Nr. 280. Donnerstag, 5. December 1889. 108. Jahrgang. Laibacher Zeitung. 5l«»n«cr<,t»n»»l,rt»»l Mit P°ftv«tl« ,» 4 gellen »« lt.. »löh«»« ver.^«U« « kr,z ^« «ste«el, ldledethnlnonen v», g,»I« z t». Vlt „»alblich« Z»ltn»»" «lschllnt t«°l«ch mlt «n«»a»«e be» «on«, und Feintage. Die »»»»«»st«M«« befindet fich «ongressplah », bl» «e»aet»«« Vahnhosgafie »» «prechstunden b« «ebaction tHglich von 10 b!» l« Nh» vormittag«.— Nnsranlinl«»«»«<» »«b» nlchl »n««»»»« anb ««m»1c?lHt«»»»» Strenge der Steuereintreibung hin M machte dabei bemerkenswerte Mittheilungen über ?t Auswanderung aus Krain. Ein Laibachcr Ageut ?°°e im laufenden Jahre bereits viertausend Auswan« ?"er befördert. Die Regierung mache im Bezirke Gott, ^e wegen der Hansierconcession große SchV,erlgkclten ^ Kosten, erreiche damit aber nicht den Zweck, die Me an die Scholle zu binden. Der Antrag des Re-'"Men wurde sodann angenommen. c>. hierauf erstattete Abg. Hribar namens des ^nzauzschusse« Bericht inbetreff de« Wiederaufbaues "landschaftlichen Theaters in Laibach und stellte ^ eingehender Erörterung der Baufrage (über die ^, bereit« ausfuhrlich berichtet haben) nachstehende ^tiige: 1.) Der Bericht des Landesausschusses in-5,'leff des Wiederaufbaues des landschaftlichen Theaters ^b zur Kenntnis genommen. 2.) Der Landesausschusz d, beauftragt, alle« Nothwendige vorzukehren, dass ? l "au des landschaftlichen Theaters auf dem Kaiser« M«. Plahe in Laibach nach dem vom Ingenieur Mtz und Architekten Hrub/ anzufertigenden Projecte s.s. Frühjahre 1890 begonnen wird. nnd hat sich der-^hinsichtlich der Baukosten strenge nach dem Land-Meschlusse vom 22. October 1888 zu richten. 3.) Der ^."gemeinde Laibach wird für die unentgeltliche Ab» h.'"'« ausgearbeiteten Projectes für den Theaterbau üO0 tt^ Kostenvoranschlages eine Remuneration von llm.-' °"2 dem Theaterf'onde anszuzahlen. — Diefe y'"age wurden vom Hause ohne Debatte einstimmig h Mommen. — Im Zusammenhange mit der Theater« «^I^ge referierte Abg. Hribar weiters über den Voranschlag des Thcaterfondes pro 1890. Die vor« handenen Geldmittel betragen 97.423 fl. 40 kr. Da« Erfordernis für laufende Auslagen beträgt 2423 fl. 46 kr., weshalb sich zur Deckung der bewilligten Bau--kosten von 190.000 fl. eine Anleihe von 95.000 fl. als nothwendig herausstellt. Abg. Murnik berichtete namens des Finanz, ausschusses über den Bau dcr Landwehrkaserne in Lai« bach. Der krainische Landesa.isschuss hat bereits in einem in dcr vorigen Landtagssession unterbreiteten Berichte nachzuweisen versucht, dass der Bau einer Landwehrkaserne für zwei Bataillone einschließlich des Landsturmes, für welche eine jährliche Zinsvergütung von 5968 fl. 49 kr. entfallen würde, nothwendig ist. Die Commission zur Feststellung des Vauprogram. mes trat am 29. April 1887 zusammen, und der Lan« desausschuss wurde von der l. l. Landesregierung verständigt, dass das hohe l. k. Ministerium für Landes' Vertheidigung das Aauprogramm für die vom Lande Krain auf den Parcellen Nr. 146. 150 und 152 Steuergemeinde St. Pttcrsvorstadt zu erbauende Land-^wehrkaserne mit einigen Bemerkungen genehmigt hat. denen bei der Verfassung der Baupläne, beziehungsweise bei der Ausführung dls Baues Rechnung ge-tragen werden müsste. Nach dem Kostenvuranschlage hätte die Kaserne 153.000 fl. gekostet. Der Landtag hat in seiner Sitzung am 3,1. Jänner 1888 den Be« schluss gefasst: «Der Landesausschuss wird beauftragt, wegen des Baues einer Landwrhrlaserne für die beiden Bataillone Nr. 24 und 25 und der erforderlichen Magazine auf Grund der begonnenen Verhandlungen ein Uebereinkommen mit der l. k. Militärverwaltung zu treffen und die Kaserne in zwei Jahren dann zu bauen.! wenu rs nicht möglich wäre, anf andere Weise ohne ^Belastung des Landesfondes für die gedachten Va. taillone und Magazine geeignete Localitäten zu be« kommen.» Der Landesausschuss hat mit Zuschrift am 4. August 1888 die Baupläne und das genehmigte Bauprogramm vorgelegt uud mit dcr weitern Zuschrift vom 7. September 1888 der k. l. Landesregierung mitgetheilt, dass er für den Bau der Kaserne zwei weitere Bauplätze eruiert habe, die vor der definitiven Fest» stellung des Bauplatzes auch zu besichtigen wären. Mit der Note der l. k. Landesregierung vom 3ten October 1888 wurde dem Landesausschusse mitgetheilt, dass zur Prüfung der Baupläne für die zu erbauende Landwehrkaserne die gemischte Localcommission am 11. October 1888 zusammentreten wird. Da die ob-genannten Parcellen für den Ban der Kaserne zu klein sind, entschied sich die Commission für den Bauplatz in der Catastralgemeinde Polanavorstadt. bestehend aus den Parcellen Nr. 141 und 146 im Flächenmaße von 4 Joch, 693 Quadratklafter oder 25.500 m', und er« klärte, dass diese Baustelle den in der Anleitung für den Kasernbau enthaltenen Anforderungen vollkommen entspricht und gegenüber obigem am 29. April 1887 in Augenschein genommenen Platze insbesondere der Größe und der Lage wegen überwiegend größere Vortheile bietet. Der Landesausschuss hat mit der Zuschrift vom 30. November 1888 das ihm von der l. l. Landesregierung übermittelte Protokoll obiger Commission dieser rückübermittelt und bemerkt, dass er unter der Bedingung dem Protokolle vom 11. October 1888 zustimmt, dass mit Rücksicht auf das bedeutende, für Kasernzwecke abzutretende Terrain eine Entschädigung für deu Exercierplatz gewährt und ihm gestattet werde, dass er zur Unterbringung der Waffenübungsmann« schaft entweder Baracken oder Localitäten am Dach« boden des Haupt« und des Magazinsgebäudes herstellen könne. Die l. k. Landesregierung theilte mit Note vom 23. Februar 1889 mit, dass das l. l. Mini-sterium für Landesvertheidigung mit Erlass vom 4. Februar 1889 das bei der Localcommission am 11. October 1888 festgestellte Bauprogramm geneh« migt hat. Nach diesem Erlasse würde der Iahreszins für das leere Obdach 8374 fl. 79 kr. betragen. Weiter« bemerkt das Ministerium, dass die Beistellung, be« ziehungsweise der Bau von Unterkünften für die vor» übergehende Unterkunft von 1000 Mann, und zwar in einem im Kaserngebäude aufzuführenden Kniestocke ober in Baracken aus disciplinären, allgemein militärischen und auch aus sanitären Gründen bringend nothwendig ist. Mit der Herrichtung. beziehungsweise Verwendung der Dachbodenräume der Magazinsgebäude zum vorübergehenden Mannschaftsbelage kann sich das Ministerium für Landesvertheidigung nicht einverstanden erklären; es erklärte sich jedoch bereit, für die Beistellung des nicht als Bauplatz, beziehungsweise als Kasernhof be< nöthigten Grundes von circa 10.000 m» eine entsprechende Vergütung zu entrichten, über deren Höhe die Localcommission gelegenheitlich der seinerzeitigen definitiven Uebergabe, beziehungsweise Uebernahme der projectierten Kaserne, den Antrag zu stellen haben wird. Jemsseton. Am Nilolo-Abend. Thal^? Sinter hat seinen Pelzmantel über Berg und ill s^"l und Anger gebreitet, die verschlafene Erde 5it f. ?"' - - - Aus der Schule eilt die Jugend heute stin "schwingten Schritten. Der Lehrer hatte heute btina, " A°lh mit ihnen, sie zur Aufmerksamkeit zu tvohf"' Die Gedanken waren nur