LmbllchnWMtung. Nr 242. Prlin« merali onsprei« : Im (^omploil ga»u. f>. 11, >>,i!l'j. fi. 5,.s><». stlir die HustcNunss i»» H>n,e> hall'j. 5.. Iv, Mil bcr Pest naüjj.'st. l'', I)all>j. fl. 7,5,!», Samstliff, 22. October ^nsei, L ""^" lönneu. Der Großgrundbesitzer gehört sck t ^^lllschastöclassc an. deren charakteristische Cia.cn. >«>"»t »ur Allem die Unabhängigkeit ist. Weder ein Be» — öl'üissl'lml. s> /ranz In h ll) c i m. "ufforderuug zur Revision seines Criimnalprocesseö. eben ^> ^^^ "^' ""^ ^'" merkwürdiges, in Wien so-dnct ^ ^' Vraumüllcr) erschienenes litcrarischcs Pro^ phi,,'-/-'" Anonymus ruft eine cimxo cell'dr^ der jose-tt'it dc " ^"'^^ ins Gedächtniß, jenen berüchtigten, adgcfüh". ^'.'"' Mam'stratsbcanttcu Frauz Zahlhcim ^l-'llßli^f.^''"U'mlproccß, der nicht so sehr wessen der spnichcg s. ^5 Verbrechens als wc^cn des Urtheils-lvar, das?^^^ Aufsehen erregte und Veranlassung heftw ", '^ü'cr Joseph ^l. von' einigen Pamphlctislcn Zcit'w '^^'lNen ""^c. Damals nnd bis in die ncilestc der ztais« ""^'^ ''" ^°lkc dic Meinung verbreitet, daß die vo„ j^ ^^ burch dieses Verbrechen bestimmen ließ, ^ttriifc, '""^^"irtc Abschaffung der Todesstrafe zu Ueucrdii^g ^'^ ^^ thcrcsianische Halsgcrichtsordnung wiener ^ ""'Uführcn, cine Tradition, die anch die ^^"omanschviftstcllcr lebendig erhielten, einen dov!, ,?""^^^ ^cr Vroschürc hatte der Verfasser ^sfcntlisl ' ^'"^? "^ 'lugen. Cr versuchte durch ^'Haltes ?"'^ ^^ '" "llcn Cinzclnhcitcn gcnancn Sach-^clchc dic ,'',, "'^'^ """ "llen Znsätzcn zu befreien, "Uses hervor ' - '^ unzulängliche Kenntniß seines Vcr^ "ach 84 >°s ^' ll"t> darauf gestützt verlangt er -x ^'cssc« " ^ ""^ Revision dcs ganzen ,"'""ligc >,isl: '"e.'l er der Ucbcrzcugnng ist, daß die ^hercn P^c ^ '"cht unbefangen, fondcrn unter einer "'°" nchandclt nnd durch dcn barbarischen zirlshauptmann, noch ein Statthalter vermögen ihm politische Meinungen beizubrinqcri, dic sciner eigenen Uedcr-zcugung fremd sind, noch können sie durch die Stellung der Autorität, welche sie einnehmen, dcn Einfluß auf ihn aneübcn. wie auf icnc BevöllerungSclassen. welche politische Persöulichlcilcu nicht tcnnen, welche kaum Zeitungen lesen und deren politisches Urlheil ein schwan-kcndcS nnd unsicheres ist. Wcnn die Negierimg eine Cai'didalcnlistc für ocu Gioßqrlindbcsi^ aufstclll. so thut sie wlnisi mehr, als daß sie offen lundlhut, sie wolle erklärten Gegnern das Feld nicht ohne Kampf räumen, sie wolle Denjenigen, welche sie z» unterstützen gcdcnlm, auch die Millet an dic Hand geben, ihre eigenen Absichten auszuführen. Wenn die Regierung unter dcn be-sonderen Verhältnissen, welche sich jetzt im Königreiche Böhmen entwickelt haben, nicht eine eigene Candidaten» liste namhaft machte, so würden selbst ihre Freunde nur die Wahl haben zwischen dm Gegnern derselben, oder sie würdcn durch cinc Sliminvn^ersvlilttrung ihre eigene noraussichlüchc Mehrheit iu cinc Minderheit verwandeln. 2ic mnßtcn dann entweder entschiedenen Gegnern der Vcifassung ein Mandat übertragen, welche? diese nur anütt)!m>! würdcn, um es nicht auszuüben, oder sie liätlcn für Diejenigen zu stimmen, welche dcn einfachen Rückfall in jene der Entwicklung nicht fähigen Zustände bewerkstellign, würdcn, wie sic in der letzt n Zeit des Ministeriums Hafner bestanden Um einem so aus-sichtSloscu Dilcmmu zn entgehen, würdcn dann vicl-lcicht eine sehr große Anzahl der Stimmberechtigten ganz darauf verzichtet haben, an der Wahl thcilzunehmcn. Der verfassungstreue Theil des böhmischen Groß» grundbcsitzcs weiß zu g»t, wie wenig verlockend und wie wenig heilsam jene Zustand.- warcn, die Bestand hatten vor dem Eintriltc dcr jetzigen Regierung. Dic einfache Restauration derselben kann unmöglich das Ziel sein, dcm eine politisch so hoch stehende Köipnschnft, wie der böhmische Großgrundbesitz, zustrebt. Verfassungstreue ist nothwendig u„d sie ist löbl,ch. abcr es ist mich nnlhwen dig, diese Eigenschaft rincm größeren Theile der öslcl' rcichischcn Bevölkerungen mitzutheilen, als der sie bisher in sich anfgcnommcn hittc. Leid>r hatte jmc Partei, welche VcrfassnnclStrcne als ihr erclusio charaktclist,schrs Merkmal bezeichnet, es nur zu gut vc>standen, ihr Mo° "vpol einem für daö Heil dcs Staates viel zu llcincu Kreise zu cia.cn zu mach'.n. Politische llcbersichtl Laibach, 21. October. Dic deutsche Frage scheint schnell heranzureifen. Wie ein Münchner Telegramm meldet, haben die Minister Pranlh und Bray, denen sich der Iuslizminister Strafvollzug einen Schatten auf das Andenken des großen Baisers geworfen habe, ,,o« jeder ehrliche Patriot als dcn Reformator nnd liberator des Vaterlandes dankbar zu verehren, alle Ursache hat nnd haben wird, so lange der Name Oesterreich noch nicht zum lccrcu Schall gc-wordcn ist." Dcn ersten Zweck zu erreichen, war dcm Verfasser dadurch ermöglicht, daß ihm dcr Vorstand dcs Wiener Stadtarchives die Originalactcn des Zahlhcim schcn Processes zur Verfügung stellte, denen schon vor 20 Jahren von Gräsfcr und Anderen vergeblich nachgeforscht und dcreu Eristcnz deshalb vielfach angezweifelt wurde; ferner daß cr auch Einsicht in ciuc Abschrift dcr Acten dcs k. k. n. ö. Appcllationsgcrichtcö erhielt, welche sich schon seit Ende dcs verflossenen Jahrhunderts im Privatbcsitz befinden. Durch cinc wortgetreue Vcriiffcnt. lichung dicscr Acten ist daher jetzt jedermann in die Vage gesetzt, sich über dcu gauzcu Verlauf dcs Processes genau zn uutcrrichtcu. Einen etwas wunderlichen Eindrnck machen dagegen die Anstrengungen dcs Verfassers, das Verbrechen Zahlhcims in ciucm milderen dichte crschci ncn zu lassen; sie gehen nns cincr schwer begreiflichen Vorcingenommeuheit für dcn ganz ordinären Criminal Helden hervor, die weder dnrch wahrhast sittliche, noch juristische Grüudc gedeckt ist, nnd stellen deshalb auch das Verlangen, dcn Proceß zu rcvidircn, in cin sonderbares Vicht. Sollte ja nm dcs Zahlhcim'schcn Processes willen bisher cin Schatten auf dein Andcnkcn Kaiser Josephs gelastet haben, so muß cr nach Veröffentlichung der Acten schwinden, zndcm ja schon Freiherr v. Hyc in seiner Darstellung dcs österreichischen Strafgesetzes nachgcwic sen, daß Kaiser Joseph 11. die Todesstrafe erst im Iahrc 17^7 — mithin ein Jahr nach dcm Urtheils spruche über Zahlhcim aufhob und bei letzterem In- anschloß, am 20. früh