WaläfanaVnofS7 Preis1 Din 1^0 71. Jahrgang j&sehelnt wöchentlich siebenmal. Schrtftleltuag (Tel. Werorb. Nr. 2670) sowie Verwaltung u. Buchdruckerei (Tel. Interurb. Nr. 2024): Maribor, Jurcifeva ul. 4. Briefl, Anfragen Rückporto beilegen. Manuskripte werden nicht retumiert : Ä, : r»»j L MiÄil äse Nr. 135 Freitage den 22. Mal 1631 Inseraten- u. Abonnemehte-Annahme In Maribor: Jurciceva ul. 4 (Verwaltung). Bezugspreise: Abholen, monatl. 23 Din, zustellen 24 Din. durch Post monatl. 23 Din, für das übrige Ausland monatl. 35 Din. Einzelnummer 1 bis 2 Di*. Mariborer ftromw Bleibt Briand? Einmütiges Vertrauen der Negierung für den Außenminister — Auf der Suche nach dem Nachfolger Naßlands Vorstoß in Genf Litwinow als Friedensstifter. Die große Rede des russischen Außenministers Litwinow wurde in einem un günstigen Augenblick gehalten. Zu sehr war die allgemeinsame Aufmerksamkeit noch durch den. Streit um die Zollunion in Anspruch genommen. Indessen verdient diese Rede besonders ernst genommen zu werden. Litwinow glaubt rühmlich hervorheben zu können, daß Rußland heute das einzige Land der Welt sei, das eine Krise der lieber Produktion nicht kenne. Es wäre unzweckmä feig, sich mit diesem Gedanken näher aus einander zu setzen. Die große Not, die heute M Rußland herrscht, berechtigt dieses Land bis auf weiteres nicht zu behaupten, sein Wirtschaftssystem sei besser als das aller an bereit Länder. Diese Behauptung wäre zu findest verfrüht. Das interessanteste jedoch find die Folgerungen, die Litwinow aus sei Ner Hauptthese zog. Die kapitalistische Welt denkt seiner Meinung nach immer noch an einen gemeinsamen Angriff auf das sozial! stische Rußland. Zwar werde diese Absicht seitens der betreffenden Länder immer lute« bet bestritten, doch gäbe es viele Anzeichen bchür. daß ein Krieg gegen die Sowjetunion, toenn nicht mit militärischen, so zunächst b°ch mit wirtschaftlichen Mitteln in Vorbe Leitung sei. Wolle man beweisen, daß der Russische Argwohn grundlos sei, so genüge E3, einen wirtschaftlichen Nichtangriffspakt schließen. Ein solcher Pakt würde allen Ländern zugutekommen, sowohl für ihre Be Setzungen unter sich, wie auch für ihre Be Siebungen zu der Sowjetunion. Mit anderen Worten: Litwinow hat eine allgemeine Abrüstung auf wirtschaftspoliti-Ichem Gebiet vorgeschlagen. Dieser Vorschlag Eutspricht einem anderen, der von demselben Lstwinow seinerzeit auf der vorbereitenden Abrüstungskonferenz unterbreitet wurde. Da WtfS wurde die Anregung Litwinows nicht ,snft genommen. Es ist anzunehmen, daß le§ auch diesmal der Fall ist. , selbstverständlich glaubt Litwinow als ?cheguenter Marxist nicht daran, daß ein Artschaftsfriede in der kapitalistischen Welt Jülich ist, ebenso wie er an die allgemeine , btüftung glaubt. Die Vermutung liegt des j! 16 nahe, daß seine dahingehenden Forde-vngen ausschließlich das Ziel verfolgen, A kapitalistische Welt „bloßzustellen". Es Ap großer Entschiedenheit ausgespro-r^-n Serben, daß diese Manöver des rufst-Volkskommissärs des Aeußeren durch A und Achselzucken nicht entkräftet wer- können. Tatsache ist, daß alle Bemühun-.^kläglichen internationalen Verhält-k’ef |?toDHI auf militärischen, wie auf wirt-fifir ^em Gebiet zu schaffen, bisher fehlge-ftipWen sind. Es mag sein, daß selbst der et,.,, [bendc Litwinow unaufrichtig ist, dies boh's ^boch die übrigen Länder nicht fein r deicht, in dieser Hinsicht besser zu betln § der Vertreter Sowjetrußlands, rhen uur dann wird man ihm mit den glei-fein„ ^""en entgegenkommen, mit denen er Die JT“9e versetzt. Diese Schlägäe sitzen. Neffen n der Behauptungen Litwinows täte einSU" trifft zu, daß die Friedensdik-dix jnf e verheerende Wirkung ausüben, daß die Gm^/'vriale Verschuldung wächst, daß die toph ^E>erveu ungleich verteilt sind, daß ^opbe j^kionslasten die Wirtschaftskata-^ttfe da? bedrohliche Nähe rücken lassen und blüht An Lüsten wie vor dem Kriege t°nd ih f • b,cfp Tatsachen nutzt Sowjetruß-ft,ner ftzM die katztt!. Paris, 21. Mai. Da Außenminister Briand auf der Demission beharrt, sucht man jetzt in parlamentarischen Kreisen nach einem geeigneten Nachfolger für Briand. Die glänzenden Erfolge, die der Außenminister in Genf errungen hat, festigen noch mehr die Ueberzeugung, daß man gegenwärtig kernen Mann finden könne, der wenigstens annähernd die Fähigkeiten und die Autorität eines Briand in der internationalen Diplomatie aufweisen könnte. Andererseits dringt immer mehr die Befürchtung durch, daß eine Veränderung am Quai d'Orsay auch einen Umschwung in der Führung der französischen Außenpolitik mit sich bringen könnte, insbesondere da Deutschland in der letzten Zeit seine Aktion verstärkt hat, Italien immer offensiver wird und auf England kein rechter Verlaß mehr ist. Es werden in der nächsten Zeit Probleme zu lösen sein, die für Frankreich lebenswichtig sind. Der Unterstaatssckretär P o n c e t ist zwar einer der vertrautesten Mitarbeiter Briands, doch werden ihm nicht jene Fähigkeiten zugeschrieben, die der Leiter der französischen Außenpolitik in den gegenwärtigen schweren Zeiten besitzen muß. Für den Fall, daß Briand tatsächlich seine Absicht durchführen sollte, wird Mini- sterpräsident L a v a l die Leitung des Außenministeriums selbst übernehmen, um den bisherigen Kurs in der Außenpolitik beizubehalten. Der Ministerrat sprach dem Außenminister sein vollstes Vertrauen aus. Auch jene Parlamentarier, die bei der Präsidentenwahl ihre Stimme gegen Briand abgegeben hatten, drückten ihm jetzt ihr vollstes Vertrauen aus. In der nächsten Kammersitzung werden Briand außerordentlich warme Sympathiekundgebungen zuteil werden, um ihn vielleicht doch noch dazu zu bewegen, vorläufig noch auf seinem Posten auszuharren. Paris, 21. Mai. Die Frage, ob B r i a n d seine De Mission als Außenminister aufrechterhab ten wird, ist nach der Genfer Zollunion debatte und seiner Rückkehr nach Paris, die man für Samstag erwartet, wieder aktuell geworden. Briand hat noch nie so eine gute Presse gehabt wie gerade jetzt während der Genfer Tagung. Excelsior" berichtet, die Regierung sei einig darin, bei Briand darauf zu bringen, daß er, der die französischen Interessen in Genf so kräftig unterstützt hat, seine Demission zurücknimmt. Man glaubt aber in Briand nahestehenden Kreisen, daß der Außenminister diesem Ansuchen nicht entsprechen wird. tim die Agrarpräferenzen Einwände Englands und Schwedens - Große Vorteile für die osteuropäischen Staaten Das handelspolitische Sübkomitee der Europäischen Studienkommission hielt gestern eine vertrauliche Sitzung ab, in der über die verschiedenen Projekte berpten wurde. Auf Grund eines Vorschlages der französischen Delegierten wurde der Antrag hinsichtlich der Einführung des Agrar-Präfe-renzsystems zugunsten der osteuropäischen Staaten im Prinzip angenommen. Heute wird dieser Vorschlag die Europakommis-wn im Plenum beschäftigen. Einen Wider-pruch gegen dieses System machten nur die Engländer und die Schweden. Da es sich darum handelt, daß es den in- G e n f, 21. Mai. teressierten Staaten ermöglicht wird, ohne Umgehung der Meistbegünstigung in bestimm ten Relationen kurzfristige Agrarpräferenzen einzugehen, was dem freien Willen der einzelnen Staaten überlassen bleibt, werden die englisch-schwedischen Vorbehalte an der Sache nichts mehr ändern. Man betrachtet diese Tatsache als ein günstiges Ergebnis, wodurch jedenfalls Jugoslawien, Rumänien, Ungarn, Oesterreich, die Tschechoslowakei und Italien auf Grund von besonderen Vereinbarungen von der Präferenz untereinander Gebrauch machen sollen. Des Ministers letzter Weg Leichenfeierlichkeiten für Doktor Drinkovie. Z a g r e b, 21. Mai. Unter ungeheurer Teilnahme von Freunden, Bekannten und Bürgerschaften wurde heute vormittags der in Wien dahingeichie-den Minister Dr. Mate D r i n k o v iä zu Grabe getragen. Bor dem Künstlerpavil-lon, wo die Leiche nach der Ueberführung von Wien aufgebahrt war, sammelten sich Zehntausende an, um dem toten Staatsmann die letzte Ehre zu erweisen. Seine Majestät der König ließ sich durch General Saviö vertreten. Mit dem Beograder Frühzug war Ministerpräsident General 2 i v-k o v i ö mit den Ministern Dr. 8 v r lj u-g a, General S t o j « n o v i v. Dr. Ne u- dorfer und Preka eingetroffen. Anwesend waren Vertreter aller Behörden und Aemter, Korporationen, Vereine usw. Vor dem Künstlerpavillon verabschiedete sich Finanzminister Dr. 8 v r l j u g a von seinen Kollegen, während am offenen Grabe Bürgermeister Dr. S rkulj einen tief zu Herzen gehenden Nachruf hielt. Der Sarg mit den sterblichen Ueberresten wurde in die von der Stadtgemeinde zur Verfügung gestellten Gruft gelegt. Ministerpräsident General 2 i ti k o 0 t 6 kehrte bereits mittags nach Beograd zurück, da ihn wichtige Staatsgeschäfte dorthin rufen, während die übrigen Minister im Laufe des heutigen oder morgigen Tages Zagreb wieder verlassen werden. Aufmarschverbot in Oesterreich Wien, 21. Mai. Die österreichischen Kompforganisationen Planen für die nächsten Tage einen Massenaufmarsch. Auf Grund eines Beschlusses des Ministerrates hat jedoch das Bundeskanzleramt an die Sicherheitsbehörden ein Rundschreiben erlassen, wonach bis auf weiteres im gesamten Bundesgebiet von Selbstschutzverbänden und ähnlichen Organisationen unter freiem Himmel veranstaltete öffentliche Aufzüge (Aufmärsche, Geländeübungen, Tref fen und dergleichen) — gleichgültig, ob sie in Uniform oder ohne Uniform, ob sie in militärischer Ordnung oder ohne solche durchgeführt werden — ausnahmslos zu untersagen sind. Die Teilnahme von solchen Verbanden u. Organisationen an von anderer Seite veranstalteten öffentlichen Aufzügen wird nur zugelassen, wenn die Teilnahme weder in Uniform, noch in militärähnlicher Ausrüstung erfolgt. Die Durchführung dieser allgemeinen Weisung obliegt im Einzelfalle den zur Handhabung des Versammlungsgesetzes berufenen Sicherheitsbehörden. Börsenbericht Z ü r i ch, 21. Mai. Devisen: Beograd 9.134, Paris 20.285, London 25.2275, New-york 518.5875, Mailand 27.14876, Prag 15.37, Wien 72.92, Budapest 90,46, Berlin 123.51. L j u b l j a n a, 21. Mai. Devisen: Be» litt 13.53, Budapest 990.81, Zürich 1095.30, Wien 798.70, London 276.32, Newyork 56.60, Paris 222.10. Prag 168.35, Trieft 297.23. . Genuss und Gesundheit? Dann nur noch Koffelnfrelen Bohnenkaffee KAFFEE HAG listische Welt aus. Mit dem Hinweis, daß in Rußland auch nicht alles in bester Ordnung ei, und daß dort auf vielen Gebieten völlig tnerträgliche Zustände herrschen, die in kras-em Widerspruch zu den offiziell verkündeten Bestrebungen des Sowjetstaates stehen, sind die betrübenden und verhängnisvollen Tat- sachen, die Litwinow in seiner Rede erwähnte und als eine Beschuldigung der „kapitalistischen" Welt entgegenschleuderte, nicht ab-gelan. Die Rede Litwinows war in ihrem wesentlichen Teil eine Anklagerede