ai 4S Sonntag den 16. Aprlt 187S. IV. Jahrgang. vi« .«ubur,«r üettuna« «tschei^ Mittwoch »od S-eit-,. Priist — sar Marburg! gan,>Shrig S fl., h-ldjährig » fl., «iertchihri, t fl. so tri für »»stell«», _Ms Hau» monatlich 10 kr. — mit Postversendtlng: ganziahng 3 fl., halbjahrig 4 fl., vierteljährig z fl. ZnsertionSgebühr s kr. pr. Seile. Kit Aasgltichsdaatr «nd die Magyartn. Marburg, 15. April. Ungarn will bei Erneuerung der Verträge nur eine Dauer von zehn Jahren zugestehen, während unser Ministerium darauf dringt, für eine Reih» von Jahrzehnten abzuschließen. Wir begreifen die entschiedene Weigerung der Magyaren. Vermögen es die Herren, diesmal UN» wieder in eine Zwangslage zu bringen und ihre Forderung wi»er ohne die geringste Einschränkung durchzusetzen, dann sind sie nach zshn Jahren sattelfest genug, das Errungene auf eben so lange Zeit zu behaupten und den Kampf um noch gtjnstigere Bedingungen aufzu-nehmen. Müssen dagegen die Magyaren jetzt auch nur auf einen Theil ihrer Ansprüche verzichten, so ist dies ein scharfer Sporn mehr, die Ver-traasdauer möglichst abzukürzen. Dann wird jenseits der Leitha über oie Knauserei und Un» gerechtigkeit der Oesterreicher gewettert in Wort und Schrift, und schon einige Jahre vor Ab' laus der Frist wird die Forderung Ungarns erneut in dritter, vermehrter und verbesserter Auflage. Werden also wieder Verträge unterzeichnet, dann müssen wir in Erwägung aller staatlichen und wirthschastlichen Gründe eine längere Dauer bestimmen — vorausgesetzt das Eine und Erste, daß unsere Bürde nicht schwerer geworden. Zur Geschichte des Tages. Die Minister Ungarns haben zu Wien nur „die allergemäbigtsten Wünsche der gemäßigten Politiker verdolmetscht". erklären die Halba»ntlichen von Pest-Osen. Gnade uns der Gott der Magyaren, wenn diese einmal zu den „allergerechtesten Forderungen" übergehett! Die grobmächtliche Diplomatie wird sich jetzt, nachdem ihr die Friedensversuche in Bosnien und in der Herzegowina nicht gelungen, mit der „Lokalisirung" des Ausstandes beschäftigen ein Ziel, welches viel Schweiß verursachen, aber troddem unerreicht bleiben dürfte. Die freisinnige Presse Englands sagt dem Herrn Disraeli und seinen Amtsgenossen bittere Wahrheiten. Die Staatsleitung habe ihr Ansehen eingebüßt, werde sichtlich schwächer und könne die Mehrheit der Vertretung ein Mnisterium nur wider die Gegner, nicht aber gegen es selbst schützen. Vermischte Nachrichten. ^Stimmrecht der Frauen.) Die Republik Chili ist der erste Staat, welcher die politische Gleichberechtigung der Frauen durchgeführt. Das Stitnmrecht ist nur an den Besitz der Volljährigkeit uich die Fähigkeit zu lesen und zu schreiben geknüpft. Chili ist bekanntlich der weitaus blühendste und bestorganisirte Staat in Slldamerika. (Landwirthschaft. E r b s e n k ä s e r.) Aus Rußland findet eine bedeutende Ausfuhr von weißen Erbfen statt, welche solche Unmassen von schwarzen Käfern enthalten, daß sie dem gekochten Erbsenbrei eine schwärzliche Farbe verleihen. So ergab eine Uiltersuchung, daß in 420 Erbsen sich 80 lebende Käfer besanden, welche so groß waren, daß sie den ganzen inneren Raum der Frucht ausfüllten. Der Erb» senkäser ist ein ungefähr fünf Millimeter langer Rüsselkäfer; er findet sich zur Blüthezeit auf den Erbsenpflanzen ein und legt seine Eier an die ganz junge Schote, worauf nach wenigen Tagen die jungen Larven sich in dieselbe und in die kleinen Erbsenanfänge einfressen. Die Larve bildet sich noch vor dem Winter zum Käfer aus. Da sich das Dörren der Erbsen u. s. w. als nutzlos erwiesen hat, so dürfen die mit dem Käfer besetzten Erbsen nicht als Saatgut benützt, sondern müssen möglichst zeitig verfüttert werden. (Brandgefahr und Nachbarhilfe in Ungar n.) In Zboro, Sarofer Gefpantlschast, sind am 7. d. M. 26S Wohngebäude sammt Nebengebäuden, die Pfarrkirche und zwei Maierhöfe abgebrannt und blieben nur 10S Häuser unversehrt. Ein Gutsbesitzer jener Gegend schreibt der „N.Fr. Presse" ausführlich darüber und berichtet unter Anderem: Der Stuhlrichter ersuchte das Bürgertneister-amt der benachbarten, eine Meile entfernten königlichen Freistadt Bartfeld schriftlich um Sendung einer von ihren Feuerspritzen. Niemand kam zur Hilfeleistung. Der Herr Bürgermeister würdigte uns keiner schriftliche»! Erwiderung, sondern ließ durch den Kutscher Ihres Berichterstatters sagen, er sei schon zu Bette und er werde ohne Einwilligung der General-Versammltlng der Herren Bürger keine Spritze senden! Anwesende Bauern aus den benachbar-ten Gemeinden, besonders mehrere ruthenische Bauern aus den imhegelegenen galizischen Dörfern, verweigerten jede Hilfeleistung, und erst nach Erpressung baren Geldes trugen sie einen oder den andern Gegenstand aus dem Bereiche der Flanunen, ja Vieles aus dem Bereiche — des Eigeitthums. Die Einwohner suchten und A e u i r r e t o n. Fra«) Ktil, Vtoplastiktr. Von Adam Wolf. (yortse^ung.) 1666 erschien dieses Relief: „der Schneeberg in Unterösterreich"; M^selben Jahre die „Karte des VenedigerS" in» Jahrbuch des öster-reichifchen Alpenve^xMes, und 1867 die vorzügliche „Karte der Umgebung von Salzburg", Sr. Hoheit dem Erzherzog Ludwig Viktor gel^ In zehn Jahren hat dieser Mann mit eitler wunderbaren Arbeitskraft