Pr»i»strI>«d»ri. Ein Monat . 4V K. Vierteljährig 1 fl. 2V „ Halbjährig 2 „ 40 „ Ganzjährig 4 „ 60 ^ » Mit Postottsn»»». Ein Monat . KV kr. Vierteljährig 1 „ bv „ Halbjährig . S „ — „ Ganzjährig. 6 „ — „ Einzelne Nummern 6 kr. ^ 4« Gorrespondml Iisertiiiigedthr« Die viermal gespaltene Druckzeile wird bei einmaliger Einschaltung bei zweimaliger ^bei dreimaliger Kreuzern berechnet. jeden Sonn-tag und Donnerstag in je Einem halben Bogen (die Beilagen unge-rechnet). Donnerstag den RA. Vngnst RSSS Der nat«r«tfsenschaftltche Unterricht i« Haus ««d Schule. I. (A.- Zählt man die Schaaren der Knaben, welche alljährlich, vom ersten Schmelzen der win-terlichen Schneedecke bis zur Zeit, wo das letzte verailbte Blatt zur Erde fällt, mit der Botanisir-büchse am Rücken oder dem Schmetterlingsnetze in. der Hand unermüdlich Feld und Busch durch-stöbern und triumphiren, wenn sie erster? wohlgefüllt nach Hause bringen, oder wenn ein seltenes Prachtexemplar für ihrr Lepidopterensammlung an der am Hute gestehen Nadel zappelt; - weiß man wieder, wie mancher Knabe fast knickerisch fein' Taschengeld spart und es, statt zum Ankaufe einer Leckerei, zur Anschaffung einer Eisenblüthe oder irgend eines anderen seiner Sammlung noch abgängigen Minerals zu verwenden; - so sollte man meinen, es müßte schon eine ganze Genera-tion junger Naturforscher vorhanden sein, deren früher kindische Bestrebungen fich später imter der Leitung der Lehrer zu ernsten Studien nmaewan-delt haben, denen fie fich nach dem Interesse, mit welchem sie sich schon als Knaben ^edem Natur-produete zuwandten, nun als Jünglinge mit wahrem Feuereifer ergeben, um einst ln diesem Fache Bedeutendes zu leisten. Weitgefehlt; - kaum ist der Knabe ins Jünglingsalter getreten und in eine höhere Gymnasialclaffe aufgenommen, so sieht er mit voller Verachtung auf jene Spielereien zurück, wie er nun das Sammeln und Trocknen von Pflanzen, das Spießen von Käfern und Schmetterlingen nennt und erklärt, er treibe jcht höhere, nämlich humanistische Studien, eine Anschauung, die ihm zumeist von den Lehrern selbst eingeimpft wird. Merkwürdige Begriffsverwirrung, die mit dem Worte humanistisch so gerne etwas bezeichnen möchte, was höher als vie Natur, mit letzterer in gar keinem Zusammenhang steht! Stammt denn dieses so oft mißbrauchte Wort nicht von domo (Mensch) und möchte man etwa gar die Krone der Organismen, den Menschen, aus der Natur hinausspielen, it»n einer strebenden Äugend, statt ewigen Naturgesetzen unterworfen, lieber als ein wesenloses Ding tiin° stellen, welches durch philosophische Termine regiert freilich endlich einem allgemeinen Naturgesetze sich fügen muß, dem Tode, jenem Gesetze, das noch keiner der sogenannten Humanisten umzuwerfen im Stande war. Nicht als Eiferer gegen iene Studien wollen wir hier auftreten, die bis jetzt ausschließlich als humanistische bezeichnet werden, wie Geschichte, Philosophie. Philologie u. s. w. - nein, aber die Behauptung dürfen wir wagen, daß ohne Ber-ständniß der Natur und ihrer Gesetze die Auffassung jeder dieser Wissenschaften nur lückenhaft sein kann und daß die großen Fortschritte, deren sich dieselben in unserem Jahrliunderte erfreuen, eben hauptsäihlich eine Folge sind von dem riesenhaften Aufschwünge der Naturwissenschaft in unse-rem Jahrhunderte; - auch wollen wir nicht verkennen. daß gerade in unserem Staate für die Pflege der Naturlvissenschaft Vieles geschieht, aber über die Art und Weise dieser Pflege im Hause, !n den Volks- und Mittelschulen wollen wir uns einige Bemerkungen gestatten. " Den ersten Unterricht in der Raturgeschichte erhält das Kind von der Natur selbst; - Wiese und Wald. Berg und Bach, das blaue Himmelsgewölbe, zu dem es emporsieht, wie der Kiesel, den es spielend vom Boden aufhebt, sind seine Lehrer; für jede der unzähligen Naturerscheinungen bringt es Empfänglichkeit mit. jede derselben ist ihm eine Fundgrube unzähliger Fragen. Vernünftige Eltern erfreuen sich an dieser Geistesrichtung, ihrer Spröß-linge und suchen stets in dieser Richtung anregend einzuwirken, ihr richtiges Gefühl läßt sie bedauern in ihrer Jugend noch so gar wenig.von Naturwissenschaften erfahren zu haben, indem fie wohl einsehen, daß die große geistige Entwicklung der Jetztzeit zum großen Theile auf den Fortschritten in denselben beruhen; sie sehen mit Behagen, wie ihre Kinder bald Wald und Feld durchstreifen, um ihre Samm-lungen zu bereichern, täglich etwas ihnen Neues aufzufinden und kennen zu lernen. Doch mit dieser ersten Art naturwissenschaftlichen Unterrichtes, den Selbstunterricht im Spiele möchten wir ihn Cillier Genrebilder. Nach der Natur skizzirt von Cornelius Born. IV. In kleinen Orten ist durch den steten Verkehr mit denselben Personen dem Geselligen Gelegenheit geboten, bald einen sympathischen Kreis zu finden und auch ich fühlte mich ungeachtet meines noch kurzen Aufenthaltes schon heimisch in Cilli. Das VergnüaungSrepertoire wußte mein sanguinischer Freund Carl mit folgenden Worten zu schildern: „Wir haben ein durch seine distin-guirten Mitglieder ausgezeichnetes Casino mit famoser Liedertafel, unterhaltenden Tombola s und feinen Bällen, - wir haben eine auserlesene Leihbibliothek, naturwissenschaftliche Vorlesungen für gebildete und ungebildete Damen, ein Wachsfigu-reneabinet und ein Theater, in welchem jedoch gegenwärtig nicht gespielt wird. Als ich mein lebhaftes Vedauern über den verwaisten Muscll-tcmpel mit dem Beifügen kundgab, es lvare wünschenswerth, eine der ambulanten Künstlerge-sellschasten für die Saison zu aequiriren, hüpfte ein tleinrs Männchen, ein Bekannter Karls, also-gleich mit den Worten l)erbci: „Wäre im höchsten Grade überflüssig Schätzbarster! Cilli ist ol»ntdies ein Schaupla^ auf dessen Brettern das beliebte Stü^: „das Fest der Handwerker" durch dreiliun-dert fünfundftchzig Tage i>n Jahre iviederliolt wird." Diesen Witz belächelte der Kleine sclbstge- fällig und schien aeneigt, mehreres in diesem Genre zu leisten. Die subtile Gestalt mit dem Frauengesichte hatte etlvas Einnehmendes an sich, blos jene Körpertheile, »velche in der Waidmanns-spräche mit dem Ausdrucke „Löffel" bezeichnet werden, waren unmäßig allsgebildet und schienen an den Rückseiten mit Stiefelivichse angeschmiert zu sein, was wahrscheinlich daher rührte, weil das Hüpfmännchen seinem schimmligen, kurzgeschorenen Haartvuchs sammt dem sterilen Boden, dein er entkeimte, von Zeit zu Zeit einen jugendlich schlvar-ttn Anstrich zu geben pflegte. Dazu lvar dem Kleinen eine wunderbare Beredtsamkeit eigen, aus-gezeichnet