bei dem, was werden? ^"b der «Nikolo uud Spitzbartl' bringen ^utl^ich ist es ganz dunkel geworden, und die Fch^.3" die große Lampe angezündet, die nur an fl'Nder " in brennen pflegt. Mäuschenstille sitzen dle ihre« 5w" be" Tisch, ängst'lich.freudige Erwartuug m schreck ""'' Jedes Geräusch von außen macht sie '?h an?' besonders die Kleineren, welche sich furcht« ^'lNlll l Größeren anklammern. Da hört man auf ^ht d.. ^" Aufstampfen und Kettengeklirr - jetzt 5 Di V5"e und Gefürchtet«!... Herr Hl, , ^e öffnet sich weit und herein tritt dcr ^2cha ".' "it ehrfurchtsvoller Scheu von den Kleinen ^lich n ^Wie fliegen da auf sei,. Geheiß alle nur Mz ^ "ebetlein von den zitternden Lippen, nur '^e Är^ älteste, will nicht beten. Er hat früher lllch ^Uder ausgelacht, als er ihre Furcht fah -Ml, tünnU^lilt. dass ihm der «Spihbartl. nichts ^0lttk!i'/! "°Ue 'H" dnrchprügeln! - Ueber die > h "it des siebenjährigen Bürschchens legt sich "lloly in '"""bliche, ehrwürdige Gesicht des Herrn 2« ernste galten. Im strengen Tone hält er dem Kecken seine Sünden vor. Und alles weiß er.! weiß sogar, dass die Schulnachricht vor einigen Tagen einen Vierer und mehrere Dreier gebracht hat. O, du schrecklicher Nikolo! Nun rust er gar: «Bartl, komm' herein!» Zitterud und bleich stehen die Kinder da, auch der Prahlhans. Erschrecklich sieht er aber auch aus der «Spihbartl». Zottiges Fell hängt von ihm herab, am Kopfe hat er zwei große Hörner, das Antlitz ist kohlschwarz und au« dem Munde spuckt er Feuer. Er geht auf den Hans los, erfasst ihn mit den zottigen Tatzen und will ihn forttragen. Wie fürchterlich die Kette dabei rasselt, die er um den Leib hat. Da ist's mit der Tapferkeit des Vürschchens vorbei, zitlerud und heulend hält er sich am Tische fest. doch der Krampus ist stärker als er. Auch die anderen Kinder weinen und schreien mit; nun ist's um ihren Bruder geschehen! Schon ist er bei der Thür mit ihm trotz seines Sträubens, da fasst sich der kleine, dreijährige Adolf, ein herziger, blondgelockter Knabe, ein Herz, zieht den «Spitzbartl» anf einem Felle zurück und bittet inständig für seinen großen Bruder, alle seine guten Sacheu. die ihm der Herr Nikolo gebracht hat. will er ihm schen-ken, «nur den armen Hans dalassen!» Ganz thränenüberströmt ist das rosige Kindergesichtchen. wie es sich zu dem schrecklichen «Hölleubartl» emporhebt. Einen Stein hätte es erweichen müssen, warum nicht auch den «Spitzbarll»? «Nanni forttragen. Nanui thut lachen!» sagt der kleine Mund. der so tapfer für den großen Hans sprach. Mit vorwurfsvollem Blick schaut Adolf nach Naum. der Kindsmagd, die dort in der Ecke steht und hinter der Schürze heimlich lacht____ Endlich, endlich ist der Fürchterliche erweicht, lässt den zitternden Hans au» und stürzt mit lautem Gebrüll auf die Nanni los, sie erfassend und mit sich fortziehend. Tragen kann er sie wohl nicht, denn das junge Mädchen ist hübsch groß und schwer. «Nur schnell jetzt die Thür zusperren, das« er nimmer zurückkommt!» drängt der Kleinste die Mutter und hält den befreiten Bruder fest mit seinen beiden kleinen Händen. Als die «schlimme» Nanni wieder nach einiger Zeit zurückkam und auf ihr Pochen in's Zimmer ein« gelassen wurde, hatte sie einen großen, schwarzen Fleck auf der Wange, — der «Spitzbartl» war ja so schwarz im Gesichte! Wie viel Arbeit hat der «Nilolo» heute, um an alle die zu denken, die gläubig auf ,hn hoffen. Wo er nicht selbst kommt, da legt er seine Gaben ein. Zu die« scm Zwecke richten die Kinder, bevor sie zu Bette gehen, ihre Schuhe auf oder stellen Teller in das Fenster, damit ihnen der «Herr Nilolo was einlegt». Die Braven und Folgsamen werden brlohnt, ihnen Süßigkeiten und Acpfel und Nüsse eingelegt, die «Schlimmen» aber werden gestraft, indem der «allwissende Nilolo» ihnen statt der erwarteten guten Sachen faule Rüben und Erdäpfel, nicht selten auch Steine einlegt. Immerhin ist die Nilolo »Bescherung eine schöne Sitte, ein uralter Brauch, den keine Mode auszurotten l,crmag. In B. lebt eine alte Dame. deren größte und einzige Freude darin besteht, an diesem Abend sechs Mädchen aus dürftigen und braven Familien mit Klei» düngen für den Winter zu verforqen. Ein Nilolo-Abend war es, an dem ihr einziges Kind krank, dem Tode nahe war. Die ^Aerzte hatten ^es bereits aufgegeben. Da that sie in ihrem verzweiflungsvollen Schmerz das Laüachn Zeitung Nl. 280. 2402 5. December !889. Nach den Plänen stellt sich der Kasernbelag wie folgt heraus: Kasern-Hauptgebäude. Normalbelag ohne Berücksichtigung der Unteroffiziers-, Chargen« und Marodezimmer. 319 Mann, Dachgeschoß an diesem Ge< bände 340 Mann, Baracke 320 Mann. Dachboden vom Magazinsgebäude 360 Mann, zusammen 1339 Mann. Hievon muss man den permanenten lladrebelag mit 173 Mann und den Dachbodenbelag des Maga« zinsgebaudes mit 360 Mann abziehen, verbleibt daher ein Belag für 806 Mann der Waffenübungsmannschaft. Da man nach dem Ministerialerlasse vom 4ten Februar 1889 in der Kaserne einen Nothbelag für 1000 Mann Waffenübungsmannschaft zu beschaffen hat. so stellt sich ein Abgang von 194 Mann heraus, und wenn man diese wird unterbringen wollen, wird die Baracke für einen Velagsrum von 500 Mann gebaut werden müssen. Da dieser Bau auch im Interesse der Stadtgemeinde Laibach gelegen ist, hat sich die k. t. Lan» desregierung wegen einer entsprechenden Beitrags-leistung seitens der Stadtgemeinde an den Stadt» Magistrat gewendet. Der Landesausschuss hat sich auch bereits mit der Eingabe vom 10. Juni 1889 an den Stadtmagistrat wegen Feststellung der Baulinie und des Niveau gewendet. Da nach den gepflogenen Erhebungen Locali« täten für die Bequartierung der Landwehr ohne Be< lastung des Landesfondes nicht gefunden werden können, da weiters in Laibach eine bessere Unterkunft für die Landwehr, als die in dem aufgelassenen Zucker-Fabriksgebllude nicht zu erhalten ist, glaubte der Lan« desausschuss alles vorbereiten zu müssen, um den Bau der von der Militärverwaltung dringend gewünschten Landwehrkaserne sobald als möglich in Angriff nehmen zu können. Für den obgedachten Bauplatz wurde der Betrag von 14.166 fl. ausbezahlt, und der Bau der Kaserne und des Magazinsgebäudes wird nach dem Kostenvoranschlage circa 210.000 fl. kosten, demnach werden die Gesammtauslagen 224.186 st., ungerechnet der Intercalarzinsen, betragen. Demgegenüber steht der Iahreszins von 8374 fl. 79 kr., die Vergütung fül den Nothbelag, da« Officiers - Inspectionszunmer, den Exercierplah, die Marketendern, der Beitrag der Stadtgemeinde. Der Landesausschuft hat von dem bisher bewillig« ten Credite nur 600 fl. für die zweimalige Anfertigung dcr Pläne und obigen Betrag für den Ankauf des Grundes verausgabt. Da von dem für das Jahr 1889 bewilligten Eredite per 50.000 fl. noch 35.514 fl. nicht verausgabt wurden, so glaubt der Lanbesausschuss mit Rücksicht darauf, dass im nächsten Jahre die Gebäude im Rohbau fertiggestellt werden, dafür, dass der pro 1889 bewilligte Credit für das Jahr 1890 gelten und dazu noch ein weiterer Betrag von 50.000 ft. aus dem Landesfonde für den Bau des Landwehrkasern - Etablissements bewilligt