pMana v fotovInL 4M ■------ mW* Encbeint wöchentlich sechsmal (mit AQSsalfme der Feiertage). Schrift* leitung, Verwaltung und Buchdruckerci Tel. 25-67, 25-68 und 25-69. Maribor, Kopaltika alica 6. Manuskripte werden nicht retonrniert. Anfragen ROcicporto beilegen« Nr. TS Semehig, d«fi 1. April 19S9 Inseraten- und Abonnements-Annahme in Maribor, KopaliSka uiica b (Verwaltung). Bezugspreise; Abholen monatlich 23 Din^ zustellen 2i Diu, durch die Post monatlich 23 Oin, für das Ausland mODallich 35 üin. Einzelnummer 1.50 und 2 Din. Preis DIn 1*50 SRoriliottr öeituna ^ugoflaroien unD " 8Dttnten Unter dem Titel »Spanien vor der Er neuerung« bringt der heutige »J u g o s 1 o-venski Lloyd« (Zagreb) einen bemerkenswerten Aufsatz, dem wir die nachstehenden Ausführungen entnehmen: »Mit dem Siege des Generals Franco ist dieser Tage der fast drei Jahre dauernde spanische Bürgerkrieg . beendigt worden. Bei allem Bedauern über die Tragödie des spanischen Volkes muß dieser Sieg des Generals Franco mit Befriedigung von allen begrüßt werden» die gewußt haben, worum es in diesem Rin-j;;en ging. Durch diesen Sieg erlitt der Plan der Bolschewisierung Europas vom Westen her einen tödlichen Stoß. Wir sind der Ansicht, daß dieser Krieg schon längst beendigt worden wäre, wenn die spanischen Bolschewiken nicht von gewissen sogenannten Demokratien unter* stützt worden wären, die auf diese Weise 7.U verhindern trachteten, daß der wahre Wille des spanischen Volkes zum Ausdruck komme, welches vom ersten Tage an in großer Mehrheit in die nationalistische Bewegung des Generals Frtnco getreten war. Die Mehrheit des jugoslawischen Volkes und konsequent in diesem Sinne auch unsere öffentliche Meinung stand mit ihren Sympatien auf der Seite der spanischen Nationalisten, mit denen wir die Freude darüber teilen, daß sie ihren verdienten Sieg an die Fahnen lieiten konnten. Nach diesem blutigen Bürgerkrieg wird CS die Aufgabe der spanischen Staatsmänner und Wirtschafter sein, an die Erneuerung des Staates heranzutreten, der In flen letzten drei Jahren so viel gelitten hat. Spanien wird so vieles benötigen und es besteht kein Zweifel, daß dieses Land in Jahr und Tag einer der ersten Absatzmärkte Europas sein wird, auf dem alle Völker in den Wettbewerb treten werden. Selbstverständlich wird Spanien dabei schon aus Dank für die gebotene Hilfe nicht nur polltisch, sondern auch wirtschaftlich vor allem In Deutschland und Ualien Anlehnung suchen, eine Tatsache mit der auch die anderen Staaten rechnet müssen, die sich jetzt beeilen, ihre unter brochenen wirtschaftlichen Beziehungen mit Spanien wieder herzustellen. Da Spanien vor dem Ausbruch des Bür gerkrieges ein bedeutsamer Absatzmarkt für gewisse jugoslawische Ausfuhrartikel geworden ist, ist es an der Zeit, daß die Aufnahme der regelmäßigen Handelsbeziehungen zwischen Spanien und Jugoslawien so rasch wie möglich durchgeführt wird. Wenn nicht rasch und planmäßig gehandelt wird, könnte es vorkommen, daß Jugoslawien von anderen Staaten überholt wird, wodurch die jugoslawischen Exportinteressen gefährdet würden. Nach den bisherigen Informationen sind bislang informative Schritte darüber erfolgt, wie die spanische Regierung auf die jugoslawischen Zahlungsforderungen blickt, die seit drei Jahren ihrer Liquidierung harren. Es handelt sich nahezu um drei Millionen Pesetas, die damals dem Wert von etwa 30 Millionen Dinar entsprochen haben. Jugoslawien hat sich in Burgos auch bereits darüber informiert, i)rtite fprfdDt (SDomürrlain MAN ERWARTET ERKLÄRUNGEN ÜBER DIE INTERNATIONALE LAGE. London, 31. März. PremierminiHer ChamberUün gibt heute abends im Unterhaus Erklirungen über die internationale Lage ab. Er wird sich möglicherweiee mit den Absichten der englischen Regierung hinsichtlich ihrer Konsultation mit den anderen Mächten befassen. In politischen Kreisen glaubt man, diesen Erklä- rungen Bedeutung beilegen zu mfissen. Man verweist hiebe] auf die gestrige Sondersitzung des englischen Kabinetts, die der Fühlungnahme mit Paris und Warschau / gtwklmet war. Man glaubt, daß Chtniberlain jetzt darüber etwas ausführlicher sprechen werde. 6taa(dprän&ent £t6run kDnl :B>ie5ertDaDI a& SOZIALISTEN UND KOMMUNISTEN STELLEN EIGENEN KANDIDATEN AUF Paris, 31. März. (Avala). Senatspräsklent Jeanneney und Kammerprftsi. dent Ii er riet besuchten gestern den Staatsprisklenten Lebrun im Elysee, um bei dieser Gelegenheit die Einzelheiten der Anfang April stattfindenden Prftsi-dentenwahl zu besprechen. Es wird an-genonunenf das Jeanneney und HerrJot neuerdings an Lebnm mit dem Ersuchen hwanfetreten Mi dürften, * ef möge die Kandidatur für die Staatsprflsidentschaft übernehmen. Wie nun fai Erfahrung gebracht werden lUMinte, soll Lebrun nach wie vor auf dem Standpunkt stehen, daß seine Kandidatur für die kommende Präsidentschaftsperiode nicht in Frage komme. Nach den bisherigen Propositknien werden die Kommunisten und ^ziaUsten ihre eigene Kandklatur aufstellen. Unter denjenigen, die sich für das höchste Amt der Dritten Republik bewerben, befindet Sich auch der frühere Kammerpftlidefit Fernand Bouissön. Die m^en Parlamentarier und Senatoren machen jedoch nach wie vor für die Wiederwahl Lebruns allgemeine Stimmung. JHU atDritt Onilfdie (Srol- Berlini 31. März. Morgen, Samstag, den 1. April wird in WUfaelnishaven das zweite deutsche Schlachtschiff von 35.000 Tonnen, ein Schwesterschiff der unlängst vom Stapel gelassenen ^Bismarck'*, feierlich seinem Element übergeben werden. Das Schiff, „Ej^tz G", wird auf den Namen „Tirpitz'* getauft werden. Dem Stapellauf wird audi der Führer und Reichskanzler Adolf Hitler beiwohnen, der beim Eintreffen am Bahnhof vom Generaladmiral Raeder und anderen hohen Persönlichkeiten empfangen werden wird. Die Stadt trägt aus diesem Anlaß Festschmuck. Nachmittags findet am Rathausplatz eine gr. Kundgebung statt. Abends tritt das KDF-Schiff „Robert Ley" seine erste Falirt an. Meldungen soll die ungarische Regierung die slowakischen Gegenvorschläge hinsichtlich der Grenzregulierung in der Ostslowakei abgelehnt haben. Beck besucht auch Paris. Paris, 31. März. (Avala). Außenminister B 0 n n e t hat an den polnischen Außenminister Oberst Beck die Einladung zu einem Besuch der französischen Haupt sta-dt ergehen lassen. Außenminister Beck hat die Einladung angenommen. Das Datum des Pariser Besuches, der als Verlängerung des Londoner Besuches Becks gedacht ist, ist noch nicht bestimmt. augenblicklich große Hafenanlagen umgebaut werden. Von dort begab sich der Duce nach Cantaro, wo er um 19 Uhr eintraf und von einer begeisterten Menschen menge begrüßt wurde. Der Duce begab sich auf den Balkon der Präfektur und richtete einige Worte an die Menge. Er gab seiner Freunde darüber Ausdruck, so viel Begeisterung für den Faschismus angetroffen zu haben. Die Ovationen, die sich an diese kurze Rede schlössen braus ten dem Duce volle 20 Minuten entgegen. Für u. gegen die Wehrpflicht in England. ondon, 31. März. In den linksgerichteten Abgeordnetenkreisen macfit sich eine immer stärker werdende Stellungnahme gegen d. beabsichtigte Einführung der allgemeinen Wehrpflicht in England bemerkbar. Diese Abgeordneten hielten gestern abends im Parlamentsgebäude eine Sitzung ab, in der eine Entschließung angenommen wurde, in der dem Versprechen der Regierung bezüglich der Nicht-einführung der Wehrpflicht kein Glauben geschenkt wird. Die Entschließung wendet sich in scharfen Worten gegen die Einführung der Dienstpflicht, die als eine Bedrohung der Freiheit des englischen Bürgers bezeichnet wird. Für die nächsten Tage werden Kundgebungen der linksgerichteten Parlamentarier gegen die Wehrdienstpflicht in verschiedenen Städten Englands angekündigt. Lk]ukllerung der tschechischen Arbeitspartei. Prag, 31. März. (Avala). Die Tschechische Arbeitspartei, die nach der Gründung der zweiten Republik als Zusammenfassung der ehemaligen marxistischen und sonstigen Linksparteien gebildet worden war, hielt gestern ihre letzte Vorstandssitzung ab. In der Sitzung wurde der Beschluß gefaßt, die Partei angesichts der veränderten Situation aufzulösen. Den Anhängern und Mitgliedern der aufgelösten Marxistenparteien wurde die Mahnung zuteil, sich den veränderten Grundlagen des politischen Lebens in Böhmen und Mähren anzupassen. Vor der Abreise Becks. Warschau, 31. März. (Avala.) Außenminister Beck empfing gestern den engliscljen Botschafter zu einer Unterredung, die, wie verlautet, den Einzelheiten und der Programmfestlegung seines Londoner Besuches gewidmet war. Ungarn lehnt ab? Preßburg, 31. März. (Avala). Nach ungarischen, in Preßburg eingelangten Spaniens Kunstschfitze rückerstattet Genf, 31. März. (Avala). Die Agence Havas meldet: Der Generalsekretär des Völkerbundes A v e n o 1 übergab gestern nachmittags dem Berner nationalspanischen Gesandten Graf D a i s i n e m i die von den rotspanischen Machthabern In der Schweiz deponierten Kunstschätze. Es handelt sich bekanntlich um etwa 500 Gemälde von Velasquez, Murillo, Goya und El Greco. Mussolinis Besuchfahrt Rom, 31. März. (Avala.) Die Agenzia Stefani berichtet: Ministerpräsident Mussolini ist gestern über Cosenca nach Crotta am Jonischen Meere abgereist, wo wie sich die spanische Regierung die Gestaltung des künftigen Außenhandels mit Jugoslawien vorstellt. Die bisherigen Informationen haben nicht gerade ein zufriedenstellendes Ergebnis gebracht, da die spanische Regierung vor allem ihre Innenangelegenheiten regeln muß, um sich erst dann später der Frage der Regelung des Außenhandels zu widmen. Man wird demnach noch eine Zeitlang warten müssen, bis die Liquidierung der Jugoslawischen Forderungen erfolgt. Es Ist klar, daß Spanien keine Devisen besitzt. Es scheint demnach, daß Spanien seinen Außenhandel auf die Cffearing-Ba-sls stellen wird. Die jugoslawische Re- gierung wird demnach mit der Tatsache rechnen müssen, daß nach Spanien so viel exportiert werden kann als gleich-zeltig auch der Import aus Spanien beträgt.