Nr. 163, Montag. 22. Juli 1907. 126. Jahrgang. Mlmcher Zeitung VränumerationöprelS: Mit P ostversen ru »«,: gaiizMlig 8(» K, hnlbiadriq !ü K, Im Noittor: ganzjährig 42 « lialbjalirig li k. ssür die ZuslMmg ins Haus yanzjähiig 2 K, - Insevtiouönebüh»: ,"sür llrine Inserate bis z>: 4 Zeilsü .'>" l', glüszerc per Lcile 1^ f,, s,^i i'f!>'rr„ Wisdelholunueii per Zeile » li. Die «Laibllcher Zeitung» erscheint täglich, mit Ausnahme der Tonn- und Feiertage, Die Administration befindet sich kllngrekplatz vir. ü, die Medallion Dalmaüügnsle Nr, IN. Sprechstunde» der Redaktion vo» u biö w Uhr vor» mittagö. Unfranlierte Äriefr werden »ich! a»yl'!w»»»r». Mnn>,ilrip!o nicht zurückgestellt. Amtlicher Heil. Der k. k. Landespräsident im Herzogtum^ Krain hat den: k. k. Hofrate i. R'. Dr. Reinhold .Ritter R i'i I i n g von N ü d i n g e ll die mit Aller-höchswin Hailvschreiben vom 18. August >89« gestiftete Ehrenil,edaille für Us>jährige treue Dienste Zuerkannt. Nach dem Amtsblatte zur «Wiener Zeitung» vom 19. Juli 1907 (Nr. 1l>4) wurde die Weitervcrbreitung folgender Preßerzeugnisse verboten: Nr. 29 «Linzer Fliegende Vlütter» vom 14. Juli »907. Nichtamtlicher Geil. Dic Rede des Freiherr« v. Beck. Sämtliche Blätter beschäftigen sich mit der jüngsten Rede des Ministerpräsidenten. " Die „Neue Freie Presse" zieht aus dieser Rede den Schluß, das; das Verhältnis des Minister Präsidenten zu den parlaluentarischen Ministern cin loseres geworden sei. Das parlamentarische Ministerium wolle sich zu einein Arbeit?miuiste-rinm lnil bestunmten 'Aufgabeil und sicheren Verbündeten umwandeln. Was Freiherr von Beck verlande, sei fast die politische Neutralisierung des Hauses; es soll gearbeitet uud nicht politisiert werden, ^b das gelingen werde, sei fraglich. Einerseits brenne die christlichsoziale Partei darauf, ganz Österreich in ihre (Gewalt zu bringen, ander seits seien auch die nationalen Wünsche äußerst schwer dein bloßen Arbeitsgedanken unterzuordnen. Das zweite >ioalitiousnlinisteriuiu, das Freiherr von Beck bis zum Herbste bilden will, werde nicht leicht zu führen sein. Das „Neue Wiener Tagblatt" ist von der Rede des Ministerpräsideuten hoch befriedigt. Alleö was er vorbrachte, Ansichten und Aussichten, Ziele und Methodeu könne kaum Widerspruch erfahren. Das sei in der Tat die Politik eines geschickten, nüchtern denkenden, klug und vorsichtig vorgeheu-deu Staatsmannes, der redlichstes Wollen mit hervorragendem können verbindet. Jeder Österreicher werde dem Ministerpräsidenten alles (Mick auf seinen Politischen Lebensweg wünschen. Das „Fremdenblatt" sagt, Freiherr von Beck habe die klare Auseinandersetzung zwischen seiner Regiernng und dem neuen Hause vollzogen. Die Volksvertretung wisse jetzt, was sie, was die Parteien von der Negierung zn erwarten haben. Die Regierung baut keine Luftschlösser für Parteihoffnungen, aber im Hause der Volksvertretung kön, nen sich viele Parteien im Einvernehmen wohnlich einrichten, nnd jede wird alls ihre Rechnung kommen, wenn sie sie nicht ohue den Wirt macht: nicht ohne den Staat. Die „Zeit" halt dem Ministerpräsidenten vor, daß es einen Staat über den Parteien und gegeu die Parteien nicht gebe. Die Parteien vertreten die Bevölkerung und die Bevölkerung ist der ^taat. Diese Begriffe zu sondern sei ein logisches Tefini-tionsspiel, aber für die praktische Politik ohne Wert. Nur das parlamentarische System vermöge Macht uud Verantwortung nnter den Parteien richtig aufzuteilen und zu balancieren. Die „österreichische Volkszeitung" stimmt dein Ministerpräsidenten bei, wenn er eine Arbeitsmehr-heit im Parlamente verlangt. Die Bildung einer solchen werde aber davon abhängen, daß der Ans gleich an die schaffellsfreudigen Parteien keine nn-erfüllbaren Ansprüche stellt und davon, wie sich die slavisch-nationalen Parteien verhalten werden. (5s hat Arbeitsmehrheiten gegeben und sie konnten doch nicht arbeiten. Eine Obstriiktionsunuderheit ist immer stärker, als die geschlossenste Arbeits Majorität uud das Gehaben der czechischen Parteien lasse nicht das Beste hoffen. Das „Illustrierte Wieuer Extrablatt" führt ans, der Kern und Inhalt des Regierungspro-grammes sei eine Politik der Tat. In der Hcrbst-session werde das neue Haus zu zeige» haben, ob es für diese weitausblickende Politik auf lange Sicht, für die Politik der Tat reif ist. Das „Deutsche Volksblatt" empfindet darüber (Genugtuung, daß der Ministerpräsident die Reformbedürftigkeit der Verfassuug anerkannt habe. Das Wort Verfassungsreform habe heute für die Deutschen den bedrohlichen Klang, den es einst gehabt hat, langst verloren, da eine solche Revision zu einer wirklichen harmonischen staatlichen Orga- nisation nach den (Grundsätzen der nationalen Autonomie führeu wird. Das sei der Wunsch weitaus der Mehrheit aller parlamentarischeil Parteien, und wenn der Ministerpräsident entschlossen ist, diesen Weg zu gehen, dann kann er des Erfolges ficher fein. Das „Neue Wiener Journal" lobt insbesondere den sozialpolitischen Teil des Programms des Ministerpräsidenten. Über die Einzelmaßnahmen, die es ankündigt, sei jener Schimmer der Morgenröte gebreitet, dic von dem allgemeinen Stilinnrecht ausgeht. Jede Partei könne, unbekümmert um ihr Staatsideal, an der Verwirklichung dieses Programms mitarbeiten. Das ^Vaterland" sagt, die Rede des Ministerpräsidenten sei die bedeutendste, die er seit seinem Amtsantritte gehalten. Sie rege, zu verschiedenen Einwendungen, Fragen nnd Zweifeln an, aber sie enthalte eine große Reihe positiver (bedanken. Die „Deutsche Zeitung" erklärt, die Rede des Ministerpräsidenten sei geeignet, das Vertrauen zu erhöheu, das die Regierung bisher schon bei den staatserhaltenden Parteien gefunden hat. Wenn der Kurs gegen die Sozialdemokralie geht, dann werden die Arbeitsanfgabeu, welche die Regierung dem Reichsrat stellt, lull so eher eine gedeihliche Costing finden. Die „Arbeiterzeitung" findet, der Ministerpräsident habe ausgezeichnet gesprochen. Überall in seinem Programm treffe man auf das vel> sländilisiunige Erfassen der Aufgabeu unserer Zeit. Nie denke sich aber Herr von Beck die Realisierung seiner schönen Pläne? Immerhin, er hat gute Absichten, und wenn seine Rede nicht mehr wäre als die Schilderung einer parlameiüarischen Utopia, so behalte sie dennoch ihren Wert. Politische Uebersicht. Laib