Schriftleitung, Verwaltung und Buchdruckerei Telephon 25-67, 25-68, 25-69, abends nur 28-67, Marburg a. d. Drau, Badgasae 6 / Anzeigen und Abonnements-Annahme in der Verwaltung / Bei Anfragen Rückporte beilegen ElnEmIvmrkmuimprmI»: wothmniagn 10 Apf Samsfag-Sofintag 15 Rpt Erscheint wöchentlich sechsmal als Morgenzeitunc (mit Ausnahme der Feiertage). — Bezugspreis: Abholen monatlich KM 2.—, bei Zustellung RM 2.10. — Unverlangte Zuschriften werden nicht zurückgesandt oilitttatt gntung Amtliches Organ des Steirischen Heimatbundes iJtr. 161 onnorburg a. ö. S>rau 2>ien(ita0,8. IJuli 1941 81.3adrgan0 Ccemowitz ist genommen Fortschreitender deutsch^rumünlscher Angriff in Bessarablen — Nördlich der Pripet-SUmpfe unsere Truppen in breiter Front im Vormarsch gegen den Dnjepr und die Düna Wieder 204 Sowjetfiugzeuge vernichtet In vier Tagen 83 BriteniUeger abgeschossen Bomb«!! auf Englands Flugplätie und Hafenanlagan Aus dem FUhrerhauptquartler, 7. Juli. Das Oberltonimando der Wehrmacht gibt beliannt: In Bessarabien sind die deutschen und rumänischen Trup[»en nacti Abweisung von Gegenangriffen in fortschreltändern AngrUf, In der Buliowina erreicli-ten rumänische, iiordwestlicli davon ungarische Kräfte den Oberlauf des Dnjestr. Czernowltz ist genommen. Die Verfolgung des Feindes in Qalizien wurde in breiter Front über den Sereth fortgesetzt. Nördlich der Pripet-Stimpfe dringen Verbände des deutschen Heeres kämpfend auf breiter Front gegen den Dnjepr und die obere Düna vor. Die Operationen der deutschen und filmischen Truppen verlaufen weiterhin planmäßig, Geschwader der deutschen Luftwaffe von S8 in Luftkämpfen und durch Nachtvernichteten auch am gestrigen Tage i iäger, 21 durch Flakartillerie, vier durch eine groBe Zahl feindlicher Panzer und hinheit^ der Kriegsmarine. Während JjistkraHwagon, setzten Batterien der Sowjets außer Gefecht, zerstörten Eisen-bahnzUge, Transportwege und Munitionslager. Wirksame Luftangriffe richteten sich ferner gegen RUckzugsbewegun-gen des Feindes in der Ukraine sowie gegen Befestigungsanlagen. Andere Verbände bombardierten feindliche Tnippcn Im Raum um Smolensk und ostwärts des Pe^uS'Sees. Kampf- und Sturzkampfflugzeuge un der gleichen Zeit gingen im Kamnf gegen Großbritannien neun eigene Flugzeuge verloren. In den Kämpfen im Osten zeichneten sich Oberleutnant Knaak. der Oberfeldwebel Werner, die Feldwebel Haut und Proliaska in einem Lelir-Regiinent sowie der Leutnant Populo in einem Schiitzen-rcvii>»ient besonders aus. Oberleutnant Philipp erranji am A. Juli seinen 31., und Luftsiej;:, Ober terstützten das Vorgehen der Frdtriippeni feldwebel Beier in der letzten Nacht sei-aul der Fischerhalbinsel und belegten! neu 9. und 10. Nachljav,'dsieR Stutzpunkte des Feindes mit Bomben aller Kaliber. Dto Sowiets verloren im Laufe des 6. Juli insgesamt 204 Flugzeuge, davon 160 in Luftkämpfen, 41 Flugzeuge wurden am Boden zerstört, drei durch Minensuchboote abgeschossen. Zehn eigene Flugzeuge werden vermißt. In der östlichen Ostsee stießen deutsche Minensuchboote auf vier Sowlet-zerstörer. In ein«m einstündlgen (leiecht wurde ein Zerstörer durch Artillerie-treffer beschädigt, worauf der Feind sich zurUokzoff. Dieselbon Mlnensuchho,'>lc wehrten sieben leindllche Bom^)enanc:rlifc ab und schössen dabei drei SowjetfluK-zeuge ab. Im Kampf gegen Großbritannien versenkte die Luftwaffe im St. Georgs-Kanai zwei Irachtschiffe mit zusammen 10.000 brt. Kampfflugzeuge bonrbardier-ten in der letzten Nacht erfolcrreich Flugplätze in Mittelenfiland und Hctfenanla-gen an der Süd- und Südostkiisto der Insel. Das Verminen britischer Häfen wurde fortgesetzt. In Nnrdafrika erzielten deutsche und italienische Kampf, und Sturzkampiflug-zeuKo Bombenvr.)|treffer in Flak- und Artilleriestellungen um Tcbriik. Bi'! AnRrllfsversnchon am Taie verlor der Feind gestern an der Kanalküste durch Jaßd- nnd Flakabwchr 19 Fliig-zeuge. ein weiteres durch Marineartillerie. Britische Kanipfflugzeu}^;o warfen in der letzten Nacht Sprenar- und Brandbomben an verschicM'enen Orten Wc«tdeutsch-Inmls. I^Ie ZIviMnnö'Korung hatle elnlj^c VerVistc. In W«!inv!cr'ohi, u. a. in nortimuTi* schnell gelöscht verde» iili'.sen Arjirüfen und hol einem ni'.ohulchrn Vf>r*:ton zur Kil'^to des h" Fetzten fr.?rvöslyc''cn Gebiets schössen Niiehl'Hp"'* Kamp^- 'lunrze'ifTc» fl. In der Zelt vom 3. bis fi. Jnll wurden britische Flugzeuge abgeschossen, da- in der Panzerschlacht bei Dubiio zeichnete sicli chic Batterie des PlakrcKiments »General (loerinii« unter Führung' des Hauptmann Schul/, sowie Leutnant Wilmskötter besonders aus. Der Matrosengefreite Ernst Kellner schoö mit einem leichten Flakgeschütz sein drittes britisches Flugzeug ab. SchMsfer Angriff dieses Sommers Der deutsche Luftangriff auf das engll-sclie Industriegebiet der Midlands Newyork, 7. Juli. Zu den letzten deutschen Angriffen auf England meldet Associated Press, daß es sich um den bisher schärfsten Angriff dieses Sommers gehandelt habe, der hauptsächlich .nuf das Industriegebiet der Midlands gerichtet war. Deutsche Inlanlerie gegen Sowjeipanzer 15i) feindliche Kampfwagen in zwei Tagen erled'g^ Berlin, 7. Juli. Bei den Kämpfen vor Dubno vernichtete otler eroberte eine Infanteriedivision im Angriff gegen sowjetische Panzerdivisionen in zwei Tafjen weit über 90 Panzer, kampfwagen, darunter eine Anzahl schwerster Panzer. Eine andere Divis'on vern'chtete im selben Raum Panzer, kampfvyagen. Japan und der GIssiia-Konflskt tintritt in das füntte Kriegbjabr USA und die Tokio, 7. Juli. Mit zahlreichen Versanuulmiiien und Demonstrationen von Verbändeu, Schulen, Universitäten und Ju^endorijanisa-iiüncn sowie mit Erlässen und Aufrufen des Wchrmaclit-sministers und verschiedener militärischer und i>olitisclicr Stellen in Japan, Chhia und Mandscluikuo gcdaclucu Vulk und Wehrmacht des Eintritts .lapans in das fünfte Kriegsjahr.^ Kernpunkt aller Verlautbarungen ist der Wille uiui die Entschlossenheit, den China-Konflikt gegen alle Widerstünde zu Ende zu bringen, die ostaslat}sche Zone! gemeinsamen Wohlstandes , gegen die Eingriffe und Bedrohungen der sogenannten »Demokratien« zu sichern und darüber iiinaus das gesamte Volk unter einer starken Staatsfültrung In stärkster Landesverteidigung zusammenzuschlienen, um »dieser schwersten Krisenzelt des Reichs des Tennos, deren Ende nicht abzusehen Ist, gerüstet entgegenzutreten«. Die Regierung skht deshalb auf saziaient, wirtschaftlichem und finanziellen Gebiet weitere Kontrollmaßnahinen vor, um gegenwärtige uikI noch zu er-warteniic Einschränkungen planmäH'i' i'urchzuführeiu In der gesamten Presse wird der Wehrmacht gedacht die vier Jiilirc m-t »rröljleui l-Tfoln den Cli iia-K; weist auf die englisch-amerikanischen Versuche hin, über Burma nach China einzudringen und sich Stützpunkte zu sichern bei gleichzeitiger AusdehnunR der Einkreisung im Pazifik. Das Blatt warnt deutlich vor diesen i^estrebungen mit Hinweis auf die erprobte, kriegserfahrene lapanische Luftwaffe, die bereits Chinas Luftstreitkräfte zerstört habe und gerüstet sei, alle Versuche der USA, Tschungking Flugzeuge nnd Kriegsmaterial zu liefern, im Keime 'U ersticken. 9er Ministerpräsident beim Tenno Tokio, 7. Juli. Nacluleiu der KiiegsminiSter und der Marinemi'nistcr bereits Montag früh vom Tonne enipfcingen worden waren, weilte auch der Premierminister am Mittag Im Pakist, wo er in zweistündigem Vortr.'i^ über verschiedene Staalsangelegenheiten berichtete. jüdisch-marxistische Despotie im Osten Quellen des bolschewistischen Chaos Eine Betrachtung der historischen, rassenkundlichcn und geistigen Grundlagen des bolschewistischen Chaos muß zwangsläufig auf die geschichtlichen Ursachen zurückgehen, die zur Ausbildung dieser jüdisch-marxistischen Despotie im Osten führten. Denn eine derartige Explosion der Weltpolitik, wie sie der Bolschewismus darstellt, kann man nicht mit Ursachen erklären, die nur emige Jahrzehnte alt sind, sonder.i sie stellt einen Ausbruch von Instinkten dar, deren Voraussetzungen weiter zurückliegen. Einmal schien es so, als sei der ries:j;e Raum mi Osten geistig von Euro'pa zu-sammengefaüt. Das war, als die Normaji-nen grolie Reiche von Kiew und Nowgorod aus gründeten. Aber der darauf folgende Tartareneinbruch hat den ganzen Osten über 200 Jahre lang unter seine Herrschaft gebracht und damit, wie der russische Dichter Dostojewski einmal erklärte, alle Fmiprindungen für Würde und Ehre derart veniichtet. daß man von der heutigen Gesellschaft kaum noch etwas erwarten könne. [>ostojcwski wurde 1S49 wegen Teilnahme an den Bestrebungen des sozialistischen Schwärmers Petraschewski /um Tode verurfeilt und erst auf der Richtstätte zu vierjähriger Zwangsarbeit in Sibirien begnadißt. Er kann mit Recht als der Typ des tartarlsierten Ostraumes bezeichnet werden. Er hing mit gro-üer Liebenau der Zukunft seines Volkes und glaubte viele Gründe anführen zu können, um die Zukunft seines Volkes gesichert zu sehen. Diese Sicherung aber wollte auch Dostojewski nur gegen Eu-roipa und seine Kultur erkämpfen. Er predigte einmal, daß alle Menschen »russisch werden müssen, als erstes und vor allen Dingen russisch; ist die Allmenschlichkeit die russische Nationalidee, so mulj vor allem erst jeder russisch werden.^: In diesen Missiionsgcdanken wurzelt der Anspruch des Ostens, Aufcrwek-kcr der Völker Europas zu sein. Er offenbart eindringlich den weltanschauliche?! Zwiespalt des Ostens mit den schöpferischen Kräften Europas. Das »Allmenschentum«, von dem Dostojewski spricht, wird von einer typisch östlichen Leidetis-und Unterwürfigkeitsidee getragen, die itn krassesten Gegensatz zu der FJirc und Ereiheitsidee der germanischen Wertordnung steht. Um die Wende des 20. Jahrhunderts, als dieser Typ Wirklichkeit zu werden begann, tritt die Ehre als gestaltende Kraft überhaupt nicht mehr in Erschei-mmg. Es fehlt das erhabene und höhere Zentrum des garizen Geschehens, eine Freiheit. Ehre und Persönlichkeit spendende Weltanschauimg, die dem Leben Inhalt verleiht, es sinnwll gestaltet und /u großen schöpferischen Taten bewcfft. Man überprüfe nur einmal die Gestalten, die Dostojewski In seinen Romanen verarbeitete, oder die 'Persönlichkeiten, die damals. mi alten Zarenreich, die Politik nnd d:is neistesleben beeinflußten. Diese scelische Eigentümlichkeit hat P)ostojew-ski einmal in seinem Tagebuch wie foljrt gekennzeichnet: »Es ist das i^edürfnis der Venicinung im Menschen, das sich S^ite 2 »Marburger Zeitung« 8. Juli 1941 Nummer löl oft in sonst sich durchaus nicht verneinenden, sondern ehrfürchtigen Naturen findet — das Bedürfnis, alles zu negieren, das Größte und Heiligste, das ihr Herz kennt, die eigenen höchsten Ideale, die ganze Fülle dessen, zu dem das Volk betet und zu dem auch sie eben noch gebetet haben... Da gibt es dann kein Halten. Sei nun Liebe im Spiele oder Wein, Genußsucht. Eitelkeit oder Neid, gar mancher Russe gibt sich gegebenenfalls schrankenlos diesem Bedürfnis h-n, bereit, alle Bande zu zerreißen, sich von allem loszusagen, von der Familie, von der Gewohnheit, von Gott. Der gutmütigste Mensch kann plötzlich zum widerlichsten Scheusal und Verbrecher werden, sobald er in diesen Zyklon gerät, in diesen verhängnisvollen Wirbel einer krampfartigen, momentanen Selbstverleugnung. der dem russischen Charakter in gewissen schicksalsschweren Minuten seines Lebens so eigentümlich ist.