Deutsche Macht Herausgeber: Heröard HlamVerg. Die Tentsche Vacht ericheint jeden Sonnten nnd Tvnnerstog morgen» nnd kostet fsammt der Lonntogldetloge Die Elldmart) für Äilli mit Znftellnng i»'» Ha»ß monatlich st. — -M, tifrttljafrTig st. 1J> btlbt«i)tiq st. a., ganzjährig fL 6. Wil Postversendnng: vterteljthrltch st. i.tt. dold»öhr,g ß. S.«»—, pnMri, st. 6.40.-. Einzelne tinmmtz 1 fr. * nie ig e ■ werten v»ch Eitf MNgMt. 8H öfteren NiederbolvnHen entleibender Nochlos. ?llle bedeutenden Ant'ündjaunqtz-Anstalten W 3n- nnd Auslandes nehwen Anzeigen entgegen. In Sili^ wollen solche de»m ^kNvalter »er^ Deutschen Wacht f»nrn W. Oechl. HauvtPlatz 4. I. Eto^ abgegeben werden.Ae * - -- — — - —" tnf:e werden auch in der BnchdrnSerei Johann Rokusch I mittag» nnd «udlaades nehwen 5n?e»f.cn entgegen. ^5» *i», wonen ,o»a,e oeim rmwun »er wwi . Aenterve yriff: Mittwoch nnd Samftaa 10 Udr Vormittag. Eprechstnnden ton 11—It Uhr vormittag« n d von »-» Uhr NachmttttgZ. <«n« sch dereitwijligft ertheilt). LchristleNnng Hauvtplan K U etotf. eprechstnnden des HeraaSgeber« «.) — Reclamationen k«d portofrei. — verichte, deren Gersafier dem Heranogeder nnbefannt sind, tonnen nicht derüSfichtlgt werde». Nr. 72 Eilli, Donnerstag den 8. September 1892. XVII. Jahrgang Im nächsten Hesie der Sonntagsbeilage Die Süd mark beginnt eine neue Erzählung von Antins Hasch, dessen Geistermühle in so hohem Grade den Bnfall unserer Leser gesunden Hai. Die Erzählung, die hier zum ersten Abdruck gelangt, heißt: Ein Anarchist. Neben dem Unterhaltiingsstvff wird das nächste Heft der S ü d ni a r k auch eine wissen-schastliche Abhandlung bringen : Die Schauspiel» kunst und ihr Rang im System der Künne. Im nächsten Hauptblatte beginnt ein größerer Beilrag des weltberühmten deutschen Dichters und ehemaligen Leiters unseres Hofburgtheaters Adolf ZViWrandt. Z>ie Schute in Mffer. Am Sonntag feierten wir einen Freudentag. Im Markte Tüffer wurde ein neues deutsches Schulbaus eingeweiht. Uns. die wir in der südlichsten deutscher Mark leben, die wir ringsum von slavisch sprechenden Misch-fingen umaeben sind, die wir die Errun-genschifl unserer uralten Cultur auf Schritt und Tritt gefährdet und bedroht sehen: uns muß die Gründung eines neuen deutschen Voll-Werkes besonders werthvoll sein. Wohin könnte unser Hoff«n sich richten, wenn nicht aus die Jugend? Lasset die Jugend dem Teutfchthum verloren gehen und wir haben vergebens gekämpft und gelittenrettet die Jugend dem deutschen Gedanken, und wir haben unseren nationale,« Besitzstand nicht umsonst ver-theidigt ! Je größer die Gefahren sind, die uns bedrohen, desto größer muß unser Muth werden? desto stärker das Vertrauen in die Kraft und in die Zreue unseres VolkslhumS. Wir wissen, daß »it der Errichtung einer deutschen Schule in Tüffer noch kein Sieg erfochten ist und wir stimmen auch kein Siegesgeschrei an. Aber deS Sefühles stolzer Zuversicht brauchen wir uns beim Anblick dieses schmucken, freundlichen HauseS nicht zu erwehren. Denn wiederum ist ein Erfolg deutscher Arbeit und deutscher Opfer-«illigkeit zu schauen, wieder ist eine Cchutzstälte ausgerichtet für die Pflege deutscher Sprache und deutscher An. Ein katholischer Pnester hat d,m Hause die kirchliche Weihe gegeben und der Vertreter des Kaisers hat den Segen Gottes auf die Schule herabgefleht. Und siehe: Während der Bezirks-haupimann sprach, fielen nach langer, langer Dürre die ersten Tropfen Regens, — jenes Regen«, um den die gläubige Katholikenwelt seit Wochen zum Allmächtigen gebetet ha». Möge auch himm-lischer Regen die Keime deutscher Bildung befruchten, die unserm Knaben und Mädchen in diesem Hause eingeimpft werden! Kaum waren sich die lieben «leinen, die mit kindlicher Neugierde das Festgepränge betrachteten, der hohen Bedeutung des Augenblick« bewußt. Aber nach Jahren werden sie inne werden, daß der 4 September 1892 einer der wichtigsten Tage ihres Leben« war, weil er ihnen das Recht auf deutsche Bildung gab; weil er ihnen die Möglichkeit verschaffte, der Bätersitte neu zu bleiben; weil er sie vor der Gefahr schützte, ihr angestammtes Deutschthum im Kampfe des Lebens preisgeben zu müssen. Wir wiederholen es: Die Aussicht auf einen in deutschem Geikie erzogenen Nachwuchs darf uns mit stolzer Zuversicht erfüllen. Aber auch deshalb machte die Feier unser Herz höher schlagen, weil dabei die Zusammengehörigkeit aller Deutschen in Oesterreich erwiesen wurde. Mit dankenswerther Offenheit sprach der Ver-treter des Deutschen SchulvereineS während de« Festmahles von M i ß v e r-st ä n d n i s s e », die zwischen diesem Ver-eine und den Deutschen der Südmark gewaltet haben. Die Mißverständnisse sind nunmehr auf-geklärt. Es ist erwiesen, daß ker Schulverein seine einzige Aufgab« in nationaler Arbeit erblickt. Das Schulhaus von Tüffer gibt dasür einen neuen, greifbaren Beweis. Daß ein solcher Erfolg erreich» worden ist. muß unS mit Dank gegen die Männer des Schulvereins erfüllen; es muß un« ermuthigen. im Kampf- gegen unsere Gegner tapfer au«zu-harrn»; und eS muß unS mahnen, nicht durch kleinliche Parteirücksichten daS große Ziel zu vergessen, vielmehr durch Einigkeit die Macht zu erstreben. * * * Zur Entstehung« geschichte des Schul-Hause« ist zu bemerken, daß schon seit Jahren der Plan bestand, eine deutsche Schule in Tüffer zu errichten. Aber die Ausführung scheiterte am Mangel genügender Geldmittel. Viel deutscher Fleiß und viel deutsche Ausdauer mußten auf-gewendet werden, um endlich doch das Ziel zu erreichen. Den Grundstock weilerer Opferwilligkeit bildete die Spende des in Tüffer begüterien Kaufmannes Franz Czerny in Trieft, der den Baugrund im Flächenmaße von 1100 Geviert-klaftein und im Werte von zweitausend Gulden der Gemeinde als Geschenk übergab. Mit Feuer-eiser bemächtigte sich Herr Fabriksbesitzer Otto W i t h a l m der Angelegenheit. Als Obmann deS deutschen SchulvereineS trat er mit der Hauptleitung in Wien in Verbindung und die Folge seiner Bemühungen war. daß der Schul-verein daS Dr. R e ch b a u e r'sche Vermächtnis von 4000 Gulden und einen weitere» Kostenbeitrag von 10.000 Gulden dem Baue zuwendete und die Markigemeinde die Verpflichtung übernahm, für den Restbetrag des aus 19.000 Gulden ver-airschlagten Baues auszukommen. Nun bildete sich in Tüffer ein Ausschuß, mit Hern» Otto Withalm an der Spitze. Diesem Ausschuß und seinem rastlosen Schaffen ist es zu danken, daß der Bau ohne wesentliche Kostenüberschreiiung zu einem so hochbefriedigenden Abschlüsse binnen un-gefähr eineinhalb Jahren gebracht werden konnte. Am 16. Februar 1891 wurde der Grundstein gelegt und am 4. S e p t e m b e r l 892 konnte der überaus freundliche, schmucke Bau feierlich eingeweiht werd-». Das Hau« macht nicht nur einen sehr ge-fälligen Eindruck, es ist auch höchst zweckmäßig eingetheilt. Das Erdgeschoß enthält die Haus-meisterwohnung und den Turnsaal: das Hoch-parterre die Wohnung des Schulleiters, die Schulkanzlei, ein Lehrzimmer und ein Arbeits-zimmer für die Industrieschule; im ersten Stock-werk sind drei Lehrzimmer enthalten und ein Wohnzimmer für den Unterlehrer, ferner ein Zimmer für die Lehrmittelsammlung da» gleich-zeitig BerathungSzimmer ist. Der Bau ist durchgehend« höchst gediegen, einfach in Cement ausgeführt. Ueber den Haupteingang und den Thüren sind mehrfache Inschriften angebracht. die die Jugend zum Lernen aufmuntern sollen, ch ch * Das Fest der Einweihung verlies in erhebender Weise. Aor dem Schulhause war eine Rednerbühne errichtet. Zu beiden Seiten hatten die Schulkinder in Festgewänden» mit ihren Lehrern Ausstellung genommen. Das Gebäude selbst war mit Blumengewinden und Flaggen reichlich geziert. Auch von der R u i n e herab grüßten deutsche und österreichische Fahnen. Diese Ausschmückung bedeutete eine Aufmerksam-seit für den Besitzer der Ruine, Herrn Czerny, der sich durch die Spenk deK Bauplatzes ein so großes Verdienst um die Sache erworben hat. Die Fenster tes Schulbauses waren von deutschn» Frauen und Mädchen dicht besetz», die das Fest durch ihre Theilnahme verherrlichten. Eine Abtheilung der Tüfferer Feuerwehr sorgte mit Umsicht für die Aufrechlerhaltung der Ordnung. Die Zahl der F e st g ä ft e übertraf alle Erwartungen. Mehr als dreihundert deutsche Männer wohnten der Einweihung bei. Aus C i l l i mögen allein zweihundert Festtheilnehmer gekommen sein, darunter der Bürgermeister tais. Rath Dr. Necke r m ann, zahlreiche Mitglieder des GemcmderatheS und der Bezirksschulinspertor. Herr Ambrofchitsch. Der Cillicr Männer-g efa n g v e rei n, der T u r n v e r e in. der Radfahrerverein und die Kapelle deS städtischen MufikvereineS waren körper» fchafllich erschienen. Nachdem sich die Festtheilnehmer bei HoriakS Kasthofe versammelt hatten, bewegte sich der Zug unter dn, Klangen der Eillier Vereinskapelle und unter dem dröhnenden Gekrache der Pöllerschüsse zum Schulhaus. Um vier Uhr vollzog Herr Consistorialrath und Hauptpsarrer Dr. S ch u s ch a unter Assi-stenz zweier Priester die feierliche Einweihung des Gebäudes, wobei die religiöse Handlung beim Haupteingange begann und sich hierauf auf das ganze Haus erstreckte. Ein Männer-Chor, aus der Tüfferer Liedertafel und dem Cillier Männergesangverein gebildet, trug sodann unter der Leitung unseres Chormeisters. Herrn Ingenieurs Schneider Beethovens Ehre Gottes in weihevoller, ergreifender Weise vor. Nachdem somit die kirchliche Feier beendigt war. bestieg der Bezirkshauptmann. Herr Dr. Paul Wagner die Rednerbühne. um als Ver-treter der Regierung die Bedeutung der Feier zu würdigen. Der Redner wünschte vor allem, es möge Gottes Segen auf dem Hause für alle Zeiten ruhen, und auf der Jugend, derm Er-ziehung diesem Haufe anvertraut sein wird. Herr Dr. Wagner bemerkte, daß eS jedesmal ein wichtige« Ereignis sei, wenn eine neue Schule errichtet werde. In den letzten vier Jahren seien nicht weniger als vier neue Schuln» im Gerichtsbezirke Cilli errichtet worden, drei hievon in den letzten zwei Jahren, und er erachte e« als sein Recht und al« seine Pflicht, jeder solchen feierlichen Schuleinweihung beizuwohnen und seinen Dank den Errichtern solcher neuer Schulen auSzusprechen (wobei er keinen Unterschied mache zwischen Schulen mit deutscher und solchen mit slovenischer Unterrichtssprache). ES sei heutzutage keine Kleinigkeit, ein neues Schulhaus z« bauen. Welche Schwierigkeiten das biete, wissm nur jene, denen die Aufgabe ob-liegt, die Mittel hiezn zu beschaffen; desto größer sei daher das Verdienst jener Männer, denen dies zu vollführen trotz aller Schwierig-feiten der Zeitläufte gelungen ist. Der Bezirks-hauptmann sprach seinen Dank vor allem der Gemeindevertretung von Tüffer und dem Herrn Bürgermeister Konrad A m o n aus. Herr Bürgermeister Amon habe sich nicht allein da« goldenen? Verdienstkreuz mit der