Erscheint Dienstag und Fltitog. Redaktion: Vtadt, N. Mar» Nr. 220, 3. St. Expedition: Ron» H»u«-Nr. 19«. Inserti«n«gebühren: f,ir die «spaltige Zeile »der deren N»um für > Mol « kr„ 2 Mal 8 lr., 3 Mal I» kr. Insertion«» stempel jede« M«I 2» kr. Verlag und Druck »on I . Vlasnik. i. Jahrgang, Patriotische Abonnement W^Ubiich^ ^ ganzjährig i fi^^-.lf.<^..'' halbjäüri» 2^„35si.r,^ »ierleljlihri« l >^26 '„^H' - Durch die Post: ganzjährig 6 fi. eruieo - Berg brachte n:ulich Ihr Blatt leider eine traurige Notiz. Wir würden wohl sehnlich wünschen, zu erfahren: hat man den Karst von der Kraine r Seite Wohl schon und mit welcher Aussicht zu bewalden angefangen, da vom kllstenländischen Gouvernements­bezirke bereits mit Energie vorgegangen zu werden scheint? Die jüngsthin gebrachte Notiz über die Zustände der Gynmllsilll­schüler und die bedeutenden Stipendien für dieselben, die wohl, wo nicht in den Stiftbriefen ausdrücklich die Widmung für Studierende in Laibach lautet, auf keinen Ort beschränkt werden können, führt uns auf den Wunsch, nach und nach alle Stiftungen für wohlthätige Zwecke im Allge­meinen kennen zu lernen. Diese Daten dürften aus denstatistischen Aus­weisen leicht zu entnehmen sein, wo diese compilirt werden. Wir bemer­ken nur, daß der Stand des Invlllidenfondes für Kram noch in keinem öffentlichen Blatte angezeigt wurde, und doch gewährt derselbe besonderes Interesse. Auch soll dem Gerüchte nach der Maler Langus eine Stif­tung fül Künstler substituorisch bestimmt haben, von der nun nichts ver­lautet! Ebenso stiftete Graf Lichtenberg für Iustiz-Candidaten adeliger Abkunft (wahrscheinlich nur für krainerifchen Adel) mehrere jährliche Sti­ der zufolge die Söhne nach erlangten Vorstudien ins Ausland auf Reisen und in Akademien zu vollständiger Ausbildung gesandt wurden. Valvasor schreibt (Bd. II , Buch VI , Cap. 11): „Der Adel unterhält seinen Stand von seinen Gütern, oder so er unbegütert, von seinem zu des höchsten Oberhaupts Diensten führenden Degen. Jedoch pflegen fowohl die vom Herrnstande fowie die Edelleute zuvörderst ihre Jugend mit freien Künsten zu zieren und der Pallas auf­zuwarten; auch dabei sich mit zuwachsenden Jahren in ritterlichen Exer« citienzu qualificiren, nachmals fremde Länder, bevorab Italie n und Frankreich, durchzureisen, damit sie entweder zum ansehn­lichen Wehrstande (zu einer fürnchmen Kriegs-Charge meine ich) oder zu leuchtenden Regimentswürden und glänzenden Ehrenämtern dermaleins steigen können. Maßen ihnen dann die Näherung Italiens großen Anlaß und Bequemlichkeit zur Peregrination gibt. Die Bürge r treiben Handlungen und Kaufgewerbe viele aber lassen ihre Kinder studieren wie dann im Lande zu solchen Zwecken gar feine Lsminai-ia, und Schulen eingerichtet sind. Wenn sie nun einen guten Grund gelegt, begeben sie sich auf hohe Schulen oder bedienen sich, wie gesagt, der Reise in fremde polite Län­der, zu einer Akademie. Wovon sie hernach die Frucht ernten, daß man ihnen ihrer Fähigkeit und Qualität nach^allerhand hochwichtige Aemter und Würden und hochreputicrliche VerricHungen vertraut". ' Unser junge Kavalier, den wir nun auf feinen Fahrten begleiten wollen, folgte aber nicht zuerst der „Bequemlichkeit zur Peregrination« in das nahe Italien — er gieng zuerst nach Wien. Im Jahre 1666 im Oktober - also mit Anfang des Studienjahres — ist er in Wien. Er wohnte beim Rothenthurmthor „in dem Arnoldischen Hause" bei einem gewissen Herrn Maintzer, wo er auch zugleich in Kost war und „ohne einigen Betrug ein Pfund Blei mit einem Gran Tinktur ins köstlichste Gold verwandelte"! Wir werden an einem andern Orte davon sprechen, wie der geniale Mann doch an den Hauptkrantheiten seines Iahrhun­ 254 pendieu zu 600 fl., über deren Verwendung ebenfalls keine Verlautbarung Wir berufen uns zwar ungern auf Frankreich, aber für die Er­geschieht! Vielleicht wäre es angezeigt, wenn der historische Verein reichbarkeit eines großartigen Umschwunges der landwirthschaftlichen In­einen Stiftungs-Cataste r über alle Stiftungen, mit Ausnahme der telligenz müssen wir doch dessen Beispiel als Thatsache anführen. Wir Messenstiftungen, auflegen und denselben in Evidenz halten möchte, damit thun dies, weil wir eine große Analogie betreff des Ausgangspunktes der es nicht so gienge wie mit den schönen Woiseustiftungen, die durch so viele beiden Staaten in dieser Beziehung sehen. I n Frankreich hatte man bis Jahre aus den Augen und aus dem Sinn kamen, bis sie ein Zufall zur Epoche des zweiten Kaiserreichs nichts Erhebliches für die intellec­wieder in Anregung brachte! Wir sind begierig, bald in Erfahrung zu tuelle Instruktion des Ackerbaues unternommen, und die letzten bringen, ob man sich für Gründung eines eigenen Waisenhauses, das zwölf Jahre waren hinreichend, um ganz unverkennbare, großartige Re­vielleicht die Hälfte des vorhandenen Kapitals verschlingen wird, oder für sultate zu erzielen. bloße