durch ihren Figurenreichthum, namentlich durch häufige Anwenduilg der Hyperbel; -waren die Schleußen derselben geöffnet, dann blickte er zeitlveise gegen den Himmel, wie ein Huhn, das getrullken hat. Cr kannte alle Leute und deren Verwandtschaft bis ins fünfte Glied, - die subtilsten Familiengeljeimniße waren ihm geläufig. Im Verlaufe unseres Gespräches tauchte er die handelnden Personen des erlvähnten Theaterstückes in die ätzende Lauge seiller Kritik, lvußte deren „eolossale ttnvcrschämtlicit" gepaart mit „pyramidaler Fanlt»eit" ins rechte Licht zn setzen und war eben im schönsten,inge, ans eine Schilderung der CiUier >ssnule und liemi-momle zn übergehen, als ihn Karl mit der Frage, ob er gesonnen sei, der Pi^rtid' Nleffe bt izuwohnen, interpellirte. „Gewiß Schäybarstci-j kti so etlvas darf llnsereiner nicht feklen". w.ir die Antwort, worauf wir uns auf l den Weg machten, während der Geschwätzige in ! Versicherungen fortfuhr, ich wcrde heute Abend bei der Tanzunterhaltung im Casino alles aus eigener Anschauung näher kennen lernen..... Die Parademesse findet um eilf Uhr Vormittags an Sonn- und Feiertage:» statt. Sie unterscheidet sich von der vulgären ?i!esse nicht blos durch die Kürze ihrer Dauer, sondern hauptsächlich dadurch, daß letztere meistens von Leuten der unteren Schichten besucht wird, melcke ihre Andacht verrichten wollen, erstere dagegen von der Elite der Damenwelt als Gelegenheit benütz: wird, sich im höchsten Pompe sehen zu lassen und durch Ezposition lururiöser Kleidungsstücke die Bewunderung der Männerwelt und - lvas noch viel süßer ist - den gelben Neid anderer andächtiger Schwestem zu erwecken. Wie das rauscht und praßelt, wenn man bei der Kirchenthüre eintritt, man läßt den Arm des Herrn Gemahls, - der inzwischen bor der Kirche auf und ab gehen muß, - fahren, man schreitet mit Würde seinem Zperrfipe zu und findet beim Niedersetzen noch Gelegenheit einen flüchtigen Blick dnrch den Schleier nach rückwärts tve^fen. um mit^ Befriedigung bemerken zu können, daß der neue Hut den gewünschten Effect bervorgebracht habe, da man in der That den Brennpunkt sämmtlicher Lorgnetten bildet. Hierauf nimmt man ebenfalls seine Lorgnette zur Hand nnd beginnt, über die Gläser blinzelnd, - da das gesunde Äuge natürlich durch die Gläser nichts sieht - liegt auch schon der Wendepunct dessel-ben. sein Gedeihen oder Verkommen. Hier ists an der Zeit, diese Sammellust zu leiten qnd zu »überwachen, soll sie nicht in eine Sammelwuth ausarten, die statt Wißbegierde oft nur den Keim zur Habgier in ein junges Herz le^t, so daß ihr Zweck schon im voraus verfehlt wird. Noch häufiger tritt als üble Folge einer nicht gehörig geleiteten Sammeleifers auch bei dem strebsamsten Knaben Einseitiakeit auf; - der kleine Sammler zeigt Juteresse für jedes Kraut-lein am Wege, hat aber kein Auge mehr für alles Uebrige, waS ihm die Natur doch in so reichem Maße bietet. Nun kommt endlich noch gar oft ein gewaltiger Uebelstand; ein älterer Herr, sagen wir ein Hausfreund der Familie, der vielleicht ein Herbarium, eine Käfersammlung oder dgl. besitzt, entdeckt mit Lust die Vorliebe des Kleinen si'lr Naturgeschichte, er erklärt den dankbarm Eltern, il)n in seinen Bestrebungen unterstützen zu wollen, nimmt ihn unter seine Fittige und die Erholungsausflüge, die der Knabe jetzt schon stolz Excursiouen nennt, werden nun unter der Leitung eines Sachverständigen unter-nommen. Der nennt ihm den Namen jeder Pssanze, jedes Jnseetes, welches ihm der wißbegierige Zunge zuträgt, er ist stets bereit, denselben ausnierkslnn zu machen auf all' die kleinen Untelschicde, »vclche Art von Art trennen, vergißt aber gewöhnlich etlvas von ihren Beziehungen zu einander, von den gemeinschaftlichen Gesetzen, denen alle Natnrkörper folgen und durch welche sie lvie Glieder eines großen Ganzen erscheinen, zu erzählen und glaubt einen Naturforscher heranzubilden, während er doch nur die Anlagen zu einem Pflanzen- cder Jnseetensammler u. s. w. entwickelt, denl durch das trockene Eintrichtern eines noch unverstandenen Systemes die Freude an der Natur und die Empfänglichkeit dafür selbst verdorben wird. seine Beobachtungen anzustellen, »vobei man nicht unterläßt, häufig nach einer gewissen Richtung zu schauen, wo ein gewißer Jemand mit blendend weißem Rocke und gewichstem Schnurbart sicher zu finden ist. Inzwischen hat sich vor dem der Kirche Menüberliegenden Caföhause die fashio» nable Männerwelt in kleinen Gruppen versammelt, um die heimkehrenden Schönheiten defiliren zu lassen. Zu unserer Nähe beliebt es einigen Dandys ihren Standort zu wählen und uns den Genuß zu verschaffen, ihre witzsprühenden Glossen über Vorübergehende, begleitet von Gesten vor-nehmer Ungenirtheit hören und sehen zu können. Jeder sucht sich durch etwas Extravagantes bemerkbar zu machen. Einer producirt die »ach tagelangen Proben vor dem Spiegel erworbene Fertigkeit, ein Stilckchcn Glas in der Augenhöhle eingeklemmt zu erhalten, - ein Zweiter, dem dieS nicht gelingen wollte, verziert seinen Nasenhöcker mit einer Brille, ähnlich jenen, welche unsere Großmütter beim Lesen aufzusetzen pflegen und ein Anderer, der mehrere Wochen zu Kanischa in Kondition stand, findet es gut, oder muß es für gut finden, den interessanten Magyaren zu spielen. Den komischesten Eindruck macht jedoch jener mit verdächte orientalischem Gesichte, der im Jargon der Wiener Fiaker das Wort führt und den Mangel eines warmen Ueberrockes durch einen ellenlangen Wollshawl zu ersetzen sucht, welcher in phantasiereichen Windungen um Hals und Schulter gewunden ist und ihm daS Aussehen eines - die Naturgeschichte der Riesenschlange vortragenden Menagerie-ExplieatorS gibt. Die Messe ist nach einer kleinen Biertelstunde beendet. Wie aus Flora's Füllhorn ist der Kir-chenplatz plötzlich überschüttet. Die steife AnftandS-da«e, in schweren Seidenstoff und Zobel gehüllt, schreitet gemessenen Schrittes einher, die häufig Laibach Ks. 10. August. (Zusammenkunft der Slbvenen in Veldes. - 2. Heft der Ge-schichte Krain's. - Ernte.) Auch Heuer wird am Großfrauentag (15. d. M.) eine festliche Zufammenkuuft der Slovenen im reizen-den Veldes stattfinden. Das Arrangement für das gesellige Vergnügen wird der phantasiereiche Dichter und Advoeat von Radmannsdorf, Dr. Lovro Toman leiten. Man wird Schiffahrten über den See unternehmen, nationale Lieder sin-gen und in einem Festmahl wird die gesellige Zusammenkunft ihren eoneentrirten Ausdruck fin-den. Selbstverständlich werden auch Reden ^hal-ten werden. Gegenwärtig