Krone, sondern jetzt auch die Märtyrerkrone des WirkenS für das allgemeine Wohl erworben. Ihm gebühre der herzlichste Dank Ai.'er für das, was er für dieses Unte>nehmen gethan habe. Aber auch in seiner Eigenschaft als Obmann des OrtSfchulratheS gebühre ihm der beste Dank. Ebenso gebühre dem E l e r u S von Tüffer, namentlich dem Conjistorialrath und Hauptpsarrer Herrn Schuscha, sowie dem Be» »rkSscholinspecior Herrn A m b r o s ch i t s ch. die Alle eifrig an dem Werke mitgeschaffen haben, reicher Dank. Allerdings hätten alle diese Fac-toren dies nicht zustünde gebracht, wenn sich nicht der Deutsche Schulverein so wahrhaft opferwillig gezeigt hätte. Er allein hat es möglich gemacht, daß die Idee zur greifbaren Wirklichkeit geworden ist. Mit warmen bewegten Wonen wandte sich der Redner sodann an die Schuljugend. Er ermähnte sie. daß sie die Schule fleißig besuchen, (wodurch sie am besten ihre Dankbarkeit beweisen könnten); und er bat die Lehrer, ih e Schüler zu Wahrheitslieben, charakterfesten Menschen zu entwickeln. Die dann allen Stürmen und Anfechtungen des Lebens werden erfolg-reichen Widerstand leisten können. Schließlich forderte der Redner auf, in Liebe Desjenigen zu gedenken, der durch das Volksschulgesetz diese ErziehungSwohlthaten erst ermöglicht habe: des Kaisers! Der Bezirkshauptmann schloß mit einem dreimaligen Hoch auf den Monarchen, in daS die Gesammtheit der Theilnehmer begeistert einstimmte, während die Kapelle des Cillier Musik-Vereines die Volkshymne anstimmte. Der Vertreter der Hauptleitung deS Deutschen SchulvereineS, Herr Dr. Eduard W o l f f h a r d t dankte vor allem dem Herrn Be-«rkShauptmanne unter lautem Beifall für sein stets schulfreundliches Entgegenkommen. Die Errichtung der deutschen Schule sei eine Naturnoihwendig-keit geworden. Aber das vollendet dastehende Werk deutscher Gesinnung soll ein Werk des Friedens sein und bleiben, eS soll das Betonen de« nationalen Gedankens vorstellen, keineswegs aber ein Streitpunkt werden. Mit dem Schulhause solle in dem Schulsprengel der deutsche Besitz-stand gewahrt und behütet werden. Man müsse mit großer Dankbarkeit der Tüfferer gedenken, die den Ban unter so großen Schwierigkeiten glücklich zu Ende gebracht haben, namentlich ge» bühn großer Dank dem Baucomiiö und seinem Obmanne, Herrn Otto Withalm. Der Redner gab sodann dem Wunsche Ausdruck, daß das neue Schulbaus immer eine Pflegestälte deutschen WiffenS, deutschen Wirkens und deutscher Ge-sinnung sein möge und daraus Deutsche hervor-gehen, die treu zum deutschen Wesen und zur deutschen Sitte halten. Hieraus übergab er das Gebäude dem Herrn Bürgermeister, indem er die Ueberzeugung ausdrückte, daß eS in A m o n's Händen und in jenen der Deutschen TüfferS gut geborgen sein werde. Herr Bürgermeister Kourad Amon dankte dem Redner und versicherte, die deutsche Schule in Tüffer sei längst ein heißer Wunsch der Deut-scheu in Tüffer gewesen. Er betonte, daß Herr Josef C, ernyin edelherzigster Weise den Bau-platz gespendet habe, mit der ausdrücklichen Widmung, daß in der Schule immerdar deutsch unterrichtet werden solle. Ein Mann von solcher Gesinnung verdiene nicht nur die Anerkennung der Gemeinde unv deS Bezirkes, sondern aller Deutschen Steiermarks, namentlich aber jener von Unter» steiermark. Sodann dankte Herr Amon dem Schulvereine für feine so namhafte, hochherzige Spende, ebenso dem Herrn Otto W i t h a > m für seine Umsicht und Opferwilligkeit als Bauleiter. „yfttiia»* wtOfX" Mit einem Gotterhalte unfern Kni {er schloß der Redner, während die Musikkapelle unter den Hochrufen der Zuhörer zum zweiten Male die Volkshymne anstimmte. Den Schluß der Einweihungsseier bildete 'der Chor Sieirer-Lied, von den vereinigten Gesangvereinen vorgetragen. Bei dem Rund gange, den sovann die Fest» gäste unter Führung von Ausschußmitgliedern durch die Räumlichkeiten deS neuen Hauses unternahmen, wurden allgemein die luft- und lichterfüllten Schulzimmer bewundert und die zweckmäßigen Einrichtungen anerkannt. Unter Vorantritt der Cillier MufikoereinS-kapelle wurde hierauf der Rückzug zum Gasthos Horiak angetreten. Hier hatten sich auch etwa 80 Schulkinder eing funden, die nun von einem Dam nausschuß mit Wein. Bier, Schinken, Sa-lami und Kuchen bewirthet wurden. Die Damen Amon, Bast, Kheni, Troll und Withalm setzte» dies.» Ausschuß in liebenswürdigster Weise zu« sammen. Die reichliche Bewirthung war theils durch Spenden, theils durch eine Sammlung zusammengebracht worden. Man hatie beab-sichtigt, die Klein n aus der Gemeindewiese zu bewirthen, aber das Regenwetter verhindern dies und so e. folgte die Bewirihrntg in der Kegelbahn. Das verschlug nicht viel; den Kleinen strahlten die Augen und rötheten sich die Wangen vor Freude, und als Herr Tr. Wolffhardt unter ihnen erschien, gab'S ein mehrfaches, frohes Hurrah und Hoch, wor-auf die kleine, frohbewegte Schaar die Volks- Hymne anstimmte. • » Am Festmahle in Horiaks großem Saale nahmen mehr als achtzig Personen theil, darunter zahlreiche FestgSst, aus Cilli. Doch fehlte eS auch nicht an Teilnehmern aus den Orten der weiteren Umgebung: aus Weitenstein, Trisail, Hochenegg, Hrastnigg, Lillai u. s. w. Selbst aus Jdria war e n Gast gekommen. Zunächst be-grüßte Herr Bürgermeister Amon die An-wesenden und rief ihnen ein herzliches Prosit Mahlzeit! zu. Das erste GlaS steirischen Schaumweines aber, der d.n Festgästen in liebenswürdigster Weise geboten wurde, erhob Herr Bürgermeister Amon auf das Wohl des Kaisers. Die Cillier Stadtkapelle, die unter D i e ß l' S Leitung die Tafelmusik besorgte, stimmte zum dritte» Male die Volkshymne an. Alle Anwesenden hörten dieselbe stehend. Herr Otto Withalm hielt d-e von lautem Beifall oft unterbrochene Festrede: Verehrte Festgenosfen! ES würd« mir die ehrenvolle Aufgabe zu Theil, die Bedeutung unsere« Feste» zu beleuchten; ich glaube dieser Aufgabe am testen zu entsprechen. wenn ich mit freudigem Herzen ausruft; Gott lob, wir haben eine deutsche Schule! denn die Schule ist jene« Institut, wo lxr Keim de« nationalen Gefühl«» fruchtbaren Bod«n findet. Seit vielen Jahren hab«n in Tüffer Deutsch« und Slovenen friedlich nebeneinander gelebt, haben die Kinder in gut österreichischen Gefühlen erzog«« ; mancher tüchtige Mann und manche tüchtig« Hausfrau haben ihr« erste Schulbildung in Tüffer rrhalt«n, wa« aber durchaus kein Hindernis war, daß da« Herz deutsch blieb, allein daS war nicht nach dem Geschmack unserer nationalen Gegner, der Friede mußte ge-trübt werden: vorerst mit den Anforderungen, daß mU Berücksichtigung der flovenifch sprechenden Kinder für die ersten Klaffen ganz flovenifch« Unterrichtssprache verlangt wurde. Dirs«« Begehren wurde von den D«utfch«n d«S lieben Frieden wegen et füllt, vielleicht dürfte auch die fast sprichwörtlich gewordene deutsch« Nachgiebigkeit ihren Theil daran gehabt haben; ab«r, daS war noch nicht genug; man will da« deutsch« Wesen in unserer schönen Unter-Steiermark noch mehr einschränken und, wenn e« möglich wäre, ganz verdrängen. Die miteingeschullen Landgemeinden haben den einstimmigen Beschluß gefaßt, nur slovenische Unterricht«sprache in der Tüfferer Schule einzuführen. Run war e« klar, was wir Deutsche in Tüffer zu thun haben. Ich würde manchen nach mir Sprechendem den Sioff be-rührrn, ich will mich daher kurz fassen, die Deutschen von Innen und Außen haben zusammen gewirkt und heute steht ein deutsche« Bollwerk mehr i» l 89* Oesterreich; mdge e» dazu beitragen, daß deutscht« Wtftn und deutsche Zlrt auch ferner bei un« ge-deihe. blübe un5 wachse Richt germanisierrn wolle« mir. wir gönnen unseren s l a -vischen Mitbürgern ihre Freiheit und Nationalität, wtnn sie nur un« unferrn national«« Besitz ungestört lassen; Aber eine Stätte wollten wir schaffen, wo in das zarte Herz der Jugend die Liebe ,u seinem Volk«stamme gelenkt wird, damit dereinst biedere deusche Männer und Frauen werd«», die gewachsen sind: den Stürmen de« Leben» zu trotzen und d«n Kampf um da« national« Dasein aufzunebmen, die stolz sind auf da« B«-wußtsein, einer Nation anzugehören, welche da« Größte geleistet, sowohl in der Wissenschaft und Kunst al» in der Politik. Gestatten Sie wir, daß ich zu dieser weihe-vollen Stunde d«r deutschen Schule in Tüffer, welche deutiche« Geld, deut chtr Fltiß und deutsch« B«-gtisterun^ g«schaff«n «in glücklich«» Sedeiben wünsch«. ' gefördert von deutsch«» Kliern und deutsch«» Lehrern. D«r neuen deutschen Volksschule in Tüffer bringe ich au» vollem Herzen ein dreifache» Hoch l Stürmisch stimmte die Versammlung ein. Der Redner wurde lebhaft beglückwünsl t. Herr Bezirkrichter Khern, dessen AnS-führungen mit minutenlangem Beifall begrüßt wurden, brachte seinen gehaltvollen Trinkspruch dem Wohlthäter von Tüffer, Herrn Franz Czerny, der, da er beim Feste zu erscheinen verhindert war, wieder einen namhafte» Betrag für gemeinnützige Zwecke dem Markte Tüffer gewidmet hat. Herr Professor Fron; V a l e n t i n i t s ch gedachte in seiner geistvollen Rede der Manen Rechbauer's und brachte seinen Trink-fpruch dem Deutschen Schulverein, seinem Obmann Dr. W e 111 o f, seinen Ausschüssen und dem er-schienenen Delegierten: Herrn Dr. W ol s s h a r d t. Herr Bürgermeister Dr. Neckermann aus Cilli gedachte in jubelnd aufgenommener Rede der politischen Lage, der Leiden der Deutschen durch l3 3ah?e, und kam sodann auf die Verhältnisse TüfferS zu sprechen. Sein Trinkspruch, der an ein herrliches Wort auS Wilhelm Tell an- j knüpfte, galt dem Bürgermeister Herrn Amon, der Gemeindevertretung von Tüffer und dem ver- , dienstvollen Baucomitee (Fast sämmtliche Festgäste ! verlassen ihre Siye, um mit Herrn Bürgermeister 1 Amon anzustoßen.) Herr Dr. W o l s f h a r d t griff einige wichtige Ereignisse aus der jüngsten Zeit heraus und betonte namentlich, man müsse mit dem Gedanken ] brechen, daß eS ein Hochverrath sei, deutsch zu fein. Er gieng zur Besprechung speciell untersteiriicher Verhältnisse über. Tüffer sei ein deutscher Ort und werde eS bleiben, man müsse Alles daran seyen, das Deutschthum zu erhalten. I Das sei die Ausgabe und das Ziel deS Deutschen SchulvereinS und seiner redlichen Arbeit im Dienste der deutschen Sache. Mit einem Hoch auf die deutsche Arbeit schloß Dr. Wolsshardt seine zündende Rede, und die Begeisterung der Zuhörer machte sich Lust, indem die Wacht am Rhein ange- > stimmt und gesungen wurde. Herr Theodor Gunkel sprach auf die ! deutschen Kinder und wußte auch viel zum Lobe des Herr» Oberlehrers B a l e n t i n i t s ch zu sagen. Dieser brachte einen witzigen Trinkipruch ! aus die Bürgermeister von Cilli und von Tüffer, die sich beide eine dicke Haut angeeignet hätten. Nachdem Herr Bezirtörichter Khern dem Cillier Männergesangdereine für deffen Betheiligung an der Heier wärmn er s gedankt hatte, ergriff Herr Dr. S ch u r d