Pranuuierations-Preise: Fiir Laibach: Ganzjahrig ... 8 fl. 40 kr. Halbjiihrig . . . Bierteljahrig . . Monatlich • . • Laibacher 10 70 M i l d e r Post: Ganzjahrig. • • 11 fl. — kr. Halbjiihrig ... 5 „ 50 „ Bierteljahrig . - 2 „ 75 „ Ftir Zustellnng in8 HauS vier-tcljiihrig 25 kr., monatl. S kr. Einzelne 9iummern 6 kr. Tagblalt. Anonyme Mittheilungen werden nicht beritckstchtigt; Manuscripte nicht jutlitfgeftnfcel. Htbotiion: Bahnhvsgasse Nr. 132. Expedition- & Jnieratev-Bureau: j3 Eongrkhplatz Nr. 81 jvuch-hanblung Don Jgn. v. filein* mayr & Fed. Bamdergy JnsertionSprrise: Fllr bit einspaktige Petit,eilr ik 4 kr., bei zweimaligcr Li t (chaltung L 7 kr., dreimaliger i 10 kr. Jnlertionkstcmpel jcbttmel 30 kr Bti grijtzerrn Inseraien nub #ftmr einfchallung enispre-chenber Rabo-t. Nr. 49. Freitag, 28. Februar 1873. — Morgen: Minus. 6. Zahrgang. Ojtiiomrauents-Knladung. SOiit 1. Marz 1873 beginnt ein neues Abon. nement auf das „Lmbacher Tagblatt. ' Bis Ende Marz 1873: Fiir Laibach .......................70 fv. Mit der Post........................95 kr. Bis End c Mai 1 873: Fiir Laibach.....................2 ft. 10 tv. Mit der Post.....................2 fl. 75 kr. Fiir Zustellung ins Haus monatlich 9 kr. ■ ’90F' Auf das „Laib. Tagblatt" kann taglich abonniert werden, doch muh das Abonnement immer mil Schlutz eines Monates ablause«. Ein berliner Urtheil itbcr Ungarn. Die Wochenschrift ..Berliner Revue", welche sich u. a. durch ihre scharse Beobachtung auswar-tiger Zustande auszeichnet, wirft auf die politische Entwicklung Ungarns folgenden Ruckblick: Ueber dem Reiche der Stephanskrone ruhte, wahrend sein ZwillingSbruder, Cisleithaneien, seit Monaten auf das Hervortreten deS Ministeriums mit der Wahlreform harrte, ein grauer Rebel. Es besteht in seiner jetzigen Selbstandigkeit nun sechs Jahre tang, und schon find die Jugendtraume, in denen rS tine grotze Nolle spielte, verflogen und macht sich die Roth der Wirklichkeit geltend. Der Orient solite die Wunderwe'lt sein, in welcher der Magyar seine Thatkrast zu bewahren gedachte. Die Furstenthiiiner an seinen Grenzen bctrachtete er beim Einlritt in die Selbstandigkeit als sein naciirliches Angebinde, das Schwarze Meer S seine Grenzen, ben Suden der Donauregion als das Kriegslhcater, auf dcm rr sich mit den Turkcn messen wurde. Ein groher Donaustaat, mit Pest als Hauptstadt, mit der Arrondierung durch Bulgarien und BoSnien und mit inachtigen und reichen Hafenstadten am advintischen Meer war das Geringste, womit er sich begnngte. Man rcuyte in Pest, dah Ruhland bei diesem Ausflug ein Wort mitsprechen wiirde, allein man glaubte auch diesem Widerspruch gewachsen zu sein und wollte Ruhland die Schuld, in der man bei ihm seit deni Tage von Villages stand, heimzahlen. Der Enlscheidungskampf mit Ruhland als dem natnrlichen Gegner eines selbstandigen Ungarn war das oberste Dogma des Magyaren, sobald er den AuSgleich des Iahres 1867 zustande gebracht hatte. Fur diesen Tag der Probe war auch die ununterbrochene Arbeit an der nationalen Honvedarmee und die Unternehmung von Eisenbahnarbeiten berechnet. An die Milwir-kung CiSleithaniens ward kaum gcdachl: sollte ihm doch auch lein Fuhbreit der orientalischen Eroberun-gen zugute lomnten. Da trat Ruhland wieder in ben vollen Besitz seiner natiirlichen Rechte auf dem Schwarzen Meer, den ihm eine Bestimmung bes pariser Vertrages vom Jahre 1856 verkiirzt hatte, und mahnte Un gant baran, dah jenes Meer nicht, wie man in Pest dachte, so gut wie herrenloS sei. Erschutternb aber wirkte in magyarischen Kreisen die Nachricht von dem russischen Vorschreiteu in Centralasien, welches selbst England fiir seine inbifche Domane unb fiir bie Sicherheit Cvnstantinoptls besorgt inachte. Dieses Schauspiel einer Machtcmfaltung. dir grohe Dinge fur eine nahe Zeit emyrten lieh, wirkte erniichternb, ja liihmmd auf die Magyar« ein. Niederdruckend war dazu ein Blick in d«< Jnnere des Stephansreiches. Tie hatten fich nokh mit keiner der Rationalitaten, die zum Reich bet Stephanskrone gehdren, verstandigt, geschwrige bemt auch nur eine geiwmnen. Die Versuche eines Au«gl»ich« mit ben Kroaten roaren vergeblich gewesen, die Ser< ben durch bie letzten Regierungsmahregeln nichts weniger als niebergeschlagen. Dazu wuchs die Po. pulalion der anbcren Rationalitaten, roahrenb bit ber Magyaren, trotz be« UebertrittS einzelner Drat-schen unb Juben zur herrschenden Klasse, in Bezug aus die Zahl zuritdging. Die Richtmagyoren, wie die Deutschen, Juden, ©erben unb Slovaken, arbti-teten, lichen sich mitten im besotaten Austanb btc Gesetze keine Muhe verbriehen, urn vorwart« zu lommen, unb der Wohlstand der Magyaren ertitt infotgc ihrer ArbeitSscheu unb Leichtlebigkeit nur RuckgSnge. Die Magyaren herrschten zwar, fie geboten im Parlament, besasfen die Aemter, glanzten in ben hohcn Wurden, aber fie entbehrten ber Grundlage cine® Biirgerstanbes, aus welcher bie Privilegierten neue Kraste ziehen ko.inen. . DaS officiclle Reich ber ©tephanstioiie ist doch nur tine Abelsrepublik mit einer monarchisch consti-tutionellen Dtcoration; Ruhlanbs Ansatz zu einem ntuen Austreten auf ber grohen Weltbiihne crinnerteaber bie Herrscher in Pest an das Schicksal solcher AdelS- Imileton. Konig Victor Emanuel. (Schluh.) Unb nicht weniger eiferfiichtig als auf seine Stellung als Souveran anderen Souveranen gegen-Lber ist