Mittwoch, dm 14. Aezemver 1870. Jahrgang. vi. „M».b«rg.. «.ilimg- «sch-in, i.d.n Soiinwg^ MMwoch «nd «lüse - ,ar Marburg - »»»jjührig S h-ldjShrig » »iert.ljählig 1 fl. »S k: fi>. Suftelli.»-_____________Postversendimg: ganzjährig 8 fl., halbjährig 4 fl., vierteljährig S fl. Insertiousgebühr 6 kr. pr. Seile. Km Arage der religiösen Hlevun-gen in dm Mttetfchuteu. Ä Bekanntlich lvurde mitlelst Mittifterial-Erlasses vom 5 April d. 3. hinsichtlich ber Rc-ligionsübungen an Mitteljchulcn die V^sliulmutttz getroffen, daß der?» gejktzliche« Minimum i» dem soan- und festiäglich n GotteSdicuftc (Mkije und Predigt), sowie in dem dreimaligel, EmpflUig der SatrtiMkNte der Buße und dcS Aitar^' wat)-rend jede» Schuljahres zu best^kn l^abe. Dt0lisubungen einrn iutegri-»endeu Bestandthkil des Reliaionsunterrichtes bilde» entstand bekanntlich eine Divergenz zwischen den Anschauungen des Gcmcinderaihe« von Wicn und jenen der Reziernng. Der Beschluß de» G -meinderathes wurde ststiri und sind seine defini' tive Erledigung in dem Miiiisterlalerl.^ss^ vom 28. Oktober d. Z. Z. 3264. Deser Miuisttrial»rlaß, welcher, wie üus Anlat eines speziellen galleS sestg stellt ivurde. auch für Steiermark v o l l e A n w e nd u ng findit, bestimmt ausdrücklich, daß die RtligionS-übungen kein i n te g r i r e» d e r Bestand-theil dtS Religionsunterrichtes sind, eS zwar im Allgemeinen bei dtn Bestimmungen deS April Erlasses sein Beivenden h ben solle, duß e« jedoch den Eltern oder deren gesetzlichen Vertretern. lo-wie den einzelnen Schülern, «velche über vierjehn Jahre alt, somit diesfalls diSposilionssci hig, freistehe, im Interesse der Disziplin jedoch nur am Beginn jeses Semesters die (Zrtlärung abzugeben, daß sie nicht gesonnkn, an den sistemtsirten Re« ligionsübungen Ttzeil zu nehme»», beziehungslveift ihre Pflegebefohlenen Theil nehmen zu lassen, ohne daß diese Erklärung sellift-verstündlich auf die Klassifikation des Religionsunterrichtes, welcher nach ivie vor obligater Gegenstand bleibt, irgcitd einen Einfluß üben »vürde. Es liegt somit in Jedermanns Hand, feiner Ueberzeugung von der Etsprieplichkeit oder Nicht-ersprießltchkeit von Amtswegen angeordnetkr Religionsübungen praktischen Ausdruck zu geben , wir begrüßen daher dkn betlefflNde» Min'sterinlerlaß als einen gortschrilt nicht der Gesetzgebung, son. dern der richtigen Interpretation des Gesetzes i»n Sinne des Gesetzgebers, der auch im ß 14 des Staatsgrundgesetzks den Religionsnnterricht als ^ehrgegenstand um den PieiS drr Freiheil bezüglich der Theilitahine an den ReligionSübungen zu retten l>enlüht wtU. Eln jeder, der sich mit der Jugend, ihren Bedürfnissen, ihren Geivohr'likiten beschäsiigt Hut, ivird hittsichtlich d-r Ersprießl chfeit der Reliqions. Übungen, welche nur in Folge drs Zlvnnges der Disziplin vorgenommen iverden, gkwichti^^e Zivei« sel l)ecen. Dieser Z>»»a»tg ,st somit jetzt entsciUeii, nachdem die Möglichkeit get^ebkn. an der Hand j.nei 'I'üttisterialverotdtlung die heutige Regel zur Au», liahttie zu Mlichen und dnich missenhafl? Erklä-rungen. an den Religionsübungen nicht Theil nelimkn zu »rollen, die Bestimmungen der April-Verordnung illusorisch zu »nachen. Ein Bedenken wird sich wohl Bielen, die t)0n der durch die Ministerialverordnung vom 28. Oktober v. I. ein^kräurnten Begünstigung gerne Gebrauch machen möchten, aufdrängen, ob ivohl nuch detn L hrcr der Religion an den Mit trlschulen jener Grud der Objektivität