ach, 20. Juli. Aus Prag, 10. Juli, wird gemeldet: Die „Politik" bringt heute einen Aufsah über die gestrige Ministerrede des Freiherrn von Beck, in welchem sie bereits die Umrisse der u e u e n Mehrheit aHut. Dieser Regierungsmehrheit LeuMewn. Im Sonnenbad. Eine Zeitlang müssen die Leute alle ihren Sparren im Kopf gehabt haben. Keiner wollte mehr einen bürgerlichen Rock und ein bürgerliches Hemd tragen. Die Schneider saheu trüben Zeiten entgegen: Wie die Eidechseil lagen die ^eute iu der Souue. Ich mit meiner schöllen kühlen Wohnung (Badezimmer!! bin nichts als ausgelacht worden. „Was?" schrie mich ein hochgeröteter Herr an, „zu Hau'se hockeu? (^eheu Sie ins Wellenbad! Schatten ist Tod! Sonne ist Leben! Nehmen Sie Sonnenbäder!" Daß die Sonne ein liebliches Gestirn ist, wußte ich auch- warum sie mir aber akkurat in den Magen scheinen solle, sah ich nicht ein. Wenn mir ohnehin heiß ist! Zog mich also in mein Bade zimmer zurück nnd genoß die Dnschen. Anch die Maxi, die von der Oberstlentilailtslmiwe, eine zierliche Here, die später den Paroli geheiratet hat, muß damals ihren Sparren . . . Nun, ich will nicht anklagen. Eines Tages schreibt die mir einen Brief: „Meine leinst kann nnr einem soliden brau neu Mann gehören. Merken Sie sich das! Nenn Ihnen also noch etwas daran liegt, so kommen Sie. Sehen Sie sich in Schwnng nnd erscheinen Sie am Strand!" Am Strande! In der Hitze an der Adria! Eine ausgepichte Teufelin! Aber, was tut der Mann nicht alles, der da liebt? Welche Dnmmheit ist hoch genug, als daß er sie nicht erstiege! Welches Seebad ist weil genng, als daß er nicht hin führe! Also ich fnhr. Fnhr die ganze Nacht nnd einen halben Morgen und kam halbtot au. Bei l5 (^rad Celsius, ich bitte! Schon von weitem sah ich das Schlachtfeld. Gestalten liefen hernm, daß ich glaubte, plötzlich uilter den Australuegern zu sein. Ein schwarzer Herr kam mir entgegen nnd winkte: „Sie, Doktor! He! Schön, daß Sie da sind! Bin auch da!" Ich konnte mich aber nicht entsinnen, die Be-kanntschaft dieses Rauchfangkehrers aus Senegal gemacht zn haben. „Nuu, Sie scheinen mich ja gar nicht zu kennen/' fuhr der Schwarze fort. Darauf Erkenuungs-szene. Es war der kleine Mann. Total abgerostet. Hinten am Rücken hinunter lief ein violetter Streifen; sonst war die Haut wie ein schwarzer Mace? handschuli. lWas doch die Liebe alles tut!) „Also kommen Sie! Entschließen Sie sich! Sie werden doch baden! Das Fräuleiu Mari schwimmt d.a draußen — sehen Sie? ttanz weit!" Also ich entschloß mich. Als ich aus der Kabine kam, schwamm die Mari noch immer da dranßen, ganz weit. „Die wird schauen," dachte ich und kroch auf den Sand. Mir wurde schrecklich zumute. Der einzige Weiße unter deu Wilden! Meine schöne schwammigweiße Haut hob sich leuchtend von den Hunderten dunkelbronzierten Armen und Beinen ab. Ich war auffällig-, mail fi.rirte mich. Ich wurde entdeckt, besprochen. „Ein Frischgefangter!" Ich fing mich an zu geniereu; aber schließlich sprach ich zu nnr, waren doch alle einmal weiß. Und wenn du fleißig bist, so kannst dn übermorgen schon die schönste Platina in Brauu haben, „Und nur einem soliden, brauuen Maun kann meine (^unst gehören," so hatte die Maxi geschrieben. So legte ich mich denn auf meinen alten Rücken nnd ließ die Sonne arbeiten. Der Schweiß rann mir über die (Glieder. Ich aber blieb tapfer. „Nur tüchtig einheizen," ermähnte ich die Sonne. „Nnr tüchtig einheizen! Ich muß brann werden." Aber dieser Paradiesische Zustand schieil sich in die Länge ziehen zu wollen. Trotz aller MahuuN'-gen blieb ich schneeweiß. Und wie das danerte. Langsam fing ich an, mir die Zeit zn vertreiben. Ich zählte bis sechzig, ganz langsam, dann war's gerade eine Minute. Zehnmal sechzig gab zehn Minuten. Aber auch das wurde laugweilig. So zählte ich fünfmal huudertundzwanzig nnd fing immer wieder von vorne an. Ich weiß nicht, wie lange ich zweimal hundert-uiidzwanzi'g gezählt habe, aber ich merkte, daß es schon sehr spät seiu müsse. So stand ich auf und spähte nach der Maxi. Aber sie war verschwunden nnd saß im Sta-bilimento mit dem kleinen Baron. Ein triumphie- Laibacher Zeitung Nr. 165. 154V 22. Juli 1907. solleil angehören: Der Deutschnatioilale Verband, die Ehristlichsozialcn,, dic Polen, die Alttzccheil und dic klerikalen Ezechen. Die czechischen Agrarier, Tiidslavell llnd Italiener würdeil sich gleichfalls von Fall zu Fall anschließen. Von den Schlitten, die Fürst F e r d i n a »» d von Bulgarien in Angelegenheit seiner an m eisen.) Eine recht eigenartige Operation vollzog diesertage ein alter Kricgsinvalide in Fiirslenwalde. Ernst Grasse, einer der wenigen noch lebenden Dragoner, die am 16. August 1870 den berühmte», Todesritt der Vredowbrigade mitmachten, klagte seit einiger Zeit über heftige Schmerzen an «einer kranken Zehe. Ein nm Rat befragter Arzt riet zn einer Operation, die der Invalide der dosten wegen selbst auszuführen beschloß. Er stellte sich nnn Wasser znrecht, legte sich reines Verbandzeug zur Hand, nahm ein scharfes Stemmeisen und einen Hammer nnd führte mit diefen „MordNx'rkzeugen" die Operation ans. Nachdem er das Vtnt gestillt hatte, verband or die Wunde, legte sich ins Bett und schlief ein. Nach kaum zloei Wochen war die Wuudc verheilt nnd Grasse vermag jetzt wieder mit Üeichtig-teit Zu gehen. -^ (Elefant nnd An to mobil.) Wohl selten ist einem Chauffeur so schnell aus einer bedrängten Lage herausgeholfen worden wie kürzlich in Hamburg. Ein großes Automobil war gerade bei Hagendecks Timpark vorgefahren und hatte seine Herrschaften nach dein Nebeneingange am Lotstedte»--wog gebracht. Nach kurzem Aufenthalt nahm das Auto seinen Weg nach Lokstedt zu. Ein, ziemlich großer Wagen begegnete ihm da, und es wurde dadurch gezwungen, rechts aus den» Wege zu fahren. Der schlüpfrige Boden gab nach uud ganz langsam und bedächtig rutschte das Auto mit seinen beiden rechtsseitigen Rädern in den zirka einen Meter tiefen Graben. Es lag dort zienülich fest, nnd die Anstren-gnngen der Passanten, deu Bedrängten aus seiner Lage zu befreien, mißlangen. Da ging einein der Anwesenden ein Licht auf. Herr Hagcnbeck wurde benachrichtigt, er »nachte sich mit seinen Söhne»» nnd einige»» Wäriern an die Arbeit, das Anto wieder auf den richtigen Weg zu bringen. Der Arbeitsetefant brachte Geschirre, einige Balten und eine