M »4 Mittwoch den 24. Aeöruar 187S. UV. Jah»ga«g r Aeiwng" erscheint jeden Ssnntag, Mittwoch und Freitag. Preise — für Marburg: ganzjährig 6 st.,halbjährig L fl., vierteljährig 1 fi. öv tr; fürZufiell«»G in» Haus monatlich 10 kr. — mit Postversendnng: ganzjährig S fl., halbjährig 4 fl., vierreliährig S si. Jnsertionsgebühr 8 tr. pr. Zeile. Di« ^Marburger EntwSH«»ng vo« burtaakralischtr Drvormunduvg! Die Satzungen nicht weniger Gknossen-schasten liesern sprechende Beljpi?lt, wie skhr daS Pubtltum an die behösdliche Btvormundung sich gewöhlll hat und. wie schwer es demselben söUt, fich jener Freiheit zlt bedienen, die ihm durch Aushebung des KonzessionSlvtsenS auf manchem Gebiete schon gewährt ist. Sogar in Satzungen, welche in ihren übngen Theil.n «enntlliß des GenosseuschaftSgks'tztS ver-rathen, finden sich Bt hinaus greifende Eil.fluß auf Cillt Hralltfahrt. Bon dem Verfafsel der neuen deutschen Zeitbilder. (Fortsetzung.) Unter der weißen Plane deS WageuS saßen zwei schöne junge Frauen und zwki schöne juNt»e Männer. Die eine der Frauen ivar jelzr blaß ; sie hatte daS schmerzvolle, tveinende Gesicht ütier einen Säugling gebeugt, der in ihren Armen ruhet,. Die andere hatte sich dicht in ihren rolhev Shawl gehüllt; Mit großen, schwarzen Augen blickte sie tvie Verivundert aus die GrnSdarmen. Der eine l>er jungen Männer jaß nnt dem schönen, muthigen Gesichte stolz aufgerichtet da. Fritz von Horst konnte stolz fein, denn er halte den Muih bewiesen, den sün Gesicht auSIprach. Aber der andere junge Mann, der neben ihm saß, Halle ein nicht minver sto'zeS Aussehen, und auch sein Gesicht ivar nicht minder schött. Voraus hatte er vor seinem Nachbar einen leisen Spolt, mit dem er dirsen anblickte. Der Lieutenant ljatte dafür eine Ueberrafchung. Er wußte aus einmal, wo er mit dem Mann schon in GkstUfchofl gklvcseil ivar. „Der alle Geistliche!" hätte der Lieutenant beinahe auSt^eruf-n. »Aber wie hat der Mensch so schnell MaSte und Kleidung abwcrsen können?" „Bindet sie," befahl der Wachtmeister seinen GenSdurwen. .Alle, Herr Wachtmeister?" „Nur die Männer." „Auch mich nicht, WachtiNkister," erhob sich stolz der G^rdelieutenant. „Und warum nicht „3ch bin der Lieutenant von Horst, von der Garde." „Was?" rief verwundert der riesige Wachtmeister. Der Räuber aber lachte höhnisch: „Gut gespielt, Kamerad l" ,Ab, so!" sagte da der W^^chtmeister. .Bindet sie." „Aber ich schwöre —" rief der Lieutenant. „DaS kann Jek'er." „Ich Hab- Papiere." „DaS Gericht iv'rd sie untersuchen." „Aber Wachtmeister — „Will Er schweigen? Voran GenSdarmen!" Die G'NSdarmkN banden sie Beide. „Mitgefunden, mitgebuttden, mitt^efangen, mitgehangeul" lachte der Räuber, spöttisch und jelbstvcrgnügt. Was ich einmal will, sagte sein Gesicht, da« setze ich trotz alledem durch, Ultd l,och ist nicht aller Tage Abend. Am nächsten Morgen nach der erzählten Begebenheit ereignete ilch nicht gar weit von dem Schauplatze derselben Folgendes: Ein großes, schönes adlige» SvloH war von einem großen, schönen Park umgeben. Hinter dem Schlosse lagen iveiiläufi,;e Wilthschafisgebände. In dem Park war auch cin weilläufitzer Obstgarten. Derjelbe erstreckte sich bis an eine Allee, die von der de» nachdarien Läudslrahe zu dem Schlöffe führte. 