zu Gebote liehen »vird. um der Anordnpi'g zn genügen, daß die Theil- oder Nichttheilnatime an den Reli-gionsübungen auf die Älassifikation auS dem obli gaien Lehrg^enstande, d.r Religionslehre nähm-lich, kei»»en Einfluß üben dürfe. M 'g nun dieser Ziveifel tierechtigt sein oder nicht, so ist dafür gesorgt, daß oie Bäume 0et Willkühr auch nicht für Religionslehrer an Mit-ieljchulen in den Himmel ivachsen; es gibt gesetzliche Vorschriften, w lche etivaigen Chikanen vor Beginn die Spitze abbrechen lassen. Mögen daher recht viele Eltern ihrer Ueber-zeugnng folgen. oh»»e Furcht, d.,ß daraus sür ihrt Kli'd r nachtheilige Folgen eltlst.hen könnten; o.ntt nur. tvenn jrdir oh^lte Scheu Farbe zu be-kennen bereit, ivird der falsche Rimbtts der G ch!v arzt n erblcichui. Partamentarisehes. Oefterreichische Delegation. In der Plenarsitzung voin !). d. Mts. ioird nach' Abhandlung von Personalien zur Wi»ien-schaft genommen, daß die ungarische Delegation dein KrlegSmin'ster den Rachtragskredit ganz ebenso betvilligt babe, wie die österreichische. Drei Regierungsvorlagen werden dem Fi-u.mz-Ansschusse übergebe»», nämlich die Erhöhung der Auelaae» für den Staatsarchiv, die Erhöhung der Auslagen und Organisirung der Kon-sularvertretungen, besonders »m Oriente, und ei»tt Borlagt deS KriegSministeriumS. betreffend das zur Behandlung deS Titels 19 (HeereSver-pflegung) dtS Boranschlages n0th've,»dtge Korrektiv. — Mehrere Petitionen »Verden überreicht. — Sodann kommt der Bericht deS Ausschuss.S über den Voranschlag deS gemeinsamen Finanz-Ministeriums, über den Penstons Etat, über daS ZoUgefälle sür 1871. über tie Vorlage deS Fi-aanz,ninisterS »vegen nachträglicher Gestatlu»'g des BirementeS in dem Budget für daS Jahr 187V und über die Beantivortung der Resolu-t>0i» der ReichSrathSdelegetion zur Verhandlung. — Sammtliche Anträge deS Ausschusses werden angenommen. Delegirter Wolfrum bespricht sod.'nn die sonderbare Weise, in lvelcher die vorjährige Re soluiion der Delegation, daß dns gemeinsame ginanzneinisterium die Regelung der Valuta in die Hand nehm', vo » demselben in der Vorlage bratttwortet ivird. Auch frägt er »veiter. was denn Wahres an tem (Lerüchte sei, daß die acht-zig Millionen Bankenschuld auf die österreichische Reichshälste überschrieben ivorden sei, und iven-es »Vahr ist, iver die Schuld daran trage. Der Gegenstand wj>d später von» Fin^inzmiiiister vor-geleijl iverden. Hierauf »vird für den genieinsatnen obersten RechitUngShos 1V2.00l) fl. als lKrsordernis; uni^ 636 fl. als Bedeckung eingestellt. Betreff der einstwetlitkn Regelung der Ruhe- und Bersvr- gungSbeznge für die bei den gemeinsamen Be-Hörden angestellten Beamten und Diener, dann deren Witwen und Waisen »vird folgende Resolution angenommen: „daß diese B züge als pro» visorische Verfügnntien in das Budget eingestellt werden, daß aber das gemeinsame Ministerium erneuert aufgefordert iverde. das verfassungsmäßige Zustandekomtnen eines diesbezüglichen PenstonSgesetzeS möglichst zu beschleunigen. Inder Sitztlng des Budgetausschusses werden mehrere Posten deS Kriegsbu^ets mit t,eril»gen Aendcrungen angenommen. Velegirter Dr. vl^iskra stellt den Antrag: Die Delegation spreche a!S Wunsch aus, l. daß von Seite de« ^»emeittsame»» Kriegsministeriums nach Schluß der DelegationSsitznngkn eine skommiffion ei«»gesetzt und zn derselben je sechs Mitglieder von jeder der beiden Delegationen und zivar auf Grund