelegt wurden, aus welchen wohl nicht viel, aber doch etwas zu ersehen ist. Nun muß ich mir erlaube», auf eine Zwischengeschichte zu kommen, um den verehrten Herren zu zeigen, für welchen Antrag und Beschluß dieser Antrag der Fünfguldenmänner von der Majorität des Ausschusses substituirt und eingeschaltet wurde. Wir haben nämlich im Ausschüsse öfter erlebt daß gefaßte Beschlüsse sofort wieder aufgehoben wurden daß abgelehnte Anträge sofort wieder angenommen wurden' und daß wir Minoritätsmitglieder gewissermaßen nur aä Luäisnäuw vorbur» im Ausschüsse saßen (LeLr-out? ü'nLs) und beispielsweise am 10. März schon Nach, mittag um drei Uhr in den hiesigen Abendblättern Tele-nramme aus Prag lasen, welche uns verkündeten, was d»c Ausschuß am Abende in der Sitzung, in die wir nns zu begeben hatten, beschließen weide. / k'nk«.) So war es bezüglich der Zuschläge, so war es bezüglich des bücherlichen Besitzes. Trotzdem haben wir bis zu Ende auS-aebarrt. und ich glaube, selbst Seine Durchlaucht der ver-ehrte Fürst Czartoryski, der dieS Alles als Mitglied b-« Ausschusses mit augesehen hat, kann sich jetzt nicht mehr wundern, daß man blos von einer „deutschen Geduld" svricht Au«' .... ^ . Ich glaube, daß wir mit Recht behaupten ... e» daß der Antrag der Majorität hauptsächlich nach . Ae'nderung zu beurtheilen ist, welche in der Ausübung des Wahlrechtes des böhmischen Großgrundbesitzes stattfinden soll Und nur, um den Herrn Abgeordneten für die Salrburger Landgemeinden nochmals aufmerksam zu machen, wie flüchtig und maugelhaft selbst bei ihm die Vorbereitung für die gegenwärtige Generaldebatte war, kehre ich auf einen Augenblick zu jener Darstellung zurück, die er uns über die Wahlreformdebatte im Jahre 1873 gegeben hat. 11m ru ,eigen, daß auch damals die Sache überhastet und in höchster Eile beschlossen wurde, und gar keine Zeit zur Neberleaung und Debatte gewesen sei, hat er uns gesagt, als ob er das stenographische Protokoll vorlesen würde ?/' /, - Der Herr Präsident fragte: Wünscht Jemand das Work? Allgemeines Schweigen!» ,-ec-rts.) Der Arr Präsident constatirte. daß Niemand zn sprechen wünscht, vrovocirte keine» Beschluß, daß in die Specialdebatte eiuzu-sei sondern er erklärte nur, ,.eö werde nun in die Svenalde'batle eingegangen." ,J" letzterer Beziehung ist es wodl entschuldbar, wen» der yerr Abgeordnete die damalige Geschäftsordnung des Hauses vom Jahre 1868 nicht gekannt (Hsä,- AU«/ K'nLs) und nicht nachgelesen hat, wonach am Schluffe der allgemeinen Debatte eine Abstimmung nur insoferne stattfand, als ein Antrag auf Uebergang zur Tagesordnung oder auf Vertagung vorlag. Ueber das Eingehen in die Specialdebatte wird erst seit der neuen Geschäftsordnung vom Jahre 1875 abgestimmt. Darin lag also kein Versänmniß des damaligen Herrn Präsidenten. Aber auch die damalige Debatte spielte sich in Wahrheit ganz anders ab, als der Herr Abgeordnete für die Salzburger Landgemeinden uns gleichsam vorgelesen hat. (/fönt / Aor-t/ Denn hier finde ich auf Seite 1325 der 67. Sitzung, der VII. Session am 6. März 1873 (k'öst).- „Präsident: Ich er öffnedie Generaldebatte. Zum Worte haben sich gemeldet, und zwar gegen die Anträge des Bersassungsausschusses die Abgeordneten Dr. Ritter v. Grocholski, Cerne und Graf B ossi- F edrigotti. (LÄ-t/ Löi-t/ k-rLs.) Ich ertheile dem Herrn Abgeordneten Dr. Ritter v. G ro ch ol S ki daS Wort." (^sö/ra/ies/ssrtsr'Lsrt ?r-rLs.) Damals erklärte bekanntlich der Herr Abgeordnete Dr. Ritter v. Grocholski, daß er au der Beschlußfassung dieses Gesetzes, welches er für eine Verletzung der Verfassung halte, mit seinen Gesinnungsgenoffen nicht theil-nehmen könne, und verließ mit diesen das Hans. Dasselbe erklärte der Herr Abgeordnete Cerne ans Görz, und verließ mit seinen Gesinnungsgenossen gleichfalls daS Haus. Nur Graf Boffi-Fedrigotti blieb von der rechten Seite des Hauses allein zurück und erklärte, daß er sich nicht für berechtigt halten könne, seinen Platz zu verlassen, auf welchem er die Angelobung seiner Pflichten ausgesprochen. So spielte sich damals die Debatte ab; aber nicht so wie uns hier vorgelesen wurde. WaS nun die Anträge der Majorität des Ausschusses bezüglich des böhmischen Großgrundbesitzes betrifft, so ist — glaube ich — auch Niemand von der rechten Seite des Hause« in der Generaldebatte mit der Behauptung aufgetreten, daß diese Anträge „liberal" sind. ir'nL».) Allein man hat doch am Schluffe seiner Ausführungen ziemlich hochtönend gesprochen und der verehrte Herr Abgeordnete für die Prager Neustadt, der im Beginne seiner Reden vor unseren Phrasen