3n dkM Obstgarlen war ein einzelner Mann mit dem Adaehmea von Obst drschäsligt, eS waren lvunderschöne graue Winlerbirnen, die er von einem Baume brach und Stück für Stück sorgfältig in einen unter dem Baume stehenden Kord legte. Der Äiann rvar ein eine große, starke Figur; er hatte elivaS EdleS in f.iner Haltung, zugleich aber auch etwaS Gedrücktes. So war ancv sein Gesicht. Aber tvunderbar, er schien sich weder deß einen noch dcS anderen Ausdrucks in seiner Hal» tung und in seinem Gesichte bewußt zu sein, und ^iewiß auch nirmalS bewußt geivelen zu sein. ES gibt Menichen, die nur zu Niedrigem geboren sind und denen dennoch die Natur in sonderi>arer Laune, oder voch öfter vornehme Miitler mit die Bauführvng, welchen sich die Geueralivspek-tion zu sichern wußte, ist die Quelle dieses UebelS, denn die Besürchtiing, unbekannlen Anforderungen entsprichkN zu sollen, muß mit schwerem Gelde bezahlt werdtN. Wenn auch die technischen der Veveralinspettion nicht in Zweifel s,ezogn, werben wollen, obwohl sich dieses gutikslandniß kein-sivegS aus alle ihrer Gl itder elst'eck«, die richtige Aussaffung ihre Stellung muß ihr geradezu und bepimml abgesprochen wkrdeu, Hältt die Generalinspektion bloS an ihre Jnslruktioa getzaiten, so wäre su in die Lage gekommen, mit wohltvollendem Geiste nützlich zu sein, so aber Hot sie sich einen Wirkungß-kreis weit über ihre Besugntsle geschossen. Der Z. 2 ihrer Instruktion sagt ouSdriicklich, daß oje Prüfung der ökonomischen uvd pekuniären Ge-bohrun,; deS Eisenbohndlevslks auherhaib deS WutungskreiseS der Gcneralinspetlion liege, und dennoch beschäsliget stch diese Behörde beinahe nur mit dieser Aufgabe, ohne natürlich zu einem Resultvt zu gelangen, da hiezu andere gühigkei-ten gehören, als in der Genervliuspekttoli zu finden lmd. Dieser unklUl,e Eingriff iil die Rechte und Pflichten deS FinaazmtvilterS lähmt die technische Zhäiigkeit der Generalinspektion und beraubt sie jenes EinsiusseS aus die Bahnvkrlvaltungen, der ihnen voih'vendig zur Seite sletien muß, weun pe ihrer Mistivn geiecht werden lvill. Statt in der Generalillspektion einen freundlichen Ratdgeber mit überrot,kndem Wissen zu finden, können die Eisenbohneit nur eine Behörde für deaunziatorliche Angebereien in ihr finden, und selbst in technischer Beziehung ist der Un-fehlborkeitSmantel, mit dtM sich die LehörSe stets umgibt, ein Betveis ihrer Schwäche. Ali» diese Dillge, die man unserer Generalinspektion mit Recht zum Vorwurfe machen kann, find aber Verfchtvindend klein gegen die Fehigiiffe, tveiche diese Behörde bei Entrirung der Slaatsbauten beging und noch begeht. Abgesehen von dem Bestaade der Anomalie, daß die t. k. General-iniptktlon zugleich ausführende und überwochent, Behörde ist, verfiel sie in dieselben Fehler, gegen welche sie bisher bei den Pi^ivatgeseUlchasten mit Vehemenz elfer te. Die Projette, auf welche hin die Lauver« Hebungen stattfinden, waren zuM'lst movgelhast und stüchli,i, daher steht zu er«varien, daß zahlreiche nachträgliche Atrspiüche an daS Aerar gestellt werden, die zu besrttdigen man nicht umhin können lvird. Die Offntverhandlung bewahr-ten nur den Schein der Oeffenlitchkeit, während der Hilfe von Tanzmeistern und Kammerjungfern den Ausdruck deS Hohen avgeslrichea haben. ES war übrigens ein riistiger Fünfziger, und sehr anständig gekleidet, und bei leiver Arbeit schlvitzle er s'hr. Das war in dem Obstgarten. 