werden möchte. Neber Antrag des Referenten wurden vom Hause schließlich folgende Beschlüsse gefasst: Der Landesausschuss hat sich inbetreff des Baues einer Kaserne für die Bataillone Nr. 24 und 25 und der dazu gehörigen Magazine mit der k. k. Militärverwaltung ins Einvernehmen zu setzen und den Bau in zwei Jahren durchzuführen, wozu ein Eredit von 85.000 fl. bewilligt wird. Der Landesausschuss hat ferner mit der Stadtvertretung von Laibach wegen eines Beitrages ein Uebereinkommen zu treffen. — Die Stadt Laibach er- klärte sich bereit, jährlich einen Beitrag von 500 fl. zu leisten, weshalb ihr über Antrag des Abg.Vorup der Dank der Landesveitretung votiert wurde. Abg. ViZnikar referierte namens des Finanz« ausschusses über die Petition der Gemeinde Auersperg um Subvention für den Bau der Straße bei Blutigen-stein und Einreihung dieser Straße unter die Bezirks-traßm und beantragte, den Landcsausschuss zu ermächtigen, hiefür eine angemessene Subvention zu be-willigen, wenn der öffentliche Charakter der Straße sichergestellt und auch alle weiteren Vorbedingungen erfüllt sein werden. Der Antrag wurde vom Hause angenommen. Schließlich berichtete Abg. Klun namens des Finanzausschusses über das Subventionsgesuch des Volksschullehrers Heinrich Pretnar. Das Gesuch wurde über Antrag des Referenten dem Landcsschulrathe übermittelt. — Da hiemit die Tagesordnung erledigt war, wurde vom Vorsitzenden die Sitzung geschlossen. Verhandlungen des Neichsrathes. Wien, Z.December. In der heutigen Sitzung legte der Finanzminister den Staatsvoranschlag für 1890 vor. Präsident Doctor Smolla widmete den verstorbenen Abgeordneten Pauer, sslinlosch, Vienert und Giovanelli einen ehrenden Nachruf. Die neugewählten Abgeordneten Voens, Schneeburg, Groß, Kyrle und Weber leisteten die Angelobung. Der Prä' sident theilte dem Hause die Mandats'Niederlcgung der Abgeordneten Vulic, Filrst Liechtenstein und die Berufung Potocki's in das Herrenhaus mit. Dann folgte die Verlesung zahlreicher Interpellationen der Linken. Die wichtigste brachte Dr. Plener über die Vorgänge in Böhmen ein. Diese Interpellation knüpft an die Adressdebatle im böhmischen Landtage und das Verlangen desselben nach der Königslrönung an und citiert die bezüglichen Beschlüsse und Kundgebungen der czechisch.feudalen Majorität seit 1871. Die Krönung, welche die letzten Landtagsbeschlüsse in Aussicht nahmen, wäre die feierliche Anerkennung der selbständigen staat» lichen Individualität Böhmens und die Auflösung des einheitlichen Staatsverbandcs. Die Interpellation verweist auf das Stillschweigen der Regierung, insbesondere des Statthalter«, zählt die neuen nationalen Beschwernisse der Deutschen Vöhmens durch die letzten Landtagsbeschlüsse auf und hebt hervor, dass die Regierung die Forderungen der Deutschen ablehne. Die Aufregung der Deutschen sei neuerdings gestiegen. Die Interpellation fragt: Welche Stellung nimmt die Regierung zu den staatsrechtlichen Ansprüchen de« böhmischen Landtages ein? Hält sie sich nicht für verpflichtet, diesen die Grundlagen des Staate« bedrohenden Bestrebungen nachdrücklich entgegenzutreten? Hält sie sich noch immer für berechtigt, sich zu den be> rechtigten Ansprüchen der Deutschen Vöhmens ablehnend zu verhalten? Abg. Richter und Genossen interpellierten die Regierung über die Gründe, weshalb der VeamteN'Unifor« mierungszwang eingeführt wurde. Sie fragen, ob es nicht viel dringendere Aufgaben gebe, wie insbesondere die Schaffung einer Dienstpragmatik, die Regelung der Witwen, und Waisenversorgung. Die Interpellanten fragen weiter, ob Vorsorge getroffen ist, dass nicht Beamte in Nothlage gerathen, u„o ob ihnen ein Beitrag gewährt werde, so« wie ob Vorsorge dagegen getroffen ist, dass nicht die großen Confectionsgeschäfte die Uniformierung der Ve« amten monopolisieren und ob mindestens ein Theil der ohnedies bedrängten Kleingewerbetreibenden Arbeit erhalten werde. Abg. Scharschmid interpellierte wegen der W' serung der materiellen Lage der Witwen und Waisen vo» Staatsbeamten und Dienern. Dr. Roser intcrp^lerte wegen der Steuerreform, Dr. Menger wegen der Durch» sührungsveroldnllng zur Vrantweinsteuer. Hierauf wurde die Sitzung geschlossen. Nächste Sitzung Freitag._______ Politische Uebersicht. (Im Abgeordnetenhause) interpellierte vorgestern auch der Abgeordnete Türk wegen der Auslösung des Schulvereines für Deutsche, wobei em «ur gegen anarchistische Bestrebungen gerichtetes Ausnayms-gesetz auch gegm eine nationale Institution der Deutschen Oesterreichs angewendet worden sei. (Aus Prag.) Bei der Gemeindewahl im ersten Wahllörper der Iosefstadt wurde der czechische Eandl' dat. Stadtverordneter Josef Inwald. welcher wegen de« Protestes der deutschen Wählelschaft, obwohl seine Wayl vom Sladtverordnetencollegium agnosciert worden war, sein Mandat zurückgelegt hatte, mit 28 von 50 abg/ge-benen Stimmen wiedergewählt. Der deutsche Eandldai, Dr. Bendwer, blieb mit 22 Stimmen in der Miuorl' tät. Bei der ersten Wahl hatte Inwald 25, Dr. Ben-diner 23 Stimmen erhalten. (Die serbischen Agitationen gege« Oesterreich-Ungarn.) Der k. und k. Gesandte Baron Gustau Thömmel stattete vorgestern beim ,>rblMN Ministelpräsidenten General Sava Grutt einen Besuch ao. um demselben Vorstellungen gegen die feindliche Spracye der serbischen Journale gegenüber Oesterreich'Ungarn sowie gegen die in den Blättern vorkommende Ausi^ dermig au Bosnien und Hercegovina, sich gegen , österreichisch-ungarische Verwaltung zu erheben, zu machen-Baron Thömmrl stellte hiebei in Aussicht, dass ve, Fortsetzung dieses wüsten Treiben« d-r Presse, der^o vruch der bisherigen freundschaftlichen Beziehungen oe beiden Staaten zu befürchten wäre. Mmisterprichoem Vruic sagte dem Gesandten zu. nach Kräften geg." diese Agitationen einzuschreiten. Gegen ein liberales. Habac erscheinendes Blatt wurde bereits die Anllagr erhoben, weil in demselben die Erschießung »w " Wachposten in Bosnien gebilligt und die Veoöllerunu des Occupationsgebietes zur Ermordung österreicy'!^ ungarischer Soldaten aufgefordert wurde. . ^, (Vom ungarischenReichstage.) Die"" Handlungen des ungarischen Reichstage« werden Rücksicht auf die im' ganzen Lande bevorstehenden^ mahlen der Municipalbeamten nur mehr bls ^" December dauern, so dass die letzte Siyung vor o Weihnachtsferien spätestens am 12. d. Mt«. statist"^ wird. Der Reichstag wird seine Berathungen schon der zweiten Woche des Jänner wieder aufnehmen. , (Im ungarischen Abgeordnetenhaus wurde vorgestern die Debatte über das Budget Ministerpräsidiums fortgesetzt. Orban (gegen) g"^.te liberalen Abgeordneten Horvath an und veroacy « dessen Thätigkeit als angeblicher Salz-Lieferanl '^. Bulgarien und als Regierungscommissär. A ^ Fejervary wie« die Behauptung Orbans zuruct. ^ Militärbeamte sich bereicherten, es sei dies elne ^ denziöse Verleumdung. Horoath wies die InjMie bans zurück und warf letzterem Gelöbnis, wenn ihr Sohn ihr erhalten bliebe, so lange sie lebe, sechs Kindern an diesem Abende Gutes zu thun. Ihr Kind wurde ihr erhalten, und die Dame hat ihr Gelöbnis treu gehalten bis auf den heutigen