« Es ist daher kein Zufall, daß gerade in Rußland dieses Prinzip der Verneinung und Zerstörung oft als »positive« Grundlage der Welt und des Lebens betrachtet worden ist. Und auf diese Grundvoraussetzungen baute die jüdisch-marxistische Revolution auf, als sie im Osten mit Blut und Mord den Bolschewismus als neues Kanipfinstrument gegen alle gesunden Instinkte durchsetzte. Zusammen mit der Mongolisierung des Ostens hat also diese geistige Erscheinungsform der östlichen Menschen, deren Kronzeuge Dostojewski ist, den eigentlichen Nährboden für die weltrevo-Intionären Parolen abgegeben. Der Bolschewismus ist nichts anderes als »tartarisiertcr Marxismus«, d. h. die Wiederherstellung der Despotie eines Dsciiingis Khan und seiner Nachfolger unter jüdischer Führung. Wenn man sich also bemüht, eine Deutung des Bolschewismus und damit eine Begründung für die Gefährdung alles schöpferischen Lebens zu geben, so muß man die Elemente herausheben, die zum Verständnis der bolschewistischen Revolution und des Bolschewismus heutiger Prägung beitragen. Neben Rassenmischung und Auswirkung verschiedener religiöser Strömungen ist es, wie wir sahen, die Fremdherrschaft gewesen, die jenen zentruli-stischen Despotismus im Osten errichtete und verbunden mit der westlich frei-maurerisclien Idee von der Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit einen aai das Phantastische grenzenden Eroberungs-tmd Ausdehnungsdrang züchtete. Durch die geistige und politische Isolierung dieses ganzen Raumes von allen anderen schöpferischen Kräften der Welt gelang es dem Jüdischen Bolschewismus unter geschickter Ausnützung aller seelischen und moralischen Werte, Jen Mensclien dieses Raumes auf Ideen festzulegen, die ihn zeitweilig alle Not, Unterdrückung und Leiden als sch'ck-salsnotwendig erscheinen lassen, als Ge-burtswehen einer neuen Welt. Dieser dem östlichen Wesen innewohnende Messianisnius ist es gewesen, den die Bolschewisten ausnutzen konnten, um den Aufstand des Ostens ^geii alle schöpferischeil Kräfte Europas und der Welt zu mobilisieren, um damit dem bolschewistischen Programm der Weltrevo-Intion, Weltherrschaft und schließlich Weltunion der Sowjetrepubliken die nötige Stoßkraft zu geben. Viele Sowjet-soidaten kämpfen daher zäh bis zum Letzten für diese von ihnen nicht durchschaute jüdische Desipotie. Sie opfern ihr 1-eben für eine Macht, die sie zu Sklaven ihres Willens gemaciit hat. Sie glauben mehr oder weniger aufrichtig daran, daß sie im Vergleich zu dem »kapitalistischen Westen« tatsächlich in einem »fortschrittlichen Land« leben und es viel besser haben als die Menschen jenseits der sowjetischen Grenze. Manche werden es vielleicht nie begreifen, wie sehr sie erniedrigt wurden. Aber in vielen wird durch diesen Krieg, der den Bolschewismus im Osten endgültig beseitigt, der gesunde Instinkt für die Wirklichkeit des Lebens wieder geweckt werden, und dann sind sie schon ein Stück weiter auf dem Wege zu einem neuen Anfang. Karlheinz Rüdiger Der Kampf gegen den Bolschewismus Deutschland bringt dar Welt Reitung und Freiheit Die goldene Tapferhcilsineilaille Für gefallenen italienischen Armee-kommaiidantcii Rom, 7. Juli. Dem Armeekonnnandanten General Tellera, der sich bei dem italienischen Vormarsch auf Sidi el Barani sowie bei den Durchbruchsversuclien der bei Age-dabia im .Tänner eingeschlossenen italienischen Verbände besonders ausgezeichnet hatte und an der Spitze seiner Truppen den Heldentod fand, wurde die goldene Tapferkcitsmedaüle verliehen. Immer neoe Sowjef-Morde Berlin, 7. Juli, In allen Städten der Westukraine haben deutsche Soldaten bei ihrem Vorrücken die fürchterlichsten Entdeckungen ge. macht. Noch steht die Weltöffentlichkeit unter dem Eindruck der grauenhaften Ge. schehnisse von Lemberg, wo in den Kellern des Brigitten.Gefängnisses buch, stäblich Leichenberge von mehreren Tau. senden ukrainischen Männern und Frauen aufgetürmt waren. Jetzt werden wieder neue Massenmorde bekannt: In der Kleinstadt Dubno haben die Sowjets vor dem Einrücken deutscher Truppen nicht weniger als 1500 ukrainische Männer und Frauen in bestialischer Weise ermordet. Die an Ort und Stelle vorgenommenen ärztlichen Feststellungen haben ergeben, daß die entmenschten Barbaren viele Frauen und Kinder ge. schändet und dann erst n'edergemetzelt haben. Nach den fürchterlichen Schreckenstaten, wclche die Westukraine unter dem grauenhaften Terror der sowjetischen Soldaten zu erdulden hafte, wird der Einzug der deutschen Truppen überal! dank-baron Herzens begrüßt. Vaterland und Hßüninn als Maske Moskaus Madrid, 7. Juli x-Dic Bolschewisten maskieren sich jetzt mit Vaterland und Religion,-: schreibt der römische Berichterstatter der Madrider Zeitung :hYa«. Die bolschewistische und anglo-hebräische Propaganda möchtc jetzt plötzlich aus dem Bären ein unschuldiges Läniinchen machen, das von dem bösen Wolf zerrissen werde. »Die schandbarste Tyrannei der Weltge-schichte,« wie der frühere USA-Präsident Hoover das bolschcwistisclie Regime bezeichnete, wird nun plötzlich als Musterbeispiel einer fortschrittlichen und toleranten Reglerungsform präsentiert. Man müsse, «^o heißt es in dem Bericlit der Zeitung »Ya«, sich" ständig die geschichtlichen Wahrheiten vor .Augen halten und, wie die italienische Presse es tue, die Aussagen glaubwürdiger Männer anführen. Der türkische Senatspräsident habe in Ankara erklärt: »Wie kann sich eine Regierung anmaßen, die Rolle eines ^freiers zu spielen, nachdem sie in Strömen von Blut alle antikommunistischen Regungen unterdrückte, die Ukraine versklavte, in Polen als Leichenfledderer einfiel, Litauen, Lettland und Estland die Freiheit raubte, Finnland uberfiel, Rumänien verstümmelte und der Türkei die Meerengen entreißen wollte?« Wenn es stimme, daß die Moskauer Machthaber sich einiger überlebender griechisch-orthodoxer Priester bedienten, um die Welt zu betrügen, so sei das eine unerhörte Blasphemie. Wie es um die katholischen Geistlichen im »toleranten« Sowjetstaat bestellt sei, ] könne man wieder aus dem päpstlichen | Jahrbuch von 1941 ersehen, so schließt »Ya«. Alle katholischen Geistlichen wur-! den eingekerkert, gefoltert, gemordet oder verschleppt. USA-Ioumailsl üDer das Blutbad der Sowjets in Lemberg N e w y 0 r k, 7. Juli Der »New York Enquirer« veröffentlicht einen Bericht des United-Press-Korrespondenten Jack Fleetscher aus Lemberg. Fletscher betont, daß die Sowjets vor ihrem Abzug ein fürchterliches Blutbad unter den politischen Gefangenen angerichtet hätten. Unter Hinweis auf die Auffindung von Hunderteen von Opfern dieser Masseii-morde im Militär- und Staatsgefängnis von Lemberg stellt er fest, daß er persönlich mehrere Stellen geseJien habe, wo jeweils 20 bis 30 Leichen eingescharrt waren. Eine größere Zahl sei in einetn Ge-fängniskeller begraben. Ein Lembergei Frieflhof weise über 100 neue QrUber auf,' in denen die Leichen der von den abzie-l henden. Bolschewisten hingemordeten Ukrainer und Polen lägen. j Die Deutschen In der Ukraine als Belreler begrübst Stockholm, 7. Juli. Der Sonderkorrespondent von ^Stock-holms Tidningen« in Lemberg, Bertil Svahnstroeni. gibt eine Schilderung der Verhältnisse nach der Besetzung der früheren polnischen Lfkraine. Es herrsche kein Zweifel darüber, so heißt es in dem Bericht u. a., daß die ukrainische Bevölkerung die Deutschen als Befreier betrachte. In den Städten hätten die Ukrainer Inschriften mit »Hell Hitler!« (j^r »Wir grüßen unseren Hitler!« aufgestellt. Überall sehe man Hakenkreuz-fahnen. Beinahe zwei Jahre sei Lemberg sov/-ictiscli gewesen. Es herrsche kein Zwei-, fei darüber, daß die bolschewibvtische ■ Phase als die düsterste in der Geschichte! Genaue Auimarschpläne oegen ~ GEHEIMZENTRALE DER SOWJETS IN KAUEN ENTDECKT — DIE >SCHV/ ARZE LISTE« DER GPU LAG SCHON BEREIT Berlin, 7. Juli. Nach H nnahnie de- litauischen Hr.uptstaai Kauer inachJ'.'n deutsche SoL claten in oein Gebäude der ehemaligen litauischen Staatsdruckerei eine aufsehen, erregende Entdeckung. In den Kellerräu. nien einer'hier im Herbst 1939 von den Sowjets eingerichteten bolschewistischen Redaktion fanden sie eine großangelegte getarnte Geheinizentrale der Sowjets vor. In einem großen Panzerschrank verwahrt, lagen für die in Litauen konzen. trierten Sowjetreginienter genaue Aufmarschpläne für einen Einfall in Ost. preußen. Durch einen Vorstoß von AUen-stein nach Heiligenbeil sollte Königsberg abgeschnitten werden. Neben Karten und Skizzen sowie Reiseführern von den deutschen Ostprovinzen wurden hier auch die Telefonbücher von Pommern und Ostpreußen aufbewahrt. Ferner hatten die bolschewistischen Agenten bereits eine große »schwarze Liste« angelegt, auf der die Namen und Personalangaben der führenden Persön-lichkeiten der deutschen Ostgebiete ver, zeichnet standen. Diese sollten als erste dem Terror der GPU ausgeliefert werden. Umfangreiches Kartsnmalerial Aber GrossdeuisGhland Spezialwerke über Industriezentren und Garnisonen aufgefunden Berlin 7. Juli. Den vorstot^cnden deutschen I ruppen fielen sowohl im mittleren I^rontabscliiiitt im Osten als auch in den baltischen Ländern große Bestände an Karten von Deutschland u\ die Hände, Aus dem Druckvermerk ist zu entnehmen, daU das gesamte Kartenmaterial vom Gebiet GroUdeulsclilands in den letzten Wochen und Monaten in sowjetischen Staatsdruckereicn hergestellt wurde. Die Karten verzeichnen neben den deutschen Industriezentren insbesondere taktische Angaben, wie z. B. stärkere deutsche Garnisonen, Lage und Belegung deutscher Flugplätze, GliedernnK des deutschen Heeres und der deutschen Luftwaffe u. a. In vielen sogenannten GemeinschaftSr liäusern der Sowjets waren diese Karten in Verbindung mit aufreizenden Angriffsplakaten »Gegen den Feind des Bolschewismus« schon vor einiger Zeit zum Aushang gekonmien. Engländer vorTobruk zurückgeschlagen Rom. 7. Juli. Der italienische Wehrmaclitbericht vom Montag liat folgenden Wortlaut: Das Hauptquartier der Wehrmacht gibt bekannt: In Nordafrika hat unsere Artillerie an der Tobruk-Front feindliche unter dem Schutz von Panzerwagen vorrückende Infanterie zurückgeschlagen. Luftstreltkräfte der Achse haben im Sturzüug gegriffen. Andere Flugzeuge haben Ansammlungen von Kraftfahrzeugen südwestlich von Sidi el Barani getrolfen. Pjr Feind hat einen Finfhig auf Bcn-gasi unternommen. In Ostafrika lebhafte Artillerietätigkeit im Abschnitt von Uolchefit (Gondar). Am Sen die Bolschewisten mit unmenschlicher Grausamkeit unter den Gefangenen der vielen Gefängnisse gehaust. Hunderlo von Menschen wurden durch einen Schuß in den Nacken umgebracht, eine Hinrichtungsmethode, die die Gesichter unkenntlich macht und die von den Bolschewisten bevorzugt wird.