frixxMtrtlunö - Preise Für Laibach: A«»tShrig . . 8 fl. 40 kr. MMrig. . . 4 „ 20 „ »iEjährig . 2 „ 10 „ Nmatlich „ 70 „ Mit der Post; ^Nkrjührig.........12 fl. AsWjSyrig............. 8, »Wtti^rig 3 „ DSe Hkfiellung in« Hau» Htitilj. S5 kr., wonaü. 9 kr. ^hqrl« »Kumtm 6 ft. Laibacher Redaktion Bahnhofgaffe Nr. 132. Expedition- & Inseraten Bureau: Tongreßplatz Nr. 81 (Buchhandlung von Jgn. v. Klein-mayr & Fed. Samberg.) «nonyme Mittheilungen werden nicht berückfichtigt; Manuskripte nicht zurückgesendet. Jnsertionspreise Für die einspaltige Peti! ä 4 kr., bei zweimaliger^, schaltung ä 7 kr., dreimal ä 10 kr. Kleine Anzeigen bis ü Zeilen 20 kr. Bei größeren Inseraten und öfterer Einschaltung entsprechender Rabatt. Nr. 228. Mittwoch, 7. Oktober 1874. — Morgen: Brigitta. 7. Jahrgang. Die Lehren der letzten Stifte. (Fortsetzung.) Neben der Sorge für die Sicherheit des Landes und der Bewohner ist die Hauptaufgabe der Regierung die Steigerung der materiellen und geistigen Kraft des Volkes und des Staates. Ein Hauptmittel dazu ist die Vermehrung der Production. Die letztere aber geschieht vorzugsweise durch die Verbesserung der Verkehrsmittel und durch höhere Ausbildung der Bevölkerung, von den mechanischen Handarbeiten bis zu den Gelehrten, Künstlern und Erfindern. Legen wir nun an diesen allgemeinen Vordersatz die speciellen Erfahrungen der Krisis und prüfen wir diesen gegenüber die Aufgabe der «egierung. Die Krisis hat gezeigt, daß ein großer Theil der Bevölkerung jahrelang > on einer Spielsucht er-griffen war, welche den Geschmack nach solidem Erwerb verscheuchte und schließlich die alleinige Quelle allgemeinen Wohlstandes — die reelle Arbeit r~ schädigte, indem ganze Klassen arbeitsscheu wurden. Die Regierung hat daher die Pflicht, die Ur-lachen solcher Spielsucht wegzuräumen. Zwei dieser Ursachen sind: das Lotto und das Concessionswesen. Die Erfahrung hat gezeigt, daß in den Staaten, J°o der ZwangScurS herrscht, die KrisiS viel schärfere und längere Leiden auferlegte — z. B in den Ver-A" flten Staaten und in Oesterreich. Darum muß DM-ilVv ,®otBc einer umsich-igeu Regierung darauf , 'c^' die Valuta wieder herzustellen. ^ Erfahrung hat gelehrt, daß die Produc- tion Oesterreichs schwer an dem Umstande zu leiden hat, daß die Kohlen zu theuer und die Tarife der Eisenbahnen zu hoch sind. Dieses Uebet könnte durch den mehrfach angeregten Donau-Oder-Kanal bedeutend gemildert werden, denn die Steinkohle gehört unter die Waren, welche sich am meisten für den Wassertransport, der im Winter eine Zeit lang stillsteht, eignet, weil sie dem Perderben nicht auS-gesetzt sind. Die Regierung könnte wohl auf Mittel und Wege sinnen, diese Unternehmung ins Leben zu führen, zumal die Grundbesitzer Oberschlesiens ein solches Interesse daran haben, daß das Unternehmen wahrscheinlich mit fremdem Kapitel zu stände käme. Sollte das Privilegium der Nordbahn ein unübersteigliches Hindernis sein, so sollte doch alles so eingerichtet werden, daß der Kanal am Tage nach dem Erlöschen des Privilegiums eröffnet wird. In Frankreich ist seit mehreren Jahren eine neue Traubenkrankheit ausgebrochen, welche von einer aus Amerika stammenden Reblaus herrührt und den Ertrag in steigendem Maße schmälert, so daß die deutsche Regierung zum Verbot der Einfuhr französischer Reben sich veranlaßt sah. Kürzlich kam in einer Sitzung der Export-Enquete die Thatsache zur Sprache, daß eine Wei.,Handlung in Paris sogar zum ständigen Bezug bedeutender Quantitäten österreichischen Rvthweins bereit gewesen fein würde, wenn dieses Geschäft nicht durch schlechte