tnehr als 30 Plan- und Reliefkarten geliefert. Die Reliefs aus den deutschen Alpen sind sein bedeutendstes Werk und das Größte, das bisher durch die Krast eines einzelnen Privaten geleistet wurde. Sie haben alle Erfordernisse guter Reliefkarten; eine sichere wissenschastliche Grundlage, eine vollendete technische Durchführung und eine Naturtreue ohne Gleichen. In der gelehrten Welt bestand damals noch ein Mißtrauen gegen Reliefkarten, weil die meisten allgemeinen Karten dieser Art durchaus mangelhaft und mit der Wahrheit im Widerspruch waren. Wer jedoch die Karten Keils gesehen und mit kundigem Auge geprüft hat, wird ihre wissenschaftliche Bedeutung, ihren Ntltzen für den geographischen Unterricht wie für die allgemeine Anschauung nicht verkennen. Alle Fachmänner, itamentlich Peterinann, von Sydow, Dove, Direkter Vogel, in Oesterreich Steinhauser, Siinony, HallSlab, Sonnklar u. A. bezeichneten Keils geoplastische Arbeiten als die vortrefflichsten und gelungensten Leistungen ihrer Art, wenn ihnen überhaupt irgend welche ebenbürtig zur Seite gesetzt lverden könneil^ydow schrieb 1860 in Petermanns Mittelungen: .Wir können uns kein besseres Erinnerungsbild denken für den, der die erhabene Gruppe des Großglockners mit eigenen Augen geschaut, und können in de»l Grenzen der gebotenen Verklei-nerung kein besseres Jnstruktionsmodell einpfehlen für den. der sich eine richtige Vorstellung von der großartigen Alpennatur machen will. Nächst der unmittelbaren Wirkllng getvähren so richtig entworfene Reliefs wie die Keil'schen noch den großen Vortheil. photographische Bilder abneh-meil zu können, welche das Versländniß der Kartographie in überraschender Weise vermittelt!." Petermann selbst schrieb 1861 über die Reliefkarte von Berchtesgaden: „Sie ist die schönste derartige Arbeit, die uns bis jetzt be- kannt geworden. Die treue Nachbildung der verschiedenen Formen, gehoben durch ein geschmackvolles Kolorit, ruft die Erinnerung an die entzückenden Ansichten jener Gebirgswelt auf das Lebendigste wach. Man lvürde aber Keils Arbeiten keineswegs gerecht werden, wollte man sie nur als Kunstwerke beurtheilen, sie hallen vor Allem einen bedeutenden Wissenschaft« lichen Werth. Weit entfernt, sich mit den vorhandenen Kartelt und Höhenniessungen zu be« gnügen, stützt er sich überall auf eigene Anschauung und Messungen, so daß seine Karten auf fortgesetzten, sireng gewissenhaften Forschun gen beruhen." Es fehlte Keil altch iticht an ätlßerer An erkennnng: 1856 wttrde er Korrespondent der k. k. geologischen Reichsanstalt in Wien — 1858 Ehrenmitglied des Ferdinandeums in Innsbruck, 1859 korresp. Mitglied des Vereines fi'lr Geographie ittFrankfurt a. M., 1864 Ehrenmitglied nnd Meister des freien deutschen Hochstiftes im Göthehause zu Frankfurt, 1866 korresp. Mitglied des Vereines für Salzburger Landeskunde ; 1862 erhielt er die Ehrenmedaille bei der Londoner Industrieausstellung und 1866 von Sr. Majestät dem Kaiser von Oesterreich die große goldene Medaille für Kunst und Wif-senschast. Damals, Ansatl^s der Sichzige»Jabre, 8 ! suchen Trost in Unmassen vou Branntwein. Es ist traurig und empörend, solche Zustände mit anzusehen. Ihr Berichterstatter ging jede Stunde zwischen den brennenden Häusern. Es war sehr beklemmend, die zahllose Menge brennender Objekte zu sehen; aber schauerlich war eü anzusehen, wie gar Niemand Hilfe leistete. Die orthodoxen Israeliten hatten Sabbath und Beginn ihres Osterfestes; die Bauern zauderten, warfen stinkende Gier auf die Dächer, streuten Salz, brannten geweihte Gegenstände, beteten und fluchten in einem Athem und glaubten, daß dies genüge, damit ihre Häuser nicht ver^ brennen. Die Bauern und Handwerker l^lieben beim Branntweintrinken, bei mehreren hundert gleichzeitig brennenden Objekten waren kaum zehn Menschen zu sehen — und diese nur als Zuschauer." (Selbstmorde in Oesterreich.) Das letzte Heft der „Statistischen Monatsschrift" bringt eine Abhandlung von Dr. I. Platter über die Selbstniord« in Oesterreich in diesem Jahrhundert; am Schluße gelangt der Verfasser zur folgenden Betrachtung: Der Selbstmord hat in Oesterreich in diesem Jahrhunderte stetig und in rascher Progression zugenonnnen und in den jüngsten Altersklassen weitaus am meisten. Der Grund liegt wohl in keinem einzelnen Umstände oder Verhältnisse, solldern in oer allgemeinen Gestaltung der Dinge, webhalb die Zahl der Selbstmorde nicht nur in Oester^ reich, sondern in ganz Europa stieg. Der charakteristische sociale TypllS der Gegenwart ist das nervöse Jagen und Drängen nach Erwerb, welches auch die Menschen häufiger allS dem Leben jagt. So sehen wir auch in Oesterreich, daß die industriellen Länder der Monarchie, Niederösterreich, Böhmen, Mähren und Schlesien, die höchste Selbstmord-Freqllenz ausweisen. Nur darf man aus dieser Thatsache keine voreiligen Schlüsse ziehen, wenn es sich uni wissenschaftliche Probleme handelt. Die angeführte Ursache der Selbstmorde ist weder die einzige, noch die mächtigste. In einzelnen Fällen muß man sogar zugeben, daß von zwei Meilschen, welche dasselbe Schicksal erlitten, und von denen dereine sichtödtet, der andere nicht, der Selbstmörder oft der sittlich bessere war. Hiezu tritt noch, daß die