Nr. 114. Dienstag, 21. Mai 1907. 126. Jahrgang. MbllcherMMmll Priinumeratillutzprelö: Mit P ostvc rs en du n a: na»zjn!>iin 30 X, hallMiria 15 li. Im Kontor: „anzjähriss 82 ll, halbjährig 11 X, ssür die ^usirNnnss ins Hnus nanzjährig 2 X, — Inlerttonögcbühr: Mr llcine Inseratr bis zu 4 Zeilen 50 b, nrösirre pcr Zeile 18 !i; bei öftere» Wirdeiholungen per Zeile 8 d. Die «iiaibllcher Zeitung» erscheint täglich, mit «usxahme der Svnn^ und Feiertage. Die Ndminlftratlou befindet sich llungießplah Nr, 2, die Medallion Talmaliiigasse Äir. 10. Sprechstunden der Redalliuu vun « bis u» Uhr vor mittngs. Unfranlieite Briefe werden nicht angenommen, Manuskripte nicht zurnckqestellt. Nichtamtlicher Geil. Das Wahlergebnis. Tie „Neue Freie Presse" hebt in einer neuerlichen Betrachtung i'lber den Ausfall der Wahlen hervor, daß Österreich nach den Stichluahleu in seinem Parlament «.'ine viel stärkere sozialdemokratische Fraktion besitzen werde als die industriell ungleich höher entwickelten Länder Deutschland und Frankreich. Tiefe Tatsache werde sich sowohl den anderen Par teien, als auch der Regierung aufs nachdriicklichsle fühlbar uiacheu. Die klerikale Partei werde keineswegs die allein doniinierende Stellung haben, die sie sich versprach, aber auch die freiheitlichen, bürgen lichen Parteien werden vernuitlich die Stärke dor sozialdemokratifchen Fraktion, in vielen Stucken schmerzlich zu fühlen bekommen. In vielen anderen Stücken dürfte fich die Konstellation als weit günstiger erweisen, als wenn das ganze Parlament einer klerikal-agrarischen Mehrheit mit Haut und Haar ausgeliefert wäre. Die „Zeit" sieht in der Vernichtung der na? tionalradikalen Parteien eine der anffallendften Erscheinungen der Wahlen. Die Deutschen weiden hoffentlich einsichtig genug fein, aus dieser Erfahrung die richtigen Lehren zu ziehen. Sie lverden jetzt auf wirtschaftliche und soziale Forderungen mehr Gewicht legen müsscu. Die „Österreichische VolkZzeitnng" findet es besonders bemerkenswert, das; die Sozialdemokraten in so vielen landwirtschaftlichen ja geradezu kleinbäuerlichen Kreifen Erfolge erzielt haben. Taraus folge, daß das 5tleinbauertnm durchaus nicht ertrem agrarisch empfinde, und diese Lehre werde wohl auch genügen, das Parlament von einer cxzefsiven agra--rischeu Wirtschaftspolitik zurückzuhalten. Der Verstand des Haufes wird stark von der Haltuug der Sozialdemokratie abhängen. Versteht sie Mas; zu halten und besonnene Politik zu machen, dann wird sie ihren Besitzstand behaupten können. Das „Illustrierte Wiener Extrablatt" folgert aus dein Zusanimenbruch der uationalradikalcn Parteien, daß das Volk von der nationalen Hetze nichts mehr wissen will. Auch im neuen Hause werdeu nationale Fragen eine erhebliche Nolle fpielen; aber man wird mehr nationale Realpolitik treiben. Das „Deutsche Volksblatt" führt aus, das; eine Verständigung uuter den dentscheu Parteien, uur möglich fei, wenn Streitfragen ruhen gelassen werden, zu deren Anstragnng die Zeit nichts weniger als günstig ist. Die Schulfrage ums; ausgeschaltet bleiben. Die Wählerschaft wolle den Frieden unter den Deutscheu, sie will den rücksichtslosesten Kampf gegen die Sozialdemokratie. Die „Arbeiterzeitung" behanptet, die christlich-soziale Partei sei in Rückbildung zu einer Partei mit vorwiegend ländlichen Interessen begriffen, die den Stimmungen der städtischen Bevölkerung nicht, mehr gebieten, die unserer Zukunft nicht niehr die Richtung vorschreiben kann. Vatikan. Der Papst hat die apostolischen Delegierten oder päpstlichen Kommissäre ernannt, welche beauftragt sind, die Reform der Seminarien zn leiten. Diese Reform ist eine Folge der Inspektion (Sacra visita), welche vom Pa,pste jüngst in allen italienischen Diözesen angeordnet worden war. Die Ergebnisse dieser Untersuchung haben den Papst von der Dringlichkeit der Reform der Seminare! überzeugt. Derzeit gibt es ebensoviel Seminare als Diözesen, nugefähr M). Es ift augeuscheinlich, das; man für alle diese Austaltcu eiu fähiges und zureichendes Personal unmöglich finden kann. Es ift so weit gekommen, daß in vielen Seminaren ein und derselbe Professor fünf, sechs, ja selbst siebon Lehrstühle inne> hat. Daraus mnß naturgemäß eine Schwächung der theologischen Stndieu und eine Herabsetznng des intellektuellen Niveaus des Klerus folgen. Die päpstlichen Kommissäre worden daher die Aufgabe haben, Zu prüfen, welche Seminare die nötigen Fonds uud das notwendige Lchrerpersonal besitzen, nni den theologischen Unterricht in der erforderliche« Weise zu erteilen. Die Seminare, welche nicht ent> sprechende Bedingungen ausweisen, werden unerbittlich aufgehoben werden, wodurch es möglich fein wird, das Personal der anderen Seminare zu verstärken. Die päpstlichen Kommissäre sollen sich bemühen, alle jene Profefsoren vom Lehramte zn entfernen, welche verdächtig sind, liberale nnd moderne Irrlehren zn verbreiten, und es sollen nur jene zuge^ lassen werden, welche Beweise ihrer Orthodoxie geliefert haben. In gleicher Weise werden die päpstlichen Kommissäre darüber zn wachen haben, dah die Seminaristen in vollem Gehorsam gegenüber der hierarchischen Autorität erhalten werden. Bei allem Bestreben, das Niveau der theologischen Studien zu heben, ist der Papst fest entschlossen, den theologischen Unterricht in den Bahnen der traditionellen Orthodoxie zn erhalten und ans demselben, in Übereinstimmung mit allen vorhergegangenen Akten seines Pontifikats, alle fortschrittlichen Bestrebungen auszuschließen. Das französisch-japanische Übereinkommen. In einer Mitteilung aus Paris wird ausgeführt, es sei vorauszusehen, daß auf die Erhaltnng des beiderfeitigen Besitzstandes in Ostasien abzielende Übereinkommen zwischen Frankreich nnd Japan für beide Staaten Nebenfrüchte auf wirtschaftlichem, Boden zeitigen werde. Japan werde in Frankreich sicherlich Entgegenkommen in finanzieller Richtung finden uud Gelegenheit zur Ausdehuung feiner Handelsbeziehungen mit dor Republik