Betheilung mit Erziehungsbeitragen an bedächtig gewählte Pflege­Diese Betrachtungen führen uns auch dahin, um endlich über den eltern entscheiden wird. — Hierorts besteht nur für weibliche Waisen» Modus der Ausführung dieses positiven Theils der „Radicalcur" zu linder ein eigenes unter der Obhut der Ursulinerinnen stehendes Waisen­sprechen. haus, desgleichen durch einen Znbau am dortigen Kloster viz-^ vis der Einecharakteristische Eigentümlichkeit des Ackerbaues, wodurch er Stern-Allee errichtet weiden könnte. Freilich macht hier das Publikum, sich auch von jeder andern Industrie wesentlich unterscheidet, ist, daß in den wahren Sachverhalt nicht kennend, daher nur nach dem äußern Scheine seinem Betriebe Alles nur relativ gut sein kann; daß es wohl überall nrtheilend, die ungerechtfertigte Glosse, daß die Mädchen in diesem Waisen-geltende wissenschaftliche Hauptgrundsätze habe, deren Anwendung aber ganz Hause mehr znr Heuchelei und Beterei als zur Arbeit angeleitet werden; durch die vielfältigen Ortsverhältnisse bedingt ist, und daß die Force der allein es ist die Frage, ob es in anderen Instituten nie gröbere Gebrechen landwirthschaftlichen Gebahruug vor Allem in der richtigen Auffassung und gegeben und ob durch zweckmäßige Controle, durch verständige Frauen-Nutzbarmachung eben dieser Verhältnisse hauptsächlich liegt. Comitäs oder Waisenväter und Waisenmütter die zweckmäßige Leitung und Wir würden demnach den Hanptcharatter des Ackerbaues mißver­Beaufsichtigung der Erziehung nicht thunlich wäre. stehen, und unseren eigenen Grundsätzen untreu werden, wenn wir eine Das KillbersMlll scheint bereits fest begründet zu sein, und man Schablone dieses Modus für alle Lander der Monarchie aufstellen wollten, wünscht die Statuten und die Verwaltungs-Modalitäten kennen zulernen*). und es liegt auch außer der Aufgabe dieser Reflexionen, uns hierüber in Ob die vor einigen Jahren von Dr. Stöckl in Anregung gebrachte genauere Details einzulassen. Es genügt auch dem Zwecke, die positiven (üröe^s- oder Krippen-Anstalt in Gang kam, ist unbekannt**). Ebenso Maßnahmen, die geeignet wären, uns zum Ziele zu führen, nur in ihren scheint die Erweiterung oder Errichtung einer neuen IneN-Anstlllt, wo­höchsten Spitzen und Eigenschaften zu bezeichnen. für von Sr. Majestät ein bedeutender Mitheil einer Lotterie gewidmet I m Allgemeinen finden wir die Bezeichnung des Hauptmittels für wurde, der Stagnation verfallen, da nichts davon zu vernehmen. einen Umschwung der landwirthschaftlichen Gebahrung in den: Ausdrucke: Mit vielem Vergnügen haben wir den Aufsatz wegeu Einführung Begründung und Organisation einer zeitgemäßen landwirthschaftlichen Be­der Leichenwagen, sowie die baldige Inangriffnahme des Baues der rufsbildung. Wir können nicht umhin, hiemit die allgemeine Aufmerk-Schusterbrücke (künftig wohl eines andern Namens gewärtigend) gelesen. samkeit darauf zu lenken, wie sehr sich die fortschreitende Zeit schon jetzt Wir glauben auch, daß der Friedhoffond reich genug ist, 3 Leichenwagen, an den Agriculturzuständen der Monarchie, wegen der bisherigen Vernach­die genügen dürften, beizuschaffen. Daß aber für die bevorstehenden läßigung der Bildung in diesem Berufe, der doch im Ganzen einen hohen städtischen Bauten die Obligationen verkauft werden sollten, ist wegen des Grad des Wissens zu seinem Gedeihen erheischt, gerächt hat. nieder« Coursstandes derselben sehr zu bedauern, und man sollte sie we­ I m Speziellen aber glauben wir bezeichnen zu müssen: nigstens nicht in fremde Hände, sondern an ein anderes Institut, z. B. 1. Die Errichtung landwirtschaftlicher Anstalten, und zwar in dem Armen- oder Waisenhaus, oder aber an die Sparkasse ablassen. Vergeben Maße und in der Beschaffenheit, daß sie sowohl der Ausdehnung der be. Sie gegenwärtige Meditationen dem Patriotismus, dem Sie selbst so edel treffenden Landergebiete, als auch deren allgemeinen und landwirthschaft­ huldigen. Xraino. lichen Cnlturverhältnissen entsprechen; und die geeignet sind, den Erfor­dernissen der Zeit, sowohl in der EntWickelung der handwerksmäßigen Staatswirthschaftliche Nestegonen. Technik, als auch der reellen Beförderung der Wissenscha t des Ackerbaues zu genügen. Ein Echo ans Ungarn 2. Die Einführung der landwirthschaftlichen Berufsbildung in die auf den Petitionsbeschluß der k. k. Landwirthschaftgesell­betreffenden Volksschulen, so daß sie, mit dem Elementarunterrichte ver­schllft in Wien vom 7. Februar 1865. woben, zu einem wesentlich ergänzenden Vestandtheile der Volkserziehung III . gestaltet werde. Und dies glauben wir umsomehr wünschen zu dürfen, als auf dem europäischen Continente zur nützlichen Durchführung dieser Idee Es bleibt uns noch übrig, einige Worte über die Erreichbarkeit die­selbst in praktischer Beziehung kaum eine bessere Gelegenheit geboten sein ses wesentlichsten Heilmittels zu sagen. kann, als eben bei uns. Wir müßten uns gar sehr in dem