Vereinigte /5>" . ^ Laib a ch e r Z e tMm n g. Nr°. 17. Freitag den 2k. Febru ar iLig. Inland« K ä r n t e n. D 0 ntafel vom i5. Februar. V»/estern genoßen wir zur unaussprechlichsten Freu, de aller Bewohner des Kanalthales zum erstenmale das hohe Glück Se. Maj. unsern allergnadigsten Kaiser den allgeliebten Vater seiner Unterthanen mit Ihrer Maj. der allverehrtesten Kaiserinn, und I. k. Hoheit, der durchlauchtigsten Prinzessinn Erzherzoginn Karoline, hier zu empfangen. I. I. M. M. Aller-höchstwelche um6UhrAbenos unter allgemeinem Jubel des vom ganzen Thale versammelren Volkes anlangten, geruhten hier bei uns auf deutscher Seite in dem Comerzial-Grenzzollamts-oder sogenannten Einnehmerhause zu übernachten. Se. Maj. der Kaiser widmeten sich auch hier, nach Allerhöchsterer väterlichen Gewohnheit ganz den Wünschen und Bitten Ihrer Unterthanen, und ertheilten bis spat in die Nacht Audienzen. Heute morgens reisten Allerhöchst: dieselben um 7 Uhr in der Begleitung Allerhöchstihrer kaiserlichen Gemahlinn / Allerhochstderen äusser-ordentliche Leutseligkeit und herablassende Gute die Herzen aller Bewohner entzückte, nebst der durchlauchtigsten Prinzessinn Tochter und begleitet von ben innigsten Segenswünschen Allerhöchstihrer .getreuen Unterchanen im besten Wohlseyn- über Ponticba ,;ach lldine ab. ' (Klagf. Z.) . 3 t a l..l e n. Venedig. Die Mumzipal? Kongregation dieser könH/..S^dt erließ -am 5° dies folgende Kund' machung: „Am 17. d. M. werden Se. V?aj. nnse» allerhöchster Monarch in Begleitung Ihrer Maj. der ' Kaiserinn in unserer Stadt eintreffen. Dieses ist das drittcmal, daß wir innerhalb der kurzen Zeit, als wir unter die Herrschaft dieses Monarchen gekommen sind, mit Höchstdesscn Gegenwart beehrt werden> welches Ans von der Zuneigung und Sorgfalt Sr. Maj. für unö überzeugen muß. Aber diese allerhöchste Güte erfordert auch, daß wir uns erkenntlich zei-Hen. Es ist uns zwar jene Anhänglichkeit an unsern, allerhöchsten Monarchen eigen, und jeder von uns ist von den ehrfurchtsvollsten Empfindungen beseelt; wenn aber diese Huldigung und diese Verehrung Für die allerhöchste Person unsers Monarchen durch äußerliche Fveudensbezeugungen an den Tag gelegt wird, so zeigen wir in der, That, was wir im Herzen empfinden. Die Munizipal-Kongregation, die ihre Mit« bürger zu gut kennt, hofft also mit Grund, daß Alles am 17. Vormittagv bis nach Fusina entgegenströmen wird, geschehe es hernach mit Peloten, Barken, Gondeln oder andern Fahrzeugen. Auf diese Art wird jeder seine eigene ehrfurchtsvolle Empfindung ausdrücken und zugleich den Ruhm seines Vaterlandes erhöhen können." (B. v. T.) A u s l a n d. Schweitzerische Eidgen 0sse n sch aft. Am 19. Jänner nahm der Stand Graubündten Besitz von der Herrschaft Räzuns, welche der östex-rcichische Hof traft des Art. 78 der Wiener Congreß-Acte an denselben abgetreten hat. Der t. k. Com? ^ 67 —- s «Mr von Toggenbuvg übergab sie rn Gegenwart von k Abgeordneten der vier Gemeinden, und unter Pa-^ «adirung der Miliz durch'einen feierlichen Act an eine bündncrische Stan^escomwission im Schlosse Na-«ins: die E6)lüffel wurden ihr auf silberner Schüs-stl dargereicht, die Kantonsfahne auf dem Schlosse aufgesteckt, und das Mittagsmahl in Bonaduz ein-genominen. (Ostr. Beob.) Frankreich. ' Nach der Gazette de France hat ein Französischer Reisender vor Kurzem in Egypten, neun Stunden vom rothen Meere, im Gebirge, zwischen dem 2H. und 25. Grad der Breite, die Überbleibsel einer alten Stadt entdeckt. Es stehen noch acht Hanser aufrecht/ und unter den Trümmern befinden sich mehrere von Tempeln, alte Bildsäulen :c. Auch fand er auf den vom Meere und vom Nil dahin führenden Straßen Überbleibsel von