ihre Reise nach Versailles an. getreten, wohin ihnen die württemberg'schen Minister Suckow und Mittnacht oorangecilt waren. Graf Vray nimmt nach dem Nürnberger Correspondentcn einen voll» ständig ausgearbeiteten VerfassungScntwurf und die Vollmacht mit sich, zngleich mit dcm Kriegsminister o. Pranlh dcn Vertrag festzustellen und abzuschließen. Heule treten auch die würllcmbergischen Kammern zusammen. Oambetla i't am 19. Nachts von sciner Rcise nach TourS zurückgekehrt. Sofort nach seiner Ankunft wurde cin Ministerconscil gehalten. Der päpstliche Nuntius wird in Tours erwartet. Der Ankunft Thiers sah man für heute entgegen. Ein Rundschreiben des Ministers Chaudordy vom 14. October an die diplomatischen Vertreter Frankreichs im Auslande weist in Beantwortung dcs preußischen Memorandums vom 10. die Verantwortlichkeit für das aus der Forlfetzuüg dcS Krieges erwachsende Unglück zurück, dcmcnlirt die Behauptungen dcs Memorandums bezüglich der Page in Paris und schließt mit der Erklärung, daß Frank' reich den Frieden, aber einen dauerhaften Frieden wünscht. Die Verhandlungen zwischen Versailles und Metz gewinnen an Bedeutung, wenn man sie im Zusammenhange mit dcr inneren ^age Frankreichs l?r-trachlcl. Täglich mehrt sich die Opposition gegen die republicanischc Regierung. Die Sprache dcr in TourS erscheinenden Blätter wird täglich heftiger gegen die Regierung. Die „France" enthält einen energischen Protest-Artikel gegen die Regierung, welche die Wohlfahrt Frankreich? gefährde; das Blatt protestirt ferner gegen die durch die Präfecten und Commissure begangenen schreienden Mißbräuche, sowie gegen die übertriebene Einmi-schung der Civilbchörden in Militär - Angelegenheiten, gegen willkürliche Verhaftungen und summarische Iour' nal-Nntcrdrnckungcn. Die ..France" spricht stcradezn aus, daß durch diese Manöver cinc Handvoll Menschen ohne anderweitiges Mandat vom allgemeinen Mißgeschick Vortheil zichcn werden und wollen, um sich eine be« sondere Domäne zu bilden. Die clcricale «Union" veröffentlicht ein Schrei» ben deS Erzbisch ofs von TourS, in welchem er es für eine Demüthigung und Erniedrigung erklärt, daß Garibaldi sich die Mission zuschreibe, Frankreich retten zu wollen. — In Toulouse reichte in Folge der Einsetzung de? WohlfahrtS-AusschusscS dcr Gemeinde-rath in pi0N0 seine Entlassung ein. Wäre es unter diesen Umständen nicht möglich, daß Bazaine cin Pronunciamento für Napoleon machen würde? «Daily News" versichert übrigens, die Capi« tulalion von Metz sei bevorstehend. dividnnm nur von dcr bisher milde gchandhabten Praxis dcr thcrcsianischcn Gerichtsordnung abwich. Ungeachtet dcs tiefen EindrnckcS, den das Zahl' hcim'schc Verbrechen auf ihn gemacht, licß sich der Kaiser nicht abhalten, in feinem Strafgcsctzbuchc vom ii. April I7"7 dic Todesstrafe zu beseitigen — eine Thatsache, welche für die hohe Denkweise Josephs II. so kräftig spricht, daß die leidenschaftlichen AuSbrüchc einiger ob« scurcn, irregeleiteten Pamphlctistcn wirkungslos verhallen. Franz v. Zahlhcim, geboren 1753, der Sohn des Stadtmauthcinnchmcrs Zahlheim nnd Zögling des Je-suiteu-Scminars iu dcr Wollzcilc, genoß schon seit sei' ncm Eintrittc in dcn Dienst ocö Magistrates (1774) keinen ciünsligcn Ruf: cr galt für cincn leichtsinnigen jungen Mann, welcher sich gerne in schlechter, liederlicher Gesellschaft herumtrieb und deshalb bei dcr Unzulänglichkeit seines Einkommens in Schulden gerieth. Dem-ungcachtct schcint dic verwandtschaftliche Beziehung zu einem höheren Magistratsbcamtcn Ursache gewesen zu scin, über dcn schlechten Leumund ZahlheimS hinauszugehen, ja man beförderte ihn bei dcr Rcgulirung be« Magistrates (17^3) sogar mit Berücksichtigung dcS Um-standcs, daß cr scincn Dienst ordentlich versah, zum .ttanzlisten. Bei scincn zahlreichen Liebesabenteuern hatte cr auch dic Bekanntschaft eines älteren Weibes Namens Theresia Ambrock, gemacht, welche in ihren' iiinaeren Jahren das Schandgewerbe einer öffentliche,, Dirne und ,wn jenes cmcr Kupplerin betrieb. Mit dieser lcbte ,^l)lheim seit 1774 auf sehr vertrautem Fuße'^ide besuchten s,ch ncqcnsettlci fast Tag für Tag und ersterer hatte ,ogar dcr Theresia Ambrock versprochen, sie zu h" raten, wtcwohl Zahlheim im Jahre 17W Nl .,ah« und die Ambrock 5>0 Jahre alt war. 1734 Auch die belgische Regierung wird, wie es scheint, in den Kricgstaumcl hincingerisfen. Sie gibt ihrer Bürgergardc cine militärische Organisation. General Renard ist zum Generalinfpcctor der Bürgergardc ernannt worden. Glaubt sich Belgien vielleicht lion Preußen bedroht? Der Papst hat neuerlich eiuc (5 ncyclic« an alle Bischöfe erlassen. worin er gegen die ungerechte Occupation von Seite der Florentiner Regierung pro-testirt und die Bischöfe auffordert, die Könige und Völker zu vermögen, der moralisch und materiell gefährdeten Kirche bcizustehen. Wie versichert wird, haben alle Mächte im Vatican die Ansicht ausgesprochen, der Papst dürfe Rom nicht verlassen. Die officielle Zeitung von Florenz veröffentlicht das Communal- und Prouinzialgesetz für das römische Gebiet und ein Dccret, wornach hinfort Rom mit dem römischen Gebiet eine Provinz bildet mit den Kreisen Rom, Pitcrbo, Frosinonc. Vcllctri und Civitavecchia. Ein königliches Dccrct enthält ferner das Wahlgesetz für die neuen Provinzen. Dicfelben haben 14 Dcputirtc zu wählen. Ein Ms Nolicrt Pcrl'g. Im gegenwärtigen Augenblick, wo die deutsche Einigkeit wieder beginnt, manchen Staatsmännern ein Dorn im Auge zu wcrdcn, mag die Reproduction dcS nachstehenden Briefes, dcn vor gerade 29 Jahren dcr britische Premier-Minister Sir Robert Pccl an Herrn Vunscn. den damaligen preußischen Gesandten in London, richtete, nicht unzeitgemäß erscheinen. Der Brief lautet: „Whitehall, 10. October 1841. Mem lieber Herr Nunsen! Meine Zeilcn enthielten blos den Wunsch, daß Sie die Güte haben sollten, am vorigen Freitag mit Herrn Cornelius bei Tische zusammenzutreffen. Ich versichere Sie, daß ich für jede Aufmerksamkeit, die ich dem berühmten Künstler erwiesen haben mag, durch die persönliche Satisfaction, welche ich bei der Gclegenhett empfand, seine Betanutschaft gemacht zu haben, reichlich belohnt worden bin. Er ist einer von dem edlen Volke, das sich in jeder Kunst des Krieges und des Friedens ausge< zeichnet hat. Die Einigkeit und der