allgemeinen Ideengange des Zeit­geistes in der Monarchie täuschen, um nicht schon im Voraus der Ein­3. Die freie Bewegung uud gebührliche Theilnahme der bezüglichen wendung sicher zu fein: „dies ist Alles recht schön, aber die vermeintliche lllndwirthschllftlichen Vereine an Allein, was zur gedeihlichen Enwickeluna dieser Berufsbildung zuträglich ist. -> / / u Intelligenz kann man nicht mit dem Trichter eingießen". Der Satz ist an sich selbst richtig, aber dessen Anwendung wäre durchaus nicht an der Es würde uns zu weit führen, bei diesem Punkte uns durch Details Stelle. Denn wir müßten etwas Anderes und nicht praktische Landwirthe verständlicher zu machen. Wir erwähnen nur, daß wir erstens: keine sein, wenn wir die Meinung hegten, daß wesentliche Veränderungen durch lsolirten Lehranstalten wünschen, weil solche bei uns ihrer Aufgabe, nicht einen Meisterschnitt oder durch einen Zauberstab oder ein verschriebenes entsprechen könnten; daß ferner die Umstände die Notwendigkeit aufdrän­Recipe sich hervorrufen ließen. Als Landwirthe können wir nur jener gen, daß nicht nur die zukünftige, fondern auch schon die jetzige Generation Ueberzeugung sein, daß alles Haltbare und Gedeihliche nur aus einer des Segens einer solchen Berufsbildung so viel als möglich theilhaftig mühevollen und den Verhältnissen entsprechenden produktiven Arbeit ent­werde. Unserer Ueberzeugung nach würde die möglichste Verbinduua des stehen könne. Wirkens dieser beiden Factoren, der Lehranstalten und Vereine, auch den lebensfähigen Aufschwung Beider bewirken und den Fortschritt des aesamm­) Die Statuten sind bereits «erfaßt und der hohe» Regierung zur Bestätigung ten Ackerbaues im Wesentlichsten garantiren. vorgelegt. Wir hoffen den Beginn der Anstalt mit Allerheiligen. 4. Die Organisation dieses ganzen Bildungswesens soll in den be­) Kam nicht zu Stande. Aimierk. der Red. treffenden Ländern zu einem ineinandergreifenden harmonischen Ganzen derts — am Herenglauben, an der Magie und so weiter — litt. I m gethan und wo sich ein unausschöpfbarer Brunnen befindet. - I n Lyon selben Jahre 1666 finden wir ihn in Bamberg. Drei Jahre später blieb er sofort einige Jahre. Er widmete sich hier den historischen Wis­(1669) in Braunschweig, in der Grafschaft Stollberg, wo er die senschaften und vorzüglich der Archäologie, nebenbei die Naturhistorie und Vaumanshöhle besuchte, die er aber den Adelsberger und Lueger vorzuglich die Magie und Alchymie betreibend, so versichert er uns in Höhlen weit nachsetzt, welches Urtheil auch ein Engländer und zwei Hol­Lyon die Verwandlung von Kupfer in Gold selbst gesehen zu haben.' Er länder fällten, denen er später (um 1684) unsere Höhlen zeigte und die lernte hier den NouLisiii- Usur^ 6ardu8at kennen, dem er später aus zugleich die Vaumanshöhle selbst gesehen hatten. Dasselbe Jahr 1669 der Heimat viele Versteinerungen sandte. Während seines Aufenthaltes war Valvasor in Afrika . Hier war es, daß ihm (am 15. Juli) ein m Frankreich lernte er auch die Höhle bei Tou r „Iss «av53 Mutiere « vornehmer und gelehrter Mohamedaner, Namens Ali Haifa, der in hohem .n^"5 ^ ^ Tropfsteingestalten, ähnlich diesen und jenen Früchten Ansehen stand, die Vereitung eines starken Giftes und dessen Wirkung als (z.B. Nüssen) oder Nadeln und dergleichen, fand, die mit den Gebilden ein Geheimniß gegen Mittheilung anderer den Afrikanern nicht bekannter 53' n. ^ bei Kropp (in Oberkrain) die meiste Aehnlichkeit haben.- Geheimnisse anvertraute. „Um solche Zubereitung — schreibt er — bin Die Rückkehr von Lyon in die Heimat trat er (in welchem Jahre ist ich schon vor diesem (vor der Veröffentlichung des Faktums) von etlichen unbekannt) über Deutschland an, und er sah bei dieser Gelegenheit den Orten ersucht, aber niemals noch überredet worden, zu communiciren, und Rheinfall bei Schaffhausen, ans den er in feinem Werke zu wird sich auch niemals ein Mensch von mir erhalten: denn mein Ge­U'^ " «n"""' b"' wo er von der Schifffahrt auf der Save handelt. wissen will mir nicht erlauben, ein so hochschädliche Sache Welchen Weg er von da sofort eingeschlagen, ist leider nicht zu ermitteln. zur Gefährung vieler Menschen Lebens gemein zu machen Fragt uns nnn Jemand um das Resultat dieser Reise — so halten und dem höllischen Mordgeist oder dessen Creaturen und wir ihm die vier Foliobände der „Ehre des Herzogtums Krain« entgegen! Werkzeugen damit einen Vorschub zu thun".