disSfälliger Bezeichnung durch die Delegation eingeladen »Verden, um die zur Aufstellung eines Siormalfrikdensbndgets für oie Landarmee nöthi-gen Crhtbungel'. zu pflegen nnd die einzelnen Ansätze bes Budgets zu pli»fen, 2. daß das Re« sultat der Berathungen dieser Kommiffion der nächst'n Delegation vorgelegt »verde. Räch längerer Debatte »vird dieser Antrag zum Ve-schlnße erhoben. In der Sitzung des Bndgetausschusses vom 10. »vurde das Kriegsbudget weiter berathen unl» kam man zum Titel „Tiuppen". sür »velche im Ordinarium 53 Millioi: a eingestellt ivareu, es werden jedoch nach Dr. Brestels Antrag nur 49.7l)().0()v fl. bewilligt; dadurch wurden in Summa 4 Millionen, natürlich «ach heißer Debatte. vom Ordinarium des Kriegsbndgets ge-stiichen. — Auch der ..Dispositionsfond" gab wie uUe Jahre Gelegenheit zu iveitläufigen Diskuffio-nen. wobei es sich herausstellt, daß die Regierung nur 150.000 fl. für die geheimen Preßzwecke vettvendet hab^, »vas dem Referenten Dr. Schaup nicht wahrscheinlich erschienen »var. künftighin soll der Preßfond tn anderer Form »virk-sam sein, so erklärte wenigstens die Regierung; dieselbe »volle nämlich informativ und aktiv ein-»virken. Man »volle künftighin die Publizisten, ivelche die Ansichten der Regierung gegenüber den Angriffen oppositioneller Blätter verlhcidigeu und das Volt „aufklären" sollei». in gesicherte Stellungen bringen. Auch sür Transleithanien »verde der Fond verwendet, joiveit die höhere Staats-polize» dies verlange, »vozu natürlich «Stimmungs-ber»chte" nothwendig seien, welche durch das Mi« nisterlum des Innern oder deS Ministerpräsidea-ten an daS gemeinsame Ministerium gelangen. Auf die Anfrage Dr GiSkra'S. ob man »vie früher de»n gemeinsten Stadt- und Familien« klatsche »lachspüre, kamen nur ausweichende Ant-Worten. Graf Beusl e'klärte zwar, aus den D»s-positionSfoltd zu verzichten, aber die ,moralische Einimrknng" müsse gewahrt bleiben. Auch die leidige „Titel- und Ordenssucht" bekam von Dr. GiStra eine kräftige Mahnung ab. Ungarische Delegation. Da der gemeinsame Und Landesstnanzmini-sler verhindert sind, diesmal die Aulklärungen über die Deckung des Defizites zu geben, »vird der Vorschlag deS KriegöMiNisters bezüglich der Erhöhung d»S KavalleriestandeS in Berathnug gezogen und ivird das außerordentliche Bubget von 60 Millionen zur Besprechung vorgenommen, ohne daß ein Beschlnß gef.ißt ivurde. VoUtifche Ueberftcht. Noch immer ist es die M i n i ft e r t r j j e, welche in den Geistern spuckt, ohne leine einzige sichere Kandhabe zv bieten. So viel geht aus dem Ganzen heivor. daß man mit Cnlschiedcn-heit ein liberales Ministerium an die Lpi>^e stel len will und daß selbst Potocky in demselben feinen Vlatz finden diirfte. sclbst wenn er. lvie es heißt, das Minoritäts-Memorandum abschivören würde. Bon einem Eintritt Herbst's in. da» nene Ministerium dürfte auch kaum die Aedt sein, er piU parlamentarisch« Führer bleiben. Die größte Wahrscheinlichteit ist dasiit, diip ein Fürst Änersperg. entweder Karl oder Anton, mit der Bildung betraut wird. (Die Wander-Bersammlungen) des Linzer konstitutionellen Vereines sind von der Neaierung verboten worden, weil die staatliche Aufftcht unmöglich sei, wenn kiii Berein sich außerhalb seines statutenmäßigen Vereinssitzrs versammle. (Der akademische Lejeverein) in Wien ist ausgelöst worden, wnl derselbe bei seiner Jahresfeier. politische Diskussionen zulttß, welche ihm als