.^' HSH. Tamstag am RO. November 8 AHH. Dic „^aibachsi ^lilung" erscheint, niii 'Anziiahine der S^nn: und Fn.na.je, läßlich, u»c> k^ilil i^müic o<„ ^sil>,>,s!l >>» »5o nplo,ir a,,, n ; j ä h r ^ l, l ll., >, a l b l ä l> l i ^ !>>l. ^>» lr,, >ntt .ttr e u ll'a nd iin ^lmiptoir ganzjährig l2 ,i., b.i!bjä!,rig 6 ft. Hur die 3>l>5tll»»; in's Hau: sin? !i al b j ä !, li ^ in lr. mchr z,i liurichttn. Ü>i l t oer Post porlo» jrickt,r Aorist l> tt., h a l d j äl, r, i g 7 >i. 3li kr. — )«,'< ra ti» il s^cl','l l, r stir ii»,- Z^.lltcil^lle ol>,l, den R.i»»l der,V!!)e!l, s»r cin° maliqc (Xinsch.iltung ll lr.. fur zwcima!»^ 4 sr. . sur orel,!,>ililis .) fr. (H. M. In,'«l^tc bis li Zcileii loi^n l sl, für ^l 'Dl.U . ^!) sr. sur H Ma! nild ^0 sr. slir l MU ,>>!^,lschaltlN. Zu bicftn Gcl'ühnn ist nach dem ..provisorischrn Äc,>ßt vl',n tt. ^lovembtr lk<5^ sük ^i,srratii,'ns!^n!'.'el" in'ch N> fr. für cinc jedesmalig l5i»schaltu».; hi!ll r»ch,l^,l. MMssM Tszeil. F^^uf die aus Tricst eiugelangte Nachricht, daßSe. l. Hoheit der durchlauchtigste Herr Erzherzog Ferdi> nand Mar den 7. d. M. daselbst einen Sturz.aus dcm Wagen erlitten haben, gerlihlcn Se. l. k. Apostolische Majestät Sich am selben Tage Nachmittags nach Tricst zll begehen. Nach den letzten hicr ringetroffenc» Vciichtcn bc° fixdl'n sich Se. f. Hohtit bncits auf dem Wege der Vrsscnmg. Se. k. l. Apostolische Majestät habt» mit Wer» höchster Entschließung (lclo. Schönln'mm ll. November I> ). zum Vischofc uon Crema den Propstpfarrer uon ^»'»zza»c>, Il?sef Vellasi. allrrgnädigst zu erneu-neu gnuht. Die durch den Tod drö Wrltpricstcrs Aarthclmä Petschnik erledigte und dr,n Plilvmmtc drs lvaiu. Ncligionsfoudlö uiitersteheudc i!okalie Vutschka, ist dem Pfarrkoopcrator zu St. Ruprecht, Kaspar Gasper» lin, verliehen wurden. K. k. Landesregierung für Kraiu. Laibach am ll. November 18ö5. Statuten der k. k. privil egirte n österreichischen Kreditanstalt für Handel und Gewerbe. (Fortsetzung.) »V. Titel Organisation der GrseUschaft. §. 2lj. Die zur Führnug der Geschäfte der Ge> ^ltsch^ft berufene!! Organe silld'. ^. Die Gencralon'sammlung. ^t' Der Vlllvaltlmgsrath. ^» Die Direktion, H. Generalversammlung. §. 24. Ai, der Gcneraluersammlung habeu allr Aktioinne Antheil, welche wemzMns zwanzig Aktien dcr Gesellschaft besihtn. Vesil)er von 2l1 Micn sind zu einer' Stimme, „ « 50 n « « zwei Stimmen, n U)0 „ ^ „ drci ^ « 20« ^ ^ ^ vicr « ^U0 ,. ,. .. fiinf und sofort für jevc weiteren 200 Akticn zu einer Stunme mehr bcrcchligt. Jedoch kann kein Aktionär, ohne Unterschied, ob im eigenen oder Vollmachtnamcn. nnd kein Bevollmächtigter eines oder mehrerer Aktio» näre mehr als 1l) Stinuneu cinsübrn. Die Aktien, rücksichtlich welcher das Stimmrccht bei der Generalversammlung ausgeübt wird. müssen vicr Wochen vor dem für das Zusammentreten dcr Versammlung festgesetzten Tage bei der Gesellschaft in Wien oder bei denjeuigeu Kassen im Auslande, welche der Verwaltnngsrath yiezu bezeichnen wird. hinterlegt irkldsn. H. 25. Die Gcncnilvrrsmiimlung findet regelmä» ßig jedes Jahr im Monate März m,d April Statt. Die Einberufnng von außerordentlichen Gcncml Versammlungen erfolgt, wenn dieselbe entweder vom Verwallungsralhc mit einer Mehrheit uon zwei Drit-theilen dcr Stimmen beschlossen, oder von wenigstens sechszig stiinmbcrechtigten Aktionären in einer schriftlichen Eingabe an den Verwaltuugsrath in Antrag ge> bracht wird. Die Einberufung geschieht durch den Verwal» tungsrath mittelst einer Vcröffcntlichnng in der «Wie« ncr Zeitung" und in den durch den Vcrwalluugsralh daz»l bestimmten öffentlichen Vlättern des Auslandes, welche mindestens 42 Tage vor dem zur Abhaltung dcr Versammlung anberaumten Tage zu geschehen hat, und in welcher dcr Zweck der Einberufung, so wie die Gegenstände dcr Verhandlung bekannt zn gc-bcn sind. §. 2i>. Das Stimmrccht in der Gcueraloer» sammlung kann vom Aktionär nur persönlich oder durch Bevollmächtigung eines anderen stimmberechtigten Ak> tionärs ausgeübt werden. Ausnahmsweise können jedoch Minderjährige durch ihren Vormund. Frauen durch ihren Gatten oder ei' nen eigens gewählten Bevollmächtigten, Handelsge« sellschaften dnrch einen ihrer Flrmaführer, Gesellschas» len überhaupt durch cin dazu bevollmächtigtes Mit« glied, Körperschaften. Institute u. dgl. durch einen ih> rer Vorstände vertreten werden. H. 27. I„ der Geilcralversammlung führt der Präsident deö Vcrwaltungsrathes, oder in dessen Vcr« Hinderung, einer dcr Vizepräsidenten, oder ein dnrch den Verwaltungsrath hiczu bezeichnetes Mitglied des« selben den Vorsit). Der Vorsitzende bestimmt die Ordnung der zn verhandelnden Gegenstände, leitet dir Verhandlung lino veranlaßt die Abstimmnng. Zu Slrntatoren werden jene Aküonäre ernannt, welche die meisten Stimmen zu führen berechtigt sind' im Weigerungsfälle die znnächst Berechtigten. Dcr Vorsitzende und die Skrntatoren ernennen den Sekretär. §. 