präimmeratilm, - Preist: Für Laibach Gauziährig . . . « ft. — kr. Halbjährig . . . 3 , — , Bierleljährig. . . 1,5«, Monatlich . . . — , SV , Mit der Post: Ganzjährig . . . S ft. — kr. Halbjährig . . . 4 , so , vierteljährig. . . 2 , 2S . Für Zustellung in« Hau« vierteljährig iS tr., monatlich s kr. Laibacher Etuzelue Nummern 5 kr. blatt. Ledaklion Sabubofgafle Nr. L3L Lriiedilioii uud Inserate» Üllrelu: lkongreßplay »tr 81 größeren Injeraten und öfterer S nschaltung enli»rechender Rabatt Anonime Mittheilungen werden nicht berücksichtigt; Manuskripte nicht zurückgesendet. Nr. 125. Freitag, 3. Zum. — Morgen: Quirinus. 1870. Slovenische Staatsweisheit. i. Die Gehirne der slovenischcn Staatskünstler haben schon wunderbare Blasen getrieben, aber ein ärgeres Attentat auf den gesunden Menschenverstand und die Logik, als mit ihrem letzten, in unserem gestrigen Blatte veröffentlichen Programme, haben sie noch nicht verübt. Wir sind in Oesterreich in derlei Dingen wahrlich nicht verwöhnt, bei uns sind schon die unglaublichsten Absurditäten als politische Forderungen hingestellt worden, gerade die slovenische» Parteimänner haben hierin wiederholt Bedeutendes geleistet, und dennoch möchten wir behaupten, daß diese neueste Emanation unter den sämmllichen bereits vorhandenen Monstrositäten auf diesem Gebiete kühn den ersten Rang behaupten darf. An der Spitze aller Wünsche steht zur Abwechslung wieder die Vereinigung aller Slovenen in ein Kronland. Wir wollen heute nicht zur Ermüdung unserer Leser die endlosen Gründe nochmals anführen, mit denen die Unmöglichkeit der Schaffung eines Königreichs „Slovenien" schon hundertmal bis zur Evidenz dargethan wurde, oder neuerdings beweisen, daß jedes slovenische Programm, welches diesen Satz enthält, in Oesterreich ewig unausführbar bleiben muß und von gar kemer österreichischen Regierung jemals zur praktischen Geltung gebracht werden kann. Dagegen lohnt cs sich, die unverschämte Behauptung zu erwähnen, welche der Forderung der Gründung „SlovenienS" beigefügt wird, daß die Länder, in denen die Slovenen leben, gar kein Recht auf dieselben hätten. Also die Jahrhunderte alte provinzielle Konfiguration, wie sic in den Herzogthümern Kram, Steiermark und Kärnten zu Tage getreten, das Verhältniß dieser Länder unter einander und zum Reiche, wie es seit undenklichen Zeilen bestehend und geheiligt ist, gesetzliche Übereinkommen und feierliche Verträge, das alles begründet für diese Leute keinen RechtSzustand, den sie respektiren zu müssen glauben. Die stärksten rechtlichen Bande, die sich denken lassen, wollen Leute sür nicht existent erklären, in deren rechtlichen Anschauungen eine wahrhaft horrende Konfusion zu herrschen scheint. Oder was soll man zu der Behauptung sagen, die slovcnische Nation sei eine moralische Person, welche als solche niemals ihr persönliches Recht, in ein österreichisches Kronland vereinigt zu werden, verlieren kann. In welchem Sinne Nationen moralische Personen seien, woher kommt das persönliche Recht der slovenischcn Nation auf die Gründung „SlovenienS," wie kann man ein Recht verlieren, welches man niemals besessen hat? u. s. w. — könnte man hier unsere slovenischcn Aflerweisen fragen; und wißt ihr nicht, daß es überhaupt keine natürlichen Nationen gibt, die einen Staat zu bilden von Natur berufen wären, daß reine Nationalitätenstaaten ein Zurückgreifen auf einen schon Jahrtausende vergangenen Urzustand bedeuten würden, daß, soweit die Geschichte zeigt, niemals ein urwüchsiges Volk zu einem staatlichen Verbände geeinigt war, daß die Idee eines Nationalitätenstaates im heutigen Europa absolut undenkbar und einfach ein Unsinn ist, könnte man ihnen zurusen, wenn sie überhaupt sür die Gründe der Vernunft ein Ohr, für die Lehren der Geschichte und der Logik das geringste Verständniß besäßen. Dieses famose Programm ist übrigens auch weiter noch so reich an Ungeheuerlichkeiten, daß wir längst nicht genug Raum haben, um jede einzelne derselben gebührend zu beleuchten. Wir übergehen also die babilonische Sprachenverwirrung, welche diese politischen Quacksalber anrichten möchten, wir fragen nicht, mit welcher Sorte der österreichischen Föderalisten sie sich vereinigen wollen, ob mit dem fran-zosensreundlichen Rieger, mit Smolka oder irgend einer anderen unserer berühmten föderalistischen Abarten; wir untersuchen nicht einmal, wie in aller Welt denn die slovenische Nation plötzlich dazu kommen soll, nur die Kriegs-, Finanz- und Handels-Angelegenheiten als gemeinsam anzuerkennen und noch obstinater sogar als die Ungarn nicht einmal die äußern Angelegenheiten hieher zu zählen und die diplomatische Vertretung, wie es scheint, dem Landtage vorzubehalten, wir lassen alle diese lächerlichen Velleitäten unerörtert, und nur bei den kirchlichen Forderungen des Programms wollen wir wieder etwas länger verweilen. Politische Rundschau. Laibach, 3. Juni. Die Pester „Reform" fordert die Regierung auf, den militärischen Umtrieben in der Mili» tär grenze energisch cntgegenzutreten. Der Pan-slavismus und die Reaktion hätten sich verbunden, in Oesterreich die alte Wirtschaft einzufüh-ren; da aber ihre Bestrebungen an der patrioti- schen Standhaftigkeit Potoeki's Schiffbruch erlitten, so wollen sie vorerst in Ungarn die Konstitution untergraben, um dann in pflichtschuldigstem