prüiluuicriUions-prcisr: Für Laibach: Ganzjährig . . . 8 fl. -10 Ir. Halbjährig . . . 4 „ 20 „ Vierteljährig. . . 2 „ 10 „ Menatlich . . . — „ 70 „ M i t der Post: Ganzjährig . . . n fl. — kr. Halbjährig . . .fl „ 50 „ Bicrtell'ahrig. . . 2 „ 75 „ Bik Anstellung ins Hans riertel- jäbrig 25 It., mcnatlich '.! kr. Einzelne Nummern 6 kr. Laibacher Auonime Mittheilungen werden nicht berücksichtigt; Manuskripte nicht zurückgesendet. ttrtutklion Bahnhdsgasse Nr. 132. (Erptlitii'n und 3nfcvatcn-ßurtau: Nongretzplatz Nr. 61 (Buchhandlung von 3. v.KlcinmavrLF. Bamberg), Znftrtiolisprrise: Für die einspaltige Petitzeile 3 kr bei zweimaliger Einschaltung ä 5 kr dreimal ä 7 Ir. .'Jr.lertiontjlcmpcl jcdeSmal 80 It. J'ei größeren Inseraten und öfterer iLinichaltung entsprechender Rabatt. Nr. 188. T. 4. I* Mw BTageMra,T»jgwawwBa»»K»iig nrecat/rowtoM* v«auTisaKv,'TKa»«-v Jahrgang. Der österreichische Klerus uitb die neue I Weuduug. So oft wir noch im letzten Jahrzehnte den Anlauf nahmen, ein freiheitliches, auf Rechtsgleichheit gegründetes Staatswcsen zu schaffen, trafen wir auf uiiseren Wegen auf eine unheimliche Macht, die sich stets den Feinden eines menschenwürdig geordneten StaatsweseuS anschloß. Wir meinen den katholischen KlernS. Mit wenigen rühmlichen Ausnahmen stellte er stets seinen Troß, als eS galt, die Grundgesetze zu bekämpfen; im Lager unserer Gegner trafen wir ihn, als wir daran gingen, die Gleichheit vor dem Gesetze, die religiöse Freiheit zn begründen, die Schule zu reforiniren. Und nnn gar ein Ministerium die hilfreiche Hand bietet, die verfassungstreue Majorität zu verdrängen und alles, was auf dein Boden der Verfassung seit zehn Jahren Gedeihliches emporgewachsen, wcgznfegen, ist der katholische Klerus der erste, der mit frenetischem Jubel herbcistürzt, diese Hand zu fassen. Uns wundert das nicht im geringsten, wir wissen, daß die ganze Kirche . in den letzten ^Jahren einen großen Umwandlungsprozeß durchgemacht, daß sie sich wie ein einziger großer Jesuitenorden gestaltet hat, wo Bischöfe, Priester und die gläubige Masse in Söhne des unbedingte» Gehorsams umgewandelt sind. Ihr Handeln, ihr Denken und Gewissen wird ihnen von einem einzigen leitenden Mittelpunkte vorgeschriebe», der seit der Unsehlbarkeitserklärung selbst erhaben ist über Anfechtung und Widerspruch, lieber Gesetz ititö Verfassung haben sie sich längst, trotz Eid nnd Gelöbniß, ungestraft hinweggesetzt und längst in herausfordernder Weise die öffentliche Meinung der Gebildeten gehöhnt, Forschung und Wissenschaft schon längst auSgerentet aus dem Kirchengarten, dafür das stach!ichtc Unkraut der Unduldsamkeit und nationaler Verhetzung gepflanzt. Man sehe nur ihre Manifeste und vor allem die von ihnen geleitete oder inspirirle Presse an. Würde man den Schlamm und den Unrath der gesummten Pariser Kominnni-stenblfitter auf einen Hausen znsammenkehren, lange reichte er nicht, was Frechheit der Gesinnung, Gemeinheit der Denkungsart, Schamlosigkeit der Angeberei, Verlogenheit und Unwissenheit betrifft, an die Anstellungen unserer klerikalen Organe hinan. Wo ist auch nur ein Hauch jener christlichen Lehre, die Friede und Versöhnung bringen soll, wo ein Atom der Religion der Liebe im heutigen Katholizismus, dessen Vertreter die Errungenschaften des Geistes im maßlosen Eigendünkel für nichts erachten, ihre hohe Sendung durch Fluche und Verwünschungen gegen die Beste» des Volkes zu beweisen glauben, ja den Sterbenden durch Lieblosigkeit die letzte Stunde verbittern und seiner leiblichen Hülle ein Grab versagen? Nicht über freie Menschen, nur über Sklaven kann eine solche Genossenschaft ihre Herrschaft begründen wollen. Darum die Bereitwilligkeit, womit die Klerikalen allem, was dem Rückschritt und der Knechtung der Geister huldigt, ihre BuudeSge-nossenschast aufdrängen, darum die Zuvorkommenheit, womit sie den feudalen Junkern einerseits am Bestehenden rütteln helfen, andererseits die kulturfeindlichen nationalen Elemente unterstützen, um die Geistesbildung auf den Standpunkt der eigenen Unreife und Unfertigleit zurückzuschrauben, daher die Wollust, womit sie ihre Thätigleit dem Zerstören zürnenden nnd selbst dciö zn untergraben fein Bedenken tragen, was ihnen ihren letzten Halt bietet. Zn kurzsichtig, um ein,zu scheu, daß ihnen wie ihren nationalen Bundesgenossen die Fähigkeit, etwas Positives, etwas Dauerndes im modernen StaatS-roesen zu schaffen, völlig mangelt, geberden sie sich wie wahnsinnig über die Auflösung der verfassmtgs treuen Landtage und schreien wie toll iuS Land hin ein: „Auf zur Wahlurne! Es gilt den Kampf gegen den Liberalismus, einen Kampf auf Leben und Tod! Wir dürfen, wir werden nicht erliegen! Wozu waren denn sonst unsere wak-kcren katholischen KasinoS ? Vereinigt euch auf katholische Kandidaten von zweifellos kirchlicher Gesinnung. ES gilt, die Freiheit des Gehorsams um Gotteswillen, die Freiheit der Kinder Gottes zn erringen! Auf zur Wahlurne!" Solche Blasfeniieu, solchen haarsträubenden Wahnsinn schreit der klerikale „VolkSsrennd," das .Organ des Kardinals Ranscher in die Welt hinein. Also bei der Neugestaltung unseres StaatsweseuS gilt eS vor allem, daß die zweifellos kirchliche Gesinnung das große Wort erhalte, daß die Römlinge, die Vater-landslosen, ihren Konkordatsstaat wieder aufnchteit. Das ist das Programm der Katholisch-Politischen. Was kümmert sic das Volkswohl, was Friede und Versöhnung? WaS, ob bei ihrer Wühlerei und Verhetzung, bei ihrer GesctzcSverachtung alle bestehende Rechtsordnung über den Haufen geworfen, zuletzt Staat und Reich in Trümmer geschlagen wird? Für sie hat ja ausgesprochenermaßen Oesterreich