uichipolitischen Brreine nicht nur nicht ^stattet sind, sondern lvciche lkider durch den Übertriebenen Elser eini^^rr Theilnelzmer und zu letzt des größten Theiles derselben derart ausarteten, daß ein Theil davon als Angeklagte vor dem Strasgerichte erscheinen wird. (Die En v s - B e s est i g u nge n). wclche in gewissen Kreisen so sthr befürwortet »vordtn wollen IM Volke Oberösterreichs keinen Gefallen finden; Petitionen werden dtshalb um Petitionen an die Delegationen grsendet. ^uslavd. lBerlin.) Tie Sitzungen des ReichSrathes beschäftigen stch bis zum Schlüsse mit dem großen Elnigungswerke und die Majorität hat den bitteren Zusatz der Verträge mit ven Südstaaten hinunter geschlnckt, trotz heftiger Oppositionen; die Rational-Liberalen thaten ihre Schuldigt«it so gut, daß Graf Bismarck fte nicht besser wünjchen sonnte. Die „Kaiserwürde" und die Umtaufe der deutschen Bundesstaaiui in eii» „deutsches Reich," sowie die Adreßdeputalion an den König wurdrn mit großer Schnelligkeit akkzeptirt und es ist da-her dem »üchsten Parlamente erst vorbel»^tlten die nothwendige« Beifaffungsänderungen, ivelche Minister Delbrück auch schon aäkiindete, durchzuführen, diese werden wahrscheinlich sehr eingreifender Natur sein. Die deutsche Presse bespricht die Bedeutung des deutschen Kaiserthums in der verschti-densten Weise, ja sogar von kirchlichen Auffaffun-gen dieses Titels spricht man. (Die L uz e m b u r g A r a g e) scheint nun thatsächlich aus daS politische Theater zu kommen; Bismart soll nämlich in seinem Depr-sche behaupten, Holland tzabe so viele Gediktö' Verletzungen Luxemburgs durch Frankreich gestattet, daß es fich auch nicht mehr an den Neutralitats-vertraa von 16L7 gebunden halte. Holland soll g,neigt sei» über die etivaige Abtretung Lujemburgk in Verhandlung zn treten. (Den Frieden) zwischen D'Utschland und Frankreich sott man voa Seite Preußens ernstlich gewillt sein anzubahnen; doch sehlt auf Frankreichs Seite nach Preußens Ansicht der paklirende Theil, denn mit Napoleon klinn man doch nicht Frieden schließen und mit der gegenwürligei» provisorischen Regierung will man eS nicht, insbesondere da fie so viele ivortbliichige g-sangene Offiziere lvieder in ihre Armee einreiht. Man spricht nun wieder davon durch die Generalräthe der Departements eine Nationalversammlung einberusen zu lassen, tnit welcher man sodann verhandeln will. (Die Regierung in Tour S) scheinl nach den Niederlagen der Loirearmee oen Kops Verloren zu haben »lnd hinler jedem Uiiglück-', hinter jeder stlbstständigen That eine» Führer» Verrath zu wilt-rn; so wurde auch in das L^iger von Conlic ein Finanzinspektor gesandt, ivelcher die Ausgaben de» Vraferi Keratry kontrolli-ren soll. (In der PontuSfr» ge) ist außer der Veröffentlichung einzelner Depeschen, welche an die Garanten des Pariser Friedens gesandt werden, nichts Neues aufgetaucht. Nur England ist ihätig. Authentisch verlautet, E ngland beabsichtige, aaf der eventuellen Pontus-Konfelenz den Antrag auf gänzliche Aufhebung der Reutralistrnng des Zchtvarzen Meeres und der Dardanellen Durchfahrt zu stellen. Hiett die Gründung ta!holisch-kons,rvativer Volksvereine besonder» an » Herz legt. Wo immer ein Boden dafür vorhan« dtn ist — heißt es in der Kurrende — sollen die Seelsorger es an der pastoralklugen Anregung za einem solchen B-reine nicht fehlen lasten. Sei der A 'fang noch so klein, dcm redlichen BtNiühen um die hl. L>ache und um daS