3a dem Gemüse.^arten nebe narr zeigte sich ein anderes Biid. Zwei Damen lustwandelten dort zwischen den GtMÜleveeten, auf deNeN freilich nur noch die Jlüchle deS Herdsteö standen, Rübe» und weißer und roiher Kohl. Die eine Dame war nicht M'hr jung, in der Mttle der Vierzig, jehr klein, sehr rund, m>i eiN'M lehr vollen und rotha!" sagte die aiiere Dame zu der jütig'ren. „Der Mor^ietz ist rechtschljn, Mutter," anl-wortete die jüngere Dame. 3n den beiden DaMeu bkgriihen wir dil Landrüthm voo Elsenting und ihre Tochter Lu-zina. ^Sr ist bezaubernd,- suhr die Mutter sort. „Sieh diese ttare Sonne j den Nebel der Rachl die Entscheidungen nicht auf daS Ergebniß der Offertverhandlung basirten, sondern auf andere Erwägungen hiu getroffen wurden. Die Beding-nlsse iaffen nachträglichen Forderungen der Bau» oufsicht unbegränzten Spielraum, daher die Anbote Überhaupt höher, alS zur Sache nothwendig war, gestellt werden mnßten. Die Organisation der Bauleitungen ist u«» genügend, weil der Dieost sich in Wien, entfernt von den Baustellen, tentraliftet. Zahlreiche Verwickluugeu, Prozesse und Verschleppungen, zl»hir«icher als sie je bei Privat-gejellschaften stattgefunden, verzögern und ve'-iheuern den Bau und werfen ein grelles Schlaglicht auf die als bewiesen erachtete U«sehldortett der k. k. Generalinfpektion. Und sort und fort werden im Budget tveltere Rachforderungen gestellt. Die Traeirungen, welche eingeleitet wurde», verschlingen nutzlos Summen, für welche mauche Melle Bahn hätte hergestellt werden können, nur um dem ewigen Vesserwissen lKechnung zu tragen-Es genügt heute nrcht mehr, dap die Konzessio-eiäre schwere Summen für Traxirungen auslegen, auch der Staat muß zu devselben Opseru her» angezogen werden, statt daß sich d>rselbe ous objtkiive Prüsung und Dtrigirung der Richtung bejch'änkt. Daß diese Zustände unmöglich als h<»ltbor bezeichnet werden können, wollen wir zum Besten Oesterreichs glauben. Wlr fordern, daß man der t. k. Generalin-spetlion den lichtigea Geist emprägt und sie duvon abhält, durch nu^lofeS G'elreqlereo fchäd-lich, stalt nützlich zu werden. Die Generalinsprt» tion soll ihre Ehre und ihren Ruhm vtcht darin suchen, Sensationsgeschichten hervor zu rusen. sondern sie joll durch ihr belohnendes Witten dafür sorgen, daß solche grelle Streiflichter unserer Zustände, an deren Schaffung ja die Ge-neralinjpektion vorzüglichen Antheil nahm, überhaupt nicht möglich sind. Filr Geschichte des Hages. Das Amtsblatt wird dieser Tage die Ra» men der neuen ungarischen Minister veröffentlichen. Woher sollen aber die neuen Fi, nanzmitlel genommen werden f Ohne solch, Mit» tel lst die guhlungsunsähigkeit, der LtaatSbar,-kerott nur eine Frage der Zeit und zwar der nächsten. Im Schreiben des Papstes au die preußischen Bischöse spricht Rom wieder einmal mit entjetzlicher Klarheit. Gottlose Gewalt habe die Kirche niedergetretea. Allen, die es angeht und dem ganzen katholischen Erdkretse hat sie überwunden, er kann nur noch langsam, wle ein geichiagever, schwer verwundeter