Amtlicher Theil. Se. k. und k. Apostolische Majestät haben laut Melhöchsten Handschreibens vom 17. Mai d. I. Aller. Mstihrem Kämmerer Sigmund Grafen Zichy die Mrde eines geheimen Rathes taxfrei allergnäoigst zu ^tleihen geruht. __________ Sl. l. und l. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung vom 17. Mai d. I. dem ^rchitelten in Wien. Bauralhe Joseph Hlawka in Anerkennung seines fortgesetzten verdienstlichen Wirkens °en Orden der eisernen Krone dritter Classe mit Nach. W der Taxen allergnädigst zu verleihen geruht. w« Se. l. und l. Apostolische Majestät haben mit ^"höchster Entschließung vom 25. April d. I. drm Kanzler des l, und k. Consulates in Corfu Friedrich ^ella das Ritterkreuz des Franz-Joseph.Orden« MdvoUst zu verleihen geruht. .,. Am 23. Mai 1885 wurde in der l. l, Hof. und Staats-Mrei in Wien das XXV. Stück des ReichsneselMattcs. vor-"M blök m deutscher Ausa.alir. ausa.cacben und versendet. Y/"Velbc enthält unter " dic Concessions. Urkunde wm 21. April I«85 für die ^ocomotiv - Eisenbahn von Salzburg zur österreichisch-baierischen Neichsgrenze in der Richtung gegen Bcrchtes-w^ ^Nadcn; ^ nen bannt?. Der Sudan gehört den Sudanesen! Mit hochlönen« den. schwungvollen Worten kü'ndrt d^r Heerführer Englands seinen Truppen Dank und Heimkehr; er ist stolz auf die Armee, die er geführt, auf die Erfolge, die er errungen; als Triumphator scheidet rr von dem „Heere", zufrieden mit dem Lorbeer einer Campagne, die ihn fern dem Feinde hielt, den er zu bekämpfen gedachte. In der That, es gehört rine starke Dosis von Wohlwollen dazu, um die beaeiswte Selbstkritik Lo,d Wolselsys zu lchn und ernst zu bleiben. Nie. mand wird die außerordemlichrn Mühen und Stra« pazen verkennen, welche die englischen Truppen unter den schwierigsten militärischen Verhältnissen ohne Murren ertragen, niemand die Selbstverleugnung und Ausdauer geringschätzen, welche der Soldat im Sudan für eine fremde Sache iil harter Zeit an den Tag gelegt, aber die strategischen Leistungen des letzten Sudan»Feldzuges werden den Kriegszügen Cäsars, Alexanders und Napoleons kaum angereiht werden. Wenn die brilische Politik der widcl willig, mit halben Kräften und halben Maßregeln unternommenen Expe» dilion nach dem Sudan von vorneherein alle Aussicht auf praktischen Erfolg zu benehmen geeignet war, so haben die Kriegsthaten Wolseley« wahrhaftig nicht dazu beigetragen, die Möglichkeit eines solchen Er» folges zu heben. Ein weniger als ruhmloser Feldzug wird in diesen Tagen ruhmlos beschlossen. Mit Herze-leid wird man in der englischen Heimat der kostbaren Opser gedenken, welche der heiße Boden des Sudan deckt; sie sind gefallen in eincm Kampfe ohne Rich-tung nnd Ziel. ohne Tendenz und patriotische Idee. Das Monument, das sich in d^r bniischen Hauptstadt den, großen Gordon zu Ehren erhsbrn soll, wirb eine schmerzliche Eiim,e>una an die traurigste Campagne sein, welche englische Soldaten ausgefochten haben. Und was lasfen die Engländer im Sudan zurück? Noch haben die Truppen Wolselrys nicht die Grenzen des eigentlichen Egyplen erreicht, und schon rüsten sich die sudanesischen Rebellen, die Consequenzen des Abschieds der Europäer zu ziehen. Abtheilungen der mahdistischen Armee, die in den sagenhaften Kämpfen mit dem GegeN'Mahdi keineswegs aufgerieben scheinen, bereittn sich zur Occupation der Provinz Dongolah vor, welche die Engländer ihrem Schicksale üb?llasscn oder der eMtischen Verwaltung übergeben wollen. Lange Monate hindurch hatte das Vertrauen auf britischen Schutz und britische Hilfe den Mudir von Dongolah in feiner Treue gegen den Khedive, in seinem Widerstände gegen den falschen Propheten be-stärkt, und nun, da die Provinz gesichert und beseht wäre. wird sie aufs neue einer ungewissen Zukunft übe,liefert! Die egypt'sche Armee «ar nach den un« erhörten Niederlagen, die sie trotz europäischer Dressur und Bewaffnung durch die halbnackten, speertraaendel, Krieger des Sudan erlitten, auf einen geringen Bruchtheil reduciert worden. Englische Garnisonen hielten die Hauptstädte und Plätze des Landes beseht, eng« lische Truppen standen gegen die Feinde des Khedive im Felde, und der Wert der egyptischen Bundes« genossenschaft war tm, Engländern selbst so minimal erschienen, dass sie das ganze egyptifche Heer bis auf wenige treue und verläfsliche Bataillone auf den Nus< sterbe.Elat sehten. Nun ist plötzlich die Erhöhung der Heeresmacht des Khedive auf die Tagesordnung aescht worden; egyptische Bataillone sollen die britischen in Dongolah ablösen und das Reich des Vicrkönigs gegen einen Feind schützen, dem die vereinten Egypler und Engländer nicht gewachsen waren. Nur die Selbst-Vernichtung des Mahdi, die Aufreibung der Rebellen-truppen durch Fehden im eigenen Lager könnte in dieser Situation die Grenzm Egyptens vor neuen schweren Gefahren behüten, denen sich anch England nicht verfchliehen dürfte, so lange es mit seinen Soldaten in Kairo und Alexandrien die Autorität des Khedive und die Interessen Englands wahrt. Man begreift die Preisgebung Chartums, das Ausgeben der Revanche für Gordon, wenn von einer Durchführung Gordon'scher Ideen, von einer Festhal, tung des Sudan, einer definitiven Ordnung der suda« nesischen Angelegenheiten überhaupt nicht die Rede sein soll; aber schwere Bedenken drängen sich dem fernerstehenden und selbst dem britischen Vkurtheiler dcr Sachlage auf, wenn die Sicherheit Egypten« selbst in Frage gestellt, wenn feste Punkte von der Bedeu« tung Suakims, dessen Behauptung in Gtoßbrilantmns eigenstem Interesse scheint, geopfert werden sollten. Dass England seine starke Hand vou Eaypten heute noch nlcht zurückziehen, dass es die Occupation Kairos und Nlexandriens noch auf einen beträchtlichen Z„t. räum hinaus aufrechterhalten will. dies gilt als au«, gemacht; ein Theil der von Suakim abtückenden Truppen scheint geradezu zur Verstärkung der Occu-pationstruppln in den Hauptstädten Egyptens be. stimmt, aber die Garnison Sunlims selbst ist nur eine „Garnison auf Kündigung". Als man sich enlfchloss, mit verdoppelter Kraft begangene Fehler gutzumachen und von Sualim aus den Stoß ins Herz des Mahdi zu führen, da hatte sich England in eine ebenso inter« tssante als riskante und kostspielige Eisenbahnspecu» lalion eingelassen. Man begann den Vahnbau Sua« lim-Berber, verscheuchte nach blutigen Kämpfen die tapferen Krieger Osman Digmas in ihre Schluchten Jeuilleton. Victor Hugo. a»l. .Wieder erschallt einmal nach Jahrhunderten der Ue.'mnievolle Ruf: ..Der große Pan ist todt!" Ans !a Erlebte er mit seinen Eltern auf der Insel bersst.»^'" der Vater bald nach Victors Geburt 'w n 5"be. Im Jahre 1805 kehrte die Mutter mit spiiter ^.^"'2 zurück, begab sich aber zwei Jahre Nl^ ,/vleder zum Vater, der als Gouverneur des lrie« ""n,schen Districts Nvellino einen Vertilgung«« ^ten?" die Banditen, namentlich gegen den berüch' ^ndt» Diavolo. silhrte. welcher der Schrecken des ^kl, ,x^" und sür die Vourbonen gegen die Fran« lvir ann?^' Wir werden kaum fehlgehen, wenn ""lyMen, dass die Eindrücke des Elhabeneu und Schauerlichen, die wir oft in Hugos Werken finden, seinem jugendlichen Gemüth in diesen wildromantischen Gegenden geworden seien. Im Jahre 1811 begleitete Victor Hugo seinen Vater nach Madrid, um schon im folgenden Jahre wieder mit seiner Mutter nach Pari« zurückzukehren, woselbst ein würdiger Gelehrter, de la Reviüre. seine Studien leitete, bis Hugo mit seinen Brüdern in das Collöge de Louis Grand eintrat. Hier war es namentlich die Mathematik, für welche Hugo ungewöhnliche Anlagen zeigte, obwohl damals auch fchon und noch entschiedener sein dichterisches Genie zum Durchbruche kam. Bereits mit fünfzehn Jahren hatte er sich um einen Preis der Akademie mit dcm Lehrgedichte «1^68 uvanw^eL 6« I'ötude« beworbln, das auch als beste Arbrit anerkannt wurde; im Jahre 1819 aber gewann er bri dcr Akademie cio ioux tloraux von Toulouse mit 5en Gedichten „U6- Wdli886IN0lU äo 12 8tHlU0 liL IlLNI'i IV.