Kr Kunst, Literatur, Theater n. geselliges Leben. NNW2W2WW ^NN> NNZrd<»,l>!i»«« (Koh­lenbrenner) angenommen. I m Taufbuche erscheint er als o^inr benannt. Da nun nach einigen slowenischen Philo­logen die Wörter: ozel und vuxe! unbestimmt eine Kohle oder ein Eck bedeuten können, und dessen Vaterhaus an einem Eck des Dorfes, wo die Wiesen anfangen, gelegen ist, so mag derselbe, um der doppelsinnigen Deutung sei­ nes Stammnamens zu genügen, eben darum bei seiner spä­ ter« Erhebung in den Aoelstand, auch noch da« Prädicat „von Wiesenegg« gewählt haben. Wo er die Studien beschlossen hatte, ist schwer zu er­mitteln. Laut einer vorhandenen Urkunde erlangte er in den österreichischen Staaten das Doktorat der Philosophie und Medicin, und den Titel eines k. k. Rathes. Als jener unsterbliche Schöpfer der russischen Macht und Enkwilderung, Czar Peter der Große, auf seinen folgereichen, europäischen Wanderungen Kenntnisse und al­les Gute an sich zog, gewann er auch unser«, in der Heil­kunde gepriesenen Carbonarius, und ernannte ihn zu seinem Leibarzte. An der Seite dieses großen Fürsten brei­tete sich vor ihm, neben so vielen andern, würdigen Frem­den ein herrlicher Wirkungsraum aus, um dessen schwierige, durchbildende Pläne für die innere Wiedergeburt seiner Reiche ehrenvoll unterstützen zu können. Welches hohe Vertrauen sich Carbonarius bei seinem neuen Gebieter ') Wir» »on Zeit zu Zeit fortgesetzt. 35s erworben, beweiset eine wichtige Sendung, die ihn bereits in seinem späten Alter wegen kirchlicher Angelegenheiten nach Rom führte. Als er jedoch auf der Rückreise seinen Geburtsort besuchte, fiel er in eine tödtliche Krankheit und starb zu Krainburg am 2. Februar 171? kinderlos im Alter von «« Jahren. Ein Zusatz seines Testamentes vom 21. März 1716 bezeugt, daß er die ärztliche Hülfe bei dem Arzte Heine in Krainburg angesucht hatte. Ebenfalls aus diesem Te­ stamente ist zu ersehen, daß er seinen Geburtsort Naklas besonders wohlthätig bedachte, indem er 5000 Gulden zur Errichtung einer Wasserleitung bestimmt, und auf diese se­ genreiche Weise seine Heimatliebe bestens dargelegt hatte. Denn da hierdurch dem, an der Commerzialstraße gelege­ nen Dorfe fortwährend ein äußerst gesundes klares Wasser zugeführt wird, so ist diese Stiftung für die Bewohner des wasserarmen Ortes ganz besonders, wie auch für die .vielen, durchziehenden Fuhrleute zum allgemeinen Besten unschätzbar zu nennen. Die Länge dieser, mittelst Rohren angelegten Wasserleitung beträgt von der Quelle bis in die Mitte des Dorfes 1332 Klafter, und von da bis zum Pfarrhofe und Voxwi-'schen Hause wieder 7« Klafter. Später bestimmte Herr Joseph Kuß , der als Coope­ rator und dann als Pfarrer durch volle 42 Jahre in die­ ser Pfarre verdienstlich wirkte und starb, vor seinem (1752) erfolgten Tode noch 1300 Gulden zur Erhaltung derselben. Aus dankbarer Erinnerung an die beiden Wohlthäter hatte man (1785) bei dem Brunnen in der Mitte des Dorfes ein Kreuzzeichen, in der Form einer kleinen Kapelle errichtet, an deren Fronte folgendes oiü-nno^rlli'iiieni! steht: Li'ezurlV» OlobnuarlV« !>»« »iV»« uilni' lVuv.tVIt, Iu«ßl>>>V» liVls «eiVliVIt In IiunV^I Vl0l»I«!. Neben der Hinweisung auf den Geburtsort dieses aus­gezeichneten Krainers, dürfte es auch bemcrkenswerth er­scheinen, daß die Pfarre Naklas eine alte Original-Ur­kunde, verschiedene Kirchenablässe derselben betreffend, besitze, welche unter dem Pontificate Clemens Vl., (der bekanntlich zu ^vi^ülo, residirte) dortorts am 3. März 1348 von zwölf Bischöfen seiner Curie ausgestellt, und mit dem Siegel des heiligen Bertrand, damaligen Patriarchen von Aquileja, zu dessen Diöcese Naklas gehör«, versehen ist. Dieselbe befindet sich gegenwärtig bei dem hochwürdigen Domkapitel zu Laibach in Verwahrung. Ebenso ist es vielleicht in ge­wisser Hinsicht denkwürdig, daß ein ehemaliger Pfarrer von Naklas, Sebastian Constantin von Seebach (iß00 — 1611) zugleich