Feind, dort hinter» an dem Saume herum tiiechen. Sre ober, die hehre Slegerin, waltet nun sr,i. srei rund um uos her. Sieti, wie in ihren Strahler, die Weißkohl mit d.m Weiß des Schnees wetteifert unl» in welcher Purpurglulh der Roihkohl glänzt l Ja, Luzlna, eS ist ein bezauberode« Morgen, und wenn ich bedenke, tvas er un» bringen wird —" Die D^me ul»terbrach sich, die Nöthe ihres Gesichts wurde dunkler; der gefühlvolle Ausdruck darin wich dem deS Zorns. Sie hatte sich Ni>ch dem Munae umgesel^en, der die Birnen vom Laume brach. „Aber mein Gott, wie geht er mit dem lheuren Obste um! Das Slück ist seinen Silber-grolchen wri lh.- Sie rief dem Manne zu: „Aver voistchtig, Adalbert. Du mußt die Birnen s'ichler in den Korb legen." Der Manu legte gehorsam die Birnen sachte? in den Kv'b. Die Dame fuhr zu ihrer Tochter fort: .,3a, meine theure Luzina, eine solche schöne, seine Birne, ist ein außerordentlich zartes Wesen, das den harten Druck einer rohen Hand nicht ertragen kann. Sie hat Gesühl, w'e ein weiches Flaueuherz. 3ch suhle das ost in meinem Herzen. Darum begeistere ich Mlch auch so sür die holde wird verkündet, daß diese Gesetze ungiliig seien — daß, wer sich denselben fugt, der größeren Ex» kommuuitation verfall». Der bisherige Wider» stand gegen die Gesetz« deS Staates genügt dem Vatikan dnrchauS nicht und liegt es offenbar in seinem Juteresse, daß sich das miltelalterliche Schau- und Trauerspiel blutiger Entzweiung wiederhole. Die ^SnigiN'Mutter Jsabella bewirbt sich jetzt weniger »m den Segen des Papstes, als um die Hilfe reicher Bankhäuser in Paris, weil sie glaubt, die Karliften können nur noch mittels Gold besiegt werden. Die Tugendrose dürfte stch yewaltig irren. Generale und Offiziere — eineS demoralisirten Heeres lasse» stch durch tlinaende Gründe gewinnen — die Streiler für Thron und Jnqursilion aber sind durch ihren Fanatismus gefeit gegen solche Be»« lockungen. Da gilt's. Mann gegen Mann zu kämpfen — Prinzip gegen Prinzip! Nermifchte Staehrlehten. (Aus dem himmlischen Reiche der Mitte.) Die Chinesen rebelliren gegen die Einführung der Nähmaschinen; so wurden in Hongkong jüngst mehrere Schneider, die Maschinen zu beautzen ansingen, mißhandelt und aus der Zul'ft verbannt. (Pariser Straiento t h.) Der Ge-sammtbetrag, welchen Paris aus dem Verkaufe des Straßenkothes und der verfchiedenen Abfälle 4ieht, beläuft stch auf 600 000 Frauken, die sich beim Kleinverkuufe Von Seite der Großunternehmer auf drei Millionen erhöhe«, indem der Ku-A dikmeter mit drei bis fünf Fr. bezahlt wird. Dafür haben die Großunternehmer die Straßen-reintgung und die Berführnng der Abfälle zu besorgen; das hierzu nölhige Personal steht unter der Oderkontroie der Stadt und zählt mehrere tausend Personen. (Boitsvergnügen in Ober-Oe-sterrelch.) Kampf- und Wettspiele gab eS zu allen Zeiten und bei allen Völkern; noch heute hab'N die Engländer ihre Bozer, die Tiroler ihre Ringspiele u. s. w., im 3nnvlert«l ober scheint eine neue Art, die Krost zu messen, Eingang zu finden. Es war am verfiossenen Faschingmontag gelegentlich einer Hochzeitsfeier im Gasthause zu vsternach, wo dem „Rieder Wochenblatt" zu-solge, ein Bauer und ein VauerSsohn, selbstverständlich im Scherze, ihre Krast