warnte, der schloß diese Rede mit den Worten: „Nehmen sie an diese Wahlreform im Sinne der Freiheit und Gerechtigtigkeit." (AeLrcXts»- k'-rk».) Ich nehme an, daß das Wort „Freiheit" sich auf die Fiinfguldenmänner bezieht, aber das Wort „Gerechtigkeit" müßte sich doch wenigstens auch auf den Großgrundbesitz auwenden lassen. Aut/ Nun will man diese Gerechtigkeit daher ableiten, daß man sagt: ja, das ist ein Schntz der Minorität, und damit spricht man etwas aus, was gar nicht in den Anträgen des Ausschusses begründet ist, was durch die Anträge des Ausschusses geradezu aus-geschlossen ist. Man spricht es mit einer Unklarheit aus, wie sie dem verehrten Herrn Abgeordneten für die Salzburger Landgemeinden im Ausschüsse gleichfalls unterge-kommen ist, als er gesagt hat, er spreche für diesen Antrag znm Schutze der Minorität und er wäre dafür, daß in jedem Wahlbezirke nur Ein Abgeordneter gewählt werde. Auf meine Frage, wie bei der Wahl eines einzigen Abge-ordneten die Minorität geschützt werden solle, blieb er mir die Antwort allerdings schuldig. Die Geltung der Majorität ist ja ein parlamentarisches Princip, und schützen Sie, meine Herren, hier im Hause unsere Minorität? (Sski- Sie haben uns allerdings in Ihre Ausschüsse ausgenommen nicht in der uns entsprechenden aber in einer erklecklichen Anzahl. Ich erkenne daö an, ich beklage mich darüber nicht, im Gegentheil, ich würde Ihnen eine» Borwurf daraus machen, wenn Sie uns in einem einzigen Ausschuss« die Majorität einräumen würde». Wir machen keinen Anspruch auf ihre» Schutz. Habe» Sie denn nicht die größten, weittragendsten, wichligsten Beschlüsse mit einer Majorität von bloß zwei, drei bis vier Stimmen gefaßt? (Se/u' ^'nLs.) Haben Sie nicht bei sehr wichtigen und entscheidenden Angelegenheiten gar nicht die Majorität gehabt? ü'nLs.) Und doch behaupten Sie Ihre Majorität, unv doch fällt Ihnen nicht ein, an den Schutz der Minorität zu denken! „Schutz der Minorität" ist ein Princip, welches unter ganz anderen Verhältnissen und Bedingungen ein freisinniges genannt werden kann, als unter den hier vorgeschlagenen. In Ländern, die national ziemlich gleich sind und nur politische Unterschiede in ihrer Bevölkerung aufweisen und die d.iS sogenannte serutin äs iists haben, gerade jenes, das Sie jetzt im böhmischen Großgrundbesitz abscdassen wollen, sieht man den Schutz der Minorität dadurch vor, daß, wenn eine gewisse Stimmenanzahl sich auf einen Candi-daten vereinigt, dieser Candidat neben dem Candidaten Der Majorität als gewählt erscheint. Das ist aber immer die Minorität, welche diesen Schutz genießt. Hier aber soll die Minorität der Abgeordneten des böhmischen Großgrundbesitzes, wie sie heute in dem Hause sitzt, zur Majorität werben nach dem Antrage Zeithammer. Ist das auch ein Scbutz der Minorität?............ Die Theilung zwischen dem Mod- und Fideicomniß-besitze erklärt man als etwas ja immer Dagewesenes, von der Regierung Proponirtes, in den Landtags-Wahlordnungen FestgehalteneS, ganz Selbvei stündliches und Natürliches und der verehrte Herr Redner aus dem böhmischen Großgrundbesitze hat uns vorgeworsen, daß wir im Jahre 1873 in unei hö'ter Weise die Beiiimmung getroffen haben, daß 23 Abgeordnete des böhmischen Großgrundbesitzes durch einen Wahlact gewählt werden. Ja, meine verehrten Herren, war denn das früher anders? Wählt denn nicht heute noch der Großgrundbesitz für den Landiag in einem Wahlact 45 Abgeordnete und hat nicht früher nach der Landesordnung vom Jahre 1861 der ganze Landtag aus dem ganzen Großgrundbesitze ohne Theilung in fideicommissarischem und Allodialgroßgrundbesitz seine Abgeordneten in der Zahl von 1ö für den Reichsrath gewählt? ES Hai ja für die Reichsrathswahl diese Theilung gar nie bestanden uud, was das Merkwürdigste ist, meine verehrten Herren, ist, daß, wie ich eril auK den Ausführungen des Herrn Abgeordneten der Prager Neustadl entnommen habe, sogar der RegierungSentwuif, den Seine Excellenz der Herr Ministerpräsident vor zwei Jahren im böhmischen Landtage für die Landtags wähle II ein-gebrachi hat — sage für die LandtagSwahlen — die Theilung deS Großgrundbesitzes, die Unterscheidung zwischen Fidei-commiß und Allod noch gar nicht kannte. Ich will mich über die Bedeutung deS Großgrundbesitzes für die Entwicklung unserer konstitutionellen Zustände nicht deS Weiteren auelassen, eS ist darüber viel gesagt worden; allein, ich möchle nur Eines sagen: Unsere Erfahrungen aus dem Reichsralhe, und namentlich noch mehr aus den Landtagen, haben gezeigt, daß wir, wenn auch mitunter, wie sehr richtig