i>rä«llmrraltoa» - -rnle: Für La,dach «aaziähng . . . 6 ft. — kr. Halbjährig . . . L . — . «ierteljährig. . . I . S» . vtonailich . . . — . bv . Mit der Post: «anzjahrlg . . . s II. — kr. Halbjährig . . . 4 , 50 . «iertrljährig. . . i . LL . KLr Zustellung in» Hau» viertel-jöhrig »r kr., monatlich » kr. Liuzelne Nummern L kr. Laibacher Tagblatt. Anonime Mittheilungen werden nicht berücksichtigt; Manuskripte nicht zurückgesendet. Nedaklioin Lahnholgafie Nr. t»». Lur-ilioa und Zuscrateu Sureau: ikoiigreßplatz Nr 81 (Buchhandlung von I. v.KIiinmavrLF.Bamberg'. Zascrtii>«»pr«isr: ^Lr die einlpaltige Petitzeile » kr bei zweimaliger Einschaltung t 5kr. dreimal t 7 kr. gnsertionsftemvel jedesmal 30 kr «ei größeren Inserate» und Ssterer Liuschaltung entsprechender «abatt. Nr. 286. Mittwoch, 15. Dezember. — Morgen: Adelheid. 1869. Konstitutioneller Herein in Laibach. Der Ausschuß beehrt sich hiemit, die Herren Bereinsmitglieder zur zwanzigsten Versammlung, welche Freitag den 17. Dezember -. I. Abends 7 Uhr im Saale der Schießstätte stattfindet, höflichst einzuladen. Tagesordnung: Vortrag „über Konzile." Der Zeitgeist und das Konzil. Dieses interessante Thema wird von einem hochgestellten katholisckcn Geistlichen in der „Wiener Tagespresse" in folgender Weise behandelt: Das Schlagwort, welchem unsere Zeit folgt, lautet: Beseitigung aller derjenigen gesellschaftlichen Politischen wie religiösen Formen, welche frühere Jahrhunderte uns vererbt haben. Solche mögen zu ihrer Zeit, wo sic organisch sich aus der Vergangenheit für die damalige Gegenwart entwickelten, wohl-thätige Folgen gehabt haben; ihnen mag inneres Leben innegewohnt haben: für uns sind sie nicht blos zu todtem Formelkram und sinnlosen Acußer-lichkeiten geworden, sie hängen sich auch als Ballast an unsere srische, strebende Zeit und suchen dieselbe in das lodte Meer der Vergangenheit hinabzuziehen. Unsere Gegner sprechen freilich anders. Wenn wir ihnen Glauben schenken, so strebt unsere Zeit nach Zügellosigkeit in religiöser wie sittlicher, nach Anarchie und Gewallthat in politischer Richtung. Abge- sehen davon, daß die Feinde der Freiheit hier immer nur die extremsten Parteien — und welche Meinung hätte diese nicht — für den eigentlichen Kern der Bewegung anzujehen sich die Müh« geben, vergessen sie noch, daß der von ihnen so arg verlästerte Zeitgeist, in dem sie uns gerne Belzebubs Abbild weisen möchten, nach der Lehre der Weltgeschichte ^>och nicht« anderes ist, als die Offenbarung Gottes in der Geschichte. Sie vergessen, daß die Ausbreitung des Christenthums zur Zeit der römischen Imperatoren selbst niemand anderem zu verdanken ist, als dem damaligen Zeitgeiste, welcher in den einfachen, erhabenen Formen dieser Religion Rettung aus der trostlosesten Versunkenheit suchte. Nicht weil der bürgerlichen Gesellschaft, der eigentlichen Trägerin der Zeitidee, dir Reichthümer der Börsen, die Kanonen und Bajonnette zu Gebote stehen, werden die Herren in Rom mit ihr und ihren Forderungen rechnen müssen, sondrrn weil diese als nothwendige Folgen der Gesammtentwicklung des europäischen Geisteslebens sich darstellen und wiederum als Grundlage der Bildung für das »ach-kommende Geschlecht dienen sollen. Suchen wir uns nun klar zu machen, welche Forderungen aus der oben ausgesprochenen Zeitidee an die Versammlung der katholischen Bischöfe folgen. Hier können wir als Haupt- und Kardinalpunkte hervorheben: Die vollständige Trennung der Kirche von dem Staate, Befreiung beider von unerträglichen Banden, damit sich jedes gesondert entwickeln, damit jedes den ihm zustehenden Einfluß auf die Fortbildung der gesellschaftlichen Verhältnisse nehmen könne. Will hier die Sinode Dauerndes stiften, so wird sie vor allem den Traditionen der römischen Kurie entgegentreten müssen. Diese hat den Gedanken der Reaktivirung deS mittelalterlichen Staates noch nicht aufgegeken und hält mit eiserner Zähigkeit an jedem Bande fest, welches den Staat mit ihr verknüpft, da sie noch immer der Hoffnung ist, daß auch die kleinste Verbindung hinreichen könne, ihr die alte Uebermacht zu gewähren. Sehen wir uns aber um, ob es in Europa ein Volk gibt, welches nicht, so energisch e« ver-mag, das Verlangen ausdrückte, die Kirche möge aus dem Wirkungskreise des Staates treten? Und ist dies so unmöglich? Man beruft sich auf die Geschichte, auf die historischen Rechte, auf die Verträge. Gerade die Geschichte lehrt uns, daß jede Zeit andere, nur ihr eigenthümliche geistige Bedürfnisse hatte. Diesen entgegenzukommen, sie in der Bahn echter, geistiger, nicht bloS äußerlicher Sittlichkeit zu erhalten, die Gottesidee den Resultaten der Wissenschaft gemäß zu klären und dadurch Gott zu verherrlichen, ist Aufgabe der Religion. Sie soll den Frieden durch Unterstützung des Fortschrittes predigen, nicht den Krieg dadurch herbei-zuführen, daß sie glaubt, sich der Zeit entgegensetzen zu müssen. So that auch die alte Kirche und darum siegte sie, denn sie erfüllte den Willen Gottes, indem sie sich in ihre Zeit, nicht außerhalb derselben stellte. Man beruft sich auf das historische Recht. Wir können nicht umhin, dieses nur so lange als giltig zu betrachten, als der Zeitgeist die Schöpfungen desselben