LMacher Zeitung. Nr. 69. Pränumcratlonsprcls: Im Comptoir ganzj. fi. il, halbj. fi. 5.50. Mr die Zustellung in« Hau« halbj. 50lr. Mit der Post ganzj. fi. 15, halbj. fi. 7.50. Dienstag, 2«. März InseltlonSgebühr bis IN Zellen: imaleolr., «m. 80lr., 3»,. l fi.; soiift Pi.Zeile im. N lr., Lm. 8 lr., 3m. 10 lr. u. s. w. Inscrtionsstempel jebesm. 30 li. 1807. Amtlicher Theil. Sc. k. k. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung vom 10. März o. I. dcu ausieror-dcutlichcu Professor der österrcichischcn Geschichte an der Universität in Prag Dr. Anton Gindcly zum ordentlichen Professor dieses Faches an der genannten Hochschule allcrgnädigst zu ernennen gcrnht. Sc. k. k. Apostolische Viajestät haben dcm königl. ungarischen Statthaltereiconcipislcu Oscar V. Gömöry die k. f. Kämmcreröwürdc allergnädigst zu verleihen geruht. Der Iustizmiuistcr hat die bei dem Kreisgerichtc Iglan erledigte 9lathsccrctärsstcllc dem Laudcsgcrichtsad-Muten Karl Gcrsch zn Troppan verliehen. Der Iustizminister hat die bei dcm böhmischen Obcrlandcsgcrichtc erledigten zwei Rathscerctärsadjunclen-stellcu dcm Clemens Ritter v. Anl l und Otto I önd l verliehen. Das Ministerium für Cultus und Unterricht hat eine am Gymnasium zn Znaim erledigte Lehrstelle dem Gyiunasialprofcssor zu Zcugg Karl Sccbcrgcr verliehen. Ku«dmach«l«lft. Da nach 8 "7 der Vaudtagswahlordnuug nur die dcu Wählern erfolgten ^ cg it i iuati ou skarten zum Eiutrilte iu das Wahllocalc berechtigen, so wird an diefc gesetzliche Bestimmung bei der am 27. l. M. stattfinden dcu Wahl zweier i'andtngsabgeordneteu für die Stadt Vaibach mit dem Beisätze erinnert, daß mit Alisschluß nllcr anderen Pcrsoucu nur die Wahlberechtigten unter Vorwcis ihrer Vegilimationslartc in das WahUoeale werden zugelassen werden. Vail'ach, am 25>. März l>^'»7. Präsidium der k. l. Va u d cs reg ier u n g. <5d»«ard Frcihc dcm scheinbar schwerfälligen Apparate der Delegationen Leben, Nasch-hcit nud schöpferische Kraft verleihen würde. „Das ist die Idee, zn deren Verwirllichuug wir dcu Völteru Oesterreichs die iu dcu Freiheitslämpfeu gestählte treue Brudcrhaud bieten, uud sie, die mit uus Jahrhunderte hindnrch zusammen die Gunst nud Mißgunst des Gc» schickes erfahren haben nnd welche die dynastische Treue und politische Reife vor dcu Gelüste.» der Raccuhcrr-schaft uud der Natioualilätsgruppirung bewahren wer-den, werden diese Hand iu ihrem eigcuen wohlverstandc» nen Interesse nicht zurückweisen." Ein anderes Wiener Blatt freut sich des Jubels in Ungarn über die bevorstehende Krönung, welcher selbst die Debatte über die gemeinsamen Angelegenheiten in den Hintergrund drängt. Es weiß in dem Jubel keinen Mißlon zu bezeichnen.' Was über-ängstliche Gemüther so bezeichnen könnten, machle viel' mehr den Eindruck vou jencu Ausnahmen, deueu mau mit Recht nachrühmt, daß sie nur zn Bestätigung der Regel diene». Wohl will Herr Ghiczy nichts von einem österreichischen Patriotismus uud Madarasz nichts von der Pflicht Ungarns, zur Vertheidigung der Monarchie bcizulragc-.', wisseu: aber wird damit etwas Anderes be-wiesen, als daß die gewaltige Majorität des Unterhau-scs lediglich ihrer Ueberzeugung, so wic dcr Stimme der Ration folgt uud keineswegs unter dem Drucke dcr Umsläudc haudelt? Wol hat cin Rcducr dic blutigen Schatten von 1848 heraufbeschworen; aber wird dadurch verhindert daß die ucncsleu Kuudgcbungeu Kossuth's uur eiu Lächelu des Mitleids wachrufen? Namentlich findet es das Blatt bemerkenswert!), wenn Trefort, der Schwager des Baron Eötvös, zeigt, wic die 1848er Artikel selbst auf ciuc „umständlichere" Erledigung dcr Frage wcgcu der gemeinsamen Angelegenheiten hiuwciscn nnd durch den bei keinem anderen Departement gcbrauchlcn Zusatz „Landc^'«Finanzen uud ,,^a n de S"-Vcrtheidigui!gsiN!uistcrinm bekennen, daß es auch noch andere Finanzen gibt, und daß sie „nicht die Errichtung einer besonderen nngarischcn Armee verfügen." Dcr bisherige Vorgang gibt unS also die volle Berechtigung, einem glücklichen Ende der Verhandlungen entgegenzusehen, welche Ungarn uud die Monarchic mit unauflöslichen Banden vereinigen werden. Gedanken über Lllnicsangelegenheilen. ill. Zur Vcrtheiluug der Gemeindchutweidcn. i'> Die Bcrthcilung dcr Gcmcindchntwcidcn wnr in Kram zuerst durch das Patent vom 5. November 17W angeordnet; dieselbe sticß jedoch, wic fast jede laudwirlhschaftliche Neuerung, auf mannigfaltige Hindernisse. — Es wurden dagegen von allen Seiten Vorstcl» lung^'n ciugebracht, worin die Vcrlhcilnng aus vcrschic-denen Gründen als nnthnnlich dargestellt wnrdc; nichts' dcstowcnl'M- wnrdc indessen die Maßregel dcr Hulwcidrn. vcrlhcilnng mit Rücksicht ans die Gntachtcn der zur Beurlhcilnng dcr erhobenen Bedenken eingesetzten ^oeal^ eommissioncn mit den Patenten vom 24. März nnd 2Z. Angust 17A) dennoch aufrecht erhalten, wobei die Regicrnng