hervorgehoben wurde, von dem Großgrundbesitze zurückgedrängt oder retardin, doch mit dem Großgrundbesitze in allen Fragen der Einheit des Reiches, der Aufrechlhaltung der Verfass,ng unv ihrer freiheitlichen Institutionen stets Hand in Hand gehen konnten. Wenn man von der Anschauung ausgeht, die der Herr Abgeordnete der Prager Neustadt geäußert hat, daß diese Theilung nichts anderes bedeutet, als den ehemaligen Herren-und Ritterstand, ja da steht man auf dem Slanrpuukte rer Rückbildung der Interessenvertretung in die Ständevertretung und mit einem solchen Standpunkte läßt sich nicht rechten. JUt/ Lr'nL«.) Entgegenkommender war sogar der verehrte Redner aus dem böhmischen Großgrundbesitze. Dieser hal zwar auch von der Aristokratie und ihrer Stellung gesprochen, aber hinzugefügt, er meine darunter die Bodenaristokratie, nicht allein die adeligen, sondern eben alle Großgrundbesitzer. Ich bin ihm für diese Erklärung dankbar; denn bei seinem aus- gesprochenen Bestreben, im Volke zu wurzeln und zu wirken, wäre es nicht gerathen gewesen, an die Herrschaft der Geburtsaristokratie zu erinnern oder an dieselbe wieder anzuknüpfen. Meine Herren! Thun Sie nichts, um die Vorliebe der Bürger, die begründete und berechiigte Vorliebe, die mitunter unser bürgerliches Publicum ohnehin für den österreichischen Adel hat, zu untergraben. So oft der Adel der Geburt sich mit dem Adel der Gesinnung eint, so oft ein Hochadeliger in unseren Reihen für die Principien der Freiheil und des Fortschrittes eintritt («skr- ncktrA / örnLs), so räumt ihm jeder Bürger gerne den Vorrang ein, daß er vor ihm Vorunheile Familientradicionen bekämpfen und überwinden mußte und wir schätzen einen solchen Mann in unserer Mitte immer doppelt hoch. (Ks/r,- Aut / ?r'nLs.) Ich möchte daher nicht, daß diese gute Meinung Erschüttert wird durch einen Antrag, der — ich muß es sagen — im Jahre 1882 nahezu unbegreiflich erscheint, durch einen Antrag, durch welchen Sie fast fünf Virilnimmen im österreichischen Abgeordnet-nhause schaffen wollen, Viril-siimmen aus ein.r kleinen Gruppe von Wahlbereä'^gten, die, wie schon nachgewiesen wurde, ohnehin fast alle als erbliche und daher als selbst- und eigenberechtigte Mitglieder im Herrenhause sitzen. Ja mir scheint, daß der verehrte Herr Ministerpräsident schon bei den letzten Pairsschüben seine Noth gehabt haben wird örnks), geeignete Firei- commißbesitzer vorzuschlagen, denn nach den mir gewordenen Mitteilungen vermißt man ungeach'et des in dieser Beziehung sehr klaren Wortlautes der Hß. 3 und 4 des Grundgesetzes über die Reich^Vertretungen bei manchen erblichen Mitgliedern jeden hervorragenden Besitz und bei manchen lebenslänglichen Mitgliedern jedes hervorragende und wenigstens bekannte Verdienst, //süerLsr't ^'nLs.) Wen» daher die Fideicommißbesitzer ohnehin nahezu Alle im Herrenhause sind, weShalb besteht dann noch eine Notwendigkeit, für den Glanz ihrer Familien und Namen im Abgeordnetenhause Sorge zu tragen? Im Landtage ist das Einkammersystem; dort ist eS berechtigt, daß der Fldeicommißbesitz besonders wählt, und gerade dort wollte die Regierungsvorlage vor zwei Jahren diese Sonderberechtigung abschafien. LnL§.) Aber hier im Abgeordnetenhaus, wo wir eben ein Volkshaus re-präfentiren, wenn man die Interessenvertretung doch so nennen darf, während im Oberhanse die großen AeelS-samilien sitzen, hal dies gar keine Berechtigung. Es ist aber auch nicht gar so außerordentlich mit ver Großartigkeit und dem Glanze aller Fiveikommisse. Ich kenne selbst Fideikommisse, auch in Böhmen, die sehr klein sind und die kaum zu dem bescheidenen Unierhalte einer größeren Familie hinreichen, während es Allodherrschaflen daneben gibt, die zehn- und zwanzigfach größer sind uud mit deren Besitzern zu wählen, den Herren Fideicommißbesitzern der Nachbarschaft doch wahrlich keine Schande wäre. ES ist au^h bereits hervorgehoben worden, daß es einen sonderbaren Eindnlck aus das Bürgerthum machen müßte, wenn man die 3000 oder 4000 Gulden Steuer, die der Besitzer eines mittleren HanseS bezahlt, nur 5 Gulden gleichstellt, während man auf der anderen Aeite jeden Gulden des Fideicommißbei'itzerö hundert- oder fünfhundertfach so hoch rechnet, wie den der anderen Staatsbürger. Es könnten sich dabei die Bürger doch einmal erinnern, daß sic noch immer und durch viele Jahre jenen Grundentlastungszuschlag zu bezahlen haben ör'nL»), welchen sie nur zur Ent- schädigung der großen Herren für die durch das Volkshaus im Jahre 1848 abgeschafsten Frohnden zahlen. (Kü->-rr'-lLs.) Wir zahlen dies« jöeträge gerne, haben das nie als eine ungehörige Last empfunden, denn wir wissen sehr wohl, daß die Großgrundbesitzer auf einen Theil dieser Entschädigung gleichfalls verzichtet haben. Allein ich glaube, es ist doch nicht gut, wenn man einen solchen Gegensatz schafft zwischen der Wertschätzung des adeligen und des bürgerlichen Steuerguldens. Es ist von mehreren Herren von der linken und der rechten Seite anläßlich der Theilnng des Großgrundbesitzes in ;wei Wählerclassen die Verfassungsfrage berührt worden, und man hat von der anderen (?