lvahre VolkSivohl «verde der Seg'N Gotte» nicht sehlen. Damit das Ordinariat in soitlausender Üeuntniß^ über die katholisch-koiiservalitKn Dlözesanvereine bleibe, »vurde weiters angeordnet, daß, sobald irgeudivo ein solcher Berein entsteht, tiievon sofort die Anzeige an das Ordinariat unter gleichzeitiger Borlage der Statuten erstattet wkrde. Welters em-pfiehlt die Knrrrnde die Gründung von tatholi-lchen Gesell«nvereine»'» dort, wo auf irgend eine entsprechende Zahl von Mitgliedtrn gerkchiiet werden kann, da eS keiner Nachlveisunz dtdürse, ivelchen Gefahren eben heut zu Tage hie und da insbesondere der Arbeiter« und Handiverkerstand ausgesetzt sei. — Gefahren die seine religiöse Ue-berzeu^nng. aber nicht minder auch seine zeitliche Wohlfahrt bedrohen. Ein durch die Erfahrung hinreichend beivährteS Mittel datvider liege eben in den Gesell nvereinen. W>t die Grnndilng dcr katholisch-konserv.'tiv n Volkevereine ist auch die Grüttdtlng der Geselieavtl^ine stets von Fail zn Fall dem Oid!na»ia!e zu>^ Kenntniß zu liringen Es ist dies» ein erneuter Sporn für die Liberatell, ihre Hände ja nicht ruhig in drn Schoß zu lege»«, damit das Mi'lhsaln ertvoriiene Terrain nicht verloren gehe. (Falschspielet) treiben sich in einer Bande hier in der Stadt herum, daß man sast jeden Frritag oder Samstag Kla.^en d^'rüber hört. daß fie diesem oder jenem Baner einen größeren oder kleineren Betrag abgeschiv'Ndelt^ Nur dadurch. daß in manchen Gasthäusern dieselben geduldet werden, ist es möglich, daß nus,re Polizei dieser Individuen nicht habhaft werden tann, um fie ihrer verdimten Strafe zuzuführen. Tritt ein Unbetheiligter für ein Opfer ihrer Geldgier ein. so passirt eS. wie am letzten Freitage, daß derselbe mit blutigem Kopfe heimgeschickt wird; so erzählt unS ein Bürger, der sich um einen Bauer annahm, dem schon zweihundert Gulden von einer solchen -Spielerbaude abgenommen waren, daß er sammt seinem Arbeiter aus dem Gast-Hanse hinansgeivorfen wurde, so d ,ß letzterer im Gpitule liegt, ihm selbst aber Gefahr droht, ein Auge zu verlieren. Wie wir erfahren, find zivar von Seite der Gicherheitsbehörde durch Ansioei fungen. Bernrtheilungen u dgl. Maßregeln getroffen ivorden, aber große Etiergie nnd Unterstützung durch die Bevölkerung thut noth. (B e r f a s s n n g s f e i e r.) Wie »vir hören lvird der pol. Berein „Fortschritt" für den 21. d- eine Berfassungsfeier arrangiren. L. (Vom Männergesang-Berein.) Ueber die daß behuss Deckung oerzLetzteren die Theilnahme nur gegen ein festzusetzendes mäßiges Entree stattfinden könne. Aus diesem Grunde erscheint dieses „Tanzkräuzchen^' auch nicht in dem Iahrespro-gramme aufgenommen. Weilers tvurde beschlossen. ,ine Revision der Bereinsstatuten vorzunehmen. — Die 3. Generalversamlnlung war durch den Rücktritt des Kassiers. Herrn Tjchetigi jun.. veranlaßt nild wutde an dessen Stelle Herr Jos. Kokoschinegg zum Kassier. Herr Dr. 3. Stepisch-negg dagegen zur Ergänzung der Mitgliederzahl als Ausschuß in die Bereinsleitnng gewählt. — Das erste „Licderkränzchen" im lausenden Ber« einsjahre findet am 17. Dezember 1870 statt. Bezugtich dls Programmes verweisen wir auf die einschlägige Annonce im vorliegensen Blatte und konstatlren nur. daß dasselbe fast durchgängig neue, hier noch uitbekannte Nummern en-hält. Die Wahl von drei Nummern, welche der schö-pferischen Kraft des großen Meisters Beethoven entsprungen, erscheint als ein stanigrr Akt der