Ausführung vereitelt worden wäre. Bei btrfe.bat Gelegenheit wurde auch das Verdrängen des böhmischen Hopfens in Frankreich auf die gleiche Ursache zurück-geführt. Ueberhaupt wird bei allen ähnlichen Gele- genheiten die Hauptursache der geringen Warenausfuhr aus Oesterreich dem Uebelstande zugeschrieben, daß die Waren nicht reell genug oder nicht genug nach dem Geschmacke des betreffenden Ausfuhrlandes geliefert worden sind. Da nun gerade der Absatz im Auslande ein Hauptmittel ist, die Gütererzeu-gung im Lande zu steigern, so wäre es Aufgabe der Regierung, ihre Eonsuln strenger zur gewissenhaften Erfüllung ihrer Aufgabe anzuhalten. Dieselben sollten angewiesen werden, die zu ihrem Eonsulat gehörige Gegend zu bereisen, die Bedürfnisse und den Geschmack ihrer Bewohner zu studieren und regelmäßige Berichte über das Ergebnis ihrer Studien zu machen. Die Regierung sollte aber auch bic Eonsuln genauer über die Producte und die Leistungsfähigkeit des Landes informieren, ihnen regelmäßig Muster und Preislisten übersenden und überhaupt einen lebhafteren und geschäftsmäßigeren Verkehr, als er bis jetzt von irgend einem Lande ausgeübt wird, unterhalten. Die Organisation der großen Exporthandelshäuser könnte dabei zum Vorbilde bienen. Zugleich aber sollte bie Regierung, welche Ja bie Lehrpläne überwacht, die Anordnung treffen, daß in den Fachschulen bei passenden Gelegenheiten die kaufmännische Reellität auf das nachdrücklichste empfohlen und eingeschärft wird. ES ist bekannt, welchen großen Theil feines ReichethumS Frankreich dem Weinbau verdankt, und wir haben oben erwähnt, welchen Antheil bie geschickte Behandlung hat. Da die Natur Oesterreich-Ungarn gerade berufen zu haben scheint, in dieser Production durch das zum Weinbau geeignete kolos- Ieuill'eton. Ein Humorist auf dem Throne. m. Monarchen müssen sich ihren getreuen Unter-S1 öfter üon Angesicht zu Angesicht zeigen; das scherl, b*e ^rcue gegen das „angestammte" Herr-DahikUfi wie andere Polcniateii, auch toietts" aua' tcr Selbstherrscher aller „Sanb-run, k'r Uul) er lit6 sein Saumroß satteln, warb ftannJ nben E chüler unb suchte seine sanften to.j, 11 unb hübschen Kanakinnen in ihren schattigen Jusvln*. un^ auf ihren sonnigen Babeplätzen Heim, reichlichen Verbrauches von Feuerschwär« mern auch riffin, Abwasser machte seine Popularität fiasmus in A°."schrilte. Sie vollenbS zum Enthu-«er hören „Hl9!?' ließ er sich als launiger Reb-Lippen. ' Honigseim floß es von seinen Häupttr''»u^/?^"?"e er — wie das gekrönte aus den 2lbernrCt1i, meisterlich verstanden — hönger katl n^?7 fcintr Ä»hörer. Seine An-Soiutbomtfm t k": Wahl Prügel, sein Vorfahr jmeham ha I auf einer Reise einst einen Ruder- gesalbte Haupt bekommen. .Wie jener Ruderschlag" — sprach Kalakaua — „eine Aera des Friedens inaugurirte, so wird aus dem Blut meiner Freunde eine Saat des Glückes, der Wohlfahrt und Zufriedenheit entsprießen." Gut gebrüllt, Löwe! Die Jdeencombination ist schlau berechnet ! Die Weisheit und Großinuth, wegen deren Karneharneha vergöttert ward, wird unwillkürlich auf dich übertragen. Unter begeisterten Beifallsrufen verschwindet der Redner von der Tribüne, aber nicht auf lange. Schon naht sich bet Zug reingewaschener Schulkinbcr, geschmückt wie bie PfingstöchSlein, um bic Pfade Serenissimi mit Blumen zu bestreuen und ihm in Liedern zuzujauchzen. „Halt!" denkt der fürstliche Reifende, „d i e Gelegenheit ist günstig für eine national-ökonomische Vorlesung. Aus Hindern werden Leute,- und je mehr Leute, desto mehr Steuern. Aber leben bleiben mössen sie, denn von Todten ist