gegenseitig zu Messen suchten. Es wurde vorerst das sogenannte „Hageln" mit den Fingern versucht, der Kampf diltb unentschieden; hierauf folgte ein Kampf Natui^. Aber ich wollte von dem sprechen, waS dieser schöne Morgen uns bringen wird. Ach, theure Luzina, mir klopft mein Herzl Wle muß Dir das Deinige erst in süßer Erwartung schlagen I" „Es schlägt mir etwas ängstlich, liebe Mutter," sagte das hübsche Mädchen. „Aengstiich?" sah die Mutter verivundert auf. „Gewiß, Mutter. Wle iverde ich ihm gefallen ? Wie werde ich einfaches Landmädchen ihn, den Gardeoffizier, der in der Residenz, in den ersten Gesellschaslen, gar am Hofe gelebt hat, wie werde ich ihn befriedigen können?- Die Multer fuhr entrüstet auf. „Gefallen 7 Befriedigen ? Bist Du nicht die reichste Erbin im Lande? Und waS hat er?" Das Fräulein war wirklich ein einfaches Landmädchen. Sie halte aus die F'agen der Mutter kline Antwort. Doch ivr Errölhen und ihr betrübter Bilck zeigte, daß sie eine Aul» wort wohl hatte, aber daß sie auch wohl sühlle, eiu Kind dürfe der Mutter die Aativort nicht geben. (Forlsetzung folgt.) mit Faustschlägen, auch dieser blieb uuevtschiedeu; dabti wurde wacker gezecht und alS das gute Bier, welches geschäntt wurde, zu Kopfe zu steigen begaall, wurde eine neue Kampseswetse ersonnen. Die beides Kämpfende» ronntco vüm-lich Stirve gegen Stirne, und zwar vielleicht zwavzigmal mit solcher Gewalt, daß Blut zu stießen begann und auf die zahlreichen Auseher sprij^ke, die sich au diesem Schauspiele weidlich ergötzten. Da aber die Kämpfenden, wie die bekannten Hausthiere, hiebet immer mehr uud wehr ia Wuih gerietheu und dem Einen voa den beiden Kämpfern das Blut bereils derart über das Antlitz floß, daß er nicht mehr zu sehen vermochte, fitl es denn doch Besonneneren aus dem Publikum ein. die Kämpf»uden zu tleu' nen, um em etwa nachfolgendes Unglück zu verhüten; somit blieb auch dieser Kamps unentschieden. (Wtuzerschule.) Die neugegründete Wiuzertchule in Krems ist am 16. d. M. unter zahlreicher The,lnahme der Lanbbevi^lkeruug er» öffnet worden. (Eisenbahnwesen. Begrenzung der Haftpflicht für Gewichtsab-gä n g e.) Die österreichisch-ungarischen Bahnverwaltungen hoben bekannt gegeben, daß mit Ge. nehmigung der Auijichlsbehörde bei den nachstehend benannten Waaren, falls dieselbe» vom Versender selbst verladen oder vom Empfänger abgeladen werden, eine Vergütung sür Gewichts-Mängel nur daun staufiadet, wenn der Gewichls-abgang bei Rohzucker uud 4°/,» bki Asche, Erzen, Grafit, Dünger, Kohlen aller Art und Eoakö, Rüben uud Rübenabfäll'n, Tors und Torfziegeln, Knochen, Salz, Schiefer, Spodium. Oelkuchen, Eisenabfälltn, Kalk (ungebrannt) über» steigt. — D»rse Bestimmung ist am 1ü. Februar l. 3. in Kraft getreten. Marburger Berichte. (W ei n b aus ch n l e.) Zur dritten öffentlichen Jahr'sprusung der Zöglinge hatte der Law desausschuß ein Mitglied, den Referenten Herrn Dr. Ritter von Schreiner, abgeordnet. gelNer wohnten der Prüfung bei die Herren: Fürstbischof Dr. Stepischl.egg, Bezirkshauplmann Seeoer, Landtagsabgeordneter Dr. Dominkusch, die Direktoren der Lehrerbildungsanstalt, des Gymnasiums, der Oder»Realschule vnd viele andere Freunde der Schule. Geprüft wurden der zwelte und dritte