Ungehorsam gegen Oesterreich vorzugehen. Der „Wehr- Zeitung" geht aus der Militärgrenze die Nachricht zu, daß von dem Grenztruppen - Divisions- und Militär-Kommando zu Peterwardein der Befehl ergangen sei, in den Kompagnicstationen der diesem Militärkommando unterstehenden Grenztruppen Lo- Der Merschaumpseifenkops. Das moderne Meerschaumreich, das auf einem untergegangenen begründet worden, befindet sich in Wien, und wer einen Rnndgang nm jenen volkreichsten Platz Wiens (den viele seines Gedrücktseins wegen auch wohl eine Straße nennen), den „Graben", macht, wird durch dic Pracht und Mannigfaltigkeit der ausgestellten Meerfchanmwaaren gefesselt. Sie finden sich in allen Abstufungen, in den feinsten Unterschieden vor. und zwar von der zierlichen geschweiften Zigarrenspitze an bis zu dem fußhohen, reich mit Schnitzwerk bedeckten, mit schwerem Silber beschlagenen Paradekopf, der im reinsten Weiß auf purpurnem Sammtpolster unter einer Glasglocke ruht, wie ein König unter dem Thronhimmel. Doch da die Zahl der Wiener Drechsler und Pfeifenschneider Legion ist und die Matadore der Meer-schaumpfeifenfchneider nicht am „Graben" wohnen und auch nicht dort ausstellen, so kann man sich denken, welche Schätze von Meerschaumarbeit in Wien, auch noch anderswo, aufgehäuft sind. Ich aber begehrte auch das untergegangene Meerschaumreich wenigstens in seinem Sarkosage zu sehen. Ein Freund wies mich an ein ihm befreundetes Mitglied der Handelskammer. Ich Halle nun eine ganze Menge Schwierigkcilcn zu beseitigen und verlor oft die ganze Lust, weiter nachznforschen, bis sich mir endlich das Wiener Privathaus öffnete, das die älteste und reichste Meerschaumpfeifen-Samm-' lung hinter seinen durch schwere Draperien verhäng' ten Fenstern barg. Es werden weniger Zeremonien gemacht, wenn man die heiligen drei Könige in der Kölner Domkapelle zeigt, als sie mir gegenüber gemacht wurden, da ich in das alte Meerschaumpfeisenreich geführt werden sollte. Ich konnte mir aber das Umständliche bei der Sache sehr wohl erklären. Jedes Stück hat seine Geschichte, jedes Stück stammt von einem theueren Anverwandten, und jedes Mitglied der alten ungarischen Familie, das bei seinem Ableben sein Kostbarstes, seine Pfeife, in dieses Wiener Stammhaus vererbt, hatte sich dringend ein Para-diren mit den Familienstücken verbeten. Da rasselte der letzte Schlüssel, öffnete die Thür des Privatschatzes, und ich stand in dem ehemaligen, mit schweren Tapeten versehenen, divanreichen Riiuch-kabinet eines Ungarsohnes, der bei seinen Lebzeiten für den passionirtesten Raucher der Residenz galt. Der schwere Teppich auf dem Boden machte meine Tritte unhörbar. Pfeifen und Köpfe in allen Formen und Größen, schlicht, mit reichem Bildwerk, Prächtig beschlagen, oder nur mit seinen, Silberrand eingefaßt, standen und lehnten auf einem umfangreichen, kunstvoll gearbeiteten Pfeifentisch. Jeder Kops — und darin lag mit sein Werth — war mit einer Sorgfalt und Umsicht angeraucht worden, wie man es heutzutage bei unserer Dampfwuth nicht mehr aus-zuführen vermag. Nach der Versicherung desjenigen, der mich diesem seltenen und einzigen Pfeifenschatz nahe brachte, war jeder Kopf hinsichtlich seiner Bohrung und Form das älteste vollendetste Muster seines Genre's. Da war die echte türkische, die echte ungarische, die untadclhastcste Ulmer Form. Da war der deutsche Schnitt, der Göttinger Schnitt, der Ruhlaer Wappenkopf, der kurländische Kops, der Schwanenhals, der Langhals, der Kurzhals, der Geisbart, der Bocksbeutel, der Brückenkopf u. s. w. Die Rohre, Spitzen, Tabakskiften und Zündrequisiten waren in eben so reicher Mannigfaltigkeit vertreten, und ich würde den Raum meines ganzen Meerschaumkapitels allein mit der Schilderung dieses originellsten Pseifenlisches ausfüllen können. Da halten die ältesten berühmtesten ungarischen und Wiener Pfeifenschneider bis auf den noch jetzt lebenden bekannten Wiener Professor Geiger mitgewirkt, der hier ebenso meisterhaft in Meerschaum Karabinieres verfolgt, schlug die Route nach Monte ein und ergriff in Cera die Flucht, nachdem sie diesen Ort von Truppen besetzt fand. Sie nahm nun die Richtung nach Collico, wo ein Zusammenstoß mit den Truppen stattfand und die Bande unter Zurücklassung eines Gefangenen, welcher bestätigte, daß bei derselben sich einige nach den Vor-fäUen von Pavia desertirte Unteroffiziere befanden, zersprengt wurde. In Palermo kam eö zu einem großen Straßenskandal, bei welchem mit Schuß- und anderen Waffe» zwischen Volk einerseits und Land-und Seesoldaten andererseits gekämpft und und viele verwundet wurden. Aus dem Tessin brachen Freischaaren, vorwiegend aus Mililär-Flücht-lingen bestehend, in das Mailändische ein, entwass-neten die Zollwache in Porlezza und zogen gegen Menaggio. Ein Bataillon Infanterie und eine Eskadron Lanziers sind gegen dieselben abgegangen. Bezeichnend für die Stimmung im Konzil ist die Aeußerung eines französischen Prälaten über die heilige Versammlung. Er sagte, was man in Rom ein ökumenisches Konzil nenne, sei nichts als eine Bande a 1a, Esesus und verdiene jenen Namen nicht. Man könnte es wohl auch 1,uäit'riur>i va-tieiuiuw nennen, ein Possenspiel, das der Vatikan vor dem unwissenden Pöbel der ganzen Welt aufführen lasse, das aber keinen Denkenden täusche. Und so werden, schreibt man der „Post" aus Rom, die Worte Stroßmayer's ewig denkwürdig bleiben, die er dem Konzil ins Gesicht schleuderte: „Man hat hier gesagt, der heilige Petrus würde verwundert daslehen beim Anblick aller versammelten Bischöfe der Christenheit. Ich aber sage, stände der heilige Petrus wieder auf, so sähe er ein trauriges Schauspiel, denn er sähe, wie man den heiligen Paulus zum zweiten male zu köpfen suche, den heiligen Paulus, der den Episkopat repräsentirt." Marquis de Banne ville hat am vorigen Montag dem Kardinal-Staatssekretär Antonelli eine neue Aeußerung des Tuilerienkabinets übergeben. Ihr Inhalt hat schon deshalb nicht überrascht, weil sie sich im wesentlichen von der letzten Note nicht entfernt, indem sie den Entschluß der französischen Regierung, dem Konzil völlige Freiheit zu lassen, hervorhebt, desto bestimmter aber die Hoffnung ausspricht, daß dasselbe mit seinen Dekreten die öffentliche Mei- nung nicht verletzen werde, ebenso wenig das kirchlich Bestehende, um so ernste Gefahren für die oberste geistliche Autorität selber zu vermeiden. Die Spanier haben es jetzt plötzlich sehr eilig. In der am 31. Mai abgehaltenen KorteSsitzung beantragte Garrido, die Königswahl unverzüglich vorzunehmen. Wenn in drei aufeinanderfolgen- den Abstimmungen ein König nicht gewählt würde, verlangt Garrido, daß die föderative Republik als Regierungsform angenommen werde. Nach dem Bericht der Kommission für das Monarchenwahl-gefetz wird die betreffende Debatte acht Tage früher angekündigt werden und soll die betreffende Sitzung bis zur Erwählung des Königs dauern. Die Deputaten werden Stimmzettel unterzeichnen. Die Wahl des Königs soll eine giltige sein, wenn sie mit Majorität Einer Stimme von den anwesenden Deputirten votirt wird. Nach der Wahl wird der König in feierlicher Kortessitzung den Eid auf die Verfassung ablegen. Rogo-Avias stellte das Amendement, daß die Wahl des Monarchen durch absolute Majorität der hiczu gewählten Depntirten erfolgen solle. Das „Journal officiel" veröffentlicht einen näheren Bericht über ein Gefecht, welches die Franzosen unter dem General Wimpffen am 15. April am Ued Guir, dem algerischen Nil, mit den aufrührerischen Stämmen der marokkanischen Grenzen bestanden, und dessen siegreicher Erfolg die Unterwerfung einer Bevölkerung von mehr als sechszehntausend Seelen nach sich zog. Die Araber verloren einen ihrer Häuptlinge, Sidi el Arbi, die Franzosen den Jäger Lieutenant de Novelle und 22 Unteroffiziere und Gemeine, zwei Offiziere und 25 Mann wurden auf französischer Seite verwundet. Zur Tagesgeschichte. — Der neuernannte Neichs-Finanzminister von Lonyay hat sein Mandat als ungarischer Reichstagsabgeordneter, als unvereinbar mit seiner neuen Stellung, niedergclegt. — Wie die „Mediz. Wochenschrift" meldet, soll das vielbesprochene Militär-Sanitälsstatut dieser Tage die allerhöchste Sanktion erhalten. In einer kürzlich unter dem Vorsitze Sr. Majestät selbst abgehaltenen Sitzung wurde der folgende Status endgiltlg angenommen. Das militär-ärztliche Offizierskorps wird demnach bestehen aus: 2 General-Stabsärzten, 2V Ober-StabSärzten 1. Klasse, 20 Ober-Stabsärzteu 2. Klaffe, 80 Stabsärzten, 292 Regimentsärzten 1. Klasse, 292 Regimentsärzten 2. Klasse und 146 Oberärzten. — Am 19. und 20. Mai wurde in Jglau die Schlußverhandenng gegen den Kaplan S. R. von Zlabings und die dortige Haushälterin M. Z. vorgenommen. Der Vertheidiger der Angeklagten legte ein abweichendes Parere über den von den Gerichtsärzten ausgestellten Obduktionsbefund vor, weshalb der Staatsanwalt beantragte, um ein bestimmtes Urtheil fällen zu können, die Schlußverhandlung zu sistiren, und die ganzen Gerichts-akten zur Begutachtung der Prager med. Fakultät vor- kale auszumittcln, in welchen bis zum I. Juni sämmlliche Gewehre deponirt werden sollten, und es haben die Gemeinden die Mitverantwortung für die sichere Unterbringung und Bewahrung der Gewehre zu tragen. — Das dürfte in der Grenze kaum gut aufgenommen werden. DaS Wiener Parteiprogramm wurde vom Brünner deutschen FortschrittSvcrein und vom Warnsdorf er politischen Verein unbedingt angenommen. Die verfassungstreuen Großgrundbesitzer in Mähren haben bereits ein Wahl-programm versendet. Unter anderm wird gesagt, daß jene Partei des mährischen Großgrundbesitzes, welche vom Anbeginne an der Verfassung und an den Grundsätzen, auf welchen dieselbe snßt, festhält, nichts gutheißen werde, waS die einheitliche Kraft des Reiches gefährden könnte. Unterstützen will diese Partei nur jene Ansprüche einzelner Länder und Nationalitäten, welche sich durch besondere Verhältnisse rechtfertigen lassen. Im Schöße des norddeutschen BundeSra-thes hat sich anläßlich der Berathung über das Strafgesetz ein interessanter Streit darüber entspannen, welchen Titel eigentlich der König von Preußen als Vorstand des Nordbundes führen soll. In dem Artikel 11 der Bundesverfassung war bis dahin nur vom „Bundespräsidium" die Rede und jetzt schlug man von preußischer Seite vor, die abstrakte Bezeichnung „Bundespräsidium" in eine korrekte zu verwandeln und dem König den Titel eines „Bundesoberhauptes" beizulegen. Sachsen widersetzte sich dessen, gab jedoch schließlich den Widerstand auf, nachdem von Seiten Preußens darauf hingewiefen worden, daß die neue Bezeichnung vom Reichstage nur in Ermanglung