Stationen. (W. Z.) Der Lage der französischen Besitzungen in Afrika sieht eine bedeutende Veränderung bevor. Nach dem Senegal sind bereits zwey außerordentliche Expeditionen (im Iuly und im December v. I.) abgesegelt und eine dritte wird ihnen nächstens folgen. Der Zweck dieftr Absendungen ist die Ausführung eines »euen, von der Regierung angenommenen Systems der Colonisirung. Baumwolle und Indigo werfen bereits einen Ertrag ab, der diese Artikel für den Handel eignet. Man wird arch Kassel), Zuckerrohr und andere kostbare Vegetabilien beyder Indien nach einem größeren Maßstabe cultiviren, um sie zil Handelsartikeln benutzen zu können. Ahnliche Verbesse-runyen hat die Negierung mit den bereits besiehenden. Etablissements zu Cäyenne im Sinn. Man will viele, bisher m Guyana unbekannte Pflanzen dahin schaffen und cultiviren, um sie dann nach Europa zu bringen ; eben so gedenkt man von Europa alle Gegen» stände dahin zu führen/ die, wenn sie sich in den Gärten von Cayenne an das Clima gewöhnt haben, von da nach den entlegensten Theilen des Festlandes perschiffc werden sollen. (Wdr.) Großbritannien. Der Courier fordert, nach seiner bekannten duld- samen Weise.mAniugllch auf/ sich ohne Zeitverlust gegen die Katholiken zu erklären, da die Frage ihrer Emancipation neuerdings zur Sprache kommen ^solle und sich ihre-Partey in beyden Hausern beträchtlich verstärke habe. Von den Ministern werden die Lordt Bathurst, Mleville, Harrowby nnd Mulgrave i„ dem Oberhause, Lord Castlereagh, Canning, Pole und Robinson im Untcrhause die Gleichstellung der Rechte der Katholiken unterstützen. Dagegen wevden seyn: Graf Liverpool, Lord Eldon, Sidmouch, Herzog von Wellington, Vansitcart/ Hr. Bragge Ba? tburst und, nach dem Courier, auch Lord Bathurst. (Wdr.) Im Unterhause machte am Aen 0. M. Hr. Lawson seinen neulich versprochenen^ viel Lachen erregenden Antrag, daß man auf gezähmte wrlde Thiere, z.B. Wiesel, die zum Rattenfang gehalten werden, Assen, Meerkatzen und Bestien, die zur Schau gestellt werden (wiewohl er noch nie gehört, daß in LMdon ein Löwe gestohlen worden, was indessen eben so strafbar seyn sollte, als wenn es einen Esel beirü-fe, -der gegen jenen ein unedles Thier sei) u. s. w. so gut ein Eigenthumsrccht besitzen solle, ali aus zahme Hausthiere, und es für Diebstahl erklärt werde, sie einem andern zu nehmen. Es fand sich Niemand, der seine Motion unterstützen wollte, endlich war der Attorney-General dazu bereit/ indessen wurde, nachdem die Zuhörer entfernt worden, der Antrag verworfen. Hr. Lawfon erklärte, daß er nun auch seine andere Motion, wegen Abschaffung der gerichtlichen Entscheidung durch Zweikampf, fallen lasse, wogegen der Attcrney < General aber einen ei-geneu Vorschlag über diesen Gegenstand ankündigte. Lawson, de« seine Studien mit vielem Ruhm, abec noch nicht seit gar lange, vollendet hat, scheint sich vorgenommen zu haben, den Witzbold im Haufe de» Gemeinen zu spielen, und führte diesen Vorsatz dieß-m«l auch keck durch. Die Times erinnern ihn ernst-lich an die Unreife seines Allers, und dle Würde des brittifchen Senats. , (östr. Veoh.) Schweden und Norwegen. Neben der Anzeige, daß die jetzige tiefe Landestrauer vom 6. Februar au iu Aemi" Trauer Eme4. ^» 63 -»" Monaths verändert/ und nachher, ganz abgelegt wer» de, ist folgende merrw/n-dige Bestimmung für die Zu« kunft erlassen worden: „Se. Maj. der König/ welche das Wohl )hrer Unterthanen in jedem Verhaltnisse zärtlich behandeln/ haben in Betracht, dasi der Verlust eines guten Königs oder eines geliebten Gegenstandes der königl. Familie fchon empfindlich genug für ein treues Volk sey, ohne selbigen noch mit schädlichen Folgen für den Handel und