Iahigang über Obstbau, Weiudau, Ge-müseb«u, Naturwiffenschaften und Gegenstände der Volksschule. Das Ergebniß der Prüfung, sowie die aufgelegten Arbeiten uud Zeichnungen der Schüler sprachen deutlich geuug für die ersprießlichen Leistungen der Anstalt. Am Schlüsse der Prüfung wurden an die neun fleißigsten Schüler: Prelog, Otitschar, Wutschina, Supper, Jvantschitsch, Baumgartner, Lasbacher, Wolf und Schigert Prämien vertheilt. (Für Schulzwecke.) Dem Ortsschulrath in Friedau (Obmann Friedrich Geßner) sind zweiuuddreißig Gulden übcrsaudt worden als Reinertrag eines Tanztränzchens mit Tombola, welches kürzlich dort stattgefunoen. (Zum Schutze der Thier e.) In Arn-fels hat sich eine Filiale des Grazer Thierschutz-Vereins get!ildet und ist der gräflich Schönborn'jche Gutsbeamte Gustav Krones zum Vorsteher er-eruannt worden. (Zum Raubmorde in Heiligenkreuz.) Verdächtig jenes Raubmorde», welcher au Theresia Großmann iu Heiligentrkuz, Psarie St. Georgen an der Slainz verübt worden, «r-scheint der eigene Sol)n der Erschlagenen, welche. Mit skiner Matter vom Wochevmarkte zu Ma>-bürg helMgeiahren. Kaum hatte sich die Nachricht von dieser Tdat verbreitet, so bezeichnete auch schon die Voltsstimme den Sohn, der in sehr schlechtem Rufe stand, als Verbrecher. Die Ler-Haftung erfolgte schnell. (Privilegium.) DaS Privilegium der Herren Richard und Theodor Denzel, Glocken« gießer in Marburg, betreffend dle Schndung einer drehbaren Krone bei Glocken, ist aus die Dauer eines Jahres verlängert worden. (Vorträge über dasMaß und Gewicht.) Der erste Bortrag über das metrische Maß uad Gewicht mußte unterbleiben, nachdem nur fünf Zuhörer erschienen. Da nun alle vier angekündeten Vorträge einerseits in einem gewissen Zusammenhange stehen sollten, andererseits sich aber durch den mangelhaften Besuch gezeigt, daß ein Bedürsniß nach solchen Vorträgen in Marburg nicht vorhanden ist, so werden auch die übrigen Vorträge nicht stattfinden. Aus Ansuchen deS Gesellenvereins werben jedoch an den sol» genden zwei Sonntagen (den 23. Februar und den 7. März) Vormittag von Z0—11 Uhr nm für Gewerbetreibende Vorträge über dos Rechne» mit Dezimalbrüchen und über die Verwandlungen dkr alten Maße tn neue im großen Zeichensaale der Ober-Realschule von Herrn Professor Josrph Jovasch abgehalten. «-tzt- Most. Eine Volksversammlung in Trieft hat als dringende Nothwendigkeit erkannt, daß eine zweite und unabhängige Eisenbahn Ver» dindung der Stadt mit dem Innern des Reiches gebaut werde. Bei der Reichsraths'Wahl in Bozen hat die freiflnnige Partei gefiegt. In Frankreich wird ein Aufruf des kaiserlichen Prinzen erwartet. Aufruf! Ei« Wyrt an die Herze«! L. R. Zimmermann, der geistvollt Schriststkller» der unermüdliche Vorkämpfer sür Recht und Freiheit, der begeisterte deutsche Patriol, L. R. Z i m m e r m a n u, der im waunhaster» Kampfe für seine Ueberzeuguug Gesundheit, Exl-stenz uud eine liebgewordene Heimat in die Schanze schlug, ist elnem unsagbar traurigen Schicksale versallen. Seit Iahren mit kurzen Uaterbrechungen krank, ohne die Möglichkeit eines Erwerbes, sieht er sich endlich der herbsten, bittersten Roth preisgegeben. Seine Verhältnisse sind auf das Aeußerste zeirütlet, alle seine HilsSquellen