als nützlich und nothwendig bezeichnet. Schöpfungen, welche ihrem Zwecke in veränderter Zeit nicht mehr entsprechen, werden siche unbedauert untergehen. Und nun die Verträge. Von ihnen könnten wir das früher Gesagte anführen, wir wollen aber Jeuilleton. Karl Vogt über die Urgeschichte des Menschen. Am vierten Abende behandelte Vogt eine Periode, die bereits einen wesentlichen Fortschritt der Zivilisation zeigt. Inder jüngsten Steinzeit, die sich dadurch auszeichnet, daß man gelernt Halts, den Stein zu schleifen und aufs feinste zu bearbeiten, treten Hausthiere und Nutzpflanzen, Ackerbau und Viehzucht auf. DaS interessanteste Geschichtsdokument dieser Epoche sind die Küchen ab fälle, welche sich im Norden unseres Kontinents, namentlich an den flachen Küsten von Dänemark und Holstein finden. Es sind dies flache Hügel, oft von 1000 und mehr Fuß Länge, von mehr als 100 Fuß Breite, 20 bis 30 Fuß Höhe, zum größten Theile zusammengesetzt aus Austerschalen. Wenn man den Durchschnitt eines solchen KüchenabsalleS betrachtet, so findet man, daß zu oberst die Dammerde, dann die Strandbildung und darunter die Muschelanhäufungen sich finden, und daß fleckenweise die einzelnen Sachen angehäuft sind. Von Thieren findet man unter diesen Ueber bleibseln die Knochen vom Auerochsen, Hirsch, Reh, Wolf, Fuchs, Bär, alle zerschlagen und ausgesogen. Interessant sind die unter diesen Abfällen in großer Zahl gefundenen, höchst rohen Kieselinstrumente, von denen jedoch auch einige geschliffen sind. Von Hau S-thieren fand sich damals der Haushund, den man bis ins Alter als HauSthier benutzte und dann verspeiste, denn es finden sich nur Knochen von alten Hunden. An einem Schädel dieses nützlichen Viersüß-lerS demonstrirte Vogt, wie man dieselben zu öffnen pflegte, um das Gehirn zu verspeisen, es fand sich nämlich die Hälfte der Schädeldecke weggeschlagen. Die Hunde der Lappen sind die Abkömmlinge dieser ersten HauSthiere, der „Steinhunde." Einen weiteren Einblick in die Lebensweise des Menschen der Steinperiode geben uns die in Mitteleuropa, besonders in der Schweiz, aber auch in Baiern und Oesterreich aufgefundenen Pfahlbauten. ES gab eine Zeit, wo in ganz Mitteleuropa die Menschen in Wohnungen lebten, die auf Pfählen in Seen und an Flußufern angebracht waren. Die Anlegung derselben geschah mittelst Eintreibung von Pfählen, gewöhnlich ganzer Bäume, meist Tannen, und etwa von der Dicke einer Telegrafenstange, in den Seegrund, die man, wo der Boden Widerstand leistete, durch Anschüttung von großen Steinen befestigte. Die Reste der Pfahlbauten sind noch sichtbar, bei Robenhaufen sind mehr als 20.000 Pfähle in den Boden eingerammt, um darauf die verschiedenen Wohnungen zu etabliren. Die Pfähle wurden paarweise eingesetzt, etwa von 4 zu 4 Schuh Entfernung, diese wurden mit einander verzapft und darüber dann eine Art Estrade gebildet und um diese die Wohnungen herum angelegt. Die Wohnungen selbst bestanden ans gespaltenen Stämmen, runden Hölzern, die über diese Estrade angebracht sind, dann aus kleineren Pfählen, welche dir Streben der Wand bilden, und diese Wände waren durch Flechtwerke zugeschlagen und namentlich auf der Seite mit einer dünnen Lage von Lehm bedeckt, wie auch der Boden, um das Wasser nicht durchzulasien. Sie sind alle 20 bis 30 Schuh lang, 12 bis 14 Schuh breit. In der Mitte einer jeden solchen Pfahlwohnung war ein Herdstein und das Dach bestand aus Stroh. Hier wohnte der Mensch mit dem HauSthier, Schafen und Ziegen, deren Knochen man fand, unter einem Dache. Die Pfahlbauten dauerten sehr lange, aus geologischen Gründen berechnete Vogt, daß seit Anlegung der ältesten Niederlassung von Robenhausen 6720 Jahre verflossen sind. Dieser !Ort zeigt nämlich gegenwärtig ein Torfmoor, dessen Mächtigkeit auf sein Alter schließen läßt, denn noch hinzufügen, ob eö für die katholische Religion, welche sich die Wahrheit nennt, nicht gut, ehrenvoll und heilsam wäre, Verträge aufzulösen, welche ein Jrrthum in Bezug auf die Zeitbedürfnisse geschlossen. Und können wir nicht in dem freien Nordamerika ein Beispiel anführen, welches unseren Satz glänzend beweiset? In dem freien Lande haben von vorneherein beide Gewalten sich frei entwickelt, und welchen Boden hat sich die Kirche erobert ! Das ist kein Terrain, auf dcm sie die Feder der Staatsmänner, die Furcht vor dem Schnellfeuer erhält, dieser Boden ist sicherer geschützt durch die freie Liebe zur Religion. Mit der freien Kirche im freien Staate wäre aber auch schon ein zweites Problem gelöst, die Freiheit der Wissenschaft und die der Schule. Auch hier fordert die Zeit unnachsichtlich ihre Rechte. Alle Schichte» der Bevölkerung drängen sich zu den neu ausgeschlossenen Bildungsquelleu. Jene Zeiten sind vorbei, in welchen die Religion barbarische neubekehrte Gemüther eist für den Segen der Wissenschaft empfänglich, den Boden des Gewüthes derselben erst für das wahre Schöne auflockern mußte. Die Wissenschaft unserer Tage bedarf keiner Einschränkung von außen mehr, denn sie hat in sich selbst, in der mitleidlosen wisseuschasllichen Kritik, den Maßstab sür das Wahre und Falsche gesunden, und alles unwissenschaftliche Flunkern, alles was des Bodens der Wahrheit