MARBÜRGER ZEITUNG AMTLICHES ORGAN DES 4^ STEIRISCHEN HEIMATBUNDES «•^1? K « ^ f c'u Mit N». 15-i?, ss-«a, M-M. K% IS Ulu Incbclal wwktlgllrh .U MoigaaMltuBg. BMogfpr«!* da vor«iu lablbarj ■onatltcta RM 1,10 «laKUiaiUiA I Hl -H U 5. «5' . "IJ« Schrlftleltung nur auf Feraruf Nr. M-67 analcbbsr. UnT«rl*aglB Zuichrlft» wardeo H.l Äpf PoatiattuagigcbUri b«l Utfcnia« Im Slnlfband mtflgllch Portoi b«l AbhoUn Is d«i OMcbirtittall« ?■ V.« . n* • 5?),."*51 Anjragen Ut daa Rückporto balzulagaa. Poitichackkonto Wien Nt. 54.908. RM 2,—. AlUalch durch Port BOBatllch RM 1,10 (alnachl. 10,8 Rp. FoftiaitungsgebOhrl and » Rpf ZuitaU- GetcharUitallao Ip CU'I, Marktplati Nr. IJ. Pantruf Ni ?, and In Pattau. Untrartorgaia« Nr, 3. Fararuf Nr M gabflhr. BnialnnmaarB wtr4aB niir gagaa VoralBiandung daa Elnialpra »ai ond dar Portoauilagan nigaaandat Nr. 175 — 84« Jahr^aii^ Marbur^-Drau, Freitag, 23« Jnni 1944 Einzelpreis 10 Rpl \ Der Feind muss umgruppieren Amerikaner stellen sich zum Angriff auf Cherbourg auf Landungsvorstösse gegen die Seefesfung gescheitert dnib Berlin, 22. Juni Die Invaelonsfront stand am Mittwoch im Zeichen feindlicher Umgruppierungen, ohne daß es jedoch zu nennenswerten Kampfhandlungen kam. hi weitem Bogen um die «üdli-chen Außenbereiche der Festung Cherbourq herum stellen sich die Nordamorikaner zum Angriff bereit. Von Südwesten und SiVdosten geführte Erkun-dungsTorstöße scheiterten wie-d«r wls am Vortag» im deutschen Raum. FlaJc und Küstenbatterien bekämpften die Pan-2erbereil6telluntien, Truppenan-sammlunqen und Anmarschstraßen de« Feindes, während der Geqner mit schwerer Schiffsartillerie die Festungswerke beschoß. Vor der südlichen Abschir-munqsfront des feindlichen Einbruchsraumes auf der Cotentin-Halbinsel und im Raum von Carentan gruppierte sich der Feind ebenfalls zu Angriffsvorbereitungen. Unsere Aufklärer beobachteten auch hier starke Bewegungen von gepanzerten und motorisierten Einheiten. Die Nordamerikaner beschränkten sich jedoch in diesem Abschnitt bisher auf örtliche Erkundungsvorstöße und Feuer-Überfälle. Zwischen Vtre und Orne blieb es bis auf beiderseitigs Artillerietätigkeit im allgemeinen ebenfalls ruhiq. Unter dem Eindruck der schweren Verluste an den Vortagen brachen die Briten ihre seit Sonntag laufenden Angriffe beiderseits Tilly vorübergehend wieder ab, Auch in diesem Raum sucht sich der Gegner von neuem zu verstärken, so daß mit einer Forlselzunq der Vorstöße zu rechnen ist. Nur östlich der Orne führten die Briten örtliche Angriffe gegen Bois de Bavent, die in harten Kämpfen abgewiesen wurden. Zahlreiche gefallene Briten, Schotten und Kanadier blieben vor unseren Stellungen Üeqen. Der gegenwärtige Nordsturm am Kanal beeinträchtigt die Seeoperationen. Der starke Verschleiß seiner Landetruppen zwingt den Fenid jedoch auch bei Vamillt momenc CarHtton Vimiiit Montebourg Cartftt. CHERBOURG^ C. dt Barf/euf fl n»/> b'Mar/in C de la Haavt erklärte, keiner der jungen MSnner der Vereinigten Staaten werds ja die Heimat verlassen, um das Blut in diesem Kriege zu vergießen. Diese ungeheuerliche Anklage, d|#^ die geheime Abrede zwischen Churchill und dem Präsidenten lange vor Eintritt der USA in den Krieg aufdeckt. erhSlt eine weitere Stütze durch den Artikel über die USA-Großflugzeuge im Zusammenhang mit den Luftangriffen auf japanisches Gebiet, Dieser Artikel, der aus Washington datiert ist, enthält wörtlich folgenden Satz: Der Angriff der amerikanischen Super-Festungen, der am 15. Juni auf japanische Städte erfolgte, war das Resultat der Pläne, die ripr Oberbefehlshaber der USA-Luflwafte, General Arnold, bereits zwei Jahre vor dem Eintritt der Vereinigten Staaten in I den Krieg fertiggestellt hatte. Die fliegenden Bomben Flugzeuge kommen nicht mit tc Stockholm, 22. Juni Die Schwierigkeiten bei der Bekämpfung der neuen deutschen Fernkampfwaffe unterstreicht ein Augenzeugen-bericht der »Newyork Times«. Die Geschwindigkeit der deutschen Waffe sei so groß, hieß e« in dem Bericht, daß die Spitlire wie Segelflugzeuge dagegen wirkten. »Ich befdnd mich gerdde auf einem Schiff, als eine Bombe über uns hinweg flog, berichtet der Augenzeuge. Die Bombe verursacht ein Geräusch, als ob ein Schnellboot sich nähert. Kurz darnach hörten wir eine große Explosion. Die Bomben elnd so schnell, daß wir gar keine Zeit hatten, auch nur einen Schuß gegen sie abzufeuern.« Kampfraum China Ein Querschnitt durch die letzten Offensiven Die Invasionsküste, vom Norden her gesehen (Schcrl) schlechtem Wetter weiter Nachschub einem Maschinengewehr bestückte Spähheranzuführen. Abgesehen von kleineren ! wagen in Flammen auf. Anlandungen der letzten Tage setzte er am Mittwoch vormittaq wieder mit einer größeren Transportflotte von etwa 40 durch Zerstöret gesicherten Einhcit«Q über, dotv Kanal und blieb bis vor der Orne-Mündung. In den Morgenstunden des Donnerstag stand der Verband immer noch vor der Küste, ohne infolge der schweren Brandung an der Seine-Bucht landen zu können. Von den am Vortage bei Lyon sur Mer an Land gebrachten leichten Panzern wurden einige sofort in den kleinen Brückenkopf öst-1 lieh der Orne-Mündunq eingesetzt. Einer dieser britischen Panzerspähwagen stieß an der Straße bei Excoviüe auf ein dort sicherndes deutsches Sturmgeschütz. Schon beim ersten Schuß des Sturmgeschützes ging der mit zwei Werfern und Ein Brite sprach die Walirhcit Große Aufregung in Amerika — Roosevelt als Kriegstreiber gebrandmarkt dnb Stockholm, 22. Juni Enthüllungen, die der britische Produktionsminister Oliver Lyttelton auf einem Bankett der USA-Handelskammer in London über die Umstände gemacht hat, die zum Eintritt • der USA in den Krieg führten, haben in Washington höchste Entrüstung hervorgerufen. Man verwahrt sich dort ganz entschieden gegen eine Bemerkung Lytteltons, daß Japan von den Vereinigten Staaten zum Krieg provoziert und daß Washington überhaupt niemals neutral gewesen sei. Der USA-Außenminister Hull hat den britischen Produktionsministw daraufhin gehörig gerüffelt und seine Erklärungen als „vollständig falsch" bezeichnet. Auch der Vorsitzende des Außenausschusses des amerikanischen Repräsentantenhauses Bloom sprach der Äußerung Lytteltons jeden Wahrheitsgehalt ab. Der britische Produktionsminister hat daraufhin sofort alles zurückgenommen, indem er erklärte, er hübe versucht, die Dankbarkeit Englands für die Hilfe zum Ausdruck zu bringen, die" die USA im Kriege gegen Deutschland vor dem Angriff Japans leistete und scheinbar hätten diese Worte zu der Annahae geführt, daß diese Hilfe Japan zu einem Angriff auf die USA provoziert habe. Das sei absolut falsch. Lyttelton nahm die volle Schuld für das Mißverständnis auf sich, bat das englische Unterhaus ihm Glauben zu schenken und sprach die Hoffnung aus, daß diese Entschuldigung auch in den USA das Gefühl, verletzt zu sein, beseitigen werde. Wie Lyttelton zu seiner Erklftrun«} gekommen ist, bleibt vorerst noch Geheimnis. Soviel steht fest, daß die Formulierung des fraglichen Satzes in der Rede, die er der Presse vorher im Manuskript zur Verfügung gestellt hatte, nicht enthalten war. vielleicht hat Lyttelton In der Wein- oder Whiskyseliqkeit einmal seinem Herzen Luft gemacht und die Wahrheit gesagt. Wie dem auch sei, die Äußerung Lytteltons ist gefallen und bleibt trotz aller Entschuldigungen und Bemäntelungen bestehen. Vielleicht wußte Lyttelton doch sehr gut, was er sprach. Mögen das Washington und London miteinander ausmachen. Daß Lyttelton die Wahrheit gesagt hat, wird durch eine Anfrage des republikanischen Vertreters in Michigan, Hoffmann, im Parlament bestätigt. Hoffmann hat, wie der Washingtoner Korrespondent des spanischen Blattes »Informaciones« meldet, eine Antwort auf die gegen Roosevelt erhobene Anklage gefordert, nach der der USA-Präsident bereits zwei Jahre vor Pearl Harbour Geheimverhandlungen mit Churchill geführt und den Kriegseintritt der USA vorbereitet habe. Die Anklage stützt Wenn man jetzt wieder häufiger Meldungen von den gegenwärtigen Kämpfen japanischer Truppen gegen Tschung-king-China liest, so ertappt man sich nicht selten dabei, solche Nachrichten zu überfliegen. Invasionsfront, Abwehr-kämple in Italien, Luftterror und erwartete bolschewistische Sommeroffensive Im Osten berühren un« weit näher. Den< noch wäro es falsch, wollte man gerade jetzt China betreffende Nachrichten außer acht lassen und sich auf den Standpunkt jenes Bürgeis aus dem »Faust« stellen, der, »hinten weit in der Türkei«, Krieg Krieq sein laßt. Gewiß bieten die oftmals verwirrenden Ortsnamen in ihrer "-wechselnden Schreibweise manche Schwierigkeit; gewiß ist es unbequem, eine Karte zur Hand zu nehmen und den großen Linien nachzugehen — aber Lojanq und Tschanqscha, Schensi Honan und Hunan, die Bahnen zwischen Peking und Hankau, die nach Kanton und die Lunqhalstrecke sind schon Dlnqe, die ihre erhebliche Bedeutung auch für die Kriegführung in Europa haben. Vor einigen Wochen sind durch offensive Unternehmungen größerer japanischer Verbände die seit langem stabil erscheinenden Fronten in China erneut in Bewegung geraten. Tschiangkalschek hatte südlich vom Gelben Fluß mehrere Armeen aufmarschieren lassen, die zum Angriff auf Nordchina bestimmt waren und im Rfihmen des alliierten Kriegsplans eine Vorverlegung von Land- unt» Luftstreitkräften tschungkingchlnesischei und nordamerikanischer Herkunft zum Generalangriff auf das Inselreich erstrebten. Es handelt sich um genau dasselbe Ziel, das der Inselkrieq im Pazifik stellte: Japan sollte aus seinen Vorfeldern um seine Zentralbastion herum verdrängt werden, um in «einem Kern getroffen zu werden. Diesen Plan hat im chinesischen Raum sich in der Hauptsache auf Erklärungen j schon die erste Offensive zerschlagen, der Mutter des seinerzeit aus undurch- j die der vom Tenno zum Marschall beför-sichtiqen Gründen verhafteten Angestell- i derte General Hata ansetzte. Sie richtet« ten der USA-Botschaft Tyler Kent. Die sich gegen die Provinz Honan beider-Mutter Kenta behauptet, ihr in England | selts des Hoangho oder Gelben Flusse«, Zwei Mann der Besatzung fielen. Der dritte wurde schwerverwundet gefangen. Er erklärte, daß sein Fahrzeug und noch zwei weitere des gleichen Typs in dar Nach*. *i'ivor an Land gekommen seien und noch in den frühen Morgenstunden eingesetzt wurden. Der Gefangene wußte weder wo er sich befand, noch konnte er sagen, wo Escoville lag. Er kannte lediglich den Ortsnamen, ohne mit ihm irgendein Wissen zu verbinden. Seine ganze Vorstellung ergab, daß er ohne Instruktionen und ohne KiMJiitnis der Lage in den Kampf geschickt worden war. Auch dieser an sich unbedeutende Zwischenfall zeigt, daß die Briten beim Einsatz ihrer Kräfte die Phase der verlustreichen Improvisationen noch nicht überwunden haben. zu sieben Jahren Gefängnis vertirtcilter Sohn habe seinerzeit in der Chiffrier-Abteilung der Botschaft gearbeitet und genaue Kenntnis von dem Telegrammwechsel zwischen Roosevelt und Churchill gehabt. Erweise sich, so erklärte Hoffmann, diese Anklage gegen Roosevelt als richtig, dann werde damit die große Wahlpropagandalüge des Präsidenten im Jahre 1940 bewiesen, als er dessen Dämme Tschiangkalschek vor mehr als fünf Jahren zerstören ließ, um ein weitere« Vordringen japanischer Streitkräfte zu verhindern. Hata erstrebte mit der Eroberung Honans nicht nur eine Beseitigimq der Bedrohung Nordchinas und Japans, sondern gleichzeitig auch eine weitere Abnutzung des Kriegspotentlals auf tschungkingchinesi-scher Seite. An Menschenverlusten muß Der deutsche Wehrmachihericht 129 Terrorflugzeuge abgeschossen Ein Drittel eines britischen Bomberverbandes vernichtet — Feindliche Angriffe östlich der Orne zerschlagen — 160 Stunden Störungsfeuer auf London dnb Führerhauptquartier, 22. Juni Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: In der Normandie wurden verschiedene Angriffe des Feindes gegen unseren Elnschließungsrlng östlich der Örne zerschlagen. Gegen die Landfiont der Festung Cherbourg fühlte der Feind mit stärkeren Aufklärungskräften vor, die abgewiesen wurden. Bei den Kämpfen auf der Halbinsel Cherbourg hat sich der Kommandeur der 243, Infanteriedivision, Generalleutnant Hellmich, mit seiner Division besonders ausgezeichnet. Er fand am 17. Juni bei diesen Kämpfen den Heldentod. Der Großraum London liegt nunmehr seit 160 Stunden mit nur geringen Unterbrechungen unter unserem Störungsfeuer. Die Luftwaffe griff mit Kampf- und Schlachtflugzeugen in die Erdkämpfe ein und erzielte In der vergangenen Nacht mit schweren Kampfflugzeugen Bombentreffer auf Schiffen vor dem Landekopf. Infolge der hohen Verluste, dia der Gegner gestern in Mittelitalien erlitten hatte und die ihn zu größeren Umgruppierungen zwangen, trat der Feind erst am Nachmittag mit Schwerpunkt beiderseits des Trasimenischen Sees mit starken Kräften zum Angriff an. Unsere Truppen zerschlugen erneut alle Angriffswellen und behaupteten ihre Stellungen. 