Tag. Ihr Sohn ist schon längst ein fescher Ossicier, aber fte lässt jedes Jahr, nach wie zuvor, durch ihre vertraute Dienerin sechs Mädchen ausfindig machen, die arm und dürftig sind. Und mehrere Monate hindurch arbei« tet sie fleißig an den warmen Röcken, Jacken und Strümpfen, die für diese Mädchen bestimmt sind. Sie sagt, es sei dies ihre liebste Beschäftigung und würde es sich nicht nehmen lassen, selbst diese Arbeit zu machen, trotzdem ihre Augen schon schwächer werden. Ihre alte Dienerin ist dann beauftragt, auf unauffällige Art am Nikolo-Nbend diese wohlthätigen Ge« chenke in die betreffenden Häuser zu tragen, ohue dass jemand es gewahr wird. Nur ein Zettel liegt bei, rvor« jauf die Worte stehen: «Vom Nikolo». Die Bescherten ahnen und wissen längst, von wem diese Gaben herrühren. Doch weist die edle Frau jede Dankesbezeigung zurück. Ihre Dienerin hat strenge Weisung, jeden abzuweisen, der in der Absicht sich ihr nähern will. Sie will. ihrer Meinung nach. ungenannt und un« gelannt bleiben, da sie nur eine heilige Pflicht erfüllt. Sie freut sich selbst wie ein Kind auf diesen Abend. Möge sie noch recht lange leben! .... Und ihr. Kinder, seid schön brav. der Nilolo horcht am Fenster, darum darf ich auch nichts mehr erzählen, denn demjenigen, der zu viel schwatzt, legt er heute nur Steine ein. und da» könnte mir dann auch passieren. Hl. Dorn. Nachdruck »eiloten. Verschlungene Iläden. Noman aus dem Englischen von Hermine Kranlenfteln (90. Fortsetzung.) Natalie trat an das Fenster, welches noch immer offen stand, obwohl der Salon bereits erleuchtet war. Wollte sie ehrlich sein, so musste sie sich gestehen, dass sie weit mehr von der Abwesenheit Ndrienne'» und ihres Bruders, al» von der ihres Bräutigam» beunruhigt war. «Wie unvorsichtig von Lionel!» sagte sie sich «Ich bin überrascht, dass er. der gewöhnlich so vorsichtig ist, gedankenlos genug sein kann, mit Lady Lynwood so spät des Abends allein draußen zu bleiben.» Sie schaute hinaus in das nächtliche Dunkel, aber niemand war zu erblicken, weit und breit war lein Laut zu vernehmen. Und mit bleierner Schwere auch schlichen die Minuten für die in dem kleinen Salon anwesenden vier Personen langsam vorbei. Auf allen schien der Alpdruck eines bangen Vorgefühls zu lasten, und doch ahnte noch keiner von ihnen, welch ein Lebensdrama sich in dieser dunklen Stunde in ihrer nächsten Nähe abrollte... __________ 3 2. Capitel. Nachdem seine Gattin und sein Neffe den Weg nach Kings'Dene angetreten hatten, blieb Sir Ralph Lynwood in seinem Studierzimmer allein zurück und versank in trübes Sinnen, welches durch den Eintritt von Dr. Seaport unterbrochen wurde. «Willkommen!» begrüßte der Varonet s"" Besuch. «Ich war eben von einer recht t"^ "^, Stimmung heimgesucht; vielleicht wird es A9 lingen, dieselbe zu verscheuchen.» . ^ „ nie «Ich habe gedacht, dass derartige« bet ^y" ^ vorkommt,» bemerkte der Doctor, den ihm ^^H-n Ralph angebotenen Platz einnehmend und ein

.«?< «Und Sie fanden?» rief Sir RalPY " Wbllcher Zeitung Nr. 280. 2403 5. December 1889. (Der Strafgesetz-Ausschuss) hielt vor-Mern seine letzte Sitzung ab. Der Iustizminister er-llcilte bezüglich der vom Allsschusse angenommenen »lnschrimlllng der kaiserlichen Verordnung vom 20sten «pril 1854, dass die Regierung leine bestimmte Hal» "Ng diesbezüglich einnehmen könne, da der Justiz« Mister mit dem Minister des Innern darüber ein ^»vernehmen Pflegen müsse. Am Schlüsse der Sitzung Mach der Iustizminister dem Ausschusse den wärmsten ! Aant für dessen Arbeit aus. Der Obmann dankte dem iustizminister sowie dem Regierungsvertreter Krall, wo/auf er die Ausschussberaihungen für geschlossen etllärte. (Deutschland.) Der deutsche Reichstag begann gestern die Berathung des Antrages Barth. betref-send hie Beseitigung des obligatorischen Arbeitsbuches ber Bergleute. Klein wies gegenüber Schmidt und 6rohme nach, dass die Behauptung, die Grubenbesitzer hätten den Arbeitern gegenüber Mangel an Wohlwollen AM und aus Gewinnsucht deren Lohn geschmälert, vollständig unbegründet sei. Der Streik in den west-Mischen Gruben, erklärte Schmidt, war gänzlich un« Wechtigt; viele Arbeiter waren gegen den Streik, und "ur «ine Minorität von Unzufriedenen pflanzte die «ahne des Aufruhres auf. (Frankreich.) Dem «Journal des De'bat«. »ufolge hat der französische Marineminister im Ein-^nehmen mit dem Minister des Aeußern beschlossen, "n Kriegsschiff uach Brasilien zu entsenden. Das Blatt Melt diesen Beschluss, weil er ganz unnütz und für Aasilien verletzend sei. — Eine englische Gesellschaft Uritt um die Bewilligung des Baues einer Brücke "ber den Eanal La Manche ein. ,. (Die Ministerkrisis in Spanien.) Wie "ernchett wird, hat der spanische Finanzminister de-Moniert. Sagasta soll interimistisch das Finanz, ^ttefeuille übernehmen. Die «Epoca» hält eine Mi« "lsterlrise für unvermeidlich. ^,, (Ein politischer Mord in Belgrad.) jungst wurde in Belgrad ein angesehener Hotelbesitzer, ^fchn der Oppositionspartei angehört, ermordet. Seine 7"che wurde nun. und zwar nicht beraubt, in der Nähe ^königlichen Konaks aufgefunden.________________ Tagesnemgleiten. Se. Majestät der Kaiser haben, wie das "Mrische Amtsblatt meldet, für die römisch-tatholi->?en Schulen in Dobröbänya und Egregy, ferner für ^ griechisch-katholische Schule in Balotafalu, die grie« ^>ch'orientalisch-rumänische Kirche in Fikalär, die 3>elische Schule in Ipolyvecze und die reformierte "Me in <5skS je 100 fl. zu spenden geruht. .y.^ (Vom Tage.) Aus Wien wird unterm Vor-^l'gen telegraphisch gemeldet: Der am Sonntag ein-? Helene Schneefall dauert seit gestern als heftiger Schnee« ^ fort, wodurch Wien von dem Außcnuerkehr theil» l "'l ganz abgeschnitten ist. Se. Majestät der Kaiser y Ute hier noch morgens wohlbehalten aus Budapest bei ^20 Minuten Verspätung des Zuges an. Wenige di, y/^ch land., erwiderte der Arzt langsam und ohne lew ."^" zu erheben, «dass das Wasser vollkommen " »st; die Limonade jedoch enthält Vleilösungen.» Der Baronet athmete tief und schwer. ^ «Meinen Sie, dass das Gift absichtlich hinein, "«eben wurde?, fragte er. h... 'Das kann ich unmöglich sagen.» versetzte der l„H ""sichtig, «ich kann nur das behaupten, was ,ch suck ""b das ist. dass ich bei der chemischen Unter-orV Bleibestandtheile vorfand, jedoch in einer so ly^Mlg präparierten Form, dass es nicht nur voll-Hu«>!" löslich ist, sondern auch keinerlei Geschmack im l°ln ^ zurücklässt. Jetzt ist nur die Frage offen, wie " t»e Nleilösung in die Limonade?» lann c° fragen Sie mich mehr. als ich beantworten dielen'. ^"aufkommen., befahl er dem Lakai, der an Drusen" -"schien. Einige Minuten später trat d,e 'linszi "c "n ^' eine stattliche, kräftige Frau von etwa y schien h"" "it äußerst gewinnendem Gesicht. Wie ^g zi^.