erhalten. Anderseits wird die Sicherheit, welche durch das Übereinkommen für das indochinesische Gebiet gü° Wonnen wird, der materiellen Entwicklnng desselben zustatten kommen und man wird in der Lage sein, die Mittel, welche andernfalls für den Schntz der fchwächsten Pnnkte der indochinesifchen Küste gegen mögliche Angriffe aufgeboten werden müßten, in Zukunft prodnktiven Werken znznwenden. Feuilleton. Wie er sein Recht suchen mußte. Von Otto Ocnev. (^lachdrnct verboten.) Das War nun zwanzig Jahre her. Ewald Gerner hatte vor kurzem erst sein bescheidenes. Lebensziel erreicht. Ein freundliches, kleines Hänschen in vollkommener Waldabgefchiedenbeit, einen Ziergarten davor mit, bunten Blumen nnd jnngem Strauchwerk, dahinter ein schattiges Nuheplätzcheu unter hohen Nüstern nnd zwischen Himbeeren und Stachelbeeren üie wohlgepflegten Küchenbeete. Hier lebte er mit Malwiue, feiner treuen Frau uud Gefährtin, die 'hm redlich geholfen hatte, aus dem zermürbenden Kmnpf ums Dasein dieses schlichte Alterglück herans-zurekten. Das war nun zwanzig Jahre her. Damals hatten die beiden schon sechs Jahre lang aufeinander ssewartet, immer in der rührenden Hoffnung auf ü«n großen Helfer Zufall, der ihnen die Gründnng ^lnes eigenen Hansstandes ermöglichen sollte. Sechs lange Jahre, die mit Enttäuschungen vollgestopft gewesen waren wie Trödlerkisten. Da hatte Kurt Verntal das reiche Erbe seines Vaters angetreten nnd war zn Ewald gekommen, um ihm Hilfe anznbieten. „Du bist mein ältester und liebster Freund," hatte er gesagt. „Du darfst mich uicht zurückweifcn. Es ist nur ein Herzensbedürfnis, dir von meinem Überfluß anznbieten. Was brauchst du, um ein eigenes Geschäft aufzumachen und heiraten zu können?" Iüufzigtaufeud Mark hatte der Reiche dein Armen geliehen. Nicht einmal einen Schuldschein hatte er haben wollen. Ewald Gcrncr aber hatte daranf bestanden, eine Urknnde auszustellcu. Er war von pedantischer Gewissenhaftigkeit. So fchr er immer geneigt war, den anderen gegenüber ein Auge zu-zudrückeu, gegeu fich selbst war er unnachsichtlich. ^llirt Vorntal hatte den Schuldschein lachend sich aufdrängen lassen. „Alter Junge! Bei dir ist meiu G<»ld mir ficherer als in meinen Händen. Wenn du aber durchaus willst —!" So schuell, wie Gerner das gehofft hatte, lvar es mit der Rückzahlung nun allerdings nicht gegangen. Eine schlechte ^oiijunktur hatte den fleißigen Gefchäftsmann lange Zeit nicht auf die Beine kommen lassen. Sobald er aber nur einigermaßen ins Verdienen gekommen war, hatte er damit, angefangen, feine Schnld an den hochherzigen Freund zu tilgen. Der hatte abgewehrt. „Laß doch, bis du mehr beisammen hast. Spar's auf, bis du mir alles auf einmal geben kannst -~" Schließlich aber hatte er fich doch immer dazu bequemt, die Raten anzunehmen. Verlegen, als hätte ihm Gerner ein Almosen goreichk. Tiefe sonderbare Art hatte auch den Schuldner verwirrt. Konnte er fich denn diesem gntmütigen, großon Kinde gegenüber auf den starren Geschästsstandpunkt stellen: Hier ist das Geld ^ her mit der Quittung? Das nächstemal sag' ich es ihm — damit hatte or sich von Fall zu Fall vertröstet, bis d mit herrlichen Bildern aus dem Leben der Zarenfamilie uud des Hofes zum Gesahnt' erhalten. Die Urbcitsstuuden des Kaisers, die Beschäftigung der Kaiserin, die Erziehung der kaiserlichen Kinder, ihre Unterrichts-und Spielstunden, die Hofdiners, die offiziellen und nichtoffiziellen Empfänge, die Paraden nnd Ülmngen des Militärs stellen die Bilder in ausgezeichneter Ausführung dar. Eiu Bild enthalt folgende Szene: Das Semenovregiment ist anf dem großen Exerzierfelde in Reihen aufgestellt. Der Zar mit dein kleinen Großfürsten-Thronfolger Alerej anf dem Arm fchrci-tet die Reihen des Regiments ab, während der kleine Blondkopf mit einer Hand den Soldaten Grüße zuwirft. Ein anderes Bild stellt die Neitstunde der Zarenkinder dar. Im herrlichen Aleranderpark reiten die Großfürstinnen kleine Pferde mit so viel Geschick nnd Grazie, daß die anwesenden Adjutanten in Enb» zücken geraten. Dieser Kinematograph wird von einem Schiffe auf das andere gebracht und den Matrosen gezeigt. Dadurch will man den Matrosen die Möglichkeit geben, in das Privatleben der Zaren« familie einen Einblick zu tnn. Auch ein Grammo« Phon mit Nationalliedern und nationalen Musik» stücken ist in Sebastopol eingetroffen und dient zur Unterhaltung uud Zerstreuung der Matrofen. — (Selbstmord von vier Mädchen.) Vier junge Mädchen im Staate Iowa (Vereinigte Staaten) versuchten infolge eines früheren Übereinkommens, das sie getroffen hatten, als sie zusammen die Schule besuchten, Selbstmord zu begehen. Sie hatten damals einander geschworen, sich alle dm Tod zn geben. Zlvei der Mädchen sind tot, die an» deren beiden liegen hoffnungslos darnieder. Die vier Mädchen wohnten in verschiedenen Gegenden der Vereinigten Staaten. — (Einer, der unter achtzehn Flaggen kämpfte.) Der verstorbene General Roland Donglas Mac Ivcr, der bei seinen« Tode 65 Jahre alt war, hat ein kampfniches Leben hinter sich. Er machte bereits als Knabe in Fähnrichsstellnng die Meuterei in Indien mit. Als Lentnant kämpfte er unter Garibaldi uud als Hauptmaun. in Spanien unter Don Carlos. Den amerikanischen Bürgerkrieg machte er als Major des Stabes des Generals Stonewall Jackson in der konföderierten Armee mit und diente als Oberstleutnant unter dein Kaiser Maximilian in Mexiko. Während des deutsch-französischen Kriegeo war er Oberst in der französischen Armee. Nach dem Kriege wnrde er unter dem Khedive von Ägypten Inspektor del' Kavallerie und schloß seine militärisckie Laufbahn unter König Milan von Serbien als Generalmajor der serbischen Armee. Mac Iver nahm, wie scholl bemerkt, an den großen Kriegen teil, lilit Allsnahme des rnssisch-türkischen Krieges. Er focht außerdem iu der kubanisclien Revolution, iil Brasilien, in Argentinien, in Kreta und in Griechenland. ^ (Das Glück im Harem.) Daß die im Harem verschlosseneil türkischen Franen