-6o^6n) Seite behauptet, diese Theilung betrifft eben nur die Zerlegung iu verschiedene Wahlkörper und nicht Wählerclassen und bedarf nicht der Zweidrittel-Majorität, während wir der Ansicht sind, daß durch die Einführung des fideicommissarischen Besitzes eine neue Wählerclasse geschaffen wird und die Zweidritiel Majorität zur Beschlußfassung dieses Gesetzes nothwendig wäre. ES wird Aufgabe eines Rerners in der Specialdebatte fein, auf diese Frage zurückzukommen; allein ich freue mich schon jetzt, von einer Seile, von der ich dies nicht erwartet hätte, von einer höchst skrupulösen, in Rechtsfragen sehr ängstlichen Seite gehört zu haben, daß die Argumentation der Redner von der linken Seite des Hauses viel für sich habe, und daß der geehrte Redner selbst auch der Meinung sei, daß der §. 7 des Grundgesetzes dadurch tan-girt werde. Ich habe mir erlaubt, im Wahlreformausschuffe zur Klarstellung dieser Frage ein Beispiel zu gebe», unv nur dieses will ich — die Frage verlasse ich dann sofort — hier anführen. Wenn die verschiedene Eintheilung der Wähler des Großgrundbesitzes nach dem fideicommiffarischen und nichtfideicommlssarischen Besitze keine Aenderung der Verfassung wäre, dann wäre ja gewiß auch die Eintheilung desselben in adeligen und bürgerlichen Großgrundbesitz keine Aenderung der Verfassung und man könnte mit einfacher Majorität durch Abänderung der Wahlordnung beispielsweise beschließen, daß der adelige Großgrundbesitz 22 Abgeordnete, der bürgerliche nur Eine» Abgeordneten zu wählen habe (^sk,- Aut/ obwohl, wie ich höre, der bürger- liche Großgrundbesitz ,n Böhmen von Jahr zu Jahr wächst und beinahe schon die Hälfte der wahlberechtigten Güter auöinacht. Ich gehe nun zur Frage der Fünfguldenmänner über, und bemerke, daß in dieser Frage zwischen der Rechten und Linken des Hauses eigentlich nur der Unterschied der Klarstellung und der Richiigsttllung besieht. Allein dieser Unterschied ist so wichtig, daß er uns eben den Antrag der geehrten Majorität des Ausschusses unannehmbar erscheinen läßt. Wenn man noch Durchführung der Reform der Realsteuern den mit solchen Steuern getroffenen Fünfgnldenmäunerii die bisherigen Staat-zuschläge einrechnen muß, wie loinmen dann die E'werb- und Cin-kommensteuerlräger dazu («eä-- daß ihnen, weil die Reform dieser Sleuer noch »ich, dnrchgesührl ist, die Siaatszuschläge nicht eingerechnet werden? Ich glaube, es ist ei» wohlbegrüudetes Recht der städtischen Bevölkerung, auf dieser Sinrechnung zu bestehen. Man hat von der anderen Seite eigentlich gegen diese Emrechnung keine Einwendung zu erhebe» vermocht und nur gemeint, da« werde sich geben, binnen zwei Jahien werde die Resonn durchgefnhrl fein, dann mt, bei Ausschreibung der allgemeinen Wahlen, komme d-is Gesetz zur Auweuouiig, u»S dann falle dieser Umerschied weg. Wir haben darauf aufmerksam gemacht, daß die Auf-li)sung des Hauses diesem Beschlüsse auf dem Fuße folgen könnte und trotz der Beruhigung, die der Her, Regieruugs-vertiet'er unaufgefordert gegeben hat, daß die Auflösung des Hauses nicht stattfinden werde, glaube ich diese Mög. lichkeit »och immer fe,'halten zu können. Allei» abgesehen davon, was soll denn die Unklarheit in diesem Punkte bezwecken? Sie kann nur anstatt eiuer gerechten Wahlreform eine chicanöse Willkürmaßregel setzen (Lek>- 7-rcättA/ ü'nL«), eine Willkürmaßregel, die auch da ober dort im Parteiinter-esse recht gut auSgebeutet werden kan». Man hat ja gesagt: Lassen wir es bei der verschiedenen Uebnng in den Länder», iu den Gemeinden, wie eö bisher war, man werde sich auch später ebenso helfen, da« heißt doch eigentlich, jedesmal nach dem Bedürfnisse das Gesetz zuschneiden — und das wollen wir nicht. Wenn wir ferner beantragen, daß bei den Landgemeinden der CensuS unter 5 fl. herabgesetzt werde, so gehen wir von der Ueberzeugung aus, daß im Verhältnisse zum CensuS der Städter mit 5 fl. ein Census der Landgemeinden mit 5 fl. zu hoch ist. Wir haben in Mähren beispielsweise die Erfahrung gemacht, wo in der Landtagswahlordnung ein absoluter Census