nur so lauge ein Recht auf Bestand, als eö den getreuen Schildknappen des Vatikans nnd dem Hort und Schützer der „Kinder Gottes" abgibt. Daß auch andere Faktoren ein Interesse an diesem Staats-wesen haben konnten, kommt ihnen nicht in den Sinn. Aber das geknechtete Volk dürfte sich nur zu bald erinnern, wer die Fahnenträger waren, als matt daran ging, die Satzungen eines vernünftig geleiteten Staatswesens niederzureißen, ihm die satter erworbenen Rcchtsgütcr zu verkümmern und ihm das Joch mittelalterlicher Bevormundung ciufzuladcn. Es ist dafür gesorgt, daß die Bäume der tollen Uri* fehlbarkeitsstreiter nicht i» den Himmel wachse». gtcüiiMou. Alpeurösleiu. Skizze von S ch w e i g e r - L e r ch e u f e l d. „Ich hatte heute einen wunderbare» Traum. Ei» halbvergesseues, süßes Bild stieg durch die nächtliche» Nebel wie eine überirdische Erscheinung auf die grünende Matte hernieder, an deren waldbegreuz-tem Saume ich die laue Sommernacht zugebracht hatte. Ich war müde und über den schwachen Augenlidern lag eS wie Blei; schwüle Thaldiiuste zogen au deu sanfte» Bergabhänge» herauf, im raschen Kusse die Wangen feuchtend, durch die Adern raun lähmende Sehnsucht »»d ei» Gefühl gleich beengender Unruhe bemächtigte sich der Seele. Monate waren vorübergestrichen, seit ich das letztemal meinen Fuß auf diesen einsamen Gcbirgspfad gesetzt, die Rosen hatten geblüht und starben wieder ab an der dornigen Hecke, mancher majestätische Bannt mag vom Sturme gebrochen in die gähe Tiefe gestürzt sein, aber ich fand gar vieles, das mich au jene Zeit erinnerte : die aufstrebenden Dolomitpfeiler, die nach wie vor mit blaßrothem Schimmer i» das tiefblaue Firmament tauchten, der glänzende Firn zwischen de» fernen wogenden Gebirgsrücken, der donnernde Wasserfall in feinem romantischen Felsbette und das niedliche braune Alpenhäuschen jenseits des Ge-birgskammes auf der südwärts gekehrten, sonnigen Trift. — ES wär das Bild, wie eS vor meinen träumenden Sinnen lag. Ich fühlte, daß ich träumte, ich sah die bleiche Mondesscheibe, die in silberschimmernden Dünsten schwamm, und hie und da glaubte ich das leise Rauschen der hohen Buchen zn vernehmen, die über mich mit schützenden Aeften ein Laubdach gespannt hatten. Da regle sich etwas im Herzen wie die süße» Zauber einer durchliebten Mainacht, längst verklungene Melodien, wie sic die zärtliche Nachtigall in den Roseubüschen ciusamer Schloßgärten dem liebe« ahnenden Kinde anstimmt, schienen durch meine Nerven z» zittern ; mein ganzes inneres Leben erweiterte sich mit unendlicher Spannkraft und schmachtete nach jenen begeisternden Gefühlen, die i» ihm eilte »eite Welt zu schaffen vermögen. Es war die Wiedergeburt einer längst zu Grabe getragenen, glücklicheren Seelenstimmung, und ein Bild brachte dieselbe zum vollen Bewußtsein. Die Zweige der nachbarlichen Büsche wichen auseinander und, gleich einem Märchen hingezaubert, strahlte ein mildes, blaues Augeupacir aus einem kleinen, rosigen Gefichtcheu, umfluthct von goldig schimmernden losen Haaren. Ein rotheö Mieder umfpanute des Mädchens Busen, der unter dem weißen Hemde sich mäßig hob ttiid senkte, das kurze, braune Röckchoi reichte etwas über die Knie und verbarg somit nur wenig von der reizenden Nachbarschaft der kleinen Füßchen. Aber eine geisterhafte Ruhe lag auf den Zügen des schönen Mädchens, die Lippen, die einst eine namenlose Seligkeit in mein Herz lächelten, waren schmerzlich zusammengepreßt, über das milde Roth der Wangen schien von Zeit zu Zeit eine flüchtige Bläffe zu gleiten und selbst die milden, liebevollen Angen hafteten sich starr auf die meinen. Es war Anita •— der Sennin Töchterlein; in ihrer rechten Hand trug sie einen Strauß frischer Alpenrosen, den sie, nähertretend, an meinen Busen drückte — sie zitterte hiebei und schlug die Augen zn Boden, dann kniete sie neben mich und faltete die Hände im Schöße; ich langte nach ihnen, aber Todesschaner ergriff mich, als ich mir feuchte Luft durch meine Finger strei- Die „Berliner Nat. Ztg." über die Kaiserbegegnnng. „Der deutsche Kaiser und der Kaiser von Oesterreich verleben den heutigen Tag gemeinsam in Ischl. Welche reiche Fülle von Gedanken und geschichtlichen Erinneruugen knüpft sich an die That-sache allein, daß diese beiden Würden nicht identisch sind! Wir wollen ihnen nicht nachhängen, uns vielmehr darum erfreuen, daß die Trennung beider von unserem Volk als die Begründung unseres Glückes empfunden wird und daß unsere Stammesbrüder in Oesterreich neidlos dieses unser Glück uns gönnen und unserer neu anhebeuden Entwicklung sich mit uns freuen. Die Begegnung, sagt man uns, hat keinen politischen, einen lediglich freundschaftlichen Charakter. Unsere der Ruhe bedürftige Zeit wird dies mit Befriedigung hören und in der Art, wie die Begegnung stattfindet, gern ein Zeichen dieses lediglich freundschaftlichen Charakters erkennen. Nicht in Gaftein, welches an zwei wichtige Stadien der nun abgeschlossenen Entwickelung hätte erinnern, nicht in Salzburg, welches den Gedanken an die auf die Auseinandersetzung vorübergehend gefolgte Verstimmung Hütte wach rufen müssen, finden sich die beiden Monarchen zusammen, sondern an einem Orte, an welchen für den Gast nur werthe Familienerinnerungen sich knüpfen. Und im Kreise der Familie allein wird der Gast empfangen, die Diplomatie hat mit der Begegnung nichts zu thun. Was hätte auch die beiderseitige Diplomatie jetzt mit einander zu planen! Ist doch die deutsche Staatsleitmig nicht wie die napoleonische, welche vor vier Jahren durch ihre Unheil trachtenden Gedanken nach Salzburg geführt wurde. Nicht darum, dies ist deutsche Politik, ist der