« und den Vist-gs« clo Voräun" zwei Preise und erhielt im darauffolgenden Jahre mit dem „kloi'so 8ur 16 M" die Würbe eines MiUo do joux twraux. In den Jahren 1822—26 dichtete Hugo scine „Ocios 6t dai-12668«, zwei Bände, die m der Form zwar noch häufig die hergebrachten Muster erkennen, aber durch hinreißenden Schwung d»r Sprache, durch Kühnheit der Bilder und un«ewolm!e Behandlung des V.rses den künftigen poetischen Revolutionär bereits erkennen ließen. In Gemeinschaft mit feinen beiden Brüdern Adel nnd Eugönr gab Hugo. unterstützt von einigen Freunden, fe't 1821 den „OousorvktLUl- liUül-airs« heraus, worin unter anderen, auch sein erster Roman „vug ^ursk!" erschien, de« er unter dem ursprüng- lichen Titel „Oc»ut68 »cm !a tsuw" in vierzehn Taa/n vollendete, aber 1825 ganz umarbeitete. In diesem sowie ,n dem Roman „llau l!'l8läuä6". der 1821 "'H'en. r'le si« Victor Hugo schon entschlossener von der classischen Richtung los und gab das Signal zu der großen romantischen Bewegung, deren oberster c n^. ^ l.rm be« nächsten zwanzig Jahren werden ollle. Zunächst zwar war es freilich nur die Vorliebe für das Schauerliche. Missgeformte und Ungeheuerlich,, die sich gegen die hergebrachte Klassicität auflehnte und die ihn auch später nie wieder verließ. Durch seine bisherigen Produktionen hatte Victor Hugo die Aufmerksamkeit des Königs Ludwig XVI/j. auf sich gezogen, der ihn mit ein^r Pension von 1500 Francs, welche später auf 3000 Francs echöht wurde, bedachte. Im V^itz? derselben gründete sich der Dichter einen eigenen Hausstand, indem er sich mit Aböle Fouchrr vermählte. Seitdem erschienen seine Werke uu» orn Verschiedensten Literatur fächern in rascher Folge. Das Jahr 1827 brachte da« ungeheuerliche, die Ver-hällnisse eines Vilhnenabends weit überschreitende Drama ..Cromwell", dessen Vorrede zuglelch des D.ch. ters damaliges ästhetisch-Ph'osophiche« Glaubens-b.tmntnis en'lM. Das nächste Jahr erschienen die 0iien^l68"> Gedichte, welche die Erhebung Grlechen. sands fei"!, und die Zauber des Onents in fa^en« Mhenden Strophen preisen. Es folgte ein mit An. «lot in Gemeinschaft verfasstes Drama ..Amy Rob. sari" (nach Walter Scotts Roman), das in^ssen durch, fiel und ungrdruckl blieb, ferner das Drama ..Marie Dclorme" (1829), ein Vorläufer des Duniu'schen „Dams kux CkllMkä", wic diese dir Puherrlichung Laibacher Zeitung Nr. 118 982 27. Mai 1885. und Berge und hoffte nun, auf einem der Civilisation eröffneten Pfade in das Innere des Lande» vorzu« dringen, um den vom Westen operierenden Truppen Wolseleys die Hand zu reichen. Die Schwierigkeiten der afghanischen Frage und die Abneigung der Soldaten Osmans gegen die Segnungen einer Eisenbahn haben diese Speculation wesentlich beeinträchtigt, aber gerade sie ist einer der Hauptgründe, welcher England davon abhält, die Position von Sualim völlig aufzu« geben. Wer wird die bereits unternommenen Bauten schützen und fortführen, wenn auch die letzten eng« tischen Bataillone den festen Hafenplatz verlassen? Vorläufig zeiqt leine Macht eine leidenschaftliche Neigung fllr die Uebernahme englischer Pflichten und Rechte, England bleibt auf seine Macht und Einsicht angewiesen, und schon organisiert man die zurück« bleibenden Garnisonstruppen unter einem thatkräftigen General, der imstande wäre, allen Stürmen Trotz zu bieten. Leicht und angenehm wird der Mann nicht dienen, welcher heute in Suakim commandiert. Mit Blitzes« schnelle hat sich unter den arabischen Stämmen die Kunde von dem Abzüge General Grahams verbreitet; die Zweifelhaften und die «Befreundeten" neigten sich rasch wieder Osman Digma zu, dessen Stern ver» blichen, der infolge seiner letzten Kämpfe Actionskraft und Kühnheit verloren zu haben schien. Wachsen seine Streilkräfte von neuem, dann kann es der schwachen Garnison Suakims unbehaglich werden hinter den Wällen der Stadt, dann wird nicht allein die Eisenbahn den Weg alles Europäischen im Sudan gehen, fondern auch der Stadt ernste Gefahren drohen. Sollte der Hallbesehl für die Alexandrien passierende Garde-brigade von der Erwägung solcher Eventualitäten d:c< tiert sein, oder gilt es in der That, Halt zu machen, um für andere, noch bedenklichere Eventualitäten Indien nahe zusein? Sei dem, wie immer, mag nun an den afghanischen Grenzen Krieg oder Frieden werden, mögen die Garden in Nlexandrien halten oder den Heimat« lichen Gestaden zusteuern, di? Zukunft Suakims erscheint in jedem Falle gefährdet, wie jene des Sudan. Blutige Kämpfe schon hat die „Teufelsstadt" gefordert; nur zu leicht aber kann den zwei SuatiM'Expeditionen, in denen mancher wackere Schotte verblutet, eine dritte folgen, und diese müsste noch schwerere Opfer den Engländern auferlegen, die heute eine ihrer festesten Positionen der Obhut weniger Compagnien überlassen. Inland. (Der Wahlaufruf der czech i scheu Ver < trauensmänner) wurde am Pfingstsonntag publi-ciert. Derselbe zählt die von den czechifchen Abgeordneten im Reichsrathe erreichten Erfolge auf; in Vorbereitung befinde sich eine baldige Lösung der Frage bezüglich des Schuhes der Arbeiter.Krankheits' und Unfallversicherung, die Reform der Gerichtsordnungs-Vorlagen, die Erneuerung des Privilegiums der Oester-reichisch'Ungarischen Bank sowie die Erneuerung des Vertrages mit Ungarn. Die Ausgleichsvcrhandlungen mit Ungarn werden die Czechen in der Intention der Erhaltung freundschaftlicher Verhältnisse zwischen bei« den Theilen des Reiches betreiben. Die Erhaltung der österreichischen Monarchie in ihrer vollen Souveränelät bilde die unentbehrliche Vorbedingung der nationalen Existenz, die Czechen werden daher stets bereit sein, ihr alles zu gewähren, was ihre Unabhängigkeit und Sicherheit sowie auch ihr allseitiges Gedeihen fordern ;, die in der historischen Tradition Böhmens, im Oktober« Diplom und in der Verfassung selbst begründete Auto« nomie, welche mil der Einheit und Machtstellung des Reiches wohl vereinbar sei, zu vertheidigen, Werde auch fernerhin Pflicht der Czechen sein. Eine Verständigung mit den Deutschen auf Grundlage der Gleich« berechtigung beider Nationalitäten werden die Czechen stets austreben. Ihren Freisinn wollen sie mehr mit Thaten als mit schönen Phrasen bethätigen. Mit Rücksicht auf die Bedürfnisse des praktischen Lebens und der staatlichen Administration hätten si? stets der deutschen Sprache wichtige Concessionen gemacht und machen sie derselben noch. Sie könne» es aber nimmer zulassen, dass durch das Privilegium einer Sprache das Princip des gleichen Rechtes der Volksstämme selbst negiert werde, wenn die czechischen Abgeordneten nicht die Ehre und Würde der czechischen Nation verglssen wollen. Das mögen ihnen ihre deutschen Landileute nicht zumuthen, wenn sie die durch die Verfassung staatsgrundgesehlich verbürgte Gleichberechtigung nicht entwurzeln, wenn sie das Rechtsgefühl nicht schmerzhaft verletzen und wenn sie den den Staat verderben» den Streit mit der slavischen Mehrheit des Reiches nicht heraufbeschwören wollen. Zum Schlüsse des Wahl« aufrufes heißt es, dass die wahren Volksvertreter das Wohl des ganzen Staates und des