— Aus Afrika Denn nicht allein mit Wissen aller Art vollgepfropft kam er heim - er kam er (1670) nach Frankreich. Er landete in Toulon in der brachte auch, was wir als die schönste Frucht seiner Lehr- und Wander- Provence, wo er beim goldenen Löwen in einer engen Gasse am Meere ,ahre erkennen, den festen Vorsatz mit, die gesammelten Kenntnisse zum einkehrte. Von da reiste er nach Lyon und zwar über Marseille Besten der geliebten Heimat anzuwenden, sie an der Erforschung des Veaucaire, Avignon u. s. f.; in Beaucaire — sagt er - fand theuern Vaterlandes zu erproben, und. was er (Bd. I, S. 232) ganz ich ober dem Thore eines Palastes, so in der Stadt fast der schönste' von naiv erzahlt, „daß er in fremden Ländern von vielen gelehrten Leuten, die zierlich ausgestatteten Quaderstücken aufgerichtet uud mit schönen in Stein den Sebastian Münster mit seiner Beschreibung des Cirknitzersees ausgeschnittenen Figuren und Architektur geschmückt ist, unser «alvasorisches ausgelacht über dessen Beschaffenheit gefragt worden sei, ihnen aber, da Wappen sammt dem Namen und einer Inscription gar sauber in Stein er damals davon keine Wissenschaft gehabt, keinen Aufschluß habe geben gebildet". Auf dieser Fahrt war es auch, daß er in der Provence die « ^ " ^° ^ ^ ^°"" " ^ r innersten Beschämung für den in heißer Stadt St. Marimin besuchte, wo er sich die Kirchenschatze und heil. Re­Liebe zur Mutter (^rniolia glühenden Jüngling war gewiß zu diesem liquien ansah (6. Juni), und in die zwei Meilen entfernte Grotte ä« 1a nachher zur herrlichsten That gereiften Vorsatze der natürlichste Anlaß! Kaiuts Laums eintrat (7. Juni), wo die heilige Magdalena ihre Buße (Fortsetzung folgt.) 2ZZ gestaltet, und mit einer der Hochwichtigst des Gegenstandes ebenbürtigen Befähigung geleitet werden, was auch bezüglich des Kostenpunktes einen wesentlichen Vorlheil herbeiführen würde. Diese Kosten würden die be­treffenden Länder, wenn nöthig selbst der Boden allein schon durch aller­geringste Steuersätze tragen. Es ist selbstverständlich, daß den Ländern die Befähigung hierzu nicht entzogen sein dürfte; denn wenn Jemand kaum im Stande ist seine Slrohhütte vor dem Einstürze zu wahren fo kann ihm vernünftiger Weise nicht zugemuthet werden, den Vau eines comfortablen Wohnhauses zu unternehmen. Wir glauben hiemit auch die Richtung der zu begründenden Be­rufsbildung, wenn auch nur in den äußersten Umrissen, und dadurch die zur Regeneration des Ackerbaues uud des Gemeinwohls vorzunehmende Saat angedeutet zu haben. Gegenüber der heutzutage oft noch vorkommeudeu Einwendung, daß die reelle Berufsbildung nur auf Kosten der geistigen Bildung geschehen . könne, und deßhalb uuzutönunlich sei, haben wir noch zur Rechtfertigung unserer Anschauungsweise einige Worte zu sagen. Was wir von dem gemeinen Realismus halten, und welchen Ab­scheu wir vor ihm empfinden, haben wir im Laufe unserer Reflexionen deutlich kundgegeben. Betreff der realistischeu Berufsbildung fußt unsere Ueberzeugung auf der folgenden Ansicht: die realistische Thätigkeit, insbe­sondere auf dem Gebiete der Landwirtschaft nimmt als Grnndstlltze die Thätigleit des Geistes iu Anspruch. Unzertrennlich sind diese beiden Fac­toren in dem Processe der menschlichen EntWickelung verbunden. Es ist der Geist, der in allen materiellen Errungenschaften herrscht; und es ist die materielle Thätigkeit und deren Erfolge, welche den Ausschweifungen des Geistes Schranken setzt, und welche dem Menschen, indem sie ihn vom Kampfe mit den dringenden Lebensbedürfnissen des Augenblicks befreit, die Möglichkeit zu seiner geistigen und moralischen EntWickelung bietet. Politische Nevue. Die beim Schlüsse des Neichsrathes am 27. Juli durch den Herrn Erzherzog Ludwig Viktor, als Stellvertreter Sr. Majestät des Kaisers, gehaltene Thronrede spricht die Anerkennung des Kaisers für den patrioti­fchen Eifer und die Thätigkeit des Neichsrathes aus, erwähnt der erledig­ten Gesetzentwürfe, insbesondere der Eisenbahnvorlagen; — hofft, daß der Handelsvertrag mit dem Zollverein wesentlich zur Vermehrung der Wohl­fahrt des Reiches beitragen werde, würdigt bei Berathuug des Finanz­gesetzcö für 1865 das zu Tage getretene Streben, in der Verwendung der vorhandenen Mittel für die Bedürfnisse des Staatshaushaltes, eine bis zu jener Grenze gehende Sparsamkeit zu beobachten, welche, ohne die innere Kraft der Monarchie und deren Machtstellung nach Außen zu schwächen, nicht überschritten werden darf. Weiter weist die Thronrede auf die Erhaltung des allgemeinen europäische« Friedens hin, welche stets die Aufgabe der kaiserlichen Regierung war und auch fortau der Ge­genstand ihres ernsten Strebens sein werde. I n der schleswig-holstein'schen Frage wird der Kaiser im Einvernehmen mit seinem erhabenen Bundes­genossen, dem Könige von Preußen, dieselbe einer Lösung entgegenzufah­ren trachten, wie es den Interessen Gesammtdeutschlands und der Stel­lung Oesterreichs im deutschen Bunde entspricht. Gewichtige Gründe, welche das Gesammtiuteresse der Monarchie berühren und eben deswegen im Schöße beider Häuser selbst einen - patriotischen und beredten Ausdruck gefunden, rathen zur beschleunigten Einberufung der legalen Vertreter der Völker in den östlichen Reichstheilen, und führen die Notwendigkeit mit sich, von der Berathuug des Finanzgesetzes für 1866 in dieser Session abzusehen. Die Befriedigung, mit welcher der Gedanke bei den Er­folgen Ihres