« Nicht einmal das Rote Kreuz wird geadiiet Berlin, 7. Juli. Nach dem Durchbruch deutscher Truppen durch eine bolschewistische Verteidigungsstellung b2i Minsk wurden deutsche Sanitätssoldaten ' emgcsetrt, utr Verwundete zu bergen. Kaum hatten die deutschen Sanitätssoldaten mit Ihrem Auftrag begonnen, unter den Tausenden gefallener Bolschewisten die Verwundeten zu suchen und aus dem Feuerbereich zu tragen, als sie von versprengten Truppen der Sowjets aus kürzester Entfernung unter Feuer genommen wurden. Obwohl diese Abteilung durch weiße Armbinden mit dem Zeichen des Roten Kreuzes sichtbar keimtlich gemacht war, schössen die Bolschewisten aus sicherem Versteck auf die deutsche Sanitäts-kolonne. Mehrere verwundete Bolschewisten, die gerade zum deutschen Feldlazarett gebracht werden sollten, fielen diesem Feuerüberfall zum Opfer. Einige deutsche Sanitätssoldaten wurden verwundet. Dieses Vorkommnis erfährt seine bezeichnende Ergänzung durch die Tatsache, daß kurz darauf ein vorgeschobener Verbandsplatz, der ebenfalls mit großen Rote-Kreuz-Abzeichen versehen war, von einer kleinen Abteilung bolschewistischer Soldaten Uberfallen und beschossen wurde. Dem raschen Eingreifen einer anrückenden deutschen Infanterieeinheit ist es zu danken, daß das Sanitätspersonal und die verwundeten deutschen und sowjetischen Soldaten nicht niederge-niacht wurden. Die Umstände, unter denen diese bolschewistischen Oberfälle auf deutsche Sanitätseinrichtungen unternommen wurden, beweisen eindeutig, daß die Sowjets vorsätzlich diese durch das Zeichen des Roten Kreuzes unverletzlich gehaltenen liinrichtungen angreifen. ..An der Seite Deutschlands gegen das Böse" P r c ß b u r g, 7. Juli Anläßlich des Tages der Ausland-Slowaken richtete der Oberbefehlshaber der Hlinka-Garde, Innenminister Mach, einen Aufruf an die Ausland-Slowaken, in dem es u. a. heißt: Das slowakische Vulk und seine Armee kämpften heute gegen die Bolschewisten, die die größten Gegner des Glaubens und der Kultur seien. Der slowakische Kampf an der Seite der deutschen Wehrmacht sei weder vom Haß gegen das russische noch gegen da^ ukrainiche Volk erfüllt, es werde einzig und allein das Böse bekämpft^ das tau-* ■eraner'löl »»ffigWfe] zmmz* 9. luff Siette3 sende Kirchen zerstörte, tausende Mlfhn zerschlug und beschmutzte und die helligsten Rechte aller Vdtker fiii6«chket »Laßt Euch nicht täuschen, Ihr Sloiwa^ keil'im Aiis4ar>de«, so^he^Bt es in dem Aof^ ruf weHer, »wenn Buch die iJkKien uro andere Nichts^av^*e^ vom Slanwefftunt te^ den. Laßt Boch flkht fätischen, ^iwenn Üet? <5sö6te Feind (fes^ NafionateozfaMsmus «von einem Vaterfande, von .Vatcrlamlslielbe und sogar tfcer'Vdlk'stinn'Spricht«. iliinf«M (KeFtomei B#nü«S'S»€*l, 7. Juli Der" Letter der, nationaerst Buck einsetzte, erscfiüttem. Mehrmab hat Oberst Buck an der Spitze seines Stabes, mit Gewehr und Maschinengewehr kämpfend, die Durchbnichs-versiiche der Bolschewisten zurückgewiesen. 90 S0V|6fpflH8r HiQBSlMOSSSR Die Tat eines Oberleutnants und seiner. Stnrmgeschütztwtterie Berlin, 7, Juli Im Räume von Bialyslo4c vecsuchten^ die Sowjets mit allen Kriflten, sich aiisi der deutschen UmMatnmerutig zu lOeen und deutsche Stellungen zu durchbrechen. Oberleutnant Pelikan stand mit seiner Sturmgeschützbatterie im Brennpunkt dieser Kämpfe in der Nähe eines Dorfes bei Bialystok, das die Bolschewisten unter allen Umständen zu halten und später, nachdem sie dort zurückgedrängt waren, wieder zu gewinnen suchten. Der Besitz dieses Ortes war für die Sowjets äußerst wichtig. Als daher die Sowjets am 23. und 24. Juni in mehrfa-chetn AnsUirm mit starken Panzerverljän-den den Versuch machten, das Dorf zu* rückzuerobem, war die Stunde für Oberleutnant Pelikan und seine Männer gekommen. Ruhig und überlegen schössen die Sturmgeschütze 36 Sowjet - Panzer-kanipfwagen ab, darunter melirere schwerster Bauart. Nach 24-8Mniliger SctalauchboonaM gerettet Abenteuer einer italienischen Flugzcug-t>esatzung im Mittelmeer Rom, 7. Juli. Die Besatzung eines italienischen Torpedoflugzeuges, das an der Marmarika-Kijste nach der Torpedierung eines Tan_ kers abgeschossen wurde, komrte nach einer abenieuerHchen Fahrt im Schlaioch. boot gerettet werden. SämiMiche Insa^seir waren im Luftkan*pf verletzt worden, zwei .so schwer, daß sie während der 24-stündigen Seefahrt starben. ' Von den übrigen vier LeicMverlc+zten* waren, da das Schlauchboot nicht alle fassen konnte, immer zwei schwinrmend im Wasser geblieben, bis sie nach 24 Stunden von einem italienischen Flugzeug gerettet wurden. Wenige Slimden zuvor wnrcii zwei feindliche Torpedoboote in ihrer NAhe vorbeigefahren, doch haften es f.'ic italienischen Flieger unterlassen, sfch bcnierkhar zu inachen, um nicht in engliche Ociangcnschnft zu geraten. Der Führer des Torpedoflugzeuges Ka, pitän Bernartiini ist einer der erfolgreich, sten italienischen Piloten, der vor einiger ?eU €"nen englischen Flugzeugträger t<;ir-pcdierfe und auch sonst zahfreiche firfolge "verzeichnen konnte. . PK..7. Jtili. \Meiiiger^SI&iniileii, nacJidem die Nach-handivisian J&sk oder vielmehr die vTiümmer dessen, was einst Minsk war, durchstoßen hatte, rlkikte imsere Division ein und verteilte sich sichernd nach allen Seiten, während der Stab selbst am RaTide der Stadt Quartier bezog. Damit hsrtte der Vormarsch, der sei-nes«:ieichen vergeblich in der Geschichte, atich der des Westfeldzuges, suchen wird, ein vorläufiges Ende gefunden. Für die nächsten Tage galt es, vom Angriff in die Verteidigung ifberzugehen und dafür zu sorgen, daß an unserem Abschnitt kein einziger Sowjetsoldat, der sich verzweifelt aus dem nunmehr geschlossenen Kessel herauswinden will, entweichen kann. Merkwürdige Ruhe herrscht um uns. Wir haben die erstan Stunden, in denen wir ein wenig zur Besinnung kommen. Alle yierundzwa-nzig Stunden der letzten acht Tage waren erfüllt von Marsch und Kampf und Kampf und Marsch ohne jegliche Unterbrechung. Wir hatten obendrein Kämpfe, deren gegnerische Vorbereitung völlig undurchsichtig war. Wir zogen auf den Straßen vorwärts oder auf den Sandwegen aus Zar I^eters Zeiten, die sich hier Straßen nennen, und es war unsere einzige Aufgabe: vorwärts, vorwärts, vorwärts, ohne sich darum zu kümmern, was wir beiseite lielicn. was sich überrascht und verblüfft in die zahlreichen großen Wälder zur Rccliten und zur Linken zurückzog, was vor uns war, was hinter uns blieb. So gab es nur an wenigen ausgebauten Bunkerstelhingen Gefechto von längerer Dauer, alles übrifi:e vollzog; sich überfaNartig entweder durch uns oder noch weit mehr durch den Feind, der versuchte, aus Hinterhalten unseren schnellen Panzerdivisionen zuzusetzen. Dabei ergaben sich vorher niemals erlebte Szenen. Ich sah einen Sowjet-sPldaten, wie ei- an einer Wegkreuzung 'im Walde aus dem Gebüsch kroch, und Von Kriegsberichter Otto Nebe4thau spitzige Nägel auf den iWeg streute, sicH dann zurückzog und unsere Kradscimt-zen. die eine Panne bekamen, mit dem Maschinengewehr bekleckerte. Aus iircen TatJks vertriebene bolschewistische Panzerschützen scliossen aus den hohen Roggenfeldern auf uns. Zwei schwere feindliche Panzerwagen fuhren nachts mitten durch den Wald, an dessen Rande der Divisionsstab Stellung bezogen hatte. Überall waren diese Binzel-kämpfe auf der Vormarschstraße, auf der sich die Divisionen mit ihrem Nachschub be^ wegten. Um eine Verfolgung des sich in breiterer Front wehrenden Feindes kümmerten wir uns nicht. Hauptsache blieb, daß er die Straße frei machte. Noch sitzt der Feind zu Tausenden und aber Tausenden in den Wäldern. Vereinzelt nur Artilierie-gefechte, die aber von Heftigkeit! Immer waren unsere Panzer oder Schützen weit voraus, immer drängten und fluteten sie vorwärts, so daß sie bald die feindlichen Geschützstellungen erreichten und unschädlich machten. Wir hatten uns auf Minsk gefreut, dachten wohl alle, einmal wieder nach neun Nächten ein Dach über den ialles völlig Wahrheit, was wir hörten. 'Eine Welt, die uns so fremd ist, daß wir erschauern. In den Trümmern finden sich noch überall Heckenschützen. Es gibt eine schwere Arbeit, die Stad. einigermaßen zu säubern, damit der fernere Durchmarsch ungehindert vor sick gehen kann. Schon haben Bolschewiken ihre Uniformen weggeworfen und versehen sich 'plündernd mit Zivilkleidern. Schlimme Frauengestalten, die sich später als Fiintenwei-ber aus Moskau offenbaren, helfen ihnen dabei. Ganz irrsi-nni.;: erscheint alles! Sowjet-Lastwagen erscheinen, als wir schon mehrere Stunden in der Stadt sind,.und setzen Infanterie ab. die sich ausschwärmend breit macht — ein für sie lioffnungsloses Unternehmen. Und dann taucht gegen A^end, als wir schon etwas Ruhe vermuteten, mitten in der Stadt ein schwerer Sowjettank auf und nähert sich, aus allen Röhren feuernd, dem Gefechtsstand der Division. Doch unsere Pak ist ja da und erledigt ihn rasch. Aus dem Turm springen die brennenden Sowjetschützen heraus und wollen mit Maschinenpistolen weiterknallen. Em paar wohlgezielte Schüsse von uns. und sie fallen. Diese Angriffe machen die ganze Lage nochmals deutlich, wir finden hier mehr als das. was bisher als Front bezeichnet wurde, wir sind durch unsere ungeheure Schnelligkeit ganz und gar außerhalb jedes planmäßigen Zugriffes, wir sind nicht vor, sondern hinter dem Feind, der es noch nicht fassen will und kann, daß er umgangen ist. Das Ende eines Sowl^-Zerstörers EIN NACHDRÜCKLICH ABGEWIESENER OBERFALL IM MORGENNEBEL Von Kriegsiberichier Stegwalt Benatzky PK..., 7. Jitli. Bei der Kriegsmarine. Ein dumpfer Knall! Das ganze Haus zittert, die Fenster klirren und wir werden recht liebenswürdig sozusagen aus dem Bett gewor. fen. Ein Sprung zum Fenster. Verschlafen blinzelt das Auge auf das Meer. Da liegen zwei rumänische Zerstörer, die werden wohl eben auf Sowjetflieger geschossen haben. Nichts besonderes. Da, jetzt schießen sie wieder — aber zum Teufel, wohin denn »seewärts«? Der Bück folgt in die Richtung. Donnerwetter, da sind ja auch Schiffe, ems, zwei — weiter links noch eins. Die Bolschewiken sind da! Rasch in die Stiefel, den Stahlhelm auf — und hinaus auf das Dach unseres kleiiven Hauses, das so günsitig am Strand steht, daß wir über das KomnK'nde den schön, sten Überblick haben. Jetzt haben wir dij ganze Bcschenmg vor uns. Zwei der Sowjet-Zerstörer sind im Schutze der DunkeJheiit und des Nebels — es ist 4 ühr früh und eben konmien die ersten Strahlen tJes glutroten Sonnen, balles diffch den Nebel, so daß alk^ noch in der Dftmmerung Itegt — bereits auf einige Kilometer herawgekonmien. der drptte folgt knapT» dahhjter. und nun ■rairscht tmcf heult es wieder heran, alle drei fehidlichen Zerstörer yer. suchen, aus allen Rohren unsere Küste, die Stadt ^utid den Hafen zu ticscliießen. 