gegen die kapitalistische Ordnung. Wie kann die Beweis- führung Litwinows entkräftet werden? Wohl nicht durch Worte, sondern durch Taten. Und Taten, die zur Behebung der wirtschaftlichen und politischen Krise in Europa und in der ganzen Welt führen sollten, vermißt man nach wie vor. Die damit verbundenen Gefahren find unüh^-sehbar. Abrüstungsdebatte in Gens Offenlegung des Nüftungsstandes - Stellungnahme zum Deutschen Vorschlag Ausstellung starrer Genf, 21. Mai. Der Völkerbundrat befaßte sich gestern vormittags mit dem deutschen Antrag und mit dem englischen Vorschlag über die Offen legung des Rüstungsstandes als Vorbereitung zur allgemeinen Abrüstungskonferenz. Der spanische Außenminister Lerroux eröfsnete die Debatte über die Abrüstungs-fragen mit Worten der Begrüßung an den Völkerbundrat und betonte, daß auch das neue Spanien das größte Interesse an einer ersprießlichen Arbeit im Völkerbund habe. Sodann begründete der britische Außenminister Henderson den englischen Antrag für die Offenlegung des Rüstungsstandes. Hierauf kam er aus die deutschen Vorschläge zu sprechen und sagte, sie seien mit großer Sorgfalt und Gründlichkeit ausgearbeitet und könnten geradezu als Ideal betrachtet werden, aber darin liege vielleicht euch ihr Hauptfehler vom Standpunkt der praktischen Arbeit. Henderson machte sich schließlich die Vorschläge der kürzlich abgehaltenen Konferenz der Budget-Sachverstän digen zu eigen. Dann begründete der deutsche Außenminister Dr. C u r t i u s den deutschen Vorschlag zur Offenlegung der Rüstungen und sagte: Nachdem der Rat im Jänner d. I. beschlossen habe, die Regierungen der an der Konferenz beteiligten Staaten zur Mitteilung des Standes ihrer Rüstungen auszusor dern, habe sich der deutschen Regierung die Ueberzeugung aufgedrängt, daß die Aufstellung eines einheitlichen Fragebogens für die Angaben des Rüstungsstandes unbedingt erforderlich ist, weil sonst die Antworten der einzelnen Staaten ihrem Charakter und ihrer Ausdehnung nach so stark voneinander abweichen würden, daß ein sachgemäßer Ue-berblick über den gesamten Stand der Rüstungen nicht zu gewinnen wäre. Die Notwendigkeit einer Vereinheitlichung der Angaben über den Rüstungsstand in den verschiedenen Ländern, auf die auch die englische Regierung in ihrem Vorschlag hingemie sen hat, ist so evident, daß weitere Darlegun gen hierüber erspart bleiben können. Die Konferenz muß, einerlei wie sie sich bei ihren Beratungen zu dem strittigen Abkommens-entwurf stellt, jedenfalls bei ihrem Zusammentritt ein völlig umfassendes und genaues Bild des vorhandenen Rüstungszustandes haben. B r i a n d erklärte, es dürfe jetzt nichts unternommen werden, was neue Schwierigkeiten und neue Verzögerungen schassen mich te. Man dürfe nichts, um Besseres zu leisten, das bereits Geleistete verschlechtern. Der italienische Außenminister G r a n d i kritisierte die englischen Vorschläge als unvollständig und ungenügend. Aber im Augenblick sei eine allgemeine Einigung über etwas Besseres nicht zu erzielen, deshalb erkenne die italienische Regierung die englischen Vorschläge als Grundlage für einen vorbereitenden Meinungsaustausch über die Rüstungen an. Der japanische Delegierte I o s ch i s a w a sprach sich gegen die Definitionen aus. Der jugoslawische Außenminister M a-r i n k o v i 6 äußerte starke Bedenken dagegen, daß der gegenwärtige Stand der Rüstun gen irgendwie zum Ausgangspunkt der Abrüstungskonferenz gemacht werden soll. Bezüglich der deutschen Vorschläge machte Dr. Marinkoviü geltend, daß die Lieferung gewisser darin verlangter Informationen in einzelnen Staaten strafrechtlich verboten wäre. Der Völkerbundrat hat auch die übrigen Punkte seiner Tagesordnung, darunter ein wie üblich vom deutschen Vertreter erstatte- ten Bericht über die wirtschaftlichen Arbeiten des Völkerbundes, ohne wesentliche Aussprache erledigt. Im Zusammenhang mit der Abrüstungsfrage wurde außerdem auch der Stand der Ratifizierungen des Abkommens über die private Herstellung von Waffen und Kriegsmaterial erörtert. Der britische Außenminister H e n d e r-s o n sprach seine Enttäuschung über die geringe Zahl der bisherigen Ratifizierungen aus und richtete, wie schon vorher, an alle Unterzeichner des Abkommens den Appell zu einer nochmaligen beschleunigten Prüfung der Angelegenheit. Der neue Slrafella-Vrozeh Der Generaldirektor der Bundesbahnen gegen die Wiener „Arbeiterzeitung" — Die Berufung abgewiesen Bor einem lanbesgerichtlichen BerufungS fenat unter dem Vorsitz des Hofrates Doktor Schaupp gelangt gegenwärtig der Presseprozeß, den der Generaldirektor der österreichischen Bundesbahnen Dr. Georg Franz Strafella gegen den verantwortlichen Redakteur der Wiener „Arbeiter - Zeitung" Dr. Oskar P o ll a k führt, zur Verhandlung. Die Ehrenbeleidigungsklage Dr. Stra-sellas hat im vergangenen Herbst das Gericht beschäftigt. Gegenstand der Klage war bekanntlich ein Artikel der „Arbeiter-Zeitung", der sich in schärfster Weise gegen die Kandidatur Stra-fellas für den Generalbirektorpcsten der Bundesbahnen wandte. In diesem Artikel wurde behauptet, daß Strafella, „dieser junge Mann des Herrn Rintelen" (des Landeshauptmannes von Steiermark) die Bundesbahnen als eine Melkkuh für die christlichsoziale Partei Oesterreichs, für ihren Mahlsands und nicht zuletzt für den Kriegsschatz der Heimwehren betrachten könnte. Bei den Bundesbahnen bestehe schon einige Jahre hindurch ein nicht kontrollierter Geheimfonds, das sogenannte „Conto separato". Gegenwärtig besitze dieser schwarze Fonds mehr als 400.000 Schilling. Um die Verfügung über diesen Fonds gehe der Kampf Diejenigen, die die Ernennung Strafellas zum Generaldirektor der Bundesbahnen als hochpolitische Sache betreiben, wollen dem Günstling des Herrn Rintelen die Verfügung über diesen schwarzen Fonds zusichern An anderer Stelle des Blattes wurde unter der Ueberschrifk „Lokalbahngeschichten des Herrn Strafella" behauptet, daß Strafella der größte Privatbesitzer von Lokalbahnaktien in Oesterreich sei und als solcher diesen Lokalbahnen unerhörte Vorteile zürnenden könne. Schließlich wurde behauptet, daß mit seiner Ernennung zum Generaldirektor die Grundlage zu einer schändlichen Korruption gelegt werden würde. Die bezirksgerichtliche Verhandlung dau» Wien, 20. Mai. evte fünf Tage und endete mit einem teil-weisen Schuldspruch und einem teilweisen Freispruch des angeflagten Redakteurs wegen Ehrenbeleidigung. Er wurde zu 5000 Schilling Geldstrafe verurteilt. Hingegen wurde Dr. Pollak von der Anklage wegen der Beleidigung, daß Dr. Strafella der „junge Mann des Herrn Rintelen" sei, freigesprochen. Das Beweisverfahren habe ergeben, daß dem Kläger der Vorwurf der Häuserspekulation mit Recht gemacht worden sei; andererseits sei der Vorwurf, daß Dr. Strafella in Verbindung mit seiner Kandidatur als Generaldirektor der Bundesbahnen Mtieniäufe getätigt habe, unbegründet. Auch der Vorwurf des Steuerbetruges sei ungerechtfertigt. Gegen die teilweise Freisprechung hat der damalige Klagevertreter Berufung angemeldet. Dem Ausgang der Bevufungsoerhand-lung wird in der Oeffentlichkeit mit größtem Interesse entgegengesehen. Damit ist nun eine hochvolitische Angele» zweiter Instanz beendet. Der Senat wies die Berufung gegen das Urteil des Bezirksgerichtes zurück, wodurch die Entscheidung der ersten Instanz bestätigt wurde. Damit ist nun ene hochpolitische Angelegenheit aus der Welt geschafft, die vor Monaten sogar die Regierung Schober zum Sturz gebracht hat, da sich dieser weigerte, der Forderung der Christlichsozialen, Doktor Strafella zum Präsidenten der Bundesbahnen zu ernennen, nachzukommen. Nach der Bestätigung des erstinstanzlichen Urteils sind nun die Christlichsozialen in große Verlegenheit gebracht, weshalb auch Dr. Strafella aus der Angelegenheit wird seine Konsequenzen ziehen müssen. Nun soll der Haager Gerichtshof entscheiden „Deutschland" hat Eile Durchgehen des Panzerkreuzers vor dem Stapellauf des Reichskanzlers Dr. B r ü n i n g plötzlich zur Verblüffung aller in der Nähe stehenden Personen von selbst mit großer Geschwindigkeit in das Wasser, so daß der eigentliche Taufakt, den Reichspräsident H i n« denburg zu vollziehen hatte, erst nachträglich in aller Eile vorgenommen werden konnte. Die 60.000 Zuschauer hatten von dem Zwischenfall jedoch nicht viel bemerkt. Als das Schiff in das Wasser glitt, brach die Menge in Hochrufe aus. Von den Dampfern ertönte Sirenengeheul. Mitten im ohrenbetäubenden Lärm mußte sich der Reichspräsident darauf beschränken, dem seinem Element hurtig zustrebenden Schiff nachzurufen, er taufe es auf den Namen „Deutschland" und es möge die Reichsflagge stets ruhmreich vertreten. Den übrigen Teil der Rede mußte Hindenburg unterlassen, da der Panzerkreuzer schon im Wasser war. Der vorzeitige Stapellauf dürfte darauf zurückzuführen sein, daß die unter dem Schiff liegende Seifenschichte zu dick aufgetragen war, sodaß der Koloß nach Entfernung der Stützen plötzlich von selbst mit großer Geschwindigkeit ins Gleiten kam. Glücklicherweise befand sich unter dem rückwärtigen Teil des Kreuzers kein Arbeiter mehr, widrigenfalls müßten die Leute von der Stahlmasse zermalmt werden. Bei dem dienstägigen Stapellauf des neuen deutschen Panzerschiffes in Kiel ereignete sich ein eigenartiger Zwischenfall. Das Schiff glitt nämlich während der Festrede Der Völkerbundsrat hat die Entscheidung darüber, ob die geplante deutsch-österreichi-jche Zollunion mit dem Oesterreich aufer- legten Friedensdiktat von Sk. Germain ver einbar ist. dem Internationalen Schiedsgerichtshof im Haag überwiesen. Dr. CRincic über Die Abrüstung B e o g r a d, 20. Mai. Im Verlaufe der Tagung des Kongresses der Internationalen Frauenallianz für den Frieden hielt der ehemalige Außenminister Dr. N i n L i L einen Vortrag über das Abrüstungsproblem. Es seien zwei Konzeptionen vorhanden. Die eine verlange eine direkte Herabsetzung der Rüstungen, die zweite wolle auf indirektem Wege eine Lösung der internationalen Konflikte durch Schiedsgerichte herbeiführen. In diesem Zusammenhang ist das Losungswort: Arbitrage, Sicherheit und Abrüstung geprägt worden. Durch die Einberufung der Abrüstungskonferenz für das Frühjahr 1932 sei ein großer Fortschritt erfolgt. Die Konferenz wird mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen haben, man dürfe aber nicht allzu pessimistisch sein. Alle Staaten seien sich dessen bewußt, daß keine Sensationen zu erwarten sind, da es sich nur um die erste Etappe zur Abrüstung handelt. Vier Kinder ertrunken N o v i S a d, 20. Mai. In der Nähe von Novi Sad hat sich Montag ein furchtbares Unglück ereignet. Mehrere Kinder im Alter von vier bis zehn Jahren badeten in einem großen Teich, ohne zu wissen, daß der Badeplatz vor einiger Zeit vertieft worden war. Vier Kinder erreichten wenige Meter