Prr»«mer»tt«us - Preise: Für Laibach: Ganzjährig . . 8 fl. 46 kr. Halbjährig . . 4 „ 20 vierteljährig . 2 „ 10 Monatlich ... — „ 70 „ MitderPost: Ganzjährig 12 fl. Halbjährig ..... 6 , Vierteljährig z „ 8ür Zustellung ins HauS iertelj. 25 kr., monatl. 9 kr. Einzelne Nummern 8 kr. Anonyme Mittheilungen werden nicht berücksichtigt; Manuskripte nicht zurückgesendet. Redactto, Bahnhojgaffe Nr. IS. Erpeditisns- L Jnserate«-Bureau: Tongreßplatz Nr. 2 (Puch-Handlung von Jg. v/ Klein-mayr L Fed. Bambergs Jnsertionsorei^ Für die einspaltige Pe .. L 4 kr, bei wiederholtes schaltung L 3 kr. " Anzeigen bis 5 geilen 20 kr. Bei größeren Inseraten und öfterer Einschaltung entsprechender Rabatt. Für complicierten Satz besondere Vergütung. Nr. 233. Mittwoch, 11. Oktober 1876. — Morgen: Maximilian. 9. Jahrgang. Die adgelausene und die bevorstehende Neichsrathssession. (Rede des Abg. Schafs-r in der 6l. Versammlung de« konstitutionellen Vereines.) (Schluß.) Obwol im strengen Sinne nicht einmal zum Ausgleich gehörig, sind doch die in der Bankfrage zwischen beiden Regierungen getroffenen Vereinbarungen im Grunde die wichtigsten und weit-tragendsten — und fügen wir gleich bei: die für Oesterreich ungünstigsten und unannehmbarsten. Die äußersten Grundzüge für die geplante künftige Gestaltung des Bankwesens wurden oben der Hand der officiellen Publication angedeutet. Man muß zugeben, die auSgedachten Einrichtungen sind zwar neu, aber etwas complicierl, originell, aber für eine praktische Ausführung kaum verständlich. Geiucinsamkeit und Selbständigkeit der B^nk-vrganisation, Einheit und Zweitheilung des Geldwesens sollen mit einander vereinbart werden. Wer vermöchte ein solches, noch nie und nirgends gemachtes Experiment zu wagen und unser gesammtes Geld- und Ereditweseu den Gefahren eines solchen Versuches auszusetzen? Die beiden Bankanstalten in Wien und Pest lollen nahezu völlig selbständig sein und dem gemeinsamen Bufsichtsrathe nur das zufallen, was nothwendig aus der angenommenen Einheit der Note und Bedeckung folgt. Was bedeutet aber diese Einheit noch bei den völlig getrennten und mit den Weitesten Attributen ausgestatteten zwei Bankanstalten? was für ein Wirkungskreis wird diesem ge weinsamen Organe dann erübrigen? Dabei soll es obendrein paritätisch zusammengesetzt sein, also der Dualismus nicht nur in der Politik, sondern auch in der Wirtschaft eingeführt werden; das heißt "ach aller Wahrscheinlichkeit und nach allen Erfahrungen: in diesem Centralorgan würde gleichfalls der ungarische Einfluß dominieren. Die statulenmäßige Notenmenge soll mit 70 Per-^ U>r unbedingten Verfügung der Anstalt in Wien, Perzent der in Pest sein. Geht es über-U p' °n, die Bedürfnisse des Credits und der ^ im voraus nach einer bestimmten Quote ;u the,len, kann hier nicht allein der wirkliche Be-5^1, die niemals vorherzusehende Entwicklung der nge entscheiden? Sicher aber ist, daß die für Ungarn reservierte Quote nach Maßgabe der wirthichaftlichen Kraft beider Länder zu hoch gegris-erscheint, daß mit einer solchen über das Best sk gehenden Zutheilung für Ungarn nur ein öu einer überspannten und gewagten Eredit-geboten wäre, für deren etwaigen un< glücklichen Resultate wir mithaftbar wären. Das Uebergewicht Oesterreichs auf wirth-schaftlichem Gebiete ist aber durchaus nicht berücksichtigt, ja die Dinge wären nach den getroffenen Abmachungen gerade in unnatürlicher Weise umgekehrt und das Ganze eine höchst unglückliche Ver-quickung unseres Geld- und Ereditwesens mit dem Ungarns, das uns kaum einen Vortheil, wol aber Gefahren in Menge brächte. Berücksichtigen wir noch die in Aussicht genommene Theilung des Ba^schatzes, dann den neuerdings beabsichtigten, nach unseren langjährigen Erfahrungen äußerst unglücklichen Regierungseinfluß auf die neue Bankgcsellschaft, der hier sogar ein doppelter wäre, so sind dies weitere Momente, die gegen die in diesem Punkte gemachten Vereinbarungen einnehmen müssen. Ueberdies waren die Umstände ja nicht so zwingender Natur, daß unsere Minister gerade hier die weitgehendste Nachgiebigkeit zeigen mußten. Ungarn mag sein Recht auf eine selbständige Bank haben, aber von da bis zum Jnslebentreten einer solchen Bank ist noch ein weiter Weg. Das Ausland zeigte sich gegenüber allen verwandten ungarischen Aspirationen entschieden verschlossen, und der ungarische Ministerpräsident hat ja selbst angedeutet, daß ein sehr respektables DiSagio vorläufig für jede ungarische Note ganz unvermeidlich wäre. Nach der ganzen Sachlage wäre ohne dem Zustandekommen einer Vereinbarung in der Bankfrage wol am ehesten die ungarische Regierung in Verlegenheit ge-rathen. Wollte man einwenden: ohne diesen Punkt wären auch die übrigen vonseite Ungarns nicht angenommen worden — nun, dann wäre damit der gesammte, für uns denn doch nicht gar so vortheil-hafie Ausgleich zu theuer erkauft. Alles in allem genommen, kommt man daher immer zu dem Resultate, daß die Abmachungen in der Bankfrage in ihrer vorliegenden Gestalt entschieden unacceptabel sind. Durch das noch nicht bekannte Detailprogramm müßten ganz wesentliche Veränderungen erzielt werden, was jedoch