Patriotismus dieses Über das Centrum von Europa verbreiteten Volkes wird die sicherste Garantie für den Weltfrieden nnd die mächtigste Schranke gegen das Umsichgreifen aller verderblichen Doctrineu bieten, welche die Sache der Religion, der Ordnung und der die Rechte Anderer respectirendeu Freiheit gefährden. Meine ernste Hoffnung ist, daß jedes Mitglied dieser edlen Race, während ihm sein besonderes Geburtsland als Heimat theuer bleibt, seine Hingebung über deren enge Grenzen hinaus erstrecken, stolz auf dcn Namen eines Deutschen sein und den Anspruch Deutschlands auf die Liebe, Zuneigung und die patriotischen Anstrengungen aller seiner Söhne anerkennen wird. Ich glaube, ich beurtheile die Gefühle eines jeden Deutschen durch diejenigen, welche in meiner Brust ^in der Vrust eines Ausländers und eines Fremden) rege wurden, durch eine einfache Ballade, die indessen den Willen eines mächtigen Volkes zu concentriren schien und emphatisch sagte: „Sie sollen ihn nicht haben, Den freien deutschen Rhein." Ende Jänner 1786 erkrankte Zahlheim in seiner Wohnung in dem Hause Nr. 1234 (auf dcr ehemaligen Elendbastci) in der Stadt nnd wurde van Theresia Ambrock gepflegt. Während dicsec Zeit lain ihm der Gedanke, seine Freundin zu bcstchlen. weil er wußte, daß sie im Besitze von Geld sei. Noch nicht völlig herge« stellt von seiner Krankheit, nahm er am 28. Jänner ihren in seiner Wohnung aufbewahrt gewesenen Zimmerschlüssel und begab sich in ihre Wohnung, welche sich im Hause Nr. 184 (alt) am Salzgries im sogenannten „Hanuswurst-Hausc," erbaut 1717 von Ant. Stranitzky, dcfand. Dort eignete er sich auS dem ihm bekannten Aufbewahrungsorte die vorgefundenen Obligationen im Betrage von 1700 fl. und den Barbetrag von 140 ft. zn und ging wieder nach Hause. Hier traf er Theresia Ambruck mit häuslichen Arbeiten beschäftigt und theilte ihr mit größler Ruhe mit, daß cr Mittags nicht nach Hause kommen werde. Er ging in die Kanzlei, erzählte seinem Freunde Sonncwcnd, einem Diurnisten, daß ihm die Ambrock ihr Geld zur Verwechslung anvertraut, und beredete diesen, mit ihm dies Geschäft abzumachen. Aus dein Erlöse dcr Obligationen befriedigte Zahlheim die dringendsten Gläubiger, lieh seinem Freunde Sonne-wend eine Summe von 700 si. und kaufte sich mit dem verbliebenen Reste yroßenthcilS Wäsche und Kleidunas-stücke. so daß ihm von dem gestohlenen Gute nicht mehr als 135 st. übrigblieben. Am folgenden Tage (29. Jänner) früh halb 9 Uhr erhielt Zahlhcim. wie gewöhnlich, von Theresia Ambrock emcn Besuch, ohne daß diese eine Ahnuna von dem an ihr begangenen Diebstahlc gehabt halte. Sie frühstückte Mit ihm und begab stch sodann auf den zur Hahlheim'-schen Wohnung gehörigen Hansboden, um dort theils Kiichcligcschirr aufzusuchen, theils den Boden aufznräu- Eie werden ihn nicht haben, mid der Rhein wird durch ein Lied beschützt werden, wenn, wie ich hoffe, die Gesinnungen, welche dieses Lied verkörpert, jedes deutsche Herz durchdringen. Sie werden anfangen, zu glauben, daß ich selbst ein guter Deutscher bin — und ich bin einer, wen» herzliche Wünsche für die Einigkeit und Wohlfahrt der deutschen Nacc einen bilden können. Ihr ergebener Robert Peel." Kricgöchlmnk. Vur Metz. In dcr ..Allg. Ztg." schildert der berühmte Histc rikcr Gregorouius seine Erlebnisse vor Metz, wohin cr sich begeben, nm seinen im Felde stthcnden Bruder zu sehen. Wir entnehmen den farbenreichen Schilderungen nachstehende Skizze der Schlacht vom 7. October: Es war dcr 7. October. Ein köstlich frischer Mor> gen brach an, klar und sonnig, so daß ich mich freute, noch geblieben zu scin. Denn schon am 7. d. halte ich abrciscn wollen, uiu von Mctz nach Rom zurückzugehen. dc>rt noch Zcngc dcs letzen Actes vom großen Trauerspiel des Papstthums zu sein, dessen tausendjähriges Reich cbcn zu Grave geht, inmitten der großen Welt-erschüttcrnng kaum bcmerkt und nicht beweint, verlöschend wie eine Kerze, die bis zum Stumpf b/rabge-drannl. Ich hatte nun diesen Tag als eine Liebesgabe zugegeben, mcinc Abreise auf dcn 8. October verschoben, nnd dafür sollte ich durch das großartigste Schauspiel belohnt werden, das ich je im Leben sah. Ich war von Freund C. ins Lazarett) von Avancy zu Tische geladen, wo ich die Bekanntschaft dcr dortigen Aerzte machtc. Wir saßen an dcr bescheidenen, abcr mit gnter Hausmannskost besetzten Tafcl, von einer „Schwester" bedient, und ließen es uns wohlschmeckcn, dann erhoben wir uns, um in cincr Nebcnkammcr Kaffee zu trinken. Da kam cin Trompeter an dem Hause vorüber gesprengt, mit vollen Tönen Allarm blasend. Es war gcgcn 2 Uhr. Dic ganzc friedliche Gesellschaft stob auseinander. Da dcr Ort Avancy nach dem Thale von Vrcmy liegt, so tonnte cr bei einem glücklichen Vorstoß dcr Franzosen leicht mit in den Kampf gezogen oder gar genommen werden. Dcr Iohauuitcr eilte deshalb in seine vom Ort abgelegene Wohnung, um scinc Effecten, Kisten und dergleichen ins Lazarcth und so in Sicherheit zu bringen, nnd ich machte mich auf, um über die Höhcn von St. Barbe wieder Cheuby und meinen Bruder zu erreichen, chc cr ausrückte. Als ich auf jene Höhcu gelangte, in Eile übcr einsame Felder fortschreitend, in hoch erregter Spannung auf das. was kommen follte, und eines längst rrwartctcn Ausfalls von Mctz her gewiß, hörte ich bereits unablässigen Kanonendonner und das ununterbrochene Getöse dcs Gewchrfeucrs. Bataillone marschirtcn vorwärts über St. Barbe, Artillerie rasselte heran, im Thalgrundc hiclt cin Uhlancnregimcnt. Officierc sprengten hin und her, Dcr Kanonendonner und diese Bewegung von Trnppen versetzten mich in cine Aufregung fieberhafter Art. Sc, möchte wohl jedem friedlichen Menschen zu Muthe scin, wcnn cr plötzlich den wirklichen Krieg und .stamps vc>r Augen hat. Ich habe mehr als hundert Schlachten in den Geschichten der Zeit beschrieben nnd es deshalb vielleicht verdient, daß ich einmal eine ans respcctvollcr Ferne mit Augen sehen muhte, und damit w'll ich mich auch für mcin Leben lang begnügt haben. men. Dahin begab sich Zahlheim ebenfalls und ermordete das Weib mit einem Küchenmesser. welches er sich schon vor 14 Tagen schleifen ließ. steckte dcn Leichnam in eine Kiste, suchte an dem Thatorte alle Spuren des Verbrechens zu beseitigen und versperrte hierauf die Aodenthür wie gewöhnlich mit einem Vorhängschlossc. Da