von 5 fl. für die Landgemeinden eingeführt wurde, daß die Anzahl der Wähler sich verringert hat, weil auf dem Lande heute schon mit und unter 2 fl. in sehr ausgedehnten Bezirken gewählt wird und daß es daher enisprechender sei, diesen CeusuS herabzusetzen. Von Ihrer Seile, meine Herren, wird ja beständig und auch bei dieser Debatte geklagt über Zurücksetzung der Landbevölkerung im Wahlrechte; und von den nicht sehr zahlreichen Petitionen, die überhaupt in der Wahlreformfrage vorliegen, sind fast alle von Landgemeinden, und Sie wollen dem Bedürfnisse der Landgemeinde nicht entgegen-kommen, weil Sie einmal Anträge der Linken überhaupt nicht annehmen. Der verehrte Herr Abgeordnete für die Salzburger Landgemeinden, in diesem Punkte Antragsteller, hat in der Generaldebatte gemeint, dieser Beschluß bezüglich der Füns-guldenmänuer werde nur wenig Wirkung haben, er gelte eigentlich nur für die Städte mit eigenen Statuten und für die Landgemeinden. Nun, daß er für die Landgemeinden keine besondere Wirkung haben werde, das glaube ich erwiesen zu haben; also bas Gegentheil von dem wird eintreten, was sich der Herr Abgeordnete verspricht, und was die Städte betrifft, so sehen wir auf Seite 20 und 21 des Majontätsberichies eine Tabelle, in welcher ausgeführt ist, daß mit einziger Ausnahme Vorarlbergs überall der Census für die städtischen Wähler jetzt 10 fl., und zumeist ohne Einrechnung der Kriegszuschläge beträgt. Wie kann man also sagen, daß diese Herabsetzung eine Wirkung nicht haben wird? Allerdings, in den Städten mit eigenem Slalute, wie Prag. Brünn u. s. w., wird die Wirkung noch eine größere sein, und wenn wir gesehen habe», daß in Brünn zu 2700 jetzigen Wählern 2800 Füuf-guldenmänner dazu kommen, welche daher alle jetzigen Wähler überstimmen könne», ja dann müssen wir wohl sage», daß mit eiuer solchen Maßregel die Eintheilung in Wahlkörper wohl gut verträglich wäre, daß sie zu U belständen führt, die im böhmischen Großgrundbesitze bei weitem nicht herrschen. Man hat nun gesagt, dieser Wahlreform sehe» wir mit eiuer offenbaren Bitterkeit entgegen. DaS ist nicht der Fall; im Gegentheil, wir haben diesen Wahlreformantrag verbessert und erweitert. Wenn wir uns dem Antrage gegenüber elwa mißtrauisch verhalten nach dem wohlbegrünoeten Sprnche liwso Dan-ros vt ä r'sk es/ ich begreife aber, daß es eine Klugheit der Parteien ist, sich von allen Regierungen zu emancipiren. («86^7» Fut/ lr'nLs.) Das ist nicht Großmuth, meine Herren, daS ist ein so wohlüberlegter, politisch kluger Schritt, was Ihnen auch der Gegner zugibt. Es ist aber noch eine andere Erwägung, welche den vorgeschlagenen Wahlmodus mit der politischen Natur des Wahlrechtes des Großgrundbesitzes in Widerspruch bringt. Ich bin zwar nicht der Ansicht, daß sich daS Wahlrecht deS GroßbesitzeS auf einen historischen Rechtstitel gründen läßt, aber allerdings meine Herren, sind historische Anknüpfungspunkte benützt worden. Ich gebe zn, eS sind wenige übrig geblieben, aber Sie, die ihrer Berechtigung eine historische Grundlage geben wollen, Sie zerschneiden ja noch den letzten letzten Anknüpfungspunkt. Und uuterschätzeu Sie ja nicht die Folgen dieses Schrittes. Es giebt Biele, die eS noch gut erklärlich finden, daß dem Großgrundbesitze des Königreiches Böhmen das Recht eingeräumt wird, eigene Vertreter in den Reichsrath zu entsenden; aber ich glaube, selbst Denjenigen, die das noch einsehen, wird es kaum klar werden können, wie denn auch die Großgroßgrnndbesitzer des Ehrndimer oder Czaslauer Bezirkes dazu kommen, eigene Vertreter iu den Reichsrath zu entsenden. ES war nicht ein Zufall, eS war keine Laune, daß die Reichsrathswahlordnung mit alleiniger Auskahme von Galizien in allen übrigen Kronländern den Großgrundbesitz als ein geschlossenes Ganzes wählen ließ. Freilich wendet mir Seine Excellenz der Herr Ministerpräsident ein, er kenne keine Gründe, warum Dasjenige, was in Galizien zulässig ist, in Böhmen nicht zulässig sein soll. Seine Excel» lenz hat einmal die Gründe gekannt, er scheint sie nnr vergessen zu haben (Keä,' A»t/ /rnLs), und ich möchte ihn daran erinnern, daß, als im Jahre 1877 der Tiroler Landtag einstimmig beschlossen hat, daß der Großgrundbesitz in Tirol künftig nicht in Innsbruck, sondern in Bozen wählen solle, dieser einstimmige Beschluß des Tiroler Landtages die Sanction nicht hat erlangen können, weil man damals der Ansicht war, daß es dem Wahlrechte de« Großgrundbesitzes widerspreche, wenn nicht die ganze Curie in der Landeshauptstadt wähle, und in einer Zuschrift, wenn ich nicht irre, vom 1. August 