nicht zu erwarten steht, um hier noch eine discutierbare Basis zu schaffen. Diese Auffassung ist ferner darum eine gerecht« fertigte, als auch in einer weitern mit der Neuorganisation des Bankwesens, rücksichtlich dem Aus-gleiche zusammenhängenden Angelegenheit, der bekannten 80-Millionen.Schuld der von Ungarn eingenommene Standpunkt ein dem wahren Sachverhalte zuwiderlaufender und höchst unbilliger ist. Mit der Erwähnung der LO-Millionen-Schuld, einer der mehreren beim 67er Ausgleich ungelöst gebliebenen Aufgaben, sind wir bei der zweiten der oberwähnten officiellen Kundgebungen über den Ausgleich, bei dem ganz kurzen Communiqu6 vom 25ten September d. I. angelangt. Darin wurde zunächst mitgetheilt: die Vorlage der auf den Ausgleich bezüglichen Gesetze ankeide Parlamente werde erst im Jänner 1877 erfolgen, weil es nur um die Zeit möglich sein weide, sämmt-liche Abmachungen unter einem zu > unterbreiten. Mit dieser Hinausschiebung ^ann man sich immerhin einverstanden erklären, da das Abgeordnetenhaus auf diese Weise einerseits einen vollständigen Einblick in die Gesammtheit der zu treffenden Vereinbarungen erhalten und die erforderliche Zeit finden wird, diese hochwichtige Angelegenheit mit der nothwendigen Eindringlichkeit zu berathen. Die provisorische Kündi-gung des bestehenden Zoll- und Handelsbündnisses durch Ungarn für den Monat Dezember d. I. erscheint hiemit natürlich zurückgezogen. In dem bezeichneten Eommuniquö wurde weiter» bekannigegeben, daß die Verhandlungen mit der Nationalbank über die neue Organisation sogleich beginnen werden. Wenn hiedurch die Nationalbank Gelegenheit bekommen soll, noch vor der gesetzlichen Vorlage der künftigen Bankgesetze sich über das Project zu äußern, so wird das nur von Vortheil sein, da vielleicht doch anzunehmen ist, daß die bisherigen Abmachungen beider Regierungen durch ein sachgemäßes Gutachten der Bank noch in einem für uns günstigeren Sinne abgeändert werden könnten. Ueber die 80-Miüionen-Schuld endlich vermochten sich beide Regierungen nach der ofterwähnten ofsicjellen Kundgebung nicht zu einigen, beide beharrten auf ihrem Standpunkte, und die Sache soll nun durch specielle Parlamentsdeputationen, eventuell durch ein Schiedsgericht ausgetragen werden. Nach einer Erklärung des ungarischen Ministerpräsidenten, der allerdings officiös widersprochen wurde, wäre die Frage der 80 Millionen-Schuld bei den Maiconserenzen beider Regierungen seitens der unsern gar nicht angeregt worden, ein Vorgehen, das, wenn es sich bewahrheitet, dem Ministerium entschieden zum Vorwurf gereichen würde. Wie dem aber auch sei: der österreichische Standpunkt bezüglich der 80-Millionen-Schuld ist klar und unverrückbar. Diese Schuld datiert bekanntlich aus dem Jahre 1862, der Zeit, wo die gegenwärtige Bankacte geschaffen wurde; demals wurde aus der Ge-sammlschuld des Staates an die Bank per 221 Millionen ein permanente« Darlehen von 80 Mill. ausgeschieden, das anfangs unter gewissen Modalitäten zu verzinsen war, seil 1868 unverzinslich und Ende 1877 zugleich mit dem Erlöschen des jetzigen Bankprivilegiums, fällig ist. Während nnn in den AuSgleichsgesetzen von 1867 für alle verschiedenen Schuldformen mit Ungarn eine Vereinbarung getroffen wurde, war von der Bankfrage überhaupt und? von der 80-Millionen-Schuld keine Rede. Die Sache blieb eben ungelöst und einer weitern Abmachung Vorbehalten. Diesen Standpunkt vertrat rückhaltlos gleich nach dem ersten Ausgleiche, im Jahre >1868, der damalige Finanz-minister Brestl, desgleichen das Abgeordnetenhauselbst und ebenso unzweideutig der jetzige Finanzminister Baron PretiS bei einer bezüglichen Inter-peüation im Jahre 1872, wo er sagte: „Das rechtliche Verhältnis der Nationalbank zur Staatsgewalt gründet sich auf das von Sr. Majestät am 27. Dezember 1862 mit der Giltigkeit für das ganze Reich sanctionierte Gesetz. Dieses Gesetz bildet die Grundlage für das Uebereinkommen mit der Nationalbank und für das Bankdarlehen von 80 Millionen Gulden, welches daher seinem Ursprünge nach gleichmäßig ^^e Theile des Reiches belastet." Dies gilt auch insofern?, als diese Schuld eine Notenschuld war, wie ja auch die bezüglichen Noten . tatsächlich ebenso in Ungarn wie in Oesterreich cirÄieren; und endlich noch deshalb, weil zur Zeit > d>LÄtstehens der Verpflichtung Oesterreich in seiner heutigen Gestalt gar nicht bestand, sondern Oesterreich und Ungarn noch ein ganz vereinigtes Ländergebiet waren und nur letzteres Schuldner werden konnte. Bei solchen Umständen kann es sich also für uns durchaus nicht darum handeln ob, sondern nur wieviel Ungarn bei Tilgung dieser Schuld mitzuzahlen hat. Dieser klaren Sachlage gegenüber negiert Ungarn — ausdrücklich merkwürdigerweise zum ersten-male 1872, also fünf Jahre nach dem geschloffenen Ausgleich — seine Zaylungspflicht unter Berufung aus ein anläßlich des Ausgleichs 1867 angefertigles Schuldenverzeichnis, in das auch d>e 80 Millionen-Schuld ausgenommen war. Dieses Verzeichnis sei der Berechnung der Pauschalsumme, welche Ungarn als jährlichen Beitrag zur Verzinsung der Staatsschuld zu zahlen sich verpflichtete, zugrunde gelegt worden, und