der Ksnig von Jtalien gegen einzelne sei-ner Unterthanen, wclche sich hervorragende Verdienste um fallen erworben haben. Allgemein bekannt ist, wie er m ben Iahren, in welchen Garibalbi's Stern bcsonders hell leuchtete, van diesem ptrsonlich vtr-dunktlt zu werden fiirchtete unb barum von Neib unb Eifcrfucht gegen ben »Liebling ber Volker" er-sullt war. Mit dem vornehmen crnsten Baron Ricasoli vermochte er sich gar nicht zu stellen. Freilich war biefer gewissenhaste Staatsmann auch nichts weniger als ein Hiifling. Als ber Konig ihn wiederholt um zwei Uhr zur Tafel befvhlen unb ber Prcmierminifter ebenso haufig abgelehnl hatte, da er um biefe Z-it noch mit Arbeiten uberhiiust sei, auherte sich Seine Majestat ungehalten unb tierwunbert hitruber. Da meinte Ricasoli, menn er Konig sei, roerbc anch er wohl um 2 Uhr Zeit zur Tafel haben, als Minister sinbe er so viel Muhe nicht. Auch gegen Cavour war ber Konig nichts weniger als gleichmahig wohlwollend und danfbar gestimmt. Nach dem, was man in Jtalien erzahlt, hat der grohe Staatsmann selbst allerlei kleine Mittel nicht verschmahen diirfen, um den Konig fur sich in gutcr Laune zu erhalten unb in der eingeschlagenen Politik nicht wankend werden zu lassen. Nach Jdeville soll ber KSnig Cavour sogar aus Grunb seiner Seele gehaht haben; er Habe ihm bie Uebcrtegenheit seines Gtistts nit vtrztihtn kSnnen. In bieser Ausbthnung jst biefe Bthaup« lung abtr gtwih falsch. Es mag sein, bah Savour bem Konige vielsach unbequem gewesen ist; bah er benselbcn in seinen Privatvergnuguiigen gestitet, gegen seine geliebte Rosine allerlei biise Plane ge-schmiebet unb barum sich wiederholt ben Zorn seines Souverans zugezogen hat. Aber in Hah gegen ben Griinber ber Einheit Jtaliens ist Victor Emanuel nicht verfallen. Dazu ist er am Enbt doch zu sehr italienischer Patriot und roorthaltender, gtradtr Mann. Und auf biejer Charakttrtigenschaft alltin be- ruhtn die Ersolge, welche der Konig doch unzwtiftl« hast aufzuweisen hat. Denn von geroinnenber, bie Herzen seiner Unterthanen beftricfenber Liebenswiir-bigteit, die z. B. Heinrich IV. von Frankrcich so auszeichnete, bah selbst nach feincm Ueberlritt zum Katholicismus ernste Hugenoltenhciupter nicht von • ihm laffen konnten, hat er keine Spur. Obwohl er auf seine Herkunft vom „alteflen Fiirstengeschlecht Europas," wit schon trroahnt, grohts Gewicht legt unb er bit Hofttiquttte auhtrlich auf« sirengste ge-wahrt wissm will, so hat tr both tint solche Ab-> ntigung gegen alle Art von Reprasentation, die mit solchen Anspriichen aus« tngftt verbunben find, bah er hierin nur bos mmmganglich Nothwendige lei» stet. Jst grohe Hoftafel, so riihrt ber KSnig nicht-an von Speise unb Trank, seine Mienen unb Gt-sten lassen keinen Zweifel daruber bestehen, dah er sich grnndlich langroeitt, wShrend feme Gciste spei-fen fallen. Muhte er sich neuen Unterthanen als ihren neuen Souveran vorsttllen, so geschah bite ">it einer Hast unb gat haufig mit einer Vetlefeung atler Rucfsichtcn, welche bit ihn Ernpfaugenben obtr Mitrtiftndtn nicht im entfernteften vtrbitnt hat ten. Von einer ergvtzlichtn Szcnt, bit fich bti btr ffrtiff« staaten bcint Zusammenstotz her Weltmachte, und diesclben Gebieter, bcrcn Commandowort die wider-strebeiiden Nationalitaten kaum zu cittern autzerlichcu Gehorsam bringen konnte, fragten sich angstlich, ob eine Katastrophe, wie die polnische deS vorigen Jahr-hunderts, bei eittcm neuett Ringen der Grotzmachte sich nicht wiederholen fonnle. Die parlamentarischen Škandale deS vorigen Friihjahres erinnerten nur zu beutlich an die Auf-tritte der poluischen Lanbbotcn Kammer. Die herr-schende Deakpartei hatte wehrlos den Uebermuth der Opposition ertragen miissen und dent Spott und Trotz ihrer Gegner keine iiberlegene Kraft ent-gegensctzen kSnnen. Zuletzt sah fie sich gezwnngen, den Premiermimster Lonyay iiber Bord zu werfen und den VerdSchligungen init welchen ihn die Opposition uberhaupfte, zu opfern. Das wachscudc Deficit endlich bewcist, datz der finanzielle Aufwand der Regierung die Leistungs-fahigkeit des Landes uberschatzt und iiberstiegen Hat. Die finanzielle Anspannung hatte aber in der Politik der Regierung, welchc sich in den Dintcnsionett einer Grvtzmacht bcwegen wollte, ihren Grnnd, und der Bankerott, welcher dettt Lande cntgcgengahnt, ift zugleich die Vcrurtheilung jener iiberspannten hohen Politik. Es Herrscht dustere Stiinmung in den obern Kreisen. Die Zuversicht und der Muth der Deakpartei find gebrochcn; Mismutl), Apathie und gegen-seitigc Verbitterung find an ihre ©telle getreten. Auch Dent ift miide und roeichmiithig geworden. Seine anfenernde und vorwartsrcitzende Sprache ift in ben Klageton gefallen, und die Beranderung, die mit ihm vorgegangcu ift, zeigte sich deutlich, als er die Abgeordncten seiner Partei, die ihm am Nen-jahrStagc ihre Gluckmiinsche darbrachten, zu wieder-holten malen urn Nachsicht crfuchte, „wenn er nicht irn Stande feitt fotfte, seine Pflichten wegett seines vorgerucktm Alters und der mit ihm eingetreteneu Gebrechlichkeit, so wie er es wiinschte, zu erfullcn." Drautzen stand einer, der in das Land und Parlament wiedcr Lcben bringen wollte, — Lonyay. AlS er uber Bord gciuorfcn war, antwortcte er aus die Frage Andrassy's, was er nun beginncn wollte: „frei und selbstanbig sein." Am Gemitz dieser Position wollte er aber Freunbe und