sind 80 bis 10V Gäste in Veldes uud die Neugierde dürfte deren noch mehrere hinauflocken, indem es daselbst am be-zeichneten Tage gewiß lebhaft zugehen wird. Das zweite Heft der Geschichte Krain's von Peter v. Radies ist erschienen. Den bis-herigen Inhalt bildet eine kulturgeschichtliche Ein-leitung uud die Urgeschichte. Diese Arbeit weist den sonderbaren Dualismus auf, daß sie einerseits eine scharf betonte deutsche Tendenz an der Stirne trägt, andererseits auf den slovenisch'tendenziösen linguistischen Forschungen Terstenjak's fnßt, welche schon durch Knabl in Graz heftig bekämpft wurden. * Die Berichte verschiedener Blätter über un-günstige Ernten sind unrichtig und können nur einen einseitigen unlauteren Grund haben. Große Quantitäten von Heu sind von hier bereits nach Triest geivandert; das Obst ist nur strichweise, wo der Frost des Frühjahrs wirkte, nicht gera-then; der Wein soll in den unteren Gegenden sowohl qualitativ als quantitativ vortrefflich stehen. Sonst sehnt man sich allgemein nach einem dauernden und ausgiebigen Regen. k'. 18. August. Die todte Saison, oder wie die Berliner sagen „die Saurejurkenzeit" ist * Mit vollem Recht. D. R. an sie gerichteten Grüße mit kaltem Kopfnicken erwiedernd, wobei sie bemüht ist, die Nasenspitze nach Möglichkeit in die Höhe, die Mundwinkeln jedoch nach der entgegengesetzten Richtung zu zieheu. Daneben schlupft oie schwarzäugige Ko-rette mit dem CzikoShütchen geschmeidig wie ein Aal durch die Menge und spendet verschwenderisch schelmische Blicke und aufmunterndes Lächeln nach allen Seiten, während die blonde sittsame Maid gesenkten Blickes einen weiten llmweg einschlägt, um dem zudringlichen Dandygruße ansznweichen. Ununterbrochen strömen neue Menschenmengen nach, du hast nicht Augen genug, um Alles übersehen zu können. Endlich hat sich gefunden, was zusammengehört, - auch von den Dandy s beglei-tet jeder sein Gretchen nach Hause. Erst nachdem sich der profane Menschenhaufe verlaufen, erscheint die höchste Aristokratie an der Kirchenpforte und mht heimwärts, den Rest des Kehrichts, den der Plebs mit den langen Kleidern nicht mitgenommen, mit seinen noch längeren Schleppen auf's sorgfältigste auflesend. Nun ist der Platz wie ausgestorben, blos dann und wann wird die feierliche Sabbathstille von dem Säbel-geklirre eines jugendlichen Kriegers unterbrochen, der - zum Essen geht. - « Die ttansparente Uhr am ehemaligen Rathhausgebäude zeigte einige Minuten über Acht, als wir in den Easinoloealitäten eintraten. War auch der Anfang präeise um acht Uh^r festgesetzt, so sah es hier dennoch nicht besser aus, als am ersten Schöpfungstage auf Himmel und Erde. Auf mein Erstaunen hierüber erklärte mein Freund, die Casino-Direction habe wenig Lust, die theuren Millykerzen zur alleinigen Belustigung der vier Wände brennen zu lasten, indem es sich häufig ereigne, daß, da keine der tanzlustigen Damen die bei uns eingekehrt und mit ihr ein allgemeiner Gtoffmangel für Ihren Correspondenten. Die Stadt Laibach ist halb verödet, denn mit dem Sinft^en des Sommers, d. h. mit dem Beginn der eigentlichen Sommertage, zu denen nur die letzte Woche deS Juli und der August bis letzten Sonntag zu zählen sind, weil eS vorher stets kühl war. find alle jene, welche Zeit und Geld haben, auf's Land oder auf meW gegangen. An an-mnthigen Orten, die zur Vlllegiatur wie geschaffen sind, hat Krain keinen Mangel; sie sind jetzt alle überfüllt. In dem Alpenftädtchen Stein am Fuße der Karawanken ist keine Wohnung mehr ju haben; ein Zimmer wird mit 20—25 fl. pr. Monat bezahlt. Diese Preise find enorm, wenn man bedenkt, daß Äein seinen Somme^ästen gar nichts zu bieten hat, als sein frisches Wasser und seine aesunde. appetiter^ende Lust. Wer hieher geht, darf keine hohen Ansprüche auf Komfort machen. Der reizende Badeort Veldes war auch bis Eude Juli fthr schwach besucht; jetzt sind fast alle LoaiS vergeben und herrscht hier auch noch keine Ueverfüllung, so ist eS doch schwer, eine passende Wohnung zu finden. Auch uach Veldes könnte etwas mehr Comfort gebracht werden, er würde nicht schaden, denn in einzelnen Gasthöfen Herr-schen noch gewisse primitive Zustände, die dem Einheimischen genügen, dem Fremden jedoch, der an Komfort und moderne Zustände gewöhnt ist, nicht behagen. Er wird zwar dafür durch die reizendste Landschaft mit dem See (tiol jesoro, weißer See) entschädigt, aber wünschenswerth bleibt eine moderne Richtung dennoch, zumal fie eben nicht theurer ist. Nächsten Freitag, also am Tage Maria-Himmelfahrt, werden sich die Slovenen wieder in Veldes versammeln, wie eS schon im vorigen Jahre von Dr. Toman vorgeschlagen wurde. Bei der ersten Versammlung inl vorigen Jahre war die Zahl der Theilnehmer sehr gering, was zu aller-lei Gespötte Anlaß gab. Ob Heuer mehr erschei- ' Erste erscheinen wolle, die Unterhaltnng oft ein bis zwei Stunden später beginne; - es sei sogar Sitte, - fügte er bei, - daß kluge Damen ver-traute Dienftmädchen zur Erforschung des Terrains zu entsenden pflegen und daß die - ungeachtet aller Vorsichtsmaßregeln zuerst Anaekommenen sich im Garderobezimmer an ihrer Toilette so lange zu schaffen machen, bis ihre Zahl durch Nachkömm-linge zu einem Fähnlein herangewachsen ist. wel-ches mit einer herzhaften Anführerin an der Spitze, den Einzug in Terpsichorens Tempel un. ternimmt. Während die Illumination des Tanz-stilons stattfand, legten wir in einem düsteren Nebengemache mit einem Glase „Ministerbier'^ und einer pieanten Kleinigkeit „Grund", wie sich mein Freund ausdrückte. Der Salon mit seinen ziegelfarbigen Schilden an den Wänden und den Säulen in der Mitte erinnett unwillkürlich an einen jener Rittersäle des Mittelalters „wo sich die vermummten Mitglieder der h. Nehme um die zwölfte Mitternachtstunde zu versammeln pflegten." Meine Phantasie versetzte mich in den Saal der Wartburg im zweiten Act des „Tann-Häuser". Die Rolle des Landgrafen Purzl über-nehmend - postirte ich mich auf einen erhöhten Sitz und ließ Carl'n als Nichte Elisabeth an mei-ner Linken Platz nehmen. Eines that mir jetzt leid, die eintretenden Frawen und Fraweleins mit ihren Gewändem wie aus Duft und Nebel l gewoben, nicht nach altdeutscher Sitte wie mein !andgräflicher Vorgänger bewillkommnen »u dürfen. DaS Gewerbe, überladen reich aber geschmacklos gekleidet, - die Industrie einfach, leich t und eleaant -hielten jetzt ihren Einzug; - hierauf folaten scharf-blickende Mütter mit einer Auswahl heiratSfähi-aer Töchter, dann die Ritter von der Feder und von der Elle - aufs Sorgfältigste