dieses habe sich daher auch bezüglich der 80-Millioneu-Schuld abgefunden und jeder weiteren Verpflichtung entledigt. Dieses famose Ver-zeichnis war aber nichts anderes, als eine von den Beamten, die den Ausgleichscommissionen beigegeben waren, angefertigte Uebersichtstabelle der verschiedenen Schuldkategorien, ein bloßer Manipulationsbehelf, der nicht nur keinen gesetzlichen Charakter hatte, sondern den die Regierung in keiner Weise sanctionierte, von dem nicht einmal alle Mitglieder der Ausgleichs-deputation Kenntnis hatten. Und dadurch sollte so nebenher diese wichtige Frage ohne jede gesetzliche Form erledigt worden sein, Oesterreich seinen An-spruch verloren und Ungarn seine Pflicht erfüllt haben I Und noch ein anderer Gesichtspunkt! Die Gläubigerin bei der 80 Millionen-Schuld ist ein auch in Ungarn ansschließl>ch privilegiertes Bankinstitut, an dessen Schicksal und Gcdeihen auch letzteres sehr großes Interesse hat, und dennoch sollte über eine Frage, die für dieses Institut so hoch-wichtig ist, im Jahre 1867, ohne daß die Bankfrage überhaupt aufs Tapet kam, so ganz eu pas-skwt und im stillen entschieden worden sein. Dieser Umstand allein charakterisiert die Unwahrscheinlichkeit und Haltlosigkeit der ungarischen Auffassung in der bezeichnendsten Weise. Die über die 80-Millionen-Schuld bestehende Differenz soll nun nach den Abmachungen beider Rrgierungen durch eigens zu diesem Zwecke gewählte Parlamentsdeputationen ausgeglichen, und gelänge dies nicht, einem Schiedsgerichte vorgelegt werden. Vorläufig ist leider wenig Hoffnung, daß die beiden Deputationen sich in ihren Anschauungen näher stehen werden, als bisher die Ministerien. Was aber das proponierte Schiedsgericht betrifft, so sprechen gegen dessen Einsetzung gewichtige Bedenken. Abgesehen davon, ob die Abtretung der Entscheidung an ein Schiedsgericht durch den Reichsrath eine Verfassung«, itnderung involvieren würde, ist es doch höchst be-denklich, zwischen Oesterreich und Ungarn über eine rein innere staatliche Angelegenheit eine internationale Instanz einzusetzen. Welche Wendung die Sache übrigens nehmen möge, Oesterreich ist hier in seinem guten Rechte und kann eine Lösung in einem ihm ungünstigen Sinne niemals zugeben. Neben der 80-Millionen-Schuld wurden aber 1867 noch andere wichtige und schwierige Fragen unerledigt gelassen, die bei dem bevorstehenden zweiten Ausgleich samyitlich und definitiv ausgetragen werden müssen, um endlich zwischen beiden Reichen «ine vollständig klare Stellung zu schassen. So liegen die Centralactioen seit 1867 noch immer ungetheilt, weil bisher noch kein beiden Theilen zusagender TheilungsmoduS gefunden werden konnte und die Ungarn hier auf einmal von der Quote 30:70 nichts wissen und mit der Hälfte daran participieren wollen. Diese Aktiven betragen viele Millionen und bestehen größtenteils aus Eisen-bahnpapieren, die vor Jahren, wäre die Sache entschieden gewesen, mit großem Nutzen halten veräußert werden können, während bet den jetzigen gesunkenen Coursen und um den Geldmarkt nicht noch mehr zu drücken, dies nicht möglich ist. Auch bezüglich der schwebenden Schuld ist die Situation nicht geklärt. Nach außen haften dafür beide Staaten solidarisch, aber es ist nicht bestimmt, in welchem Verhältnisse eine Einlösung oder Consolidierung zu erfolgen hätte, und doch ist die Fixierung dieses Verhältnisses, schon um einer wann immer bevorstehenden Valutaregulierung willen, ungemein wichtig. Ist an letztere Maßregel höchst bedauerlicherweise vorläufig nicht zu denken, so wird sie doch hoffentlich innerhalb der zehn Jahre, für welche der neue Ausgleich gelten soll, an die Reihe kommen, und es ist daher unbedingt nothwendig, auch hierüber jetzt schon Klarheit zu schassen. Wenn ich nun schließlich ein Gesa mmt-urtheil über die bisher bekannten AuSgleichöpunc-tationen abgeben soll, so kann dasselbe nach den vorangegangenen Erörterungen wol kein günstiges sein. Es wird deshalb einer mißtrauischen und eingehenden Prüfung bedürfen; insbesondere die neue Steuer« restitution muß die allerweitesten Bedenken erregen; die Abmachung in der Banksrage in ihrer jetzigen Gestalt aber bleibt entschieden unannehmbar. Die erste Aufgabe des Abgeordneten wird sein, den abzuschließenden Ausgleich völlig objectiv, rein vom Standpunkte der österreichischen Interessen zu prüfen; ergäbe eine solche Prüfung die Notwendigkeit der Ablehnung, dann darf an diesem Urtheile auch die Labinetsfrage oder die Frage der Auflösung des Abgeordnetenhauses nichts ändern; mit einem Worte: wird der zu schließende Ausgleich als dem diesseitigen Reiche abträglich, als mit unerschwinglichen Lasten verbunden erkannt, so ist er abzulehnen, und keine Rücksicht irgend welcher Art kann daran etwas ändern. Dies ist der Standpunkt, den ich in dieser so überaus wichtigen Angelegenheit einzunehmen gedenke, mehr oder bestimmteres aber läßt sich bei der heutigen unvollkommenen Kenntnis der Sache wol kaum sagen. (Beifall und Zustimmung.) Bei dieser Auffassung des künftigen Ausgleichs muß man wol auch die Frage sich vorlegen, was im Falle einer Ablehnung zu geschehen habe? Personalunion! lautet