große Holzklappe zur Stelle, und nackidem das Auto»uobil in die richtige Lage gebracht worden war, wurde de,r Elefant vorgespannt. Er zog das zirka Ä)M Kilo-granim schwere Auto mit Leichtigkeit aus den» Graben heraus. Da das Anto absolut keine Beschädigung erlitten hatte, konnte der Chauffeur sofort »nit, feiner Maschine seinen Heimweg nach Nieiidorf antreten. — (Die Erbschaft der Theater-schülerin.) Eine ergötzliche Geschichte, erzählt man sich in Paris von einer junge»» Bühuenelevin, die diesertage bei drin großen Preismiinen in den» staatlichen „Conservatoire" einen der Komödie!,preise erspielte. Die junge Dame erhielt die Auffoirdcrung, in „Erbschaftsaugelegcuheiten" in das Bureau des Nechtsanwalts nnd Notars .t zu kommen. Ungeheure Sensation in der Familie der angehenden Künstlerin! Der größeren Sicherheit halber rief man das Bureau des NMsanwalts an. „Mr habe»» Ihnen in der Tat eine Mitteilung zn inachen", sagte der Bnreanvorsteher am Fernsprecher, Aufregung, Jubel, riesige Verwirrung — und dan»» rasch zum Notar. Dart vernahm die Dame, daß der Notar einen ein- geschrielx'nen Brief erhalten habe und in einen» Be» gk'itschreiben ersucht worden sei, ihn uur an Fräulein oder Frau I — die Mama! — ausznhändigen; es bandle sich, wie aus dem Begleitschreiben ersichtlich sei, um eine, Erbschaft. Mit fieberhafter Eile öffnete die glückliche Erbin den Airief uud findet auf der ersten. Seite die Worte: „Gnädiges Fräulein! Mit Vergnügen teile ich Ihnen mit, daß Sie Erbin ..." — und dann a»lf der Rückseite die niederschmetternde Fortsetzung: „. . . des großen Talents der seligen Mars sind." Die kleine Künstlerin war eim'r Ohnmacht nahe; sie konnte sich nur mühsam aufrechterhalten und verließ völlig geknickt das Bureau des Nechtsanwalts. Den Streich kann ihr natürlich nnr eine boshafte oder neidifche älollegin gespielt haben. — (Die Sch r iftstellQr i n n e n von Paris.) Es ist ermittelt worden, daß in Paris gegenwärtig über 20.W0 liteirarisch ausgebildete Dame»» leben, von denen allerdings nur etwa 200 sich von dein Ertrage ihrer Feder eruähren. Was diese 200 Fraueu mit ihrer Feder verdienen, das ist sohr verschieden. Es gibt unter ihnen etwa 10., die über W.000 Frank in» Jahre einnehmen. Etwa 50 erreiche»» ein Einkommen von 5M0 Frank und die übrige»» i^lO bringen es, oft genug mit großer Mühe, nur auf 8000 bis 5)000 Frank in» Jahre. InsoNx'it aber die andercn Tausende literarisch gebildeter Danieu in Paris von ibrer Tätigkeit überhaupt Einkünfte haben, sind sie im allgemeinen kläglicher Natur: sie erhalten 5, 10 oder auch wohl M Frank für einen Aufsatz, und nicht allen gelingt es, alle zwei oder drei Monate einen solche»» unterzubringen. — (Deutsche Bezcichuuugen für das Automobil) schlägt Eduard Lonmeyor in der „Zeitschr. d. Allg. D. Sprachvercilies" vor: Jetzt weicht! Jetzt flieht! In» Sturm herzieht, was schon von fern die Nase sieht. Flicht zum Zenith, Euch warnt mein Lied es naht das Teufelst-equisit. naht, wie ein Engel naht der Nache, de r H ochep ach ri»»ached räche: 's Automobil, der Überwagen (man kann auch Flutschefutsche sagcu) ... der Knaftuer, Lenker, Fahrer, Führer, der Fahrwart, Bützfritz, Staubaufrührer, der Stänkerlenker, Mordsportdenkcr, der Hofenhenker, der Na sen kränker, der Höllenkutscher, der Tuthornlutscher, der Schunl'elnnkel. der Grabenrntfcher, der Dünstlertiinstler, der Vvodeinspucker, der Meilenschlncker, der We gstanbschn ucker, der Niechwart, Tnftschuft, Springinsfeld, der Stinkfink, Fauchgauch, Nuckindiewelt, der Obe/rtober, der Schmottervetter, der Plohtrotz — halt, zum Donnerwetter! — lEiue geprügelte Salome.) Gelegentlich des Gastspieles Fräulein E. Kobolds (Hamburg) als Salome am Krcuznach« Kurtheater spielte sich eine komische. Szene ab. Als »»ach den» zärtlichen T/'te-^-T^te der Salome mit dem abgeschlagenen Haupte des Iochauaan Herodes die Worte ausrief: „Mau töte dieses Weib", stürzten sich die römischen rendes Lächeln glitt über ihre Züge (so würden Novellisten sagen), als sie mich sah. „Also doch? Na, das ist schön, das ist brav von Ihnen. Und hübsch rot sind Sie auch schon!" Ich nahm Platz nnd wollte die ersten Früchte meiner Tätigkeit pflücken. Aber Kinder, ich kam nicht weit. Ich weiß nicht, wie mir wurde. Auf einmal wurde nur so, so und immer mehr. so, so, und anf einmal mußte ich davon. Nach Hause, ins Hotel. Es war schrecklich. Ich war krebsrot über und über, wie eben abgesotten. Und dabei klapperten die Zähne. Ins Bett! dachte ich. Aber es war unmöglich. Ich kann ja nicht liegen und nicht sitzen. Meiue Haut schien plötzlich eine Stiefelsohle geworden zn sein, total hart. Selbst das. Hemd tat mir auf den Schulteru weh. Ich jammerte, schrie, schluchzte und konnte mich nicht rühren. Die ganze Nacht hockte ich auf einem Sessel, nnd der Hotelboy mußte alle zehu Mimv ten eine Gießkanne über mein gebratenes Korpus leeren. Au, an! Am nächsten Morgen erschien der italienische Arzt aus Grosecco. „O, eine Solata!" sagte er. „Schreckliches Hautzüudung, müssen viel Wehweh haben?" „Tank der Nachfrage," flüsterte ich gebrochen. „O, ich hab' gar kein Wehweh, nicht im mindesten. Au, an! Ich spüre mich schon gar nicht mehr, mir scheint, ich bin tot." Und der, Italiener redete allerlei von Solata, und ich mnßte drei Tage im Bette sitzen, un't einem weißen Pulver eingestreut wie ein Insekt. Das war mein Sonnenbad. Und was das gekostet hat! Die Mari sah ich nie wieder; aber die Haut konnte ich nnr bald herunterziehen, wie eine», alten Strnmpf. Ich war buchstäblich geschunden. Mein Trost war die kühle Wohnnng in Graz, mit Badezimmer! Eine ganze Woche rührte ich mich nicht heraus lind genoß die Dnschen. Wie lieb war das. Haben die Leute nicht alle einen Sparren im Kopf, die sich rösten lassen? sprach ich <;u mir. Nun, ich glaub's. Am Ende der Woche erschien der Briefträger und überreichte mir ein längliches Paket. Neugierig reiße ich die Papicrhülleu ab. Endlich zeigt, sich der Kern der Sache: Ein Sonnenschirm! Die Mari hat, mir ihren alten Sonnenschirm geschickt, hoffentlich znm Andenken! Nein, so was! Und dazu einen, Brief: „Lieber Freund! Sie sind über das Notwerden nicht hinausgekommen. Bitte, bleiben Sie weiß! Benutzen Sie den beiliegenden Sonnenschirm. Sie haben zum Vrauuwerdeu kein Talent. Herzliche Grüße, auch vom Baron, der sich