'Sie versuchen es wohl, aber sie schießen viel m kurz. Wa^?serfontäTicn zeigen die Einschläge ihrer Granaten. Die beiden rumänischen Zerstörer, direkt vor unserer Nase, vielleicht jetzt noch 200 Meter von der Küste entfernt, feuern ebenfalls aus allen Rohren. Dn erschttttent die Luft eine noch viel gewaltigere Detonation. Nur etwa zwei Kilontoter von uns stehen deutsche und rumänische Küsrtenbartterien. Wir sehen das Miindungsfeuer der einzelnen Geschütze aufblitzen, hinterher der dumpfe starke Knall des Abschusses utK? schließlich hören wir immer ganz deutlich und sehr lange die großen "^Koffer«: der Küst(^r^rftterf6n dmch die Luft zu den Sowjetrussen. fahren. Das ganze erregende Schauspiel dauert aber nur kurze Zeit. Eben konnten wir von dem einen Geschütz zum zweiten Mal das Mündungs. feuer aufblitzen sehen und folgen der Geschoßbahn zu den Bolschewisten, Während wir öiann noch auf das Heranheulen der feindlichen Granaten warten, deren Abschuß wir auf den uns am näch. sten liegenden Zerstörer ausmachen konnten, hören wir den drMten Schuß des' deutschen Geschützes der Kirstenbatterie durch die Luft orgeln. Aber jetzt! Aus dem feindlichen Zerstörer schießt pldtzlkh eine riesige Flammensäule hoch. Dampf und schwarzer Rauch quillt nach allen Seiten hoch und Teigt sich als breite Wand vor alle feindlichen ScWffe. Voll gespanmter Erwartung wenden wir keine Sekunde den BIfek von dieser T^behvand, Q'ie so langsam, viel zu langsam för unsere Urrgcduld verfliegt. Jetzt aber bricht ein Freudenschrei überall los: Wir können deutlich nur noch zwei Bolschewiken-Zersldfer ausnehmen,, der dritte ist tatsSchHch hi die Luft geflogen und gesunken. Eine prachtvolle Lctstang unserer deat. -sehen Batterie. Der dnfik?'•Schuß em Zerstörer! Da" drehen die anderen feiniHidien Zer. -störer ab'. Sie geben den Kampf lieber auf. Bevor sie aber noch gänzlich ab. nnen, bekommt der eine noch einen Denkzettel mit: Aiieh auf ihm sitzt plötzlich so ein Lichtsdiein, dann quillt dichter weißer Rauch ans ihm. der ihn wieder imserer Sicht enlzieM. Schon schreien wir wieder unsere Freude in den Morgen hinaus, als sich'C]TOÖjaT>aniscfien Liga zum Aufbau Ostasiens« zusarrmTcngeschlos-sen. Die neue Liga wird der Tstsei Yobi-sankai airgcgliedert und m ihr unter Leitung des früheren Ministerpräsidenten und Kriegsmhiisters General Hayashi vertreten senu ^e^rliche Zusammenschhtß faiid in ^r Hibrya-ffa:He im Beisein von 3000 MitgMedera der Bewegung statt, die Mi-nrsterpräskient Konoye zum Präsidenten ernarmten. In einer Erklämng Konoyes, die f^-auf von General Yanajwwa. der Justiz-minister und giekJhzeHig VizepräsWent der Taisei Yoknsankel ist, verlesen wwde, heißt es u. a.: Heute müsse dte Nation für aHe Möglichkeiten vorbereJtef und gerüstet sehi. Vefänderungen in lapans Heeresleifimg General Itagaki Obertiefehk^haber In Korea Tokio, 7. Juli. Ctes japanische Kriegsmmisterium gibt offTziefl mehrere Vcrä;ni(lening\>n und Beförderungen >n der oibersten Fiihrumg bekannt. So wwrde der frühere Kriegsmini-ster mtd jetzige Chef des Stabes der Ex-püdtrtionsiarmee m China Generalleutnant Itagaik? tinter gleichzeitiger Beförderung zum G^eral zwn ObeHbefehlshabcr der Armee in Korea a>ls Nachfolger des Ge-nerr^ks Na^catntura ernannt. Nachfolger Ita^grrkis wurcie der bisherige Oberbefehlshaber der jaipanischon Kräfte m Südchim OeneralleirtnaTTt Uschirokti. General Okamura, Mitglied des Kriegsrates, wurde anstelle des Generalleutnants Tada ObertH-fehlshaber der japanischen Garnison in Nordchina. Generalleirtnant Tada unter Beförderung zum General sowie Nakamura wurden zu Kriegsraten ernannt, Seite 4 »Marburger Zeitung« 8. Juli 1941 Nummer 161 Satan in (Doskau Hungersnot, Folterungen, tausendfache Morde, geistige UnterdrUcIcung und Zerstörung des Fanfllieniebens sind seine Werice Seit über zwei Jahrzehnten herrscht der Terror in der Sowjetunion. Hungi'rs-■ )ot, fiirchtbaro fijeistlRe Unterdrückung, Zerbilörunp: des Faniilienlebens — das ■^ind die Kennzeichen des sozialen Daseins im bolschewistischen Staatenbund. Mehr als zwei Jahrzehnte wurde das j;e-.valtiße Gebiet hennetisch von der Au-i^enwelt ab^reschlossen, und die wenigen rreniden, die sich in Moskau auflialten thirften oder denen ausnahmsweise die i^eise durch die Sowjetunion gestattet war, blieben Schritt und Tritt belauert. Dennoch stand eins fest: die Sowjetunion war der schändlichste Skleveiistaat, den die Weltgeschichte je erlebt hat. Diesem gequälten I.and naht die Befrei-uiijjsstunde, mit jedem Schrilt, mit dem unsere Soldaten tiefer in den russischen Raum hineindriii;:»en. Grauenhaft ist das Bild, das sich ihnen eiifhiilit. Schrecklicher noch erweist sich die Not, unter der die Volker der UdSSR ^tumm und vertiert fjelitten haben. Schon lier Anblick der Gefangenen, mit ihrem unsteten Blick, ihren entarteten Physiognomien, verrät uns t-iniges über den Ungeist und Terrorismus im Sowjetstaat. Was in Lemberg vor sich ging, che die deutschen Tri'ppen einmarschierten, übertrifft alle Vorstellungen. Und so wie in dieser Stadt Tausen(le gemartert wurden, ^o fanden auch in anderen Städten grauenvolle blutige 1-xzessc statt. Das Untermenschentum regiert und verwandelt das F-and in eine Hölle. Grausam sind in der Ukraine wie im Baltikum Milnn^r und Frauen erschlagen worden. Nationalgesinnte wurden verschleppt, ohne daß die Amgehörigen damit rechnen können, je wieder etwas von ihnen zu hören. In erster Linie haben die bolsch'ewisti-schen Bestien die Intelligenz vernichtet. In den Hungergebieten ereigneten sich unbeschreibliche Szenen von Menschenfresserei, aber noch tausende Kilometer von den Todesbezirken entfernt, tauchten Flüchtlinge auf, nach Nahrung suchend, verlumpt, verseucht, eine Armee des Grai^ns, eine stumme Anklage gegen das bolschewistische Regime. In den ersten Jahren haben die Bauern versucht, sich durch Aufstände g'egen ihre Unterdrücker (l'K. t'rcinkc, l'ressc-lloff'nann, M ) In dem GPU-Gefängnis in Lemberg wurden zwei- l)is drcitnuscnd Ukrainer von (ien Sowjets .hingemordet. Ergreifende Szenen spielten sicii iinter der Mevölkeriing, die ihre Angehörigen unter den Toten suchte, ab. (['K.-RiUlartikcIdienst-Aflantic-Waccnbors-iM.) Roter Massenmord an 528 Ukrai neni im Zuchthaus von Dubno Links: Der Innenraum des Tudeshaiises — Rechts: Die ukrainische Bevölkerung der Stadt tragt die Leichen ihrer Angehörigen nu s den TodeszeUen heraus und bettet sie in roh zusammengefügte Särge. So haben sie es seit den ersten Tagen ihres Schreckcnregiments gotrieben. Der weitaus größte Teil der Univer-sltätsprofessoreii aus dem zaristischen Rußland verhungerte in Oe» fängnissen, starb in der Ver»jannung, wurde zu Tode gefoltert oder nahm sich in Verzweiflung das Leben. Mit den Geistlichen hat man es ähnlich getrieben. Sadisten haben ihren Blutrausch an ihnen befriedigt, Hemkers-kncchte haben sio unter Qualen langsam sterben lassen, während der Rest unter Knutenhieben in die Wälder des Nordens gejagt wurde. Dorthin verschwand, wer dem Regime nicht genehm war. Millio-nk?n wurden zur Zwaingsarbcit getrieben, verdarben in Schnee und Eis, wurden von Seuchen dahingerafft oder entleibten sich selbst. Unsagbar ist das l'Jend, das der jüdisch - bolschewistische Henkersstaat über die Völker der Union gebracht hat. Beinahe ebenso schlimm wütete der Hunger. Nach amtlichen Moskauer Berichten sta!»^n sechs Millionen Menschen den Hungertod. zu erheben. Alle Versuche sind gescheitert. Dann kamen Jahre des passiven Widerstandes. Die Bauern verließen Acker und Hof und wanderten in die Städte, hinter ihnen blieb Kinöde. Wie ein Flug-feuer ging ein andermal durch die Reihen der Ikmern der Entschluß, das Vieh massenweise abzuschlachten oder verhungern zu lassen, nur um das verhaßte sowjetische Reginrent zu strafen. Die Hungersnöte wurden nur um so furchtbarer, und dann langen in den Straßen der Dörfer und Stödte aufgedunsene Kinderleichen, ausgemergelte Tote, »im Schnee vergehende Gerippe«, wie es ein amerikanischer Journalist beschrieb. Diese Jahre der Hungersnot kehrten imnrer wieder, keine politischen Kommissare konnten den verkommenen Acker fruchtbar machen oder die stumpfe Resignation der Bauern bezwingen, .\rbeits-wille und -.ArbcitsfUhigkeit der unterdrückten Völker ließen immer mehr nach. Die blutrünsti'gen Gewaltha'bcr in Moskau suchten wie Anmkläufer Schrecken um sich zu verbreiten. Durch Terrormaß- nahmen schlimmster Art zwangen sie das Land unter das Joch. In den Gefängnissen ■wurde durch grau<;nhaftc Untersuchungs-methoden die Widerstandskraft aller, die je in die Fänge der GPU gerieten, gebrochen. Kinder wurden vor den Augen der Eltern gefoltert, wie ein englischer Journalist nach latig-» jährigem Aufenthalt in der Sowjetunion bcschrei'bt. Geiseln wurden gefaßt, um von Gefangenen Geständnisse zu erpressen. Monate- und jahrelang wurden Unbequeme im Kerker gehalten, ohne daß eine An-klage erhoben wurde. Die großen Moskauer Gerichtsverhandlungen sind nichts als Schauprozesse gewesen, mit Leuten, denen in Folterungen das moralische Rückgrat gebrochen wurde, und die zu jeder Selbs^bezichtigung bereit waren, nur um endlich zum Tode verurteilt oder in die lebenslängliche Verbannung geschickt zu werden. Das gepeinigte Volk ahnt heute vieU leicht, daß die Stunde der Befreiung naht. Die Sondermeldung vom 4. Juli, die besagte, daß 20.000 Soldaten aus dem Kessel bei Minsk überliefen, nachdem sie ihre politischen Kommissare 'erschossen hatten, gewährt einen tiefen Einblick. Am 5. Juli sind dem Beispiel dieser Überläufer im Raum westlich Minsk 52.000 Sowjetrussen gefolgt. Überall, wo unsere Soldaten eintreffen und die Bevölkerung noch aufzufinden ist, werden sie als Befreier empfangen. Das deutsche Heer vollstreckt eine große Mission. £s befreit die Welt von der tödlichen Gefahr des Bolschewismus und des jüdischen Unter-nienschentums, das von Moskau aus seine Weltherrschaft verbreiten wollte und sich in ohnmächtiger Wut, in pathologischem Blutrausch an den unterdrückten Völkern vvrgeht. Wie l>estia'lisch dieses Regime wütet, zeiigten die Leichenberge in Lem-lierg, Sambor und anderen Orten, und die verzweifelten Menschen in den Straßen dieser Städte. (PK.