ein neuestes Schlagwort. Nun, an und für sich ist durch Ablehnung des Ausgleichs von einer Personalunion noch keine Rede. Die wirthschaftliche Einigung mit Ungarn ist dadurch aufgehoben, die politische, wie sie 1867 festgestellt wurde, besteht aber trotzdem fort. Allerdings wäre die politische Verbindung neben einer gänzlichen wirtschaftlichen Trennung beider Reiche aus die Dauer kaum haltbar, und infoferne erscheint die Personalunion als etwas für die Zukunft allerdings mögliches. Wie es aber auch kommen möge, und abgesehen davon, wie sich Vortheile und Nachteile einer Personalunion zu einander verhalten, so einfach und gleichsam von selber, wie dies von mancher Seite vorgestellt wird, würde es nicht abgehen, ja ohne bedeutende Verwicklungen würden wir wol schwerlich dahin gelangen. Und so stellen sich die Dinge in der Zukunft nach jeder Richtung als schwierig und höchst verwickelt dar. Entscheidungen, die für das Schicksal der Bevölkerung und des Staates auf Jahre hin-aus entscheidend sein werden, find zu treffen, und mit einer Verantwortung ganz besonderer Art wird die Stellung eines Abgeordneten verbunden sein. Unter so bedeutsamen Verhältnissen können nur zwei Dinge dem Abgeordneten die Ausübungseiner schweren patriotischen Pflicht erleichtern: die Ueber-zeugung, daß er das Vertrauen seiner Wähler be« sitze, und das Bewußtsein, sich bei seinen Reden und Abstimmungen — unabhängig nach jeder Richtung und unbeirrt von jedem fremden Einflüsse — einzig von der Rücksicht auf die seiner Verlreiung anverlrauien Interessen und auf die Wohlfahrt des Volkes und des Vaterlandes leiten zu lassen. Dieses Bewußtsein darf ich mit. ruhigem Gewissen für mich in Anspruch nehmen — möge mir auch ihr Vertrauen nicht fehlen." (Lebhafter Beifall). Politische Rundschau. Laibach, 11. Oktober. Inland. Wie die „Wiener Abendpost" erfährt, wird die hohe Pforte ihre Antwort auf die Friedensvorschläge der Mächte erst in einigen Tagen zur Kenntnis der letzteren bringen. Die Dispositionen der Regierung des Sultans Abdul Hamid seien versöhnlichere geworden, und so sei das Zustandekommen des Waffenstillstandes zu hoffen, bezüglich dessen die Mächte ihre Bemühungen in Konstantinopel energisch fortsetzen. Andererseits beginnt in den Blättern die Idee eines zur Regelung der schwebenden Fragen abzuhaltenden Congresses oder einer Eonferenz wieder in den Vordergrund zu treten. In der publicistischen Erörterung dieses Vorschlages wird vielfach auf die Schwierigkeiten hingewiesen, welche Einerseits mit der Aufstellung eines concreten Programms für die Eonferenzberathungen, andererseits mit der Frage verbunden wären, ob die Türkei diesen Berathungen beigezogen werden solle oder nicht. Ueber-einstimmend wird übrigens versichert, daß der Vorschlag officiell noch von keiner Seite gestellt worden sei. „Hon" spricht sein tiefes Bedauern über die apathische Haltung West-Europas aus. Er beruft sich aus Eongreve's Aussprüche über die Mission der Türkei in Asten und drückt die Besorgnis aus, daß Ungarn isoliert bleibe. Wenn Ungarn 300 Jahre die Beute der türkischen Invasion war, weil West-Europa es im Stiche ließ, aber Ungarn die Eivilisation dennoch wahrte, so möge es jetzt nicht als Opfer fallen. Europa solle ihm helfen, seine Civilisationsmission gegenüber einer anderen Invasion zu erfüllen. Nur insofern unser auswärtiges Amt West-Europa hiezu bewegen könne, entspreche es seiner Aufgabe. Die „Pester Correspondenz" meldet: „Der Zweck, welcher die österreichischen Minister hierher führte, ist erreicht. Die Textierung der den Ausgleich bildenden Gesetzentwürfe ist genau festgestellt und an die Schlußredaction die letzte Hand ange-legt worden." In Kroatien schreitet man zur Reform der Verwaltung, die alte Comitats-Jn-stitution soll beseitigt werden. Man will von dieser nichts als den Namen zur Bezeichnung der einzelnen größeren Verwaltungsgebiete, und auch dies nur als Concession an Ungarn beibehalten. Als weiterer Schritt auf betretener Bahn erscheint der neue Gesetzentwurf über die Organisation der Gemeinden. Diesem zufolge sollen politische Gemeinden gebildet werden, die 1000 bis 6000 Einwohner und eventuell auch eine größere Anzahl kleiner Ortschaften umfassen und je ihren eigenen Ausschuß mit einem Gemeinderichter haben, der vom Vicegespan auf Grund eines Ternavor« fchlageS ernannt und regelmäßig besoldet wird. Durch diese Einrichtung würde der ohnehin bereits lose EomitatSverband eine weitere Lockerung erfahren. Am 9. d. wurden die Landtagswahlen für Dalmatien ausgeschrieben. In der am 9. d. in Agram stattgefundenen Landtagssitzung legte der BanuS den Landesvoranschlag pro 1877 vor, welcher dem Budget-ausschusse zugewiesen wurde. Ausland. Die Diplomatie scheint, wie die „Deutsche Ztg." bemerkt, am Ende ihres Wirkens angelangt. Alle eingeweihten und betheiligten -reise find von der Ueberzeugung durchdrungen, daß weder der Waffenstillstands-, noch der Conserenz-Vorschlag Aussicht habe, zur Ausführung zu gelangen. Rußland sucht eben überall Schwierigkeiten zu machen, natürlich zu keinem ändern Zwecke, als um Zeit für seine Kriegsvorbereitungen zu