heute mit mir verlobt hat." Da stand ich gebrochen, mit, dem Sonnen? schirm in der Hand, dem Zeiche»» meiner Schande. Wie deklassierend! Ich Bleichgesicht! Die Vrännc nicht gewonnen, die Maxi verloren, alles war hin. . . . Seitdem war ein Monat vergangen nnd ich freute mich der Duschen. Eines Morgens klopft es plötzlich. Ich öffne: — meine Fran!. Meine Frau Gemahlin war vom, Lande hereingekommen, mich zu überrafchen. „Nun, wie geht's dir, alter Kerl?" änßcrte sie. „Immer in GraZ gewesen? Wärmn bist du nicht ein einzigesmal zn uns herausgekommen?" Ich erzählte vom Bureau, von der Hitze, vom Vielzntnnhaben nnd sie schien beruhigt. Sie schnüffelte nach ihrer Art ein bißchen in der Wohnung herum, ich ließ sie gewähreu. Mit einemmal springt sie, der Tigerin gleich, in die Ecke zwischen der Tür nnd dein Kasten. „Und das da?" ruft sie im höchsten Diskant. „Der Sonnenschirm? Ein Damenschirm!" nnd hält Maxis Schirm in der Lnft, weit von sich weg. „Ja, der Schiri»», mein Gott, ja, die Sonne —" Sonnenbäder will ich sagen, ich weiß nicht, warum, „natürlich, die Sonnenbäder!" Ich war ganz verwirrt. „Was? Tn Schwindler!" rer<'n Schilden so wütend ans die Darstellerin, das; sie fast erdrückt Nmrde. Mühsani stöhnte sie dem ganzen Auditorium hövba'r: „Nur sachte Kinder, aschte", wie die „Kreuz-naclx'r Zeitung" bemerkt, der einzige heitere Augen-blick in der ernsten Geschichte, Für Fränlein Kobold loar sie keineslvegs lx'iter, denn sie trug eine Menge blauer Flecke davon.___________________________ Lolal- und Promnzial-Nachlichten. Die Karstbahn-Eröffnung 1857. (Fortsetzung.) Wie schon erwähnt, ist das Laibacher Moor der Eitelste Punkt der ganzen Strecke gewesen. Den Ilbmgallg über den Morast hielten viele für fast un möglich, denn er wurde, von dem großen Publikum und von der Presse mit der größten Teilnahme erörtert, beleuchtet und kritisiert' man konnte darüber aft die seltsamsten Ansichten und Ideen hören nnd lesen. Und doch glückte das Unternehmen in einer Art und Weise, daß man der Bauleitung die größte Anerkennung zollen nmß. Die techuischen Vorarbeiten wurden schon im Jahre itt.W in Angriff genommen. Die Gleichgewichtsstellung des versenkten Materials trat streckenweise schon in den Jahren t854, 1855 und l85li ein. Das Material fü,r diese Bahnkörper-anschüttung wuvde an den beiden Enden des Sumpfüberganges bei Inner-Gorica und Tranerberg durch Abfprengung der Kalksteinberge geloonneli nnd gleichzeitig von beiden Seiten zur Anschüttung verwendet. Die Verführung geschalh mit gewöhnlichen Fuhrwerken, wobei öfter monatelang, mehrere hundert zweispännige Wagen beschäftigt waren. Die Anschüttung selbst wnrde schichlenweise vorgenommen, wie dies bei gewöhnlichen Dammanfchüttungen zn geschchen pflegt. Sobald eine Senknng des angeschütteten Mn-teria'ies einaetlX'ten war, U'nrdc tvieder eine nene Schichte daranf geschüttet und solange damit fortgefahren, bis eine Gleichgennchtsstellung eintrat-nämlich bis die breiartige, wasserhaltige Lettenschichte verdrängt nnd sich ans eine festere, ziemlich mächtige, aus magerem, mit wenig Sand gemengtem Tegel von grauer Farbe bestehende Vadenfonna-tionsschichte aufgelagert hatte, u>as in der Regel bei einer Tiefe von lid bis ^l5 Fnß unter der nrsprüng-lichen Moorbodenebene erreicht wnrde. Durch die fchon vor dem Baue vorgenommenen Unterfuchuugen der MoorbodenfchichtnnA'n nnd durch die weiteren genauen Erhebungen und Bohrungen bis zur Tiefe von 120 Fuß während der Bauausführung, lvurde die nötige Beruhigung für die Ausführung dieses schwierigen Banes gewonnen, de,r so vielen Laien Besorgnisse verursacht hatte. Man erhielt auch von dem Laibacher Moor ein geognosti-fches Turchschnittsprofil zwischen Inner Gorica nnd Trauerberg, das die grundlosen Zweifel über diefen unergründlichen Moorboden mannigfaltig aufklärte. EZ dürfte nunmehr au der Zeit fein, zu bemerken, daß die von vielen Seiten ausgestreuten Gerüchte von der Unmöglichkeit der Aufführung des Eisenbahnübergan.ies über den Laibacher Moorboden nichts als voreilige Behauptungen ohne Einsicht in die Sachlage nnd ohne gewissenhafte gründlich^ Prüfung wareu. Es ist eine Erfahrungssache, daß über technische Gegenstände die irrigsten Anschauungen am leichtesten die größte Verbreitung finden. Und gerade in diesem Falle mußte sich die falsche, vorgefaßte Meinung stillschnx'igend durch die Tatfache verdrängen lassen. Die größten Tiefen des versenkten, bei Inner-Gorica und Trauerberg durch Felsenabsprengungen gewonnenen Materiales reichen !i0 bis ^"> Fnß unter die nrsprüngliche Moorbodenebene, worauf bis zur Schienenhöhe noch 12 bis 15 Fuß für den Damm beizufügen sind. Die Riesenarbeit dieser Sumpfübersetzung, die von vielen mit mindestens 5 Millionen Gnlden veranschlagt wurde, kam mit einem Kosten-anfwande von nur l,7(X).Ml) Gulden zustaude. Alle diese Arbeiten gediehen bis zum Frühjahre des Jahres l857 soweit, daß man im Sommer auch auf eine feierliche Eröffnung der Bahnstrecke Laibach-Triest rechnen konnte. Mitte Juni beseitigte man eiues der größten Hemmnisse, das auf die Eröffnung der Karstbahn bis Trieft hätte verzögernd einwirken können. Es wurde nämlich die etwa 5 Meilen lange Wasserleitung zustande gebracht, die den Bahnbetrieb in der wasserärmsten Gegend des Karstgebietes, und zwar von Ober-Lexeöe über Divas in reicher Fülle strömende Wasser von Nabresina zu begrüßen . . . (Fortsetzung folgt.) ^ (Abmarfch des Infanterieregiments Nr. 2 7.) Das Infanterieregiment König der Belgier Nr. 27 ist in der Frühe zn den Ba-taillonsübnngen nach Nakek und Zirknitz abmarschiert nnd nächtigt hente in Oberlaibach. Der Re° gimentsftab wird am 81. Juli, das 3. Bataillon aus Graz am l. Angust mittelst Eisenbahn in Nakek eintreffen, wo dann mit allen vier Bataillonen bis 2!5. August im Reginieute geübt wird. Ursprünglich sollte die Einquartierung in Adeloberg stattfinden, infolge Ausbruches von Typhus daselbst wurde die Verlegung des Regiments anstatt nach Adelsberg nach Nakek nnd Zirknitz verfügt. — (Generalstäbler in Idria.) Am Ä1. d. M. in der Frühe brach eine Abteilung des Genevalstabes unter Führung des Herrn Oberstleutnants Franz Nitter von Nziha von Vischoflack anf, nahm in Sairach eine kleine Rast nnd langte gegen 2 Uhr nachmittags in Idria an. Tort, stiegen die Generalstäbler im Hotel „Zum schwarzen