Pietät. (Der 1/. Dezember ist der hundertjährige Geburtstag ^Veethovens, und können wir daher dieser trefflichen Wahl nur lobend erwähnen. Anm. d. Red.) Hervorzuheben ist noch Abts: »Mzr träumte von einem Königstind" und Mair'S Volkslied: „Wie die tvilde Ros' im Wald". — Die .Fajchingsliedertafel" findet am 11. Februar 1871 statt. Das Programm sür diese wird lvie alljährlich außer durchweg komischen Num-inttn atiernlals eine Operette enthalten. — Am 21. Dez. d. A. fiildet im Vereinslokale eine gemüthliche Uilteihaltung statt, an welcher übii-gells nur ausübende Mitglieder theiluehmen »verde«. — Zum Schluße sprechen wir den ausrich-tigen Wunsch aus, es möge daS Streben dieses wackeren Vereines durch recht lebhaste Theilnahme oeS PubtikulnS anerkannt und unterstutzt lverden (Zum l' tzten Selbstmorde.) Da der Unglitckliche N0.V llicht a^uoszirt ist, der in der vorigen Woche sich bnm Friedhofe enlieibte. so lvlrd deil'N Photographie »n Hrn. A. Ferlinz's Buchhandlung au?gestellt ivertel», um vielleicht vkrart aus d»e Spnr zu kommen. (Die Ausiveije über die I mpfu u g) aus dem Lande (Äeaz nicht mitbegrtffen) zeigen, oaß von 34.455 zur Ämpfung Verbliebenen Kin-dern lln Äuhre 186S iin Ganzen 22.S14 geiMpst worden sind, daher 1l.838 ungeimpst verblieben. Nochmals geimpft »vurden 366 Kinder. Bon den geimpften Kinder sind 69 an Blattern erkrankt. 19 gestorben, von den ungeimpsten dagegen 131 erkrankt und 64 gestorben. Die Ämpsprämien haben erhalten dit Aerzte - tz. Rose in Hochenegg und Ioh Hallwtth in Pettau mit je^ lOS fl.. E. Mailler in Pöllau mit 84 fl. A. Poffitsch in Lntkenberg und Dr. Melnizky in Eisenerz mit je 6S. fl. Attßerdrm rrbitlten noch 63 Impfärzte, darünter auch H^rr Ar Semlitsch in M.,r^urg. belobende Anertennunfl. (Bon Hrn. Reibenschuh.) Prof. au der biesigtv k. r. Oberrealschnle. wurde in der leßten Sitzunt^ der k. f. Akademie der Wissenschaften in Wien eine Abhandlung unter drm Zi» l: „Att«,lyse der gräflich Meran'schen IohannfSquelle be» Gtainz vorgelegt. (Tagesordnung) für die am 15. De-zembkt 1870 stattfindende Gemeinde-AuSschußstl-zung. Vericht über die Autführnng der Gemeinde-beschlitsse seit der letzten S'tzung. Beanttvortung nachstehender Interpellationen; l. Betreff Tili-führung ter slov. Sprache als obligaten llntel-richtSgeginsland. 2. Bklreff Eröffnung der neuen Apotheke. 3. Bttreff der AuSmitllung ein s Be-gräbnißplaj^es für Militärpersonen evangtliicher «onfession. 4. Einschlagung von Pflöcken am Ein- und Ausgange der Promenade in der Te getthofstraße. Wahl einss Spartassa-Anöschuß-Mitgliedes. Wahl der Sektion des Gtmeiuder^!-thes. Bericht und Anträge der GaSbelenchtungö' Kontrolls Kommission. I. Sektion. Rekurs in Bauanaelegeuheiten. Vertrag mit Kasperitsch wegen Besorgung der Petroleumbeleuchtun^;. II. Sek' tion. Ersuchen um Bedachtnahme aus Errichtung ejner Turnhalle beim Baue eines neuen Schul' htinses. III. Sektion 8 Unterstützungsgesuche. IV. Sektion. Beitraasleiftung zur Kanal,sirung des Rathhaushofes. Protokall wegen Verpachtung des städtischen Lendgefülles. Protokoll wegen Blrpachtnng des Pl^sammlungst^esälles. Ansuchen der Direktion der Obe»realschule um Erwiltung eines Vorschusses behufs Anschaffung von Lehr-mittel«. Gemeinde-Prüliminare pro I87I' V. Sektion. 1 Ansuchen um Verleihung der Gast-hauS-Konzeffton. I Ansuchen des Thstrmers u»n Beiftellung eines Wachtmantels. 