gewinnen. Ueber die Orientfrage sagt die „Weser-Zeitung". ,Die Aufgabe der Diplomatie ist jetzt die: ein Zwangsverfahren zu ersinnen, welches auf der einen Seite den Widerstand des Divans bricht, auf der ändern Seile den Russen keine Gelegenheit verschafft, sich dauernd irgendwo in der Türkei niederzulassen. Ob ein russisches Armeecorps im Namen Rußlands oder im Namen Curopa'S sich in Rumelien festsetzt, ist nur für politische Kinder ein Unterschied. Die Schwierigkeit, es wieder wegzu-bringen, bleibd in beiden Fällen dieselbe." England hat, wie man dem „Daily Telegraph" aus Therapia meldet, der Pforte mittheilen lassen, daß eS im Falle der Ablehnung des WaffenstillstandsanlrageS nicht imstande sein werde, ihr irgend welchen weitern diplomatischen Beistand angedeihen zu lassen, welches auch der Gang jpäte-rer Ereignisse sein dürfte. Wie der „Temps" versichert, befindet sich die Waffenstillstands.Frage in einem günstigen Stadium. Reuters Agentur berichtet aus Belgrad: „Der Zwiespalt zwischen der liberalen Partei und der Mititärpartei, welche sich namentlich aus Russen rekrutiert, ist auf dem Punkt angelangt, daß ein Ausbruch gefürchtet wird. Die Bewegung für die Proclamierung des Königs nimmt immer mehr in den einzelnen Landestheilen zu. Man glaubt, der erste Sieg der Serben könne eine allgemeine Kundgebung für das Königthum herbeiführen. Es wird versichert, Ristit thue im geheimen neue Schritte bei den Vertretern der Mächte in Belgrad, damit diese Serbien zum Waffenstillstände nöthigen." Wie den Vertretern der Mächte mitgetheilt wurde, acceptiert die Pforte den 8tg,tu8 lM vor dem Kriege, sie beabsichtigt die Durchführung von Reformen für das ganze Reich, sie ist auch zum Abschlüsse eines Waffenstillstandes geneigt, wenn die Mächte sich über alle Friedensbedingungen geeinigt haben und entschlossen sind, zur Annahme derselben auch Serbien und Montenegro zu verhalten. Zur Tagesgeschichte. ^DieUnterbringungdergrazerStadt-anleihe nimmt nach Bericht der grazer „Tagespost" eineil erfreulichen Fortgang. Gegenwärtig ist schon die zweite Million beinahe gänzlich begeben und wird demnächst die dritte und letzte Million zur Emission gelangen können. — Reichsrathswahl. Bei der am 9. d. in Triest stattgefundenen Wahl eines Reichsrathsabgeordneten anstelle Porenta's, welcher sein Mandat niedergelegt hat, sind v°n 218 Wahlberechtigten 170 erschienen und erhielt der Candidat des Wahlcomites des ersten Wahlkörpers, Dr. Paul v. Wittmann, 93, der Candidat des „Progresso," Dr. Millanich, 75 Stimmen. Es erscheint also Dr. Paul Wittmann, Gnbernialralh der k. k. Seebehörde, als gewählt. — VomAdvocatentage. Ami», d. sand in die Hauptversammlung des österreichischen Advocaten- "ües im Promotions-Saale des Carolinums statt. Dr. Ba-ron Härt>tl wurde mit Acelamation zum Präsidenten gewählt. Rector Cihlarz begrüßte den Advocatentag im Namen der Universität. Dr. Kratter (Lemberg) und Dr. Reis-Ug (Brünn) wurden zu Bicepräsidenten gewählt. Dr. Lede-e r (Prag) beantragt sür den nächsten Advocatentag die erathung über die Aufhebung des Legalisierungszwanges, r. Jacques (Wien) brachte einen Antrag bezüglich der esorm des Völkerrechts ein. Sodann hielten die Abtheilungen Sitzungen. Lokal- und Provinzial-Angelegeuheiteu. . ^kerde-ClasfificierungimStadt- vezirke Laibach) beginnt morgen am Jahrmarkt-Platze in folgender Ordnung: 1. um 8 Uhr für die innere Stadt und die Kapuzinervorstadt; 2. um 9 Uhr sür die St. Peters- und Polanavorstadt; 3. um 10 Uhr sür die Gradischa-, Krakau-, Tirnau-, Karlstädtervorstadt und Hühnerdorf; 4 um 11 Uhr für den Caroliuengrund. Diese Stunden sind genau einzuhalten, damit keine Störung in der Reihenfolge und sür den Besitzer selbst kein Zeitverlust eintrete. Ist die Vorführung eines Pferdes nicht möglich, so ist der Grund der Unterlassung rechtzeitig bei dem Magistrale oder bei der Commission nachzuweisen. Jeder Pferdebesitzer erhält übrigens noch rechtzeitig eine specielle Vorladung zu dieser Vorführung vom Magistrate. Säumige Pferdebesitzer unterliegen nach der magistratischen Kundmachung nicht blos der im A 18 der Ministenalverordnung vom 1. August 1873 Sir. 36 angedrohten Strafe, sondern sie haben auch die Kosten einer anfälligen Nachtrags-Classification zu tragen. — (Religionsunterricht.) Wie die „Laib. Ztg." erfährt, hat die Ertheilung des katholischen Neli-gionsunterrichle« an der hiesigen evangelischen Schule die-serlage eine ersrenliche Regelung erfuhren. Nachdem in früheren Zeiten der Schulvorstand sich vergeblich um eine geistliche Lehrkraft für diesen Unterricht bemüht hatte, wurde nun von dem sllrstbischöflichen Ordinariate aus eigener Initiative der gegenwärtige Katechet an den städtischen Schulen, Herr Johann RoSmann, auch sür die evangelische Schule vorgeschlagen, und da« evangelische Presbyterium hat, diesem Vorschläge folgegebend , mit Herrn Rosmann bereit» Einigung getroffen, so daß der Unterricht durch den Herrn Katecheten schon gestern beginnen konnte. — (Zur -lffaire i n I o s e s s t ha l.) Die Grnnd-besitzerssöhne Johann Borschtner und Johann Keber aus Studeuc, welche vor kurzer Zeit die Familie des Obersten