2tt. Znr Fassnng eines gilligen Vcschllisses in dcr Generalversammlung müssen wenigstens lw Mitglieder bei derselben gegenwärtig, und dic Gcgcn< wärtigcn wenigstens llw Stimmen abzugeben bcrech° tigt sein. In Ermanglung dieser Zahl findet eine neue Einberufung dcr Generalversammlung Statt. In diesem Falle braucht jedoch dic öffenlliche Knndma« chnng nur 10 Tage, und dic Hintcrlcgnng der Allicn nur 6 Tage vor den» neu anbcranmtcn Tage zu er< folgen. Die Gilligkcit dcr von einer solchen zum zweiten Male einberufenen Versammlung gefaßten Pe» schlüssc ist an eine bestimmte Anzahl von Mitgliedern und von Stimmen nicht gebunden. (f e u i l l e t o n. Dor Vogel „Ibis" am Laibacher Morast. «^Ver nur einige 5nh^ in unserer i'andeshaupt-stadt verlebt hat, mnßtc durch eigene Anschauung die Ueberzeugung gewinnen, daß ^m Laibachcr Morast die nmstaltcnde Hand des Mensche ^^„ Jahr zu Iabr mehr anbauwürdigcn Boden abgewinnt, darum kann man wohl auch sagen, daß der Zcitvnnkt. wo die ganze Morastftächc in fruchtbarcu Boden verwandelt werden wird, keineswegs außer dem Bereiche menschlicher Berechmmg mehr stehe; gleichwohl aber mnß man es andererseits wieder gestchen, daß hierin noch ein hübsches Stück Arbeit den kommenden Gc-schlechtem bleibt. Die Wahrheit dieser Ansicht zeigt ^sich wohl am klarsten znr Zeit der UebcrschwemmnN' gen, die bei uns zu Lande keineswegs selten sind. Wenn nämlich anhaltende Regengüsse, wie sic sich erst die vorigen Tage ereigneten. die in den Morast gleitenden Päche schwellen, so tritt die Laibach, welche sie rechts und links aufnimmt, aus ihreu seichten Ufern und verwandelt den Moorgrnnd in einen stattlichen See. Ist min dieß dcr Fall, dann bildct uuscr Morast einen Kongrcßplah, wohin daö Wasser« und Sumpfgeftügel gar. mannichfachcr Art seine Vertreter findet. Das schnatternde Enteugcfchlccht und die be» hendcn Taucher siud darauf so gut vertreten, als die pstegmatischeu, hochbeinigen Wat» oder Sumpfvögel, die auf einsamen, vom Wasser umspühlten Erdschollen sipcnd, auf ihre Beute laucru. Welchen Hochgenuß nun eine solche Ucbcrfin-thung uuscreu Morastjägcrn gewahrt, läßt sich wohl denken. Aber auch die Wissenschaft geht dabei nicht lccr aus, dcnu unscr uatcilänoischcs Museum hat den patriotischen Jägern den Besitz so manches seltc» neu Exemplars aus dem Gebiete dcr befiederten Sumpf- Fauna zu verdanken. So wurde am vcrfiosscucu Samstag wieder ein scttcncr Sumpfvogel crlcgt »no dem Museum gcspcn« det. Es ist ein sogenannter schwarzer Ibis (II)" ü'l cim llu.', 'l'im!l»!u5 l'i»lcm. Ilu>); riu prächtiger Vogcl. In dcr Gestalt hat cr Aehulichkcit mit dem großen Brachvogel, ist aber ctwas größer und mißt ohne den Schnabel fast 2 Schuh- sciu ^eib ist pnrpurbraun; Flügel, Nückcn und Schwanz haben einen röthlich« grünen Mctallschimmcr; dcr rnndlichc. sanft sichclför-förmig gebogene Schnabel ist 3 '/, Zoll laug, nnd ist grünlich »gran, wie die hohen, über den halben Unterschenkel nackten Watfüße. Die Heimat dieses schlanken, dabei ebenmäßig schön gebauten Vogels sind die schilfrcichen uud baumlecren Amans der in das schwarze und kaspischc Meer mündenden Flüsse; wenigstens brütet er hicr in den Monaten Mai, Juni uud Juli; begibt sich aber schon Anfangs Anglist nach Egyptcn. Lange Zeit hat man diesen Vogel für den bc> rühmten, uon den alten Egyptiern für heilig gchallc. ncn Ibis geyattcn. Von ihm sagt Herodot (ll. lj^) : «Wer einen Ibis absichtlich oder zufällig töotct, der muß sterben; dcr Ibis wird iu Hcrmopolis begraben." Dic Egyptier hicltcn dcu Ibis für ein Sinnbild dcr jungfräulichen Unschuld; seine Anhänglichkeit an Egyp< tcn sci so groß, daß cr lieber Hungers sterbe, als sich wo audcröhin verscheuchen lasse; er jagc den Schlangen einen solchen Schrecken ein. daß sie fiöhcu, wenn sie nur eine Feder von ihm säi>-n. Herooot gibt uns die Beschreibung von zwei Ibis > Arten, die beide für heilig gehalten wurden. Die eine paßt ganz auf unseren schwarzen Ibis; die andere abcr enthält die Eharaktcre einer anderen Ibis-Art. Die Forschungen dcr Fachmäuncr, namentlich (5nvier's Untcrsnchnngen von Mnmien, haben iwrigeus dar^e> tban, daß nicht der in Rede stehende Vogel, sondern jcnc größere Art von Ibis mit weißem ^cil»e. schirar, zem Kopf und Flügelspwen. d.r eigcntllche heilige Ibis dcr alten Egyplier sei, darmn man ihm alich in der systematischen Nomenklatur den Namen ll,i« l-<ü. zri^!,, lillllnil»! «!>cc>,- l'slgele^t hat. Denn ullr dic> RRR» §. 2!>. In der Gencralucrsammlnng wird nur über jene Gegenstände verhandelt, welche in dem vom Verwaltungsrathe bekannt gemachten Programme be« zeichnet sind. Jedem stimmberechtigten Mitgliede steht zwar das Recht zu, selbstständige Anträge zn stellen; jedoch wird über dieselben nicht sofort berathen nnd entschieden, sondern es IM die Versammlung, wenn ein solcher Antrag von wenigstens 20 Mitgliedern unterstützt wird, vorerst nnr zn entscheiden, wann derselbe in Verhandlung zn nehmen sei. §. 30. Die Generalversammlung wählt die Mit« glicder des Verwaltungsrathcs, zn welchem Ächnfc ihr das Verzeichnis der wahlfähigen Aktionäre vorge» legt wird. Sie vernimmt den Bericht des Verwaltungsra« thes über die Angelegenheiten der Gesellschaft. Sie erwählt ans ihrer Mitte einen Revisions' ausschuß, welcher nach dem nächstfolgenden Bilanz» abschlnssc die demselben dnrch den Vcrwaltnngsrath zn übergebenden Rechnungen zn prüfen lind darüber der nächstjährigen regelmäßigen Generalversammlung Bericht zu erstatten hat. Sie beschließt sohin über die vom Revisionsaus> schnsse geprüften Rechnungen, und bestimmt die Höhe der auf jede Aktie zu verthcilcndcn Dividende. Sie ertheilt dem Verwaltnngsrathe in allen Fällen, welche in den Statuten nicht vorgesehen sind, die nöthige Ermächtigung. §. 