vom Italien ehrt Amundsen Zur Erinnerung an den notroegisi^’ Nordpolforscher Roald Amundsen, der kanntlich auf der Suche nach der Aon Mannschaft verschollen ist, wurde st?1 Mailand eine von Weither S e v schaff ene Büste Amundsens enthüllt. e r Ufer eine vertiefte Stelle und versanken laut los im Wasser. Ein vierjähriges Kind, das ahnungslos zugesehen hatte, wartete vev geblich auf das Wiedererscheinen seiner Spie; genossen. Als die Kinder nicht kamen, raffte das kleine Kind die Kleider der übrigen zusammen und brachte sie nach Hanse. Nach dem Verbleib der anderen Kinder befragt, sagte es, die Kinder seien ins Wasser gegam gen und wollten nicht wiederkommen. Die Eltern eilten zum Deich und konnten nach längerem Suchen nur die Leichen der vier Kinder herausfischen. MMHWMWBim IMMLS. Mrs. etrong funkt: „Perlenhalsschmuck verloren!" — Ein gmt zes Schiff wird abgefucht. Durch ihre Unachtsamkeit wäre Mrs. Con ferne S t r o n g aus Santa Barbara (Kalifornien) um ihren herrlichen Perlen-Hals-schmuck im Werte von etwa 5 Millionen Dinar gekommen, wenn nicht ein Funkspruch der rettende Engel gewesen wäre. Die etwas zerstreute Dame hatte gute Bekannte auf den italienischen Ozeandampfer „Roma" geleitet und hatte bei der Abschiedsszene an Bord den Schmuck verloren. Erst auf dem Lande, als der Dampfer schon längst in See gegangen war, hatte sie den Verlust des Schmuckes bemerkt. ■ Mittels Funkspruchs wurde der Kapitän des Dampfers von dem Verlust benachrichtigt, der sofort das ganze Schiff absuchen ließ. Die wertvolle Halskette wurde auch in einer Ecke des Schiffes entdeckt, worüber der erfreuten Besitzerin wieder durch Funktelegramm Mitteilung gemacht wurde. Allerdings können sich solche Stücke nur Millionäre erlauben. Vierfacher Mord in Volen Selbstmord des Täters. Zn der Ortschaft Juskowice bei Lemberg derübte der 19jährige Bauernbursche M i c-kiewicz einen vierfachen Mord. Er geriet mit seinem Schwager wegen der Tei lung eines Feldes in einen Streit. Im Verlaufe des Streites schoß er seinen Schwager nieder. Seine Schwester wollte ihrem Mann zu Hilfe eilen, doch schoß er auch sie nieder. Dann lief der Bursche in die Wohnung seiner Braut und tötete diese sowie ihren Pfle Sevater durch einige Revolverschüsse. Von "er Gendarmerie verfolgt, verübte der Mürber Selbstmord. Am öle NehabMielung eines Sträflings Einer der zähesten Kämpfe um die Reha« Wierung eines Sträflings, die jemals in Frankreich ausgesuchten wurden, ist jetzt ,Utch den Tod des Kämpfenden, der Frau des Sträflings, vorläufig beendet worden. Vor einigen Jahren wurde der Fabrikant e meneur ermordet, und auf Grund verschiedener Indizien wurde der Freund des Ermordeten, S z e n e s, verhaftet und ^uter Mordanklage gestellt. Da kein formeller Beweis seine Schuld epbracht werden konnte, urde er nicht zum Tode, sondern zu lebens-dtiglichem Zuchthaus verurteilt und nach Guayana deportiert. Seine Frau nahm den Kampf um die Re-7?6ilitierung ihres Mannes, von dessen Uw Jchuld sie vollkommen überzeugt war, auf Jch führte ihn mit größter Energie durch. H,!? beging allerdings auch Fehler, suchte J*bi, künstlich herzustellen, was den Verur-Jtten wieder stark belastete. Das ersparte evmögen der Frau ging.zu Ende, sie geriet an rlittcrftc Not und ist vor einigen Tagen Entkräftung im Krankenhaus gestorben. ^"militärische Erziehung itt bet Tschechoslowakei. Prag, 20. Mai. h Bn einem Gespräch teilte der neue Vor-An tr, ^Cr tschechoslowakischen Sokolgemeinde ■Beit ■ Holler mit, daß seit längerer delt dtinisterrat ein Gesetzentwurf behan- keij. . 'td, der die obligatorische Zugehörig-Leute zu Turnvereinigungen bvxldht. Dieser Gesetzentwurf, der eine Art heaij.t1*®'tlTchs Erziehung einführen will, Zabrp auf junge Männer von 6 bis 24 t£N teg U.V6 uuf Frauen von 6 bis 21 Jah-sex V.,® 'U allerdings noch fraglich, ob die« den n>i ^uch tatsächlich bewilligt wer- _____________________ ,__________________ den Scfiu'r f ber Turnunterricht in Unter Führung von Briand und Henderson Qu3aebpR„!n1 nu! ^6en Stunden wöchentlich hat der Völkerbund beschlossen, zum Schutz M w"den. Zollunion mit Deut UM A H N FÜR DEN SOMMER D 75 K DRAP od. WEISS K.SE1DEN= STRÜMPFE D.25.“ MftRIBOR. Gosposka ullca 17 Wegeners Leiche gefunden Von Eingeborenen geborgen und bestattet — Rasmus noch verschollen Der Leiter der deutschen Grönland-Expedition, Professor Alfred Wegener, dessen letzte Spuren 150 Kilometer von der Station Eismitte kürzlich von der nach den Forschern suchenden Hilssexpedition festgestellt wurden, ist nunmehr t o t aufgefunden worden. Die Leiche war von Eingeborenen geborgen worden. Sie hatten ihr eine pietätvolle Behandlung zuteil werden lassen. Wie schon mitgeteilt worden war, fand man 189 Kilometer von der Westküste entfernt Wegeners Skier im Schnee aufgestellt. Durch Ausgrabung hat man unter diesen kiern im Schnee, in Pelze uiid Decken eingenäht den toten Forscher gefunden. B e r l i n, 21. Mai. Allem Anscheine nach ist Wegener nicht erfroren, sondern einem. Herz schlag erlegen. Seine Aufzeichnungen wurden bei der Leiche nicht gefunden. Man vermutet, daß ein Grönländerbegleiter d. Aufzeichnungen mitgenommen hat. Die Nachforschungen nach dem Verbleib des Grönländers R a s-m u s und nach Wegeners Tagebuch werden zurzeit.noch fortgesetzt. Der Bruder des toten Gelehrten, Professor Kurt Wegener, will die Arbeiten seines Bruders fortsetzen. Kurt Wegener hat bereits an verschiedenen Arktisexpeditionen teilgenommen, unter anderem auch an der Durchforschung Spitzbergens. Amerika macht Schule Naubüberfall in Krakau —- Nach bewährtem amerikanischen Muster Ein sensationeller Raubüberfall und darauffolgendes Feuergefecht mit den Banditen hat sich Sonntag in Krakau abgespielt. Bei dem Gynäkologen Prof. Tr. Keller erschien ein Mann, der den Arzt bat, sofort in seine Wohnung zu fahren, weil seine Gattin schwer erkrankt wäre. Der Professor olgte dem Ruf seines Klienten und eilte in die angegebene Wohnung. Dort traten dem erschrockenen Professor drei Männer entgegen, die ihn mit vorgehaltenen Revolvern aufforderten, einen größeren Geldbetrag auszufolgen. Als. der Professor erklärte, daß ex den verlangten Betrag nicht bei sich hätte, zwangen ihn die Banditen mit vorgehaltenen Pistolen, an den Krakauer Professor Dr. Glatzl einen Brief zu schreiben, worin er ihn bittet, zwecks Vornähme'einer chweren Operation in die gleiche Wohnung zu kommen. Dieses Schreiben wurde durch einen Boten in die Wohnung des Professor Glatzl getragen. Als Prof. Glatzl ahnungslos der Aufforderung seines Kollegen Folge leistete, ereilte ihn das gleiche Schicksal. Er wurde von den Banditen gezwungen, an seine Gattin einen Brief zu schreiben, worin sie aufgefordert wird, binnen einer halben Stunde 400 Dollar zu bringen, da er sich in Lebensgefahr befinde. Die zu Tode erschrockene Gattin des Professors eilte tatsächlich sofort zur Bank, behob das Geld und begab sich in die angegebene Wohnung, wo sie von den Banditen empfangen wurde. Sie wurde gleichfalls wie die beiden Professoren gefesselt. Die Banditen nahmen das gesamte Geld ab, das sie bei sich trugen. Hierauf ergriffen die Banditen die Flucht. Den Gefesselten gelang es mit vereinten Kräften eine Fensterscheibe einzudrücken und um Hilfe zu rufen. Die Polizei befreite die lleberfallenen und nahm sofort die Verfolgung der Räuber auf. Die Banditen wurden in der Wohnung des Professors Glatzls, die sie auszurauben beabsichtigten, da sie sich voll ständig sicher fühlten, ertappt. Zwischen ihnen und der Polizei entspann sich ein lebhaftes Feuergefecht. Während cs zwei Banditen gelang zu flüchten, wurde der dritte lebensgefährlich verletzt. Die polizeilichen Erhebungen ergaben, daß es sich um den stellenlosen Kellner Slawinski, bei dem auch die geraubten 400 Dollar gefunden wurden, handelt. Der ganze Raubplan scheint von ihm ausgeheckt worden zu sein. Die Banditen hatten eine leere Wohnung für ein „Zahn-Atelier" gemietet, um ihren Plan durchführen zu können. Der schwerver--. letzte Bandit befindet sich in Behandlung des Prof. Glatzl. Mit welchen Gefühlen der Arzt den Kranken behandelt, kann man sich Wohl vorstellen. Die Rache der Bienen. In einer kleinen Gemeinde bei Zalaeger-szeg ist ein Bauer mit seinem Pferdegespann bei einem Bienenstock stehen geblieben. Gin Pferd wurde von einer Biene gestochen, das Gespann wurde scheu und die Pferde zerstörten den Bienenstock. Daraufhin wurden sie von Tausenden von Bienen über« fallen und zu Tode gestochen. Ter Bauer selbst konnte sich ■ nur durch rasche Flucht retten. ■ Amerikas Milliardendefizit. W a s h i n g t o n, 20. Mai. Das Schatzamt gibt das Defizit für den Staatshaushalt 1930/31 mit 973 Millionen Dollar (5414 Milliarden Dinar) an. Man befürchtet allgemein, daß eine Steuererhöhung nicht zu umgehen sein wird. üergeßen Sie mehl! Der Weg.ihres . AM SÄX Glückes ist in der 4mAUS reiches Jugo.lawieh. ■ Es gelangen an die Teilnehmer über MilBIOnen in Barem ohne Abzug ßioleSF zur Auszahlung Für die Auszahlungen garantiert der Staat. 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Am 9. Mm 1929 suchte eine Patientin das Bestrahlungsinstitut von Frau König auf. Sie war hochgradig an doppelseitiger offener Lungentuberkulose erkrankt. Mit einer Genesung der Patientin war kaum noch zu rechnen, da die Krankheit bereits zu große Fortschritte gemacht hatte. Dr. Glaser entschloß sich daher, der Patientin drei Bestrahlungen zu geben. Aber auch diese halfen nichts. Nach einer Woche starb die Kranke. Nunmehr wurde Anklage gegen Dr. Glaser und Frau König erhoben; denn die Staatsanwaltschaft sah in der Diagnose des Arztes einen schweren Kunftfehler. Auch Frau König hätte dank ihrer Kenntnisse die Fehler des Arztes feststellen müssen. Dr. Glaser und Frau König verteidigten sich damit, daß sie angaben, bei dem hoffnungslosen Zustand der Patientin sei ein A b weichen in der üblichen Behandlungsmethode durchaus gerechtfertigt gewesen. In einem solchen Falle dürfe der Arzt jedes Mittel, das Aussicht auf Erfolg verspreche, anwenden. Tatsächlich seien durch die Behandlung in dem Bestrahlungsinstitut viele Kranke völlig genesen. Als Beweis für ihre Behauptung.hallten die Angeklagten 30 Zeu gen, die als. Patienten in Behandlung gewesen waren, genannt. Da deren Ladung jedoch abgelehnt worden war, ließen sie die Angeklagten auf eigene Kosten zum Gericht kommen. Von den 30 Zeugen wurden drei vernommen. Sie erklärten, daß sich ihr Zustand auf Grund der Behandlung in dem Bestrahlungsinstitut von Frau König erheb lich gebessert habe. Die dazu vernommenen Aerzte lehnten jedoch ein endgültiges Urteil ab. Wichtig war vor allem das Gutachten der Sachverständigen. Sie bejahten die Frage, ob ein Kunstfehler Vorgelegen habe, denn nach dem üblichen Verfahren dürften bei so vorgeschrittener offener Lungentuberkulose keine