Bann, welcher auf uns lastete, gebrochen, damit er von uns aus nun irgendwohin geübt werden sollte. Aber die freundschaftliche Eintracht Deutschlands und Oesterreichs, welche in Begegnung ihrer Kaiser zum Ausdruck gelangt, ist ja darum nicht minder, auch ohne jede positive Abmachung, eine Thatsache von wichtiger politischer Bedeutung. Kein Staat steht dem deutschen Volke so nahe als der österreichische. Die meisten der anderen in Europa sind uns entweder feindlich gesinnt oder stehen unö gleichgiltig gegenüber: wer darüber noch Zweifel hegte, dem mußten sie durch deu Verlauf des letzten Krieges genommen werden. Oesterreich wird von jetzt ab, so weit es sich übersehen läßt, immer der Staat sein, an welchen Herz uud Verstand, Sympathie und Interesse uns am innigsten knüpfen werden. Bleibt diese« Band, und wir sehen keinen Grund, welcher es zu lockern vermöchte, daun werden die Rachepläne umsonst geschmiedet werden, und jeder Gedanke, Mitteleuropa wieder in Abhängigkeit zu bringen, wird vergebens nach Verwirklichung streben. chen fühlte. Eine rasche Bewegung, ich war erwacht. — Der Morgen begann zu dämmern und über die zackigen Kämme der Dolomite zitterte» die ersten Schimmer des Frühlichtes. Eine namenlose Sehnsucht bemächtigte sich meiner Seele, in meine Augen traten Thronen. Die Büsche zu meiner Rechten tropften von einzelnen Thaupcrlen, das Alpengras lag feucht um mich, tief an dem Rande der Matte erhob sich mit lustigen Trillern die Lerche. Aennchen! bebte es auf meinen Lippen — der tosende Wasserfall verschlang das leise fortzitternde Wort. — Es war ja ein Traum, eine qualvolle, süße Erscheinung einstigen Glücks, das Bild zarter Jugend-neigung. Wo magst Du jetzt weilen, liebes, rosiges Kind, das ich so unaussprechlich liebte? Dur» das Meer der Träume Steuert ohne Ruh', Steuert meine Seele Deiner Seele zu. Ich werde Dich nie wieder sehen. " Der junge Mann, aus dessen Tagebuch ich vorstehende Stelle entnahm, war einer meiner besten Freunde. Er liebte lie schönen Künste, und da er Politische Rundschau. Laibach, 18. August. Inland. Immer mehr dringen Einzelheiten über deu „Ausgleich" iu die Öffentlichkeit; alle laufen aber darauf hinaus, daß der Ministerpräsident vor den Czechen kapitulirte uud feine ganze Aktion fernerhin darin besteht, durch allerhand Manöver ihre Deklaration auf verfassungsmäßigem Wege zum Staatsgrundgesetz zu erheben. So be» richtet man der „Pr." aus Prag, Rieger und Clam-Martinitz haben jeder in seinem Klub verkündet, daß die vereinbarten Ausgleichspunktationen nicht die Anerkennung der Dezemberverfaffuug und Beschik-kniig des Reichsrathes, sondern die einer Reichsver-tretuug in sich faßten, einer Reichsvertretung, die dem Oktoberdiplom, der Deklaration und dem l 807er Ausgleich mit Ungarn nach Thuulichkcit gerecht werde» soll. Hieiuit könnte» Feudale und KleruS, Deklaranten und Ungarn zufrieden sein. Sollte Ungarn, die „30perzentige Großmacht," aber dennoch nicht zufrieden sei», so genüge, um es in Schach zn halten, die einfache Drohung, daß die Czechen Kroatien in die Aktion einbeziehen. Die Hohenwart'fche Politik wird übrigens cinuiüthig von der i»- und ausländischen unabhängigen Presse verurtheilt. So zieht der „Pestcr Lloyd" einen Vergleich zwischen den gegenwärtigen AuS-gleichsverhandlungen uud jenen mit Ungarn im Jahre 1866, und kommt dabei zu folgenden Betrachtungen : „Welch gewaltiger Unterschied zwischen damals uud jetzt! Gegenwärtig wird eine bewegte Heit des gefahrvollsten Experimentirens, ein leichtsinnigem, gewissenloses Spiel mit dem Staatsmescn und dessen Grundbedingungen, cjn unsicheres Herumtasten im Gewirre unklarer Gefühle und bodenloser Aspirationen eingeleitet und selbst die Regierung scheint noch nicht die Tragweite der neuen Proben ihrer Staatskunst zu übersehen. Nirgends ist bei derselben Festigkeit, bedachte Folgerichtigkeit, planmäßiges Vorgehen in der Verfolgung ihrer unsicheren Ziele zu verspüre», es sei den», daß der Umsturz einer Verfassung schon als Programm einer Regierung angesehen werden kann. Nur das eine ist klar, daß das Ministerium an die Stelle der gegenwärtige» Verfassung eine andere setzen will, und um dies zu erreichen, wagt sie den „Sprung ins Dunkle." So entfesselt sie denn die Geister, welche der gegenwärtigen verfassungsmäßige» Gestaltung Oesterreichs nicht hold sind, ohne darauf bedacht zu fein, daß die entfesselten Geister endlich auch auf den Staat selbst losstürzen werden, wenn die zerstörte Verfassung ihrer Wuth keine weitere Nahrung wird geben können." Die „Breslauer Ztg " sagt sehr richtig, die Auflösung der verfaffnngstreuen Landtage habe denselben Sinn, als wollte man in Deutschland der mit Leidenschaft die Malerei betrieb, war es natürlich, daß wir uns, in Folge der Verwandtschaft unserer Lieblingsfächer, gar oft an dem gleichen Punkte treffen mußte», wo die Begeisterung zur Poesie oder Kunst gar bald ihre schöne Rückwirkung auf die persönliche Neigung zu äußer» wußte. Jndeß hatten Monate der Trennung manches an dem Wesen Edgars verändert, das mir minder vorteilhaft dünke» wollte. Seine einstige Neigung zum fröhlichen, geselligen Leben unter gleichgestimmten Seele» war i» eine »»erklärliche Schwerimithigkeit über-gesprungen und nur seine tiefe, wahre Liebe zur Kunst wußte von Zeit zu Zeit jene hohe innere Befriedigung auf feine Züge zu prägen, die feilt schönes Gesicht wunderbar durchgeistete. An einem warmen Junimorgen trat ich zum erstenmafe nach längerer Pause in das trauliche Arbeitszimmer Edgars. Blumenduft wehte mir entgegen, den eine stattliche Reihe lieblicher Gartengewächse anShauchte; durch die grünen Gardinen der