lierausgeschniegelt pomadisirt und parfümitt; - der Chor büßender nen werden, ist noch ungewiß. Wie man der „Laib. Zia." aus RadmannSdorf schreibt, ist am vorigen Sonntag in den Alpen ein so starker Schnee gefallen, daß die dadurch und durch eine heftige Bora entstandene Külte mehrne Kühe verenden machte. Als Nachtrag zu meinem Bericht über die hier beim Bau eines Hauses ausgegrabenen Ge-rippe muß ich noch erzählen, daß man noch ein sechstes Gerippe fand, daS aber in einem mit Ziegeln vermauerten Grabe lag. ferner fand man dabei ein römisches Gefäß ^ampe oder Urne) und einen Ring. WaS diesen Fund betrifft, so ist es evident, daß er auS der Römerzeit stammt, was man bei de» ersten 5 Skeletten nicht behaupten konnte. Es heißt, man habe von Seite des Landesgerichtes Nachforschungen in den Acten gepflogen, aber nichts gefunden, waS auf einen m den 20er Iahren begangenen Mord deute. Der Staatsanwalt soll es abgelehnt haben, zu interveniren. Es würde wahrscheinlich auch wenig genützt haben. Nächsten Montag den 17. und 18. d. M. veranstaltet unsere SchüKengesellschast ein großes Festschießen auf bewegliche und unbewegliche Scheiben zur Feier des allerhöchsten Geburtsfestes. PraHberg. -z,- 8. August. Auf Wanderfüßen begrüßte ich, von der „freundlichen" Celeja auf eine Zeit mich lossagend, das nicht runder freundliche Praßberg und beeile mich, Ihnen über.die ersten hier empfangenen Eindrücke zu berichten. Denn nicht leicht ist jemand zu einem kompetenten Ur-theile über den Charakter einer Ort- oder Land« schaft mehr berechtigt, als der Reisende, der mit voller Unbefangenheit ein Stück Erde zum erstenmale betritt, zu dessen Bewußtsein also Alles, was er sieht und hört, mit dem lauten, vernehmbaren Tone der Neuheit redet und der zugleich Staatshämmorrhoidariuse; - die schüchtern um sich blickenden Jünglinge, die sich höflichst ent-schuldigen, wenn man ihnen auf den Fuß tritt;-ferner couponabschneidende Rentiers uDd Priva-tiers - endlich die Herren mit sinstern Gesichts« zügen, Brillen und langen Haaren, - um etwas noch Längeres zu verbergen - und die tanzlusti-aen Marssöhne gewohnt, - im Salon wie auf dem Felde Eroberungen zu machen, wozu hier ein strategisch günstiger Boden zu sein schien, indem nach Hyperbclmünttchens Versicherungen die Cillier Neugeborncn schon mit der Muttermilch Sympathie für „zweierlei Tuch'' einsaugen sollen. In Berücffichtigung dieser Naturanlage muß der weib-liche Theil derselben vollkommen entschuldigt wer-den, wenn der schwarze Frack in seinen schönen Aeuglcin eine bemitleideuswerthe Nolle spielt und erst in jener gewissen Altersstufe zur Geltung kommt, wo der vom stralilenden Weiß überreitzte Sehnerv begierig das wohlthnende Dunkel sucht. Auch die Sänger sind nach und nach erschienen,-Tannhäuser seinen langen Schnurbart streichend, Wolfram von Eschenbach, Walter von der Vogelweide und die andern „Minneliederlichen." Die Musikkapelle im Vorhause hatte bereits die kuhreigenartige mit Vogelgezwitscher ausge« putzte Jntroduction eines ur^emüthlichen Walzers begonnen, als nochmals belde Flügelthüren auf-gerissen werden, um einer Dame den Eintritt zu ermöglichen, deren Erscheinung mir die Anekdote von einer Frau, die so fett gewesen sein soll, daß man nach ihrem Anblicke stets ein Gläschen Kümmel trinken mußte, aufs lebhafteste inS Ge-dächtniß zurückrief und gleichsam, um das Groß-artige durch den Kontrast zum Monströsen zu steigern, erscheint hinter der wandelnden Molluske ein Männlein, das aussieht wie Jonas, als sich seiner der Wallfisch nach dreitägigen Indigestionen an seinen anderweitig gesammelten Erfahrungen hinreichende Anknüpfungspunkte der Vergleichung vorfindet. Trennte ich mich auch von Cilli, so blieb ich dennoch der Sann getteu. Dieser Fluß, wel-cher wie ein glänzender Silberstreifen daS Sann-thül durchzieht, ist gleichsam die Seele dieser wei-ten, freundlichen Landschaft. Die umgebenden Bergketten, in vielfach abgestufter Höhe hinter-einander gelagert, bilden die Coulissen deS reizen-den Panoramas, wozu die majestätisch empor-steigenden Sulzbacher Alpen den Hintergrund bilden. Hat man von Cilli aus den wenn auch schönen, so doch einsörmigen Anblick dieses Natur-theaterS, so kam eS mir, als wir die Sann bei Lettusch zum zweitenmale überschritten, vor, als ob wir uns hinter den Coulissen dieses Theaters befänden, wo die Bergdecorationen von allen Seiten in einem reizenden Dnrcheinander angehäuft sind und wo jeder Schritt weiter eine neue Ansicht darbietet. Auf einem der schönsten Puncte, wo sich die Berge von allen Seiten um die Sann herumdrängen, ohne jedoch dem Feldbau die Ebene ganz zu beneMen, liegt der Markt Praß-berg, das vorläufige Hauptquartier JhreS Korrespondenten. Wo das Auge sich hinwendet, laden Berge, Wälder, Schluchten, Schlösser, Weingärten zum Spaziergange ein, denn selbst der Wein stock ist hier heimisch und hat die sonnigsten Pun^ der Berglandschaft oecupirt. Die GipfelpunW der Berge und deren malerischeste Plätzchen trahen, wie es in Untersteier überhaupt Sitte ist, Kirch-lein, welche insgesammt gut erhalten werden und als decorativer Schmuck dem Tonristen in die Augen fallen. So geschiel)t es, daß alle Aus-flüge sich zu eigentlichen Wallfahrten umgestalten. Obwohl Praßberg nach barometrischen Höhenmessungen nur beiläufig 400 Schuh höhet liegt als Cilli, so ist die Lust hier ungleich ftischer, ohne jedoch noch rauh zu sein; das überall reichlich vorhandene Wasser ist vortrefflich. Am Markt- entledigte. Der Reigen hat begonnen, die Tanzenden mit Mienen seliger Verklärung beschreiben, indem sie sich taktmäßig um ihre eigene Achse drehen - eine Elipse, deren Mittelpnnet von einem Häuflein kühldenkender Heren gebildet wird, welche es vorziehen, statt sich unnützer Weise zu echauffiren und ihre Toilette in Unordnung zu bringen, den stillen Beobachter zu spielen. Carl und ich gehören ebenfalls zu jenen Bequemlichkeit liebenden Egoisten, deren Grundsätze weder die strafenden Blicke entrüsteter Mi^tter und Tanten, noch die stille Verachtung naiver und senti-mentaler Töchter zunl Wanken zu bringen vermögen. Unter den Tanzenden bemerken wir mehrere bekannte Dandys von heute Morgen, auch der Riesenschlangenbändiger hat für diesen Abend bei einem Schneider einen Frack ansge-pumpt und leistet Erstaunliches im Gliederverenken. Die Tanzordnung, ti'elche sich seit einem Säeulum auf eine Variation von: Walzer, Polka. Quadrille und Galopp beschrankte, hat erst in neuer-ster Zeit die beliebte „Polka tremblante" ausgenommen;' allein der „Reichsauadrille" und