Freytag den 16. März 1627. X^3^M Wien, den 10. März. ^-^er österr. Beobachter vom »i. d- M. meldet unter obigem Datum Folgendes: Berichte des k. k. außerordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Ministers am brasilianischen Hofe. Frey» Herrn von Ma rschall, diu heute, über London, hier an. gelangt sind, bringen die eben so unerwartete, als höchst betrüdcndeNachricht von dem am n.December v.J. Mor. gens zuNl0'0e«Ia ne i ro erfolgten Ableben Ihrer Majestät der Kaiserinn von Brasilien, zweytge« dornen Tochter Sr. Majestät unsers allergnädigsten ^ai-fers und Herrn. Ihre Majestät die Kaiserinn von Brasilien waren, im dritten Monathe Ihrer Schwangerschaft, von einem Gallen-Fieber befallen worden, welches einige Tage vor Ihrem Tode eine Fehlgeburt veranlaßte, und mit diesem neuen Unfälle verknüpft, alle ärztliche Hülfe vereitelte. Wir werden unsern Lesern aus den uns zugekomme» nen Rio» Blättern, die nähern Umstände dieses unglück» lichen Ereignisses mittheilen, welches die Hauptstadt Bra« siliens in eben so tiefe und allgemeine Trauer versetzte, als «5 die Liebe, Verehrung und Anhänglichkeit waren, wel° ü)e der zu früh verblichnen Fürstinn ln Ihrem nruen Vaterland« in gleichem Maße, wie früher in Ihrer Heimath, gezollt wurden. Diese, für das Vaterhcrz Sr-Majestät unsers aller, gnädigsten Baisers so schmerzliche Nachricht ist von AUer. hochstdenselben mit der, diesem erhabenen Monarchen eignen Seelenstälke aufgenommen worden. Einer heute erschienenen Hof. Ansage zufolge wird, vermöge allerhöchster Anordnung, dieHoftrauer für wei. land Ihre Majestät Leopoldina Carolina Jose. vda. Kaiserinn von Brasilien, den n. März angez», gen, und durch sieben Wochen mn folgender Avwechs» lung getragen : Die ersten fünfWochen. d.i. bis c,nschl!eß. lich 1^. April, erscheinen die allerhöchsten und höchsten grauen und die Damen in schwarzem Scidenzeug, mit s't'warzem Kopfputz und Garnituren, dann nnt schwär, zem Schmucke. Die letzten zwey Wochen, d. j. bis «im schließlich 28. April, in erwähnter Kleidung mit Kopfputz und Garnituren von Spitzen oder Blonden und echtem Schmucke. T ri e st, den 27.. Februur. Der heutige Ossorvatore meldet.'„VorigenDienstag hat der General Marquis von Paulucci die Contu-» maz verlassen, und ist am Abend desselben Tagetz mit dem Dampfboot nach Venedig abgereist. Er war auf der k. k. Fregatte H e be aus dem Archipelagus angekom» men, nachdem er neun Monathe la.ng den Oberbefehl über die k. k. Marine in diesen Gewässern geführt hatte. Se>n uncrmüdeter Eifer, die klugen und energischen Maßccgeln, welche er ergriffen hatte, waren von der besten Wirkung sür den Handel und die Vchissfahrt Österreichs, indem er beyden kräftigen Schuh «»gedeihe» ließ, der österreichischen Flagge allenthalben Achtung uer« schaffte, dle Seeräuber züchtigte, und mit weiser Vor» sorge das Convoy'System «insuh^te, wofür ihm, in der Levante sowohl als lner. von ^emHandelöstonde und der» Assecuranten der ledhafteste Dank gezollt wird. Der'ehr, würdige Veteran , Oberst Da ndol 0, welcher nach dem Abgänge des Marquis vonPaulucci, das Connnando der k. k. Escadre übernommen hat, wird, w«e wlr fist überzeugt sind, mit gleicher Energie und Umsicht zu Werke gehen, um der Flagge unsers erlauchten Monarchen die gebührende Achtung zu sichern, und Handel und Schifffahrt feiner Unterthanen gegcn die Piraten, welch« ihr Unwesen im Archipelagus treiben, zu schützen." Portugals. Die Lissabo ne r Ho fze it u n g vom io. Februar enthält