Fenster an der Ostfronte schimmerte das gedämpfte Licht der Morgenfoime und linde Thalwinde blähten die leichten Stoffe bald auf, bald nieder. Edgar, in einer dunkleren Ecke des Zimmers, machte eine Regierung das Recht geben, die Wahlen aller oppositionellen Deputirten zu kassiren und den betreffenden Kollegien Neuwahlen aufzugeben; und die „Schlesische Ztg." meint, das widersprechende Vorgehen in der inneren und äußeren Politik erinnere an das Bild eines Wagens, an den zugleich vorn und hinten Pferde gespannt sind, die sich vergebens bemühen, die in den Sumpf gefahrene Karosse herauszuziehen. Selbst die zahme uud sonst jeder österreichischen Regierung geneigte Augsburgerin kann nicht umhin, zu gestehen, daß Graf Hohenwart seine Absicht — in Oesterreich gegen die Deutschen zu regieren — nicht durchführen werde, und daß Oesterreich, weit entfernt, auf diesem Wege zu einer Konsolidirung der Zustände zu gelangen, vielmehr Gefahren ent-gegengeht, größer als jene, von denen es 1859 und 1866 bedroht war. Nachrichten aus G a st c i n melden, daß dieser bescheidene Ort gegenwärtig ein kleines Heer österreichischer und preußischer Diplomaten beherbergt. Die Zusamenkunst der beiden Reichskanzler Bismarck uud Beust wird mit einem so großen Apparat in Szene gesetzt, daß an ihrem staats-männischen Charakter nicht mehr gezweisell werden kann, und daß es selbst unseren Ministeriellen schwer fallen wird, sie ebenso wie die Kaiserbegegnung als einen Akt „persönlicher Konrtoisie" darzustellen. Kaiser Wilhelm soll den Grafen Beust zur Hoftascl znge-zogen und mit ihm eine mehr als halbstündige Unterredung geführt haben. Selbstverständlich ist es in preußischen Regierungstreuen nicht unbemerkt geblieben, daß von Seilen der BezirkShauptumnnschasten derjenigen Orte, die Kaiser Wilhelm auf österreichischem Bode» berührte, au die betreffenden Gemeinde-Vorstände die Weisung ergangen ist, darauf hinzuwirken, daß bei der Durchreise des deutschen Kaisers keinerlei Kundgebungen weder der Sympathie, noch der Antipathie stattfinden. Auch ist man in diesen Kreisen nicht ganz blind gegenüber der Thatsache, gewesen, daß die österreichische Aristokraii- »>, yschl vor der Ankunft des deutschen Kaisers förmlich die Flucht ergriff. Man versichert jedoch in deutscheu Blätter», daß sich Kaiser Wilhelm über das Unglück, von der österreichische» Aristokratie nicht begrüßt worden zu sein, bereits mit dem Bewußtsein getröstet hat, daß er dies Unglück nur dein glücklichen Ausgang des vorjährige» Krieges und seiner neuen Kaiserwürde zuzuschreiben hat. Heber Gras Hohenwarts Stellung zur Ga-steiuer Zusammenkunft und die sonderbaren Äußerungen seiner Organe spricht sich „P. Naplo" also aus: „Es scheint, daß Graf Hohenwart auch die auswärtige Politik der Mtmardjic als in den Kreis feiner Ansgleichsaktion gehörig betrachte. Die „Wiener Zeitung" mag über die Begegnung was immer sagen, das „Oesterreichische Journal" weiß es besser rasche Bewegung, als ich eintrat und war bemüht, einen grünen Schleier über eines der dortselbs! angehäuften Bilder zu ziehen, dann schritt er mir grüßend entgegen, mich sogleich zur Staffeln führend, auf der, in nächster Nähe eines offenen hohen Fensters der Südfronte, eine mir wohlbekannte Alpenpartie aus der Umgebung *** prangte. Es war eilt tiefempfundenes, friedelächelndes Bild. Die Seele meines Freundes schien mit ihrer ganzen Zartheit durch die milden Farbentöne zu zittern, und je mehr ich es betrachtete, desto feierlicher ward mir zu Muthe und alle jene Empfindungen, die das gewaltige Gesantintbild in der Natur meinem Herzen einzuprägeu wußte, fcmdcit ihre Wiedergeburt int langen Anstaunen des Kunstwerkes. Edgar trat an das Fenster und blickte in die duftige Ferne. Er sah ernst, ergriffen, ja leidend au8, eilte jede Muskel seines bleichen, zarten Gesichtes schien nach Ausdruck zu ringen; aber dieses nervöse Zucken war mir iit der That wenig behaglich. Ich trat zu ihm, dicht an seine Seite. (Fortsetzung folgt.) und ist im Stande, genau anzugeben, wie weit der Minister des Auswärtigen gehen darf. Das ist ein Zeichen der Zeit, das wir registriren müssen. Wir wollen seine Wahrheit nicht überschätzen, aber auch nicht uuterschätzen. Wir sehen aber, daß man von der einen Seite Sturm lauft gegen den Ausgleich von 1867, von der ändern Seite macht man den zisleithanischeu Ausgleich entscheidend für die auswärtige Politik der ganzen Monarchie. Und da will man, daß wir in Ungarn vor allem, was in Zis-leithanien vorgeht, die Augen verschließen sollen!" Ausland. Aus M ü n ch e n schreibt ein offiziöser Korrespondent der „A. A. Z." : „Wie wir von guter Hand vernehmen, sind Se. Majestät der König von der Begegnung mit dem deutschen Kaiser in hohem Grade befriedigt zurückgekehrt, und sind die beiden Monarchen mit den besten Eindrücken von einander geschieden. Die zuvorkommende und liebenswürdige Weise, mit welcher Kaiser Wilhelm dem zu seiner Begrüßung herbeigeeilten erprobten Bundesgenossen begegnete, wurde von allen Seiten bemerkt. Daß der König seinen Aufenthalt in Regensburg nicht bis zum nächsten Morgen verlängerte, sondern nach kurzem Verweilen nach Schloß Berg zurückkehrte, war nur durch deu schon früher ausgesprochenen Wunsch des Kaisers veranlaßt, im Nachtquartier die möglichste Ruhe zu genießen." lieber das Verhältniß der von Dr. Schweitzer geführten Sozialdemokraten zur preußischen Regierung gibt Bernhard Becker im „Volksstaat" interessante Aufschlüsse. Aus mehreren Briefen, welche ein gewisser Herr E. G. in R., ein Vertrauensmann Bismarcks, an Becker geschrieben, geht hervor, daß die preußische Regierung sich zu Konzessionen, wie