keine Abgabe zu erpressen." Nun will es aber bas Geschick, ober vielmehr bie tanatische Lieberlichteit, baß seit Jahren bort bie Todesfälle bic Geburten weit übersteigen unb die Rasse auf bem Anösterbe-Etat steht. „Dem muß ein Riegel vorgeschoben werden", bentt David und beginnt: „Womit tarnt ich meiner Regierung einen besonderen Glanz verleihen ? Mein Herzenswunsch ist: durch Vermehrung der Bevölterung. Aber ich tann das nicht allein leisten (sehr glaublich!). Ihr müßt mir helfen. Vor mir sehe ich bie jungen Stamme, bie gepflegt werben müssen. Eltern, tragt Sorge, baß eure Söhne unb Töchter gute Bürger werben. Macht sie arbeitsam unb anstellig, baß sie sich gute Heimstätten schassen. Fleißige Menschen sinb ge» funb unb fruchtbar. Mütter, bie reichlich Kinder gebären, und Väter, die sie reichlich ernähren, sind Hawaii’« Wohlthäter und der Belohnung würdig. Die Hoffnung ber Nation ruht auf ihnen." Ist bas nicht Humor? unb zwar der beste, nemlich unfreiwilliger, von ihm, ber, wenn er könnte, ber wahre Lanbes vater fein möchte, wie weiland August II. von Sachsen? Aber wie cingebilbet ber gekrönte Rebner offenbar auf fein Talent ist, er weiß auch, baß man Mäuse nur mit Speck fängt. Unb als solchen verwenbet er bie Verheißung, baß ein Familienoberhaupt besto weniger Steuern zahlen soll, je mehr Kinber es in bie ©fit setzt. Wie sich bie Gebauten großer Geister begegne» ! Ist daß nicht ganz nach der Politik der lex Julia et Papia Poppaea, von der doch der braune salc Gebiet der Hauplrival Frankreichs zu werden, so sollte die Regierung — und diesmal tuenden wir uns besonders an die von Ungarn — cs im Interesse des Landes finden, für eine Reihe von Jahren auf Staatskosten die geeigneten Leute nach Bordeaux, Burgund und ins Rheingatt, wo die Hochschulen des Weinbaues sind, zu senden, um die dortige Behandlung des Bodens, der Rebe, der Traube und des Weiner im Keller kennen zu lernen; beim der Geschmack des ungarischen Weines hat, mit wenigen Ausnahmen, noch nicht jene Reinheit gewonnen, welche ihn für den internationalen Markt so gut eignet, wie die Weine der genannten drei Gegenden. In Oesterreich selbst sind ja bereits sehr ermathi-gendc Verbesserungen gemacht worden. Wir brauchen nur an die Weinbauschule in Klosterneuburg und an die bouquetreichen Ricßling-Weine Steiermark zu erinnern. Eine der Hauptaufgaben der ungarischen Regierung wäre die Pflege der Forstwirthschaft, die Aufforstung namentlich der Th.'ißebenen, um ein diuieru-dcs Mittel gegen die AuStrocknuug, die Ursache des aleatorischen Charakters der ungarischen Ernten, zu gewinnen. Wie viel überdies der Staat zur Verbesserung des Landes durch Bodenmeliorationen und Anlegung von Berieselungssystemen wirken kann, davon haben Baden und Preußen ein nachahmenswertes Beispiel gegeben. Berieselungswiesen siind um's doppelte im Preise gestiegen. Sehr ancrkcnnenSwerth sind die feit 20 Jahren gemachten Bemühungen für die Pferdezucht. Diejenigen für die Rindvieh- und Schafzucht haben nicht die gleiche Sorgfalt erreicht. Wie sehr aber das Einkommen eines Landes durch Veredlung der Rindvieh- und Schafrassen gesteigert werden kann, davon geben bezüglich der erstereu England und einige Kantone der Schweiz und bezüglich der letzteren Schlesien Zeugnis. Durham-Slicre und Simmcuthaler Zuchtkühe werden gegenwärtig bis zu 500 fl. verkauft. Die deutschen Landwirthe geben enorme Summen für den Ankauf solcher Zuchtkühe aus. Der hohe Preis der schlesischen Merinos ist bekannt. Auch in dieser Beziehung könnte mehr durch Prä-miirung oder durch Ankauf uni) Versteigerung