sein Schlafrock start blutig war, zog cr, ihn verkehrt an und begab sich wieder in sein Zimmer, wo ihn Sonnewend erwartete, Auf eine Aufrage desselben, woher die Blutflecken an seinen Kleidern stammen, spiegelte Zahlhcim seinem Freunde kaltblütig vor, daß cr eii,er ober ihm wohnenden Inwohnerin zur Ader ge-lasscu, womit sich Soimcweuo zufricdeustelltc. Nach vollbrachtem Morde sann Zahlheim wohl darauf, wie er sich deS Leichnams entledige» könne; er kam aber zu keinem festen Entschlüsse. Als wiederholt Anfragen übcr das Verschwinden der Ambrock au ihn gestellt wurden, suchte cr dadurch den Verdacht von sich abzulenken, daß cr selbst Nachforschungen anstellte. Am 13. Februar erst begaben sich dic beiden Schwestern der Ambrock vor Gericht und sprachen den Verdacht eines von Zahlheim an Theresia begangenen Mordes aus. Am 14. Februar Nachmittags wurde Zahlhcim in das Bureau des Bürgermeisters Hört gcrufcn und mündlich vernommen. Durch das Ergebniß dcr Unterredung fah sich der Bürgermeister veranlaßt, Zahlheim dem Stadtgerichte zu übergeben. Iu d«m noch an demselben Abende vorgenommenen Verhöre gestand Zahlhcim ohue Zögern das Doppcluerbrccheu dcS Diebstahlcs und Meuchelmordes cin, so daß noch in der Nacht der Leichnam au dem Thatorte aufgefunden mcrdcn tonnte. Die Nachricht von dicscr entsetzlichen That rief in der Stadt große Aufregung hervor. Ohne noch die Einzelheiten derselben zu lenncn, wußte man doch so Der murrende Bazain>> war wirklich lind mit starker Macht, selbst mit seinen Garden, ausgefallen, sowohl liuts dcr Mosel, übcr welche cr Vrückcn geschlagen hatte, auf die geplagte Division Kummer, als rechts des FlusscS gegen die Gründe von Poir, Snrvigny und Prcmy. Noch ehe ich Chcuby erreichte, sah ich. daß in laugen Linien bereits gclämpft wurde. Die vier Ballcricn von Ehcuby, schnell allarmirt, rückten schon gcgcn St. Baibc. Eine Ordonnanz meines Bruders kam auf mich zug'" ritten, um mir zu sagcn, daß sie Befehl hade, an meiner Seite zu blcibcn und mich auf das Hochseld vo" St. Barbe zn begleiten, von wo aus das ganze Äcfccht übersehen werden könne. Auch der Wagen kam herbei, ich stieg ein und fnhr an den mir bczeichnclcn Orl. Es ist dies ein Feld. welches, wie St. Barbe selbst, dic ganze Gegend beherrscht. Es fällt ab in eincn tiefen Grund, übcr dcsfcn Rand ganz nahe die Häuscr von Vrcmy emporragen. Jenseits desselben ziehen sich nial' dige Höhcn hin; nach Mctz zn steigt das Fort St. Julien am Walde von Grimont übcr einem mchr als 700 Fuß hohen Hügel auf. Darüber hinaus ficht man das ganze herrliche Mosclland von Mctz mit Dörfern nnd Gcfildcn, Höhcnzügcn. Thälern und weiten Fluren, bis nordwärts in die Gegend von Thionville hinauf» Deutlich zeigt sich die Kathedrale dcr belagerten Stadt. Auf dem Felde von Tt. Barbe sammelten sich viclc Stabsofficierc. Der commandircnde General v. Ma>^ tcusfcl lag noch krank in Folge cincS Sturzes mit dem Pferde. Er schickte seine Tragbahre vorans, ihn aufzu' nehmen, doch sah ich ihn nicht, und ich weiß nicht, ob cr schon im Stande war, das Pferd zu besteigen. Dcr Kampf dauerte ohne Unterbrechung unten im Mosel' gcbictc fort und entfaltete sich vor mcincn Auacn als ein deutlich und vollkommen übersehbares Schauspiel. Ich sah ihm zu. wie einem Schauspiel, bald bci Officicrcn stehend, bald unter müssigcn Soldaten, auf dem Oicbcl einer hölzernen Baracke sitzend nebe« Mnnitionskarren. vielleicht die einzige und unberufene Civilperson auf dieser Scenr. Ist nicht auch dies ein passender Sitz stu' cincn Beobachter dcr Wclt, cine Specula znm Einblick in das Treiben der ewig streitenden uliselisscn Erde!'' menschen? Sollte ich mich dessen schämen, die mäimcr-mordcnde Fcldschlacht einmal wie ein Spiel zu sehcu, das man von dcn Stufen eines Theaters bangend in Scene zn setzen sucht? Mich bestürmten Gedanken mancher Art. abcr ich hatte doch keine Zeit, sie zu fasst" oder ihnen nachzuhängen; sic wandelten nnr durch d>c Zcclc mit aufregender Erschütterung und stimmten mich zu tiefer Traucr. Sie glich jener, welche ick in Straß' bürg empfand, als ich nach dcr Uebcrgab: Uhrichs dicse von uns zertrümmerte deutsche St«idt durchwandellc, und nie hat mich cin außcr dcm Persönlichen lic^codtt Zustand so ticf bewegt, als daS unmittelbar geschichtlich Wcscn dort in Straßbnrg nnd hier auf dcm Felde o^ Mctz. Doch hicr mischte sich in das allgemeine EM' pfindcn auch das persönliche. Denn ich sah mcincn cige' ncn und letzte» Brudcr mit seinen Batterien über t»e Höhcn gcgcn das Gefecht vorrücken, und ich wußte nicht, ob cr mir daraus wiederkehren wcrdc. Der Donner dcr Geschütze, das Sausen dcr Äo"»' bcn. dic knatternden Salven deS Meingcwchrfcucrs "'^ dcr Mitraillcnscn erfüllten dic Luft mit cinem i"^" nalen Gelärm, in welchem das übertönende Gekrach b^ Mörfer aus dcm Fort St. Julien dic Hauptaccc"" bildete Dics klang wie mit Donncrhall zcrsprinacndcs rasselndes Erz. Das Gefeuer ward nie nntcrbrochcn 5 viel, daß sie cin Beamter der Stadt, der Sohn einer geachteten Familie, dcr Neffe cincö Magistrats»a" ^, ocn hohcii^Mailt vor dic Schrannc zu führe», "^ ^ fcntlicher Vorlesung des Urtheils auf dcu hohcn -w «^, zu sehen und mit glühenden Zangen iu dic rechte ^. zu zwickcn und auf dcr Freiung dieselbe Marlcr a ^. lmtcn Brust zu vollziehen sei. Nach dicscr ^^ ^^ sollte cr auf dic gewöhnliche Richtstättc aeführt uno^ von untcn hinauf mit dcm Rade hingerichtet, dcl> per auf das Rad geflochten und darüber ein " ^ mit hcvabhänacndcm Strange aufgerichtet wcrdcn. -<;. März l'esläligte der Kaiser daS Urtheil '"'!', ",i,d dcr Resolution: „Bei dicsem aan, außerordentilcyc ^^ mit keinem einzige» li»der»dcn Umstände velsn,.^ hinterlistigen Meuchelmord u.'d Diebstahl ^c Ich daS einhellige Dafürhalten dcr Appellation. "" .^ daß „ach dcr Vorschrift der Nemesis Thcreslana d ^^ ausgedrückte uclstcntic Todesstrafe an dem Dclinq'n 173' von 2 Uhr Nachmittags bis zur völligen Dunkelheit Ichwl^ es auch uicht einen Augenblick. Vor mir lag oas Theater des Kampfes in einer etwa ^wei deutsche ^mle» betragende,! Linie auf cincr Landschaft oo» hin» Mkcl!5cr Schönheil, deren Hintergrund die blaue Bcrg-lcNe um, Metz liil^te. Abcr dic schiuarzc» R.ihe» der ^aiiiftf^- umhüllte bald Pulucrdainpf. N»r weiße auf-c>ucucnde Wolkenzüge bezeichnete» auf dcnl grünen Grunde o>c Schützengräben, aus denen geschossen wurdc, oder °>c feuernden Bataillone, oder dic Batterien. Bald tain dns Gewchrfc»er näl,er. bal^ entfernte es sick. Jin -"llllclgrundc brannten zwei Dörfer, 5kesfeln gleichend. "'" denen rothe Flamm^! cmporschlugcn. Z»r Lin-^." sah ich die dunkle Ocstalt dcr Kathedrale von -"ctz, geisterh^i anfragend, wie in Ncbcl gehüllt. Weit >^a, Norden, i^ ,,i.!