dem feinen Tanze die anderenorts bereits jahrelang im Schwünge find, hat noch kein herum-ziehender Tanzmeister Eingang verschafft. (Schluß folgt). Em Schreiben des Graft« Erasmus Tatten-bach an den Magistrat der Stadt Marburg. Wer kennt nicht Tattenbach, den unseligen Theilnehmer an der ungarischen Magnatenverschwörung der Jahre 1.668 — 1L70, die-sen ebenso eitlen alS beschränkten Güterherrn und hohen Würdenträger der Steiermark, > verfallen Platze ist ein geschlossener, mit einem Steinbassin versehener öffentlicher Brunnen, der allein Werth wäre, Praßberg zu einem „Brunnenort" zu ma-chen uud Mar um so mehr, da die nahe vorbeifließende Sann ein, wenn auch kälteres, als in Cilli, so doch sehr gesundes Baden gestattet. ES gibt hier auch Badehütten. Der Markt selbst imponirt durch seine statt-lichen Neubauten und durch die außerordentliche Baulust, die man hier nicht suchen würde. Es gibt nur wenig alte Häuser. Die Neubauten zeichnen sich durch Solidität und Geschmack aus. Das moderne Uebel der Wohnuugsuoth, welches längst der Schienenwege kauert und besonders die Städte heimsucht, ist hier noch gänzlich unbekannt. Wenn die Bürger dessen ungeachtet imposante Wohnhäuser sich bauen, ohne auf Mietl)parteien zu rechnen, so ist dies eines jener Zeichen ge-werbSfleißiger Opulenz, die uns l)ier vielfach entgegentreten. U Praßb^ ist nämlich Mittelpuuct des Holzhandels und der Floßschiffahrt. Das Holz wächst hier auf, wird auf deu zahlreichen Wassersäaen verarbeitet und die Sann abwärts auf Flössen, die bis Orsova fahren, verführt. In neuester Zeit hat sich die hiesige Holzindustrie eines neuen Ztveiges bemächtigt, seit der hierortige Nealitäten-besitzer, Holzhändler und emeritirte Bürgermeister Herr Lippold die Lieferung von ärarischen Munitionskisten für die neuartigen Hohlge-schösse der gezogenen Kanonen üliernalM. Diese Geschosse, weil sie einen Bleimantel tragen, tyerden nämlich nicht offen, sondern in sorgfältig gearbeiteten Kistchen transportirt. 24t)0 solcher Kistchen hat Herr Lippold dem Militärärar bereits abgeliefert und in kurz gesteckter Frist werden me!)r als 6000 noch nachfolgen. Daß ein solcher Industriezweig manche Hand beschäftigen, mancher Familie Nahrung geben muß, ist leicht zu begreifen. Weniger begreiflich bleibt es für uns, lvie ein Markt von so großer Rührigkeit und Opulenz dem gleichen Schicksale lvie Andreas Baumkircher, soust jedoch ein Kehrbild zu diesem Manne der oftbewährten Treue und rettenden That? Das Johanneumarchiv bewahrt in seinen Acten die Abschrist eines Briefes vom 9. Oktober d. I. 1668, worin Graf Tattenbach, als Hausbesitzer, dem Magistrate der Stadt Marburg eine sehr derbe Antwort ans dessen Klagen ertheilt, -Klagen, die sich um die Störung des Stadtfriedens durch des Grafen Haussassen zu Marburg -drehten. Das Schreiben datirt aus einer Zeit, wo Tattenbach bereits nnt dem Haupte der Verschwörung: Peter Zrinyi - jene gefährlichen Verbindungen angeknl'lpst hatte, die ihn in eine Sache Verstrickten, der er am lvenigsten gewachsen war; -es ist mitl)itt nicht unwalirscheinlich, daß die be-wußten Leute des Grafen ancb als Werkzeuge seiner hochverrätherischen Pläne dienen sollten. Bereitete er doch später eine lleberrnmplung und Besitznahme der wichtigsten Plätze llntersteiermarks vor. Sein Inhalt verdient eine tvörtiiche Wieder-gäbe, einmal seines Styles lvegen, fi^r's zweite darum, weil damit auf die häufigen Stadtbrände und die polizeilichen Mafiregeln des damaligen Magistrates ein Streiflicht geworfen wird. „Edler Bester Herr Stadtrichter vnndt Rath. Dero gegen mir vnbedächtlich angezogen pnueti», finde ich vorß Erste ganz vngleich, vorß ander, daß mir einiger Richter noch Rath Maß vorzuschreiben hat: iu memom KetelliKv lei-tde kÄlteu,^LMdt stünde denselben viel rühmlicher vnndt weißlicher an, 8it^ 6en aus ibren 2uvor züUeliev, aucl? bei Ik-reu Vnterxel)eneli besi^ere anstalton maclleten, vnvclt äas? Lxempel auis äem ?Iatx fasteu, vliuu kier aem als? ein Kpie^el ikrer Ukleu runK vor giell netiweu, inmaßen ihnen von (t) Kranichsfeld, 10. August. In den leßten Tagen der vorigen Woche wurde bei dem hiesigen HandelSmanne Botte ein falscher alter Aehnkreuzer Münzschein verausgabt. Es ist der-selbe mit Holzdruck erzeugt und bis auf den unterhalb in der Mitte befindlichen Adler in der Ausführung gelungen zu nennen und scheint 'daS Falsifieat wirklich, wie allgemein vermuthet wird, von dem wegen Creditpapier-Berfälschung verhaf-teten Tischlergesellen M. Tsch. aus Mauerbach herzurühren.__ (p) Hohenmauthen, 5 August Die Bewohner unseres OrteS wurden vorgestern früh durch einen Feuerlärm aus dem Schlafe geweckt. In dem Eisenwerke des Herrn W. war auf eine bisher nicht ermittelte Art Feuer ausgebro-chen; selbes griff mit so rasender Schnelle um sich, daß in kurzer Zeit das ganze Gewerk mit allen Einrichtungsstücken ein Raub der Flammen wurde. Der Schaden wird auf mehr als 10000 fl. geschätzt, doch waren zum Glück für den Eigen-thümer alle Gebäulichkeitekf^ assecurirt. Z Wildon, 6. August. 1'/, Uhr Nachmittag» geriet!) gestern das WirthschaftSgebäude de» hiesigen Bürger» Franz Schwarz in Brand und wurde sammt den aufgehäuften Erntevorräthen in Asche gelegt. Durch die thätige Hilseleistuna der Bewohner Wildon's und der guten Leitung der Löschanstalten wlirde es möglich, den Markt vor größerem Brandungliick zu bewahre^ Marburg, 14. August. Montag den 11. August wurde das Andenken an die Geburt des Turnvaters Zahn von der hiesigen Turncrschaft in würdiger und erhebender Weise gefeiert. - Abends gegen 9 Uhr versammelten sich die Turner in Machers großem Saale, welcher mit dem Bildnisse Zahns so»vie mit einer deutschen und der Turnerfahne geziert war. Nachdem die vollen Töne des Turnerwahlspruches verklungen waren, wurde vom pro-! visorischen Sprechwarte Mareo eine Ansprache an die versammelten Turner gerichtet, in welcher er d>S Leben und Wirken Jahns in kurzen Umris-sen treffend schilderte. Als derselbe am Schlüsse seiner Worte mit erhobener Stimme an das mit Grün und Blumen geschmückte Bildniß Jahns hinwies und die Turner zur Uebung männlicher Tugenden, zur glühenden Bater-landsliebe zu einem großen starken Oester-reich, sowie zur Eintracht unter den verschiedenen Stämmen aufforderte, da zeigte sich unter den mit gespannter Aufmerksamkeit horchenden Zuhörern eine erhebende weihevolle Stimmung, welche endlich in den kräftigen Aeeor-den des Turnerliedes beWsterten Ausdruck fand. Der zahlreich vertretene Männergesangsverein erfreute die Gesellschaft