dcr Urbarmachung uud Eultivirung dcr vertheilten Hntwcidcu durch Gewährung zeitweiliger Steuer-uud Zehcutsrcihcit und anderer Bcgünstigungcu alle» möglichen Vorschub zu leisten suchte. Thatsächlich sind damals wirklich einige Hnlweiden vertheilt und eultivirt worden, die Auzahl derselben war jedoch g,gcuübcr deu untertheilt und uncultiuirt gebliebenen - verschwindend klein. - Der Gruud dieser Erscheinung mag wohl znm Theile darin gesunde» wer» den, daß mail sich von der altherkömmlichen Wirthschafts-weise nicht trennen zn löuueu glaubte; der vorzüglichste Gruud aber, warnm die Verthciluug der Gemeiildchut» weiden nur geringe Fortschritte machte, lag ohne Zweifel darin, daß zur Dnrchführuug dicfcr Maßregel zunächst die Grnudobrigkeiten nud Iurisdiccutcu berufen waren, welche dabei ihrcu Vortheil nicht fanden und daher alle möglichen Gründe dagegen geltend zn macheu suchten, wozu ihuen die Vcrthcilnngspatente selbst, welche — obgleich in der besten Absicht gegeben — von dem Fehler der Ucberstürzuug nicht frei waren, hinlängliche Anhalts-punkte lieferten. Ucbcrdics ließen die nicht hiuläuglich Beiträge zur lraimschcn Sagenlunde. Die Zage vom wilden Mnliil (div^i mo/.) (Umgegend von Mottling.) In alter Zeit wohutc ein wilder Mann auf den Bergen iu dcr Umgcgcud vou Möttliug. Er war ciu großer Wohlthäter für alle Leute in jener Gcgcud Wcuu der Winter zu weichen begann uud dcr Frühling heran-nahte ,eß cr von deu hohen Aergeu seiueu Ruf weit-hm erschallen: Arbeite (äol^), daß es ein Echo in Thä-lcrn und Ebenen fand. Er lehrte die ^cutc wann sie dieß oder jenes Getreide säcu, diese oder jene ^ülscu-frucht aubaucn sollten, und diese Mahnung war'immer dcm Rufe zur Arbeit beigefügt. Dafür liebte ihu aber auch alles Volk nnd war ihm dankbar. Mit dcr Dankbarkeit erwachte aber auch dic Neugicrde, deu unbekannten Wohlthäter kennen zn lernen nud die ^cutc suchten daher nach Gelegenheit, ihm in die Nähe kommen. Doch wußten sie nicht, wic sie cs anfangen sollten. Ein alter Mann ricth ihnen, sie sollten ihm an den Ort, wo fie ihn rufen hörten, Houig zur Speise bringen uud sich dann im Gebüsche verstecken. Sie thaten das, aber, wie sie sich zeigten, floh er gleich cincm gehetzten Reh. Als sie nach Hause lamcn, beschrieben sie ihn als ganz menschenähnlich, nur am ganzcu Leibc behaart, wie ciu Mer. Der alte Maun, der ihnen zn den, mißglückten versuch gerathen uud dic weibliche Ncugier nnr zu gut kauntc, sagte jetzt: Wollt ihr deu wildcu Mauu saugen, so stellt ihm gnten Wein hin uud neben das Gesäß nn> gelenkige Schuhe. Wenn er sich voll gcttuukeu, wird er die Schuhe anziehen. Er wird aber iu den uuge> wohuteu Schuhen nicht gcheu können; dauu fallet schuell über ihn her, bindet ihu und bringt ihn nach Hanse, damit auch die Weiber ihn sehen können. Alles dies geschah. Der wilde Mann betraut sich, fiel iu den Schuhen uicdcr, die Baucru banden ihn uud führten ihn in das Schloß, nm ihn dcr Herrschaft zn zeigen, die ihu schon lange zu sehen wünschte. Alles staud neugierig um lhu her, befühlte sein Haar, sciuc Krallen nnd sie befragten ihu um die Zukunft, Aber als mau ihu wieder dcr Baude cutledigt, cutlief er iu dcu Wald ,mt fo fchuctlcu Füßcu, daß ihn die Windhunde uicht cmholcu kountcu. Aber cr ließ sich seitdem nicht wieder sehen, noch hören. AlS dcr Frühling wieder kam. wurde der Ruf: ll!i>i, !^, 5<>j, x.'j (arbeite, säe) uicht mehr vernommen uud die Bewohner traf harter Frohndicust nnd anderes Unglück. Al.n-lsiar.br m l>cr LmidmirUchnst. Sowie der ^audmaun überhaupt an allem Althergebrachten hängt uud schwer zu einem Forlschritte in der ^andwirthschaft zn bewcgcn ist, so ist cr anch oder war cr wenigstens vor nicht langer Zeit noch manchem Aberglauben in dcr Landwirthschast ergeben. Dieser steht me,,! in Beziehung zum Hausvieh. Im Stalle werdcu Zwicbclu ansgchäugl, um das vermeintliche Gift ans der ^usl an sich zu zichcu uud ans cbcu diesem Gruude wcrdcu die Schwalbcu, welche überhaupt als glückbringende Vögel gellen, nud dic ganze Brut des Zaunlönigs gern geseheu und sorgfältig gehütet. Schweine treitbt man dnrch das Johannisfcuer. Dcm Rindvieh gibt man ^n Staube geflossene Nachgeburt oder vcrbrauutc Huude, Kröten oder itatzcu zu esseu. Meuschliehcs Gebein von Gehänge tcu, zu Staube gestossen, gibt den Pfcrdeu Fülle und glattes Haar. Zigeunerinnen gibt man drei weiße Geschenke" Milch, Mehl, Eier, damit das Vieh gcfnnd bleibt. Fricdhüfc und Särge wcrdcu beraubt, nm Sägc-späuc, Oebciuc, Nägel nnd Todtenhemdcn zn bekommen, die thierärztlichc Heilkräfte besitzen. Dcn Hundcu gibt mau dic trockcu zu Staub gcstossenc Ader (/ilic^u) unter dcr Zuugc, die mau dcn „Wurm" nennt, nm sic vor der Wuth zu bcwahrcu. Das Vieh, das znm ersten mal auf die Weide getrieben wird, läßt mancher Baucr über dic Schürze seiner Frau und übcr den Vcscn, dcr vor die