Clienten, die er dutch Zuwendung finanzieller Vortheile an sich getettct hatte oder die durch ihn erst gewinnen wollten, theilnehmen lassen. So brachte er cs zu einem An-hang von ctwa drcitzig Mann, die ihn als Gcsolge int Deakklub umgaben irnb in dcr Kammer unier-stutzen foil ten. Die Budgetdebatte war dazn be-stimmt, das Schlachtfeld zu bilben. Man erwartctc irn Deakklub cine grohe Staatsaction, obwohl man nicht recht bcgriss, wie ber gesturzte Premier einem Bubgct zu Leibc gehen wollte, bessen Orbnung noch nung ber Eisenbahn von Bologna nach Ancona zu-getragen hat, erzahlt Jdevillc als Augcnzeuge: Ob dem Konige die einst papstlichen Unterthanen der Romagna nicht besonders nach dem Sinne waren, oder ihm der Zwang, den ihm der damaligc Bau-tenminister und jetzige Burgermeister von Florcnz, . u. Peruzzi, mit jener R:isc auslegte. das gauze Reisevergnugen verdorben hatte, ber neue Hcrrschcr zeigtc sich ben Romaguolen nur, indem er beim Abfahren des Zuges aus den festlich gcschmiickten, von Volkshausen betagerten Bahnhofen eiit wenig den Vorhaug zuriickzog, der die Fenster seines Sa-lonwageus undurchsichtbar inachte. Als der Kouigs--train in Rimini angekommcn war, hatte die fran-zosische Eisenbahn-Gesellschaft, die diese Bahn gc-baut hatte, dem Kvnige eiti opnlentcs Mahl in Bcrcitschast sctzcn lassen. Der Ansenthalt in Rimini war aus drei Viertelstunden scstgcsctzt. Die Festgaste hatten soeben an ben Taseln platzgenommcn. Der Konig, der auch bei bieser ©etegeuheit nicht offent-lich speisen mochte, -hatte bie Tafel keines Blickes gewiirbigt, wahrend seine Adjutante« und das un-mi'ttelbare Gefolge nur mit'* neibischen Augen die gliicklichen Esser verfolgten. Da, cs waren kaum von ihm hcrruhrtc. Als er seinen Rettnngsplan vortrug, wouach zur Berschleierung des Deficits nur einzelne Ausgabeposten aus dem einen Buch ins andere, mehrere Millionen aus dem Ordinarinm ins Extraordinarium geschoben zu werden brauchten, sah man sich enttaufcht an, und er setbst ward von bet allgemeiitctt Verbliifftheit angestecft. Da aller Effect ausblieb, trat er selbst ben Riickzug an und erltartc ittt Klub, er werde, wenn die Partei es wunscht, seinen Antrag nicht eittbrin'gen und in ber Generalbebatte nur dami das Wort ergreifen, wenn er genothigt feiit wcrde, aus Bcinerkungen andercr zu antwortcn. Bon dem Lebcn, welches er in bag ofsentlichc Getriebe bringen wollte, war also nichts zu merken; wenn aber sein Auftreteu keine neue parlamcntarischc Aera erofsnete, so wird doch seine, von brcitzig Mann untcrstutzte separate Stellnng die Verstimmung und das Gcfiihl der Unstcherheit in der herrschenden Partei verstarken.____________________________________ Politische Rundschau. Laibach, 28. Februar. Inland. Der V cr f a s s U U g s a U s s chU tz des Abgcordnetenhauses setzt, unbeirrt burch die an-gekundigten Strike der Polen, seine Thatigkeit fort. Es eriibrigt nur noch die Befchluhfassnng liber einige minder wesentliche Punktc der Reichsraths-Wahlordnung, die bei der crsten Berathung nicht evledigt wnrdcn. Die Ueittett Zugestandnisse an die R u t h e n c tt und Juden in Galizien, welchc von den Abgeordncten Janowski und Kuranda bcantragt wurdcn, werden voraussichtlich von der Regierung, die jetzt doch endlich cinsehen wird, datz mit be it Polcn nicht zu pacticren ist, zugcstandcn werden. Wie cs heijjt, gedcttken die Polen sich bloS auf bic Abgabe ber Erklarung zu bcschranken, datz sic sich an der Berathung der Wahlresorrnvorlage nicht bctheiligen werden ; sic wollen jedoch die Dclc-gationswahlcn vornchnien und an dctt Budgctver-hanblutigen theilnehmen. Ein GeneralatSbesehl, den dcr erst vor tucnigcn Wochen zum Adlatus des Honvcd-Obcr-commandantcn, Erzhcrzog Joscs crnamite Feldinar-schall-Lieutenant v. Pi ret an sarnmtliche Honvcb-commanbos crlasscn hat, inacht itt ber uugarifchcn Hauptstabt in biefem Augcnblicke fehr vicl boscs Blut. Der Beschl soll an bic schonsten Zciten des alleinseligmachenden Gamaschenthums erinneru und schr cingchcnde Dissertationen fiber Grotze und Form des Bartcs, i'tber das Unisormtragcn autzer Dicnst und nhnliche fur die ©chlcigfertigkeit ber Honvcd-aruice hochwichtigc Dinge cnthalteii. Man ift i'tber bicscS Schriftstiick umfomehr cntriiftct, als man bisher mit Stolz auf ben freiheitlichcn Gcist hiu-gcwicfcn hat, der die Honvedinstitution durchweht. fechs Minuten verftrichen, heitzt es:x „Man sahrt ab, der Konig hat befohlen." Einc widcrwartigc Szetic eiitftanb. Die hungrigen Gastc fuchtcn sich so vicl als moglich von ben Spciscn in bie Waggons zu retten. Als ber Zug sich schon in Bcwc-guttg gesctzt hatte, ftiirzten ihm noch drei koniglichc Hoherc Hvsbediente nach, von dettett der cine eine Flaschc Champagner auf dem Perron zu leeren sich berniihte, wahrend die beiben anberen Schinken und Gefliigel hinabwiirgten. In Ancona angefommett, wollten ber Stadt-verordnctcn-Borstehcr und der Eifenbahndirector cine Ansprache an ben Konig hatten. Obwohl ihm dasfclbe vorhcr aitgezeigt wordcn war, lictz cr die Fcstredner ncbst den obligaten Fcstjuugfraucu und Damcn ftehen und fuhr direct in die Stadt hittein. An dem ihm vom Mmticipium gcgebenen Diner mutztc dcr Konig zwar theilnehmen, aber die Fest-vorstellung int Theater beehrte er nur zehn Minuten mit seiner Gcgcnwart. Am andern Morgen sollten die verschiedenen Deputatiancn der Provinz empsangeu