1877. welche die Unterschrift des Grafen Ta affe trägt K'nL«), sind die Gründe angeführt, welche ich Ihnen, meine Herren, nur vorzulesen brauche, denn ich könnte keine besseren ansühren. Die Stelle — mit Erlanbniß des Herrn Präsidenten werde ich sie, da sie ganz kurz ist, verlese» — lautet „Nur in Galizien und Dalmatien bildet für die Wahl der Abgeordneten des Großgrundbesitzes, beziehungsweise der Höchstbesteuerten, jeder der ehemaligen Kreise (in Galizien 15, in Dalmatien 4) für sich einen eigenen Wahlbezirk und zugleich Wahlkörper mit den betreffenden ehemaligen Kreisstädten als Wahlort. Diese Abweichung von der allgemeinen Regel ist jedoch bei den vorgenannten zwei Ländern nnr durch ihre große Ausdehnung, durch ihre topographische Gestaltung und soustige ausnahmsweise Verhältnisse begründet." So wenig hat sich, meine Herren, der Großgrundbesitz in Galizie» als Einheit gefühlt, weil er größeren Werth auf einen älteren, historischen Zusammenhang legt, daß der Großgrundbesitz ohne Bedenken im Landtage eingewilligt hat, daß die ursprünglich einheitliche Landtafel nach den verschiedenen GerichtShoffprengeln zenheilt werde. Es sind eben meine Herren, wie es in jener Zuschrift des Herrn Grafen Taaffe heißt, andere Verhältnisse. Ich habe mich in meinen bisherigen Auseinandersetzungen lediglich auf die Frage der Bildung mehrerer Wahlkreise beschränkt. In dem Anträge der Majorität wird aber überdies noch vorgeschlagen, daß die giveicommißbesitzer künftighin ein selbstständiges Wahlrecht ausüben und selbstständig fünf Abgeordnete in den Reichsrath entsenden sollen. Dieser Theil des Antrages stehl, nach meiner Ueber-zeugnng, im Widerspruch mii dem Grundgesetze über die Reichsvertretung und kann deßhald nur mit derselben Stimmenmehrheit beschlossen werden, welche zur Abänderung jenes Grundgesetzes verfassungsmäßig erforderlich ist. Ehe ich, meine Herren, diese Gründe anführe, sei es mir gestattet, mich vorerst gegen die Supposuion zu ver. wahren, als wäre die Zweidrittel-Majorität dloß ein Borwand, um einen uns unbequemen Antrag zu Falle zu bringen. Während meiner nicht kurzen parlamentarischen Thätigkeit habe ich keinen anderen Ergeiz gekannt, als bas Bewußtsein zu haben, stelö meiner Ueberzengung treu geblieben zu sein, nichts vertheidigt zu haben, für nichts eingetreten zu sein, was mit niemer Ueberzeugung iu Widerspruch steht.' (L,-avo.' ü'nLs.) Das ist, meine Herren, eigentlich eine selbstverständliche Voraussetzung, die ich jedem verehrten Mitgliede des hohen HauseS gerne zugestehe. Wenn ich mich aber heute genöthigt sehe, diese Verwahrung einzulegen, so geschieht es mit Rücksicht auf jene Rede, die gestern der Herr Abgeordnete für Krainburg gehalten hat, weil die mich belehrt hat, daß zuweilen dort, wo überzeugende Argumente fehlen, leidenschaftliche Jnvectiven herhallen (Ä-avo7-reXtrA.' ü'nL»), leidenschaftliche Jnvectiven, welche gebührend zu würdigen ich nur deßhalb Anstand nehme, weil es mir widerstrebt, auf ein Niveau herabzusteigen, auf dem mit den Waffen gekämpft wird, die gestern gegen die Verfassungs-Partei gebraucht worden sind. (Lr-nvaLs/rr-/ürk».) Und, meine Herren, vielleicht handle ich klug, daß ich auf diese Provocauon nicht antworte, denn, wo so viele Leidenschaft sich entwickelt, während doch Gelegenheit und Zeit genug war, die Erregung abzukühlen, dort könnte die Leidenschaft darauf berechnet gewesen sein, wieder Leidenschaft zu erwecken (Li-ai-o ; ich will dieser Versuchung widerstehen. (N-avo / rinL».) Ich gehe nun an die Begründung meiner Ansicht, daß der in Verhandlung stehende Antrag, insoferne er sich auf das Wahlrecht des fioeicomnussarischei, Großgrundbesitzes bezieht, nur mit Zweidrittel-Majorität beschlossen werden kann. Meine Ansicht fußt auf demselben 8- 7 des Grund-gefetzeS über die Reichsvertretung, von welchem Seine Ep cellenz der Herr Ministerpräsident, allerdings ohne ein Wort der Begründung beizufügen, gesagt hat, daß der Wortlaut dieses Paragraphen mit der von uns geäußerten Ansicht in Widerspruch stehe. Der §. 7 lit. den ich nicht vorzulesen brauche, weil mein verehrter fürstlicher Herr Vorredner denselben vorgelesen hat, der tz. 7 stellt vier Wählerclassen auf und setzt zugleich die Zahl der Abgeordneten, welche auf jede dieser Wählerclassen entfallen, fest. Und es ist ganz richtig, daß der Absatz lit. Ü desselben Paragraphen bestimmt, daß die Wählerclassen in Wahlbezirke, beziehungsweise Wahlkörper zerfallen, sowie, daß die Feststellung der Wahlbezirke und Wahllörper der Reichsrathswahlordnung überlassen wird. Wäre also die Ansicht richtig, daß die Gewährung einer selbstständigen Wahlberechtigung an die Besitzer von Fideicommißherrschasten bloß die Bildung eines ukuea WahlkörperS bedeute, danu würde allerdings da« Requisit der Zweidrittel-Majorität entfallen. Um aber zu beweisen, daß es sich nur um neue Wahlkörper handle, hat sich der Herr Berichterstatter gestern auf den §. 