1 Anerbiete» ivegen Ausdehnung der Miethe der Lokalitäten in den Graf BraudiSsch n Häusern si»r Militär bequartieenng auf »veitere drei Äah:e. t. Der Thea terskau dal in Klagen» fnrt^ U»ber dessen Veranlassung wutde uns Nachstehendes berichtet: Direktor vou Bertalan verwendete seine Gemalin alS Koloratursan^ierin (auch das Marburt»er Theater-Publikum ivurde seinerzeit mit diesem höchst zweifelln'ftcn Kunst-aenuß belästigt); über Piotest der Kritik und der Thealeibesucher Klagenjurts erklärte v. Bertalan öffentlich, künstighln auf den ästtetischen und mustkalischen Sinn der Hauplstadt Kärntens Rnlkstcht zu nehmen und seine alternde Gatiln Ntcht mehr fingen zu lasten. Doch iver sein Wort nicht hielt, war der Herr Direktor. Bon der Kritik auf daS schonendste an sein B rspre« chen erinnert, glaubte er. wie sleiS, die Interesien seiner Kasse den schuldigen Rücksichten gegen d.>S Publikum nachsetzen zu sollen; auS der provisti-rischeu Beriveudung der Frau vo-» Bertalau sollte eine Definitivttm iverden, wog«gen sich die Kritik und daS Publikum svs1v^«l' »m l2.1)süvmt)or 1870 tO Dkr naeti lanxom svllmsrsliokvu I^siäen, vor-sekon mit tlvu I»I. 8tol'l)vs»Ici'»w0litvn, im 4b. im Uvri-n «vtsoklatav ist. O»» I^oickvndvxönßlljg» Knäet »m 14. Ä. 4 vom U»u»v, Vile- trivs?koLxa»»v 34 »us Ois Lsvloamvssv virä am 15. ä. Itl. um 1l) IIkr in i^sl- Vompf«rrlcire1is Ks«1««ov. vor Vvrl)Iieksno virä 6sm frommvu ü«i»1rkn vmpLoklon. 8b? lilartiurß^, 12. Oe«emd«r !87i). U. l<«iod«'nuurb»Itruuss»> a. V47 Eintracht, Kreuiids^chaft. KröhlichseÜ. «Ii« ?. ?. »iiiiiitsreiiinl«! Der älteste ttiiter de» Aereineii zu Marburg, der Mätmergesang Beiei», tritt in das L.";. Jahr seines Bestehens. Mit dem besten Danke nir die erfreuliche Antheil-nähme, durch welche d m Vereine bisher die Ersiillung Aufgaben ermöglicht wnrde, verbindet derselbe die ^fliche Einladung, sich durch Ihren Beitritt als untcrstiHeiide Mitglieder des Vereines seinen ans die Fi?rderunq der Knnst, einet edleu Geschmackes und geselligen T^ergniigens al'zie-lenden Strebuugen auch liinfort anzuschließen. Im gegenwärtigen NereiuSjalire werden zwei Lieder Kränzchen, eine 5?afchingS Lievcrtafel unü eine Tommer Liedertafel abgehalten, zu welchen den unterstitkenden Mitgliedern der Eintritt freistellt. Diejenigen k. 'I'. Kreimde des Gesanges, welchen aus Veriehen etwa keine spezielle Einladung zugekommen seni sollte, werden freundlichst euigeladen, ihren Beitritt !! ^k^chäftslokalen der Herren (?duard Janschitz, Ipsef Fkokoschineflfl oder Antv« Hohl anzu melden. . Tebiil)r beträgt für Eine Person jährlich zwei Vulven, bei Familien für jede weitere beitretende Person um Einen Vulven mehr. SiZ Vereinsjahr. Eintracht. Arenndschaft, Fröhlichkeit Äene p. ?. Herren Tänster, welche dem «ettine alH ausübende Mitgli der beizutreten Vünfchen, wollen sich bei dem Herrn Borstande deS Bereines und zwar an den NebnngSabenden d. i. Dienstags und Freitags jeder Woche im VereinSlvkale, Kiirnt. nergasse Rr. 22l, im Rudl'schen Hallse gefnllit^st inelden. Ait Vttttnsleitung dt5 MüWerfttiang-Vereinkö. "Das erfte Liedr»-Kränzchen findet am 17. Dezember 1870 im Saale des Hotels zur Stadt Wien statt. VeilinMsi K<;8l'Ilenlie. ökl'^onagvn gefüllt mit äeu t'oin8teQ Kondons, U^flS^dttUM VvI'ZivMNgVN iu ßi i)S3tei ^us^valZI, vom tsingten 1)13 /uu.i ot'äiuiu Ätsii, ^NAvK-LssvNl, in versettie^eneu Koi w?!, lamalica-lkss-kkum ot( . ompLvtilt Ziur gütiASn X^ualiine (?c»väitol' vis a vis „livtel Allvkr." Samstag, 17. Dezember 187« um 8 Uhr ?lbends im Gartellslllon des Hotels zur Stadt Wien: I. Lieder-Kraychen. Progranttn. 