Bestrahlungen vorgenommen werden. Jedoch gaben sie p, daß an sich in dem Institut von Frau König Heilerfolge an Patienten erzielt worden sind. Das Gericht kam zu einem Freispruch der Angeklagten, obwohl es das Vorliegen eines Kunstfehlers annahm. Denn der ange-klagte Arzt Dr. Glaser habe den gefährlichen Zustand der Kranken erkannt, seine An Ordnung sei jedoch auf den Wunsch zurückzu-sühren, der Patientin zu helfen. Deshalb habe keine Fahrlässigkeit Vorgelegen. Spott Oltariborer FrüMhrs-Srabfabren Für das am 24. und 25. Mai (P fingst-feiertagen) stattfindende Frühjahrs-Terby-Meeting sind bereits der Großteil der genannten Pferde aus dem In- und Auslande eingetroffen, aus welchen Grunde auf der Rennbahn in Tezno in den letzten Tagen ein reges Treiben zu bemerken ist. Den gan zen Tag über wird fleißig trainiert und sind vom Großteil der Pferde ganz respektable Leistungen zu bemerken. Sind die Pferde im Stande, die bisher gezeigten Arbeitsleistungen auch in den Rennen zu bestätigen, so kann dem Publikum ganz erstklassiger Sport geboten werden. Die Beteiligung am Reit-Turnier wird, wie bereits mitgeteilt, eine hervorragend starke sein. Die erstklassigen Reiter und das ausgezeichnete Pserdematerial bürgen auch hier für einen interessanten Verlauf. Beginn der Rennen an beiden Tagen um 15 Ahr. Ständiger Autobusverkehr zwischen der „Velika kavarna" und dem Rennplatz ab 14 Uhr. für alle Amateure jugoslawischer Staatsangehörigkeit. Gespielt wird nach dem Reglement des I. T. S. mit Dunlop-Bällen. Anmeldungen sind an Herrn Radovan Se-p e c zu richten. Außer den Herren- und Dameneinzelspielen und Doppelspielen sowie dem gemischtem Doppel wird auch eine Juniorenkonkurrenz für Spieler unter 18 Jahre ausgetragen. Die Wettkämpfe gelangen auf allen Plätzen des SSK. Maribor zur Austragung. Die Turnierleitung setzt sich aus den Herren Dr. Stamol, Sepec, Babiö, Prof. Seunit, Loos,. Ing. Mis, Gilly und Frau Dr. Ravnik zusammen. es gelang, die Gäste aus dem Dreiinselreich mit 3 : Ü (2 : 0) zu schlagen. ©usafer Fußballer in Makibor Der bekannte Fußballmeister des Küstenlandes, der Sportklub „O r i e n t" aus Susak weilt nach langen Jahren wieder einmal in der Draustadt. Die Gäste, die in dieser Zeit einen äußerst abwechslungsreichen und anregenden Entwicklungsgang genommen hatten, stehen zurzeit nicht nur an der Spitze der Sportbewegung im Küstenland, sondern genießen auch weit über die Grenzen unserer engeren Heimat Ruhm und Namen, Zu wiederholten Male konnten sie verschiedenen Zagreber Vereinen und auch italienischen Klubs ihre Ueberlegenheit aufbürden, sodaß ihr zweites Auftreten in Maribor gewiß ein Ereignis bedeuten wird. Die Gäste spielen an beiden Pfingsttagen und zwar jedesmal um 18 Uhr am „Maribor"-PIatz. Tennismeisterschaft des Draubanaiö Der SSK. Maribor bringt auch Heuer die Tennismeisterschaften des Draubanats zur Durchführung. Das Turnier beginnt Samstag, den 23. d. und wird an den folgenden Tagen fortgesetzt. Die Konkurrenz ist offen Der Davis-Eup In der europäischen Zone des Davis-Cups wurden in der letzten Woche die Kämpfe in der zweiten Runde beendet. In der ersten Runde blieben bekanntlich Monaco, Deutschland, die Schweiz, Oesterreich, Spanien und Ungarn auf der Strecke. In der zweiten Runde siegte Japan gegen Jugoslawien, Aegypten gegen Finnland, England gegen Belgien, Südafrika gegen Irland, die Tschechoslowakei gegen Griechenland, Italien gegen Holland, Dänemark gegen Rumänien und Polen gegen Norwegen. In der dritten Runde treffen folgende Paare aufeinander: Japan gegen Aegypten, England gegen Südafrika, Tschechoslowakei gegen Italien, Dänemark gegen Polen. Man darf wohl annehmen, daß Japan, England und Dänemark in die Vorschlußrunde aufstei gen werden, schwieriger ist die Vorhersage im Falle Tschechoslowakei gegen Italien, besonders wenn Morpurgo sich inzwischen verbessert haben sollte. In Amerika sind die Kämpfe in der südlichen Zone beendet. Argentinien hat sich für das Finale gegen den Sieger der nordamerikanischen Zone qualifiziert. Diese werden ohne Zweifel die Vereinigten Staaten sein, die noch Kanada zu schlagen haben. Tbeater und Kunst Wationaltbeater in Maribor Repertoire Donnerstag, 21. Mai, 20 .Uhr: „Ein Ereignis in der Stadt Gap". Abonn. A. Kupons. Freitag, 22. Mai: Geschlossen. Samstag, 23. Mai: Geschlossen. Sonntag, 24. Mai, 15 Uhr: „Der verzauberte Frosch." Kindervorstellung zu ermäßigten Preisen. Letzte Aufführung. — 20 Uhr: Zirkusprinzessin". Ermäßigte Preise. Letzte Aufführung. Montag, 25. Mai, 20 Uhr: „Alexandra". Gastspiel Stefan I v e l j a. Ermäßigte Preise. Letzte Aufführung. -*>»<— : S. K. Rapid. Bei schlechter Witterung findet die Spielerversammlung heute, Donnerstag, um 20 Uhr im Cafz „Rotobz" statt, worauf alle Spieler nochmals aufmerksam ge macht werden. : SK. Svoboda. Sämtliche Spieler haben sich Freitag, den 22. d. um halb 20 Uhr zuverlässig im Vereinsheim einzufinden. Die ipielrequisiten sind mitzubringen! : Die Wintersportsektion des Slow. Al-penvercines hält am Freitag, den 22. d. um halb 20 Uhr im Jagdsalon des Hotels „Drei" ihre diesjährige Jahreshauptversammlung ab, worauf wir alle Mitglieder nochmals aufmerksam machen! : Die Jahreshauptversammlung des Jugoslawischen Wintersportverbandes findet am 7. Juni statt. Der Mariborer Unterverband wird eine Reihe von Vorschlägen beantragen. : Die Schotten verlieren auch in Italien. Unter ungeheurer Anteilnahme des Publikums traf die schottische Auswahlmannschaft in Rom auf die italienische Nationalelf, der Nadio Freitag, 22. Mai. I Ljubljana 12.15 und 13: Reproduzierte Musik. — 20.30: Opernarien. — 21: Salonorchester. — Beograd 20: Vokalkonzert. — 20.30: Klavierkonzert. — 23: Abendmusik. — Wien 20.50: Kammermusik. — 22: Abendkonzert. — Mährisch-O st r a u 18.25: Schrammel. — Mühlacker 19.45: Volksliederäbend. — 22.40: Schlagerstunde. — Toulouse 12.45: Orchestermusi'k. — 20: Hawanische Gitarrenlieder. — 22.45: Orchester Navarra. — 23.30: Argentinisches Orchester. — Bud a-p e st 19.15: Humoristisches Konzert. — Anschließend Konzert der Zigeunermusik. — P r a g 21: Opernabend. — 22.20: Klassische Musik. — Rom 20.55: Symphoniekon-zert. — Mailand 22: Operettenabend. — Warschau 20.15: Symphoniekonzert. — Daventry 21.35: Orchesterkonzert. — 23: Tanzmusik. StefawBelaj aus .5 Eos ja vas stürzte aus der Straße, wobei 'er einen Bruch des linken Armes erlitt. — Das 21jährige Dienstmädchen Antonia Pavlovie aus Celje glitt au? der Treppe aus und trug hiebei eine Fraktur des linken Beines davon. Alle Verunglückten wurden in das. Allgemeine Krankenhaus überführt. c. Arbeitsunfälle. In Tremarje fiel dem 30jährigen. bei dem Besitzer Cencelj beschäl tigten Arbeiter Franz Lesnif während der Arbeit ein fchtserer Stein aus den rechten Fuß und verletzte ihn erheblich. — In Polj Lane verletzte sich der 51jährige Besitzer Jakob Landeker beim Holzbehauen mit der Axt das rechte Bein. — Beide wurden in das Allgemeine Krankenhaus gebracht. c. Von einem unbekannten Auto überfahren wurde Sonntag abend in Debar bei Lasko der 24 jährige Arbeiter Anton D e-z e I a f aus Sv. KriÄof bei Lasko. Das Rettungsauto brachte ihn in das Allgemeine Krankenhaus, wo man schwere Verletzungen am linken Fuß und an den Rippen feststellte. r. Im Stadtkino wird auf allgemeines Verlangen Donnerstag abends der kolorierte Sprechfilm „20.000 Meilen unter dem Meere" nach dem berühmten Romane von Jules Verne wiederholt. 0 <«■ Aus Gelle c. Autobusverkehr zu Pfingsten in das Logartal. Das Städtische Autobusunternehmen verlautbart, daß aus allgemeinen Wunsch von Ausflüglern an beiden Pfingst-feiertagen ein Autobus in das Logartal verkehren wird und zwar mit Abfahrt um 16.15 Uhr aus Celje und 0.45 aus dem Logartale. Im Bedarfsfälle wird noch ein zweiter Autobus eingestellt, der in der Früh von Celje und abends vom Logartal abfahren wird. Dieser zweite Autobus wird aber nur in dem Falle verkehren, wenn an die Kanzlei des städtischen Autobusunternehmens ge nügenid Anmeldungen gelangen werden. c. Unfälle. Der 28jährige Arbeiter Franz Simen: aus Dolnja Suha siel beim Dachdecken zur Erde und brach sich an zwei Stellen den rechten Arm. — Der 17jährige Aus Vitalste ik. Einbrnchsdiebstahl. In der Nacht vom 16. auf den 17. d. wurde in der Ortschaft Stranice in das Gemischtwarengeschäft der Firma M. A r z e n s e k ein Einbruchs-diebstahl verübt, wobei von den Tätern ver schiebene Waren im Werte von mehreren Tausend Dinar gestohlen worden sind. Der hievon benachrichtigte Gendarmerieposten in Bitanje begab sich sofort auf die Suche nach den unbekannten Tätern. Die Eruierung derselben wäre umsomehr wünschenswert, als im Laufe der letzten zwei Jahre bereits fünf Einbrüche in das genannte Geschäft verübt wurden. Den Einbrechern könnt« man bisher noch nicht auf die Spur kommen. ik. Vereinsinspizierung. Am 17. d. fand Hierselbst eine Inspizierung der Freiw. Fev erwehr statt, welche von den Delegierten des Feuerwehrverbandes, Herren Gologran« und B e n g u st vorgenommen wurde. Nach der Inspizierung fand im Gasthause' Pirch eine gesellige Zusammenkunft der Vereins-Mitglieder statt, bei welcher der Delegiert« Vengust an die Anwesenden eine das Ver-einswesen berührende Ansprache hielt, bi« von den Versammelten beifällig ausgenommen wurde. * Gallen-, Nieren- und Blasensteinkranke, \v wie Leute, die an übermäßiger Harnsäurebildung und Gichtanfällen leiden, regeln durch Gebrauch des natürlichen „Franz-Joses"-Bittevwassers ihre träge Tarmverrichtung. Männer der ärztlichen Praxis haben sich überzeugt, daß das Franz-Joses"-Wasser ein sicheres und äußerst schonen» wirkendes, salinlsches Abführmittel ist, so daß e! auch bei Prostatahypertrophie empfohlen werden kann. Hamld Bemkovens blondes Modell Roman von Gert Rothberg. Copyright by Martin Feuchtwanger, Halle a. d. Saale. 