Selbstmord-Frequenz in Europa weitallS am größten bei den germanischen Völkern evangelischen Glaubens ist, also bei den tüchtigsten, fleißigsten, reilüichsten, aufgeklärtesten, bestregierten, während die Katholiken und Romanell. Griechen und Slaven wäre die Zeit geweseil, Keil als öffentlichen Lehrer zu gewinnen oder sein geoplastisches Institut auf Staatskosten zu übernehinen, um eine Zahl Schüler heranbilden zu lassen. In einer beispiellosen Verkennung ließ man jedoch den Mann unbeachtet und seine reiche Thätigkeit ungenützt. In Amerika oder Nußland hätte Keil für ähnliche Arbeiten gewiß eine gesicherte Stellung erb^n. aber bei uns war kein Raum für ihn. ^el ÄeX Anerkennung hervorragender Fachmänner ztlckten andere, we»nl von ihin die Nede war, hochMthig die Achseln; er war ja nicht Doktor und'^atte die regelrechten Universitäls-studien nicht ^urchgenmcht. In den leitenden Kreisen schien ^lan damals noch gar nicht das Versländniß zu haben für die Geographie als ein selbstständige^ Fach, als die Krone und Frucht aller Naturwissenschaften. Sie wurde nur als Hilfsmittel für die Geschichte und das nur nebenher in den Mittelschulen, an der Uni-versität gar lncht gelehrt. Erst jetzt fäligt man an, eigene Lehrstühle für Geographie zu grün-den, und es wird eine Zeit koinnlen, in der unsere Jungen Keils Arbeiten stltdiren nnd seinen Namen mit Ehrfurcht nenuen werden. (Schluß folgt.) eine weit geringere Frequenz zeigen. In Oester-reich speziell fallen auf je eine Million Katholiken 52^, Griechen 519, Evangelische l;42 nnd auf eine Million Juden 1K9 Selbstniorde. Die Zahl derselben ist nlithin bei den Evangelischen vierm^ü so groß als bei den Juden, deneir man doch hiemit gewiß nicht eine um so viel höhere Sittlichkeit zuerkennen will. In Oesterreich treffen auf eine Selbstmörderin nohezn fünf Selbstmörder, wie denn überall die Selbstniord-Frequenz bei dem weiblichen Geschlechte nngemein viel geringer ist, als beinl männlichen. Sollten die Frauen in Oesterreich etwa sittlich um das Füllffache besser stehen, als die Männer? Wie sich aus den absoluten Verhältnissen gar nichts schließen läßt auf die sittliche Qualität, die ihnen zu Grunde liegt, so auch läßt sich aus der Bewegung in der Selbstmord-Frequenz gar nicht auf den Fortschritt oder Rückschritt in der sittlichen Natur der Gesellschaft schließen. IliarbmUr Reiichti^. Sitzung des Gemrinderathes vom l l. April. (Echlttß.) Nach Eröffnung der Spezialdebatte über die Friedhofs-Frage verliest der Berichterstatter Herr Max Baron Nast die eitlzelnen Punkt» des Kommissions Antrage'; der erste lautet „Es ist ein Centrol-Friedhof ans Gemeindemitteln zu errichten." Herr Johann Girstmayr beantragt, es müsse wegen der Wichtigkeit des Gegenstandes über diesen Punkt namentlich abgestimmt werden. Herr 5iagy erklärt sich gegen den Eentral-Friedhof; die Gemeinde brauche eilien Beerdigungsplatz, der zu jeder Zeit passirbar ist; es könnten hier aber Fälle eintreten, wo dies nicht niöglich wäre. Durch eineil Central-Friedhof würde diesem Uebelstand lücht abgeholfen und es lnüsse darunl zwei Friedhöse geben — siir jedes User einen. Herr Dr. Lorber meint, wenn dies der einzige Grund gegen den Central-Friedhof sei, dailn werde ja zugestailden, daß die übrigen vollkommen richtig. Würde die hölzerne Drau-brücke weggerissen, dann bliebe noch die Eisenbahn-Brücke; daß alier diese jemals durch Ge-mentar-Ereignisse zerstört werdell könnte, sei gar nicht denkbar; die Möglichkeit einer feindlichen Invasion sei nicht anzunehmen. Herr Johann Pichs allerkennt, daß in Ernianglung genügenden Belegraumes in St. Magdalena etwas geschehen müsse; in der Stadt sei die Friedhofs-Frage ebenfalls sehr dringlich geworden. Der Nedner ist keill Gegner de« Eentral-Friedhofes, hält aber das Vermögen der Genleillde jetzt noch fiir zu schwach, uin einen solchen zn errichteil. Herr Dr. Lorber verweist allf den vierten Pnllkt des Kolnlnissionsantrages, wo man das Nöthige vorgesehen. Es l)alldle sich darnill, vorzubeugen, daß nicht in zehn Jahren Einer kolnlnt und sagt: Nehnlt dell Volkc-garten her und eriveitert den Friedhof. Herr Max Baron Nasi betont, daß gegen-lvärtig nicht eine Ausgabe in Frage sei, welche die Geuieiilde schwer belaste. Hier seieit zlvei Fälle luöglich: Der Gelneinderath habe sich eilt-weder für oder gegen die Anlegung eines Cen-tral-FriedhoseS anSznsprechelt. Die Errichtung des Eentral-Friedhofes stehe iln Zusainmenl)allge nnt zwei Maßregelil: Der Friedhof in St. Magdalena ulusse iln Laufe dieses Jahres gesperrt werden, jener ill der Kärntiler-Vorstadt könne noch zehn Jahre benützt werden. Zur Anlegllng eilles Eeiltral Friedhofes sei inl ge^ genwärtigeil Angenblick keine Belastnng der Gemeinde erforderlich, lveil der Grllnd bereits Eigenthuln der Genleinde sei. Die Anlage von jlvei Joch eiilstlveilen für St. Magdalena verursache lmr llllbedeutende Kosten für die Ein-zännung und für eiil Kreuz; die Todtenkmnmer und das Todtellgräberhaus bleiben einstweilen, wo sie eben sind. Der erste Punkt wird bei llamentlicher Ab-stilnmung mit großer Mehrheit angenommell. Für deilselben erkläret: sich die Herren : Albens-berg, Badl, Bindlechner, Dr. Duchatsch, Fetz, Fischer, Karl Flucher, Hartmann, Janschitz, Friedrich