7, lit. in dem Sinne berufen, daß dieser Paragraph nur die Wählerclassen aufstellt, die Begriffsbestimmungen aber den Lan-desordnungen überläßt. Insoweit ist die Argumentation richtig. Auch das gebe ich zu, daß die Landesordnung den Begriff des Großgrundbesitzes in der Art feststellt, daß auch der fideicommissarische Großgrundbesitz in dieser Wähler-classe eingeschlossen ist. Aber was intendirt denn der Antrag der Majorität! Er will diesen in der Wählerclaffe des Großgrundbesitzes gegenwärtig eingeschloffenen, einen inte-grirenden Theil dieser Wählerclaffe bildenden sideicommis-sarischen Großgrundbesitz aus der Wählerclaffe ausscheiden und demselben ein selbstständiges Wahlrecht einräumen (S„ «s/ KnL»), und so wenig Jemand leugnen würde, daß z. B. ein Antrag die Wählerclassen b und a in eine Wählerclaffe zu vereinigen, eine Aenderung des Grundgesetzes involvire, eben so wenig können Sie widersprechen, daß, wenn Sie eine bestehende Wählerclaffe derart in zwei Gruppen theilen, daß ihnen nichts gemeinschaftlich bleibt, daß der Qualificationsgrund der Wahlberechtigung bei jeder dieser Gruppen ein verschiedener wird, durch eine solche Theilung zwei neue Wählerclassen gebildet werden. Ha/'ts k'n/cs.) Was ist denn der Begriff einer Wählerclaffe? Z. 7, lit. umfaßt vier Wählerclaffen, in welchen sämnmiche Wahlberechtigte eingeschlossen sind. Die Wählerclassen unterscheiden sich nur dadurch von einander, daß der Grund der Wahlberechtigung, das Erforderlich zur Ausübung des Wahlrechtes bei jeder einzelnen die>er Llaffen ein anderes ist. Es verhallen sich die verschiedenen Lbahlerclassen derart zu einander, daß jede aufstrigende Wahlerclasse gegenüber der nachfolgenden ein, ich möchte sagen stärkeres Wahlrecht, ein größeres Wahlprivilegium besitzt. Können Sie sich nun eine höhere Potenzirung des WahlprivilegluinS denke», als diejenige, die für den fiveicommiffanschen Großgrundbesitz statuirt werden will? Wollen S>e denn nicht sogenannte Wahlkörper schassen, die von einander vollständig verschieden sind ; haben wir denn nicht als Grund für den Antrag gehört, daß man der Blüthe und dem Glanze der AdelS-geschlechter dadurch Rechnung tragen wolle, daß man den fideicommissarischen Großgrundbe>>tz abgesondert für sich wähle» lassen ivrll, wahrscheinlich um ihn von jener Gesellschaft der AUodialgroßgrundbesitzer, welche der Herr Abgeordnete der Josessladt als eine gemischte Gesellschaft bezeichnet hat, zu befreien? Wenn das nicht die Einräumung eines selbstständigen WahlprivilegiumS ist, dann muß ich gestehen, fehlt mir jede« Verständniß für das, was als Wahlprivi-legium gellen kann. Was soll künftighin zwischen diesen bei« den Wählerclassen gemeinschaftlich bleiben ? Sie wählen in getrennten Wahlkörpern, ihnen sind verschiedene Wahlbezirke zugewiesen, der RechlStitel, welcher die Wahlberechtigung begründe!, ist ein verschiedener, bei dem einem der land-tastiche und bei dem anderen der mit dem Fideicommiß-bande behaftete Großgrundbesitz. Vielleicht werven Analogien es Ihnen klarer machen, daß es sich wirklich um die Schaffung zweier neuer Wählerclassen handelt. Würde es Jemand beantragen, daß die Wählerclaffe der Städte in zwei Gruppen gelheilt werden soll, in jene Wahlberechtigten, die über, und jene, die unter 100 fl. Steuern zahlen, würde das nicht die Schaffung zweier neuer Wählerclassen bedeuten? Ober weml Sie m der WLHlergnippe der Handels- und Gewerbekammern die Mitglieder der Handels-section und die der Gewerbes?ct'.on für sich je einen Abgeordneten wählen lassen wollten, würde das auch nicht eine ^Heilung der Wählerclaffe sein? /5ert- /rnmmon -iVsm / — Der Herr Berichterstatter sagt: Neinl Nun, wenn ich ihn mir diesen Grünbelt nicht überzeugen kann, will ich es versuchen, ihm mit seinen eigene« Argumenten beizukommen. (Lört.' das Bedürfnis sich anzuschließen an ein entwickelteres Cultur-volk. DaS schließt die eigene Entwicklung nicht aus; denn so wie der Baum, der die Nahrung in sich aus dem Boden aufsaugt, sie dann seiner individuellen Eigenart assimilirt, so ist es auch mit dem Bildungsstoffe, der einer Nation zugeführt wird. Wenn sie lebensfähig ist, wird sie das Recipirte auch zu eigenem Fleisch und Blut