v. Metz gelegenheitlich eines Ausfluges nach Josessthal mit Steinwürfen begrüßten, wurden vom hies. städt. delegierten Bezirksgerichte bei der gestrigen Hauptverhandlung je zur Ausstehung einer dreiwöchentlichen einfachen Arreststrafe verurtheilt. — (Neues Berggesetz.) Die vom Revier-Berg-amte am 9. d. in Cilli einberusene Enqueteüber den Entwurf eines neuen Berggesetzes sprach sich für mehrere wichtige Aendernngen in demselben aus. — (Petroleum-Schwindel.) Wir leben einmal in Zeiten, in welchen der Schwindel ständiger Jahres-regent geworden! Schwindet ist das gangbare Thema, welches nicht nur in allen Ländern Enropa's, auch bei uns, sondern m neuester Zeit auch in Amerika in den verschiedensten Gestalten variiert wird. Unsere gesammten Haushaltungen, namentlich jene minderbemittelte Gewerbs-und Gesellschaftskreise, sind durch die vor vier Wochen begonnene und tagtägtich fortgesetzte Steigerung der Petro-lenmpreise in große Ausregung versetzt. Diese nahezu bereits 100 Perzent betragende Preissteigerung muß bei Beginn der Herbst- und Winterjaison alle Haushaltungen höchst unangenehm berühren, die Petroleumfrage ist wahrlich eine brennende geworden. Wir vermeinen verpflichtet zu sein, über diese enorme Preissteigerung Ausklärung zu geben. Bekanntlich sind die Hauptbezugsquellen des Petroleums die sogenannten Oeldistricte Pennsylvaniens. Das Oel quillt dort in reichsten Massen aus dem Bohrbrunnen und versorgt nahezu den Bedarf des Erdballes. Es gelangte bisher ein solches Uebermaß dieses Brennmateriales aus den Markt, daß der Preis äußerst niedrig angesetzt werden mußte. Die Eigenthümer der amerikanischen Petroleumquellen sind übereingekommen, ihre Oelvorriithe vom Markte zurück-znhalten, um dadurch eine Preissteigerung zu erzielen. Der Speculationsschwindel hat auch die sehr ehren» werthen Quellenbesitzer ergriffen. Mögen jedoch unsere Haushaltungen diese Preissteigerung in Ruhe ertragen. Die Petro-lenmquellen Amerika's stießen reichlich fort. Der den Charakter eines Verbrechens an sich tragende Petroleumschwindel, darin bestehend, daß das gewonnene Petroleum nur zurHälfte in Fässer gebracht wird und die andere Häl'ste ins Meer fließt, wird in Kürze der Zeit zu Grabe getragen werden. Der Muthwille, die Bosheit, der Frevel der Quellenbesitzer wird sich über kurz oder lang rächen. Das perfide Motiv der Preissteigerung wird den Quelleneigen-thümern keine goldenen Früchte tragen. Trösten wir uns, daß der Schwindel, wo er immer ausgetreten ist, in zwölfter Stunde nach Gebühr in feine natürlichen Grenzen gewiesen wurde. Vielleicht ist di« in Amerika erfolgte immense Preissteigerung Anlaß, daß unsere einheimischen Petro-leumquellm inGalizienin Hinkunst besser bewirthschaftet »nd productiver gemacht werden, als bisher. Auch Hannover» welches Petroleumquellen besitzt, wird zur thätigen Arbeit schreiten können, damit dem Schwindel über dem großen Ozean das Handwerk gelegt werde. Möge die österreichische geologische Reichsanstalt der Petroleumsfrage eine ausmerksame Stunde widmen; vielleicht gelingt es, daß wir die Deckung des Petroleumbedarses in Oesterreich nicht jenfeit» des großen Ozeans, sondern in den Provinzen Oesterreichs finden. Mögen sich unsere Haushaltungen schließlich mit der Hoffnung trösten, daß der in Amerika zutage getretene Schwindel im Petroleumhandel behufs Erzeugung höherer Preise über Nacht zusammenbrechen und das Petroleum wieder seinen gewöhnlichen, natürlichen, preisentsprechenden Laus nach Europa nehmen wird. Die Tage des Schwindels, möge er wo immer sein Unwesen getrieben haben, sind gezählt. Die Nemesis schläft wol zeitweise, aber sie ist nicht todt! Deshalb Geduld I — (Landschaftliches Theater.) Die moderne Zeit liebt cs, den Ereignissen aus der großen politischen Weltbühne, wie den Vorgängen ans der dramatischen Bühne den Sensationsstempel auszudrücken. Wenn je ein Bühnenwerk die Bezeichnung „Sensationsstück" verdient, so ist eS das uns gestern vorgesührte Zeitgemälde (?) „Am Altar." Herr Siebenhosf fand Muße, eine in der „Gartenlaube" erschienene Erzählung von E. Werner dramatisch zu bearbeiten. Das Sujet bringt eigentlich nichts schlechter, dings neues. Der natürliche Sohn eines der vollblütigen Gesellschaft angehörigen Staatsmannes wird in einem Mönchskloster absichtlich für oas Kloster erzogen. Dem Jüngling wird zwangsweise das Mönchskleid angezogen, unter der schwarzen Kutte jedoch schlägt ein Herz sür Freiheit und Liebe; der juuge, heißblütige Mönch fühlt die ihm auf-gedrungene Last des Klosterlebens mehr und mehr, in seiner Brust erwachen Gefühle, die in den geweihte» und engen Räumen einer Klosterzelle weder Eingang noch Befriedigung finden sollen; es erwächst im Innern des dem Klosterleben zwangsweise geweihten jungen Mannes ein fürchterlicher Kamps zwischen Pflicht- und Fretheitsgefühl, letzteres bleibt Sieger, der Mönch wirft die Kutte ab und schreitet mit seiner Jugendliebe zum — Altäre. Dieses einsache Sujet empsangt bei der dramatischen Bearbeitung eine Form, welcher der Charakter eines Zeitgemäldes nicht beizumefsen sein und das religiöse Gefühl gar zn arg verletzen dürfte. Wir