die, glücklichsten Frauen der Welt sind, scheint gewiß eine kühne Behauptung. Aber sie wird von Frau Deme-tria Brown, einer Amerikanerin, die lange Zeit im Orient gelebt hat, mit allem Nachdruck erhoben. „Wie ivenig, wie läclierlich wenig kennt man doch das Wesel: der Türkei," so erzählt Frau Brown, „und wie sehr verkennt man das wenige, das man erfährt! Wie töricht ist der unausrottbare Glaube, die türkische Frau sei nicht glücklich, sie lebe traurig, einsam und leidvoll in der Haremsabgeschlossenheit ihr Dasein dahin. Ich habe in vielen türtischen Haushaltungeil gelebt und überall gefunden, daß Glück die Regel und keine Ausnahme ist. In Amerika habe ich zehn Kinder der Finsternis. Roman von Anton von Perfall. (68. Fortsetzung.) (Nachdruck Verbote,!,) Der Brief lvar dem Datllin, nach bereits vor zehn Iahreu geschrieben. Aber die Schrift war offenbar nicht so alt. Es war eine Abschnft, fogar alls der jüngsten Zeit, wie ihm die genaue Beobachtung zeigte, kurz vor ihrem Tode vielleicht hergestellt, mit einigen Abänderungen wohl. Der Satz von dem würdigen Gatten schien eingesetzt, das in „jeder Beziehung" war unterstrichen. Und da hatte er schon den Beweis. Auf der Rückseite stand eine Nachschrift. Sie trug das Darum der Tode sn acht M ar i a nn c n s. „Wenn ich diesen meinen vor zehn Jahren geschriebenen Zeilen heute noch etwas beifüge, so ist es die mütterliche Besorgnis, die mich dazn treibt, einst, von dir mißverstanden, scheiden zu müssen. Der wohlverschlossene eiserne Schrank ill meinem Arbeitszimmer iu Gundlach enthält die genaue Liste sämtlicher Angehöriger der Anstalt seit ihrem No» stehen, chronologisch geordnet. Sämtliche den ange-nommenen Namen der Zöglinge beigefügten näheren Angaben sollteil nach dem ausdrücklichen Willen des Gründers, der mir stets heilig war, das strengste Geheimnis des jeweiligen Leiters bleiben, der nur zu wissenschaftlichen Zwecken, ganz besonders vertrauenswürdigen Personen gegenüber davon Gebrauch zu machen hat. Die Angaben snrd in einer Geheimschrift abgefaßt, deren Schlüssel sich ill dein beiliegenden Kodizill des Vaters findet. Der Schlüssel wird dir auch die Pforte zu dein Rätsel öffnen, das ich dir wohl in den letzten Tagen gewesen bin. Wie du einst auch über die Lösung denken wirst, sei vorsichtig mit deinem Urteil! Dn könntest mir bitter umx'cht tnn, wenn du bis dahin nicht selbst ,Mutt,er' bist. Das Letzte, das Äußerste aber, das merke dir wohl, mein Kind, das nehme ich »lit hinüber zum Vater!" Johannes lächelte uicht über den frommen Betrug Mariauneus, die ihr Eigenes, vor zehu Jahren Geschriebenes, gefälscht, um ihr Kind vor ihm zu warnen, dann verdroß ihn diese neue Betonung in der Nachschrift, dieser echt frauenhaft hinterlistige Hinweis auf die Gnndlacher Angaben, die gewiß nicht im Sinne Cnfsans waren. Die Dunkelheit der letzten Worte aber jagte ihm eine bisher unbekannte Furcht eiu. Was stand in dieser Geheimschrift voll Gundlach. wenn nicht das Letzte, das Äußerte — daß er von einem Verbrecher stammt. Aber das war ja schon in diesen Blättern enthalten, die er eben gelesen, in denen der eigentliche Zweck Gnndlachs genau erläntei-t war. Also gab es noch etwas Ungeheuerlicheres, das sie mit hinüber nahm zum Vater. Was mochte das nur sein? Oder nur einv weitere Verschlagenheit, eine neue List, ihn aus Klärchens Herzen zu reißen, eine List, die über das Grab hinaus »loch rauben soll! Das wäl-e allerdings selbst das Ungeheuerlichste! Übrigens was kümmerte es ihn! Klärchen hat ja anch diesen Brief gelesen und ist uicht abgefallen von ihm. Sie kannte wohl die Mutter besser, oder sie wagte es selbst nicht m i t diesem geheimnisvollen Letzten lllld Ällßersten! Ach, wenn fie nur käme! Wie wollte er danken nnd sein Leben wie ein Geschenk von nencm aus ihrer Hand empfangen. Eine heiße Sehnsncht ergriff ihn. Er versnchte, ihr zu schreibell, sein ganzes Herz ihr auszuschütten, ihre Größe zu verherrlichen, und warf immex wieder die Feder weg. so schwach erschien ihm alles. Sie kam nicht. Es ging schon anf 7 Uhr. Zwei Stunden wareil scholl vergangen. Sie durfte ja nicht mehr kommen, vor den Leuten im Hause schon nicht ^ ein Mädchen! — 5 Tage nach dem Tode der Mntter! — Zum Geliebten! — Und doch hätte es ihr gleich gesehen. Wer so groß denkt wie Klärchen, was kümmern den die kleinlichen Rücksichten der Welt! Und kein Raum wäre so würdig gewesen wie dieser zum Abschluß ihres Vnndes. Wann er ihn wohl wieder betreten wird? Mit welchen Gefühlen? AIs ihr Gatte? Dann wird er ihn sich ganz zu eigen machen! Denselben Frieden des Schaffells darin ge< »ließen wie dieser Cassan. Aus all den Gegenständen sprach er zn ilnn. Das war es wohl auch, lvas ihn immer wieder anf den seltsamen Gedanken brachte, schon einmal hier gewesen zu sein! Dieses völlige Aufgehen iu dem ehemaligen Bewohner, die innige Seelenbezie» hung zu ihm schnf sich selbst das Bild in seltsamer Wechselwirkung. Er trat zu dem Schrank mit den Schädeln. Er kannte ihn schon aus den Werken des Gelehrten; wiederholt war die Rede von diesen seinen Lieblings-schätzen. Dann vor das große Bücherregal. Er las die ihm wohlbekannten Aufschriften anatomischer Werke — Cassan und wieder Cassan. — Gall, Combe, Silnpon, Viinont, Cuvier, eine Reihe von Arbeiten auf demselben Felde. Unterhalb waren zahlreiche Fächer angebracht, mit beweglicheil Deckeln geschlossen, welche die Bezeichnung des Inhaltes trugen. Er las „Korrespondenzen" — „Statistik" - „Anstalten" — „Prozeß-Verzeichnisse" — „Vm'lesungen" — „Tagebücher" -^ „Persönliches" — „Kataloge fremder Literatur" — „Veobachtuugen all Objekten" — „Tabellen". (Fortsetzung folgt.) Laibacher Zeitung Nr. 114. 