Stallthürc gelegt wird, schreiten, oder auch rupft cr sich au verborgenen Stellen Haarc aus, die cr dcm Vich zu frcssen gibt. Dreimal spuckt crdcm Vich ins Maul, damit cs sich nicht verirrt und dcn Weg zum Stalle zurückfindet. Es wird also dem Speichel cinc wnndcrbare Kraft zugcschricbcn, wic dics im Orient der Fall ist, wo man Schlangenbiß dnrch dreimaliges Anspucken mit einer Anrufung Gottcs und Noahs hcilt. Iu dic Peitsche wird Katzcufcll geflochten, damit das Vieh in Furcht erhalten wird. Interessant ist die Volksmcinung, daß znr Zcit cincr Sonucnfiustcr' uiß kein Vieh auf dic Weide gctricbeu wcrdcu soll, wcil dann cin giftiger Thau fällt. Eiuc Variation dcs jüdischen Aberglaubens, wornach vierinal im Jahre, jcdcS' mal beiiu Eintritt dcr neuen Jahreszeit, cin giftiger Blutstropfen vom Himmel fällt, daher mau au dieseu (Telnfoth geuauulen) Tagen kein ^lsmmsser trinsen solle, 446 präcisirtcn Vcstimmnngcn jener Patente ganz bequeme Hintcrpsortcn offen, inn die angcordnctcVcrthcilnng gänzlich zn umgchcu. So louutcn z. V. die Ausnahinsbcstim« mnngcn, daß die trockcncil, mageren oder steinigen Hnt» weiden für das Schafvich uubcdcullich beibchaltcn wer» den dürfen, daß ferner die gemeinschaftlichen Weiden für das Hornvieh in gebirgigen Gegenden auf den sogcnann-ten Älpcn oder Anhöhen, welche anf eine andere als diese Weise nicht zn benutzen sind, gestattet bleiben, nnd daß bei der Vcrthcilnng anf die Rcscrvirnng eines an-sicnicsscncn Vichstandcs oder Ortes, wohin das Vieh der Bcwcgnng wegen getrieben werden lann, als genii« gcndc Anhaltspliultc znr Umgchnng der mißliebigen Vcr^ thcilnng dienen, znmal die Bcnrtheilnng dieser Ans-uahmsfallc meistens in den Händen derjenigen lag, welche für die Verthcilnng ohnehin wenig Vorliebe halten. Wenn man gegenwärtig in Inncr> nnd Dnrrcukrain die meisten Gcmcindc-Hntwcidcn findet, so ist der Grnnd davon gewiß darin zn suchcu, daß man dieselben zu den trockenen, mageren oder steinigen Hntwcidcn zählte nnd als solche von der Vcrlheiliiug als ausgeschlossen ansah. Da übrigens ans einigen behördlichen Erlässen zn cut-nehmen ist, daß selbst manche wirklich schon vertheilte .fmtwcidettrrains nicht innerhalb der vorgczeichncten Frist cultivirt wnrdcn, so scheint es, daß der Mangel an cul-tursähigem Bode» damals noch nicht fühlbar gewesen ist nnd daß die Bauern bci ihrer großen Bclastnng niit Robot wenig ^nst, vielleicht anch nicht die nöthige Zeit und Geldmittel znr Urbarmachnng nencr Grundstücke hatten. Während der Epoche der französischen Kriege nnd bis znr Wiedercrobernng des Bandes trat die Maßregel der .^nlwcidcvcrlheiluug ganz in den Hinlergrnnd, und erst später kamen wieder mehrere Vcrthciluug^u in An-rcgnng. Da zeigte sich jedoch der fast überall hervortretende Zwiespalt zwischen den Maisch lern nnd Hu-bcnbcsihcrn über die Vertheilnng selbst, dann die gewöhnliche Differenz über den Vertheilnngsmodns als dergestalt hinderlich, daß jede Vcrtheilnng, wenn sie nicht ganz unterblieb, doch erst nach jahrelangen Verhandlung gen ihren Abschluß finden" lonntc. Einerseits fanden sich nämlich die Kaischler, welche ans den Gemcindeweideu thatsächlich stets einen im Verhältnisse zn ihrem Grundbesitze größeren Nntzcn bezogen halten, als die Hnbcn-bcsitzcr, dnrch jede Vcrthcilung gekränkt, weil sie dabei nur einen im Verhältnisse mit ihrem Besitzstände stehenden Antheil erhalten konnten; andererseits aber war der altüblichc Vcrtheiluugsmodus nach dem Hubcnstaudc iu Folge der dnrch die Gcstattnng der freien Grnndzcrstück' lnng, welche während der französischen Zwischcuregicrung eingeführt nnd dann von der österreichischen 8tcgieru»g beibehalten worden war, eingetretenen Aenderungen in dem Hubenbesitzslandsvcrhältniß niehr oder weniger unpassend geworden. Die in diesen beiden Richtungen regelmäßig anf-tauchenden Streitigkeiten zwischen den Milinteressenten, die sich in mehrere feindliche ^nger theilten, halte nicht selten den Elfolg, daß die snr die Vertheilnng günstig gestimmten Gemcindcmitglieder ihr Vorhaben ganz nuf< gaben, nnd zwar blos deshalb, nm den gehässigen Feindseligkeiten ihrer Gegner ein Ende zn machen; jedenfalls aber zogen sich die Verhandlnngen nuler dem Einflüsse der Streitigkeiten sehr in die Väugc, indem leine Hut-weidcverlheilnng zn Stande lain, ohne daß alle politi< scheu Instanzen in die Vage gekommen wären, einen Ausspr»ch zn fällen, wobei anstatt des Hubenstandcs der Stenergnlden, d. i. die laudesfürstlichc Grundsteuer von jene» Gnmdbcsitzuugeu, die an der zn verlheilenden Hut-weide Antheil hatten, als Maßstab der Vertheilung an« genommen wurde, wosür die Tertiruug der für Kraiu erlassenen Patente allerdings A n haltsp n ntlc an die Hand gab. Neuesten»? sind im Wege der Grundlastenablösnng nnd Regulirnng ziemlich viele Gemeindehutweidcn ge> theilt worden, dic Theilung hätle