folgende amtliche Nachrichten vom Kriegsscha», platze: . Bericht dec Marquis vonAngejaaus Vragavom 3. Februar. Ich habe gestern meine Vereinigung mit dem Era> fen von V ill cl'Fl o r bewerkstcMgt, worauf wir ,:>f>,m« men nach Lix a und Guimaraens aufgebrochen fe Di« - vision des Grafen von Villa» Flor war zur Unterneh« mung dlkses Angriffs angewiesen , den sse sehr schnell und t.zpflr ausführte, und obschon die Rebellen einen von den Brückenbogen gesprengt hatten < so hinderte dieses doch nicht den Marsch unserer Truppen über die Brücke, die sich schnell auf den Feind warfen, und einen Hauptmann nebst 53 Mann vom'üMen Limenlnfanterie «Regimente, dem von demInsurgenten-Gensral dieVeltheidigung der Brücke aufgetragen war, gefangen nahmen.Da sonach un» ser Maisch nur eimge Augenblicke aufgehalten worden war, so konnten wir die Nebellen den ganzen Tag hin« durch verfolgen, und langten um 4 Uhr Nachmittags an der Brücke von Barca (über dieLim a) an, wo sich in der Stadt gedachten Nahmens das i?te Linien « Infanterie ' Regiment befand, das sich daselbst dis zum Einbruch der Nacht hielt, und sich alsdann auf das andere Ufer hinüber warf. Obgleich die Brücke von den Ncbellen mit außerordentlicher Hartnäckigkeit und ungemcinem Mu.il) verheidigt wurde, so vermochte doch nichts unsere Jäger aufzuhalten, die ihnen 8o Mann nebst zwey Kanonen abnahmen ; zwey Kanonen hatten die Insurgenten bereits bey der Brücke von Prado verloren, und ich glaube nicht, daß die übrigen nunmehr zerstreuten Insurgenten» Corps das Geschütz, das ihnen noch geblieben ist, be» ^ halten werden. —Das Resultat dieses fül die Waffen Sr. V^j. Dom Pedro IV. glorreichen Treffens besteht in 260 Mann Gemeinen, und Unterofficieren, und einigen Officieren, welche gefangen worden sind, in mehreren Gebliebenen, und einer großen Anzahl Verwundeten. Unser Verlust ist sehr unbedeutend. Es ist vor der Hand nicht möglich, die von einem Jedem geleisteten Dienste umständlich anzuführen, ich begnüge mich daher indessen mit der Angabe, daß der Graf von Villa. Flor an der Spitze seiner Division den Angriff mit einer solchen Einsicht und Tapferkeit ausgeführt hat, daß ihm größten, theils der Ruhm dieses Treffens beygemessen werden muß. Der Graf von Taipa , Pair des Königreichs, hat sich ebenfalls bey diesem Treffen ausgezeichnet; er und der Hauptmann vom Genie, N 0 gueira, befanden sich an der Spitze der Colonne, welche die Brücke von Prado stürmte. Die beyden tapfern Osficiere, der Oberst V a S» coneeIl 0 S und mein Adjutant Mend 05a waren die Vordersten bey dem Bajonettangriff gegen die Brücke von Varca. — Der Chef der ersten Division des KriegZ'DepartemenlS. Unterz. Pint 0." Der Gouverneur von Oporto, General Stubds, hatte unterm 4. Februar nachstehende Proclamation erlassen : «Einwohner von Oporto! Es ist Zeit.oaßIh? von euren glorreichen Strapahen ausruht. D>e Insurgent ten haden sich, aus Furcht vor dem Schicksal, das ihrer wartete,'wenn sie uns anzugreifen gewagt hätten, zu» rückgezogen. Unsere Truppen folgen ihnen auf der Ferse, und vielleicht erhalten sie in eben diesem Augenblicke di« Züchtigung für ihre verbrecherische Tollkühnheit. Die ooll« ständige Niederlage des Obersten Zagall 0 bestätigt sich leider! Er ist, nachdem er sich so lange als möglich gc» schlagen hatte, zuletzt aber von der Übermacht üoerwäl» tigt wurde, ganz allein zuOpolt 0 angekommen. -^ Einwohner von Oporto! Ich schätzte mich , eures Patriotismus und eurer Treue bis jetzt versichert, glücklich, euer