die Errichtung von Konsumvereine» im ganzen Staat und in jeder Gemeinde; der Errichtung von Produktivvereineu und der Errichtung einer Arbeiterbank zur Vermittlung der Geschäfte zwischen beiden, geneigt gezeigt habe und durch einen solchen Kompromiß zwischen der Arbeiterpartei einerseits und den Feudalen und der Regierung andererseits im Wege des einzuführeuden allgemeinen Stimmrechtes in Preußen die Bourgeoisie dauernd zu beseitigen hoffte. Vor einigen Tagen brachte bekanntlich ein Telegramm aus Petersburg die Meldung, der russische Kaiser habe den neuen französischen Gesandten beim russischen Hofe (General Le Flö) herzlich ausgenommen, ihn feiner Sympathien für Frankreich versichert, uud das Gerücht von einem zwischen Preußen und Rußland bestehenden Bündnisse für unbegründet erklärt, lieber dieses Telegramm äußert f'ch nun der „Moniteur," das offiziöse Organ der jeweiligen französischen Regierung, in folgender Weife: „Wir wollen die Dienste, welche General Le 1516 uns in Petersburg leisten wird, nicht zu sehr mißkennen, doch bedingen wir uns aus, daß er sich in seiner schwierigen Stellung nicht mit Worten und Komplimenten abspeisen läßt. Allerdings hat Rußland zu verschiedenen malen den Wunsch ausgedrückt, der Friede zwischen Deutschland uud Frankreich möge ohne Gebietsabtretung hergestellt werden. Der General Fleury, Herr Thiers, der Marquis de Gabriac waren der Reihe nach die os-Wrttui Vertrauten dieser Meinung. Der Wahr-‘)cit gemäß aber müssen wir feststellen, daß nach den Friedenspräliminarien der Kaiser von Rußland ^ den Kaiser von" Deutschland ein sehr herzliches Beglückwünschnngsschreiben gerichtet und darin, ohne irgend einen Vorbehalt wegen der schrecklichen Bedingungen zu machen, die Frankreich auferlegt tmtr-de", sich glücklich schätzte, durch die Haltung seiner Negierung zu einem für das Berliner Kabinet so glorreichen Frieden beigetragen zu haben. Was die Frage der russisch-deutschen Allianz anbelangt, so wollen wir gern glauben, wir wünschen eö sogar, °«ß sie nicht mehr besteht. Aber Thalsache ist cs, daß sie während des ganzen Krieges bestanden uud eine _ europäische Intervention zu mrseren Gunsten 'erhiuderte, Rußland dagegen die Beseitigung der pontus-Bestimmungcu des Pariser Vertrages gesi- chert hat. Diese Vorgänge darf man nicht aus dem Auge verlieren, wenn es sich darum handelt, die wirklichen Gesinnungen Rußlands gegen Frankreich zu würdigen. Nichtsdestoweniger wollen wir gern einräumen, daß ein Diplomat, dem es gelänge, uns die Sympathien und das Interesse des russischen Kabinets zurückzuerwerben, uns einen großen Dienst leisten würde." In New-Aor^k ist die Bevölkerung gegenwärtig durch einen Skandal in Aufregung versetzt, welcher es wohl verdient, auch außerhalb der Grenzen der Vereinigten Staaten bekannt zu werden. Die dortige „Times" hat dem Mayor und dem Kontroleur der Stadtfinanzen in den bündigsten Ausdrücken erklärt, daß sie ganz gewöhnliche gemeine „Diebe" seien und sic mit lautem Hohne aufgefordert» eine Verleumdungsklage anhängig zu machen, wenn sie den Muth dazu hätten. So hochgestellten Persönlichkeiten gegenüber das Kind so direkt beim Namen zu nennen, ist selbst in Amerika nicht ganz gewöhnlich; überdies hat die „Times" ihre Beschuldigung, daß die obersten Beamten der Stadt „Diebe" seien, durch eine lange Reihe von Zahlen begründet, welche ein sehr häßliches Aussehen haben, und deren Authentizität nicht bestritten werden kann, da sie auf's genaueste aus den Büchern des Kon-trvleurs abgeschrieben sind. Zur Tagesgeschichte. — Heiteres vom St. Pöltner Parteitag. Nach Schluß der Verhandlung zerstreuten sich die Mitglieder des Parteitages. Tie Stimmung war während des Tages eine zu gehobene geworden, als daß sie nicht auch bei den verschiedenen größeren und kleineren Banket-Gesellfchafteu sich nun Ausdruck verschafft hätte. Ueberall wurden feurige, dem Zuge der Zeit entsprechende Tischreden gehalten. Eine derselben galt dem Wohlsein des Minister« Hohenwart, als „des Schöpsers der Einigkeit unter den Deutschen in Oesterreich," und in einer anderen Banket-Gesell-schaft wurde von einem Humoristen der Vorschlag gemacht, beim Präsidium des deutschen Vereins den Antrag zu stellen, daß die jetzigen Minister, welche sich um die Kräftigung des deutschen Nationalbewußtseins in Oesterreich so verdient zu machen die Absicht haben, zu Ehrenmitgliedern dieses Vereins ernannt werden mögen. — Das Wahlmanifest desdentschenPartei-tages findet in allen unabhängigen deutschen Blättern einstimmigen und lauten Beifall. Von besonderer Wichtigkeit wäre die zum Schluffe des St. Pöltener Parteitages eingelaufene Nachricht, daß die Majorität des mährischen Großgrundbesitzes sich entschlossen haben soll, das gedachte Wahlmanifest vollinhaltlich zu akzepiiren. Wenn Mähren fest bleibt, dann dürfte Graf Hohenwart bald ausgespielt haben. — Ueber Johann Sulhay, den gewesenen katholischen Pfarrer und Dechant von Zelicz, der im Jahre 1869 wegen Mitschuld an einem Kindesmorde in Untersuchung gezogen ward und bis zum heutigen Tage in Untersuchungshaft gehalten wurde, hat das Kriminalgericht von Bares in Ungarn dieser Tage sein Unheil gesprochen. Der Gerichtshof hat Johann Sulhay des zweifachen Mordes, vierfacher Matriken-sälschungeu, der Defraudation und der Verletzung der gerichtlichen Sperre schuldig erkannt und ihn zu achtjährigem, seine Wirthschafterin Hermine Varga zu vierjährigem und die mitschuldige Hebamme zu zweijährigem schweren Kerker verurtheilt. Zu bemerken ist, daß der erste Kindesmord im Jahre 1862, der zweite im Jahre 1869 begangen worden. Der letztere gab Anlaß zum Prozeffe. Die Hunde