werden. Der Minister Peruzzi iiber-raschte diesclben aber mit der Erklarung, der KSnig Habe seine Abreise beschleunigt und befinde sich in Es ist wahrscheittlich, datz Minister Szcndc uber diefen Gcgcnstand int ungartfchen Rcichstagc inter-pelliert wird. Graf J u l i u s S z a p a r y ift nun wirklich zum Minister des Jmicrn in Uttgarn entaitnt Worden. Der „Ung. Lloyd" begleitet bicfctt particllen Miniftcrwechfcl utit eittigctt Ranbgloffen. „Als Herr v. S zlavy — schrcibt bus crwahntc Blat? — an Stellc des Grafcn Lonyay das Ministcrpra-sidiurn iibcrnahrn, hietz es gleich, auch Herr von Tisza werde cineit Nachfolger erhalten, und zwar in ber Person bcs Grafcn Julius Szapary. Plotz-lich wurde es still mit dicfer Eandidatur. Von gut unterrichteter ©cite wurde als Grund dafur angc-gebett, datz Graf Szapary Mitconceffioitar ber Donauregulienmgsarbeiten, autzcrdcrn Mitgtieb an-dcrcr Benualtungsrathc fei und er so lcicht in die Lagc koininc, Gefctlfchaften und Unternehmungett zu conlroliereit, mit wclchcn man ihn lcicht in Vcr-binbuitg betiken kottntc; bas solltc vcrmicdcn werden." „Wir find, schlietzt dcr „Ungarische Lloyd," denn doch ein aristokratifches Land. Bet tins wcchscln in dcr Bcrwaltnng nicht Jttdividucn, foitdern fozufagen Fa-milien. Die Z i ch y s und S z a p a r y s fcheinen jctzt an dcr Reihe zu feitt. Gleichzeitig mit dcr Bc-forderung feincs Betters zum Minister des Jnuertt wird Graf Geza Szapary gchcintcr Rath uttd Gonvcrneur von Fittntc." Graf Gcza Szapary ift nach Bcfahigung und Arbeitskraft fi'tr offentliche Aemter noch wenig bekannt. Ausland. J m p r e it tz i f ch c tt Abgcordncten-haufc hat anlahlich ber Berathung des Knltusetats ein interessantes Gcfccht zwifchctt zwei Mitgliedern ber FortschritSpartei cincrscits und dem Knltns-minister andereufeits stattgefunden. Es hanbelte sich urn bic Bewilligung dcS Postcns stir den evangeli-schen O b e r k i r ch c it r a t h mib tint eittett die Streichnng besfclbcn bczwcckendcii Antrag des Ab-gcorbneten Saucken-Tarputschcn. Das Haus hat zwar die geforderte Sutnmc voticrt, aber es steht zu hof-fcit, datz die fcharfe Kritik, wctchc tnsbcfottbcrc an-latzlich ber Sydow'schcn Angelegenheit uber die evan-gelifchcit Zclotcn geubt wurde, nicht ohnc crsprietz-liche Folgcn bleiben wirb. Es ist ein Misvcrhalt-nis, datz die protestantischen Dunkelinanncr unge-stort ihr Unwcsen treiben biirfen, wahrcnb gegen die romifchcit Ultramontmten ein dankcnSwerthcr Aufwand von Energie cntwidelt wird. Das eine mutz gcthau uttd das andere barf nicht unterlaffen werden. Dcr „Avcnir Rational" fagt in fehr bcstimm-tcr Form: „Wir find iinstande, zu behauptcn, datz alle P r e u tz cn angetragetien finanzicllen Garanticn fi'tr die Zahlung dcr lctztcn, funften Milliard c angcnommctt wordcn find und dah die R a u -lit it it g des franzofifchcn Gcbictcs umnittclbar i;ach bieseut Angcnblufc fchon auf dcr Ritckrcifc nach Bologna. Matt kaun sich lcicht vorstcllett, datz, wenn der Konig sich solche Ri'tcksichtslbsigkcitcu ccgen Unterthanen gtaubtc crlauben zu ditrscit, die so eben sich von dem h. Batcr als ihrem Sonvcran losgcsagt und fi'tr Victor Emanuel ttttb bas cinigc Jtalicn geftimmt hatten, cr gegett die „angestammten" und die thin jetzt nun fchon mehrere Jahrc unterthani-gcn Volkcr nicht aufnterkfamcr und gttadiger ge« siitnt ift. Darnm hat sich aber auch nicht int cnt-ferntcstcn eiit herzlichcs Vcrhaltnis zwischeu Herr-schcr und Unterthanen hcrausbildcu konnen, ein Schaden, ben Jtalicn noch ein mat vicllcicht schr schwer cmpfindcn wird. Auch dcr Kronprinz Umberto soil in dieser Bczichuug nicht vicl andcrs sein, und die den Jtalicncrn „fympathifchc" zuki'mftige Koitigitt von Jtalicn, die Kroitprinzessiu Margarita fieht so schwa chlich unb angegriffert aus, batz matt ihr kaum ein andcrcs LoS prognosticicrcn kann, als der Konigin Adelaide, thrcr Schwicgermuttcr. ES ist schr richtig, was in bicfctt Tagcn ein Kenner der italienischen Znstande bemcrlte: Jtalicn lebt nur in einer Vernunstehe mit bent Konig Victor Zahlung bet vicrtcn Milliardc, die spatestens im Juni stattfinden toi#b, vor sich gehen foil." Neben bcr etwas unheimlichen Figur, welche die ungcbctenen Gaste der ehemaligen pariser Communards in M a d r i d spielen, wobei sie glucklicher-weise nicht wie in Paris uber siebzehnhundert Feuer-schliinde vcrfugcu, bcginnen in dec spanischen Armee hie und da Shmplome zutage zu treten, die auf daS Vorhandensein einer gelockerten Disciplin schliehen lassen. So haben Soldaten die Strahen Madrids mit Lebehochs auf die Republik durchzogeu; andere Trupps sammelten sich vor dem Gebaude, in welchem die Nationalversammlung tagt, lietzcn einen Brigadegeneral herauscitieren, dem sie Be-schwerden iib'er ihren Obersten vortrugen, wobei sie auch gleichzeitig auf ihrer Entlassung in die Heimat bestanden. In Barcelona stimmtcn Soldaten auf der Gasse mit Civilisten in ein Pereat auf die „Trefsenoffiziere" ein. Man hat jedoch bisher keinen geniigeiiden Anhalt zu der Befiirchtung, datz in bcr Armee sich ein Anhang fur einen communistischen Hexensabbath vorfinden sollte, wie sehr auch sonst die Stimmung der Armee noch als ein versiegeltes Buch betrachtet werden muhte. In L isfabon haben Studierende die Stratzeu mit Hochrufen auf die Republik durchzogeu. Autzer dieser Episode fehlt es giiuzlich an Nachrichten dar-tiber, ob die iteuc Wendung in Spanien liber die Grenze hinaus im rcpublikanischeu Sinne gewirkt hat. Das »Journal des Debats" meint, da Spa-nien keiuerlei Jdeeu militarischer Eroberung Habe, so tonne es auf Portugal nnr dann cine Attraction ausubeu, roenn es das Schauspiel ^iner uberlegeiun politischen und administrativen Organisation darbote. Aber cine solche moralische Eroberung sei nicht das Werk ernes Stages.