entbehrt, wird in kurzer Zeit entlarvt und in der Armseligkeit seiner Blöße bloßgestellt. Roch immer aber besteht zu Rom der irxiox! Ubrorulli xrodiditonim; jenes Register der verbo-! tenen Bücher, auf welchem wir mit Schmerz und' — Scham die Namen der ersten Gelehrten, der! verdientesten Forscher. der tiefsinnigsten Denker, die: Titel so vieler von jenen Werken finden, welche selbst der gläubige Katholik — soserne er kein Fanatiker ist — nicht in seinem Bücherschränke missen möchte. Und was ist denn dieser Index anderes, als eine Gewaltmaßregel, durch welche die Schlauheit des Ehrgeizes und romanische wie ^ römische Selbstüberhebung alles vernichten möchte, was nicht in den Kram paßt, oder was man zu Rom nicht versteht und darum sür schlecht hält. An vielen Bischofsitzen finden wir dann dasselbe Bestreben. Man wünscht wenigstens einen ^ Index 6U iniumturs zu besitzen, um jedes mißlie«! bige Buch, jede freimüthige Zeitung vernichten zu können. Ein Beweis der entsprechende Artikel de^ Konkordates. Hat man mit diesen Maßregeln der Sache der Religion genützt ? Sicherlich nein ! Man hat gelehrt, sie — geringschätzen, und sollte endlich aufhörcn, ihr immer so schlechten Dienst zu leisten. Würde die Kirche zur rechten Einsicht in dieser Beziehung gelangen, so wäre damit auch die Schule frei, und der letzte Punkt des Zwiespaltes zwischen Kirche und Staat, Sinode und bürgerlicher Gesellschaft erledigt. Nur aber in dem Falle, wenn die Versammlung zu Rom diesen Weg des Berständnisses und der Billigkeit einschlägt, mag sie hoffen, baß die Adresse ihrer Beschlüsse urdi st orbi offene Thüren finden wird. Im entgegengesetzten Falle mögen große Gefahren für die Freiheit entstehen, blutige Kämpfe hervorgerufen werden, jene werden überwunden, diese durch-gekämpft werden, die ewigen Rechte der Menschheit aber sicher gegeben werden nrdi st orbi. Eine Ministerkrisis. Die von offiziösen Korrespondenten signalisirte Spaltung ui dem zieleilhanische» Ministerium hat nach einer Mitlheitung der gestrigen „Presse" bereits zu dessen förmlicher Auflösung geführt. Schon vor einigen Tagen soll Graf Taffe sür sich »nd >m Namen d^s Grafen Potocki dem Kaiser die Absicht, aus dem Kabinet zu scheiden, vorgetragen haben. Dr. Berger hat ans Gesundheitsrücksichten bald nach der Rückkehr des Kaisers sein Entlassungsgesuch eingereicht. Den 13. d. M. sollen die Minister Dr. Giskra, v. Hasner, Dr. H"'bst, Dr. Brestl und Plener nach einem Beschlüsse, den diese Herren in einer Konferenz am verflossenen Sonntag bei dcm Minister des Innern gefaßt, Sr. Majestät ihr Demissionsgesuch überreicht haben. Zwar wird diese Nachricht in einem Telegramme der „Triester Zeitung" deinentirt, doch ist kein Zweifel, daß die Divergenz der Anschauungen der Minister einen Zwiespalt hervorgerufen, der ein gemeinsames ersprießliches Wirken nicht mehr zuläßt. Schon in der vieldeutigen Thronrede, die im Wege eines Kompromisses zu Stande kam, speicht sich die Zerfahrenheit des Ministeriums aus. Der Kaiser hat sich am Montag nach Pest begeben und kehrt erst in drei Tagen von dort nach Wien zurück. Ein Rücktritt des Ministeriums könnte nach konstitutionellen Begriffen erst nach der Adreßdebatte slatlsinden, man sieht daher mit Spannung den nächsten Sitzungen des Reichsrathes, wo auch die Ministerkrisis zur Sprache kommen wird, entgegen. Aus dem Neichsrathe. Die Mehrzahl jener Reichsraths - Abgeordneten, welche während der vorigen Reichörathssession eines- theils im Klub der Linken und anderntheils im Klub der neuen Linken vereinigt waren, traten bereits zu Versammlungen zusammen, um Uber die zunächst einzuhaltende Haltung zu berathen. Von beiden Fraktionen wurde beschlossen: zum Präsidenten den Abg. Dr. v. Kaiserfeld, zum ersten Vizepräsidenten den Abg. Ritter v. Hopfen, zum zweiten Vizepräsidenten den Abg. Ritter v. Czaj-kowski zu wählen. Da der letztere jedoch nur bedingungsweise zur Annahme der Stelle sich bereit erklärte, so einigten beide Klubs sich schließlich dahin, zum zweiten Vizepräsidenten den Abg. Groß (Wels) zu wählen. Außerdem einigten sich die beiden Klubs dahin, daß an der bestehenden Verfassung sestzuhalten und in dieser Richtung auch die Regierung zu unterstützen sei. In der gestrigen Sitzung des Abgeordnetenhauses wurden denn auch Kaiserfeld zum Präsidenten, Hopsen und Groß (Wels) zu Vizepräsidenten gewählt. Kaiserfeld wies in seiner Antrittsrede darauf hin, daß die den inneren Frieden trübenden Parteien weder besiegt, noch versöhnt seien. Tief einschneidende Frage», vielleicht von entscheidender Bedeutung, harren der Lösung im Reichsrathe. Der Vvrtheil liegt vielleicht darin, daß die Fragen, noch ungebunden, keiner vorzeitigen Entscheidung gegenüberstehen. ' Die Verfassungen sind überall Gegenstand heftiger Kämpfe und in ihrer Entwicklung das Ergebniß beharrlicher, unverdrossener Arbeit, aber nicht einer Arbeit, welche zwischen den Gegensätzen ruhelos herumschwankt. Der Präsident erwartet von der Klugheit des Reichsrathes, trotz der bevorstehenden schwierigen Kämpfe, ein günstiges Ergebniß. Der Finanz.ninister legte den Staatsvoranschlag für das Jahr 1870 vor. Trotz der Mehrausgaben wird keinerlei Kreditsoperation nothwendig sein. Unter den