^" s" infolge der unerwarteten Nufforde- ""Nllch bestürzt. lFochevung solgt.) Stunden später musste bereits der Verkehr auf der Strecke Wien-Budapest eingestellt werden. Sehr übel er» gieng es den Passagieren der Südbahn. Der Montag abends abgegangene Personenzug und der Eilzug nach Trieft mussten bei Mödling bleiben, ebenso der von Trieft kommende Zug bei Payerbach. Die Passagiere wurden auswaggoniert und in die nächstgelegenen Gasthäuser mit Fackeln begleitet. Erst heute vormittags gieng ein Hilfs« zug ab. Die Südbahn stellte den Verlehr zwischen Wien und Wiener-Neustadt gänzlich ein. — (Stanley und Emin Pascha.) Eine Depesche des «New-York Herald» aus Tsua, 30. Novem. ber, meldet: Stanley und Cm in Pascha mit Ge« fährten, 560 Männer, Frauen und Kinder, sind hier ein« getroffen. Alles wohl. Stanley und Emin sind gealtert. Letzterer verlange keine Ehrenbezeigungen, wünsche aber in die Dienste des Khedive einzutreten. Abends fand ein großes Gastmahl in Gravenrueths Lager statt, welcher Stanley und Emin sowie die übrigen Gefährten zu dem erfolgreichen Marsch beglückwünschte. Stanley antwortete, indem er den deutschen Unternehmungsgeist und die deut' schen civilisatorischen Fähigkeiten pries. Am 1. December wurde die Reise nach der Küste fortgesetzt. — (Gymnasial. Neubau in Klagen» fürt.) Wie aus Klagenfurt mitgetheilt wird, haben die dortigen Vaugewerbetreibenden die Handels« und Ge« werbelammer gebeten, bei der l. l. Landesregierung dahin zu wirken, dass der Gymnasial'Neubau in Klagenfurt, dessen Vergebung bereits im Amtsblatte der «Klagen» furter Zeitung» zur Ausschreibung gekommen ist, nicht an einen Generalunternehmer, sondern nach Arbeitt-Kategorien im Minuendo-LicitationSwege zur Vergebung gelange. Die Handelskammer hat diese berechtigte Ein» gäbe ihrem ständigen Comiti zur Berathung zugewiesen. — (Orient reise.) Anfangs Februar künftigen Jahre« veranstaltet der Präsident des österreichischen Touristenclubs, A. Silberhuber, seine zweite Reise nach dem Orient, und zwar mit Berührung, beziehung«. weise Aufenthalt in den Städten Corfu, Patras, Athen, Alexandrien, Kairo, mit Ausflügen in die Wüste, Port« Said am Suez.Eanal, Jaffa, Jerusalem, Beirut; mit Landung auf den Inseln Cyvern, Rhodus nach Smyrna, weiter nach Mytilene durch die Dardanellen nach Ton« stantinopel. Die Einschiffung geschieht am 8. Februar auf einem Dampfer des österreichisch'ungarischen Lloyd in Trieft, und ist die Dauer der Reise aus circa 42 Tage festgesetzt. — (Taucherschiff.) In Cherbourg haben Versuche mit dem Tauchcrschiffe «Goubet» stattgefunden. Das Schiff fährt drei bis fünf Meter unter dem Wasser und kann in dieser Tiefe angehalten werden. Man kann 20 Minuten und länger in demselben unter Wasser zu» bringen; die Luft ist sehr gut. Man kann das Schiff leicht sinken und wieder in die Höhe steigen lassen. Der Mechanismus desselben sei vollständig sicher. — (Meteorsteine.) Vorgestern nachmittags wurden in Iagodina und Kragujevac sehr heftige Erdstöße verspürt, welche von starkem Getöse begleitet lvaren. In mehreren Ortschaften fielen zahlreiche Meteorsteine unter starken Detonationen. Die Richtung der Erdstöße war theils Ostwest, theil« Nordsüd. — (Seltener Fisch.) Chioggiotische Fischer fiengen vorgestern abends an der Punta MalinSla einen sehr seltenen Fisch, der von den Fischern ?L8eo M5U2U genannt wird. Derselbe wog 150 Kilogramm, die Leber allein 30 Kilogramm. — (Erfroren.) Vorgestern wurde am Monte Maggiore in anderlhalbstündigcr Entfernung von Veprinac im Schnee die Leiche eine« Weibes aufgesunden. Der Arzt, welcher mit einer Gerichtscommission an Ort und Stelle erschienen war, constatierte, dass da« arme Weib erfroren war. — (Eine Theater-Katastrophe.) Einem Telegramme des «Standard» zufolge brach vorgestern abends während einer Theatervorstellung in Kuenhin-China die Zuschauertribüne ein. Ueber 200 Personen wurden getödtet. — (Optische Täuschung.) Gast: «Die Por. tionen sind aber bei Ihnen unerhört klein.» — Kellner: «Die bedeutenden Dimensionen unseres Etablissements verleiten allerdings die werten Gäste öfter zu dieser irrigen Annahme.» „Josua." Eine Erzählung auS biblischer Zeit von Georg Ebeis. Auch im heurigen Jahre ist Georg Ebers seiner Gewöhn, heit, zu Weihnachten eine neue Gabe sriner unerschöpflichen Muse dein zahlreichen Kreise von Verehrern und Verehrerinnen zu schcnlm, getreu geblieben und hat sür den diesjährigen Weih. nachtstisch die biblische Erzählung «Iosua»* bestimmt, die soeben sertiggestellt worden ist. um nun, sowie alle früheren Werke des berühmten Romanschriftstellers, in Tausenden von Exemplaren ihren Sirgrszug anzutreten und den Ehrenplatz unter dem lichterglänzenden Weihnachtöbaum einzunehmen. Ebers hat durch die Vollendung und Herausgabe seiner jüngsten Erzählung eiuen langjährigen Lieblingsplan verwirllicht. einen Plan, der auf einer der vielen Wüstenfahrtcn dieses Ge-lehrten entstand und den Ebers bann in der Folge ost und viel mit einem der gewiegtesten Bibelforscher, dem Professor und Consistorialrath Gustav Naur, berathen und durchgesprochen * Stuttgart, Deutsche Verlagsanstalt. hat. Der historische Stoff, auf dem sich das neue Buch aufbaut' ist einer uns modernen Menschen wohl sehr fernen Zeit entnommen, und mag in der Bearbeitung selbst einem so gelehrten Forscher wie es Ebers ist. hie und da Schwierigleiten bereitet haben, hat aber gewiss eben dadurch für ihn noch an Reiz gewonnen. Es sei gleich jeht gesagt, dass dem gewandten Schriftsteller auch diefe jüngste Aufgabe- Das gewaltige Schicksal der Israelite«, deren Verlassrn des schonen Pharaonenlandes und schließlich deren glückliche Errettung aus Wassersnoth und Feindesnähe, durch poetische Darstellung ebenso interessant zu gestalten als diese historischen Ereignisse dem heutigen Geschlechte menschlich näher zu bringen, glänzend gelungen ist. Ebers und Vaur, welch letzterer vor wenigen Monden verstarb, so dass der Verfasser des Iosua nur mchr «den Manen» des Freundes sein Werl widmen tonnte, hatten gegenüber den Ansichten der jüngeren Schule, welche den Auszug der Juden aus dem Be-reiche der Geschichte zu verdrängen und ihn für ein spätere« Erzeugnis des sagenbildenben VolkSgeistes darzustellen versuchen, feste Stellung genommen und hielten diese Ansichten für unhaltbar^ in diesem Sinne ist die vorliegende Geschichte abgesasst. Ohne ermüdende geschichtliche Einleitung steuert der Autor sofort auf das Hauptmoment los, und eröffnet die Erzählung in seiner be-lannt lebhaft-dramatischen Art mit dem durch den Führer der Israeliten, den Propheten Moses, erkämpften Auszuge des «auöerwählten, Volles» aus Egypten, das an seiner Hand die Wanderung in baS gelobte Land unternimmt. Die prachtvoll gezeichnete Scenerie ist TaniS, die Pharaonenresidenz, im Norden des Landes Gosen gelegen, und selbstverständlich ein Gemälde «nach der Natur». Durch den Auszug der Israeliten drohte Egypten der Verlust ber Erd- und Bauarbeiter, deren es damals, wo eine heftige Seuche im Lande wüthete, dringend nöthig hatte. König Pharao und seine Oberpriefter sehen ihr Heil in Hosea. einem geborenen Hebräer, der jedoch schon lange mit Ruhm die egyp-tischen Krieger befehligte, in Hosen (später Iosua genannt), dem tapferen Feldhauptmanne — und er wirb zum Vermittler zwischen den Auswanderern und dem Könige gemacht, mit der Verpflichtung, alles aufzubieten, um die Iftaeliten zum Rückzug/ zu bewegen. Mirjam, die Seherin und