sind in der Lage mit Thatsachen zu rechnen; wir kennen die Schwärzen und ihre Bereitwilligkeit, zur Ehre Gottes und der Kirche sogar Verbrechen zu sanctionieren und hievon Absolution zu ertheilen; aver es heißt denn doch d:n Sensalionsschwindel zu weit treiben, wenn Abt und Prior eines Mönchsklosters einen Ordensbruder wegen einer einzigen freisinnigen Predigt dem Tode wnhen, d. H. einen gemeinen Todtschlag begehen. Der Sensationsschwindel erreicht im vierten Acte, wo Prior und Abt vor dem Altäre während der Verrichtung einer kirchlichen Function von dem der Todesgefahr durch Zufall entkommenen Mönche Benedict des Mordes angeklagt werden, seinen Höhepunkt. Die Weltgeschichte zählt uns Facta aus, daß auch gesalbte nnd im Purpur glänzende Diener des Herrn dem Meuchelmorde nicht immer serne standen, aber die erkaufte Ware, der erzielte Gewinn mußte preiswürdig gewesen sein. Wir wissen wohl, daß die tonsnrierten Häupter keine Freunde freisinniger, kirchenfeindlicher Reden sind, aber mit Mordthaten bestraften sie ein freies Wort bekanntermaßen denn doch nicht. — Herr Siebenhofs hat bei Bearbeitung des gleichnamigen Romanes weit über das Ziel geschossen, hat den ersten Act übermäßig in die Länge gezogen, der Laug-weile die Psorten geöffnet, dagegen den Schluß zu schnell abgewickelt; er hat in dem Artikel „Sensation" das nc>» plus ulli-s geleistet. — Die Aufführung dieser Novität war eine befriedigende. Herr Director Fritzsche legie als „Mönch Pater Benedict" glänzendes Zeugnis ab über seine Künstlerschaft. Sestern nahmen wir in jeder Scene, in welcher „P. Benedict" austrat, Licht und Schatten, unendliche» Gefühl, gepaart mit männlicher Würde, wahr. DaS gut besuchte Haus lohnte di- künstlerische Leistung mit oftmaligen Hervorrusen. Auch Herr Laska erfuhr für die vorzügliche Darstellung der Rolle des gleißuerifchen, teuflischen „Prior» Lorenz" die Auszeichnung des HervorruseS. Fräulein Arensdorf spielte die kindliche, vom Thiu der ersten Liebe begrüßte „Lucie" recht gut. Herr Lessiak war ein sehr gemüthlicher würdiger „Pfarrer Clemens". Die Herren Unger (Stiftsabt), Ströhl (Graf Rhanek) und Nie- ^ ^ !»--> tzj.' . '.»ik ^ ..... grr (Bernhard Günther) führten ihre Rollen würdevoll au«. Die Aufmerüfamkett des Publikums eoncentrierte sich in erster Linie auf Herrn Direktor Fritzsche's meisterhafte Darstellung.___________-.>. >.u _____________ Witterung. Laibach, II. Oktober. Nachts bewökk, Morgeuroth, dann heiter, schwacher SW. Wirm e morgens 7 Ukr -j- 10 8, nachmittags 2 Uhr -l- 21-4-0. (1875 -j- 13 0. 1874 4- 151 0.) Barometer im Fallen, 734 62 wm. Das gestrige TageS-«ittek der Wärme -s- 14 3°, um 2 0° über dem Normale._____________________________________________________ Augetommeue Fremde am II. Oktober. Hotel Stadt Wie«, v. Gozani, Bezirkscommifsär, Laibach. — Delpin, Bezirksrichter, Littai. — Holzberger, Lehrer, Klagenfurt. — Heller, Kfm., Raab. — Schweiger, Uliste, Reifende; Ncitansky, Paulini und Süß, Lflte, Wien.— Mathes, Salzburg. — Hümmel, Priester, Graz. Hotel Elefant. Müller Maria, Augsburg. — Kogej, Hutmacher, Jdria. — Lehmann Emilie, Wien. — Gams, Krainburg. Hotel Europa. Pontzen, Privat, fammt Frau, Wien. — Fattari, Reif., Padua. — Bratonik, Sanca. — Ascher, Beamter, Windisch-Feistriz. — Se. Excelleuz Baron von Magdeburg, k. k. Feldmarschall-Lieuteuaut, Graz. .Baierifchrr Hof. Ritter v. Scarpa mit Gemalin, Fiume. Aurora, Jurist, Oberkrain. Stadt Laibach. Parter, Hausierer, Wien. — Franchi, Italien. Sternwarte. Kapeiuik mit Frau, Krain. — Fabiankii, Loitsch. ' ' Mobren. Brezovar, Privat, Stein. — Felsenstein, Beamter, Littai. — Lupetina, Beamter, und Okorn, Priester, Istrien. Kaiser von Oesterreich. Glasner, Sagor. — Drabek mit Familie, Freudenthal. — Markovii, Maschinist, Pola. Verstorbene. Den 10. Oktober. Maria Novak, Inwohnerin, 66 I., Civilfpital, Lungenentzündung. Karoline Pöl,l, Privatenskind, 4 Tage, Colesiagaffe Nr. 8 neu, Lebens-fchwäche.___________________________________________ Gedenktafel über die am 13. Oktober 1876 stattfindenden Licitationen. 3. Feilb., Bariü'sLe Real., Schöpsenberg, BG. Tschcr-nembl. — Reafs. 2. Feilb., AvZlokar'sche Real., Grdb. Alten-egg, BG. Laas. — 2. Feilb., Krasovc'sche Real., Studenc, BG. Laas. - 2. Feilb., Anselc'sche Real., Gliua, BG. Laas. — 2. Feilb., StraMar'sche Real., Hruskarje, BG. Laas. — 3. Feilb., Turl'sche Real., Selo bei Haseuberg. BG. Rudolfswerth. — 1. Feilb , Bogelnik'sche Real., Stein-bttchl, BG. Radmannsdorf. — 1. Feilb., Horvat'sche Real., Beretensdorf, BG. Möttling. — 1. Feilb., Simonic'fche Real., Drasii. BG. Möttling. — 1. Feilb., Golobic'sche Real., Kal, BG. Möttling. — 1. Feilb., KraZouc'sche Real., Drasik, BG. Möttling. — 1. Feilb , Lenöek'jche Real., Ja», chen, BG. Egg. — I. Feilb., Jevsevar'sche Real., Zajevse, BG. Egg. — Reafs. 3. Feilb., Jerak'fche Real., Dousko, BG. Egg. — 1. Feilb., Rade Verlinii'sche Real., Bojance, BG. Tschernembl. — 1. Feilb., Jovo VerliniS'Iche Aleal., Bojance, BW. Tschernembl. — 1. Feilb., Medved'sche Real , Nezovas, BG. Tschernembl. - I. Feilb, KoleSa'sche Real., Tschernembl, BG. Tschernembl. — 1. Feilb., Johann Pri-mozii'sche Real., Svibuik, BG. Tschernembl. — 1. Feilb., Kobe'sche Real., Schöpsenlag, BG. Tscheruembel. 