1. t'ie „Ehre Gottes" von L. v. Beethoven. (Chor.) 2. „Zigeunerleben" von Schuman. (Thor.) 'i. Bortrag iil'er Momente aus Beethoven's Leben. „Adelaide" von L. v. Beethoven. (Sololied.) ''. „Mir träumte von einem Kömgskind" von Abt. (Chor.) 6. „Trio" (Violin, Violoncell und Klavier.) 7. „Wie die wilde Ros' im Wald" von Mair. (Chor.) „LiebeSjcherz" ?on Storch. (Chor). S. „O seh' ich im Walde dort" von Kacken. (Soloquartett.) 10. „Froschkantate" von Hennig. (Chor.) N. „Liiderquadrille" von Brizner. (Chor.) Die k. I. unterstüpenden Mitglieder wolle« il)re Mitgliederkarten gefälligst beim EintrMe an der Kasse vorweisen. Gntr^e für Richtmitgkieder: i« kr Kaffaeröffnung V' 4 Uhr Ai». Anmeldungen znin Beitritte von uuterstapenden Mitgliedern übernehmen die Herren: Jofef Kokosehi-neaa- EdnarS Ianschitz und Anto» Hvhl. Außerdem werden solche an den Prodnktiousabenden an der Kasse entgegengenommen. Znr Nacln'iickit. Die FaschingS-Liedertafel findet a« 11. Keliruar 187 l statt. In daS ProMmm dersel' l'en wird wie alljäl)rlich außer durchwegs heiteren Piecen auch dievmal eine t>perettt aufgenolnmen er-erscheinen. Wichtige Mittheiliiug! vw so«. billiger als üöeralk öl Lro ifvr-»I» N» » » < ?» t N VI» für Weihnachts- «nd Rensthr-Gescheute; «0>vie aUo auäervu stir Schneider n. 8chnfler :su Italien 8.^9 — »Nvi» «»f — im 8okutil»gvi', od«r« Norfeng«»«, l»ei M Ejllheimischt und /remde un«Z «^1^0INRrZS llörrsicklsiäsr- voo (7»S tlois ktisilsp «» WI»i Ecke d^r Herleit- und Vostqaffe Ar. llS. tviuter-palttot von . fl. ls bi« fl. »o „ 6 „ ,, 1ö „ ^ „ ^ ^ „ s ^ „ 1k „ IS „ „ 40 ,, 1Ä ,, ,, 2k ,, ^4 ,, ^ 40 osen von Schwarze Hosen von Gilet von . . . Jagd-Uöcke von' . Havtloks von . . Lodtn-Guba von . Salon-^nMge von Hanptniederlage von Schlafröcke«. Für Bestellungen ist die reichste Auswahl der neuesten Stoffe am Lager, und wer-dell selbe auch prompt ausgestchrt. Dank und Anempfehlung. Der Gesertinte erlaubt sich hiemit einem ?. I'. Publikum scinen Dank für das ihm bis-l)er tttschetlkte Vcrtraueu auszusprechen und ^u bitten, ihn ferner mit demselbe«» bei allen in sein Fach einschlagenden Arbeiten zu beel)ren. indem er wie bisher bestrebt sein »vird. unter den billig, sten Preisen auf das Reelste zu bedienen. B. Vttb-rfch-g, 858 Kaminfegermeister. ÜIüNMlIkk 8eli»«el!e> 859 kmpüvitit HI. WMU MI W as 2« »? L SS Ze Für die bfvorstehenden Zirlinntlen empfehle ich: r I «II«. «»««, 250 st. I 8«4er Lose, 5°!., Doüim-NrMlirWS-Liist, A Zieljnnq 2. Zänncr. ttaupttfvffiar 2VV,VV0 Zicl)nna 2. Äänner. ttauptti'oifvi' il. llSLvo 851 ^«n»t>ir«tvn «. 8 W . 1« 2« ll. S 25 S Me h l!ose zusamnien in M Zttonatsraten k fl. Mit dem Erlag der ersten Rate ist der Käufer schon der alleinige Besitzer der Original-Lose und d«r etwa darauf entfallenden Gewinne. r. > " » > Geld BsrschÄffe auf alle Gattungen Staats», Industrie« ^ Lotterte Vffekten werden zu den billigsten Zinsen verabfolgt. IIIIÄ WZMvIttSi», lUtHldSrinÄiU»«!». ^ ^ u I i o »1K- fttr die tvitnrr «.»örst, desj^leichen fiU' pcft, Franlisart und Berlin, lverden zll den koulantesten Bedinquti^en prompt besorgt. t/kvtlit-I'i'owvssvn « ll. TA kr. uiill üa I^r. KtvmpvI. Aufträge aus der Provinz werden bereitwilligst W> ' ? angenommen und schnellstens effektuirt. » VR RtllI»UUU »» Kanic-, ('olnmi8»i0n8- ^eokkIer-Ovselmst. ze , TTK K tts s ^ 14.