Leyrer, Lobenwein, Dr. Lorber, Pe-ternell, Pichs, Ferdinand Baroil Rast. M»ix Baron Rast, Dr. Schmiderer, Felix Schlniedl. Der Herr Bürgermeister schließt sich gleichfalls dieser Mehrheit an. Dagegen aber slilninen die Herren: Johann Girstmayr, Halbärth, Holzer, Assessor Nagl), Fr. Stampfl und Sim. Wolf. Der zweite Punkt des Komllnssonsantrages befagt, daß der Central-Friedhof auf dem flämischen Theftllgrullde in der Gemeinde Rothwein errichtet werden soll. Herr Dr. Lorber stellt folgendell Minder-heitsantrag: „Der löbliche Geineinderath wolle beschließen: Es sei die zur Errichtuilg des Friedhofe« nöthige Grundfläche im Flächeninaße von 15 Joch von den gegenüber deil Geineinde-Thesen-gründen jeilseits Bahn liegenden Grüilden allzilkallfen; evelltuell sei die Frage zu vertagen. Der Errichtung des Friedhofes auf den Ge-lneinde-Thefengrüllden stehen entgegen: Die unlnittelbare Nähe der Heerstraße, in der Länge von 500 Schritten — die unllnttelbare Nähe der Hänfer — der Ulnstand, daß die Gelneinde-Thefellgrüllde »nit Servituten belastet sind — der Ulnstaild, daß die Geineinde-Thesengründe, weil unmittelbar an der Heerstraße gelegen, einen größeren Werth repräsentireil, als der Ailkaufspreis der anderen Grüilde beträgt." Zur Begrülldung diefes Antrages fagt Herr Dr. Lorber, daß die Entfernnng des fraglichen Platzes nur vierhulldert Schritte lveiter sei, daß dort ein Joch nur 400 bis 450 fl. koste, der städtische Thesengrnird habe läilgs der Reichsstraße eine AuSdehnullg voll fünfhulldert Schritten und eine Tiefe von sechzig Schrittell; ver-kallfe man denselben in Parzellen von 500 bis 600 Quadratklaftern zu Bauplätzen um deil Preis von 400 fl., fo gebe dies fünfzig bis sechzig Baustellen und ein Kapital von 20000 fl. für die Gelneinde. Und würde ein Bauplatz auch nur uln :^00 fl. verkallft, so gewinne die Geineinde 15000 fl. — so viel, als die Errichtung des ganzeil Central-Friedhofes koste. Die Einwelldung, es kanfe sich dort Nle-lnalld an, läßt Herr Dr. Lorlier llicht gelteil. Es würden dort gewiß kleille Häuschel» erbaut, wenn lnan nur den Grulld erwerben köilnte. Die städtischen Thesengründe liegen ebeil wie ein Tisch und lnüßten dieselb.'n nlir so abge-theilt werden, daß hillten nichts übrig bleibt. Diese Grullde unlilittelbar all der Heerstraße sein viel mehr werth, als die anderell jeilseits der Elsenbahn. Die Rothlveiner protestiren gegen die Errichtung des Friedhofes all der Straße und dalul feien die städtischell Ä)esen' gründe mit Servitlltell belastet; dort ftien nälillich Fahrlvege zn den rNcklvärts gelegene»l Aeckern, welche den Rothlveiueril gehöreli, die llicht auf ihr Recht verzichten lverden. Die Gemeinde habe keill Geld, um diese Grüllde an-znkallfen? Es seien aber nnr 6500 fl. nöthig, welche dllrch eiile Umlage von 1"/„ beschafft lverden könlleil, gegen die >vohl keill ^Äarbllrger eillen Protest erheben lverde. Die Grüllde, welche gegen die Errichtllng des Friedhofes beiln „Waldtoili" angeführt worde>l, sprecheli auch gegen die Alllegung desselben an der Reichsstraße. Herr Max Baron Rast entgegnet, daß die Einwendung hinsichtlich der Fahrwege nicht in Betracht koinnle ulld konlle läilgS der Eisenbahn eille Straße angelegt werden. Dieser Platz soll zn öffentlichen Zwecken verivendet werdeil und sei darllln die fragliche Lervilnt kein Hin-derniß; da» Gesetz gestatte die Aenderullg, lvenn den Betreffenden nur die Möglichkeit gegeben sei, auf ihre Aecker zu gelailgen. Der Ankalif eines anderen Grundes sei nur durch «ine Anleihe von 8000 fl. möglich; die Anlegung einer Straße koste 800 bis 900 fl., die Erhaltungskosten für die Strabe seien auch bedeutend, während die Reichsstraße »ins gar keine Anslagen verursache. Der Besitz dieser Thesengrttnde sei nicht sehr wertlwoll; in der lebhaften Bauperiode vor dem großen Krach habe dort Nieniand bauen wolleil. Weini man diese Gründe parzellire, so könntcn sich wohl für die Plätze an der Neichüstraße Käufer fin^ den, nicht aber für die hinten gelegenen. Die Errichtung des Friedhofes auf den städtischen Thesengründen enlpfehle sich dringend, insbesondere wegen der Finanzlage der Gemeinde. Herr Ferdinand Baron Rast besürwortet den Antrag der Kommission. Die Mehrheit des Gemeinderathes habe sich für den Central-Friedhof ausgesprochen. Die Adaptirung der bereits der Stadtgemeinde gehörigen Grüilde sei wohlfeil. Die Anlegung des Friedhofes jenseits der Eisenbahn habe den Uebelstand, daß man die Eisenbahn aus der Pettauerstraße pas-siren müsse, wodurch Störungen unvermeidlich werden. Die Erhaltung des Weges sei theuer, während uns die Neichsstraße als gllter Weg sehr zu statteil komme. Werden an der Neichs-straße Häuser gebaut, so haben wir den Friedhof nebell denselben und rufen wir dadurch hier wieder ins Leben, was dort sanitätswidrig sei. Herr Tr. Lorber erwidert, daß in Folge der Anlegung des Friedhofes jenseits der Bahn derselbe gerade von den Häusern wegkomme; dort l)ittten würde nlali keine Häuser bauen. Eine Ueberlegung der Feldwege sei nicht möglich, weil inzwischen Privatgründe liegen und brauche sich Niemand eine Ueberlegnng gefallen u lassen Werde der Friedhof jenseits der Ei-enbahn errichtet, so führe eine glinz gute