eines geeigneteren Ausdruckes (Kaiser?) gewählt sei und keinerlei staatsrechtlichen Folgerungen zum Anhalt dienen soll. Die Nachrichten aus Italien erzählen nur von dem fortwährenden Auftauchen und Verschwinden von Jnsurrektionsschaaren. Eine von Lugano abgegangene Bande italienischer Flüchtlinge wurden von den italienischen Truppen zerstreut. Viele der Flüchtlinge, welche nach der Schweiz zurückkehrten, wurden verhaftet. Die zuletzt bei Eomo aufgetauchte Bande bestand beiläufig aus 50 Individuen, und führte eine rothe Fahne mit der Inschrift : „Gott und das Voll" mit sich. Bei ihrem Eintreffen in Cusino bemächtigte sie sich in der Kaserne der Zollwächter einiger Munition. Ein Zollwächter, welcher allein in der Kaserne war, leistete energischen Widerstand, wurde zum Gefangenen gemacht, schließlich aber wieder freigelassen. Die Bande wurde hierauf von dem Zollwächter und gearbeitet, als er in Marmor zu meißeln versteht. Der älteste Kopf der Sammlung stammt aus dem siebzehnten Jahrhundert, und wir geben unfern schmauchenden Lesern auf, darüber nachzudenken, ob damals wohl schon Tabak, oder vielleicht gar nur Hollunderblüthe aus ihm geraucht worden. Noch vor einigen Dezennien wurde dieser Kopf jährlich einmal von dem Stammhalter der Familie geraucht, und zwar mitten zwischen Polstern, damit demselben kein Unglück widerführe, aber jetzt bleibt er unangetastet und harrt in doppeltem Etui und unter dreifachem Verschluß vergebens wieder auf ein Jubelrauchen. Ich muß hier durchaus konstatiren, daß ähnliche Meerschaumpfeifen-Sammlungen, wie die hier skizzirte — und sie ist gewiß nicht die einzige in Wien — in Norddeutschland absolut nicht zu finden sind. So viel über das alle Meerschaumreich, betrachten wir jetzt das neue. Der Meerschaum, die sxuwL warinL, ist eine thenere Waare, an welcher mit der nöthigen Einsicht in die Sache viel verdient, oder im anderen Falle auch viel verloren werden kann. Schon mancher Pfeifenschneider hat eine Kiste Meerschaum mit tausend Kaisergulden bezahlt, die nicht fünfhundert werth war, was sich aber leider zu spät, nämlich ^ erst bei der Bearbeitung der Waare, herausstellte. Dennoch lag kein Betrug vor, denn der Händler war vielleicht ebenso kurzsichtig gewesen, wie der Pfeifenschneider, der gekauft. Es dauerte lange, ehe ein Kaufmann aus West- und Mitteleuropa zu den Fundstätten des Meerschaums Vordringen konnte, und darum erhielt sich auch das Märlein so lange (es läuft auch wohl noch um), daß die uxuwg, marine eingekochter oder eingetrockneter Schaum des Meeres sei. Die Türken boten alles auf, um die Rajahs von dem Meerschaumgebiete so fern wie möglich zu halt-n, denn sie fürchteten, man könne ihnen zu scharf in das Handwerk gucken und nach Besichtigung der Meer-schaumgegend leicht ähnliche Gegenden weiter westlich ausfindig machen, was natürlich ihr Meerschaumgeschäft bis in die Grundfesten erschüttern mußte. Selbst unsere großen reisenden Naturforscher umgingen gern den Meerschaumbezirk und erzählten nnS lieber von Hinterhindostan, als von dem wichtigen Pfcifenwaterial, das ihnen als Liebhaoer von Zigarren und Bernstein auch ziemlich gleichgiltig sein mußte. Und mittlerweile gruben in Kleuiasien bei der Stadt Eski - Sheher, am Flusse Lakarija, die Türken weiter, beuteten eine Meerschaumgrube nach der anderen aus, reinigten, zerschnitten die thon-^ weiche Masse und stellten sie, in Löfchpapiere gewickelt, zum Trocknen auf, um sie den rechtzeitig eintrcffcnden armenischen und griechischen Großhändlern für das Meistgebot zu überlassen. Diese schafften nun die sorgfältig zwischen Baumwolle einge-packte Waare in Körben oder in Kisten zur See über Triest, oder zu Lande über Semlin nach der „einzigen" Kaisersladt. Die massiven, hin und wieder auch schon etwas ausgebohrten, roh geformten Meerschaumstücke gelangen nun in das Atelier des Pfeifenschneiders, und jetzt folgt eine Ueberrafchung nach der ändern. Das Stück, das sich anfangs als untadelhaft empfahl, zeigt bei weiterem Angriff, d. H. während des Schneidens, tief innerlich verborgene Blößen. Der Arbeiter stößt auf Höhlungen und Steine,sogenannte Masern, und in dem schlimmsten Falle wird aus dem Stück, das einen recht schönen Kopf abzugeben schien, nur ein bescheidenes Köpfchen, oder gar nur eine Spitze. Die größte Kunst des Psei-senschneidms besteht also darin, das Meerschaumstück hinsichtlich seiner Blößen, der Adern, Masern, Fasern, Höhlungen, Sandstellen, so vortheilhast wie möglich zu benützen, oder mit ändern Worten, einen so großen und reinen Kopf herauszuarbeiten, als es im Bereich der Möglichkeit liegt. Der mit Sägen, Schneiden und Schnitzen obeiflächlich gestaltete Kopf geht aus der Drehbank feiner weitern Vollendung entgegen, und hier müssen Vorder- und zulegen. Der Gerichtshof beschloß nach kurzer Bera-thung den Antrag des Staatsanwaltes anzunehmen. — Aus Linz, 31. Mai, wird der „N. Fr. Pr." über die Vorgänge in Leonstein geschrieben: „Am Sonntag sollte in Leonstein, Bezirk Steyr, eine Volksversammlung abgehalten werden, an welcher Deputationen der liberalen Vereine in Wels und Steyr und Gesinnungsgenoffen aus Kirchdorf und Umgebung theil-nehmen wollten. Als die Versammlung aber ihren Anfang nehmen sollte, erschienen beiläufig 200 mit Knütteln bewaffnete Bauern und Holzknechte unter Anführung eines