einsichtsvollen und patriotischen Wirkens weilt, vermag doch das tiefinnige Streben nicht zu schwächen, es möge eine gemeinsame Be­handlung der allen Königreichen und Ländern gemeinschaftlichen Rechte, Pflichten und Interessen'in naher Zukunft ein festes Band der Einigung um alle Völker dieses Reiches schlingen. Es wurzelt dieses Streben in dem Erkennen der Lebensbedingungen der Monarchie, es wurzelt in den edlen Gefühlen der treuen Liebe und Anhänglichkeit an den Thron und das Gesammtvaterland. Wo eine Hoffnung auf so festem Grunde ruht, wird, was jetzt als heißer Wunsch feinen kräftigen Ausdruck findet, mit Hilfe Gottes Wohl bald als gelungene Thal zur frohen Verkündigung heranreifen. Wien, 29. Juli. Die heutige „Wiener Zeitung" veröffentlicht mehrere Allerh. Handschreiben folgenden Inhaltes: I n den bleibenden Ruhestand werden versetzt: Lasser, Reichenstein und Kalchberg, letzterer unter gleichzeitiger Verleihung des Großkreuzcs des Franz-Iosevh-Ordens. I n den zeitlichen Ruhestand: Mecssrh , Plener , Hein und Burg er. — Staatsminister Schmerling wird zum ersten Präsidenten des obersten Gerichtshofes, Graf Velcred i zum Staatsmi­nister und Ministerpräsidenten erannnt und mit der provisorischen Leitung des Polizciministeriuns betraut, Graf Larisch-Mönich Finanzminister, Komers Iustizminister, Graf Haller prov. Leiter der siebenbürgischen Hofkauzlei. Das Marineministerium wird aufgelassen uud eine Abthei­lung des Kriegsministeriums bilden; die Handelsmarine wird dem Handels­ministerium untergeordnet. Es ist besonders bemerkenswert, daß von sämmtlichen in Gnaden entlasseneu frühern Negierungsmännern nur v. Bürger und Kalchberg in Anerkennung ihrer treuen und ersprieß­lichen Dienstleistung, alle andern: Schmerling, Lasser, Hein :c. in Anerkennung ihrer treuen und eifrige n Dienste ihrer Posten entho­ben wurden. Was mit dem Unterrichtsrath geschehen wird, ist noch un­bekannt. Nach der Erueuuuug des Gräfe» Velcred i zum Münster-Prä­sidenten führt das neue Ministerium mit vollem Recht den Namen Belcredi-Majlath. I n der letzten Sitzung des Herrenhauses betonte der Präsident insbesondere die Annahme des Gesetzentwurfes über'die Siebenbllrger­. bah» als eiucn Akt des österreichischen Patriotismus, welcher keine In ­leressenscheidnng kennt. Schließlich spricht der Redner die Zuversicht aus, baß Oesterreichs Zukunft eine befriedigende Gestaltung annehmen werde und hegt die Hoffnung: „es möge unsere Berechtigung, dem gemeinsamen Wohle des Kaiserreiches das Wort zu sprechen, ebenso wirksam fortleben, als die treu ergebenen Gefühle unveränderlich wahr sind, welche sich im Hcrrenhause in dem Rufe kundgeben: „Hoch lebe der Kaiser!" Das Her­ reuhaus stimmt begeistert in das dreimalige Hoch des Präsidenten, wo­ rauf Kardinal Rauscher den Antrag stellt, dem Präsidenten und Viceprä­ sidenten den Dank des Hauses zu voiireu, worauf sich die Versammlung zustimmend erhebt. Präsident uud Vizepräsident danken hierauf dem Hause und wird sodann die Sitzung geschlossen. Welchen Antheil die Kölner Ereignisse in Preußen und besonders m Verlin selbst erregen, kann man daraus entnehmen, daß alle dortigen Blatter noch immer dieses Thema's voll sind. Ein Kölner Korrespondent der „Krcuzztg." berichtet über das Abgeordnetenfest in feiner Weise, be­uierkt indessen: „Wi r wollen zugeben, daß man darüber verschiedener Meinung sein kann, ob überhaupt ein Verbot angemessen und klug gewe­sen ist." Wenn es nicht klug war, so war es gewiß noch weniaer nothwendig. ^ ^ -v l, London , 25. Inli . Die Parlamentswahlen sind beendigt. Unter den gewählten befinden sich 367 Liberale und 290 Konservative. Der Gewinn der Liberalen beträgt 24. Ein römischer Brief, den die „Union de l' Ouest" und nach ihr die „France" bringt, meldet die plötzlich in Rom erfolgte Ankunft des Herrn Cesare de Cantu mit dem Zusätze, der berühmte Historiker sei vom Könige von Italien beauftragt, die Wiederaufnahme der Verhand­ lungen zwischen Italien und Rom vorzubereiten. New-York, 15. Juli. Die Rede des Ministers des Innern tadelt Frankreichs Angriff gegen das schwache Merilo und wünscht, Ame­ rika möge Meriko beschützen. Der Gencralpostmeister Vlaiß sagt: Se- wards Politik in Bezug auf Mexiko entehrt Amerika; Johnson äußert sich dagegen dahin, daß er nicht die Politik der Minister theile. Aus dem Gemeinderathe. (Zitziing am 28. Juli. — Vorsitzender: Bürgermeister Dr. V. H. Costa; anwesend 19 Grmeiüdcrüihe). Der Bürgermeister beantwortet die vom Gemeinderathe Dr. Ore l m der Sitzung am 14. Oktober 1864 eingebrachte Interpellation: ob nicht der Verzehrungssteuerbetrag der Stadt Laibnch von 48,000 fl. erhöht werden könnte, heute erst, weil, wie er sagt, die Ermittelung der bezuglichen Daten eine umständliche uud schwierige gewesen. Er erörtert nun m einer längeren Auseinandersetzung die Entstehung und den Verlauf der der ^tadt Laibach zu Gute kommenden Verzehrungssteuerzuschläge; es