7. Oktober. 78 35 ! ' ! V .6 ;i VII.U« Ilii ! ! Mnrer Börse vom 1«. Oktober. 5perc. Rente, öst.Pap. dto. dto. öst. in Silb. Lose von 1854 .... Lose von 1860, ganze öofe von 186V, Fünft. Prämiensch. v. 1864 -OdI biebenbürg. Ungar» ^ VttvL. tlnalo-Bank .... Ereditanstalt........ Depositenbank .... SScompte-Anstalt . , Kranco-Bank . . . . vandelsbank.......... Stationalbank .... Oest. Bankgesells. . . Union-Bank........... Verkehrsbank. . . . . «lsöld-Bahn .... Karl Ludwigbahn . , »ais. Elis.-Babn . . Kais. Fr, Ioseföb . . Staatsbahn .... Güdbahn.............. Geld 6545 68 45 106 — 111 L?» 1165V 1S185 73 — 78'75 Ware 65-55 68 55 106-50 111 50 117 — 1Ü17S 78 50 78-5 88 80 88 90 158 6V 158 70 64V'- 650 - 851— 853 58 50 84.— 101 50 809 — 143'-130-880.50 78 75 5v — 84 5V IV^i L09 8b 143 5V 13V LV L81--79 85 Veld War, Allg. öst. Bod.-Lredit. dto. in 3SÄ. . . . . Nation, ö. W UNg. Bod.-Ereditanst. 106--89 75 S7-80 8«'- 106.50 SO-97'95 86 85 ^rtörttLtM-VKI. Franz Sosef»-Babn . Oest. Nordwestbahn . Siebenbürger .... S1-88'--60 6V 154 50 91-50 88-85 60 75. 155 — Südbahn L 5 Perz. dto. BonS 94 65 94 90 Lo»v Credit - Lose 158 75 159 85 Rudolfs - Lose .... 13- 13 50 'WvoL«. (3Mon.) Augsburg 100 Mark Franks. 106 Mark. . Hamburg „ „ London 10 Pfd. Sterl. Paris 100 Francs . . 59 7v 59 70 k9 70 188 75 48 70 58 85 59-35 59 85 18310 48 80 viliULLVL. Kais. Münz-Ducaten SO-FrancSstück . . . Deutsche Reichsbank. Silber . . S 85 9 83 60 40 102 40 5-87 9-84 60-50 108-60 Einladung zur MonatsversammlungMnsealvereins am Samstag den 14. Oktober »»» 5 Uhr abends. Tagesordnung: Bericht des Musealcustos Karl Deschmann über die Ersolge der bisherigen Ausdeckungeil der laibacher Pfahlbauten. Laibach, II. Oktober. 1876. von drr GrschäMcitung. !' s-'. Die p. 1. Mitglieder der philharmonischen Gesellschaft werden zu der am 2S. Oktober l- I. um 10 Uhr vor» mittags im Ratl,Haussaale stattfindenden Plenarversammlung höflichst eingeladen. Tagesordnung: 1. Erstattung des Geschäftsberichtes fiir das abgelaufene Vereinsjahr. 2. Vorlage des Revisionsbefundes über die Jahresrechnung pro 1874-1875. 3. Legung der Jahresrechnung pro 1875—1876. 4. Beschlußfassung über den Directionsantrag, betreffend die Erhöhung des Unterrichtsgeldes. 5. Beschlußfassung über den Di.ectionsantrag auf definitive Anstellung einer Gesangslehrerin. 6. Vorlage des Rechnungspräliminares für das Vereins-jabr 1876-1877. 7. Neuwabl des Directors und der Directionsmitglieder. 8. Allfällige Anträge mit Hinweisung aus § 24 der Statuten. Laibach am lO. Oktober 1876. (560, 3-1 Die Direction äer plukkr. GefeUekiaft. Gefertigter beehrt sich dem x. t. Publikum anzuzeigen, daß er das vom Herrn 1'knt kolvtz-ex innegehabte Geschäft l» der Piül-gaffe (ehemals Froschplatz) übernommen hat und bittet um geneigten Zuspruch. (559) 2—1 Edmund L. Polegeg. IklknskÄ lli-.Ianröi- 2-1 ans Graz ^ ordiniert täglich von 8 Uhr srüh bis 5 Uhr abends in Laibach, „Hotel Llesant" Zimmer Nr. 35 L 36, II. Stock ober dem Hanptthor. ans Triest, Börsenplatz Nr. 9, kommt am 24. Oktober mit einer großen Auswahl ' Damen-, Mädchen- und Kinderhnte von 4 st. aufwärts, ferner llnnb«», 8vi«I«u- iuUsiileltvr fiir Herren und dem berühmten I)!>i»e»>>on(li'v Impvrulricro: (557) 2—2 Aotek zur „8taät Mien", 1. 8tock. Aufenthalt nur 8 Tage wegen weiterer Rundreise. Zum zahlreichen Zuspruch ladet mit Hochachtung ein Kl^ovk'in-Ol'emk vorzügkics» wirüsam bei aufgesl>rn,igcncn .Liplicn unä 8csirniulen an ilcn Kiinilen. 1 Flacon 30 kr. (85)10 7 N b ^LV<;«LR, Apotheker, Wienerstraße, Laibach. Lottoziehung vom Triest: 22 19 Siebente regelmäßige Gkncral-Vrrsammlnng der Theater. Heute : Ans ollgemeineSBerlaiige» — U lustspik) in 5 Acten von G. ltimo. Sknsations-v. Moser. Telegramm. Konstanttnopel, 10. Oktober. Ein außerordentlicher Rath beschloß heute die Gewährung eines sechsmonatlichen Waffenstillstandes bis Ende Mürz k. I. Dieser Beschluß wird mit, seinen Bedingungen durch ein Rundschreiben morgen den Mächten notificiert. Die Pforte wird jetzt die Ausführung neuer Reformen beschleunigen. — Der ehemalige Staatsrathspräsident Kiamil Pascha ist gestorben. Telegraphischer Cursberirhi am II. Oktober. Papier-Rente 65 40 — Gilber-Rentc 68 50 — I8kO> StaatS-Tnlehen 111—. — vaukactien 854. — Lredit 154 20 — London 122 25.— Silber >02 30. — K. k. Münz-dukaten 5 82. — 20-FrancS Stücke 9 77-/,. — 100 Ren'.S mark 6010. ^ ^rttinilctien Inäu^triegeseüMa^t in Laibach am 31. Oktober 1876 um 4 Uhr nachmittags im Direetionsbureau der Gesellschaft. — , „ Tagesordnung: a) Bericht über -kie Ergebnisse des abgelaufenen Geschäftsjahres. b) Bericht des Revisionsausschusses. Die Herreu Aktionäre, welche ihr Stimmrecht auszuiiben beabsichtigen, werden im Sinne des Z 10 der Statuten ersucht, ihre Acticu bis 28. Oktober ». o. bei der Gesellschastskasfe zu deponieren und die Legitimations-Karten daselbst zu beheben. (541) 3—3 Der Obmann des^Verwaltungsrathes. 1!- Druck von Jg. lrinmayr L Fed. Bamberg. Verleger Ottomar Bamberg. Für die Redaction verantwortlich: Frain Müller.