von edlen Zuchtthieren durch den Staat, mit eventuellem Zuschuß desselben, geschehen. (Schluß folgt.) Politische KunostzM. Laibach, 7. Oktober. Inland. Die Wiedereröffnung der Reichsrathssession wird diesmal das Parlament sofort in vollste Thätigkeit vetfctzc». Das Präsidium des Abgeordnetenhauses versendet bereits die Tagesordnung für die nächste am 20. Oktober statlfindenbe Sitzung. Dieselbe lautet: 1. Angelobung neu ein» König schwerlich je etwas vernommen? Aber gewiß hat er den Anfang feines Viear of Wakefiid gut im Gedächniö behalten- oder gehört, daß Doclor Francia seinen folgsamen Paraguays» um Mitternacht für den Beginn dec Intimität lauten ließ Der alte Malthuö würde sich tut Grabe umdrehen, konnte er gewahr werde», wie seinen Theorien in'S Gesicht geschlagen wird. Bei alldem tönmc bei fürstliche Nationalöko.wm leicht zum „betrogenen Betrüger" werden, wollten ihn die Unterthanen beim Wort halten. Der aus-wärtige Handel allein kann ihn und seinen Hofstaat nicht erhalten, wenn nicht die Grundsteuer hinzu-tritt. Er wird also, wie viele vor ihm, auch meinenc „Versprechen und Worthalten ist zweierlei; erst die Schönfärberei — dann die Steuerschraube". In diesem Sinne ist seine Ansprache auf den kind. licht», phantasiereicheu und mit Bil'ttng nur über-tünchten Charakter seiner halbwilden Zuhörerschaft gar nicht übet berechnet. Sie geht nach Oxenstier-na’s Grunqsatz: „Du glaubst nicht, mein Sohn, mit wie wenig Verstand die Welt regiert wird." (Wbl.) getretener Mitglieder. 2. Erste Lesung des Antrages des Abgeordneten Seidl und Genossen wegen Einbringung einer Gesetzeövorlage, betreffend Bestimmungen über die Bewilligung von Steuemach-lässen bei Unglücksfällen. Erste Lesung des Antrages des Abgeordneten Dr. P r o m b e r wegen Einbringung einer Gesetzvorlage, betreffend die Feststellung einer die Rechte und Pflichten der Staatsbeamten und Diener umfassenden Dienstespragmatik. 4. Zweite Lesung des Gesetzentwurfes, betreffend die Eoinmandit-Gesellschasien auf Actien und die Actien-gcfcllfchaften. Die ultramontane LandtagSmajorilät Vorarlbergs treibt cs immer gemütlicher. Sie hat einen Volksschulausschaß niedergesetzt, damit derselbe ein ,,k a t h o l i s ch e s V o l k s s ch u l g e s e tz für Vorarlberg in seinen Grundzugeu" entwerfe. Der Ausschuß war in der Arbeit flink und empfiehlt drei „Fuudameutalfätze für ein katholisches Volksschul-ge|etz," die in folgendem Inhalte gipfeln: „Die ttitche Hai auf Grund des Fainilieurcchies wie auf Grund ihrer göttlichen Mission das Recht auf Erziehung durch Ertheiluug des Unterrichtes in Glaubens- und Sittenlehre und Spendung der Gnaden-mittet, sowie durch Ucberivachung jedes ändern Unterrichtes insoweit, daß derselbe in Harmonie mit ihrer eigenen Erziehnngsthätigkeit verbleibe. Ausgabe des Staates ist: sowohl die Familie als die Kirche in ihrem Rechte auf Erziehung zu schützen." Also beantragt im Jahre des Heils 1874! Es wäre endlich an der Zeit, diesem mittelalterlichen Spuk der römischen Knechte in Vorarlberg ein Ende zu machen. Die von einem großen Thcile der Armee seit der Ernennung Kollers zum Kriegsminister erwartete Abänderung des Avancements-Gesetzes ist durch eine kaiserliche Verordnung anbefohlen worden. Einstweilen wurde daö bestehende AvanceinentS-Gesctz theilweise fistiert. Ein am Samötag in Pest stattgefundcncr Mi-nisterrath beschäftigte sich mit den Ghyczy'schc» S t e u e r v o r l a g e n, welche noch durch den Entwurf eines Lttxussteuer-Gesetzeö vermehrt werden sollen. Wie es heißt, haben die Minister-Kollegen Ghyczy's ihre Zustimmung