31. Die Beschlüsse der Generalversammlung wevden in der Regel nach Absoluter Stimmenmehrheit gefaßt. Bei gleichen Stimmen entscheidet jene des Vorsitzenden. Anträge anf Veränderung der Statuten, ans Verlängernng der Daner der Gesellschaft oder über deren Auflösung vor der festgesetzten Zeit, oder auf Erweiterung ihres Geschäftsbetriebes, dürfen von der Generalversammlung nnr mit einer Stimmenmehrheit von drei Viertheilcn der Abstimmenden entschieden werden; znr Ausführung derselben ist die Allerhöchste Genehmigung erforderlich. §. 32. Alle Wahlen geschehen dnrch schriftliche Abstimmung mittelst Stimmzetteln. Wird bei einer Wahl in Folge der ersten Ab. stimmung die absolute Stimmenmehrheit nicht erreicht, so erfolgt das Slrntin zwischen den Mitgliedern, wcl» chc bei der ersten Abstimmung die meisten Stimmen erhielten, nnd zwar wird in solchem Falle die dop» peltc Anzahl der noch zn wählenden Mitglieder in dic engere Wahl gebracht. Bei gleicher Zahl der Stimmen enlschcidet die Höhe des Aktienbesitzes, bei Gleichheit des letzteren das Los. §. 33. Die statutenmäßigen Beschlüsse der Gc» ncralversammlung sind für alle Aktionäre bindend. Eine Einsprache oder Berufung dagegen findet nicht Statt. §. 34. Ueber die Verhandlungen der General» versammlnng wird ein Protokoll geführt, dem das Verzeichniß der anwesenden Mitglieder beigefügt wird. Das Protokoll wird vom Vorsitzenden und von dem oic meisten Stimmen besitzenden Mitgliede der Ver-sammlnng unterzeichnet, und bedarf der Mitfertignng des l. f. Kommissärs. Es werden in dasselbe nur die Resultate der Verhandlung aufgenommen, ll. V e r waltungs r a t h. §. 3i5. Der Verwaltungsrath besteht ans 2l Mitgliedern. Dieselben werden von der General' vcrsammluug aus den stimmfähigen Aktionären gc° wählt. Ihre Wahl unterliegt der Bestätigung der Staats» Verwaltung, §. 36. Zn Verwaltungsräthen können sowohl inländische oder in Oesterreich wohnende, als aus« läudischc oder im Auslande wohnende Aktionäre ge> wählt werden. Dc^r Vcrwaltnngsraty mnß jedoch immer bis zu wenigstens zwei Drittheilen ans Ak> lionaren bestehen, welche in Wicu ihren Wohnsitz haben. Jedes Mitglied des Vcrwaltungsrathcs hat binnen acht Tagen nach seiner Erucnnnng fünfzig Ak> tien bei der Gesellschaft für die Dauer seiner Funk' lion zn hinterlege». Erst wenn dieses geschehen ist, kann es seine Funktion antreten. §. 37. Das Amt eines Mitgliedes des Verwal« lungörathcs dauert in der Regel sieben Jahre. §. 38. Jedes Jahr treten drei Mitglieder nach der Reihenfolge ihrev Amtödaucr aus. Vis die Reihe im Austritte sich gcbiloct hat, entscheidet darüber das Los. Die znm Austritte Bestimmten können jedoch wieder gewählt werden. H. 39. Allsnahmsweise wird für die Dauer der ersten sieben Geschäftsjahre der Vcrwaltnngsrath von uud aus dcu Pcrsoucu gewählt werden, welche das Grundkapital von sechzig Millionen Guldcu cinzeich-ncn nnd übernehmen werden. §. 40. Erledigt sich die Stelle eines Mitgliedes des Verwaltnngsrathes, ehe dieses die Reihe znm Austritte trifft, so ernennt der Verwaltungsrath einst' weilen einen .stimmsähigm Aktionär znm provisori' schen Mitglicde desselben. Die dicßfälligc definitive Ersatzwahl erfolgt in der nächstfolgenden Gcncralversammlnng. Das auf diese Weise im Wege der Ersatzwahl in den Vcrwaltungsvath bcrnfene Mitglied tritt, rück' sichtlich der Dauer seiner Funktion, an die Stelle jenes Mitgliedes, an dessen Stelle es gcwählt wnrdc. H. 41. Der Vcrwaltungsrath wählt ans seiner Mitte mit absoluter Stimmenmehrheit einen Präsi- deuten und zwei Vizepräsidenten auf die Dauer eines Jahres, welche nach Ablauf ihrer Amtszeit wieder wählbar sind. Er ernennt im Falle ihrer Verhin» derung eines seiner Mitglieder, wclchcö den zeitwei« ligen Vorsitz zu führen hat. Der Präsident und die Vize'Präsidenten müssen ihren Wohnsitz in Wien haben. K. 42. Dein Vcrwaltungsrathc steht die Ober« lcituug aller Geschäfte der Gesellschaft nnd die Ueber» wachnng der Direktion zn. Er bestimmt zu diesem Zwecke die innere Geschäftsordnung. Er vertritt die Gesellschaft als deren Bevoll-mächtigten mit allen jenen Befugnissen, zn welchen nach ^. 1008 des a. b. G. B. eine besondere, auf die Gattung des Geschäftes lautende Vollmacht noth» wendig ist. . Er ist außerdem berechtigt, znm Zwecke jener im §. 4 bezeichneten Geschäfte, welche solches crfor« dern, Gcscllschastsverträgc zu errichten. Ucbcrhaupt entscheidet er in allen Fällen, welche nicht ausdrücklich der Generalversammlung vorbehalten , oder zu Folge dieser Statuten oder nach der Geschäftsordnnng der Entscheidung der Direktion überlassen sind. §. 43. Der Verwaltungsrath ist verpflichtet, die strenge Beachtung der Statuten und die Geschäfts« führnng der Direktion nnd der Beamten zu überwa» chen. Er mnß jährlich wenigstens zwei Mal untcr Zuziehung eines Direktwnömitglicdes außergewöhnliche Kasscurcoiswnen dnvch eines oder mehrere feiner Mit' glicder vornehmen lassen. id. 44. Der Vcrwaltunqsrath versammelt sich ve> gclmäßig zwei Mal in jedem Mouate, auf Einladung des Präsidenten oder dessen Stellvertreters. Außergewöhnliche Sitzungen können von dem Präsidenten, so oft er es nöthig erachtet nnd müssen jedesmal auf Antrag von sechs Mitgliedern des Ver» waltungsrathes angeordnet weiden. H. 4!