jedoch gewiß weit größere Dimensionen angenommen, wenn die Eompctenz der Orundlastcnablösnngs- nnd Rcgnlirnngsorganc in dieser Richtung nicht sehr beengt wäre. Im Sinne des lais. Patentes'vom 5>. Inli l^l R'. G. Bl. Nr. ^>0 sind nämlich nur jene gcmcinschastlichcn Besitzrechte der Gegenstand einer Prouocation anf Theilung, bei welchen dic Insassen zweier oder mehrerer Örtschaften be-theiligt sind, wogegen Gcmeindehulweiden, bci welchen die Mitglieder nnr einer Gemeinde oder Ortschaft als Mitberechligle erscheinen, kein Gegenstand einer Provo« cation sind nnd somit einer Amtshandlung der Grund-lastenablösnngs- nnd Itegulirlingsorganc nicht nntcr» liegen. Wenn man nun der Vertheilnng der Gcmcindchut< weiden eine weitere A»ödehnu»g geben will, wäre nur cin ^audcsgcsctz uolhwcudig, womit ciuc Provocation anf Thei lnng anch bei jenen Gc» mcindchntwci dcn, wo nnr dic Insasse n einer einzigen Ortschaft bcthciligt siild, für znlässig erklärt lind die Eompetenz der Grundcutlastuugsorgane auch anf diese Hütweiden ausgedehnt wird. Man töuutc hicbci mit Sicherheit daranf rechucu, daß anf diese Weise nllc jene Hnlweidcn, die einer besseren Cnltur fähig sind uud deren Eullivirung dnrch cinc vor-läufige Theilung bedingt ist, wirklich zur Vertheiluug lämcu, denn es läßt sich nicht leugne», daß in der nene-sten Zeit bci vielen Vandlentcn cin Umschwnng der An^ ! sichten zn Gnnstcn der Verthcilnng cnltnrfähigcr Hlitwcidcn eingetreten ist, was unstreitig eine Wirluug der güustigeu, gcwilmbringcndcn Resultate ist, dic von mehreren ^andwirthcn durch die Eultiuiruug vou ehemaligen Weidctcrrains erzielt worden sind. Anf die Vcrthcilnng solcher Hntwcidcn dagcgcn, die zn keiner andcrcn vortheilhafteren Cultur gccignct wären, wie z.V. manche Alpen, oder die, wie manche Hntwcidcn in Inner« krain, nnr mit vercintcn Kräften zn cincr besseren Enl-tnr nnd namentlich znr Anfforstnng gebracht werden könnten, dürfte es überhanpt niemals abgesehen sein, daher denn anch cinc allgemeine imperative An-ordnnng der Verthcilnng nicht angemessen wäre. Oesterreich. Wien, 21. März. Die ..Wr. Ztg." schreibt: Wir haben im gestrigen Morgcnblattc die Mitthcilnngcn hiesiger Blätter, welche sich seit einigen Tagen mit dem Verluste ciucs Kartenwerkes (der militärischen A n f -nahmc dcr Wallachci) beschäftigen, anf das rich-tigc Maß znrückznfnhrcn vcrsncht. Zur Sache erfahren wir noch nachträglich, daß das vermißte Kartenwerk zwar, wic wir bereits bemerkt haben, allerdings cinc Eopic dcr im geographischen Institnte vorhandenen militärischen Originalaufuahmc der Wallachei, allein leine „rcdncirtc" Eopic ist. Bereits rconcirt dagcgcn ist dic demnächst erscheinende gestochene Karte, welche diese Aufnahme in sechs Blättern wicdcrgiebt. — 22. März. Dic „Wr. Abdpst." schreibt: Wir halten cS nicht für nnwichtig, zn bcmerlen, daß die l. prcnßischc ^tegicrnng dcm kaiserlichen Eabinet von dem geheimen Vertrage zwifchcn Prcnßcn, Baicrn nnd Aadcn, welcher in Berlin am 19tcn d. M. veröffentlicht worden ist, durch dic hicrortigc k. preußische Gesandschast bereits am 15). d. M. nnt dem Beifügen vertrauliche Mittheilung machen ließ, daß dieser Vertrag in rein defensivem Sinne zu vcrstcheu sei. — Die „Wicucr Abcndpost" schreibt: Die ..Politik," ciu Orgau, das sich uicht so schr dlirch die Objeetivität seiuer Darstellilug, Wahrhaftigkeit seiucr Berichte, die Loyalität sciucr Kritik, den cdlcu Eiscr, zur allseitige» Vcrstäudiguug bcizutrageu nnd die sittliche Würde seiuer öffentlichen Stellung zn wahren, als vielmehr durch den seltenen Eynismus, mit dcm cs sich nbcr alle diese An-fordcrnngcn hinwegsetzt, cinc crcmptc Stellung nntcr dcr österreichischen Pnblieistit zn erringen wußte, — diese „Politik" gefällt sich zur Verherrlichung des Prineips, das zn vertreten sie vorgibt, i» Manipnlationcn, die gebührend zn kennzeichnen lins glücklicher Weise dcr Thcr-sileislhe Sprachschatz jcncs Blattes mangelt. Nicht, um uns in cinc Polcmit einzulassen, in der wir mit Rücksicht anf die letzterwähnte Uebcrlegeiiheit ohne weiters dc» Kürzern zögen, fondern blos, nm das Urtheil der öffeut' licheu Meinung zn provoeircn, müssen wir zn nnscrcm Leidwesen cinigc Stichproben ans der allerjüugstcu Vergangenheit dieses Vlatlcs unseren Vesern bieten. Die „Politik" ereifert sich über die ihr uud ihre» hypcr»atio< nalen Tendenzen gegenüber zn Tage tretende Animosität der Wicucr Blätter (euphemistisch sagt die „Politik" : „das jourualistischc Banditcnthnm Eislcithanicus, wel-chcs, seitdcili Beust allmächtig geworden, die Brigantagc »»bestrast betreiben dnrfte"). Für diese Haltnng macht sie niemand andcrcn verantworlich, als die kaiserliche Regierung. Jedenfalls cin fchätzcnswcrther Beilrag zn der Ausleguug des Begriffes: Freiheit dcr ösfeutlicheu Meinungsäußerung, wic fic doch gerade die „Politik" für sich in hohem