1059 21. Mai 1907. Jahre gelobt und in der Zeit zwei glückliche Frauen kennen gelernt. Sie warm glücklich, lveil ihre Gatten sie liebten. Das Glück der Frau ist die Liebe des Mannes. In der Türkei ist das Kind das Heiligste. Die Geburt eines Kindes heiligt die Ehe — so heißt es im Gesetze. Die Mutter des ersten Kindes ist auch die erste Frau, die Lieblingsfrau. Es gibt für die türkische Frau nichts Schöneres, Zärtlicheres, Stolzeres, als der Gcdante an die Mutterschaft. Lolal- und Provinzial-Nachrichten. — (Ti te lverl e ih n n g.) Seine Majestät der Kaiser hat dem Herrn Oberlandcsgcrichtsrate Dr. Andreas Ferjanöiö in Laibach cms Anlaß der erbetenen Versetzung in den. dauernden Ruhe-» stand den Titel eines Hofrates verliehen. — (Zur engeren Wahl in Laib ach.) Angesichts des Umstandes, daß seitens deH Landes-Präsidinms die Veiicndung der Stimmzettel an die zirka 7000 Neichsratswähler in der kurzen Zeit von zwei Tagen bewältigt werden mußte, ist es nicht cms geschlossen, daß trotz aller angewandten Sorgfalt einzelnen Wählern Stimmzettel zugeschickt wurden, welche .mit der Stainpiglierung des Landespräsidiums nicht versehen sind. Solche Stimmzettel tonnen heute in der Präsidialkanzlei, morgen in den Stimmzettelausgabslokalen (vide Kundmachung vom 16. Mai l. I., Z. 3311/präs.) oder bei der engeren Wahl selbst bei den Wahlkommissären gegen, stam? Piglierte Stimmzettel umgetauscht werden. — (Militärisches.) Ernannt wurden: zmn Assistenzarzt.Stcllvcrtreter anläßlich der Ableistung des Protn'oienstes zum Berufsarzt der Aspirant, Doktor der gesamten Heilknnde Karl Kropp, Ein-jährig-Freiwilliger-Medizineir des Infanterieregi» nients Nr. 97, bei der militärärztlichen Applikations' schule; zum Personaladjutanten des 5toMtNündanten dos 3. Korps und kommandierenden Generals in Graz der Oberleutnant Nikolaus Freiherr v. Dit° furth, überkomplett im Husaren regiment Nr. 6. ^- Mit der Alterszulage niederer Stuss (240 X jährlich) wurden beteilt: der Hauptmann Peter Ccrania, Magazinsoffizier beim Infanterieregi^ ment Nr. 17, nnd der Militärverpflegsoffizial erster Klasse Karl Pra.mbera.cr des Militärverpflegs' Magazins in Grag. -^ Transferiert worden die Militärrechnnngsakzessisten Martin R onne r th der Fachrechnungsabteilnng des Neichskriegsministerinius und Augustin Gabler der Intendanz der 28. In-fantcrietruppendivision gegenseitig. — Mt Warw-gebühr wird benrlaubt der Leutnant Heinrich Giorgi des Infanterieregiments Nr. 97 (auf ein Jahr, Urlanbsort Salzburg). — In den, Rnhestand wird versetzt der Hauptmann Friedrich Wilhelm: öes Infanterieregiünents Nr. 47 als zum Truppen» dienst im Heeire nntauglich, zu Lokaldiensten geeignet, unter Vormerkung für die Verwendnng bei Militärbehörden nnd höheren Kommanden im Mobilisierungsfall (Domizil Görz). ^ In den in der Zeit vom 17. bis 28. Inni an der Armeeschießschule w Nruck a. L, stattfindenden InformationSknrs fü,r Trnppenkomniandanten wnrden kommandiert die Obersten Komniandanten: P. Hoffniann des Infanterieregiments Nr. 47, Othinar Panesch des Infanterieregiments Nr. 87 und Ferdinand W o -s.childa des Feldjägerbataillons Nr. 20. — Als libungsteilnehmer bei der kleinen Generalstabsreise (^bungsgrnppe tt, Übungsrevier Kärnten) wurden eingeteilt: der Hauptmann des Geniestabes Josef Huber des 3. 5korpskonunandos und der k. k. Land-wehi-unterintendant Josef Stroll des 22. Land-U>cl)rinfanterietrnppendivifionö-5?onnnalldos. — (Militärische Ausbildung und Waffenübnng der Lehrer ?c.) Im Bereich bes 3. Korps weiden die Unterlchrer nnd Lehrer, die an öffentlichen, dann an mit dein Rechte der Hffent-lichkeit ansgestatteten Lehranstalten als Lehrer, Prä-^kten usw. Angestellten sowie die Studierenden an diesen Anstalten, dann die Lehramtszöglinge zu mili' ^arischen Ausbildung nnd zn den periodischen Waffen« ubnngen ohne Rücksicht anf die Standeszllständigkeit in dem^ in ihrem Aufenthaltsort befindlichen oder ^mselben nächstgelegenen Erfatzkörper einberufen, ^ic Zeitabschnitte wurden wie folgt festgesetzt: u) für ^militärische Ausbildung: Im Küstenland nnd in Karnten vom 21. Juli bis 14. September, in.Erain bom 5. August bis 29. September, in Steiermark vom 16. Juli bis 9. September; d) für die Waffen, ubung: Beginn wie jener der militärischen Ausbildung. — (Über s etzunge n a n Z d e in Reserve-ln den Ber u f s st an d.) Die vorgeschriebenen Dfsiziersbestände bei den einzelnen Waffen siird — wit Ausnahme bei der Kavallerie — bereits voll-öählig und der infolge der normalen Abgänge ont> stehende jährliche Offiziersbedarf kann durch die Militär-Erziehnngs- und Vildnngsanstalten gedeckt werden. Demnach können Übersetzungen von Reserveoffizieren (Neservekadetten) — wie dies im 8 4 der besonderen Bestimmungen zu den Wehrvorschriften I V. Teil vorgefehen ist — bis auf weiteres uulr ausnahmsweise erfolgeil. Die im Punkte 2 des ob-erwähnten Paragraphen vorgeschriebein praktische Erprobnng im Truppendienste wird in solchen Fälleu nur auf eigene Kosten des Bewerbers bewilligt wenden. Das den Truppenkommandaiiten eingeräumt gewesene Recht, geeignete Einjährig-Freiwillige, Nielche sich dem Verufsstanoe zn widmen beabsichtigen, nach Beendigung ihres Präsenzjahres iu der aktiven Dienstleistung zu belassen, wird bis aner ausschließlich Standesfragen erörtert und eine festere Organisation dieser Privatbeamtenklasse angebahnt wnrde. Die Versammlung, zu welcher sich etwa 25 kroatische Ttandesgenossen eingefnnden hatten, war leider nur mittelmäßig besucht, was zum Teile auf Rechnung der äußerst ungünstigen Witbernng gesetzt werden mnß. Der Vorsitzende des Vorbereitung»' komitees, Herr Kritztof, begrüßte mit herzlichen Worten die Versammelten nnd insbesondere die ßroa-tisclien Gäste sowie den Vertreter der krainischen Advokatenkammer Dr. Majaron und den Vertreter des Verbandes slovenischer Advokaten Dr. Triller. Znm Vorsitzenden wnrde sodann ix»l' nc» liiilii^ion^iil Sollizitator Bovha aus Cilli gewählt, worauf Dr. Majaron die Versammlung namens der krainischen Advokatenkaminer begrüßte und dein Wunsche Ausdruck gab, daß dei-en Veratungen und Bechlüsse von Erfolg begleitet sein mögen. Die Advokaten seien sicherlich nicht Gegner der angebahnten Organisation und wünsclsen ihr schon mit Rücksicht anf die Hebung