katholischen Pfarrers und eines Kaplans, welche die Redner durch die gröbsten Insulten zum Schweigen brachten. Die rohe, von den beiden Friedensaposteln aufgehetzte Schaar nahm eine derartig drohende Haltung an, daß den Theilnehmern an der Versammlung, welche ungefähr aus 50 Personen bestand, nichts erübrigte, als den Platz zu räumen. Daß die Versammlung unblutig ablief, ist nur dem Takte der Liberalen .zu danken, welche, als sie sahen, daß eine kopflose, auf das „Mn xossumus" gedrillte Menge ihnen gegenüberstand — thaten, wie, dem Sprichworts zufolge, der Gescheitere in solchen Fällen thun soll." — Ueber die Emente im Lemberger Provin-zialstrashause berichtet die „Gaz. Nar." unterm 31ten Mai: Gestern um die achte Abendstunde veranstalteten im Strashanse mehrere Verbrecher unter dem Vor-wande, die Kost sei schlecht, einen Aufruhr. Die Sträflinge schleuderten gegen die Wächter Steine und schlugen sämmtliche Fenster des Strafhaufes ein. Es rückte unverzüglich Militär an und nach einer halben Stunde war die Ruhe wieder hergestellt. Eine umfassende Untersuchung wurde sofort eingeleitet. — Die schlesische Gemeinde Gilschwitz ist mit dein Konsistorium in Konflikt gekommen und droht, wenn dasselbe nicht nacbgebe, in ihrer Gesammtheit zum Protestantismus überzutreten. Da Vas Konsistorium bis jetzt noch keine Miene macht nachzugeben, so ist der Uebertritt wahrscheinlich geworden. — Herr Filipp Haas, Chef der Firma Haas und Söhne, ist in Vöslan, 79 Jahre alt, gestorben. — Der Ex-Herzog von Modena war dieser Tage von dem Zivil-Tribunale in Maffa zur Zahlung einer Entschädigung von 20.000 Franken an jeden der vier politischen Gefangenen, die von ihm 1859 nach Mantua gebracht und bis 1861 im Gefängnisse belassen wurden, vernrtheilt worden. Binnen fünf Tagen sollte der Herzog diese Summe zahlen. Da er dies indeß bis zum Verfallstage nicht gethan, pfändete das Gericht in Pisa seinen Palast und alle dort befindlichen Mobilien. Der Herzog hat nun dagegen seinen Rekurs eingebracht, und am 6. Juni wird diese Angelegenheit in zweiter Instanz vor dem Appellhofe ^ Pisa zur Verhandlung gelangen. Hinterbohrcr, Zentrum-, Löffel- und Kniebohrer, sowie Meißel aller Art, Hohl-, Platt- und Löffel-Meißel gut gehandhabt werden. Endlich ist der glatte, rohe Kopf fertig, der Kopf, aus dem cs am besten schmeckt, der aber leider nicht angeraucht werden kann. Um ihm diese letzte schöne Eigenschaft zu geben, muß er in Wachs oder Ocl gesotten werden. ^Auch dieses Verfahren hat seine ganz besondere Schwierigkeit, denn einmaliges Sieden genügt nicht, und der aus dem heißen Bade hervorgegangene Kopf ist so empfindlich, daß ihn ker geringste Luftzug, der unbedeutendste Hauch, mit einer Gänsehaut überzieht. Kurz und gut, es ist nicht alles Gold, was glänzt, und es ist auch seit einem Jahrhundert nicht alles echter Meerschaum, was sich als solcher Präsentirt. Es kann als richtig angenommen werden, daß unter Hundert, die gegenwärtig aus echtem Meerschaum zu rauchen wähnen, Ncnnundneunzig im Jrrthume sind. Woraus rauchen die armen Getäuschten? Aus sogenannten Massaköpfen. Der beträchtliche Abfall bei der Fabrikation der echten Meerschaumköpfe wird gemahlen, in einen Teig verwandelt, wieder getrocknet, und der aus diesem Teig sabrijirte Kopf heißt Erst-Mass-ckopf, für deren Er- > suidung im Jahre 1770 die Welt zwei Fabrikanten I — Der Kaiser von Rußland wird auf seiner Rückkehr von Ems, ehe er sich nach Krasnoe-Selo begibt, einige Tage in Warschau verweilen. — Ein Brief des britischen Vizekonsuls von Missolunghi erzählt über den gelungenen Fang von drei Briganten durch griechische Bauernlist. Man hatte die Räuber zu einem Diner geladen, das in einem Zimmer ausgetragen wurde, dessen Wände mit kleinen Schießscharten versehen waren. Als die Eingeladenen guter Dinge waren, erfolgte eine Salve von ungesehenen Händen und drei Todte blieben auf dem Platze. Ein Vierter entwischte. Der Vizekonsul erzählt ferner folgende Aenßeruug eines Nomarchen (Bürgermeisters), welche wohl zur Genüge die Trostlosigkeit der griechischen Zustände schildert: „Es sollten die mit der Unterdrückung des Brigantenwesens betrauten Offiziere nie zu solcher Mission verwendet werden, da sie nicht zur Regierungspartei gehören, sondern Instrumente in den Händen solcher sind, die ein Interesse daran haben, die gegenwärtigen beklagenswerthen Zustände des Landes zu erhalten." Lokal- und Provinzial-Angelegenheiten. Original-Korrespondenz. Bischvflack, am 1. Juni. (Verdiente Anerkennung.) Wir haben eine erhebende, seltene Feierlichkeit zu verzeichnen. Ter hierorts seit 51 Jahren und noch gegenwärtig in Aktivität stehende Lehrer Herr Josef Kramer wurde nämlich von Sr. Majestät in wohlverdienter Anerkennung der opferwilligen und ersprießlichen Wirksamkeit im Lehrfache mit dem goldenen Verdienstkreuze ausgezeichnet. Gestern, den 31. Mai, wurde in dem zu diesem Zwecke geschmackvoll dekorir-ten Schulgebäude vor der versammelten Schuljugend und unter zahlreicher Betheiligung der hochwürdigen Geistlichkeit, der Gemeindevertretung, der Lehrer und sonstiger Honoratioren und Bürger, der Jubelant von dem zu diesem Akte abgeordneten Herrn Bezirkshauptmanne Derbitsch nach einer Seitens des letzteren in deutscher Sprache gehaltenen gemüthvollen Rede mit der Dekoration ausgezeichnet, worauf der