23 feindliche Panzer wurden abgeschossen. Im Secgt>blet von Piom-bino schoß Marineflakartillerie acht feindliche Jagdbomber ab. Im Osten scheiterten bei reger beiderseitiger Artillerietätigkeit örtliche Angriffe der Sowjets nordwestlich Tarno-pol, im Raum beiderseits Kovel und südöstlich Witebsk. Ein starker Verband schwerer deutscher Kampfflugzeuge führte in der vergangenen Nacht einen zusammengefaßten Angriff gegen den bolschewistischen Flugplatz Poltawa. .'10 feindliche Flugzeuge wurden am Boden zerstört. Es entstanden größere Flächenbrände in Flugplatzanlagen und Betriebsstofflagern. Sicherungsfahrzeuge der Kriegsmarine, die bei der Abwehr eines feindlichen Landungsunternehmen! gegen die finni- sche Insel Piisaari eingesetzt waren, schössen sämtliche Landungsfahrzeuge des Feindes und einen Bewacher in Brand. Andere Sicherungsfahrzeuge nahmen In der Narwa-Bucht wiederholt feindliche Minenräumverbände unter Feuer und zwangen sie zum Abdrehen. Starke nordamerikanische Bomberverbände richteten gestern einen Terrorangriff gegen die Reichs hauptstadt. in Wohnvierteln vor allem entstanden Gebäudeschäden und Personenverluste. Durch Luftverteidigungskräfte wurden 67 feindliche Flugzeuge, darunter 52 viermotorige Bomber zum Absturz gebracht. Ein britischer Bomberverband griff in der letzten Nacht Orte im rheinisch-westfälischen Gebiet an. Nachtjäger und Flakartillerie der Luftwaffe schössen 62 viermotorige Bomber ab und vernichteten damit über ein Drittel dos eingeflogenen Verbandes. Einzelne britische Flugzeuge warfen außerdem Bomben auf das Stadtgebiet von Berlin. Bei der Abwehr der feindlichen Terrorbom-ber zeichnete sich in den letzten Tagen eine im Raum von Hamburg eingesetzte Flakdivision besonders aus. Tschiangkaischek nach dem Abschlafl der Openitionen gegen Honan die fast vollständige Vernichtunii einer Armee buchen und die Reduzierung um zwei Drittel b/w. um die Hälfte bei drei bzw.. vier weiteren Armeen Weiter bildete diese reiche agrarische Provinz einen wesentlichen Faktor für die Ernährung Tschunqklngchinaa. Endlich i«t sie verkehrspolitisch sehr bedeutsam durch ein Kreuz von zwei großen Eisenbahnlinien, die von Osten nach Westen führende sogenannte Lunghal-bahn und die nord-südwärts gerichtete Strecke Peking—Hankau, die sich beide bei Chenghow schneiden. Außerdem führt von dem Hauptort Lojang nach Nordwesten eine alte Heerstraße In die Provinz Schensi Da« sind erhebliche Einbußen fOr dai System Tschiangkaischeks, Seit Jahren verliert er durchschnittlich alliährlich nn Toten, Verwundeten, Gefangenen, Kranken und Deserteuren 1,8 Millionen Men-«ahen. Seine Hilferufe nach schwerem Kriegsmaterial werden ständig dringender. Japan aber hat bei geringsten eigenen Verlusten — die des Feindes sind fünfziqmal höher! — mit Honan die erst» tschungkingchinesische Kriegszone ausgeschaltet, es hat wirtschaftlich und v«r-kehrsmäßig gewichtige Vorteile errungen, es verzeichnet voller Genugtuung flie Mithilfe der Bevölkeruna in Honan beim beginnenden Wiedernufhau und bei der Bekämpfung versprengter FreischdT-lerbanden, und endlich bedroht es durch den noch Immer fortgesetzton Druck längs der Lunqhalbahn den reichen, bisher Tschiangkalschek folgenden Nordwesten des Lande«, Inzwischen Ist eine neue Offensive d'^r Japaner weiter südlich losgebrochen, die sich gegen Tschungkings sechste Kriegs-zone richtet, mit etwa 40 Divisionen in der Provinz Hupeh, ferner gegen die neunte Kriegszone mit rund 20 Feinddivisionen im westlichen Kiangsl und südlichen Hunan. Der Stoß begann am Tunq-tinsee und zielt südwart« lÄnqs der Eisenbahn Kankau—Kanton, Dieser Tage ist Tschanqscha, die Provinzialhaupt-Stadt Hunans, von den Japanern genommen worden. Geht auch diese Provinz verloren, sind die Folgen für Tschiangkalschek und die alliierte Kriegführung jn Ostasien gewaltig Himan Ist die reichste Provinz de« Landes und liefert die größten Reisernten, es ist verkehrsmäßig ein sehr wichtiges Bindeglied zwischen Nord und Süd, die Provinz hat reiche Vorkommen an Kohle, Elsen, Antimon Wolfram usw,, und schließlich sollte sie das Aufmarsrhsje-biet gegen Hankau werden. Nicht übersehen werden dirf endlich, daß mit einer weiteren Isolierung dej weitgehend von Tschungking unabhängigen »roten« Landesteile im Nordwesten Chinas mit etwa 100 Vfillionen Einwohnern Tschiangkalschek leicht ein riesige« Menschenreservoir verlieren kann. In jedem Falle eröffnen sich hier große strategische Möglichkeiten. Dementsprechend sind die Äußerungen Tschungking« wie der Anglo-Amerikaner zur Lage völlig auf Moll gestimmt. Man ist darauf gefaßt, daß bei einem Verlust der Hankau-Kanton-Bahn die USA nicht nur praktisch alle Basen für den Luftkrieg gegen das japanische Mutterland verlieren würden, sondern man rechnet schon jetzt mit einer Teilung dos gesamtchine-fiischen Raumes in eine östliche Hälfte der Befriedung unter Wangtschingwel und in eine westliche Hallte o!me eigentliche Lcbensmöglichkeit, die damit auch weitestgehend für jede antijapanische Kriegführung ausfallen könnte. Ebenso würden In Noidamerika gehogte Hoffnungen, vielleicht an Chinas Südostküste landen urul mit raschen Stößen Verbindung mit Tschiangkeischek gewinnen zu können, jede Gnmdlage verlieren. Endlich erwartet man im Feindlager Operationen der Japaner von Süden her. Uber Kunming könnte möglicherweise ein weiterer Anoriff eingeleitet werden, um das Tschungkingregime restlos niederzuwerfen und aus dem Kriege auszu* WARBORGER ZETTUNO ilt«n, *iMl bereits Jetzt lleqen aus gega«rl«ch«r Quelle Meldunyin über ja-y5Pror Taqe e^nn-mmt. Was Tfichianqkoischek in Ch na verliert, wirkt unmittrlbiir auf d:o Kiimpfe in Indien und Birmo zurück und erst recht auf dds Rlnqen im Pazifik. Jede Schwächung der angloamerikanischen Front dort aber strahlt fühlbar bie herüber zu den europäischen Fronten. Wohrticheinlich sehen wir den gegenwärtigen Krieg im groöostasiatischen Raum erst dann ganz richtig, wenn wir uns die neuesten Meldungen vom verstärkten japanischem Widerstand auf den pazififichen In#)eln und auf Neu-Gui-nea vergegenwärtigen. Nicht umsonst hat kürzlich Japans Ministerpräsident Tojo erklärt, der Zeltpunkt sei nicht mehr fern, an welchem die japanische Wehrmacht aus dor wegen taktischer Gründe eingenommenen defensiven Haltung heraustreten und zu einer ganzen Reilie neuer Offensiven übergehen werde. Feierstunde in der Marienburg Sonneiiweiiclfeicr der europäischen Jugend dnb Marienburfj, 22. Juni Als am 22. Juni 11)41 die deutschen Truppen die Grunzen dor Suwjetunii)n übeischritleu, ut)erikiliin Deutschland das Reich in der Mille des eurDpaisciien Kontinents, freiwillig) diü Aulgabe, mit der Verteidigung «ic^s eigemn Landes zugleich dist dieser Toten in unseren Werken und Taten lebendig sein müsse. Der Tag der Sonnenwende sei ein Symbol für unsere Zeit. Ehre, Freiheit, Treue, Tapferkeit, Opfersinn und das Bekenntnis zur heroischen Lebensauffassung seien die Grundlagen unseres Reiches, das die beste Lebensordnung der germanischen Rasse j sei und damit der Inbegriff der Ordnung gegen das Chaos, das Leben wider den Niedergang, Schwere und dunkle Stunden müssen wir noch durchleben, dann aber leuchtet die Morgenröte „So sind wir", schloß Reichsjugendführer, ,,am dritten Jahrestag des Eintritts Deutschlands in den Kampf gegen den Bolschewismus mehr denn je der Überzeugung, daß die Tage wiederkommen, wo die Sonne über uns leuchten wird. Die gemeinsamen Gedanken der germanischen Jugend gehen in dieser Stunde zu Adolf Hitler." Brausend klang das Sieg-Heil auf den Führer als ein heiliger Schwur der 1500 Vertreter der germanischen Jugend im Schloß Marienburg empor. Mit erhobener Hand sangen Jungen und Mädel das Fahnenlied der Hitler-Jugend in dem woiten Rund des Schloßhofes, der mit den von dem brennenden Holzstoß magisch beleuchteten Uniformen, den Fahnen der Hitler-Jugend und den einzelnen national sozialistischen Jugend-Organisationen der germanischen Länder ein prächtiges Biid bot. Der finnische Wehrmachfberfchf Nahkänipfe in Kardien, Luflkämpfc über der Aunus-Landenge dnb Helsinki, 22, Jnni ( Wie erwartet, eröffaete der Feind g®-Der finnischB Wehlmachtbo.ichi vom : stein mit Unterstützung von Artillerie h ^ t 1 f t ' großen Bomberformationen einen Auf der KiM:!:s(hen Landenge fcetzte • i r • •. . . ^ . der Feind seine heftigen Angcfle im , Lotinmpelto und den Swir. ganzen Raum zwischen Vilpuri, Wiborg ' Lotinmpelto gelang es dem Feind, und dem Viiohsen, an vielen Siellen bis ' Brückenkopf zu bilden, um den die ru Rogimentf-filtirkt.- fort Die mit starker Artillerie-Unterstützung un lern omni" nen feindlichen ,^nqritf^ wntden teilweise duich GegenstolU; und im Nahkampf zurückgewiesen. hl flon letzten 24 Stunden wurden mit Sicherheit 20 Panzer ver-iiichlet. Auf der .^nnus Landenqe zoqen sich unsere Truf.p-'n in günsti Landschaft wiederum fum SchUirhlU:ld ffowoiden, die einmal Schauplatz ci u'i [ulqi iut'iclien krierjerl-•then Ausriaiijnrl' I."ctzimg war. Hier überfiel, im .Lihrc 217 vor der Zeitrechnung, der l'hnni/icr llannibal das Moor des römischen fConsuls G. Flaminius unfl vernichtete r-«;. Voti dem Schlachtfeld, den geschii htlii hon Voirtängen und von dem Frieden tler unihri-.