- In die cingeborene Beviilkerung West-af r i k a s, zumal die Kuste von Senegambien, scheint eine besondere Unruhe gefahren zu sein. Wahrend Portugal seiner vou ein cm Negeraufstande heirn-»esuchten Colonie Bissao Hilse scnden mu6, melden Postuachrichten aus der franzosischen Niederlassung GorSe, datz die englischcn Ansiedluiigen an der 9Jiiiii= dung des Gambia von den Eingcborcncn iibcrfallcn und viele Gcbandc zerstort worden scien, und dah jetzt selbst Bathurst, der Hauptort der Colonie und Sitz bcr britischcn Regicrimg, von cinem Angriffe bedroht sei. Die Europacr, heitzt es wetter, welche in der lctzttn Zcit ganz ohne Schutz gelassen worden waren, sandten sofort einen Boten nach Gorse unt Hilfe von bcr frauzSfischcn Berwaltung iitib am 27. Janner soll ein sranzosischcs Kanonenboot von Gorec abgegangen sein, urn die sranzosischen Jnter-essen in dem englischcn Hafen Bathurst zn schiitzen. Die britischcn Kausllcute warm in grotzcr (gorge um Lcbcu und Eigenthuin, werden aber von dem Emanuel. Beidc haben vorlansig etnanber allcrdicngs noch sehr nolhig. Solltcn aber eininal schwere Prii-sungcn dem italienischen Eiuheitsstaatc bcvorstchcn, dann diirste diese Ehe, weitn auch nicht teichten ^ufes gelost, doth als bcr SSerinncrlichung sehr ^ fj1'.9 befunben wcrbcn. Es wird gar sehr von den (2>e)d)uten ^rankreichs abhangen, ob die Zukunft in Jtalicn bcr Monardjic gehort obcr nicht. Angcu-bltdltd) i|t die niouarchische Partci in Jtalicn, welche JU glcicher Zclt mchr obcr wcnigcr die sranzosischc ift, baron, ihre ctgcnc Zutunft zu untcrgrabcn. Ihre Bildung unb ihre Vcrgangcnheit wcist fie auf Frankreich hin, roahrenb bicfcd selbst nicht« mchr von ihncit wisscn will. D>c jnngcre Generation, Welche bie SSerbicuftc, die sich das Hans Savoyen urn Jtalicn crworben, nicht an fid) selbst crfnhrcn hat, dagegen vvll Stvlz mid Sclbstbcwutztseiu Fi'ankrcich gegeniibersteht, wird sich an bem Tage fiir die Republik riickhaltlos aussprcchcn, wo daS Haus Savoycn von seinen politischen Aiihangcrn mit fortgerifsen die Ehre Jtalicns frankreich ge-genubcr zu compromittiercn die Schwache haben wird. (Wes. Ztg.) . Kanonenboote wohl ebenfo gut Schutz erhalten, wie die Franzosen, die etwa bort ansassig sein mbgen. Zur Tagesgeschichte. — Ein c z echi scher Schmerzensschrci. Die koliner „Kvruna Šesta" liefcrt einen hochst lehr-reidjen Beitrag zur Charakteristik gewisier nationaler Patriotcn. Der czechische Feudaladel unb die „natio» nale" Geldaristokralie erschcinen hiebei in ganz eigen* chiimlidjer 93eleud)tung. Der etroahnte Artikel, welcher bereits Zeugnis bofiir gibt, batz an der nationalen Beroegung in Bohmen sehr viel erklinsteltcs ist, fagt unter anderem: „Die Herrren Adelizen legten bie Hande in ben Schotz unb sahen ruhig zu, wie bie anberen mil schwieligen Hanben unb im ©chroeitzc ihres AngesichteS bie naticnale Arbeit verrichtetcn ; sie betrachteten mit Muhe, wie sich bie bohmische Nation nach unb nach tleine Wcille zur Verstiirtung ihrer nationalen Existenz ausbaute. Datz sie sich a it bem Bane zu betheiltgen haben, bas siel ihnen nicht ein-mat im Traume ein. Wozu auch? Die Nation sreule sich, datz sie auch „Czechen" seien, jubelte unb ries „Slava," unb sobolb sie irgend eine Bastion auf-gebaut hatte, slugs waren die Herren Aristokraten da unb lietzen sich htibsch ins Warme einsiihren.... Bei der Gelbaristotratie ging es nicht cinmal im Punkte ber Politik so recht tn die Tiese. Sie wahlte unb roahli noch immer mit uns, weil es teine Opfer kostet unb weil sie bacon — Prosit hat. Es ist auch recht schoit, roenn so bie gauze Nation fiir das dlotze Abstirnrnen mit ben Hanben sfleijaQ klatscht, unb noch schoner, roenn sie sich zu bem patriolischen Geschasts-ntann brangt unb bei ihm fiir Den boppelten Preis eine bceimal schlechtcre Ware taust, roenn sie ihn an bie ©pitze von Slctienunternetjmungen, Banken, Vor-schuhkafsen rc. siellt. Unb unangenchm ist es schlietzlich auch nidjt, gefeierter Abgeorbnete im Lanbtage ober boch 39tirgermeifter, Bezirksobmonn, Klubprasident obcr sonst itgenb ein Vereinsvorstanb zu sein. Allmalig be* gann das die Nation boch zn bemerten unb schUttelte mit bem Kvpse. Zuroeilcn lich fie auch ein tadelndcs Wort fallen; da griff ber Reiche in bie Tasche, unb ein Filnfcr, seltener ein Zchncr unb am felteften ein Hunderter machte a lies roiebcr gut. In ben Zeiwngen gab eS liberal! tauter Lob, in bcr Nation Ruhm, roahrenb ber Reiche im geheimen (achte. DaS Beblirf-nis, bie bohmische Nationalist unb Literatur zu unter-stiitzcn, empsand er nicmals. Was lag ihm an boh-mischen Schulcn, an bet bohmischen Kunst, „fo tange es bie Deutschcn beffer haben" — rote ihre verstei-nerte Entschuldigungsphrase tautet. Wie viele als Cze-chen auSgeschriene ufib sich als solchc geberbenbe Geld-manncr, roie viele Miiglieder des hislorischen Adels haben auch nur daS Familienlebeu czechisch ? Es gibt SLHne con cjechifchtn Landtagsbeputierten, welche sich