verarbeiten. Aber wenn die Czechen diese hohe Culturstufe unter deutschem Einfluß erreicht haben, ohne ihre nationale Eigenart einzubiißen, dann entziehen Sie diesen wohlthätigen Einfluß nicht anderen aufstrebenden Nationen unseres großen Vaterlandes. Die deutsche Nation hat demnach in Oesterreich noch eine Culturmission zu erfüllen, eine Mission deren Bedeutung am besten Diejenigen zu würdigen wissen, die in nicht geringerer Sorge um ihre nationale Eigenart zwischen den beiden Eventualitäten zu wählen haben, ob slavisirt oder nichigermanisirt zu werden. Wir in unserer Heimat leben schon hundert Jahre in Verbindung mit den Deutschen, und doch kenne ich im Lande nicht eine Familie, die germanisirt worden wäre. Ueberall finde ich aber Verständniß, finde ich Liebe, finde ich Werthschätzung für die Culturaufgabeu des deutschen Volksstammes. (Lsr/a/? Ich bin deßhalb überzeugt, daß bei fortschreitender Slavisirung alle nichtflavischen Elemente sich nothwendig wieder an die Deutschen anschließen, und sie in dem Bestreben, die alte Position wieder einzunehmen, redlich unterstützen werden. Ich bin endlich überzeugt, auch ein anderer alter Bundesgenosse werde sich wieder einfinden, denn die Polen haben eine zu alte Cultur, eine zu individuelle Eigenart, sie haben eine zu reiche Geschichte, als daß sie sich in die — wie soll ich sagen — neuslavischen Zukunftspläne gerne verwickeln lassen sollten. , Meine Herren! Wir erblicken Gefahren; die Regierung sieht sie allerdings nicht. Die Regierung — ich will gerecht gegen sie sein — ich kann und will nicht annehmen, daß die Regierung geradezu die Absicht habe, eine slavische Majorität schaffen zu wollen, das nicht; sie will aber die liberale, die deutsche Partei in Minderheit bringen, weil sie denkt, daß. wenn alle Parteisractionen namhaft geschwächt sind, dann der Einfluß der Regierung steigen werde. Sie möchte ein geschlechtsloses Parlament Laben (//süsr-Lsi't,— indem es zwar keine führende Nation, wohl aber eine führende Regierung gibt. Aber die Regierung täuscht sich; jeder zollbreit Macht, welcher dieser (kr'nLs») Seite des hohen Hauses abgerungen wird, kommt den na- tionalen Fractionen, den slavischen, zu Statten. Meine Herren! Der Pfiffige Plan ist noch nicht erfunden worden, nach dem man für die Dauer Partei gegen Partei ausspielen kann. Man wird vielleicht auf unser Schicksal Hinweisen nnd sagen: Die waren zu stolz, um sich gegen ihre Gegner durch die Regierung ausspielen zu lassen; man läßt sie dafür büßen. Aber wir bereuen e§, meine Herren, nicht; denn es ist ein stolzes Bewußtsein, selbst in drückenden und schweren Zeiten seiner Ueberzengnng treu geblieben zn sein. < ööi/aU ir'nk«.) Und wenn man auf der rechten Seite davon gesprochen hat, daß wir ängstlich geworden sind, so täuscht man sich. LnLs.) So tief mein Glaube an die Zukunft Oesterreichs im Herzen wurzelt, so fest steht auch meine Ueberzengnng daß bessere Tage für die Verfassungspartei wieder kommen werden, wieder kommen müssen im Interesse dieses Staates. »-ec/rt«.) Sie müssen wieder kommen, so wahr die historische Erfahrung lehrt, daß der Fortschritt zwar allerdings in gebrochenen Linien vorschreitet, daß er mannigfach gehemmt werden kann, daß jedoch wenn die Entwickelung nicht gewaltsam unterbrochen wird, jene Idee siegen muß, welche diesen Staat geschaffen und bisher entwickelt hat. (ä's/r,- Die Frage ist nur, ob man den Staate nicht zu viel zumnthet, ob man ihn nicht Experimenten aussetzt, welche eine bedenkliche Krise herbeisühren können. (-6'«/«- Denn, meine Herren, so viel ich die Verhältnisse kenne, eine Gefahr besteht gegenwärtig nicht; per Patriotismus, die Liebe und Anhänglichkeit zu Oesterreich wurzeln im deutschen Volksstamme noch sehr tief, er ist sich noch dessen bewußt, daß er in diesein Staate eine Mission zu erfüllen hat. Wenn Sie ihn an dieser Mission irre machen, die eingelebten Ueber-zengnngen der Gegenwart werden, dadurch nicht beirrt werden, welche Gedanken aber in der nachwachsenden Generation anfkeimen könnten, das sollte sich die hohe Regierung bei Zeiten klarmachen. (^»«vo / Die Saaten, welche jetzt bestellt werden, schießen nicht über Nacht in die Halme. Ein kluger Staatsmann sieht ein bischen weiter hinaus, soll über jene Lage hinaussehen, während deren da? Portefeuille seinen Händen anvertraut ist. Mit dieser Warnung, die ja wie jede Warnung, ungerne gehört wird, mit dieser Warnung, die ich nur erhoben habe, um meinen Gewissen Genüge zu thun, bitte ich, gegen den Antrag des Ausschusses zu votireu. Zsr/crÄ Link». — ivrici von r-rÄe» KsiVen