Feld-straße dahin: es sei also keine neue anzulegen, sondern nur die vorhandene etwas zu erweitern. Zur Geldbeschaffung genüge eine Umlage von 1"/o uud sei eine Anleihe nicht nothwendig. Bauplätze an der Reichsstraße müssen so weit gehen, als die Gründe reichen und und seien dort hitlten solche nicht zu verkaufen. Der Herr Vicc^Bürgeuneister srägt, ob man nicht mit den Besitzerti der jeilseits der Eisenbahn gelegenen Grllnde einen Tausch eill-gehen könnte? Es wäre im Interesse dieser Besitzer, k'ie Thesengründe an der Reichsstraße zu erwerl^en und uns die iln igen zu überlassen. Herr Girstmayr spricht für deil Antrag der Kommission. Die Gründe an der Pettauer Straße (Thefenantheile) kosten pr. Joch 400 fl., die entlegneren 200 fl. Die Anlegung uud Erhaltung der Wege seien theuer, denn es müsse sür eine ordentliche Zusilhr gesorgt werden. Für die Thesengründe erhalte die Gemeinde 100 fl. Pacht. Wenn die Gemeinde diese Grüllde zu einein Friedhof verwende, so habe sie gar keine Kosten und sei dieser Platz auch viel schöner. Bezüglich der Finanzsrage sei zu be» denken, daß wir nicht wieder eine Uuilage beschließen dürsen und wären wir gezwungen, behufs Errichtung des Friedhofes jenseits der Eisenbahn eine Anleihe zu machen. Der Herr Bürgerineister hebt oen Widerspruch hervor, daß man durch die Mittel zur Realisirung des fraglichen Zweckes das Gegen-theil von dem erreiche, was nian anzustreben vorgebe. Die Servitutswege ki)nnen ohne Zustimmung der Interessenten nicht beseitigt wer-den. Jeder Friedhof, welcher neu angelegt werde, müsse vierzig Klafter weit von den Häusern entfernt sein nild bestehe auch eine Verordnung, daß Friedhöfe an Reichs-Hanpt-straßen nicht angelegt werden dürfen. Es sei nicht blos Marburg hier maßgebend, sondern auch die Ortsgemeinde Rothwein, welcher die Sanitätspolizei zustehe. Die Errichtung des Central'Friedhofes auf dem städtischen Thesen« grnnd werde nicht zur Ausführung gelangen. Das Wort ergreifen noch die Herren: Girstmanr, Dr. Lorber, Dr. Reiser und Max Baron Rast. Dem Antrage des Herrn (^^irstmayr entsprechend wird über den zweiten Pnnkt mit Namensruf abgestimmt; für diesen Punkt entscheiden sich die Herren: Albensberg, Badl, Fr. Bindlechner, Dr. Duchatsch, Fetz, Fischer, Joh. Girstmayr, Halbärth, Hartmann, Holzer, Jan-schitz, Frd. Leyrer, Lobenwein, Peternell, Pich», Ferdinand Bar^Rast Max Bar. Rast, Franz Stampfl, Dr. Schmiderer, Simon Wols; dagegen stilnmen die Herren: Karl Flucher, Dr. Lorber, Dr. M. Reiser als Vorsitzender. (Vom Schwungrade ersaßt.) In der Brettersäge des Gutes Oberburg wurde am 5. April die Dienstmagd Maria Poglednik vom Schwungrade erfaßt und einigeniale derart herum geschlendert, daß nnn der Tod erfolgen dürfte. (Wegen derbefferen Hälfte todt-geschlage n.) Joseph Lovretsch in Sakuschag, Gerichtsdezirk Pettau, gerieth ani 7. d. M. auf vem Rückwege vom Weingarten mit seinem Weibe in Streit und raufte sogar mit dieser besseren Hälfte. Von seinem Schwager auf den Kopf geschlagen, flitchtete Lovretsch in den Weingarten zurück, wurde aber verfolgt, eingeholt nnd mit Hilfe von fiinfBllrscheil ans der Nachbarschaft mißhandelt, zuletzt stieß man ihm einen Rebenpfahl in den Kops. Der Verletzte starb auf der Stelle und blieb die Leiche dort bis zum nächsten Abend liegen. Alle sechs Thäter befinden sich in gerichtlicher Haft. ^Bl itz.) In St. Marein hat der ^'litz in das Wohnhaus des Grundbesitzers Gg. Emitsch geschlagen, gezündet uud einen sünfzehnjährigen Knaben getödtet. Emitsch, welcher einen Theil seiner Habe zu retten suchte, liegt an Brand, wnnden slerbenskrailk danieder. Der Feuerschaden beträgt 1000 fl. iZinnerne M ünze n.) Dem Bezirksgerichte Luttenberg wurde der Grundbesitzer Thomas K. von Muratzen eingeliefert, weil er in Wernsee siebeil falsche Zwanzigkreuzer-Stücke ausgegeben. Diese bestehen allS Zinn nnd sind leicht erkennbar. (Beraubt?) Vinzeilz Vermouz, Gruild-besitzer in St. Georgen bei Cilli, behallptet^ daß ilin zwei Unbekannte bei Anderburg ütier-fallen und beraubt; er findet aber keinen Glau« ben und dürfte er wohl im Rausche mit diesen Männern gestritten, beim Sturze in den Straßen^ graben Hut ilild Brieftasche verloren haben. (Arbeit er-Bildung s verein.) Morgen Vormittag 10 Uhr findet eine Sitzung dieses Vereins statt. (Walldervers alnmlllng der Biene il-züchte r.) Aln Dienstag findet hier eine Wan' dert)ersannnlnng des steiermärkischen nnd des nntersteirischen Bienenzncht-Vereins statt Die Verhalldlnllgeil beginnen Vorinittag 9 Uhr itn Physiksaale der Ober-Realschnle lilit Vorträgen ül'er Bienenzucht luld iverden diese in deutscher nnd sloveiüscher Sprache gehalten, llln I Ilhr versannneln sich die Theilnehnler zu einenl ge-lnelnschastlichen Essen im Gasthofe des Herrn Wol)lsch!ager, wo nach Beendigung des Mahles eine Ausstellung von Bienenvölkern, Bienen-wohiulngen nnd Geräthen sür Bienenzucht eröffnet wird. A,l den ausgestellten Gegenständen werdell praktische Demonstrationen vorgenoninleil. Die Versanlnllung nnd die AllSstellling verdienen lvegeil der Relcheit luid Bedelitnng der Sache die regste Betheiligung (Festausschuß sür deil Weinbau-koilgreß.) Am d. M. faild inl Kasino eine freie Bürgerversamnllung statt, nnl einen FestanSschnß