( hen Landschaft, ehe sie von iipupm dmch das Kriegsgeschehen zerwühlt wurth^ handelt die folgende Schildpriinn dp , Di: htp'« und Rel-Beschriftslellers Ka>sim i Edschmid, die wir seinem Biirhi?: "Ilali.n, H'rton, Holden und JabriduiPii'ir , crsrhienen 1941 Im Frankfurter Societdis-Verlag. entnehmen. * Nachdem Hannib.il o'n römisches Heer In der Lombardei gescfilagen hatte, ging er über den Apennin hinweg nach Fie-■ole, ehe noch der weiter südlich bei Arezzo stehendo r(imisfhe Feldherr Fla-minius dazu kam, ihm den Weg zu verlegen. Hanni!)a| hatte d e Römer wieder überrascht. Er verlor bei diesem Zug ein Auge durch Erkältunci, rlas Heer vfl'rlor große Kontinriente durch Ruhr und Malaria — aber er gelangte bis an die Schwelle Umbriens, ließ bei Arezzo das Lager der Römer seitlif h Hegen und kam, an Cortona vorbeimarschierend, zum Trasimenischen Sea. Der römische General folgte Hannibal auf der Stelle, um ihm nicht den Weg nach Rom frei zu lassen, und ging damit in die Falle. Die Römer waren rwar ausgeruht, kriegstüchtig und von verzweifelter Tapferkeit bewegt, denn sie fochten für die Existenz Roms, Die Truppen Hannibals waren hingegen dezimiert und von Krankheiten geplagt, Die Kavallerie hatte Gäule, die an Maulseuche litten, und die Soldaten waren an der Grenze dessen angelangt, was zu ertragen möglich scheint. Dennoch rieb Hannibal die römische Armee restlos auf. Wenn man auf dem Wege von Perugia nach Cortona oben auf der Höhe de^ Monta Colognola steht, kann man selbst mit wenig Phantasie dem Lauf der Schlacht genau so, wie sie einmal stattfand, lolgen Hannibal, der wußte, daß der Römer, der erwartet hatte, in seinem Lager angegriffen zu werden, ihm folnen mußte, hatte in der Nacht die Höhen über dem Trasimenischen Sep mit seinen Hilfstruppen, kräftigen Galliern aus Oberitalien, besetzt. Er selbst hielt mit seinen Berbern aus Afrika und seinen spanischen Regimentern am Ende de« zehn Kilometer langen Streifens, der zwischen See und Berg liegt. Es war ein nebeliger Frühlingsmorgen die Römer zonen ohne genaue Aufklärung in dem hellen Dunst am Strand des Wassers entlang. Als die Spitze Ihrer etwa vierzigtausend Mann starken Armee auf Gegenwehr «tieß, strömten von den Höhen dl« gallischen Regimenter PK. Im Westen, Mitte Juni Napoleon hat einmal das Wort vom Zwei-Uhr-Morgen-Mut geprägt. Damit meiste er jene Standhaftigkeit des Herzens, die sich in dem Augenblick äußerster körperlicher Anfälligkeit und geistiger Gefährdung bewährt. Denn nach damaliger Vorstellung war die schwächste Stunde diejenige, wenn er, übernächtig oder aus dem Schlaf gerissen, dem Dunkel preisgegeben, mutig einen Kampf her stehen sollte. Von den Besatzungen unserer Bunker und Widerstandsnester an der normannischen Küste ist mehr verlangt worden. Mitten in der Nacht überfiel sie das Feuer aus der Luft, und es gibt in der Geschichte de« Krieges kein Beispiel für einen so übermächtigen Feuerschlag. Die Flächenwürfe kamen aus einem von tiefziehenden Wolken verhängten Himmel mit plötzlicher, und wie es scheinen wollte, alles erdrückender Macht herab, Als der Tag graute, setzte aus zahllosen, in breiter Schlachtordnung feuernden Schiffsgeschützen der andere Feuerschlaq ein, und dann, als zum zweiten Male, und zwar bei Tageslicht, gezielt die Bomben h«rniedergegan-gen waren, trat der Feind zum Landungsangriff an. In der Zwischenzeit waren hinter und zwischen unseren Stellungen bereits die Kämpfe mit den abgesprungenen feindlichen Fallschirmtruppen entbrannt. Bewährte Stützpunkte Der Gegner hat behauptet, in der ganzen Frontbreite de« von ihm gebildeten Landunqskopfes zwischen der Ornemün-dung und dem Raum nördlich von Ba-yeux unseren Widerstand im ersten Ansturm niedergekämpft zu haben. Wir wissen jedoch, daß auch heute noch an verschiedenen Stellen unsere Stützpunkte standhalten und feuern, indem sie in der unerbittlichen Stunde der Bewährung, ohne Rücksicht auf die ihnen unbekannte allgemeine Lage und trotz des verlorengegangenen Zusammenhanges der Front den Verteidigungskampf fortsetzen. E'ne ArtlUeriefeuerstellung, die sich auf beherrschender Höhe hinter der Küste befindet, hat, wie aus einer über die Front gelangten Meldung hervorgeht, mehrmals den Besitzer gewechselt. Als schließlich die Geschütze nicht mehr einsatzfähig waren, wurden die Reste der Bedienung als infanteristische Kampfer in «inen jener »Igel« einbezogen, der fortfährt, der zusammengefaßten Feuerkraft des Feindes zu widerstehen. Von anderer Stelle erfährt man. daß die Besatzung des Stützpunktes ihre Waffen aus den von Bomben und Granaten umgewühlten Boden erst ausgraben mußte, ehe sie damit den Kampf eröffnen konnte. Aue den Aussagen gefangengenommener ,teindl)cher Fallschirmjäger und "Landungstruppen, die mil Lastenseglern abgesetzt worden waren, spricht noch heute die Verwi'^rung über das furchtbare Ungestüm, mit welchem deutsche Soldaten im Nahkampf, zuletzt mit dem Gewehrkolben über sie herfielen und alles niedermachten, was sich nicht ergeben wollte. Feuertaufe junger Regimenter Im Kampf gegen die elementare Gewalt des I^euers, dem Angriff nach allen Seiten widerstehend, dem Absprung des Feindos mitten in den e'genen Reihen begegnend, oder von außen her im Gegenstoß gegen die Flanken des feindlichen Landungskopfes ohne Rücksicht auf eigene Verluste erfolgreich vordringenti, haben gerade junge deutsche Regimenter in d'Psen Tagen ihre Feuertaufe erhalten. Sie bewährten sich dabei bis zu einem Grade, wie es sich auch das feste Vertrauen der Führung kaum hätte träumen lassen. Die Frage nach dem haltbaren oder »verlorenen« Posten stellt sich für diese Männer nicht. Verlierer 'st in dem seit dem 6. Juni entbrannten Kampf nur derjenige, der aufgibt: In dieser neuen, entscheidenden Phase'^dee Krieges, welche der Gegner im Zeichen des Materials und der Masse eröffnet hat, erhält die Ge- herab, Hannibal schlug von zwei Seiten am Ende und am Eingang des Passes zu, fünfzehntausend Römer wurden in den Trasimenischen See getrieben, ebensoviel gefangen, eine Division, die sich nach vorne durchschlug, wurde später von der Berber-Reiterei eingekreist und mußte kapitulieren. Für Rom schien das Ende nahe zu sein, und die Römer brachen bereits die Brük-kcn ab, die über den Tiber in ihre Hauptstadt führten. Aber Hannibal zog nicht nach der Hauptstadt, er marschierte an ihr vorbei nach Süden, ging nach Apulien und schlug die Römer im folgenden Sommer noch einmal bei Cannae, wo siebzigtausend Legionäre fielen. Dieser Krieg dauerte noch vierzehn Jahre und brachte beiden Teilen Verluste und Gewinne, ehe der römische Held Sciplo die Schlacht bei Zama schlug und Karthago In den Staub fiel. Nichts «her, selbst die beispiellose Niederlage in Apulien nicht, hat die Römer so erschreckt wie der erste blitzhafte Heranmnrsch des Karthagergenerals, den das Treffen an der Trebbla mit Feuerzeichen ankündigte und der am Trasimenischen See eine furchtbare Ernte abhielt. Jetzt ist die Landschaft dieser Schlacht ein Blütenfeld. Kleine Bauern-Poderl ziehen zwischen "Bergwand und Seeufer entlang, Die Ölbäume hängen reich voll blauer Früchte. In den Gärten erheben sich, einzeln angepflanzt und stolz, als «eien sie Palmen, die Rebstöcke und halb rot und halb schwarz gemusterte Schweine laufen eifrig zwischen den Büschen dahin. Da, wo das Ufer in der Feme breiter wird, weiden, fast unbeweglich, große •talt Jedes einzelnen deutschen Soldaten wie noch nie zuvor in dem geschilderten Sinne Gewicht und Bedeutung. Man darf des Beifalls der alten Soldaten, die an der Invasionafront stehen, gewiß sein, wenn man in erster Linie des Heldentums der jungen deutschen Armee des Jahres 1944 gedenktj denn noch immer haben sich in dies'em wie im ersten Weltkrieg die Alten mit väterlichem Stolz gefreut, wenn blutjunge Mannschaften, auf die sie bisher wie auf Sorgenkinder geblickt hatSen, sich in der ersten kritischen Stunde der ausgebrochenen Schlacht als unerschütterliche Soldaten bewähren. Bomben und Flugblätter Einer schlimmeren Nervenprobe als diesem Invasionsbeginn konnte der im Kampfe unerfahrene junge deutsche Soldat kaum ausgesetzt werden. Dennoch ist der deutschen Führung von keiner einzigen Stelle von einem Moment des Zö-gerns oder der Erschütterung eine Meldung zugegangen. Der Gegner selbst mußte all die vor Invasionsbeginn -von ihm ausgestreuten Gerüchte von angeblicher Kampfunlust junger deutscher Jahrgänge selbst zurücknehmen. Sie sind In der Härle dieses Geschlechts zunichte geworden, und Flugblätter, die mit völlig unangemessenen Parolen zwischen den Bomben auf .unsere Bunkerbesatzungen herabrcgnelen, haben nur Ingrimm erzeugt. Selbst einer der feindseligsten Betrachter auf britischem Boden sah sich 1 im Hinblick auf die Verteidiger der Küstenfront zu dem Eingeständnis veranlaßt: »Sie kämpfen wie die Löwen!« Bit zum Letitai Die Auslösung des Angriffs an der Küsteniront zwischen England und dem Kontinent, an welcher vier Jahre lang »Frieden« geherrscht hat, kommt praktisch dem Ausbruch von Feindseligkeiten nach Art eines neuen kriegerischen Aktes gleich Gerade in dem Aufeinan-derprall junger deutscher Regimenter mit ebenso jungen Verbänden des Feindes tritt dieses in Erscheinung Wenn wir davon absehen, daß zum mindesten zwei der vom Feind eingesetzten Divisionen ülx!r Kdmpferfahrung aus Afrika und Italien verfügen, so handelt es sich um ein neues und erstes Kräftemessen. Bösonders üie leindliche Fallschirmtruppe setzt sich aus friscJien Elitever-banden zusammeni ausgewählte, hochge-waclwene Burschen von Iti bis 20 Jahren. Nichts soll uns ferner liegen, als den Kainpfweit und persönlichen Schneid dieses Feindes und dieser Jahrgänge zu niedrig anzusetzen, Dennoch haben gerade ihm gegenüber unsere eigenen jungen Soldaten sich überall dort, wo^ die Übermacht des Feuers und der Zahl nicht allzu erdrückend war, erfolgreich durchgesetzt. Eine andere Probe, In der Jugend auf Jugend stieß, drängt sich aus der Erinnerung zum Veigleich auf. Unwillkürlich gedenken wir der Schockwirkung, welche die deutsche Lul thorrschaft im Jahre 1940 aul das gut austiebildete und aus bestem Menschcnmaterial zusammengesetzte britische ExpL'ditix)nskorp«, das dü-nidlt» friscli in den Kampf trat, ausgeübt hat. Heute steht der junge, soeben zu seinem ersten Kampf angetretene deutsche Soldat einer unvergleichlich größeren Ubcrmacht an Menschen, Waffen und Material, insbesondere aber einem in solcher Steigerung noch nicht erlebten Einsatz der Luttwaffen zweier Weltreiche gegenüber. Aber er begegnet alldem mit dem ehernen Entschluß des Verteidigers, dem das im täglichen Gefechtsexerzieren geübte Gesetz, wonach eine Stellung bis zur letzten Patrone und bis zum letzten Blutstropfen zu halten ist, eine Selbstverständlichkeit ist. Was heute von aber Tausenden jungen Soldaten als den namenlosen Vollziehern eines militärischen Auftrags geleistet wird, ist Sinnbild für die Notwendigkeiten der neuen Phasp des Krieges, in welche die gesamte Nation nun eingetreten Ist. Herden von Schafen auf beackerten Feldern. Die Hänge hinauf breiten »ich Oliven in kleinen Hainen aus, und der Duft der Macchia fließt üppig und reif zu dem See hinunter, dessen Fläche sich mächtig ausdehnt wie liebliches Metall, ein fast endloser Spiegel der Ruhe und Friedlichkeit ... Der beinahe wie ein Menschenherz geformte See, dessen Wasserstand künstliche Kanäle im rechten Gleichgewicht hallen, ist, abgesehen von den Alpenseen des Nordens, der größte der Halbinsel, und die Bewohner Umbriens haben oft darum kämpfen müssen, daß er ihnen erhalten blieb und nicht ausgetrocknet und in Ackerland verwandelt wurde. Seine Schönheit und die Erlime-rung an jene große Niederlage welche die Italiener als Wahrzeichen ihrer Vergangenheit nicht weniger im Gedächtnis behalten als Ihre grollen Siege, hat ihn immer noch gerettet. Noch dehnt er sich geheimnisvoll au», wie ihn die alten Autoren beschrieben, noch liegt der Niederunge-Paß zwischen Ufer und Höhe deutlich so da, wie Li-vius es berichtete, als er zweihundert Jähre später in der Zeit des ersten Kaisers die Schlacht Hannibals mit wundervoller Unparteilichkeit schilderte, und noch erglänzen vor dem Hintergrund lieblich umdunsteter Hügel die blauen See-Inseln auf dem hellen Grau der Wellen, als seien sie Fische, die sich anschicken, im Spiel zu den hübsch geschwungenen Landzungen hinüherzukom-men. Eine« dieser Eilande, die große Iiola Polvese, galt In der antiken Zelt all Wohnstätte «Iner Nymphai, das inder«, Zweimal Montgomery Mim mMkwAtdig* Mmtdtekunf macht tin tranM(M§ch*a BJati Im Zumhioma-hang mJi d«r Stadt Com. D/m« ßtadi wurd«, wie JJu B^rlehlMtattw htrau*- land, um das Jahr JOOO von «intm Mchen Hetr/Ühr^r nam*/u Montgomery belagert und teJIweJge xeratörl. „Dieser erste Montgomery Heß durch seine Krieger die Abbaye aux damea zerstören. Die Orgel wurde mit Äxten zerschlagen, das Chorgeatühl verbrannt und die Kir-chen/e/iäler zertrümmert." Dei^ Bertchterstatter meint, der Monf-gomery von 