tiefergriffene, 71 Jahre zählende, aber noch rüstige Jubilant dem Herrn Bezirkshauptmanne unter Aeußerung seines tiefgefühlten Dankes die Bitte vortrug, den Ausdruck dieser seiner ehrsuchtsvollen Dankesgesühle, sowie auch die Versicherung seiner unwandelbaren Ergebenheit im geeigneten Wege an den Stufen des allerhöchsten Thrones zu unterbreiten. Wahrhaft schön war die hierauf in krainifcher Sprache gehaltene Rede des Herrn Dechantes KoHuh, womit derselbe dem Jubilanten, als dessen ehemaliger Schüler, für die von ihm erhaltenen guten Lehren herzlich dankte und die versammelten Schüler aneiferte, diesem verdienstvollen Manne und den Herren Lehrern stets treu und eifrig Folge zu leisten. Sämmtliche Reden in der Ruhl, Müller und Gössel, zu Dank verpflichtet ist. Die Ueberbleibsel bei der Fabrikation der Erst-Massaköpse gehen abermals nicht verloren, und so entsteht der Zweitmassakops. Der Turnus läuft aber noch nicht ab, und so gibt es sogar Dritt-, Biert- und vielleicht Zchnt-Mafsaköpfe. Es ist in diesem Jahre (1870) gerade das hundertjährige Jubiläum der Massaköpfe. Es liegt auf der Hand, daß das moderne Meerschaumreich das alte in dem Grade an Größe übertrifft, als cs ihm an Gediegenheit nachsteht. Hunderte von Hausirern durchziehen die Stadt, belagern die Tabagien, die Bahnhöfe und bieten Meerschaumköpfe feil, aber sämmtliche von Hausirern vertriebenen Köpfe sind Massa. Jedenfalls bin ich bei meinem wiederholten längeren Aufenthalt in Wien nie einem Hausirer begegnet, der echten Meerschaum feilbot. Der letztere steigt tagtäglich im Preise, da er immer seltener wird, und es kann als richtig angenommen werden, daß in diesem Augenblick fünfzehn schöne Massaköpfe oder Mafsaspitz-n noch nicht den Werth eines einzigen Kopfes oder einer einzigen Spitze von gleicher Größe aus echtem Meerschaum reprä-^sentiren. („Daheim.") schlossen mit dreimaligem „Hoch" auf seine Majestät, in welches die zahlreich versammelten Anwesenden begeistert einstimmten. Um 1 Uhr Nachmittags versammelten sich sämmt-liche Theilnehmer in dem freundlichen Gasthausgarten des Herrn Johann Gnfell zu einem gemeinschaftlichen Gastmahle, an welchem gegen 40 Personen aller Stände theilnahmen. Daß auch hier, wie bei sonstigen ähnlichen Gelegenheiten, toastirt wurde, dürfte sich wohl von selbst verstehen; aber die gemüthliche und wirklich herzliche Eintracht, die ausnahmslos unter allen Anwesenden herrschte, ist vorzüglich erwähnenswert!). — Lokal-Chronik. — (DenT heilnehmern anderPfingst-fahrt) der filharm. Gesellschaft nach Cilli werden wir ersucht, mitzutheilen, daß das Programm insoweit eine kleine Abänderung erfährt, als das Frühstück am Pfingstsonntage nicht im Garten „zur Krone," sondern im Gasthause zum „Elefanten," in welchem sich auch das Kasino befindet, eingenommen werden wird, so wie daß daselbst die Eintrittskarten zum Konzerte vertheilt werden, welche übrigens auch bis 5 Uhr Nachmittags im Kasino abgeholt werden können. Die Theilnahme an der Ausfahrt verspricht eine ungemein lebhafte zu werden. — (Jantschbergerstil.) „Slovenski Nar." bespricht die für die Pfingstfeierlage bevorstehende Sängerfahrt der Laibacher filharmonifchen Gesellschaft nach Cilli in einem allen Anstand so sehr verletzenden Ton, daß wir den Herren, die an der Redaktion jenes flo-venischen Kulturblattes betheiügt sind, nur den guten Rath ertheilen können, sie mögen, nicht etwa bei den verhaßten NemZkutars, sondern bei dem schlichten Landmann, als dessen Lehrer sie sich aufwerfen, ein klein wenig die Schule der Höflichkeit durchmachen. Doch läßt der Marburger Naturbursche für diesmal an der filharmonifchen Gesellschaft und dem Damenchor Gnade für Recht ergehen, seine Drohungen gelten nur den Laibacher Turnern, falls sich jemand erkühnen sollte, den Boden Untersteiermarks zu betreten. Und auch für diesen Fall beobachtet „Sl. Nar." Heuer eine von seiner gewöhnlichen Knütteltheorie etwas abweichende Taktik. Als im Vorjahre die VersassungSseier in Cilli stattfand, hetzte er die Bauern gegen die Laibacher Gäste, Heuer aber schwebt er in Angst und Besorgniß für die dortige Bauernjugend, indem diese von den bewaffneten Laibacher Turnern attakirt werden könnte. Im Grunde genommen, läuft beides auf eins hinaus. Die klerikalen Hetzer möchten wieder einmal ihre Knüttelstilübungen ins Praktische übersetzen, sie versuchen es, die bäurische Jugend zu verführen, damit sie es ihnen nachmache und zum Zaunpfahl greife. — (Filharm. Gesellschaft.) Heute Abend */.8 Uhr ist Generalprobe des Männer- und Damenchors. — (Gartenfest.) Das wegen ungünstigem Wetter verlegte Gartenfest zum besten des Fondes der freiwilligen Feuerwehr findet morgen, SamStag den 4. Juni, Abends 8 Uhr im Kasinogarten statt. — (Dr. Toman) ist, wie dem „Pester Lloyd" geschrieben wird, in Wien sehr gefährlich erkrankt, und dürfte derselbe, wenn er auch gerettet wird, durch lange Zeit bettlägerig bleiben. — (Verein der Aerzte.) Morgen Samstag, d. i. den 4. Juni, findet eine wissenschaftliche Versammlung des Vereins der Aerztt in Krain zu Laibach in dessen Museallokale statt. Programm: I. Innere Vereinsangelegenheiten. II. Vorträge: 1. Referat des Komitee's übcr die Thesen, betreffend die allgemeine Organisation der öffentlichen Gesundheits-Pflege; 2. Direktor Dr. Gregoric: Ueber einen Ute-rnspolipen; 