Grade in Ansprnch nimmt. Daß dieselben Ionr»ale. welche, nm mit der „Politik" zn reden, „seit der Regierung des Herrn v. Beust zur Schandc dcs deutschen Volkes nnd znm Höhne jcdcs göttlichen nnd menschlichen Rechtes Eislathanicns Zierde wurde»," sich cben so wenig gcniren, dcr inneren uud auswärtige» Politik der Regicruug iu deu verschiedensten ^lichtlinge» Opposition zn machen, das berücksichtigt die „Politik" gcnan so wenig, als die allseitig notorische Thatsache, daß gerade sie und cinigc ihr slanim- und gefiminngsvcrwandtc Organe cs sind, welche sich bci jedem Anlasse ciues Tones befleißen nnd sich in den nic^ drigsten persönlichen Ausfälle» ergehen, wie dies in der zeit-genössischcn Pnblieislit aller Staaten sondergleichen ist. Daß die Regierung anf die Sprache dcs „cislcithani-schen Brigantaggio" gegenüber dcr „Politik" und ihren Strebuugen einen Einfluß nimmt, ist cinc jener stereotypen Tcndenzlügen, vo» dc»cn es in jeder Nnnnucr dcr „Politik" wimmelt. Ist cs doch der „Politik" „nichts nenes, daß, sobald in Oesterreich die deutsche Enltnr daS Regiment sührt, das freie Wort und die Preßfreihcit jedesmal aufhött" - cinc erleuchtete Sentenz, die sofort anf die Gegenwart angewendet wird. „Wic weit cs ^ mit dcr freien Meinuugsäußcrnug uud dcm Nichtein-greifen in die Instizpflegc her ist, das zeigen die tag-> lichen Eonfiscirnngen, Hausdurchsuchuugcu, Vorladllugcn! die im Vcrlanfc von 1 l Tagen an allen Orten, wo es cinc Oppositionsprcssc giebt, mit einem ordcntli-chcn b n rcallkrat i schcn Spcctakcl in Sccnc gesetzt werde»....." ..Freiherr v. Vcnst beabsichtigt dic Uutcrdrückuug dcr Oppositiousprcssc" — „die Verfolgung nnd Bedrückung dcr Partcijournalc, wic fic Freiherr v. Bcust jetzt in Sccnc sctzt :e." — . . „von Nebcrlrelnngen nnd ähnlichen Kleinigkeiten ist da leine Rede, man macht jetzt nnr Hochverrath" solche nnd ähnliche geflügelte Worte sotten wahrscheinlich die Vor« stcllnng verbreiten, nls schmachte die Presse in Oesterreich uutcr ciucm uncrhörtcn Drucke, als könnten die Strafgerichte vor Preßproecsscn kaum zu Athem kommen nnd wimmelten die Kerker von Pnblicistcn. Nnn, die kaiscrl. Rcgicrnng kann, ohne Ucbcrschätznng sci cs gesagt, anch iil diesem Puuktc sich auf das Urtheil jeucr Vlajorität berufcu, dcr bliudc Partciwuth nicht dcn Sinn für Wahrheit und Recht getrübt hat. Das cclatantcstc Beispiel dieser Verblendung ist wohl dcr Eutrüstuugsschrci desselben Blattes, daß dic Rcgicrnng trotz ihrer entschieden ausgcsprochcucu Absicht, dcr journalistischen Discussion deu frcicstcn und weitesten Spielraum zu lassen, und in den Gang dcr Justiz nie cinzngrcifcn, cs zngab, wenn dic richterlichen Organe cs für gcbotcn erachteten, gegen einen Artikel dcr „Politik" cinc Amtshandlnng. vorznnchmcn. Wic, odcr soll die Rcgicrnng, nachdem sie sich jeder Einflußnahme anf den Gang dcr Instiz cntänßcrt, ihre Eonseqnenz nnd Objektivität dadnrch be« thätigen, daß sie in cincm einzelnen Falle diesem gcsetz-lichen Wege präjndicirt? Soll sic, die nicht gewillt ist, ihren Gegnern dcn Glorienschein dcs politischen Martyriums zu vcrschaffcn, fich sclbst zum Märtyrer ihren besseren Ueberzeugung machen nnd sich beim Strasrichtcr dafür verwenden, daß Gesetzesübertretungen nicht geahndet werden? Dic „Politik" hätte dann gerechten Grnnd der Regicrnng vorzuwerfen, sie treibe Cabinctsjnstiz. Uud wenn cs nnr hierauf abgesehen war, dauu war die Falle zu plump gelegt. -^ 24. März. Das „N. Frdbl." schreibt: Wic wir vernehme», wird der R c ichsrat h auf den 28sten April einberufen. Die Erösfuuug dcssclbcn wird dnrch 'Vc. Majcstät sclbst nnd niit allenl Gepränge erfolgen. Prä«,. 22. Vtärz. Die Rcsnltatc der^ Stadtwah< le»: In Prag wurden i»l Bezirke Altstadt die früheren ezcchischcn Abgeordneten mit geringer Majorität, n»f dcr Klcinfcitc dic deutschen Abgeordneten Innek nnd Schlibcrt (früher zwei czcchische Abgeordnete), ails dcm Hradschin die früheren czechischcn Abgeordneten, ebenso in dcr Ncn-stadt nlid in dcr Iosephstadt die frühere» deiitschc» Ab-gcordilcte» gewählt. Die Handelskammer wählte vier Deutsche. In Smichow wnrde dcr frühere szcchischc Abgeordnete mit geringer Majorität, ebenso in Karoli-ncnthal, gewählt. In Prag war die Wahlbetheilignng nngehencr. Ofen, 22. März. Sc. Majcstät dcr Kaiscr wer-dcn Sich morgeu Abeuds ilach Wicu begeben nnd Tonn-tag nnd Montag daselbst verweilen. Allerhöchstdieselbcn werden von Sr. Excellenz dem ersten Gcncraladju-tantcn FZM. Grafen Erc»llcvillc n»d den« Hcrru Ea^> biuctsdireetor StacUsralh v. Braun begleitet. Der größte Theil des allerhöchsten Gefolges bleibt hier. Se. Majcstät haben Sich sowohl bei der Abfahrt vou hier, als bei dcr Ankunft in Wien allc Feierlichkeiten verbeten. Heule Nachmittags fn»d vom schönsten Wetter begünstigt, eine Parade dcr hicsigcn Garnison ans dcr Generalswicsc statt. Se. Majestät