hatten nämlich die vergrabene Kindesleiche ausgescharrt und die Hüllen, in welche die Leiche gewickelt war, wurden als aus der Pfarrei stammend erkannt. — Aus Essegg wird geschrieben: Unlängst kletterten 2 Kinder im Alter von 5 bis 7 Jahren auf den Dachboden ihres Vaterhauses und unterhielten sich dort eine geraume Weile, endlich siel es aber dem älteren der Kinder ein, durch die Bodenlucke auf das Dach zu kriechen und dort den HauShahn zu imitiren. Es krähte lustig „Kikeriki;" da kam aber plötzlich der Vater und der Junge erfchrack so sehr vor diesem, daß er eine rasche Bewegung machte, auSglitt und kopfüber hinabstürzte. Der heftig erschrockene Vater sprang sogleich hinzu, um den Knaben auszuheben, kam aber zu spät, denn dieser war — von selbst aufgesprungen und rief lustig: „Ich habe mir nicht weh' gethan." — Wie wir dem in Cienfuegos erscheinenden „Pabellon National" entnehmen, starb kürzlich in Co-ralillo (Cela de Pablo) eine 75 Jahre alte Frau. Da man die Ursache ihres Todes einem innerlichen Geschwüre zuschrieb, so wurde zur Sektion der Leiche geschritten, und man fand bei dieser Operation im Innern des Leibes eine 48 Pfund schwere Geschwulst, in welcher sich nach geschehener Oesfnung ein FötuS mit Zähnen und langen Haaren vorfand. Man nahm an, daß sich dieser FötuS wenigstens feit 20 bis 25 Jahren im Mutterleibe befand. Lokal- und Provinzial-Angelegenheiten. Lokal-Chronik. — (D a S allerhöchsteGeburtSfest Sr. Majestät des Kaisers) ward gestern Abends bereits durch einen großen Zapfenstreich eingeleitet, und heute früh um 5 Uhr verkündeten 24 Kanonenschüsse und eine Tagreveille den Anbruch des festlichen TageS. In der Sternallee, woselbst neben dem Standbilde Vater Radetzky's ein Altarzelt errichtet und in geschmackvoller Weise dekorirt worden, ward um 8 Uhr eine Feldmesse abgehalten, zu welcher die gesammte dienstfreie Garnison in Parade auSrückte. Die Spitzen der landesfürstlichen und autonomen Behörden nebst zahlreichen Andächtigen versammelten sich um 10 Uhr zum feierlichen Hochamte in der Domkirche, um ihre Gebete für den geliebten Herrscher zum Throne des Allmächtigen emporzusenden. — Im Kasinogarten und im Garten zu Leopoldsruhe werden zur Feier des Allerh. Geburtsfestes heute Abends große Gartenfeste arrangirt, zu denen umfassende Vorbereitungen getroffen wurden. — (Spenden.) Der Herr Landespräsident Dr. Karl v. Wurzbach, derzeit dienstlich in Wien weilend, hat aus Anlaß des Allerhöchsten Geburtstage« Sr. k. k. Apostolischen Majestät des Kaisers Franz Josef I. der in der Landesverwaltnng befindlichen, von ihm gegründeten Kaiferin-Elisabeth-Jnvalidenstistung zwei Obligationen im Betrage von Zweihundert Gulden gewidmet. Ebenso hat der Herr Landespräsident bei dieser Gelegenheit für das hiesige Armeninstitut den Betrag von zweihundert Gulden gewidmet. — (Jnvalidenbetheilung.) Der k. k. Landespräsident in Krain hat die für daS Jahr 1871 ausgeschriebenen zwölf Widmungsplätze aus dem Samm-lungssonde des patriotischen Frauenvereins in Laibach, in Beträgen von je 39 fl. 90 kr., welche am 18ten August l. I., als dem glorreichen Geburtsfeste Sr. k. und k. Majestät, zu vertheilen sind, im Einvernehmen mit dem Ausschüsse des patriotischen Frauenvereins in Laibach nachbenannten Invaliden verliehen: Martin Stok von Breg, Bezirk Littai; Josef Korelec von Primskau, Bezirk Littai; Franz Pevic von Bukovica, Bezirk Littai; Johann Terkou von Dobruine, Bezirk Laibach; Valentin Hocevar von Hrußica, Bezirk Laibach; Johann Ladiha von Treffen, Bezirk RudolfS-werth; Simon Kosinaö von Moistrana, Bezirk Rad-mannsdorf; Mathias Re^en von Jenöevc, Bezirk Gurkseld; Johann Tomöe von Dobeno, Bezirk Gurk-feld; Barthelmä Jordan von Konjsko, Bezirk Gurk» selb; Joses Rudman von Unter-Skopitz, Bezirk Gurk-seld, und Oswald Hcibar von Sidale, Bezirk Stein. — (R e a l s ch u l b a u.) Wie wir hören, soll der Abschluß der verschiedenen Arbeiten für das Oberrealschulgebäude verzögert worden sein. Im Interesse unserer Gewerbetreibenden, die, wie aus bestimmter Quelle verlautet, annähernd ganz gleiche Anbote, wie auswärtige Firmen machten, erscheint es uns dringend geboten, die leitenden Kreise aufmerksam zu machen, sich nicht aus Kosten unseres Gewerbes und unserer In» dustrie durch allerlei Manöver beirren zu lassen. —- (K inderbe wahr-Anstalt.) Das Ge-burtSfest deS Kaisers wurde in der Kinderbewahranstalt der bisherigen Gepflogenheit gemäß schon gestern, den 17. d., abgehalten und begann um 10 Uhr früh in der nahen St. Florianskirche mit der heil. Messe. Nach diesem kirchlichen Akte begann in dem mit Blumen festlich geschmückten Lokal der Anstalt die Feier des Tages mit dem allgemeinen Gebete der Kinder für das Wohlergehen des allerhöchsten Landcsvcilcrs, worauf die Bolkshymne folgte. Wie seither üblich, wurden nun mehrere Kinder aufgerufen, welche die an sie gestellten Fragen aus der Religion, dem Kopfrechnen und anderen GedächtnißUbungen nach Art der AufchauungS-UnterrichtSmethode geläufig beantworteten. Die von den kleinen Mädchen angefertigten und zahlreich ausgelegten mannigfaltigen Strick- uud Häkelarbeiten fanden recht beifällige Venilheilung; sie bewiesen eben in überraschend günstiger Weise, daß die Absicht dieser Anstalt, die Kinder der unbemittelten Lolksklassen schon frühzeitig zur erforderlichen nützlichen Beschäftigung au-zuhalteu, auch thalsächlich erzielt werde. Die Vereinsvorsteherin, Freifrau v. Codelli, mehrere Schutzfrauen, der Herr Bürgermeister Karl Deschmann und Herr BezirkSvolksschuleninspektor und k. k. Gymuasial-Direk-tor Smolej und viele Kindersrcunde beehrten diese Festlichkeit mit ihrer Gegenwart, die