Adler" ab, nahmen dort das Mittagsessen eiu und besichtigten dao k. k. Ouecksilberbergwerk. Am 21. d. M. um ^ Uhr in der Frühe schlugen die Generalstäbler den Weg von Idria nach Loitsch ein, — (Dienstzulage der Gendarmericmannschaft,) Für diejenige Mannschaft der k. k. Gendarmerie, welche ununterbrochen über zwanzig Jahre im Korps dient, wnrde mit dein Wirksamkeits» beginn vom 1. Juli 1907 eine l>. Stufe der Dieust-znlage im jährlichen Ausmaß von M) X stystemi-siert. (Maturitätsprüfung am k. k. Staat s g y m n asiu m i n Rudolf s w e r t.') Bei der am, 18. nnd ll). Juli unter dem Vorsitze des Herrn Lanoesschulinspet'tors Franz Hu bad abgehaltenen mündlichen Maturitätspriifung erhielten folgende M Kandidaten ein Zeugnis der Reife: Viktor Durini, Richard Fur, Rudolf Golia (mit Auszeichnung), Robert Hartman, Johann Iudniö, Matthias MikM, Vladimir Polj^ak, Vladimir Schweiger, Otmar Skale und Johann ^nnkovi?. Vier Kandidaten erhielten die Bewilligung der Wiederholungsprüfnng alls eineni Gegenstande nach zwei Monaten. ^ (Von der „Sloven ska Matica".) Der Präsident der „Slovenoka Matica", Herr Lan-desschnlInspektor Franz Levec, hat seine Ehrenstelle niedergelegt und gleichzeitig feinen Austritt ans dem VereinsauZschusse angemeldet, — (Eine neue Buchhandlung in Laibach.) Die „Narodna Tiskarna" in Laibach hat von der Landesregierung eine unbeschränkte Konzession zur Ausübung des Vuchhändlergewerbes erhalten und wird nunmehr in der nächsten Zeit am Iur5i<"'platze Nr. :> eine Buchhandlung, verbunden mit dem Vertriebe von Papier, Schreib- und Zeichenrequisiten, erösfnen. — (L e i ch enb e g ä n g n i s.) Gestern nach mittags wurden vom Sudbahnho.se alls die sterblichen Überreste des Majors des Ruhestandes Augnst Freiherrn von N e ch b a ch auf Mederndorf znr Bei-selnmg in der Familiengruft auf den Friedhof zum Heiligen Kreuz geleitet. Vom Infanterieregiment Nr. 27 war der Kondukt in der Stärke eines Bataillons unter Kommando des Herrn Majors Walter lind die Musik ausgerückt. Am Leichenbegäng.-nis nahmen militärischerseits teil die Herren: Oberst Regimentslommandant R a d i <- e v i ö., Oberst M a ft, Oberst Briri, Oberst Regimentskommandant von S ch m idt, Olx>rstabsarzt Weiß, Oberstleutnant Generalstabs Uhr statt. -^ (Der V i n z e n z-V e r ein) hielt am l!>. d. M. im Mariaunin aus Aulas; des Festtages seines Vereinspatrones, des heil. Vinzenz de Paula, seine Generalversanunlung ab. Der Vorsitzende, Vizepräsident des Zentralvereines nnd Vorstand dev Tomkonferenz, Herr Johann Nöger fen., eroffiu'l^ die Versammln!,g mit einer herzlichen Begrüßung der Anwesenden, bedauerte die Abwesenheit des dnrch Krankheit verhinderten Präsidenten, Herrn Prälaten Johann Nozman, und sprach den Wunsch auf Der Fall Vasilijev. Roman von Paul Oslar Höcker. (21. Fortsetzung.) (Nachdruck ucrlwtcn.) Sie machte eine unbestimmte Veweguug. Er tat ihr in dieser Minute wirklich unsagbar leid, und doch brachte fte's nicht über sich, daZ Wort, das er da,, in ihrer Seele lesend, ausgesprochen, zurückzuweisen. „Ich bin der festen Überzeugung, Vasilisev," sagte sie, noch immer mit sich ringend, indem sie ihm auswich, „oaß Sie es gut mit meinem Bruder meinen — mm ja denn, und auch mit nur ^, aher ich habe das quälende Gefühl, daß Sie dem Kranken gegen über nicht die rechte Art haben. Er mag se'lbst glauben, daß es ihm Linderung uud Trost briugt, mit Ihuen über die arme Souja zu sprechen, sich in tausend Erinnerungen z«u vertiefen, um ihr Bild immer vqn neuem wieder vor sich erstehen zu lassen. Aber hat der Kranke denn eine klare Vorstellung von dem, was ihm gut ist? Sie sind Arzt — Sie sind mit Küchenhoff derselben. Anficht, daß ein feelifches, nicht körperliches Leiden bei ihm vorliegt — also seien Sie auch Seelenarzt. Dulden Sie nicht, dcrß InstuZ immer und immer wieder jeuer Epoche nachhängt. Diese fortgesetzten Mifchen Aufregungeu sind Gift für ihn. Ich fühle es — ich weiß es: Darum beschwöre ich (^ie, bieten ^>ie Ihren gangen Einfluß auf, um Justus mit Gewalt davon loszureißen." Sie hatte sich in große Bewegung gesprochen. Vasilijev senkte seine Blicke, selbst mehr nnd mehr bewegt, in die ihren. „Also sprechen Sie es ruhig aus," sagte er tief aufatmend, „Sie haben alfo kein Vertrauen zn mir." Sie antwortete nicht. Sein. Blick, der ans flammendem Antlitz kam, zwang sie, die Lider niederzuschlagen. „Martha", hob er, die Stimme senkend, wieder an, „ich will Sie in alles einweihen, will Ihnen darlegen, wie und mit welchen Mitteln ich Ihwn armen Bruder dem Leben, der vollen Gesundheit wiederzugeben hoffe. Hören Sie nnch an. Dann werden Sie erst versteben . . , Und ich vertrage Ihr Mißtranen nicht. Es lahmt mich, macht mich selbst krank. Denn ich — lassen Sie's mich doch endlich, endlich Ihnen gestehen . . . ich lieb . . ." Es war ihr heiß und ka>lt überlaufe», Ihr erregtes, trolziges Verbot hatte ihn gezwungen, abzn brechen, Sie streckte abwehrend die Hände nach ihm ans. „Nicht, nicht — ich dulde es nicht, daß Sie so zn mir reden! Hören Sie, Vasilijev?" Mitten im Zimmer war er ftehen geblieben. Matt ließ er die Arme herabsinken. Nun schien er sich zn schämen, daß er sich von der Leidenschaft derart hatte hinreißen lassen. Draußen näherten sich Schritte. Das Stubenmädchen pochte an: es hatte eine Meldung für die junge Herrin. Er fertigte das Mädchen rafch felbst ab - denn der Gedanke, sich nach dem Vorgefallenen ohne wei-tere Aussprache von Martha trennen zu sollen, war ihm peinvoll nnd demütigend , lind dann kam er bittend wieder anf sie zu. „Sie haben recht, Martha, ich vergaß mich. Und ich will Sie doch nicht beängstigen. Sie sollen das unbedingte Vertrauen zu mir haben. Ich gelobe Ihnen, Martha, daß ich Ihren Bruder heilen werde. Aber geben SW mir Zeit. Ich habe seit vielen Mo>-naten nnch mit Studien beschäftigt, von denen Küchenhoff und die anderen nichts ahnen. In den letzten Tagen ist es mir nun ganz klar geworden^ welchen Weg ich einzuschlagen habe. Justus hat seine Willenskraft verloren. Deshalb muß er unter den Willen eines anderen gezwnugen werden er muß gehorchen lernen. Und ich werde ihm befehlen, das zn tun,, was zu feiner Genesung beitragen wird." Wieder war es der sinnende, mystische Ausdruck seiner blauen Schwärmerangen, der sie in vinem seltsamen Bann hielt. Sie verstand nicht, recht, was er da sagte, wie er das meinte, es erschien ihr zuerst wirr - fie wollte lächeln, aber das Lächeln erstarb sofort wieder auf ihren Lippen, als sie den düsteren, im Augenblick fast sanatischen Ausdruck seiues Angesichtes sah. „Wie — soll ich das — verstehen?" fragte sie betreten fast stcijmmelnd. Er wies nach der Krankenstube. — „Sie wissen, daß ich feit Jahr und Tag an einem großen Werk arbeite. Wenn Instus meiner nicht bedürfte, war ich immer mit Studieu sehr eruster Art beschäftigt. Ich stehe kurz vor der Löfung eines Problems, mit dem sich gerade ill den letzten Jahren schon inanche Ärzte, manche Philosophen abgequält haben, ohne hinter die Geheimnisse zu kommen, die die gewaltige Natnr uns armseligen Menschenkindern bisher aufgespart hat. Wissen Sie, was Hypnose ist?" (Fortsetzung folgt.) Laibacher Zeitung Nr. 165. 