« Das Btett lehnt einen bestimmten Vorschlag ab, den Außenhandel mit Spanien auf dem Wege über die italienische Wirtschaft neu zu regeln. Wenn es nicht mög lieh ist — heißt es — einen definitiven Handelsvertrag sofort zum Abschluß zu bringen, dann müßte zumindest ein Provisorium geschaffen werden, und zwar auf der Basis der direkten Handelsvertragsverhandlungen. Bata bleibt in Böhmen. Amsterdam, 31. März. (Avala.) Der »Telegraaf« meldet: Der bekannte tschechische Schuhindustrielle Jan Bata ist in Amsterdam eingetroffen. Pressevertretern gegenüber erklärte Bata, daß er nicht die geringste Absicht besitze, seine Schuhfabrik aus Zlin nach Holland zu ver legen, wie dies in den Blättern des Auslandes zu lesen war. Oslo, 31. März. In Oslo ist vor einigen Tagen ein Schlächtergehilfenstreik ausctebrochen. Da sich die Ausständigen weigern, in Verhandlungen einzutreten, sind die Behörden dem Streik gegenüber machtlos. Es macht sich bereits ein Fleischmangel bemerkbar. Auch in Christiansand dauert der Schlächtergehilfen-ausstand weiterhin an. London, 31. März. In Liverpool und Birmingham kam es gestern wieder zu zwei Bombenanschlägen, wobei zwei Häuser stark beschädigt wurden. Man glaubt, daß es sich um weitere Anschläge der Irischen Extremisten handelt. Zürich, den 31. März. Devisen: Beo-grad 10, Paris 11.81, London 20.88, New York 446, Brüssel 75.02V», Mailand 23.46» Amsterdam 236.75, Berlin 178.87, Stockholm 107.65, Oslo 104.92Vi, Kopenhagen 93.2272, Sofia 5.40, Warschau 83.75, Budapest 87.30, Athen 3.90, Istanbul 3.60, Bukarest 3.37, Helsinki 9.20, Buenos Aires 102Vi. 'Mariborer Zeitung« Nummer 75. 2 Samstag, den 1. April 1939.' ^einei^lenberung öer OrutfcDen Dolitif grgenQ&rr 3upofloti)kn JUGOSLAWIEN BESITZT SEINEN PLATZ IN DER NEUORDNUNG EUROPAS. Berlin, 31. März. Die Münchner Neuesten N achrichte nc veröf-icntlichen einen Leitartikel, in welchem die Meldungen einer gewissen Auslandspresse über die deutsch-jugoslawischen Beziehungen sowie über die deutsch-schweizerischen Beziehungen dementiert und zurückgewiesen werden. In dem Artikel heißt es u. a.: »Wir können alle diese Politiker und Publizisten, die mit Sorgen überlastet sind, überzeugen, daß ihre Besorgnisse vollkommen überflüssig sind. Das Deutsche Reich denkt gar nicht daran, seine Beziehungen zu Jugoslawien den unterschobenen Absichten zuliebe auf zugeben oder aufs Spiel zu setzen. Italien hat seine Beziehungen zum gleichen benachbarten. Jugoslawien vor zwei Jahren auf Grundlagen gestellt, auf denen die freundschaftliche Zulammenarbeit begann und auf welchen die Voraussetzungen für eine weitere Vertiefung dieser Zusammen arbeit im Hinblldc auf Sonderinteressen geschaffen worden war. In der Neuordnung Europas, die durch keinerlei Erklärungen abzuändern Ist, besitzt Jugoslawien seinen Platz, den es sich in einer realen Wertung der politischen Machtver teilung und der Kräftemessungen erwor-t)en hatte.« Cnglanös Werben um Polen BEMÜHUNGEN UM EINEN ANTIDEUTSCHEN STAATENBLOCK OHNE TEILNAHME SOWJETRUSSLANDS Sanu« 3)r. ^allar. in »toiro» Beograd, 31. März. Auf einer Durch -eise nach Athen nahm Pefchsprop-^gan-daminister Dr. Josef Göbbels in Beograd eine Zwischenlandunr; vor. Auf dem Flugplatz in Zemun berrti'^te d?*i Reich':-nropapandamlnisfer Im Namen der könio:-Mchen Remening der Chef des Pf^tokoH«! Dr. Dusan Marinkovic und der Befehlshaber der jugoslawischen Luftwaffe General Jankovid mit se'n?m ce"«am-♦en Stabe. Auch die Vertreter der heimischen und der ausländischen Presse hatten sich eingefunden. Dr. Göbbels erklärte gesprächsweise, daß sein Be^urh vollkommen privater Natur sei. Auf dem Rückfluee nach Deutschland werde er einige Tage in Beograd Aufenthalt neh-' men. komische Bild Englands lu betrachten, das einer alten moralisierenden Tante ähnlich sieht, die auf dem weichen Diwan des Imperiums sitzt und aus dem sicheren Schutz ihres Reichtums heraus Anweisungen über gutes Benehmen erteilt.« 2)ie XrupDm 3ranco4 in i^ondoii, 31. März. »Evening Standard^< belaßt sich mit der von der englischen und der tranzösischen Diplomatie vorbereiteten gemeinsamen Erklärung gegen den etwaigen Angre'fer und meint, daß man noch gerne die Unterschriften der östlichen und südosteuropäischen Staaten erlangen möchte, die durch das Wachsen der deutschen Macht bedroht erscheinen. Die brifsche Regierung haben den Gedanken einer Mitwirkung S () w j e t r u P) 1 a n d s fallen gelassen, da Pol e n in diesen» Falle nicht mittun würde. Kngland habe s'ch genö-ligt gesehen, zwischen Sowjetrußland und Idolen zu wählen. Alle Anzeichen deuten daraufhin, daß man sich für Polen entschlossen habe, da Polen unmittelbar nütz lieber und als Verbündeter weniger gefährlich wäre als Sowjetrußland. London, 31. März. In Londoner maß gebl'chen Kreisen herrscht immer mehr fh'e Auffassung vor, daß in den Bemü-Imngen um das Zustandekommen eines ^egen Deutschland gerichteten Staatenblocks Polen eine entscheidende Rolle spielen könnte. Aus di'esem Grunde sieht iTian in i-ondon der Ankunft des pohr-^chen Außenministers Beck mit größtem Interesse entgegen. Wenn alle Anzeichen nicht trügen, so hat die englische Regierung in aller Stille Polen und Rumänien Vorschläge unterbreitet, die ^ich auf gewissen sofortige Maßnahmen erstrecken. Über den Ausgang der Verhandlungen ist vorderhand schwer ein Urte'l zu fällen? Auf jeden Fall konnte die t-ngl'sche Diplomatie in den letzten 14 Tagen die Überzeugung gewinnen, daß CS heute nicht mehr genügt, englische Vorschläge zu machen, die von den kleinen und mittleren Staaten ohne weiteres angenommen werden. Das .Ansehen des Empire allei'n genügt noch ke.neswegs, wenn England nicht gleichzeit'g unmiß-vfrst.nndlii'he Verpflichtungen übernimmt. ^ letzt kf)nzentrieri-Mi sich alle Holfnun-,{en darauf; daß der Besuch des polni->cheii .Außenministers die erforderliche Klarhci-t bringen werde, ob e'ne »antideutsche Fronte überhaupt möglich sei und welche Ziele sie verfolgen würde. Sehr viel verspr'cht man sich auch von lier morgigen Rede des Rcchskanzlers Hitler in Wilhelmshaven. Hitler dürfte den Sfappellaul des ;>Tirpitz« benüt-/.en, um in die internat'onale Diskusson einzugreifen, wobei et auch den btand-[lunkt Deutschlands Polen gegenüber prä7!sieren dürfte. Die Erklärungen Hitlers würden dem polnischen Außenminister erleichtern, die rixrhtige Kurslinie Polens zu finden, eine Richtung, d'e er am Wontag in Londf)n vertreten werde. Berlin, 31. März. Die schleppenden Verhandlungen Englands im Zusammen-t'ange mit den Bemühungen um eine antideutsche Front werden von der deut-' Jien Presse allseitig ironisiert. An der Spitze steht ein von Dr. Göbbels vor •. iner Abreise nach Griechenland verfaßter .Artikel, in dem es u. a. heißt: »Ganz Festlichkeit begangen werden. Der Sohn Europa hat jetzt Geleeenheit, das etwas des Staatspräsidenten, Carnot, der zur fn Athen rief es aus einem Briefkasten: »Hilfe, ich bin e'ngesperrt! Hilfe, ich bin eingesperrt!« Aen^'stl^che Leute sammelten s'ch vor dem Br'efkasten an, bis ein Schutzmann wagte, den Briefkasten zu öffnen. Wer kam heraus? E'n sprechender Papagei, den übermütige Burschen in den Kasten gesteckt hatten. gen eines Postenkommandanten, den gaii. zen Hexensabbat zu klären. Die Gattiu des Murtez, namens Arifa, legte nach er-'olgter Verhaftung ein volles Gestä'dni ab, die Rolle des Vampirs eeniein«am mit ihrem Geliebten, einem Bauernburscher, gespielt zu haben. Arifa war nämlich kinderlos, was bei den Albanern als große Schände und Sünde betrachtet wird. Vielfach wird es als Fluch betrachtet, der auf einem der beiden Gatten lastet. Um sich zu Ober-zeugen, an wem die Schuld liegt, trat Arifa mit einem jungen Bauernbursc' en in intime Beziehuigen, die jedoch ohne Folgen blieben. Arifa war entsetzt darüber. nicht empfangen zu können, worauf ihr eine alte Wahrsagerin riet, das eigene Haus in Brand zu stecken, um schw.^nge: zu werden. Arifa war verzweifelt, der auf die sonderbare Idee vei^fiel, daß es am besten wäre, wenn sie gemeinsam dii Rolle eines »Vampirs« st)ielten. Der so mysteriös erscheinende Fall ist damit rasch geklärt worden. Nach den Burschen, der das Werfen der Steine besorgt hatte, fahndet jetzt die Gendarmerie. ^er ©iftmörlier öon Massen-Exhumieniflgen in verschiedenen Staaten der Union. Newyork, 31. März. Die von den Kriminalbehörden seit längerer Zeit durch geführte Untersuchung in der Sensationsaffäre von I^hiladelphia, wo man bekannt lieh einer regelrechten Giftmörder-Orga-nisation auf die Spur gekommen war, der bereits eine ganze Serie von Giftmorden nachgewiesen werden konnte, bringt immer entsetzlichere Details zutage. Die Verbrecher, die mit ihrer grauenvollen Tätigkeit die Herauslockung von Versicherungssummen bezweckten, hatten sich zu einer über die ganze Union verzweigten Organisation zusammengeschlossen, die in Philadelphia ihren Sitz hatte. Bisher wurden siebzig Erhumierungen angeordnet, die sich auf verschiedene Staaten der USA verteilen. Es handelt sich dabei durchwegs um Personen, die unter geheimnisvollen Umständen gestorben waren. Es soll nunmehr untersucht werden ob sämtliche siebzig Personen auf da. Mordkonto dieser Giftmörder - Organisation zu schreiben sind. Der Mordorgan sation gehörten sowohl Frauen als auch Männer an, die durch ihr furchtbares Gewerbe, das bereits auf ein Jahrzehnt zurückreicht, Millionenbeträge »umgesetzt' haben sollen. Ein Teil der Bande befindet sich bereits hinter Schloß und Riegel, den übrigen Mordgesellen ist man auf d« Spur. Francos Truppen haben unter dem Jubel dsr Bevölkerung ihren Einzug in Madrid gehalten. — Blick auf e!ne der Haupiverkelu*sstraßen von Madrid. Von hier au» gelangt man In wenigen Minuten zum Str.dtzentrum, der Puerto del Sol (Soimen- tor). !3ilei(ffelofi1f(6an(fmens-werk, die soziale Not der Bauern, soweit sie auf ihrem Gut arbeiteten, zu lindem. edytom« tfifeni^aOnunoNkr in asoenttn Sarajevo, 31. März, Am 23. 