der Qualität des Nachwuchses besten Erfolg; er betonte, daß es gewiß für beide Teile vorteilhafter sei, wenn etwaige Gegensätze zwischen den Chefs und Beamten im Wege der Verständigung ausgeglichen lverden und daß man auch in Hinknnft kaum tverde davon abgehen können, die Bezüge der Advokaturs- nnd Notariatsbeamten je nach der Individualität zn bemessen. Die Chefs werden es an Rücksicht und Entgegenkommen gewiß nicht fehlen lassen. Den Bestrebungen anf Einführung vollständiger Sonntagsruhe stehen die slovenischen Adv0" taten freundlich gegenüber und begrüßen es mit Befriedigung, daß das Gefetz, betreffend die Alters- und Invaliditätsversorgnng der Privatbeamten, endlich glücklich zustandvgekommen sei. Nachdem noch der Vorsitzende de,r Versammlung die Grüße des Bürger» meisters Hribar übermittelt hatte, wurde zur Er-ledlgung der Tagesordnung geschritten. Sollizitator Kriütof berichtete in eingehender Weise über die Verhandlungen der in den Ostertagen in Wien abgehaltenen Versammlnng der österreichische!! Advo-katurs- und Notariatsboamton, in welcher die For» dernngen der österreichischen, Stan des genossen, forinu» tiert nnd eine feste Organiscrtion geschaffen wurde; man habe kla,r nnd laut gefprochen und an den Stan> desgenossen sei es nun, den dort gefaßten Beschlüssen durch einmütiges Vorgehen Geltung zu verschaffen. Advokatursbeamter Richard Tavöar aus Laibach referierte fodann über die Besuldnng sowie üb^r die Tienstkündignng. Die Lage der Advokaturs» und Notariatsbeamten sei eine außerordentlich triste und die Besoldung eine mit Nücksich auf die geforderte Vorbildung der Beamtenschaft eine geradezu beschämende. Dazu komme der Umstand, daß in Advo» katM's- und.Notariatslanzleien vielfach Pensionisten verwendet lverden, was auf die angestrebte Vesol» dungscrhöhung äußerst hemmend rücklvirke und die Lage der Verufsbeamten außerordentlich ungünstig gestalte. Kanzleiseiter Gilövert ans Görz hob mit Befriedigung hervor, daß sich die Dienstesder» Hältnisse der Standesgenossen im Knstcnlande in der letzten Zeit einigermaßen günstiger gestaltet haben, während Sollizitator Krißtof auf dw Notwendig» keit hinwies, daß für die erkrankten Genossen etn>as geschehe, worauf einmütig folgende Resolution, zur Annahme gelangte: Die am 19. Mai 1907 in Laibach versammelten südslavischen Udvokatnrs- und No-tariatsbeamten aus slrain, Steiennark, Kärnten, Trieft, Istrien und Görz beschließen nach eingehender Verhandlung: I. Mit Rücksicht auf die Tatsache, datz die bisherigen Bezüge der Advokaturs- und No-tairiatsbeamten infolge der konstant zunehmenden Teuerung der Lebensmittel und der hohen Wohn.' miete für eine standesgemäße Lebenslueise nicht aus-reichen, verlangeil wir iin Einklänge mit den Beschlüssen der a»n 31. März und 1. April l. I. m Wien abgehaltenen Neichsversammlnng der Advo« katurs- und Notariatsbeamten die Feststellung nach. folgender Minimalbezüge: n) für Maschinensch diesen Vo stimmungen widersprechenden Vereinbarungen mrd Verträge sind rechtsungültig." — Sollizitator Moökon ans Görz referierte über die Forderung, betreffend die gesetzliche Einführung vollständiger Sonntagsruhe und die GeNMrnng eines alljährliäien nienigstens 14tägigen Urlaubes ohne Einschränkung, der Bezüge; die bezügliche Resolution wurde ein, stimmig angenommen, desgleichen die vom Sollizi» tator Petriö ans Laibach motivierte Resolution, betreffend die Ernchtung einer Landesftelle der staat-lichen Privatbeamteu-Pensionsve^'sicherungsanstalt in Laibach. Über Antrag des Kanzleileiters Gilövert aus Görz wurde weiters beschlossen, falls sich lvemg-ftcns ilX) Mitglieder hiezu melden, einen, eigenen Begräbnis- nnd Unterstütznngsfonds zu errichten. Eine längere Debatte entspann sich über den vom Organisator Topolöi6 ans Agram beantragten engeren Zusammenschluß der slovenischmr und kroa^ tischen Standesorganisationen der Advokaturs- und Notarlatsbeamten. Von einem diesbezüglichen Be« schlusse ninrde zwar abgesehen, docl) soll diö Idee pro-pagiett nnd womöglich in einem geeigneten Zeit-punkte verwirklicht werden. Nachdem noch Advokat turskonzipient Dr. ^tiker aus Eilli ftir die Bei-behaltung der slovenischen Fachzeitschrift „Slovenska! Pisarna" eingetreten, wnrde uni halb 2 Uhr nach. mittags die Verfammlnng geschlossen. Ein gemein» fames Mittagmahl vereinigte fodann die Teilnehmer in den Nestanrationslokalitäten des „Narodni Dom", während ein gelungenes Konzert mit Tanzuntarhal. tnng den Abend beschloß, wobei ablvechsclnd slovo nifclie und kroatifche Chöre zum Vortrage: gelangtem und die Vereinskapellc fleißig zum Tanze auffpielte. —- (Sozi a ldemokra ti sche Wähler« Versammlung.) Die sozialdomokratische Partei veranstaltete gestern vormittag im großen Saale des „Mestni Dom" eine Wählerversammlung, um hin> sichtlich der Stellungnahme zu den bevorstehenden engeren Wahlen Beschluß zu fassen. Es hatten sich weit über taufend Personen eingefunden, wobei allerdings die Anhänger der national-fortschrittlichen Partei un>d der Slovenischen Volfspartei die Majorität bildeten. Als Referent fungierte Herr Etbin Kristan, der mit Bedauern konstatierte, daß dio sozinldemokratische Partei bei der am 14. Mai statt" gefundener, Neichsratswahl in Lcn'bach „infolge Verrates und infolge, des TerrorismuZ der gegnerischen Laibacher Zeitung Nr. 114. 