1944 sei seines Vorfahren würdig, er hätte noch wüster gehaust. Bis vor 14 Tagen standen noch die alten Häuser aus dem Jahre 1062, wo der Grundstein zu zwei in typisch romanischem Stil erbauten Kirchen gelegt wurde. Studenten gruben kürzlich dort unter Leitung Ihrer Professoren nach Uberresten dieser Vergangenheit. Als nordamerikanische Gefangene In der Nähe voröefg/ngen, wollten sich die Studenten auf sie stürzen. Mll Gewafl mußten sie zurückgehalten werden. „Man kann diesen Söhnen aus Kansas Tennessee Broadway und Neuyoik nicht klarmachen, was sie zerstörten", meint eine Pariser Llteraturzeltschrift, „für sie können diese alten Mauern und Steine nicht reden, nach Ihnen könne man mil Zement alles wieder aufbauen. Ein Wolkenkratzer Ist für sie mehr Kultur aln eine mittelalterliche Kirche, die ntir 70 m hoch Ist." Nur noch Trümmer und Steinblöcke bestehen von vielen Schlössern, Kirchen und Denkmälern, so sieht aus nächster Nähe betrachtet die „Be-Irelung" durch die Briten und Nordamerikaner aus. Unzählige Franzosen liegen unter diesen Trümmern der zerstörten Städte für Immer begraben, das sind Katyn-Gräber nach brlilsch-nordamerlka-nlscher Art. Eichenlaub nach dem Heldentod dnb Führerhauptquartier, 22. Juni Der Führer verlieh am 12. Juni das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an Leutnant d, R. Edwin Stolz, Kompanieführr in einem Grenadierregiment, als 498. Soldaten der deutschen Wehrmacht. Leutnant d. R. Stolz, der 1912 als Sohn eines Landwirt« in Bühlertal in Baden geboren wurde, etarb an der Ostfront den Heldentod. Exkönig Peter In Italien tc Lissabon, 22. JiinJ Exkönig Peter und sein Premierminl-«ter Dr. Subasit sind in Italien eingetroffen«, wurde in der Nacht zum Donnerstag in London bekanntgegeben. Unsere Kurzmeldungen Hunger In Bom. Nach der Be«etzung Roms von dort geflüchtete italienische Soldaten und Frauen berichten übereinstimmend, daß in der Stadt schwere Hungersnot herrsche. Terrorflieger beschießen Franzoseo, Anglo-amerikanische Flugzeuge beschossen in der Nähe von Versailles ein Milchfuhrwerk im Tiefflug, wobei sieben Personen getötet und vier weitere verletzt wurden. Todesitrafe lör Preiswucher. Die Einführung der Todesstrafe für schwere Fälle des Preiswuchers sieht ein Gesetzentwurf vor, der im türkischen Parlament eingebracht worden ist. Der Schweizer Nalionalrat lehnte mit III gegen 60 Stimmen am Mittwoch den Vorschlag zur Aufhebung dos Parteiverbotes der Kommunisten ab. Japanische Eliteabteilungen nahmen am Sonntag abend Lingling, eine Bahnstation der Chekiang-Kianqsibahn, 30 Kilometer ostwärts von Cbechow. Druck a. Verlag: Marburget Veriaqi- u. Drucker«!-Gel. m. b. H — Varlaqaleitunq Egon Baumqnrtner, Hauptichrlftleitung Anton Cerschaclc Iverraist), •tellvertr. Hauptsciirlltleiler Robert Krdtzert, sümtllcb In Marburp a d. Drau, Badqnsse 6. Zelt füi ADrRlqen itle Pratsllste Ni 3 qüHlq Isola Maggiore, das nun ein Schloß trägt, besuchte im Mittelalter der neunund-zwanzigjähriye Franziskus. Er ließ sich, wie in dem berühmten Le-gendenkranz der »Fioretti« erzählt wird, auf einem der schlüsselflachen, mit kräftig vorspringendem Vorderteil versehenen Barken, wie sie jetzt noch am Ufer 'legen, heimlich zu dem menschenleeren Eiland hinüberrudern und blieb dort, betend, zweiundvierzig Tage, während deren er nur die Hälfte der zwei Brote, die er mitnahm, verzehrte. Man zeigt noch die Stelle, wo er landete und wo die Hütte stand, die er sich aus Buschwerk flocht, und den Ort, wo der Fischer, der ihn gebracht hatte, wieder landete, um ihn zum Ufer zurückzufahren. Es Ist, als haha die Anwesenheit dei Heiligen dieser Landschaft nunmehr ewigen Frieden geschenkt und als habe Franziskus auch die letzten Schatten vertrieben, die hier an die Schlacht gemahnen, welche beinahe das Schicksal Europas gewendet hätte. Nur die jungen Stiere, die sich unter den Oliven tummeln und in ihrer gedrungenen Kraft den Opfertieren gleichen, wie sie auf den Denkmalen der Kaiser-zeit eingemeißelt sind, erinnern noch an die klassiche Zeit, Nichts, wüßte man es nicht aus der Geschichte, die jede Kleinigkeit der Geschehnisse des Apriltages der Hanniba-Iischen Schlacht aufbewahrt, gemahnt sonst an das Blut, das einst in Strömen diesen See verdunkelte, und keines der Bannzeichen, die sonst die Orte schicksalshafter Völkerschlachten umrahmen, ist hier spürbar in dem vollkommenea Friedsn, d«r Wasser und Erda übei^ ■chwtbt MARBURGER ZEITUNO Freitag, 23. Juni * Vr * Seite 3 HüHiaiUihe iuudsiUai^ Immer a(vvelirf)ereit Ernstes Wort an das Landvolk Mehrere haben es in den letzten Monaten erleben müssen, daß die anqlo-amerikanischen Terrorflieqei dazu über-gey'angcn sind, den Luillerror auch auf (Icis {lache Land zu tragen, um die Nah-runrjsveräorgunff des deutschen Volkes zu geidhrden. Mit der Möglichkeit eines plötzlichen Angritts muß heute auch das gnsamte Landvolk rechnen. Der vielfach von Landbewohnern leider noch vertreten« Standpunkt, «ie müßten hinnehraen, was käme und es Ihrem Glück überlas-•♦•n, daß ihr Gühöft nicht angegriffen wird, hat keinerlei Geltung mehr. Er ist nicht nur falsch, aondcrn auch unverantwortlich, Auch die Auflassung, daß hin ohne weiteres alles, wa« etwa auf ihrem Hof zu SchackMi küinnit oder vernichtet wird, vom Staat ersetzt erhalten, kann nur als strüflich leichtsinnig bezeichnet werden. Für tlie Erstattung wild weitgehend maßgebend sein, ob ein tahildssiges oder gar ein bö^iwilliges Veifichulden des Besitzers am Verlust oder an Beschädigungen vojliegt. Der Wiederaufbau von Gebäuden ist außerdem abhängig von dem vorhandenen Mateiial und den zur Verfügung stehen- Im Kampfgewühl der Invasionsschlacht Ein dramatisches Miterleben in der Wochenschau Noch ist die Erregung über den i Schützkammern. Die Überraschung ist Beginn der Invasionsschlacnt an der ^ nicht gelungen. Ernste aber ruhige Ge-Nordküste Frankreiche in uns ^ach. Es ' sichter wenden sich dem Meere zu und war die lange erwartete Stunde, in der unsere Feinde sich auf den Befehl Moskaus stellen mußten. Es war für uns das Zeichen, daß die Angloamerikaner den letzten großen Einsatz wagen, sich in das »größte Abenteuer« ihrer Geschichte stürzen mußten, weil sie keine andere Chance mehr haben, wenn sie den leicht-fertig gegen uns begonnenen Krieq noch zu iliren Gunsten wenden wollen. Seitdem verfolgen wir täglich in den Berichben, wie sie zusammengeschlagen werden und in dem schmalen Streifen, auf den unsere tapferen Truppen sie festnagelten, die größten Blutopfer brin gen müssen. Nun lesen wir von dem gewaltigen Geschehen nicht nur, sondern können es auch im Bild auf der weißen Wand der Lichtspieltheater in der letzten Wochenschau miterleben. Es entrollt sich vor unseren Augen ein dramatisches Bild von den Vorgängen, mit Momenten unge/ieurer Spannunq geladen. Der Bildbericht beginnt mit dem Sturm der Leser auf die Zeitungsstände in Berlin, wo die Blätter den Verkäufern aus den Händen gerissen werden, Invastons- alles wartet auf den Augenblick, wo da« Feuer frei gegeben wira. Alles geschieht mit manöveniäßiger Präzision, aber mit ruhiger Entschlossen- schlagen die Städie und Orte Fiank-reichs zu Schutthaufen. Die E nwohner flüchten mit ihren Kindern. Männei lüh-ren die letzte Habe zurück und schon schieben sich unticrc Panzer dem Gegner entgegen. Die weilen Wiesen und Felder sind bald von feinriliehen rau- Jf T APFthE nC* UNTFRSTEIRER Aus der Oa'bqru[)ije Jakobstol. Kicis Vlcjrburg-Lrind, erhielten d.io h-srine Krt;uz Ii. Kla.s'ie Cietrp tei Stu'ii- be,((or, Gren.ifl ei Johann Mcmiek nnd Soldat Alofi Pregl heit. Nun werden auch schon die feind- j chenden Wracks übersät und iinsure liehen Schiffe am Horizont des Meeres I Cironad'ere ho.cri d.e Gt;uingen''n zu sichtbar. Glauben die Gegnei an eine , Haufen aus ihren Verstecken. Lan(|e Überraschung? Noch schweigen unsere ! Züge tormieren sich und werden ibgf- Geschülze, abei w e die Gegnei iui Lan- ' lütirt. Meistens lauter (laliienvogeige- den Arbeitskräften, wird also nicht ohne i beginn aul Befehl Moskaus! Dann wer- weiteres gesichert sein. Niemand kann auch erwarten, dall neue landwirtschaft-licho Maschinen für jeden Fall gleich als Ersatz bereitstehen. Aus den gesammelten Erfahrungen der Kiftgeschädigten Gehöfte müssen endlich Überali die notwendigen Schluß- den wir an den Ort der Vorgänge selbst geführt. In nächtlichem Dunkel hat man den bevorstehenden Angriff der Feinde erkannt. Die Invasionsflotte nähert sich der Küste. Die Kette der deutschen Vorpostenboote gibt Alarm, Tausend Augen dung ansetzen, schlägt ihni>n ein Ilbflen-feuer entgegen. Schlagartig setzt unsere Abwehr ein. Fürchterlich ist die Ernte des Todes in Ihrep Reihen. D^r Kampf ist im vollen Gange. Miindungsleuer lohen hüben und drüben Leuchtöpuige-schosse ziehen dicht an dicht .hro hellen Bahnen. Leuchtkugeln schweben über dein wilden Kampt und erhellen weithin das Merr und entschleiern un'S da*-, wilde Chaos, das hei den Angreilern entsteht. Fiebernd schauen wir U) das K.impf-gewühl, aber erst der beginnende Tag zeigt uns die Verheerungen in den fs T i»» « . . ^ ' ' vorderste Front des Bombenkrieges zuständigen Behörden des Chefs der Zivilverwaltung abgenommen wor-______den. Der Weg Untertäubling—Würz vor- Stabsbesprecliung in Marburg Kreisiührer Strohl vor seinen Amis- Er schließt die angrenzenden landwirt-trägern schaftlichen Grundstücke auf und stellt Dienstag. 20. Juni, fand im Appellsaal | als Fortsetzung des bereits früher gebau-dT Kreisführung Marburg-Stadt eine ' ten Wegeteils in der Gemeinde Würz .«•tibsbRaprechnnq statt, an der alle i für diese Gemeinde eine wesentlich kür-Amtfileiter der Kreisführung als auch die | zere Verbindung zur Kreisstadt Mart)urg Ortsgrupiwnführer teilnahmen. Kreisfüh- her. Der Weg Hagau—Malhorn schließt rer Strobl gab in einem ausführlichen Referat einen Überblick über die militä-ris'hn und politische Lage und leitete driMus die Richtlinien für die weitere Arbeit ab. In Kur/.l)erichten nahmen sodann die Aintsleitt^r der Kre'slührung Stellung zu den lautenden Aufgaben, woran sich eine Aussprache mit den Ortsgruppenführern schloß. Kleine Unfallschronik. Beim Holzhak-ken vorletzte sich den rechten Fuß der 31jährii|e Schneidergehilfe Franz Zaff aus Thesen bei Marburg, Pettauerstraße. — In einem unbewachten Moment trank der kleine Hubert Tauischer aus Bad Radein Essigsäure Im Marburgor Krankenhaus ist das Kind den schweren inneren Verletzungen erlegen Es wird verdunkelt: und /war fast ausschließlich durch Arbeitsleistung der beteiligten Landwirte in den arheitsärmeren Zeiten Es ist zu wünschen, daß von dieser Möglichkeit für den in der Untersteiermark dringend Die neuen Reiscmarkm Auch die Urlaubskarten tialien ein dn-deres Aussehen Vk !e b( kei die Warenah gafie aul iliese Mai ken die gleichen wie bisher. Die aeucn Brotmarken für Wehr-machtsangehörlge hiben jetzt die glciche Größe wie die- Reisemarken. Vom 2t) Juni ab wi d außerdem die Reichskarte »Hei-matverpflegungszulage lür Fronturlauber, eingelührl Sie enthält die den Front-! ur'aubern ■•astehenden Lehensmiltelzu-lagen. ! Neuer Ortsgruppenführer. Im tvahnnn r des großen DieuFtappells der Oil6ci:uppe Marbuig-V, der dieser Tage libgetialten I wurde, führte Kreistührer Slrobi den ; neuen Ort«cjtupi)enfiÜirer, Parteigenossen Hans Reiter, in sein Arn ein Der neue Ortsgruppenlührei is' lU Kroif-schulungsieri;,er bekannt Kaminsrliieber In Luftsthul/räiiinen abdichlenl Der beim Zerknall von Spreng- und Miiienbombcn in dei Nahe von Luitschulzräumen ent«^tehenclf Luitdruck hat zur Folge, daß der Inhalt der Schornsteine durch undichte Kamin-Schieber in den Luttschutzraum gedrückt wird Die Ruß-, Staub und Rauch^?nt-wicklung kann dabei