i aus Cilli das Wort. Derselbe erklärte als Vorstand des Cillier Männergesang-Vereines, daß genannter Berein dem Rufe der Tüfferer Liedertafel jederzeit und gerne folge, zumal ja die Liebenswürdigkeit des Vorstandes der Tüfferer Liedertafel des hochverehrten Herrn i BezirkSrichterS Khern und dessen Liebe zum deutschen Sänge die Sänger Cilli'S verpflichtet, mit Tüffer stets Hand in Hand zu gehen. Bei den, heutigen Feste steht sich Dr. Schürfn auch veranlaßt, als Obmann der Ortsgruppe Nr. 2Ä des Deutschen Schulvereines Cilli und Umgebung, die Ortsgruppe des Deutschen SchulvereineS Markt T ü s f e r , die in erster Linie in der Angelegen- i heit der Erbauung einer deutschen Schule Zngerenz genommen, sreudigft zu begrüßen. Redner ersucht nicht nur die deutschen Bewohner von Tüffer j 892 „frntsrfjr tt»öd>t* 3 >md«rn sämmtliche Anwesende dem Deutschen Schul-ine, der von den Deutschfeindlichen unter km Slovenen am meisten bekämpft wird, weil tecklbe unter allen von den Deutschen ins Leben zmifenen Institutionen daS wichtigste Bollwerk fegen die Slavisierungsbestrebungen in den ge-»schisprachigrn Ländern ist, ihre Sympathien zu kwfltjren und diesem so gemeinnützigen Unter-«boten ihre volle Kraft zu weihen. Glücklicher-»eise bestehe der Wahn, welcher in Folge der kcrtemngen unter den Deutschen zum Nachtheile >«i Deutschen SchulvereineS genährt werden wollte, nicht mchr und segensreich entfalte sich die Thätig-frit des letzteren. Aber insbesondere als Ver ihm der deutschen Frauen und Mädchen erklärt Redner das Wort ergriffen zu hoben und er schildert in wannen Worten wie noth-«ndig die deutschen Männer im Kampfe um das «tionale Dasein der Mitwirkung der Frauen und Rädchen bedürfen, wie freudig diese bei allen mionalen Festlichkeiten jeder Mühe und Plage jufi unterziehen. Daher den deutschen Frauen und Mädchen Tüffers in erster Linie, ebenso herzlich kr Tüfferer Liedertafel mit ihrem hochverdienten Loritande Herrn BezirkSrichter Khern und der Litsgnippe des Deutschen SchulvereineS Markt iäfscr mit ihrem rührigen Obmanne Herrn Otto Vildalm das Glas des Redners mit dein Rufe a»s baldiges Wiedersehen gelte. Nachdem Herr Dr. Schurbi geendet hatte, «ließen zahlreiche Cillier den Saal, um den 9 Uhr-Zug zu erreichen. Eine große Zahl fest-fröhlicher Gäste aber blieb noch bis in die späte i itschistunde zusammen. Schließlich drehten sich bis Paare im Kreis, und in den Tanzpausen trug noch Herr Theodor Gunkel in liebenswürdigster ; Leise zur Unterhaltung bei. Erst der Pfropfenknall der hundertsten Schaum-vemflasche bildete das Zeichen zum Ausbruch. In ungetrübter, herrlicher Weise ist das Fest «erlaufen, und es wäre ungerecht, nicht zu be-!onm, daß auch der Gastwirt, bezw. die Gastwirtin, Frau horiak der gestellten Aufgabe vollauf gerecht I geworden ist. Alle Theilnehmer am Festmahl waren von dem Gebotenen äußerst befriedigt. Dem Festausschusse sind eine große Anzahl Mm Legrüßungsschreiben und Draht-uchrichteil zugekommen, von denen wir einige ufihreii müssen. ReichsrathSabgeordneter Dr. Foregger, wch einen Krankheitsfall in seiner Familie «hindert, schrieb einen herzlichen Brief. Wie sehr, schreibt er, hatte ich mich gefreut, wieder ein-not in Eurer Mitte zu sein und mich mit Euch fcr That zu freuen, welche der Deutsche Schul-«rein abermals zum Frommen der Nation voll-brach! hat. Das ist ja sein Hauptverdienst, daß n m Zeiten der größten Bedrängnis, Selbstver-' treuen, Muth und Widerstandskraft gehoben hat ' md durch die bleibenden Denkmäler seines Wirkens nri zur Ausdauer in der Vertheidigung unserer iiilionale» Güter stets von neuem anspornt. R,-R.>Abg. Hoff mann v. Wellenhof telegravhierte: Herzliche Glückwünsche zur Erüff-> lumq der neuen Pflegestätte deutschen WesenS im I Unterlands. Möge sie blühen und gedeihen! 9. Ritter von Earneri entbot von Iknmvendorf in Käniten brieflich seine Glück-vüniche. Der Obmann des Deutschen SchulvereinS, Tr. W e i t l o f in Wien begrüßt« die Festtheil-i»d»er mit solgender Drahtnachricht: Zur Feier de? Tchuleröfsnung senden wir unsere herzlichsten Erü§e und begleite» mit den besten Wünschen kri'en neuen Schritt zur Befestigung des Deutsch-ihu»s dortselbst. Möge die Anstalt ein kräftiges boilwerk bleiben zum Schutze unseres Bolksthums! Der Bürgermeister der Landeshauptstadt, £t. ,j. Portugal!, bei der 7. Centenarfeier i Wiener-Neustadt anwesend, sandte brieflich die hnlichsten Glückwünsche der neuen Pflanzstätte »eiUscher Art, deutscher Sitte und deutschen Wissen». Dr. Julius v. D e r s ch a t t a telegraphierte: Irr neuen Schule herzlich Glückaus. Sie blühe l»d gedeihe unserem Volke zur Ehr und zur Wehr. Weitere Drahtgrüßt sandten: Landesaus-_Wil Dr. Reicher, der Obmann der Grazer Orts-«pe Dr. Schlosser, der Präsident der k. k. Witwirthschaftsgesellschast Baron Washington, Feldmarschall-Lieutenant Freiherr von Urban aus Römerbad, der Tüfferer meä. Dr. Schwab, saugen-blicklich in Salzburg weilend) Buchhalter der Grazer Actien-Brauerei Scholz, Bergverwalter Komposch aus Gottschee. Ingenieur Emil Valentinitsch aus Divacca, Hans und Franz Woschnagg, Josef und Eugen Gegni aus Schönstein, Josef Weiß, Direktor der Cillier Mädchenschule u. A. Aus der Vier stattgefundenen Versammlung des Warvurger slovenifchen Vereines. Vor Kurzem wurde an dieser Stelle ein Aussatz veröffentlicht, in welchem ausgeführt worden ist, daß Micha V o £ n j a ( — den man im Slov. Rar. aufgefordert hatte, endlich einmal vor seine Wähler zu treten (um ein Mißtrauensvotum zu empfangen) — hinter den schützenden Mauern des hierortigen slovenischen LeseoereinSzimmers vor ener lächerlich geringen Anzahl von Zuhörern einen Vottrag gehalten hat, in welchen er die Dreistigkeit halte, deutsche Abgeordnete zu beschuldigen, als hätten sie dem Volke drückende Lösten auferlegt. Er — dieß es dabei, der für Petroleumzoll, Spiritus-ste u er, Gebäudesteuer und andere seine Wähler drückende Abgaben gestimmt hat, und dem feine Absicht, sich ausBauern-Unkosten zu bereichern den Titel „Hopsenmicha" eintrug! Daraufhin erhielt die Schristleitung der Deutschen Wacht von diesem Manne folgende Berichtigung: An die Redaction der Deutschen Wacht in Cilli. Wollen Sie an Stelle des Artikel« nach § 19 des Preßgesetzes folgende thatsächliche Berichtigung in Ihr Blatt aufnehme». Im zweiten Leitartikel Ihres Blattes Nr. 09 vom 28. August schrieben Sie. ich hätte für den Petroleumzoll und für die Gebäudesteuer im Reichsrathe gestimmt, und daß ich in der letzten Versammlung deS siovenischen Vereine« in Cilli die deutschen Abgeordneten beschuldigt hätte, daß diese dem Volke drückende Lasten aufgejocht hätten. Dem entgegen wollen Sie thätsächlich berichtigen, daß ich für obige Steuern nicht ge-stimmt habe und, daß ich in der fraglichen Ver-fammlung bezüglich der deutschen Abgeordneten obigen Vorwurs nicht erhob, wohl aber der Thatsache erwähnte, daß der Vertreter der Städtegruppe Cilli im Reichsrathe für den niedrigen italienischen Weinzoll stimmte, wodurch unsere Weinproducenten geschädigt werden. Schön-stein, am 30. August 1892. Michael VoSnjak, Landtags- und ReichSrathSabgeordneter. Diese Berichtigung trifft insoferne zu, als für Petroleumzoll und Gebäudesteuer des Be-richtiger? Bruder und Vorgänger im Reichs-rathe, Herr Dr. Josef Vosnjak gestimmt hat. Es war ein Erinnerungssehler in der traurigen Volksbesteuerungs-Thätigkeit des Brüderpaares, und Micha Vosnjak gestattet es natürlich feine adelige Gesinnung, seinen Gesinnungsgenossen und Bruder zu verläugnen. Uebrigens ist es wohl bemerkenswert, was Micha Vosnjak übergeht, denn die Bemerkung über die Ursache des Titels .HopsenmiHa- ist unerwidert geblieben, auch von der Spintussteuer und oon den anderen schweren Belastungen ist in der Berichtigung nicht« zu intdecken. Thatsächlich hat Micha Vosnjak seit dem Jahre 1835 keiner Steuer-erhöhung des Finanzkünstlers Dunajewski ent-gegengearbtitet, dieses Künstlers, dessen Kaffee-zoll die Wähler des Micha Vosnjak so arg getroffen; wohl aber, wo nur möglich, zugestimmt. Charakteristisch ist'S dabei, daß Vosnjak in seiner Berichtigung Hern, Dr. F o r-e g g e r allein als „Schädiger der Weinprodu-centen" hinzustellen such,; charakteristisch deswegen, weil er in der erwähnten Zweidutzend -Versammlung in einem Athem auch Dr. K o k o-s ch i n e g g als ebensolchen Bösewicht hingestellt hat, und weil er überdies sehr genau weiß, daß nicht nur diese beiden, sondern alle steirischen Abgeordneten — die flovenifch gesinnten und ?.>iorfeq ausgenommen — i n geschlossener Reihe für den Handelsvertrag mit Italien gestimmt haben. Weshalb die Herren Abgeordneten Attems, Foregger, Hackelberg, Heilsberg, Hoffmann, Kraus. Ludwig, Peez. Posch, Reicher. Stürkgh, Wurmbrand und Herk in dieser Sache gemeinsam aufgetreten sind — eS befinden sich darunter auch .Weinproducenten' — hat selbstverständlich auch feine anständigen Gründe, von welchen noch die Rede sein wird — dem Schreiber dieser Zeilen, der selbst auch, wie jene, ein persönliches Interesse an einem möglichst hohen Weinzoll hätte, sei es aber gestattet, a u f eigene Faust zu sagen, daß es auch noch andere Leute gibt, die «in Jnter-esse an billigem Weinzoll haben. Und die sind in der Mehrheit. -m-, Stovenisches. Ein Attentat gegen den Slovenski Narod pl«nt — eS sei ausnahmsweise gestattet aus einen Augenblick in den erborgten Ton der Südsteirifchcn Post zu versinken — der dumme Michel von Schönstein. Eine herrliche Idee! DaS genannte Marburger Blatt, hat dm Plan ausgehest, den Narod zu kaufen, die jungen Leuten die dort jetzt Politik machen, davonzujagen und die künf-tige Redaction unter Curatel „besonnener Leute' — also wahrscheinlich deS gescheidten Herrn Micha Vosnjak zu stellen. DaS ist wirklich nicht schlecht, nur hat er nicht auch gleich gesagt, wie das durchzuführen wäre. Da die flovenifche Actiendruckerei in Laibach kein lncratives Unter-nehmen ist und die Actionäre ihren Lohn meist in den Ruhm finden, für die Nation Geldopser S bringen, wird sich oftgenannter Herr Vosnjak werlich im Besitze von Aktien befinden. Herr Baron Gödel, der der Eüdsteirifchen Post 3000 Gulden per anno »zustande' gebracht hat, lebt auch nicht mehr — Herr Micha Vosnjak ist zudem ein abgesagter Feind vom unerfprieß-lichen GeldauSgeben — bleiben also nur noch die Posojilnica's, die dem Narod thatsächlich gefährlich werden könnten. Warum soll denn nicht auch in Laibach eine „Vereinsdruckerei auf RegimentSkosten" sich befinden? Wird aber Herr Dr. Stare so ohne Weiteres seine Actien hergeben? Das ist kaum glaublich, und auch vom Alexander-Newsky-Prospect wird schwerlich etwas zu haben sein. Wir wollen unS übrigens über den ge-Heimen Plan durchaus nicht den Kopf zerbrechen, sondern constatieren nur. daß die Antwort deS Slov. Narod aus die Impertinenz des Vor-schlages der