unter'bie roUthenbftcn Deutschcn zahlen, nur geschnic-geltc bcutsche Herrchen haben in bie Familicn ber czc-chischen Gcldlculc Zutritt, unt) bie hauslichen Gesell-schasten, ©oirčzn unb Picknicks finb exclusiv beutfch. Die Ursache hievon maq allein ber liebe Gott wisscn, datz es aber gefchehen barf, baran ist nur unser Tau-bendjaratter schnld. Wenn wir solche Lente proscribie-ren roiirden, ware es balb anbers. Das czechische Prag zeigt sich in seinen hbheren Schichten beutfch, unb Cennoch sinb cs zumeist Czechen, welche bicselben bit* ben." Local- unb Provinzial-Angctegciiheiteii. gonliiiutioneffei Herein in Laibach. Der Aussdmtz beehrt sich hicmif bie Herren Ver-einsmitglieber zur 45. $er|amm(ung, welche Mvttlag ben 3. Marz 1873, abends halb 8 Uhr im Casirioglasfalon ftatifinbet, hoflichst einzutaben. Tagesorbnung. 1. Die Gemeinberaihsroahlen. 2. Die Wahlen stir bie Hanbels- unb Gewerbe-tamraer. 3. Die Wahlresormvorlage ber Rezicrung. — (Erganzungswahlen fUrdenGr-m einber ath.) Ueber Beschlutz deS GcmcinderatheS bom 21. Februar t. I. roirb ben SBahtberechtigtcn be« tannt gemacht, batz bie ErgSnzungSwahlen ffir ben Gemeinberath ffir bas Jahr 1873 im fiabtifchen Rathssaale in nachbezeichneter Reihensolze vorge-nommen roerben. A. Der III. WahltLrper wahti am 17. Marz t. I. vormittags von 8 bis 12 Uhr brei ®emeinberathe. Sollte eine engere Wahl noth-roenbig roerben, so roirb biefe ben niimtichen Tag von 3 bis 6 Uhr nachmittags stattsinben. B. Die Waht bes II. WahlkLrperS fiir brci ©emeinberathc finb et am 18. Marz l. 3., vormittags von 8 bis 12 Uhr, eine etwa nothroenig gerootbene engere Wahl aber nachmittags von 3 bis 6 Uhr statt. Č. Der I. Wahl-korper wiihlt vier Gemeinberahe am 20. Marz l. I. in ben VormittagSstunben von 8 bis 12 Uhr, eine nBthige engere Wahl wird betifelben Tag nachmittagS von 3 bis 6 Uhr vorgenommen roerben. Die Wiihter-listen unb Stimmzettel wetben ben Herren Wahlberech-tigten bemnachst zutommen gemacht werbeit. Hievon werben bicselben mit bem BeifLgen verstanbiget, bah nach § 39 ber hierortigen ©emeinbeorbnung allsallige Einroenbungen gegcn bie ©iltigfeit ber ftattgefunbenen Wahlen binnen lanzstens 8 Tagen nach vollenbetem Wahlacte beim ©emeinberathe einzubringen sinb. — (Aus ©ittich) wirb uns gefchrieben: Mit bem 1. Marz roirb bas ncu errichtcte t. t. Post-amt in ©ittich seine ArntSthatigkeit beginnen. Der jeboch nur e i n m a t i g e tagliche Botengang zu bem k. t. Postamte in Pofenborf roirb auf bringenbe Brief-unb ©etbsenbnngcn (itirenb einwirten unb in fotchen Fallen Don ben Parteien noch roeiter bas Psstaml Pofenborf, znm Theile auch jeneS zn ©t. RvchuS be-nvtzl roerben. — (Fiir ©erichtsbeamte.) Wie bie „Gr. Tgp." erfahrt, forbert baS f. t. Justizministe-rium in ben einzelnen cietcithanifchcn Provinzen, um bas zur Besorgung bcs ©icherheitSbienstes roahrenb bet Weltausstcllung erforbertiche bebeutenbe Seamtenper* sonate zn erhalten, bie ©erichtsbcamtcn zum Eintritt iu biesen Dienst auf; es roerben nebst Fortbezng beS Gehaltes 150 ft. monatlich unb sechs Monate Urtaub geboten. An bie ©erichtsbeamten beS grazer LanbeS-gerichteS getangte bereitfl bie Auffotberung zur Anmct-bung; ob biefctbe jeboch Erfotg haben roirb, fcheint zweifethaft. — (Lack 0 d er Prebil.) Die „N. fr. Pr." fchxeibt: „Angeregt burch einen Artikel beS Abgevrb-ncten Dr. Bibnlich im triester ©ittabino, entwickelt sich in Triest eine Agitation, bie bahingcht, bah, gteich-viel ob bie lacker obcr Prebilbahn zur Ausfllhrung gclangt, jebenfalls nur eine solche Combination ge- nehmigt werbe, welche bft ©tabt Tlicst eine von ber ©iibbahn ganzlich unabhangige zweile Eiscubahnverbin-bung mit bem Hinterlanbe gewahrl. Dies wUrbe hei-tzen, batz bie Prcbillinie, falls fie zur Annahme ge-langen sollte, nicht bei ©orz stchcn bleiben, sonbern von da parallel mit ber ©Ubbahn bis Triest roeiter- gefiihrt, bie lacker Bahn hingegen, falls sich Reichs- ralh unb Rcgicrung in letzer ©tunbe fiir biefe ent-fcheiben solltcn — roaS aflerbingS faum anzunehmcn ist (?) — von Lack bis LaunSborf liber bie Kararoanten roeitergefUhrt roerben mUffe, ba beibe nur in biesen Fallen eine roirtlich felbflanbige unb concurrenzjahige Bcrbinbung ber Nubolfbahn mit Triest bcroert- stelligen. Da roir fiir diese Forderung fett bem Auf-tauchen ber Prebit- unb tacker Frage unabldsfig eijige-treten sinb, hatten wir cS fUr liberflUffig, unseren ©tanbpuntt diesbezligtich hicr nochmals hcrvorzuhebcn." — (Einflihrung von Telcgraphen« Marten.) Das Hanbelsminifierium hat unterra C. Februar an bie Eisciibahn-Verwatlungen ein Runb-schreibcu getichtet, worin mit Beziehung auf bie Be-ftimmung bes internationalcn Tctcgraphcn-VereineS ddo. Rom, 14. Janner 1872, fcurch welche bie Re- giflrierung ber gewbhnt'chen Depeschen aufgehoben roirb, unb mit NUdsicht auf ben gtohen Umfang, roel-chen bie tclegraphische Corresponbenz angenommen hat, bie Nothwenbigteit hervorgehoben roirb, namentlich in ber Abrechnung ber telegraphischcn ©eblihrcn rotfent- liche AbSnderungen cintretcn zu laffen. Diese Aban-derungen besteheu unter onbercm in EinsUhrung von StaatStelegraphen-Marken, welche demnachst zur De-ckung der Telegrapher, - Gebllhren verwendet werden fallen. Diese Telegraphen-Marken sollen gleichzeitig auch auf den Telegraphen-Stationen der Eisenbahnen in Anwendung tommen und von denselben bei der Hauptkasse deS