1060 21. Mai 1907. Parteien" unterlegen sei. Tie südslavische Sozias demokratie werde im Neichsrate zwar nicht, vertireteii sein, allein sic werde den Mnt nicht siukeu lasseil und sofort nach den engeren Wahlen mit eruenerten Kräften den ^kamftf wieder aufnehmen, um ihren Prinzipien endlich zmn Siege zu verhelfen. Hinsichtlich der engeren Wahlen in den von Slovenen bewohnten Provinzen habe das Erekntivkomitee der füdslavischen soziallX'iiiokratischen Partei l^schlossen, die fortschrittlichen Kandidaten zu unterstiitzen und sonnt in Steiermark für die Wahl der fortschrittlichen Kandidaten Ie/.ovnik und No«, im Görzischen für die Wahl des Wanderlehrern t^trekelj einzutreten: in Laibach, lvo die Wahl des fortschrittlichen Kandidaten Biirgermeisters Hribar ohnehin gesichert sei, aber werde die sozialdemokratischc Partei sich an der engeren Wabl nicht beteiligen, um hiedurch ihren Protest gegen die unsauberen Wahlmanövcr znm Ausdrucke zu bringen, lvclche gegen die sozialdemo-fratische Partei sowohl von den Liberalen als auck) von den Klerikalen inszeniert worden seien. Dieser Beschluß des Erekntivkomitees sei für die Partei-genossen bindend und werde dessen Durchführung strenge kontrolliert werden. Dr. Triller gab namens der national°fortfchrittlichcn Partei die Erklärung ab, das; die Partei den Beschluß des sozial-demokratischen Exekutivkomitees respektiere und auf sozial demokratische Deserteure nicht reflektiere, während mehrere Anhänger der Slovenischen Volkspartei für den Kandidaten Kregnr eintraten. Referent Kristan appellierte schließlich nochmals an seine Parteigenossen, die Parole der Wahlenthaltnng in Laibach hochzuhalten, worauf die Versammlung mich fast zweistündiger Dauer geschlossen wurde. — (Neichsratswahl.) Im Wahlbezirk Nohitjch wurden 6526 gültige Stimmen abgegeben, Hievon erhielte»,: Dr. Anton Korokec (slovenisch-konservativ) 4187, Vinko Zur man (slovenisch-liberal) 1654, Andreas Drofenik (deutschfrennd-I icher Slovene) 654 Stimmen; die übrigen Stimmen waren zersplittert. Dr. Korokec ist also gewählt. (4 0 j ä h r i g e s Dienstj u b i l ä u m.) Herr Anton Nitter von Franken beging gestern in aller Stille fein 40jähriges Dienstjubiläum. Der Jubilar war in feiner ganzen Dienstzeit ununterbrochen al5 treuer Mitarbeiter in der Buchhandlung Kleinmayr H Bamberg in Laibach tätig nnd hatte sich, unterstützt von einer gediegenen Fachkenntnis, stets dnrch.Pflichteifer, Umficht nnd Ausdauer ausgezeichnet. Der Fall. daß ein Buchhändler 40 Jahre hindurch bei ein nnd derselben Firma in Diensten steht, dürfte nicht nur in Laibach, sondern auch ander-wärts ziemlich vereinzelt dastehen. ^ Herrn von Franlen mögen noch viele Jahre znr Ausübung seiiles Berufes gegönnt sein. — (Frau Gräfin Ledochowska) hält 'heute, 2l. Mai, 4 Uhr nachmittags im katholischen. Vereinssaale des Hotels „Union" den schon angekündigten Vortrag in deutscher Sprache über ihr HilfsWerk für Afrika. Der Eintritt ist frei. Die Teil-nähme von Franen und Fräulein ist besonders erwünscht. * (Ein Todesstnrz dnrchs Fenster.) Der Landwehrsoldat Anton Paternoster, der schon längere Zeit an einem Herzfehler litt, begab sich Samstag nachts, als es ihm nnwohl wurde, in eine Decke gehüllt, zu eiuem Fenster der alten Landwehrkaserne, wo er einschlummerte. Im Schlafe stürzte or vom zweiten Stockwerke in den Hof nnd blieb sofort tot liegen. — (In Kropp bei P o d n a r t) soll demnächst eine gewerbliche Fortbildungsschule gegründet werden. Eine, solche Schule ist fiir Kropp, wo es eine beträchtliche Zahl von Lehrlingen gibt, ein altes Bedürfnis. — (Die Näge, l aus Kropp bei P o d -nart auf Telegraphen- und Telephon-stangen.) Bisher bestand die Gewohnheit, auf Telegraphen- und Telephonstangen die Zahl des Jahres, in dem die betreffende Stange aufgestellt wurde, mit weißer oder mit schwarzer Farbe zu be-zcichueu. Nun kam mau in Kropp auf den Gedanken, die Jahreszahlen mit größeren Nägeln zu signieren,', die Jahreszahl wurde dem Kopfe des Nabels eingedrückt und der Nagel dann einfach in die Stange einzuschlagen seiu. Man »nachte den bezüglichen Vorschlag uuserer Postverwaltüng, die ihn billigte und schon mehrere Hunderttausend Nägel mit verschiedenen Jahreszahlen an den köpfen für Telegxaphen-und Telephonstangen schmieden ließ. * (Selbst in o r d.) Gestern nachmittag hat sich der im Hanse Nr. 32 amAlten Markt wohnhafte ledige Schneidergehilfe, Cyrill Schuster durch eiuen in die linke Brustseite abgegebenen Nevolverschnß entleibt. Der Selbstmörder soll die Tat in betrunkenem Zu» stcmdo verübt haben. * (Durch den elektrischen Straßen» bahnwagen niedergeworfen.) Als gestern nachmittag die taube 16jährige Näherin Maria Sitar auf der Sallocherstraße die elektrische Straßenbahn übersehte, wurde sie von einein Straßenbahnwagen niedergeworfen, erlitt aber glücklicherweise keine nennenswerten Verletzungen. - (Von der Erdbebenwarte.) Seit gestern weilt in unserer Stadt Herr Dr. Georg von dem Borne, welcher den Erdbeben-Beobachtungsdienst in Preußisch - Schlesien auf moderner Grund-läge organisieren wird. Von dein Borne baut gegen-wärtig in der nächsten Umgebung der Stadt Breslau im Bezirke Krietern die Hanptstation, die den Titel „Königliche Erdbebenwarte in Vreslau" führen wird. In nächster Zeit werden Nebenstationcn in Görlitz, Waldenbnrg, auf der Schneekoppe und in Beuthen (Ober-Schlesien) in Betrieb genominen werden. Ge-geulvärtig wird Professor von dein Borne die Einrichtungen unserer Warte eiugchend studiereu, k. — („Da 5 kärntnische, Volkslied.") Unter diesem Titel findet am 26. d. M. i,m Salon des Herrn Knnsteij in Nadmannsdorf ein Konzert des (Ätalnicachores an5 Nischoflack statt. Auf dem Programme befinden sich nebst dem gemischten Ehore „I'o^äi'nv" vou G. IpaviV und dem gemischten Chor „X:»/!l^j v i)I:>,ini>«lci i"».j" ausschließlich slovenische Volkslieder aus dem Nosen- und dem Gailtalc. Anfang um halb 6 Uhr nachmittags, Eintritts gebühr 60 II. Der Neinertrag ist für die Hanshaltuugsschule iu St. Jakob im Nosentale bestinunl. - (Ha gel schlag.) Am <7. d. M. nachmittags entlnd sich über einige Ortschaften der Ortsgemeinde Villichberg ein Gewitter mit Hagelschlag. Die Schloßen sielen in Haselnußgrös^e nnd richteten auf den Feldern nnd an Obstbänmeu, namentlich in den Ortschaften Ober- nnd Unter-Ielenje, eineil bedeutenden Schaden an. —Uc. — (Sanitäre Inspektion.) Wie nns aus Littai mitgeteilt wird, hat dort am 16. und l7. d. M. eine sanitäre Inspektion der Anlagen und Betriebe durch den Herrn k. k. Landessanitäts-inspektor aus Laibach stattgefunden. —Uc. - (Zur Uni legung der Bezirksstraße