'd. M. ereignete sich auf der Strecke Doboj— Tuzla unweit der Station Suhopolje ein folgenschweres Eisenbahnunglück. Die Lokomotive des Personenzuges entgleiste und riß gemeinsam mit dem Tender auch den Dienstwagen einen Abhang hinab. Der Schaffner Georg Mikiö aus Doboj wurde hiebe! getötet. Ein Fahrgast aus Maglaj erlitt leichtere Verletzungen. Einen 100 Klfogramm schweren Welt mit der Angel gefangen. Sremska Mitrovlca, 31. März. In der Save bei Bosut angelte der Fischer Rado Obradoviö einen 98 Kilogramm schweren Wels. Der Wels ist nach Beo-grad verkauft worden. In der Save wurden bei Bosut schon mehrere solche schwere Fische gefangen, so u. a. ein 40 Kilogramm schwerer Wels. ntalarfatod In XranM»aaI Flogzeuge zur Malärlabeklffl|ifung. Kapstadt, 31. März. Der Malaria-Epidemie, die seit einiger Zelt im Norden von Transvaal wütet und die Eingeborenendörfer stark dezimiert, sind nach den Angaben der Behörden in den letzten drei Wochen Ober fünfhundert Menschenleben zum Opfer gefallen. Die Zahl der Krankheitsfälle geht in die viele Tausende. Um einem weiteren Umsichgreifen der Epidemie wirksam entgegenzuarbeiten, wurden einige Sanitäts-Kolonnen eingesetzt, die damit beschäftigt sind, die Brutplätze der Malariamücken mit Petroleum und Benzin zu üt>ergießen und in Brand zu stecken. Auch Flugzeuge wurden in den Dienst der MUckenbekämpfUing gestellt. <8fn Duell rm OltttrMiirun&e Bukarest, 31. März. Im Hafen von Constanza kam es kürzlich zu einem gewiß nicht alltäglichen Zwischenfall. Zwei Taucher, die das Wrack eines vor einiger Zeit im Hafen untergegangenen Schiffes zu untersuchen hatten, entdeckten in der Kabine des Kapitäns die Schiffskasse. Wegen Zuerkennung der Gewinnanteile gerieten nun die beiden Taucher am Meeresgrunde in einen heftigen Meinungsstreit, der schließlich in einen Kampf ausartete. Trotz der außerordentlichen Behinderung durch die schwere Taucherausrüstung gingen die beiden Männer mit ihren Beilen aufeinander los, wobei dem einem Taucher das Schutzglas des Taucherhelms zertrümmert und dem anderen der Luftschlauch durchtrennt wurde. Beide hatten aber wenigstens noch so viel Kraft, das Notsignal zu geben,.worauf sie sofort in die Höhe gezogen wurden. Sie hatten zwar das Bewußtsein verloren, erholten s^ch aber rasch wieder. Nach dem gemeinsam ausgestandenen Schrecken einigten sie sich dann auf friedliche Weise über ihren Gewinnanteil an der aufgefundenen Schiffskasse, Ihr erster Oedanke. »Frau Nachbarini Frau Nachbarin! Jetzt sind schon wieder vier Ihrer Jungens aiif meinem Kirschbaum!« »So was . . . Wo nur da mein. Fünfter wieder stecken mag?« P r e ß b u r g, 31. März. Der slowakische Ministerrat hat den Beschluß gefaßt, mit Ungarn auf folgender Basis Frieden zu schließen: Die Slowakei: ist bereit, Ungarn jenes östliche Gebiet abzutreten, auf dem die Ung-Bahn verläuft, die Ungarn besitzen und im Kaufwege ablösen möchte. Als Kompensation fordert die Slowakei einige kleinere slowa-klsctie Gemeinden unweit von Neutra so- Paris, 31. März, (Avala.) Die Agence Havas berichtet: Die gesamte französische Presse stellt einmütig fest, daß Ml nisterpräsident Daladler die Gefühle Frankreichs interpretiert habe. So schreibt der »Jour«, daß die Rede Daladiers nicht nur entschlossen gewesen sei, sondern auch in bezug auf Klarheit nichts vermisse. Dieser Rede sei nichts hinzuzufügen. In Frankreich empfinde man jetzt auch keine Mißstimmung. Diejenigen, die sich von einer loyalen und ehrenvollen Diskussion drücken möchten, mögen nun alle Hoffnungen fallen lassen. » Wir alle«, meint das Blatt, » die wir der Rede des verehrlichen Regierungschefs gelauscht haben, empfinden in diesem feierlichen Augenblick, daß die ganze französische Nation eine tiefe Liebe und Treue ihrer Heimat gegenüber hegt.« Das »Journal« schreibt, Daladiers Rede sei von allen franzj^gischen Menschen vefstanden worden. Aus der Rede wehe die Vernunft, doch seinen Daladiers Worte nicht provozierend gewesen. Frank reich lehne Verhandlungen nicht ab, es köniie aber nicht dulden, daß es unter den Druck eines Willens gestellt werde. Rom, 31. März. (Stefanl). Virginio Gay da schreibt im >Giornaled' 11aIia«, die Rede Daladiers habe die ablehnende Haltung der französischen Re gierung gegenüber den italienischen Forderungen bewiesen und gezeigt, daß man französischerselts die Türe für Verhandlungen für immer zugeschlagen sehen möchte. Italien habe Zeit und werde noch weiter warten. Inzwischen werde der Abgrund zwischen beiden Staaten immer tiefer und die Geschichte werde Hnes Ta ges festzustellen haben, ob dies nicht * Bei trägem Darm und schlechtem Magen mit EBunlust infolge Verstopfung benutze man das seit einem Menschenalter bekannte natürliche :»Franz-Josef«(" Bitterwasser. Es wurde vielfach festgestellt, daß das »Franz-Jo8ef«-Wasser ein besonders nützliches Hausmittel ist, wenn es sich darum handelt, frühmorgens den Verdauungskanal mit einem salinischpn Abführmittel durchzuführen. Reg. S. br. 30.474/35. wie eine für die Slowakei wichtige Straße, die auf ungarischem Boden verläuft. Die slowakisch-rungarischen Verhandlungen sind gestern nachmittags in Budapest fortgesetzt worden. Wie verlautet, soll Dr. Göbbel«, der auf seinem Zwischen" aufenthalt in Budapest vom Reichsverweser empfangen worden war, in der Angelegenheit des slowakisch-ungarischen Streitfallies interveniert haben. eine schicksalhafte Rolle in der dramatischen Position des heutigen Europa sei. Berlin, 31. März. (Avala). Die Berliner Blätter stellen fest, daß die Rede Daladiers die Spannung keineswegs gemildert habe, Italien habe von Frankreich auf Mussolinis Forderungen hin eine ablehnende Antwort erhalten. Die Veröffentlichung des italo-französischen Notenwechsels habe gezeigt, daß man in Frankreich die Forderungen Italiens sehr wohl kennt. Frankreich winde sich lieber auf dem Feld der allgemeinen Politik und des nationalen Standpunktes gegen jene Nationen, die für ein neues System in Europa eintreten. Der französische Ministerpräsident habe sich völlig unnotwendig auch mit den Vorgängen in Mitteleuropa befaßt und sich an die Spitze einer Art von ideologischer »Friedensfront« gestellt. Man möge sich in Frankreich nicht wundern, daß dieser Teil der Rede Daladiers in Deutschland alles eher als Begeisterung ausgelöst' habe. Washington, 31. März. In den Vereinigten Staaten hat die Rede Daladiers volle Zustimmung gefunden. In Kreisen, die dem Staatsdepartement nahe stehen, wird erklärt, daß man Daladiers Standpunkt gegenüber den italienischen Forderungen sehr wohl begreifen könne. Die Grundsätze, die Daladier aufgestellt habe, seien den Grundsätzen der amerikanischen Politik sehr nahe. Berm, 31. März. Die »Tribüne de Lausanne« verweist auf die Entschlossenheit der Erklärungen Daladiers. >D e r B u n d« schreibt u. a.: »Frankreich hat alle Fragen beantwortet. Die Antwort war klar, sie entspricht dem französi-«schen Geist und der Logik des französischen Denkens.« Liefyestragödie auf einem Friedhof. Paris, 31. März. In der vergangenen Nacht spielte sich auf dem Friedhofe von Port-Marly eine erschütternde Liebestragödie ab. Der 24jährige Installateurgehilfe Roge! Chatel und die 21jährige Jeanne Rusin hatten beschlossen, gemeinsam in den Tod zu gehen, weil die Eitern des Mädchens aie Einwilligung zur Heirat der beiden verweigerten. Der junge Mann feuerte zuerst einen Schuß gegen das Mädchen ab und jagte sich hierauf »Martborar Zettwig« Nunner 76. selbst eine Kugel in den Kopf. Als de Friedhofswärter berbeistürmte, war de junge Mann bereits tot, das J^ädchen lebte noch und wurde Ins Krankenhaus überführt, wo es mit dem Tode ringt. Sclacht unter Zigeunern. Bukarest, 29. März. An der Periphe rie der Hauptstadt kam es unter zwei Zigeunerbanden wegen Aufteilung einer Beute, die von einem gemeinsam durchgeführten Einbruch herrührte, zu einer regelrechten Schlacht, in deren Verlauf der Zigeuner Dumitru Savin seinen Gegner Nicolse Aurica durch zahlreiche Revolverschüsse ermordete. Zwei andere Zigeuner erlitten schwere Verletzungen. Der Mörder versuchte zu flüchten, wurde aber nach einer dramatischen Hetzjagd eingeholt und in Ketten geschlossen. Heiratsfieber in Bukarest. Bukarest, 29. März. Im Zasammen-hang mit den jüngsten Einberufungen, ist rn der Hauptstadt ein wahres Heiratsfieber zu beobachten. Hunderte von Soldaten haben sich entschlossen ihre Auserwählte zum Traualtar zu führen, bevor sie »zum Städtle hinaus müssen«. Die Standesämter sind mit Arbeit derart über häuft, daß die Beamten Ueberstunden mi chen müssen. Registrleninp: aller Wehrfähigen in Australien. Sydney, 31. März. Einem BescM"" der Bundesregierung zufolge, werden alle wehrfähigen Männer im Alter von 15 bi^ 64^ Jahren registriert, um im Falle eines Krieges sofort erfaßbar zu sein. ^^uihit'Cktakik '+ Haydn-Festhalle in