wnrdcn von dcm zahlreichst vcrsam-mcltcn Pnblienm mit lcbhaftcn Eljcus begrüßt. Die gestrige Milthcilnng, daß Ihre Excellenzen die Herren Minister Freiherr v. Wüllcrstorf nnd Freiherr v.'Accke nach Wien abgereist seien, bernht anf cincm Irrthnm. Obcrpostrath Kolbcnstcincr ist hellte früh hier angekommen, Hofrath Imhof nach Wicil abgereist. Pest, 22. März. (2 ch l n ß dcs S i tznn g sbe -richtes dcr D cp n t ir ten t a f cl.) Nach Ghyczy sprach Emcrich Szabo für das Majoritätsclaborat. Hierauf folgten Gnbody für das Minoriläts» nud Bezcrcdy für das Majoritätsclaborat, dann Graf Ednard iiarolyi, dcr im Sinne der Minorität sprach. Unter dcn fcrncrcn Rednern, ist besonders Vartal hervorzuheben, dcr die Dclcgationcn vertheidigend sagte: Die dancrnde Acfcsti-gnng dcr eonstitutioncllcn Freiheit diesseits uud jeuscits der Vcitha sei dic Idcc, welche die Ven^eguiig der scheiu-bar schwerfälligcu Maschine bcschlcnnigcn und derselben schöpferische Kraft verleihen wird; zur Verwirklichnng dieser Idee reicht Ungarn dcn translcithanischcn Völkern die trcnc Bruderhand, nnd diese, von ihrer dynastischen Trcnc nnd politischen Reife geleitet, werden die ihnen dargebotene Hand nicht zurückweisen. Dcr lctztc dcr heutigen Redner war dcr Nationalökonom Professor Kanz. - 2.'!. März. Se. Majcstät dcr Kaiscr begeben sich hentc Abends !> Uhr 5)0 Minuten mit dem gewöhnlichen Pcrsoncnzug nach Wicn. — Baron Panl Scliny cy ist alls scin Ansnchcn von dcr Stcllc des Obcr-hauspräsidenten enthoben uud dcr Iudcx Euriä von Majlath zuul Präsidcutcn cruauut worden. — In dcr heutigen Sitznng der Dcpntirtcutafcl zeigte Finanzministcr ^onyay an, daß die Herrschaft Gödölö für Sc. Maje stät al» gckauft w u r d e. Das Haus uahm diese Mitthcilnng Ulit Enthnsiasuills auf. Dann sprachcn Ignaz Ghyczy gcgcn, Alexander Bnjanovics für das Majoritätsclaborat. (tzör;. Das hicsigc Wochenblatt incldct, daß am vergangenen Samstag anf Einladung dcs Baron Ezocrnig einc Vcrsammlnng stattfand, zn welcher Männer, die dnrch ihren Bcrnf, durch Kcuutuissc und Einftliß in dcr Stadt cinc hervorragende Slellnng einnehme», gezogen waren, nnd welche znm Zwecke hatte, dic Ideen nnd Vorschläge Sr. Erccllcnz znr Ansbentnng dcr climati-schcn Vorzüge dcs Bandes und demgemäß zilr Hcbuug dcr politischcu und materielteu Bedeuluug dcr Proviuz uud der Stadt Görz cnlgegenzunchmcn uud ciucr Vc- 447 rathnna. und weiteren Entwicklnng zu unterziehen. Lan» deshanptinann Graf Pace wnroc uon den BersaulUlcltcu zmn Präsidenten und Herr Professor Gatti Zllln Scerc" tär des eingesetzten Comity ernannt. Ausland. Verlin, 22. März. Znm Geburtstage des Königs sind Vclilnckwnufchungötclegranlmc uon den meisten cnropäischcn Höfen, darlintcr ans Pariö nnd Petersburg, cingelnnscn. Dein Fcstdincr dc^ Reichs» ta^cs, anläßlich des Gcbnrtstagcs des Königs, wohnten die Mitglieder aller Parteien bei. Den Toast ans den König brachte Präsident Simson ans; derselbe betonte vornehmlich die Mission der Hohcnzollcrn, ans den verschiedenen dcntschen Stäininen ein Volk, einen ocntschcn Staat zn schaffen. — Die ..Norddeutsche Allgemeine Zcitnng", indem sie den Auslassungen der Wiener ..Ncncn freien Presse" bezüglich der Nmftigcn Stellung Oesterreichs zn Prcusicu Mcrkcnnuug zollt, sagt: Gewiß wird Oesterreich nirgends einen trcncrcn Äuudes-genossen als Preußen finden können, wenn Oesterreich sich nns rückhaltlos anschließt nnd die nationale Ent< Wickelung Dcntschlands, wie dcr Präger Frieden dieselbe angebahnt hat, fördert. Wir wissen, daß der leitende Staatsmann in Oesterreich ans Acfcstignng der frcnnd-schaftlichcn Veziehnngcn zn P.rcnßm beacht ist, und hoffen, diese Beziehungen werden inniger werden, je tiefer die Bedeutung der Freundschaft beider Staaten für den Frieden Enropas's erkannt wird. Floren;, 22. März. Die Kammern wurden eröffnet. Der itönig hielt folgende Thronrede: „Ich habe cö für das Gluck Italiens räthlich erachtet, das; dic Vertretung des Landes sich durch die Quelle des nalionlen Stimmrechteö kräftige. Ich habe das Vertrauen, daß sic dabei das Ärwuhlsein von den ernsten Vcdürsnissen dcs Vaterlandes und die nothwendige ssrast geschöpft hadcn "ud, filr dieselben vorzusorgen. Alö die Zcit für küdne ^"lschlüsse und verwcgelU' Unternehmungen gewesen, bin ich verlsanrnövoll ans dieser Bahn vorgegangen. Dic Nation lst niit Lifer meinenr Nufc gefolgt, wir haben die Ilnad-!)