zeigt sich, daß seit dem Jahre 1830 bis heute in Laibach derselbe Percent­ zuschlag giltig, und was charakteristisch ist und in der Monarchie nirgends mehr seines Gleichen haben mag, daß hier der Zuschlag nicht nach einem allgemeinen Percentsatze, sondern für einzelne Artikel verschieden festgesetzt ist (die meisten Artikel mit 25 °/„, am höchsten Weinmost und Kälber mit 50 "/«). Redner sagt am Schlüsse: er glaube, daß ohne Schaden für die Einkünfte der Stadt nur eine Modalität der Erhöhung des Verzehrungs­ steuereinkommens Statt haben könnte, und das wäre die Erhöhung des Percentzuschlages für einen bestimmten Artikel. Es erfolgte die Interpellation des Gemeinderathes W. Ste­dry : warum in Betreff der Auszahlung für die von Herrn Tauöar ge­lieferten Hölzer diesmal nicht die Rechnungen in Abschrift den Mitgliedern der Bauseltiou mitgetheilt worden seien? Der Bürgermeiste r erklärt, diese Anfrage sogleich umfassend beantworten zu können. Er sagt: Herr Tauoar hat Holz für die Brücken und für die Wasserleitung geliefert; es ist nicht richtig, daß die Bausektion von der Auszahlung kein Wissen hatte; an der Prüfung der gelieferten Hölzer hat die überwiegende Mehrzahl der Mitglieder der Baufektion Theil genommen, wie auch zur Augenschein­nahme des für die Brücke bei Stephansdorf gelieferten Holzes die Bau­sektion eingeladen war, wo aber, mit Ausnahme des Herrn Resmann, niemand anderer erschienen sei. Die Bausettion hat ferner die Augen­scheinnahmprotocolle unterfertigt, die Rechnungen hat der städt. Oetonom geprüft und die Bausektion diese Prüfung gutgeheißen, so könne weder den Bürgermeister noch den Magistrat irgend eine Schuld treffen; die Hölzer für die Wasserleitung habe Herr Resman nach Beschluß der Bau­fektion übernommen. Es stellt Gemeinderath Herr Hora k zwei Antrage — deren erster das bereits überall abgestellte Verbo t des Vorkaufe s betraf, welches Verbot den einen Bürger auf Kosten des andern benachteilige, welcher Antrag, da dessen Dringlichkeit gefallen, an die Polizeisektion, und der zweite, wegen des unbefugten Hausirens der Juden in unserer Stad t (welche Motion Herr Horak bereits in der Handels­kammer gestellt, wo sie einstimmig angenommen worden), an die Nechts­fektion gewiesen wird. (Schluß folgt.) Lokales und ProvinzialeS. — (Messe in der St. Iakobskirche.) Wie wir bereits ai° gekündigt hatten, wurde am Sonntage in der St. Iakobskirche die große Figural-Mess e in Ns-äur von unserer hochbegabten Compositeurin Frau Anna Pesfiak, geb. Edle von Schmerling, unter der umsichtigen Leitung des Chordirigenten Herrn Josef Fabia n znr Aufführung ge­bracht. Die Räume des Gotteshauses waren, wie voraussichtlich, trotz der andauernden Schwüle von frommen und neugierigen Zuhörern überfüllt. Ob zwar dieses Musikstück bereits vorigen Jahres in zwei hiesigen Kir­chen aufgeführt wurde, so gehört es doch zn den interessanten Novitäten, da dasselbe zum ersten Ma l mit so ausgiebiger und bedeutender Stimmenbesetzung durch die hervorragendsten musikalischen Kräfte unserer Stadt zur Vollendung gelangte. Die Messe ist an und für sich ein wah­res, dem Zwecke entsprechendes Kunstwerk der Kirchenmusik, und in jedem Theile desselben gibt es Parthien als Zeugnisse erhebender Vegabunq unserer Compositenrin, die beim Oreclo und L<3risäi«tu8 ihren Höhe­punkt erreichen und sich auch ohne Orgelbegleitung in ihrer harmonischen Vollkommenheit abspiegeln. Die schönen, sinnreichen Gedanken mil einer würdevollen Instrumentation führen uns zur Neminiscenz der größern Musikern. Auf die Aufführung selbst übergehend, müssen wir konstatiren, daß dieselbe im Allgemeinen eralt und überaus vorzüglich war, und daß alle Mitwirkenden bestrebt waren, den gebührenden Zweck zu erreichen. Der zwar jugendliche aber starke Damenchor, wie die betheiligten und als 25« tüchtig bewährten Sänger der öitavuiea, von dem braven Orchester auf's Kräftigste unterstützt, haben ihre schwere Aufgabe zur vollsten Zufriedenheit gelost, und gaben hiemit einen neuerlichen Beweis des fleißigen und durchgehend« korrekten Einstudirens durch ihren talentvollen Lehrer und Chormeister Fabian. Die Soloparthien wurden von der anerkannt tüch­tigen Altsängerin Frau Prücker, der sehr hoffnungsvollen Sopranistin Fräulein Fröhlich und dem als besten Tenor bekannten Viktor Buöar auf das Freundlichste übernommen und in vorzüglicher Weise gesungen. Der eingelegte gemischte Vokalchor ^v e von Helen, welcher sich durch seine zarte, harmonische und bezaubernde Lieblichkeit auszeichnet, wurde von den Sängerinnen und Sängern äußerst brav und schön vorgetragen, nur hätten wir in dem Damensolo bei der ersten Stimme mehr Sicherheit und Stärke gewünscht. Zu Ende unseres Referates haben wir des über­raschenden und andachterhebenden Duett's von unserer gefeierten Künstlerin Frau Anna Pesfiak zu erwähnen, welche dasselbe selbst, vereint mit Herrn Fabian, unter Musikbegleitung