Eisenstadt. Wien Der kleine Ort Eisenstadt zwischen dem Leitha,Gebirge und dem Neusiedlersee — wenige Kilometer von der ungarischen Grenze entfernt — wird jetzt auf Anregung von Reichsminister Dr. Frick großzügig umgestaltet. Zur Erinnerung an Haydn, der hier von 130 Jahren seine letz te Ruhestätte gefunden hat, soll eine Haydn- Halle mit 4000 Sitzplatzen erbaut werden. Weiters sind Beamtensiedlungen, eine Mittelschule und eine Landwirtschaftsschule vorgesehen. * +' Das Salzburger Festspielhaus wird gegenwärtig nach den Plänen des Reichsbühnenbildners Prof. Benno von Arent einer Ungestaitung unterzogen, die bis zur Eröffnung der diesjährigen Festspiele beendet sein wird. Vor allem wird der kalte und leere, jede Feierlichkeit vermissende Eindruck, den das Innere des Festspielhauses bisher machte, beseitigt werden. Die kalten Holzwände erhalten Stuck Verkleidung, der glatte Holzfußboden wird mit einem Teppich belegt, die eckigen Balustraden der beiden Ränge werden abgerundet, und im ersten Rang ist der Einbau einer Führerloge und einer Loge für Ehrengäste vorgesehen. Auch die Beleuchtungskörper werden erneuert. Daneben wird aber auch die Außenfassade, die heute das Stadtbild stört, umgestaltet und den anschließenden alten Barockbauten angeglichen werden. Die in der Vorhalle befindlichen Fresken des Salzburger Malers Anton Faistauner sollen ebenfalls entfernt werden, sie sollen jedoch erhalten bleiben und später an einem anderen Ort ihren Platz erhalten. '+ Beethoven-Preis 1939 an Franz Schmidt. Zum Todestage Beethovens gab die Preußische Akademie der Künste in Berlin bekannt, daß der Staatliche Bee-thoven-Preis 1939 dem Komponisten Professor Franz Schmidt in Wien verliehen worden ist. Die Zuerkennivig des Preises ist in der Sitzung des Musiksenats der Akademie vom 28. Januar erfolgt. Leider ist Schmidt wenige Wochen nach Verleihung dieser hohen Auszeichnung seinem Schaffen durch den Tod entrissen worden. Er hat meisterhaft gestaltete Symphonien, mehrere Opern u. Kammermusikwerke komponiert. Sein letztes großes Werk »Das Buch mit den sieben Siegeln« für Soli, Chor und Orchester hat bewiesen, daß noch Großes von ihm zu erwarten gewesen wäre. Die Verleihung des Staatlichen Beethoven-Preises kurz vor seinem Tode hat seiner Bedeutung als Tonkünstler die langverdiente Anerkennung gebracht. 0(Mff0lra(i65fen am e^toarsm ^rer Schiffsbrüchiger drei Tage lang als Spiel-ball der Wogen. Bukarest, 31. März. Ueber dem Schwarzen Meer toben schwere Stürme, durch die bereits eine Reihe von Schiffskatastrophen hervorgerufen wurden. Von der Radiostation Constanca wurden zahlreiche SOS-Rufe von in Seenot geratenen Dampfern aufgefangen. Der Tankdampfer »Cite de Athene« der mit einer Petroleum ladung von Constanza nach Athen unterwegs war, erlitt einen Steuerbruch und wurde gegen die Küste geschleudert. Es ist noch nicht bekannt, ob sich die Besatzung zu retten vermochte. Weiters erlitt der griechische Frachtdampfer »Trik-sos« eine schwere Havarie und ging schließlich unter. Die gesamte Besatzung fand den Ertrinkungstod. Der einzige Ue- berlebende, ein Schiffsoffizier, der sich an eine zertrümmerte Planke angeklammert hatte und drei Tage lang auf den hochgehenden Wogen trieb, wurde in halberstarrtem Zustande von einem Dampfer aufgefischt und nach Constanza gebracht. Er dürfte kaum mit dem Leben davon kommen. Im Küstengebiet wurden gleichfalls große Verheerungen angerichtet. Lieber In den Tod als — Maurer werden. Bukarest, 31. März. In Großjetscha verübte der 17jährige Franz Zimmermann aus einem eigenartigen Motiv Selbstmord, indem er sich am Dachbodan des elterlichen Hauses erhängte. In einem hinter-lassenen Abschiedsbriefe teilte der Selbstmörder mit, daß er lieber In den Tod gehe, als die Maurerlaufbahn einzuschlagen, für die ihn seine Eltern bestimmt hatten. DER EINDRUCK IN PRANKREICH, ITALIBN, DEUTSCHLAND, IN DEN VEREINIGTEN STAATEN UND IN DER SCHWEIZ. Mariborer Zeitungc Nummer 75. Samstag, den 1. April 1939. Aus itäiU Mkd Srtitog. Crn 3i. Oltfir) 3u&iläum ör$ 6'ot0(nif(Drn ^ipenDerfinrd DIE FILIALE MARIBOR TRITT IN DAS DRITTE DEZENNIUM IHRER UMFASSENDEN WIRKSAMKEIT. — RECHTSANWALT DR. BERGOC AN DER SPITZE DER NEUEN LEITUNG. — ING, SLAJMER UND GROSSKAUFMANN MAJER ZU EHRENMITGLIEDERN GEWÄHLT. vielen Jahren im Alpenverein emsig tätl ge Rechtsanwalt Dr. ^Joze B e r g o ö zum neuen Obmann der Mariborer Aloen-vereinsfiliale gewählt. In den weiteren Ausschuß wurden berufen Architekt Ing. Dev, Prof. Degen, Bankkassier Dekleva, , Mechaniker Fanedl, Tischlermei^^ter Forst-üit; lüi diti Organisation unseres Berg- Unterkunft noch immer eines Ausbaues'neriC, Bahnoberkontröllor GajSek, Haupt-bteigertums, insbesondere aber für die bedarf. Besonders wertvolle Arbeit wurde'mann Gnus, Prof. Gruntar, Abteilunn:s-hahnbrt-'chende touristische Erschließung von der Wintersporlsektion geleistet, die'leiter Hribar, Architekt Ing. Jelenec, Pri-unseres Bachern so hervorragend verdien- seit der Schaffung der Ing. Lenaröie-Ab- vatbeamter Lorger, Zahnarzt Dr. LeoKac. fahrtsstraße ein reiches Betätigungsfeld | Großkaufmann Lenard, Kaplan Dr. Me-gefunden hat. Einen besonderen Dank gko, Direktor Dr. Orozen, Rechtsanwalt lin den Maxel geführt und Anna, die Kö-'chin, vom Teige gerührt!« —■ So, nun wissen wir's. Also d e »richtige verkehrte« Welt! Da 'st's kein Wunder, daß die Hunde fliegen lernen und die Bratwürste an der Zimmerdecke herumspazieren. — Das »zum Narren halten« oder »in den April schicken« am Ersten des wetterwendischen Monats ist ein alter Volksscherz, der se'ner Lustigkeit wegen auch Maier wegen ArbeitsOberbUrdutig eine allgemein bekannl ist. Vor WIederwah ablehnten, wurde unter Rro- „ bei der Jugend belebt. Doch em Eifa I der versammelten Bergslei-L Aprilscherz richtig durchzufUh- gergarde der bekannte Alpmist und m f l „ n'cht durch veidäch- u* Filiale Maribor des Slowenischen Alpenvereines tritt im heurigen Jahre in das dritte Dezennium ihrer weitverzweigten umfassenden Wirksamkeit. Gerade vor 20 Jahren von begeisterten Bergfreunden ins Leben gerufen, hat sich die Mariborer Al-punvereinsfiliale für Hebung der Touri-•»tik am Bachern und am gegenüberliegen Jen Kozjak die größten Verdienste erworben und die ersten Voraussetzungen für den alsbald mächtig angewachsenen Fremdenverkehr geschaffen. Die gestern nbcnds im dichtbesetzten Jagdsalon des i-iotcls ;>OrelVetter mit mäßiger, gegen den 22. zu Über die finanzielle Gebarung berich-| nes Ing. Slajmer und dessen Stellver-stark ansteigender Temperatur. Um teten anschließend der fleißige Buchhai-, treter Vizeobmann M a j e r. Über seinen 27. kühl, regnerische Störung des ter Oberrevident Sorsak und der em- Vorschlag wurden beide agilen FunkMo-'öfters bis Monatsende, sige Kassier Direktor Dr. Rojko, derj näre unter begeisterten Ovationen der auch den Voranschlag für das neue Jahri Versammlung mit der Ehrenm'tql'ed-in Vorschlag brachte. Der gesamte Um- schaft ausgezeichnet. Das Wort ergriffen salz belief sich auf über eine Millioi Di-j noch Obmann Dr. Bergoö, Ing. Slaj- nar, während die Schuldenlast mehr als m e r, Industrieller Rogliö, Bahnoher- 2)cr ^Ronot Olpril 600.000 Dinar ausmachL | kontrollor Ci a j s e k, Recht^^^nwalt Dr. _ Februar wird Narrenmonat ge- Uber Antrag des Revisors Kaufmann Rosina, Großkaufmann Majer, Dr. .. Anrit ?c* npnn sein Son-Rosina wurde dem Ausschuß einstim- Hraäovec, Direktor Dr. TomlnSek mig das Absohitorium ausgesprochen, und Prof. Degen, die alle wertvolle An-worauf zum wichf'i>sten Punkt der Ta-|rcgungei für die weitere Wirksamkeit gesordnung, den Neuwahlen, übergegan- unserer Bergsteigereilde gaben, worauf Josef Schaffler, Oberwölz (Ostmark) gen wurde. Da sowohl der bisherige Ohmann Tnc. j vorbildlirher Harmonie s 1 a ]ni e r, als auch der Vi7enbmann uni gung schloß. Mitbegründer der Filiale Großkaufmann nengeflunker ist oft nur eine lachende Maske! Sonnenlicht, Hagel, Regen und Schnee scheinen jetzt miteinander wetteifern zu wollen. Darum werden die Men verhutn^Ti" AP"'"'"'" ^um SSinarMurnffr 0Udrl&or-£lu6ljona Wie borcils berichtcl; wurde am 25. und 20. (i. anläßlich der Eröffnung des neuen Billardsnales d. Cafe „Zvcz-da" in Iviubljana ein Billardlurnier Marlbor—T.iubljiiiia zur üurchfübrun?? gebrachl. Der Mariborer Billardklub mußte wegen Absaf^e von drei Spielern Ersalzleule einstellen und trat so stark handicapierl ge^en die koinplelle Auswahl von Ljubliana an. Gespielt wurde auf kleinen Breitem und zwar auf auf ."500 Punkte, während sich Maf*. .Eisenbart—Hobacher und Ing. Bri-celj—Bender auf llHX) Funkle geeinigt hallen. Sanislag traten drei Paare an und zwar Stroh ni t; i e r—M. P e v a-lek, Puch—Inq. Bernhard und Zupancie—,L Pevalek. aus deren Begegnung Ljuhljann drei Punkte bu-übrifiien chen konnte. Wie die knappen End-Ämtertührtr umfassenden Rechenschalts- resullale ganz eindeutig zeigen, haben befiehl erstattete dani der unermüdliche f^ifh die Mariborer f^rsalzspieler rechl Schriltfiihrer Balinoberkoitfiol'or Dnrc S''sclil!iscii. Somiiiis nachmit- fiaiSek, Diu Filiaie zählt 2 Ehren-, Ifl ''f , ' > , m-7 PolociiH ver or gerjen Sevnik mil (iründunKs^- und «37 ordcnt!,"he Mitgle- Hnem liurchsclmiti von der sowie 165 Mitglieder der Jugend- ()2.V59l Von den einzelnen Schutzhütten gruppe des V^-reines hatte die »Mariborska koCa« lien größten Busuch (6624) aufzuwei'-en. Der Fremdenzustrom gestaltete sich insbesondere im Sommer sehr mannigfaltig, >0 dominierten im Vorjahre die Gäste aus ihigep,en rang Lepej den l.jubijaniior Orehek mil 500:330. Durchschniil lli.lOilO.tW), nieder. Lepej hereilete seinem Gegner ni. zwei schön gespiellen Serien von 82 und 7ß bamc Minuten. Den zweiten Punkt für Maribor hol Ii! Kose r gegen K o t n i k 500:421 bei einem Durchschniil Ungarn Dagegen sank die Besucherziffer ^ mehrmals .im ''Klopni vrh«, wo sich im abgelaufe- Sonderaupplaus u. lenkte durch sein nun Jahre nur 1593 Besucher eingetragen durchreiftes Spiel die allgemeine Auf-liatten. Es ist aber zu erwarten, daß mit merksanikeit auf sich. Anschließend der Schaffung neuer Kommunikationen iwxch dort eine Neubelebung erfolgen wird. l)a.