Vaterlandes den Interessen einzelner Slände voransehen müssen. (Zur Wahlbewegung.) Wie die Sachen in Kärnten stehen, ist die Wahl Pinos gesichert, jene Einspielers sehr wahrscheinlich. — N^ch den nunmehr vorliegenden Berichten über den Ausfall der Wahl« männer«Wahlen im Prachatitzer Wahlbezirk? werden Herbsts Chancen als ungünstig bezeichnet. In den zu Vöhmisch'Rohren gehörigen Gemeinden, auf welche Herbst, weil ausschlaggebend, zumeist gehofft, wurde durchwegs für den Fürsten Schwarzenbcrg gestimmt. — Die Frage der Candidatur fiir das vierte Mandat der inneren Stadt Wien ist nunmehr gelöst. Schon seit einigen Tagen wurde in maßgebenden Kreisen der Bürgerschaft des ersten Bezirkes die Candidatur Dr. Herbsts angeregt und ernstlich ventiliert. Vorgestern hat das Vezirks-Wahlcomitc für die innere Stadt den Beschluss gefasst, Herrn Dr. Herbst als Candidaten für das vierte Mandat des ersten Bezirkes aufzustellen. — Aus Czernowitz wird telegraphisch berichtet: Laut einem Wahlaufruf der „Rada Ruska" namens der Ruthenen der Bukowina einigten sich dieselben dahin, dem Unterrichtsminister Aaron Conrad da« Mandat der Landbezirte KotzmaN'Wiznih anzutragen. (Neue Instruction für das Wehrgesetz.) Im Reichs' Kriegs« und im Landesverlheidigungs-Ministerium finden mit Bezug auf die Novelle vom Jahre 1882 Berathungen über die Einführung einer neuen Instruction für das Wehrgesetz statt. (Regulierung des Eisernen Thores.) Die Frage der Regulierung des Eisernen Thores dürfte nun endlich in das Stadium einer praktischen Action gelangen. Die ungarische Regierung hat ihre diesbezüglichen Projects vor längerer Zeit der öster-reichischen Regierung sowie den gemeinsamen Mini» sterien „zur Einsichi" übersendet. Es bestehen zwei Projecte, von welchen das eine die Anlage eines Schleuseucanal«. das andere die Anlage eines offenen Canals am serbischen Ufer betrifft. Sowohl die öster-reichische Regierung als insbesondere da« Kriegsmini-sterium sprachen sich entschieden gegen den Schleusen- canal aus. Auch die Anlage eine« offenen Canals wurde von diesen beiden Regierungsstellen als unzweckmäßig bezeichnet, namentlich wenn dieser Canal am serbischen Ufer geführt werden solle. Die Memuna des Kriegsministeriums, mit welchem auch das österreichische Handelsministerium übereinstimmt, geht daym, dass die Regulierung der Katarakte bei dem Eisernen Thore durch eine Verbreiterung und Verliefung des offenen Flussbetles und durch eine Abschwächung oe» Stromgesälles herbeizuführen sei. In diesem FaUe müssten die Regulierungsardeiteu eine größere Stromstrecke umfassen. Die ungarische Regierung neigte früher sehr dem Projects o?2 Schleusencanals zu, gegen welches sich indes auch der ungarische techmsche Senat ausgesprochen hat. Nachdem alle Schritte fllr die Prüfung des Problems bereits geschehen sind, e" wartet man, dass die ungarische Regierung nun baid ihre Entscheidung treffen werde. . (Aus den occu vierten Provinzen.) V" Vermessungsarbeit des M'litärcatasters in den occu-pierten Provinzen ist nun beendet. In abgerundeten Zahlen hat Bosnien und die Herzegovina bei 9UU Quadratmeilen Flächen.Inhalt, ist in 6 Kreise, 50 Bezirke und 30 Bezirks»Exposituren eingetheilt, in w"« chen 6U lMkil aufgenommen wurden: 3000 Gemeinden und bei 600 Prädien (Staatsforste) mit circa 3.5 M'I-lionen Parcellen von 1 Dunum (100 Quadratmeter) Flächen.Inhalt. Selbst die minimalsten Flächen d>2 zu 20 Quadratmeter wurden aufgenommen, sind aber hier nicht mit eingerechnet. Der Wert der Staats-forste ist noch in keiner Weise festgestellt, ist aber M Bezug auf den vorhandenen Holzwert ein sehr bedeutender und würde sich nach Ausbau der Land' u»o Wasserstraßen, beziehungsweise der Bahnen, verdoppeln. Nachdem die Grundbuchsanlegung heuer begonnen hat, dürfte die Lösung der Agrarfrage nicht lange ausstehen. Beide Theile, sowohl Eigenthümer de5 Grunde« (Beg, Spahias und Agas) als die ^ sitzer (Kmels) sind auf dieselbe vorbereitet und be'de^ seitig zugänglich. Ausland. (Deutschland.) Der preußische Antrag '" Bundesrathe bezüglich der braunschweigischen Erbfolae-srage beschäftigt sämmtliche Berliner Blätter. D" liberalen Journale begrüßen den Antrag auf Au»' schliehung des Herzogs von Cumberland von der Succession in Braunschweig zustimmend, einige mit EnlhU/ stasmus. Die „National.Zeitung" plaidiert für d>e Umwandlung Braunschweigs in ein Reichsland. Die conservative« Blätter, sonst die Hüter der Legitimität, wagen auch keinen Widerspruch, und die freiconservative ..Post" gibt sogar ihrer Freude lauten Ausdruck, während die „Kreuzzeitung" einige Bedenken inbetresl der Competenz des Bundesrathes in diesem FaA äußert. Den einzigen wirklichen Widerspruch erhebt die „Germania", welche ihre Bemerkungen mit so>' genden Worten schließt: „Gllicklich ist, wer sich '" Besitze der Macht befindet, sagt man. Aber es kann auch einmal anders kommen. Preußen ist mächtig, es kann auch einmal ein Mächtigerer Über dasselve kommen und solche Grundsätze zur Geltung zu bringe" suchen." « (Der französische Senat) genehmigte da» Listenscrutiniums. Gesetz, aber mit zwei bedeutet" Aenderungen an dem von der Kammer votierten Tll"' einer durch die Liebe rein gewaschenen und verklärten Courtisane, endlich „Hernani", eines seiner besten dramatischen Werke, das im Jahre 1830 zur Aufführung kam und die Veranlassung zu einer offenen Schlacht zwischen den ClaPcisten und Romantikern gab. Das Stück, das eigentliche Prototyp des Hugo'ichen Dra< maS, verquickt in sich gewissermaßen dem Stoffe nach in semer mittelawtlich. katholischen Weltanschauung, sowie der phychologisch.vertieften, kühnen Charakter« zeichnung und der blendenden Diction das spanische Drama Calderons und das englische Shakespeares. EL strotzt von Gebrechen und Monderlichteüe,,, aber e« reißt auch den Leser »nd Zuschauer durch den Schwung der Sprache und seine grellen, doch durch die Form geadelten Effecte unwiderstehlich über alle ästhetischen Bedenken hinweg. . . «,. Mit seiner „Mmim, Delorme" lam Victor Hugo, der bisher bei Hofe in großer Gunst gestanden, mit dem Ministerium in Conflict, da dasselbe die Auffüh. rung des genannten Dramas nicht gestalten wollte. Ueberhauftt hatte sich der bourbonische Enthusiasmus unseres Dichteis. der ihn einst zur Feier der Dynastie schwungvolle Oden dichten ließ, im Laufe der Zeit ziemlich abgekühlt, und als Chateaubriand, der in Hugo immer die größten Hoffnungen gesetzt — hatte er ihn doch das „eukant äudliins" genannt —, zur Opposition übertrat, die Iulirevolution bald darauf die Bourbonen hinwegfegte und Louis Philipp den Thron bestieg feierte Hugo in begeisterten Versen die Juli« tage. Dnch vermochte dies nicht zu hindern, dass 1832 die NllMhllmq seines Dramas ,,I-,6 roi s'amuLo" (da§ dcn Stoff zn Verdi« „Nigolello" lieferte) auf M'nisteriellen Vesehl nach der «rsten Vorstellung ver- boten wurde. Mit wechselndem Erfolge lösten sich in den nächsten Jahren auf dramatischem Gebiete ab „Marie Tudor" und „Lucröce Borgia" (1833), „An-gelo" (1835), „Ruy Blas« (1833). mit „Hernani". dem bedeutendsten Bühnenstück Hugos; endlich die Tri-logie „1^68 Doul'^raves" (1843), ein höchst abenteuer-liches Wert, welches dem Dichter eine so empfindliche Niederlage bereitete, dass er dem Theater filr lange Zeit den Rl'lcken kehrte. Durchgreifende Erfolge auf dem Theater hat Victor Hugo übrigens in der damaligen Periode seines Schaffens, als noch der Kampf zw^chen der neuen und der alten Richtung tobte, nicht errungen, denn seine höchsten Triumphe feierte der Dichter erst später, namentlich zur Zeit der dritten Republik, in unseren Tagen, mit „Hernani" und „Ruy Blas", seinen vollendetsten Dramen, die in vorzüglicher Darstellung durchschlagende Wirfung üblen. Indessen halte Victor Hugo in den dreißiger Jahren auf einem anderen Literaturgebiete reiche Ehren eingeheimst. 