Gouverneur zu seyn, und meine Freude kann durch folgende Ausdrücke Ihrer königl. Hoheit de? Infantinn» Negentinn nur erhöht werden: «Ihre königl. Hoheit be. »fehlen, daß dem General angezeigt werde, daß nichts „gespart werden wird, was zur Vertheidigung vonO p 0 r» „to beytragen kann. und das HöHstdieselbe das größte Vertrauen in die Energie, die Tapferkeit unddieTreue «der Einwohner von Oporto setzen,« — Dieß, Einwoh» ner von Q po rto, sind die schmeichelhaften WorteIh' re? königl. Hodeit in Betreff eurer. Fahrt daher fort, die-seö ehrenvolle Vertrauen zu rechtfertigen, während ich, meiner SeilZ, solche Maßregeln treffen werde, daß Ihr dadurch in Stand gesetzt werden sollet, euch ungehindelt 6? dem Erguß eurer Freude zu überlassen, und mit mir auszurufen : EL lebe unser König Dom P e d r oIV.! Es lebe unsere Königinn Dona M a r i a II.! Es lebe die Constitution ! Es lebe die InfantinwNcgentinn! TH.Wil. liam Stubbs, Generallieutennnt und Gouverneur. Im Hauptquartier zu Oporto den 4. Februar 1827. Spanien. Zu Barcelona brachte in der Macht auf den 10. Februar ein Sturm im Hafen die furchtbarsten Verhee« rungcn hervor. Kein Schiff blieb unbeschädigt. Viele scheiterten an der Nüsse. Sieben Fahrzeuge wurden auf dem Felsen unterhab Moralla del Mar zertrümmert. nope abgesendet worden, um den Bau der auf den dortigen Wersten liegenden Kriegbfahrzeuge zu beschleu« nigen. Auch in Besetzung einiger anderer Staatsämler sind Veränderungen vorgenommen worden. Der Defterdarl» Schikki.ewwel, oder erste Finanzminifter, Tahi r>E fe n-di, hat feine Stelle an den bisherigen Controllor deg Staatsschuldenwesens, Had sch i < E t e m . t? fe n d i ab> getreten, und dafür den Posten eineZ Nasir's oderIn. tendauten der neuen Truppen übernommen, welcher bis« her von Saja b-.Vscndi bekleidet worden war. Der ehemahlige Mauth-Oderdirector und gegcnwärtigInteu. dant der großherrlichen Küche, H a d schi.G ß a a d E fe n. d>.hat d.e Stelleeine°Mu5kataa-Nase neuen Reformen Wichtige,t erlangen dürfte, erhal» ten. Der Zedschrle.Emini. oder Aufseher über die Trank, steuer. N e fi s-E fe n d i. ist. mit Beybehaltng dieses Posteng, zum Obcr-Mauthdirector von Constantinopel befordertworden.Zuglcich hat dieNegierung cinen neuen, und zwar erhöhten. Mauthtariff für mehrere Artikel des Verkehrs, welchem jedoch nur die türkischen Unterthanen unterworfen seyn sollen, bekannt gemacht- Der ehemahlige türkische Bothfchafter am Londoner Hofe. Ferruh . Ismail. Efendi, welcher vor met), rercn Monathen nach V r usfa verwiesen worden war, hat kürzlich seine Begnadigung und die Erlaubniß zur Rückkehr in die Hauptstadt erhalten. Die letzten Nachrichten auZ Griechenland bringen wenig VemerkenZwertheö von kriegerischen Ereignissen. Es zeigt sich täglich mehr, daß die von den Griechen. alZ große Siege verkündigten Gefechte in Lioadien (bey R a, chova,Veliha lc.) nur Strcifzüge und Überrump. lung«n einzelner türkischer Posten waren, und daß alle zwischen Karaiskaki, Karatasso, und andern ^n« surgcnten'Häuptlingen verabredeten Bewegungen ihi^n Zweck, den Seraskier Neschld-Pascha von der Ve. lagcrung dc5 Schlosses von A t h e n abzuziehen , verfehlt haben. Diller hat vielmehr neuerlich eine Verstärkung von Zaoll Mann an sich gezogen. Selbst die in den letz« tenVlättern der a l lge m e i n e n Z e i t u ng vonGrie chenland Mann dieser Truppen nach Karlten a aufgebrochen seyn. Brasilien." ^'- >. Vor Kurzem erst erschien in der E t o i le die P r o-> clamution, welche