sang, so daß das schöne Oäe» toriurn die würdigsten Dollmetscher fand. Das Baßsolo im ^un s produzirte der letzgenannte Herr mit einer dem routinirtesten Sänger möglichen Präzision. Die künstlerische, den Geist zu Gott erhebende und dem Gottesdienste angemessene Schöpfung brachte daher am verflossenen Sonntage gewiß jedem Musikfreunde einen feltenen Genuß. — (Städtische Knabenhauptschule zu S't. Jakob.) Auch die diesjährigen öffentlichen Prüfungen haben bewiesen, daß diese Schule ihre Aufgabe in einer seltenen vorzüglichen Weise erfüllt. Direction und Lehrer sind sich ihrer Pflichten und der erhöhten Bedürfnisse der Ge­genwart vollkommen bewußt. Mit wahrer Befriedigung erfüllt uns auch der an die Stelle der trockenen Periochen getretene „Jahresbericht" dieser Anstalt, welcher äußerlich nett ausgestattet ist, und der Landessprache das ihr gebührende Recht nicht verkürzt. Außer den Schuluachrichten ent­hält derselbe einen pädagogischen Aufsatz in slovenischer Sprache von Noöui K und die Geschichte der Gründling der Schule in deutscher Sprache von ?ra,protiiik . Diese Schule liefert neuerlich den Be­weis, daß das Unterrichtswesen mit Beruhigung gänzlich den autonomen Ländern und Gemeinden überlassen werden könnte und sollte! — Die von uns neulich erwähnte „Erste österreichische Ex­und Importgesellschaft", die sich eben in Wien gebildet hat, nahm das als solid und vorteilhaft bewährte System der Schweizer Efport­gesellschaft in Zürich soweit es die österreichischen Verhältnisse gestatten, als das für Oesterreich passendste an. Wir freuen uns, constatiren zu können, daß unser verehrte Herr Kammerrath V. C. Supan schon in der Handelskammersitzung vom 17. Oktober v. I . auf das Muster dieser Schweizer-Gesellschaft zu Zürich hingewiesen und es zugleich pointirt hat, daß gegenwärtig einzig und allein nur eine große gutorganisirte und stark fondirte üsterr. Handelsgesellschaft auf dem Kampfplätze des Welthandels mit vollem Muthe auftreten und denselben gewiß mit gutem Erfolge behaupten kann. — (Kinderspital.) Das angekaufte Haus Nr. 54 in der Polana ist bereits auf den Namen des Laibacher Kinderspitals grund­büchlich umgeschrieben. — (Zu r Iudenfrage) . Der Feuilletonist der Laibacher Zeitung greift in seinem „ererbten" feinen Tone Herrn Hörnt und die Handels­kammer wegen ihres in Betreff des Schutzes materieller und sozia­ler Interessen gewiß höchst wichtigen Beschlusses in der Iudenfrage an. Wir behalten uns vor auf diesen Gegenstand des Nähern zurückzu­kommen. Für heute führen wir dem „Schwärmer für das Iudenthum" zur weitern fachdienlichen Bearbeitung nur das Factum zu Gemüthe, daß am 28. Juli d. I . in Stuttgart, der Hauptstadt des hochculti­virten constitutionellen deutschen Königreichs Würtemberg die Abgeordnetenkammer — sage: die Abgeordnetenkammer sich mit 46 gegen 28 Stimmen, also mit sehr großer Majorität gegen die Zulassung der Israeliten in die Stiftsräthe ausgesprochen hat. — (Casino.) Samstag Abends gab die neue Casinodirektion endlich ein Lebenszeichen und veranstaltete ein schönes Gartenfest. Das recht ge­lungene technische Arragement ist das Verdienst des Direktionsmitgliedes L. Bürger. — Man schreibt aus Agram : Wie uns von authentischer Seite^ mitgetheilt wird, hat diesteiermärkische Landwirthschaft-Gesellschaft den k. k. Pens. Postdirektor und Ritter des Franz-Iosef-Ordens, Jos. Klem­pay, zu ihrem correspondirenden Mitgliede ernannt. Herr Klempay be­findet sich gegenwärtig in Wien, um dort Maschinen und Apparate zur Erzeugung der comprimirten Gemüse und zum Backen des Obstes nach der eigenen aufgestellten und allseitig sehr belobten Methode anfertigen zu lassen, eventuell Proben vorzunehmen. — Ein entsetzliches Hagelwetter richtete dieser Tage in der Ge­gend von Medvedicka an der Drau (Croatien) großen Schaden an; die .Frucht auf 300 Joch Acker war binnen einer Viertelstunde vernichtet; Hühner und junge Gänse sind von den Schloßen massenhaft getödtet worden. Gingesendet. Ein ungenanntes Mitglied des Casino-Vereines in Adelsberg rügt in diesem Blatte verschiedene Mängel des Vereines. Die Liste ist nicht vollständig, denn es bestehen noch mehr Uebelstände. Es scheint uns jedoch, daß der geehrte Vereinsgenosse den schuldtragenden, am Lande nicht immer zu beseitigenden, Verhältnissen zu wenig Rücksicht zuwendet, und jedenfalls einen Fehlschluß thut, indem er der derzeitigen Direktion allein die Verantwortung aufbürdet. Die Statuten sind alt, die Jahresbeiträge, in ihnen festgesetzt, niemals gesteigert, — zu der Beantragung von Aen­derungen aber steht jedem Mitgliede die Initiative so gut als der Direktion zu, wahrend die Beschlußfassung selbst nur der Generalversammlung vor­behalten ist. So sehr daher die Gefertigte ein frischeres Vereinsleben, zu­mal mit Berücksichtigung des nationalen Fortschrittes, herbei wünscht und immer gewünscht hat, so innig ist sie überzeugt, daß die Bedingung hiezu eben