Kunstfieiß zu vergrosier», gnadigst zu verordnen geruhet, daß die Zeit des Tragens der Trauerkleidcr nach Iyren Majestäten oder Mitgliedern der königl. Fami.lie künftig auf folgende Wcise beschränkt werden soll: nach dem Könige oder der Königinn 6 M»na» the,^nach dem Kronprinzen H Monathe/nach andern des konigl. Hauses 5 Monathe, und in allen diesen Fällen nur die halbe Zeit tief. Die Schauspiele hören bis nach Beerdigung Ihrer Majestäten auf." (W. Z.) Spanien. Die Madrider Hofzeitimg enthält folgendes ämt-nche Schreiben Sr. E,rc. des Kriegsministers an Se. Cxc. den Minister der auswärtigen Angelegenheiten / vom »4, Jänner: „Der oberste Kr'iegsraty hat Sr. königl. Majestät chrcrbiethigst vorgestellt, daß Nothwendigkeit erheische / alle Fremden, welche unter den Fahnen der Insurgenten in den königl. Besitzungen iu Amerika angetroffen werden, oder diesen Insurgenten Waffen/ Kriegsbedürfnisse und Schiffe zuführen, nach all«r Strenge der Gesetze zu behandeln. Die Milde, welche Se. Maj. bisher Ihren verirrten Unterthanen zu bezeigen die Gnade gehabt haben, könne nicht auf Fremde ausgcdehnt werden, welche s>ch der tadelnswerthesten und verabscheuungswürdig-sten Mittel bedienen, das Feuer des Aufruhrs zu ^unterhalten, und bey dcm Elend und der gänzlichen Vertilgung unbesonnener Unterthanen ihr eigene) Glück zu machen suchen. Dieses Betragen ist dem allgemein anerkannten Völkerrecht zuwider. Jeder Fremde, der aus eigene Veranlassung sich auf das gebieth irgend eines L'a-idesberrn begibt, um dort "e öffentliche Ruhe zu Hefät^den, oder was immer für andere Verbrechen zu vollführen, wlrd durch die That selbst der Landesobrigleit und Landesjustiz un-terwÜrsig/ ohne daß die Regierung seines Landes ih» zurückfordern, noch irgend ein Hinderniß in dsn Wez legen kann." »In Folge dieses Narhschlusses haben Se. Ma-jestät erklär, daß alle Fremde/ die in den oberwahn» ten Fällen im spanisch-amerikanischen Gebieth ertappt werden/ nach Vorschrift der bestehenden Gesetze, der Todesstrafe unterliegen, und alle ihre Güter con» fiscirt werden sollen, und düst sie keinen Amheil a« den Begnadigungen haben bonnen, welche Se. Majestät Ihren eigenen Unterthanen schon ertheilt haben, oder in der Zukunft noch ertheilen mö^en." Madrid genießt der tiefsten Ruhe und ohne die äußerste Wachsamkeit der Polizey, die zahlreichen Pa,c trouillen, welche allmählich durch die Straßen der Hauptstadt ziehen und ein Heer von Spionen, dit an den öffentlichen Orten pertheilt sind, um aufzupassen, was vergeht, würde man gar keine Veränderung in der Lage dieser Stadt bemerken. Die Besatzung ist sehr zahlreich; außer den Leibwachen be? findet sich das Regimenr spamscher Garden, die Walloner Garden, 3 Regimenter Fusivoll und ein Regiment Reitevey daselbst. Die Inquisition, von der man im Ausland so großen Lärmen macht, ist nur den englischen Büchern und Zeitschriften furchtbar. Es ist ihr endlich gelungen, einiger Exemplare des zu London gedruckten Constitutionell habhaft zu werben,' welche auf der Gerichtsstube des heil. Gerichts zur Haft gebracht siüd. (Wdr.) New - Vorker Blättern zufolge hatte ein angese« hener, zu Montevideo ansaßiger Bürger der vereinigten Staaten, an einen seiner Corresvondente» in seinem Vaterlande die sonderbare Nachricht gemeldet, daß die Regierung von Buenos-Ayrcs, in Ver» bindung mit der von Chili, beschlossen hade, einen Abgesandten nach Europa :u schicken, um ein3.nEu> ro!>äer, der kein Spanier i'I,)^sü)H:NerikH.'.is,heKrane anzubieten. Dieser Abgesandte, wird hin;uge-fügr, soll sich zuvörderst nach Frank«ich l. en. (Sämmtliche pariser Blätter vom in. ^ " -''5 dlese Nachritt ebenfalls mit.) (^^, - .