zum Einpsang der Mitglieder des ersteil österreichischen Weinbankongresses ztl wählen; dieser An^schuß l'esteht ans folgenden fünfundzwanzig Herren: Dr. M. Reiser —Dr. F. Duchatsch — Roman Pachner j. — Karl Pachner — AlbeilSl^erg -- Quaildest — Fetz — Friedrich Lehrer — Dr. Schniiderer — Franz Stanipfl — Weiilgllts-Verwalter Jos. ^^öschlügg — Dr. Lorlier — Adolf Zwetler — Assessor Ragy — Janschitz — Ingenieur Tschebnl — Ferdinand Baron Rast — Dr. Slschnig — Thomas Götz — Badl — Frailz Bindlechner — Michael Vtarco — Professor Schnabl — Jngellienr Nagy — Dr. Mulle. Letzte Post. . arundfStzlich, Einigung zwischen beiden Regi-rungen soll bereits erfolgt sein. Am Dienstag findet ein gemeinsamer Ministerrath nnterm Borsttz de» Kaisers statt. Blätter nennen das Drei-Kaiser-BÜndniß ein Unterpfand deS euroväi si^en KriedenS. Eingesandt. Ein nener OrtSschnlrath. In jüngster Zeit hat sich in St. Lorenzen an der Kärntnerliahn der neue Ortsschulrath konstituirt, welcher aus lauter intelligellten Mit< gliedern und Freundeil des wahreli Fortschritte», somit auch der uenen Volksschule besteht. Schon bei seiner ersten mn 1). April l. I. abgehaltenen Sitzung, in der fast alle geehrten Mitglieder erschienen, und in welcher sehr viele nlld lobenswerthe Beschlilsse gefaßt wnrden, beinerkte man ganz delltlich das edle Streben lind den wahren Eifer um das Wohl lind das rechte Gedeihen der hiesigen Volksschule. Sehr wünjchenSwerth ist es nur, daß sich der rege Eifer nnd das hohe Interesse sämnlt-licher Mitglieder deS löblicheil Ortsschulrathes auch in der Folge bewähre» lnöge, weil sich dalln die Bewohner von St. Lorenzen ganz rnhig der angenehmen Hoffnllng hingebe,l köil-»len, daß nnter der tüchtigen llild energischeil Leitullg des neuen Oberlehrers die obwaltenden Mißstände bald behoben, die Schnlzustände geregelt, und die bisher etwas stiefmütterlich be^ handelten Schulkiilder einem edleren Ziele eilt-gegen geführt werden. — X. — E^ittgesandt. An „mehrere Schulfreunde" in Unter-Kötsch. Ihr werdet sicher wissen, daß Euer „Lehrer" Herr Johanil Nedelko scholl einnlal im Mar« lnirger Priesterhans Theologie studirt hat, daß er aber ausgetreten ist, um sich der Schule zu lvldmeil. Ihr werdet auch wissen, daß Herr Nedelko nicht lnehr Euer „Lehrer" ist. sondern sich wieder iln Priesterhans befindet, nni ein „geistlicher Herr" zu lverden. Das habt Ihr nnn voil Eltrenl gescheidteil Eillgesandt! Ench verdanken wir es, daß ül'er Herrn Nedelko in lliltei-Kötsch die Erlenchtuilg gekommell ist, der uenen Schule zll eiltsageil nnd sich zu einenl Diener der streitelldeil Klrche vorzllbereitell. Hättet Ihr Euer Maul gehalten, so lväre ^vielleicht dieser Eiltschlnß ilie gefaßt worden Elirein Frevel wird auch noch die Strafe sol gen, wenn nicht gleich auf denl Fuß. so doch nach eilligei' Jahren. Waü ll'erdtt Jl)r für Augen nlachen, weiln einma^der Herr Nedelko als „Hochwnrdell" znEnch zurückkehrt nnd von geheiligter Stelle, von der heiligeil Kanzel an» Ench Süildern einen Spiegel vorhält; in der Kirche dürft Ihr nicht lnuckseil und nicht nlur-ren; da könnt Ihr höchstens schalnroth werden, oder roth vor Zorn, uitd könnt dann ljiuauü geheil und wieder „Eingesaildt" schreil>en. die Ench aber nichts helseil lverden Anch Hoffell wir, H.'chlvürden Herr Nedelko, der Eliren Liebling, die neue Schule genan keinlt, wird eifrigst lnitwirkeil. daß die gute alte Zeit lviederkehrt, daß der „Unterlehrer" lvieder „Schlilgehilse" lvird llnd daß es keine „Lehrei" lllld keine „Oberlehrer" nlehr gilU, sondern bloS Lente, welchen derVerS ans den Leib geschriel'en lvordeil ist: „Orgallist. Lchlilmeister zllgleich nnd elirsanler Kilstcr " Mehrere K ir che,, lich ter Auszug au» dem Beobachtungtregister der meteorologischen Beobachtungsstation Weinbanschule Marburg. Temperatur 1876 «pr. 8. g. 10. 11. 12. 18. 14. ö-S 4'3 9S 18 2 101 1-3 12 126 13-7 196 16'8 17.6 8 5 KS SS 7 8 12-8 114 12 4 64 2-0 Lustdruck in Millimetern TageSmittel 743-4 740'4 737 0 781-7 731 3 782 1 784-7 Aeuch. tiftkeit in Pro centen 55 55 54 56 65 92 89 Bewölkung 7 Uhr ! 2 Uhr 9 Uhr heiter heiter fast heiter fast heiter bewölkt ganz bew. ganz bew. heiter heiter heiter halb bew. bewölkt ganz bew. ganz bcw. heiter ^ heiter heiter fast heiter bewölkt ganz bew. ganz bew. Wasserstand am Pegel der Marburger Draubrücke in Metern 1-48 ober Null. 145 „ „ 1-46 „ „ 1-47 „ „ l43 „ „ 148 „ 168 ,, ,, Am 18. Früh Regen, Vorm. starker Schneefall, Nachm. Regen, Nachts Schnee. Am 14 Nachm. und Abends Regen. Summe des Niederschlages vom Iiund 14. April: 19-1' Ois (z^stsrti^tsll üis bstriidsnäs von äsm Hiusoksillsu ikrss iuniß^stxs- Usbton Vatsrs, revp. Lvdvisxsr- unÄ Orossvatsrs, äsr ksrru prttktlselisn vslodsr am 14. ^xril 1876 um dald 6 Ilkr nkod länxersna I^siäsll, verssliell mit äsn dsil. 3terdss»IcrallioQtöll, im 74. I^edsu^adrs vsrsotiisäsu ist,. Vks I^siodsllkseälißsmss naäst Lonutax äsn 16. ^pril um 8 llkr vom Ltsrds- dauss iv äsr Oomzasss Xr 92 aus statt. -- Ois ksil. 8^slsums?ss virä ÜSQ 19. ./^pril um 10 Ukr in «lar Domicirodo Kslsssv vsräsa. liilarburK am 15. ^xril 1876. 461 sssfiiinsnil jllttnai-, vi', fflln? Krvgl, llr. ksimuna Kfvgl, ppalltlsoksr ki-rt, als LoliwiöAsrsükuo. ünna, p»ul», l .. . . . Anfrage bei Marie Schraml. Verantwortliche Redotttoo. Druck und «erlag von Eduard Iansititz in Aiarduro. 