ä»gigllil erlangt und die Freiheit ausrecht erhallen. Icht, Wo der Vestand Italiens gesichelt ist, verlangt cs, das, seine Kräfte dic Einsicht und den W llcn haben, sieh nicht in Uu> M^s;igl,'i!n» und Nivalit^iten zu erschöpfen, sonder» vereinigt seien, um demselben einc daucrhastc und wcise Oiganiscilii,'» zu geben, damit die ElcMenle einer glücklichen (frisle,iz, wclche die Vorsehung geschenkt hat, in 3iuhe culwielelt werden. ?ie Nation verlangt, dah die Kammern und die 3le< fzierung sich mit Weisheit auf dieses Verdesserungswert verlegen sollen. Tic Völker liebe» und schürn die Inslilutioncn nach den Wohlthaten, welche sie erzeugen. Man muh zeigen, daß unsere Institutionen die edelsten Ansprüche der nationalen Thätigkeit und Wilrdc befriedigen, um nicht das Vertrauen in die Freiheit verringern zu sehen, welche die Ehre nnd die ssrast unserer politischen Neugestaltung biloen. (5-3 werden Ihnen der vollständige (littwurf ciner Ver-walNMgöreorganisalion und andere Gcschentwürfe vorgelegt werden, um die Art der Cttucrcinhebung zu vereinfachen, gleichförmig zu machen und die Controle sicherer zu gestalte». Die Bedürfnisse und die Veipslichtui'gen des Staates gestalten es zwar nicht, im Augenblicke die Lasten herabzumindern, alier in Erwartung einer gerechten Liquidation des Kirchcnguleö werden strenge Sparsamkeit und die wachsame Anwendung der ncncn Gesetze die Steuern minder scbwer clscheincn lassen. Eine rasche Berathung und eine wirksame Anwendung der beantragten Normen tonnen aMin unseren Credit wieder herskllcn und die 3lolhwendigl.it neuer Steuern beseitigen Tie Fmanzsrage ist gegenwärtig sür Italien nicht blos die wlchtlgsle Inlcressensrage, sondern auch eine Frage der „alionaleu Ehre „ud Würde. Das Parlament, ich zwMe nicht daran, wird seine ganze TlMigtcit dmanschcn, um sie zu lösen. Vci sricllicken Gelegenheiten haben wir Europa vcr. sprechen, dah wir für dasselbe eine Stiche der Eioilisalion der Ordnung und des Friedens werden würden, sobald wir geeinigt und im Vesike unserer nationalen Existenz sind. Wir müssen dieses Verbrechen erfüllen. Meine Herren, die Ehre, das Heil und die Zukunft des Landes liegen in Ihren Händen i wenn es ein 3tuhm für uns war, die Unabhängigkeit errungen und der Nation Schwung uud Lebenskraft gegehen zu haben, so wild es lein geringerer Nuhm für uns sein, sie nach Innen zu orga» »isircn und sie sichrr, gsachlrl und start zu mache» " Paris, 2t. März. Abends. Admiral ^aroncicrc lc Nonrry meldet ans Bcracrnz vom 16 Mäi" daßdieNänmnng Mexico's uollständig liccn^ det nnd Marfchall Bazainc am 12. März abgereist sei. Sämmtliche Schiffe Men, dem Berichte znfolgc am 1«;. abgehen. Der Gesundheitszustand ist befriedigend' In Vcracrnz herrscht Ordnung. Weitere Nachrichten ans Mexico fehlen. Tt. Petersburg 22. März. Dcr heutige „In. lide" dcmcniirt officicll das Telegramm ans Bombay, die Berältnisse Rußlands zu dem Emir von Bokhara betreffend, nnd fügt hinzu: Alle bisherigen Telegramme nns Bombay waren falsch; seit dcr Einnahme des Dc< filer's von Djusak habe Rußland keine Verhandlungen, selbst leine diplomatischen Beziehungen mit dem Emir von Bokhara gehabt. — Die „Petersburger Zeitung" hört, dcrVertanf dcrMoötau-PctcrSl'llrgcr , Eisen bahn fei im Principe beschlossen. Die Känfcr seien noch nnbckannt. Dcr Erlös soll zum Ausbau des russischen Eiseubahuuchcs verwendet wcrdcu.__________ Hagesnemstkeiten. — (Treffer.) Der Trie st er Holzhändler Herr Äoutempelli hat den erste« Treffer bei dcr am 29. d. vorgenommenen Ziehung der Slaats-Wohlthäligleits'Lolterie im Betrage von 100.090 fl. gewonnen. — (Die Schnellzüge zwischen Wien uud Paris) erhallen vom 15. Mai d. I. an eine lürzcrc Fahrzeit als die gegenwärtig verkehrenden Courierzügei man fährt von Wim um 8 Uhr ID Minuten Früh und ist nach 36 Stunden ü Minuten in Paris, und geht von Paris um 6 Uhr .')!"> Minuten Früh ab u»d trifft nach 36 Stunde» in Wien ein. Die bisherigen Couricrzüge werden hicdurch nicht alterirt. — (Eiuc gute Idee.) In Braunschweig ist vom Vürgcruereil! der Beschluß gefaßt worden, sich des Hutabnchmens bei dcr Begrüßung auf dcr Straße zu enthalten, zumal ein derartiger Beschluß vor circa 99 Jahren gesaßt worden sci. Die Mitglieder des Bürgcrvereins bitten in einer Annonce das Publicum, „eine Vcnchnmg des Hutes oder eine grüßende Bewegung mit der Hand als AuSdluck der Achtung anzunehmen." Locales. — (Anerkennung.) Die von unserem begabten Landsmann Karin ger in der MärzauGelluug de6 österreichischen Kunsluercins ausgestellten Landschaften werden von Wiener Blättern mit Anerkennung besprochen. Das „N. Fr.' Vl." sagt: Sehr hübsch und mit Empfindung gemalt sind vie beiden Oclbildcr von Anton Karin g er, wenn wir nicht irren, dem Sohne cines Laidachcr Kaufmanns: besonders schön ist die Beleuchtung uno der duslige Hinlcr-grund der Landschaft ails dcr Bocche di Eatlaro. — (Bitteau die H erre n Lehrer.) Dem Natur» freunde ist cZ auMig, daß im Noscnbacher Walde die Zahl der befiederten Sänger so gering isl. Allein wenn mau sieht, wie fleißig diesen armen Thierchen zu jeder Zeit des Jahres ausgelauert wird, und wie dieselben besonders von Knaben selbst jetzt im Frühling, wo von hundert neu in d(U Käfig gesperrten Singvögeln kaum einer am Leben bleibt, in Fallen gefangen uud