zu dessen Vorlagen ertheilt. Ausland. Die deutsche Regierung wird dem Reichstage ein allgemeines Land st u r m • gesetz verlegen. Die lUtrainontanett haben bereits die Nachricht von der Vorlage dieses Gesetzes benützt, um beut Landvolke bange zu machen, daß es sich um Erhöhung der militärischen Lasten handle. Dein gegenüber nun betont die „N. L. C.": „Es wird nicht entfernt daran gedacht, an den bestehenden Vorschriften über die Verpflichtung zum Landsturm, über die Umstände, unter welchen derselbe einberufen werden kann 2C., etwas zu ändern; vielmehr handelt es sich lediglich um Feststellung der Formen, in welchen der Landsturm, wenn er einmal ausgeboten ist, auf-treten nnd zur Verwendung gelangen soll. Bisher bestanden darüber keine gesetzlichen B stimmungeu; erst bei der iBerathung des neuen Miliiärgcsetzc# im letzten Frühjahre wurden solche durch den Abgeordneten v Etzel in Vorschlag gebracht und auf Grund eine# Majoritätsbeschlusses der betreffenden Commission wurde in dem Gesetze eine derartige Regelung in Aussicht gestellt. Die Regierung erklärte sich anfänglich gegen daö verlangte Gesetz, ist ober nun doch dein Wunsche der Commission nachgekom-mett." Das neue Gesetz hat immerhin eine immense Bedeutung für die deutsche Wehrkraft, welche dadurch sehr bedeutend erhöht werden dürfte, .wie sich aus den Motiven erkennen leibt und wie noch wohl klarer werden wird, wenn die betreffende kaiserliche Ausführung^ Verordnung erscheint, welche die neue Organisation bringen soll. Das preußische Ministerium hat an sämmtliche Regierungspräsidenten die Weisung erlassen, dahin zu wirken, daß sich die Lehrer nicht zur ultra* montanen Parteiagitation misdrauchen lassen und insonderheit sich der Theilnahtne an dem katholischen Vereinswesen enthalten, welches unter dem Verwandt kirchlicher Zwecke tatsächlich gefährliche politische Ziele verfolgt. — Gegenwärtig tagen itt Deutschland übrigens wieder zwei Lehrerversammlungen, in Braunschweig die Versammlung deutscher Realschul-mättner mit 180 Thcilnehmern und in Karlsruhe die dritte Hauptversammlung der deuischen Mädchen-schullchrer mit zweihundert Theilnehmern. Den Commandanten des „Nautilus" und „Albatros" ist ein Belobigungsschreiben wegen ihres correcten Verfahrens in der Affaire von Gne-taria von ihrer Vorgesetzten Behörde zugegangen. Hand in Hand damit dürften die neuen Instructionen gehen, welche sowohl die Commandanten der deutschen Kriegsfahrzeuge als auch die diplomatischen Agenten der deutschen Regierung in Spanien empfangen haben. Cs wird ihnen darin vor allen Dingen Mäßigung und Besonnenheit anempfohlen. Die Wahlbewegung in Frankreich ist jetzt in vollem Gange. Unter den mancherlei Programm* schreiben findet sich auch ein Brief des greifen Gelehrten Edgar Quin et, an die Wähler deS Seine-DepartementS gerichtet, in welchem er, an die jüngste Wahl im Departement Maine-et-Loire anknüpfend, die Erstarkung und Verallgemeinerung preist, welche der republikanische Gedanke seit fünfzig Jahren in Frankreich gemacht hat. „Vor einem halbe« Jahrhundert", sagt Quinet, „habe ich dem ttnsichern Erwachen der Republik beigewohnt; heute sehe ich ihren Sieg gesichert . . . Die Republik lebt, die Republik wird leben. Ihr endlicher Sieg ist eine nicht nur politische, er ist eine mathematische Gewißheit". Die „Libertv" bringt die Sensationsnachricht, daß eine Gruppe deutscher Baukiers der m a -d r i d e v Regierung acht Millionen vorgeschossen habe, die als Abschlagszahlung auf ein weit größeres Anleihen angesehen werde». Dieser Vorschuß sowie das spatere Anlehen sind