so stark werden. auch Vorhaben im Grenzkreis Rann in ■ und ein altes Grundnutzungarecht. Die von 22 bis 4 Uhr Angriff genommen werden. ' Eigenjagd bedeutete aber für den Bau- Wir sind alle Soldaten unseres Führers ^ Appell des Kreisführers Doboczky an seine Mitarbeiter Den am 21. Juni im Appellraum der | schutzes dar. Diesen harten, im Einsatz Kreisführung Marbiirg-Ldud abgehaltenen großen üienstdppel] eröffnete Fühiunys-pnitslciter Jarmer, begrüßte den nach mehrwöchigem Einsatz vorübergehend zurückgekehrten Kreistührer und wünschte Ihm im Namen des ganzen Kreises lür sein Wirken Soldatenglück und viel Erfolg, Kreisschulungsredner Pg Fritz Noggler gab zu dem Thema: ,,Vollendung des germanischen Welthildes" einen Überblick über die drängenden Aufgaben der deutschen Menschen auf G''nnd der revolutionären Dynamik des Nationalsozialismus. Slabsleiler Nitzsche erteilte sodann den Orlsgrup|>enlührern wertvolle Hinweise für ihre aufsichtführende Tätigkeit auf dem ernahrungswirt-schattlichen Sektor und Baunlührer Auinayer berichtete über die Tätigkeit der Deutschen .lugend im Kreis, wobei er die für den kommenden Sonntag in Winfliscbleistritz abTuhaltenden Dann-sporl well kämpfe ankündigte Kicislührer Dobocvky zeigte anschließend die Wechselwirkung zwischen den Käinpieii in Nordlrankieich und der Baiidenlatigkeit am Balkan und im Räume des ehern, .lugoslawien aul. An Hand des vom tiegiier erbeuteten Nachrichten- und Propagandainalerials gewannen die Ortsgruppenführer einen Einblick in die derzeit vom tiegnei befolgte Wühlarbeit. Gleichzeitig nahmen sie Kenntnis von jeiuMi MdJSnaliinen, die der Steiristhe llehiMtbund im eigenen Wirkungsbereich 7iir Rekäni|>Ming dei konunimisiisclien Banden im Unterland wiiksam erdritfen hat und in Zukunll mit unverminderter zäher Behai rlirhkeit auch weiterhin zu cigieifeii gedenkt. Die von den ürts-gruppenführern auigestellten und weiterhin Huszulüllenden Alarmkoinpaiiien stellen heute das Rückgrat unseres Selbst- stehenden Männern gebührt unsere vollste Anerkennung. Sie schützen unsere Städte und Höfe vor dem landfremden, plündernden und mordenden Gesindel Niemand darf dabei abseits stehen, schloß der Kroisführer, es soll uns vielmehr eine freudige Genugtuung sein, wenn wir uns alle ilie entgegenstehenden Hindernisse beseitigend, freudig als Soldaten unseres Führers bekennen dürfen. Anläßlich des Dienstappells fand auch der persönliche Einsatz des Ortsgruppen-führors von Lorenzen am Bachern, Pg. Franz Kramberger, durch die Überreichung der ihm vom Führer verliehenen Auszeichnung und eines Handschreibens des Gauleiters besondere Anerkennung. Jagd und im Hinblick aul ihre volkspolitische Bedeutung ganz besonders eingetreten waren, besagt, daß im Hochgebirge und seinem Vorland auch zusammenhängende Grundflächen von weniger als 300 ha Größe einen eigenen Jagdbesitz bilden, wenn sie in ihrer Ge-hamtheit zu einem Erbhof gehören und mindestens 115 ha groß sind. Gleiches gilt für zusannmenhängende Grundflächen, wenn sie zu mehreren Erbhöfen oder zu Höfen von Bauern und Landwirten gehören und bei ihrer Teilung in Natnr der Anteil wenigstens eines Erb-hofes mindestens 115 ha betragen wurde. Windischfeistritz im Zeichen der Jugend Programm anläßlich des Bannsportfestes Marburg-Land Neben der geistig-weltanschaulichen und charakterlichen Erziehung hat die Deutsche Jugend in der Un'ersteiermark auch die körperliche Schulung zu leisten Durch viele Wochen hindurch haben so Jungen und Mädel auf den Sportplätzen und Dorfangern ihre Körper gestählt. um beim Reichssporlwettkampf wohl vorbereitet antreten zu können. Samstag, den 24, und Sonntag, den 25 Juni tritt nun die Deutsche Jugend des Laiidkieises Marburg-Drau zum Bann-spornest in Windischfeistritz an, um zum Al)*ithhiß der heurigen Sportarbeit zu zeigen, wie die Jungen und Mädel in zielbewußter Arbeit ihre Körper durchgebildet haben Die Bevölkeiung ist zu diesem Sportfest herzlichst eingeladen, um selbst beurteilen zu können, was die Jugend in den wenitfen Mcmaten auf den S])()rlplälzen erarbeitet hat, Rund SiM) Teilnehmer treten zu den sportlichen Übungen an B(»i den Jungen wird besonderer Wert auf die Wehrwettkämpfe gelegt, während die Mädel nach den Regeln des Reichssportwettkampfee Leichtathletik (Laufen, Springen, Wurf) und Schwimmen durchführen. Samstag, den 24. Juni, tritt die gesamte, zum Wett- karnpf gemeldete Jugend, um 11.30 Uhr, auf dem Adolf-Hitler-Plalz in Windischfeistritz an und wird feierlich für die Wettkämpfc verpflichtet. Von 13 bis 18.30 erfolgen die Ausscheidungskämpfe dej Reichssportwettkampf-Mannschaften, die Leirhtathletik-Kämple, das KK-Einzel-schießen der Schützen und die Vorentscheidungen im Fußball. Abends gestaltet die Bannspielschar im Sparkassensaal einen »Steirerabend«, der einen Einblick in da« kulturelle Schaffen des Landkreises üebcn soll. Sonntag, den 25, Juni, weckt der Fanfarenzug um 5..10 Uhr und um 7.15 Uhr treten alle Einheiten zur Morgenfeier auf dem Adolf-Hitler-Platz an. Der Vormittag Isl mit der Austragung der Schwimniwettkämple, mit dem Wehrwettkampf und dem Endspiel der Fuit-ballmannschatten ausgefüllt. Die Wehrwettkämpfe, zu denen 20 Mannschatten ihre Meldung abgaben, versorechen besonders interessant zu werden. Die Siegerehrung und das Einholen der Fahne erfolgt um 10.30 Uhr, wobei der Kreisliihrer zur Jugend spricht und die Verteilung der Siegerpreise vornimmt. weder sehen noch «tmen können Zur Vermeidung derartige! Unannehmlichkeiten nüissen daher K iminschieber durch Fil/.stolt oder Papier gut abciedtch-tet werden. Zweckmäßig isl o.- alter auch im Sthuf7raum die Volksmaske grilthereit zu hallen oder genügend Wasser zum .Anfeuchten von Tüchern die in einem solchen Falle vor Mund und Nase gehalten werden, bereitzustellen Ein Gewohnheftsverhrerher hinter S(hlol) und Riegel, Der 20jdhrige Josel Sohntka aus Wien kam schon frühzeitig auf die schiefe Bahn und war bereits 1 w ederholt wegen Diebstahls vorbestraft Todesfälle. In der Berggasse 2 it> Mar- | worden. Neuerdings verübte er an verbürg verschied der bfljährige Geschäfts- | schiedenen Orten der Donau- und Mnen diener Ferdinand Rauter, — In der Strn- j gaue mindestens seehrehn Diebstähle schunergaase Nr. 4 in Marburg starb die und Einbrüche Da'--uin in d'e l!'"/oii der Ziihöter saiui Hei-zlich (lespendeln Befall 'limkle der .lugtiul uiul nicht zuletzt ihtei .^poii-warlin, ilie nlle Tanze einstudierte für j den schonen Abend Wii haben allen I Grund, uns einer solchen .lügend zu freuen, die auch dem DRK in dei Zeit de« schwelen W.ifteiniange^ unserei Väter und Söhne an der Front einen Relr.ig von rund 1000 RM einbrachte. MARBUSGER ZEITUNG Geheimnisvoller See in Tirol Alle vier Jahre (üllt sich sein Becken Auf (h-r WMdmoiispr Alm bei Seeield In l'nol lullt s i h iille viei Jdhre soin-meruber p.ni.- \".i-»ciimiilde in olwa 300 Mpt"-- Lf^rrje i;iid '2U Meter BrpJte mit Wii66er. Dur qUisklfirt!, liüblichf) See inmitten der hliitirnclcn E i7Khiwif.itMi mit Ihffjn lichten Birkrii- und Lärchpiiqrup-pen b;l(lt't dllin das beliebto Ausllugs-ziol ']fr h uit>frcuci qen Bovölkeruni]. Auch :n ci J'ihr htit sich Mitte Mai di'i S"'«.' w f'cr (H'lullt,. Die VV i'-s<>ns'hrift erklärt d-'s Cehfiim-nis der iHT'ii-'iKi hon V\'i('dprkehi diese"« Srps .Hi«; dein (ipoloqi^c hcri Aulbdu des rjcs it;. Il'iuDtdoloniit, der unter-r:iiini ii'! v^Ml)'.1ndfMU■• Mohirriiiiae ffestat-tet. wie »Vit solchr vnr nilfm aus dem l.p'itu-n, Eino solcho untPrirdlsr-he Ilohh, d o n^ch unten keinen Ablluß Zusammcnston mit einem EisberjJ l)(is pol tu»iii 3is( l'e Sfgolschift ,,Marid T'riHin»if)", w(>ich 'S mit dem Faiiq von Kdi)ol)ni in s'-)uiriiqt w ir, stiofl, wie aus Lis-fitiboii ncnieli'i-f wird, mit einfm Eisborg nisdmmcn vit-.ii fjinrj br^td daifinf unter. Die Besüi/unn kruiH|lif h (Ih/.u hrstimint w.ü', den Utiiini \or f iibrw'Mkc n 7n sch';t/en, wds d»?r Stein aui 'i fiiiirhiind«^rlel• t ^hiiuiu) nachweisen Idüt. Es (|ob sclioM 7u }<'ner Ze.il die eiili 'i »SfUiiilorien . i^Tiiiiint wdr eine solclie AnbltiU iiil d'-r 1i-h:'| Kos von der l)(Mi(h.*!t wird, ddli ste mit iiadeslU' ben, Mri'SSdfie- und Scliwt leHjehnndlum r lieii usw. dUh;|. ; u>.'•! w.ir, in B<>n-fbid i|(ii) es bereits friiii. Tui c ne arzt-li(he Kliii.A. In der mmisflUMi K'.i'^er-v^it kfiiint" nirin 60i|. V .''"'nd iuirien, K'dnkeiKinsl Ilten, in denen Skl.iven qe-Mir'.d t|i nllefjf wuiden und il.eüso reriel-le^ h'e Lrt/iiielle, die /.iir derh.'-r- h ( l'.KHi ve wUfrl'Mer SolcKilcn lirstunrnt Wctren. .Am Hin in und an dci Doriui himl SpurPü solcner Anln war Sie stand einen Aiigcnblirk ungewiß — in Scheu, Aufsehen zu erregen Sie ging zögernd an die Logenbrüslung zurück — über unter den Hinausdrän-ffenfien war im Augenblick niemand, den sie hätte bitten können, die Logcnlür von aiißftn zu offnen Sie mußte sich entschließen, zu klnplen. Fast aiigenldicklirh hörte sie der alte Lncrendiener Er öffnete b^türzt die Tüf: »EntHchuldiqeii Frau Baronin —« sagto ei üherv'rtlti(|l und betrachtete den Riegel, »Ich kann wirklich nicht« dafürl« *S'~hon qiitl» sagte Ursula und ver« ließ d'e Loge. »Der Herr Baron muß r«ln In Gedanken den Rieriel vorqogrhoben haben — voihial« sagte er mit seiner piepsenden Stimme, Aber Ursula war schon an ihm vorbeigerauecht und er kdra sogar zu spät, ihr die Tür zum Schlüßgang zu ölt-nen. über den roten Läuler kam jemand Ursula entgegen, E« war die Zufe. »Was ist?« frugtu Ursula scharf. »Warum heulen SieV-^ Zwanzig Minuten später schickte sie Marie nach Luni aus. Das junge Mädchen kam mit den Vet. tern Khng, Sie Ilog ihrer Freundin um den Hals. »Ursel — Ist das nicht eine gräßliche Geschichte?... Was ist dem Lümmel bloß eingefallen? — Er war allerdings die letzten Tage seht nervös. Aber daß er einen solchen Kladderadatsch anrichten würde —!.. Dein Mann hat sicher eine große Wut auf uns — ich wage nicht, ihm unter die Augen zu kommen.'* Ursula lachte. »Aber du kannst doch nichts dflfür!« »Wenn Sie gestatten, Gnädiqste —« warf der Assessor ein. »— Woran merkten Sie denn, daß Ihr verehrter Herr Bruder nervös wai? — Isi Ihnen irgend was Bentimmte« aufgefallen?« »Gott — nein ... jal« sagte Lonl zögernd. »Da war «o allerhand... Ich hasse ja überhaupt die Art, wie er in Berlin lebt, Er hat keine Ahnung von Geld und es geht alles drunter und drüber! — Aber er war noch nie so verrückt wie in den letzten Tagen, «eit —« »Seit — »Ja — er bekam ein Telegramm ani Hamburg und «eitdem war er besonders verstört!« »Von wem?« »Keine Ahnung.« »Ahem —!« sagte der Assessor und starrte aul die Decke. Plötzlich knallte Lonis Hand auf den Tisch; »Und es sleckt doch ein Frauenzimmer dahinter!« nostra j Ter rissej »Bitte?« — Die anderen waren zusammengefahren. >Ö nichts..,« Sia sah etwas verlegen drein. »Wir können Ja «o lange rausgehenl« lagte Peter Kling trocken. »O nein — Sie können ruhig zuhören. Sie werden es ja nicht weitersagen. — Mir will nicht aus dem Kopl, was unmittelbar vor unserer Abfahrt au« Berlin passiert ist. Die Koller waren angeschnallt, wir saßen im Wagen, alles war fertig und Froggy löste schon die Brem»Q — als ein Taxi vor un« hielt. Eine jung« brünette Dame saß drin. Ith kannte die Person nicht. Als Rudolf sie sah, machte er ein sehr überraschtes Gesicht, sagta zu mir: »Entschuldige einen Augenblickl« — und ging zu der Dame im Taxi hinüber. »Wie sah denn die Dame aus, Loni?« fragte Ursula. »Ach — es war ein ganz hübschei Mädchen, du. ^ Sehr schick, sehr rassig — weißt duU »Na — und wie ging die Sache aua?