hiciuit schonungslos baldigem Tode überliefert werden, fo taun man sich über jene Erscheinung „icht wundern. Da cs nun den betreffenden Aujsichlsorganeu uicht wohl möglich ist, solchen Unfug überall gleich zu entdecken und abzustellen, und da del selbe auch anderwärts vorkommen dürfte, so wird an die Herren Lehrer in dcr Stadt uud auf dem Lande die Bitte gestellt, durch Belehrung und Zurechtweisung auf die Jugend cinwirlen zu wollen, daß sie die Singvögel, von denen ja die meisten, wie Roth kehlchen, Meisen, Nachtigallen, sich auch durch Vertilgung schädlicher Iüsecten dem Menschen nüjllich erweisen, schone und ja im Frühlinge nicht einsänge. -- (Städtische Rechnungen) und zwar über das Armeninslilut, den Burgerspitalssoud, verschiedene bürgerliche Armcnsliftungen, Mdchcnaussteuctstiftungcn, den traini-schcu Invalidenslislungssood, die städtische Deposileiicasse und die Stadtcasse liegen laut Kundmachung im heutige» Amts« blatte im magistratlichcn Expedite seil 21. d. M. durch 11 Tage zur öffentlichen Einsicht auf. — (Benefice.) Morgen wird zum Vortheile des Herrn Fredy die Oper „Robert der Teufel" gegeben, worin der Beneficiant die Partie des Raimbaut singt, wclche zu seinen besten Leistungen gehört. — (Theater.) Wir haben zwei Theaterabende zu verzeichnen, von denen sich nicht beide eines gleichen glücklichen Erfolges rühmen lonucn. Das am Samstag gegebene dramatische Märchen „Das Alünner Rad" hat sich unserer Kritik entzogen, das Publicum hat über dasselbe gerichtet, und wir haben diesmal wahrlich leine» Grund, uns hicrin in Opposition zu demselben zu stellen; wir wolle» es auch unterlassen, der einzelnen Leistungen der darstelle»' den Personen zu erwähnen, nur die Bemerkung können wir uicht unlcrdlücke», daß wir dem Geschmacke des Äeneficianlen Herrn Burggraf dic Wahl eines folchen Stückes wahr' lich »icht zugrmuthct ballen. Leider halte das Publieum nicht cinmal den Trost des Gerichlsschreibers: „Kost't mich nichts!" Für diese bittere Mand Gulden österr. Währnng in Vanlnotcn. Dcr Kauf, welcher mit Allerhöchster Bewilligung gestern abgeschlossen wnrdc, ist zn Gnnsten der nngarischcn Krone geschehen nnd wird seinerzeit ins Gcsetzbnch eingetragen werden. Verlill, 23. März. Der Staatsanzciger pnblieirt einen mitdcin ftrcnsnsch-baierischcn glcichlantcndcn Vnu d -n iß vcrtrag zwischeu Prcußc n und Wür tc m -b cr g vom 13. Angnst 18<>^,8<).— 5,perc. Metalli.Mö mit Mai- uud November-Zinsen . -- Vanl^ «ctiru 72«. — Creditacticn 1^. — l^Ner SlaalSanleheii 65 40. — Silber 126.50, — London 129.40. — K. t, Ducalru !!.0<». Keschästs-Zeilnug. ^aibach, 23. Mar;. Auf dein heutigen Mm'lte sl»d er. schienen: 4 Wagen mit Heu und Slruh (Hen «0 Ctr. 20 ^sd,, Ttroh 20 Clr. ^2 Psd,), 5i0 Wagen n»d 0 Schiffe (14 Klafter) mit Hol;. Durchschnitts-Preise. fl. , lr. st. lr. fl. li. fi. lr. Wei,,l'!i pr, Metze» t> 4<)!------- Butter pr. Pslüid 40 — — Kor» „ 4 20 — ! Eier pr, stück ,-i,, ^^. Gerste „ !i 40------- Milch ftv. Mast ^10 - Hafer „ l «0------- Rindfleisch pr, Pfd, - ,«------- Haldfnich! « -'---------- Kalbfleisch „ -22— — Heiden „ :l<15>------- Schn'cinesleisch „ 24— — Hirse „ ^,-------—Schöpsenfleisch,, —14-^ ilnlurutz „ —!-------— Hähndel pr. Stllck — 50 — ^. Erdäpfel „ 2 20-— Tauben „ -15- — linsen „ 5«0------- Heu pr. Zentner t 20 .- ^rl'scn „ <>-------^ Stroh „ -80—!- Fisolen ,. tt-------!—z Holz, hart., pr.Klft. —'— 7 50 Nind^schural; Pfd. -45—!— — weichei«, „ —.. 55.0 Schweineschmalz „—44— — Wein, rother, pr. ! Speck, frisch, ,,-M->-^ Eimer -!.. 14!— — qeränchcrt „ —.40 -,—, — weißer ,. — — 15 _ Angekommene Fremde. Nin 22. März, Hiadt Wl<»ll. Die Herren: Behreus und Kleiu, Kaufl., von Wieu. -- Vochm, Gutsbesitzer, von Grit, -- Weber, ttausm., uon Trieft. — Oul'rmann, Kcnifm., von Oottschee, Elepliant. Die Herren: Burian, Ncis, Dr. Thun Klcveta, ^'Iduocat nud Klancer, Haudlniiss^rris., voll Wien. — Snpcmcit ^osn', Musiler, Snpmic c Antust, Kresse, und Frl. Maria Sn« paniic, Boltösäncu'r, uen Karlstadt. Kaiser von vesterrci«-!,. Herr Grillo, uon Padua. Auttozichullg vom 23. 5l)tärz. Graz: 26 02 07 451 59. __________Wien: i> 77 2 87 09.__________ Theater. Heute Dienstag den 26. M ä r z: (sieisti,^ ^iobe. ^nslspiel in 2 Acten r>oii D. l.'cdercr. N.iketl. Parodie iu 1 Act von Poli) Hellrion. M 0 ra, en Mittwoch den 27. März: Zum Vortheile des Opernsäna/rö Hermann Fredy. Äobert der Teufel. Große Oper in 5 Actcn von Mrycrbctr. !0., Ab. > 32«,?g -j- 1.8 N. schwach i slerlienhell , li U.Mss. 328.LI -- 1. N. schwach Nebel 24. 2 „ 3c.' 327.5, -s- «4 NW, schwach halbheiler 0.oa 10 „ Ab. 327.«, ^ 2 s N. s. schwaci, heiter ________ 6 U. Mq. 327.8» ' - ^ 0.7 !O. s. schwach tl^ilw. bew. 25. 2 „ N.' 327.,l« ->- <>.> O. f, schwach halbheiter 0.».» 10 „ Ab/ 327.5,« j 3..! ! wi»d,UN ! stnnenliell ' Verautwortlichcr Redacteur.- Iguaz u. Klesnmaur.