1831 war sein Roman «Notre vguio äo rarili« erschienen, dessen Held der hässliche Glöckner Quasimodo, dessen Heldin die feenhafte Zigeunerin Esmeralda ist. ein Werk von so großartiger Poesie, ein trotz aller Ungeheuerlichkeiten so meisterhaftes Culturgemälde des damaligen Paris, dass Victor Hugo durch dasselbe sich in eine Reihe mit den gröhlen Romandichtern stellte. „Mtra Oam« de laris« hat lemen Rwalen in der französischen Literatur und nur sehr wenlge m jener des Auslandes. Dem genannten Romane war die psychologische Studie „Lo äormör jour ä'un condemns" (1829) vorangegangen, ein ergreifendes Plaidoyer gegen die Todesstrafe, dem sich „Claudc Queux" mit der gleichen Tendenz im Jahre 1834 anschloss. In derselben Zeit veröffentlichte H"L die „Vwdog 8ur Niradoau", und in den Jahren 1°^ und 1837 folgten die beiden Lieder-Sammlung^ „,U»/"" ot 0mdl63«, 1842 «I.L Ukin", seine Reise-ErM«« rungen vom Rheine, heraus. So hatte sich denn "' dichterische Physiognomie in allen Zilgen aufs scharf ausgeprägt, als auch sein äußeres Leben entschiede"^ Gestalt anzumhmeu begann. Im Jahre 1841 ery" Hugo Sitz und Stimme in der französischen Nladem'' nachdem er schon 1837 Officier der Ehrenlegion « worden. Am 16. April 1845 zum Pair von 6"' reich ernannt, machte er sich 1847 in der Pausta"" durch glänzende Reden filr die Freiheit der 2UAc, und der Presse bemerkbar und sprach für d'e ^ Hebung der Verbannung Ludwig Napelons. Am « Februar 1848 rief er aus dem Bastillenplatze vor " ^ ungeheueren Menge Menschen die Herzogin v"N^l ^ als Regentin aus. ward dann Maire des !'^,, ArrondissementK von Pari« und in der constltu""» ^,, Versammlung in da« Comiti für die auswaMge ^ gelegenheiten gewählt. Auf der Linken sitzend, 1 " § er hier gegen die progressiven Auflagen, geg ' g^ allgemeine Stimmrecht, sür den Nateau'sch" ^' „ Auflösung der constitutionellen Versammlung «>"HA,, das Clubgchtz. In den Iuuitag,n nahm " ^ ' , lichen Antheil an dem Kampfe gegen die Injury Laibacher Zeitung Nr. «8 983 27. Mai 1885. ^ie erste derselben bestimmt die Abrechnung der Aus« lander bei der Volkszählung; durch die zweite werden die Prinzen für die Kammer nicht wählbar erklärt. (Russland und der Vatican.) Wie der »Pol. Corr." aus Rom geschrieben wird, ist die Nach. l^cht einiger Blätter, dass der Papst an die russische Legierung wegen Gestattung des Gebrauches der pol-mschen Sprache im Königreiche Polen Vorstellungen ^richtet habe, vollständig unbegründet. Ebenso entbehrt ble Meldung, dass Herr von Giers in einer an die ^urie gerichteten Note jede Möglichkeit der Fortsetzung des Verkehrs zwischen dem helligen Stuhle und der sussischen Regierung als ausgeschlossen bezeichnet habe, leder Nfgiündung. Der Verkehr zwischen dem Vatican und Petersburg hat überhaupt nicht einmal eine Unterbrechung erfahren. . (Macedonien.) Aus Salonich schreibt man "r..Presse, dass die in Prisren und Dibra über die "hlen alvanesischen Ausstände geführte Untersuchung M.eben hätte, dass dieselben vor der Zeit explodierte ^lichte verschiedener Agitationen, darunter auch der ^es, eine nordische Macht vertretenden Consular-Ver-3^2, gewesen seien. Die Pforte gehe daran, die Gendarmerie in Albanien zu vermehren, wo dann die ^Minderung der Garnisonen in jener Provinz ein-'leten werde. (Zum anglo-russischen Conflicte.) Das Journal de St. Petersbourg" veröffentlicht Actenstücke M dem Blaubuche über die afghanische Frage mit "m Vorbehalte hinsichtlich der Unvollständigkeit und Genauigkeit der betreffenden Documente und bemerkt, M die genaue Wiedergabe unmöglich vorliegen könne. ^F°n von diesem Gesichtspunkte aus glaubt das Journal de St. Pelersbourg" zu wissen, dass die "Mche Regierung demnächst eine Sammlung diplo« Mischer Nctenstücke über dieselbe Frage zu veröffent-"lyen beabsichtige, die dann von beiden Seiten belachtet sein werde. — Gutem Vernehmen nach fordert ^Petersburger Cabinet, dass in Herat und Balkh HWe Consulen oder wenigstens commercielle Agenten "l'dltttn sollen. ..-.(Frankreich und China.) Nach einem Ve-^lcyle aus Paris sind die französisch.chinesischen Unter, ^ndlungen in Tien.Tsin keineswegs ins Stocken ge-Men. Sie schreiten allerdings langsam vor. und sie I, b sogar ziemlich mühselig. Trotzdem entwickeln sich °^ Dinge so gut als möglich. Heute soll die Räu-3"ng der wichtigen Position Than-Quan seitens der ^Warzen Flaggen vollzogen sein. Der Vertrag von "uk wird soeben von einer Senatscommission geprüft. ^ (Der Indianer«Aufstand in Canada.) Akuter« Bureau meldet: Die Indianer hielten unter «em Vorsitze des Häuptling« Poundmaker einen gro-nen Rath ab und sandten einen Parlamentär nach ^attlesord, um die Mittheilung der Fliedensbedingun-Nen erfuchend.______________________________ Tagesnemgkeiten. ^ Se. Majestät der Kaiser haben dem katholischen Aa'sen.hilfsvereine in Wien zur Errichtung eines Mes für sieche und krüppelhafte Waisenkinder eine "l'terstiltzmlg von 100 st. aus der Allerhöchsten Privat-°>>c alleranädigst zu bewilligen geruht. «.< Se. Majestät derKaiser haben, wie das ..Prager "°endblatt" meldet, der Gemeinde Kunnerdorf zur Zahlung der Herstellungskosten für das dortige Nrmen-und KrankeN'Versorgungshaus eine Unterstützung von 100 ft. zu spenden geruht. — (Se. Majestät der Kaiser im Grucker Lager.) Se. Majestät der Kaiser begab sich geflern morgens mit größerem Gefolge in das Lager nächst Brück a. d. Leitha behufs Inspicierung der Truppen der ersten Lagerfteriode. Am Nachmittag fand in der dortigen Burg ein Diner statt. Heutr früh hat der Kaiser die Inspicierung der Truppen fortgesetzt und hat nach Beendigung derselben noch am Vormittag die Rückfahrt nach Wien angetreten. — (Die Wiener „Concordia" in Guda-Pest.) Die Mitglieder der Wiener „Concordia" sind am Pfingstsonntag in Budapest eingetroffen und wurden am unteren Quai von einer großen Anzahl von Schriftstellern, Künstlern, Künstlerinnen, dem Oberbürgermeister Rath mit vielen Stadtrepräsentanten und einem zahl» reichen Publicum wärmstens empfangen. Eine Deftu« tation der Vuoapester Schriftsteller und Künstler unter Führung des Präsidenten Ur Vary war den Mitgliedern der „Concordia" nach Szobo per Schiff entgegengefahren. Bei der Ankunft in Budapest hieß der Director des ungarischen Nationaltheaters. Paulay, die Gäste willkommen, und wurden dieselben auch vom Oberbürgermeister im Namen der Hauptstadt herzlich begrüßt. Der Präsident der „Concordia". Weilen, dankte in einer kurzen Rede für den herzlichen Empfang. Um 10 Uhr vormittag» fand ein Dejeuner statt, bei welchem Pulszky sen. auf die „Concorbia" und Weilen auf Ungarn toastierten. Um 4 Uhr fand der Besuch der Ausstellung statt. — (Mord oder Un g lü ckS fall?) In Schild« berg wurde am Pfingstsonntag die 24jährige Schuh, machers»Gatttin Marie Kratzer auS Herautz mit klaffen-der Wunde am Kopfe im dortigen nahen Walde todt aufgefunden. Vermuthlich liegt ein Mord vor. Die Behörde pflegt eifrigst Recherchen. — (Der versuchte Betrug bei der öfter« reichischen B odencredita n ftalt.) Wie wir bereit« mitgetheilt haben, wurde gegen den am 19ten d. M. in Wien verhafteten Advocaten Paul Zsu-pan sky aus Iombor. welcher bekanntlich der »ster-relchischen Bodencreditanstalt auf Grund