3. Dr. Fux: Chirurgische Mitteilungen. — (Am Lehrertage) nehmen sechs Lehrer aus Krain Theil, nämlich die hiesigen Normalschul- lehrer Putre, Lesjak, Eppich und Tomschitz, ferner die beiden Landschullehrer von Jgg und Tschernembl. Die Ursache dieser geringen Vertretung Kcains ist vorzugsweise in den kümmerlichen Verhältnissen der Landschullehrer , mit dereu Aufbesserung es dem kraini- scheu Landtage nie ernst war, noch mehr aber in dem klerikalen Drucke zu suchen, unter dem der Lehrcrstand noch größtentheils schmachtet. Welche Anschauungen unsere Ultramontanen Uber den Lehrertag hegen, erhellt aus der heutigen „Danica," die den Mahnruf des „Vaterland," sich an demselben ja nicht zu betheiligen, abdruckt und darüber ganz entsetzt ist, daß sogar protestantische Pastoren sich als Redner haben einschreiben lassen. Natürlich sind es lauter verkappte freimaurerische Missionäre, die für den Protestantismus Propaganda machen wollen. — (Für die freiwillige Feuerwehr)' sicherte Herr Fr. -k. Maußer einen jährlichen Beitrag von 15 fl. zu. (Hieuach wolle die vorgestrige irrige Notiz über Herrn I. Maußer richtig gestellt werden.) II »l. Dr. Wurth, k. k. Oberarzt, > Wien. — Zechuer, Holzagent, Rann. Verlosung. Eingesendct. Kur aller Krankheiten ohne Medizin und ohne Kosten durch die delikate Gesundheitsspeise irsvalss-61676 äu Lg,rr^ von London, die bei Erwachsenen und Kindern ihre Kosten 50sach in anderen Mitteln erspart. 72.000 Kuren an Magen-, Nerven-, Unterleibs-, Brust«, Lungen-, Hals-, Stimm-, Athem-, Drüsen-, Nieren- und Blasenleiden — wovon aus Verlangen Kopien gratis und franko gesendet werden. — Kur-Nr. 64210. Neapel. 17. April 1862. Mein Herr! In Folge einer Leberkrankheit war ich seit sieben Jahren in einem furchtbaren Zustande von Abmagerung und Leiden aller Art. Ich war außer Stande zu lesen oder zu schreiben; hatte ein Zittern aller Nerven im ganzen Körper, schlechte Verdauung, fortwährende Schlaflosigkeit »nd war in einer steten Nervenanfreguug, die mich hin- und Hertrieb und mir keinen Augenblick der Ruhe ließ; dabei im höchsten Grade melancholisch. Viele Aerzte, sowohl Inländer als Franzosen, hatten ihre Kunst erschöpft, ohne Linderung meiner Leiden. In völliger Verzweiflung habe ich Ihre kevaleseiere versucht, und jetzt, nachdem ich drei Monate davon gelebt, sage icl' dem lieben Gott Dank. Die Revalkseiöre verdient das höchste Lob, sie hat mir die Gesundheit völlig hergestellt und mich in Len Stand gesetzt, meine gesellige Position wieder einzunehmen. Genehmigen Sie, mein Herr, die Versicherung meiner innigsten Dankbarkeit und vollkommenen Hochachtung Aaryuise de Lre bau. In Blechbüchsen von Pfd. fl. 1.50, 1 Pfd. fl. 2.50, 2 Pfd. fl. 4.50, 5 Pfd. ft. 10, 12 Pfd. fl. 20, 24 Pfd. fl. 36. — 1i6VLl686iör6 Oloeolutöö in Tabletten für 12 Tassen fl. 1.50, für 24 Tassen fl. 2.50, für 48 Taffen fl. 4.50, in Pulver für 12 Taffen fl. 1.50, 24 Taffen fl. 2.50, 48 Tassen 4.50, für 120 Taffen fl. 10, 288 Tassen fl. 20, 576 Tassen fl. 36. — Zu beziehen durch Barry du Barry L Co. in Wien, Goldschmiedgaffe 8; in Laibach bei Ed. Mahr, Parfninenr; in Pest Török; in Prag I. Fürst; in Preßbnrg Pisztory; in Klagenfurt P. Birnbacher; in Linz Haselmayer; in Bozen Lazzari; in Brünn Franz Eder; in Graz Oberranzmeyer,Grablowitz; in Lemberg Rottender; in KlausenburgKronstädter, und gegen Postnachnahme. Witterung. Laibach, 3. Juni. Gestern Abends Wetterleuchten in Ost und West. Heute früh um 4 Uhr schwacher Regen. Vormittags heiter, Federwolken ans Nordwest ziehend. Wärme: Morgens 6 Uhr -I- 10.8", Nachm. 2 Ubr -s- 18.1" (1869 4- 14.0", 1868 -j- 18.6") Barometer 326,60'" Das gestrige Tagesmittel der Wärme -f- 12.3° um 1.6" nnter dem Normale. Angekommene Fremde. Am 2. Jnni. LüvIÄmt. Nohbek, k. k. Oberjäger, Leoben. - Kra-lowsky, Kfm., Wien. — Mestek, Forstausseher, Schneeberg. — Skok, Forstausseher, Sdmeeberg. — Ljnbic, Oberlaibach. — Muchwilsch, Gerovo. — Waldeck, Pfarrer, Savenstein. — Zagav, Prezid. — Fanetti, Reis., Wien. — Dobrin, Privat, Graz. - Milzky, Graz. — l Dr. Preschern, Wien. — Elsner, k. k. äiadet-Feldwebel, Nyreghhaza. — Czajanek, Ingenieur, Lack. — Rossi, Udine. 8tr»«IL HH'i?»». Schwarz, Ksn,, Wien. — Honiann, Kfm., Radmannsdorf. — Wolduga, Kfm., Graz — Hrvmada, Ingenieur, Klagenfurt. ' Friedrich, Fabri kant. Schönlinde. — Liebiscl', Fabrikant, Warnsdorf. — Lakar, Haidenschaft. — Horak, k. k. Postsekretär, Triest. — Dr. Tomasini, Gutsbes., Triest. — Kanker, Ksm., Brünn. — List, Kfm., Wien. - - Knmp, Handelsmann, Gottschee. — Franc ic, Privat, Moräntsch. (18 6 4er P r ä m i e n s ch e i n e.) Bei der am 1. Juui vorgenommencn 31. Verlosung der Serien- und Gewinn-Nummern des unverzinslichen P r ä m i e n - A n l e h e n s vom Jahre 1864 wurden nachstehende 7 Serien gezogen, und zwar: Nr. I31t> 2062 2443 2468 2685 2900 »nd 3416. Aus diescu Serien wurden nachfolgende 60 Gewinn-Nummern mit den nebenbezeichncten Gewinnsten in österr. Währung gezogen, und zwar fiel der Haupttreffer mit 230.000 fl. aus Serie 3416 Nr. 57 ; der zweite Treffer mit 23.000 fl. auf Serie 2900 Nr. 18; der dritte Treffer mit 15.000 fl. auf Serie 2443 Nr. 55 und der vierte Treffer mit 10.000 fl. ans Serie 2900 Nr. 61; serner gewinnen je 3000 fl. S. 2062 Nr. 72 und S. 3416 Nr. 6; je 2000 fl S. 2062 dir. 64 und S. 2443 Nr. 19 30; je 1000 fl. S. 2062 Nr. 47, S. 2468 Nr. 83 und S. 2685 Nr. 1 46 58 73; je 500 fl. S. 13,5 Nr. 12 69. S. 2062 Str. 37 59 77 97, S. 2443 Str. 87 95, S. 2468 Nr. 38 63 86, S. 2685 Nr. 2 7, S. 3416 Nr. 23 83; endlich je 400 fl.: S. 1315 Nr. 2 24 49 56 60, S. 2062 Nr. 83, S. 2443 Sir. 14 60 69 70 72 83 85, S. 2468 Str. 41 46 55 77 84. S. 2685 Nr. 30 38 42 74 93 94. S. 2900 Nr. 15 7), S. 3'16 Nr. 2 55 70 97. Aus alle übrigen. in den obigen verlosten 7 Serien enthaltenen nnd hier nicht besonder« aufgefithrten 640 Gewinn-Nummern der Präinienscheine entsällt der geringste Gewinnst von je 165 fl. österr. Währung. Ein Paar Pnny, 8jährig, fehlerfrei, gute Geher, sehr vertraut und fromm, sind samml Geschirr und Wagen zn verkaufen. (225—1) Anzufragen in der Expedition des „Tagblatt."