> größte Augenmerk wandte d'e Ver-cinsleitung dem als Wintersportzentrum immer mehr hervortretenden »Senjoriev tlomc zu, für dessen weitere Ausgestil-lunj^ aucii im Vorjahre viel getan wurde. Die He.^^ucherziffer belief sich auf 3267. 1125 Besucher fanden sich im Jahre 103S aul sich. folgten die mit größter Spannung erwarte! en Enkmnpi'e des Meislerpaares Mag. Eisen hart—H obacher und des zweilslärkslen Gegnerensembles Ini?. R r i c e I j—B e n d e r. die, wie erwähnt, ihre Spiele auf 1000 Punklc absolvierten. Hohncher iiesann sehr nervös und hraehle es mil 30 .Aufnahmen auf kaum 21)7 Punkte, während Mag. Eisenbart indessen bereits 130 in Sv. Pankracij ein. dessen Bergsteiger- Punkte ^esanunell halle. Mit drei Se rien zu 75, 180 und III Punkten holte Hobacher nicht nur den Vorsprung seines Gegners auf, sondern riß auch glatt die Führung an sich. Mag. Eisenbart nahm zwar mit einer fl8-Serie sofort Revanche, doch stellte Hobacher mit einer llO-Serie d. Spiel rasch wieder ein. Mit einem Tuschball kam mm Mag. Eisenbart in die amerikanische Serie und nützte die Chance mit der Höchslserie des Turniers von 204 Punkten gründlich aus. Mag. Eisenbart führte nun mit 954:743, doch ließ Hobacher nicht locker. Mit einer Serie von 179 Punkten stellte er das Spiel beinahe wieder ein, doch beendete daraufhin Mag. Eisenbart rasch den zermürbenden Kampf mit 1000:927 (mit einem Durchschnitt von 22.72:21.07). Arn zweiten Brett reifte indessen die Partie Ing. Bricelj—Bender zur Entscheidung heran. Die Gegner be-kani])ften sich mit ganz verschiedenen Waffen. Bender, der Meister der lan-wn und indirekten Stöße, hatte gegen Ing. Bricelj, der auch das kleine Spiel gut beherrschl, einen schweren Stand, koimte aber zu Beginn die Führung kräftig behaupten. Erst nach fünfstündigem Kampfe konnte Ing. Bricelj mit drei schönen Serien von 70, 56 und 83 Punkten die Partie für sich enlscheiden. Das Resultat lautete 1000: 915, Durchs{:hnill 14.70:13.45. Beide Spieler waren völlig erschöpft, zumal die Entscheidung erst nach ti'/.. Stunden fiel und für beide eine kraftraubende Nervenprobe bedeutete. Im Ge-samtbewerb siegle Ljubijana somit 6:2 t)t^i einem Durchschnitt von 77.91:74.18. geführt. Der Name April stammt von dem lateinischen Aprills, ursprünglich Aperilis; aperire heißt »öffnen«. Nicht nur der Boden öffnet sich, um Millionen Gräser und Blumen hervorzulassen; auch die Knospen und Blüten springen auf. Der römische Dichter Ovidius leitete allerdings Aprills von Aphrodilis (Aphrodite) ab. Kaiser Karl der Große nannte den April Oster-monat. Der Landmann sagt: »Stellen Blät ter an den Eichen schon vor Mal sich ein, gedeiht im Lande Korn und Wein.« — »Verblühen nur die Kirschen " gut, auch Roggen im Blühen dann was Rechtes tut.Jadran8ka straia« in Maribor, die am 7. Mal am Hauptplatz feierlich enthüllt werden, spendeten als Gedenknagel für den Schaft je 100 Dinar u. a. nachstehende Herren und Damen bezw. Firma und Organ'sa-tlonen: Franz Hergouth, J. Bablc, Kmet-ski hranilnl in posojilni dorn, Paul Kun-stek, Ma.\ König, Dr. Franz Hojnik, Caro & Jellinek, Papierfabrik CerSak, Ad-iati- Grösste Auswahl Cestenveikauf bti Nachlass! SAm^liches Sehne aeuuge^töi i von besten u. billigsten Stoffen für Herren-, Damen-und Mäntel^ Kostüme, hui}eriasm"ntely IJntf'*rmen lür Offiz'ete und Eisenbahner sow.e Loden ou bekannt tiefsten Pteiscn im Manufakturwaienhaus Ceiki magazin MmribQrrn Ullem tO. ofciol»r« Samstag, den 1. Aprl! I93Ö. ^Maribofcr Zeitung« Nummer 75. Kovac, Dr. Eduard Bu£ar, Anton Feiertap; Martinz & Strauß, F, Kneser, Gertrud Hochmüller, Othmar MegliC, Dr, Benjamin fpavtc, Kaufleuteinnung und Kris'all A. 0 — alle in Maribor, ferner Nikola v. Jur-koviö (Radvanje). Dr. Jos. Komljanec und Ladislaus JerSe in Ptu], Dr. Ferdinand Graf Atems (Slov. Bistrica), Alexander Balkanyi (Dolnja Lendava), Georges Bargate (Mezica), Mr. Karaman (Sloven' Gradec, Feuerwehr Liutomer» Ljudska posoiilnica (Celje), Köllner & Sohn (Slo-venska Bistrica), die Ortsgruppen der »Jadranska straia« in St. Ilj, Sv. Jurij. Ptuj und Jasa Tomiä u. a. m. An der Autobuslhrie Maribor—Sv. Peter verkehrt der Autobus mit heutieom Tage wiederum um 6 Uhr ab Maribor und um 6.30 Uhr ab Sv. Peter. m. Eine Sandervorstelhmg des Olyiti-piafflmes, 2. Teil, findet Sonntag, den 2. April um 10 Uhr im »Esplanade«-Ton-kino für die Mitgliedschaft des Sportklubs »iSeleznldar« bei ermäßigten Preisen statt, m. In der Volksuniversitit wird heute, Freitag, ein Film Ober Afghanistans Land und Leute gedreht. Die einleitenden Worte spricht Prof. B. S t u p a n. III, Bei der Beisetzungsfeier für den Industriellen Emst Eylert wirkten nicht nur die Sänger des Männergesangvereines, sondern auch der Liedertafel mit, eine Feststellung, die in unserem Bericht versehentlich unterblieben war. m. Eine Zahntechnikerschule wird ins Leben gerufen werden. Eine entsprechen-ile Verordnung gab jetzt der Minister für Sozialpolitik und Gesundheitswesen heraus. Darnach werden die Zahntechniker diese Schule, deren Unterricht ein Jahr dauern wird, besuchen und sich dann einer Prüfung unterziehen. Erst dann erhalten sie das Recht, ihre Praxis aufzunehmen. Absolventen ausländischer Anstalten dieser Art haben sich im Iniande ebenfalls einer Nachtragsprüfung zu unterziehen. >> Billige und prima Uhrreparaturwerk* Stätte; für jede Uhr Garantie bei M. II-gerjev sin, Gosposka 15. 393 m. Mariborer Gewerbetreibende nach Mailand. Der Verband der Gewerbevereine in Ljubljana veranstaltet einen Au-tocaräusflug vom 22. bis 25. April zur Mailänder Mustermesse, an der sich auch Mariborer Gewerbetreibende 'beteiligen werden. Abfart von Ljubljana Samstag, den 22. April um 13 Uhr {vom Wolkenkratzer). Der Fahrpreis und die Verköstigung sind sehr niedrig bemessen. Eingehende Informationen erteilt der Slow. Gewerbevcrein in Maribor, Vetrinjska ul. 11/L nr. Schneebericht des »Putnlk«. — 31. März 1939. s>Senjorjev dorn«: —5 Grad, sonnenklar, 30 cm Pulver auf ,50 cm hoher Unterlage. Petzen: —2 Grad, sonnenklar, 95 cm Firnschnee. :^Mozirska plani-na«: —3 Grad, bewölkt, 70 cm Pulver. :>Kocbekov dom«: —6 Grad, 220 cm Pulver. Die Skifähre ist überall ideal. ni. Fahrraddiebstähle und kein Endo* Oem Tischlergehilfen Mirko K a u b c kam gestern in der Trzaska cesta ein Nero-Fahrrad mit der Evidenz-Nummer 24.412 abhanden. — Ein gleichfalls gestohlenes Fahrrad wurde gestern auf einer Wiese neben dem Gutsbesitz »Brandhof« aufgefunden. Das Rad ist mit der Evidenznummer. 2-136905 gekennzeichnet. 4ns Siiti p. Todesfall lui Jurovec ist der dor-tigf Ix.'.kunntc. Gastwirt u. Bäckermeister Gustav Penn im Alter von 61 Jahren tMtn'i Bis Freitag, den 31. März versehen die S V. Are h-.A p o t h e k e (Mag. pharm. Vidmar) am Hauptplatz 20, Tel. 20—05, und die Magdalenen-Apotheke (Mag. pharm. Savost) am Kralja Petrn trg 3, Tel. 22-70, den Nachtdienst. Unter Freundinnen. »Du, der Hut, den du drei Jahre hast, paßt gut in der Farbe zu deinem Kleide.^-rt-Mag sein. Und der Schirm, den ioJi vor vier Jahren bei dir stehen ließ, paßt herrlich zu deinem Mantel.^ »Mariborcr Zeltungc Nummer 75. 6 StmstAg, den 1. April 1930. 3)ie QSI^rlttuarrnmärne MITTEILUNGEN DES HAMBURGISCHEN WELTWIRTSCHAFTSARCHIVS Baumwolle. Am amerikanischen Bauniwollmarkt wartet man noch immer auf eine positive Entscheidung über die kommende amerikanische Baumwollpolitik. Es sind in den letzten Tagen verschiedene widerspruchsvolle Meldungen darüber verbreitet worden, von denen die eine besagt, daß der Ausfuhrunterstützungsplan des Landwirtschaftsministers Wallace beschleunigt durchgeführt werden soll, um damit den Baumwoilmarkt zu entlasten, Angcblich ist ein Fonds von 40 Mill. Dollar bereitgestellt worden, aus wcicheni die Baumwoliausfuhr mit 4 cts je Pfund subventioniert werden wird. Einstweilen denkt man daran, die Leihbestände aus dem Jahre 1934 mit rund 1.6 Mill. Ballen aufzulösen. Der Fonds soll aus Zollein-nahnien dauernd wieder aufgefüllt werden und deshalb auch ständig und nicht nur einmalig verfügbar sein. Nach anderen Meldungen denkt man nicht daran, einen offenen Dumping-Export vorzunehmen, sondern auf eine andere Weise, die bisher noch nicht erläutert wurde, die Bestände abzubauen. In Aegypten befindet man sich in einiger Sorge wegen des Absatzes langstapeliger Sorten. Der indische Einfuhrzoll auf Rohbaumwolle wird das bisherige Exportgeschäft dorthin wahrscheinlich beenden, man glaubt aber, daß der spanische Markt zukünftig wieder so aufnahmefähig wird, daß dieser Ausfall wettgemacht werden kann. Getreide. Die Umsätze an den Getreidemärkten entsprachen im allgemeinen dem Stand in den Vorwochen, wenngleich die leichte Belebung sich weiter durchzusetzen vermochte. Für Nationalspanien sind, wie erwartet, größere Abschlüsse in Argentinien vorgenommen worden, man spricht von 200.000 t Weizen, 15.000 t Gerste und 15.000 t Hafer, die in den nächsten! drei Monaten zur Verschiffung gelangen sollen. In den Vereinigten Staaten hat sich die Nachfrage allgemein etwas be-lebl, sodaß die