Schwester des Propheten Mofe — wie die Erzählung denselben benennt — weiß durch die Gewalt ihrer Rede den im Lager ber Auswanderer an» gelangten Feldhauptmann, der Mirjam liebt, dahin zu bringen, dass er, ohne seine Mission erfüllt zu haben, wieder nach lanil zurücklehrt, wo ihn Tod und Verderben bedrohen, wie Iosua, dessen Name bedeutet: «Der, desfcn Hilfe Jehovah», wohl weiß. Seine Strafe war die Verbannung in die Bergwerke aus ber Sinai-Halbinfel, die mit Iosua auch desfen jugendlicher Neffe Ephraim, die zweite männliche Hauptfigur, theilt. Die Schilderung des Gefangenentransportes an ihr Leidensziel gehört zu den Glanzpunkten der vorliegenden Erzählung, die hinreißend schön geschrieben ist, und jene vorvergangenen Ereignisse so farben-frisch und lebendig, so poetisch verherrlicht darstellt, dass man das Buch in einem Athem lesen möchte, was freilich bei dem stattlichen Bande von 426 Veiten nicht wohl angeht. Aus dem gleichen Grunde ist es auch nicht möglich, die reiche, spannende Handlung im Detail zu erzählen und alle auftretenden Personen namhaft zu machen. Während Iosua als Abgesandter noch bei den Auswanderern im Lager geweilt hatte, starb in Tanis ber oberste Priester, der dem Könige Pharao zur Milde gegen die eventuell rücklehrenden Auswanderer gerathen hatte, was ganz nach dessen Sinne war, denn dieser schwache Regent wollte leinen Kampf mit den Israelite«, sondern suchte den Frieden mit ihnen und Ruhe vor ihrem Führer Mose, den er fürchtete. Zudem wollte die Regierung auch nicht auf diese fleißigen Arbeitskräfte verzichten. Die Charakterisierung Pharao's ist vorzüglich gelungen sowie in erster Reihe auch jene des Helden, des ritterlich-gesinnten, durch und durch edel und vornehm angelegten Iosua, der, wie aus der Bibel bekannt, später für die Seinen eine neue Heimat erstritt l Zur Handlung rücklehrend, berichten wir weiter: Der neue, weniger als dessen Vorgänger friedliebende Oberpriester rieth bem Pharao, man solle sofort, ohne erst die Ankunft des Abgesandten Iosua zu -rwarten, mit der gesummten Kriegsmacht den Auswanderern nachfetzen, um sie mit Gewalt nach Egypten zurückzubringen, welchen Rath ber König, wenn auch nur ungern, befolgte. Es ist nun der weitere Theil ber Erzählung der Fortsetzung der Wanderung Israels durch die Wüste und des gleichzeitigen Aufbruches ber Soldaten Pharao's gewidmet, und es gestaltet sich der Gang ber Handlung umso interessanter und spannender, je vertrauter wir mit den Details ber erzählten Ereignisse und den auftretenden Personen werden. Vor allem erwähnenswert ist die ergreifende Scene, als sich Held Iosua, ber ehemalige egyptische Befehlshaber, auf dem Marsche in die Berg-werke und gefesselt, plötzlich den früher von ihm angeführten Kriegern gegenübergestellt sieht, da diese den Fliehenden folgen. Auch die holde Kasana. aus edlem egyptifchen Hause, die andere der beiden Frauen gestalten, die zu Iosua in Beziehung getreten, kreuzt, indem sie nach Landessitte mit andern vornehmen Damen des Hofes den Kriegszug begleitet, hier zum letztenmal? seinen Lebensweg, denn Kasana stirbt .... Viele Schwierigkeiten und Drangsale stellten sich dem auserwählten Volle noch Hinbernd entgegen, ehe es endlich das Ziel erreichte, und da« letzte, gefährlichste Stück Weges, direct durch das Meer, war den Wanderern nur durch ein Wunder des Himmele ermöglicht. Und so kamen fie alle glücklich ans jenseitige Ufer! Dass die ihnen nachfolgenden Egypt« mitsammt ihrem König, Rei° tern, Rossen und Wagen von dem wieber in das alte Bett zurücktosendem Wafferschwall verschlungen worden sind, ist bekannt. Iosua's Vesreiung aus ber egyptischen Staatsgewalt geschah durch die junge, von Ephraim siegreich geleitete Krieger, schar, aus den Glaubensgenossen ber beiden gebildet. Ephraim, der durch die bedeutsamen Erlebnisse früh zum Mann gereift, gründete später als mächtiger Stammesfürst von großem Ansehen Haus und Familie, sein berühmter Oheim Iosua blieb jedoch unvermählt und weihte Geist und Herz während seines ferneren thatenreichen Lebenslaufes einzig und allein seinem Volle. Wie herrlich'schön, wie rührend, schlicht und doch wieber, wie — ergreifend all dies Ebers, der vor Jahren persönlich den Spuren der ausziehenden Isiaelilen in der Wüste gefolgt ist, zu erzählen und zu schildern versteht, das weiß jeder, der nur einen Band seiner Erzählungen kennt. In der Lecture des «Iosua» erwartet den weiten Freundeskreis des Gelehrten ein neuer, hoher Geuuss. Die äußere Ausstattung des Buches hat die deutsche Verlagsanstalt in einer, des gefeierten Erzählers würbigen Weife besorgt, so dass diese hochelegante Novität nach Inhalt und Form das begehrenswerteste Festgrschenl bildet. v. R. zZaibllchtt Zeitung Kl. 880. 2403 5. December!88!>. Local- und Provinzial-Nachrichten. — (Zur Beamten-Uniformierung.) An« lilsslich der Verordnung über die neue Veamten«Unifor< mierung war für die Pafsepoilierung des Mantels nichts Specielles vorgesehen worden; lilrzlich hat jedoch die m,'derösterreichische Statthalterei angeordnet, dass diese Mäntel nicht passepoiliert werden dürfen, sondern einfach .N'zusteppen sind. Es soll dadurch der sonst selbst für Militärpersonen sehr leicht möglichen Verwechslung zwi' schen Veamten» und Officiersunisorm vorgebeugt werden. — (Aus Adelsberg) schreibt man uns: Seine königliche Hoheit Prinz Heinrich von Preußen ließ aus Corfu dem Bezirkshauptmanne in Adelsberg, Herrn Friedrich Ritter von Schwarz, seine mit der eigen« händigen Widmung versehene Photographie übersenden. Dem Bildnisse lag ein Schreiben des Personalabjutanten des Prinzen, Herrn von Usedom, bei, in welchem derselbe über hohen Auftrag den Dank Sr. Hoheit für die Füh-rung durch die AdelSberger Grotte in den schmeichelhaf-testen Ausdrücken ausspricht. — Vor einigen Tagen über« brachte eine Deputation der Gemeindevertretung von Coll, unter Führung des Gemeindevorstehers, dem Herrn Ve-zirkshauptmann das schön ausgestaltete Diplom, mit wel-chem derselbe zum Ehrenmitglied der Gemeinde Toll er-nannt wurde. — (Gegen Auswanderungsagenten.) Wie bereits kurz gemeldet, hat das l. k. Ministerium des Innern einen scharfen Trlass gegen das Treiben der Nuswanderungsagenten gerichtet. Der Erlas« hebt her» vor, dass die Geschäftsausübung der in Oesterreich zu« gelassenen ausländischen Personen-Transportgesellschaften, insbesondere der Hamburg-Amerikanischen Paketfracht-Nctiengesellschaft in Hamburg und des Norddeutfchen Lloyd in Vremen, sehr unerfreuliche Wahrnehmungen ergeben habe. Der Erlas« rügt weiter die Passivität dieser Gesellschaften gegenüber dem gewissenlosen Treiben der Agenten, wodurch die Gesellschaften mitverantwortlich erscheinen für die dunklen Seiten und die gutreiber des Unwesens. Der Erlas« betont weiter die Nothwendigkeit einer verschärften Ueberwachung, sowohl der zwei ob« genannten als auch der sämmtlichen ausländischen Per« sonen'Transportgesellschaften, und droht mit unnachsicht-licher Bestrafung unbefugter Agenten sowie mit Entfernung der diesfalls abgestraften Individuen. Zufolge einer weiteren Eröffnung des Ministerium« des Innern erlangte