_ Korrespondenz. „Anguste" in Nudolfswerth: Wir sind ganz einver-llaudeu, Laß die bezeichueteu beiden Herren für ihren Mangel an Galanterie eine Züchtigung verdienen. Nur scheint uns die eingesendete Humoreske nicht die geeignete Form; als Feuilleton ist der Artikel zu kurz und anch von zu lokalem Interesse. Vielleicht ist Ihnen in kurzer Fassung eine andere Form genehm? Wir bitten um weitere Miltheilung. Herrn R ... rin Töplitz: Durch Zufall wurde unsere Antwort verspätet. Das belressende Gericht befand sich übrigens bei der Abstempelung der Marken in seinem Rechte. Dagegen können Sie das abgewiesene Gesnch kompetenten Orts mit einer Rubrik reproduzireu. Herrn Korrespondenten in Bifchoftack: Ihrem Wunsche mit Vergnügen entsprochen Gebühr ist keine zn entrichten. Wiener Börse vom 2. Jnni. 66.25 69.65 9<>.50 60.30 69.7 91 — 97.-106.50 117.— 94.— 95.— 94.— 86.- 84.— 76.50 Slaa-tskonä». Geld Ware Sperc. österr. Wäbr. . — dto. Rente, öst. Pap. dto. dto. öst.inSilb. Lose von 1854 . . . Lose von 1860, ganze 96.7« Lose von 1860, Fünft? 106.— Prämiensch. v. 1864 . 116.50 Steiermark zu5pCl. Kärnten, Kram u. Küstenland 5 „ 86.— Ungarn. . zu5 „ 79.75 Kroat. u. Slav. 5 „ 83.5" Siebenbürg. „ 5 „ 76.— Nationalbank . . . Kreditanstalt . . . ö. (Löcompte-Ges. Lnglo-österr. Bank . Oen. Bodencred.-A. . Oest. Hvpoth.-Bank . Steier. EScompt.-Lk. Kais. Ferd.-Nordb. . Südbahn-Gesellsch. . Kais. Elisabctb-Bahn. Carl-Lndwig-Dahn Siebenb. Eisenbahn . Kais. Franz-Iosefsb.. ssünfk.-Barcser E.-B. Ülsöld-Finm. Bahn . 720.— 254.— 869. — 308.50 379.- 245^ — 2252 192 10 206.75 235-25 169.— 18!». 50 171 50 172-50 ,22.— L54.20 871.— 309.— 380.— 25".— 2257 l!12.30 207.25 235.75 169.50 19".— 172.- 173.— Nation. ö.W. verloSb. llng. Lod.-Creditanst. Mg.öst.Bod.-Credit, dto. in 33I.rückz. . 93.50 9>».?5 107.25 90.25 93.72 91.25 107.50 90.5« Geld War* Oest. Hypoth.-Bank. 98.— 99.— I>r1o-1tLts-OdLLx. Südd.-.Ges. zu5l,0Fr. H7.25 118.50 drc. LonS 6 pCl. 248.25 248.75 Nordb. (100 st. CM.) 94.50 94.70 Lieb--B.(200ft. ö.W.) 92.25 92.50 Nudolssb.(300fl.ö.W.) 94.20 94..'0 Franz-Jos. (200 fl.S.) Los«. Kredit 100 fl. L. W. . Den.-Dainpfsch.^Ges. in 100 st. CM. . . Triefter 100 fl. CM. . dto. 50 st. ö.W. . Ofener . 40 st. ö.W. Salm . „ 40 „ Palstd . „ 40 „ >L»ar'o . „ 40 „ St. Genoi§„ 40 „ ^'indi'schgräy 20 „ Waldstein . 20 „ Leglevich . 10 „ Nur.olsk 5.83 20-FrancSstück . . . 9.80 9.80» Verein «tbalcr . . . 1.82 ! 1.82jg Silber . . . . 120.50 120.75 v»;.— 96.10 161.75 162.— i>9.50 1' 0.- 127.— 129.— 61.— 63.- 33.— 34.— 4».— 41.— 3". 50 31.— 36.— 37.— 2'.».50 30.50 20.50 21.— 22.— 22.5t 17.- 18.— 1 '50 15 50 11,2.40 102.66 1l.2.5«> 102 80 122 85 122. SO 48.75 48.dO. Telegrafischer Wechselkurs vom 3. Jnni. Sperz. Rente österr. Papier 60.20. — 5perz. Rentk österr. Silber 69.70. — 1860er Staatsanlehen 96 40. — Bankaktien 720. — Kreditaktien 255.10. — London 122.70 — Silber 120 25. — Napoleonsd'or 9.76'/, AW- «»gekommen "HW nnd stannend billig: AMts-, Linirauss- und Zleise- U Hauptplatz 240 „zur Brieftaube " Fenster - Nonlcanr sind in großer Partie in besonders schöner Auswahl von fl. 1.30 bis sl. 2.50 nebst eiuem reichen Sortiment der neuesten Vorhängstoffe und Vorhang-Quasten, sowie auch ,cht amerikanisches Leder soeben frisch angekommen bei (145—8) ____________________Vlitt'l't Irinlivr. Allerbeste Znaimer Lzzjx-Kiirliell in Faffeln L zirka 225 Stück empfiehlt üoli. VItl'. 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Unser Oedit ist stets vom Oluclce begünstigt und batten vir erst vor kurrem wiederum uuter vieleu anderen beäeutenclen Levvinnen 3ms> die ersten llsuptireffer in drei Aebungen laut ofti-riellen beweisen erlangt und unseren Interessenten selbst ausl'vrablt. Voraussielitlieli Iiann bei einem soleben auf der gegründeten Unterneh- men überall ans eine sebr rege Letbeiligung mit Lestimmtbvit gereebnet verden; mau beliebe daber sebon der naken Teilung kalder alle Aufträge baldigst direkt ?u riebten an 8. 8tein«Lt;ekm' ^ Komp., Dank- und Wechsel-Hcschäst in Samtiurg. ILin- und Verkauf aller Lrten Ltaatsobligationen, IUeobnlill-^ktien und ^nlebenslose. P. 8. Vir danken biedureb tür das uns svitber geselrenkte Vertrauen, und indem vir bei Legiun der neuen Verlosung sur Letbeili-gung einladen, verden vir uus aueli fernerhin bestreben, dnreb stets prompte uud reelle ÜLdieuung die volle 2ut'riedenbvit unserer geeinten Interessenten xu erlangen. (214-5) I». «». Berlezer und Ar v>e ^-valnon verantwortlich: Otlomar Äamberg. Druck von Jgu. v. Kleinmayr L Fee. «amberg in Laibach.