gleichfalls mit mehreren, gelunaen und mit großer Frische vorgetragenen Pieeen und so folgte Lied auf Lied - abwechselnd von den Turnern und dem Männergesangsvereine vorgetragen - und die fröhliche Stimmung erreichte ihren Höhepunkt, als Sprecher Marco der alles Schöne und Edle unterstützenden Bürgerschaft Marburgs, sowie jener Männer in einem Trinkspruche gedachte, welche das Aufblühen des junaen Institutes der Turner durch ihren moralischen Einfluß begünstmen. - BegrüßuMs-Telegramme wurden an die Turnvereine von Wien und Graz abgesendet, von welch' ersterem Orte die Antwort noch rechtzeitig eintraf und mit Jubel aufgenommen wurde. - Nicht umhin können wir, unsere Freude über die schucllen Fortschritte der Turner im Gesänge auszudrücken und müssen aus den für die kurze Zeit der Sangesübungen gewiß treffliche^ Leistungen den Schluß ziehen, daß die anerkennenswerthen Bemühungen des rastlosen und umsichtigen Sangwartes Prohaska durch Fleiß und lobenswerthes Streben der mit frischen und kräftigen Stimmen begabten Turner in entspre-chender Weise unterstützt werden. — Anschließend an die bereits gebrachte Nachricht, daß der an der Laibacher Handelslehr-und Erziehungsanstalt durch eine Reihe von Jahren thätig gewesene Lehrer Herr Anton Aufrecht mit so betriebsamer, thätiger Bevölkerung ohne PostVerbindung mit den Knotenpunkten des Weltverkehrs bleiben konnte; wir sagen: konnte, denn daß er es nicht bleiben wird, sind wir überzeugt. Die herrlichste Strasse, der sogar am anderen Sannufer eine Parallelbahn zur Seite geht, verbindet den hiesigen Markt mit Cilli und ein mittelmäßiges Fahrzeug bringt uns in drei Stunden dahin. Dessen ungeachtet besteht hier bisher kein Postamt oder irgend eine Postexpedition, indem die Briefe und Sendungen von einem Boten blos dreimal die Woche hin- und herge-bracht werden. Dieser Umstand wirkt nun allerdings läh-mend auf den Geschäftsbetrieb, denn die Distan-M der Zeit verwandeln sich in Distanzen des Raumes und es ist eben so, als wenn Praßberg von Cilli, Wien. Triest zwei- bis dreimal weiter entfernt wäre. Es erzeugt sich aber auch in Folge dieser Schwerfälligkeit der Postverbindung eine Art künstlicher Abgesperrtheit des Ortes gegen die Strömuugen des modernen Culturlebens, was ln mancher Hinsicht allerdings wohlthätig ist, aber für einen industriellen Ort nicht lange hin heil-sam sein kann. So findet man hier auch die Zeitungen, diese l5ouriere der öffentlichen Meinung, nur spärlich vertreten, obwohl Ihr Blatt auch in diesen Bergen Eingang fand. —.40,.--- -8. Nnterpnlsgau, 8. August. Bor wenigen Tagen ist hier in dem Wirtl)schaftsgebäude des Grundbesitzers Samcher - wahrselieinlich durch Unvorsichtigkeit - Feuer ausgebrochen, das ciuch das Wohngebäude des Vorgenannten, dann die Gebäude der Grundbesitzer Franz Wergle^^ und Kaspar Weraniö, sowie das Wirthschastsgeluiude des Herrn Pfarrers Vincenz Nowak einäscherte. Die ganze heurige Fechsung ging dabei mit zu Grunde. Der Schaden ist gegen 12000 fl. veranschlagt. die Asseeuranzsumme beträgt jedoch kaum den vierten Theil dieses Betrages. mir bis dato kein schaden, welcheß auch nach Gott fernech gnädiglich verhüeten wolle, von ihnen aber vnndt durch il)re uachleßigkeiten mir woll schon s>veimall meine beeäe tteisser abKel)rent, vnlit vmd viel tau8ellät AuIeZe» seliacien z^ue-xetÄLKt worden; vveilvn sie esi! nun als vor dillioti erkennen, einer äem anäern äon /.ue^eMeKten Sodaäen ersetzen solle, so bin ich deßen von ihnen anch mit negsten gewertig, biß zuethnung desselben aber, ihre einfältige j-io-testation an den Nagel gehenckht, vndt inmitelß allß allbereit sec^nncliuio Krl^vissime laesus, gegen Sie viel mehrerß protestieret liaben, daß wan ich weitherß durch Sie oder die Ihrige quo-ittolloeuiujne schaden Erleide, solchen l'ey ihnen vnangesehen ihrerß schlechten (Fnl)erno vndt dar-durch schon anzickhenden Verderbnis;, zu ersuchen, der göttlichen Absicht alleß, dem mardur^isellen aber nichts eingebent, verbleibe ich Dero freundlicher Hannß Erasamb Neichsgrass zu Neinstein vnd Tattenbach m.p. Kranigsfelt den 9. 8der ..Denen Edlen vnndt vesten H. Herrn Stadt Richter vndt Rath zn Marburg meinen lieben Herrn zu h^niden." -------.< --- Poesie. Wc'zil - fraqst Du - ist der Dichter L.^eichtgtschilrzte große Menge? Wo^u bral»cht es, um zn leben, Niel der Lieder und Gesänge? Wozu ' frag' ich - ist des Walde» Leicht beschwingter Lüugerchor? Wozu leihst Du fortgerij'sen Seinen Töueu Her; nnd Ohr? Wozu ist die Pracht der Rose Und der Bliimiein bunter Kranz? Wa» vereint fich um die Linde Dort das Zchnittervolk zum Tanz? Was ergießet selbst der Himmel Blasse« Mondlicht üuf die Flur? Was erzählt in dunklen Nächten Stille feiernd die Natur?! » Mond und Sonne müssen wechseln, Hellen Tag und tiefe Nacht -Und das Herz Mliß etwas l)aben. Waö es reich und selig macht. Muß sich fliichten aus den Kämpfen Auö des Lebens l)arter Müh" In das Reich deS Ewigschönen. In den Hafen: » Poesie. Cilli im August 1862. L...r. -- An mein Thal. O du mein Thal, wo stolz im Welleiltanze Dem WaldeSdunkel sich entringt die Drau, Wo Saatengold und Wiesengrün im Thau So lebe?,Hstisch erzal)lt vom Ausgongsglanze. Gelautet von des Vachers Riesenschanze, Die träun>erisch sich dehut in'S stille Blau, -Wann ich in Seiner Morgenpracht dich schau', llnd denke, wie so schon daS große Ganze, Da kann ich Eins um wenigsten erfassen: Wie Menschen mögen dieses Leben hassen, Der ew'getl !^'iebe wundervolles Werde! Nur sie, nur sie, die Lieb- und Gottverlassen Den reichsten Segen wandeln in Beschwerde, Die Hasser nur sind l)üßlich auf der Erde. B. Carneri. Grille«. Muf der grünen Bergeshalde, Aus dem ebnen Felderrain, Auf den Wiesen und im Walde Hörst du oft im Abendschein: Zirp! zirp! zirp! zirp! Wa« die Grillen sagen möchten Unter Halm und Rosenstrauch? In den stillen Sommernächten Mit dem leisen Fliigell)auch? Zirp! zirp! zirp- zirp! Singen sie nun schlummermüde Den Genossen gute Nacht? Oder wird im Abendliede Ihre Liebe angefacht? Zirp! zirp! zirp! zirp! » Kennst ja die Natur der Grillen, Laufen dir vom Kopf zur Brust In den Nächten, in den stillen. Raubend dir die Lebenslust. Zirp! zirp! zirp! zirp! » Ittge sie, wenn sie dich plagen Weg aus des Gemütl)cs Flur. Höre il)rc Fliigel schlagen Auf dem Feld, im Walde nur. Zirp! zirp! zirp! zirp! Ferd. Baron Nast. (Hilarius). . -»«o»-- Mit einer Beiia»,e. der Coneeffion für eine Privat-, Haupt- U«d Un-terrealschule in Marburg erhalten habe, theilen wir noch mit, daß diese Schule durch eine com-mereielk Abtheilung erweitert werden soll. Der hiesige Handelsstand beabsichtigt, diesen - auch in weiteren Kreisen durch seinen Berusseifer be-kannten Lehrer für den sonntägigen Unterricht der Handelslehrlinge Ku gewinnen und dadurch eine Tremial'Hanvelsschule in s Leben zu rufen. Wir wünschen im Interesse der Zugend, daß die Einwohnerschaft unserer nach den verschiedensten Richtungen aufblühenden Stadt dnrch thätige Unterstützung ein Institut fördere, welches jeden-falls einem Bedürfnisse entspricht. Schließlich sei noch erwähnt, daß die Localitäten dieses Institutes (Tertisches HauS, »indischgaffe) in jeder Beziehung entsprechend sind. v.