zahlreichen Regierungsvorlagen befinden sich die Versügnngen betreffs Dalmatiens, ein Gesetzentwurf zum Schutze des Brief- und Schriftgeheimnisses, die Regelung des Koalitionsrechtes. Morgen findet die Wahl einer fUnfzehngliedrigen Adreßkommifsion statt. Das Herrenha u s wählte bereits eine sünszehn-gliedrige Adreßkommission. Es wurde eine Interpellation gestellt, warum die Regierung die große Arbeiterversammlung nicht verhinder habe. Gras Taaffe sagte die demnächstige Beantwortung zu. Große Arbeiterdemonstration. Schon seit mehreren Tagen war in Wien das Gerücht von einer großen Arbeiterdemonstration verbreitet, welche bei Gelegenheit der feierlichen Eröffnung des Reichsrathes durch den Kaiser in Szene gesetzt werden sollte. Diese Demonstration hat in der That statt- man nimmt gewöhnlich an, daß 1 Schuh Torf in 840 Jahren angewachsen sein könne. Uebrigens dauerten die Pfahlbauten bis in die historische Epoche, die Römerzeit (in Gallien), ja bis ins Mittelalter (Irland). Was den Kulturzustand jener Zeit an-belangt, so läßt sich derselbe aus den verschiedenen Instrumenten ermessen. Man verstand den Stein zu schleifen in Keilform, Diefe Keile wurden eingesetzt in Handhaben von Hirschhorn. Das Hirschhorn wurde zerstückt, durchbohrt, gezapft, an einem Ende der Keil eingesetzt, und diese Handhabe von Hirschhorn in eine Holzkeule gesetzt. Man verstand aber die Steine nicht blos zu schleifen, sondern auch zu bohren, und man verfertigte daraus Beile, Hämmer, wo durch ein mittleres Loch ein Stiel durchgesteckt wurde. Man verfertigte aber auch eine Menge von Instrumenten aus Horn. Man hat Harpunen, die wahrscheinlich an die Wurflanze für Bögel angesetzt wurden, Psriemen aus Horn, Geweih und Knochen, sehr elegant zugeschliffen, ja selbst Messer aus Hirschhorn gefunden. Auch die Töpferei wurde in der Pfahlbautenzeit betrieben. Man verfertigte große und kleine Töpfe aus Lehm, in welche man Kieselsteine hineinbuck. Man erhitzte den Kiesel und mischte diese Stückchen unter den geschlemmten Lehm, und dann wurde der Topf mit der Hand geformt. Aber auch Zierrathen finden sich daran, die einfachste Art wurde so angefertigl: der Künstler hatte den vollendeten Topf vor sich, drehte denselben nm und um und grub mit seinen Fingernägeln kreisförmige Figuren ein, alle Ornamente sind stets ans geraden, krummen und gebrochenen Linien zusammengesetzt. Man baute in dieser anscheinend noch sehr un-zivilisirten Epoche doch schon Getreide, Hirse, Flachs, zog Haselnüsse, Eicheln, Wasserkaslanien. Roggen und Wein allein fehlten. Ein Professor hat Untersuchungen darüber gemacht und mit vollem Rechte gesagt: Der Mensch hat immer ein Bedürsniß, irgend eine Substanz zu besitzen, entweder alkoholischer oder narkotischer Natur, die ihn für einige Zeit die Mühseligkeiten des Lebens vergessen läßt. (Heiterkeit.) Wenn also diese Menschen eingewandert wären aus der Heimat des Weines, aus Asien, so hätten sie gewiß den Wein mitgenommen. Wahrscheinlich diente der Mohn dazu, den Wein zu ersetzen. Daß man aus dem Getreide Mehl machte und aus diesem Brot buck, zeigen die noch vorhandenen großen Steinplatten aus Granit zum Zermalmen des Getreides nnd die gefundenen Brotreste. Man benutzte die Nutzpflanzen, man baute den Flachs, man hat Haufen von FlachSiamen gefunden, aus denen man wahrscheinlich Oel bereitet hat. Allein man mußte auch die Flachsfaser zu bearbeiten. Man fand die Hölzer, womit der Flachs geschlagen wurde. Von Hanf war keine Rede. ÄuS diesem Flachse wurden Gewebe verfertigt auf einem Webcstuhle, den Ferd. Keller in Zürich ans vorhandenen Stücken von Holz ganz zusammensetzen ließ von einem Weber. Keller besitzt sogar ein Gewebe ans der Pfahlbautenzeit, in welches ein Muster gestickt ist. Dergleichen war also schon damals selten und kostbar. Man kul-tivirte außerdem noch Fruchtbäume. Wir haben aus den Pfahlbauten den wilden Apfel und einen kultivirten, eine wilde und kultivirte Birne, und man behandelte den Apfel zu der Zeit gerade so, wie jetzt noch in der Schweiz. Man schält den Apfel nicht, sondern man spaltet ihn. Man hatte Hansthiere, und zwar zuerst eine Art Rindvieh, eine kleine Race, wie sie heutzutage noch in Algier existirt. Man hatte ein Schwein gezähmt, welches anfänglich wild war, eine Abart von unserem Wildschweine, mit höheren Backen nnd schieferem Rücken. Dieses Torfschwein erscheint nur noch in der Nähe von Wisentis. Man bekam später eine zweite Race, mehr unserem wilden Eber ähnlich. gesunden und lieferte, wenn überhaupt noch daran ge-zweifelt werden konnte, den Beweis, wie wohlorganisirt die Partei der Arbeiter sei und wie sie unbedingt ihren Führern gehorche. Durch Briefe waren die Parteigenossen von allen Orten herbeigerufen worden und waren diesem Ruse gefolgt. Diese Briefe lauteten: „Brüder, Arbeiter! Am 13. Dezember tritt nach langer Pause der Reichsrath wieder zur Berathnng zusammen. Bei der letzten langen Session wurde auf uns Arbeiter vergessen. Daß dies bei der heurigen Session nicht wieder geschieht, wollen wir ihn erinnern, daß Arbeiter existiren, und ihm vor dem Abgeordnetenhause einen Besuch abstatten. Brüder, cs handelt sich nicht um eine Gewaltthat, sondern nur um eine imposante