gefälschter Documente ein Hyvothekar.Darlehen in der Höhe von 120000 fl. herauslocken wollte, auch der Verdacht gelenkt, dass er mit jenem Individuum identisch sei. wel-ches in den Jahren 1879 und 1880 dem ungarischen Bodencredit. Institute ebenfalls mit Hilfe gefälschter Schriftstücke eine Summe von 93 000 si heraus' geschwindelt habe. Vom ungarischen Bodencredit'Insti. tule sind drei Beamte zur Feststellung der Identität des verhafteten Schwindlers nach Wien entsendet worden,- dieselben erkannten mit Bestimmtheit in ihm denjenigen wieder, welcher im Jahre 1879 auf den Namen Axent Stanlov und im Jahre 1880 auf den Namen Alexander Milily das genannte Institut um den Be-trag von 25500 fl. und 68 000 fl, beschädigt hat. Die beiden Verbrechen in Budapest wurden auf dieselbe Weise ausgeführt, wie der in Wien versuchte Betrug bei der österreichischen Bobencreditanstalt insceniert war. — (Ausgebliebene Quellen.) Wie auS PfäferS und Nagatz gemeldet wird. sind dort am 19ten Mai die warmen Quellen ausgeblieben. Diese wohl vor- übergehende Erscheinung dürfte vielleicht mit dem NuS-bruch des Vesuv zusammenhängen. — (Was er nicht kann.) In einem Gasthause sprach ein Student viel von seinen mannigfaltigen Kenntnissen, so dass einem der Gäste die Geduld risS und er ziemlich barsch sagte: „Jetzt haben wir wirklich genug von dem gehört, waS Sie können; sagen Sie auch einmal, waS Sie nicht können, und ich stehe Ihnen gut dafür, das kann ich!" — ..Ich?" sagte der Student, „nun ich kann meine Zeche nicht bezahlen, und eS freut mich sehr. dass Sie da» können." Unter allgemeinem Gelächter entsprach der Gast der Erwartung deS Studenten. Eine Setzmaschine. Seit Näh. und Strickmaschinen die Leistungen der von der Hand geführten Näh- und Stricknadel in der Leistungsfähigkeit so weit überholt haben, und auch schon früher sind schon mannigfache Versuche gemacht worden, die Arbeitsleistung auch beim Schriftsatze in deu Buchdruckereien durch Zuhilfenahme von Maschinen zn steigern. So einfach wie beim Nähen. Stricken und Sticken, nachdem hier einmal daS Geheimnis gefunden war, gieng und geht eS beim Schriftsatze freilich nicht. Dort ist jeder Stich gleich und fordert bei geringer Aufmerksamkeit nur die gleiche Bewegung der Maschine auch bei den durch Sonderaftparate zu bewerkstelligenden Variationen. Beim Schriftsatze ist jeder Buchstabe ein anderer, und kommen sonst noch sehr viele Mannig, faltigleiten hinzu, welche die Construction einer Ma-schine sehr schwierig und compliciert oder aber unzulänglich machen Dennoch hat man mancherlei Setzmaschinen auf allen Ausstellungen der neuesten Zeit ober auch in Kreisen von Fachmännern gezeigt und probiert, ohne dass eine derselben bisher eine größere Verbreitung gefunden hätte. Solche hängt übrigens, wie auch bet allen Maschinen, wesentlich vom Preise ab. Vor jeden Seher statt eineS mit jeder Schriftgattung augenblicklich zu wechselnden Setzkastens eine complicierte Maschine zum hundertfachen Preise eineS solchen Kasten» hinzustellen, verbietet sich in den meisten Fällen schon durch den Kostenpunkt. Im Palais Royal zu Paris ist gegenwärtig wieber eine Setzmaschine ausgestellt und in Thätigkeit, von deren Leistungsfähigkeit ein angesehener Schriftsteller Vemer-kenSwertes berichtet. Sie ist von einem Schweden, dem Oberingenieul der Zündhälzchensabril in I0nl0fting La germ an, erfunden, demselben, der auch eine Ma» schine construiert hat. welche täglich I 100000 Iünb-HSlzerschachteln liefern kann. Mit seiner Setzmaschine, deren Erfindung und Ausarbeitung ihn mehr alS fünf Jahre beschäftigte, kann ma« nach dem erwähnten Ve< richte elnen Schriftsatz setzen, zusammenstellen und ab, legen mit einer Schnelligkeit, der die geübteste Hand nicht nachkommt. Ein junger Arbeiter, der gar kein Schriftsetzer ist, hat vor den Augen des erwähnten Ee. wührSmanneS vier Zeilen zu je 48 Lettern in weniger als einer Minute geseht, und kann nach dessen Schätzung ein geübter Arbeiter eS auf 7000 bis 8000 Lettern in der Stunde bringen, während ein guter Seher mit der Hand für gewöhnlich nur 1500 Lettern in der Stunde zu setzen vermag. Dabei soll eine gute Handhabung der Maschine sich binnen drei Monaten erlernen und einüben lassen, während die Lehrzelt guter Handsetzer doch mindesten« zwei Jahre betrügt. ein, ^ "" AltM mit mehreren Menschenfreunden ^M phllanthropischen Club, welcher sich um das l>elil ^" '" bk" Forts untergebrachten Gefangenen H "/"Ulern sollte, stimmte am 4. November gegen die l^s'ung und trat 1849 in die gefetzgebende Ver-I^lung ein, wo er mit der Rechten votierte, aber «"wieder zur Linken übertrat, «uz Ach dem Staatsstreich vom 2. Dezember 1851 Hriltt, '^eilh verbannt, gieng Victor Hugo nach geil l >' """ da nach der Insel Jersey, und einige dtt'.Mter "ach Guernsey, von wo aus er 1852 da» ^"'H.tende Pamphlet «Napolöon 1o potit.« und 1853 ichtiÜ" bem unerbittlichen Griffel eine» Juvenal ge-lvelz "k" Gedichte „kos OIMimontZ« veröffentlichte, ^hlin ^ brö strengen kaiserlichen Verbots in un< tvNfM Exemplaren über o.cmz Frankreich verbreitet Hickl ""ü die beispiellose Popularität, deren sich der Vet? '" ber Folge erfreute, begrilndeten. In der loph^ung nahm Hugo« Lyrik vorwiegend philo-^>zen ""^ ö^" ausgesprochen pantheistische Ten-lehs °n, denen er seitdem in zahlreichen, an Wert Hah-"gleichen Dichtungen Ausdruck gegeben hat. ^ Mören: „I.o8 cowbomplutiong" (1856), „0!i2n-^Ip.« run o5 äo böig« (1800), „I.o I^oucio äo ltlisj^ (1869 und 1877), in kühnen, oft dunkeln ^vilis^. "Ue Zeitalter und Formen der menschlichen ^8>" umfassend; ^« Mw" (1878), „Roli-'" den c/^siou (1s7!1), ,I^u6« (1880), sämmtlich °ez H'bahren des Exils entstanden. Auf dem Felde M,g " .ans cultivierte er um dieselbe Zeit die socialen ^fg. '" »I.S8 Mlsuradis«« (1862), „1.68 travail-l"ßert).n "l"« (1866), „I/liommo yui lit« (186l)). >k<»re"?' entstand damals sein Vuch „William Shake. Ein so interessantes Farbenspiel Hugos politischer Charakter sonst zeigt, gegen das Kaiserreich blieb er doch bis zuletzt unversöhnlich und kehrte erst nach dessen Sturz im Jahre 1870 nach Paris zurück. Im Februar 1871 wurde er in die Nationalversammlung von Bordeaux gewählt, wo er gegen den Friedensschluss mit Deutschland protestierte, um bald darauf auszutrelen. Vei einer zweiten Candidatur 1872 in Paris unterlag er infolge seiner Sympathien für die Commune, dagegen wurde er 1876 von den Vertretern der Hauptstadt in den Senat gewählt. Seit seiner Rucklehr publicierte Hugo noch das Vuch „I/3.1M0 torr'Mo" (1872) voll Racheomst und Zornergüssen gegen Deutschland,- „tMtro-.vi'uFt-ti'el/o", einen in der Vendee spielenden historischen Roman aus der Revolutionszeit (1874); Mo« Mg«, Eedenkblalt sür seine früh verstorbenen Söhne (1874); ^ctss ot xarolos" (1874),' «^vaut I'sxi'1; p6iitla«t 1'oxjj; äepuig I'oxil" (1875—76); ^'diswiro ä'un erimo, d.op08it.iou8 ä'un l6moin«, die Geschichte des Staatsstreiches vom 2. Dezember nach persönlichen Erleb-Nissen erzählt (1877); »I,'i"d ä'ölro Li'uudMo«, ein lyrisches Familienlied (1878), und «I.H M6 3u-prüwL«, ein Schlussplmdoycr für die Amnestie der Oommuneverbrecher (1879). Da« ist, flüchtig gezeichnet, ein Bild von Victor Hugos äußerem Lebensgang; das sind, einige gering-fiigiae Schriften abgerechnet, die Werke, die er ge-schaff.». Die Fianzosen nennen ihn ihren größten und univerfellsten Dichter, und wir glauben, mit vollem Rechte, sowohl insofern, als er es als Dichtergenius überhaupt ist, wie auch mit Rücksicht darauf, wie er als Reformator der französischen Literatur einen mächtigen Anstoß und moderne Richtung gab. Victor Hugo befreite die französische Literatur von den sses-seln der Voileau'schen Regeln, in welche sie wie in ein Prokrustesbett eingeschnürt war. und lehrte die-^^"«?