-Mittclslacdt-ScIicrl-WauenborK-M.) Infanterie geht im Kampfgelände vor L'urch Pakbeschuß ist soeben ein Widerstandsnest iji Brand geschossen worden. Nun gehen die Soldaten, jede Deckungsmöglich-i.eit ausfuitzend, zum Sturm vor, denn alle Ortschaften im Osten müssen gründlich gesäubert luid durchgekämmt werden. Die schwarzen Pferde Roman von Tarjei Vesaas l-ortsetzung) Still löt die Nacht, schwarz und dicht und kalt, Schnee und Winter liegen in der Luft, morgen oder übermorgen ist vielleicht schon das ganze Tal in Weiß. f^rrr —! Es dröhnt die einsame, finstere Straße entlang. Viv sieht nicht einmal den Weg, aber Kanc sieht ihn. Er hat vergessen, daß er heute erschöpft vom RenneVi lieinikehrte, auch ist er nicht so sanftmütig wie sonst, immer wieder ' schnaubt er durch die Nase, der Geruch von Blut und Pulver hat sich da festgesetzt, und dann hat er den Gefallenen gesehen. Da liegt ein Gehöft und dort wieder, ''iv sieht sie nicht, weiß nur, daß sie da liegen, das gibt einem das Gefühl, nicht all' in zu sein. Viv spürt langsam das Herz stärker ].oclicn, so ungewohnt und sonderbar — und — rrr! klappern sie den Flaa-Grün-ckn entgegen. Sip fahren durch Wälder, Vögel schrek-ken auf und schlagen zwischen Ästen und Tannenzweigen schlaftrunken mit den l-lügeln. Von den Nachtvögeln selbst sieht und hört man nichts — ehe so ein Schläfer iiit^ht Krallen im Fleische fühlt und 'r.'dcssotireie ausstößt. Jetzt erklang ein solcher. Und Kane flii'- litct vor ihm. Er ist ganz außer Rand und Band. Viv horcht nach etwas anderem ; es macht dunk dunk dunk — In der Dimkelheit erreichen sie Flaa, und dort hören sie den Wagenlärm. Hal-vor Flaa ruft selbst mit lauter Stimme heraus und erfährt, was ist. »Wart einen Augenblick, ich komme schon. »Ich werde ihn holen!« sagt er dann, und Viv hiirt, wie er den Hang hinabläuft. Auch das macht dunk dunk. J^alvor kommt zurück. »Er ist sofort fertig. Kannst du nicht ein bißchen verschnaufen? Ist es so arg?« »Ja.« Sie erzählt von Sankerib. Halvor hat eine l.atcrne gebracht und bildet jetzt damit einen Lichtkreis um sich, um Viv und um Kane. »Dein Vater geht jetzt scharf im? Zeug.-x »Ja«, sagt Viv. »Hilft es nichts, wenn du und Leiv ihm zuredet und warnt?« »Nützt gar nichts!« sagt Viv in einem Ton, daß es Halvor aufgibt, weiter zu fragen. Und dann kommt der, auf den sie warten; er läuft. »Guten Abend!« »Ja, oder gute Nacht«, antwortet ihm Halvor, »oFahr aber nicht den Kane kaputt! Rrr, macht es und dunk dunk — Halvor und sein Wille spannt mehr cbe Zügel, und kein- Blutijeruch, kein Schuß peitscht ihn mehr vorwärts, er hat es sich heruntergelaufen. Im Wagen beginnt wieder jemand zu sprechen. »Viv.« Und ihre Stimme ist unsicher, sie sitzt .lllein und sie sagt bloß: »ris ist kalt heute nacht.« »Ja«, lautet die Antwort, »es geht ein eisiger Wind. Der Schnee wird da sein, ehe man sich's vers'ieht. Was hast du zu sagen, Viv?« »Weiß nicht.« »Wann wirst du denn wissen?« »Weiß nicht!« sagt sie in plötzlicher Angst. »Es steht da viel auf dem Spiel, findest du nicht?« »O ja, das finde ich!« und jetzt ist er wieder da, sein Arm, noch kräftiger und härter als zuvor, und jetzt küßt er sie. »Viv — Viv —!« »Ich habe es dir noch nicht erlaubt —.« »Viv — Viv!« »Laß mich«, bittet sie, und diesem Ton gibt er nach. »Ich werde dir antworten. .'Xuf dem Winterfest auf Rud werde ich dir Antwort sagen!« »Viv! Ich habe nicht gewußt, daß man sich so nach einem andern Menschen sehnen kann.« Fort ist er, ringsum ist nichts als Dimkelheit und Räderrollen. * In Henrik Nornes' Ladentisch geht das Gespräch ständig um Ambros. Seine Fahrten werden wiedererzählt imd ausge-sehmückt. Ketil Sveinson kann von ihnen erzählen, er tut es gern und brüstet sich damit, daß er dabeigewesen ist. Henrik läßt die Leute reden, wie sie wollen, alles wird da in seinem Laden besprochen, und wenn von Förnes die Rede ist, horcht er auf. Frida hält sich fern. Auch Leivs Heldentaten in Dalakvam sind durchgesickert. Die Leute unterhalten sich darüber. Tun es nicht, wenn Frida in der Nähe ist, keiner will ihr etwas Böses; sie wissen nicht, daß Frida bereits alles erfahren hat und daß sie und Viv sich gegenseitig getreulich das Herz ausschütten. Man prophezeit denen auf Förnes den Untergang. Damit beginnt es. Sie erzählen sich von den Summen, die Ambros in den letzten Monaten verbraucht hat, und sagen: wie lange kann sich das halten, er hat ja sowieso schon viel Schulden. »Wie lange sich das halten kaim?« sagt Henrik, »das ist keine Sache, solange man einen Kassakredit hat.« »Aber Glücksritter waren sie auf Förnes immer.« »Ja, und Leiv schlägt nicht aus der Art.« »Den wird sein Spiel noch einmal ati den Bettelstab bringen«, sagt Henrik und tippt unwillkürlich an Tisch und Laden. Da kommt ihm irgendwer im Laden unanigenehni: »Ist dir dein Schwiegersohn so gleichgültig?« Henrik reißt den Mund vor Staunen auf. ■>^Wie—ie?"- •Nichts, nichts — waf bin ich schul-diü?« Nummer 16t »Marburger Zeitunsr« Juli 1941 Seite 5 AUS STADT UND LAND Was Cillier Stnssennamen mBhlen Straßenschilder lehren Heimatsfeschichte Das Naniensverzeichnis der Cillier Straßen, seiner Gassen und Plätze ist recht stattlich. Und was diese Straßennamen alles erzählen! Geschichte, Sagen, Bräuche, Ereignisse werden lebendig, viele bedeutende Männer haben in diesen «veißgrünen Straßentafeln ein kleines Denkmal erhalten. Nicht selten ist eine Erklärung für den einen oder den anderen Straßennamen sehr schwierig. Viele Straßennamen aber brauchen überhaupt keine Erklärung, da sagt der Name allein schon alles. Große Männer der Geschichte und des deutschen Volkstumskampfes in der Unterstcicrniark, die großen deutschen Klassiker der Musik und der Schrift waren für Cillier Straßen Paten. Selbstverständlich ist es, daß in der Schlossergasse die meisten Schlosser, in der Schmiedgasse, die schon sehr früh als äußerst winkelig erwähnt wird und noch im Jahre 1866 nur ganz unscheinbare Häuser und alte Magazine mit Gärten aufwies, die meisten Schmiede, in der Seilergasse die meisten Seildreher und in der Bogengasse, die früher Bognergasse hieß, die Klelnkaufleute gesiedelt haben, die im Volksmunde Bogner oder Bögler genannt wurden. (Nebenbei hatte die heutige Bogengasse im Volksmunde auch den Namen »Trantschengasse« von, der »Trantschen«, einem Speicher des gewesenen Elisabethspitals.) Wußten Sie schon, daß zu Ende des Jahres 1450 Cilli, das bisher nur Zaun und Graben hatte, mit einer Stadt-Ring-Mauer umgeben wurde und daß eine Gasse »am Graben«, die durch die Ausfüllung des Stadtgrabens uneben und winkelig war, deshalb Grabengasse heißt? Oder daß die Laisbergstraße mit den beiden berühmten griechischen Hetären, der jüngeren und der älteren Lais, die Wieland im »Aristipp« als ideale Schönheiten darstellte, gar nichts zu tun hat, sondern afi die kirchlichen Bitt- und Bußgänge erinnert, die nach Laisberg führten und bei denen alte deutsche geistliche Vol}AAAAA*AA\*AA*AA*AAAA>UU»« « » » II » 500 Raucher - 300 Waldbrände Mitte März beginnt die Gefahrenzeit für den deutschen Wald. Alljährlich werden durch Waldbrände viele Tausende von Festmetern .besten Holzes nutzlos vernichtet, alte Waldbestände sinnlos zerstört und Naturschönheitcn in kahle, verbrannte ödflächen umgewandelt. Und die Ursache? Schuld an den Waldbränden, die leider in jedem Jahr mit Eintreten der wärmeren Jahreszeit zu verzeichnen sind, haben nicht etwa höhere Gewalt und Blitzschlag, sondern fast allein menschliche Fahrlässigkeit und Leichtsinn. So sind allein in Preußen, wo man über schaffen. »Er sei für Cilli das Ideal deiit. Ursachen genaue scher Treue, Wahrheit u. .Arbeit.«, fordert statistische Erhebungen angestellt hat, im Anareas Gubo in seiner Cillier Stadtge_ -schichte. Vielleicht kein Zufall, daß das »Deutsche Haus« mit seinem Hauplein gang in der Neckermanni.'a.'Sc steht. Der Rathausplatz, jestzt Adolf _ Hitler - Platz, hieß beiläufig bis zum Jahre 1889 Post, gasse, die Karl-Trum.Gasse heißt so nach dem »biederen Handelsmanne« Karl Traum, dessen Name mit dem Aufschwung der Cillier Stadtsparkasse auf das engste verbun''en ist. Die Rakuseh-straße trägt ihren Namen nach Julius Jahr durchschnittlich 362 Waldbrände zu verzeichnen. Das heißt, daß an jedem Tag ein Stück Wald in Flammen aufgeht. Die dadurch zerstörte Waldfläche hat eine Durchschnittsgröße von insgesamt nahezu 3.000 Hektar, und der angerichtete Schaden läßt sich auf jährlich fast 800.000 RM beziffern. Das Erschreckende dabei ist, daß von 100 Waldbränden 80 stets durch menschliche Schuld entstehen, also zu vermeiden wären. Allein in den Berliner Forsten ist der jährliche Waldbrand-1 zünden. schaden auf durchschnittlich 125.000 RM zu veranschlagen. Der gefährlichste Feind des deutschen Waldes ist der Raucher. Diese Feststellung muß leider gemacht werden. Trotz aller Warnungen und Verbote trifft man immer wieder im Walde Raucher an, als ob es wirklich nötig wäre, die gute Luft des Waldes zu verräuchern. Allein eine sonntägliche Polizeistreife in den Forsten der Umgebung der Reichshauptstadt mußte über 3000 Übertretungen des überall sichtbar angeschlagenen Rauchverbotes feststellen. Es ist zwar ein Zufall, daß die Zahl der festgestellten Raucher genau der jährlichen Waldbrände in Preußen entpricht. Aber dieser Zufall wirkt, wenn man es genau überlegt, beinahe wie eine schicksalshafte Warnung; denn jeder dieser Raucher hätte ebenso gut zum Brandstifter und Urheber einer Katastrophe, werden können. Es genügt nämlich ein winzig kleiner Funke aus der Zigarre oder Zigarette, ein abspringender Streichholzko-pf oder ein achtlos fortgeworfener Stummel, um die jetzt noch trockene Decke des Waldbodens zu ent- (Sclicrl-Üilderdicnst-.M.) Eine erfrischende Dusche Wo keine Brause vorhanden ist, verstiiafit eine solch einfache Dusche die gleiciie Abkühlung Drau mündet. »Uz Zilje ich für den Rohas reit.., da diu Greian in die Tra mit Golde ein wazzer rinnet...