>t ^fainpft wurde, stieg über einem "alde Plötzlich ci»c l^hc weiße Wolke auf. ohne daß c»'Schuß hörbar wurde; nach einer Viertelstunde folgte U)r eine ähu i!>,". Di.> Soldaten, bei dcncn ich stand. Eliten dies sin Signale, ich weiß nicht von lwn. Wollte etwa Bazaine dorthin herausbrechen? Nach zwn Stunde» schwieg die Artillerie anf dem rechten 6!i'la.cl; dcr F,ü^ inuhlc zuiückgeworfen sein. Bald umhüllte Pulverlampf diese Gegend. Das Gefecht zog U" letzt stärker auf den linsen Flügel in dcr Richtuug v°» Survigny und Noisscville. Dort standen Batterien, ^'lche ein Nhlanc,'coips in Reserve deckte. Immer mehr Artillerie wuidc hcrangczugcn und vorangeschickt. Ich >i,c Batterie seitwärts Vrcmy sich aufstellen; in lur^r Zeit war sie schußbereit. Zweimal feuerte sie ihre ^Hs Geschütze ei »es nach dem andern ab. Erst dann ^U'dc sie von dem Fort Tl. Julien visiit und mit ^>amUcn bcmorfcn. Schon ward cS dunlcl. Man sah «"Mt cincn Blitz im Fort. dann sauste cS mit un-^u> ,i^c„ Tönen in der Lust. und eine hohe Staub-wolle geigte die Stelle, wo die Granate in den Boden !^l»g. Ich erinnerte mich dabei eines Schauspiels im ^"lf »on Coslellamare, wo ich englische Kriegsschiffe mil ^schütze» inanövriren sah; wenn dort die Kugel ins Wasser schlug, erhob sich einer Fontaine gleich eine hohe Pracht!^ Wassersäule. , Dic Franzosen schössen schlecht; ihrc Granaten tra->c>l kein Geschütz; sie fielen entweder vor dcn Batterien ^er hinter ihnen au dem Schützcnwall nieder, welcher ul.c westliche Seite des Hochfcldcs von St. Barbe bcfc-"gt. Es wnrdc dort sehr unheimlich, denn auch bis zu u"ö tonnten dic Bomben reichen. Wenn sic die Lnft urchzischtcn, war es uns, als ob sic gerade über unseren ""plcn schwebten, uud da ich nichts mit dem Krieg zn mn habe, will ich ruhig cingcstchcn, daß ich jedesmal Hs.'"'^tartigc Nciguug empfand, mich zn bücken, auf , s ^chlldwachc, der treffliche Sergeant, machte mich < / '"^snill pfeifende Töne aufmcrtsam, die in dcr Luft . """fuhren; dicö sind, so sagte er, versprengte Chasscvot- lgeln; wenn sie anf ctwaS hartes aufschlagen, so schncl-^ I'c sich noch einmal mit unglanblichcr Kraft fort. ^er wackere Mann war von solchen Kugeln bei Noisse-." ^streift worden, uud eine Bombe hatte ihm dort "s Pscrd unter dem Leibe gctödtet. sck 'l)l vl^i Soldatcu, die dort ihrc Gewehre abgestellt hat Wa ^"^ '^"^'^ ^'"^'^ ^' ^^ Ainbulanz eingerichtet; dic ?l" ^"' dorthin Bcrwilndctc gebracht. Schon waren "crztc thatig. Ich fuhr nach Chcuby zurück. Noch hallten Kanonenschüsse, aber das Gcwehrfeuer knatterte nur noch in Pauscu. Hinter mir fah ich noch die bei den Dörfer in Flammen stehen; vor mir stieg der fast volle Mond in Dünsten blutigroth empor. ^hclil'l) wai l^-r, scldst dc« Wachtposten eingezogen. Oie wcnia/n dou >l!!ück^.bli^l.c»cl» Fiaucn sahe'i anf deul Nund.' dcS Oralic^S an ihicin ödcn HauS und blickte» stumm in dic N^cht hinaus. Vielleicht hat-ten sic in ihrem Hciz» den Sieg Ba^aiücS gcwiilischt; viclleich! sandten sie ihre sch!!s»ch,,^n Klagegrüße zu dcn ^ln'gcn, dic dort in dem sch,^ckl>chcn Mctz mit dcm Hnnger nnd Elend tämpflcn. ^m Ziliüncr deS OlüdcrS slMd ich schlin Frcund C. dcr mir abhondc» cl^loinnun iliai. Wir crwaitctcn mii Ba,>gigtcit die Nückschr der Arlillcric. Nach einer Siunoc horlcn wir Pf^rdclrill »nd Gesang. DaS ^. tthl^nc» Ncgimcnl lam mil sei' »sln Fähnlein daher, ein plächli.,cr Anblick im Mond schein. Dic Reiter sangen: iu ,hr>m ^icde, wllchcS ir-gc> dein «nlschlc gedichtet hadcn mochtc, hörte ich wieder, holt die Woit^: ..Die Picnßn und dic Fr^izoscü." öo lille» sic dnrch da^ Do,f in ihic Quartiere nach Vcs ElangS u»d Hey^s zniück. Bald sprengten auch die Ärtillcii^i7fflcicre herein. Die Frcnde war groß. K in Mann wa> ueiwundct wüldcn Ba^ainc war anf blitzen Ufern dcr Mosel in seme Fcst»i!gm zuillckgiwoifen, w,c bald dic Tellglannnc aul? (5,oii'i) und VcisclillcS meldeten, mit eine!» Veillist voi, 2!>()0 Mann während die Unsligcn 5)00 Mann verlobn hallen. Befehl kam von St. Barbe die Nacht gcrilstet zu ! leibe» Die Artillerie schirilc nicht ab, und andere Trnpvei'cotpl! nahmen hie „»d da Stellung aus dem Fcldc. — Ihre Majestät die Kaiserin Karolina August a haben dem Collegium Vorromä'um in Salzburg für das Schuljahr 1870/71' wieder 3964 fl. allergnädizst zn spcnocu geruht. — (Eine entsetzliche Hochzeit.) In dcr Orls-gelucinde Klaugbcrg bel Felifd»rs erciqnclc sich kürzlich, wie von dort geschrieben wirb, ein entsetzlicher Fall. Iu der vierten Nachmillagöstundc fand die Hochzeit dcg Echul' lchrers Karl Blond mit dcr Fleischhcmcrölochlcr Julie Kneibel statt. Nach dem Trauungsaclc versammelten sich die Gäste in dem Fannlienhau/.' der Äraut. Kaum war der erste Wagen mit dem Vraulpaarc beim Hauslhorc angelclngt, so stürzte dcr Bräutigam plötzlich ledlos zusammen. Alle ärztliche Hilfe war vergeblich, indem B., vom Echlage getroffen, dcreils eine Leiche war. Die in Ohnmacht gesuuleoe Braut, welche in wenigen Minulcn wieder zur Besinuuna. lam, iiß dcn Ärautschlcicr vum Kopfe und rille, unter de» uicht wenig bcstllrzteu Gästen sich Bahn lnecheno, in ihr Schlafzimmer — und verschloß dasselbe. Die beängstigte Mutter, welche dcr Tochter nacheilte, fand leinen Einlaß. — Während die Thüre mit Gewalt gesprengt wurde, hatte sich die unglücklile Braul mittelst cincö seidenen weißen Halstuches am Fenstcrhalen erhängt. — (Tw e ste n.) Wie schon telegraphisch gemeldet, ist dcr berühmte preußische Vollsvertrelcr und norddeutsche NcichslaaMgcordnclc Karl Twestcn am 14. d M. Abends zwischcu 9 uud 10 Uhr gestorben. Twestc». eines dcr fähig« stcn Mitglieder der früheren Opposition und bis vor Inr» zcr Zeit Sladlgcrichlörall) in Äcrlul, war am 22. April 1820 in Kiel' geboren. Velannllich halte seine Vroschllre: „Was unS noch retten lann" 1861 cin Duell mit dem General von Manteuffel zur Folge, in welchem Twesten der rechte Arm zerschmettert wurde. Seit 1862 