von der deutschen Regierung, wie es heißt, garantiert worden. In der Audienz, die Graf Chaudordt) bei Serratto hatte, um fein Beglaubigungsschreiben zu überreichen, sprach der französische Botschafter uon den „vorübergehenden Schwierigkeiten", welche die guten Beziehungen zwischen Frankreich und Spanien unterbrochen hättten. Es hängt Haupt» sächlich nur von Frankreich ab, sie verschwinden zu machen. Ans Serbien wird eine V e r s ch w ö « r tt tt g gemeldet. Ein Telegramm der „Times" aus Belgrad vom 2. d. M. berichtet, es sei eine Verschwörung gegen die Dynastie entdeckt worden, infolge deren mehrfache Verhaftungen und Beschlagnahmen von Waffen vorgenommen wurden. Fürst Karageorgevich soll angeblich das Haupt des Complotö sein. Die öffentliche Ruhe wurde nicht gestört.______________________________________^ Zur TMsgeschichtt. — Der Empfang der Nordpolfahrer in Fiume und Triest. Aus Fiume wird der Tr. Ztz. vom 2. d. geschrieben: „Gestern ÄbettdS um halb 12 kamen der HochboolSmamt Cipitän Lust»" mit vier Mann der Nordpol-Expedition hier an. @tnc halbe Stunde vor Ankunft des Zuges waren trotz der vorgaüctieu Stunde der Bahnhof und alle Zugänge zu demselben mit Leuten besäet. Als der mit Eiche«' taub geschmückte Zug bei bengalischer Beleuchtung und unter den Klängeu der städtischen Musik einfuhr, war der Jubel grenzenlos. Der Bürgermeister hielt <‘n| kurze Anrede an Cipitiin Lusina, welche dieser am das tiefste gerührt beantwortete. Die Hochs wollte» kein Ende nehmen. Die Matrosen wurden zu de» in der Nähe befindlichen „Hotel de la ViÖe“ geleiM wo Zimmer und ein Nachtessen für sie bereitet w3t’ Capiiän Lusina trat ebenfalls ein und hielt vom eine Rcde an die unten versammelte Menge, worin er ih0 die Grüße feines Commandanteu Weyprecht brachte, nächsten» selbst kommen würde. Beim Emtressen **”V precht'S wird ihm und Lusina hier ein Banket offer ^ werden. Lust»» betonte verschiedene male, „daß zweite (gjcpi'CiUiort in größerm Maßstabe bereits gesichert fei und daß er natürlich mitgehe." 9iicht so freundlich, wie in Fiume, wir der Empfang, der den zwei Malrosen von der Nordpol-Cxpeduion wurde, die in T r i e st abstiegen. Uebcr ihre Ankunft in Triest schreibt die Tr. Z. vom 2. d. M.: „Bon Wardöe bi» Wien, durch vier Herren Länder glich ihre Reise einem Triumph-Luge und die Stadt Triest, die erste Seestadt ihres Vaterlandes, die erste Stadt des Landes, in dem die gestern Anzekommenen geboren wurden, sie «hat nicht das geringst?, ihre Söhne in der H:imat herzlich zu örgrüßen. Bitter enttäuscht und sihtlich bewegt stiege» die braven Matrosen Antonio Icarpa auS Triest und Antonio Catterinich aus Lusstnpiccoio aus dem Waggon und stürzten den ihrer harrenden Familien und Verwandten in die Arme." — Der Gefangene im Batican. Im Va-tican werden nun die sogenannten „vtwbtate" beginnen, das heißt die Lustbarkeiten, die einem alten Brauche gemäß in Rom im Laufe des Oktober» st^tifinden. Der Papst, der gegenwärtig reichltch Geld hat, will nicht Zurückbleiben, denn auch der freiwillige Gefangene möchte feine Vergnügungen haben. Es werden also im Vatikan Vesperbrote, Diner», Spiele veranstaltet werden, auch Bälle der Prälaten sogar, an denen der Papst freilich nicht theilnimmt, denen et aber doch mitunter einen Besuch abstattet. Die Bankette finden beim Mon-fignor Majordomus oder Beim Monft jnoc Maestro dt cameta oder sonst einem anderen Prälaten statt. Der Papst pflegt dazu seine besten Weine, von denen er einen Theil aus Frankreich erhält, zu liefern uad zuweilen erscheint er unerioirlct beim Dessert, wen» bereits