Südsteirischen Post überraschend — kleinlaut ausgefallen ist. —«. Zur Anstellung eines land-wirtschaftlichen Wanderlehrer« in Kärnten hat der Ackerbauminister der kärnt-nerischen Landwirtschaftsgesellschaft 700 Gulden angewiesen. Der Anzustellende muß, wie eS im Erlaß heißt „des kärntischen DialecteS der flo-venischen Sprache mächtig sein/ eine Bedingung, die den beiden Laibacher slavischen Tagblättern sehr unangenehm ist. Siesürchten, daß ein Kärntner angestellt werden könnte. Was liegt den pansla-vistischen Pervaken an einen Wanderlehrer, wenn er nicht gleichzeitig auch slavisch-nationaler Agi-tator ist! Ansere neue Währung Bon Dr. Max M e n g e r. Hie Kelation. Die Frage des ÄerhältnifseS der neuen Kronenwährung zur bestehenden österreichisch-ungarischen Papierwährung hat zu zahlreichen Kämpfen geführt, jedoch auch viele Mißverftänd-nisse hervorgerufen. Hier drängt sich vor allem die Frage auf: welches ist daS Verhältnis der östemichisch-ungarischen Kronenwährung zu den Währungssystemen jener Länder mit denen wir zumeist im Verkehre stehen, insbesondere zu jenen Deutschland«, dann Frankreichs und der anderen Länder ver lateinischen Münzunion, so Italien«, Belgiens, der Schweiz? Wenngleich in allen diesen Ländern neben den Goldmünzen und den Scheidemünzen Lande«silbermünzen im Umlaufe sind, mit welchen jede Zahlung geleistet werden kann, so ist doch allein der Wert der Gold-münzen maßgebend, da die Landessilbermünzen und die Scheidemünzen stets nach ihrem aei'ek- lichtn Werte in Goldmünzen umgetauscht werden können. Wie schon bemerkt, ist in allen den erwähnten Länden, die AuSprägefreiheit des Silbers und zwar ,n»weder ursprünglich bei Einführung der Goldwährung, nicht vorhanden gewesen, wie in Deutschland, oder aufgehoben worden, wie in Frankreich und den anderen Ländern der lateinischen Münzconvention. Ein Vergleich des Wertes der Goldmünzen der betreffenden Länder ergibt somit, da die übrigen Münzen auch durch das gesetzlich festgestellte Wertverhältni« zu diesen Goldmünzen Wett dritter Bedeutung haben, den vollständigen Ein-blick in da« Verhältnis der Währungssysteme der verschiedenen Länder zu einander. Für den Wert der Goldmünzen ist allein maßgebend, welchen Goldgehalt jede der Gold-münzen besitzt, oder mit anderen Worten, wie viele solcher Goldmünzen aus I Kilogramm reinen Golde« geprägt weiden. Nach der öfter-reichisch-ungarischen Kronenwährung sollen, wie schon erwähnt, 3280 Kronen, d. i. 164 Zwanzig-kronenstückt, au« dem Kilo, reinen Golde« ge-prägt werden. In Teutschland werden 1790 Mark, in den Ländern der lateinischen Münz-convention 3444'/, Francs aus dem Kilo reinen Goldes geprägt. Ein österreichisches 20 Kronenstück enthält somit so viel an Gold al« in den Goldstücken der deutschen Währung auf rund 17 Mark und in den Ländern der latei-Nischen Münzconvention auf 21 Franc« entfällt. Hiebei sind kleine Bruchtheile weggelassen. 100 Kronen, d. i. 5 österreichische Zwanzigkrvnen-stücke werden somit den Wert von 83 deutschen Reichsmark (und etwa 0 Pfennigen) oder von 105 Francs (und etwa '» Centime«) haben. Da, wie ausgeführt werden wird, zwei Kronen genau gleich sind einem Gulden der gegenwärtigen österreichischen Papierwährung, so ergibt sich, daß nach den Valutaregulierung«gesetzen 200 Kronen gleich 100 Gulden der österreichischen Papierwährung, gleich 170 Mark 12 Pfennigen der deutschen Reichswährung und gleich 210 Francs 10 Centime« der Frankenwährung der lateinischen Münzconvention angenommen worden sind. Es drängt sich hier die Frage auf. we«halb Regierungen und Volksvertretungen nicht die Mark- oder Frankwährnng eingeführt haben? Es hätte dies die Rechnung im Verkehre Oesterreich« mit dem Auslande erheblich erleichtert. AlS Gründe dagegen wurde angeführt, daß während bei der Einführung der österreichisch-ungarischen Kroncnwährung die Umrechnung aller im Inlands in der derzeitigen Papier-Währung bestehenden Verbindlichkeiten in leichtester Weise dadurch bewirkt werden kann, daß ein Gulden gleich 2 Kronen angenommen wird, tie Umrechnung der derzeit auf österreichischer Papierwährung lautenden Verpflichtungen in Mark oder Franken bti dem obenerwähnten Verhältnisse zwischen Frank und Mark einerseits, dem Gulden österreichischer Währung anderer-seits, mit den größten Schwierigkeiten verbunden wäre und zu vielfacher Schädigung gerade der im Verkehre weniger gewandten in Valuta« rechnungen nicht bewanderten Classen der Ae-Völkerung gesührt Hütte. E» wurde ferner hw vorgehoben, daß die Einführung einer gleichen Währung mit anderen Ländern l>ich» dazu führen könnte, daß die schlechte Scheidemünze oder die abgebrauchten minderwertigen Gold-stücke anderer Länder mit derselben Währung leicht nach Oesterreich gesendet und hier zum Schaden der Bevölkerung des Landes in Umlauf gebracht werden kömiten. Endlich wurde hervor-gehoben, daß im internationalen Verkehr die gleiche Währung nicht allein maßgebend ist, sondern die Wechselkurse ins Gewicht fallen, welche auch bei gleicher Währung ersahrungS-gemäß immerhin Verschiedenheiten bestehen lassen. ES überwog die Rücksicht auf die zahl-reichen Interessen des inländischen Verkehre«, insbesondere der in Goldrechnungen minder er-fahrenen Volksclassen. Die zweite Frag«, welche sich hier aus-dräng«, ist die nach dem Verhältnisse der bisherigen österreichifch-ungari-schen Währung zu der künftigen Kronen Währung Oesterreich »Ungarn«. „De«sfch- Macht" Ein Vergleich, wie er zwischen der künftigen Kroncnwährung, der Markwährung deS deutschen Reiches und der Frankwährung der Länder der lateinischen Münzconvention im Vorhergehenden gegeben wurde, ist im vorliegenden Falle nicht möglich. Denn die bisherige österreichisch-ungarische Währung basierte, wie schon ausgeführt wurde, nicht auf dem inneren Werte der Geldzeichen, überhaupt nicht auf dem Werte irgend eines EdelmetalleS. sondern auf dem SeltenheiiSwerte der Papiergeldzeichen, der Staats- und Banknoten, nach denen sich der Wert auch der Landeslilbermünzen. die etwa umliefen, ohne Rücksicht auf deren Silber-gehal» richtete. Wenn daher in Reden und Zeitungsartikeln von einer Relation gesprochen wurde, um das Verhältnis der neuen Kronen-Währung zur bestch?nden österreichiich-ungarischen Währung zu bezeichnen, so kann dies nur figürlich und im uneigentlichen Sinne ge-nommen werden. Maßgebend war ja auch für den Wett der LandeSsilbermünzen, der 2 Gulden-und 1 Guldenstücke nicht deren Metallgehalt, fanden» der Umstand, daß si« be> Zahlungen in demselben Werte angenommen wurden, wie Staats- oder Banknoten gleichen Betrages. Nach dem Silbergehalie hätten sie ja. da Silber so tief gesunken war. viel niedriger stehen müssen. Die Erörterung des VerhälinisseS zwischen der alten österreichisch-nngarischen Papierwährung und der künftigen Kronenwährung führte zu ernsten Jnleressenconflicien. Die Landwirte, die Eigenthümer von Häusern, jene, welche Schulden zu zahlen oder zu verzinsen hatten, die Vertreter des Staates selbst, da dieser ungeheuere Summen jährlich an Zinsen zu zahlen hat, wünschten, daß thunlichst geringe Beträge in Goldkronen für die Verpflichtungen in Papier oder Silber zu zahlen wären. Alle jene, welche Zinsen oder auch fixe Einkommen bezogen, besonders d»e ausländischen Gläubiger des Staates wünschten für den Gulden einen möglichst hohen Betrag, wem, möglich 2 Mark oder gar 2'/, Franken, zu erhalten. Als Compromiß zwischen diesen einander entgegengesetzten Tendenzen schlugen die österreichische und ungarische Regierung vor, daß der Durchschnitt des Wertes, den der Gulden der österreichisch - ungarischen Papier-Währung seit dem Jahre 1879, d. i. seit dem Jahre, da die freie Silberprägung aufgehoben worden war, gehabt ha», gezogen irerde. Hier-nach ergib sich, daß seit dem Jahre 1879 für 1 Kilogramm Gold im Durchschnitt 1640 Gulden ö. W. gezahlt worden waren. Demgemäß wurde al« Grundlage der künftigen österreichisch« ungarischen Goldkronenwährung festgestellt, daß a»s 1 Kilogramm reinen Golde«, oder wie der FachauSdruck lautet, au« I Kilogramm Feingold 3280 Nronen zu prägen seien, wobei 2 Kronen --- I Gulden ö. W. zu rechnen sins. Nur im uneigentlichen Sinne kann man somit von einer Relation von 1 zu >8 22 sprechen. Wenn nämlich angenommen wird, daß nach wie vor aus I Kilogr. Silber 90 Gulden l—180 Kronen) in LandeSsilbermünzen auszuprägen wären, so ergäbe die Rechnung, daß ein 18-22 mal höherer Betrag an Kro> en bez. Gulden au« 1 Kilo-grämn, Gold zu prägen wär«, al« aus ein Kilogramm reinen Silbers, da 1640:99---18-22 ist. Wmn hervorgehoben wird, daß die Valuta-regnlierung, d. i. die Einführung der Gold« Währung in Deutschland und Italien sin Italien richtiger die Beseitigung deS ZwangScurseS und deS Papierumlause») zu vielfacher Bedrängnis zahlreicher Classen der Bevölkerung, besonder« der Landwirte beigetragen bat. so darf e« nich» vergessen werden, daß diese großen gesetzgebe-rischen Actionen in Deutschland, wie in Italien in der Art stattgefunden haben, daß jeder Schuldner in Deutschland beispielsweise für 100 Thaler einer früheren Schuld 100 Thaler in Gold, jeder Schuldner in Italien für 100 Franken der früheren Papierschuld >00 Franken in Gold zahlen mußte, u. z. in beiden Fallen im Ver« bältnis des Silber« zum Golde von 1 :15'/». In Oesterreich - Ungarn dagegen wird diese Zahlung nach dem durch die Berechnung der betreffenden Zahlen seit 1879 sich ergebenden durchschnittlichen Verhältnisse von 1:18-22 berechnet. Der österreichische Schuldner hat ver» ---1557 gleichSweise um etwa weniger zu zahlen, al« der deutsche »nd italienische Schuldner zu zahlen hatten. Diese Rücksicht auf große und wichtige Classen der Bevölkerung ist umsomehr zu billigen, al« der österreichische Gläubiger nach dem Durch, schnitt gerechnet, jenen Betrag in Gold erhält, welchen er erhalten hätte, wenn er zur Zeit der Contrahierung des betreffenden SchuldanlehenS für den ihm zustehenden Beirag Gold erworben hätte Ueberdie« hat jeder, der Gläubiger ist, oder fixe Einnahmen bezieht, den großen Vortheil, daß tn Zukunft die starken Auf--und Abschwankungea deS Goldwertes ver-mieden werden. Der Gläubiger macht in O-ster« reich nicht nur jenen nicht zu rechtfertigenden Gewinn, den die in diefer Beziehung irrende Gesetzgebung Deutschlands und Italiens den Gläub'gern bei Gelegenheit der übrigens unter ganz anderen Verhältnissen stattfindende» Valuta» regulierunq in jenen Ländern zukommen ließ. Die weit verbreitete Ansicht, als ob ein Gulden ö. W. in Zukuift nur gleich sein werde 84 Kr. oder 168 Hellern der Kronenwährung, ist auf ein bloßes Mißverständnis zurückzuführen, welches dadurch entstanden fein mag, daß der alte Gsldgulden, welcher nach dem Gesetze nur Handels-wäre war. mit dem Gulden der österreichischen Papierwährung rundweg verwechselt wurde. Ausdrücklich