der Kaiser von Brasilien, vor seiner - Einschiffung nachR i oGrande erlassen hatt«: »Vinwoh« ner von Rio ! Es geht Mir nahe, Mich zum zweytenMah« le auf einige Zeit von euch zu trennen; doch die Noth» wendigkelt, die Nationalehre durch die Beendigung des Kriegs im Süden, und durch die Ermunterung der Ein« wohner jener Provinzen zur Theilnahme an einem so noth« wendigen Kriege aufrecht zu erhalten, so wii der Wunsch, Mich mit eigenen Augen von den Bedürfnissen Meines Heeres zu unterrichten, drängen Mich» und zwarange« lesserttlichst. unverzüglich nach dcn südlichen Provinzen , abzureisen. — Ich lasse die Kaiserinn, Meine innigst ge« liebte Gemahlinn, Meinen Sohn, und, alle Meine ge» liebten Töchter in eurer Mitte zurück, und nehme nur euren Enthusiasmus und eure Vekümmermß mit Mir. Ich habe euch nichts anzuempfehlen, und beschränke Mich daraus, die echt brasilianisch« Jugend zu ermähnen, die Waffen zur Vertheidigung des Vaterlandes und desThro» nes zu ergreifen. — Wenn dieß nicht die Gelegenheit für aUe Brasilianer ist, ihren Patriotismus zu zeigen, so ist es besser, daß Brasilien aufhöre, zu seyn, als den Ruf einzubüßen, den es dadurch erlangt hat, daß es sei-, ne Unabhängigkeit und die Integrität seines Gebieths zu vertheidigen gewußt hat. Diese Wort? sind nicht bloß an die Einwohner der Hauptstadt, sondern an alle Brasilia, ner gerichtet. Brasilianer! ftyd Brasilianer, unddiegan' ze Welt wird euch achten. Der Baiser.' Fremden-Anzeige. Angekommen den n.Ma'rz »827. Frau v. Varga geb. Freyinn v. Schweiger, von Wien. — Hr. Friedrich RoZmann , bö'lsenmäßiger Han» belsmann, von Wien nach Triest. — Hr.Jacob Massa, Hondelsmann, von Palma n. Agram. — Hr. Niclas D'> Mittwoch u. Hr. Mauritius Wehle, Handelsleute, bey» de vü« W>en nach Tllest. Den 12. Hr. Thadeus Graf v. Attem^, k. k. Käm» merer, von Venedig nach Wien. — Hr. Georg Stan» ton, englischer Edelmann, von Udine nach Maqenfurt. — Hr. Michael Rothauer, Handelsmann, von Ma» genfurt nach Triest. Cours vom 10. März 1627. Miltelpreis. Staatsschuldverschrölbungen zu 5v. H.si,, CN.)N9 3^9 detto detto zu 2 1^2 v.H. (>nCM>) 44 19^2 Verloste Obligation.,H,)fkam./. ., 0. ) - «^ ,,. mer.ObUgat.on. d.Zwangs.^ "^v'v f ß ^'^ Darlehens in Krain u. Aerc"< "^ « ^? ^ __ nal-Obligat. de« Stande v.//^ ^'.N ^ - Darl. mit Verlos. v.J. 162c. für iao ff. (inCM.) i36 detto delto 182» für loafl. (>nCM.) 12c, lj2 Wien. Stadt-Nnlico'Odl. zu , 1^2 v,H. (in EM.) 45 Obligationen der allgem.und ungar. Hofkammer zu2 1^2 o.H. (inCM.) ää 2!4 detto detto ^U2 v.H.(>n CM-) 55 <>5 (Hiarial) (Domeft.) Obligationen de-> Standes (C.W.) (E.N ) v. Osterrtich unter nnd zu3 V.H.z — — ov dersnns, vonBöh-1 zu 2 1/2 v.H. ä4 ^» -— men, Mahren, Schle» zu 2 ,/tzv.H.> —. — sifN,Steyevmalk,Karn^ zu 2 v.H.l 25 2^5 — ten, Krain und Gdrz. zu 1 3/^ v.H. j Zi ^8 — Central'CasseeAtiweisungen.^ahll.Dib^onto^ i.!2 pf. Ct. VanL-Actien pr. Stü'cl io55 /^5 in Lonv. Münze. W e ch s e l. C 0 u r s. (inC.M. Amfterdam.füriooThlr.Curr.Nthlr.^^'' ^ch. Augsburg, für looGuld, Curr.Guld. ^ 'j2 ^«. ^ 99 5j^Vr.k.S'cht. Frankfurt a. M- f. luoG. 20 fl. F.G^ild.^ — 2 Mon. ^__ i.d.Messe. Hamburg, f. ,0° Tdlr. Banco, Nthlr.^5 '^Nr.6Wo^. London, PfundSterling . . . Guld.^^ ^ Z Mon' Paris, für Zoo Franken .... Guld,^^ ^Mon^ Wasserstand des Laibaä). Flusses am Pegel der gemauerten Oanalbrücke bey Eröffnung der Wehr: Deni5. März:5Schuha Zoll« Linien ,^ oberoerSchleußenbettunu- ^ Ignaz Aloys Edler v. Kleinmayr, Verleger und Redacteur.