in einer lebhafteren Beteiligung der Mitglieder an der Realisirung des ersehnten Zweckes gesucht weiden muß. Es kann nur bedauert wer­den, daß die Eine Tischlampe, — welche übrigens > wie der Augenschein zeigt, des Postamentes keineswegs entbehrt, — zum täglichen Bedarf aller­ dings zureicht, und der Einsender der genannten Mitteilung der Einzige ist, welcher in ihrem Lichtkreise nicht Raum fand. Sollte deßhalb jener Cicero die Direktion wirklich als den Catilina des Vereines ansehen, d« er ihr ein erhabenes „HnouLyue tanäsrn" zuruft? — Beruhigen Sie sich, Verehrtester! Die gegenwärtige Direktion geht nicht mit Umsturz­ sondern sie geht mit Selbstmord-Gedanken nm. Seit Monaten schon hat sie nämlich den guten Willen und das Verlangen, in ihren Funktionen sich durch andere Vereinsglieder abgelöst zu sehen, war aber durch man­ cherlei Hindernisse unliebsam zurückgehalten, die Generalversammlung zu berufen und um Neuwahl der Direktion zu bitten. Es wird nun in Kürze geschehen, und wir würden uns dann herzlich freuen, den Einsender des besprochenen Artikels als eifrigen Beförderer der guten Sache der Gesellschaft an ihrer Spitze zu begrüßen. Adelsberg am 27. Juli 1865. Die d. z. Cafino-Vereins-Direktion. Das Grgebniß der Sammlungen für da« zu errichtende Kinderspital. (Veröffentlicht durch da« constitm'rte provisorische Damen-Comits.) (Fortsetzung,) Einmal. Spende. Iiihil. Frau Maria Ietschminet 2 st. — kr. — fl. Frau Maria Selcher ....... 2 „ — _ ' Herr P. Selcher 2 — " ^ " Eine Ungenannte 2 „ — Eine Ungenannte — ßy " Frau Pauline von Gariboldi ... . 5, — " Frau Lcopoldine Pelikan 2 — " ^ " Ungenannt — 4 Katharina Uranitsch — , 30 " " Herr Mally 2 „ — ^ -" Herr Hauptmann Steinsberg ... . 2 „ — Frau Gertraud Achlin 1 „ — " Anna Perschitz __ ,, 59 ^ __ " Frau Ruda 5,, — Herr Lorenz Sverljuga 1 „ — Frau Franziska Schmidt aus UntersiZka . — — ' 1 " Herr Kult« aus Wien 1 ..— "__ " Herr Pollak „ „ 2 „ -„ -„ Herr Ott „ „ 3 „__„__ ^ Herr Robert Schlesinger aus Wien . . 5 „ ^ Summa 38 fl. 44 kn ^ Summa des letzten Ausweises 3703 fl. 19 kr. 293 fl. 20 kr! und 6 Silberthaler. Hauptsumme 3741 st. 63 kr. 294 fl. 20 tr. und 6 Silberthaler. 2 vollständige Betten, 1 Kinderbettchen, 2 Polster, 1 Matratze, Roßhaare für 1 Matratze und 2 Strohsäcke. (Forts, folgt.) Verstorbene. Den 26. Juli. Dem Herrn Josef Reit, Au«hilf«beamter bei der k. k. La», desregierung, sein Kino Anna alt 29 Tage, in der Kratau-Vorstadt Nr. 59, an Fraisen. Den 29. Juli. Dem Herrn Anton Schubert, Damenschneider, sein Kind Martha, alt 3 Jahre, in der Stadt Nr. 125, am Scharlachsriesel. — Dem Johann Fegitz. Tischler, sein Kind Iosefa, alt S Monate, in der Polana-Vorftabt Nr 7? am Brechdurchfall. Lottoziehungen. K. l. Lottoziehung am 29. ». M. Trieft: 5. 8. 39. 44. 56. Jahr- und Viehmärkte in Kram. August. Am 2. Samstage nach St. Iakobi in St. Wolfgang. Nm 2. in Manotha!, Gurlfeld und Lustthal. Montag nach dem 2. in Reifmtz. Am St. Os­waldi-Tage in W.rbouz, Großlaschitz und Kraren. Am St, Lorenzitage in Gereuth, Aich, Gisnern, Steinbüchel, Vrmmvorf, Obergras und St. Lorenz bei Temen,,. Am 14. in Haselbach, St. Veit bei Wippach. Am Tage vor Großfrauenta« in Töplitz. Am St. Rochustage in Fcistritz (Bez. Treffen), Laa«, Watsch, Hutaule. St. Macei», Planum, Treffen und Zirklach. Dienstag nach Großfrauentag in Metlink. Am 17 m Unter-Idria und Schwörz. Am 20. in Sittich. Montag Vor St. Bartholomäus M Nassenfuß. Am 24. in Adelsberg, St. Barthlmü, Gotschee, Lak und Stein. Montag nach St. Barthol. in St. Veit bei Schilze, Dienstag nach St. Barthol. in Neustadt!. Am 25. in Ambruß. Am 29. in Dobrova. > " ^ '' ""' ^ Wochenmarkt in Laiba'ch am 29. Juli. Erdäpfel Mtz. fi. 2.^-, Linsen Ätz. fl. 4—, Erbsen Mtz. fl. 3.70, Fisolen Mehen fl. 3,?-,, Rindschmalz Pfund tr. 50, Schweineschmalz Pfund kr. 44, Speck frisch Pfund kr. 34, Speck geräuchert Pfund kr. 44, Butter Pfund tr. 45, Vier Stuck 1'/ kr., M.lch Mß. kr. 10, Rindfleisch Pf. 16 bis 18 kr.. Kalbfleisch Pf. ^' !^ ' Schweinefleisch Pf. lr. 22, Schöpsenfleisch Pf. tr. 10, Hühndel pr. Glück kr. 20, Tauben Stuck kr. 10, Heu Cent. st. 1.40, Stroh Cent. fl. 1.30, Holz hartes 30zöllig Klafter fl. 8.50, weiches Kft. fl. 6.50, Wein rother Timer fl. 13, weißer Eimer fl. 14. ° Getreidepreise in den Magazinen am 29. Juli. Weizen Mtz. fl. 3.83, Korn Mtz. fl. 2.75, Gerste Mtz. fl. 2.24, Hafer M». A .^ ' Holbfrucht Mtz. fl. 2,65, Heiben Mtz. st. 3.6, Hirse Mtz. fi. 2.7Z, Kukurutz Mtz. fi. 2,75. ^ 56. VerglMMgs-Neise von Wien, Graz und Laibllch mittelst Südbllhn und Lloyd-Dampfer nach Trieft, Venedig, Vicenzn, Verona, Mantua und zurück nach Ve­nedig, Trieft, Muamare, Adelslierg, Laibach, Graz, Wien, vom 9. bis 17. August 1865. " " ^ Bei der Rückreise wird das kaiserliche Lustschloß Miramal e und die Grotte in Adelsberg besichtigt. Fahrkarten sammt Programmen sind zu haben in Laibach beim Herrn Johann Klebet, Hauptplatz Nro. 262.