81. Fortsetzung. Verband der eine Absicht mit seinen Worten? Nein! Doch wohl nicht! Eher las man in (einen Augen etwas Uebersonnenes! Hätte der Gelehrte recht? Nein! Reas wunderschöner junger Körper war ein göttliches Geschenk. Fort mit den Kunst werken uralter und moderner Kultur, wenn es galt, zwischen ihr und Rea zu wählen! Sein ganges heißes Empfinden gehörte diesem blonden Mädchen. Ae Kunst! Zivttes Gnadengeschenk! Wer doch noch höher das lebende Kunstwerk Gottes: der Mensch. Rea! Sie war das Höchste! Ihre Liebe alles! Durch sie würde er die höchste Stufe der Kunst erreichen, weil sie mit ihm lebte, mit ihm litt, mit ihm zusammen um die letzte Vollendung rang, mit ihm zusammen entbehrt hätte, wenn er das Gedeihen seiner Kunst verlangte. Das alles war die kleine, blonde Rea! Sie, die ihm als ein Kind erschienen war und in deren zartem, holdem Körper eine reine Seele wohnte. Bernkoven strich sich über die Stirn. „Verzeihung, ich bin zerstreut. Ich kann Ihnen nicht recht geben. Ich stelle das Leben über tote Kunstwerke!" Ein müdes Lächeln ging über das Gesicht des alten Fürsten. Er machte eine gütige Handbewegung. „Das Recht der Jugend! Ich verdenke es Ihnen nicht!" Dan - schwiegen sie wieder und schauten in den Garten hinab, wo eine der südlichen Schönheiten die andere verdrängte. Helge lehnte mit halb geschlossenen Augen noch immer an der Säule und hörte auf die halblauten, heißen Liebesworte. „Ich liebe Sie, Madame! Ich möchte für Sie sterben!" Eine Wolke süßen Giftrausches ging über Helge hin. Die Glieder waren matt und schwer. Und Prinz Trenti flüsterte: „Ich muß Sie allein sehen. Bestimmen Sie, wann und wo!" „Ich — heute kann ich es noch nicht. War ten Sie!" gab sie leise zurück. Da zuckte ein Triumphlächeln über des jungen Prinzen Gesicht Ex verbeugte sich. „Gehorsamer Diener, Madame." Sie gingen dann, begleitet von den beiden Herren, zum Wagen. Der Abschied war herzlich. Der Fürst bedauerte es noch einmal. daß seine Freunde das in Aussicht genommene Fest nicht besuchen würden. Dafür aber wollte er anderntags auf jeden Fall am Abend im Hotel sein, um noch einige vergnügte Stunden mit ihnen verleben zu können. . Der Wagen fuhr davon. Beide Herren sahen ihm nach, so lauge sie ihn sahen. Fürst Trenti hob warnend den Finger. Prinz Manuel lachte. Da sagte Fürst Trenti eindringlich: „Kreuze den Weg Bernkovens nicht; es tut nicht gut!" Und wieder lachte der Prinz. * Im Hotelzimmer standen sich Helge und ihr Mann gegenüber. An Helges Kleid waren einige der dunklen Rosen befestigt, die der Prinz ihr geschenkt. Spöttisch lächelnd blickte Bernkooen auf diese duftenden Blüten; doch er erwiderte nichts. Helge kämpfte mit sich selbst; dann sagte sie: „Du willst mir nicht sagen, was dich dazu treibt, das Fest nicht zu besuchen? Ich könnte denken, daß es die Lust ist, mir eine Freude zu verderben." Er sah sie fest an. „Glaubst du im Ernst daran, Helge? Doch ich habe meine Gründe. Das muß dir genügen." „Du hast kein Verständnis für das, i®?2 mir Bedürfnis ist", sagte sie und stampf16 mit dem Fuße auf. „Wenn dir die Galanterien eines unreifen Knaben schon heute den Kopf verdrehtes Helge, dann darfst du dich nicht wundern, daß ich dem Vorbeugen will, daß man 111 Rom deinen Namen mit 'dem des Prinzen Trenti in einem Atemzuge nennt." „Du beleidigst mich!" fuhr sie auf. „Wirklich, Helge? Aber du wirst doch nich1 leugnen wollen, daß du dich in der Anbetung des Prinzen sehr wohlgefühlt hast« Erschreckt sah sie ihn an. Und das, wa^ sie mi, ihm verband, unlöslich, fordernd, reckte sich, verlangte sein Recht." Bernkovens dunkle,. hohe Gestalt statt straff ausgerichtet. Des Prinzen jungenW schlanke Gestalt rückte von ihr fort. £ hellen Flammen schlug die Seitwutschaft ihr zusammen. Sie stürzte an des Ga Brust: „Hab' mich doch lieb um unser Km willen." „Helge?" „ Er zog sie an sich, küßte sie, voll ^ daß er ihr auch jetzt nichts werter g. konnte als den Willen, ihr ein pter zu sein. S^kst Kind! , Etwas unsagbar Köstliches war «5. (Fortsetzung folg"' Mar-borer Zeitung" Nummer 135. Die Prämie von Din 500.000'— ist auch diesmal auf das bei uns gekaufte Ganze Los Nr. 9564 (%) 6313 entfallen. — Nächste Ziehung: 20. Juni 1931. BANK-KOMMANDIT-GESEILSCHÄFT A. REIM & CO. ZAGREB: Gajeva 8 — 3lica 15 — Tr« Kralia Tomlslava 17. BEOGRAD: Knez Mihailova ulica 47. Lokale C VensionebeUtäge settens Der GtaatspensionMen Verlautbarugn der Finanzdirektion. Das Beamtengesetz vom 31. Marz be stimmt u. a., daß jene Staatsbediensteten, die vor Inkrafttreten der neuen Bestimmun gen nach dem bisherigen Gesetz vom 31. Iw U. 1923 pensioniert worden sind, vom 1 April d. I. an zur Stärkung des Pension^ fonds beizutragen haben.. Die Basis bilden jene Bezüge, die als Grundlage für die Be wessung der Personalpension dienten, d. H. der Grund und der Rangsgehalt sowie die Wohnungszulage. Der Pensonsbeitrag Be trägt demnach 5% von diesen Bezügen und nicht etwa, vielfach angenommen wird, von der Pension. Die Entrichtung des Pensionsbeitrages gilt seit der Versetzung in den Ruhestand. Im Sinne dieser Bestimmungen werden die. Pensionsbeiträge seitens der Ruheständler für die Monate April, Mai und Juni d. I. bei der Flüssigmachung der Pensionen für den Monat Juni zusammen abgezogen, in Hinkunft werden jedoch die Abzüge regelmäßig jeden Monat erfolgen. Die Einzahlung der Pensionsbeiträge für die Zeit von der Versetzung in den Ruhestand bis 31. März 1931 wird vom Finanzminister nach-lräglich verfügt und die Art und Weise des Abzuges bestimmt werden. Eröffnung der Drauschissahrt Samstag, den 23. d. vormittags eröffnet das Motorboot „Maribor" seine diesjährigen Fahrten zwischen der Lend und dem Änselbad. Die Abfahrt von Maribor erfolgt M einstündigen Intervallen, die erste um 10, dann um 11, 12 usw. bis 19 Uhr. Bei genügender Frequenz fährt das Boot auch Nach um 20 Uhr von der Lend ab. Die Rück-von der Insel erfolgt in einstündigen Intervallen von 10.35 bis 19.35, eventuell °Nch um 20.35 Uhr. . Dem Vernehmen nach gedenkt die im Vor-lnhr gegründete Drauschiffahrts-Gesellschaft, deren Leitung jetzt Herr Leo P o l j a n e c Übernommen hat, den Anlegeplatz von der Wnd in die unmittelbare Nähe der Reichs« .^ücke zu verlegen, um dadurch den Wün-Wn des Publikums entgegenzukommen. Es verlautet auch, daß sich die Unternehmung jdit der Absicht trägt, ein zweites Motor« °°t anzuschaffen. m. Sitzung des Gcmeinderates. Der Ma- lborer Gemeinderat hält am Freitag, den ; d. seine nächste Sitzung ab. An der Ta-yesotdnung sind verschiedene Fragen und ,°r!chläg. .sowie Berichte der Präsidiums nb der einzelnen Ausschüsse. «tat?' 8116 Zeichnungsstelle für die inter-tz, °7le 7 % igc Stabilisierungsanleihe in Qürfi x Königreiches Jugoslawien fungiert bode 9 hiesige Banatssparkasse am Trg svo , unb die Filiale der Sparkasse des ^ubanats in Celje. ^Ebblatt für das Draubanat Uü/^'^jcht in seiner Nummer 31. u. a. !e6 "ber die grundbuchmäßigen Tei- Donnerstag, den 21. Mai langen, Abschreibungen und Zusätze, das Reglement über die Durchführung des Gesetzes über die Zollbegünstigungen für die Hotel-industrie und das Reglement über die Kontrolle über Rekonvaleszente und Keimträger. m. Die Mariborer Sparkassen, und zwar die Städtische Sparkasse, die „Posojilnica" im Narodni dom und die „Spodnjestajerska posojilnica" teilen dem P. T. Publikum mit, daß sie am Samstag, den 23. d. den ganzen Dag über nicht amtieren. m. Aus dem Gemeindeamt in Razvanje. In den Gemeinderat von Razvanje wurde dieser Tage der Besitzer Herr Mirko R o t jun. aus Zg. Radvanje berufen. m. Großmeister Spielmann unter den Mittelschülern. Der österreichische Großmeister Rudolf S p i e l m a n n. wird am 28. d. gegen die stärksten Spieler des hiesigen Schachklubs der Mittelschüler ein Simultanspiel absolvieren. Anmeldungen nimmt der Klubobmann Bogdan P u 8 enj a k zwischen 12 und 14 Uhr in der Miklosiöeva ulica 2, 2. St., gegen Entrichtung der Gebühr von 80 Dinar entgegen. Die Veranstaltung wird am hiesigen Staatsgymnasium stattfinden. m. Die Donkosaken in Maribor. Die Wiener Kritik über die Donkosaken, die Samstag, den 23. d. in Maribor konzertieren werden, sagt: „Es war etwas ungemein Sympathisches um diese Platow-Doakoja-ten . . . Die Männer in schlichten weißen Blusen gewannen im Flug den besetzten Saal. Das Publikum belohnte das große Können mit rauschendem Beifall. Aus den Reihen der Kosaken leuchtete eine Stimme besonders hervor, die des Tenors Lewitzki. Ein großer Künstler, mit einem wunderbaren Organ. . . Der Beifall schwoll zu einem gewaltigen Orkan . . Aehnlich wie in Wien schreiben auch die Zeitungen in Berlin, Prag. Rom usw. m. Die Friseurgenossenschaft in Maribor gibt auf diesem Wege dem P. T. Publikum und ihren Mitgliedern bekannt, daß die Friseurgeschäfte in Maribor und Umgebung am Pfingstsonntag ausnahmsweise von 7 bis 12 Uhr geöffnet bleiben, hingegen werden sie am Pfingstmontag den ganzen Tag über geschlossen sein. m. Der Promenademeg am rechten Drau-ufcr, dessen Fertigstellung immer wieder hinausgeschoben werden mußte, soll nun jetzt endgiltig zu Ende geführt werden. Damit soll das allzu eintönige steile Drauufer ein gefälligeres Aeußere erhalten. m. Der Fischereiverein teilt seinen Mitgliedern mit, daß Samstag, den 23. und Sonntag, den 24. d. in Bohinjska Bistrica im Hotel „Triglav" ein Fischereikongreß stattfindet. Zusammenkunft am 23. d. um 19 Uhr. An des Tagesordnung sind mehrere Borträge, darunter auch vonseiten unseres bekannten Fachmannes, Herrn Dr. Her« man Krauß. Am 24. d. Besichtigung -der Banal-Fischzuchtanstalt. Um 12 Uhr gemein fames Mittagmahl (pro Kuvert 16 Dinar. Nächtigung 10 Dinar). Bahnfahrt 50% Nachlaß. Bei der Abfahrt lösen die Teil-i nehmer die ganze Fahrkarte, welche mit ber ] FIRMUNGS- GESCHENKE nui vorn Uhrmacher GOSPOSKA 15 Besichtigen Sie die ausgeschriebenen Preist in meinen Schaufenstern 1 5o7U Zahlungs- Erleichterungen Teilnahmsbestätigung auch für die Rückfahrt gilt. — Der Ausschuß. m. Einen neuen Rüstwagen hat die Freiwillige Feuerwehr in Sv. Janz am Drau-felde käuflich erworben. m. Schöner Erfolg unseres Daktyloskopen. Wie schon berichtet, wurde gestern ein gewisser I. T. wegen dringenden Verdachtes, den Einbruch in die Verkaufsbaracke beim Palais des Kreisamtes für Arbeiterversicherung verübt zu haben, festgenommen. Dem Manne, der jede Schuld leugnet, konnte auf Grund der vorgenommenen Fingerabdrücke die Tat nachgewiesen werden. Heute wurde auch ein Teil der gestohlenen Waren in der Wohnung des Täters vorgefunden. m. Auf der Straße verunglückt. Der Arbeiter Matthias Grivec glitt gestern in der Meljska cesta so unglücklich aus, daß er mit dem Kopf am Pflaster aufschlug und für kurze Zeit bewußtlos liegen blieb. m. Die Obduzierung der Kindeslciche, über die wir in der vorletzten Nummer berichteten, ergab, daß das Kind wegen der schwierigen Geburt gestorben sei Die Staats anwaltschaft hat deshalb die weitere Untersuchung eingestellt. m. Auf der Treppe verunglückt. Der in einer hiesigen Restauration Bedienstete Schankbursch Wilhelm I e l e n glitt gestern mit einer großen Weinflasche in der Hand auf der Kellerstiege so unglücklich aus, daß ihm die Scherben der zertrümmerten Flasche die Adern an der rechten Hand schwer verletzten. m. Wetterbericht vom 21. Mai 8 Uhr: Luftdruck 738, Feuchtigkeitsmesser —1, Barometerstand 736, Temperatur +14.5, Wind richtung NS, mit westlichem Wolkenzug, Bewölkung ganz, Niederschlag 0. Umgebung Nebel. m. Von einem Ast schwer verletzt. Der Magistratsangestelltengattin Josefine Res fiel gestern im Wald bei Bohova ein großer Ast auf den Kopf und fügte ihr schwere Verletzungen bei. m. Von einer Sandviper attakiert wurde gestern unweit von Selnica ein Motorradfahrer. Die Speichen des Hinterrades erfaßten jedoch den giftigen Angreifer und töteten ihn. * Man begreife das ungern ein Bedeutsame der merkwürdigen Wirkungsweise des Odols. Während andere Mund- und Zahnpflegemittel, soweit sie für die ist: i ich« Zahnpflege überhaupt in Betracht kr ui men, lediglich während der wenigen Sekunden des Mundreinigens ihre Wirkung ausüben, wirkt das Obol noch stundenlang, nachdem man sich die Zähne geputzt hat, nach. Durch diese ganz eigenartige Dauerwirkung des Odols werden die zahnzerstörenden Gä-rungs- und Fäulnisprozesse im Mund stundenlang gehemmt,, bezw. unterdrückt. * Aus Bad Gleichenberg wird mitgeteilt: Der letzte Termin für den Antritt der' so günstigen Pauschalkuren ist der 24. Mai. Wie bekannt, werden Wohnung, Verpflegung und eine Normalkur (pneumatische Kammern und Inhalationen oder kohlen» saure Bäder und Inhalationen) für 3 Wochen zum Preise von 273 Z geboten. Auch die Kurtaxe ist in diesem Betrage inbegriffen. * Blumenfest und Tanzkonkurrenz — 2 Damenpreise — 2 Herrcnpreise — Samstag in der Velika kavarna. 