die Oberstadthauptmannschaft in Budapest Ve-weife des verderblichen Treibens von Auswanderung«« agenten, insbesondere in den nördlichen Lomitaten Un« garns, was ebenfall« auf die in Oesterreich und Deutschland behördlich concessionierten Reisebureaux zurückzuführen sei, wobei die erfolgreichste Thätigkeit insbesondere von Wien ausgeht, namentlich von der Nnchor-Line« Gesellschaft sowie vom Norddeutschen Lloyd in Bremen. Dieser höchst verberblichen Thätigkeit, welche bereit« die Aufmerksamkeit der Militärbehörden erregte, weil sie insbesondere den jungen Arbeitskräften nachstellt, mus« im Interessü der Wehrmacht des Staate« sowie der öffentlichen Moral mit allen Mitteln und durch ein gewissenhaftes, sehr nachdrückliches und unnachsichtige« Vorgehen in der Ueberwachung, eventuell durch sofortige Conces-fionsentziehung entgegengewirkt werden. — (Deutsches Theater.) Bei der gestrigen Aufführung der breiartigen Sensationslomüdie «Fran-cillon» von A. Duma«, deutsch von Paul Lindau, be< fanden sich die Hauptrollen in sehr guten Händen, welchem Umstände wohl auch die beifällige Aufnahme zuzuschreiben ist, welche da« Stück bei dem leider nicht allzu zahlreich erschienenen Publicum gefunden hat. Fräulein Elise Nach (Francine) spielte ihre schwierige Rolle mit feinstem Takte und künstlerischer Vollendung. Frau Thoma«-Söld (Therese Smith) hat sich auch gestern als eine überaus schätzenswerte Kraft bewährt und stand der Heldin des Abende« in jeder Beziehung würdig zur Seite. Frl. Keller (Annette) war in Spiel und Aussehen allerliebst. Nur Lob verdienen ferner die Lei« stungen der Herren: Exel (Stanislau v. Grandredon), Soudel (Marquis v. Riverolles), Schauer (Henry v. Symeux) und Friese (Jean v. Carillac), während der sonst anerkennenswerten Leistung des Herrn Schrot-tenbach (Lucien) eine etwas bedenkliche Pause im dritten Acte einigen Eintrag that. — Heute findet das letzte Gastspiel des Fräulein« «ach statt. Im Hinblick auf die wirklich vortrefflichen Leistungen der genannten Darstellerin ist wohl anzunehmen, das« der Besuch ein zahl-reicher sein werde. — (Der Nilolo»Markt) auf dem Congress« Platz war gestern den ganzen Tag über außerordentlich belebt. Es gab da freilich auch viel zu schauen von den Ruthen mit vergoldeten Aepfeln und Nüssen und wahren Liliputaner.Krampussen, bis zu meterhohen Nilolo« und Spitzbartel.Riestn. Die Jugend sah mit glänzenden Augen auf die Herrlichleiten, und die Mütter hielten Heerschau für ihre Zwecke. — (Strahensäuberung in Wien.) Die W'ener Transport. Gesellschaft hatte vorgestern 4600 Arbeiter im Dienste der Strahenrcinigung in der inneren Stadt, ferner 540 Schneefuhren — so viel als der Verkehr in den Straßen gestattete — überdies waren an hundert Schneepflüge in Arbeit. — (Selbstmordversuch.) Am 1. d. M. hat sich in Graz die aus dem Lendplahe wohnhafte 21jährige Kellnerin Marie Globocnik aus Radmannsdorf in selbstmörderischer Absicht mit einem Messer eine schwere Verletzung durch einen Schnitt an der Innenseite des linken Vorderarmes beigebracht und wurde in das allgemeine Krankenhaus abgegeben. — (Gemeindewahl.) Bei der Neuwahl des Gemeindevorstandes der Ortsgemeinde Wipp ach im politischen Bezirke Adelsberg wurden gewählt, und zwar zum Gemeindevorsteher der Gutsbesitzer Karl Mayer, zu Gemeinderäthen die Grundbesitzer Anton Hrovatin, Josef Zookelj und Johann Mo je von Wippach, Johann Tomajii von Sanabor, Mathias Kobal von Oberfeld, Anton Kodela von Duple und Johann Iurk von Gradise. — (Von der Südbahn.) Die Wiener Post ist uns heute — wenn auch mit fast zweistündiger Verspätung — endlich zugekommen, und dürfte die Verkehrsstörung nunmehr als behoben anzufehen sein. Aunst und Aitevatur. — sIwei Novellen.) «Novellen» von Sofie Vara « zetti. Zwei Geschichten aus vergangenen Zeiten werden uns in diesem Novellenbande, der bei E. Pier son in Dresden erschienen ist, erzählt, und gut erzählt. Die beiden Novellen «Apsara» und «Zwischen Lipp und Kelchesranb» sind flott und spannend geschrieben; besonders ansprechend berührt das edle Empfinden, das sich in «Apsara» ausspricht. «Zwischen Lipp und Kelchesrand» hat prächtige Scenen. Das Veiwerl ist aber besser gelungen, als die Fabel erfunden und geführt ist. Neueste Post. Original-Telegramme der «Laibacher Ztg.» Wien, 4. December. Die Kaiserin ist heute früh 9 Uhr hier eingetroffen und vom Kaiser auf dem Süd' bahnhofe begrüßt worden. — Fast alle Morgenblättrr erblicken in dem gestern dem Reichsrathe vorgelegten Budget einen unleugbaren Fortschritt der Finanzlage, dcren Eonsolidierung nunmehr auf dauernde Grundlagen gestellt sei. Dieses Ergebnis sei umso erfreulicher, als die Voranschläge der strengsten Reellität entsprechen Finanzminister Ritter von Dunajewski dürfte mit Genugthuung auf die Resultate seines redlichen, thatkräftigen Schaffens blicken. Das «Neue Wiener Tag. blatt» würde es als mehr denn gefehlt anfehen. wollte man die Besserung der Finanzlage verkennen. Die «Neue freie Presse» bemängelt nur den zu geringen Ueberschuss mit Rücksicht auf die erhöhten Einnahme,,, während die «Presse» den gegen das Vorjahr gewachsenen Ueberschus« angesichts der bedeutenden Aus-gaben militärischer, wirtschaftlicher und cultureller Na-tur als ein wichtiges Moment ansieht. Wien. 4. December. Die Erwartung, dass der Schneefall sein Ende erreicht habe, gieng leider nicht in Erfüllung. Der Sturm erhob sich nach kurzer Pause mit unverminderter Heftigkeit, und nach 10 Uhr erneute sich auch der Schneefall wieder, während zugleich die Kälte sich empfindlich steigerte. Prag, 4. December. «Närodni Listy» veröffent» lichen einen Aufruf an das czechische Volk, in welchem auf die Schmähung des Andenkens Hus' im Landtage hingewiesen und als Pflicht des czechi schen Volkes be-zeichnet wird, Hus in Prag ein würdiges Denkmal zu setzen. Unterschrieben ist der Aufruf von sämmtlichen jungczechischen Landtags- und Reichilraths« Abgeordneten und vom Abgeordneten Adämek. Vudllpest, 4. December. Iustizminister Szilagyi bereitet eine Revision de« 1848er Pressgesehes vor, und die betreffende Novelle soll alle auf dem Gebiete Ungarns noch bestehenden Verschiedenheiten des Press-Verfahrens aufheben. Tcmesvar, 4. December. Der hiesige Gerichtshof fasste den Anklagebeschluss gegen Falkas und Eonsor« t,n wegen Urkundenfälschung, Bestechung und Theilnahme daran. Belgrad, 4. December. Das Journal «Liberal» wurde wegen seiner Angriffe auf den österreichisch-un-gaiischen Gesandten mit Beschlag belegt. Die letzte aus gleichem Anlasse erfolgte Beschlagnahme wurde gerichtlich bestätigt. London, 4. December. Der «Swndard» berichtet aus Odessa über eine weitere Vergrößerung der Schwarzen-Meer-Flotte sowie ununterbrochene Disloca-tionen vom Kaukasus auf dem Seewege über Vatum und Sevastopol nach der Südwestgrenze. Alciandrien, 4. December. Die egyptische Regie-rung entsendete einen Dampfer nach Zanzibar, um Stanley und Emin Pascha abzuholen. Petersburg, 4. December. Die Gerüchte inbetreff des Unwohlseins des Zaren sind unbegründet; der Zar befindet sich vollständig wohl und wohnte gestern eiuer Opernvorstellung bei. Zanzibar, 4. December. Emin Pascha und Stanley sind in Vagamoy eingetroffen. Deutsches Theater. Heute: «Die wilde Jagd», Lustspiel in vier Aufzügen von Ludwig Fulda. Letzte Gastvorstellung de« Fräuleins Elise Nach.