Preise etwas anzuziehen vermochten. Unklarheit besteht darüber, ob die französische Regierung in die jetzt geplanten Vorratskäufe auch Getreide ein beziehen will. In England klagt man über mangelnden Lagerraum für die vorhan- denen Bestände. Man will jetzt enger mit dem Handel zusammenarbeiten, um günstigere Voraussetzungen für die Lagerung — und wahrscheinlich auch für die regelmäßige Erneuerung der Bestände — zu schaffen. Metalle. Obwohl auch die Metallpreise zunächst von der Abwärtsbewegung der letzten Woche erfaßt waren, hat sich hier der Preisstand doch recht bald wieder gehoben. An sich hatten die Metallmärkte am wenigsten von einer politischen Spannung zu befürchten, da man der Ansicht ist, daß ein etwaiger Minderverbrauch im regulären Geschäft leicht durch steigende Rüstungsaufträge wettgemacht werden würde. — Am K u p f e r m a r k t wies die amerikanische Statistik für Februar zwar ein weiteres Anwachsen der Vorräte auf, aber die Zunahme hat sich bereits verlangsamt, was auf die Wirkung der Restriktion zurückgeführt wird. — Für dieZin nproduze ntenist jetzt die Entscheidung über das Ausmaß der Restriktion im zweiten Viertel gefallen. Die Bechränkung wird auf 40 Prozent gegenüber bisher 45 Prozent festgesetzt, es fallen aber die 10 Prozent fort, die bisher für den Pufferpool erzeugt werden konnten. Das Bedeutet, daß dem Markt die 40 Prozent voll zugeführt werden dür fen, während es bisher netto nur 35 Prozent gewesen sind. Der Pool hat seinen bestand also aufgefüllt und hält sich jetzt nur noch zur Abgabe bereit, sofern der Zinnpreis 230 Pfund übersteigen sollte. Man betrachtet die Lage also recht optimistisch, und zwar hauptsächlich vom Verbrauch der USA her, dem man ein starkes Ansteigen für die nächste Zeil voraussagt. — Der B I e j m a r k t verzeichnete eine festere Haltung. Das Kartell hat seine erste Sitzung abgehalten, an deren Anschluß erklärt wurde, daß eine Erzeugungsbeschränkung, deren Ausmaß nicht mitgeteilt wurde, von den Teilnehmern beschlossen worden ist. Die Vorräte konnten im erster Halbjahr des Bestehens des Kartells bereits erheblich abgebaut werden. — Am Z i n k markt war ebenfalls eine bessere Stimmung zu verzeichnen, die sich auf erhöhtem Auftragseingang gründete. a?erffn(>crää6te Ljubijana, 30. d. Devisen, Berlin 1776.12—1793.88, Zürich 095—1005, London 206.70—209.90, Newyork 4398—4458 Paris 116.70—119, Triebt 232.55—235.65; deutsclic Clearingsschecks 13.80, engl. Pundf 238, im freien Verkehr 258. Zagreb, 30. d. S t a a t s w e r t e. 2%% Kriegsschaden 465—467, 4% Agrar 60— 62, 4% Nordagrar 61.50—0, 6X Begluk 89—90, 6?^ dalmatinische Agrar 89—90, 1% Stabilisationsanlei'he 98—98,50, 7% Invesiitionsanleihe 100—102, 7X Blair 93.50—94, 8% Blair 99—100; Agrarbank 226—0. X Die SozialversicherungspfHcht kostet die Wirtschaft Slowenien fast 100 Millio-, nen Dinar jährlich, wobei die Pensions-1 Versicherung der Angestellten nicht berücksichtigt ist und die ebenfalls sehr große Summen ausmacht. Das Kreisamt für Arbeiterversicherung schrieb den Arbeitgebern für das vergangene Jahr Beiträge in der Höhe von 99,9 Millionen vor, u. zw. 51.3 Millionen für die Krankenversicherung, 15.6 Millionen für die Unfallversicherung, 20.6 Millionen für die Altersversorgung der Arbeiterschaft, I0.2j Millionen für die Arbeitsbörse und 2.2 Millionen Dinar für die ArbeitejJMng-fainpf Zu den Osterfelertage,n d. J. am 9. und 10. April, werden in Slavonski Brod die jugoslawischen Ringkampfmeisterschaften zur Entscheidung gebracht. Bisher haben sich die bekannten Schwerathletik-klubs von Zagreb, Sombor, Subotica, Beograd und Maribor ajngemeldet. Unsere Stadt werden die heuer wiederholt erfolg! reich hervorgetretenen Ringkämpfer des SSK. Marathon vertreten, die in den bisher durchgeführten Qualifikationskämpfen ^ eine imponierende Form aufzeigen konnten. Der Staatsmeistertitel wird in allen, Gewichtsklassen zur Vergebung kommen,' sodaß so manchem Mariborer Vertreter; eine Chance winkt. Da auch der Bäcker-j Sportklub mehrere Kämpfer zu entsenden beabsichtigt, wird unsere Stadt mehr denn je würdig vertreten sein. OfQmvia-Xdfl am 18.3uit{ Der alljährliche Olympia-Tag wird heuer am 18. Juni abgehalten werden. Der Tag wird der Propaganda des olympischen Gedankens gewidmet sein, aus welchem Anlaß verschiedene sportliche und turnerische Veranstaltungen zur Abwicklung kommen werden, deren Gesamt erlös dem Fond für die Entsendung der jugoslawischen Nationalmannschaft zu den Olympischen Spielen nach Helsinki verwendet werden wird. Minister Djuro e j 0 v i <5 hat bereits ein diesbezügliches Rundschreiben an alle Tum- und Sportorganisationen gerichtet und alle zur Mitwirkung eingeladen. Außer Wettkämpfen sollen auch Vorträge über die Bedeutung der Olymnischcn Spiele in allen Orten des Staates abgehalten werden. : Bau eines modernen Sportstadions in Slav. Brod. In Slav. Brod, wo zurzeit vier Sportplätze vorhanden sind, wird von der Stadtgemeined ein großzügig an gelegtes und mit allen modernen Errungenschaften ausgstattetes Sportstadion errichtet werden. Slav. Brod ist um mehr als dre Hälfte kleiner als Maribor. : Peter Radacher amerikanischer Skimeister. Bei den jetzt zum Abschluß gebrachten amerikanischen Skimeisterschaften, die in Sunvalley (Idaho-Westamerika) zur Entscheidung standen, wurden die Titeln von Europäern entführt. Bei den Männern überholte der Salzburger Peter Radacher durch die bessere Placierung im Springen den vor ihm liegenden Schweizer Walter Prager, so daß Radacher Sieger der Viererkombination und damit Meister von USA wurde. Bei den Frauen sicherte sich in der Zweierkombination Erna Steuri (Schweiz) vor ihrer Landsmännin Nini von Arx-Zogg und der Amerikanerin Mac Kean den Titel. : Geschlagene Favoriten in Alless]. im italienischen Kurort Allessi geht gegenwärtig ein internationales Tennisturnier vor sich, an dem sich auch PunCec beteiligt. PunCec schlug in der ersten Runde den Italiener del Bello mit 6:0, 8:6. Dagegen gab es einige Überraschungen: Kuoel (Italien)—Henkel 8:6, 6:1, Stingl (Deutschland)—^Menzel 6:3, 3:6, 6:2, Vo-diCka— de Stefani 6:2, 6:4, Horakova— Hammel 6:4, 6:1, Somogyi—Hein-Müller 6:3, 13:11, Schumann—Hella Kovaö 12:12 zurückgetreten. : Neuer Weltrekord im Schwimmen. Der junge amerikanische Schwimmer Richard Hough hat seinen erst vor weninren Wochen aufgestellten Rekord im 200-Yards-Brustschwimmen mit 2:22,2 unterboten. Bei einem Hallenfest in Ann Arbof .im Staat Michigan erzielte Hough die großartige Zeit von 2:22. Samstag, den 1. April 1939. y ;iunnelrraffnung j^artoidD Selirftotoe Der roMiHr OlprilfcOea der jemoM infsrnlcrt tourOe Der kühnste Aprilscherz, der jemals inszeniert wurde, trug s'ch vor einer Reihe von Jahren in England zu. Die Vorgeschichte zu diesem, man muß schon sagen, gigantischen Aufsitzer war kurz folgende: Der Hafen für die Ueberfahrt nach England vom westlichen europäischen Kontinent ist nicht London, sondern Harwich an der Stour-Mündung. Am jenseitigen Ufer liegt das Seebad Felixstowe. Da der Stour an seiner Mündung so bre't Ist, daß eine Ueberbrük-kung nicht in Frage kommt, muß man, um von Harwich nach Felixstowe zu gelangen, den weiten Umweg über London —Ipswich machen. Um die Verbindung Harwich—Felixstowe abzukürzen, tauchte der Plan auf, e'nen Tunnel unter den Fluß zu bauen, durch den beide Orte verbunden werden sollten. Das Projekt scheiterte bisher an dem großen Kostenpunkt. Ein Spaßvogel machte sich aber das gleiche Projekt zu eigen und baute darauf einen Aprilscherz auf, der ebenso kühn wie genial durchdacht war. Wenige Tage vor dem 1. April erhielten hunderte von Automobilbesitzern eine in Golddruck gehaltene und auch sonst vornehm ausgestattete Einladungskarte, die folgenden Text aufwies: EINLADUNG zur feierlichen Eröffnung des Tunnels Harwich—Felixstowe. Natürlich war der Einladungskarte ein genaues »Eröffnungs-Programm« feelge-schlossen, in dem d e »Einfahrt der Automobile in den feenhaft beleuchteten Tunnel« als der »Höhepunkt des Tages« bezeichnet wurde. Außerdem war jedem AulomoblHsten, der sich an dieser einzig- art'gen Festlichkeit beteiligen würde, »ein in Leder gebundenes Andenken«, das die ^>Baugeschichte des Riesentunnels enthält^', versprochen worden. Die Auffahrt der Automobile hatte vor dem Greal Eeastern Hotel in Harwich zu erfolgen. Die E niadungen waren von einem »Manager Mr. L i r p a« gezeichnet. Von rückwärts gelesen, lautete dieser Name — April. Der Spaßvogel konnte sich gratulieren: Es war ein Bombenerfolg? 