Mitglied des Abgeordnelenhauses, suchte er (vor dem Kriege mit Oesterreich) iu dem Mililärconflict einen Ausgleich auf Grund« läge der zweijährigen Dienstzeit oder einer festen Präsenz» zeit der Armee herbeizuführen. Wegen zweier im Abgeord-neteuhause gehaltenen Redrn wurde er bride male — im Jänner 186« und Februar 1867 — trotz seiner verfas» sungsmäßigen Immunität durch Urtheil des O!.' begründcr der national-liberalen Partei in Preußen, — (Unter den geheimen Papieren Napoleon's,) die die provisorische Regierung veröffentlicht, be» findet sich auch ein Schreiben des berühmten russischen In» genieurgenerals Totlleben, worin er die Befestigungen von Paris für vollkommen ausreichend ertlärt, wenn nur die Lücke zwischen dem Mont Valerien und dem Fort de la Vriche ausgefüllt werde. — (Cholera.) Die Zahl der Kranlen in den Petersburger Spitälern betrug nach der „St. P. Ztg." am 111. b. M. A259; in, i'aufc des Taa.es lamen 119 hinzu (wie viel davon Choleralranlc ist nicht gesaql). genasen 97, starben 15, so daß noch 3266 in Äehandlung blieben. Locales — (Constitution el ler Verein.) In der gestrigen Versammlung wurde eine Pelilio» an daS Abgeordnetenhaus des Reichsrathes beschlossen, iu welcher das Anliegen vorgebracht wird, das Haus wolle die vom lrai< nischen Landtage mit Vorbehalt vorgenommenen Wahlen zum Reichsrathe als uicht verfassungsmäßig, mit Bezug aus den von der Landlagsmiuorilät diesfalls eingebrachten Pro-lest, annullire». — (Anschaffungen fli r die Landwehr.) Das k. l. Ministerium für Landesvertheidigung beabsichti^ gel in weiterer Durchführung der ersten Vemonliruna, und Ausrüstung der l. k. Landwehr zur Deckung des dieöfälli gen Bedarfes pro 1871 die Lieferung der nachfolgend spe-cificirle» Eorlen im fertigen Znstande unter Entgegen« „ahme schriftlicher, gesiegelter, bis zum 2, November l. I, Mittags 12 Uhr an daS Präsidium des l. l. Ministeriums für Landesverlheidigung einzusendender Offerte sicherzustellen. Die Lieferungsqegenstände, welche auf die Elnlieserunqssta' tionen Wien. Graz, Brüun. Prag und Lcmbera. vertheilt sind, sind folgende: Je 42.000 Lagermützen. Aermelleivel, Vlouseu, Maniel, Pantalon, Hosenbeinen, Halsbinde», Brolsäcle, Tornister, Leibriemen, Iägergewehrrieme», Man» tclriemen, je 42.000 Paar Fäustlinge und .Halbstiefel, je 84.000 Hemden. Gallien, Palroniaschen. 84.000 Paar Fußlappen, 63.000 Feldstaschen. 31.500 Garniluren Frlb< tochsseschirr, 464 Compagnie- und 29 Balaillous-Eigual« Hörner. Die bezügliche Kundmachung und die besonderen Bedingnissc können in der Handelslammerlanzlel eingesehen werden. — (Die freiwillige Feuerwehr) hall morgen Früh eine größere Uebung ab. Versammlung um 7 Uhr im MagistralSqebäude. ^ — (Die drille slovenische Vorstellung) im landschaftlichen Theater findet morgen statt. Znr , Aufführung gelangt das einaclige Lustspiel „8vo^1üv- , ütÄ" nach L6on Gozlan. frei übersetzt von I. Globoknil, nnd die zweiactige Posse mit Gesang „Dodw ^utw.'" Die Pause zwischen den beiden Stücken wird durch Ge- n,crt> ü' ^w^l'lichcn Nichtplatzc ohne Gnade vollzogen t^. ^' Dieses slrcngc Urlheil wurde am 10 Mär^ un< ^.^ «>ch>,'ro>dcnll,chem Zulaufe rer Bcvöllcru"a vollzo» ^»d ^ ^ ^^' ^'^ "^^' ""ö lU'Z'gr Hinrichtung ivä!,» ss. '^°" ^'^^ "Denn mil fast apodilti« °l>f, .^,s'^'l läßt sich voraussetzen", bcmc-lt er hier-^tuc'noss ^^,^eim. »ach dcm ^cu^nissc nnvcrdachligcr ^^ucislii, " ^'" weichlicher, in" Folge gemeiner AnS-^'>l z>Ni!ck!!/"<"^""' "°' i'dcu, physische» Schmerze a»ch üln a, '^' ^liaraltc,. — hätlc .r gcivußt oder Nliißlich^. ^"t" lönnc,,. welch' entsetzliches LoS. wclch' ,»„l. i„i,, , '""sch"n., seincr ha'.re - cS sich nichi zwc, Weise vk ,. ''"'b mal überlegt haben winde, in solchcr '^lschc»'lÄ ?"" ^" sp'clcn. die rächcodc NcmcsiS der Ätit dios n'^ l'lcuclhafl berauszufoidern." "Ut Znhiltti,,, - 7^"'"lllng stcht aber daS Hanplvcrhör llragc d^' '', "' schncidcndcm Widersprüche. A»f die 24. °«s S.chlcn ^', ?' °li ^r Inquisil nicht gewußt, daß "'° "esondcrs der Meuchelmord cin so be- schaffenes Verbrechen sei, auf welch letzteres vermöge der Gesetze die nnmillclbarc uud verschärfe Todesstrafe gesetzt sei. ant,l0llctc Zahlheim: „Ich halic dies freilich wohl gewußt, allein ich habe mich zn sehr übereilt." Nach dicscr etwas vcrniiMcktcn psychologischen Erläuterung gehl dcr Verfasscr dcm ..hochgcfcicrtt» Juristen Hyc" über mehrere Zahlheim schwcr dclaslendc Auslas' sungcn hart zu Leibe. Or, dcr Humanist, beslrcitct. daß daS Strafcrlcnnlniß von dem coinpctcnten Crimi»algc-richlc mit „Stimmencinhclligleit" gefaßt, daß Zahlhcim dcn Mord unter empörenden Peryältnisscn, mit kalter Berrncklhcit, an seiner Wohlthäterin und einen Raubmord verübt habe. Vci dcm Stadtgerichte war nun allerdings über das Strafausmaß eine Verschiedenheit dcr Meinungen vorhanden; dagegen faßte das Appellations-gerichl seinen Beschluß einhellig, wie aus den Acten hervorgeht, und wir begreifen daher nicht, warnm der Vcr> fasser dcn Ausdruck ..Slimmcneinhcllialeil'' bezweifelt. Oder hält er die Höhcrc Instanz zur Fällung cincS Ur-theilsspruchcs für wcuigcr compete»!? 6mpör ^ findet er dcShalv nicht die Verhältuisse, unter denen dcr Mord ,stattfand, weil dcr Thäler durch dc» Diebstahl in cinc „Zwangslage" gerathen sei; er. dcr „Humanist," vcr-sncht nachznwciscn. daß Zahlhcim nicht mit laller Vcr-suchthcit, sondern sinn» u»d planlos, in einem Momente stumpfsinniger Beläubuug den Mord begangen habe. vergißt aber auf das Bekenntniß ZahlhcimS. daß dicser schon 14 Tagc vorher das Küchenmesser schleifen ließ, womit er den Mord verüble. Entsetzt ist dcr „Humanist" darüber, daß das nnglücllichc Opfer alS die Wohlthäterin ZahlhcimS bczc,chnet werde. Hat sie ihn aber nicht während seiner Krankheit Tag nnd Nacht gepflegt? Liegt nicht darin cin versöhnender, Mitleid erregender Zug in dcm verworfenen Wesen? Nachdem der Verfasser dcn Juristen Hye vernich« tet, wobei er glaubt, nicht „die Schranken des logijch nnd ethisch Erlaulilcn überschritten zu hnbcn." geht er nun mit großem Behagen auf das Rüstzeug der Groschüren-lileralur über, worin cr cine aroßc Krmitnih enlw clelt. Hr cilirt die unmittelbar nach der Hmrichtlma Zahlhcims in Wien erschienene Groschiire von dem ^icentialen Ha< col) Fetzer: ..