408 viullil» w Mlrbiire. äev 17. ^pril (457 lombola mit lanr. Mii Praktikant mit schöner Handschrift und kaufmännischer Vorbildung wird aufgenommen und bei Verwendbarkeit enlsprechend honorirt. (444 Eigenhändig geschriebene Offerten sind an mich zu richten. Agentur- u. CommifsionS-Geschäft. a«sviliUts»r«wmils. leti Iiako die Ldre, äom ?. I'. äis waelien, äass iod ävn 10. -^pril mein 433 lüanufavtui'- u. LpoiervigssvliM im katkküu80 (edemalL k'rau Ik. Ltl'AMiltSvK) erö^ns. I)a8 l^olcal igt ^voelcmasZiK restaurirt, 6as ßan^e ^VaarsvlaZer Zut unä neu 30rtirt voräen. Die preise tlabe ioti möZliekst billiK ßvstvllt unä ^sräe iek eifrigst dewükt sein, äas Vertrauen äes ßeskrten?ud1ilcllws aueli äureli prompte LeäienunK 2u rvodttertiZsn. ^ardurZ.__IVOlSl»2. VorsMssö in ^'säer deliebiKön llöds, auvit ratenvviss KüLlc^adlunK, veräen ^u möZIiekst dillixsm keresntZatZü auk Ltaatspapiere unä Ijörsen-otkelcten ertlioilt. vank-vommisgions- Invas80-Kosv»ckft _^ardurss, LurKplat- I^r. 9. (455 o.. «tiichr II. gMt Liin V«» kWeii'8«WeMliimel> »II radell»»,,?«!»«,! bvülläet sivli im HoilsngesvIlSft äes L. 8upan, v^eloksr um gütige ^uvenäunK äog Lsäarfe» bittet.__^445 Aiiik «»d Aiie«pskhli»g. Ich beehre mich, dem ?. ?. Publikum anzuzeigen, daß ich mein GafthauS-GeschSst in der Domgasse an Herrn Frauj Rvfchiker verpachtet habe. Indem ich meinen vcr-hrten Gästen hiemit den herzlichsten Dank anispreche, empfehle ich meinen Nachfolger zu gütigem Besuch. Achtungsvoll S iLvttlvr. Mit Bewg auf Vorstehendes kmpfthle ich mich den bisherigen verehrten Gästen und bitte, das Zutrauen, welches Sie meinem Borgänger entgegengebracht, auf mich zu übertragen, sowie ich bestrebt sein werde, durch gute Naturweine. stets frisches Gök'scheS Märzenbier und schmackhafte Aüche dasselbe zu rechtfertigen. 446) Hochachtnus^svoll ergebener _Roschker. Weillpreis - Ermüßigung. Vom 15. April lasse ich tn meinem Wein« schanke, obere Herrevgaffe Nr. 14k, den beliebten Tischwein Nv»»Il>a«I>vi» lAVIv? per Liter um I8 kr. ausschenken. (454 __Karl Flucher. Ein GewSlb »s Beilage zu Rr. 45 der „Marblirqer Zeituiu^" (1876.) g. S10. Kundmachung. (443 Am Tl. l. M. Vormittag'11 Uhr findet in St. Lorenzen im Gasthause des He.rn Anton Goßner bchufS Sicherstellung deS Schot-terbkdarfeS für die St. Lorenzer und Jodlberger B'zilfSstraßen II. Klasse pro l676 cine Minuendo-Lizitation statt. Der Schotterbedarf bestcht in der Erzeul^ung und Velführung von 246 Kubik« Meter (gleich 195 PriSmen a 40 Kubikschuh) Sch'ägeischotter u. zw. aus die I. St. Lorenzcr Bezirkssiraße II. Klasse: Loot-Nr. Kllbikmeter 1. Vo» der Ileberfuhr bis zum Kreuzwirth ... 25 2. Von dolt bis Maria Wüste.......gg 3. Bon dort bis zum Kosoll........57 4. Von dort bis znm Ende der Bezirksstraße ... 44 II. Iodtlberj^er Bezirksstraße II. Klt^sse. Von der Ueberfuhr bis auf den J^'dlberg 32 Kubikmeter. Die Lizitationöbedinkznisse können in der hiesigen Amtekanzlei eingesel)cn werden. BezilkSautsch^ß Marburg, 12. April 1876. ter Obmann: Konrad Seidl. Nr. lb4. St. Sch^ Rl Kundmachung. 441 Im Sinne der hohen Ministerial-Verordnung vom 21. Dezember 1875 Z. 19109 hoben an sämmtlichen dem Stadtschulrathe Mmburg unterstehenden Schulen in den Sommermokiatkn die heißen TagkSstunt^en vom Unterrichte frei zu bleiben. Daher soll, vom ersten Mittwoche nach Ostern an, Morgei S um 7 Uhr, Nachmittags aber um 3 Uhr mit dem Unterrichte begonntn wtlt'en. Hi'von lverden die Eltern und Vormünder der schulpflichtigen Kinder mit dem Ersuchen in die Kenntniß qescht, für den ordnungsmäßige» rechlzritigen Schulbesuch gehörig Sorge tragkn zu wollen. Stadtschulrath Marburg, 10. Ap il 1876. _Der Borsi^ende: Dr. M. Reiser. Weillgarteil-Bcrkaus. Die Weingcirtrealität der Frau Louis? Seubih in der Sulz bei Marburg, in un-milttlbarer Nähe der Stadt, bestehend aus einem H.rrenhause mit 4 vollständig möblilten Zimmern, Dienstbotenzimmer, Küch-', Speis, Keller und sonstigen Nebenbtstandtheilen, — gemauerter Winzerei. Obstgarten und nahe an 4 Joch Re. bengrund — ist verkäuflich. Es wird jkdoch'ausdrilcklich darauf aufmerk sam gemacht, daß das VcrkaufSobjekt sich wohl und zwar vorzüglich für solche eignet, welche w^-gen der Nähe der Sti'dt daS comsortable Wohnhaus als InhreSs oder Sommerwoliniing beniHen; nicht aber fjjr jene, welche den.Kaufpreis aus dem Ertrage des Weinberges verzinsen wollen. Wegen ^-!^esichtiguttg wenc»e man sich an H. I. Rciker, SchiUcrstraße Wnngraber'scheS HallS Marburg — wegen sonstiger Auskünfte an Herrn F. Teuditz, Haydngasse 10 in Graz. (430 2 obere Theseii-Ailthe^ (2 Joch b3V Qkl) knapp lin d>r Prttauirslrahr gklegkN und »«igilet für sind billig zu vnkauftn. Anzufragen beim „Jä^erwirlh" in der Magdalena-Borsllidt. (443 gelöschter — in beliebigen Qulniten, Schitcher» Gigen0a,l und eilt Zimmer — eingerichtet zu haben im Burghardl'schen Hause Nr. 227 IN d,r Kärntnergasse zu Marburg. ^434 Zu verkaufen: Kittderwagen, Credenzkasten lackirt, Speiskasteii, Kilchenbett und Wasserbank. Btjrgerstraße Nr. 190, I. Stock. 