>. Der Vlrwaltnngsrath wird bestimmen, über welche Gegenstände nnd in welcher Art die Mei> mmg der auswärtigen Mitglieder vor der Beschlußfassung einzuholen ist. §. ^li. Znr gütigen Beschlußfassung des Ver-wallnngsrathes ist außer den, Vorsitzenden die Au< Wesenheit von wenigstens sechs Mitgliedern desscl» ben nöthig. Kein Mitglied des Verwaltnngsrathls kaun mehr als Eine Stimme führen. H. 47. Der Verwaltnngsrath faßt seine Be> schlüssc in der Regel mit absolntcr Slimmenmehr» hcit;.bei gleichen Stimmen wird jene Mcinnng zum Beschlusse erhoben, welcher der Vorsitzende beige« treten ist. §. 48. Ueber die Verhandlungen des Vcrwal» tnngsrathes sind Sitzungsprotokolle zn führen. sm, uud nicht den schwarzen Ibis, findet mau in den Tempeln der alten Egyptier ausgeschnitzt und gemalt und anch cinbalsamirt in den Mnmien. Frci> lich wohl sagt Herodot, daß der schwarze Ibis gegen die Schlangen kämpfe, jener weiße sich aber mehr au den Menschen haltc; allein dieses Merkmal ist von gar keinem Belange, weil es durch die neueren Beobachtungen genngsam bewiesen worden ist, daß weder der eine noch der andere Ibis von Schlangen sich uährt, sondern es snchen beide ihre Nahrnng im Wasser, die in Gewürm und kleinen Schalthieren besteht, was anch die Nahrnngsüberreste, welche man im Magen uuseres Vogels vorgefunden hat, be» stätigen. Mag nun der eine oder der andere Ibis, oder mögen von den Egypliern beide gemeinschaftlich verehrt worden sein, so scheint der Grund seiner Vereh. nmg daher zu rühren, daß er alljährlich als Vor» botc oder vielmcbr als Begleiter, dabei zugleich als Hauptinteresses der Ueberftnthnng des Rils erschien, eines Ereignisses, welches zu den freudenreichsten gehörte. Was unseren Ibis, der bald eine Zierde unseres Museums sein wird, noch weiter anbelangt, so ist sein Erscheinen auf unserem Moraste nicht so einzig dastehend, jedenfalls aber selten. Schon vor ungefähr, dreißig Iahreu soll hier ein solcher Vogel geschossen worden sein, und weil sich dieser äußerst kluge und schenc Vogel nicht so leicht an den Feder« Pelz kommen läßt. so dürftcu seither schon mehrere von ihnen unseren Wat- und Schwimmfüßlcr-Kongreß nnter strengstem Inkognito besticht haben. Diese Vögel kommen auch an der unteren Save und Dravc ziemlich häufig vor, und selbst anf dem Bodcnscc hat man schon einen angetroffen. Theater. Wenn wir die mehrfachen Ncpetitioueu, oder Stücke, wie „Der Tcnfclsstein :c. :c." mit Stillschweigen übergehen, so bleiben uns uur uoch einige Darstellungen, die wir der Besprechnng unter» ziehen. Vor Allem heben wir Göthc's „Egmont" hervor. Man wird es gewiß erklärlich finden, daß man bei der Beurtheilung der Darstellung einer klassischen Dichtung einen schärferen Maßstab anlegt, als bei jener der gewöhnlichen Eintagsgebnrten. Ueber dic Dichtung zn sprechen erscheint uns überflüssig; wer hat Göthe's Egmout, oder literarhistorische Abhandlungen darüber nicht schon gelesen? Die Darstellung war im Ganzen eine ungenügende. Herr Knrz befriedigte nns als „Egmont" nur in seiner ersten Szene mit den Bürgern, uud im Dialog mit Alba; die Gefängnißszenc war die schwächste, und die Gefammilcistung konnte überhaupt den höheren Anfordcnmgcn, die wir an diesen denkenden Schau« spieler zn stellen gewohnt sind, nicht entsprechen. Noch weit entfernter vom Ideale, das sich der Dichter im „Klärcheu" gebildet hatte, war Fräulein Qnandt; so gar keine Poesie in der Auffassung uud Darstellung, rs war überall nüchterne Prosa, die einen Egmont sicherlich nicht zu begeistern und zu entstammen vermocht hätte. Verhältnißmäßig am besten war der erste Dialog zwischen Klärchen und Egmont, als die Darstellerin mit ziemlich natürlicher Naivetät am Anblick ihres Geliebten sich kindlich freut. Dagegen war die heroische Szene, der flammende Aufruf au die Bürger, ihreu Schützer und Retter aus dcu Handen der Tyrannei zu befreien, höchst ungenügend, weil viel zu kalt, ohne wahre, gefühlte Begeisterung. Dieser „Oranicu" war ein reines Pasqnill, und „Alba" war zn dem bezeichneten Oranien ein entsprechendes Scitenstück. Herr Kars chin hatte den „Vanscn" stndirt, wenn uns anch dieses Kolorit etwas zu scharf vorkam. Herr Vraunhofcr (Vrackcnburg) und Fräulein Reichcl (Klärchcus Mutter) verdarbcu wenigstens nichts. Im Ensemble wäre ein präciseres Ineinandergreifen sehr zu wün> schen gewesen; wie gesagt, diese Produktion war eine sehr mittelmäßige. «««» Diese Protokolle sind voit dem Vorsitzenden und allen Stimmführcrn zn nnterzeichnen. Die in Folge der Beschlüsse nöthigen Ausfertigungen des Verwaltungsrathcs sind von dem Vor^ sitzenden nud einem Mitgliede zu nnterzrichneu. §. 49. Der Verwaltungsrath kann einen Theil seiner Vollmachten dnrch eine spezielle Ermäch! iglllig cinem oder mehreren seiner Mitglieder, für eine» besonderen Zweck ans eine beschränkte Zeit übertragen. 