« fragte Peter vorsichtig. »Ja — weiter gcschah nichts Besonderes. Rudolf kam nach ein paar Minuten zurück. Wir starteten, und als wir an dem Taxi vorbeikamen, machte Rudolf ein bolämmeites Gesicht und zog seinen Hut. Und das Mädchen wandte den Kopf ah, Aber Ich sah doch, daß sie heulte. Und wie Ich fragte, wer das wäro — sagte Rudolf bloß: ,Eine Bekannte aus Amerikül' — und ich fragte nicht weiter,« Sie schwiegen eine Weile, Von der Rathausuhr her schlug es zweimal. Das war halb zehn. »Du — wo steckt eigentlich dein Mann?« fragte Lonl plötzlich. »Drüben Im Theater suchen sie ihn wie eine Stecknadel!« MARBUFGER ZEITUNG Frettag, 23. Junf t^44 « Nr. 175 « Seite 5 Wiener Gaststättenmuseum Faul Wttzman, lelnei Zeichens Cafetier Ib Stadtteil Favoriten, dazu ein weitge-ralstar Mnr.n und Meister der Koch-kuntt, seit Jahr und Tag aber auch Lei-t«r der Fachgruppe „Gaststätten- und Beherbel-giingsgewerbe" In der DAF, hat In jahf/ehnlelanger emsiger Arbeit den Gnirulsfock zu einem Wiener Claststät-tenrftuseum zusammengetragen, das zur Strtnde freilich noch einen süßen Dornröschenschlaf in 32 Kisten schläft, sobald OS die Zeiten gestatten, jedoch einmal Wirklichkeit werden soll, nicht nur den Wienern zum interessanten Zeltvertreib, sondern vor allem auch den jungen Fachkameraden zur Belehrung und Wissensbereicherung. Was man in diesem Museum einst alles sehen wird? Da wandeln z. B. 20 000 Menuekarten der namhattesten Hotels und Gaststätten der ganzen Welt das ewige Thema vom „Wirte Wundermild" in immer neuen Variationen ab. Hunderte von Kochbüchern, darunter handschriftliche, die mehrere Jahrhunderte alt sind, warten hier auf den Augenblick, wo ihre lukullischen CehelmnlM« tut dem toten Buchstaben wieder in das Leben der Pfannen und Kasserollen umgesetzt werden. 3000 Biertatzerln aller Brauereien Großdeutschlands türmen «ich zu einer machtvollen Ehrensäule für Gambrlnus, und seine Weinkartensammlung läßt jeden Kenner beim bloßen Lesen all' der „blumenreichen" Jahrgänge das Wasser im Munde zusammenlaufen. Dazu kommen köstliche Service kaiserlicher, königlicher und fürstlicher Herkunft, darunter Tafelgeschirr, das mit purem Dukatengold und Platin verziert Ist. Auf die Feinschmecker hat es ein Trockenaquarium abgesehen, das sämt- lich« Lackerblasen «ut dem Meer«, wl« Austern, Hummer, Langusten, Seestem« und Fische aller Art, In sich vereinigt. „Gustos und Ohrfeigen sind verschieden" — sagt ein Wiener Sprichwort, dessen Wahrheit hier weitestgehend Rechnung getragen wird, denn hier findet jeder Geschmack etwas, das Ihm zusagt. Schwarzmeerdeutsche Eisenbahner fürs Reich Mit den deutschen Umsiedlern aus dem Schwarzmeergebiet sind auch zahlreiche Eisenbahner nach Deutechldnd gekommen. Sie bilden einen wertvollen Krafte- I luwtch« fflr unMr« ElMobaim Bin« i «igens g«ichaff«n« Betr«uungMtell«, do-I r«Ti Aagtthfiriy« ««IbAt lin Osten tl« I Eisenbnhner Dlenat gctto habsn, «acht I au« den tnrollenden Tran«port«n di« [ Eisenbahner h*raus In d«r nAchaten I N&he von Litzmaimaladt wurden für li« i zwei groß« Lager errichtet, in denen sie I bis zu ihrem Wiedererinaatz Im Dienst I der Reichsbahn Unterkunft finden, j Augenblicklich ist eine Lehmbausiedlung im Entstehen, um die Wohnynqslratic yj lösen. 82 Doppelhäuser mit 164 Woh-i nungen werden qeechaffen, um einsatz-1 bereite Eisenbahner mit ihren Fümilien unterzubringen. UNTERSTEfRISCHE LICHTSPIELTHEATER MAKBURG- | PURG-LICHTSPIELE Konti. ts 17 in Itt ("i (Ihr Pprnnit 27t" FCPT So 15 17 10 li 14 .tauen nichl «noHldNSunl Am Froiinsj, den 23. Juni wegen Theater geschlosienl Festllchc Frfiffnunq nm Samstag, 24. Junt, um 10 Uhi. DAS ERUFFNUNGSPROGRAMM: Samstag 24. um |U Uhr, Sootag, 25. Juni um 14, 16.30 und 20 Uhr Der weiße Traum RevuesTenen auf dem Eis — ein Traum In Welfl — mit Oliy Möllmann, Woll Albach-Retty, Lotte Lang und Okkar Simu, — FUr Jugendliche nicht lugelatten. Tel 24 Splelzeltr Wo 17.30. 1B.45 Uhn So 15, 17.30. t9 45 Uhi Freitag, 23., Samstag, 24. und Sonntag, 2S. Juni Vom Schicksal verweht Fflr Jugendliche nichl lugelaitenl Denken Sic daran — KLEINE ANZEIGEN haben in der MARBURGER ZEITUNG GROSSEN ERFOLG) Jeder Betriebsführer Boll da» Verordniings- a. Amtsblatt de' Chefs der Zivilverwaltung in dei Unter «teiermark lesen Verpachte ab sofort gut gehende Gemischtwarerhandlung und TRAFIK in Ternltz Nr. 1, Gemeinde Thomasberq Kreis Pettau. Näheres mündlichl Anfragen bei HOINIG BARTHOLOMÄUS, Ternitz Nr. 1, Thoinasberg. 2869 Kleiner Anzeiger Realitäten und Geschäftsverkehi I Suche für meine lunqe Frau m. 2jähr. Kind ein halbmöbliertes oder leeres Sparherdzimmer m sämtlichen Haus- und Garten-arbeitkenntnisöen.. Zuschriften unter »Dienstlich« an die »M. Z.«., Marburq-Dr_2880j^ Einbettzimmer für alleinstehenden ruhiqen Mieter per sofort qefiucht. Antr unter »Ständig« nn die »M. Z.«. 4909—8 Zu kaufen gesucht Gutgehendes Gasthaus in Mar-burg-Drau oder Umgebung zu kaufen oder pachten gesucht. Falle Franz, Kreuzberg 2, Post Laporjach b. Windischfeistritz. 4854-2 Zu verkaufen Verkaufe Häsin mit 5 Jungen. Anfragen: Thesen, Auerqasse .5 - Marburq-Dr. _ 4895-3 2 Junqe Kälzchen zu verkHufen. Sollak Franziska, Bubakgasse 10 - Marburg-Dr. 4907-3 Zu kaufen gesucht Kaufe guterhaltene Dreschmaschine auf Handbetrieb oder Motor, Leber Alois, Unterburg 19, Po6t Kunigund. 4887-4 Kaufe Sessel sowie verschiedene alte reparaturfähige Möbelstücke aller Art. J, Putsch ko, Marburg-Dr., Triesterstraße 57. 4889-4 Stellengesuche Zahlkellnerin mit Praxis, wünscht qulen Dauerposten in Marburq-Dr., oder Graz. • Angebote an Frau Dular - Du-chatschqufise 15, Marburg-Dr. 4881-5 Wäscherin für bessere Herrenwäsche sucht durchaus leichte Arbeit. Cilli, Jesenkogasse 10. Rauscher, 2878-5 Offene Stellen Die Einstellung von Arbeitskräften Ist an die Zustimmung des zuständigen Arbeitsamtes gebunden. Lohnbuchhaiter für Bauunterneh-munq gesucht. Zoschr. unter »Sofort« an die »M. Z.«. __^4795-6 Verläßliche Bürokraft mit Ma-schinschreibkenntnissen gesucht Zuschr. unter »Bauunter-nehmunq« an die »M. Z.«. 4794-6 Tüchtige Buchhaltunqskraft an selbständ. Arbeiten qewöhnt, in Dauerstellung qe-jucht Zuschr unter »Baldigst« an die »M. Z.« ______♦ _ 4796- r Hausgehilfin mit Kochkenntnissen gesucht. Ernst Gert, Lebzelter und Wachszieher, Mar-burg-Drau, Herrengasse 13. _______ 4809-6 Telefonistin für die »Marburger Zeitung« per sofort gesucht. Vorzustellen im Verlag der »Marburger Zeltung«. -6 ?Iausmeister-Ehepaar für qroßr« Haus ab 15 Juli gesucht. Wohnung verfügbar. Anträge unter »Viel Arbeit« an die »M. Z.« -Marburq-Dr. * 4898-6 Wirtschafterin - alleinstehend -wird für frauenlosen Haushalt gesucht. Adr. in der »M, Z.«. >__________4906-6 Tüchtiger Bctriebsschlosser als Meister zum sofortigen Eintritt qe«ucht. Zuschr. unter »Dauer-posten« an die »M. Z.«. _____4910-6 Frau, die Wäsche ausbessern möchte, wird für einige Tage nach Hause qesucht. - Floisch-hauerei Mochorko, Marburg-Drau, Windenauerstraße 17. 4912-6 Zu mieten gesucht Alterer, ruhiger Herr sucht dringend möbl. Zimmer oder Kabinett, Wäsche vorhanden. -Zuschr. unter »Rein 4820« a. (1. »M. Z.«._____ 4820-8 Kaufm. Angestellter sucht per sofort oder spater reines, separates Schlafzimmer. Möglichst Zentrum oder Bnhnhofs-nähe. Preis bis zu 50 RM. Angebole erbeten unter »Zentrum« au dl» »M. Z.« 4866-8 Unterricht Verschiedenes Wer erteilt mir jeden Montag Zeichenunterricht? Anqeb. un-er »4819« an die »M. Z.«. 4819-10 Funde und Verluste Damenbluse wurde am 10. Juni in Brunndorf, Daungasse, gefunden. Abzuholen; Laudonq. 69,_Brunndot1^_4826 Füllfeder mit schwarzem Etui, am Hauptpostamt Marburg-Dr. im 20. Juni verloren. Der ehrliche Finder wird gebeten, dieselbe gegen Belohnung in der Trafik Weiß, Burgplatz, Mar- burg-Dr., abzugeben._4888-^3 Blau-weißer Schuh, neu, wurde Mittwoch, den 21. Juni, verloren Der ehrliche Finder wird gebeten, denselben gegen Belohnung im Kaufhaus Skrabl -Herrengasse 11, abzugeben. __^_______ 4894-13 Der ehrliche Finder wird gebeten, den schwarzen Regenschirm, der im Stadtpark, ober dör Herrengasse vergessen wurde, abzugeben Herrengasse 46, Klemsche, Marburg-Dr. 4897-13 Herrenanzug oder Wintermantel suche, gebe dafür guten Fotoapparat und Konzertzither. Anträge unter »4849« an die »M. Z.«_4849-14 Tausche Herrenfahrrad gegen eine Damenrundschiff-Nähma-schlne. Wertausgleich. Anzufragen Supanz, Windenauerstr. Nr. 78, Marburg - Drau. 4868 -14 Rundfunkempfänger, 4 ^öhr«n, Type »Wega«, im guten Zustand, gegen Schneider-Nähmaschine in ebensolch. Zustand zu tauschen. Golle Johann — Dammgasse 63, Drauweiler -Marburg-Dr. 4840-14 Tausche gut erhaltenes Harmonium, 5 Oktaven, 2 Register, geqen ebensolchen Rundfunkempfänger. Kindersportwagen (2sitzer) gegen alte Damen-Herrenkleider-Wäsche. - Turin, Cilli, Unterköttinq 103. 2879-14 Tischßparherd mit 2 Löchern, gut erhalten, zu tauschen geg. Rundfunkempfänger mit gegenwärtigem Ausgleich. Gasthaus Meditz, Tüffer 61. 2877-14 Elektromotor, 18 PS. 220 Volt, tausche qeqen Elektromotor 12 PS, 220 Volt, Franz Breganr Schleinitz 28, bei Marburg-Dr. 4891-14 Damenarmbanduhr am 21. Juni von der Badqasse bis zur Gün-ther-Prien-Gasse - überleltungs-stelle verloren. - Der ehrliche Finder wird gebeten, dieselbe gegen qute Belohnung im Caf-fee Viktringhot, Viktringhofg. 30, abzugeben_^11-13 Dame, die am 20 VI., um 8.30 Uhr abends im Stadtpark 3 ge-bund. Schlüssel auf der Bank gefunden hat, wurde von Passanten erkannt, Daß die polizeiliche Anzeige verhindert wird, wird hiermit gebeten, den gefundenen Schlüssel sofort beim Fundamt abzuqeben. 4908-13 Tausche waschtischähnlichen Kasten mit Spiegel und Mor-morplatte gegen gut erhaltene Nähmaschine. Adr. in der »M. Z.«.______4900-14 Tausche Helmkinoapparat (Großformat), im guten Zustande, mit ca. 5000 Meter Film, für Klavier- od. chromatische Harmonika mit mindestens 80 Bässen. Zu besichtigen nur am 25. Juni von 13—16 Uhr Burggasse 39, Part,, Marburg-Drau. 48fi2-14 Strehwitwar iprtchan übtrt Woichtn 1 .Da staunen Sie, was? Na, Ihre Frau fährt Ja jetzt auch weg! Aber keine Angst; Selbst mit der Wäsche wird man fertig! Ist gar nicht so schwer: DieSchmutz-stücke werden In Burnus eingeweicht, denn Für die ganze Wäsche langt es heute leider nicht.Aber; Das löst den Schmutz dann auch richtig heraus. Ganz schwarz wird die Einweichbrühe Das Waschen geht noch einmal so schnell,ohne schar-Reiben und langes Kochen!" Statt besonderer Anzeige gebe ich die traurige Nachricht, daß mein lieber Mann, unser Vater, Schwiegervater, Großvater Hugo Kittner Diplomlandwirt nach einem der Arbeit und seiner Familie gewidmeten Leben nach kurzem Leiden, Montag, den 19. Juni 1944, gestorben ist. Die Beerdigung fand in Mahrenberg am 21. Juni 1944 statt. Mahrenberg, Rast, Wien, im Felde, Juni 1944. In tiefer Trauer: Hanna Kittner, Gattim Ing, Fritz Kittner, Ing. Hans Kittner, Söhnet Zeska von Doboczky, Grete Ziegel-meyer, Töchter; Ing, Stefan von Doboczky, Richard Ziegelmeyer, Schwiegersöhne; Maria Kittner, Schwiegertochter; Lise von Doboczky, Peter von Doboczky, Sepp von Doboczky, Mich] Ziegelmeyer, Ilse Ziegelmeyer, Christi Ziegelmeyer, Traute Ziegelmeyer, Enkeln. 4890 Danksagung Für die herzliche Anteilnahme und die schönen Kranz- und Blumenspenden anläßlich des schweren Verlustes, den wir durch den Tod unserer lieben Mutter, Frau ELISE ORTAN, erlitten haben, sprechen wir auf diesem Weqe unseren innigsten Dank aus. Besonders danken wir Dr. Strnschek für das feierliche Regulem. 4874 Marburg-Dr., den 21. Juni 1944. Familie ORTAN. Kanzleikraft perfekt In Maschinschreiben und Stenographie, welche die deutsche Sprache in Wort und Schrift fehlerlos bfherrscht und längere Büropraxis nachweisen kann, wird sofort aufgenommen. Freigabe durch das zuständige Arbeitsamt notwendig. — Ausführliche Bewerbungen mit Anqabe der bisherigen Tätigkeit sind zu richten an Dr. ARIBERT BRODAR, Weingroßhandlung und Gartenbau, Friedau, Tel. 12. 