423 ^ vvll donnen- iini) Aegenschirlnen emptielllt ciie '^I^ucll-, I^kaiiufÄktur- unä Dttmen-Xonfektions-Hanälnn^ ties D I I«Ell kOlR vrs-ervorstaelt, im vorm«l« liolletnts'svNe» »«n»e N>, > «las Neueste in 8onnen8c;I^irm<^n iii^kSei' ««ll llröM. üme Zu iiml-ngz. nil fMkii kmörSlSMnSsii NWeii krölZöii. van SQ kr ki« ll I.tv. «.von II I.ZO bisli A.tV. /kilijit Modc-Soliiitiischirme alle Farbcn mit Varilirung mid Spitztu-Äuspub, von il. dis ll. IS -. >Zrößte ilttsmahl vliii Spfeiatitätsn ii» ^onneiischirittfli mit k^Ikendein-, ?6i'Imuttel'- ,int! Sellilllkrot-Stöelcen. 3ämwtlie!ie Ln tout-ess 31116 mit Ivetten niul smerikklniselien (Flocken ms)tttil't. von N. »4«, N. S.- dis ll. ^ieäer-Verkäufer erlmlten eut8l)r6ellen<1on Rabatt. 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HVlelillW ttnd zlv^r von !chw>ichllch innrerem, in der tLutivicklun^^ ziisiick^jkbliklienem Körpertiiuie vdcr in Aolue Krank-lieitSzustände lieuü'gekvmmen. 'Zliitirme finden dagegen d.ildigst sichere Al'ljilfe dnni» di,A nervensllirfende l>lt>tverbesserndc nnd v^'lleS Anöskl>en l'erschuffende ' uiul VvrseiiüneruiiKsmittel Es ist d.isiVibe .n,S den n'irls.nnsten 'l'fltnizenst^'ffen der Trvpenliittder zu einem angenelnn schmeckenden Pnlver, ühiilich dein i'lklnlnten tl« I't), ik'nt, jedoch eine Niel griißere Wirkniig erz elend, zns.immen. geseht nnd kann mit dem t'esten Erf^'lge gebrancht werden, oline Widerwillen zn erregen. ?ieseS Mittel inird gegenwmtlg in inelireien .^liiidei. 5pitälerit luid ('ffentlichen Anstniteil bei jchlcchtgenlih^ teil oder sonst in der Entwirkinng Miirkgel'litdenen Kindern in Anwendnng gel,r.,cht. sowie eS nnch mit Vorliet'e „on D.nnen t,e. l,nfS Erlungnng plastisch schöner ^x^ormen vielfach in l^ebranch genommen wird. Hmlpt.?epot: Wien, ApotlM „zur lieil. Dreifaltigkeit". Wieden, ^'^anptslr.iße lv. Iit bei .^.)errn (:u!4 Größte Auswahl in Gemüse-, Feld-, Gras« samen und Kleearten, ferner mehrere Gattunl^cn ausländischer Erdäpfel, sowie ein großes Sortiment von Blumensamen auS der berühmte« Gräsl. H. AttemS'schen Samenkulturstat'on in St. Peter bei Graz, empfiehlt 224 tZm Soften- und lim Burgplatz. Kevvieltte, kolil- üi l^ünK^pninii^i!!«;, llsvimal-, ki'livkvn-, lafvl- äi. kalanvv-V/asgsn in syliäe8ter ^usfükrunß^; tt nNsolB«?» mviit ä I«« ltiln ».>V. ll. L S«. Lvdt !g.aÄ»ods.ttIiodvl» 1W I^^IaLelien ü. 1'/g ^lass. . . ii. 20 ewpfelilen kom»» ?»oknvr 8ölinv, 1KL) 2 schöne Wohnungen im 1. ictock, Hauplpl«i^ uiid ^^l'-uglissektseitc, eine mit vier und eine mil z!v-i Pieecn, sind mit 1. Juni zu beziehen. (453 Auskunft im Comptoir d. '^>1. Oölkruiss-I'arlZöii in allen Nunancen. 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Svkoilll's wviSvr - iii eizeii?« MklZlleii MUbeilele (346 neuester reine Uolle V0N 20 ü. »ufsv. „ sell^vnrs! an8 peruvien u. l'oZkiri^ 22 „ „ lein in 8etir netten Clustern . . 25, „ in ailen I^'^riien .11 „ „ „ ans drauti, blan l'rieot lk „ „ ß^rosse ^ns^L^IN .... 8 „ ^N8vk angekommen in- unck »uslänl^iselie deliedte Mster sinä stets Llm I^sKer nnä werden ^nsü^e selinellstens lmel» I^lass ilNKekertiAt. t^^ür KUteMtlierei ^eliermann Aarilntilt, nielü passemle kleicker odne .^nstttnd retourKenonimen oder nw^etklnseltt; so^ie ItlnßlSrH^nzeitxv in netter ^ns^klkl t'ür jecie (Zriisse . . . von 4^/2 ü. aufwärts. 'v n n v n s k a H suss ; S „jW r: kl Gin Bauerngrund in Nttterrothwk'in Hans Nr. 45, an der Gemeindestrabe gelegen, bestehend aus zwei Häusern, Baunrgarten, Felder, Wiesen und Waldling — ist inl Ganzen oder auch parzelleu-weise zn verkansen. 244 Nälk'reS beinr Eigenthünler daselbst. Em Lehrjung m.d ein L-ehr- ktzteve im Alter von !»—17 Jnhre, beider Landessprachen mä6)tig, mit Kenntnissen im Nechllen und Schreiben, finden sogleich?luf-uahme in eiilem Geschäfte am Land Nähere Auskunft ertheilt aus Gefälligkeit Herr Ant. Tonrbaüko in Marburg. 425 1'rÄ» kiviikr AM., Faßdiaver, empfiehlt ein großes Lager von II (11» I INa 8 8 t; n den bi>Iisi»> >247 Weingarten-Realität in einer der besten l^ebirge Ilutersteiernuuks, eine Stliiide luin der Pahnstati^il entfernt, ail der Hauptstraße gelegei,, ulit eles^autenl Hcrrenljause, Preßljnlise, Wirtl)schafsgebauden,l4Il)ch Rebeustruud, 14I.Acker u.Wiese, ist sannntFahruissen Ä und ?^iehstand billi;^ und unter äußerst günstit^en Pediiu^ilissen verl'auflich dlirch das Gommisflons-Geschäft für den Hteatitäten-Werkeyr des Rndolt luek, «I-»-. Slr. 4. k Obiges Coinnlissionsgeschäft niulint ohne jede BoinnSuezt^hln'lg z Realitäten jeder Art zunl BerklNlfe, Pachtnng und ''I>erpachtllNt^ zn den con-lUltesten Bedingungen in P^rnierknng. Ernl,bakverschleiß betrieben wnrde. Marbnrg am 11. April 1876. Ludivil^ Ritler v. Vitteil 456 k. k. Notar als GerichtSkommissär. Ein glScklichtr Gedankt war eS, der mich bewog, nnch a» den Herrn Prof. der Mathematik U. v. Orliv^, Berlin S^., Wilhelmftraße l27, NM eine Spiclinstruktiin zn wenden. Gegen Einsendung vou einer Correspondeu^-ltntschüdigung von nnr 2 fl. erhielt ich eine solche, uud gewann damit zu meiner unbeschreiblichen Freude IW^ein Terno von R44ßV st 'WU Mein Herz treibt mich, dem edlen Menschenfreund hiefnr anfs innigste öffentlich zu danken und allen HilfS-bedilrstigen zn rathen, fich doch ja nnr M diesen Herrn zn wenden, der jede gewünschte AuSkuiP uud franco ertheilt. ^292 Graz. A. Resch.