8- 60. Die Mitglieder des Vcrwaltungörathes erhalten Anwcsenhcitsmarken, deren Werth dnrch die Generalversammlung bestimmt werden wird. Ucbcrdieß genießen sie den im §. litt bestimmten Gcwinnanthcil. erwächst ans ihrer Amtsführung keine persönliche Haftung hinsichtlich der Verbindlichkeiten der Gc-scllschaft. Jedoch sind bei Beschlüssen nnd Handlungen, welche die Grenzen der Vollmacht des Verwaltungs-ralhes überschreiten, der Gesellschaft jene Mitglieder verantwortlich, welche sie veranlaßt, unternommen oder bei denselben mitgewirkt haben. ^Schluß fl'lg t.) Am 7. November l. I. wird in der k. s. Hof« nnd Staatsdrnckerei in Wien das Xl.. Stück des Reichs« Gesetz-Blattes ausgegeben nnd versendet. Dasselbe entbält nnter Nr. 186, Den Erlaß des Finanzministeriums vom 6. November 18ü:'» — wirksam für alle Kronlän> der — betreffend die Errichtnng einer privilegir-tc,l österreichischen Kreditanstalt für Handel nnd Gewcvbc, sammt den Statnten derselben. Am 4. Oktober l. I. wnrdc ebenda das I n-h a l t ö-R e g i st c r der im Monate Oktober 18tt.'; erschienenen Stücke des Reichsgcsctzblattes ausgegeben und versendet. Wien, am 6. November 18!>ll. Vom k. k. Reoaktionöburean des Reichsgcsehblatlcs. NichtüNlllicher Thl^il. Lnibiich, a>n 1l>. Noveinber. Wir können die erfreuliche Nachricht mittheilen, daß wegen der baldthnnlichsten Aklivirnng der V a n k> filial . Eslomptc - Anstalt in ^ a i b a ch,von der k. k. privil, österreichischen Nationalbank der Kassier Herr F. W. Iaggi, Hieher abgeordnet worden ist, nm die dicßfalls nöthigen Vorcinleitungen zn treffen. Man sieht der Ankunft des genannten Bank-beamtcn, der gewiß bei dem Handclsstande und bei den Indstricllen sowohl die freundlichste Aufnahme als die kräftigste Mitwirkung finden wird, in den nächsten Tagen entgegen. Tricst. 8. November. Die „Tiestcr Zei. tnng" berichtet', Der Unfall, welcher Se. kaif. Hoheit den durch-lauchligstcn Herrn Erzherzog Ferdinand Maximilian gestern Vormittags traf, hat in allen Kreisen der hiesigen Bevölkerung, welche die Herzensgute und Leutseligkeit des edlen Prinzen onrch die ehrerbietigste Anhänglichkeit erwiedert, tiefe und schmerzliche Vcwc« guüg erweckt. In der Kirche Maria-Hilf (6. ^u-llinio voc-cliw), der Se. kaiserliche Hoheit eingcpfarrt ist, wnrdc auf die erste Nachricht von dem nnglnck» lichen Ereignisse das hochwüroigstc Gut zur öffentlichen Aubclung ausgesetzt nnd zn den bei solchen traurigen Anlässen dargebotenen nnd vorgeschriebenen religiösen Schuh- und Hilfsmitteln mwcrweilt Znfincht genommen; die Straße nach St. Andrea bedeckte sie mit Wagen nnd Fußgängern, die über das Vcftndcn des durchlauchtigsten Prinzen Erknndignng einziehen und ihre innige Theilnahme darlegen wollten, und indem die für ocn Abend angekündigten Theatcrvorslcllnn' gen abgesagt wurden, erhielt nur die herrschende Gc> sinnung einen entsprechenden und schicklichen Ansdrnck. Inzwischen entnehmen wir mit wahrer Freude den nntcn folgenden amtlichen bulletins, daß ein Grund zn ernsten Vcsorgnissen nicht vorhanden sei, nnd wagen die Hoffnung, daß cs, unter dein Pcistande des Allerhöchsten, der erprobten Knnst der Aerzle gelingen wcroc, recht balc» die durch tausend Wünsche nnd Gebete ersehnte nnd erflehte völlige Herstellung des allverehrteu Sprößlings unfcres erhabenen Kaiserhauses herbeizuführen, um so mehr ausznsprechcn, als ungeachtet der peinlichen Ucberra-schnng, womit der beklagenswerthe Unfall eintrat, doch die erforderlichen Hilfeleistungen durch den Eifer oer Vehörden nnd Aerzte mit aller Schnelligkeit bewerkstelligt werden konnten. Bulletin 6. Anf die stürmischen Erscheinungen des gestrigen Tages erfolgte Abends ein wohlthätiger Schweiß, der eine Abnahme des Fiebers und cine bedeutende Er» leichterung mi! sich brachte. Die Nacht war verhältuißmäßig ruhig, besonders nach Mitternacht der Schlaf < Vii Stunden nngestört, die Symptome der Gehirnerschütlernng haben nachao lassen, Erscheinnngen eines Gehirndruckes sind keine vorhanden, die des Gchirnreizes sind mäßig. Das Befinden Sr. kaiscrl. Hoheit ist im Allgemeinen befriedigend. Trieft, 8. Novbr., 7 Uhr Morgens. Se. kais. Hoheit der durchlauchtigste Herr Erz. herzog haben von 8'^ bis >>'^ Uhr Morgens linun> tcrbrochcn geschlafen, und sich beim Erwachen erqnickt gefühlt. Im Ganzen kann man, bei den obwalten» den Umständen, sich das Befinden Sr. fais. Hoheit nicht besser wünschen. Trieft, 8. Novbr,, N Uhr Vormittags. I)i>. Troghcr, Leibarzt Sr. k. k. Hoheit. Dr. Capprllrtli. l)>-. Patay. Dr. Deöcovich. Primar<(5lm'nrg. Oberstabsarzt. Professor. Dr. Goraencchi, Prakt. Arzt. Se. Maj. der Kaiser ist hcutc Nachmittags 2^ Uhr hier angekommen. Wie betrübend auch die Ver-anlassnng ist, welche Sc. Majestät in nnscrc Mitte sührt, so gab die Bevölkerung unserer allcrgctrcucstcn Stadt ihrer Freude über die beglückende Anwesenheit des allgcliebten Monarchen doch den lautesten und herzlichsten Ansdrnck. In den Straßen, durch die Sc. Maj. fuhr, waren Fenster nnb Balköne mit Tcp» pichen geschmückt, nnd einstimmige, begeisterte Lebe« Hochrufe empfingen und begleiteten Se. Majestät. Im Gefolge Sr. Maj. befinden sieh Se. Ekzell. der Gencraladjntant FML. Graf Grünne, Oberst Müller, Hauptmann von Friedl, Hofrath Baron Nattmann. Amtliche Aufwartungen bei Sr. Majestät finden, wie wir vernehmen, nicht Statt, da die Anwesenheit des Monarchen nnr den Besuch des durchlauchtigsten Brnders znm Zwecke hat. Die österreichische Kreditanstalt fur Handel und Gewerbe. I. Ihr Gcschästsnmfang. Der große staalswirthschaftliehc Reform« und Neugcstaltungsplan, dessen Gruudzügc