1548 22. Juli 1907. dessen baldig Genesung aus. Darauf hielt Herr Pater Sigisuumd Zega <>. 'IV die Festrede, deren Inhalt die Verdienste des heil. Vinzeuz de Paula soU'ie dao Wesen der christlichen Wohltätigkeit niii einem Rückblick auf die Geschichte beleuchtete. Dem Reduer lvurde für die gelungne Node der Dank des Vorsitzenden nii^der Versainmlung ausgedrückt. Dar-auf folgten die Berichte der einzelneu .'»lonferenzeii uud über deu günstigen Stildienersolg des Maria uums. Th r e r s ch a s: des Bezirkes N a d m a n n s d o r f) fand am ^. d. M. um halb 11 Uhr iu deil Lokalitäten des Hotels „Triglav" in Wocheiner Feistrit^ — das erstemal im wildromantischen Wocheinertal — statt. Der Vorsitzende, k. k. Bezittsschnlinfpektor Herr Ferdinand Malinger, begrüßte die anwesende Lehrerschaft, als Gast Herrn Piber, Pfarrer iu Wocheiner Feistritz, stellte Herru Professor Franz Suher ans Laibach, der eiueu Vortrag über das Zeichnen über-nommeu hatte, vor und überbrachte den Gruß vom k. k. Bezirkshauptluaun iu Nadmauusdorf, Herrn Otto Ed.len von Detela, der am Erscheinen verhindert war. Zu seiuem Stellvertreter nomiuierte der Vm-sitzeude Herrn Andreas Gr<"ar, Oberlehrer iu Radmanilsdorf. Zn Echriftfiihrern wnrden Herr Josef Lampe, Lehrer iu Ovfike bei Padnart, uud Fräulein Marie Medio, Lehrerin in Dobrava bei K^ropp, berufen. Nun hatte Herr Josef Pleni-«'' a r, Lehrer iu Kropp bei Podnart, mit 2l» Schülern eiueu Praktischen Auftritt, wobei er das Thema „Die Verauschaulichuug der Zah'l l>" behau,delte, daH von alleu Lehrkrästeu des Bezirkes ausgefertigt worden wa!r. Er entledigte sich seiner Ausgabe in lobenswerter Weise. Herr Franz Suher, k. k. Professor au der Lehrerbildungsanstalt iu Laibach, hielt eiuen sehr belehrenden Vortrag „Über das Zeichnen au nieder organisierten Volksschulen". Seine Ausfüli-rnugeu beleuchtete er praktisch an gezeichneten Mustern uud fand für seineu Vortrag den verdienten Dank uud Beifall. Der Vorsitzeude, Herr Bezirtsfchul-iuspektor Kaliuger, envähnte im Eingänge zu seinem Verichte die im Laufe des Jahres 19lA!/1M7 im Status des Vezirkslehrkörpers eiugetreteueu Äu deruugeu lind gedachte mit warmen Worten der ver-storbeueu Lehrerin Fräulein Haciu. Die Auwesendeu erhoben sich vou ihreu Sitzen. Aus seinem weiteren Berichte möge folgende» angesüln't lverden: Die zweiklassige Volksschule iu Wocheiner Feistritz umrde in eine dreiklassige erlveitert, an der Schule in Liubno ivnrde ganztägige, iu der dritten Klasse zu Sreduja Vas iu der Wocheiu der ungeteilte vorniit" tägige Unterricht eingeführt. Im Bezirke ^Iladmanns dorf gibt es 1(1 einklafsige, !> zweitlassige, ! dreiklassige und 4 Exkurreudoschuleu, im gauzen 20 Volks-schlileu; die private deutsche Volksschule zu Sava ge-uießt das Öfsentlichkeitsrecht. Bezüglich der Enllas sung von Schulkindern erwähnte der Vorsitzende, daß in den Märkten uud Städten zwölfjährige Kinder, die sich die nötigen Gegeustäude iu befriedigender Weife angeeignet haben, entlassen werden t'öuueu, uud gab Anweisungen, wie die Fragebogen znsam meuznslellen siud. Jede Volksschule im Bezirke hat dje uötigsteu Lehrmittel; beschädigte, unbrauchbare Lehrmittel siud möglichst bald mit ueueu zu ersetzen; die Bücher in den Schülerbibliotlieken wnrden meistenteils gebunden vorgefunden. Über die Er teiluug des Unterrichtes iu einzelnen Gegenstäilden erwähute der Vezirksschuliuspektor: Der Anfchauungs uitterricht soll grüudlich geübt werdeu, die Kiiider sollen laut, in gauzen Sätzeu antworten; beim Fra-gen sollen alle Schüler herangezogen werden. Was das Lesen uud Schreibeu aube'laugt, solleu sich die Kiuder, sobald sie deu ersteu Viichstabeu gowouueu habeu, angewöhueu, nach dem Gedächtnisse zn schrei ben; das Diktat ist zu empfMen, die Unterscheidnng^ zeichen sind entgegen eiuzuübeu. Iu der ersteu Ab teiluug solleu die Schüler' lieber sitzend als stehend lesen; ,die Grammatik soll nnf Grundlage der Lese stücke vorgenommen werden. Beim Rechnen müssen alle Schüler miwrbeiten, mitunter ist öfters da5 Eiu maleius zn üben; bei den nngewaudteu Aufgaben sind Lokalverhältuisse zu berücksichtigen; es soll die Oberfläche des Dreiecks, des Parallelogramms und des Quadrats berechnet worden. Die Zahl der Schul- ansgaben bestimme die Lotaltonserenz; grammatische Aufgaben siud einzuschränken, chiugegeu der Stoff der Ausgaben aus Nealieu uud mit Rücksicht auf Lokalverhältuisse zu wählen. Der dentsche Unterricht soll möglichst mit Znlnlfenahme der deutscheu Sprache erteilt werdeu. Die Naturgeschichte ist uach biologischer Methode zn behaudeiu. In der Naturlehre ist vor allein da5 Thermometer uud da» Barometer gründ-lich dnrchzunehmen. Die Geographie soll immer an der Hand der Karte gelehrt werden uud dabei ist die Lokalgeschichte herauszuziehen. Bezüglich desZeichnens verwies der Vorsitzende ans die Ansführnngen deo Professors Sicker. Das Turnen uud die weiblichen Handarbeiten sind eifrig zu betreiben. Die Schul gärten siud schöu eingerichtet uud dieueu, vorzüglich zur Erteilung des praktischen Unterrichtes in der Landwirtschaft: auch de,r Vieueuzucht wird die uötige Aufmerksamkeit zugewendet. Behufs Veraustaltuug vou Elternabeuden wnrde von der Bezirlslehrer-bibliothek eiu Skioptikon angeschafft. Im allgemeinen ist der Zustand des Echulweseus im Bezirke zufriedenstellend; die Lehrerschaft möge/ in ihrem bewiesenen Eiser auch fürderhiu uicht nachgeben, - Herr Johann l^ega, Lehrer in Nadinannsdorf, erstatteie einen forgfältig ausgearbeiteten