Demonstration, die zeigen soll, wie viel eigentlich Arbeiter in Wien existiren. Wir rechnen auf die Anwesenheit von 40- bis 00.000 Mann. Brüder, wir rechnen darauf, daß Ihr nicht fehlen werdet. Gruß und Handschlag!" (Ohne Unterschrift.) Die in dem Briese ausgesprochene Erwartung wurde nicht getäuscht. Es fanden sich auf dem Paradeplatz eine ungeheure Anzahl Arbeiter ein. (Berichte sprechen von 20-, ja 30.000.) Nachdem die Salutschüsse während der Verlesung der Thronrede Sr. Majestät des Kaises abgefeuert waren, ordneten sich die Arbeiter vor dem Schottenthore auf dem Glacis und die Arbeiterführer aller Vereine, 12 an der Zahl, hielten wie bei einer Militärparade Revue über die Massen. Sie wurde» stürmisch empfangen. Nach Beendigung der Revue wurde, ohne daß eine Rede gehalten worden wäre, beschlossen, eine Deputation, bestehend ans zwölf Mitgliedern, unter der Führung Har-tungs an den Ministerpräsidenten Grafen Taaffe zu entsenden, um ihm folgende Petition zu übergeben: „An das k. k. Staatsministerium. „Bestimmt durch das entschiedene Auftreten der großen Bolksmaffen, welche heute am Eröffnungstage des Reichstages erschienen sind, um den so oft in Versammlungen und durch Petitionen ausgesprochenen Forderungen Nachdruck zu geben, haben die Unterfertigten beschlossen, das Ministerium zu ersuchen, im Interesse ! der Wohlfahrt des österreichischen Volkes dahin zu wirken, daß bei Beginn der Reichsrathseffion das unbeschränkte Koalitionsrecht bewilligt und das Gesetz über die Zwangsgenossenschaften beseitigt werde; daß ferner noch im Laufe dieser Session dem Reichsrathe eine Vorlage gemacht werde bezüglich der Herstellung des völlig freien Vereins- und Verfammlungsrechtes, — der absoluten Preßfreiheit und der Einführung des gleichen und direkten Wahlrechtes. „Wir unterlaßen hierbei nicht, das Ministerium darin zu erinnern, daß das Volk Bürgschaft verlangt für den Frieden und die Freiheit, und zwar die Beseitigung der stehenden Heere durch die Einführung der allgemeinen Volksbewaffnung. Man hatte außerdem ein Schaf, ein zahmes Schaf mit langer Wolle, mu zicgenähnlichen Hörnern. Das Bild des Menschen dieser Periode geben uns die erhaltenen Schädel mit auSgezogencn leisten, wilder Form der Augenbrauen aus dem Norden, und dagegen gerundet, mit stark entwickeltem Hinterhanpt, mit anSgebildeten Augenbrauen, also weit zivilisirter, im Süden Europa'«. Mit der gegen Süden zunehmenden Zivilisation nahm jedoch sonderbarerweise die M en s ch e nfr es s e re i zu, ja sie steigerte sich sogar bis in eine Zeit, wo Wan die Metalle kannte, was darauf hinweist, daß diese Entartung nur auf einem religiösen Aberglauben beruhen kann. Alle Menschenfresser hegen den Aberglauben, daß man durch Verspeisung eines TheileS des Körpers eines Menschen dessen Eigenschaften in sich übertragen kann. Abgesehen von dieser Verirrung zeigt uns das Ende der Steinzeit also bereits Menschen, die sich nach und nach zur Blüthe des Ackerbaues und der Viehzucht emporgeschwungen hatten. Hiemit schloß Vogt seinen vierten Portrag. Demnächst wollen wir den fünften und sechsten (letzten) Vortrag besprechen. „Sollten die erwähnten Forderungen in dieser Reichsraths-Session nicht berücksichtigt werden, so dürfte es möglich sein, daß das Volk wiederholt und in größeren Massen erscheint, um seinen Willen kundzugeben." Bon den Deputationsmitgliedern wurden nur drei, nämlich Hartung, Pfeifer und Baudifch vorgelassen. Minister Graf Taaffe frug die Herren bei ihrem Eintritte um ihr Begehren, worauf Hartung den Zweck der Deputation auseinandersetzte. Die Arbeiter wünschen das Koalitionsrecht, Aufhebung der Zwangsgenossenschaften u. s. w., wie es in der Erklärung niedergelegt erscheint. Graf Taaffe bemerkte vor allem, daß diese Art von Demonstration ihm überflüssig erscheine, indem das Vereins- und Versammlungsrecht auch den Arbeitern zugute komme, worauf Pfeiffer einfiel: Aber von Oben zugeschnitten. Graf Taaffe setzte hierauf den Herren auseinander, daß die Regierung die Aufhebung der Beschränkungen des Koalitionörechtes und Aushebung der Zwangsgenossenschaften ohnehin anstrebe uud die sonstigen Wünsche der Arbeiter, soweit sie mit der Gesetzgebung im Einklänge stehen, berücksichtigen wolle, jedoch müsse jeder Schein einer Pression vermieden werden. Hartung und Pfeiffer rügten hierauf das Vorgehen der Behörden in Betreff der Arbeiterversammlungen. Der Volksgeist, der erwacht sei, lasse sich durch Erlässe und Verordnungen nicht Niederdrücke», und es wäre nur ein Gebot der Klugheit von Seite der Regierung, jedes schroffe Auftreten zu vermeiden, da sonst die Arbeiter noch mehr in Bewegung geralhen würden. Gras Taaffe bemerkte, nachdem er fast eine Stunde lang über die Forderungen der Arbeiter mit der Deputation gesprochen, er werde die Petition dem Gesammtministerium übergebe». Nur müsse er vor solchen Demonstrationen nachdrücklichst warnen, da das Ansehen der Regierungsorgane darunter leide. Gegen halb 2 Uhr kam die Deputation auf den Exzerzierplatz zurück. Pfeiffer berichtete: „Die Deputation wurde vom Grafen Taaffe empfangen. (Bravo!) Er sagte, er werde unsere Petition dem Gesammtministerium übergeben. (Bravo!) Diese Antwort ist nicht