^"lchen als solchen, nach seinem natürllchen Vehaben. m.t all seinen rein menschlichen Leidenschaften der Vorwurf für die Kunst fein. Victor Hugo hat vollendtt. was Rousseau begonnen und was jenseits der Vogesen schon in den Siebziger Jahren e,n Herder und em Goethe gethan, durch Rückkehr zur Natur durch das Studium des Volkes und seiner Art lenes belebende Element in die Dichtung wieder tmzusühren. das chr au^ dem Irrwege der Eliletle, m den Schnörkeln der Regel ganz verloren gegangen war. Die Beschäftigung mit Shakespeare ist für Hugos refolmatvlisches Auftreten höchst charakteristisch. Niemand lann dl^er Durchgaligspfoite zum Tempel wahrer Kunst ausweichen, so sehr Shakespeare dem Romanen widerstreben maa, fein Zauber /ä'fst feinen unberührt. Kein Wunder, dass Hugos Werke den An-Hängern der alten Schule ein Gräuel waren, dafs sie die at)0WiuHb!o8 mvcos des „Voth", und das ist das Aergste. was ein Franzose für roh und gelstlos sagen kann, mit Abscheu von sich wiesen. Dennoch bahnte sich seine Dichtkunst den Weg, denn d«e Kraft, die ihm als Poeten fo wesentlich eigen ,st, r'ss alle« m,t stch fort Alle die zierlichen und manierlichen Hofpoeten des'lioi »oisil und deren geschniegelte Helden mit ibren wohltemperierte, Leidenschaften fegte die Muse Kuaos wie eine Windsbraut vor sich her, vor dieser elementaren Vewalt in der Schilderung menschlicher Leidenschaft wie großer Naturerscheinungen musste das nach aristotelischen Recepten in künstlichen Retorten erzeugte Homunculus.Gelichler zerstäuben. Damit, das« V'ctor Hugo dem Menschlichen und Natürlichen wieder Laibachcr Zeitung Nr. 118 984 27. Mai 1885. Der Preis der Lagerman'schen Setzmaschine übersteigt nicht 2000 Francs, während frühere mehr als 8000 Francs kosten sollten. Sie nimmt auch nicht viel Raum ein; 2^ Meter in der Länge. 2 Meter in der Breite und 60 Centimeter in der Höhe. Der Beschreibung nach, die freilich nur durch Zeichnungen einigermaßen anschaulich zu machen wäre, besteht sie aus einer großen geneigten Metallplatte, die so viele mit Schriftzeichen gefüllte Rinnen hat. als es überhaupt Schriftzeichen gibt. Auf der unteren Seite der Metallplatte befindet sich ein eingekerbter, mit der Hand zu bewegender Schlitten, und ein metallener Steg mit so viel Einkerbungen derselben bringt die Lettern in der gewollten Reihenfolge in den Schlitten, eine andere Bewegung der Maschine stellt die Zeilen zusammen und eine entgegengesetzte legt die Zellen und Buchstaben wieder ab. Local- und Proliinzial-Nachrichten. — (Unterkrainer Bahn) Herr Regierungs» rath Dllstal ist vorgestern in Begleitung von vier Staats-Ingenieuren in Laibach eingetroffen. Die Tra» cierungsarbeiten für die Unlerkrainer Bahn beginnen heute gleichzeitig an zwei Punkten, und zwar in Laibach und in Praprece. — (Das Adelsberger Grottenfest) war trotz der am vorgestrigen Vormittage wenig günstigen Witterung gut besucht, wenn auch die Zahl der Theil-nehmer hinter jener der früheren Jahre zurückgeblieben sein mag. Der Triester Vergnügungszug brachte 470 Passagiere, während aus Fiume und Laibach noch mehr Ausflügler eintrafen. Ziemlich schwach war die Bethci-ligung aus Wien und Görz»Cormons. Die Grotte wurde um halb 3 Uhr eröffnet. Im „Tanzsaal" con« certierten eine Militär- und eine Civilkapelle, und wurde dort flott getanzt. Auf dem Bahnhof gieng es abends überaus lebhast zu. und gab es förmliche Kämpfe um die Sitze in den Waggons. — (Allgemeine Impfung im Jahre 18 84) Das l. k. Ministerium des Innern hat für die eifrige und erfolgreiche Verwendung bei Durchführung der allgemeinen Impfung im Jahre 1884 die erste Impsprämie im Betrage von 63 fl. dem Arzirkswund-arzte Herrn Johann Bobek in Reifniz. die zweite im Betrage von 5)2 st, dem Vezirkswundarzte Herrn Mathias Iansekoviö in Oberlaibach und die dritte im Betrage von 42 fl. dem Bezirlswundarzte Herrn Anton Treitz m Gottschee zu verleihen gefunden. Die öffentliche An» erkennuug für ihre erfolgreiche Mühewaltung bei der Durchführung der allgemeinen Impfung im Jahre 1884 wird ausgesprochen den Herren: Dr. Stanislaus St erger, k. l Bezirtsarzt in Loitsch. und Dr. Anton Arko. Bezirkswundarzt in Bischoflackj den Bezirkswundärzten Karl Peternel in Vrunndorf, Franz Bachmann in Illyrisch - Feistriz, Eduard Globocnik in Zirklach. Josef Steinmetz in Kcainburg, Johann Ruft ft recht in Prevoje, Valentin Bervar in Rudolfswert. Johann Posch in Seisenberg, Anton Paul in in Tschernembl. Ferner den hochwürdigen Herren Pfarrern Gregor Malaverh in Strejne, Kovmus Pavlic in Unter-tucheiu. Florian Prelesnik in Neuthal. Johann Volvo in Möttnig, Thomas Kaidisch in Vodice, Peter Bartol in Hinach, Anton Hokevar in St. Lorenz a. d. Themeniz, Jakob Tomel in Ambrus und Martin Indof in St. Michael bei Seifenberg; dem hochwür« digen Herrn Pfarr.Administrator Valentin Peknik in feinen gebärenden Platz in der Dichtung zurückeroberte, machte er, der große Romantiker, dem modernen Realismus ebene Bahn, und wenn wir uns heute an den EeisteLblütcn der desten Dichter Frankreichs Geist und Herz siärken. so müssen wir daran denken, dass ohne die Umwälzung, die Hugo in der ästhetisch« philosophischen Denkweise der Franzosen vollbracht, ihre Poesi? noch immer in den spanischen Stiefeln der classischen Zopfzeit einhrrhinktn würde. Was Victor Hugo für die Ausbildung der französischen Sprache gethan, bleibt ihm unvergessen, kann man ja doch behaupten, dass er sie erst im eigent« lichen Sinne für die Poesie gewonnen hat. Er weiß aus der französischen Sprache poetische Elemente her« vorzuzaubern, die niemand darin gesucht; er verjüngte die nationale Sprache, wie er den spröden französischen Vers um ungeahnte Modulationen bereichert hat. Man braucht nicht blind zu sein gegen die Mängel Victor Hugos. Er hatte deren genug, wie alle wahr-haft genialen Männer, die extrem ins Große wachsend, manches Geringere gleichgiltig an sich gewähren lassen. Vol, Schwächen im Leben wie im Dichten war auch Victor Hugo nicht frei. Aber heute dürfen wir alle, die uns das Band der Cultur und Civilisation zu einem Menschheitsbunde zusammenknüpft, uns trauernd ge« stehen, dass wir einen großen Mann und einen größeren Poeten verloren. Zumeist allerdings seine Nation: denn wenn Goeihe von Voltaire gesagt hat, dass derselbe den Typus des Franzosen im 18. Jahrhundert am prägnantesten repräsentiert, so kann man mit demselben Rechte behaupten, dass Victor Hugo in seiner öffentlichen wie in seiner schriftstellerischen Lausbahn die vollkommenste Form des Franzosen des 19. Jahr-hundert» versumlicht. 