erschöpft, seine Kraft ist gelähmt, sein Gemüth Verdüstert, sein Muth gebrochen, — klopft doch das Elend täglich drängender an die traurige Kranlenstube zu Pafsaul Nach der Versicherung Jever, w-lche seine dermalige Lage genau kennen, ist eine Herstellung ves verdienten Mannes nur dann zu erwarten, rvenn ihm die Möglichkeit geboten wird, in einer gesünderen Geg vd, frei von der quälenden Sorge um die nöthiglten Bedürfnisse des Tages, Heilung zu suchen, — im Gegeutheiie wäre uuter dem doppelten Drucke der physischen Leiden und Kümr mernisse das Aeußerste zu befürchten. Durchdrungen von der Ueberz uguug, daß hier schleunige Hilse noth thue, wenn ein so reiches Talent, ein so männlicher Charakter dem Leben uud seinem Berufe erhalten bleiben soll, hat sich in Wien ein Komite gebildet, welches öurch uns s-ine wärmsten Biilen auch an die Bevölkerung der Aipenläud,r richtet. Graz und die Steiermark waren der AnS-gang«- und Mittelpunkt seines schriftstellerischen Wirkens, hier leben am dichtesten geschaart die Elemente, denen jeiv Wirken so manche schöne Erhebung gewährte, hier »st er bekannt und po, pulär gilvoroen, auf uojer Heimatland ist e«n Thetl jencr Bewunderunit zuruckt^esallen, welche ein lveit über die Grenzen desselben hinaus» reichendes Publikum seinen Leistungen zollre, hier endlich traf ihn j'Ne Katastrophe, welche die Quelle feines lpäieren beiden gelvorden. Wie sein Name eng verknüpft ist mit der frejhelilichen Bewegung, durch die der erwachende Nolksgeist se ne 3al)rhunverle alten Fesseln sprengte, >r>ie er seinen wesentlichen pudtiz'jltfchco Antheil hatte av dem Aufschwung« dcS nationalen Seutlchen Sinnes, welcher bei Beginn des großen deutschen Krieges so gewaltige Welle»! schlug, so hat auch anderseits der freiheitsglüh'Nde, begei-sterte Schriftsteller auS dem kräftigen Boden des stkirischen VolkSthuws die besten Wurzeln seiner publizistischen Kraft gezogen. Wie innig er an unserem schönen Heimat-lande hing, wie schwer ihm der erzwungene Abschied von demselben »vurde, können arn besten Diejenigen bezeugen, welche ihm in den letzten Stunden seines Hierseins prriösiltch nahe gestanden! Wir oppelliren an diese sicherlich niemals erloschene wechselseitige Sympathie zwischen ihm und den Kindern der grünen Sleicrmcirk, wir erinnern au daS, ivos er ihnen geboten nnd das, was sie ihm gewesen, wir vei^trautn dem edlen, hochherzigen Sinve unserer Mitbiirger, wenn wir unter solchen Umständru die Vitle stellen: Lasset den eitist so gefeierten Mann, d-r setzt arm und verliifsell zu Passav liegt, nicht rettungslos Versinke», sondern bietet ihm in seinkn ürgften Nötheu die hilfreiche Hand. So klein die eir'zelnen Gaben auch sein wögen, zusammen werden sie, wenn jeder Freur?d Zimmermann« sein beicheic'ene« Scherflein bei-irägt, sicherlich die Noih lind-rn und den vom iZchicksale so schwer Heim^eiuchlen in dm Stand setzen. Ruhe und Heilung zu finven. Ob ein einmul'ger B iti^ag, ob eine kleine Monatsleistung, etiva ein J^hr hindurch od-r dariiber, Beides «st gleich ivilltommen, Jeder niird den angestrebten Zwrck sördij>o und Aamerküngin, herausgegeben von Joseph AndreSJanisch. (Graz, Druck u.Verlag von Leysom-Josephsthil.) Vor unS liegt das erste Heft eirieS