genügend! (Bravo! Bravo!) Das weitere werden Sie in der Volksversammlung hören, die um 2 Uhr beim Zobel stattfindet. (Bravo!) Die ganze Masse der Arbeiter begab sich hierauf in geordnetem Zuge nach Fünfhaus zum Zobel. Dort wurde mit ungeheurer Stimmenzahl abermals beschlossen, daß die Versammlung 1. mit dem der Regierung überreichten Schriftstücke vollkommen einverstanden sei; 2. daß sie niit der Haltung der von der Volksversammlung im Freien gewählten Deputation einverstande» sei und jederzeit bereit sein werde, sür alle Schritte und Handlungen dieser Deputatian einzustehen. Ein Redner begleitete die Beschlußfassung über obige Punkte noch mit folgenden Worten: Hoffen wir, daß unsere Deputation sür uns irgend etwas erzielt haben wird; sollte es ihr aber nicht gelungen sein, dann würden sich die heutigen Ereignisse in noch größerem Maßstabe wiederholen. Wir haben heute auf gesetzliche und ruhige Weise unseren Forderungen Ausdrück zu verleihen gesucht, wir werden von diesem Verhalten nicht abweichen, so lange man auch uns gegenüber in ruhiger nnd leidenschaftsloser Weise verfahren zu müssen glaubt. Es muß anerkannt werden, daß die Arbeiter sich bei diesen Kundgebungen in den Schranken der Ruhe hielten, und daß die öffentliche Ordnung nicht weiter gestört wurde, wozu übrigens auch das taktvolle Benehmen der Sicherheitswache beigetragen haben mag. Zum Ausstand in Dalmatien. Die Nach richten aus Dalmatien sind ziemlich trostloser Natur. Unter den Truppen, die die ungeheuerlichsten Strapazen ertragen mußten, ist leider der Tifus auSgebrochen, der bereits mehrere Opfer verlangt hat. In den Spitälern in Eattaro liegen schon etliche hundert Tifuskranke, und jeder Lloyddampfer, der nach Nagusa abgeht, nimmt zahlreiche Kranke mit. Es ist vielleicht keine Uebertreibung, wenn ein sehr gut informirter Korrespondent des „Wdr." den Gesammtmenschenverlust der Armee in diesem dalmatinischen Aufstand auf 2000 Mann schätzt! Auf Grund des Ministerrathsbeschlusses vom 22. November 1869 wird die Ausfuhr von Waffen, Waffenbestandtheilen, Munition und Munition-gegenständen aller Art aus den Häfen des adriatischen Meeres der im Reichsrathe vertretenen Königreiche nnd Länder für die Dauer der Unruhen in Dalmatien durch eine in der „W. Z." enthaltene Ministerialverordnung verboten. Politische Rundschau. Laibach, 15. Dezember. Das Gerücht vom Rücktritte desReichs-kriegsMinisters Baron Kuhn wird von der gestrigen „Wiener Zeitung" als ein „durchaus leere-und selbst jeder auch nur scheinbaren Berechtigung entbehrend" bezeichnet. In München dauert dieM in i sterkr isis fort; erst die ans den 22. erwartete Ankunft des Königs dürfte Entscheidung bringen. Auch die italienische Ministerkrise ist noch nicht beendet, das Ministerium Menabrea ist definitiv entlassen. Lokal- und Provinzial-Angelegenheiten. Lokal-Chronik. — (Die Versammlung des Gartenbauvereines) am 12. d. M. wurde durch die Anwesenheit des Landespräsidenten Conrad v. EybeS -feld und des Landeshauptmannes Karl v. Wurz-bach beehrt, es hatten sich die in Laibach domiziliren-den Mitglieder in beschlußfähiger Anzahl eingefunden. Der Vereinsobmann Andreas Mallitfch motivirte in seiner kurzen Ansprache die Einberufung dieser Versammlung mit der Nothwendigkeit einer Beschlußfassung über die Art und Weise der Gründung eines Vereinsgartens, zu welchem Zwecke vom hohen Ackerbauministerium für das Jahr 1869 eine Subvention von 500 fl. bewilliget worden ist; der Pereinsausschuß konnte die Verantwortung für die Ausführung eines Unternehmens, das dem Vereine viele Kosten verursachen wird und dessen Erfolg von verschiedenen Umständen abhängig ist, nicht allein übernehmen, daher er bestimmte Weisungen von der Vereinsversammlung erwartet. Hierauf erörterte der Vereinssekretär Desch -man» die vom Ausschuß in Erwägung gezogenen verschiedenen Projekte und die demselben gemachten Anbote, unter denen der von einem Ausschußmitgliede gemachte Pachtantrag eines in der Nähe von Laibach gelegenen Gartenterrains bei gemeinschaftlicher Benützung eines aufzunehmenden Gärtners der annehmbarste erschien, jedoch die gewünschte Majorität im Ausschuß nicht erlangen konnte. Der Ankauf eines Terrains übersteige die Kräfte des Vereins, und man müßte auf die Staatssubvention verzichten, falls diese nur für einen dem Vereine eigenthümlichen Garten zu gelten hätte; auch bei der Pachtung eines Terrains würde die Haltung eines eigenen Gärtners für den Verein derzeit zu kostspielig sein. Jedenfalls müsse für einen Garten zur Anstellung von Versuchen Vorsorge getroffen werden, indem sonst der Verein keine praktischen Erfolge von seiner Wirksamkeit sich versprechen dürfe. Dr. Eisl rechtfertigte die Anschauungen jener Ausschußmitglieder, welche gegen den vom Vereinssekretär erwähnten Pachtantrag waren, er warnte vor Ueber-stürzung und beantragte, der Verein möge das Ackerbauministerium ersuchen, bei der Subvention von 500 fl. von der schwer erfüllbaren Bedingung der Gründung eines Vereinsgarlens abzusehen, wogegen der Ausschuß den gedachten Subventionsbeitrag zu kapitalisiren nnd im geeigneten Momente zur Bei-stelluug eines Gartens zu verweudeu hätte. Landes-Landespräsident Conrad bezeichnet- die Gründung eines