erst gegen Mittag endete. — (Zitherkonzert.) Wie wir mitzutheilen ersucht werden, spielt heule zum letztenniale im Glassalon zum „Sletti" der noch vom vorigen Jahre bei Anwesenheit des Kärnluerquintetts bestens bekannte Zithermeister Herr C m u l e tz im Vereine mit Herrn Fe r sehnig und unter freundlicher Mitwirkung des Herrn F o r e g g. — (Evangelische Schule.) Gestern fand Vor- und Nachmittags die Jahresprüfung in der hiesigen evangelischen Schule statt-: Dieselbe war von Vielen Freunden des Jugendunterrichtes besucht. Herr Bürgermeister Deschmann und Gymuasialdireklor Smolej beehrten die Nachmitlagsprüsuug mit ihrer Anwesenheit. Das Resultat Ubertraf die Erwartungen, die man nach den Unglücksfällen, welche im Laufe des Schuljahres Lehrer uud Schüler der Anstalt betroffen, hegen mußte, in jeder Beziehung. Wenn auch im Ganzen vielleicht der harmonische Nahmen, welcher in früheren Jahren so klar hervorzutreten pflegte, diesmal etwas zurücktrat, wie dies wegen mehrmaligen Wechsels der Lehrkräfte nicht anders fein konnte, so konnten doch die Vorzüge einer klaren inteflectuellen, das Gebiet der kindlichen Fassungsgabe weitaus deckenden Ausbildung, sowie einer liebevollen und doch strengen Disziplin den gewohnten Eindruck zu machen nicht verfehlen. Möge die Hoffnung, welcher der Direktor im Schlußworte Ausdruck gab, daß durch ein thatkräftiges Wirken im nächsten Schuljahre das der Anstalt gesteckte schöne Ziel wieder näher gerückt werden möge, in Erfüllung gehen. — (Zugsverspätung.) Die Ursache der gestrigen mehrstündigen Verspätung ist folgende: In Neunfachen waren nämlich während des VerschiebeitS eines Lastzuges einige Wägen entgleist, uud in Folge dessen das Geleise auf eine Zeit gesperrt. — (St a a t s t e leg ra f i st i nn e u.) Auch die Verwaltung der StaalStelegrafen beabsichtigt nun, zunächst probeweise für die Verwendung im Wiener Zeniral-Telegrofenamte, eine Anzahl unverheirateter Frauenspersonen (Mädchen oder kinderlose Witwe») aufzunehmen und hat soeben den Konkurs für diese Stellen bis zum 25. August ausgeschrieben. Die Be-werßemmen müssen das 18. Lebensjahr überschritten haben, mit guter Gesundheit ausgestattet fein, sich eines gesunden Gehöres und Gesichtes erfreuen, ein moralisches Vorleben nachweifen können und im Stande sei», sieh mit günstigem Erfolge einer Prüfung zu unterziehen, welche sich auf Schön-, Schnell- und Nechtschreiben, sowie auf die Fachkenntnisse (zunächst auf den Gebrauch und die Behandlung des Morse« Apparates uud auf die Dienstvorschriften) erstreckt. Keuntuiß einer fremden Sprache, besonders des Französischen, verleiht erhöhten Anspruch auf Berücksichti- gung. Die Dienstleistung wird vorläufig nur während der Tagesstunden (zwischen 8 Uhr Morgens und 9 Uhr Abends) mit einer höchstens achtstündigen täglichen Arbeitszeit gefordert, ist eine provisorische, welche feinen Anspruch auf dauernde Versorgung verschafft und wird fürs erste monatlich mit 20 fl. ö. W. nebst Tantieme nach den für den Bezug derselben seitens der Telegrasenbeamten ausgestellten Normen entlohnt. — Diese Maßregel bietet unstreitig einen doppelten Vortheil; sie kann in der Folge zu einer bedeutenden Erleichterung für den Staatssäckel führen uud sie erweitert jenen nur zu sehr beschränkten Kreis der Erwerbszweige, in welchen namentlich alleinstehende Mädchen und Frauen auf anständige Weise für ihren Lebensunterhalt und ihr Fortkommen sorgen können. (lieber tt»nt()mn=®tu«9tUiiif’t\) Der öftere und schnell wechselnde ©einig warmer mfo kühlender Speisen und Getränke, wie er besonders in der wÄmeren Jahreszeit häufig ftattfinbet, geschieht gewiss nicht zum Vortheile deis Mundes und der Zähne, die dadurch besonders bei schon vorhandener Reizbarkeit nicht selten in krankhaften Zustand versetzt werden, der in der Regel dann erst beim Eintreten kühlerer Witterung in seinem ganzen Umfange auftritt. Will mau dem begegnen und Zahne uud Mnudtheite durch ein kräftigendes Präservativ vor solchen lmduhei,igelt Einwirkungen bewahre», so ist dazu vor allein das Anatheein-Mnndweisser von Dr. I. G. Popp, t. f. Hof-Zahnarzt in Wien geeignet; wenigstens werden feine wohtthängen Wirkungen viel dazu beitragen, die Gesundheit des ä)hi n'deS und der Zähne zu befestigen uud sie in den Stand zu fez-zeu, auch den erwähnten nachtheilige» Einflüssen besser zu widerstehen. Nimmt mau außerdem hinzu, daß das Ana theriu-Muudwaffer sich bei allen Krankheiten der Weich-theile des Mundes wie der Zähne seit einer Reihe von Jahren alS ste.s heilsam bewährt hat, daß Zahnschmerz jeder Art, übelriechender Athem, Schwämme uud Entzündungen deS Mundes, krankes Zahnfleisch, Enries, selbst Skorbut, dadurch mit bestem Erfolg bekämpft werden, so dürfte das treffliche Mittel feine weite Verbreitung gewiß rechtfertigen, und auch die Aufmerksamkeit aller derjenigen verdienen, die bis jetzt noch nicht Veranlassung nahmen) dasselbe kennen uud fchätzeu zu lernen._________ Lnttdwirthschaftlichcs. (Benützung der iö i r f e it b t ti t t e r.) Man hat die nützliche Wahrnehmung gemacht, daß Birken-blätter einen Ersatz für Pferdehaare k. bei der Ma-Iratzen-Fabrikation dielen uud unter allen Umständen das «Stroh bedeutend übertreffen, indem sie nach den gemachten Erfahrungen 6 bis 7 Jahre wetch, leicht und frisch bleiben. Die zur Matratzen-Fabrikation zu verwendenden Blätter müssen im Herbst, bevor Frost eingetreten, gesammelt uud gehörig getrocknet werden. Witterung. Laibach, 18. August. MorgcnS trübe, gegen Mittag Aufheiterung, windstill. Wärme: Morgens U Uhr | 16.0", 'Jinchm. 