8—u. Nabensberg, dem hochwürdigen Herrn Pfarrvicar Johann Tomazic in St. Veit bei W>ppach, den hochwürdigen Herren Ortscuraten Josef Nakus in Planina und Io, hann Okvarce in Budaine und dem hochwürdigen Herrn ExposituS Johann Lnnder in Dorn; ferner den Herren Lehrern: Irauz Gollmayer in Moräutsch, Valentin Burnik in Stein. Bartholomews Lencit in Stein. Josef Benedek in Planlna. Johann Potz enel in Mauniz. Franz Mercina in Goöe, Alois Ierse in Treffen. Johann Nicht ersch i tz in Dübernig. Andreas Vauken in Zirklach, Martin Krek in Flödnig und der Lehrerin Frl. Franclsca Verne in Stein. — (Bezirks«Lehrerconferenzen außer Laibach) Von den für dieses Jahr bereits festgesetz« ten Bezirks'Lehrerconferenzen wird jene für den Schulbezirk Stein am 22. Juli in Mannsburg, jene für Nu-oolfswert am 2. Juli in Nudolfswert stattfinden. In Mannsoury wird Herr I. Tramte. Lehrer zu Stein, über den Zeichenunterricht und die geometrische Formenlehre referieren (verbunden mit einem praktischen Lehr« versuche) und ein zweites Mitglied des Steiner Lehrkörpers die behördlichen Anordnungen, die die Iugend-bibliotheken betreffen, nnd deren Durchführung besprechen. Auf der Tagesordnung der Nudolfswerter Konferenz steht neben den vorgeschriebenen Punkten noch ein praktischer Lehrversuch in Bezug auf den Unterricht in der Erdkunde und Geschichte auf allen drei Stufen der Volksschule. — (Wetter.) Die Luftdruckdifferenzen haben sich fast- vollständig ausgeglichen, und ist nnn über ganz Mittel« und Süd-Europa sehr gleichmäßiger Barometerstand. Die Winde sind durchwegs nur schwach zwischen Süd und West, der Himmel ist meist heiter, die Temperatur hoch. Schwache Negen fielen am Sonntag in den Alpen, gestern in Süd Ungarn, Ruhiges, heiteres und warmes Wetter bei localer Gew!tterbildung wird für die nächste Zeit in Aussicht gestellt, — (Vorschusscasse in Gurlfeld) Die Vorfchusscafse in Gurkfeld beginnt ihre Thätigkeit mit 1. Juli l. I Die Spareinlagen werden mit 4 Pro, cent verzinst, von den Darleihen 6 Procent an Interessen eingehoben. — (Wichtig für Geschäftsleute.) Der oberste Gerichtshof hat in einem zwischen einer Wiener und einer Prager Firma geführten Wechsel-Processe erkannt, dass die nachweislich constatierte zufällige Durchlöcherung eines Wechsels, sofern dadurch weder eine wesentliche Befchädigung des Textes noch eine Unterschrift unkenntlich gemacht worden ist, diesem Wechsel nicht die Wechselkraft benimmt. — (Für Cigarettenraucher) Man theilt uns mit, dass vom I. Juni an eine neue Sorte von Specialitäten'Eigaretten, und zwar aus Virginiertabak erzeugt und unter der Bezeichnung „Richmond'Cigaretten" zum Verschleiße gelangen werden. Diese neuen Cigaretten werden in Paketen zu fünfzig Stück um einen Gulden und in Büchsen mit zehn Stück um breiundzwanzig Kreuzer verlauft. — (Eifenbahn Triest-Herpelje.) In competenten Kreisen besteht die bestimmte Absicht, den Bau der Eisenbahnlinie Tricst-Herpelje, deren Tracen-Revision abgeschlossen ist, noch in diesem Jahre in An< griff zu nehmen. Die Verhandlungen der Staatsverwaltung mit der Südbahn wegen des Peage-Vertrages für die Linie Divacca-Laibach dürften bereits in naher Zeit beginnen. — (Drucksorten für Telegram me.) Laut Verordnung des k. l, Handelsministeriums wurde sämmtlichen zur Annahme von Telegrammen ermächtigten Post« und Telegraphenämtern bekanntgegeben, dass die weißen Blanlette für die zur Aufgabe kommenden Telegramme an die l. k. Aemter und Behörden zum Zwecke der Ausfertigung ihrer amtlichen oder Staatstelegramme nach Maßgabe ihres jeweiligen Bedarfes unentgeltlich, jedoch gegen Empfangsbestätigung zu erfolgen sind, — (Vergiftung durch Schwämme.) Aus Gürz wird gemeldet, dafs dort diesertage das Ehepaar Kl. und deren Magd nach dem Genusse eines Abendessens, bei welchem auch Schwämme serviert wurden, unter den ausgesprochensten Vergiftung» - Symptomen schwer erkrankten. Der Herr hatte noch so viel Kraft, um die Hilfe eines nahe wohnenden Arztes anrufen zu können, welchem eS gelang, die Bedauernswerten vor einem sicheren Tode zu retten. Alfo Achtung beim Genusse von Schwämmen! — (K. k Seidenbau-Versuchsanstalt in Görz) Der diesjährige CursuS für Bachicultur wird von 24 Personen frequentiert; hievon sind vier aus Dalmatien. ein Russe aus TifliS, zwei Slovenen und siebzehn Italiener aus der Provinz Görz-Gtadiska. Neueste Post. Original.Telegramme der Laib. Zeitung. Budapest, 2«. Mai. Der König und die Königin von Rumänien sind auf der Reife nach Sigmaringen l,m halb 8 Uhr morgens hier eingetroffen und haben nach eilistiinoigem Aufenthalte die Reise nach Wien fortgesetzt. Zum Empfange hatten sich Polizeirath Pelary und der hiesige rumänische Consul eingefunden. Paris, 26. Mai. In der Kammer beantragte der Radicale Lacroix eine Motion, wornach kein Gesetz l>,e Verwendung von Fahnen und Emblemen verbietet uno durch welche das gestrige gewaltthätige Vorgehen der Polizei getadelt wird. Dieser Antrag wurde jedoch nm 423 gegen 44 Stimmen abgelehnt, worauf die Kammer mit 388 gegen 10 Stimmen den Antrag Perier« a>»< nahm, welcher das Vertrauen in die Festigkeil der Regierung ausspricht, der Natioiwlfahne Respect zu verschaffen. .. Sofia. 26. Mai. Im Unterrichtsministerium w,ro im Auftrage des Fürsten eine Gesetzesvorlage wegen Gründung'einer dem heilign, Mcthud geweihlc» m»1' garischen Universität ausgearbeitet. London, 26. Mai. Reuters Office meldet aus Simla: Den zum zweiten Armeecotps gehörigen TlUppen wurde eröffnet, dass es nicht mehr erforderlich sei, slH für den activen Dienst bereitzuhalten. London, 26. Mai. Die „Times" melden aus Peking, 24. d.M., dass über die französische Cop'e des französisch-chinesischen Vertrages eine Vereinbarung erzielt würd,. — Reuters Office meldet aus Aler.aN' drien vom Heutigen, dafs die Garde-Brigade provisorisch dort gelandet sei. ^ Volkswirtschaftliches. Der Erste allgemeine Veamtenverein der österreichisch' ungarischen Monarchie welcher kürzlich seinen Rechenschaftsbericht pro 1884 versendete, hat auch in diesem Jahre wesentliche Fortschritte auf allen M, bieten feiner Wirksamkeit zu verzeichnen. Die MitgliedcrM> erhöhte sich mn 4016 aus 78 437. Im Lebensversicherung geschästc betrug der neue Abschluss 5543 Versicherungen uor> 5 437 938 sl. Capital und 43 737 fl. Rente, Der Msa« °n Versicherungen war verhältnismäßia, sehr gering, benn o Netto-Zuwachs bezifferte sich auf 2797 Verträge per 30104b/1»' Capital und 16 351 fl, Rente. Mit Ende 1884 belief M) °" Versichcrungsstano auf 44 564 Vcrsichcrungövcrträac. »" 42945216 fl. Capital und 166 849 sl. Rente. Die Pl""'^". Einnahme hat um 92328 fl. zugenommen und betrug A' <<«, richtjahre 1355838 fl.. von welchem Betrage bei de« E""«'.^ sieruugsorgancn nur 3,1 pCt. im Rückstände verblieben- . Zinscncinnahmc betrug 305024 und entspricht einer ^ <„ schnittsvcrzmsuug von 5.26 Proccnt. Die Prämlenrcscrve M"' eine Steigerung von 638 0«5 ft. (d. ,. von 48 Proccnt der ^ micncinnahmc) auf 6073 396 fl. Auhcrdcm besitzt der «crc'> Superrcsrrvcn im Betrage von rund 526000 sl. Fittsam^ Vcrsichcrmigen wurden im Vorjahre 601203 fl., seit »ea'>> des Vereines 4914000 ft., ausbezahlt. Im abgelaufenen^^ wurde in 9 Sclbstmordfällcn. bei welchen die Versicherung per 11100 fl. mehr als süns Jahre in Krnst waren, die uo!^ versicherte Summe bezahlt. Die wirklich eingetretene Stcro lichkeit blieb um 122889 sl. hinter der erwartimasmäßigc" zurück. Das iu vollkommen sicheren Werten veranlagte Vef" mögen der Lebensversicherung betrug rund 6 682000 ft. Hicr>>> ist inbegriffen der nach Dotierung der Capitalörcservc '"" 90000 fl, noch rcsticrcnde Gcbarungsübcrschuss per 39 631 ft' über dessen Verwendung die am 9. Mai d. I. tagende zwa"' zigste ordentliche Generalversammlung Beschluss gefasst «a»-Bei den 74 Spar. und Vorschuss-Eonsortien des Vcamten Vereines, welche 27 439 Consorten zählten, waren mit Ende 1«^ an Anthcilseinlllgcn 5477 746 fl. eingezahlt und 68700.