6297 * Der aufmerksame Ehemann speist tim Sonntag grundsätzlich nicht zu Hause. Wenigstens einmal in der Woche will man seine Frau im Haushalt entlasten. Ißt man in der öffentlichen Mensa am Slomskov trg 6 (Krankenkafsa) doch so gut und billiger als zu Hause. 1557 Aus ißiuj P. Georg Schuster f. Nach kurzer Krankheit ist Dienstag abends der hiesige bekannte Spenglermeister Herr Georg Schuster im schönen Alter von 72 Jahren gestorben-Der Verblichene war seit dem Jahre 1891, also volle vierzig Jahre hindurch ein eifriges und aufopferungsvolles Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr. Das Leichenbegäng nis findet heute, Donnerstag, um 17 Uhr statt. Friede seiner Asche! Den schwergetrof. fenen Hinterbliebenen unser innigstes Beileid! Kino Burg-Tonkino. Der 100% ige deutsche Sprech und Tonsilmschlager aus Wien „Das Walzerparadies" mit Grell Theimer. Gharlotta Suza, Ernst Verebes, Jose Be-dorn und Szöke Szakal in den Haupt-rollen. Ein glänzendes Lustspiel. Union-Tonkino: Der große 100% ige deutsche Sprech- und Tonfilm Richard Taubers „Die große Attraktion". In den übrigen Rollen sind Siegfried Arno und Marga rethe W i n k e l st e i n beschäftigt. Apollo-Kino: Samstag, Sonntag und Montag geangt der große Kriegsfilm „Für Ehre und Vaterland" zur Vorführung. Bücherschau 6. Das heutige Oesterreich, eine Darstellung der geograph. Lage und geschichtl. Entwicklung der Republik, ihrer Verfassung, Staats- und Volkswirtschaft nebst einem Anhang über Oester reich als Reiseland. Herausgegeben von der Kammer für Handel, Gewerbe und Industrie in Wien. b. Beim Verlag Tauchnitz-Leipzig sind im April folgende englische Werke zu je 2 Mark erschienen: The Road to Marrakesh von George Goodehild. — Cinderolla's daughter von John Erskine. — Christine von Julian Green. — Very Good, Jeeves! von P. G. Wodehousc. — The and Parallel von John Dos Passos. 14/50 Besmlien Sie ans in Graz! IA'50 Wir hiptpn ihnen erslklassiae Ware bei größter Auswahl in Herren-. 6285 Bleganler Damen-Spangen-Sthuh in braun und beige kombiniert Wir bieten Ihnen erstklassige Ware bei größter Auswahl in Herren-, Damen- und Kinderschuhen von der einfachsten bis zur elegantesten Ausführung. — Sie finden bei uns zeitgemäße Schuhe, wie Opanken in allen Farben. 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Gleichzeitig mit dieser Sanievungsaktion der Kreditanstalt nehmen in Genf Berhand lungert und Beratungen, die bis an den Lebensnerv Oesterreichs reichen, ihren Ablauf. Die Staaten anerkennen die moralische Verpflichtung, irgendetwas für Oesterreich zu unternehmen, um ihm eine wirtschaftliche Existenz zu gewährleisten und von dem ewigen Hangen und Bangen, von dem Das-Le-ben-fristen, zu befreien. Oesterreich steht als Patient da, umgeben von Aerzten, die Konsilium auf Konsilium abhalten, ohne sich für irgendeine bestimmte Therapie zu entscheiden. Es bilden sich Gruppen, die gegenseitig ihre Theorien verwerfen und als unzutreffend bezeichnen, man ist sich darüber einig, daß etwas geschehen muß, daß es sich nicht mehr um schmerzstillende Mittel handeln kann, sondern um eine Heilung, aber man ist sich noch nicht einmal darüber klar, ob eine Kur oder eine Operation vorgenom-men werden soll, geschweige denn über Ausmaß und Dosierung der einzelnen Mittel. Die Bekanntgabe guten Willens ist ein psychisch belebendes Moment, im vorliegenden Fall aber heißt es den Organismus retten, dessen Lebensfähigkeit durch die Amputation wichtiger Teile geschwächt und ausgeblw'et ist. Die günstigen Voraussagen des österreichischen Konjunkturforschungsinstitutes haben leider die Charakteristik nicht ganz begründeten Optimismus erhalten, sie sind nicht eingetroffen, die Wirtschaftslage hat sich nicht geändert, abgesehen von einigen Verschiebungen unter den einzelnen Wirtschaftszweigen, was mit der Saison und den allgemeinen Weltmarkterscheinungen zusammenhängt. Man erwartet für die nächsten Monate eine gleichmäßige Weiterentwicklung ohne wesentliche Abweichungen. Selbstverständlich hängt sehr viel von der Ernte ab, nicht allein vom landwirtschaftlichen Produk tionsergebnis im Inland allein, sondern von den allgemeinen Ernteaussichten. Man muß leider sagen, daß eine gute Ernte in allen Erdteilen nahezu eine Katastrophe bedeuten würde. Bon Wichtigkeit sind ferner für die österreichische Wirtschaft die Beendigung der in Schwebe befindlichen Handelsvertragsver Handlungen mit Jugoslawien und der Tschechoslowakei, die Erledigung des bereits fertigen Vertrages mit Ungarn und zuletzt, aber eigentlich in erster Linie, der Ausgang des Projektes einer Annäherung an Deutsch land. Die Industrie verfügt in bescheidenem trolle wird vorgeschlagen, daß Unternehmungen, die neue Fabriken einrichten oder erweitern oder umgestalten, die Einfuhr von Maschinen dem Ministerium, oder den von ihm bestimmten Organen anzumelden haben sollen, ferner daß nach der Ausstellung eine Komission mit einem Vertreter des Verbandes als Mitglied Maschinen und Anlagen besichtigen solle. Zuwiderhandelnden Fabriken soll die Arbeit verboten werden. Banal- und Bezirksbehörden sollen entsprechende Weisungen erteilt werden. X Nationaldank. Stand vom 15. Mai. Aktiven Metalldeckung gem. Gold 09.3, Sil* ber 17.5, ausl. Val. 0.5, Depots im Auslande 90.4. — Darlehen. Wechsel 1199.5, Wertpapiere 15.2, Kto. Einlösl. Kronennoten 897.7, vorl. Umtausch 126.2, Staatsschuld Betriebkap. Bds. 996.8, außerord. Kred. 2000, Staatsdom 2138.3, Saldo 126.8. — Passiven eingez. Goldkap. 30.0, Res. 13.5, Notenumlauf 4720, Staatskto. vorl. llmt. s o„ Staatsguthaben 53.7, Verbind!. Girokonto 514.0, versch. Verb. 467.8, Staats« gut H. aus verpf. Staatsdom. s. 0. Agio für Goldkäufe 83.0. — Gesammtsumme 8146.8 Mill. Din. — Der Saldo hat sich gegen die Vorwoche um über 62 Mill. Din erhöht, während nach dem Konventionalkurs der Devisenvorrat um 16.6 Mill. zurückging. Es sind demnach Pf. und Doll, stärker zurück gegangen und der tatsächliche Wert des De« visenvorrats erhöht. Lombarddarlehen sind um über 27, Wechsel, um über 13 Mill. vermindert. (Seit Dezember 1930 Verminderung um 132. Mill. Din). Verbindlichkeiten (unter Pass.) sind um 97, der Notenumlauf um 88.7 Mill. Din. gesunken. — 1100 Mill. Din Wert entspricht das gemünzte Gold in der Metalldeckung. Mit 400 Millionen Di« als Teilbetrag aus der Stabil. Anleihe ergibt sich ein Betrag von 150 Mill. Din: das sind die 25% Golddeckung nach dem neuen Währungsgesetz (bei 6000 Millionen Gesamtverpflichtungen der Nationlbank). X Europäische Wirtschaftskonferenz. Aus Genf wird gemeldet, daß dort der Beschluß gefaßt wurde, Ende dieses Jahres eine große europäische Wirtschaftskonferenz einzuberu« fen. Dem Beschlüsse haben sich auch i>ie Außenminister der Großmächte angejchloj« sen. Aus dieser Konferenz sollen alle Wirt« schastssragen zur Erledigung gelangen. X Ungarisch-rumänische AgrarvcrhandluN gen. In Budapester Wirtschastskreisen ver« lautet, das; in der nächsten Zeit Vertretet der ungarischen und der rumänischen treideexportfirmen zu einer gemeinsamem: Beratung zusammentreten, um auf Grund von praktischen Erfahrungen Vorschläge F1 Lösung der Getreidealbsatzkrise auszuarbeiten' welche den beiderseitigen Regierungen untek breitet werden sollen. Die Landwirtschaft' kreise erhoffen sich von dieser Aktion ein* Belebung des Getreideexportes. X Amerikanische Getreideprojekte. der internationalen Getreidekonferenz^ ilf London machte der amerikanische Delegn die Mitteilung, daß die Vereinigten Staw X Heu- und Strohmarkt. M a r i b 0 r, 20. Mai. Die Zufuhren beliefen sich auf 6 Wagen Heu, 2 Wagen Stroh, 4 Wagen Grummet und 2 Wagen Strohgarben. Heu wurde zu 90—130, Grummet zu 120—130 und Stroh zu 50—60 Dinar per 100 Kilo gehandelt. Strohgarben kosteten 1.75 Dinar per Stück. X Textilindustrie gegen Einfuhr von Alt Maschinen. Der Verband der Textilindustrie hat in einer Eingabe das Ministerium für Handel und Industrie ersucht, zu verfügen, daß Textil-Nnternehmungen, die erweitert oder umgestaltet werden, bloß neue noch nicht gebrauchte Textilmaschinen und -Installationen verwenden, dürfen. Zur Kan» Rahmen über russische Aufträge, die Arbeits lost gleit ist ein wenig gesunken, aber all dies sind nur Fluktuationen des Krankheitsorl-des, wie wir sie in allen Staaten beobachten können, das Ansetzen einer ansteigenden Wirtschaftskurve läßt sich noch nicht feststellen, wohl nirgends auf dem Kontinent. (5Ben so unangebracht wie ein Pessimismus, der in Defaitismus auszuarten droht, ist auch ein Optimismus in bezug auf die wirtschaftlichen Verhältnisse in Mitteleuropa. Es hat nicht nur keinen Sinn, sich solchen Hoffnungen hinzugeben/sondern es ist auch in höchstem Ausmaß gefährlich. Wir müssen uns darüber klar werden, daß ohne eine wirkliche befreiende Tat keine Aenderung eintreten kann und wird. Dies gilt für Österreich, aber um nichts weniger auch für die Staaten im Osten und Süd-osten Europas. Die verschiedenen Projekte, die in Gens das Licht der Welt erblicken, besitzen einen Kern von Zweckmäßigkeit, alle laufen schließlich auf das gleiche hinaus, indem sie eine gegenseitige Annäherung herbei führen wollen, nur sind die Partner jeweils verschieden (aus politischen, nicht aus wirtschaftlichen Gründen), alle kreisen um Oester reich, als Kernpunkt. Ein Plan jagt den zweiten. Im Kreise? Dr. H. K. Geireidemonopol in Der Tschechoslowakei? Die Prager Wirtschaftsminister hielten eine Beratung ab, die sich hauptsächlich mit der Frage der Erntesicherung befaßte, u. a. mit dem Problem der Agrarkredite und dem Projekt des Getreidemonopols, das bereits im Vorjahre aufgetaucht ist und jetzt konkrete Formen anzunehmen beginnt. Man rechnet damit, daß die diesbezüglichen Verhandlungen vor dem 25. Mai soweit fortgeschritten sein werden, daß die Beschlüsse als Grundlage für die Wiederaufnahme der Handelsvertragsverhandlungen mit U n-garn und deren