2881 \ Stroimmterßrecfning! E. V. S^D A. G. teilt mit, daß die am 18. JunJ 1944 vorgesehene Stromunterbrechung wegen schlechter Witterungsverhältnisse nicht stattfinden konnte. Dagegen findet die Stromuntflrbrechung an diesem Sonntag, den 25. Juni 1914, für die Städte und Ortsrhatlen Pettau, Friedau, Lut-tenberq, Radkershurg, Pol*itrcju, Rndein und ""SO"» von 7.15-17 Uhr statt. Die Leitungen sind auch während der AbS( hal-tunqszeit als unter Spannung zu betrachten. , 2876 1 Amtliche © Bekanntmachungen ———PI T 19 41-4 Einleitung der Todeserklärung Martin HROWAT, geboren am 13. Novembfr I: / i in Welschiiorf Nr. 3, zuständig nach Gdirach, Kreis l iif.iil, • iu-lichei Sohn des Georg Hrowat und der Luzia, qeboH-nc bresnik, ledig, zuletzt Besitzerstiohn in Welschdorf Nr im Jahre 1914 zum Landwehr inlanterieregiment Nr. iG n.^'h Cilli eingerückt, ging sodann auf den russischen KncciiSt h.i > pltitz ab, geriet in Gefangenschaft und war zuletzt in K r, i-kirhaski in Rußland im Gelcingenenlaqer. Letzte Nachr-' ht n Jahre 1936 oder 1937. Seither ist Martin Hrowat vers Auf Ansuchen des Johann Selitpch. Privater in • >" Nr. 81, wird das Verfahren zur Todeserklärung eingele ! ' u d an alle, die Auskunlt über den Verschollenen (lelien ki ■ u die Aufforderung erlassen, dem Gerichte bis 1. A'.inu ? ' l Nachricht über den Verschollenen zu geben. Mari n II ' wird aulgefordert, sich zu melden, wulngens er lur Uit 'klciit wild. Nach dem I.August 1944 wird über neuerliche. ■'i-des Johann Selitsch über die Todeserklärung ein .i ■ 'K ii werden. Gericht Marburg-Drau, Abtl. .5, den 19. Juni 1944. 2875 4-1—: Einleitung des Verfahrens zum Beweise des Todes. SCHLUNDER VINZENZ, geboren am 18, 1. l.i'to in Karfreit und dahin zuständig, ehelicher Sohn des Prcinz ^(■hlu!lder und der Katharina, geborene Kokole, ledig, zuletzt wohnhaft in Karfreit Nr. 112, ist am 14. Februar 19'J7 n,=irh Süd-.Amerika abqereist und ist soither keine Nachricht von ihm eingetroffen. Seither ist Schlünder Vinzenz verschöllen. Da es hiernach wahrscheinlich ist, d.iß Schlünder Vinzenz den Tod gefunden hat, wird auf .Ansuchen des Brudeis des Verschollenen Johann Schlunder, Aibeiler m St Veit a. d. Glan, wohnhaft Kanalthalersiedlunq Nr. 2, da»< Verlahren zum Beweise des Todes des Verschollenen eingeleitet E« wird demnach die allgemeine Aufforderuna erlassen, h s t. Auqust 1<)44 dem Gerichte über den Verschollenen Nachricht zu neben. Nach Ablauf dieser Frist und n;ich Aufnahme der Beweise, wird über neuerlichen .Antraq des Johann Schlunder übet den Beweis des Todes entschieden werden 28bl GERICHT MARBURG-Dr., Abtl. 5, den 15, Juni 1944. T 25 44—7. Aufgebot von Wertpapieren Auf Anlraq der STEF.-\NIE ?T.'\RTNL\NN, Retiiiilin bei der K. I. G. in Aßling, Adolf-i-litler-Straße Nr, 12, wird nachsti lien-des, dem Antragsteller FRANZ HARTMANN anneblich in Vfr-lust geratenes Werlpapier aufgeboten, deren Inhaber wird aufgeiordert, es binnen sechs Monaten vom Tage der Kundmachunq des Aufgebote« bei Gericht vorzuweisen; auih andere Beteiligte haben ihre Einwendungen qeqon den Antrag zu erheben Sonst würde das Wertpapier n.ich .-Xblauf dieser Frist über neuerlichen Antrag der STEFANIE IIARTMANN für kraltlos erklärt werden. Bezeichnung der Wertpapiere; 2860 Lebensversicherungspolizze der V/.ajemna zavarovalniCA in Laibach Nr. 18.824 nun Ostmark, Versicheainge-AG, in M.ir-burg-Dr, abgeschlossen am 1 Mai 1940 auf Erleben und Ableben, lautend auf den Namen FRANZ H.ARTMANN über -'ins Versichenmqssumme von 30.000 Dinar lallig beim Ableben des Versicherten, längstens am t Mal 1900. Aus dieser Verb.rhi-runq ist der Überbringer der Polizze"bezugsberechtigt, GERICHT MARBl'RG-Dr., Abtl. 5, den 15. Juni 1944. Allen, die durch Bhimenspenden, Geleit und schriftlich an dem schmerzlichen Verluste meiner Gattin, Frau PAULA GRADISCHER, Anteil nahmen, spreche ich hierdurch meinen besten Dank aus. Marbuig-Drau, 22. Juni 1944. Karl Gradlscher, Gattei Sylwie Gradischer, Olga Golob, Kinder. Seite 6 * Nr. 175 * Frcitajf, 23- Juni 1944 MARBURGER ZEITUNG Musik als lebendiger Gemeinschaftswille Die musikalischen Lager der Grazer Musikhochschule in Rohitsch-Sauerbrunn HiiqeJ an HüqeJ reiht sich um doe idyilieche Rohitsch-Saueibrunn, überragt von der steilen Pyramide des Donatiber-gps. Heute sind es Kinder aus luftgefährdeten Gebieten, die hier ihre zweite Heimat gefunden haben. Ihr fröhlicher Gesanq beim morciendlichen Ausmarsch oder bei der Heimkehr vom Schwimmnn ist all den Arbeitern und Soldaten, die in den Heilv(^ässern von Rohitsch-Sduer-brunn Genesung und Kräftigung suchen, eine willkommene Abwechslung im ruhigen Dasein der Erholungswochen, Nun aber ist in diese Stille für eine Wuche die Grazer Musikhochschule eingebrochen, einen neuen Rhythmus beschwing-len Tageslauf mitbringend, der alle Einheimischen ansteckt und zur Anteilnahme zwingt Morgens um 6.30 Uhr klingt, jeweils dem Sinn des Tages angepaßt, eines der unsterblichen Motive unserer großen Musikmeister, von Beelhoven über Bruckner bis zur Gegenwart auf, und in Morgenlauf und Gymnastik werden die Glieder gelöst Eine Stunde später stehen hundert Studenten und Studentinnen mit ihren Dozenten unter der Fahne. Jedesmal werden diese Minuten durch eine kleine Feier ausgestaltet, zu der sich täglich mehr Gäste einfinden. Dann bringt der Taqeslauf all die Gebiete zur Geltunq, die Im fachlichen Dasein einer Hochschule In Graz zu kurz kommen müssen: Volkstanz, rhythmisch^ Erziehung, Schwimmen, Klingende Musikgeschichte, dargeboten durch die Gemeinschaft der Lehrer, dir hier einmal. Gelegenheit haben, miteinander durch Tage eine musikalische Arbeitsgemeinschaft zu bilden Die Musischen Lager dei Hochschule sind ein fester Bestandteil des Lehrplanes der Grazer Hochschule geworden. Man würde den Sinn eines solchen Lagers völlig verkennen, wollte man meinen. hier handle es sich nur um ein schönes Spiel. Straffste Zucht gibt dem Tageslauf klare Ordnung) aus dieser Ordnung aber erwächst die ursprünglichste Freude am Zusammenleben und Zusammenwirken in rechter Gemeinschaft- Gäste des Grenzlandqaues Oberschlesien, der deutsch-flämischen Arbeitsgemeinschaft in Flandern, der Relchsstu- denlenführunq und des Volksbundes für das Deutschtum im Ausland sind in den vier Lagern in Rohitsch-Sauerbrunn gewesen und haben immer wieder bestätigt, daß ihnen diese Tage zu einem einzigartigen Erlebnis und einer künstlerischen Bereicherung wurden. Die Bildung musischer Menschen ist das Ziel der musischen Erziehung. Die gemeinschaftlichen Tage von Rohltsch sollen dem jungen Nachwuchs durch die Tat beweisen, daß sie ihre Musik nicht als weltabqpwandte, schwärmerische Träumer, sondern als Träger eine« kraftvollen und lebendigen Gemeinschaftswillens, der sich dem Volk verpflichtet fühlt, auffassen müssen — daß sie bereit sein müssen, an der Dberbrückunq der Kluft zwischen Volk und Kunst mitzuhelfen. Musik soll nicht nur als schöner Schmuck am Rande des Leben« stehen, sondern formende Kraft sein, nicht ein Luxus, sondern unentbehrliche Substanz, ohne die da« Leben nicht lebenswert ist. Die vier musischen Laqer der Grazer Musikhochschule in Rohitsch-Sauerbrunn haben den Teilnehmern wieder neue Vertiefung ihres Wissens durch Vorträge mit Professor Oberborteck, Dr. Se-metkowfiki und Dr. Wolfbauer gebracht, In Feierstunden (Detlev-vcn-LlHencron-Feier, Ludwig-Kelljetz-Gedachtnisstunde) das verpflichtende Erbe in« Bewußtsein gerufen und durch rhythmische Übungen, Pflege des Volkstanzes und Kontratanzes vor allem den weiblichen Teilnehmern gezeigt, daß sie hier ein reiches Erbe in eine spätere Zeit hinüber zu traqen haben. Daß auch die jungen und alten Gaste im Kurort Rohitsch-Sauerbrunn nicht zu kurz kamen, dafür sorgten die täglichen Musizierstunden vol der mil der Landschaft verbundenen Fassade des von den steirischen Ständen erbauten Kurhauses Die ganze Natur schien mitzumusizle-ren, wenn über den weilen Kurpark alte Madrigale, frohe Volkslieder, beschwingte Mozart-Menuett« erklangen. Das Echo dieser Taqe Ist in Rohitsch-Sauerbrunn und Graz noch lange nachgeklungen, wie es im Brief eines Kurgastes zum Ausdruck kommt, der schreibt: »Es waren schöne Tage, die das Lager auch uns Außenstehenden bereitet hatj dafür möchten wir Wehrmachturlauber den Dozenten und allen Studentinnein und Studenten aufrichtig danken Wenn man, seit langen Jahren herausgerissen aus der Arbeit, mitten in der stillen Zeit notwendiger Leibesrepnratur so unumschränkt teil haben darf an die-der für uns Altere vielfach neuen Arbeit, wenn man so imvermittelt Inne sein darf unter der studierenden Jugend und ihrem Frohsinn, das ist ein wahrhaft wertvolles Gaschenk!» KULTURNACHRICHTEN Eine Phantasie für Streichorchester, Pauken und Klavier des SchweizersWal-ther Geiser erlebte in Kassel ihre Uraufführung. Die Prager Musikwochen schlössen mit einer Aufführung des „Rcsenkava-liers" zu Ehren von Richard Strauß. Thorn brachte in der Reihe seiner Uraufführungen eine Sinfonietta in modo classico von Josef Merx, sowie ein Klavierkonzert f-moll von Max Kojetinski heraus. Das Coburger Landestheater veranstaltet am 24. Juni eine Gedenkfeier für den weltbekannten, 1934 in Lichtenberg im Gau Bayreuth verstorbenen Geigenvir- tuosen und Komponisten Professor Henri Marteau, Der Chorleiter deg Sängergaues Oberdonau, Professor Ernst Nadler vollendet am 24. Juni sein 75. Lebensjahr. Der Kapellmeister der Berliner Staatsoper, Johannes Schüler, vollendete am 21. Juni sein 50. Lebensjahr, Dieser Tage vollendete der Maler und Graphiker Augustin Roth, der durch viele Jahre dem Vorstande des Wiener Hagenbundes angehörte, in Wien sein 80. Lebensjahr. In Baden-Baden wurde die »Oberrheinische Kunstausstellung 1944« eröffnet. * m Franz Schubcrt am Klavier Lilnette aui dem Grazar Kammermusiksaal Aulnahm*: SUlfen-LichtbiM, Qrai WERNER KRAUSS EIN SECHZIGER Staatschauspie-ler Werner Krauß, der große, »o unerhört wandlungsfähige Charakterdarsteller, der in zahlreichen Rollen für Millionen deutscher Theater- und Filmbesucher zum unvergeßlichen Erlebnis wurde, begeht am 23. Juni seinen 60. Geburtstag. Er wurde in Gestungshausen geboren und kam über Aachen und Nürnbeig 1913 nach Berlin. Seit 1925/26 ist er, mit kurzen Unterbrechungen am Berliner Staatstheater und daneben, seit 1929, auch ara Wiener Burgt^eater tätig. KLEINE NACHTMUSIK Das Schülerorchester der Grazer Musikschule für Jugend und Volk hatte erstmalig Gelegenheit, unter seinem Leiter Adalbert Lorenz, die erreichte Leistungsstufe zu beweisen. Die jugendlichen Instrumentalisten spielten Mozarts kleine Serenade, Opus 525 schon mit joner graziösen Leichtigkeit, die die Handschrift der Wiener Jahre erkennen läßt. Melodisch-dynamische Feinheiten gelangen mitunter so gut, daß man aufhorchte. Zur Mozart-Musik tanzten Marion Ignchi, Ilse Doris Wudtke und Hldi Roggs von den StSdtischen Bühnen reizvolle SchSferBzenen, die auch «In« Chlnolserie mit einschlössen. Nach der Pause führten Schüler der Opernschule Mozarts frühes Opus 50, die Im Gartentheater des Dr. Mesmer auf der Landstraße 17ß8 in Wien uraufge-führte »deutschn Operette in einem Akt* »Bastien und Bnstienne« auf, wozu wiederum das Schülerorchester herangezogen wurde. Die jugendlichen Spieler und Sänger waren voll Begeisterung bei der Sache und empfanden spürbar ihren Mo-zart bereits als vertrauten Freund. Bastien und Bastiei.ne gaben sich recht schäferlich verllebt und sangen manierlich von ihren Herzensnöten, daß es eine Freude war. Auch Onkel Colas, der im Geruch der Zauberei bei den Liebesleu-tcn stand, war auf seine Weise in Form, beschwor und machte seinen Hokuspokus mit gut geschulter, wortdeutlichcr Baßstimme. Und wieder war