TelegrophenamteS in Wien bezogen werden. Die Telegraphenmarken sind bei allen fiir Orte innerhalb der Grenzen EuropaS lautenden Depe-schen zu benUtzen; fUt auhereuropSische Depeschen ist der Betrag bei der Aufgabe in Sttber oder Papier-geld mit Hmzurechnnng des AgioS zu erlegen. Die Telegraphenmarke bildet ein Rechteck. Den mittleren Raum fUllt ein ovale« Medaillon mit dem BildniS Sr. MajeM des Kaisers; am Rande befinden sich die Worle: „K. k. osterreichische Telegraphenmarke' und im unteren Theile der Werth der Marke in Buchstaben, un-mittelbar unter dem Rande der Werth der Marke in Ziisfern wiederholt, sowie die Jahreszahl der Marken-erzeugung. Die oberen Ecken sind mit Emblemen der telegraphic und des HandelS geziert. Es gibt Mar-Ten zu 5 kr. (braune Farbe), zu 20 kr. (btau), zu 40 kr. (grtin), zu 50 kr. (grau), zu 60 kr. (roih), zu 1 fl. (gelb) und zu 2 fl. (vioictt). Die Marken werden in Blattern zu je 100 Stlick aufgelegt und sind auf der Riickseite gummiert. Gleichzeitig werden auch Depeschen«AusgabSrecepisse mit eingedruckten Fiinskreuzer^Marken aufgelegt. Auf den Depeschen-Formularen wird die Stelle fiir die aufzullebenden Marken bezeichnet fein, bei Depeschen ouf gewShn-lichem weitzen Papier ist die Marke oben links aus-zukleben. Die Telegraphenmarken werden in allen . StaatS« und Privat-, sowie Eisenbahn-Telegraphen-Smtcrn zu haben fein, nach Umst8nden auch noch an Qnberen namhaft zu machenden Verfchleitzorten. Eingesendet. Allen Kranken Kraft und Gesundheit ohne Atedizin und ohne Kosten. Revalesciere du Barry von London. Seine Krankheit vennag der delicatcn Revalesciere du Barry ju widcrftehen, unb befeitiflt biefelbe ohne Medizin unb ohne Kosten a lie Magen-, Nerven-, Brust-, Lungen-, Leber-, Driisen-, Schleimbaut-, _ oxv r _v rr\:_r.lk51 ft la'fiosi, Hotel Stadt Wien. Scherz, Kaufm., Graz. — v. Jombara, Bcsitzer, filingenfels. — Praznik, Lafchitz. — Filschcr, Reifuiz. — Loysch, SBien. — Dimitrowiisch sammt Frau, Pest. Hotel Europn. Kotzitz, Galaz. — Handschuh, t. k. Lieutenant, Wien. Verstorbene. Den 26. Februar. Maria Zilnik, Jnwohnerin, 75 I., LivilspUal, Wechselfieberkachexie. Den 27. F e b r u ar. Martin Ncniov, Arbeiter, 41 I, Civilspital, Lungentnberciilvse. — Maria Jaklic, Arbei-tcrSkind, 12 T , Karlstiidtervorstadt Nc. HI, Lungenliihmung. — Marianna Hainan, gewesenc Kochin. 56 I., Polanavor-stadt Nr. 75, Lungendamps. Max Gaid'.ch, Stadtmagistrals-kassier, 47 I., St PeterSvorstabt, am Friedhofe infolge einer sich felbft beigehrachten Brnstschutzwundc._________________ Gedenktasel fiber die am 3. Marz 1873 ftatifinbenbeit Li-citationen. Frciwillige Feilb., KoZelj'sche Real., Laibach, BG. Laibach — 2. Feilb., Obcrstar'sche Real, Rakitniz, BG. Reifuiz. -- 1. Feilb., Wolland'sche Neal, Seisenberg. BG. Scisen-berg — Relic. Sever'scher Reel., Nassensntz, BG. Nassensntz. — 2. Feilb., Stojan'sche, Real, Lanpovo, BG. Radnianns-bDrf.___________________________________________________________ Theater. H e n te: Die Harfenschnle. Schanspiel in 3 Aeten von A. E. Brachvogel. P r r s o n e n: beehrt sich den p. t. Zahnpatienten anznzeigen, datz er wegen all zn iiberhiinfler Praxis seinen hiesigen Aufenlhalt noch bis 15. Uliirz verlangert. Ordinicrt von 9 bis 6 Uhr Sternallee Nr. 37 im 1. Stock. (121-1) Gegen einen Monatsgehalt von 60 st. wird eiii im AbhandlnngS- inib Grnndbuchsfache vollkommen rontiniertcr Beamte anfgenommen. Dr. W enedikter (122—1) in Gottschee. gkN, Ohrenbraufen, Uebclleit und Erbrechen felbft wiihrend der Schwan-aerschaft, Diabetes, Melancholic, Abmagerung, Rheumatismus, Gicht, Lleichsucht. — Auszttge aus 75.000 Certificate« liber Genesungen, die aller Medizin widerstanden, werden auf Verlangen franco eingefenbet. Nabrhaster alS Fleifch erspart die Kevalescibre bei Etwachsenen »»d Rinbetn siinsjigmal ihrcn PreiS in Arzneien. In Blechbiichfen von ein halb Psnnd fl. 1'50, 1 Pfb. fl. 2 50' 2 Pfd. fl. 4-60, 5 Psd. 10 fl., 12 Pfd. 20 fl., 24 Psd. 36 fl. - Be-valeticiere-Biscuiten in Biichfen a fl. 2 50 und fl. 4 50. — Revalesciere Qhocolatee in Puiver und in Tabletten fiir 12 Taffen fl. 1'50, 2* SEctffcn ft. 2-50, 48 Taffen fl. 4-50, in Pnlver fiir 120 Taffen fl. 10, fiir 28i T-ssen ft. 20, flit 576 Taffen fl. 36. — Zu beziehen durch Barry du Barth 6 Bomb, in Wien, Wallflsohgasse Nr. 8, in Laibach bei E. Wahr, fotoie in allen Stadten bei gutcn Apothckern unb Spe. jtreiliiinbletn; auch versendet t«6 wiener HauS nach allen Gegenden gegen Poslanweifung oder Nachnahme. Promcsseu aus 1864er Lose fitr die Ziehung am 1. Marz d. I, Haupttreffer 6. 21$. fl. 200.000, ft fl. 2 5« unb 50 kr. Stcmpel sind zu be-ziehen durch (107-6) Rudolf Flack, Wechselstube, Graz, Sackstratze Nr. 4. Briefliche Austriige werden prompt effectuiert._ Biciovine, ) P"«zessi»»eu von Bourbon ; Franz Ludwig von Bourbon........................ Hcrzog von Fronsac, Oberhosmeister . . Chevalier von Piron ............................ Marquise Diane be SSonbatoiir, Hanpt der jesuitischen Hospartei ...................... Hcrzog von St. Albin Gras Falcoz be la BlacheS, beffeit Schwiegersohn Paris Diwerney, Hosbanquier, Oheim la Blaches' Vasyl, Harseniit bcr gtofjen Oper . Gauchat, Bnchhiinbler.................... Beaumarchais mit ihr liirt Frl.Brambilla. gel. Kottaun. Hr. Carobe. Hr. Ausim. Hr. Hosbauer. Fr. Kroseck. Hr. Pollak. Hr. SHSber. Hr. Hiiller. Hr. Zwerenz. Hr. Mibancr. Hr. Wauer. Susanne, besseu Frau..........................Frl. Branb. Telegramme. Pest, 27. Februar. Das Abgorbnetenhaus be« enbigte die Generalbebatte des Kultus- unb Unter* richtsbubgets unb nahm ben Antrag Jranyi's an, wornach bie Regierung angewiesen wirb, ehestens Gesetzentwurse fiber Religionssreiheit unb Einfuhrung ber Civilehe vorzulegen. Berlin, 27. Februar. Die „Kreuzzeitung" be« statigt, ber Befuch ber Kaiser Wilhelm unb Ale-xanber zur Weltausstellung fei in Ausficht genom« men, aber von einer vorangehenben Dreikaiserzu-samrnenkunft in Petersburg fei m rnahgebenben ber« liner Kreisen nichts bekannt. Bruffel, 27. Februar. Ein Gerficht rneldet MeinungSzwiefpalt im Snbinete. Rom, 27. Februar. Graf Paar foll an Stelle Kubecks zum Ssterreichifchen Botfchafter am papst-lichen Stuhle ernannt roerben. Petersburg, 27. Februar. Die Melbungen von Bauernaufstanben in Pobolien, Volhhnien unb ber Ukraine bestatigen sich nicht. Ein verlatzsicher Laiislnirsche wirb sogleich in ber Bnchdrnckerci von Kleinmayr Sf Bamberg ausgeiiommeii. z pas Mokcen-Aurklill in CniOacf), ^auptpfatj 313, besorgt Priinumerationen unb Einschaltungen fiir siimmlliche inlijndische Zeitungen, Dormerkungei, iiber Berkanf und Verpachlnng von Realitatcn, liber jit vermielhenbe Wolinungcn, Magazine, Berkaufsgewolbe, iiber zu besctzeiibe offeiie Dienstpliitze fitr Beamte. Schrcibcr, HanbliingScvmmiS, Lehrlinge, Bebiente, Hansknechte, KS-chinnen, Studenmiibchen und Magde.__(93 - 3) Ansgtnoumkn roeriien ,iichtige LebeiisvcrficheriiNgS - Arqnifiteure fiir fine grotze LebensversichernngS-Actiengescllschast fiir Strain und da« Kiistenland unler sehr vorlheilhasien Bedmgungw-Ofserle mit Anzabe der genauen Referenzen unb der biS-herigeu Berwcndung nimnit die Administration dieses Biai-tcS entgegen. (113 - J) Epileptische Krainpfe (Fall- heilt brleflich der Specialarzt fur Epilepsie I SUUllj Dr. O. KUligeli, Berlin, Louiaen-strasse 45. Augenblicklich iiber tausend Patienten in | Behandlung. (732 — 35) Wiener Biirse vom 2«. februar Staatsfonds. Spere. Rente, ost.Pap. bio. bto. oft. in @ilb. Lose eon 1854 iofe von i860, ganze Dote von I860, gUnft. Priimienfch. v. 1864 Grundentl.-Obl. Eteiermarl zu 5 pCt. gSmten. Stain, u. Kiistenlanb 6 „ Nngarn ju . . 6 „ Jtroat. it. Slav. 5 „ Ei-benbiirg. ,u 5 » Action. Nationalbanl . . . . Union - Bank . . . . Erei itanstalt . . . . N. o. Eseompte-Gef. ilnglo.-bsterr.Bank . Oest. Bodenered.-A.. Oest. Hypoth.-Banl. Steier. «Seompt.-Bk. Franco » Austria »-is. Ferd.-Nordb. Siidbahn-Gesellfch. . Staif. Elisabeth-Bahn. Kirl-kudwia-Bahn. . Siebenb. lLtfenbahn. Eraatrbahn . . . . flaif. Franz-IofefSb.. Flinfk.-Barcfer E.-B. AlsSld-Fium. «ahn . Pfandbrlcfe. Ration. S.W.verlo-b. Ucg. Siob.-Srcbitanft. «llg. «ft.B°d.-Lredlt. bto. in 86 3. riickz. . Witterung. Laibach, 28. Februar. Anhaltend iriibe, g-sterii abends mid nachis starke Giisse. Wolkenzng ans Siib. W ii mi c im »jmiehmen : Morgens 6 llbr + nachniiltagis i Uhr + 8 6° C. (1872 + 0-3", 1871 + 7-9°). Barometer 722.05 Millimeter. Das gtftrige Tagesmittel der Wiirine -I 3-2". nm 1.9" iiber dem atormale. Der gestrigkNiederschlag 38 25 Millimet-r. Angekommene Fremde. Am 27. Februar Hotel Elpfimf. Ebcnwaldcr und Grogs, Gral — flronberger, HdlSm., Papa. — Pogorelec, Mleku« unb Schmidl, LaaS. — Balschi, jillnigstabt. — Jeniii, Manns-vurg. — Baron Tauffrer, Weixelbnrg. Fiir bic autzerorbeiillich zahlreiche unb durch Trancrgcsang wcitzgekleideter Friinlein sehr ergrei-sende Theilnahme am heniigen Leichenbegiingnisse mcintr fcit q-stern nachtS in Got! ruhenden Tochter Anna spreche id) often, inSbesondere aber der geehrtkii Biirgerschast Renmarkils meinen liesgesiihlten Dank ans. Neuuiarktl, 26. Februar 1873. Antou Schelesuikar. Geld Ware Gelb 333 ate 70.80 70.90 Oest. Hypoth.-Bank. 94.26 94.76 74. 98.— 74.1l 98.5C Priori < ft ts-Obl. 105.25 105.7R 121.— 122.— Sitdb.-Ges.zu 500 Fr. bto. BonS 6 pCt. Nordwb. (100 fl. CM.) 108.75 109.25 148 75 140.- 9s!— Sieb.-B.(soo fl. S Sv.) 88.25 88.76 91.50 92.— StaatSbahn pr. Stttck StaatSb. pr. SI. 1867 109.50 110.- 86.— 82.25 Rudolfb. (30v fl.o.W.) Franz-Jof. (200 fl.S.- 93.50 94.— 85.75 82 — 101.60 101.80 88.75 84.— Lose. 79.75 80.50 Srebit 100 fl. 8. W. . 188.50 189.50 Don.-Dampkich.-Sef. ju too ft. list. • . 98.50 99.50 991.- 993.— Triester 100 fl. EM. 117.50 118.50 248.75 249.25 bto. to fl. o.W. . Ofenet . 40. fl S.SD8. 68.— 69,— 339.75 340.50 SO.— 31.— 1140 1145 Salm . „ 40 „ 40.— 41 — 318.50 Palffy . „ 40 „ 4l«b . » 40 „ ©t.@enoi8- 40 „ WindischgrStz 80 . Waldsteiu . so „ 27.50 28^0 291.— 293.— 38,- 38.50 29.75 3076 297!— 131.50 132^50 24.— 22.50 25.— 23.- 2275 2280 Kealevich . 10 „ atubotfeftift. 10 . 18.— 18.50 190.25 190.75 15.25 15.60 246.25 259.25 216.50 229.75 Wechsel(3SDlon.) 177.— 330. -223.-187.50 173.25 178. 331.— 223.20 188.50 174.— Sunto. 100«. (3bb.ro. JJionlf. 100 R. „ „ fionbon 10 Pf. EtciL Paris ioo Francs . Mdnzon. 92,— 92.20 100 50 < >0 92 10 92.30 109 60 43.— 92.30 92.50 »aif.Miinz-Diicateil. zo-Otanlefmd . . . 5.17 87.75 88.— 8.78 102.85 102.75 BereinSthalrr . . . 16:. ... 163.60 88.75 89.60 Silbet 10S.- 108.— Der telegraphische WechselcurS ist un3 bis zuur Schluffe bes BlatteS nicht zngekommen. Drnck ten Jgn v. Klrinmahr & Fed. Bamberg in Laibach. Verleger ant fiir die Redaction verantwortlich: Dttomer Bamberg.