günstigen Abschluß dienen können. In welcher Form das Getreideeinfuhrmonopol eingeführt werden soll, hängt von dem Ergebnis der Beratungen ab, die zur Zeit zwischen den Koalitions-Parteien schweben. Der österreichische Anteil an der Stabilisierungsanleihe Jugoslawiens. Von der 7%prozentigen jugoslawischen Stabilisierungsanleihe in der Höhe von 1025 Millionen fr. Franken wird eine österreichische Quote von 12.5 Millionen fr. Franken in Wien emittiert werden, und zwar bei der Wiener Länderbank und dem Bankhaus Kux, Bloch & Cie. Im Mittelpunkt des mirtjchastlichen Lebens Österreichs standen natürlich in den letzten Tagen die Bemühungen um Sanierung der Kreditanstalt für Handel und Gewerbe. — Es handelte sich hier doch um ein Institut mit ausgedehnten internationalen Beziehungen und einem besonders dichten Netz von Interessengemeinschaften und Beteiligungen von führenden Instituten der Nachbarstaaten, insbesondere Jugoslawien und Polen. Jetzt erst, wo die Angelegenheit als erledigt betrachtet werden kann, wo der ganze Komplex der Angelegenheit aus der Rubrik des Nachrichtendienstes wieder in die Spalten volkswirtschaftlicher Betrachtungen zurückkehrt, kann man objektiv und über der Situation des Augenblicks stehend die Dinge klar sehen. Wenn man zurückschaut, erschauert man und die Worte vom „Ritt über den Bodensee" haben hier wirklich Berechtigung. Das führende Institut hatte derartige Verluste erlitten, die Einbußen summierten sich dermaßen, daß geholfen werden mußte, wenn nicht die Grundfesten von Staat und Wirtschaft, aber auch des gesamten Wirtschaftslebens Mitteleuropas bis in die Tiefen erschüttert werden sollen. Dieser Vorfall hat allerdings auch die Gelegenheit gegeben, dem Kontinent zu zeigen, daß das Wort von der österreichischen „Gemütlich-feit" nicht restlos Berechtigung hat, denn die Regierung hat diesmal, im Interesse aller, mit einer Energie und Entschlossenheit eingegriffen, die wirklich beispielgebend war. Wir wissen aus Katastrophen des täglichen Bebens, daß die unmittelbaren Auswirkungen meistens weniger Opfer fordern, als die Panik, die in deren Ablauf auftritt. So wäre dies auch im Falle der Kreditanstalt gewesen, dies ist verhütet worden und nach dem ersten Tag vorübergehender Unruhe der kleinen Einleger hatte sich jegliche Besorgnis gelegt. Wir müssen aber darüber hinwegblicken und erfassen, daß die nunmehr behobenen Schwierigkeiten der Kreditanstalt nicht die wirtschaftlichen Erscheinungen eines Bankinstitutes waren, sondern das äußere Anzeichen einer fortgeschrittenen Entwertung der Jnlandseffetten und der bis zum äußersten gestiegenen Schwierigkeiten in Industrie und Harchel. Me Stockung bei der Kreditanstalt war ganz das gleiche, wie ein Fieber, das bei einem schwereren Krankheitsprozeß auftritt, wenn wir dann gegen das Fieber etwas unternehmen, meinen wir natürlich den Krankheitsherd und nicht die Temperatur, die nur ein sekundäres Merkmal ist und dennoch an und für sich die Kräfte verbraucht, den Organismus aufreibt. Das, was hier erzielt wurde, liegt zu einem größeren Teile auf psychologischem Gebiete als auf rein zahlenmäßigem. Es war ein Beweis dafür, daß man sich gewisser Verpflichtungen gegen die Weltwirtschaft bewußt ist, auch wenn es sich um einen Staat handelt, dessen augenblickliche finanzielle Kraft mancher zu wünschen übrig läßt. Nach der Schaf futtg der Voraussetzungen wird natürlich ein allgemeiner Sanierungsplan in Kraft tre ten müssen, es wird vields reformiert werden müssen und die Engländer, die einen ansehnlichen Teil der Aktien ihr eigen nen-'Tl.-MGu sich vlMussMW in erhöhtem ten in diesem Jahre den Aütaü ibrer w treideprodukte in Europa nicht forciere! werden, da der amerikanische DumpOrb auf dem ohnedies schwer ekschü'ttrten te eine noch größere Krise vcurachen wü 1 de. In Verbindung mit diesem Barsch machte der Präsident den Vorschlag J: Errichtung eines internationalen Ausshch ses zur Regelung der ratienalen Getrei ^ ausfuhr. Alle Deleaate sprachen sich f!ir ‘ Einickr"-'i'ng der Getreideprodnkiion ch." rauenwel Das verläumdete Hühnerei Gesunde oder schädliche Nahrung? Bon Dr. med. F. R i ch a r d. Auch in der Medizin und in der Hygiene gibt es Modeströmnngen. In unserer Zeit, wo Ernährungsvorschriften zu Weltanschauungslehren erhoben werden, gilt das Ei als unmodern. Es soll zumindest überflüssig, wenn nicht gar schädlich sein. Wußte man noch vor kurzem kaum eine gesündere und zweckmäßigere Nahrung als das Ei, so werden heute Kinder und selbst Erwachsene vor einem systematischen und allzu intensiven Eigenuß gewarnt. Es gibt kaum noch Krank heilen, deren Erreger nicht im Hühnerei ihren Sitz hätten. Indessen scheint die Zeit ge kommen zu sein, alle Ungerechtigkeit, die man dem armen Hühnerei widerfahren ließ wieder gutzumachen u. diesem kostbaren Nahrungsprodukt zu den früheren Ehren zu ver helfen. Das Ei ist ein Nahrungsmittel erster Ordnung. Sein Nährwert beträgt 80 bis 90 Ka lorien, entspricht also dem Nährwert von etwa 130 Gramm Milch, 85 Gramm Kalbs Hirn oder 80 Gramm Rindfleisch. Das Ei weiß enthält u. a. solche Substanzen, die, wie Lysin und Tryptophan, für das Wachsen des Körpers von außerordentlicher Wichtigkeit sind. Das Eiweiß enthält ferner eine Reihe wichtiger Mineralsalze, deren Nutzwert auch außer Frage steht. Das Eigelb birgt in sich neben Eier-Oel Stickstoffsubstanz, hauptsäch Itch Lezithyn. Das Eier-Oel enthält Vitamine, deren Bedeutung für den menschlichen und tierischen Körper erst in der letzten Zeit voll ermessen werden konnte. Im Eigelb hat wan folgende Vitamine gefunden: A-Vita win, der Wachstumsfaktor; B-Vitamin, eine nervenstärkende Substanz; D-Vitamin, das stärkste Mittel gegen Rachitis; schließlich nach neuesten Ergebnissen G-Vitamin, das die slechtenartige Hautkrankheit verhindert, die den Namen Pellagra trägt. Es könnte angesichts dieser Eigenschaften des Eis als höchst merkwürdig erscheinen, daß sein Wert als Nahrungsmittel in Frage gesollt worden ist. Und doch ist dies geschehen. $>?an glaubte, dem Ei die Schuld an einer 3teihe von Verdauungsstörungen mehr oder minder schwerwiegender Art zuzuschreiben SU können. Fm Zusammen hang damit wurde das Ei beschuldigt, Ursache verschiedenster Hauterkrankungen, Ausschläge, Oedeme und ®Eenter zu sein. Man ging so weit, dem Hühnerei gewisse paratyphische Erscheinungen zu-Suschreiben. Auf Grund der neuesten Forschung müssen alle diese Angaben und Vermutungen als Verleumdungen schlimmster ^t bezeichnet und als solche abgelehnt werden. Es ist erwiesen, daß ein frisches Ei keine schädliche Wirkungen verursacht und seinen gesundheitsfördernden Einfluß voll auswirken ®fjt. Und bei der heutigen Organisation des ^Vertriebs hat der Verbraucher eine fast hundertprozentige Sicherheit, daß er nur das ?Üig frische Ei geliefert bekommt. Nur eine k'näige Ei-Kategorie ist verdächtig. Es sind az Ej^r, die von Hühnern stammen, welche r1.1 Erhöhung ihrer Legetätigkeit einseitig fob Sleifch' Fleischpulver und ähnlichem Er-i> ..„gefüttert werden. Besonders in nicht« putschen Ländern gibt es besondere Arten dos ^^'schmehl, die, von der Henne genossen, fni!* ^icht verderblich machen. Der Genuß bj ch« Eier stellt an die menschliche Leber, ® die durch die Nahrung in den Körper hi« tie'1s)retatenenen ®*fte SU zerstören hat, gro-jt Anforderungen. Deshalb müssen Leber- Ü6ert ^ bem ^genuß besondere Vorsicht diesen Sondcrfällen abgesehen, kann ißielV ^ute als völlig rehabilitiert gelten. tte; eruft man sich neuerdings auf die Ab« Ajej 9 gegen das Ei, die angeblich gelten. Um . bruft man sich neuerdings auf die vi^.^ung gegen das Ei, die angeblich bei Uefcp,p Personen existiert und die sich zur krasse ^’OuMichfeit .oder gar zur Jdiosyn-6tQiic6pn «,Um bc6 mrdernste Wort zu ge« sehr r r.' -unnphylaxw steigern könnte. Nur feit qeopr' e‘ne solche Ueberempfindlich-UiiegenL;' ™ r @i angeboren. In der über« ustmaTirio' ^Sahl von Fällen ist sie durch es fi5PrrJe. ^smuchnitng überwindbar. Daß N$biofönf,‘ in der Welt so etwas wie Eist- gibt, beweist noch nichts, was gegen das Ei als Nahrungsmittel sprechen würde. Denn es gibt bekanntlich Menschen, die die nützlichsten Gemüsearten nicht vertragen, und auf den Genuß solcher Gemüsearten mit Erbrechen, Hautausschlägen u. sogar Herzbeschwerden reagieren. Diese Grenzfälle, die zur Ausnahmeerscheinungen gehören, können nicht als Argumente für oder gegen ein Nahrungsmittel gelten. Und so ist das Hühnerei vom medizinischen Stand Punkte aus jedem als Nahrung zu empfehlen, wenn auch natürlich nicht in übermäßigen Mengen. Uebermaß oder einseitige Er nährungSweise sind anerkanntermassen ungesund. Doch hat dies mit einem Verzicht auf das Hühnerei nichts zu tun Das Hühnerei kann heute getrost allen empfohlen werden, selbst den Kindern vom 10. Lebeusmo-nat an. Das ist die einzige zurechtfertigte Haltung, die vom Standpunkt der Ernährungshygiene zulässig ist. Das Sonnen von Betten und Kleibern Jedes Jahr beim Frühjahrs-Großreinemachen Pflegen gute Hausfrauen Betten, Matratzen, Kleider und Wäsche zu lüften, zu klopfen und zu sonnen. In Gasthäusern bürgerlich gediegener Art und in sorgfältig gehaltenen Erholungsheimen herrscht der gleiche Brauch nach der Abreise eines Gastes. Ganz besonders, wenn in einer Familie ein ernster Krankheitsfall vorgekommen ist, 6e=j Brandes wurden nach längerer obachtet man die Vorsicht des Sonnens und Lüftens — selbst dann, wenn die obrigkeitlich vorgeschriebene chemische Desinfektion stattgefunden hat, deren zurückgelassene üble Gerüche freilich das Verlangen nach ausgiebiger Lüftung nur zu nahe lagen. Wurde jeder Brauch von jeher instinktiv geübt, so hat neuerdings die Wissenschaft überzeugt nachgewiesen, daß der gesunde Men schenverstand damit unbewußt das Beste und Sicherste getroffen hat, was sich zum Vorteil für die Gesundheit irgend tun läßt. In Betten, Matratzen, Vorhängen, Polstermöbeln, getragenen Kleidern, aufgespeicherten schmutzi ger Wäsche und bergt, stecken nicht nur allerhand unangenehme Dünste, sondern sogar alle möglichen Krankheitskeime. Die Lüftung allein reicht nicht dazu aus, diese Krankheits erreger unschädlich zu machen, sondern nur die Sonne kann ihnen erfolgreich zu Leibe gehen. Professor Friedrich von Esmarch, der große preußische Chirurg, hat durch eingehende, fortgesetzte Versuche diese wichtige Wahrheit unwiderleglich bewiesen. Er züchtete systematisch die Bazillen zu allen schlimmen Krankheiten und übertrug sie auf Betten, Polster, Wäsche, Kleider, Teppiche, Felle, wollene Vor hänge und Decken, um diese dann zum Teil in sonnenlosen, aber luftigen Stuben liegen zu lassen, zum Teil der Sonne auszusetzen. In Zwischenräumen von je einer Stunde um tersuchte er den Stand der Kulturen. Es ergab sich, daß diese im Schatten trotz reichli cher Luftzufuhr üppig wucherten, in der Son ne aber von