da« von Adalbert Lorenz geleitete Schülerorchester, da« prächtig musizierte, so daß die Leistung, allein von Schülern bestritten, ein durchaus einheitliches und erfreulich musikalisches Gepräge hatte. Die Vorstellung, die da« Steirlsche Mn-slkschulwerk gemeinsam mit der NS-Ge-meinschaft »Kraft durch Freude« durchführte, wurde künstlerisch von Paul Lu-dikar, dem Leiter der Opemschule betreut. Die Choreographie zur »Kleinen Nachtmusik« schuf Marlon Iguchi. — Das übervolle Schausplelhaiis, besonders viel Jugend war zugegen, klatschte ilch die Hände wund... Kurf Hildebrand Matzalt Richard StrauB-Uraullfihmiig in Dresden Richard Strauß hat dem Dresdner Ton-künstler-Vereln, dessen Ehrenmitglied er ist, eine Sonatine für Ifi Blasinstrumente für ein Festkonzert im Staatlichen Schauspielhaus auf Anlaß des 90jährigen Bestehens zur Uraufführung Oberlassen. Der Verein brachte, als erste Strauß-Uraufführung in Dresden, vor 62 Jahren die Bläser-Serenade Es-dur, Werk 7, des 18jährlgen heraus. Die neue BlAser-Kammermuslk, die Strauß In heiterer Selbstironie „Aus der Werkstatt des Invaliden" betitelt, hat im ersten Satz und der ein Menuett umschließenden Bukolischen Romanze einen pastoral-Idyllischen Charakter, während im Schlußsatz unbeschwerte frohe Laune quirlt. Der Rosenkavalier und Daphne, die Wegemarksteine einer Schaffensbehandlung, klingen hier und da in dem mit leichter Hand gefügten Werk an, dem die Bläser der sächsischen Staatskapelle unter Karl Eimendorff stürmischen Beifall erspielten. Kurt r. Rndlofi Abschluß in Thom EIN DICHTER UNSERER ALPENGAUE Michelangelo Baron Zols 70 Jahre alt Michelangelo Freiherr von Zois, ^n Vetter des Dichters Eugen Grafen Aichel-burg, hat sich in den letzten Jahren so sehr dut sein Gütchen am Wörther See, auf die eigene stüle Arbeit und sein personliches Wtsen zurückgezogen, daß sein 70. Geburtsidg, den er rüstig und schdffenbfreudig in diesen Tagen beging, fast in der Öffentlichkeit übersehen werden konnte. Und doch hat dieser am 18. Juni 1874 zu Velde« in Oberkrain als Nachkomme einer alten Gewerkenfaniilie geborene Dichter ganz seinen Weg in unseren Alpengauen gemacht und hier seinen künsllerischen Rang bekommen. N.ich Absolvierung des Gymiicisiuniö stud.crte Michelangelo Baron Zois Rechtswissenschaften in Wien nnd Graz und trrit hernach in den Staatsdienst ein. Nach mehrjähriger Tätigkeit bei der Laibacher Landesregierung und bei der Bezirkshüuptmannschait Radmannsdorf wurde er der Zentralkommission für Kunst und historische Denkmale in Wien zugeteilt Hier studierte er als Beamter Kunstgeschichte und Archäologie. Bei Kriegsausbruch stciTid or vor dem Doktorate. Den ersten Weltkrieg macljte Baron Zois m Kärnten mit. Hier gab er die Zeitung der k und k. 10. Armee heraus, ebenso die Feldbücherei dieser Armee, in der auch seme 2 Bandchen »Des Freiherrn von Münchhausen neueste Abenteuer«' erschienen, die nach der übereinstimmenden Meinung der Fachkritik einen Höhepunkt in seinem Schaffen darstellen. Nach dem Zusammenbruch wurde ihm Klagenfurt eine zweite Heimat, obwohl er die alte Heimat, die Herrschaft Egg bei Krainburg, wo er eine sonnige und anregende Kindheit und Jugend verlebte, darob nicht vergaß. Jene, die den Dichlor kennen und lieben, werden gern hören, daß »Des Freiherrn Münchhausen neueste Abenteuer« demnächst in einer Neuaiillage herauskommen sollen. Dem Radsport ist Baron Zois seit seinem zwanzigsten Lebensjahre ein treuer Mentor gewesen. Er zählte zu Q*?n allerersten Fliegern des Radsportes in Österreich, zugleich zu den volkstümlichsten und beliebtesten Sportskameraden. Seine kräftige, dem modernen Leben zugewandte Persönlichkeit führte ihn zum .Sportroman: 1902 erschien die Rennfahrergeöchichte »Der Vollmensch«, 1916 »Der Sieger« und im gleichen Jahre der Autoroman »Mit 120 PS«. ' Zu drei Filmen — »Der schwarze Chauffeur«, »Veritas vincit« und »Es ist ein Volk in Notf — schrieb Zois 1917 die Drehbücher, Bei einem Jugendtreffen 1921 vor der steirischen Frauenburg machte er den Geist de« Minnesänger« Ulrich von Liechtenstein wieder lebendig und erneuerte daraufhin 1924 deesen »Frauendienst«, aus dem er das berühmte »Turnier zu Friesach 1224i «chöpfte. .Im selben Jahre brachte Zols den Novellenband »Was Junker Jörg in Welschland fand« heraus) minnesängerlicher Zug und abenteuernde« Vagantentum gemahnen nicht nur an den jungfrohen Liechtensteiner, sondern auch an den artverwandten Dichter. Der Band »Vom Wege, den ich ging« (Sleipnorverlag in Leoben) enthält Prosaskizzen, Erlebnisse und Stimmungen, die dem Verfasser beschie-den waren, seit er aus seinem Krainer Stammschloß Egg, das später Prinzregent Paul von Jugoslawien erwarb, in die Fremde ziehen mußte. Nicht vergessen sei in diesem Zusammenhange auch der Kiiiifitbetrac hter Zois, der seit vielen Jahren das weite Feld vor allem der bildenden Kunst durchwandert und mit dem untrüglichen Blick de« liebenswürdigen Skeptikers den Weizen von der Spreu sondert, Möge dem Jubilar noch eine langwäh-rende und ersprießliche Tätigkeit he-schieden sein. Er hat sich noch längst nicht ausgeschrieben und wird uns sicherlich noch manches schenken. Helfried Patz Der kroatische Dichter Milan Bego- vllsch, der auch in Deutschland bekannt ist, hat einen Roman ».Schloügespenster« beendet, der den Niedergang eines kroatischen .Adelsgeschlcchtes zum Vorwurf hat. Schauplatz der Geschehnisse ist Schloß Bisag, das einst dem Dichter gehörte, inzwischen aber von den Partisanen in Trümmer gelegt wurde. Das Häferl Eine Alltagsgeschichte von Hans Auer Häferl — so nennt der Wiener ein kleines Geläß, ganz gleich, ob es aus Glas, Porzellan oder Blech ist. Genau läßt sich der Begriff »HaferK« nicht definieren. Es ist jedenfalls ein Diminutivum, und nur das Celuhl kann sagen, wann ein Gefall mit Häferl anzusprechen ist. Am ehesten kann man es mit einem kleinen Topf vergleichen. Das Häferl dieser Geschichte war aus Dlcch, fünfundzwanzig Zentimeter hoch und ungefähr zwan^g breit, darin lagen Behelfe zum Löten; ein Kolben, Zangen und Bleistnngen. Das Häferl stand im Abendlichterglanz vor einem Geschäft in einer belebten Seitengasse Wiens Es stand durchaus nicht mitten im Wege, wie man so sagt, den vielen Passanten war es kein Hindernis, Aber immerhin schob es doch einen Teil seines verbeulten Körpers in die Grhsteigbreite. Da kam ein herziges kleines Mäderl. Sechs Jahre zählte es vielleicht. Mit der einen Hand umfaßte es eine bauchige Flasche, mit der anderen bohrte e^ in der Nase. Kinderaugen schweiften selig träumend in die Weite. Plötzlich stößt die Kleine an das Häferl, das Häferl fällt samt ihr um — bum, die Flasche zerspringt am Pflaster. »Bäh — ä — ähU Die Kleine weint laut. Sie liegt zwischen Scherben und ausgeronnenem Petroleum platt «usgeBtreckt Sogleich springt ein biederer Mann hinzu, hebt das schluchzende Kind aui und wischt es sorgsam ab. »Arms Hascherl — i« dir eh nix gschehnl Geh, flenn do net so!« »No, sie blut ja, scgns denn dös net?«, mischt sich ein anderer drein. Ein jüngerer Mann bleibt auch stehen. »Is ihr was gschehn?« »Na, na — a bißl gschnittn hat sie sich — aber sie blut nix mehr!« Von der anderen Gehsteigseite, lugen Ijfcieits etliche Zuseher herüber, Leute, die Eiliges vorhatten, solche, die nach Hause gehen wollten, Herrn mit Aktentaschen und Frauen mit Einkaufsnetzen. Das Kind hat aufgehört zu weinen und sieht ängstlich von einem zum andern. Der junge Mann beginnt wieder. »Wia ma nur so blöd sein kann und das Häferl nitten aufs Trottoa stellen — dös versteh i net! Da müssen sie do die Leut dersteßen!« Die lauten Worte »blöda und »Häferl« veranlassen plötzlich den Besitzer des Hiiferls, einen Spenglermeister, aus dem Laden herauszukommen. »Wer ist blöd? Wer hat dös Häferl umgschmissen?« Drohend blickt er in die Gruppe, die mittlerweile auf ein rundes Dutzend angewachsen ist. »Bäh — ä ähl«, beginnt die Kleine aufs neue. »Geh, hör auf zu flennenl Is dir eh nix gschehnl« Doch der Junge Maun protestiert energisch: »Aber gschehn hätt was könnenl Wia ma nur so blöd sein und dös Häferl mitten in den Weg stellen kannl I sag Eahnen dös — ihl« »Ja, wegen Ihna wer i das Häferl an Dlenstman z'halten geben, was? Die Leut Solln aufpassen! Und mitten im Weg is gar net gstandenl Verstengans? Und mer-kens Ihna, blöd laß i mir net «agn, am allerwenigsten von Ihna, Sö junger Laif!« Von allen Seiten scharen sich immer mehr Menschen im dichten Knäuel um die Beiden. Viele kommen atemlos an, drängen sich mit der quälenden Frage vorwärts: »Is was gschehn? Is was gschehn? Wag is denn gschehn?« Der junge Mann tritt ganz knapp an den Herrn Spenglermeister heran und pfaucht ihn an: »Wos? Mir sagn Sö Laff? Nehmans dös zruckl« Da mischt sich eine Stimme aus dem Hintergründe ein; »Soll ma net an Schutzmann holen?« »Wanns an Laffn segn wolln, schauns Ihna den Herrn da an, aber an Putz brauchn wir net — und überhaupt b'hal-tens Ihnare Meinung für Ihnal?« Die Sache scheint bedrohlich zu werden, da sich der Beleidigte durchaus nicht beruhigen will. Er schreit immer lauter. »Mir sagt er Junger Laff. I hab' mehr mitgitiacht wia Sö, wann i a Jünger binit Die Situation beginnt sich zu verschärfen. Neue Stimmen schwirren. Menschen wachsen traubenartig an. Von weitem vermutet man ein Unglück. Zwei Wachleute kommen. Es wird stiller. Eine scharfe Stimme. »Was ist los?« »I waß netl«t »Zwa habn gestritten!« »Gstochen is aner worden!« »A Taschelzieherl« Endlich klärt sich der Sachverhalt einigermaßen. Der Wachmann zieht den Block. »Wo ist das verletzte Kind?« Da« Kind ist weg. Nicht zu finden. »Also bitte — zerstreuen Sie »ich!« Langsam lösen sich einzelne Gruppen, die Straße lichtet sich. Wagen, deren Kutscher dem Wirbel beiwohnten, haben wieder freie Bahn. Der Spenglermeister aber ruft noch nach; »A junger Laff sans doch!« Worauf sich der andere umdreht; »Wir kommen schon no amol zsamml« * Zehn Minuten später zeigte die Gasso, wo sich die Geschichte abspielte, wieder das gewöhnliche Bild. Aber das Häferl stand noch da. An dieselbe Stelle gerückt. Stumm und geduldig wartete es, bis wieder einer darüberfallen würde Und ganz unten in der Straße entdeckte ich auch die gestürzte Kleine. In einem Hdustor versteckt, lutschte sie hingebungsvoll am Daumen und schielte dabei ängstlich nach dem Häferl zurück ... Die Thorner Uraufführungswoch« brachte am fünften Tag ein Kind der heiteren Muse, die „Operette" „Veronika" des bekannten Wiener Schlagerkomponisten und Vaters der „Milllonen-hochzelt" Erich Jaksch. Den Stoff zu diesem burlesken Singspiel, das bereits von mehreren Bühnen angenommen worden Ist und schon im Juli in Wien zur Erstaufführung kommt, entlehnte die Verfasserin des Textes, Thilde Binder, dem Lustspiel „Das Verlegenheitskind" von Franz Streicher. — Mit der dreiaktlgen komischen Oper „Trug einer Nacht", deren Stoff einem altspanischen Lustspiel nachgebildet Ist und das berühmte Verkleidungsmotiv verwendet, fand die Woche ihren Abschluß, Dichter und Komponist dieser musikalischen Komödie ist Professor Dr. Viktor Junk, Wien, der sich als Germanist, Musikschriftsteller und Komponist einen Namen gemacht hat. Beethovens Neunte in Paris Der zweite Beethovenzyklus, den das große Orchester von Radio Paris in den vergangenen Wochen unter Leitung Wilhelm Mengelbergs gab, fand mit der neunten Sinfonie seinen Abschluß Es war ein triumphaler Erfolg. Als nächste Großveranstaltung des Radio Paris sind Aufführungen verschiedener Werke von Richard Strauß vorgesehen. Der ordentliche Professor für germanische und deutsche Rechtsgeschichte an der Münchener Universität, Claudius Freiherr von Schwerin, ist, gemeinsam mit seiner Frau, bei dem Terrorangriff auf München am 13. Juni gefallen.