anzudeuten uns schon vergönnt war, entwickelt immer deutlicher nnd schärfer seine gewaltigen Umrisse. An die beiden Maßrc> geln der Dccknng der schwebenden Staatsschuld an dic Nationalbank mittelst Uebcrantwortnng von Domänen uno dic Gründung der Hypothekenbank reiht sich jeht als drittes mächtiges Glied dic neue volkswirthschaft. lichc Schöpfung einer österreichischen Kreditanstalt für Handel nnd Gewerbe. An nnd für sich von uner« meßlicher Tragweite für Oesterreichs Volkswirthschaft, hat diefc Anstalt, womit die nencn Bankschö'psuugen, wenn auch nicht schon die, Reformen des Bankwesens znnächst ihren Abschluß finden, auch noch die Beden» tung, daß sic die beiden anderen Maßregeln nach ver» sehiedcncn Richtungen wesentlich ergänzt und deren Wirksamkeit far dic so wichtigen Zwecke der Nchabi» Iilirung der Nationalbnk, der Ncgrlnng des Geldwe» seils, der Hebnng des Kredits, der Produktion und der Finanzkraft vollenden hilft. Für diese Zwecke *) N,I6 dcr „Allstvia" Nr. 25ll. „Ein Mann der Gesetze" von Hafner; doch nicht „zum ersten Male", wic der Anschlagzettel sagte, indem diese Ueberarbcitung des Schauspiels „Julius vmi Sassen" von dem bekannten Dichter des „Abälino" sch,,n vor ein Paar Jahren hier gegeben worden ist. H^f„cr lmt dic ganze Anlage nnd Szcnirnng des vor einem halben Iahrhnndertc erschienenen Stückes beibehalten, ganze Szenen wörtlich abgeschrieben, nnd nnr cinigc romantische lind pathetische Deklamationen hinzugefügt. Die Zeit ist jedoch vorbei, in der romantische Schwärmereien entzückten, und hätte anch Heine seinen ,,/Vi!i» 'i><>l» nicht geschrieben, die Anschauungen unserer Zeit hätten den Stab über die Nomantik gebrochen, welche nur dann noch hinreißen kaun, wenn fic von der Klassizität iil Form und Diktion getragen wird. Von ^u Darstellern erwähnen wir Herrn Kurz, der "lö „Julius von Felsenberg" Anstand, Feinheit, Selbst« ^wnßtscin, tiefe Rechtlichkeit nnd männliche Kraft in harmonischer Verbindung lebcudig zur Anschannng brachte. Herr Brannhofcr gab die wenig dankbare Rolle des „Ferdinand" mit Verständniß, lind Fräulein Qnandt genügte als „Henriette." Herr Ström er (Senne?) machte alls dem feinen, gewandten Hofmann, dessen ^'eben nnd Wirken auf schlaue Intrigue berechnet ist, einen Eharakter im moderneren Zuschnitt, den schon der pedantische Gott- sched von der Vübnc verwiesen hatte. Auch Herr Resort (Hornbcrg) ließ zn viel die Komik vorwalten, während Herr Karschin (Spindlcr) in einigen Momenten ganz vortrefflich war. Im Ganzen befriedigte diese Darstellung. „Am Clavier", nach dem Französischen von Grandjean,-eine recht artige, pikante Bluette, — was wir auch ohne der separaten Annonce am Theaterzettel vielleicht herausgefnnden hatten? — Die Darsteller der Hauptpersonen, Fränlein Quandt (Bertha) und Herr Kurz (Jules Franz) rissen durch Anmuth nnd Feinheit zn wiederholtem stürmischen Beifallc hin, indeß Fränleiir K arfch i n (Inlie) auch den geringsteil Anforderungen nicht genügen konnte. Hie nnd da wäre allerdings mehr Rnndnng und Präzision, ein entsprechenderes Znsammengehcn zwischen der Sängerin hinter der Coulisse und der Klavierspielerin anf der Bühne zn wünschen gewesen. Feldmann's „Ein altes Herz" erzellirt dnrch ein altes, abgenütztes Subjekt,, wobei nnr die beiderseitige Schlafsucht eine eben nicht ästebtischc neue Erfindung ist, durch gedehnten Dialog, farblose Eharak-tcrzeichnung nnd banale Wipe nnd Phrasen. Ein approbates Mittel, künstlich Langeweile — zn crzen-gen. Alis nichts kann anch der .trefflichste Schauspieler nichts hervorbringen; obwohl sich die Darsteller bemühten, das lecke Schiff dieses Lustspiels überm Wasser zn erhalten, es tanchtc doch nntcr, — anf Nimmer-Wiedersehen ! Schließlich crsnchen wir Herrn Karschin, dessen Vielseitigkeit in der Darstellnng wir schon öfters ge« bührend hervorgehoben haben, etwas lauter zn reden, denn die Hälfte dieser Parthic ging den Znhörcrn verloren. Uebcr dic Opmworstellungcn im nächsten Berichte. Dr. Klan. Literarische Notiz. Inrcnde'sII lnstrirtc r vatcrl ä ndis ch c r P ilgcr, welcher sich seit nahczn einem halben Jahrhundert in der Gnnst des Pnbliknms zn erhalten gewußt hat, ist so eben pro 18iili erschienen. Unter einer tüchtigen Redaktion hat dieß beliebte Volksbuch einen ncnen Anfschwnng genommen, wofür der uor» liegende Band den vollgiltigsten Beweis liefert. An Reichhaltigkeit übertrifft derselbe alle ähnlichen Unter-nehmungen, indem nicht weniger als <'ir<:n 3t)0 vcr« schiedenc Aufsäfte aus der Natur- nnd Völkerkunde, der Zeit« nnd Staatengcschichtc, der ^andwirthschaft, Industrie nnd Kultur, dann an Erzählungen, No< vellen und Gedichten entbält. Der bei gegebene Gc> schäftskalendcr kann, was die Tabellen über Münzen», Maße-, Gewichte-, Agio-, Interessen., Stempel-, Post., Telegraphen, und Eisenbahnwesen betrifft, vollständig K«HO jcdc in ihrer Weise wirkend, nnterstützen sic sich. po-tenzircn sic gleichsam ihre Kraft wcchsclscitig nno im organischen Zusammenhange mit dem großen Ganzen bcr Starts' nno Volkswirthschaft. Die ncue Gesellschaft, mit ihrem Zciltralsißc in Wicn, errichtet nach Bedürfniß, mit Genehmigung der Staatsoerwaltnng. für einen oder mehrere Geschäfts» zweige Filiale mit gleichen Rechtcu nnd Pflichten in der ganzen Monarchie, nnd ihr