1500 Automobile erschienen am Morgen des 1. Apr l vor dem Hotel in Harwich. Zu ihrem nicht geringen Aerger mußten die Auto-mobil sten h'er die betrübliche Mitteilung zur Kenntnis nehmen, daß sie einem Spaßvofjel, der nie se'ne Anonymität gelüftet hatte, grUrdlich aufgesessen waren. Sch. de über eine neue »epochale Erfindung« Edisons berichtet: das »ewige Hemd«. Die ses »ewige Hemd« hatte den Vorteil, daß es ein ganzes Jahr lang getragen werden konnte. Der Besitzer eines solchen »ewigen Hemdes« brauchte bloß die 365 Blätter, aus denen das Hemd hergestellt war, ähnlich wie bei einem Kalender herabzureißen, um immer ein blütenweißes Hemd TU tragen. Diese Reportage hatte für Edison geradezu katastrophale und von der betreffenden Zeitung sichcrlich nicht beabsichtigte Folgen. Aus der ganzen Welt liefen in seinem Sekretariat Bestellungen auf das »ewige Hemd« ein. Hätte er tatsächlich ein solches Hemd erfunden. Edison wäre über Nacht zum reichsten Mann der Welt geworden. Ein ganzes Jahr lang verfolgten den Erfinder die Bestellungen auf das »ewige Hemd«. Straßentumult wegen eines Aprilscherzes. Einen eher bübischen als tollen Aprilscherz leistete sich vor einigen Jahren ein unbekannt gebliebener Spaßvogel in Budapest. Vor einem Hause in einer Straße im Stadtinnern versammelten sich am 1. April in den frühen Morgenstunden Mädchen und Frauen. Es wurden immer mehr, so daß die Polizei Ordnung machen muß te. Die Frauen erklärten den Polizisten, daß im Kleinen Anzeiger einer Tageszeitung ein Inserat erschienen war, in dem in dem genannten Hause Arbeiterinnen mit einem Stundenlohn von 50 Heller gesucht werden. Die Polizei recherchierte bei den Parteien, doch wußte niemand etwas von einem Inserat. Inzwischen waren fast drei hundert Frauen erschienen. Es kam zu lär menden Kundgebungen. Fensterscheiben wurden eingeschlagen, der Straßenverkehr geriet ins Stocken. Schließlich mußte Polizeiverstärkung herangeholt werden, die die aufgeregten Frauen zerstreute. Die sei* Spaßvogel wäre zweifellos gelyncht worden. Korsische Selbstjustiz. A jaccio (Korsica), 31. März. In Ba stia kam es zu einem aufregenden Kampf zwischen zwei Fischern namens Carlos Desideri und Filippo Campana. Beide waren in einer der belebtesten Straßen der Stadt in einen heftigen Streit geraten, in dessen Verlaufe beide plötzlich ihre Pistolen zogen und wild aufeinandere loszufeuern begannen, während die Stra-ßenpassanten panikartig auseinanderjagten. Die zwei Kampfhähne blieben wie durch ein Wunder unverletzt, dagegen wurden zwei Straßenpassanten so schwer verletzt, daß sie Ins Krankenhaus geschafft werden mußten. Die zwei Revolverhelden wurden verhaftet. Schreckenstat eines Wahnsinnigen. Brünn, 30. März. In der Ortschaft Jilmowi bei Tischnowitz kam es zu einer blutigen Familientragödie, die zwei Todesopfer forderte. In einem Anfalle von Gelstesgestörtheit erschoß der sechzig- >Mariborer Zeitung^ Nummer 75. tährlge Rentner Josef Zabil seine dreizehnjährige Stieftochter und verbarrikadierte sich hierauf in seinem Hause. Als sich einige Bewohner der Ortschaft dem Hause nähern wollten, eröffnete der Wahnsinnige ein wütendes Gewehrfeuer auf die entsetzt auseinanderjagenden Leute. Eine aus Brünn herbeigerufene, mit Tränengasbomben ausgerüstete Gendarmerieabteilung drang in das Haus ein, wo im Flur die Leiche des Mädchens gefunden wurde. Der Wahnsinnisre schoß sich beim Eindringen der Gendarmeric eine Kugel in den Kopf und konnte gleich falls nur mehr als Leiche geborgen werden. Den Nebenbuhler in den Schweinestall gesperrt Bukarest, 29. März. In der Gemeinde Holod (Komitat Bihar) trug sich eine tragikomische Eheaffäre zu. Der Landwirt Anastasiu Popa rächte sich an seinem Nebenbuhler, den er bei einer unerwartf-ten Heimkehr bei seiner Frau antraf, aut eigenartige Weise. Zunächst verprügielto er seinen Nebenbuhler gründlich, dann fesselte er ihn an Händen und Füßen und warf ihn in den Schweinestall, den er ab sperrte. Er ließ Ihn erst wieder frei, als ihm 5000 Lei »Schmerzensgeld« zugesagt wurden. Der Nebenbuhler aber zahlte die Summe nicht, sondern ging zu Gericht, das den zweimal betrogenen Bauern wegen Freiheitsberaubung zu 2000 Lei Geldstrafe verurteilte. Gemeindesekretär ermordet. Prag, 29. März. In der Nähe der Ortschaft Wolmschloß bei Brüx ereignete sich ciii bisher noch uniufgeklärfor Kr.iib mord. Der Gemeindesekretär I'riedridi Rauchfuß aus Wolmschloß wurde mit zer trümmerter Schädeldecke tot aufgefunden. Alle Wertgegenstände, die Rauchfuß bei sich getragen hatte, waren spurlos verschwunden. Von dem Mörder fehlt bisher noch jede Spur. Tanzmusik in historischer Mühle. Die bekannte Mühle de la Galette am Montmartre ist von der französischen Re-g'erung als »historisches Denkmak erklärt worden. Die Sorgen der Einwohner von Paris, daß dieses aus dem 17. Janv-hundert stammende Wahrzeichen verschwinden könnte, finden dam't ein Ende, 200 Jahre lang mahlte die Mühle Getreide, dann standen ihre starren Augen eines Tages still und heute b'ldet sie ein Zentrum des Pariser Vergnügungsviertels. »Die Mühle mahlt heut-e Musik^:. sagt man in Paris. In Frankreich sind durch das Einküad-System die Onkels und Tanten ganz rar geworden. Budtiesdiau b. Qrlmnenstoiu. Von Hjalmar Kirtzld^ Historischer Roman. Leinen 4.80 RM. Verlag Georij Westermann, Braunschweig. Hjal-mar Kutzleh ist vor allem durch seine zcü-kritischen Gegenwartsromane ond durch de^i Kroßangeleg'en Arminius-Roman !>Der erste Deutsche«, in dem er mit einem ^eltsemäßeii Geschichtsbild neue Wcgo geht, bekannt ^ worden. In meinem Buch •'GritnmenstciTi< greift Hjalmar Kutzleb eine sonst wenig beachtete Episode der deutschen Geschichte iiaü den Krieg um den Grimmens ein und die Stadt Go'ha, der halb Europa wenn nuch nur wenise i\i\onate in Atem hielt und die Züge seiner Zeit, der ausgehenden Renaissance, sozusagen in einem Bilde sammelt. Kutzleb erfüllt den geschichtlichen Rahmen seines Buches mit den erregenden Soannungen lebendiger Vorgänge und menschlicher Ausein-andersc zungeni die über den zeitlichen Abstand eine nahe Brücke schlagen und so den geschichtlichen Handlungsverlauf in die Greifbarkeit unmittelbar teilnehmenden t5r-lebens rücken. b. Zwei Welten und eine Wahrheit. Von Katharina Stankovic. Verlag Broschek Co., Hamburg. Preis ^eb 6.50 Mark. 388 Seiten. Die Verfasserin ist die Gattin eines hohen Offiziers in der seinerzeitigen österreichischen Kriegsmarine, Im vorliegenden Buch erzählt sie ihr Leben. Der Bericht beginnt mit den Jußpnderlebnissen in einer kleinen slowakischen Garnison, in den Wiener Salons und auf den großen Landgütern Ungarns. Das Werk schließt mit einem Besuch in Genf, einem Kongreß des Pen-Klubs und der Weltausstellung in Paris 1937. Die Verfasserin treibt keine Politik. Umso lehrreicher Ist es, wie sie die Welt sieht und beurteilt. b. Mode und Heim. Illustrierte Halbmonats-schntt für die Frau. Nr. 3. Preis pro Hett 50 Pfennig. Mit BeitrSgen, Modebcrichten, Anleitungen, Schniltmnstem, Roienton iisw Vertag W. Vobach Ä- Co,, Berlin und Leipzit." QSDiflrnfd^aftlldDe 3lpriifd&rr)( DIE RÄTSELHAFTE GRABINSCHRIFT. — EIN KATALOG NICHTEXISTIEREN-DER BÜCHER. — EIN APRILSCHERZ, DER WIRKLICHKEIT WURDE. Die Geschlchtc der Kuriositäten kennt viele Beispiele von wissenschaftlichen Aprilscherzen, die sich manche Gelehrte in ausgelassener Laune erlaubt haben. Der geistreichste ist zweifellos die Inschrift, die von dem englischen Archäologen George Stevens in einen alten Stein eingeritzt worden ist und in den fünfziger Jahren des vorigen Jahrhunderts in der ganzen Gelehrtenwelt größtes Aufsehen erregt hat. Man suchte Lösungen der rätselhaften Inschrift, von der Fachleute behaupteten, daß sie aus der Römerzeit stammte und die Inschrift auf dem Grabe irgend eines Prokonsuls darstellte. Sie lautete: Bene .\s T, H. TH. Isst Onere Pos et H. Claud. Coster Trip E S Ellero F. Imp nl. Ct. Onas Do TH HI SC ON SOR T. I. AN E. Niemand kam auf den Gedanken, die Punkte zwischen den Buchstaben wegzustreichen und die Buchstaben richtig aneinanderzureihen. Dann hätte sich nämlich ein englischer Text herausgeschält, der in deutscher Uebersetzung lautet: »Unter diesem Stein ruhet Claud. Coster, Kuttelverkäufer aus Impington mit seiner Frau Jane«. Sogar Darwin soll sich den Kopf über den Text zerbrochen haben. Einen anderen Aprilscherz ähnlicher Art hat sich — gleichfalls in der Mitte lang den einzigen Gesprächsstoff. Die Zeitung, die Über das sonderbare Ereignis berichtet hatte, erfreute sich eines reißenden Absatzes. Als die öffentlichkeit erfuhr, daß es sich nur um einen Aprilscherz gehandelt habe, war die Aufregung ungeheuer. Poe mußte sich wochenlang verborgen halten, um nicht gelyncht zu werden. Niemand fiel es ein, daß der grobe Unfug in Wirklichkeit eine kühne Zukunftsvision, die nicht einmal ein Jahrhundert später zur Alltäglichkeit werden sollte, war. 2iotle tlprilfiterfie Der gefährlichste Tag des Jahres. Daß der 1. April einer der gefährlichsten Tage des Jahres ist, wird niemand bestreiten. Jeder von uns Ist doch irgendwie inmal in den — »April geschickt« worden. Und man muß schon verdammt aufpassen, wenn man nicht jedes Jahr in irgend eine April-Falle geraten will. Die lieben, guten Freunde, die ja jeder von uns hat, lauern doch darauf! Der Henker von Versailles. Der berühmte Schriftsteller Henri Mon-nier leistete sich einst folgenden Aprilscherz: Als Monnier am 1. April in einem - I Restaurant sein Mittagessen einnahm, des vorigen Jahrhunderts der bekannte winkte er plötzlich den Zahlkellner zu Historiker Chalons ertaubt. Er ließ den | sich heran und flüsterte ihm zu: Katalog einer Buchsammlung drucken. Die Auktion dieser Bücher sollte ausgerechnet am 1. April stattfinden. Abschriften des Kataloges wurden an namhafte, Büchersammler verschickt. Der Katalogj Der Kellner zuckte zusammen und hat-verzeichnete Unika, von denen man wuß-|te nichts eiligeres zu tun, als dem Besit-te, daß sie nur in der Bibliothek des Va-|zer des Hauses zuzuflüstern, daß der Hen tikans vorhanden waren. Am Vorabend ker von Versailles unter seinem Dache der Auktion erschienen Bücherfreunde weile. aus allen Ecken der Welt in der Stadt I Der Wirt begab sich zu dem betreffen-Stavelot, m der die Auktion stattfinden den Mann und ersuchte ihn ebenso höfsollte. Man kann sich die Entrüstung der , lieh wie dringend, sofort das Lokal zu bebrillten Bücherwürmer vorstellen, als verlassen. Sic am nächstci Tag erfuhren, daß garl »Wenn man Sic erkennt, würde mir das keine Auktion stattfände. Mit leeren Hän- schaden!« entschuldigte er sich, den kehrten die gelehrten Bücherfreunde | Wieso schaden?