Stunde zu Stunde mehr verkümmerten und endlich ganz abstarben. Cho lerabazillen konnten den Strahlen nur ganz kurze Zeit standhalten. Die Erreger des Ty phus, der Lungenentzündung, der Tuberkulose, der Diphterie, des Scharlachs, des Milz- Besonnung OL Von Mauix DAS LUSTI GE IM REICHE MARIBORER MÄDEL DER HAUSFRAU Pfingsten wollen wir nicht vergessen Auf ein gutes, seines Essen — Und das Kochen hat nur Sinn, Wo viel Küchenweisheit drinn. „Mutterl, den Tisch dekorieren wir zu Pfingsten mit jungen Birkenzweigen, Pfingst rosen und Pfingstnelken. Natürlich ist das nur fürs Auge berechnet — mittendurch lassen wir eine feine Ragousuppe, eine mit Sardellen gespickte Kalbsschulter mit ge- mischten Salat, eine prima Pfingsttorte und alle anderen Nachspeisen, wie Obst, Kaffee und Bonbons durchduften. Eine solche Feiertagstafel erweckt immer mein vollstes Temperament und ich kenne da nichts, als mein goldenes Reich der Hausfrau, dessen Mittelpunkt das Paradies-!)te Küche ist. Zur Ragousuppe verwende ich die Abfälle der Kalbsschulter, da selbe zupr Spicken schön gehäutet und zugeschnitten werden muß. Man schneidet das unterste Stelzenfleisch weg und hackt alles zu kleinen Stückchen, welche man mit Wasser zusetzt und weichkocht. Dazu gibt man alle Suppenkräuter und Wurzeln fein gewiegt, Salz, Pfeffer, geriebene Macisnuß und zuletzt etwas Karfiol und Spargelköpfchen. Alles das wird mit einer fetten, lichtgelben, leichten Einbrenne gebunden und in die fertige Suppe nachfolgende Bröselknöderln eingekocht: Ein nußgroßes Stück Fett oder Butter wird mit zwei Eiern abgetrieben, mit etwas grüner Petersilie geriebener Macisnuß und fünf Löffel Semmelbröseln zu einem leichten Teig oercührt und davon kleine Knöderl eingekocht. GespickteKalbsschul-t e r: Die schon enthäutete Kalbsschultcr wird linde gesalzen, etwas gepfeffert, reichlich mit Sardellen gespickt, mit grüner Petersilie überstreut, mit Butter und Fett zu gleichen Teilen überstrichen, rasch von außen lichtbraun abgebraten und hernach zugedeckt fertig gedämpft, fleißig mit Suppe oder Wasser nachgegossen, so daß sich eine gute, reichliche Bratentunke ergibt. Der fertige Braten wirb mit gedünstetem Reis jungen Kartoffeln, Spargeln und Karfiol garniert und mit Tunke übergossen. Der gemischte Salat besteht aus Kopf-und Schnittsalat, weißen Fisolen, Kartoffeln, Linsen, Karfiol, Spargeln und zur Randgarnierung Radieschen. Alle diese Salate legt man erst gut abgemacht, schichten- oder häufchenweise auf die Salatschüssel und überstreut sie mit gehacktem Einweiß und Dotter. Zur Pfingsttorte schlagen wir acht ganze Eier mit fünf Eier schwer Zucker gut ab, geben vier Eier schwer geriebene Haselnüsse, zwei Eier schwer Brotbröseln, welche man leicht mit Rum befeuchtet und ein ganzes Backpulver dazu. Diese Masse schüttet man in den gut ausgefetteten und mit Mehl Be-staubten Tortenreifen und bäckt sie langsam bei mäßiger Hitze eine schwache Stunde. Sobald die Torte erkaltet ist, schneidet man sie durch, füllt sie mit ein viertel Kilo Butter, welche man mit einem achtel Kilo Vanillezucker gut abtreibt und glasiert sie mit Schokoladeglasur von zwei Rippen Schokolade, welche man mit sechs Eßlöffel Wasser und einem haselnußgroßen Stück Butter aufkocht, überstreut sie mit Kristallzucker und zeichnet mit einem Kochlöffelstiel Figuren oder Blumen hinein. Für eine kleine Familie genügt die halbe Tortenmasse. Zum Kaffee servieren wir diesmal einen Nelkenkuchen. Ein halbes Kilo Mehl, zwei Deka in Milch gelöste Germ, ein achtel Liter Milch, ein achtel Kilo gelöste Butter, drei Eidotter, etwas Salz, acht Deka Zucker, ein halbes Teelöfferl gestoßene Gewürznelken schlägt man zu einem leichten Teig, gießt ihn in eine hübsche Gugelhupfform, läßt ihn gut aufgehen und bäckt ihn nicht zu heiß eine schwache Stunde. Als Obst geben wir Südfrüchte, Aepfel und Dörrobst. Als Konfekt Bonbons und Marzipan mit Fruchtsaft. Zum Schluß den Kaffee mit dem obigen Nclkenkuchen. So wäre nun die Pfingsttafel fertig und ich wünsche dazu recht fr'he Feiertage und ein schönes Ausflua.swetter! ebenfalls völlig abgetötet, so daß sie keinen Schaden mehr anrichten konnten. Tie wissenschaftliche Rechtfertigung . einer volkstümlichen Gepflogenheit möge für unsere Hausfrauen ein energischer Ansporn sein, ihr treu zu bleiben, und in großstädtischen Verhältnissen, wo sich das Bettensonnen und ' bergt, nicht immer leicht durchführen läßt. Vor allen Dingen mögen sie die Schlafzimmer der Familie in die, sonnigsten Räume verlegen, überhaupt möglichst sonnige Wyh-nungen aussuchen, niemals solche, deren Zint mer vorwiegend nach Norden liegen.1 In sonnigen Schlafzimmern läßt sich das tägliche Sonnen und Lüften der Betten noch am leich testen bewerkstelligen. Ebenso mögen die Kin-" der und Dienstboten dazu angehalten werden, ihre Schwämme, Seifenlappen, Zahnbürsten, ■ Handtücher nach dem Gebrauch in der Sonne zu trocknen (teils auf dem sonnenbeschienenen Fenstersims, teils auf dem in den Sonnenschein gerückten Handtuchgestell). Dies muß auch mit den Handtüchern, Spültüchern, Waschlappen, Scheuertüchern in der Küche ge schehen. Man erhält sie sich dadurch bedeutend länger, und sie bekommen keinen üblen Geruch. Ueberdies siedeln sich weder die ekelhaften Schwanzmotten noch Krankheitsbazillen darin an, was leicht geschieht, wenn diese Gegenstände an schattigen, nicht von der Zugluft getroffenen Stellen aufgehängt werden, wo der Trockenprozeß sehr langsam vor sich geht. Auch diese Vorbeugungsmaßregeln tragen viel zur Gesunderhaltung eines Hausstandes bei. C. D. ©eitere Ecke Ehrlich. Federmann ist zuerst bei Mücke gewesen. Dann hat er Horniebel besucht. Dann Hosekamp. Dann Seebaum. Dann Markowitsch, und zuletzt ist er bei Schonke gewesen. Als er wieder zu Hanse ist und das Jackett auszieht, merkt er, daß er seine Brieftasche verloren hat. Sofort geht er wieder zu Schonke. „Hast du meine Brieftasche nicht gefunden?" fragt er. Aber Schonke hat keine Brieftasche gefunden. Auch Markowitsch, Hosekamp, Seebaum und Horniebel haben sie nicht gesehen. Endlich kommt Jedermann zu Mücke. „Hast du meine Brieftasche?" fragt er. „Jawohl", lachte Mücke, „du mußt sie hier verloren haben." „Gott sei Dank", sagt Federmann, „du bist doch von all meinen Freunden der einzig. ehrliche Mensch." Dringendes Gespräch. Jedermann hat einen neuen Nachbarn Be« kommen. Der Nachbar ist praktischer Arzt und hat ein Telephon. „Darf ich mal bei Ihnen telephonieren?" kommt Jedermann am ersten Tag zu ihm. „Es ist sehr dringend. „Aber natürlich", nickte der Arzt und gibt ihm den Hörer. Und Federmann telephoniert: „Hallo, Herr Doktor?"---------------. „Kommen Sie schnell zu mir. Meine Haushälterin hat sich den Arm gebrochen." Wetterkunde. „Fabelhaft", sagt Mücke, „die Wetterwarte ist wirklich auf der Höhe. Gestern hat sie für heute vormittags plötzliche Regenschauer und für den Nachmittag Sonnenschein vorausgesagt. Und alles ist tatsächlich genau so eingetroffen." „Kein Kunststück", schüttelte Jedermann den Kopf, „genau dasselbe hätte ich dir auch Voraussagen können." „Wieso?" fragt Mücke erstaunt. „Es hat doch", sagt Jedermann darauf, „es hat doch in der Zeitung gestanden." Humor des Auslandes „Ich wußte nicht mehr, ob wir uns für gestern oder für heute verabredet hatten. Aber ich wußte ja, du würdest warten." Jdeinec Azeiget Versc&iedtesiäeäs it 6330 Schönes, streng reines, sonniges, großes Zimmer mit 1—2 Betten, vor dem Bark, ab 1. Juni zu vermieten. Gosposka ul. 58/1, Tür 2. 6347 Möbl. Zimmer, am Hauptplaß gelegen, sofort oder mit 1. Juni zu vermieten. Adovska 4. 6267 Schönes, großes, gassenfettiges Geschäftslokal, verwendbar auch als Kanzleiräume, auf frequentiertem Posten, im Stadtzentrum, mit 1. Juni zu vergeben. Adr. Verw. 5944 LAAAAAAAAAA4AAAAAAAM Zu mieten gesuc&i Zimmer und Küche für 1. Ru» ni oder etwas später von kleiner, ruhiger Familie (Staals-pensionist) im Stadtbereich gesucht. 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Klasse — 20. Ziehungstag. Am 20. Mai gewinnen (Irrtümer Vorbehalten): 2 X Din 1,200.000.—: 68.450. 2 X 500.00.—: 9564. 2 X 2.000.—: 17.269, 17.272, 23.566, 27.012, 28.509, 31.154, 69.285, 3536, 11.180, 14.139, 19.709, 19.957, 23.472, 28.472, 28.782, 38.030, 38.070, 39.404, 42.457, 61.227, 61.531, 66.441, 73.722, 76.436, 77.353, 86.412, 88.335, 89.452, 91.944. Hiernit sind die Schlußziehungen der V. Klasse XXI. staatlicher Klassenlotterie beendet. Die Ic Ziehung der XXII. Lotterie findet am 20. Juni statt x naturecht Lit. zu Din 10 — über die Gasse zu Din 8*— zum Ausschanke. 6324 Union-Bier zu bekanntem Preise. Bekannt gute Küche. Warme, kalte Speisen. — Hausmehlspeisen. S- Motorboot .Maribor" Bericht der Verkaussstelle ANTON GOLE2, Maribor, Ale-ksandrova cesta 42. Ziehung am 20. Mai 1931. (Irrtümer Vorbehalten.) Din 1,200.000—: Nr. 68.450. Din 500.000.—; Nr. 9564. Din 2.000.—: 12.269, 17.272, 23.566, 27.013, 31.154, 69..2S5, 11.180, 14.139, 19.709, 10.057, 23.472, 28.782, 38.030, 38.070, 39.404. 42.457, 61.227, 61.531, 73.722, 76.436, 77.353, 86.412, 88.335, 89.452, 91.944. 28.509, 28.478, 66.441, Hiermit ist die Ziehung der V. Klasse der 21. Klassenlotterie beendet. Neue Lose für die I. Klasse der 22. Klassenlotterie werden am 23. d. M. in Verkehr gegeben. Die Ziehung findet am 20. Juii 1931 statt. 1764 Damen und Herren FAHRORDNUNG. Abfahrt von der Stadt (vorläufiger Anlegeplatz an der Lend) täglich um 10 Uhr und dann immer eine Stunde spätst. Letzte Abfahrt um 19 Uhr, im Bedarfsfälle auch um 20 Uhr-Rückkehr von der Mariborer insei um 10.35 Uhr und daN» immer eine Stunde später. Letzte Abfahrt von der Insel »w 19.35 Uhr, eventuell auch um 20.35 Uhr. Bel schlechtem Wetter fallen eventuell einzelne Fahrten aus. 6321 FAHRPREIS PRO PERSON: Von der Stadt zur Insel «......Din 3." Rückfahrt von der Insel......- Din 4." Permanente Karten für zehn Fahrten 10% Nachlaß. ^ Frische Brucheier 50 Para pro Stück. Wiederverkäufer Rabatt, bei Export1’1 druzba Matheis, Suppanz & Co., Maribor, Cvetliöna uL Rimske Toplice, Slowenien eröffnet zu Pfingsten das neugebaute offene Thermal - Schwimmbad In der Vor- und Nachsaison ein zwanzigtägiger Kuraufenthalt (Zimmer, Verpflegung, Bäder, Arzt. Kurtaxe) Dinar 1200.—. 6217 m Größere Mengen ahnlamr-Papier slowenisch und deutsch sprechend mit gewandten Umgangs-formen und sicherem Auftreten, suchen wir zwecks Verkauf eines ernsten und in ledern Haushalte unentbehrlichen Werkes. Unbegrenzte Verdienstmöglichkeit, Vorzustellen im Hotel sOrel«, Zimmer Nr. 31, am Freitag, den 22, Mai 1931 zwischen 14—19 Uhr. 6203 Chefredakteur und für die Redaktion verantwortlich: Udo KASPER. — Druck der »Mariborska tlskarna« ln Maribor. — Für den Herausgeber un«. den Druck — ^ '«• ' “ • jzortüch: Direktor Stanko DETELA. — Beide wohnhaft in yrrflnr. hat abzageben Mariborska tiikarn*