großer Kapilalstock von hundert Millionen Gulden wird sie in die Lage setzen, anf gcranme Zeit dcil Erfordernissen derselben zn genügen, wenn auch nicht für ihre ga»ze vorerst ans W Jahre festgesetzte Dauer. Dir Grenzen dcr Thätigkeit der neuen Anstalt sind sehr writ, doch nicht zn weit nno tilhn, anch nicht über den valerländischeil Boden hinaus gesteckt, welcher ja noch cin liuermcßlichcs Feli) für lebensfä« hige Unternchtnungen aller Art darbietet. Ihre Äeden« tnng für Handel und Gewerbe, für Assozialion und Belebung des Uitternchillllugsgeistes cryellt am ein» fachsten ans dein H. 4 des sankiionirteil Statuts, welcher den weilen Umfang der Geschäfte bcschreibt, zn welchen die Gesellschaft bcfngt ist. Sie gibt Vorschüsse nicht bloß, wie die Natio» nalbailk, anf östcrrcichlschc Slaatspapicre nn» Grund» cntlastnngsobligaliouen, sondern auch anf Allien lind Obligalioncu inländischer Unternehmungen, auf Obligationen aus Kreditsoperationen einzelner Klo>,län!>cr, I Bezirke nud Gemeinden, dann anf Rohprodukte uu» Waren. Hiermit wird cincm lebhaft empfundenen Bedürfniß, einem oft und vielfach geäußerten Wunsch! enlsprochen. Wie drückend empfanden es nicht selten die Geschäftsleute und auderc Besitzer der besten Werthpapierc, daß sie diesen Werlh nicht flüssig ma> chcn konnten, wollten sie nicht ihre Effekten oft mit empfindlichem Verlust veräußern! Wie l'illcr machlc slch den Produzenten oft jede, ob aach nur vorüber» gehende, nngüustigc Konjunltllr. jcdc Stockung des Absatzes fühlbar, weil sie, ohne allc Gclcgcnhcil. Vor< schüssc auf ihre Waren zu erhallen, zu jedem Preise losschlagen mußten! In dieser Hinsicht standen die österreichischen Hauptmärtte bisher den meisten rivali' sircnden selbst in Mitteleuropa nach. Jetzt wird die längst ersehnte Ausgleichung statlfindru, nnd Oester-reich wird an Mitwrrbsfähigkcit im Innern nnd nach anßrn, sein aktiver Handel an Regelmäßigkeit und Energie gewinnen, was auf die Prodnktion nur gün> stig zurückwirken kann. Die Gesellschaft ist weiter befugt, mit Bcobach» tung der gesetzlichen Vorschriften industrielle oder sonst das öffentliche Wohl fördernde Uuteruehmnngen aller Art innerhalb der österreichischen Monarchie zn errich» ten, zn diesem Ende die Umstaltnng schon bestehender Gesellschaften in Aktiengesellschaften zn bewirken, und für alle derlei Unternehmungen nnd Gesellschaften Ak- tien nnd Obligationen auszugeben. Diese wichtige Bcfuguiß wird rcr vollen Entf.ilinng des Geistes der Assoziation allch in nnserein, an Naüirsouds so reich begabte,l Oesterreich Flügel lcihcu uud die Prodnktion. den, Verkehr nnd Handel im großen Slyle fördern. Die wirthschafllichcn Privatassozialioncn, die Saunn> Iling der geistigen nnd materiellen Macht zn bestimm» ten Zwecken nach dem Prinzipe der Freiwilligkeit. Vereinigungen dieser Art alls allen Klassen ulldKrci» sen der Bevölkerung haben in nnsercr Zeit Wunder gewirkt nnd geben unserm Alter immer mehr seinen cigenl» llchcnEharakter. Doch ist dieser schöpferische n»o schaffende Genius bei nus noch nichi fo wach. wie er sein sollte, damit wir in der Entwicklung nnscrer Kräfte Schritt halleil mit anderen Kullurstaalcn. Mancher treffliche Gedanke erstickte im Neim durch Ermüdung, manches wichtige Unlcrnchmcu scheiterte au den Schwicriglei» ten der Ausführung, gar Vieles, selbst Nothwendiges nud Dringendes unterblieb, weil es an der Vereini» gung der Kräfte fehlte, an einem praktisch vermögen^ den Zentralorgan für die Ermunterung, sür die rechte Answahl der passenden Mittel nilo Kräfle zn grgcbe-nen Zwecken, an einer Organisation, welche die lle«> neu getrennten Kräfte und Körper znsammenführte, llirz, au einer festgeschlossencn Gesellschaft, welche, mit scharsein Angc überall das Zweckmäßige nno Lebens-tüchtige erkennen», es mit starkem Arm ergreift, hält nud ausführt. Eine solche heilsame, verbindende, ord> ncnde, ermunternde, einigende, schaffende positive As> soziationsthätigkeit über das gesaminte Gebiet ocs Kai> serstaates zu entsallcn, ist die neue Kreditanstalt bo rufen. Gleichsam an die Spitze aller wirlhschafilichtn Veremignngen dieses mächtigen Reiches gestellt, ist ihre Aufgabe eben so groß als schön, ist ihre Wirs. samlcit alls dem Gebiete des ökonomischen Bebens eben so tiefgreifend als umfassend. In ihrem frucht-baren Schoße birgt sich ein nnerschöpfticher Mutter« stock voil lleuen wichtigen Unlernehinungen. weil sie dsnselben durch Heranziehung nno Vereinigung der Kräfte und Mittel überall Vahn brechen kann, ohne doch einem sehwindclhaften Geiste zn sröhncil, oder sich in überkühnc Konzeptionen zll verirren. Ail die beiden geuannten großen Sphären der gesellschaftlichen Thäügleit, innerhalb welcher diese nach allen Seiten eins rege Bcsruchnmg unserer Volks» wirihschast bewirken muß, schließt sich noch ein dritter Kreis, eine dritte Grnppc von vorwiegend siuan« zicllen nnb eigentlichen Bankgeschäften an. Die Ge-scllschaft ist nämlich befngt. österreichische Staatsan> leihen, sowie Kreditsoperationcn einzelner Kronländer, Bezirke oder Gcmsindcn zll übernehmen, oder sich dar» an zn betheiligen und an Dritte zn überlassen. Kein Zweifel, daß die Anstalt oft in die Lage kommen kann, den Zufluß der Hilfsmittel für die Staalsrc» gierung oder auch für Bänder nnd Gemeinden wirl> sam zn nntersjützln. die Nealisirnng ihrer Anleihen zu erleichtern und die Wohlthaten der Konknrrenz hie« für zn vermehren. Sie ist ferner bcfngt, alle Arten von österreichischen Slaatspapicren, von inländischen Indnstrieeffellen, dann Privatschuldverschrcibungcn zn kaufen nud zu verkaufen, zn verpfänden und gegen andere Werthsgegcnstände zu u.