« sn smgt Wolfram. Dr. Otto .Ambroschitz, nach dem die frühere Klostergasse benannt r^t, war Schriftleiter der »Deutschen Wacht« in Cilli und Cillis letzter deutscher .Amis, vorstand, der im Maj 1919 von den neuen slowenischen Machthabcrn als Geisel nach Laibach abgeschleppt wurde und dort fn der Zwangsarbeitsanstalt starb. Prit/ Zangger, der Verfasser des Cillier Heimatbuches und er ewwige Feuer in fernen Land« und der »Künstlergäste«, hat sich um die Hebung des Musiklebens in Cilli sehr bemüht, Fellingcr, der steirische Theodor Körner, war Dichter und Frei, hei'tskämpfer und wirkte vornehmlich m der Untersteiermark. /Xuch andere Cillier Straßen, und Gassennamen haben geschichtlichen Ursprung. Gleich ein Beispiel: Die Gratenstraße ist nach den gefürsteten Grafen von Cilli benannt, oie im 14, und 15. Jahrhi.mdert von dem wehrhaften Markt Cilli aus ihre Macht in den deutsch, slawisch-magyarischen Raum verbreite, ten, von den Ostalpen bis an die Karpathen, von der Donau bis zur Adria und an den BaJkan. Sie waren ein .^del?-geschlecht, »dessen Reichtum uner, mcßlich, dessen Macht Königen zu trotzen fähig war«. Der Gewaltigste dieses Hauses war Graf Hermann II., ein Mann von hoher Tatkraft und staatsmännischer Klugheit, der eigentliche Begründer der Macht und des Einflusses der Cillier in der großen politischen Welt seiner Zeit, »ein frommer Herr, ein rechter Sühner und Friedmacher zwischen .\rnien und Reichen«, wie die Cillier Chronik mitteilt. Sein Name ist in der heutigen Graf Hermann-Gasse verewigt, die nach der Hom und det iMimt VOn Thea von Humbrandt. Der Zauoerkünsth*. oi.i seröser Herr im Frack, steht auf der Bühne, läßt Bälle und bunte Eier verschwincien und wieder, erscheinen, holt aus dem Nichts Papierschlangen und Blumensträuße hervor, führt mit unglaublicher Geschicklichkeit Kartenkunststücke aus. In der dritten Reihe, hitner dem Tisch mit den Soldaten, sitzen Hans. Ruth und Otto. Hans ist dreizehn Jahre alt, lang aufgeschossen, mit einem schmalen, noch kinolichen Gesicht und blonden, strubbligen Haaren. Et trägt kurze Hosen und eine Jacke, die über der Brust etwas zu eng und an den Ärmeln etwas zu kurz ist. Seine großen, roten Hämle s'n l ihm meistens sehr im Wege. Er ist nicht bei der Sache. Immer wie. der schweifen seine Blicke von der Bühne ab uno wandern zu Ruth. Aber die hüb. sehe Fünfzehnjährige mit den braunen Locken und den Ki^schenaugen beachtet ihn nii'ht Wenn sie nicht auf -'ie Bühne sieht, sk' sie Otto an Auf Hansens St'rn steht eine tit-'fe Kummerfalte Er hat sich so unbändig auf d e. sen Nachiuütag gefreut, an dem er Ruth^ Kavalier sein sollte, er alle n. Und nun ist alles verdorben, we'l Otto dabe' ist. Ge. Sien eie Kon'n'r. 'ii7 von Irngen Hosen nri Bügel ."jie. e n'.'in truiellos gezogenen Scheitel, geprie;.iten Händen und der turmhohen Überlegenheit des Sechzehnjährigen kommt er nicht auf. Er ist wütend auf Otto, und wünscht sich zugleich glühend, so auszusehen wie er, sich so ungezwungen zu bewegen, so gewandt Konversation machen zu können. Denn Riifh nimmt Otto ernst, und ihn nicht. Er möchte sich durch irg;.'nd etw.-s hervortun, Ruth aus einer Gefahr retten, sein Leben für sie opfern, Otto ausstechen. .Aber wie soll er das anfangen? Er seufzt tief. »Darf ich bitten, daß zwcj Herren aus dem Publikum sich auf die Bühne bemühen?« ertönt die Sthnme des Zauberers. Ruth stößt Otto an. »Geh doch!« Otto zuckt verächtlich die Achseln. »Ich bin doch nicht verrückt!«-Aber Ruth findet es gerade interessant, wenn ein Herr von ihrem Tisch auf Hie Bühne geht Sie dringt weiter in ihn. »Fällt mir nicht ein-^. weist er kurz ab. »Das überlasse ich an. ([eren.« Ruth niacht ein pikiertes Gesicht. I'-s passiert nichf oft daß iemand ihr eine B'lte abschlägt. Da schnellt Hans in die Höiie. l")ie heüe Haut seines Gesichtes ist von Rot Übergossen, seine blauen Augen sind ganz dunkel vor Aufregung, »Ich geheim- stößt er hervor Es ist ihm fürchterlich, aber die Liebe zu Ruth ist stärker als die Schüchternheit luut das Grauen vor der Öffentlichkeit, Ruth nieki zufrieden. Otto macht ein höhnische'^ Gesicht ^Na. viel Spaß!« Sehl aufrecht geht Hans die paar Schritte zur Bühne. Er fühlt, wie alle ihn ansehen. Seine Arme pendeln unbeholfen hin und her, seine Füße scheinen ihre eigenen, unsicheren Wege zu gehen. Und dann steht er droben im grellen Licht, lang, mager, unsagbar verlegen, in der kurzen Hose und der engen Jacke. »Ich halte eigentlich einen Herrn gemeint«, sagt der Zauberer belustigt, worauf Hansens Gesicht die Farlie einer Päonie annimmt. »Na, nun bleiben SiC schon oben. Aber ich mocn'e doch n'.'vh UHi vinen etwas äl!^''.';i Herrn bitten.4 Endlich finoet siCh cin.T. Der Zauberer relch^ ihm und Hais zwei Seile Sie ^ve: d?.- gemessen. J'.".!'!s ist hun» ri Zenti-r: eter lang. einer großen Sche e schrtidet der Zjuberor zehn ZMit'mc'vr rh. Dann heiß» er H.ins und seine.i Pf"t-;ie, Qie Seile dU'ch die Luft schwin'^^n. Hansens Hän-Je Sü^d iieiß und ''lehrj^: vGclM wohl ni';hi sr schnell L-i Ihnen?« fri'.gt der Zauberer mit guimütigcui Sport. El improvisteri mit dem läni^Ch, un^e schickten Jungen eine Ide'ne Fvtravo. • elellung. hl dei- Han.s «o etwas wie d!** Rolle des dununen August yufäll} j »Halt!« Die Seile sinken hCiUnter, lang sind sie also?. Der ''auberer s'i'h! Hans an. »Hunderr Zenti'netc.i«, erwir: e.' verwirrt. Dit H^rr i n r :ürk zieht die ^ .Augenbrauen hoch. »Kopfrechnen "^ehr ' schwach«. Im Publ-kum wird gehcht Hans beißt sieh auf die Lippen. 'ftWenr I 'ch von hundert Zentimeter zehn abschneide«, fragt der Zauberer langsam wie in der Anfftngc(r|>lassc, »dann bleiben noch, na? Hundert weniger zehn . . . 1« I »Neunzig«, stottert Hans. Er hat nur , einen einzigen Wunsch: daß die Erde sieh j auftun und ihn verschlingen möchte. Er i ist nur froh, da aer Zauberer ihm das I Teufelsseil abnimmt, mit großen Gesten j nachmißt, wobei sich das Unbegreifliche herausstellt, daß es trotz oes Abschnei-dens immer noch hundert Zentimeter lang ist. Aber Hans hat noch nicht ausgelitten. Er und sein Partner bekommen Zettel, auf die sie ihre Namen schreiben sollen Eine schöne Schrift hat Hans ohnehin nicht, und jetzt wird sie vor Aufregung auch noch unleserlich. Kopfschüttelnd betrachtet der Zauberer den Zettel. »Welche Zensur haben Sie denn im Schönschreiben?.. Hans bohrt die Nagel in die Handflächen, ^eme Ohren glühen, »\V ie alt sind Sie eigentlich?« fragt der Zauberer weiter. »Dreizehn<, stößt Hans grimmig hervor »Na«, meint lachend der Zauberer, »dann brauche Ich ja noch nicht ,Sie' zu sagen. Also hör' mal, mein Junge . . .« Alles in der Welt hat einmal ein Ende, das Schönste und das Schrecklichste. Hans stolpert die Stufen herunter, Ge. brochen kommt er an seinen Tisch zu. rück. Nie im Leben wiru er diese Blamage verwinden, nie im Leben wird Ruth ihn . weder ansehen. ' Aber sie sieht ihn im Gegenteil sehr i eundlich an. »Bravo. Häuschen!;s lobt sie, unii ihre Worte sind Balsam auf tlie Wunilen sei. , ner Seele. Sic streicht mit ihren weißen Fingern über seine rauhe, gerötete Hand. 9ft!te 6 »Marbtuver Zekunsc 8. 'JnH KHl Nummer 161 Entfernung des Wallentschag'schen Stall, gebäudes 1887 eröffnet wurdu. Des Grafen Hermann II. Tochter Barbara, nach der die Barbara, (ehemals Büigerschul-) Gasee ihren Namen hat, »ein Weib von körperlicher Kraft und Schönheit, voll Geist und Witz, voll Energie und RänKe-sucirt, eine durch und' durch leidenschaft. liehe Natur«, war mit dem deutschen Kaiser Sigismund vcrehelicht, was zur Folge hatte, daß die Grafen von Cilli in den ReichsfUrstenstand erhoben wurden. Sie schrieben sich fortab zum Zeichen ihrer Scibstänüigkeit und Unabhängigkeit »von Gotffcs Gnaden« und waren dem Landes, fürsten beji^eordnet. Ulrich II., gefürsteter Graf von CilH, Graf von Ortenburg und im Seger, Ban in der Warasdincr und w^in-Lischen Grenze, Reichsverweser in Österreich und Ungarn, ein Held und Staatsmann, nach dem der Graf Ulrichs. weg (ehemals Felix.Jahngasse) benannt ist, war der letzte Graf von Cilli. Er wurde am 8, November 1456 in der Burg zu Belgrad von seinen poliischen Geg. nern, cen Hunyadis, erschlagen und sefn Leichnam zerstückelt. Er wurde in crer Cillier Minoritenkirche beigesetz't. Der geharnischte kaiserliche Herold zerbrach den Wappenschild des Erschlagenen, als des Letzten derer von Cilli, nach der Totenmesse mit den Worten: »Heut'Grafen von Cilli und nimmermehr!«. So endete der stolze Graf auf der Höhe seines Glückes und mit ihm das große, mächtige Geschlecht, Noch heute fällt unter den Schädeln der Cillicr Grafen in der Airer. heiligenkapeilc der Marienkirche der gespaltene Schädel Ullrichs auf. Die Grünwiesestraße ist zur Erinnerung an die Gemeinschaftsstunden und »illegalen« Zusammenkünfte der deutschen Volksgruppe im Gasthof »Zur grünen Wiese« benannt, wo der Athletiksport. und Skiklub und späterhin auch der Schwäbisch . Deutsche Kulturbund eine dürftige Heimstatt gefunden haben. Der Kaiser.Josef-Platz hieß noch 1888 Burg, platz (»Schutt«), die Prinz-Eugen-Straße früher Grazer. und noch früher Wiener-Straße. Die frühere Mühl. (Schul.) Gasse — dort befand sich vor Zeiten ein Mölil-gang — heißt heute Grafeigasse, nach der alten »Grafei«, dem ehemaligen Ahnengut der Grafen Thum und Vallsassina. Der Wokaunplatz erinnert an Frau Karoline Wokaun, eine treue Mitbürgerin, die don »in edelmütiger Betätigung ihres hervov. ragenden Gemeinsinns« ihre Gründe zur Verfügung stellte. Zur dankbaren Erinnerung an diese edle und' gemeinnützige Mitbürgerin erhielt auch eine im Jahre 1889 angelegte Straße ci'en Namen »Ka. rolinenstraße« — sie wurde nun in Ooe. thestraße umbenannt, Helfried Patz. • Sonderbarer Geldwechsler Aus Pettau wird berichtet; Dieser Tage erstattete ein Landwirt aus Wurmbrand bei Pettau bei der Gendanmerie die Anzeige, daß ein ihm unbekannter Mann, den er sogar genau zu beschreiben wußte, eine 50,000-Mark-Nole bei ihm gegen 100.000 Dinar umgewechselt habe. Der Mann habe ihm vorgeschwintlelt, daß er dringend Dinare benötige. Der Landwirt habe nun mit der 50.000 Mark-Note im Steueramt St'ine Steuern zaihlen wollen und bei dieser Gelegenheit erfahren, daß die Note >^Mut hast du bewiesen, daß muß man dir lassen. Mehr«, sie wirft einen schrägen Blick auf Otto, der verdrossen dasitzt, mer als andere Leute.