- In der vorigen Woche lieh ein Bieh-Händler aus hiesiger Gegend auf einem Martte in Kroatien einem Bekannten über deffen Srsu chen ö Tulden, welchen Betrag er noch am nämlichen Tage am Rückwege mit einer Fünf-gnlden Bankote zurnckbejahlt erhielt, die er, ohne sie anzusehen in die Tauche steckte und dann in einem Wirthshause in St. Barbara bei Wurm« berg zur Bezahlung einer Zeche verausgabte, laas darauf erschien zu seinem nicht geringen Erstaunen der Witth und produeirte ihm die yünsgulden Banknote, welche sich als falsch er-wies und von dem Viehhändler selbst, der sich vergebens bemüht hatte, den Banknotenfälscher zu ermitteln, dem Gerichte übergeben wurde. Das fragliche galsifieat ist mit Tusch und rother Tinte erzeugt, offenbar mit freier Hand gemacht und geyört unter die geschickteren derattigen Erzeugniffe. Die geaenwärtia in Gra^ befindliche ?dotoN»pdie kansionvs beabsichtigt lm Laufe dieses Monates Marburg zu besuchen und hier die vorzüglichsten Objecte der an pittoresken Natur-schönheiten reichen Kärntnerbahn für ein Album aufnehmen und es dürste während ihres Aufenthaltes auch die photographische Aufnahme von Pei^onen statt finden. Die überraschende Reinheit und Sicherheit in der Ausführung dieser Photographien haben denselben bereits einen solchen Ruf erworben, daß es unnithig erscheint, sie specitll anzurühmen. -u- Am Christi-HimmelfahrtStage wurde in der Stier'schen Schlosserwerkstätte am Kärntner Bahnhofe - wahrscheinlich von einem dort beschäftigten Arbeiter ein (auf 10 fl. bewerthetes) Linstemmschloß entwendet, welches vor kurzer Zeit vom Werkführcr des obigen Etablissements in der Auslage eines hicfigcn Eisenhändlers entdeckt wurde, welcher selbes von einem Arbeiter, der es selbst verfertigt haben wollte, um 2 fl. gekauft ju haben angab. - Man kann nicht umhin, die Warnung auszusprechen, daß sich Geschäftsleute beim Ankauf von Gegenständen, deren Werth offenbar den Kaufpreis übersteigt, wohl in Acht nehmen mögen und das um so mehr, als dem Diebe, wenn fie mit der nothwendigen Vorsicht voraehen, der Berkauf des gestohlenen Gutes so erschwert, wenn nicht unmöglich gemacht wird, daß derselbe in Zukunft weniger leicht verleitet wird, sich am fremden Tute zu vergreifen, nach-dem es ihm klar geworden, daß ihn dessen Ner-wertl)ung zlwerläßig nuf die Anklagebank führen werde. Montag den 11. d. M. wurde bei der Ketten Waschmühle des Hrn. I. Vabliö ein unbekannter männlicher Lcichnanr aufgefunden. -An demselben Tage Abends ist einem Viehhändler ein Ochs scheu geworden und entwichen. Um den weiteren Verfo^ungen auszuweichen, stürzte er sich kühn in die Wellen der Drau und erreichte, ungeachtet daS Wasser sehr hoch ging, bei Pobersch das Ufer, wo er an das Land gezogen wurde. BeilMgO z« N»». 4O. Mittivoch den 13. d. M. wurden hier mehrere Körbe unreifer Zwetschken, welche der ärzt-liche Befund als ungenießbar erkannte - eonfiS-eirt und in die Drau geworfen. Zu den vernunftiaeren Modeliebhabe-reien deS TageS gehören nicht nur Album'S mit photoaraphirten Portraits, sondem auch stereos-kopiscye Ansichten von Städten, Landschaften, Werken der Kunst und Personengruppen. Die hiesige Kunsthandluwg Hrn. Tauchmann's hält eine große Anzahl tresslich angefertigter Stereoskopen aus deutschen, französischen und englischen photographischen Ateliers am Lager, worauf wir Freunde derselbi^, da fie besonders empfehlenS-Werth sind, aufmerksam machen. Der 29jährigc Arbeiter Paul Moretti aus Beluno ist vor einigen Tagen in einem Anfalle von Irrsinn in die Drau gesprungen und spurlos in den Wellen verschwunden. Sein Leich-nam wurde noch nicht aufgefunden. Zur Tagesgeschichte * Wiener Blätter begritßen es al» einen Beweis wahrhaft christlicher Toleranz, daß das Staatsministerium vor wenigen Tagen die Aufnahme eines jüdischen Findlings in das Wiener Aindelhau» anordnete. * In Lemberg erscheint ein neues polnisches Witzblatt, welches in seiner ersten Rummer das delltsche Schiitzenfest verhöhnt. Jedenfalls eine sehr traurige Art, Witze zu machen! ES wurde die Anordnung getroffen, daß bei der Aufnahme von Schillern in die Unterrealschulen Wien s die Zahl von 100 in einem Lehrzimmer nicht ütierschritten werden darf. * ES wurde neuerdings dem k. t. Offiziercorps durch eine strenge Verordnung in Erinnerung gebracht, die Militäruniform bei keiner Gelegenheit mit Civilkleidern zu vertauschen. (Eine tönende Reelame.) Um die Kundschaft anzuziehen, hat ein Pariser Kkidermagazin an seinem Hause eine Uhr anbringen lassen, welche mit einem Glockenspiel versehen ist und jede Viertelstunde Arien aus der „weißen Dame" aufftthrt. * Die unterirdische Eisenbahn, welche einen Theil des westlichen Londons mit der City verbinden soll, steht bis auf die Bollendung der AwischenstationS Vahnl)öfe fix und fertig da. Die neuen Locomotiven, welche ihren Rauch und Vampf selber verzehren, bewähren sich vollkom-men und bei der guten Liiftung und Beleuchtung deS Tun-nels fallen die meisten llnannehmlichteiten der gewöhnlichen unterirdischen Eisenbahnfahrten weg. Die Passagienvagen werden mit Guo beleuchtet. Es soll auf dieser, am 10. Oktober zu eröffnenden Bahn von ö Uhr Morgens bis Mittern.,cht alle 20 Min. ein Aug hin- und zuruckgetien und wird die Kahrtaxe jedenfalls billiger, als die der Omnibusse gestellt sein. Prinz Napoleon ließ sich bei seinem letzten Besuche in alle Details dieses merktviirdigen unter-irdischen Baues einweihen ul»d in Folge seines Berichtes darüber hat der Kaiser bereits angeordnet, daß der Bau einer unterirdischen Bahn in Paris vom Montmartre nach dem Louvre in Angriff genommen werde. * Ein Mann mit sechs Frauen. Nach einer Rotiz in der neuesten Nummer der „Illustrated London-News" ist ein Schneider in Oxford, Will. Ashford, zur Deportation auf steben Jahre verurtheilt worden, weil er mit sechs Frauen, alle noch am Leben, die Che eingegangen ist. Als er seln llrtiieil vernahm, sagte