-rtanschen; anch Effck« ten jeder Art in ihren Dcpositenkasjcn anfznnehmen nnd anfzubewahren. die Einlassiruug und Auszahlung von Intercssencoupons und voil Dividenden, so wie die Einbringung von anderen Forderungen für Rech. uung Driltcr zu besorgen- Geldbeträge in laufende Rechnung zu übernehmen uno Baulgeschäflc zll bc> treiben. Um alle diese Aufgaben anf dem ganzen weiten Gebiete österreichischer Volks« und Staatswirlhsebaft wirksam z« erfüllen, dazn mnß aber die Gesellschaft natürlich reich dotirt sein uud zn jcdcr Zeit üöer große Mittel zn verfügen haben. Diese M,tlel ge> währen ihr in erster ^inic dic (>0 oder bez. 100 Mil> lionen Glilden. welche den Grunostock der uellen An-,'lalt bilden; sodailn aber auch oie Berechtigling, vcr> zinslichc Schuldverschreibungen anszugeben ill vollem Betrage des realen Werthes, welchen sie an Obliga-tioncn »ind Engten in ihrem Bcsipc hat. Dicse wich' ligc Bestimmung, auf welche wir nächstens zurückkom« men, steigert ibrc Arbeitskraft zn dc,l größten Dunen» sioneu. und erschließt ihr die Mittel zur Förderung al> ler Zweige des öffentlichen Verkehrs nnd der wirth. schaftlichc», Uuternehnlen, ohne ihr eine auderc Schranke ;n stellen, als das wirkliche Bedürfniß, die Solidität liuo die ^ebeusfähiglrit der bcgü»ftia>l-n Unlerilel»' mlingeil. weil sich cl'cil i», wirklichen Werthe der dic> ft!l.'cn rlpräscntilcnden Papiere jedesmal das Maxi» mum ihrer Belrieböfolids begrenzt. .Telegraphische Depeschen der „Triefter Ztg.« Turin, 8. November. Alfieri Sostegno ist zum Präsidenten. Desambrois. Siccardi zu Vizepräsi« deuten des Senats erwählt worden. Odessa. 4. Novemb. Sc. M. der Kaiser Ale. raudcr ist Abends hier augekommeu. Paris, 8. 3lov. General Canrobcrt wnrde vom Könige von Schweden mit den einem anberor« deutlichen Gesandten gebührenden Ehren empfangen. Richts Nencö aus der Kum. Paris, ?. Nov. Nach einer russ. Depesche hat der Czar den Admiral Berch, Kominaudanten der Schwarzenmcerfiottc nnd Militärgouverneur von Ni-kolajcff nnd Sebastopol, abgcsept nnd an dessen Stelle Admiral Mellin ernannt. — Die Ausstellung wird am 1o. geschlossen, nnd der Kaiser selbst die Preise vertheilen. London, 6. Novbr. Nachrichten aus Niko» lai/w vom 2. d. zn Folge, meldet Gortschakoff, daß 40.000 Mann der Alliirlcn am 1. d. von Enpatoria aufgebrochen, nnd gegcn Karagnst. sali (?) marschirt seien, ohne eine weitere Bewegnng zn versuchen. genannt werden. Dieses wirklich höchst gediegene nnd popnläre Unternehmen hat dnrch schöne Ausstattung und Beigabc einer Menge, schöner Holzschnitte nnd einer großen Ansicht von Linz in Stahlstich, bci dem seitherigen billigen Prcisc von nur 1 ft. 3 dnngcn im In> und Auslande machte cr bemerk-lich. wie sich immer mehr das Bedürfniß herausstelle, daß wir in Wicn nebst den bisher organisirtcn nnd bestehenden Mittelpunkten für wisscnschaftlichcn Ans» tausch, lwch einen ncncn zu gewinnen suchen sollen, cinc Gesellschaft für Geographie. Doch abermals sicl das Wort anf dürren Sand. Es war auf cinc eigene Versammlung hingewiesen worden, für wclchc Haidingcr bcrcits cinc ausführliche Begrilndnng vorbereitet hatte, und dic wenigstens, wenn gleich dic Sachc selbst wieder auf sich beruhte, doch mchrcrcn Frcnndcn im Mannskript znm Dnrch-lcscn mitgetheilt wnrdc. Im verflossenen Monat Angnst kam Herr Professor Kor ist! a nach Wicn nnd crlundigtc sich bci Haidingcr, wic cs nun mit dcr Fragc der gco-graphischen Gesellschaft stehc, indcm cr bcdanertc. daß durch dic Vcrtagnng der Vcrsammlnng dcr Naturforscher cinc Anrcgnng verloren gegangen sei, an welche sich, wic vor sieben nnd zwanzig Jahren in Berlin, dic Gründnng einer solchen Gesellschaft hällc anreihen können. Aber gerade dicsc Vcrtagnng hat ciucn eigenen Nciz. Gerade jetzt habcn wir cin Jahr vor lins, um unscrn Freunden Fortschritte darznbicten, die selbst jctzt noch vermißt worden waren. So manchc ungünstige, Verhältnisse, dcr Kurse, dcr Politik, dcr Krankheit, von Theilnahmslosigkcit Viclcr sollten doch nicht das Grab allcr Wünsche scin. Nur für Dicjc« nigeu trctcn niemals dic „besseren Zeiten" cin, wclchc nichts tblin, als anf solchc znwarten nnd ihrc Arbei« tcn bis dahili verschieben. Ein Entschluß wnrdc also auch hicr kürzlich gefaßt. Mehrere Freundc diescö Zweigcs der Naturwisscnschast verabredeten einen Schritt zn thnn, von dem mall nicht gut wicdcr zn> rücktrctcn kann, nnd vcrcinigtcn sich an cincm bc« stimntten Tagc, dic Besprechung dcr Interessen einer ;u bildenden geographischen G c sc l l seh aft zn eröffnen. Herr Scktionsrath Haidingcr lud die sämmtlichen Herren nebst Allen, die sich noch anschlic« ßrn wollen, cin, ihn am Sonnabende dcn 1. Dc< zcmber, Abends nm 6 Uhr iu seiner Wohnung in der Ungcrstraßc Nr. .^^li, mit ihrcr srenndlichcn Gc> gcnwart zn bcchrcn. (Wiener Ztg.) Druck und Verlag von I. v. Klewmayr H F. Vamberg in Laibach. — Verantwortlicher Redakteur: F. Vambcrg.