Bericht „Über deu detaillierteu Lchrplau fiir Wiederholuugsfchuleu" uud stellte namens des ständigen Anschusses sol^ gende zloei Anträge: Der k. k. Landesschulrat möge dafür Sorge trageu, daß für die Wiederholung5-schnlen in zusehender Zeit 1.) eiu entsprechendes Lesebuch uud 2.) ein geeignetes Rechenbuch au»gegeben werde. Die Anträge wurden einstimmig angenommen. — Betreffs der im, Schuliahre 1!X)7/M)tt in An-Wendung kommeudeu Lehrbiicher wurde keiue Äu-deruug vorgenommen, liber deu Staud der Bezirks» lehrerbibliothek referierte Herr Audreas G r<" ar, Oberlehrer in Nadmannsdcxrf. Die Bibliothek nnifaßl 810 Werke in 1807 Bänden. Die Nechuungen der Vezirkslehrerbibliothek wurden von den Herren Jak-liö uud Zavrl geprüft nud in Orduung gefuu-deu. Iu deu Bibliothek^ausschuß wurden entsendet die Herreii: Andreas Gr^ar, Oberlehrer in Rad-maunsdorf; Josef Axnian, Oberlehrer iu Vrez-uiea; Johanir l^ega, Lehrer iu Radmauusdorf; Josef ^em erl, Lehrer in Lees, uud Frau Michaela H n t h - R a z i u g e r, Lehrerin in Nadmanusooirf. — In den ftäudigeu Allsfchuß lvurdeu, berufeu die Herren: Audi-eas Grö^r, Iofef A2ma», Johann l^ega nnd Fran Michaela H n tb° R a,z i n -g e r. Der Vorfitzende schloß die .^onfe^enz mit einein dreimaligen Slava-Rnse alls Seine, Majestät den Kaiser. Herr Andreas Gr^ar dankte dem Vor^ sitzenden sür die umsichtsvolle Leitung der Konfereuz. Nach der ^lonferenz ließen sich alle Teilnehmer Photo graphieren und nalnnen sodann im Hotel „Triglav" ein gemeinschaftliches Mittagessen ein. Herr Johann l^ega toastierte in erlesenen Worten auf dcu Be-zirk5schulinfpektar Herru .ltali u ger, der, sür die Beweise des ihm entgegengebrachten Wohlwollens nnd Vertrauens seinen Dank anosprach nnd sein Glas nu7 das Wohl der verfammelteu Lehrerschaft, vor allem auf das Wohl dereu Seniors. Herrn Andreas G r ö li r, elrhob, der sich in den Kreisen seiner Kollegen der größteu Hochschätzuug ersrene und mit Recht „der Vater der Radmannsdorfer Lehrerschaft" genannt werde. Hew Kalinger begrüßte auch die an-Wesende Pfarrgeistlichkeit, wofür, ihm Herr Piber, Pfarrer in Wocheiner Feistritz, dankte uud die Versammelten aufforderte, die Interessen der neugegründeten Hotelgesellschaft „Triglav" nach Möglichkeit zu unterstützen. Endlich verlas Herr Johann ßega fob gende Resolution: Die versammelte Lehrerschaft des Bezirkes Nadmannsdorf fordert die kompetenten Behörden ans, die notwendigen Schritte einznleiten, damit das flovenische Volk feine eigenen flovenischeu Mittelschuleu sowie seine eigene sloveuische Uuiversi-tät erhalte. Die Resolution wnrde mit Begeisternng angenommen. ^" (Vou der Er d b eb euwa rte.) Samstag deu 20. d. M. uachmittags verzeichneten die Instrumente unserer Warte eiu mittelstarteo Ferubebeu. Die Aufzeichnungen begannen um 2 Uhr 5>5> Minuten II Eeknnden. Die Hanptbewegung fetzte, um 8 Uhr 25 Miuuteu 55 Sekuudeil eiu uud erwichte um 8 Uhr ^li Minuteu 82 Sekunden ein Marimnm von >s) Millimetern. Die Bewegung erlosch langsam nach 5 Uhr nachmittags. Die Herddistanz beträgt bei l^'.MO Kilometer. N. "- (Hagelwetter.) Am l-1. d. M. zwischeu 2 und 8 Uhr uachmittags giug über die Geiueiuden (5ol, Hrenovitz, Ober Vrem, Britos und Famle, im Politischen Bezirke Adelsberg, ein heftiges Hagel Wetter uieder. Es dauerte über eiue halbe Stuude; die Echloßeu erreichteu die Größe von Hühuereieru. Die diesjährig'' Ernte wnrde nahezu vollständig ver uichtet. Die drei letztgenannteli Geilieinden wurdeu vom Elementarereignisse uiu so schwerer getroffen, al5 sie eineoteils durch die anhaltende, Dürre und anderenteils dnrch Wurmfraß zu leiden hatten, ferner auch am 8. Juli von einem Hagelfchlage heimgefucht worden waren. —c,— - (Gewitter mit Hagelfchlag.) Wie nns aus Littai berichtet wird, giug am verflossenen Samstag abends l! Uhr über dao Littaier Snvetal-gebiet eiu furchtbares Gewitter mit Hagelfchlag nieder. Der Hagel, der in der Umgebung von Littai dicht fiel, dürfte an den Knltnren einen erheblichen Schaden augerichtet haben. - ik. - (Unglücks fall.) Am 14. d. M. uachmib tags fuhr der 50 Jahre alte Besitzer FrauZ Dolenc ano Adelsberg von der Wasenmeisterei auf einem mit Heu beladeuen Wirtschafwwagen heimwärts. Aw er init seiuem Gespauue die ^teichostraße erreichte, sclieuteu die Pferde. Dolenc fiel unter den. Wageu, wobei ihm beide, liukeu Wagenräder über die rechte Hand nnd den Brustkorb gingen. Er wurde bewußtlos uach Haufe transportiert. —e— — (Sa a teust a u d s b e r ich t aus Uurer-kraiu.) Obwohl der vergangene abnormale Winter das Erwachen der Vegetation bis zum Mouate Mai verzögerte, welcher Mouat betauutermaßen mit großer Hitze einsetzte, schössen, dank den im vorhergehenden Monate gefallenen Niederschlägen, die Saaten, die Weinreben nnd das Gras mit einer derartigen Beschienniguna. in ganz Untevkrain empor, daß bereits Mitte Iuui das Versäumte vollends nachgeholt wurde. Die Wintersaaten, die von der langanhalten den Schneelagernng örterweise von Fäulnis bedroht wareu, erholten sich zusehends uud heute stehen die meisten Felder recht üppig. Korn nnd Gerste befinden sich bereits im Schnitte, während der Hafer ehestens daran kommt. Der Staud des Weizens, der infolge des letzten Regens stelleuweife lagert, befriedigt im allgemeinen, ebenfo entwickelt sich der Mais recht günstig. Der Weinstock, der in den Niederuugen an Frost litt, trieb sehr üppig an. Die Blütezeit verlief wgelmäßig, und der Ausatz ist überall außerordentlich voll. Die Weinrebe wurde bisher weder vou der Peruuospora, uoch vou auderen Schädlingen befallen. Das Obft zeigte fast allerorts geriuge Früchteansätze. Kirschen siud überaus gut geraten uud murdeu uameutlich aus dem Littaier Savetalgebiete massenhaft uach auswärts verseudet. Die! Edelkastanie zeigt allerorts reichen Ansatz, ebeuso versprechen Nüsse einen vorzüglichen Ertrag. Die Zwetschken sind mißraten, ebenso Birnen, während die Äpfel örterweife, wo sie nicht vom Banmweiß ling nnd Apfelwickler befallen wnrden, einen mittelguten Ertrag ergeben dürften,. Wieseu- nnd Kleeschläge gaben sehr reiche Hiebe. Die Hackfrüchte stehen ausnehmend gut mit, Auouchme von Krant, das stark nnter Erdflöhen litt. Eine vielverspre-cheude Erute ist von den Erdäpfelu uud Bohnen, welch letztere sich dermalen in voller Blüte befinden, zn erwarten. Das massenhafte Auftreten