« Hans strahlt. Er ist glücklich. Ruth lacht ihn nicht aus. Ruth sagt, er hat Mut, Ruth nimmt ihn ernst. Daß ihre Worte in erster Linie den Zweck haben, Otto zu reizen, ahnt er nicht. Denn sein argloses Herr weiß noch nichts von den abgrün-digeti Tiefen einer Frauenscele. Anekdote Der bekannte Bühnenautor Leo Lenz schrieb in seinen jungen Jahren einmals fin ernstes Schauspiel »Frost im Frühling«. Das Stück sollte in einem Hamburger Theater zur Uraufführung kommen. Als die Anzeige in den Blättern erschien, erschrak Lenz. Der Druckfehlerteufel hatte ihm übel mitgespielt. Aus dem Titel seines Stückes war ein »Trost im Frühling« geworden. Sofort sandte er eine Berichtigung. Aber der Di-uckfchlcrteufel gab sich noch nicht geschlagen. In der nächsten Nummer des betreffendes Blattes fand er den Titel: »Prost dem Frühling«. Das war zuviel. Erbost rannte Lenz zur Schriftleitung und forderte zu einer genauen Berichtigung auf. Sic erschien auch. .\ber wie sah sie aus: Da stand schwarz auf weiß mit höhnisch grinsenden Lettern: »Prost ftcm PVüflinK!# Da gab Lenz es auf. — schon längst außer Kurs sei. Die Gendarmerie in Pettau stellte aber fest, daß der betreffendd Landwirt gar keine 100.000 Dinar gewechselt, die 50,000 Mark-Note auch nicht von einem Unbekannten erhalten hat; er hat sich diese vielmehr von einem Bekannten, der zufällig im Besitze dieser Inflaitionsnote war, ausgeborgt, um damit setost einen Betrug auszuführen. Er bildete sich ein, daß die Beamten auf diesen plumpen Schwindel eingehen werden. Gefesselter Verbrecher stürzt sich in die Drau Aus St. Jakob im Rosentale (Kärnten) wird berichtet: Kürzlich enitfloh einer Eskorte der wegen Diebstahles verhaftete Pole Jakob Czeslaw und stürzte sich, obwohl er gefesselt war, in die Drau, wo er wahrscheinlich ertrank. Seine Leiche konnte noch nicht geborgen werden. Der Mann ist ziemlich groß, hat ein längliches Gesicht, blonde Haare und war mit blau-grauem Anzug, braunen Halbschuhen und dunkelrotem Hemd bekleidet. * m. Muß das sein? Für den Sonntag richtet sich jeder und Jede so sauber zusammen als mödich. Dazu gehört auch, daß mau sich beim Friseur »schön machen« läßt. Rasiermesser und Schere, Brenneisen und alle möglichen geheimnisvollen Apparate müssen dem Meisterwerk der Schöpfung männlichen oder weiblichen Geschlechtes den allerletzten Schliff geben. Manchmal erfolgt auch eine kleine Korrektur dieses Meisterwerkes, indem man etwa strahlendes Platinblond dort aufleuchten läßt, wo sich früher braune Locken geringelt haben. Aber gerade diese größeren Verschönerungs-arbeiten sollte man nicht just am Samstag durchführen lassen. Die Männer werden wohl auch schon am Freitag gemerkt haben, daß ihre Haare ^um ^hneiden Seit Beginn dieses Krieges war auf allen Lebensgebieten der Wille spürbar, die Festlichkeit der Kunst so weit in Gang zu halten, wie nur irgend die vom Kriege diktierten Gesetze es zulassen. Immer wieder erfuhr in den letzten beiden Jahren die öffentlichkeit von festlichen Veranstaltungen kultureller Art, und mit ganz wenigen Ausnahmen wurden diese großen Kulturfeste in dem schon im Frieden entwickelten Umfang bcl'behatten. Das Reich, die Partei, die Länder, die Gemeinden hielten an ihren früher gefaß, ten Plänen soweit irgend möglich fest. Kein Zweifel, daß sich an der äußeren Form kriegsbedingte Wandlungen ablesen ließen. Der Krieg konzentrierte hier das Schöne und das Festliche auf seine ergiebigsten Formen. Auch in den spezifischen Aufgaben der festlichen Veranstaltungen war die p>olitische Gegen-wartsstundc zu erkennen: man erinnerte sich in festlichen Zyklen der Dichtcr und Komponisten, die im Felde stehen; man bekundete in den Festwochen die Ver. bundenheit auch unserer geistigen Haltung etwa mit lalien; Gastspiele, von jeher Äußerungen erhöhter kultureller Fest, lichkeit, zeichnen die Kräfte eines neuen Europa ab. In den Themen der kulurellen Ansprachen und Aussprachen spielten Kriegsaufgaben immer wieder hervorra. gende Rollen. Eben hat die Reichskutturtagung der Hitlerju. gend in Weimar die Möglichkeiten des Kriegscinsatzos erneut formuliert. Und was in der Musik festlich hervortritt, ist oft schon vom Gegenstand oder von den Mitwirkenden her Kriegsbestimmt. Man erinnere sich der 500. Sendung des Kameradschaftsdicn. stes, den der Großdeutsche Rundfunk als Brücke zwischen Front und Hein>at ver. sieht, besonders festlicher Wunschkon. zertc, der Eröffnung des in erster Linie unseren Soldaten dienenden Deutschen Theaters in Lille .,, Bei anderen kulturellen Vcanstaltun-gen, die sich über den Alltag hinaushe. ben, leuchtet vielleicht auf den ersten Blick die Kriegsbezogenheit nicht ein. Und es hieße auch eine unnötige Vertei. digung für eine uns selbstverständliche Tatsache suchen, wollte man die im Zusammenhang mit dem bevorstehenden 150, Todestag Mozarts zu erwartende festliche Ausgestaltung dieses Gedenktages »rechtfertigen«. Der gegenwärtige WriejI ^rrteitüct mehr nur ujic^ren Raiu«, unicc Brot und unsere Kleidung, sondern' reif sind, und wenn sie es übersehen haben sollten, so werden sie auch am Montag noch nicht Zöpfe flechten können. Und die Dauerwellen der Weiblichkeit werden auch nicht unbedingt am Samstag fällig sein, ebenso wenig wie die neue Haarfarbe, für die sich Frauen oder Mädchen nach wochenlattger Überlegung entschtossen haben. Würden sich die Männer an diese Erwägung halten, so kämen ihre Geschlechtsgenossen mit dem wirklich an den Tag gebundenen Rasieren flink vorwärts, und auf der weiblichen Abteilung würde diese naheliegende Rücksichtnahme vielen Frauen, die sich nur kürzeren Prozeduren unterziehen wollen, das lästige, lange Warten ersparen. Audi das an Samstagen überanstrengte Personal wäre für diese Rücksicht gewiß sehr dankbar. m. Wer ist rtgemeinschait in Cilli Gäste des Turn- und Sportvereines in Leibnitz gewesen, jener lieblichen Stadl inmitten des steirischen Frucht- und Rebenlandes zwischen den Tälern der Laßnitz, der Mur und der Sülm mit dem bekannten Schlosse Seggau und seinem Glockenturm daneben, der die zweitgrößte Glocke Steiermarks birgt. Ein großer, wundervoller Garten ist dies Hügelland um Leibnitz. Lcuchtende Blumen in den schnmcken Hausgärtcn. »Setzt euch einmal in einen Leibnitzer Garten«, hörte ich einmal Woligang Burghauser sagen, der vor nunmehr fünfzehn Jahren einen Roman geschrieben hat, der in Cilli spielt. »Ich wette, die Leibnitzer wissen es selbiit nicht, wie schön das sein kann, denn über die Hek-ken und Mauern der Leibnitzer Gärten schaut noch ein Stückchen Bergland herein, es guckt neugierig in das kleine ebene Reich, das sich zur Sonnenbraut-fahrt gegen Süden geschmückt hat.« Am letzten Woclienende hatten die Leibnitzer Fußballer ihre Südfahrt über Marburg nach Cilli angetreten. In Marburg spielten sie gegen die Marburger Militärmannschaft und erreichten nach hartem Kampfe ein ehrenvolles 3:3 U:i). Und in Cilli?... Es war mehr, sehr viel mehr als rein siiortliches Interesse, das die vielen Hunderte von Menschen'gestern dem Fuß-balltreffen )Leibnitz—Cilli« entgegenbrachten. War es doch das erste Fußbail-treffen mit Sjwrtkameraden aus der Allsteiermark nach der Befreiung des steirischen Unterlandes und se'iner Wieder-verehiigung mit der »ehernen Mark. Den Auftakt /u dem Spiel bildete die Begrüßung der (l'istc durch den Leiter des Siwrtkreises Cilli, Karneradcu Alois Urabitscli. der an die lieben Leibnitzer (iiiste folgende Worte gerichtet hatte: ^>Groß ist die Freude der Deutschen Sportgemeinschaft in Cilli, den Turn- und Sportverein I-eibnitz als die ersten Sportgäste in der befreiten Sannstadt und auf jenem Platze begrüßen zu können, wo wir Cillier stets in hartem Volkstumskampfc den deutsclien Sport- gedanken emsig und allen slawischen Widerwärtigkeiten zum Trotze förderten. Das Spiel am vergangenen Sonntag in Leibnitz war der glückliche Auftakt zu kameradschaftlicher Verbundenheit gewesen. Die freundliche und liebevolle Aufnahme, die wir dort gefunden haben, sowie die ritterliche Austragung des Kampfes werden wir stets in dankbarer Erinnerung behalten. Möge darum auch das heutige Spie! denselben schönen Ausklang und ihr, meine lieben Leibnitzer Sportkameraden, dieselben schöneu Eindrücke mit nach Hause nehmen, die wir Cillier bei Euch in Leibnitz gewonnen haben.« Daim rollte der Lederball. Um es gleich vorweg zu sagen: Jeder der 9Ü0 Zuschauer hat die bekamue Kampistätie beim »Felsenkellcr« befriedigt verlassen und man hört allgemein dasselbe Urteil* daß dieses Spiel des Turn- und Spoit-vereines Leibnit/, und der Deutschen Sportgemeinschaft Cilli zu den besten gehört, die wir in der letzten Zeit gesehen haben. Es lag Schwung und Temperament in der Partie, es wurde schnell und gut gespielt und 9ü Minuten hindurch verfolgte man gespannt die Handlungen auf dem Felde. Das Ergebnis geht in Ordnung! Die Gäste überraschten im besten Sinne und boten eine wohlabgerundete einheitliche Leistung: gestützt auf eine gute Verteidigung (Traby und Gigerl) und einen ausgezeichneten Tormann (Hartner), der eine tadelsfreie Leistung bf)t, gelang es ihnen, dem Cilliersturm einen wirkungsvollen Widerstand entgegenzusetzen. Bei den Cilliern war das Gefährlichste der rechte Flügel (Krempusch) und die Sturm-Mitte. In der Deckung ist der beliebte ^Athletiker« Hönigmann noch nicht in früherer Form. Schon in der Spiclminute fällt das erste Tor, und zwar für Cilli. In der 4. Minute gleichen die Leibnitzer aus, worauf die Platzherren abermals sich einen Vorsprung schaffen, eine Ecke zum 'i'reffer verwandeln und mit J:1 führen. Doch^ schon in der 15. .Minute gleichen die Gäste neuerlich aus. Cilli greift nun fast ständig an, erreicht aber nichts I'o-sitives. Erst in der 43. Minute bringt der Cillier Angriffsführer Tschoch unter ungeheurem Jubel der Zuschauer seine Mannschaft auf 3:i heran. Nun geraten die Cillier in Fahrt, das Kainpfbild wird ungemein farbig und wechselvol!. l/ocli schon in der 44. Minute bucht T-clvoch seinen zweiten Treffer. Mit Ai2 geht es in die Pause... Nach der Pause hatten die Uuste :.tatt des verletzten Traby einen neuen Mann in die Verteidigung gestellt. In der zehnten Minute muß Hartner erneut eingreifen Einen scharfen Schuß der Cillier wehrt er unter stürmischem Beifall ab. Die Leibnitzer begimien jetzt zu drangen, aber der Kampfgeist, von dein die Cillier-Elf beseelt ist, zerstört immer wieder das Kombinationsspiel der Gäste. Man sieht saftige Schüsse aus der ganzen Linie heraus. Zügige Koinhinationen werden in Gang gebracht, beiderseits werden Eriolgsmöglichkeiten vergeben. Schließlich endete eine Belagerung des Leibnitzer Tores in der 20. Minute nocli mit einem fünften Treffer. Gern hätte den tapferen Sportkameraden aus Leibnitz das Publikum weitere Erfolge gegönnt. Aber die Aufopferung und das Können der Cillier, die wiederholt ßei-fall auf offener Szene fanden, ließen es nicht zu. Der Cillier Schiedsrichter Ochs entledigte sich der nicht leichten Aufgabe der Führung dieses wech^el-vollen, scharfen Kampfes mit j;rüßem Geschick. — h p — Um den Alpenpreis In Wien wurden zwei weiiere Spiele im Wettbewerb um den .Mpenpreis abgi.