Littai-St. Martin.) Wie man uns aus Littai berichtet, soll die längst beschlossene Umlegung der Bezirksstraße zwischen Littai und Sankt Martin noch im laufenden Jahre in Aligriff genommen werden. Die Uuterhaudlungeu wegen Abtretung einiger Besitzgründe sind bereits im Zuge. —ik. — (Subventione n.) Die Spar- und Vor° schußkasse. iu Weichsclburg votierte heuer aus ihren» VermögeusgObaruugZ-ilberschusse verschiedene Subventionen, die hauptsächlich für die ländliche Bevölkerung des Gerichtsbezirkes Weichselburg bestimmt sind. So findet Zu Anfang des Monates Juni eine. Prämiierung des Rindviehes statt, zu welchem Zwecke Prämien im Gesamtbetrage von 209 X ausgesetzt wurden. Znr Prämiiernng werden nur Viehzüchter ans dein Gerichtsbezirke Weichselburg zugelasseu. Weiters widmete die genannte Sparkasse einen Ve^ trag von 500 X als Stammkapital zur Gründung einer heimischen, Viehversicherlmgsanstalt sowie einen Betrag von Ml) X zum Ankaufe von Zuchtschweincu. Außerdem votierte die genannte Anstalt für die Pfarrkirche iu Dedendol znm Zwecke der Aufführung eines neuen Portales den Betrag von 800 X, für die Kirche in Weichselburg zur Ausbesserung des Turmes A00 X, nnd endlich fiir die freiwillige Feuerwehr in Weichselburg sowie für die arme Volksschuljugend den Betrag von je IM X. —ik. — (Schadenfe u e r.) Wie bereits mitgeteilt, kam am verflossenen Mittwoch mittags in der Ortschaft Preska, Ortsgemeinde St. Martin bei Littai, ein Schadenfener znm Ansbrnche. Dem Brande fielen fünf Objekte zum Opfer und ein größeres Brandunglück konnte nur durch rasches und energisches Eingreifen der Ortsinfassen sowie der zn Hilfe herbeigeeilten Bewohner der Nachbarortschaften abgewendet werden. Das Feuer entstand in der Vehansung des Kleinbesitzers Johann Mikolic"- infolge Schadhaftigkeit des Nauchfanges in der Küche. Da starker Wassermangel herrschte, gestaltete sich die Löschnngsaktion sehr schwierig und es konnte dem libergreisen des Feuers aus tie Nachbarobjekte, zumeist Wlnzeirhä'user, nicht der nötige Einhalt getan werden. Der Schaden beträgt mehrere tausend kronen und ist nur durch eine geringe Versicherungssumme teilweise gedeckt. ^ik. — (S ch a d enfene r.) Am 11. d. M. nach 6 Uhr abends brach hinter dein niit Stroh gedeckten Dl-eschboden des Besitzers Michael Porenta in Vreg, Gerichtsbezirk Krainlmrg, eil» Fener ans, welches das ergriffene Objekt famt etwas Stroh, dann ein hölzernes Bienenhaus fowie deu ebeufalls mit Stroh gedeckten Tachstnhl des Wohnhauses und einige Acker- geräte einäscherte. Den rasch herbeigeeilten Ortsinsassen, die »nit einer Handspritze tätig waren, sowie den Gendarmen Franz Skarja. der eben zu jener Zeit in Breg patrouillierte, gelang es in drei Stunden das Feuer einzudämmen. Der Abbrändler erlitt einen Schaden von uugefähr dcsfträsidcnt Schwarz, FML. uon Dilmout sowie zahlreiche andere Honoratioren. Eiu näherer Bericht folgt. ** (Festkonzert.) Der Pfingstsolmtag brachte eine wackere Sängerlierciuignng, das bekannte Kärntner Lehrer-Quintett, dessen großartige Leistungen bereits weit über die Grenzen der Heimat bekannt sind, nach Laibach. Die Kasino-Glashalle war bis aufs letzte Plätzchen gefüllt, ein Beweis, daß das Publikum sich einen so gediegenen Kunstgenuß nicht entgehen läßt. Ein näherer Bericht über den Verlanf des Konzertes folgt. Laibacher Zeitung Nr. 114. __________1061____________________ 21. Mai 1907. ^ (Vi n bi-uch s di rbst a b I.) Gcstcru nach-inittass wurde in die Wohnung dcö Herrn Theologie profc,'ssoro Dr. Ioscf Gruden in dcr itomcndtygasse eingebrochen und aus einem, Betstühle ein Geldbetrag von 270 X gestohlen. — (Wasserstand.) Der Laibachfluß ist insolge der letzten Regentage um 1 90 Meter über öas Norinale angewachsen. Der Wasserstand der Save beträgt bei Salloch t) W Meter über das No>r- iNlil?. X. Theater, Kunst und Literatur. — (Ankauf einer V r o nze grn ppe.) Die vom akademischen Bildhauer Friedrich Gor-nik mis Kärnten iin 5iünstle,rhause in Wien nus° iiestettte Vronzegrnppc „Trojka" (russisches Dreigespann) wnrde von Seiner Majestät dem Kaiser cm gekauft. — (I. steicrmnrkisches Musikfest.) Das Abonnement für das I. stei er märkische Musik-fest nahm einen ungeahnt günstigen Verlauf: es ist auch eine Kombination von Umständen, die dieses Fest zu einern wirklichen Erlebnis für das Publikum stempeln und es nicht zu einer willkürlich zusmmnen-gestellten Reihe von Nepertoireoorstellnngen werden lassen. Zmn erstenmal geschieht es, das; Kaiser Franz Josef I. Zu einem lünstlerischen Preisausschreibeu einen Preis stiftete; diesem schönen Beispiele, .Kunst von oben zu fördern, folgen das Land Steiermark und die Landeshauptstadt Graz und stifteten ebenfalls für die Preisausschreibung von Chorwerken zwei Preise. Erzherzogin M a ria Annnnziata , die erste Dame des Reiches, wird als Protektorin des Festes dem Feste selbst beiwohnen. Das künstlerische Ereignis wird so zu einem gesellschaftlichen. Und der innere Wert des Festes ist charakterisiert durch die Namen jener Künstler, deren Werke aufgeführt werden: Beethoven, vertaten durch „Fi'delio" und die „!>. Sinfonie", Liszt, vertreten durch feinen „Prometheus", Wagner mit „Meister° singer" und „Tristan nnd Isolde", B r n ckner mit seiner „5. Sinfonie", Wolf mit „Pentesilea", „Elfenlied" und „Feuerleiter", und Kienzl mit seinem „Evangelimann"; hiezu kommen noch die vier Preischöre. Und die Gäste, die herangezogen wnrden al5 jeweilige beste Vertreter der ihnen zngeteiltcn Partien; und die Gesangvereine von Graz, die in schöner Negeisternng für die Kunst sich mit all ihren Kräften in den Dienst der Sache stellen, um diese zu förder» und auch den finanziellen Erfolg, dessen Reingewinn humanitären Zwecken gewidmet wird. -^ Es wird noch darauf nnfmerkfam gemacht, daß zufolge der Sommerfahrordnnng der Eisenbahnen die Möglichkeit besteht, noch abends nach Schluß der Vorstellung sowohl nach Ober^ wie nach Unterstcier-wark zurückzuifahren und man also nicht gezwungen rst, in Graz zui übernachten. Telegramme ilesl. l. TcleMieN'VlimIpllilziellz-Nlllellus. Sofia, ls>. Mai. Hente fand hier eine von den Mazedonischen nnd Adrianopler Landsmannschaften einberufene Mazedonierversammlung statt, in welcher gegen die serbische und griechische Nandenvropaganda ans dl,s heftigste protestiert wnrde. Es wnrde eine Resolution gefaßt, worin die Tignatarmächtc des Berliner Vertrages und die bulgarische Regierung aufgefordert werden, durch entsprechende Maßnahmen de 7 ^.