er! „Für jede Krau ein Jahr, so habe icti nach meiner «traszeit also noch eine frei." Erheiternde«^. * Der jüngere Dumas zn Paris wartet noch iinmer aus den allgemein »»erbreiteten Orden der Ehrenlegion, den «a« ihm mit großer Hartnäckigkeit vorenthält. Kürzlich sagte der geistreiche Schriftsteller zum Trafen Morny: „Herr Graf, ich danke Ihnen» daß Sie mich zu Ihrer Soir^ eingeladen haben; aber wenn Sie noch einmal die Aüte haben, ^o dttte ich, mir vorher einen Orden zu verschaffen. Ich habe eine Beleidigung erfahren, der ich jedesmal aus. gesetzt sein würde. Sin vornehmer Fremder, der bemerkte, daß ich allein von der ganzen Gesellschaft nicht deeorirt war, hielt mich für einen von Ihren Leuten und verlangte von mir eine Portion Eis." * Eine amerikanische Zeitung, „Hartfort-Hom. stead," theilt folgendes ergötzliche Gespräch mit, da« ihr Redakteur kürzlich beim Dingen eines Dienstmädchens er-lauschte. Eine Dame, welche ein Dienstmädchen für alles brauchte, wird in daS Sprechzimmer gerufen, um eine Dienstsuchende zu sehen. Biddy (auf dem Sopha fitzend): Ich höre, Sie suchen ein Dienstmädchen. Dame: Sa. Biddy: Haben Sie kaltes und warmes Wasser bequem durch daß ganze HauS geführt? Dame: Ja. Biddy: Ist Ga« in der Küche? Dame: Ja. Biddy: Befinden fich Teppiche im Zimmer des Dienstmädchens? Dame: Ja. Biddy: Haben Sie einen Bedienten, der daS Feuer anmacht und die Schuhe wichst? Dame: DaS Dienstmädchen macht ihr Feuer selbst an und wichst die Schuhe. Biddy: Dies ist recht fatal. Aber Ihr HauS gefüllt mir sonst recht gut, die Küche steht recht bequem aus und ich denke, ich trete ein. Ich erwarte neun Dollars MonatSlohn, da ich nie für weniger arbeite. Dame: Allein ich muß Ihnen eine Frage vorlegen: Können Sie Piano spielen? Biddy: O nein, das weniger, Madame. Dame: Ja, dann kann ich Sie nicht brauchen. * Bon einem Hunde in England wird erzählt, daß er alle Tage die vorbeifahrende Post envartete und die Zeitung, die der Conducteur lierauSwarf, seinem Herrn überbrachte; als dieser letztere ihm aber eines Tages statt des „Mornitlg-Advertiser" auS Versehen den „Morning-Chroniele," ein Blatt von ganz anderer politischer Farbe hinwarf, stch - nachdem er es beschnuppert, enttäuscht und verächtlich davon abwandte. - Man erklärte fich die Sache so, daß die verschiedenen Druckereien eine verschiedene Druckerschwarze gebrauchen und daß der Hund gleich am Geruch erkannte, daß das Blatt nicht daS richtige war. - * Ein sonderbarer HauSwirth. Wie weit die Bornirtheit gewisser HauSlvirthe geht, beweist der Fall, der fich vor tvenigen Tagen, wie der „Adl." meldet, in Dresden zugetragen hat. Ein Beamter besichtiget eine zltr Bermie-chung gestellte Wohnung lind erklärt dem Wirth seinen Wunsch, dieselbe zu beziehen. Er besteht glücklich das scharfe Examen nach Kindern und HauSthieren, ist bereit, die Mieche pränumerando zu entrichten, will selbst einen Mietheontraet unterschreiben und ^laicht endlich, dem strengen Hrn. Wirth Genüge gethan zu haben, als plötzlich derselbe die Frage an ihn richtete: „Sind Sie verfichert?" „„Allerdings!'^" „Dann vermiethe ich an Sic nicht." „„Aber mein Gott, warum den nicht?"" „Weil es mir nicht paßt. Wenn die Leute verfichert find, so gelien sie mit dem Lichte liederlich UN», weil fie beim entstekscndem Brande nichts verlieren können I ich will aber kein Feuer in meinem Hanse lialien." „„Sind Sie denn nicht verfichert?"" „Natürlich, aber ich bin auch trotzdem v^^rfichtig, denn ich l,ätte allein den Scha-den, »Venn das HauS niederbrennt und mir die Miethe verloren geht." Alle Einwendungen, alle Pernunftgründe waren bei dem Wirth umsonst - er blieb dabei, er nähme keinen Miether, der sich gegen Feuersgefahr sicher stelle »»id der Beamte mußte unverrichteter Sache wieder abgehen. (Eingesendet.) a o r» IT L. ?raun, Du hoffst, was deutsch ist, auszumerzen, Ohnmächtig bist Du in unstr'm Stkiersulid, Kluth und Lieb' wolint in deS Wenden - wie im deutschen Herzen, ^llen Euch zum Trotz umschlinget uns ein Freundschaftsband; »iemals wird der Zwietracht Same keimen, -Sie Müllen sich Dein böses !ränmen! A«reg««ge>». * 10. August. Wir befind«« »n« mit-tt» in dr» HundStagen, vermissen aber biS 1>cutt eine Berordnuag, welche veranlaßt, daß den Hunden Maulkörbe anzulegen seien. Worauf mattet man? Solle» vorher einige Personen von wüthenden Hunden gebissen werden? Als ob die Rothwendigkeit solcher Vorsichtsmaßregeln erst erwiesen werden müßte! — Es ist überhaupt nicht einzusehen, warum die Hunde nicht das ganze Jahr hindurch Maulkörbe tragen solle«; man sollte wenigstens meinen, daß die Sicherheit der Menschen höher stehe als die Bequemlichkeit der Thiere, troß aller Anti Thierquälervereine! — X. » Die Rtdaclion übernimmt weder für den Inhalt noch skr die Konn der Aussäj^e in dieser Rubrik die Berantwortimg. vONksOOMtO» Endesgefertigter sagt im Namen aller Se-meindearmen von Marbl^rg seinen mnigsten Dank den edlen Bewohnern der Grazervorftavt für die großmüthme Betheilung und den reichlich einge-floffenen Betrag von 93 fl. 70 kr. auf Beran-lafsung des allerhöchsten GeburtssesteS Sr. Maje-stät des Kaisers Franz Josef. Warburg am 13. August 18K2. Joses Kindlechner, Viertelvorsteher v. d. Grazervorstadt. Visher find für die Abbrändler von Sestersche von Frau B. E. von T. 1 fl., von Arau M. M. 40 kr., von Herrn «. 50 kr., zusammen 1 si. 90 kr. in der Expe-dition des C. f. N. fubscribirt und an daß Bezirksamt Pettau abgeführt worden. Avi meiver Abreise (Ars? entbiete ivk weiueo litertuisvkeo k'rvuo^va, äie mied del äer ksäsetion alten. 142) Lrr -'N. Z. 8680. (ISS V d i - t. Berkauf von Verlasses-Fahruiffen. Vom k. k. Bezirksgerichte Marburg als Abhandlungsinstanz wird bekannt gemacht, daß am 25. August 1862 Bormittags um 8 Uhr und Nachmittags um 2 Uhr angefangen in der Magdalenavorstadt Rr. 13 die öffentliche Versteigerung der zum Verlasse des Herrn Georg Reich gehörigen Fahrnisse, bestehend au« Wäsche, Kleider, Haus-, Zimmer- und .Üüchciicinrichtnngsstsickl-, dann Bindergeräthe und Werkzeug gegen Barzah-l»ng stattfinden werde. A. k. Bezirksgericht Marburg am 22. Juli Iftö2. Eisenbahn - Fahrordnung. Für Marburg: Bon Trieft nach Wien. Ankunft: e Uhr 10 Minuten Krüh. ^ L Nhr 25 Minuten Ul»endS. Pcrl,,,! non E. )tinschip iii Mtirdurg. Von Wien nach Trieft: Ankunft: ö lll^r Äö Minuten Krüh. „ 8 l?hr 41 Minuten >t»ellds. Eihig: DienNli^i, 7>onttcrstt,g u. Samstag v. Wienoach^Dienftaq, Donnerstag «.Samstag v.Trieft nach Zrieft. Atttttnft: l Nhr 58 Minnteu AdendS.jNien. Ankunft: 2 Uhr 39 Minuten A^nds.