« fragte der Gast ver-heim und sahen von einer Klage wegen dutzt. »Kennen Sie den Mann dort?» Der Kellner verneinte. »Was, Sie kennen den Henker von Versailles nicht?« groben Unfugs ab, um sich und ihre Bücherkenntnisse nicht zu blamieren. Edgar Allan Poe, der bekannte amerikanische Dichter, hat sich gleichfalls einen »Wissenschaftlichen« Apnischerz ertaubt. Am I. April 1844 brachte eine »Nun ja, als Henker von Versailles...« »Wer ist der Henker von Versailles?« »Siel« »Und wer hat Ihnen das gesagt?v »Der Mann dort drüben I« Der angebliche Henker musterte Mon Newvorker Zeitung eile sensationelle nier, der ruhig seinen Braten verzehrte, Meldung von einem lenkbare« Luftballon, längere Zeit und sagte dann plötzlich, der in drei Tagen den Atlantik überquert als würde er sich an etwas erinnern* rf.H '"Ir »Ach ja. richtig, das ist ja der Raub- Charles on in VirRinm gelandet sein sol-I ,„ördcr Courzler, der zu lebenslänglichem te. ts folgten am nächsten Tage Einzel- verurteilt wurde.« heiten und die neugierigen Leser konnten erfahren, daß die beiden kühnen Ozean-flieo'er auf die Namen Moran und Hol-'and hörten, während der Name des Ballons »Viktoria« war. Diese Nachricht ver- Nun war die Reihe an Monnier, schleunigst das Lokal zu verlassen. Edisons »ewiges Hemd«. Einen nicht minder tollen Scherz lei- setzte die ennze Revölkerunc der USA in stete sich einst ein Newyorker Blatt. In fieberhafte Erregung und bildete 14 Tageleiner groß aufgemachten Reportage wur- >iMariborer Zeitung« Ntiminer 75. 8 Samstag, den 1. AprH }fl89. HSiim Aieäpei KUin« Ansalgar» koAtan 60 Pap« pro Wort. In (i«i> RWlk „Korr*. •pondanz" 1 Dinar / Dt* lnMf«tonatMJ«r (3 Dfnar blfe <40 Wort* 7*60 Dinar fOr grfiMar* Ansalfan) wM httanäa»« / DU Mlndaattan* fOr «in« klaln* AnK«lqa b>lrtt* TO D(fM9> / FOr dl« Zu* •andung von chlffr.BH«fan lat «InaOaMhr von 10 afUf an , Anfragan lat aina Gabühr von 3 Dinar InPeatnnarkan ^|||j||yeMl aiaar l^tciffuivklkäll ^ 9Wwß Maribor paß auf! Schmack-Iiaftes süQes Bauernbrot und Dr. Kofflers Gesundbrot bekommen Sie nur im Backhaus Robaus Naclif, Rakuäa, Korogka c. 24. 2062 Strumpf- und Strlckwarenla-ßer »MARA«, Oroinova 6. 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Freunden unÜ Bekannten die traurige Nachricht, daß ihre innigttgeliebte, unvergeßliche Gattin, Mutter, Großmutter, Schwiegermutter, Frau Therese Perlco, geb. Glanfschnig SchlosserpvtieNihrengattki in Studenci. den 31. März 1939 um H4 Uhr früh, plötzlich Im 59. LebemjahK gottei^ geben verschieden ist. Das Leichenbegängnis der unvergeßlich Dahingeschiedenen findet am Sonntag, den 2, April 1939 um 15 Uhr, von der Leichenhalle In Pobreije aus auf den Magduenen-Friedliof statt. Die hl Seelenmesse wird am 3. April 1939 um 7 Uhr hi der Josefi-Kirche in Studenci gelesen werden. Mari bor, Villach, am 31. März 1939. Franz, Gatte; Sieriried, Raknund, Edgar, Hilda und Erna, Kinder; Elise, Schwerster; Elsa, Maria, Christi, Schwiegertöchter; Sonja Alfons, Ren6, Egon, Enkelkinder. 2864 Separate Parte werden nicht ausgegeben. «CHUTZMARKE ROTBART Ell lauK idm olK lidi? ROMAN VON HANS JOCHEN VON PLEHWE Copyright 1937 by Aufwärts-Verlag. Berlin SW 68 11 Sie ist -um meinetwillen hier, denkt er. Wie seltsam! Um meinetwillen? »Warum sind Sie gekommen?« fragt er. Seine Stimme klingt ihm selber unbekannt. Dieses schöne, lachende Gesicht mit den großen schwarzen Augen und der Duft im Raum nehmen ihm fast die Besinnung. Ist er denn betrunken? Nein, er hat den ganzen Nachmittag gearbeitet, er hat all die Monate gearbeitet, nur gearbeitet. Was ist da plötzlich Fremdes zu ihm gekommen, welche Macht hat diese Frau? Ihr Mund lacht — schöne Zähne zwischen schönen Lippen. Sie steht auf. Sie stemmt die Hände in die Taschen ihres lichtbraunen Schneiderkleides und stellt sich vor ihm hin. »Na, warum wohl?« lacht sie. »Weil ich Sie wiedersehen wollte!« Er senkt den Blick. Der gleitet Über die Seiten des Buches — Gott, nur noch zehn Tage bis zum Examen! —, tiefer hinab bis zu ihren Schuhen aus gefeldertem Leder. Schlangenhaut, denkt er. »Erinnern Sie sich noch an unser Gespräch damals? In der Klinik, ja? Damals sagte ich Ihnen: Es geht an zwei Menschen nicht spurlos vorüber, wenn zwischen ihnen geschieht, was zwischen uns geschehen ist. Das war keine Liebe, dieser dauernde Zwang in mir, während der letzten Wochen immer wieder an Sie zu denken. Nein, es ist Ihr Blut, das in mir kreist; verstehen Sie, es bindet mich an Sie, es ruft mich zurück zu Ihnen, wenn ich fern bin. Ich liebe Sie nicht. Ich liebe niemand mehr — nein. Aber ich mußte noch einmal zu Ihnen zurück, ich mußte ganz einfach. Mehr kann ich Ihnen nicht sagen.« Sascha Stein lacht nicht mehr. Hinter der kosmetisch geschaffenen Modelarve ist ein starkes, eigenwilliges Gesicht aufgewachsen, alle glatte Süßigkeit ist ausgelöscht, Sehnsucht und Getriebensein steht iti ihren Zügen. Die Brauen sind gewaltsam hochgereckt in die blasse, gepuderte Stirn und lassen die Atigen noch größer erscheinen. »Ich bin auf der Bühne abgestempelt als »Vamp«, wie die Amerikaner sagen, als Frau, die Männer zugrunde richtet, sie aussaugt und zerstört. Vielleicht ist das wirklich so? Vielleicht bin ich ein Vampir, der Menschenblut trinken muß?« Nun lacht sie wieder, aber es ist ein anderes Lachen als zuvor, ein wildes Lachen mit breitem Munde. »Ich habe dein Blut getrunken, Junge!« sagt sie. »Du gehörst mir!« Sie legt ihm die Arme um den Hals und zieht ihn zu sich heran. Quitt, Quitt, wo bist du? Ach, Quitt ist so fern, sie hat seine Liebe allein gelassen in der Welt. Sie kann ihm nicht helfen. Wie schön ist diese Frau, wie verdammt schön! Ihr Mund... »Ihre Sprechstundenhilfe ist ein besonders aufmerksames und gefälliges Mädchen, lieber Doktor!« sagt Frau Geheimrat Sack, während Doktor Birk ihr Rezept schreibt. »Da haben Sie wirklich einen guten Griff getan.« »Ganz Ihrer Meinung, gnädige Frau — ich weiß, was ich an ihr habe«, sagt Dok- tor Birk und setzt seinen Namenzug unter di« Verordnung. Quitt, die der alten Dame in den Mantel hilft, ist sehr rot geworden. Sie liebt es nicht, so direkt gelobt zu werden. Es ist natürlich angenehm, daß eine so anspruchsvolle Patientin mit ihr zufrieden ist — aber Quitt wäre es lieber, wenn sie diesen Beifall nicht selbst mit anzuhören brauchte. Doktor, Birk steht auf. »Ich würde Sie gern am Freitag wiedersehen, gnädige Frau, sagen wir um halb zwölf, wenn es Ihnen dann paßt.« Quitt wagt nicht, ihn anzusehen. An manchen Tagen kann sie nicht die Augen zu ihm aufschlagen. Sie fühlt sich dann so erfüllt von ihrer Liebe, so bis zum Über fließen angefüllt; es ist ganz unmöglich, daß sie ihn ansieht, ohne daß ihr alle Liebe und Verehrung aus den Augen strahlte. Sie hält den Blick gesenkt, während sie der alten Dame den seidenen Mantelkragen ordnet. Und doch ist es gleich, wohin sie schaut, sie sieht ihn immer, immer. Die hohe Stirn, die schmalen Schläfen mit dem grauen Schimmer im dunklen Haar, die braunen, ernsten Augen. Ach, und den Mund, diesen schmalen, kühnen Männermiind — wie sie ihn Ijebt, diesen Mund... »Nun, ich glaube, nun sitzt mein Kragen doch wohl, liebes Fräulein — Sie sind sehr sorglich«, unterbricht Frau Stark Quitts Gedanken. Sie nimmt das Rezept aus Doktor Bitks Hand entgegen und läßt sich von ihm zur Tür begleiten. »Bis Freitag also, lieber Doktor. Schönsten Dank, auf Wiedersehen!« Quitt Öffnet ihr die Flurtür. Frau Geheimrat Starck ist eine kleine, häßliche Dame von vielleicht sechzig Jahren, die sehr viel Sorgfalt auf ihre Garderobe verwendet. Sie hat Quitt schon häufig Beweise ihrer Wertschätzung gegeben, sie hat eine irgendwie scharmante Art» zu sprechen^ der man sich nur schwer ent- ziehen kann. Heute nun hält sie beim Ab' schied Quitts Hand länger als notwendig zwischen den schmalen, glacölederbeklei-deten Fingern. »Liebes Fräulein Petersen — wenn Sie eines Abends mal gar nichts Besseres vor haben, als ein paar alten Leuten Gesellschaft zu leisten, dann machen Sie mir und meinem Mann doch mal die Freude, zu uns zu kommen. Wir wohnen Bismarckstraße 16.« Quitt macht eine Andeutung von dem, was sie vor vielen Jahren in der Tanzstunde als Knicks lernte. »Vielen Dank, gnädige Frau, es ist sehr freundlich von Ihnen, ich werde sehr gern einmal kommen.« »Vielleicht interessieren Sie sich für mo derne Kunst? Mein Mann ist ein eifriger Blldersammler, wir haben sehr schöne Sachen. — Also ich zähle auf Sie, unsere Rufnummer finden Sie ja im Buch.« Quitt bekommt einen freundlichen Blick und Frau Geheimrat geht die Treppe zu ihrem Wagen hinunter. Ihre breithüftige Figur im schwarzen Seidenmantel wirkt von hinten noch unglücklicher. Quitt hat natürlich sofort an Barbaras Bilder gedacht, als Frau Starck von der Sammelleidenschaft ihres Mannes sprach. Vielleicht ist es möglich, den alten Herrn für die Arbeiten der Freundin zu interessieren. Aber auch davon ganz abgesehen, wird Quitt gern einmal das alte Paar aufsuchen. Frau Geheimrat Starck hat sie so besonders herzlich eingeladen. * Es ist ja Leichtsinn, ja, es ist Sünde, man kann es ansehen wie man will — und doch, es ist herrlich. Es ist ein Rausch, der schon jetzt in jeder stillen Stunde Pein und Selbstvorwürfe zeugt, aus dem das Erwachen furchtbar sein wird. Aber es ist ein Rausch, der diesem trüben, dumpfen Leben goldene Flügel leiht. Und können Berauschte denn an morgen denken? Chefredakteur und für die Redaktion verantworllicli: UDO KASPER. — Druck der „Mariborska tisUarna" in Maribor. — Für den Herausgeber und den Druck vcraulwortlich Direktor STANKO DI'^TELA, Ü^de wohobalt in Maribor