neuen topographisch-stilistischen LexikonS vou Steiermark, welches die rühmlichst bekannte B rlagStzuchhind-lung LtYkaM'ZosephSlhal in Graz heraust,lbt. Dasselbe ist nicht elma ein lrocke»eS Ve-zeichniß von geographischen Namen, oder eine Sammlung von sastloien ltatistischee» Dateri, !ollder»l ein aus dem ueuefteriStandpurikte der geographischea nnd histo'ischen Wisiensch^fl stchend chönen Steiermark, Schulen und Kanzleien n. I. w. bestens empfehlen. sZn Marburg zu be-ziehe n durch die Luchhandlung des Herr» Fried. Lkyrer. 5siA67» an, c!aF^ Ilök'mansnt bsciötötencies «Le?' öö'MASn ^T's^'ss «nck (?onÄ^t's7t6N m c?sk^ Lmc?, bitten .^k^/'/T'äLss. (158 a?7» em ^«Ass c?67' L/a7'öi^7'Ls67' 't ^osek vka^ratll, Ic. k. ?rokösgvr, xisdt in ssillöm uuü im Ilainsii soinsr k'amilis äis traurixs von ^srn Hillslzksi^sll ksinss Brüsers, IzsszisduvAsveiss Oousivs, LvdwaAsrs uuä c^es KsrrQ 1c. Ic. dvillmigsäi' iva ^isusr koU^sixräsiäium, weloksr SIN 22. I'ödruar Mvlits dalb IL DKr, vvrsvbvQ mit 6sii IrövtiivKSii lilsx nuä ^wkllis Lodurxast. s Ä Zpöäitßur ^ MM DIN SM UMAMWAK Ä emMelilt sied ^ur Iledernalime aller Ä ^rteu (FÜter ^ur LetorileruuA naeli A jeÄer RielitunK 2U Äeu eoulantesten Ä LeÄiQKunKer». (is7 ^ Anlehen der AM Kral^au. Di-sk Los«, welche in jährlich 4 Aiehungen mit Treffer v°» fl. D.vov. 3V VVV. LS»»« dotirt si»d und wobei jedes Los mit mindestens fl. 30 gezogen werden muß. vertMfe ich im Originale genau nach dem Tagkscourse, ferner auf Raten zu dem Pr.ise von nur ?. 22, zahlbar in 11 monatlichen Raten a 2 fl. — Ziehung am 1. März. — t77) WM- Gijihiiis-Ilelikrllihme. Ich erlaube mir dem geehrten Publikum höflichst anzuzeigen, daß ich daS Gasthaus „zur atten Wierquette" in der Postgaffe übernommen habe. Ich »verde stets bemüht sein, durch gute echte Getränke, schmackhafte Küche und prompte Bedienung den Ansprüchen der?. ü'. Gäste gerecht zu werden. 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Von Wien nach Trieft: Ankunft S U. 51 M. Früh und 9 U. 54 M. AbendS. Abfahrt S U. 5 M. Früh und 10 U. 6 M. Abend». Von Trieft nach Wien: «nkunft 8 U. S5 M. Früh und 6 U. 56 M. «bendS. Abfahrt S U. 45 M. Früh und 7 U. 3 M. Abend». Gemischte Züge Von Mürzzuschlag nach Trieft: Ankunft 1 U. 49 M. Abfahrt 2 U. 25 M. Nachm. Von Trieft nach Mürzzuschlag: Ankunft 12 U. 16 M. Abfahrt 12 U. 43 M. Nachm. Etlzüge. l Wien-Trieft. I Trieft-Wien. Ankunft 2 U. 1» M. Nachm. > Ankunft 2 U. 85 M. Nachm. Abfahrt 2 U. 10 W. Nachm. l Abfahrt 2 U. S3 M. Nachm. 2 hochträchtige Kühe, neu melkende Kuh sind M verkaufen in der Obst- und Wein-bau^chttle bei Marburg. (199 Herr DubSky wird hiermit aufgefordert, seilte Schuld vom 21. August 1873 bei Vermeidung der gkrichtlichen Einklage zu begleichen. (189 Eine Wohnung mit 3 Zimmern fammt Zugehör im 1. Stocke des Hauses N>. 177 in der Schtllerstraße ist von April d. I. an vergeben. Anfrage brim Eigeutl)i^mer daselbst. Zwei Lehrjungen werden zu Ostern aufgenommen für eil» Spenglergeschäft; jene vom Lande haben den Vorzug. Auskunft im Compt. d. B. (195 ^ UI » ^ I___ _____M ^ lderavtwoültche Redattto«, Druck und Verlag von Eduard Sanschitz in Mardurg. ö.«.St.V. lderavtwoültche Redattto«, Druck und Verlag von Eduard Sanschitz in Mardurg. ö.«.St.V.