Vereinsgartens als die wichtigste Aufgabe des Vereines, worauf schon in den Statuten hingewiesen sei und ohne welche auch die übrigen Vereinszwecke kaum ausführbar wären. Die Regierung müsse bei dieser Bedingung verharren, doch wolle er die weiteste Interpretation des Ausdruckes „Gründung" befürworten, daher wäre auch die Pachtung eines Garlens in jener Bedingung einbegriffen. Landeshauptmann Wurzbach besprach die verschiedenen Modalitäten, zu einem Vereinsgarten zu gelangen, nämlich die des Ankaufes eines Terrains oder der Pachtung eines Gartens. Beide Wege bieten dem Vereine geringe Aussicht auf einen günstigen Erfolg, nur eine Aktiengesellschaft von Gartenbaufreunden würde zum gewünschten Ziele führen. Uebrigens verbleibe dem Vereine eine lohnende Aufgabe, durch Ankauf von Sämereien, Veranstaltung von Zusammenkünften der Mitglieder u. s. w. die Gartenkultur zu fördern. Professor Konschegg führte an, daß der Gartenverein in Graz keinen eigenen Garten besitze. Man benöthige für einen Ver-einSgarten kein Warmhaus, indem die Versuche sich vorzugsweise auf die Kultur edler Gemüsesorten zu beschränken hätten. Das Ausschußmitglied Terpin erwähnte, daß ihm erst vor der Sitzung für den Verein unter annehmbaren Bedingungen ein Antrag auf Pachtung eines Gartens innerhalb der Stadt gemacht worden sei. Nachdem im Verlaufe der Debatte sich die Anschauungen sämmtlicher Vereinsmitglieder dahin geeinigt hatten, daß wenigstens zu einem Versuche geschritten werden müsse, wurde schließlich der vom Landeshauptmann Wurzbach sormu-lirte Antrag angenommen: Es werde ein mit den nöthigen Ubikationen versehener Garten zur Anstellung von Versuchen in Pacht genommen und der Ausschuß beauftragt, einen die Vereinsmittel nicht übersteigenden Betrag einschließlich der von der Regierung bewilligten Subvention zu verwenden. Schließlich wurde dem Herrn Landespräsidenten für dessen kräftige Unterstützung des Vereines zur Erwirkung der gedachten Subvention der Dank der Versammlung ausgesprochen. — (Ernennung.) Auf den erledigten Posten eines Statthalters von Dalmatien ist der pensionirte Hofrath Fluck von Leidenk ron, von Geburt ein Kramer, berufen worden. — (Freisprechung.) Der Redaktenr des „Slovenski narod," A. TomZik, wurde in der wider ihn zu Cilli wegen der Störung der öffentlichen Ruhe abgeführten schwurgerichtlichen Schlußverhandlung am 13. Dezember als schuldlos erklärt. Die Geschworenen beantworteten alle 21 an sie gestellten Fragen einstimmig mit: Nein. Vertheidiger des Angeklagten war Dr. Razlag. (Konzerk.) Das Konzert des Frl. Kath. Phrym im Re-doutensaale versammelte ein zwar nicht großes, aber gewähltes Publikum, welches die Leistungen des Frl. Phrym sowohl als der das Konzert durch ihre Mitwirkung Unterstützenden aufmerksam verfolgte und mit Beifall auszeichnete. Fräulein Phrym ist eine sehr junge Dame, an welcher wir eine ganz tüchtige Pianistin kennen nnd schätzen lernten. Ihr Spiel ist künstlerisch durchgebildet, elegant und zart, namentlich ist ihr Anschlag vollendet, besonders in Pianostellen von einem eigcnthiimlichen Reize; so Ipiclic sie im Schumann'schen „Warum" und dem Schnbcrt'schen .Moments musicnles" mit einer Zartheit der Ausführung, für welche der Bildner auf glänzender Metallfläche den Ausdruck „Zifeliren" hat, daher sie auch für Cbopin'fche Musik besonderes Talent zeigt. In der Mendelssohn'schen Sonate für Biolin und Pianoforte, in welcher sie von Herrn Zappe aufs tüchtigste unterstützt wurde, zeigte sie ihre Befähigung, auch strengere Kunstformen in künstlerischer Auffassung zum Ausdruck zu bringen; in Rubinsteins Barkarole ließ sie uns Las eigenthümliche Wesen desselben durchsühleu. Die Kouzertgeberin wurde nach jeder Piece uud zum Schlüsse durch stürmischen Her vorrnf ausgezeichnet. Frl. Phrym ist Anfängerin, und da sie uns in diesem Konzerte meist kleinere, zarte Piecen vor trug, so freuen wir uns, Las Fräulein am nächsten Sonn tage, für Len sic ihre Mitwirkung im silh. Konzerte bereits zngesichert, in einem größeren Werke wieLer zu hören, nnd zwar in einem Satze des Chopin'schen Klavierkonzertes mit Orchester. Frl. Allizar sang das Gonnod'sche „Ave Maria", „Blauäuglein" von Heißer und „Die Ungeduld" von Schubert und erntete für ihren schönen Gesang den lauten Beifall des Publikums. Herr Tietzeuthaler erinnerte uns dnrch den Vortrag dreier Gedichte: „Die alte ynngfer," „Die drei Räusche" vou Kaiser, und „Schänkenbild" von Petöfi, recht lebhaft an den Berlust, den wir durch sein Ausscheiden aus dem Verbände der hiesigen Bühne erlitten haben. — (Theater.) Herr Martinelli aus Graz errang gestern als „Morgenstern" in Berg's „Nr. 28'' von dem ziemlich gefüllten Hause iingetheiltcn, wiederholte» Beifall, Leu er für sein der Rolle angemessenes, die Pointen derselben scharf erfassendes Spiel auch reichlich verdient?, Her- vorheben müssen wir insbesondere das in der ersten Abteilung von dem Gaste eingelegte Konplet, in welchem er die verschiedenen Nnanzen des Lachens vortrefflich zur Anschauung bringt. Von den übrigen Mitwirkenden müssen wir noch Frl. Bondy (Susi) und Hrn. Gschmeidler (Walzl) hervorheben, die durch ihr launiges Spiel viel zur Erheiterung beitrugen, insofern sich das ebeu — was insbesondere „Susi" betrifft — in solchen Rollen thuu läßt. Wir versprechen nnS mit Hilfe Hrn. Martinelli's noch einige angenehme Abende. Kn die Herren Mitglieder des konstitutionellen Vereins in Laibach. Obwohl die Austragung der Einladungen znr Theil-nahme au dem Festbaulette am 19. d. M. mit möglichster Sorgfalt bewerkstelligt wird, so könnte doch der leicht zu entschuldigende Fall Vorkommen, daß eines oder das andere der Herreu Vereinsmitglieder die Zustellung der Einladung nicht erhielte. Es wird demnach bekannt gegeben, daß die Erklärungen zur Betheiligung am Bankette auch in der v. Klein-mayr'schen Buchhandlung entgegengenommen und die Eintrittskarten dort ausgefo'lgt werden. Vas Lomitss. ! Verstorbene. Den 14. Dezember. Dem Martin Jankovc, Keuschler, sein Kind weiblichen Geschlechtes, nothgetanst, am Moorgrunde Nr. 35, todtgeboren ! Theater. Heute: Faust, Oper in 5 Akte». ! Morgen: Der Verschwender, Zanbcrmärchen in 3 Abtheiliingen, Herr Martinell? als Gast. Witterung. Laibach, 15. Dezember. In aller Früh Regen, Vormittag Aufheiterung. Gegen Mittag trat dichter Nebel ein, der auch Nachmittags anhält. Wärme: Morgens 6 Uhr -s- «>.3", Nachmittag 2 Uhr -j-3.2" (1868 -s- 6.8", 1867 -^-3.6"). Barometer 327.98"', im steigen. Das gestrige TageSmittel der Wärme 0.4", um 0 4" unter dem Normale Der heutige Nie-derschlag 0.80/"_________________________________________ Angelommene Fremde. Am 14. Dezember. HVIvi». Barlhclin, Kausmanu, Gatlschee. — Reißmüller, Direktor, Haasbcrg. — Rosenberg, Kaufmann, Wien. — Kn»z, Kanfmaiui, Wien. — Remmek, Kaufmann, Wien. — RomanSly, Kaufmann, Wie». — Jwanetii, Gastwirth, Laschittz. — Wiischel, Forstmeister, HaaSberg. Ritter v. Schwarz, Banrath, Wie». — Nodale, Handelsmann, Triest. — Moll, Hrastnik — Ancona, Kapitän, Finme. — Gold, Wien — Breitling, Görz. — Hell, Großhändler, Triest. — Perenii, Pla-nina. Nolli, Oberlaibach. —Brenn, Privatier, Wien. — Gollmaier, Privatier, Nrumarlil. Wiener Börse vom 14. Dezember. 5verc. östcrr. Wäbr. . dto. Rente. öst.Pav. dto. dto. öft.inSilb. öole von 1854 . . . ?ose von 1860, ganze Lose von 1860, Fünft. Prämiensch. v. 1864 . Steiermark )u5p>Lt. Kärnten. Kram ».Küstenland L , Ungarn. . zu5 » Kroat. u. Slav.5 „ Siebenbürg. » 5 , Kationaldank . . . Lreditanstalt . . . N. ö. Eöcompte-Ges. Lnglo-österr. Bank . Oeft. Bodencred.-A. . Oest. Hypoth.-Bank. Steier. E«compt.-Lk. Kais. Ferd.-Nordb. . Südbahn-Gesellsch. . Kais. Elisabelb-Bahn. Larl-Ludwig-Bahn Siebend. Eisenbahn . Kais. Franz-ZosefSb.. Künsr.-Barcser E.-B. Llföld-Fium. Bahn . k'fs.nüdrlsf«'. Station. ö.W. verlo-b. llng. Bod.-Creditanst. Allg.öft.Bod.-Credit. dto. »n33I.rückz. . Geld ^ Ware 5»! SO 6 .— 6».r»0 70.10 91.25 91.75 96.80 97.— 102.50 108.-117.80 118.25 91.- 92.— 86.— 94.— 79.25 19.15 82.75 83.25 76.— 76.50 ! 734.—! 736. 257.50 258. 870.—>75.— 275.- 275.50 75.- 209L 261.50 198.50 242.50 »68.50 185.50 179.— 173.- 93.20 91.— 107.50 ! 89.50 77.— 48. 2I0o 262. 193. 243.50 169 — 186.50 179.50 173.25 9S.50 91.25 108.— 90.- Oest. Hypotb.-Bank .! idb.-Ges. zu 500Fr. dto. BonS 6 pCt. Nordb. (loo fl. CM.) Sieb.-B.(200 st. ö.W.) r)tudolfsb.(300fl.ö.W.) Franz°2os. (200fl.S.) Credit 100 fl. ö. W. . Don.-Dampfsch.-Ges. zu 100 fl. CM. . . Triester 100 fl. CM. . dto. 50 st. ö.W. . Ofener . 40 fl. ö.W. Salm . „ 40 „ Palffy . „ 40 « Clary . „ 40 „ St.GenoiS„ 40 ^ 'Dindifchgrätz 20 » Waldstein . 20 „ Keglevich . io ^ Rudolfsstift. 10 ö.W. ^vod»oL(3Mon.) AugSb. 100 fl. füdd.W. Arankf. 100 fl. ^ ^ London 10 Pf. Sterl. Paris 10V YrancS »ÜQLVL. Kail. Münj-Ducalen. LO-FrancSstück. . . BereinSthaler . . . Silber . . VMb äl'ott 98.— 98.50 121.60 128-»45.— 846.— i ai.75 98.-88.—, 88.85 90.50 91.— 93.— 93.55 lftß.— 165.60 93.— ! 93.60 126.- 187.-«0.— 62.— 33.— 31.- 41.60 48.50 3(1.60 31.— 34.60 35.— 38.— 38.50 80.— 81.— 81.50 82.60 15.— 16.60 16.— 16.60 103.15 ins SO lfiS.SO 103.50 183.95 184.10 49.30 49.35 6.84» 5.83 9.89’ 9.90 1.83 1.85 181.15 121.50 Telegraphischer Wechselkurs vom 15. Dezember. 5perz. Rente österr. Papier 59.75. — 5perz. Rente österr. Silber 69.85. — 1860er Staatsanlehen 96 80. — Bankaktien 733. — Lreditaklien 255.50. — London 124—. -^Silber 121.45. - K. k. Dukaten 5,84'/, M L. « M r-. — ^ ^ ^ r-- 8 , T' sr rr r: Z -N - ^ 8 r- Z z DG-s 2 —N t, « L <2 »- z-, ^ ^cr-.L L - L ^ - Geschäfts-Uebernahme. ,LL- s; Indem ich mich beehre, die Uebernahme des Porzküa«-, Glas- und Spiegel- Geschäftes ILÖ88inami bekannt zu geben, erlaube ich mir darauf aufmerksam zu machen, daß ich durch bedeutende Erweiterung des Waarcnlagers im Stande bin, alle Aufträge aufs prompteste auszuführeu. Besondere Beachtung verdient mein Passes U»Wi« wasferseits im neuen N8ü>jmn»»'8vl»vn Nnnx» Nr. 242, vis-n-vis dem Theater, dessen Reichhaltigkeit in allen erdenklichen IUI««-, I*«» !«« nnd und jeden Wnnsch befriedigen dürfte. (450—1) 3» Weihnachts-K Neujahrs- Geschenken wäre namentlich mein großartiges Lager von DE" GEÜUGMZKÄGVl! mit prachtvollen Rahmen, ferner eine große Auswahl von zierlichen »»«>«»» aus Porzellan zu empfehlen. Hochachtungsvoll Hauptplatz Nr. 7. W O: s rs Verleger und für die Redaktion verantwortlich: Ottomar Bamberg. Drück von Jgn. v. Kleinmayr L Fed. Bamberg in Laidach.