ÄeiveiS, daß Zahlheim als ein Opfer der Unwissenheit seiner Richter und durch die Gewalt des Stärkeren hingerichtet worden." Er bemerkt zwar, daß das Opus nicht ans lantcren Motiven hervorgegangen sei, aber cr findet doch. daß es ein geistvolles und nahezu erschöpfendes Resume aller durch ZahlheimS qua-lcnuolle Hinrichtung in maurerischcn und profanen Kreisen angeregten Debatten und Erörterungen darbietet und daß der in einzelnen Partien verfolgte Ideengany von jedem Unparteiischen als rin vollkommen richtiger, von gesunder Logik und bedeutendem Talente zeugender anerkannt werden müsfe. Hierauf liefert er umständliche Auszüge dcr Fetzcr'schen Broschüre, welche aber auf jeden Unbefangenen den Eindruck machen müssen, daß der Mann reich an hirnverbrannten Ideen war und die Ver-irrungcn dcr Zeit noch überbot. Das Büchlein ist jeden» falls von großem Interesse für die Beurtheilung der jo-ftphinischen Zeit. aber h e u t e sich desselben als eine« Beweismittels zu Gunsten Zahlheims zu bedienen ist doch ein etwas starkes Stück. Für dic Broschüre unse-res .Humanisten" .st allerdings zu bedauern, daß sie 3" 'tires Erschc,^ das Jahr 1870 und nicht das Jahr 1?8b hat. weil sie vielleicht dann einige Au„ flcht auf maurcrischen Effect gehabt haben würbe. (Wr. Flg.) 1736 sangspiecen ausgefüllt sein, und zwar: 1. Recitativ und Arie aus der Oper „Alzina" (gesungen von Irl. v. Neu-gebauerj. 2. a) 8tiuliÄiu, Lied von C. Maschet; d) Reci« tativ und Arie aus „Traviata" (gesungen von Herrn Meden). .'j. ?silvo^i, Duett flir Sopran und Variton von Visetti (gesungen von Frl. v. Neugebauer und Herrn Valenta). Veginn der Vorstellung um sieben Uhr. Sitze sind Vormittags von 10 bis 12 Uhr, dann Abends von 6 Uhr an hei der Theatercasse zu haben. — (Der hiesige Arbeiterbildungsverein) hält morgen Tonntag Nachmittag um 2 Uhr in seinem Bereiuölocale in der Gradischavorstadt, beim „grünen Kranz," eine Monalsversammluug ab: Auf der Tagesordnung stehen: 1. Berichterstattung des Ausschusses über den abschlägigen Bescheid der hohen Regierung betreffs der Aenderung der Statuten und über den Vescheid des hohen Ministeriums auf den vom Vereine gegen diese Entscheidung der hohen Regierung ergriffenen Necurs. 2. Bericht über den Stand der Kranlencasse. :5. Allfälligc Anträge der Mitglieder. — (Plötzlicher Tod.) Als vorgestern die Laibacher Post in Krainburg ankam und der Postillon vom Bocke stieg, stürzte er plötzlich vom Schlage gerührt leblos zusammen. Der Verstorbene, den so bei Erfüllung seines Berufes der Tod ereilte, hatte bereits vor 5 Jahren sein bOjähriges Dienstjubiläum gefeiert und war bei dicfem Anlaß für treue Dienstleistung mit einer allerhöchsten Aus' zcichnung geehrt worden. — (Aerztlicher Verein.) Nächsten Samstag, d. i. am 29. d. M., hält der Verein der Aerzte in Kram in dessen Museallocale eine wissenschaftliche Versammlung av. Programm : ^. Innere Vereinsangclegenheiten. 15. Wis» senschaflliche Vorträge: 1. Primararzt Fur: über eine seltene angeborene Steißgeschwulst. 2. Director Dr. Gre-goric: a. Über Syphilis der Zunge; d. ein Veitrag zur öatlletsiis.^io utori. 3. Assistent Dr. Pavli?: aus der geburtshilflichen Praxis. — (Neuer Jahrmarkt.) Die k. k. Landesregierung hat der Gcmemde Mariafeld im Bezirke Laibach mit Erlaß vom 10. Juni l. I., Z- 3935, die Concession zur Abhaltung von 4 Jahr« und Viehmärktcn im Orte Saloch, und zwar am 10. Jänner, 7. März, 18. Juni und 30ten October jeden Jahres mit dem Beisätze ertheilt, daß, wenn auf einen dieser Tage ein Sonn- oder Feiertag fallen sollte, der Markt am nächstfolgenden Werktage stattzufinden habe. — (Zu besetzende Stellen.) Beim Bezirksgerichte in Littai die Stelle des B ezi rtsr i ch te rs. Gehalt 1200, eventuell 1500 fl. Bewerbungen binnen 14 Tagen an das Präsidium des hiesigen Landesgerichtes. — Die neu errichtete Lehrerstelle, womit der Organisten-und Meßnerdienst vereint ist, im Dorfe Ieschza. Reines Jahreseinkommen 262 fl. 50 kr. Bewerbungen bis 10ten November an die Bezirtsbauptmannschaft Lailiach. — (Die erste Handelskammer in der Mill tä'rgrenz e.) In Militär-Eissel wurde auf Grund des Gesetzes vom 15. April 1869 die erste Handels- und Gewerbekammer für die croaüsch - slavonische Militärgrenze constituirt. Ventile Post. (Oriainal'Telegramme der „Laibacher Zeitung.") Berlin, »«. October. (Qfficiell.) In der Ätacht vom «tt. auf den 2O. October fand eine heftige Kanonade von den FortS und Wiederholte Infanterievorstöße auf die preu« ßischen Vorposten in der Gegend von Ehcvil-loyS ohne Verluste der Preußen statt. Die Preußen besetzten an» > 7. October Mont Di» dier, nahmen >4 Qfsiciere und R75i A)tobil-gardeu gefangen. Am R >. October wurde das Otappencommando zu Stenay durch Ausfall Montmedy'S aufgehoben Tours, H«. October. Thiers ist in der Nacht eingetroffen Gin Aegieruugsdecret eröffnet für Ehateaudun einen Credit von «OttsVOtt Francs behufs (Yutmachung des Schadens. In Betreff des projettirten Slaven congresses theilt ein polnisches Blatt mit, daß diese Idee schon im vorigen Jahre von Prag aus angeregt wurde. Dr. Smolka sprach sich für den Congreß ans und erklärte auch die Theilnahme der Russen als wünschenswert!). In der letzten Zeit haben keine Confercnzen über den Plan statt-gefunden, nur der Nüsse Duchinski habe sich mit anoe-reu Slaveu zufällig zu einer Besprechung zusammengefunden. Die „Presse" hört aus guter Quelle, Vazaine habe bei den durch sciucn Adjutanten General Boycr im deutschen Hauptquartier geführten Verhandlungen freieu Abzug nach Belgien mit Waffen und dem gcsammtcu Train und Munition verlaugt. Bekanntlich wurden in Versailles die Vorschläge des Marschallö uicht acccptirt und ihm durch Voyer Gegenvorschläge übermittelt, über deren Annahme er sich bis morgen entscheiden soll. Die gesummte londoner Abendplesse beschwört Deutschland, jetzt versöhnlich zu sein, weil das jetzige Frankreich auf Jahrzehnte hmmis für den Frieden Eu< ropa'S ohnehin ungefährlich sei, wofür die neutralen Mächte eventuell auch cinc Garantie übernehmen könnten. Nach einer Berliner Dcvcsche der „N. Fr. Pr." vom 20. d. beginnt das Vomliaroement von Paris, sobald 5i()0 schwere Geschütze placirt sind. Nachrichten aus Paris vom 14. October melden, daß frisches sowohl als gesalzenes Fleisch sehr zu man-gcln beginnt. Es finden viele Pfcrdeschlachtlmgen statt. Nach einer öuftballomlachricht wollen die Franzosen in der Nacht des 18. October den preußischen zwei» maligcn Angriff auf die Nedoulen von HauteS-Vruyercö und Bicttre siegreich zurückgeworfen haben. Die „Karlsruher Ztg." meldet unter dcm 20. d.: Seit den letzten 14 Tagen sind in Pfalzburg wieder 4? Häuser durch das Bombardement zerstört worden. Nach eiliem Telegramme der „Börselihall<" aus Cufhavcn wurde das französtichc Geschwader am I8len October Abends 7^/z Uhr noidwesllich von Helgoland steuernd gesehen. Die italienische Negierung hat die sofortige Forlifi» cation der Alpei'vasse an der Gcnze SavoyeuS angeordnet. In Moskau treten Spllicn der epidemischen Cholera auf. Die Zahl der Krankcn ist gering. Telegraphischer lOecliselcours vom 21. October. 