3 Urr + 22.3" (1870 -|~ 23.0”; 1861) (- 21.5"). Varoinetev 733.53 Millimeter. Das Tagesmittel der Wärme | 17.3" C., tun 1.7" über dem Normale. Der gestrige Niederfchtag 8.60“ Millimeter, vt __ 9litßtiomniCite Fremde. Am 17. August. EJlvfunt. Offcuheimer, Kausm., Triest. — Schneider, Reifender, Preßbnrg. — Jaklitsch, Kausm., mit Frau, Preßbnrg. — Coitte, Oberst, Fiume. — Krusii, Oekonom, Triest. — Volheiui, itaufm., Pest Kren, Kaufmann, Wien. — Pelikan, Forstmeister, Ainöd. v Reha, Reittier, Trieft. — Legat, Triest. —^ Jeretin, Besitzer, i'ittai. — Steiner, Triest. — Wrus, Eubar. — Häußle, Feldkirch. — Lukic, Haudelsm, Fiume. — Mab. F. (Lottier, Wien. — WuÄic, Private, Kreutz. SBotel IVieie. Glanzuiauu, Handelsmann mit Familie Triest. — v. Bohr, Privat, Wie». — Friedrich, «'aufm., Haida. — Rizhe, Kauf»,.. Graz. - Polaj, Stealitätenbefitzer, Sesfana. Schwarz, Kanfm., Graz. BBalerZseUe«.* UI ©ff. Sondek, Oberinspektor der Feuer-afsekuranz, Wien. M«tBas»«»«. Holt, England. _______ Lcrstorbeiie. Den 1 6. A u g n st. Dein Herrn Karl Urbas, Fleischhauer, Gastgeber und Hausbesitzer, sein itiud Karoliue, alt 22 Monate, in der St. Petersvorstadt Nr. SU au der chronischen Gedärmeutzünduug. Den 17. A it g u st. Margaretha Steruiza, Inwohnerin, alt 03 Jahre, in der Gradifchavorstadt Nr. 28 am Zehrfieber. — Dem Herrn Jofef Kollmann, Spediteur, sein jiiuti Johanna, alt 5'/, Monate, in der Kapuzinervorstadt 9tr. 3 atu Darmkatarrh. — Maria Hoklic, KaischlerSlochter, alt 22 Jahre, im Zivitfpital am Thfns. Gedenktafel über die am 2 1. A u g u st 18 7 1 stattsindenden Lizi tationen. 3. Feilb., Kam'sche Real., Rakek, BG. Planitta. — 1. Feilb., Arko'sche Real., Reifniz, BG. Sieifniz. — 3. Feilb., Sknfea'sche Real., Birkenthal, BG. Seifenberg. — 3. Feilb., Juric’fche Real., Förtschach, BG. Egg. — 3. Feilb., Zor-maun'fche Real., St. Triuitas, BG. Egg. — 2. Feilb., Pangrec'sche Real, acl Hopfenbach, BG. Rudolfswerth. 3. Feilb., Teran'sche Real., St. Martin, BG. Krainbiirg. — 3. Feilb., Pnsar'sche Äieal. ad RudolfSwerth^ BG. Rn-dolsswerth. — I. Feilb., Zakrajsel'sche Real., Großoblak, BG. LaaS. — 3. Feilb., Krotn'sche Real., Berdo, BG. Tschernembl. Verlosung. (U it g n r i f ch >' P v ä tu i e n f ch e 111 e.) Bei der am 14. Anglist nm 9 illjr Vormittag® in Ofen Uorgeuommeneii fünften Verlosung dc« ungntischcn Präniien-AnlehenS mmben nachstehende 12 Strien g^ogni: Nr. 236 389 865 1437 1697 2056 2262 2614 3(510 4269 4110 und 4914. Stils diesen Serien fiel der Haupttreffer mit 250.000 fl. auf Serie 1437 Nr. 35; der ,weite Treffer mit 23 000 fl. auf Serie 2014 Ne. 2 und der dritte Treffer mit 5000 fl. auf Serie 865 Nr. 46; ferner gewinnen je 1000 fl.: Serie 3610 Nr. 42 ntib 6.4110 Nr. 15, 20 und 41. und endlich gewinn,-» je 500 fl. : S. 389 Nr 38, 46 und 48, S. 865 Nr. ii, 37 iinb 42, S. 1437 9ir. 19 und 42, S. 1697 Nr. 24, S. 2614 Ne. 8 und S. 4269 Nr. 3, 13 und 30. Änf alle Übrigen i» de» obigen verlosten 12 Serie» enthaltenen und hier nicht besonders nnfgrführteii 580 Gewiiiu-Rummern der Prnmteufcheinc entfällt der geringste Gewinn von je 108 ft. von feinen & in allen Größen bei (jevfllilieferten Preisen von 30 bis 90 kr. Josef liiiriiiü'cr. I (361-2) v o it 8 111) v f r ü h b i ö 6 u h r A b c II d §. Gntree nur SO fr. Wiener Börse vom. 17. Augnst. Staatsfonds. 5 ‘iTic.Viente, öst.Pap. 60.-tä 0060 ff«, dto. ön.iu&itS. 71.60 71.70 ifife »011 1854 . . . 5-5.- 95.25 8#(e von 1860, sankt 10* so 3(2 70 !*o.e ven 1860, iVÜKft. 11'4 75 113.— Präuiiensch. v. XSti4 . 11)9.2;» 139 . 0 i'i'K im'Äöü-'. V?.a*' 'J: > Stiimtvret . 93.- 94.— iTämtcn, Kram u, jiäflenlanb 5 » 86.75 89.- llugarn. . zu 5 80.75 81,— .totti. u. ©t»3. ö „ 80 2 , 86 5!) Siedenburg. „ 6 i’l L'ö 17.50 ÄOtk*;:- ulaticnaltünt . . . 771 — 773 — Union - Sani . . . L71.30 St 71.50 utcbitnufialt . . . st« 2 a 2H2.50 ?}. S. 93».- 940 - tonßl.o«iiilcH. Sani . i5i».5(/;i£ß. «5 DeS. Bodencr«d.-A. . '<60.— 2f 2,— Ocjl. Hypoth.-BLNi . Steter. 75.- 77.— L95.— Franko - Austria . . 120.10 ISO 20 Stalj. Ferd.-Rordb. . 2157 2162 C-Ädl'ah'.i-GssellsL-. . 182.— 182.20 >31.— 381 .£0 K.rrl-Ludwig-Bahn ; 54.— 1:54,50 t;ir.5cr.r. Fjssnbahn . '78 5017!) — EtaaiSbahn. . . . 421.5!) 4-2 50 i:r.i). Franz-Sosr'SS., 20!).: 5 209.75 Küaff.f®ätc!cc E.-V. 17 K. 5V 179 — Msöld-Fium. Sich« . -84— 3 81.50 Mastoriof». Ratioa.*.©. smtlcfs. n co 94.80 tlita. idod.-Credttanst. 8^.25 89.50 Allg.öst.Bod.-CredU. 10!).— 309-50 btc. m Büu.ntdi. 88.- £8 50 '-uejt. . IPriorit ;i r»- öMän: -1 Südb.-Ge!. 311600 Kr. btc. Ävr.S 6 PÄt. NordS. fiOO ft. iLM.) Gt^atödtzhn Pr. Stück Staatsb. Pr. Sr. 1807 »i u d 0 !fs b. (300 fl. ö. W.) 9rtang>3of. (200 fL<8.) Lobo, ßcebtt 100 fl. ö. M. . D s n..-D am.pfsch.' Ges. zu 100 ft. CM. - . TrLester 100 fl. CM. .. dto. 50 fl. S.W. . Oföiret . 40 ft. v. W. Äalm . „ 40 „ Palst?) . „ 40 „ Llary . w 4.0 * St. Genois „ 40 „ Windischarätz 20 „ Wttldstrln . 80 „ Keglevich . 10 „ RudolsSstift» lOö.W. Wechsel (8 MoN.) - uash.lOOfi.siidd.W. 100 ft. „ „ ibubcn 10 Pf» GtecL. Vvx1.-} 100 Francs . Htinsoa. IZixii. Münz-Ducateu. 80-FraucsstÜ 91 30 99 30 99.f 0 181.— 181 50 ~.~ 102.— 119.— 121.— 59.— 60.— 34.— S5.—■ 43 50 4 4,— 32 50 53 50 38.— 59.— 32.— 33.- 24.— 25 — 24.50 S5.—- 15.— 17.— 15.- 15.W 102 20 102.30 102.20 30X.40 191 — 121.15 47 25 47 30 5.78 5 r 9 9.04* 9.65 1.81 1.814 120.— 12025 Telegrafischer Wechselknrs vom 18. August. 5perz. Reute österr. Papier 61.30. — 5perz. Reute iifterr. Silber 71.60. — 1860er Staatsanlehen 102.70. — Bankaktien 770. — Kreditaktien 291.90. — London 120.65. — Silber 119.85. - ü. k. Milnz-Dukaten 5.78'/,. — Na-poleonsd'or 9.63.- Druck von Jgn. v. KlcinAaYr & Bamberq in Scibxis. Verleger und für die Redaktion verantwortlich: Ottvmar Bamberg.