^. > ) Spanisches Amerika. r . Amerikanische Blatter enthalten folgende authentische Nachrichten über di' Artund Weise, wie ,'lch cer spanische General R'novales nach seiner Ankunft in ^ N^w-Orleans benommen: „General Renovales hat< ie mit Ehren für die Unabhängigkeit, Spanien's, als «s von Bonaparte angegriffen wurde, gefochten. Späterhin lud er den Verdachtauf sich/ daß er in ein Complott verwickelt gewesen, und zog sich die Ungnade des Königs zu; er flüchtete sich nach England, wo er zwei Jahre lang in sehr dürftigen Umstanden lebte. Hier wendete er seine Blicke nach Amerika, und ließ sich aus eine Erpedition zu Gunsten der Insurgenten «in. Londoner Spekulanten lieferten ihm' Waffen, ^nd Proviant. Seine Expedition eine der hedeutend.-sten dieser Art, die in England ausgerüstet worden, segelte im Monar Juli des verflossenen Jahres aus der Themse ab, und landete im September zu. New-Orleans. Nachdem er Erkundigungen über die wahre Lage der Insurgenten, zu denen, er stoßen sollte, eingezogen hatte, berieth er sich mit einigen unter seiziem Commando stehenden Offizieren, und bemächtigte sich, der zur Expedition, gehörigen Schiffe, Waffen «nd Munition. Zu gleicher Zeit erließ er ein Manifest, worin, es unter andern heißt. »Ich hatte versucht,, dem Könige meine Rechtfertigung zukommen zu lassen ; allein ich war genöthiget, Spanien zu, verlassen. Ich sah nun keinen andern Tklsweg, als nach Amerika zu gehen, wo ich bereits einen Theil meiner Jugend zugebracht hatte.. Ich Klaubte dort die Freiheit zu finden; ich'schmeichelte mir zur Versöhnung der Parteieil beizutragen. . . Agenten der Insurgeitten-Regierungen kamen mit Handels- Spemlancen zu London üderein, utn uns Waffen und Proviant zu liefern. Sie lieferten uns aber kaum die nothwendigsten Lebensbedürfnisse.... Sie zwangen uns, zu umer- ^ zeichnen, und seW diese. Vortrüge wurden, ihrerseits, nicht gehalten....." «Bald nach meiner Ankunfb m diesem Lande verschwanden meine Täuschungen.. Die. angeblichen Be- freier Amerika's sind Ehrgeitzige, die über ihres Glel-: chen herrschen wollen. Ihr Enthusiasmus ist eitel - Heuchelei. Diese ruchlosen Morder der Menschheit verwü-tön und verheeren Amerika.... Nein! Ich will keinen Schritt weiter auf der Bahn der Treulosigkeit und Grausamkeit thun... Die Waffen , die Schiffe, die Truppen unter meinem Commando sollen forthin zu keiner feindlichen Operation gegen die spanische Regierung und deren Colonieen mehr mitwirken." ' „Die Unabhängigkeit der Collonieen ist eine Chimäre. Ich hatte das spanische Amerika glücklich und blühend gesehen; es genosi einer wahren bürgerlichen Freiheir; und jetzt, welcher Contrast! Die Insurgenten haben allenthalben Brand, Mord Und Verheerung verbreitet, ohne irgend etwas Festes begründen zu können." „Sollten wir denn, weil wir dem Könige mistfallen haben, glauben, jdas; wir desch'lb verurteilt sind, gegen ihn fechte,: zu müsseiN Können wir die Ungnade, in die wir gefallen !sind, nicht auf eine edlere Weise wieder von uns ablenken? Unsere' Namen haben in einer ehrenvollen ^aufdahn geglänzt; sie dürfen nicht durch Unterstützung, einer schlechten Sache befleckt werden. Ich erkläre, daß ich fortan meinem Vaterlande nach den Befehlen- zu dienen Willens bin, die ich von der königlichen Negierung, erhalten werde. Se. katholische Majestät'werden das Edle unseres Benehmens sicher nicht Mißkennen; Spanien, wird von un) sagen, dasi, menn wir keinen Fehler begangen hatten, wir ihn nicht so ehren? voll hatten wieder gut machen können." „Unterz. Mariano Nenovales. New-Orleans, den 2a. October 1819." (Ostr. Beob.) Wechsel-Cours in Wien vom i3. Februar l3!g. Conventionsmünze von Hundert 24H »^ Gedreckt be) I^naz AloZö Edlsn ysa Klelnmayr».