^F. , 735 2 j ^8 0^ windstill ^ bewöltt > 2 4 Das Tagesmittel der Temperatur vom Samstag beträgt 9-5°, Normale 14 4°, vom Suuutag 7 8°, Normale 14-5°, vom Montag 10«°, Normale 14 6°. Verantwortlicher Redakteur: Anton Funtel. Unserer heutigen Nummer liegt ein Prospelt dcr Buch» Handlung Jg. v. Meinmayr k Fed. Bamberg in Laibach bei über das soeben erschienene Prachtwerl „Her Mensch n«d die Grde", die Entstehung. Gewinnung und Verwertung der Schätze dcr Erde als (Grundlagen der Kultur. Wie der dem Werke beigcgebene farbenprächtige Fries von Professor E. Doepler d. I. es in allegorischer Darstellung illn-striert, behandelt das von Hans Kraemer in Verbindung mit mehr als 40 ersten Fachmännern des In« nnd Auslandes herausgegebene Werl in fünf Hauptabschnitten die Beziehungen des Menschen zu den Tieren, zu den Pflanzen, zu den Minera« lien, zum Feuer und zum Wasser, also zu den gesamten Pro» dukten der Erde, welche der Mensch in seinen Dienst gestellt hat — ein Gebiet, das unseres Wissens in ähnlicher Form noch niemals erschlossen wurde. Iu eingehender, auf den Ergebnissen der wissenschaftlichen Forschungen aufgebauter Darstellung und leicht verständlicher Sprache wird geschildert, was der Mensch im Laufe der Jahrtausende aus den Schätzen der Erde zu schassen wußte. Was die Erde auf ihrer Oberfläche trägt, was sie im Innern birgt, was sie in stetem Wechsel täglich aufs neue hervorbringt, und was der Mensch aus diesen in reicher Fülle gebotenen Schätzen zu schassen wußte, wird in meister» haftcr Darstellung zusammengefaßt zu einem lückenlosen Bild der praktischen Arbeit des Menschen. Das Merk enthält weit über 4000 schwarze und bunte Illustrationen, Karten, Pläne usw. sowie zahlreiche Beigaben in neuem System der Darstellung. Besonders hervorgehoben sei der prachtvolle Ganzleder.Pracht» einband, der, nach einem Entwurf von Professor E. Doepler b.I. hergestellt, ein Meisterwerk deutscher Buchbinderarbeit ist. Das Werk erscheint anch in 14tägigen Lieferungen zum Preise von nur 60 Pf. und kann in gebundenen Bänden zum Preise von je M. 18 — bezogen werden. (2005) s"r Olga Matžun gen. Bromes j) Franz Matžun ^Jf k. u. k. Rechnungsuntoroffizier I. Klasse |7/T in Cattaro vermählt. W Laibach, am 20. Mai 1907. Sömmeripobnuna in OWn. Eine große, sohr komfortable Sommerwohnung iu Kronau, bestehend aus vier Zimmern, einer Kammor nebst Vorsaal und Bchöner Küche, alles vollkommen ein-geriohtet und im besten Stande, ist für die heurige Saison zu vermieten. Nähere Adresse in der Administration dieser Zeitung. (1997) 3—2 üene Herren denen wir die Abdrücke der Be-neschschen Zeichnungen aus Ober-krain geliehen haben, werden dringend gebeten, dieselben umgehend in unserer Buchhandlung abzugeben. lg. v. Kleinmoyr 2 Fed. Bomberg. Amtsblatt zur Laibacher Zeitung Nr. 114. Dienstag den 21. Mai 1907.________________ (2036) Z. 719 ox 1907. Ms. ' Erledigte DienftfteUen. Eine Steucreiuuehmersstelle im Bereiche der Finanzdireltio» in Laibach in der IX., beziehungsweise eine Stcueramtstontrollors', beziehungsweise Steueramtsosfizialsstclle i» der X., beziehungsweise eine Steucramtsadjnnkten° stelle in der XI. Rangllasse mit den sistein« mäßigen Bezügen. Gesuche sind unter Nachweisung der gesetz« lichen Erfordernisse sowie der Kenntnis der beiden Landessprachen binnen vier Wochen beim Präsidium der Finanzdirektion in Laibach einzubringen. Die Berücksichtigung der im Sinne des Gesetzes vom 19. April 1872, R. G. Vl. Nr. 60, anspruchsbcrechtigten Unteroffiziere, welche sich um die eventuell in Erledigung kommende Steueramtsadjuuktenstellc bewerben, wird nach Maßgabe der Ministcrialverordnung vom 27. Februar 1891, R. G. Nl. Nr. M, erfolge». Präsidium der l. k. Finanzdireltion für Kram. Laibach am 15. Mai 1907. (2048) 3-1 Z. 7830 Kundmachung. In Bette, Gemeinde Mariafcld. ist die Stelle einer Bezirkshebamme mit einer Jahres, remuueration von 80 K zu besetzen. Die gehörig belegten Gesuche sind bis 1. August l. I. hieramts einzubringen. K. l. Bezirlshauptmannschaft Laibach, am 15. Mai 1907. Št. 7830 Razglas. V Velèah, obèina D. M. v Polju, je služba okrajne babice z letno plaèo 80 K popolniti. Pravilno obložene prošnje se naj do l.avgusta t. 1. tuuradno vlože. C. kr. okrajno glavarstvo v Ljubljaui, dne 15. maja 1907. (2044) C. II, 52/7 Oklic. Zoper Jakoba Logar, posestnika v Tominj ah št. 23, sedaj neznano kje v Ameriki, se je podala pri c. kr. okr. sodniji v Ilir. Bistrici po Antonu Logar v Rojanu pri Trstu tožba zaradi iz-danja odpisnega dovoljenja. Na pod-stavi tožbe doloèil se je narok na dan 24. maja 1907, dopoldne ob 10. uri, pri tem sodišèu. V obrambo pravic toženca se po-stavlja za skrbnika gospod Andrej UršiÈ, posestnik v Ilir. Bistrici. Ta skrbnik bo zastopal toženca v ozna-menjeni pravni stvari na njegovo ne-varno8t in stroške, dokler se ne oglasi pri sodniji ali ne imenuje poobla-šèenca. C. kr. okrajna Bodnija II. Bistrica, odd. II, dne 16. maja 1907. (2042) C. 141/7 1. Oklie. Zoper umrlega Urbana Žebre, zid. mojstra v Kranju, se je podala pri c. kr. okrajni sodniji v Kranju po Petru Majdiè «Merkur > tožba zaradi 220 K 93 h. Na podstavi tožbe se do-loèa razpravni dan na 2 4. maja 1907, dopoldne ob 9. uri, v izbi št. 6. V obrambo pravic Urbana Žebre se postavlja za skrbnika gospod Rajko Peterlin v Kranju. Ta skrbnik bo zastopal toženca v oznamenjeni pravni stvari na njegovo nevarnost in stroške. C. kr. okrajna sodnija Kranj, odd. Ill, dne 16. maja 1907.