vou, Engerlingen, die sich örterweise änßert, dürfte Zwar den Ertrag einigermaßen beeinträchtigen, doch, foll der angerichtete Schaden uicht so groß seiu, als man viel» fach befürchtete. Mit Ausnahme von Obst, dessen Ernte sich bereits das dritte Jahr sehr ungünstig gestaltet, kann der bisherige Saatenstand in Unter-krain als mittelgut bezeichnet werden nnd sowohl auautitativ als auch qualitativ befriedigeu. —ii<. - (Selbst gestellt.) Der am 1«. d. M. aus der Zwaugsarbeitsaustalt iu Laibach entwichene Zwängling E'hristian Maier ans Bleiberg stellte sich den lN. d. M. selbst bei der Klagenfurter städtischen S icherhoitswache, wo er angab, mit eiuem au deren ^wangling, der gleich ihm bei einem Bane in Laibach beschäftigt war, vom Arbeitsplatze weg flüchtig ge-wordeu zu fein, uachdem er eiuem Maurer Hut und Rock entwendet hatte. Die Hose habe ihm ein Uu-bekauuter gefcheukt. Maier wurde iu Perwahrnug genommen, ' (Ein e W o h n u n g <' ('' " > ck) l e i ch erin.) Tiesertage mietete sich bei der Bedienerin Viaria Vehar in der Floriansgasse eine beilänfig 2!->jährige Frauensperson von dnnklem Teint ein nnd entwen^ dete il,',' während deren Abwesenheit einen Geldbetrag von 8« K. Die Diebin ließ sich beim Fortgeheil von der Bestohleueu uoch eiu Gebetbuch gebe». - (Dieb st ä h I e.) Iu der Nacht auf deu li. Iu,li d. M. draug der Schueidergehilfe Frauz l^iukavec uach Überste'igeu eines Haustores ius Haus des Bäckermeisters Josef Kastelic in Rndolsswert ein nnd entwendete aus einem Schlafzimmer zum Nachteile des Bäckergehilfen Martin Vidrich eine silberne Taschenuhr famt solcher Kette sowie audere Gegeustäude. Aul 15. Illli beme»rkte der Mitarbeiter des ^inkavee, Schneidergehilfe Jakob Stalzar, daß ihm, aus der Westeulasche eiu Geldtäschchen mit dem Laibacher Zeitung Nr. 165. 1549 22. Juli 1907. Inhaltc von 1 iv 6 1l a,dhcmt>cn A'kmmncüi war. :'ll^ ^»inkavcc boidcr DicMählo üb^rwios<7N wurde, ergriff er dk' Flucht, wurd^' jcdoch schon am 17. 5. M. vou dor Goudarnwrk' verhafwt. Ti^s^r Du'd^qost'llo war abcr mich auf der Flucht nicht untätig gadlicbcn. Eo wurdcu bei seiucr PersouslduMuchuug zivci^ silberne Tafchemchreu und ein GÄdbetrag vou 2 X ?>K ^ vorgesuudeu. Ticfe Gegenstäudc ri'chrcu von Eiuoruch5di<,'bstäl)leu her, die «intavec unttlerlveile iu Nagova und Stadtbera verübt wtto. Er befindet sich lNlUluehr untcr Tchlosz und Riogel. — (Kur liste.) Iu Krapina-Töplitz siud in der Ait vmu 10. bis 15. d. M. 21^ PorsoiK'n zum Kur-gebrauche eiugetroffen, Theater, Kunst und Literatur. — („.VI?ö i/ Ii<>/<»r:i.") Zu Vcgiuu dieses Monates wurde iu Laibach dic registrierte Genossenschaft mit beschränkter Haftung „Narodua zalo/ba" (Natioualcr Verlag) ino Lebeu gerufeu. deren Auf-gäbe darin liegt, zu möglichst billigen Preisen belle-tristische Werke, Jugendzeitschriften nnd Populärwissenschaftliche Publitatioueu erMinen zu lasseu. Dao ueue Unternehmen, an dessen Spitze Herr Dr. Ivan Tavöar stcht, hat sciue Tätigkeit mit der .sxrausgal« der Erzählung „Ale« iz Nazora" von Ivan Cnnkar begonnen nnd sich damit in der glücklichsten Weise eingeführt, (5antar ist ohne Zweifel eines der stärksten Talente in der neuereu floveuischeu Literatur, das eigeue Wege wandelt und gegenwärtig auf der Hohe seiueo dichterischen Schaf feus steht. Es hat deu Anschein, al» ob sich Eautar nach einer Neihe vou Abirrungen, die wohl ans fremde, importierte modernistisch? Einflüsse zurück-zuführeu sind, zu einer individnelleu Selbständigkeit durchgerungen hätte- er, der trotz seiuer stilisti-scheu Vorzüge und seiner hypnotisierenden Gestnl-tungskraft doiu slovenischen Volke bisher frnnd geblieben, sckM'^ in der neueren Zeit Valmeu Niaudeln zn wollen, die ihn znr heimatlichen Scholle zurück-führen, er hat, knrz gesagt, den fremden Flitter des Nebelhaften, Mystischen, Symbolischen, wenn nicht ganz, so doch zum großen Teile abgestreift und ist daher vel-stäudlich geworden. Verständlich iu Stil und iu den Gestalten, die er vorführt. Wir beobachteten diese evfrenliche Umkehr bereit» in „Martin Kaöur", wir l>eobachten sie auch in seinem uenesten Werke „Ale« iz Nazora". Das Milieu in dieser Er° zähluug ist vorzüglich -getroffen; die Umgebung von Oberlaibach, worin sich die Tragödie abspielt, ist mit glühender Farbenpracht gemalt; die beideu Haupt-personeu Ale« und Hana sind lebenswahr, psychologisch ft'iu ge^cichuet; die Handlung entwickelt sich logisch; die Diktion trifft die heimische Eigenart, olnx hiebei zu ihrem Vorteile einen modernen Einschlag verleugnen zu wollen. Wir wbeu das Vuch mit aufrichtigem Iuteresse gelesen und könueu es ebenso aufrichtig allen Freuudeu von gediegener Erzählungskunst zur Lektiir? anempfehlen. - Preis 1 X 7>0 l., ^>r Post l0 n mehr. _^ (81ov^il«l^i uöitol^.) Inhalt der 7. nnd 8. Nummer i 1.) Der Pädagogisch-katechetifche Kurs in Agrmu. 2.) Naturpädagogik. 3.) Geistes-krauke Kiuder. 4.) Das Schulwesen in Belgien. 5.) Literatur uud Musik, s,,) Schnlnachrichteu. 7.) Mis-Men. ____________________ Telegramme iles l. l. TeleMhell-Vlillchllnzenz.Villcllus. Die Vorgänge auf Korea. Sönl, 2s). Juli. (Nenter-Meldung.) Gestern nachmittags umzingelten Aufrührer die Wohuuug dc5 Premierministers, wurden aber vou der japanisch"' Polizei mit Hilfe von Artillerie zerstreut. Der Premierminister flüchtete in den kaiferlicheu Palast, wahrend die auderen Miuister nach der japanischen Gesandtschaft eilten. Es war fortwährend Gewehrfeuer zu hören. Mau uimmt au, das; es zn Znsammenstöf;eu zwischen der japanischen Polizei und koreamMu Soldaten . MW l. u. l. Kämmerers und Major i. P. zuteil gewordenen Beweise der Teilnahme, für die vielen schönen Kranzspenden und die zahlreiche Beteiligung am Leichenbegängnisse bitten wir auf diesem Wege den innigsten Dank entgegenzunehmen. Laib ach, 21. Juli 1907. Die trauernden Hinterbliebenen. ________________ Wer die Strömungen und Bestrebungen unseres +0 A f Jfc ^9 ^ A fl^ modernen Kunst- und Qeistcslcbens in einem I 11 1^ Ä+ Mfl 11 humoristisch-satirischen Zeitspiegel betrachten ¦ 11 ¦¦ ^^ 111 #1 und verfolgen will, der lese jeden JKontag ¦ ^f% Kj ^£ 1^ qß^ die neueste summer {kr pnehner Im^mmk^m^^^Jm wmm^m €inzclverkauf und Abonnements bei lg. v. Kleinmayr & Fed. Bamberg in Laibaoh, Kongressplatz Jfr. 2 und Sudbahnhof (Kiosk) sowie in Steinbrück, Sudbahnhof (Kiosk). <*w