Canonicus in Laibach, Probst in Maria-Werth (am Veldeser-See) und Verwalter der Herrschaft Veldes war. Revue des Mannigfaltige«. Vor einigen Tagen bestiegen ein junger Mann und ein 2s jähriges, hübsches Mädchen, eine Wäscherin, Na­mens Zoe Bigot den Thurm der Kirche Notre-Dame zu Paris; sie plauderten im Hinaufsteigen und waren lustig und gucer Dinge, allein auf der Plattform angekommen, stürzte der junge Mann sich plötzlich vom Thurme herab und fiel zerschmettert in der Straße Maßillon nieder. Das Mädchen wollte ihm nachspringen, wurde aber vom Thür­mer zurückgehalten und nach der Polizeipräfektur gebracht. Ein kecker Betrug ist in Breslau gespielt worden. Zu einem auf dem Dominikaner-Platze haltenden Fiaker kam Abends gegen 6 Uhr ein Fremder und verlangte nach ei­nem Kaffehhause in der Nikolai-Vorstadt gefahren zu wer­den. Er zahlte, weil er sich zuvor noch auf einige Minu­ten entfernen müße g Sgr. Aufgeld, kam bald zurück und verlangte zuvor auf die Taschenstraße gefahren zu werden. Dort ließ er halten, und befahl dem Kutscher, ihm ein Bittet an den Eigenthümer eines nahen Hauses abzugeben. Als der Kutscher zurückkam, waren Wagen und Pferde sammt Fremden verschwunden. Am 23. October d. I . gebar in Gattendorf, im Wiesel­burger Komitate eine arme Bäuerin, die bereits mehre ge­sunde Kinder geboren hatte, nach dem siebenten Monate ein Paar zusammengewachsene Zwillinge, die sich noch am Leben befinden. Literatur. Novellen und Erzählungen von Dr. Rudolph Gustav Hu ff. Viertes Bündchen von des Herr» Verfassers bereits erschienenen Werten hat bei Andreas Leu s a »,'sche» Erben in Gratz die Presse «erlassen und kann durch alle Buchhandlungen bezogen werden. Wir haben schon Manches »on dem Herrn Verfasser, darunter ziem­lich viel Gelungenes sowohl in den verschiedenen Zeitschriften «Is auch in unserer Co r »ioli a zu lese» die Gelegenheit gehabt, »us diesem zwar die Vermuihuug gefaßt, daß die Aristarchen der moderne» Literatur, wel­che von der Novelle mit Recht immer Neues und Pitan tes fordern, auch hier Viele s zu rügen haben werde». Doch Schattenseiten zu su­chen und dieselbe» im grellen Lichte vorzuführen, wolle» wir mit Absicht vermeiden, weil es ohnedies Viele gibt, welche sich damit lieber, als mit dem Auffassen des Guten und Schönen beschäftigen. Wir erklären uns demnach »»umwunden für Herrn Dr. Puff; er ist ein Dichter, welcher seine Geistesprodukte theils aus der ihn umgeben­den Welt, theils aus seinem zarten, weichen Gemüthe, theils aus dem kla­ren Borne der vaterlandische» Geschichte schupft. Dadurch hat sich Herr Dr. Puff eine» wesentlichen Verdienst bei seinen Leser» erworben; denn er erzählt gemüthlich, einfach und wahr, und überschreitet niemal s die Grenzen der Sittlichkeit. Erhaben und schön liegt vor uns der Albipone, und wahrhaft gerührt denken wir seinem W i Id sch ützen nach. Ersterer groß ,»> Entsagen; Letzterer ein trauriges Opfer herzloser Mensche». Minder ansprechend ist jedoch der Findling , welches eine wahrscheinliche Folge des gänzliche» Mangels an Neuheit senn dürfte, nachdem der tragische Fall der Ann a v. Gösting uns schon oslmals vorgeführt worden ist; ebenso der »Kallotheti « welcher uns an mög­liche Variationen aus Körner s Drama i »Irin!« zu lebhaft erinnert, indessen ist jedes seiner Stücke dennoch j e d c r Achtung werth. Wir hegen demnach die gegründete Hoffnung, daß diese Novellen und Erzählungen, welche wir wegen der warmen und glühenden Vaterlandsliebe, dann wegen der strengsten Sittlichkeit, die darin herrscht, »,,d wodurch sie sich über viele Erscheinungen unserer Zeit erheben; allen Classe» ge­wissenhaf t empfehle», besonders bei de» Vaierlandsfreu»den im blei­benden Andenken sich erhalten werden, wozu wir dem Herrn Verfasser ein wahrhaft herzliches Glück wünschen. Joseph Buche »Hain. Auflösung des Ralhscls im Blatte Nr. t>3. Sonnenschein. Laibach. Druck und Verlag von Joseph Blasnik.