wurde, wie schon bemerkt, sestge-stellt, daß ein Gulden der gegenwärtigen öfter» reichisch > ungarischen Papierwährung, dem ein Silbergulven an Wer» gleich ist, als gleich-wertig mit zwe« Kronen der künftigen öfter« reichisch - ungarischen Goldtronenwährung anzunehmen sei Hiernach hat sich auch der Wert der Scheidemünzen alter und neuer Währung zu richten. Die RechilungSmünze der neuen Währung ist die Krone, wie in der alten Währung der Gulden. Die Krone ist gleich einem halben Gulden. DieEinsührung der kleineren Einheitsmünze, welche aber trotzdcm wie der Gulden in 100 Theile (statt Kreuzer Heller genannt! zerfällt, wird in vielen Fällen die Rechnung und Preisbildung erleichtern. Die Er-fahrunq lehrt, daß die kleinere Geldeinheit zur Verbilligung zahlreicher Gegenstände führt, wie dies an den Grenzen Oesterreichs gegen Deuts land und Italien vielfach bemerkt wurde. Eine 5 Gulden StaatSnote wird daher in Zukunft zehn, eine 50 Gulden StaatSnote 100 Kronen gelten. DaS Fünfundzwanzigkreuzerstück wird 50-, daS Zwanzigtreuzerstück 40-, das Zehn-kreuzerftück 20-, daS Pierkreuzerstück 8-, da« Kreuzerstück 2 Heller wert sein, solange diese Geldzeichen nicht, u. z nach ihrem vollen Werte eingezogen sind, wiS ia nicht allzukerner Zeit geschehen dürfte. Die Besorgnis, daß. wenn auch die Valuta» regulierung durchgeführt worden wäre, das Gold in Oesterreich nicht echalien werden könnte, ist nach den vorliegenden Handelsbilanzen und den »ach denselben berechneten Zahlungsbilanzen nicht berechtigt. Oesterreich führt jährlich um 160—170.000.000 Gulden Werte mehr aus als ein. Die betreffenden Preisannahmen sind sehr mäßig, so daß nach den Ansichten von sehr fachkundigen Männern, der thatsächliche Mehrwert der Ausfuhr an 200,000.000 Gulden brträgt. Allerdings muß Oesterreich sehr erheb-liche Beträge für die Verzinsung der im Auslande befindlichen österreichischen StaatS-Schuldpapiere und auch anderer Wertheffecten entrichten. Auch wenn die alljährlich an Zinsen und Dividend?« zu zahlenden Summe sehr hoch mit 160—170,000.000 Gulden angenommen wird, so verbleibt ein Ueberschuß, so daß wohl anzu-nehmen ist. daß. sobald nur die Goldwährung hergestellt sein wird, alljährlich der Mehrbetrag ia Gold nach Oesterreich fließen wird. Dazu,st, wie in der Valuta-Enquete von fachkundigen Männern hervorgehoben wurde, auch noch der Umstand in Erwägung zu ziehen, daß von den Reisenden, die Oesterreich, seine Gebirgsgegenden, vor allem aber die einen Weltruf genießenden österreichischen Bäder besuchen, sehr bedeutend« Summen nach Oesterreich gebracht werden, denen, da die Oesterreich«! vergleichsweise sehr selten ausländische Bäder und auch nicht über« mäßig oft daS Ausland besuchen, weitaus nicht gleich« Summen entgegenstehen. 1892 In Jahren schlechter Ernte kann allerdings ein Abfluß von Gold stattfinden. Nach den vor-liegenden Daten ist aber für gewöhnliche Zeit-läuft« das Gegentheil anzunehmen. Der Umstand, dasj nach den bestellenden Gesetzen ein sehr stark contingentierter Silbercourant in Oesterreich ver-! bleiben wird, wird es der österreichisch-ungarische Sank ermöglichen, Angriffe der Epeculation auf den Goldschatz in gleicher Weise erfolgreich zurück-uiweisen, wie dies mit Ersah, die französische Rationalbank seit vielen Jahren gethan hat. Fie Kosten der Batntaregnliernng. Wie schon bemerkt wurde, verursacht die ! llmprägung der Scheidemünzen keine Kosten, I dringt vielmehr den österreichischen Finanzen tin'n Gewinn von 20—25 Millionen Gulden. I kostspielig ist dagegen die Einziehung der 312 Millionen Gulden StaatSnoten, welche seil drm I Ministerium B «lcredi im Umlaufe sind. Die ! Bedingung geordneter Geldverhältnisse ist. daß jede Note, sei sie Staats- oder Banknote, auf t Wunsch des Eigenthümer« jederzeit gegen gesetzliche» Metallgeld eingelöst weide. Eine Aus-nähme kann nur bezüglich einer stbr mäßige» Anzahl von Staatsnoten stattfinden, soweit selbe bei den öffentlichen Lassen angenommen werden i und bei Zahlung der Steuer ihre Verwendung i iinb Deckung finden. Die Noten der österreichisch-l mgarischen Bank können nach der finanziellen \ Laye. in der sich dieses Institut befindet, jeder-j zeit eingelöst werden, sobald die Gesetzgebung dieser Anstalt die Verpflichtung hiezu auferleg«. | b. i. den Zwangscurs dieser Noten aufhebt. Für i die Einlösung der in der traurigen Zeit nach den» öster, eichisch-preußischen Kriege bind) das Ministerium Belcredi emittierten 312 Millionen Gulden Staatsnoten besteht dagegen kein Fond. Dieser muß erst geschaffen werde». Erst dann kann von der definitiven Ordnung der öster-mchisch. ungarischen Geldverhältmsse die Rede sein wenn die Regierungen beider Reichs-Hälsini diese alte Staatsschuld begleichen, d. i diese 312 Millionen Gulden Staatsnoten siegen . österreichisch-ungarische Kronen (3280 Kronen | ms das Kilo Gold gerechnet), einlösen. Zu r diesem Zwecke muß jeder der beiden R ichsiheile »ine bestimmte Summe Goldes auftr>iben. Nach dem zwischen Oesterreich und Ungarn statt^e-hebten Uebereinfominen enifäll» auf Oesterreich der Betrag von 183,466.000 alter österreichischer Goldgulden. Darunter iverden jene Goldgulden verstanden, welche nicht als gesetzliche Landes-Minzen, sondern lediglich als Handelsmünzen ge-prästt worden sind. Ein Achtguldenstück dieser l Prägung ist a» Goldgehalt gleich einem fron-jösischen 20 Frankenstück. Wenn das derzeit vor-Handen« Goldagio in Rechnung gezogen wird, s« «»gibt sich bei Berücksichtigung des gegen-»artige» Zinsfußes, falls der ganze B.trag in, Wege eines AnlehenS erlangt werden müßte, «ine Jabitsbelastung der österreichischen Reichs-halste von etwa 9 Millionen Gulden der g^gen-«irtigen Papierwährung. DieS wäre das Opfer, welches Oeste>reich zur Erlangung geordneter Kildoerhältniffe bringen müßte. Es ist aber un-richtig: anzunehmen, daß dieser ganze Betrag im Wege eines Darlehens aufgebracht, oder aber, daß die Verzinsung durch Erhöhung der steuern aufgebracht werden müßte. Vor allem ist hervorzuheben, daß durch die thatsächlichen lleberschüsse ker Finanzgebarung über die vom vlidgelausschiisse vorsichtig eingestellten Ein-nahmen des Staatsvoianschlages in den letzten Jahren den Caffenbeständen des Staates sehr bedeutende Summen zugeflossen sind. Bezü lich dieser Suninien erklärte der Finanzminister wiederholt, als er im BudgetauSschuffe dahin MSngt wurde, daß sie im Interesse des Staates und seiner Bürger zur Herabniinderung der Steuer oder zu volkswirtschaftliche» wichtigen Anlagen verwendet werden, daß diese Beträge zur | Bestreitung eines Theile« der Kosten der künf-tiflen Valutaregulierung zu verwenden feien. Die Caffenbestände erhöhten sich in den, einzigen Jahre 1890 durch diese Ueberschüsse um mehr als 22,000.000 Gulden ; sie übersteigen derzeit sehr erheblich den allerdings bedeutenden Betrag, dessen ein Staat, wie Oesterreich als LMnl«, (Ln-.Vnhoft/n.h <»r „, ».Deutsch- Wacht" stets bedarf. Der Finanzwinister erklärte im Valutaausschuß, daß er aus den überflüssigen Caffenbeständen schon 30,000.000 Gold-gülden erworben habe, wodurch sich die Summe von 183,456.000 Gulden aus 153,456.000 Gulden reduziert, da aber dieser Betrag von 30,000.000 Gulden selbstverständlich nicht im Wege eines Anlehens aufgetrieben z» werden braucht, vermindert sich auch die jähr-liche Zinslast um rund 1,428.000 Gulden, somitvon9,000.000Guldenaus7,572.000Gulden. Wie schon bemerkt, wird die Umprägung der Scheidemünzen dem österreichischen Staate ein Reingewinn von 20 bis 25,000.000 Gulden einbringe», was mäßig gerechnet, die jährliche Zinsenlast um mehr als 8 bis 9 Millionen Gulden, somit aus höchstens 6,700 000 Gulden reduciert. Gleichzeitig nii» den Vorschlägen, be-treffend die Valutaregulierung ist von der Regie-rung ein Gesetzentwurf zur Conversion der fünfprocentigen österreichischen Papierrente und einiger anderen gleichfalls hoch verzinslichen Papiere, so der fünfprocentigen Eifenbahnstaals-schuldverschreibungen der Vorarlbergerbahn und der 4®/« proeenkigen auf den Linien der Krön-prinz-RudolfSbaHn eingetragenen Staatsschuld-verschrei bringen eingebracht worden. Der Nominal-betrag der fünfprocentigen österreichischen Noten-rentenschuld allein beträgt 238,000.000 Gulden. Wenn nun erwogen wird, daß die 4-2 procentige österreichische Rente derzeit etwa 96'/, steh», demgemäß nicht ganz 4-4 Procent trägt, so ist bei der Convertierung der fünfprocentigen Rente eine Ersparnis von mindestens 0 6 Procent urid auch bei den anderen zu couvertierenden Theilen der Staatsschuld, die oben erwähnt wurden, eine erhebliil e Ersparnis sür das jährliche Ausgaben-budget zu erwarten, was bei allen den er-wähnten Arten der Staaisschuldverschreibungen ei» n Entfall a» Jahreszinseli von mindestens l,700.000 Gulde» erwarten läßt. Hiedurch reduciert sich die Jahresbelastung auf höchstens 5 Millionen Gulden. Im Verlaufe dieser Dar-legungt» habe» wir wiederhol» hervorgehoben, daß einer der Hauptgründe des vergleichsweise hohen Zinsfußes in Oesterreich-Ungarn unsere ganz eigenthümlichen bedauerlichen Geldverhält-niffe sind. Wenn in Oesterreich auch auf die beste Grundlage hin ein Darlehen gegeben wird, ist der ausländische Gläubiger nicht sicher, welchen Betrag er in der Währung seines Landes thatsächlich zurückerhalten wird, da ja die österreichische Papierwährung, wie wir dar-gethan habe», oft in einem Jahre am Werte um 10 bis 20 Procen» auf- und abfchwank». Die Folge davon ist nur die bedauerliche Er* scheinung. daß alle Eigenthümer von Häusern. Grundstücke» oder Geschäften für ihre Hypotheken oder Geschäfisdarlehen viel höhere Zinsen zahlen müssen, als in anderen Ländern, auch der Staat leibet sehr erh« blich durch die infolge dieser unsern Geldverhältuisse bestehenden starken Er-höhung des Zinsfußes. Drei procentige französische Rente, deren Zinsen nicht pünktlicher gezahlt werden, als die der österreichis^en Staatspapiere, steht fast al pari, die 3'/, procentige Staats-schuld des deutsche» Reiches steht über pari l Es ist daher wohl keine übertriebene Erwartung, daß, wenn der Hauptgrund des hohen Zinsfußes für Privat- und Staatsschuldverschreibuuge» in Oesterreich, die b She> so stark schwankende öster-reichische Papierwährung, beseitigt und durch feste Keldverhältnisse ersetzt sein wird, wohl nicht 3 procentige österreichische. Staaisschnldver-schreibnngen nahezu »I pari wie jene Frankreichs, nicht die 3'/, procentige über pari, wie jene Deutschlands, wohl aber die i procentige» öster-reichischen StaatSschuldverschreibungen »I pari stehen werde», somit eine Reduction der bis-herigen 4 2 procentige», österreichischen Staatsschuld aus 4 Procent ermöglicht werde» wird. Stehen doch schon derzeit 4 procentige allerdings in Gold verzinsliche Prioritäten österreichischer Bahne» über pari. Seitdem d>e ersten