^ ' Vorschüsse aushustend. Die Nescrvefondc betrugen 29364« , Inbclrcsf der humanitären Wirksamkeit ist erwähnenswert, °^, 474 hilfsbedürftigen Mitgliedern aus den Zinsen des °" gemeinen Fondcs Unterstützungen im Betrage von 6577 fl- 9 währt und an 6? mittellose tränte Vcreinsmitglicdcr.Curst>pc" dien im Betrage von 3885 ft verliehen wurden, während ° Zinsen des Unterrichtsfondes. welcher sich Ende 1884 «" 69234 fl. stellte, als LehrmitleLVelträgc zur Vcrthciluna A. langten, wodurch 140 mittellosen Veamtcnlindcrn 3380 fl. « geflossen sind. Angekommene Fremde Am 24. Mai. Hotel Stadt Wien. Nosinger, Reisender. Triest. -- Hüb"..' Baumeister, s. Familie. Stuhlwcißcnburg. — Dobrovtc, ^ vat. welsa. - Moritsch, Privat, s. Familie. Villach- ^..,^t. Hotel lklefant. Missong. Privat, Nie». - Schcibl, Az^ Döbling. - Prannvcis. Privat. St. Georgen. - ^"! "" Mühlenbesihcr. Byaruga. — Gramgruber, t. Bezirks"^ s. Frau. Stubica. — Bouato, Kfm., Padua. , „ ^ Ollsthof Südbllhnhof. Flcll. Bahnmgcmeur, Marburg König und Schuster, Beamte. Villach. Gasthof Kaiser von Oesterreich. Fuchs. Privatier, .ff"?;,,^ Grabuschnig sammt Frau Laßnik, Schallcndors. ^ ^radi. Lehrer, Senosctsch. Verstorbene. ^ Den 2 5. Mni. Francisca Volta. Schuhmachers'^" 1'/, I-, Herrengasse Nr. 8. Tubcrculosc. Im Spitale: .«I, Den 2 2. Mai. Helena Ncbolj. Arbcitersaa«!'"' ^ ^ Vicüum «onli». — Elisabeth Iercbcc. Inwohnerin, 74,5' l»li/«ama jmllncimiin. . «^ I,, Den 2 3. M a i. Elisabeth Vrcucr. Iuwohncn», " ^, Apop!cx.ia. — Magdalena Tante, Hausbesitzers-Gattin, ^ .ssrebslachcxic. ^«^ü Meteorologische Beobachtungen in^taibach> H ^ L 8Z^ 3 " < .? N 5^ '" 7Ü.Mg 738.98 10.3 , windstill Nebel 020 26. 2 „ N. 737.12 22.0 O. schwach hc'ter iM" 9 « M. 738.32 14.0 O. schwach Wt" ^„ Morgens dichter Nebel bis nach ? Uhr n'AlteM ^A heiter; nachmittags nach 5 Uhr schwarzes lvcwlmc ' ^itcr-vorüberziehend, geringer Regen. Regenbogen; "^''u" ^or-Das Tagcsmittel der Wärme 15.4°. um 0.5° unter dem male. ____-^-- Verantwortlicher Redacteur: I. Nagliö. «aibachcr Zeitung Nr. 118 985 27. Mai 1885 Course an der Wiener Görse vom 26. Mai 1 ;H5. ^ d^ ow^n C°«rsbl°tte Geld War« StaatS-Anlehen. 3°'""en!c.......822^. 8«-i0 ^'lbcrrci.ic.......8275 62 »0 I«pn" ^ "/" Staatslosc ü5<> fl. 125 75 12L N0 lU N"/l, ssünflel 1«<> „ I<0 - 140 l.c< °"«r Elaatslose , . ION „ 171-17,50 "°m°°Ncntenscheine . per St. « — <ü — Q^n^^' ^»lbrentl, steuerftei . 108 l>< i08-80 "«I'err, Vtotenrcnle, steuerfrei . »L-30 »3 ü<) U"g. Golbiente 4 "/„ .... »?25 9?-4o " ^apierrcnl > 5 "/» . . . , »2 Ny »2-50 " «>sc»b. ?l„l, 1^0fl.ö.W,S, 147- -147 50 " "stbahn-Prioritätcn . . »7-10 n?'4<> " S,aat«-Ol>l. (Ung. Ostb.) 122 75 128 2ü " „, , „ vom I. I»7« 107'— ic8 — »V ,.vramIeN'Nnl. i^ loofl. ö.w. N!»-7L n« 25 ^t>U-»leg,-Losc 4"/« 100 fl, . . 118 7» il» iu ^rundcntl.-Obligationen — 5„/° ^'eröstcrreichlsche .... 104-50 106 — s,/,° Uc'nlchc.......104-—105-5« l°/ n ."t'lHt und slavonische . i(,2 — i04 — /' slebcnbülglsche.....i»i 25 10150 Geld Ware s>"/. Tcmcscr Vanal . , . . 1«2 — 108-5 "/n UUssansche......10» 25 10375 Andere öffcntl. Nnlehen. Donau-Mcg,-L°sc 5>"/n i»0 fl - 1"'75 ^e 2c> bto, VInlcihc 1878, steü.'rsici . 10450 1N5 — Anleben b, Etabtgcmcuide Wien 102-50 108-25 Nülchcu b, Stabtgcmcindc Wien (Silber und Gold) , . . . —— — — Prämien-Nnl.b.Stabtgem,Wicn 122 no 123 — Pfandbriefe (siil lou fl.) Vodencr. aNl>.österi,4'/»"/nGolb. 128 — 123 75 bto. in 5U „ „ 4 V, "/« »»"?a >00-2s. dte. in 5.0 ., „ 4°/„ . »3^0 U4-— dlo, Plämicn-Schuldvcllch.«"/» »? ?5 »8l»5 Ocs!, Hhpothcleubanl I0j. 5 >/»"/» 'U^ ^ -^'^ Oest,°ung, Vanl uerl, 5>«/„ . .102- 1022» dto. „ 4 '/,"/« - ^^ ^l> 101-8» bto. „ 4°/« . . vb'— 98-20 Ung.allg. Vobcncicbit-Nctienges. /,°/° ^2 2b 103- . Prioritäts ° Obligationen (für 100 fl.) iilisabeth-Westbahn 1. Emission 1I2'5O 1,3-sscidinandö-Nordbah« in Silb. I0ü bU io«oa ssranz-Ioscf-Vahn.....»i»c> «2-10 VaUzische Karl -> Ludwig»Nahn Lm. 1881 300 fl. S.4 V,°/o > ll»0-25 10050 Oesterr. Norweftbahn .... 108-76 104--^ Siebenbürger......»8 10 9L00 Gelb Ware Stnatöbnhn 1. Emission . . , 1932b 19< — Subbahn ü 3»/n...... 149—i4»-50 „ i^ kin/«...... 12g,7y —- . Ung.-galiz, Bahn.....,9.^ 99-bc Diverse Lose (per Stück) Crcditlose i«o st...... 175. . 175-00 LlaiV'Losc 40 fl......4275 4825 4"/„ Donau°Dampfsch. 100 fl. . 113— 114 — kllibachcl Präluicn-NnIehen LOf», 28— 24 — Oscncr Vosc 4N fl. . . Bdnci.-Nnst..Ocst.200fi.S.4«<'/„ «82— 233— Erbt.-Anst, f, Hand. u. G. loofl. 285-8« 28« — Eldt.-Anst,, Nllg. llng. L00 fl. . 284 7b 285-- Dcvositcnb. Nllg. »no fi. . . . 19z —198- Lscompte Ges., Nicberöst. 500 st 580 — 58« — 5>YV°thclcnb,,öst. 200 fl. «50/n E. 58'— l,0-— Länbcrdanl, öft,, it00ss. G.5.on/<,E. ! 96 - 9b 80 Ocsler,-Uug, Ban!..... ^7_y59 — Unionbanl 100 st. ... 77.50 78 — Verlehrebanl Alla. 14c» fi. 14« 7b 144 25 Gelb Ware Actien von Transport-Unternehmungen. (per Stück) Nlbrccht-Vahn 2«o fi. Silber . — — . -— Nlsöld-ssium,°Vahn ll00ss. Silb. 188 25 1835? Nussig.TeP, Eiscnb. 200 fl. EVt.____^_. Nöbm. Norbbahn 15« fl. . . . —________ „ Wcstbahn 20« fl......______ Vuschtichiaber «Lisb, 5,U0fi.CM.__________ sli<>. ll,) 2<>c» fl. .-------_ . Donau - Dampfschiffahrt«»Ges. Ocsterr, 5,00 fl. EM, . . . 4«0 — 4«» — Drl,u-Els,(Val,-Db,-Z.)»«ofl.S.-------^->— Dur-Nodcnbacher il.-V. llNOfl.S, ——____ Elisabeth.Nah» ^00 fl, CM. . . 28«-^ 237- ,. Linl-Nudwei« 20N ss. . . .-----— — , Salb,-Tirol.I7I,E,1«?3200st.S. 199 5« 2«0 -Ferbinands-Nordt». I0»<> fl. 00fl.CM. 5S« — 5ü8 — Oeftcrr, Nordwestb. !0ff.Silb. 39'50 40 50 Rudols-Nahn 10« st. Silber . . 188 183-25 Siebenbürger «Lisenb, «00 st, . 182 25 182 50 Staatseisenbabn «00 st. ö. w. . 290-?b 297 — Gelb W»« Sübbahn üN0 fl. Silber . . , 128' - 128 2b SildeN°idd,-Verb..V.zl«ofi, fi, Silber 17250 178 — Unll.Weflb sNll!,b-Graz)200fi,S. 1L5 — 105 50 Inbuftrie.Nctien (her Stück) «lahbi und Kinbber«, Eisen» un> Stahl,-Inb, in W«cn 100 fl, . —-— -.>>. Eisenbahnw-kcihg. 1,80«. 40°/,, —>— > — „Elbemübl". Papiers, u, V-V, «, s.o «z kl, Montan-Vescllsch, österr-alpine 38k« 89-Praner Eisen-^d-Grs, ««0 »,. ,»5 bb 1,0- Salno-Tar«. Eisenraff. 100 ft I^ " II H Waffens,°G„ Ocfi. in W. loofi. ^. __ Tnsaller Kohlenw.-V«s. i»o ^s. . ^.^ ^_ Devifen. Deutsche Plätze......y,i<> „,5 «onbon.........124 80 125-25 P»n«.........49 45 49 00 Pettlsbnlg......—— — — Valuten. Ducaten........55« ^»e zo-Fillncs»Stün,inon und Herren im Dienste der Mxmofifc. I I Alles Nähere im Programm. I I Hochachtungsvoll I I Gebr. Ferd. und Rud. Amato. I Azienda | I Österreich. - französischer Versichemugsverein 2 % gegen Elementarschäden in Wien. S S ——— 2 I Das Vereinscapital beträgt ( | | 6 Millionen Frcs. = 2 400 000 Gulden"! j J „Azienda" vorsichort ( gegen Hagelschäden ! C untor don günstigsten Bedingungen und fixen Prämien, ohne jede spätere 1 # Nachzahlung. Dio Prümion worden womöglich sohr billig borechnet, und wer I J dio Vorsiehorungsprämio nicht gloich zahlon will, dom wird bis Endo Soptombor f C dor Termin der Zahlungsrate bewilligt. J C Voraichorungsanträgo worden angonommon bei dor I | Generalvertretung der „Azienda" j ) in Laibach, Elefantengasse Hs.-Nr. 52. j j Generalvertreter: Josef Prosenc. j ^^^¦^— - ¦ _«__ __ — — - — — — —— — ^— ^— ^~- ^— -"^ ^^ ^^M Ä d^^"l da« Wachßthnm dcr Haarr, Vl,hiN' Ä "> <>,« ^l"> Vl«! <«. . . l Wcrl ^ „ 2455 - 3 . 643^o j Wiese. Natur°l.Erträgn,s j . . ^" II. Von der Realität Einlage Nr. 317 aä Dobrova: Parc.-Nv. 2975 — 1 Jock 659 ^"l ^,. , ,<> « . „ 2977 - 1022^« j Wlese, 32 Centner......040 fl. III. Von der Realität Einlage Nr. 319 ml Dobrova: Parc. Nr. 2998 - 3 Joch 570^° Wiese. 30 Centner. . . 60l> ft. IV. Von der Realität Einlage Nr. 320 »ie Lose werden portofrei zugesendet. == Wien am 15. Mär» 1885 y^ ^ fr ^ LOttO-GefällSdireCtiOII (1196) 6—& Abtlieiluny der Staatttlotterte. 1 \ . .._____--------------_—-— .-----------4r