-wickeit. I'ünlcitcnd siegte der Wiener Sportklub über Jahn-Regenebiirg er^t nach hartem Kampf mit 3:! (0:0), sodann war die .Austria über Bc'iycrp-.\-,rm-chcn mit 4:2 (2:0) erfolgreich, in der Tabelle führt nun Austria mit 9:1 Punk^'M vor Vienna mit S:0. Wiener Sportldub niif 6:2 und Jahn mit 5:5 l^nnkten. * : Berliner Luftwaffe an der Spitze. In den Kämpfen um die üeutsclic Lccli;. atliletik.Vereinsnieisterschafr kam am Sonntag in der Reichshaup:sadt der Luft-uaffen SV Berlin auf IR.027.2 Punkte und übertraf damit den bisher führenden SC München 16S0. : Syring lief Jahresbestzeit. Beim zweiten Durchgang der deutschen Vereinsmeisterschaft in Wittenberg lief Ah-meister Syring über 5000 Meter mit 14:30.5 eine deutsche jahre-^bestzeit heraus, : Wiener Ruderregatta. Zum 5d, Male wurde am Sonntag auf der alten Dop.tu die Wiener Ruderregatta veran.^ialt. t. Die beste Auannschaft ^t•Jllte RV Triton-Pirat, Als bester Skuller erwies r'cli Ro-molo Caiasta (Wien). : Schorn wieder Fliegermeister. In dci deutschen Fliegernieisterschaft au.' 'c" Radrennbahn in Braunschweig ver'.eidig'r der Kölner Schorn seinen Titel wie erwi-^r-tet mit Erfolg. Im Endkanipf schlug er den Olympiasieger Lorenz. : In Esseijf wir;! ein deut^.:hcr (lirofT-verein gegründet, de.- ^en Npnvn ^Gei. mania'" tragen soll. : Die letzten Atcister im Kegeln -vurden am Sonntag auf der Asphaltbahn in Halle ermittelt. In der Einzelmeisterschatt kam Zeunert (Dresden) zum Siege, uidirend bei den Mannschaften schon 7um vierten Male Braun?>chweig .Meister wurde. : Haegg immer schneller. Sciiwedens ausgezeichneter Mittelsirerkeniäufer Gun-der Haegg ist in blendender Forni. Nachdem er erst vor einer Woche für 1500 .Meter mit 3:51.4 eine neue Jahrcsbest-leistung für Europa aufgc^tcil: hatte, konnte er diese Zeit jetzt auf 3:4<),P. verbessern, womit er genau um zv.ei Sekunden über dem Weltr,;kord von Lovelock blieb. : Wien größtes Galoppreniien wird im 28. September mit lier Ent >eht'idung Preises der nationalsozialistischen Erhebung ausgetragen. Das ül er 2800 .WMer führende Rennen ist mit.35.000 RM da< wertvollste Rennen der Ostniark und ubertrifft nach seiner Erhöhung den Großen Preis« noch um 5i)(X) RM. : Die letzten Vier des WasscrbalHur-niers wurden am Sonntag festgesetzt. Es sind dies SV 90 .München, Luftwaffen S\' Herlin, Magdeburj^er SV 9G und der Titelverteidiger L)ui>burger SV 9>^. : Den Italienischen Marathonlauf .gewann in Ferrara Balbusso in 2:40,^1,4. Itn 25-Kilomeler-StraßeninarM-h b;iei Gullino in 2:18.4<^ siegreich. : Bei der Radrundfahrt durch die Loni-bardei, eines licr größten Straßenrennen der italienischen Berufsfahrer, war Aldo Pini siegreich, der die 522 Kilometer in 16:23.17 bewältigte. : Aus dem kroatischen Fußballsport. An Stelle des zurückgetretenen Dr. Hitree wurde jetzt Bogdan Cuvaj zum Verbands, kapitän ernannt. Sipos wird in den nächsten Tagen von Bukarest nach .\gram zurückkehren. Sette 8 »Marburger Zeitung« 8. Juli 1941 Nummer 161 AUS AUER WELT a. Jedem Volksgenossen seinen Kirschbaum. Die Stadt Könnern in Anhalt macht zum erstenmal den nachahmenswerten Versuch, jedem Volksgenossen seinen Kirschbaum zu beschaffen. Oecen eine geringe Entschädigung sollen SüR-kirschbäume bestimmter Chausseen für ein Jahr an Private verpachtet werden, a. Oebartenfreudlses Kärnten. Die Geburtenziffern des Jahres 1940 haben ergeben, daß Kärnten unter den deutschen Qauen der geburtenfreudigste ist. Im vergangenen Jahre wurden in Kärnt-en auf tausend Einwohner 28,3 Geburten ge-zäh'k, während der Durchschnitt im übrigen Reich nur 2,4 betru-g. a. Ein Dorf baut Flachs an. Auf initiative der Ort&bauernschaft in Mosigl^au bei Dessau haben sich Männer und Frauen des ganzen Dorfes für den Anbau von Flachs eingesetzt, der von der Aussaat bis zur Ernte in dieser Gemeinschaftsarbeit betreut wird. a. Rechtsfahrordnung in Ungarn. In Ungarn trat am Sonntag mit Ausnahme des Stadtbezirkes von Budapest und nächster Umgebung die Rechtsfahrordnung in Kraft. Um Unfälle zu vermeiden, wurde die Verkehrsgeschvvindigkeit für Motorfahrzeuge in den Städten auf 30 und auf den Landstraßen auf 60 Stundenkilometer herabgesetzt. a.'Zweijähriger starb an Nikotinvergiftung. In Ungarisch-Hradisch fiel die l'a-bakofeife, die ein Mann in die Ecke gestellt hatte, dem zweijährigen Enkel in die Hände. Der Kleine zog an der Pfeife und verschluckte dabei Tabaksaft, und starb einige Stunden später an Nikotinvergiftung. a. Den Granatsplitter ausgehustet. Im Weltkrieg wurde ein Mann aus Friedberg durch einen Granatsplitter in der Uunge verletzt. Der Granatsplitter war im Laufe der Jahre bis In den Kehlkopf gewandert. Bei einem heftigen Hustenanfall hat der Mann nun den Granatsplitter ausgehustet. a. Serbischer Kriegsgefangener als Kindesmörder. Das vierjährige Tftchter-chen Maria Barbara des Bauern Lanncr von Lajumertal bei St. Martfn in Salzburg wurde am Freitag in den s.päten Nachmittagsstunden mit durchschnittenem Hals In der Oesindekammer aufgefunden. Der Verdacht richtete sich von Anfang an gegen einen serbischen Kriegsgefangenen, der auf dem Bauernhof beschäftigt und seit der Entdeckung des Verbrechens verschwunden war. Kurz vor dem Eintreffen einer Kommission der Kriimlnalipollzel Salzburg konnte der Mörder, der 22 Jahre alte Alexander Livrinic aus Skaplje, von einer Militärstreife festgenommen werden. Bei seiner Verneh- mung gab der Mörder das Verbrechen unumwunden zu, doch ist das Motiv noch ungeklärt. Der Serbe hatte den Mord verübt, als die Eltern des Kindes den Hof verlassen hatten, um Besorguntgen zu machen. a. Eine kostbare Zwiet>ei. Eine besonders »wertvolle« Zwiebel wurde kürzlich in Sagan in einem Garten geerntet. Sic war durch'eincn goldenen Trauring hindurchgewachsen, der fest oben um die ^wiebelknolle laig. Es stellte sich dabei heraus, daß der Ring einer Frau gehörte, die ihn vor fünf Jahren bei der Gartenarbeit verloren hatte. Sie konnte jetzt ihr Eigentum unversehrt wieder In Empfang nehmen. a. Medizinflasche der Großmutter ausgetrunken. Ein kleines Kind in Großra-niing in Oberdonau trank in einem unbewachten Augenblick die Medizinflasclie Uer Groj^mutter aus und starb unter großen Schmerzen, a. Vom Feuerhaken erschlagen. Ein ungewöhnlicher Betriebsunfall ereignete sich auf einer Lokomotive zwischen Halle und Bittcrfeld. Beim Schüren des Feuers auf der Lokomotive wurde der Heizer von dem Feuerhaken, der anscheinend von einem Gegenzug erfaßt worden war, so schwer am Kopfe getroffen, daß er schwerverletzt ins Krankenhaus eingeliefert werden mußte und kurz darauf verstarb. <^eitere Neu-bau« an die Verwaltung. 4453-6 Lokal mit anschließender Kanzlei und Wohnraum in Marburg qnd Pcttau gesucht Anfragen unter »Lokal« nn die Ver^valtung, 4465-0 UeUen^esudit Tüchtiger Volksdeutscher, mit kaufmännischer Praxis, guter Rechner, verheiratet, sucht Stelle als Magazineur, Giits-verwalter oder ähnliches. Zuschriften erbeten unter »Ver-läRlich 11!« an die Verw. 4461-7 0f^iM SMUk Köchin, tüchtige, und Kellnerin, deutschsprechend, werden sofort aufgenommen im Gasthaus Pnst (Spanz), Tri-fail II. 4467-8 Zahlkellnerin auf Rechnung, selbständig, mit eigener Küche, mit Kaution wird sofort aufgenommen. Eise Kürbisch, Cilii._____ Kindermödchen, der deutschen Sprache mächtig, sowie gute Köchin werden aufs Land sofort gesucht. Anträge an Mikl W., St. Margarethen unter Pettau. 4460-8 Kanzlelkraft, gut im Rechnen, Kenntnisse in deutscher Stenographie, Maschinschreiben, gcsucht. Auch für rüstige Pensionisten geeignet. Anträge unter »Steirer42« a. d. Verw. 4458-8 Tischleriehriing wird sofort aufgenommen bei Belak, Franz-Josefstr. 23. 4435-8 1 Magazineur, 1 Verkäufer, Lebensmittelbranche bevorzugt, gute Rechner, sofort gesucht. Auch Pensionisten, Steirer, können sich melden, unter »Sogleich 40« an die Verw. 4459-8 Kinderfräulein wird für Tageszeit gesucht. Anzufragen Herrengasse 27 im Geschäft. 4456-8 Fleißige, saubere Köchin für aljes, mit Jahreszeugnissen, wird sofort gesucht. Adr. in der Verw, 4455-8 Tüchtiger Angestellter besonders der Farbenbranqhe wird sofort aufgenommen. Herrengasse 29. 4434-8 Mädchen für alles mit längeren Zeugnissen für Zann- atelier Schutta - Karbeutz, Obere Herrengasse 6, gesucht. 4463-8 Verkäuferin wird aufgenommen. Modegeschäft Pasch, Burggasse 4. 4462-8 Inkassant, eventuell Pensionist, kautionsfähig, der radfahren kann, wird aufgenommen. Donau-Concordia - Versicherungen, Marburg, Te-getthoffstraße 12. 4457-8 Stenotypistin, flinke anlernbare Kraft, flotte Kurzschrift für die deutsche Sprache Bedingung, wird sofort oder später aufgenoaimen. Anträge an Firma Josef Martinz, Marburg a. Dr., Ilerrengasse 18. 4416-8 Ukiietitkt Deutsch nach leichter, schneller, individuell angewandter Methode. Peric, Schillerstr. (GregorCifeva) 20. 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Stemmle nach dem Roman >Die 13 Jungens von Dünendorf« von Horst Kerutt. — Musik: Werner Egk — Herstellungsgruppe: Eberh, Schmidt Spielleitung: R. A. STEMMLE Der Roman des jungen Dichters Horst Kerutr, :>Die 13 Jungens von Dünendorf«, war diesem Film Vorbild und Grundlage, der die Wandlung einer vernachlässigten und verwüderten Jungensschar zui kameradschaftlichen und disziplinierten HJ-Gefolgschaft schildert Wochenschau Kulturfflm Tiefbetrübt {4el>en wir Nachricht, dal3 unsere herzensgute Mutter, Frau Agnes Kantner nach Icin^ieni schweren Leiden ihre gütigen Augen für Immer geschlossen hat. Wir werden unsere liebe Mutter Dienstag, den 8. Juli um Ve5 zur letzten Ruhe geleiten. Marburg, den 7. Juli 1941. Die trauernden Kinder Marianne, Josef, Agnes, Christine und Ludmilla im Namen aller Verwandten. 4444 Hauptschriftleitor Anten Gertchack, SleUverlrulcuder Uuiii)lschrilllciler Udo KuKper — Druck der „Miirburger Drucliorei"