Nachrichten von der Absicht der beiden Regierunge», die Valuta-regulieiung in Oesterreich durchzuführen, in die Oeffentlichkeit gelang» sind, sind die österreichischen S»aatspapiere sehr erheblich gestiegen. Die 4-2 nrn ilr-zige Luft aus dem Sannihal zuführen und wunderbaren Ausblick nach den prächtigen Alpen gewähren wird, die bleibt frei! n. Veränderung im politischen Dienste Der Bezirkscommiffär Anton Underrain Edler von M e y f i n g ist von C i l l i nach Windisch-Graz versetzt, ferner der provisorische Bezirkscommissär Heinrich Freiberr v. Spiegel-f e l d zur Statthaltern einberufen und der pro-viforische Statthaltereiconcipist Heinrich von Lorang von der StaUhalterei zur Bezirkshauptmannschaft Cilli übersetzt worden. In der deutschen Kirche finden gegenwärtig Missionsprediglen statt, bis bei der katholischen, deutschen Bevölkerung große Theil» nahm« erregen. Das Gotteshaus ist während der Predigten geradezu überfüllt. In der evangelischen Kirche muß am 8. September wegen Verhinderung des Herrn Pfarrers S ch a l a n d e r der Gottesdienst e n t-fallen. Am l l. September findet um vier Uhr nachmittags eine Gemeindeversammlung statt, wobei bie Cillier Tochtergemeinde bie Pfarrer« wähl vornehmen wirb. In der Laibacher Muttergemeind, wirb bie Wahl zu gleicher Zeit stanfinben. Stimmenmehrheit entscheidet. Vom Heerwesen. Am Samstag und Sonntag war Seine Excellenz Feldzeugmeister Heinrich G i e S l Freiherr von GiSlingen (in feiner Eigenschaft als Gendarmerie^Jnfpcctor der im ReichSrathe vertretenen Länder), in Cilli. Derselbe wohnte im Gasthof zum Erzherzog Johann, wo sich abendS fast sämmtliche hier anwesenden Officiere der Cillier Garnison ver-sammelten. Liedertafel. Am Samstag, den 3. Sep-tember hielt der Männergesang'Verei» Liederkranz in Cilli unter Leitung des Chormeisters, Herrn Eduard L e n h a r t im Gasthof zum goldenen Löwen eine Mitglieder-Liedertafel ab. Die Zwischenmusik wurde von der Cillier Vete-ranen-Kapelle ausgeführt. Die beifällig aufge-nommene Kärntner Lieder-Ouvertüre leitete den Abend ein. Als erster Chor kam der Sang für Oesterreichs Deutsche zum Vortrag. Im Uebrigen wechselten mundartliche Lieder mit ernsten Männerchören. Die Perle dcS Abends bildete ohne Zweifel: KriegerS Abschied mit dem oo« HerrnHerzl gesungenen Bariton-Solo. Im Besitze einer klangvollen, weichen Stimme singt Herr Herzl mit unverkennbaren Gefühl, so daß der Hörer unwillkürlich gerührt wird. Die Anwesenden klatschten denn auch nach dieser Nummer so lebhaft, daß die letzte Strophe wieberholt merben mußte. Unter den Vorträgen der Veteranen-Kapelle fand eine Phantasie für Flöte den stärksten Beifall. Uebrigens schienen die Zuhörer von allen Darbietungen diese« Abends sehr befriedigt. Und auch wir müssen allen Bestrebungen die der Pflege deutschen Sanges gewidmet sind, die wärmste Anerkennung zollen. Schlechtes Obst. Aus die in unserer letzten Nummer enthaltene Anfrage wirb uns vom Stabtamte mitgetheilt, baß in ber letzten Zeit zwölf Fälle vorgekommen sinb, in beneti schlechtes Obst mit Beschlag belegt unb vernichtet worben ist. Den betreffenden Marktleuten wurde bedeutet, daß ihnen im Wiederhol»ngs-falle die Verkauss-BefugniS in Cilli entzogen werden müßte. Ueble Gerüche. Die Wachmannschaft hat vom Stadiamie den Auftrag erhalten, die Canäle von jetzt ab täglich mit Zheerwaffer auszuschwemmen. Es ist zu hoffe», daß die in Cilli herrschenden üblen Gerüche burch diese Maßregel unschäblich gemacht werben. »Aentfche Macht- Hagelwetter. DaS am Sonntag Abenb niedergegangene Hagelwetter hat in L a a k bei Stcinbrück etwa zehn Grundbesitzer arg geschädigt. Glücklicherweise steht der Fall ziemlich vereinzelt: es sind bisher keine anderen llnglückssälle durch Hagelschlag gemeldet worden. Tiotzdem sollte das letzte Unwetter zur Mahnung dienen, den in Vergessenheit gerathenen Gebanken einer zwangsweise» Hagelversicherung für Steiermark wieber aufzugreifen. Wie vi.l Leib unb Jammer könnte ben kleinen Grund-beschern burch eine solche Staatseinrichtung er-spart werben ! Der Weinbauer kann ja burch ein einziges Hagelwetter auf Jahre hinaus zum Bettler werben. Der etwaige Steuernachlaß ist gering und die iin besten Falle gewährte Unterstützung reicht nicht aus. Vor etwa zehn Jahr-n haben in der Statthalterei zu Graz über diesen Gegenstand Berathungen stattgefunden. Die Verhandlungen bauen damals kein Ergebnis, weil noch keine Statistik der Hagelunsälle in Steiermark vorlag und es deshalb unmöglich war, bas Land in G.fahrszonen einzutheilen unb einen Tarif zu f^affen. H ute liegt eine solche Statistik vor. und es wäre an ber Zeit, de« Gegenstand wieder aufzugreifen. Da in Obersteiermark Hagelschläge viel seltener sind, wie bei uns. liegen die Verhältnisse sehr schwierig. Aber so gut die Schwierigkeiten in Bayern, Sachsen, in der Schweiz und andern Lände»« überwunden worden sinb, werden sie auch in Strie mark zu über-winde» sein. Vielleicht fühlt sich die k. k. Land-wirtschasts- Gesellschaft berufen, diese wichtige Angelegenheit in die Hand zu nehmen. Beim Statthalter fände sie höchstwahr-scheinlich lebhaftes Entgegenkommen. Die wirtschaftlichen Interessen des steirischen Bauernstandes würden ledenfalls durch eine solche Einrichtung wesentlich gefördeu. Bliychlag. Am Sonntag den 4. d. M. schlug der Blitz in das Stallgebäude der Frau Maria P o f. a x in St. Peter im Sanmhal ein, tödtete eine Kuh und steckte das Gebäude in Brand, das sammt allen Futtervorräthen, trotz des thatkräftigen Einschreitens b>r St. Peterer Feuerwehr gäuzlich niederbrannte. Bei den Löscharbeiten hat sich ein besonderes Ver-dienst der dortige Gutsbesitzer und Gemeinde-Vorsteher Herr Josef L e n k o erworben, burch beffeii umsichtige Leitung auch die umliegende» Gebäude vor dem Brande geschützt wurden. — Zwischen Praßderg und L a u s s e n schlug der Blitz am Sonntag abend in bie Telegraphen' leiiung so baß mehrere Telegraphenstange» zer-splittert wurde». Schneefall. Wie der Deutschen Wacht aus A u s s e e berichtet wirb, ist bort in ber Nacht vom Sonntag aus Montag Schnee gefallen. Die Dächer sind bicht beschneit, bie Lanbfchaft macht einen winterlichen Eindruck. (Von B r e g e n z bis Auffee ist Alles verschneit.) Sterbesall. Am st. September verschieb hier Herr Franz Plautz. 23 Jahre alt. Sohn des hiesigen Hausbesitzers Herrn Julius Plautz. Ausschreitungen. Am Sonntag den 4. September nachmittags gieng es in ben von ber Landbevölkerung besuchten Gasthäusern in der Stadt sehr lebhaft zu und nicht überall herrschte unter den Leute» friedliche Stimmung. Da unb bort sah man bie Polizei entschreiten, um bie ha« aneinandergeralhenen Hitzköpfe zur Vernunft zu bringen. Kaum wurde im Strauß-schen Gastdause ein Streit geschlichtet, wurde schon im Gasthaule bes Faninger nach ber Polizei gerufen, von wo denn auch ein Excebent, ein Bauer von Dornbüchl verh stet wurde. Gleich daraus sah man aus bem Gasthause zur Krone einen jungen Bauernburschen, mit Handschellen gefesselt, von der SicherheitSwache wegführen. Der Bursche geberbete sich gewall-thätig und ei.te größere Schaar feiner Genossen sammelte sich vor deni Gasthause an. nicht wenig Lust zeigend, dem verhafteten Kameraden zu Hilfe zu eilenjedoch zerstreuten sich die Burschen, nachdem sie von ber Sicherheitswach-Patrouille energisch zurückgewiesen worbe» waren. Selbstmord Der wegen schwerer, körper-licher Beschäbigung seines WeibeS vom Kreisgerichte Cilli zur Kerkerstrafe verurteilte, «ach 1892 Kartschowina zuständige Josef Alt, ein ver« kommenes Geschöpf, wollte im berauschten Zu-stanbe abermals bie arme Frau mißba»beln unb sie in einem vor seinem Wohnhaus« vorbei-fließenden Trauar» ertränken, welchem Schicksale sie nur mii aller Anstrengung entgieng. .^m Auftrage bes Gemeindevorstehers schritt ber Geineinbebiener unter bem Beistanbe eines Ge-meindeausschuffes von Kartschowina zur Ver-hastung des Uebelthaters. Joses Alt entzog sich jedoch seiner Arretierung dadurch, baß er sich mit einem großen Messer einen Stich in die Brust beibrachte und schon einige Minute daraus infolge ber schweren Verletzung starb. Mahrenberg. 5. September 1892. — (Eigenbericht ber Deutschen Wachti. Schaden-feuer Heute morgens um >/,2 Uhr tönte der Ruf Feuer und bas Hornsignal ber sreiwillg. Feuerwehr durch de» Marktflecken und riß die Bewohner aus dem Schlafe. In dem Dorfe O b e r f e i f i n g. in nächster Nähe »nferes Marktfleckens, kaum fünf Minuten von den äußersten Gebäuden entfernt, gleich neben der Filialkirche St. Aegidi brannte daS Wirtschafts- ' gebäude des Fr.inz Slatar (genannt Michel-Franzl) in heller Loze. Die freiwillige Feuer- I n ehr von Mahrenbetg unier persönlicher Leitung des Hauptmannes. Herrn Karl Wrentfchur erschien in lobenswerter Schnelligkeit am Brand-platze, lokalisierte sofort den Feuerherd auf bas ergriffene Gebäube, schützte bas Wohnhaus unb die auch in Gefahr defindliche Kirche, sowie die Gibäube bes Johann Krainer. Ejri Markt- " kämer mit seinem Weibe, be? in dem Wirt- I schaitsgedäube übernachtete, erlitt schwere Brandwunden. und seine Waren fielen dem Brande -zum Opfer. Das Weib erlitt auch einiae Brand-wunden und konnte ihre Waren noch bergen. Die Entstehungsursache bes Brande« ist unanf- ! geklärt und dürft, nach der Meinung des Be- J schädigten von sremter Hand böswillig gelegt worden sein. Obwohl das Gebäude beim Phönix 1 versichert ist, erleidet der Besitzer Herr Slatar ' dennoch eine» bedeutenden Schade», indem die eingeheimsten Futtervorräthe ein Raub der ! Flammen wurden. Herr A p p e l. Arzt in Mahre«- j berg, ber am Brandplatze erschienen war, leistete dem verwundeten Krämer de» ärztlichen Beistand. Dank dem schnellen Erscheinen unb umsichtigen Eingreifen ber braven Feuerwehr von Mahrenberg würbe weiteres Unglück verhütet und konnte die Feuerwehr von Hohen- i maulheii, ohne in Action zu treten, wieder ein-rücke». Es gebührt auch dieser Feuerwehr für ihre Bereitwilligkeit, bei jeber Gelegenheit hilfreich mitzuwirken, ber beste Dank. Nach ein und einhalbstün»igem Kampfe gegen das entfesselte Element konnte auch bie Mahre«-berger Feuerwehr unter Zurücklassung ber nöthigen Feuerwach« wieber einrücken. Luttenberg. Der Gemeinbeausfchuß von Luttenbecg hat den AiiShilfsbeamien der SiaatS-anwaltschaft in Cilli, Herrn Karl Wirth, zum Gemeindefecretär ernannt. Seltene Jagdbeute. Bei der am 4. September im Jagdreviere bes WerkScassieres Herrn A. Z r a u n i g g stattgesunbenen diesjährig n ersten Treibjaqb auk ber heil. Alpe wurde auch ein Gen Sbock zur Strecke gebracht der jedenfalls die weitentlegenen Steireralpen zur Heim.it hat unb hieder versprengt würbe. Alte Leute können sich nicht erinnern, je ein solch Gethier hier gesehen zu haben; was Wunder, wenn sich ein Bäuerlein zur Aeußerung hinreißen ließ, es wäre nur ein verdorbener Ziege n dock und selbst der glückliche Schütz« Herr Werksrestaurateur Franz Birtiö in Oistro gieng nicht ohne Bangen an das Auf-heb,« ber zottigen Beute. 