5perc. Metalliaues 57.10. — 5perc, Metallenes mit Mai-und November-Zinsen 5^. l0 — 5>perc. National-Anleheu 66.«0. — 1860er Staats-Auleheu 93.40. — Bantacticu 7l3 — Lrcdit-Ncticu 257.4l>. — London 123 40. - Silber 122. -. — «. l. Mllnz-Ducatcn 5.93. - Napoleond'ors 9.87. Handel und Wolkswirthschastliches. Nudolfswerth, 18. October, Die Durchschnitt« - Preise stellten sich auf dcm heutigen Marllc, wie folgt: "' lr. si. tr. Weizen per Metzeu 5 20' Butter pr. Pfund . — 50 Korn ,. 4 «0 Eicr pr. Stllck . . - 1j Gerste „ ^ 50 Milch pr. Maß . — U> Hafer „ 1 «0 Rindfleisch pr. Pfd, - 24 Halbfrucht „ 4 80 Kalbfleisch ,. — ,26 Heiden „ — -^ Schweinefleisch „ — 24 Hirse „ 2 »8 Schöpsenfleisch „ — 16 Kuluruh „ 3 — Hähndcl pr. Sti!<> tr. — Bedeckung: Melallschatz 115,U)«,9l0fl,«0tr., i!!MctallMbareWcchsel33,814.tttt8sl.'. 13 an den Folgen dcS Keuchhusten«. — Dem Hcrru Karl H"da-bimnqg, Magislratssecretär, sein Kind Hernnoe, alt 1 Momtt lind 2 Tage , ' in der Stadt ^>lr. 23 am Durchfalle. - Johann ilnnftel, Schncidcrgcscllc. alt 34 Jahr?, im Livilspilal an Hydro-cephalüö chronicuß. Den 15. October. Dem Herrn Johann Squarcha, k.l. Zwangs-arbeit'Mns Oberanfseh>'r, sein Kind Josef, alt 4', Jahre, in del Polauavorstadt ^lir. 98 an der DifteritiS. - Antun Tertel, gc-wescncr Häusler, alt 72 Jahre, ins (iwiliftilal sterbend ilberbracht — Dem Franz Komatar, Dampfmlihlcnarbciier, sein zweitgebor-ueö Zwilliligslind Karl, alt 8 Tage, in der Polanavorsladt 9ir. 59 an Fraisen. Den 10. October. Blasius Mandelc, Urlauber, alt 26 Jahre, im Cwilsftital an der Gehirulähmung. Den 17. October. Bartholomä Mec, Bettler, alt 7« Jahre, llud Maczdalcna Meäc, Taglöhnerswilwc, alt 7-sscntnberculosc. - Stefan Pollil, Bettler, alt 55 Jahre, in der Stadt Nr. 55 an der OehirulälMMig, Den 19. October. Franz Klemen, Taglühner, alt 70 Jahre, »m Eim'lspital an Altersschwäche. Den 20, October. Dem Herrn Leopold Fuefz, s. l. Feldlri.'gs' beamter in Pensioli, seine Frau Maria, alt 57 Jahre, in l>n' Stadt Nr 184 am ^cberlrebs. — Dem Auto» Petric, Halbblidl" ^u Nipftach, sei» Sohn Johann, Schiller der zweiten Gyuina-sialclasse, alt 15 Jahre, m der Stadt Nr. 2K8 an der rheun>at>' scl'en Hcrzbeuteleulh,il, Gutsbesitzer, vo» Aühmeu. — Deutsch, Kaiifni. vau Pest. -- Dobriu, Kaufl», uou Graz. — Mil^ll). Kaufmann, von Kauischa. - - i,'e«un>, Kaufmaun, vali Kanischa. Mohve». Die Herren: Kronab^thvosttl, von VrUnu. — 3tc>ß" mann, Handelsm., von Rudolfölverth. Theater. Heute: Ein feiner Diplomat. Posse in 1 Äct vou Autuu Sauger. (Novität.) Das Pensionat. Komische Oper in 2 Bildern vou Frauz v. Suppö. Morgeu fiudct cinc slovcnischc Vurstcllunn. stall- Aleleoroloqlsch^zeMichlttnäeil iil Laikach ^ ^__-------------------------------------------ii------------------—^ ^ ! 6 U. M^. 328,K2 > «.1 SW. schwach Regen .q.!» 21. 2 „ N. 323 i.» ^. 3.4 N. mäßig Renen ^m» ji0„ Ab. 324.,, 1 3,4 SW schwach Resscu ,. Vormittags Windorchuug aus SW. unch Nord. empfing lall, Mittag« dichte Schueeflöctei, lurzc Zeit. Die Berge dcrUmgebung lief herab beschneit. Da« Tagesmitlcl der Wärme l'^ um 41' unter dcm Normale. Vlraulworllicher Redacteur: Iguaz v. K I e i u m a Y c. ^/»»'l«»«!»«»»'»«'^ ^ltN, 20. October. Speciell in Auglo-Nctie» war hculc die Contremiue im Vortheile, da es ihr a/laug, deil CurS aus 2l<» zu driicken. Die ilbrigcil Specnlalioüspa^s^ D!llI^NVl^Ufi» notirleu annähernd wie gestern Mittags, was bei Tramway Ncticu (155.50) im Vergleich mit gestern Abends riue Erholung m sich schließt. Schranleupapierc t'^/ ... sich preishaltend. obwohl die heutige Börse sowohl in Rllcksicht auf die Menge des Umsatzes, als auch bezüglich der sich fnudgebeuden Stiminung nicht zu den auimirteu gezählt werden la»». , ,. beider Gattungen war indessen doch in größerer Nachfrage und hab sicy iu Silber verzinsliche um j p^t., während Notmrcuti den gestrigen Curs behauptete. Devise» und ^ainplaiilc» 3'"^ etwas tiefer. 4. Allgemeine Staatsschuld. Mr 100 ft. Ve'd Waal' Einheitliche Staatsschuld zu 5 pLt.: iu Noteuvcrziusl.Mai-November 5705 57.15 « „ „ Februar-August 5705 57.15 „ Silber „ Iänuer-Iuli . 66 90 Fünfl'rchen-Varcser-Bahn . 164. 165.- > Gell» waar, j ^ron^Iasevba.Vabn . . . .18875189.— , l!embtrs,-Czcnl.«Illssyer-Vllhu . 195.50 196.— Llayd. ästcrr........326 — 328 — Omnibus........88. - 90.- ,Rndolss-Bahn......162.— 162.50 Siebeubilrger Bahn . . . .166—166.50! Staatsbahu.......387.50 388.-- ^Slidbahu .......173.- 173.20 Slid'.uordd Verbiud. Bahu . . 169.75 170.25 , Theiß-Bahn.......229.— 230.— Tramway........156,— 156.50 «. Pfandbriefe (fllr 100 fl) ! Allg. äst Badru-Hrrdit.ylustall Geld Waare verlnsbar zu 5 pCt. iu Silber 107 50 107 75 ^ dto.iu33I.rUckz.zu5pCt.inii.W. 87.75 68.25 Natwualb. auf il. W. verlosb. zu 5 pEt........93.40 93.60 Oest. Hyph. zn 5'/, pLt. rllckz. 1878 —. - —.— Ung. Bod..500Frc. „ . -lU^lN^ Si!db.-G. i. 2N0 si. z. 5"/„ fllr 100 si. 89.30 «" Gildb.'Baus 6"/, (187^)—74) „.^^ i>500Frcs......234'"?^ Uug. Osibahu......86.5,5 vli, «. «privatlose (per Slilcl.) .^ Crcditaustalt f.Haudel u.Gcw. Geld «" ^ zu 100 si. « W......''" ,' ^5'^ Nudolf-Stiftung zu 10 si. . . )/>" ^ ^echscl(3Mm.) Geld H^ Augsburg filr ,00 si ll!dd. W. 0^,40 ^ ^ Franlfurt a.M. 100 si. dclto UU.60 i' . ^ Hamburg, silr 100 Marl Vauco 1" H^ i!°ubou, für 10 Psuud Sterling l^./^ ' ^ Paris, fiir 100 Franc« . . . "-"' Gours der ^elds.vten ^ " us; lr. 5t. MNnz-Ducate, . 5 si. 94 tr. ^ si- ^ ^ Napoleonsd'or . . 9 « 89 .. -^ " ^^ „ Bereiusthaler. . .1 ., 82; - ^ 59 . Slllier . . 1^i ,- '" Kraiuische ^"' vatnotwmg: -.- «eld. W"«>