die Zungen gelöst und alles einer freien und ungenierten Heiterkeit hinzegeben ist. — Roche fort hat ein komisches Abenteuer er-lebt, das für ihn einen ernsten AuSgang hätte nehmen ^"nen. Man weiß, daß Genf, wo sih der bekannte Pamphletist jetzt aushält, nur eine Meile von der statt-äösiichen Grenze entfernt ist. Unlängst machte Rochefort eine Spazierfahrt, und der Kutschet, der nicht wußte, mit wen, er es zu thua hibe, sühne ihn, um die Fahrt etwas suSzudehnen, gemüthlich nach Frankreich hinüber. »Nun, mein Herr," sagte er zu ihm, „Sie sind eia Franzose und jetzt sind Sie auch wieder in Ihrer Hei« Wat." — Man kann sich denken, was füc ein Gesicht Monsieur Rochefort schnitt, doch war er klug genug zu ichweigen, bis er die th:uete Heimat hinter dem Rücken hatte. — Spott, Witz, Ironie und Humor. ~7 Selten werden ähnlich hütende Begriffe häufiger einander verwechselt, als Spott, Witz, Ironie und öumot, trotzdem sie scharf von einander geschieden sind. Spott ist der Witz eine- dummen oder gemeinen Men« jfyn; Witz der Spott eines feinen Kopfes oder Gesell-'chaslSmanneS; Ironie der Witz eine» liefern Denker-, Und £tumot jjtj Ironie eines Poeten. Spott ist cm plumper Fiustfchlag, der Beulen zurückiäßi; W>tz ist '<« Nadelstich, ber mehr oder weniger tief tu da» Fleisch j *n9l; Ironie ein Witz wie von Dornen unter Ro-[etl> Humor da- Pflaster, das gegen alle diese Wuu-,5 Gegen den Spott har der geistreiche Mann '"«e Waffen; Witz fordert ihn zu Widerstand heraus; dir Ironie unteihatfeU ei auf Qüpitulation; der ««tttot bringt ihn zu freiwilliger Unterwerfung. Der j^Pott kommt aus dem Fleischlichen; der Witz aui dem "stunde; die Ironie aus dem Geiste, und der Hu-S®1 aui dem Gemüthe, er ist ein Lächeln durch Moeu. uno Provlnztal-AugeiegLÄyetteü. 5, (Tagesordnung für die morgige ""°ta gss i tz„ ng.) 1. Lesung bei ProlokolleS der l,ebenten Sitzung. 2. Mitteilungen des Landtag»-prastdiums. 3. Erste Lesung der Regierungsvorlage ^""^auordnung. 4. Bericht de» volkSwitthschaftlichen . Ubtt die Regierungsvorlage des F-ldfchutz- m j5*3, 5- Bericht de» Ftaanzausschuff;» über die «kechnungSabschlüfse de» LandeSfonde» fammt Sub-}.°„ c" plv 1873. 6. Bericht de» Finanzausschüsse» 7 m Voranschlag des LandeSkultutsonde» pro 1875. «eticht de» Finanzausschüsse» inbttteff der Rück- stände von BerzehrunzSsteuerumlazen für den Laubes« und Grundentlastungrfond. 8. Bericht de» Finanz-anSfchuffeS inbetreff der LandeSumlage von Bier und Branntwein. 8. Miindlicher Bericht deS Finanzausschusses über die Unterstützung der durch Hagelschlag beschädigten Gemeinden U-tterkrainS pr. 5000 fl. 10. Mündlicher Bericht des oolkSwirthschastlichen Ausschusses über Subventionierung für die Straße von $9to6?a polica nach Rakel. 11. Bericht des LandeSauSfchuffeS wegen Bewilligung eine- Land.'SbeilrageS für die Savr-regulierung bei Gurkfeld. — (Die Einführung der Eilpostzüge Nr. 3 und 4) zwischm Wien und Triest mußte eine Beschränkung der Expedition der Fihrpostsendungen nach sich ziehen und werden vom 1. O‘tobet an unter Zustimmung des Handelsministeriums die größetn voluminösen Fahrpoststücke nur mit den Postzügen Nc. 5 und 6 und mit den gemischten Zitgen Nc. 97 und 98 befördert. Geldbriefe und kleinere Poststücke werden nach wie vor auch mit den Ambulanzen der Eilpostzüge in Berkehr gesetzt. Auf der Haupllinie Der Siivbahn wird das System der Städrigen Postambulancewazen prinzipiell fallen gelassen und diese Wagen durch 4rä-drige, mit dem nöthigen Manipulationsräum:n für die Beamten uad Diener der Postanstalt »ersehne WageeN zu unserer gestrigen