8. Zugsverspätung. Man schreibt uns aus Graz: Der gestern nachmittags von Cilli eingelangte Gemischte Zug hatte infolge ber großen Benützung vonWallsahreru eine Verspätung von einer Stund?. Aus Mürzsteg wirb ber Deutschen Wacht mitgetheilt, baß ber tüchtige Zitherkünstler F. O in u l e tz bon Gelegenheil hatte, seine Kunst vor ber Frau Kronprinzessin - Witwe Stefanie zu zeigen, und bas, bie bobe „Deutsche Macht 7 puZso liebenswürdig war, zu sagen: Ei? habe ne solche Leistung auf diesem Instrumente noch otl «hon. Bader und Sommerfrischen. In der ioiZes-Curanstalt N e u h a u S sind bis 28. blinkt 985 Gäste angekommen; darunter Mime au» Cilli. Römerbad bis 30. August: l()07 Personen. Vereinsnachrichten. Deutscher Schulverein. In der Aus-Mi&fipn;, am 30. August wurde der Ons-I jmcpc Unterreichenau für das sehr bedeutend» IkiWiis einer Festveranstaltung, der OrtS-Huppt Pfraumberg sür da» Ergebnis eines W-kegelschiebens, der Curgesellschaft Schwadowitz |i Trauienau für eine Spende und endlich den Wttdierenden der Stadt Oderberg für das Rein-«üznis einer von diesen veranstalteten Lieb* «dercheaier-Vorstellung der Dank ausgesprochen. pT Dank der Gemeinden Arnoldstein und IlKterberg für gewährte Unterstützungen wurde »»tknninis genommen. Für den Erweiterungs-«a> der Holzn,dustrieschnle in Gotische« wurde lea pröRcret Betrag flüssig gemacht, den Schulen » Ziehberg. Schütimhase» und Rudolfstadt Iwrbfii Unterstützungen, dem Schülerunter-Iiiitz»ogsverein am Realgymnasium in Prachatitz Icee Subvention, der Schule in Berlan ein Bei-Itu; zur Anschaffung von Lernmittel und der Mhiile in Königsfeld ein Beirag zu Adaptie« nussjiseckeu gewährt, ferner die Erweiterung «r Schule in St. Egidi zu einer zweiclaffigen «schlössen und außerdem eine Reihe von Ange-[lejrntKUfn der Vereinsanstalten in Lichtenwald. Mrigtberg. Eisenbrod, Röscha, Sagor. Bladnitz mid itreibera Beschlüsse gefaßt. Straßenrennen um die Meister-schast von Steiermark. Anläßlich des 6*ml«n in Brück stattfindenden sechsten Haupt-Williges des Steirischen Radfahrer-Gauoerbaiivos Ijelati^t ««ch die Meisterschaft von Steiermark « Ztraßnnennen zur Austragung. Die Renn-mncke beträgt 50 Kilometer. Das Rennen ist Mr ^lle >n Zieiermart ansässigen Herrenfahrern irrn. ?er Sieger erhält den Titel: Meistersahrer jtn Lteiermark aus der Straße sür daS Jahr ein golden-s Ehrenzeichen im Werte «it Gulden und eine Ehrenurkunde. Der Bk!« und Dritte erhalten Ehrenpreise. Ver-vüd M deS Meiste, schaststiielS ist Herr Josef toerghofcr vom Pischelsdorfcr' Radfahrerclub. Start erfolgt beim Kilometerstein 3 der Wem Reichsstraße nördlich vo» Graz, da» M befindet sich l eim 53 Kilomeierstein un-Melbir vor Brück. Das Rennen beginnt um «lllir Morgens. Der Wettfahrausschuß ist in Wp-rt'BMk zusammengesetzt: Fahrwart: Drnd. 1. ö. ft. Ho^enegg (Allgemeiner Technischer lÄslihrerverein). Zielrichter: Dr. Oscar Zvth iSitzer Bicycleclub). Ablaffer: Franz Rosen, min iHerrensahrer) und Franz Schröder (Grazer litiadrerclub.) Fahrtbeobachter: Franz Koneczny ■ötjzer Äadsahrerclub) und Wilhelm von Wiefer wenensahrer), Zeitnehmer: Hans Dra?.il (Grazer «dsadrerclub.) Alex. Gayer (Grazer Bicycle-pb), Bittor Kalmann (Allgemeiner Technischer HlÄfatnrverein) und Robert Seeger sGrajer mdsahrerclub). Schriftführer: Robert Seeger lst«j«r Radsahrerclub), Arzt: Dr. M. Bertha pnilker Bicycleclub). Die Herbstausstellung und Jnngge-«jilschau des ersten österreichisch-«a-rischen G es l ü g el z u ch t-B e r ei » eS »Wien wird bei wesentlich herabgeminderten «mdgelde vom I. bis 9. Oktober d. I. im Ver-«hause (k. k. Praier 25) abgehalten. Dieselbe ist «l silbernen und bronzenen Staats- und Ver-kälrebaillcn, Privatpreisen und Anerkennungs-«plomen reich ausgestattet. — Wie alljährlich > aiil dieser Ausstelluna die unentgeltliche Ver-Mliing von edlere,, Geflügelsorten an landwirt-W'ilichf Bereine und Gesellschaften Riederöster-fe- verbunden. Vereine und Casino, die vom «in österreichisch-ungarischen Geflügelzucht Ver-«! noch nicht betheiligt wurden, werden auf-»ordert, sich um je einen Zuchtstamm zu be-»ten. Die bereits betheiligten Vereine und Woim, wollen die in den Reversen dem Ge- flügelzuchtvereme zugesicherten um einen be-stimmten Preis abzuliefernden Thiere ihrer Nach-zucht bis längstens zum Eröffnungstage in das Vereinshaus nebst einen Bericht über ihre Züchter»,ebuiffe einsenden. Alle ferner gewünschten Auskünfte ertheilt die Vereins-Kanzlei. vermischtes. Preßzustände. Eines der meist consis-cierten Blätter ist die von dem auch in Cilli bekannten Herrn Prof. L ö g e r geleitete Deutsche Leipaer Zeitung. Dieselbe erschien kürzlich mit drei Confiscations-Erkenntniffen und wurde abermals mit Beschlag beleg». In allen Erkennt-nissen ist von Aufreizung wider den böhmischen Volksstamm die Rede. Der Schriftleiter gab absichtlich in einer Reuausgabe die Schilderungen des Vorfalles von Wonau lediglich aus der Wiener Deutschen Zeitung und aus dem Wiener Fremde n-B l a t t; diese Schilderungen wurden trotzdem konfisciert. In Anbetracht dessen hab,» sich in Leipa ewige angesehene Bürger zusammengethan, um mit allen gesetz-liche» Mitteln das dortig« deulschgesinnie Blati in seinem Bestände und in seiner Bewegungsfreiheit zu schützen und zu fördern. Eine werkthätige deutsche Frau. Karl Pröll schreibt aus Berlin vom 18. August d. I.: Gestern verschied infolge eines schweren Nierenleidens Frau Baronin von K l o e st. Vor» sitzende der Frauengruppe Berlin des allgemeinen deutschen Schulvereine«. Ein^m alten märtisch« Geschlechte entsprossen, hat sich die Verstorbene, welche unvermählt geblieben, bis zu ihrem letzten Hauche nationalgemeinnützigen Veran-staltungen mit ungeschwächter Kraft und seltenem Opfermuth zugewendet. Im Jahre 1870 schuf sie ein Privatlazareth für verwundete deutsche Krieger, für die sie sammelte und in deren Pflege sie unermüdlich war. Auch später wirkte sie im Vaterländische» Frauenvereine. Dem «ichs-deutschen Schulvereine ist sie vor fünf Jahren beigetreten. Auf ihren Vorschlag wurde der Baronin vor drei Jahren von der Hauptleitung bewilligt, di« «twa 20 weiblichen Mitglieder in Berlin zu einer Frauengruppe zu vereinigen. Jetzt zählt diese Gruppe beinahe 600 Mitglieder: dank der Rührigkeit und dem Rede- und Orga-nisationstalente dieser seltenen Frau. Sie führte Besprechunsisabende und VergnügungSabende ein, veranstaltete mehrere sehr gelungene Feste, u. a. den deutsche» Abend in diesem Jahre am 22. März. Sie wußte sich tüchtige Mitarbeiter und Mit-arbeiierinnen auszuwählen, und alles gieng bei ihr wie ani Schnürchen. So ha« sie in werk-thätigster Weife ihre deutsche Gesinnung geoffen-ban. Der Verlust ist doppelt herb, da die achtzig-jährige, beinahe blinde Frau kaum zu ersetzen )eiu wird. Ihr Angedenken wird sür uns Schul-vereinsgenoff,n ein gesegnetes bleiben. Hätten wir viele solche opfermuthiger Damen, so würde der Schulverein einen mächtigen Aufschwung nehmen. Kunst, Schrifttyun», Mhne. Mahnung. Ihr baut, zerstört und baut von Neuem wieder Um wiederum zerstört da« Wert zu seh'n; Wann wirk eS endlich fest und sicher fUh'n, Wann strahlt darauf die Sonne segnend nieder? Wenn ihr benützt zum Bau die alten Trümmer Und zur Verbindung alte Stämme wählt. So habt ihr ewig euch umsonst gequält Und eure Hoffnung bleibt «in slücht'ger Schimmer l Seht euch doch um in unfirn deutschen Hainen Der grünen Eichen, jugendfrisch und stark: Da findet ihr noch lebenSkräft'ge« Mark! ES quillt kein Saft in alternden Gebeinen 1 Und solltet ihr nur morsche Stämme find«». Sind alle krank vom Pesthauch dieser Zeit, So pflegt den Nachwuchs, daß er frisch gedeiht, Er wird dereinst den Einheittempel gründen. E. ». Petrooitsch. Ein bemerkenswerthe« Flugblatt erschien soeben b«i I. I. Tascher (». Gert«) in KatserSlautern: Etliche kräftig« Echnadahüpferl, gewidmet und zum fleißigen Gebrauche in jetziger Zeit empfohlen Seiner Durchlaucht d«m Fürsten v i«-marck von Otto F l« i f ch m a n n. Nebst d«S Fürsten dankender Antwort. (Prei« 20 Pfennige.) Die Verse werden hoffentlich eine luftreinigrnde Wirkung ausüben. Mancher wird au« Herzensgrund sprechen : Da« war ein rechte« Wort zur rechten Zeit. Wie wohlthnend die v«rf« auf di« Stimmung d«S Fürsten selbst wirkten, beweist am besten die lieben«» würdige und schmeichelhafte Antwort an den Ber-f-sfrr, die in Facsimile auf einem besonderen Blatt beigefügt ist. Leute, die den größten deutschen Staat«-mann mit «oth bewerfen, muß man so behandeln, wie e« in der Schlußsttophe heißt: Du siehst, da» Gelichter Hat'« allweil so gemacht, Drum allw«il die Wichter Veracht' und verlacht.*) SttmtUAt bitt attflfirintrn Bllcher sink ss beziehe» in da Buch-. uitt Wufitalu« . fanU;ir..| Fr f 11 lineb in ttldl. KremdenNste der Kjadt ßilN. Hotel »Erzherzog Johann:" Heinrich R. o. GieSl, k. u, t. Feldzeugmeister, Wien; Camillo Tri>rker, Brandschaden - Veisicherung« Beamter, au« Graz; Heinrich Kohn, Reisender. Wien; Juliu« Jauker. Reisender, Wien; Paul Ritter von Eearpa, k. u. k. Rittmeister. Wien: Rudolf Gößler, Saufmann sammt Gemahlin und 2 Kindern, Graz; I Kugler, Gut«verwalter. f. Frau. Neucillt; Karf Hrubesch. Beamter der Südbahn, Mödling; Anton Joksch, Reisender, Görz; Karl Hanß, k. k. Notar, Jdria; Paula Ulrich. HaupImannSgattin. mit Töchterchen, au« Wien : Ulrich Liniger, k. k. Ober-lande«ger..Roth Graz; Georg Reißbari, Kaufmann, Nürnberg; Dr. BorniS, Graz; Charlotte Münd«b«rg. GutSbesitzerSwitwe mit Tochter, Agram; Franz Ro5!>, Reisender, Marburg; Dr. Ferdinand Much, Hofibeaterarzt. f. Frau. Wien: Louife Wagner. Pridate. sammt Tochter, «gram i Josef Netscher, Kaufmann, Wien; «. Bittersmann. Kaufmann, Graz; Dr. Alexander, Freiherr v. Reupauer, k. k. B«zirk«hauptmann. Gra,: Rudolf Freiherr v. Brei«kv, k. k. SectionSchef, Wien; Johann Lienhart, Kauf« mann, Wien; Dr. V. Kri»p«r, Advent. Laihach. „Hotel Koscher" (Hotelier Wregg:) Arthur Pollak, Reisender. Wien: Otto vom Stieg, Reisender, Wien; Friedrich Marek, Staatsbeamter, f. Gemahlin und Tochier, Graz: Han« Hawelka. Geschäftsreisender, Wien: Salomon Rofenbaum. Reisender. Wien; El.'mentine «opac, AdvocatenSgatiin mit Tochter, au» Agiam; Maria Scherleitner, Köchin. Tuest; Friedrich und Richard Klenka, Studenten au« Prag: Heinrich Kasfir, Holzhändler. Wien: Eduard Ritter von Erhold, Director der öftere. - ung. Bank, Trieft; Ernst Bilz Beamter mit Mutter und Schwester, au« Fiuine; Maria Zerhak. Private und Frl. Kovaöt5 Private, au« Rann; Theresia Pöschl, Hausbesitzerin mit drei Nichten, au« Marburg; Hermann Bav«r, Bureauchef, der öftere. - ung. Staatebahnen, sammt Frau au» Graz; Dulichar. Bauleiter, Kutjevo, Slavonien; Mathia« Götz, Reisender, Wien : Berthold Götzl, Reisender, Wien; Johann Kupljen, Privat mit Tochter. Laibach; Andrea« Krtrt. Tafetier, sammt Frau, Agram; Ludwig Fränk, Reisrnder, Wien' Eduard Langer, Reisender. Wien; Josef Bezlaj Bürgerschullehrer, sammt Frau, Gurkfekd: Gustav Appel, Reisender. Wien; Eduard Löwv, Kaufmann, Wien; Jgnaz Reiner, Kaufmann, sammt Gemahlin. Eisenstadt. Ungarn; M. Jamnik, Privatiere, Zwischenwäffern. „Hotel Stadt Wien:' Frau Adele v. Kereziny, Stiftsdame, mit Nichte und Frau v. Witt-Halm, BeamtenSgattin, au« Wien; Johann Belik, Kaufmann, Budw«i» ; Maria Roiko. Beamten«frau, Graz; Lorenz <>ernagora, Concipient, Cirknitz; Martin Latinak. Kaufmann. Wien; August Urban, Prokurist, Neustadt!, Böhmen; Karl Hrub«sch, Beamter, Mödling; Samuel Szanto, Kaufmann, Budapest; Ernest Hartmann, Geschäftsreisender, Graz; Hugo Weiffenbeck, Kaufmann. München; Dr. Michael Waldstein, k. u. k. Generalstabsarzt, *) Diese Verse sind mit besonderer Erlaubni« de« Verleger« abgedruckt. 