— Von Freitag bis inclusive Dienstag bleibt die Bühne geschlossen. Angekommene Fremde. Am 3. December. Hole! Stadt Wien. Rickli, Privatier, VeldeS. - Recht und Herling, Kaufleute, Wien. — Schulz, Kaufm., store. Fröhlich, Kaufm., Agram. Hotel Elefant. Wcger, Bau.Ussistent; Schamel, Klem und Kunz. Reisende; Vacb, Inspector; Seller, Kausm.; Vach und Peer. Wien. — Hudovernil, Kronau. — Goldstein, V",ünd. - ssarlatti, Gutsbesitzer, Ebenau. — Wutschcr, Neufchat^. Gasthof Kaiser vun Oesterreich. Nouson, Sela. - WinkowitM, Radlersburg. — Premrou, Besitzer, Ubelsto. — Detleva, «ranr. — Burner, Realitätenbesitzer, Littai. ,. Hotel Siidbahllhof. Kometer. Musiler, Klagenfurt. - Sever nm Frau. — Fuchs, Lehrer, Szolnol. — Pollal, Graz. Hotel Vairischcr Hof. Ieras. Private, Untergamling. ^__ Verstorbene. Den 4. December. Anna Auanzo, Vedienerin, 71 I-, Karlstädterstraße 5, Altersschwäche. ____ Volkswirtschaftliches. Latbach, 4. December. Auf dem heutigen Markte sind erschie' nen: 6 Wagen mit Getreide, 14 Wagen und 2 Schiffe mitv"'»- Durchschnitts.Preise. ^ i!ilt, !»ta,,.,--------------------------^ttt^ ^M.' n, , lr. fi, ^ ss^lr-ft^lr. Weizen pr. Heltolit, 6 6K "T^ Nutter pr. Kilo. - ^ ^------ Korn » 5 — b 85 Eier pr. Stück . . — ^ Gerste . 4 55 4M Milch pr. Liter . . ^ °------ Hafer . 3^20 3^55 Rindfleisch pr. Kilo - 56 - - Halbfrucht .-------6 30 Kalbfleisch » ^54------ Heiden » 5 16 5 W Schweinefleisch » — 5^ - ' Virfe . 4 66 5 50 Schöpsenfleisch » —34------ Kukuruz . 4 55 5 10 Händel pr. Stück . - 3»------ Erbäpfel 100 Kilo 3 39-------Tauben » — 1» ^ ^ Linsen pr. Heltolit. 12-----------Heu pr. M.-Vtr. . 2 32 ^- — Erbsen » 11-----------Stroh » . - 2 50------ Fisolen , 10-----------Holz, hartes, pr. Rindsschmalz Kilo 1----------- Klafter 7',20-^ Schweineschmalz» — 70-------— weiches, » ^ ^ ^ "" Speck, frisch, . — 52-------Wein, roth.,10NLit. ^ ^ A ^ — geräuchert » — 66-------— weißer. » — — 6" ________________ __-»»^ ___Meteorologische Beobachtungen in Laibach^. 4 2 » N. 7430 —5-0 SW. schwach heiter " "" 9 » «b. 745-6 -6 6 ! W. schwach bewöllt ^ Bis gegen Mittag anhaltend Nebel, dann h"ter; °b"> bewollt. Das lagesmittel ber lemperatur—6 9°, um? « «'" dem Normale. __^___—^ Verantwortlicher Redacteur: I. Naalil. Als preiswertes, praktisches Weihnachtsgeschenk empfehle'^ Nohseid. Baftroben (ganz Seide) fi. lO'«'" per Vobe, sowie ft. 14-25,17-50,2125, 26-25 ' 29-60 nadelfcrtig. Es ist nicht nothwendig, vorher PtM lommen zu lassen; ich tausche nach dem Fest «", was convenirrt. Muster von schwarzen, farbigen m'd "^"^ Seidenstoffen umgehend. Seidenfabril-Depöt tt. U«""«" (l. u. l. Hoflieferant). 2Uriou. (b6M^^ R Danksagung. > W Für die vielen Beweise inniger Theilnahme » M anlässlich des Lodes unseres heißgeliebten «"or « W und Schwagers, des Herrn W » ClMll Schctina > W Nushilfsbeamter beim l. l. LandeSgerichte > W sagen wil hiemit allen Verwandten, Freunde» "" W M Nelannten, den Spendern der vielen schönen ^«^^ « ^ insbesondere dem Laibacher Deutschen ^7.^ W M vereine für dessen W M Sängerrunde für den ergreifenden Trauerchor i^ ^ M für die prachtvolle Kranzspende unseren herz"«,' ^ ^ aufrichtigsten Danl. W > »ie liauern'len «mlerMeW". > ^ Laibach am 4. December 1689. > Danksagung. > W Für die vielen Veweise mniger Theiln^, « W während der Krankheit, für die so "'Hen ,^, M M spenden und die große Vetheiligung an dem ^ W begängnisse der Frau M > Josefine Schusterschitsch > W Haus- und Nealitätenbesitzcri!« W W sprechen hiemit den innigsten Dank auS W 2405 Course an der Wiener Korse vom 3. December 1889. N»« dem off.««««. Cour««««« Veld' Narr Etllllts-Aulehen. 3^/whsitliche «enle in Nolen «t>«0 »S 40 «Ubensnts...... «n^, »6-eo °^" 4°/, Ctaatilose , 250 fl, 138-1»»- 3??"^/., » aanze 50« fi. 139 50 ,40^- ^" » » Wnftel 100 fi. 1« 50 144^0 '»"er Vwumose . . 100 fi. ,73 - l?4 - .,' » . . 50fi, 173 - <"- '^»°M,-Psdbr. l^12N fl. . , 148-l48?!> Al^est, Eolorcntc, steuersrci , 10? sl) 108 — "wi. No,surents, steuerfrei , 1„u 85 1^'lb ^»lllntiertt VistnbllhN' «chuldverschrelbunnen. U'bethbalm <" «. s>e»erfre! . 12« 122 7!) L^Nz.Iyssph Hjllhn j„ E„h^ 1,^,h„ I,« s,,i ^"Ibersssl Nahn in Vilber 102 40 102 8l, 'Mbcihb^,, llnn fl. LM, , , «3»'- - " d ° b!nz.U,>dwel« 200 fl. ü, W, »IS 50 »1? «< ^. ° Ealzb,°TiroI 200 st. ö. W. »IN'------- «>'llbe"° l'ir ^«» Marl 4"/„. . , US 50 II»'- 3""z°I°scvI) Vllli» ^°- cumul, Vtücle . , 9b <«' «l> 30 b ° ^bal,».Pr!orItäten - ^ »» «<> "0 ll) it° U°"»Dblwal. ^ I ,^ ,^z _ l,5-_. dl°' ^°'"^hr„t>«bl..0b. lNOfi. 99 — «<"' - ^° »!lan!.'«,„, k ION fl, 0. W, ,39-4(1 <»»«»» t^°>"° ^ 50st,0, U. !»S»k l2"'7l> ""^«u..L°se 4«/, 100 st. l»7 - I«? 4U ««ld wait Gnml>entl.-Obliglltloneu siebenbäraische .... lV4 50 10510 5°/„ Temeser Vanat .... ——-------- ü°/„ ungarische...... 88 >0 8560 Andere öffentl. Anlehen. D°nau°Reg,-L°se 5°/» 100 fi. . ,zi ., i»«-.. dtu. N,:Icihc 1878 . . 1l»s 50 107 50 «nlehen der Ltabt «»« . . 115— —'- Vnlehen d. Gtadlgemeinbe Wien 105 50 INS 8» Pram,'«nl. d. Vtadtaem. Wien l48 7b I4i »5 VOrscnbllu-Nnlehen verlos. 5°/, 96'- 87 — Pfandbriefe (für 100 fi.), Uudencr. all«, öst. 4°/a V. . . tt»-50 11? 50 bt°. » 4'/,»/,. . . i^O'öo inl'- bto. » 4°/, . . . 88 15 88 b» bto, PrHm.-Tchuldverschl.»°/» 108 25 108 75 Oesl, Hppothefenbllnl inj. 50°/, —— io»— Oesl.'ima. Van! veil, 4'/,"/» . I0i »>, 101 S« detto » 4«/, . . »8 80 100 »u detto 50ji!hr. » 4°/» . . US 80 100 »c) Prioritäts-Obligationen «ür lou st,), Ferblnanb» iliordbahn !tm. 188« 9» 60 100„0 «»lizische Norl'llubwlg'Vllhn »M. 1881 »00 st, L. 4>/»°/, - 99 50 100 10 »tlb Ware Oesterr. Nordwestbahn . . . l0«'4« 107— Vtaat»bllhn....... lSi 5<» l»» 5« Vübbahn i^ »°/»..... i45'»o I4e«0 » ^ 5°/,..... 117 — 118- Una.^aliz. Nahn..... loo ^ l«0 «>» Diverse Lose (per Stüs), «red!tli>!e 100 fi...... 1»5>50 186'- lllarhiiose 40 st...... zz,.., ß(» — 4°/« Douau-Dampfsch. 100 fi. . 1,7 — ,2» — Lalbacher Prim.Anleh. »0 ft. ,4 ^5 25 25 Osener Lose 4« fi..... ^^5 ei 75 Palffy.Losk 40 fi...... „," L7 ^ Äothtn lkreuz, «st. Ves. v., 10 fi. ,« go ,» lo Uubolph°Lose 10 fi.....,(,,_____ Ealm Lose 40 ft...... gg ^. ^.ho S<«Veiil!<«'Lose 40 fi. . . . g^._ «4 ^0 Walbstrili^ost 20 fi. . . . 4,... zu-.. Wwbüch'Gräh Lose 20 fl, . . ..._____-. . Vew.-Sch. d,3°/s,Präm.»Schuld» versch d. «obtiicrrditanstalt . 17 ,- 18'— »an!. Actlen (per Vti! 102» dt°. (lit. ll,) 200 fl. . 88l'- »8» -Donau' DamPfschifffahrt. Ges., Oesterr, 500 fi. «Vl. . . . »?»— »78- - Drau.Els. W.-Db.-Z.) 200 st. E. 18? - 1,8 - Dux-Nobenb. «is.^ Präger Hisen'Ind-Ves, »00 fi, 4i5«>«1» «» Ealao^Iarj, Vtelnlohltn 80 «. 4l0 — 41» — «LchlNglmühl». »apinf. «00 st. — — ,<« .. »3teyrermühl»,Pllplei1.u.V.'>». l»?<— l»? 5« lrisailer Kohlenw,»«es, 70 fi. . 141 5" »«'«» waffens,'V,,«c)est,inWlrn100st. 44?— 45, — Wa««on°UeIhllnst,. «ll«, in Pest »0fi......... 8»- 8»'- Wr. Vau«es,llslbaft 100 fl. . . « — 84 — Menerber«erZ 2) 4» »l 46 4ö