Notiz „Sektionen der Zinanzb-Höcüe", n ch: rh« o-r?anken. und daß Herr Dtrekior Kotz'y von der Vnüff.ntii-chung bet Notiz gar mch-S muß e. Witterung. Laibach, 7 Oktober. Geschloffene Wolkendecke, etwas gelockert, schwacher SilB* ost. Warme: morgens ä Ut)r 1- 9 ä“, nachmiitags i U^r + 148» (1873 4- 212°, 1872 144« C.) Barometer im raschen fallen, 736.21 Millimeter. Das gestrige £ajes= mittel Der Äar ne 10 9°, um 2'I° unter Dem ’/iotnnte. Berftorliene. Den 2. Oktober. Josef Zkaler, Arbeiter, 67 J ihre, Civikspiial, Rnbr. Den 5. Oktober. Anton Ruß, Taglöhner, 37 I., Castellberg Rr. 57, Sungetttubercnlose. — Anton Dernou-schek, Jmvohner, 52 I., Lioilspital, Erschöpfung der Grafte. Den 6. Oktober. Johann Beriik, Mitllers Kind. 16 M., St. Petersvorstadt Nr. 35, Scharlachbränne. - Adele Zoppitsch, pens. k. k. Rittmeisters Lochter, HJ., Äapitziner= Borstadt Nc. 37, brandige Rächend raune._________________ Telegramme. Triest. 6. Oktober. Da die Audienz WeyprechtS btt Sr. Majestät dem Kaiser erst heute stattfand, so konnte die heute angekündigte Ankunft Wryprecht» in Triest nicht erfolgen. Berlin, 6. Oktober. Das Gcricht beschloß die Einleitung einer förmlichen Voruntersuchung gegen Arnim. — Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" sagt: ArnimS Verhaftung geschah wegen Abganges politisch wichtiger Actenstücke im pariser Botschaftsarchiv, welche derselbe ans wiederholte Mahnung mir zum geringen Theile zurüüslkllte. — Nach der „Spener'sche Zeitung" sollen die zurückgehaltenen Tlctenstücke circa 40 betragen, und wurden die Verhandlungen wegen Rückgabe derselben schon seit Monaten geführt. Paris, 6. Oktober. Die Generalrathswahlen ergaben 800 Confervative, 500 Republikaner; die konservativen gewannen 30 Stimmen. Kopenhagen, 6. Oktober. Der dänische Gesandte in Berlin wurde beauftragt, wegen Aus» "Weisung dänischer Unterthanen aus Schleswig zu reklamieren. Santander, 6. Oktober. Don Carlos wurde infolge einer Meuterei in Durango durch einen Schuß in den Unterleib schwer verwundet. »teuer Börse vom 6. Oktober. Staatsfonds. 6Vttc. 8t«nte, . Me. Mo. iß. in koke eon 1854 (0, eonie Bote eon 1860, Fünfi Bete eon 1860, Boleeon 1860, Uv.imitnl*. v. 1864 drandentl. - Obi, •ieBm66rg. tojora Actien. «Ntzw-Bani . . . Cntttasflalt . • T-pofitenbank . . •icom»«**n#aU fitanco. 8en! eantellfcmt . . < Kotioneltant . . Otflcir. »llg Cefi. Bonlgesklls. Umro - Bank . . Sereinefcent . . . Wctle5t«6»e! . . . KüBlt-Babn . . . Fei. !?Ii|abd^8a$c. Saii. -rranz-Scsestb. . . . Vüdbshn.............. 1 »-Id 70 CO 74.30 102 25 107.75 111 25 133.75 75.25 76 JO Ware 70.70 74.40 lf>2 50 108 25 111.75 184 25 76- 77.— ’63.2' »47.25 143.-9S0. - 65. - 78.50 t-87— 195. -130.7 «OH 108 tO 140 — »42. - 197.50 192 — 806 - 144.— 163 50 5 4b.50 145.- 65*25 78 75 197 — 131 — 20.75 109. 140 50 242.50 195.-193 -308 144.50 Pfandbriefe. Mg. 6(L 8et>.«toebll. Mo. in 33 3......... Ältion. ö.w.......... ttng. Bod.-Srrditanst. Prlorltftts-Obl. flraiiz-JosesS-Bahn . Oest.-NordwestLahn. Eiebenbürger. . . EtaatSbahn . . . Eüdb.-Bei.zn 500 (ft. Mo. 8on8 Lose. 6Kbit »8.......... Rndolft-8......... d.w. Wechsel (38Ron.) flugtb.100 ftraetf. 100 ('embntg . tonbon 10 Pari« 100 HAnsen. Kai). JKflnj» iscatcR. so-grrnc-stZa . . Preuk. Waffenschein-.Silber...............1103 60 if. eu*L :c» «elb Ware 94.-87.— 93 tO 86.- 1C0 25 95.80 81 50 136.50 108.50 95 88.-93.70 86.85 ICO 50 seht — 187. 108 75 165.50 12 50 166.- 13.- 91.2lver 1 Päckchen btr. i)tii(t von San. v. «leinmayr * K«d. »ambttß. Verleger Ottömar Bamberg. Für die Redactton verantwortlich: Franz Spitaler.