8 Peutfche Wacht 1892 mit Gtmahlin und Tochtcr, Wien; Stcfan Marsi.', k. u. k. OberlitutenanI, Agram; Franz Stich, Kaufmann, Wien: Thoma« Klcinfuß, Wrinbändler, vaja; Ferd. Hubelreiter, Rrisendcr, Wien: Hkrman Gaudrr, Kaufmann, Bernfeld; Daniel Braun, Kaufmann, Wien; August Ferjancic, Privatirr, Adclsberg; Ant. Eiluffi, Bauunternehmer, sammt Gattin und Sohn. Sissek; Maria Liebich, Private, Graz: Eamillo Kailler, k. u. f. Oberlieut., Trieft; Alexander Ivntana, Arzt in Padoca, Italien; I. Kardoch, Kaufmann, Stuhlweißenburg; Ferdinand Haidiga, Handelsagent, mit Familie, Trieft; Karl Stark, Kaufmann, Wien; Amalie Marout, Bezirkt' Vorsteher«-Witwe, mit Tochter Frl. Jda, aus Graz; Josef SavoroSky, Kaufmann, Wien; Richard Hirschbeck, Kaufmann, Wien; Gustav Kaindl, Kaufmann mit Sohn, Neuzeng; Alfred Jusek, Direktor, Reichenberg. Hotel »zum gold. Löwen:" Nikolaus Arkosch, Geschäftsreisender, Laibach; Ferdinand Thaler. Bereiter, Wien. Gasthof »zum gold. Engel:" Rudolf Beckers, «gen». Solnitz; Heinrich Lebinger. Kaufmann, Littai; Josef Kriegl, Lokomotivführer, mit Tochter. Laibach; Kasper Strolz, Kaufmann. Bichlbach, Tirol; Franz Trattnik, Fachfchulleiter, Bergreichenstein; Johann Schmid, Brauer, BudweiS; Karl Schmier-maul, HauSbes., Marburg; Victor Graf, Eommi», St. Paul, Kärnten; Mathias Wenrel, Pferdehändler, und Gutsbesitzer, mit Senfal, WillerSdorf, Ungarn; Franz Palter, Pferdehändler, mit Senfal, Steinz bei Graz. »Gasthof Stern:" Louife Krapsch, Pri-»ate, Pettau; M. Lorger, Oberlehrer, St. Leonhard ober Tüffer; Jgnaz Stern, Reisender, Fiume; I. V. Pitscheder, k. k. BezirkSrichter mit Familie, Graz. „Hotel Strauß:" Jakob Murko, Grund-»esitzer, St. Urbani, Pettaux Eduard Pour, Geo-meter, Laibach i Johann PodleSnik, Commi«, Ratschach; Hermann Peter, Bergbeamter, Trifail; Franz Moreje, AdvocaturSbeamte, Lichtenwald. Briefkasten. Herrn Andrea» 9? Ihre bemerkenswerte Zuschrift ist leider für unsere heutige Nummer ver-spätet eingetroffen. Die Lieferungsfrist für Beiträge ist Dienstag und Freitag abends. Herrn I. K. Besten Dank für die mitt lbare Zusendung. Die wertvolle Nachricht wird Ver-Wendung finden. Weitere Zusendungen erbitten wir jedoch unmittelbar an die Schriftleitung am Haupt-Platz, 8. Herrn F. II. Der kleinere Beitrag war leider veraltet; den größeren lesen wir mit großer Spannung. Nähere Nachrichten folgen. Herz-lichen Dank und deutschen Gruß! An alle Mitarbeiter. Wir bitten, alle Eigennamen und Fremdwörter (wenn solche »ich» vermieden werden können) d o p p e l t d. h. mit deutschen und lateinischen Buchstaben zu schreiben. Die Lieferungsfrist für Berichte ist Dienstag und Freitag abends. Eingesendet. Kunstplätten. Im hiesigen Gasthos zum weißen Ochsen weilt seit mehreren Tagen Herr KalkSbninn aus Wien, welcher hier am Orte Unterricht in der Kunstplätterei, ertheilt Sein Geheimnis besteht in der Manier des PlättenS, da« mit Anwendung de« sogenannten KalkSbrunn'schen Edelweiß - Silberwäscheglanze» er-folgt. Er bleibt bis Freitag mittag» in Eilli. 73.000 Gulden ist der Haupttreffer der Großen 50 Kreuzer Lotterie. Wir machen unsere geehrten Leser darauf aufmerksam, daß die Ziehung bereits am 15. Oktober stattfindet. tzovrse der Wiener Aörs, vom 7. September 1882. Silberrente.......«. 9tf.40 Notenrente........96-75 Goldrente..........115.75 5%ige Märzrente.......100.50 Bankaktien.......„ 9.96 Creditactien.........315.25 London, vista........119*75 20 Frankenstücke......„ 9*50'/, Münzducaten......., b'Q9 100 Reichsmark........58 69'/, Eisenöahnverketir. Abfahrt der Ziige von Cilli in drrNichlung nach: Wien: l'38nacht»(S.-Z.); 1-51 nachm. (Sch.-Z.); 5 24 nchm. (P.-Z.) 3.10 nacht«; (P.-Z ); 6'25früh"■»!' rrf^wntiwii 8«4tr unk , V ; . Z«tt»chr>ftc« «ad d>»q die ?^»>,andl»n« sodann R « l u f 4 tu ilil« z« beziehe». Wer guten Kaffee zubereiten will, kaufe den echten Alz-Kaffee. § SlzMßcc %££%*'**• A Öf* Ür» enthält keine Birnen, keine D ^ ^^^^II^^Ni'lben, keinen Tyrnp. W Zu haben m in allen Specerei-Keschäften. »02—25 " Koststudenten. I D Bei einer B>rmaun|(iiii8u <). 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K'gen die materiellen Schadensolgen körperlicher Unfälle erwirbt, und ge» langen neu eintretende Abonnenten mit den» Tage der Eintragung in anteie Abonnenienlistelt in den Genuß der Versicherung. Am l. October findet in den PferdestMllen des Kreilicrrn von Man teuffei zu Weixlsletten eil gut sich ausweisender Ltnlustli Stellung 777—2 Hausverkauf In €1111. Das Hau« Nr. 30 in der Herrengasse in nächster Nähe des Stadtparke», mit grossem Hof, Garten und Hausgrund. mit 2 Gewölben, einem grossen Weinkeller und zwei kleinen Kellern, sehr geeignet zum Betriebe eines grösseren Geschäftes, ist unter leichten Zahlungabedingniasen zu verkaufen. Nähere Auskunft bei der Eigenthfln.erin. 776 Ein Kostknabe ans besserem Hause, wird bei einer deutschen Familie aufgenommen. — Für gewissenhafte Aufsicht und gute Verpflegung verborgt. — Wo? sagt die Verw. d. Bl. 769—3 D4C" Je, die andere mit 5 Zimmern sammt allem Zogehör. Anfragen beim Eigenthümer Wi-» ti stlgrer Gelegenlieitskauf. Gin IWiiiffarteit, circa 2 Joch, nebst Weingartenhaus, in einem reblausfreien Weingebirge, 1 Fahrstunde von Lichtenwald entfernt, ist wegen Familienverhält-nisse unter den gQustigsten Zahlungshedingnissen sofort billigst zu verkaufen. 729—3 Näheres an directe Käufer durch Franz Bracic, Oberlehrer in St. Veit bei Montpieis, Cntersteieruiark. Theodor Gunkel, Bad TülTer, Oürx, Curorte. 385-61 10 »Peutfche Wacht' Kundmachung. An den städl. Volksschulen, sowie an den beiden Kindergärten finden die Einschreibungen für da« Schuljahr 1892/93 am 14. und 15. September l. I., jedesmal von 8 bis 13 Uhr vormittags statt. Neu Eintretende haben den Tauf- (Keburts)Schein, wie auch das letzte Schulzeugnis (Schulnachricht) beizubringen und sind der betreffenden Schul- oder Kinvergartenleitung von den Eltern oder deren Stellvertretern vorzustellen. Gleichzeitig wird bemerkt, daß an den städt. Volksschulen Kinder aus fremden Schulsprengeln nur nach Maßgabe der vorhandenen Räume und nur mit Bewilligung des StadtfchulratheS aufgenommen werden. Stadtscholrath Cilli, am 4. September 1892. Der kaiferl. Rath und Vorsitzende: 7«4-2 Z>r. TRt&ttmaun. Im Institute Kaussenbücht findet die Giufchreibuug der Schülerinnen am 15. und Itt. September vou 9—12 und 2—4 llbr statt. Die Vorsteherin. 59»—« vueköruekervi. kuck- & Papierhandlung. Xiitu Nnhulbe^imi Scliu.l"b"Cä.cli@r für das 11 Staats-Oteijinasinm, Knaben-1 MädcWiltacWe nnd Umgebungsscbule in grösster Auswahl. ac Daselbst sind sämmtliche Schulhefte. Schreib- und Zeichen-Requisiten in grösster Auswahl vorräthig. Sc3a.vilteu9c3a.en. von 35 1er. a-afwärts. ~ Gründlicheil und praktischen Musik-Unterricht für s&mmtliche Streich-, Holz- und Blechinstrumente ertheilt gegen Honorar 775 3 Kdimrd Ij<'iilinr"l. y^\ rj Nur noch heute den 8. aml morgen Freitag den lt. rorraitt. N wird der Unterricht der nenen vielfach anerkannten nnd leichtfass-M lieben M«thod« für WHiche-Waschen und GlanzbUffeln mit 2 jedem Bügeleisen nur mit dem einzigen unschädlichen EdelweU«. N Silber-Wlsche-Glanz- und Patent-Wascb-Pulver fortgesetzt. •V ****«XXXXXXX+XXXXXXXXXXXX Hmnrioh Reppilsch B ZenjEscliniied ft Brückenwaienbai nnd 753-6 CILLI, Steiermark i erzeugt Decimal- auch Centimal-Briicken-Wagen, I Gitterthoren und Gelttnder, Ornamente nnd Wappen aus Schmiedeeisen Gnrten- nnd Grab Kitter, Hen- und Weinpressen. Tiefbrunnen-Pumpen auch Kinscblagbrnnnen. sowie Wagenwinden solid und billigst. xxxxxxxxxxxx+xxxxxxxxxxxK Pensionat „Mädchen - Heim" "WD von Frau Auguste Maulaz, Rechbauerstr. 26 d Q- r a z. 765-a Vollkommene Erziehungastätte der Jugend, für Mildeben, welche Töchterschulen in Graz besuchen. Vorher» itong zur Aofnahmsprüfung der Töchterschulen. Musik, französische nnd englische Sprache im Haute. Programme und Auskünfte daselbst Hotel Vlefant. Tonnerstag den 8. Zeptember 1892 CONCER der Cillier Musikvemns-Kapelle. Anfang halb 8 Uhr. Gntree 2» kr Täglich die so beliebte Mpori»lltü( M steirisches Produet W Puntigamer-PilsnerBier im Ausschaut per Liter nur 2V kr. Um zahlreichen Zuspruch kittet hochacktungSvoll ZKZa.llaa3-d.er. Steierm. Landes-Bürgerschule in Cilli. Die Einschreibungen der Schüler für das Schuljahr finden am 14. und 15. September von 0 bis IT Uhr vorm. in der Directionskanzlei der Anstalt statt. Die Bedingungen zur Ausnahme sind im Jahresberichte der Anstalt enthalten. Verläßliche Kostorte können bei der Direktion erfragt werden. Die Direktion. 728—3 Z. 7107. Kundmachung. Im Nachhange zur hierämtlichen Kundmachung vom 29. August 1892, 3« 7019, wird den Hoteliers und Gastwirten, sowie allen Parteien, welche sich mit der Vermuthung von Zimmern befassen, endlich allen Haushaltung!» Vorständen zur Pflicht gemacht, auch die Ankunft von Fremden aus Frank-reich sofort hieramls anzuzeigen. Stadtamt Cilli, am l. September 1892. 75.2—2 Der kaiferl. Rath und Bürgermeister: Dr. Neckennann. Z. 7183. 777—2 Es wird hiemit zufolge des vom Gemeinde-Ausschuß? in seiner Sitzung vom 2. September 1892 gefaßten Beschlusses kundgemacht, daß da« Waschen und Entleeren von thierischen Abfällen, sowie da» Schwemmen von animalischen uud vegetabilischen Stoffen im Kopriunzabache strengsten« untersagt ist. Dawiderhandelnde werden nach Maßgabe der Strafbestim mungen des Gemeindestatute« für Cilli bestraft werden. Stadtamt Cilli. am 3. September 1892. Der kaiferl. Rath und Bürgermeister: £Jr. Neckermami Wer will halb niannit oder durch (•elefpahevU-Itandel 0«M verdjfmrxL, der veriaage ICtt «IHinil --- Kfliei tuitiiiiitit! ti—,kii uiMnitCflliüMttioiieir faraatlrt genau gebend l SjQ, Altar III 2 icer J SllWr-»«ei L 10.-, Ilcfl wlu ¥ Kör t US IN 107. Matt Wtll ilTtril 25 L llemtiH Cber AH*® weitere Preia-jj*tg_